1931 Josef Zauner | Der Weg zur Europa-Partei

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1931 Josef Zauner | Der Weg zur Europa-Partei (Der Ausweg UŜE) | Broschüre

 

"Europa ist auf der Suche nach einem Ausweg."

 

Vorbemerkung
Liest man heute in einer Schrift, die vor Generationen verfasst wurde, dann weiß man vieles besser. Man weiß besser, was inzwischen passiert ist. Niemand kann wirklich im Detail die Zukunft vorhersehen. D
ie Gedankengänge Zauners lassen sich nicht mehr eins zu eins auf die Zeit von Europäischer Union und Europa-Demokratie-Esperanto übertragen. Was aber einmal notwendig sein wird, lässt sich schon lange vor der Zeit erkennen.
Josef Zauner gehört zu jenen, die Notwendigkeiten und notwendige Schritte in Richtung geeintes Europa benennen. Das ist selten. Darum sollte man seine Texte nicht wegen inzwischen unzeitgemäßer Begriffe und nicht mehr aktueller Verhältnisse im Detail verdammen. Auch geht es nicht um eine Rundum- "Heiligsprechung" Zauners, zumal viel zu wenig über sein Leben auch nach seiner aktiven Pro-Europa-Phase bekannt ist. Europa-Demokratie-Esperanto hat sich aus einem Bedürfnis heraus entwickelt, Fragen werden bis heute immer wieder formuliert und Antworten gefunden. Doch es ist ein gutes Gefühl, auf diesem Weg Vordenker neu entdeckt zu haben und einen historischen Bezug herzustellen. Wir setzen uns mit dem Material auseinander und denken folgerichtig.
Der Text der Broschüre wird hier nicht im Original wiedergegeben.
Zitate und Kommentare helfen, einen Überblick über die Denkweise Zauners und unsere (Europa-Demokratie-Esperanto) Ansichten zu erhalten.
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    Der Weg zur Europa-Partei
    (DER AUSWEG UŜE)
    VON JOSEF ZAUNER
 


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    DER WEG ZUR EUROPA-PARTEI (DER AUSWEG UŜE)
    VON JOSEF ZAUNER
    HERAUSGEBER DES UŜE-EĤO
    VERLAG: "LIBRO"
    TIMISOARA (TEMESVAR) STRADA LONOVICI 1
    RUMÄNIEN-BANAT


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    INHALTSVERZEICHNIS:


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    1. Einleitung.
    Europa ist auf der Suche nach einem Ausweg.

Zwischen den Weltkriegen sahen bereits verschiedene Kräfte im Zusammenschluß der europäischen Staaten eine Lösung der Probleme. Zauner nennt als Beispiel die Paneuropa-Bewegung. Aber "Vorbedingungen" fehlten, da die Politik nicht europäisch, sondern national betrieben wird.  Die "Lösung des europäischen Problems" müsse "von "unten" aus, bei den Wähler-Massen .... begonnen werden". 
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    II. Der Ausweg UŜE.

    1. Das UŜE-Programm.*)

Ziel ist, größere Wirtschaftsgebiete zu schaffen. Auch Grossbritanien und Rußland sollten "mitinbegriffen" sein. Die UŜE soll grösstmögliche Autonomie der Staaten, Provinzen und Städte einerseits ermöglichen, aber andererseits gemeinsames Geld, Armee, Zoll- und Aussenpolitik haben.
"Die offizielle Hilfssprache für Europa sei die "europäische" Sprache (-Esperanto)." 
"Der Name UŜE leitet sich vom „europäischen" Unuiĝintaj Ŝtatoj de Eŭropo (Vereinigte Staaten Europas) ab."
Für Zauner ist der wesentliche Unterschied zu Nordamerika (USA) das Sprachenproblem.
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    2. Grössere Wirtschaftsgebiete.

Europa war längst nicht mehr so modern, es entstanden weltweit große Wirtschaftsgebiete. Versuche, Europa nur wirtschaftlich zu einigen gab es, aber: "Ein wirtschaftlich vereinigtes Europa, ohne politische einheitliche Leitung, ist meiner Ansicht nach eine Unmöglichkeit. Wirtschaft und Politik sind untrennbar verwachsen."
So sah Zauner in einem künftigen geeinten Europa auch Zollgrenzen und selbständige Armeen als überflüssig an.
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    3. Mit Grossbritannien und Russland,

Es scheint, daß eine Geschichte als kolonialer Staat eine Einordnung in Organisationen von Völkern generell erschwert. Ich glaube, daß der Brexit nur ein Zeichen für Weltmachtsnostalgie ist. Und irgenwie hat ja auch Rußland so eine Geschichte.
Zauner hat da sehr weitreichende Vorschläge und denkt an eine "Östliche Hemisphäre, unter der Leitung Europas". Aber diese Idee scheint kaum realistisch und könnte auch kulturell und geographisch an die Grenzen des Vorstellbaren führen. In anderer Form mußten später allerdings die Europäer ihre Teilung in Ost- und Westhemisphäre schmerzlich erfahren. 
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"Europa und England werden sich gegenseitig brauchen." Damit hat er natürlich Recht! Eine Einbeziehung Russlands wird auch mit der Vermeidung eines russisch-europäischen Krieges begründet. Das ist sicher zu bedenken.
"Der wirtschaftliche Vorsprung der USA und der Umstand, dass Jahrzehnte hindurch Zahlungen an sie, von den europäischen Staaten geleistet werden müssen, machen es zwangsläufig notwendig, dass .... ein europäischer Zusammenschluss erfolge ...."
Das zersplitterte Europa befand sich also schon damals "Zwischen zwei Dampfwalzen"!
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    Warum mit Grossbritannien?

Eigentlich schien bereits alles geklärt! Grossbritanien gehört schon wegen seiner geographischen Lage zur Europäischen Union. Zauner sah die Schwierigkeiten zwischen den Nationen und die alte deutsch-englische Vorkriegs-Spannung. Entweder würde England mit Europa zusammenarbeiten oder eine Vereinigung Europas nicht zulassen. "Die vitalsten Interessen Grossbritanniens diktieren dies." Damals stellten die Kolonien noch ein zusätzliches Problem dar.
"Man kann es von den Engländern nicht erwarten, dass sie sich allzuschnell für die „Europa-Idee" entschliessen."
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    Warum mit Russland?

Zauner sieht keine natürliche Grenze zwischen Europa und Russland und erkennt eher die Gefahren: ".... die Reibungsflächen wären zu rauh, um nicht einen Funken zum Europäisch-Russischen Krieg zu erzeugen." Allerdings sehe ich eine zu wenig beachtete Form natürlicher Grenzen. Es ist die Klimagrenze! Je nach Klima entwickeln sich "Reiche" in bestimmten "Be-Reichen". Im Mittelalter gab es im europäischen Raum eine Bewegung von Westen hin zum nördlichen Osten. So entstand ein erweitertes deutsches Staatsgebiet im mittleren und östlichen Europa. Auch Rußland hat diese Bewegung durchgemacht. Ehemals auch von den Römern gemiedene kalte Gebiete boten Platz für die Gründung zivilisierter Staaten. Ganz sicher muß das geeinte Europa besondere und zumindest freundliche Beziehungen gerade zu Rußland und dem russischen Volk pflegen. Das ist auch im Sinn der Esperanto-Nutzer und von E-D-E. Zauner sah jedenfalls eine Menge Potential im europaorientierten Russland.
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    4. Autonomie.

Durch die "Nationalstaats-Ideologie" kommt es zu einer "administrativen und erzieherischen Bevormundung der Europäer". Vor allem die Kriegsminister sind gegen Regionalismus.
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Es ist "die nationalpolitische Struktur Europas" die "noch keine zufriedenstellende Autonomie" möglich macht. In einem Vereinigten Europa gäbe es eine Berufsarmee. Der Zentralismus der Staaten wäre geringer und Autonomiebestrebungen würden umgesetzt. "In den UŜE fällt daher den geschlossenen Volksgruppen oder den geographisch bedingten Provinz-Gebieten die ersehnte Autonomie zu." 
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    5. Gemeinsame Valuta, Armee, Zoll- und Aussenpolitik.
 


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Als Voraussetzung muß sich Europa politisch finden. Stichworte: "einheitliche Valuta, Europäische Zentral-Staatsbank, Gemeinsames Heer und Marine, Zollschranken abgebaut"
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"Wenn durch die Schaffung einer europäischen gemeinsamen Armee, die Kriegsmöglichkeiten vermindert werden, so muss schon deshalb jeder aufrichtige Friedensfreund einer derartigen Lösung des Problems zustimmen." Nicht etwa die Abwendung vom und die Meidung des Themas Militär hilft weiter. Ich lehne Waffengewalt ab. Trotzdem ist klar, daß weniger Armeen in Europa mehr Entspannung zwischen den Völkern hervorbringt. Und wer kämpft schon gegen die "eigenen Leute". Gern auch weltweit gedacht!
Kritisch geht Zauner mit dem europäischen "Krankheitsherd der derzeitigen Weltwirtschaftskrise (1931)" um. Eine Gesundung der "chaotischen Wirtschaftsverhältnisse" ist nötig.
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Die diversen "Liliput-Wirtschafts-einheiten" führen zu einer Abhängigkeit. Dagegen ist eine "einheitliche europäische Wirtschaftspolitik" notwendig, um einem "Zur-Kolonie-werden Europas" entgegenzuwirken. Binnenzölle sind aufzuheben. "Der Weg zur gemeinsamen europäischen Zollpolitik führt auch zur einheitlichen Aussenpolitik." Ein "Parlament der europäischen Parlamente" ist zu schaffen. 
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    6. Das Sprachenproblem Europas.

Auch zu Zauners Zeiten bestand das Dauerproblem, das Sprachenproblem und dessen Lösungsansätze bzw. Lösungen nicht ernstzunehmen. Das liegt natürlich an der Sichtweise der in ihren Lebensumständen verhafteten Betrachter. Schließlich sieht man die Welt aus nationaler Sicht und Europäer kann man ja auch noch ein bissel sein. "Für die UŜE-Bewegung ist die Lösung des Sprachenproblems eine Hauptaufgabe, selbst der Ausgangspunkt bei der Verwirklichung des UŜE-Programmes."
Vor allem handelt es sich um wirtschaftliche Gründe, denn ohne "eine einheitliche übergeordnete Sprache" gab es in der Geschichte kaum große Wirtschaftsgebiete.
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Ein Normalfall der Geschichte ist eine "zuerst sprachliche, dann wirtschaftliche und zuletzt politische Vereinigung". Jedenfalls ist aus meiner Sicht ein geeintes Europa erst dann wirklich erreicht, wenn sich die Bürger auf Augenhöhe mittels neutraler gemeinsamer europäischer Hochsprache unterhalten können. Zauner erwähnt die "unmöglichen europäischen Sprachverhältnisse". "Das UŜE-Programm will mit derselben Energie, mit der das jetzige Sprachenchaos gehalten und gefördert wird, dahin trachten, auch sprachlich in Europa Ordnung zu schaffen." Englisch hat aber nicht die Merkmale, die eine gemeinsame Sprache braucht. Auf die Probleme wird im Text eingegangen. 
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Eine nationale Sprache als „europäische" brächte dem Muttersprachler einfach zu viele Vorteile, kleine Völker wären nur noch benachteiligte Minderheiten. Die Praxis in der EU zeigt heute diese Problematik. Da gehts nur um Masse und Einfluß. Der Dolmetscherdienst hilft auch nur den Abgeordneten im Parlament, aber noch lange nicht den Bürgern Europas. Selbst die mehrsprachige Schweiz kann schon wegen der überschaubaren Anzahl Sprachen nicht Beispiel für Europa sein. Lernen kann man aber schon von der Schweiz und den für die Situation gefundenen Lösungen, welche bis in die Typographie wirken.
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Erfahrungen der Österreich-Ungarischen Monarchie sind auch gerade wegen der Konflikte zu beachten. "Ziehen wir aus alldem hier angeführten die Lehre und versuchen wir eine natürliche und gerechte Lösung des wichtigen Sprachenproblems zu finden." Statt einer ungerechten Nationalsprache braucht Europa "eine offizielle Hilfssprache". "Wie schon bei der Bekanntgabe des UŜE-Programms sei auch hier festgestellt: "Europäisch" (Esperanto) ist dazu prädestiniert, die offizielle Hilfssprache Europas zu werden." Für Zauner ist Zamenhofs Vorgehen gut nachvollziehbar. Wie bei der Schaffung des Hochdeutschen wurden möglichst Wörter mit großer Verbreitung gewählt.
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Die gesellschaftlichen Bedingungen machen die Einführung einer solchen Sprache notwendig. "Nur Unkenntnis der Sachlage kann dazu veranlassen, über Esperanto als etwas Unnatürliches, Gekünsteltes zu sprechen." Dagegen handelt es sich um die Synthese der europäischen Sprachen. Die Kriterien werden erfüllt. Neutralität, Erhalt der sprachlichen Vielfalt und leichte Erlernbarkeit! Bei einerseits klarer festgeschriebener Gramatik kann sich "Europäisch" frei weiterentwickeln.
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"Von vielen wurde bisher Esperanto als Sprach-Sport angesehen." Leider gibt es diese Tendenzen immer wieder. Wer sich heute (2018) aktiv für eine Politik mit Esperanto ausspricht, kann selbst bei Esperantisten Zurückhaltung spüren. Man sieht sich zur Zeit eher nicht mehr als Bewegung, stattdessen als Sprach-Gemeinschaft. Aber es gibt auch jene bewußten Esperantofreunde und Europäer, z.B. bei E-D-E, die am Thema dranbleiben.
Erwähnt wird im Text das Sprachenchaos, durch welches viel Weltwissen verloren geht. Selbst im heutigen Wikipedia gibt es unterschiedliches Sprachwissen. Esperanto ist dort vertreten. Die Chance ist, daß möglichst viele Muttersprachler auch an den Esperantoversionen mitarbeiten. Direkter geht es nicht.
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Besonders Europa leidet unter dem Nationalismus. Andere Erdteile haben das Sprachenproblem viel weniger. "Es wäre unpraktisch auf diesen Kontinenten mit der Propagierung der Lösung des Sprachenproblems zu beginnen." So bleibt eine notwendige Initiative für Esperanto wohl Europa vorbehalten. Die "europäische Solidarität, die europäische Gesinnung" scheint doch ohne "einheitlich übergeordnete Hilfssprache" geringe Chancen zu haben.
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    7. Abrüstung.

Zauner glaubt nicht an eine vollkommene Abrüstung. Die Form des Verteidigungswesens ist allerdings nicht mehr zeitgemäß. Während die Wirtschaft zusammenarbeitet, leistet sich Europa die diversen hohen Armeeausgaben. Zusammenarbeit und Verschmelzung ist das Ziel. Der Völkerbund könnte gestärkt werden. Heute durchaus auch die UNO! Aus meiner Sicht sollte die europäische Armee allerdings eine reine Verteidigungsarmee sein. Die vielen unterschiedlichen Geschichten der Völker würden zudem zu sehr unterschiedlichen Reaktionen bei den immer wieder stattfindenden unklaren weltweiten Zwischenfällen führen. Ein gemeinsames Armee-Budget wäre nach Zauner angebracht und "das psychologisch Wichtigste: ein Krieg zwischen den europäischen Staaten würde zu einer Unmöglichkeit." Er erkennt auch die Problematik für Amerika, mit dem man natürlich weiterhin wirtschaftlich gut zusammenarbeiten würde. 
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Wieweit Ostasien sich zu einer eigenen Gruppe in der Welt bis heute entwickelt hat, konnte Zauner noch nicht so vorhersehen. Aber eine Zusammenarbeit mit den UŜE ist richtig gedacht.
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    8. Minderheitenfrage.

Problem in manchen Staaten ist die Klassifizierung der Staatsbürger, darunter hauptsächlich die Vertreter von Minderheiten als Angehöriger zweiter Klasse. So gibt es sowohl einen Nationalismus der Staaten als auch einen der unterdrückten Minderheiten, die dem ungleichen Kampf gewachsen sein müssen. "Die Hoffnungen der Minderheiten auf Genf, sind grösstenteils Hoffnungen geblieben." "Gerade die Lösung der Sprachenfrage im UŜE-Programm nimmt den Chauvinisten die Argumentation aus der Hand" Wir sehen, daß die politischen Gegebenheiten und Ansichten bei aller Entwicklung nicht so viel anders sind als 1931!
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    9. Souveränität.

Natürlich kann "es ohne Preisgabe so mancher Souveränitäts-Position keine europäische Vereinigung geben". Manche Jornalisten schrieben damals von einer Kolonie Europa, zumindest sah Zauner die Möglichkeit einer allmählichen "Versklavung durch Verschuldung".  Ein Verzicht auf einige Souveränitätsrechte im Sinne eines geeinten Europa sind da angebracht.
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    10. Soziales.

Zauner tritt für "einen natürlichen sozialen Schichtenwechsel" ein. Das bedeutet letztlich -Gleiches Recht für alle-. Es zählt die Fähigkeit der Person und nicht Erbeinfluß. Die gegenwärtigen Verhältnisse ähneln zur Zeit immer mehr denen des Textes, die Armen werden ärmer, die Reichen reicher.
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Ein klassenloser Staat bleibt aus Zauners Sicht Wunschtraum. Für ihn bewegen sich die Schichten durch ein soziales Wachsen von unten nach oben, bis sie an der Macht sind.
Das russische Volk wird nicht verurteilt, so wie es in der Zeit verbreitet ist.
Wegen des engen regionalen Bezugs Europas ist das Paneuropa-Programm ungeeignet, eine Informationspolitik für Rußland zu entwickeln. 
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Dagegen erwähnt Zauner die Aktivitäten Rußlands im Rundfunk. Dort wird in "allen möglichen nationalen Sprachen" gesendet. Ähnlichkeiten zu heute gibt es. Bedauerlich ist, wie viele Stimmen aus aller Welt nicht mehr zu hören sind! Das Internet ersetzt hier nicht den Auslandsrundfunk. Auch wenn man den Verlautbarungen der Staaten skeptisch gegenüberstehen sollte, der Bildung hat die Form der direkten Hörens an der Quelle gut getan. Und man konnte hören, ohne daß jemand oder etwas "abhört".
Aber bevor es zu einem Beitritt Rußlands käme, müsse erstmal zu Hause Ordnung geschaffen werden. Zauner sieht die aktuelle Sowjetunion jedenfalls als für ein geeintes Europa ungeeignet an. Mehr im Text. 
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Rußlands Rückständigkeit wird als Grund für die dortige Revolution gesehen, die man ja im Westen bereits mehrere Jahrzehnte früher durchgemacht habe. Etwas erinnert der Vorschlag Zauners an eine soziale Marktwirtschaft. Ein großes europäisches Wirtschaftsgebiet ohne Binnen-Zollgrenzen brächte am Ende mehr Wohlstand. Ob es so einfach ist? Man mag da verschiedener Meinung sein. Sicher sind noch weitere Schritte notwendig, damit eine Gesellschaft sozial gerecht agiert.
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Aber ohne ihn so schon nennen zu können, sieht Zauner die Probleme eines später einmal tatsächlich exisitierenden "realen Sozialismus". Seine Schlagworte sind die Züchtung von: "Bedürfnislosigkeit, Gleichgültigkeit und Verantwortungslosigkeit."
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    III. Das "Wie".

    1. Kampf  unerlässlich.

"Ohne Kampf wird das Ziel UŜE nicht zu erreichen sein." Zauner hat absolut Recht, wenn er eine „europäische" Einstellung, eine „europäische" Gesinnung fordert! Heute sagen wir dazu, daß wir Bürger mit europäischem Bewußtsein brauchen. Diese Herangehensweise ist sehr anders als die vieler heute selbst im Europaparlament sitzender Politiker! Sie glauben, daß mit ihrer eigenen Karriere schon alles andere auch gut wird. Und ein Teil der Abgeordneten sitzt sogar dort, um gegen Europa zu arbeiten.
Erst wenn die Voraussetzungen stimmen, kann doch Europa funktionieren. Im UŜE-Programm hat "europäisch" (Esperanto) als offizielle Hilfssprache Europas einen hohen Stellenwert. Diese Grundlage entwickelt erst ein klareres Verständnis für alle Bürger Europas, also Verständnis für sich selbst! Und dort stimmen wir von Europa-Demokratie-Esperanto voll mit Zauner überein. Eine nationale Sprache, die nur der Macht wegen übergestülpt wurde, kann das Europagefühl nicht wirklich herstellen. Auch wenn sich manche Nutzer darin schön eingerichtet haben.
"Durch die beeinflusste Presse werden die Völker in dem Glauben gehalten, dass es bessere Zustände in Europa nicht geben könne." Das erinnert mich an die rein national ausgerichteten Medien in der EU. Wir haben es bis heute in Europa nicht geschafft, echte europäische Medien zu errichten! Und selbst ein grüner Politiker sagte mir, daß europäische Medien nicht gut wären. Zauner benennt weiterhin die große Unzufriedenheit in den Gesellschaften. Krisenstimmung.
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    2. Der Weg zum Ziele.

Zur Zeit (2018) scheinen sich Proeuropäer "in einer einheitlichen politischen Organisation" zu sammeln, wie es Zauner bereits wollte. Allerdings vergessen die heute aus ihren langwierig gültigen Verhältnissen kommenden Aktiven zu oft noch den wichtigen Faktor Sprache, oder sie nehmen die Probleme einer Nationalsprache für alle nicht wahr.
"Wenn wir es nicht haben wollen, dass die Europäische Union ein frommer Wunsch bleibe, ist die Gründung einer politischen Europa-Partei eine Notwendigkeit." Aus heutiger Sicht scheint das Ziel erfüllt. Aber es ist wie mit einem schlecht zusammengewachsenen Knochen nach einem Bruch. Es braucht auch heute noch "UŜE-Gründer", also "UŜE-Fondantoj"! Da kenne ich gegenwärtig nur E-D-E. Ohne sich gleich bewußt zu sein, welche Vordenker es schon gab, entwickelte sich die Sache neu. Und bei Bedarf würde soetwas auch immer wieder neu entstehen. Denn wir gehen weiter, als das, was heute so recht und schlecht praktiziert wird. Zauner wollte, daß die Anhänger Abgeordnete in Staats- und Städteparlamenten werden. Aus rein praktischen Gründen geht E-D-E heute den Weg über Europawahlen (Frankreich, Deutschland), die es ja damals nicht gab.
"Ich wüsste nicht, warum es keine „Europa-Partei" sollte geben können." Ja, eine richtige Idee. Aber heute nennen sich alle möglichen nationalen Parteien zusätzlich Europapartei und treten lautstark wie nebenbei auch bei den Europawahlen an.
"Den Esperantisten in Europa, die für Politik Sinn haben, fällt bei der Gründung der Organisation der „UŜE-Fondantoj" eine wichtige Rolle zu." Vielleicht liegt es an der oft irrational aufgeheizten Stimmung in den Gesellschaften, daß sich die Anhänger der Sprache zu oft aus der Politik heraushalten. Aber wenn mit der Zeit mehr Bürger mitmachen, dann sind sicher auch wieder mehr Esperantisten bereit, sich in den politisch denkenden Gesellschaften zu engagieren. 
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Als Beispiel sieht Zauner eine gute Zusammenarbeit zwischen deutschen und französischen Esperantisten. Siehe E-D-E! Es würde vorangehen, wenn die Ideen-Synthese zwischen Europäische-Unions-Bestrebungen und Esperanto wirksam wären. Eine Gründung der UŜE-Partei würde für Optimismus auf dem Kontinent sorgen. Natürlich wird mit Abneigung gerechnet. Aber damit steigt die Möglichkeit einer inhaltlichen Auseinandersetzung.
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    4. Das Parlament der europäischen Parlamente.

Heute ist die Ebene des Europaparlaments vorhanden! Damit ist noch nicht alles in Europa demokratisch. So finden die Europawahlen nach diversen nationalen Wahlregelungen statt. Ein gemeinsames Wahlrecht sollte auf jeden Fall Vielfalt ermöglichen! Denn Inhalte sind relevanter als nur die Masse. Also auch kleine Gruppen berücksichtigen! Die Größe bestimmt nicht, welcher Platz im eindimensionalen klassischen Parteienspektrum besetzt wird. Aber leider wird oft so argumentiert. Ein europäisches Parlament, wie viel früher gewünscht, wurde leider erst nach einem weiteren Weltkrieg realisiert.
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    IV. Quo vadis Europa?

"Es ist eine undankbare Sache zu prophezeien." Vier mögliche Baupläne werden benannt.

1. Faktor. Nationalpolitisches Europa.
So schnell werden sich die Verhältnisse nicht ändern.

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2. (Europäischer Entwicklungsfaktor) USSR.
Was wäre, wenn sich europäische Staaten anschließen? Dort werden Szenarien benannt, wie wir sie aus unserer neueren Vergangenheit durchaus wiedererkennen können.
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3. Faktor. Als ein weiterer Ausweg wurde Paneuropa propagiert.
Positiv zu sehen sind eine Diskussion um die Lösung des europäischen Problems sowie ein durch Persönlichkeiten aus der Politik hervorgerufener gewisser offizieller Charakter. Aber das Programm macht Halt vor entscheidenden Punkten. Ohne jede Einschränkung von Souveränität kann letztlich nicht gut gemeinsam entschieden werden. Eine einheitliche europäische Zweitsprache wie Esperanto ist nicht vorgesehen. Die Kleinen würden weiter benachteiligt. So kann keine Gesellschaft zusammenwachsen. Und nationale Armeen wären doch auch unzeitgemäß.
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4. Lösungsvorschlag, UŜE ....
Die Paneuropa-Bewegung kann mit den aktiven Staatsmännern eine europäische Vereinigung nicht erreichen. Dagegen hat die UŜE-Bewegung "neue, frische, ungebrauchte Kräfte".
Paneuropa will das Problem von oben lösen. "Durch die UŜE-Bewegung soll den Europäern das Vertrauen zu sich selbst wiedergegeben werden. "Eine Schaffung der Vereinigten Staaten Europas" würde den Völkerbund stärken. Heute ist es die UNO. Die Triebkraft zu den UŜE ist der Entwicklungsfaktor Not. Ja, leider ist es oft so.

    V. Schlusswort.

Nach den nationalen Kulturen sollte sich eine gemeinsame betont europäischen Kultur bilden. Natürlich sehe ich die Zukunft in der Vielfalt nebeneinander exisitierender (insbesondere europäisch orientierter) Kulturen im geeinten Europa. Es käme zu einer "Hochblütezeit". Wir sollten wie Zauner an eine große Zukunft Europas glauben. 
20180421SE



    UŜE

HUNYADI-DRUCKEREI, GRAPHISCHE KUNSTANSTALT, TIMIŞOARA


 

 

DER WEG ZUR EUROPA-PARTEI (DER AUSWEG UŜE) VON JOSEF ZAUNER
HERAUSGEBER DES UŜE-EĤO VERLAG: "LIBRO"
TIMISOARA (TEMESVAR) STRADA LONOVICI 1 RUMÄNIEN-BANAT
HUNYADI-DRUCKEREI, GRAPHISCHE KUNSTANSTALT, TIMIŞOARA

Durch jede gute Buchhandlung oder direkt beim VERLAG nicht erhältlich

Der hier angeführte VERLAG exisitert nicht mehr.
Zur Geschichte: link Beispiel Verlag (wikipedia.org)
Auskünfte über den Autoren: Josef Zauner (Verleger) bei wikipedia.org
Europa-Demokratie-Esperanto e.V. sieht sich als "inhaltlicher Nachfolger" des Textes. Die Schrift hat eine Funktion als Diskussionsgrundlage. Trotz intensiver Recherche konnte kein aktueller Rechteinhaber gefunden werden. Wer Informationen dazu geben kann, soll dies gern tun.