Was ist und wofür steht E-D-E?

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Im Jahr 2003 formierte sich von Frankreich ausgehend mit Europa – Demokratie – Esperanto eine europäische Bewegung, die die internationale Brückensprache Es­peranto und die dahinter stehenden Ideen in die politische Diskussion ein­brin­gen möchte. EDE gibt es bereits in einer Reihe von europäischen Staaten oder befindet sich dort in der Gründung. Die deutsche Vereinigung Europa – Demokratie – Esperanto versteht sich als die deutsche Sektion des Dachverbandes der euro­pä­i­schen Föderation EDE mit Sitz in Strasbourg  (Frankreich). Mehr Informationen zur europäischen EDE-Föderation und den anderen Landesverbänden finden Sie unter:
http://www.e-d-e.org (2009de.e-d-e.eu)

Die historischen Wurzeln von EDE

Die programmatischen Ideen und Ziele von Europa – Demokratie – Esperanto haben historische Wurzeln und damit auch eine Tradition: Zu nennen sind die Französische Revolution (1789 bis 1799) mit ihren Ideen von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, und das Hambacher Fest (1832), das als Geburtsstunde der deutschen Demokratie angesehen wird. Das Fest war von den demokratischen Idealen der Französischen Revolution geprägt. An ihm nahmen seinerzeit 30.000 Menschen teil, unter ihnen viele Franzosen und Polen, womit letztlich auch ein Bezug zum europäischen Gedanken hergestellt wurde. EDE steht auch in der Tradition der Friedensbewegung [Bertha von Suttner: "Pazifismus und Esperanto sind Geschwisterkinder"] und der Ideen der Europäischen Bewegung, die schließlich nach dem Zweiten Weltkrieg zur Gründung der Europäischen Gemeinschaften geführt hat. Eine Wurzel sind natürlich auch die Ideen von Ludwig Zamenhof (1859 – 1917), die 1887 zu seiner völkerverbindenden internationalen Sprache Esperanto führten: Er wünschte, ein neutrales Fundament zu errichten, auf dem die verschiedenen Völker der Menschheit in Freiheit, Frieden und Brüderlichkeit miteinander verkehren können, ohne dass die einen den anderen ihre nationalen Eigenarten aufdrängen.Damit verfolgen die Zielsetzungen von EDE eine historische Linie und sind in europäische Traditionen eingebunden. Für EDE kommt es darauf an, europäische Gemeinsamkeiten zu entwickeln, zu fördern und sichtbar zu machen und auch damit die Fundamente für einen dauerhaften wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalt Europas zu schaffen.Diese Ideen und Traditionen weisen jedoch über Europa hinaus. Darum will sich EDE dafür engagieren, dass sich die EU weltweit für Dialog, Verständigung, Frieden und Gerechtigkeit einsetzt. (2009de.e-d-e.eu)

Ein neuer Politikstil im Zeichen des Dialogs

EDE ist neu und will anders sein als die anderen zur Wahl stehenden Parteien und Listen. EDE lässt sich nicht in das bekannte politische Spektrum einordnen und ist nicht links oder rechts und folgt keiner Ideologie, sondern steht für Dialog, Gleich­­be­rech­ti­gung, gegenseitige Achtung und Toleranz, Offenheit und Transparenz, Frei­willig­keit und Selbst­bestimmtheit, Frieden und Freundschaft, gesellschaftliches Engage­ment und soli­da­ri­sches Mit­ein­ander. Diese auch die Idee des Esperanto tragenden Säulen sollen die Grundlage für die Arbeit von EDE bilden.
EDE will eine rea­lis­tische, pragmatische, praktische und dabei menschliche und le­bens­­frohe Politik machen. Dafür wird EDE eine mög­lichst positive aber dennoch klare Spra­che sprechen, sachliche Kritik üben und vor allem durch eine positive Haltung und kon­struk­tive Vorschläge auffal­len. EDE fördert die gemeinsame Suche nach Lösungen für die aktuel­len und künftigen Pro­bleme. Diese Lösungen sollen die Grund­lage bilden für eine bessere Zu­kunft für uns alle.
EDE ist für eine Politik des Zuhörens, des Mitdenkens und des ehrlichen Bemühens. Daher will EDE sich für konstruktive und friedliche Debatten einsetzen, in denen über aktuelle Probleme unvoreinge­nom­men, vor­urteils­frei und sachlich fundiert diskutiert wird und gemeinsame Entscheidungen transpa­rent getroffen werden. (2009de.e-d-e.eu)

Von anderen Kulturen und Denkweisen lernen und gemeinsam profitieren

Die europäischen Völker haben über Jahrhunderte danach gestrebt, anderen das Eigene als das einzig Wahre aufzuzwingen, weniger durch Vorbild als durch Vormacht und leider sehr häufig auch mit brutaler Gewalt. Die Gewalt als Mittel der Politik sollte überwunden werden.
Es sollte auch nicht immer danach gestrebt werden, Gegensätze aufzulösen und auf Entscheidungen zu drängen für das Eine oder das Andere. Gegensätze kann man so stehen lassen, wie sie sind, und man kann nach Neuem diesseits oder jenseits der Gegensätze suchen. Wir sollten uns darum bemühen, durch Toleranz, durch positives Interesse für das Andere und die Anderen, durch freundschaftlichen Dialog zu einer harmonischeren Gesellschaft und zu einer harmonischeren Welt zu gelangen. Wir hängen keinen idealistischen Träume­reien nach, sondern haben eine klare Vorstellung von einer besseren Welt. (2009de.e-d-e.eu)

Warum ist EDE in Deutschland ein Verein und keine Partei?

Anfang Juli 2008 ist die politische Vereinigung Europa – Demokratie – Espe­ran­to (EDE) für Deutschland in Wiesbaden gegründet worden. EDE ist ein eingetragener Verein (eingetragen im Vereinsregister beim Amtsgericht Wiesbaden unter der Nr. VR 6243).
Nach dem deutschen Parteiengesetz ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass eine politische Vereinigung den Status einer Partei erhält, dass sie an Bundes- oder Landtagswahlen teilnimmt. Da EDE die Teilnahme an Europawahlen anstrebt, ist ihr der Status einer Partei verwehrt. Das Europa­wahl­gesetz lässt neben politischen Parteien auch sogenannte "sonstige politische Vereinigungen" zur Europawahl zu. Daher hat sich EDE als Verein konstituiert. (2009de.e-d-e.eu)

Europa - Demokratie - Esperanto (EDE): 

  • Für die För­de­rung des europäischen Ge­dankens und die Weiterentwicklung des Gemeinsamen Europäischen Hauses
  • Für mehr Demokratie in Europa
  • Für die Stärkung der Menschenrechte
  • Für mehr Gerechtigkeit und Chancengleicheit
  • Für ein gleichberechtigtes, tolerantes Mit­ein­ander in einer offenen Gesellschaft
  • Für ein Europa mit wenig Bürokratie und großer Transparenz
  • Für ein in Wirtschaft, Wissenschaft und Diplomatie starkes Europa, das sich in der Welt für Dialog, Ausgleich und Gerechtigkeit, für Solidarität und Frieden einsetzt
  • Für ein Europa aller Bürger ohne Vormachtstellung der Sprache und Kultur eines Landes
  • Für die Bewahrung und Förderung der sprachlichen und kulturellen Vielfalt Europas
  • Für die Nutzung der internationalen Sprache Esperanto, einfach und logisch, mit der sich jeder Bürger in internationalen Dialogen verständigen kann, und die die Integration der europäischen Bürger und ihre Identifikation mit Europa fördert und optimierten Nutzen bei geringen Kosten bringt
  • Damit Europa Modell für die Verbindung von Kulturerbe und Modernität wird
  • Damit Europa Vorbild bei der Solidarität zwischen den Völkern wird
  • Damit Europa Vorbild für die Verwirklichung der Menschenrechte und Grundfreiheiten wird
  • Damit Europa auch für spätere Generationen lebenswert ist
  • EDE - Damit Europa sich versteht!

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EDE unterstützt den Prozess der europäischen Einigung und befürwortet die Euro­päische Union. Der Vertrag von Lissabon, mit dem der EU-Vertrag geän­dert wird, weist in eine richtige Richtung. Er stellt die Werte der Union an den An­fang: Achtung der Menschenrechte, Freiheit und Demokratie, Rechts­staat­­lich­keit und die Wahrung der Rechte von Minderheiten. Es gibt natürlich einige Punkte im Vertrag von Lissabon, über die eine eingehende öffentliche Diskussion notwendig ist. EDE will sich dafür einsetzen, dass diese Diskussion unter möglichst breiter Beteiligung der Bürger stattfindet. Am Ende eines solchen Diskussionsprozesses sollten dann die Bürger über diesen Vertrag entscheiden.

Damit die Ziele des vereinten Europas, insbesondere Frieden und Freiheit, Wohlstand und soziale Sicherheit, sprachliche und kulturelle Vielfalt und eine lebens­werte Umwelt für und mit allen Bürgern Europas erreicht werden können, muss die Europäische Union ihr noch erhebliches Demokratiedefizit über­win­den.
Zudem muss darauf hingewirkt werden, dass sich die Bürger Europas mit dieser Union identifizieren, um sie gemeinsam weiterzuentwickeln. Die Euro­­pä­i­sche Union darf nicht die Veranstaltung von Eliten sein oder nur dem Inter­esse bestimmter Gruppen dienen, sondern soll die Union ihrer Bürger werden, ein ge­mein­sames Haus, in dem sich alle zuhause fühlen und frei entfalten können und in dem jeder seine Sprache und Kultur pflegen kann, ohne von oben ver­ord­nete Gleichmacherei.
Die Europabürgerschaft darf nicht auf den Trümmern unserer nationalen und regionalen Identitäten aufgebaut werden. Wir wollen die Subsidiarität, die Kulturenvielfalt und die Mehrsprachigkeit in Europa bewahren.
Europa soll ein Beispiel für erfolgreiche Integration werden, das die Vielfalt seines gemeinsamen kulturellen und sprachlichen Erbes aktiv schützt. Wenn Europa beweist, dass sein innerer Motor und seine Werte nicht nach Vorherrschaft streben, dann wird es Sympathien wecken und sich für die Zusammenarbeit mit anderen Ländern öffnen.
Die europäische Union soll die Mitgliedstaaten nicht ersetzen
, solange dies nicht der erklärte Wille der großen Mehrheit der Bevölkerung ist. Die euro­pä­i­sche Union soll nur da Regelungen schaffen, wo gemeinsame Regeln not­wendig und sinnvoll sind. Das heißt, dass das Prinzip der Subsidiarität zu stär­ken ist.

Nach außen hin soll die Union die Interessen ihrer Bürger in der globalisierten Welt vertreten und sich als Wahrerin und Fördererin von Menschenrechten und Grundfreiheiten überall auf der Welt sowie für ungehinderten geis­tigen Aus­tausch, gleichberechtigte Kommunikation und offenen Dialog über alle Grenzen hin­weg, für Ausgleich, Gerechtigkeit, Frieden, Freiheit und Demokratie und für den Erhalt der Lebensgrundlagen aller Menschen und auch der künftigen Generationen einsetzen.

Europäisches und internationales Bewusstsein

EDE will beitragen zur Herstellung eines europäischen Bewusstseins, um darüber hinaus zu einem internationalen Bewusstsein zu gelangen. Dies aber nicht in Form von Vereinheitlichung, sondern in der Erkenntnis, dass der Erhalt und die För­de­rung der Vielfalt einen Gewinn für alle bedeuten. Dieser Gewinn kann aber nur dann fruchtbar gemacht werden, wenn der ungehinderte geistige Aus­tausch, gleich­berechtigte Kommunikation und offener Dialog grenz­über­schrei­tend mög­lich sind und sich die Vorstellung verbreitet, dass friedliches Mit­ein­an­der und die gemeinsame Suche nach Lösungen für die aktuellen und künf­ti­gen Pro­ble­me die Grundlage bilden für eine bessere Zukunft für uns alle.


Das vereinte Europa ist noch weit von einer wirklichen Demokratie entfernt. Wichtige Prinzipien der Demokratie wie die Gewaltenteilung werden noch nicht be­achtet: Die europäischen Gesetze (Verordnungen und Richtlinien) werden nicht vom Europäischen Parlament gemacht, sondern von der Europäischen Kom­mis­sion, deren Mitglieder nicht von den europäischen Bürgern gewählt, son­dern von den Regierungen der Mitgliedstaaten bestimmt werden. Eine wirkliche Mitsprache der Bürger ist nicht möglich. Formen der direkten Demokratie wie Bürgerbegehren und Volksentscheid fehlen zudem noch.

Für eine funktionierende Demokratie auf europäischer Ebene bedarf es in Eu­ro­pa einer besseren und umfassenderen Information der Bürger und der Schaf­fung von mehr Möglichkeiten, miteinander in allen Bereichen und auf al­len Ebenen gleichberechtigt zu kommunizieren. Auch im Bereich der Infor­ma­tion und Kommunikation weist die Europäische Union noch erhebliche Defi­zi­te auf.
Die europäische Union wird von vielen ihrer Bürger als eine ihnen fremde Büro­kra­tie empfunden, die bevormundend in ihr Leben eingreift. Hier sind Trans­pa­renz, Information und Mitsprache nötig.
Noch immer ist die Europäische Charta der Grundrechte nicht in Kraft. Die Bür­ger brauchen jedoch Schutzrechte, die sie gegenüber den Organen der Euro­pä­ischen Union unmittelbar geltend machen können.
EDE will sich insbesondere einsetzen für die Stärkung der De­mo­kratie und der Grundrechte in Europa, vornehmlich der Persönlichkeitsrechte und der Mei­­nungs- und Informationsfreiheit, für den direkten grenzüberschrei­ten­den poli­tischen und gesell­schaft­lichen Dialog der europäischen Bürger und für die Inte­gra­tion aller Bür­ger Europas in das europäische Geschehen. Das Haupt­augen­merk von EDE gilt daher der Schaffung der notwendigen Grundlagen für den Aufbau einer gesamteuropäischen Demokratie.

Im gemeinsamen europäischen Haus und für Mitsprache in Europa bedarf es einer gemein­samen Sprache

Wir wollen am Aufbau einer gesamteuropäischen Demokratie mitwirken, in der die Men­schen oder die von ihnen gewählten Vertreter abseits politischer oder nationaler Blöcke über die sie bewegenden politischen Fragen sprechen.
Damit sich die Menschen, Bürger, Abgeordneten austauschen und debattieren können, müssen sie jedoch eine gemeinsame Sprache sprechen. D.h. es ist grund­legend, dass zuerst die (sprachliche) Basis für einen wirklichen Dialog ge­schaf­fen werden muss. Dann kann auch das europäische Demokratiedefizit verringert werden.
Nur wenn die Europäer in der Lage sind, gleichberechtigt in einen wirklichen Dialog miteinander einzutreten, sich gegenseitig kennenzulernen und über ein­ander zu informieren und sich in den alle berührenden Fragen auszutauschen, kann dauerhafter Frieden erreicht und ein gemeinsames europäisches Haus errichtet werden.

Das Europäische Verständigungsproblem

Der grenzüberschreitende europäische Dialog der Bürger, Gruppen und Ins­ti­tu­tio­nen ist nur möglich, wenn sich die Menschen verstehen. Die Bürger Europas sprechen viele Muttersprachen, aber nur 23 Sprachen sind Amtssprachen der Europäischen Union, in denen die europäischen Bürger – so steht es zumindest auf dem Papier – mit der europäischen Verwaltung kommunizieren können. In der Praxis ist dies jedoch nicht möglich und viele Dokumente der europäischen Union liegen nur in wenigen Sprachen vor. Somit ist ungehinderte Information nicht mög­lich.
Nach offiziellen Angaben nutzen knapp 10 % der EU-Bevölkerung zudem keine der Amtssprachen, sondern eine von rund 40 Regional- oder Minderheitensprachen. Diese Bürger können sich also gar nicht in ihrer Muttersprache an europäische Be­hör­den wenden.
Eine Kommunikations- und Entwicklungspolitik, die nicht auf der Anerkennung und Unterstützung einer jeden Sprache basiert, ist undemokratisch und verurteilt zu­dem einen Großteil der Spra­chen in der Welt zum Aussterben. Dem muss gegen­gesteuert werden. EDE ist eine Bewegung für Sprachenvielfalt.
Die nationalen Regierungen neigen dazu, die große Sprachenvielfalt in der Welt als ein Hindernis für Kommunikation und Entwicklung anzusehen. Für EDE ist die Sprachenvielfalt hingegen eine ständige und unverzichtbare Quelle kulturellen Reichtums. Demzufolge ist jede Sprache wie auch der Ausdruck einer jeden Lebensform schon an sich wertvoll und damit schützens- und unter­stüt­zens­­wert.
Der ausschließliche Gebrauch von Nationalsprachen wirft für die Nicht-Muttersprachler unausweichlich Hin­der­nisse auf, sich frei auszudrücken, zu verständigen und mit anderen zusammenzutun. Diese Ungleichheiten gilt es zu beseitigen. EDE ist eine Bewegung für die Emanzipation der Menschheit.

Englisch ist keine gute Lösung

Europa befindet sich in einem schleichenden Prozess hin zur Vorherrschaft der englischen Sprache auf Kosten der anderen Sprachen. Wir wollen die schöne englische Sprache aber nicht verteufeln und wir bekräftigen jeden, der sich daran macht, die englische Sprache zu erlernen und sich mit ihr der englischen, der US-amerikanischen oder anderen Kulturen und den Menschen der englischsprachigen Länder zu nähern. Ebenso begrüßen wir es, wenn andere Nationalsprachen in Schule und Freizeit gelernt werden. Denn Sprachen erweitern Horizonte, bringen neue Einsichten, eröffnen neue Möglichkeiten und bringen die Men­schen einander näher; ganz davon abgesehen, dass Sprachenlernen auch Freude und Befrie­di­gung schaffen kann.
Wir müssen aber feststellen, dass die englische Sprache als Amtssprache oder als alleiniges Kommunikationsmittel für Europa nicht taugt. Ein internationales Kom­muni­ka­tions­system, das einen Teil der Menschen – die Englisch-Mutter­sprachler – lebenslang privilegiert, von anderen aber verlangt, jahrelange Mühen auf sich zu nehmen, ohne dadurch ein vergleichbares Sprachniveau zu erreichen, ist von Grund auf undemokratisch. Sprachliche Ungleichheit hat kom­mu­ni­kative und andere Ungleichheiten auf allen Ebenen zur Folge.

Belastung für Demokratie und Wirtschaft

Die EU gibt jährlich über 1,1 Milliarden Euro für Übersetzungen aus. Dennoch sind Sprachen wie z.B. Niederländisch oder Estnisch in der Realität nicht gleich­berechtigt. In vielen Organen und Gremien der EU und europäischen Orga­ni­sa­tio­nen wird noch nicht einmal die deutsche Sprache gleichberechtigt verwendet, obgleich sie die Sprache mit den meisten Muttersprachlern in der EU ist.
Von der Vorherrschaft des Englischen profitieren nur Englischsprechende. In den europäischen Gremien belastet diese Situation die Effektivität und De­mo­­kra­tie der Debatten und unterwirft die Endfassungen der Beschlüsse dem Ein­fluss einer einzigen sprachlichen, kulturellen und politischen Gruppe.
Auch die USA, für die die EU nicht nur ein politischer Partner, sondern auch ein wirt­schaft­licher Konkurrent ist, ziehen direkten Nutzen aus der Vorherrschaft des Englischen, da dies oft die Sprache der Debatten und Veröffentlichungen und fast aller Ausschreibungen der EU ist.

Welche Kosten verursacht das Sprachendilemma wirklich?

Die Kosten für Übersetzungen in den EU-Einrichtungen stellen sicherlich den gerings­ten Teil dar. Mehr kosten der bisherige ineffektive Sprachunterricht, die Behinderung der nicht-englischen Unternehmen bei Ausschreibungen und die Notwendigkeit von Übersetzungen bei Geschäfts- und anderen Kontakten. Unbezifferbare Kosten ergeben sich auch infolge von Fehlbesetzungen von Managementpositionen in Wirtschaft und Verwaltung, da die Forderung nach sehr guten Englischkenntnissen viele kluge und fähige Köpfe ausgrenzt. Zumindest werden sie mit unnötigem Lernaufwand belastet. Ebenfalls dürften die Kosten erheblich sein, die aufgrund der Tat­sache entstehen, dass Englisch bei internationalen Kontakten vielfach auf Nicht­englisch­mutter­sprachler hemmend wirkt. Das hat auch Folgen für die Wissenschaft, da nicht die Besten weiterkommen, sondern nur die, die Englisch können. Nur sie besuchen inter­na­tio­nale einsprachig englische Kon­gresse, melden sich dort zu Wort oder veröffentlichen in eng­lisch­sprachigen Fach­­zeitschriften. Und so werden häufig nur ihre Forschungsergebnisse international wahrgenommen. Es findet eine Auswahl statt, mehr auf der Basis der Sprach­­­kenntnisse, als aufgrund fachlicher Qualifikationen.
Man könnte entgegenhalten, dass die bisherige Entwicklung nicht mehr aufgehalten werden könne, dass schon so viel in Englisch investiert worden sei, dass man eine andere Sprache nicht mehr als Verständigungsmittel einführen könne.
Wenn die Entwicklung der Menschheit so funktionierte, dann würden wir uns heute wohl immer noch mit Pferdekarren fortbewegen, und Wissenschaft, Diplomatie und Kirche sprächen noch immer Latein. Die bislang ins Englische gesteckten Mühen und Kosten waren aber nicht völlig vergebens, da jede Aus­ein­ander­setzung mit einer Fremdsprache Vorteile bringt. Zudem ist ein großer Teil des Esperantowortschatzes für den, der Englisch gelernt hat, bereits be­kannt, sodass sich der Aufwand für das Erlernen von Esperanto noch weiter verringert.

Englisch-Sprachsteuer

Der Gebrauch der englischen Sprache in Europa ist eine Behinderung und Belastung für die wirtschaftliche Entwicklung Europas. Ohne Zweifel stel­len die In­ves­titionen, die das Bildungssystem und später die Unternehmen aller nicht englischsprachigen Gebiete aufbringen müssen, eine enorme öko­no­mi­sche Be­las­tung dar. Es handelt sich quasi um eine Sprachsteuer, die von der nicht-englischsprachigen Mehr­zahl der europäischen Bürger bezahlt wird, zum Vorteil derer, die diese Steuer nicht zu zahlen brauchen.
Auch weltweit gewährt die Festlegung auf eine Nationalsprache als interna­tio­nale Verständigungssprache den Muttersprachlern dieser Sprache einen Vor­teil, der durch nichts gerechtfertigt ist.

Einseitige kulturelle Ausrichtung

Jede Nationalsprache ist mit einer bestimmten Kultur und der Geschichte und den Auffassungen von einem oder mehreren Völkern verbunden. So lernen Schüler durch den Eng­lischunterricht Kultur, Land und Politik der Englisch sprechenden Länder, vor allem Großbritanniens und der USA kennen. Mit der Er­ziehung in einer Sprache, in welcher auch immer, wird gleichzeitig ein be­stimm­tes Weltbild vermittelt. Der Sprachen- wie der gesamte Schulunterricht sollte eine neutrale und weltoffene Ausrichtung haben. EDE ist daher für eine transnationale Erziehung.

Notwendigkeit einer neutralen Sprache

Um die oben genannten Ungerechtigkeiten aufzuheben, ist vor allem die Benutzung einer neutralen und leicht zu erlernenden Sprache notwendig: als Arbeits­spra­che im Europäischen Parlament und seinen Ausschüssen, als Brückensprache für unbe­hin­der­te Kommunikation zwischen allen europäischen Bürgern und als Hilfs­mittel für den wissenschaftlichen Austausch. Esperanto bietet diese Möglich­keiten.
Nur Esperanto bietet eine sowohl gerechte als auch effiziente Lösung – und kann zudem Schlüssel für die Schaffung einer europäischen Identität sein.
Der Spitzenkandidat von EDE Deutschland und Nobelpreisträger für Wirt­schaft des Jahres 1994 Prof. Dr. Reinhard Selten, der selbst seit seiner Jugend Esperanto spricht, sagte 2007 in einer Rede vor dem Euro­päischen Parla­ment: Es ist notwendig, die Entstehung einer stärkeren europäischen Iden­­tität anzuregen. Ein schwerwiegendes Hindernis auf dem Weg zu einer stärkeren europäischen Identität sind die sprachlichen Schranken innerhalb Europas. Dieses Sprachenproblem erfordert eine Lösung. Die Vor­herr­schaft einer Nationalsprache kann nicht die Lösung sein. Auf lange Sicht ist nur eine neutrale Lösung akzeptabel. Wir dürfen keine Nation benachteiligen. Eine leicht zu erlernende Plansprache wie Esperanto ermöglicht eine neutrale Lösung des Sprachenproblems.


Die Architekten der Europäischen Einigung haben Hervorragendes geleistet:

Jahrhundertealte Feindschaften haben sich in Freundschaften verwandelt. Wir sind davon überzeugt, dass dieser Erfolg mit Esperanto schneller hätte erreicht werden können und dass mit Esperanto die Wurzeln der Freundschaft nicht nur in den Eliten, sondern in breiten Bevölkerungsschichten heute viel tiefer sein könn­ten. Der Prozess der Europäischen Einigung ist an einem Punkt an­ge­langt, an dem die Notwendigkeit einer gemeinsamen Brückensprache immer deut­licher wird und ohne eine solche die europäische Idee nicht voll­endet werden kann.

Im Gegenteil stehen wir heute an einem gefährlichen Scheideweg: Entweder wird das bislang im Rohbau befindliche Europäische Haus noch vor dem wirk­lichen Einzug seiner Bewohner wieder abgetragen oder in sich zu­sam­men­stür­zen, oder aber eine kleine – englischsprachige – Elite und europäische Büro­kra­ten richten sich darin Luxusappartements ein, auf Kosten aller anderen. Aber weder das eine noch das andere braucht einzutreten. Wir wollen für die Eu­ro­päische Union einen neuen Weg eröffnen, einen Weg, den alle euro­pä­i­­schen Bürger gemeinsam gehen können.
Wir schlagen daher Esperanto vor als Hilfsmittel zur Gewährleistung des Rechts auf freie Meinungsäußerung und des Rechts auf ungehinderte Infor­ma­tion für jeden europäischen Bürger ohne Unterschied nach Nation, Sprache, Bil­dung, Besitz etc. Esperanto kann ein Schlüssel zu einer tat­säch­li­chen Gründungsakte für die europäische Demokratie sein.
Esperanto ist nicht nach innen auf eine Nation, eine Kultur, eine Geschichte, eine Religion und auf Separation (Spaltung, Trennung) gerichtet, sondern nach außen und vorwärtsgerichtet.
Obwohl Esperanto, wie jede Sprache, nicht perfekt ist, übertrifft es doch alle ande­ren Sprachen auf dem Gebiet der weltweiten gleichberechtigten Ver­stän­di­gung bei weitem.
Esperanto dient seit über 120 Jahren der Erleichterung der internationalen Begegnung und Verständigung. Seitdem erfreut sich diese Brückensprache immer größerer Beliebt­­heit in und außerhalb Europas und wird bereits von mehreren Millionen Men­schen gesprochen und hat als eine lebendige und ausdrucksreiche Sprache im internationalen Austausch, im täglichen Leben wie auch in allen Wissensbereichen seine Nützlichkeit bewiesen.

Esperanto: die Sprache des Dialogs und der Freundschaft

Esperanto bringt Menschen über sprachliche und kulturelle Barrieren hinweg zusammen und trägt zur Völker­verständigung und zum Kennenlernen anderer Kulturen bei.
Esperanto kann zwischen den verschiedenen Nationen, Völkern und Indi­vi­duen das wirklich demokratische Verständigungsmittel werden.
Esperanto ist gerechter als andere „Weltsprachen“: Denn es ist nicht die Sprache einer bestimmten Nation. Also müssen alle Nutzer des Esperanto die­se Sprache lernen und somit einen Schritt aufeinander zu gehen. Nur eine neutrale Sprache wie Esperanto ermöglicht gleichberechtigte Kommuni­ka­tion.
Esperanto verdrängt nicht die Landes-, Regional- und Minderheitensprachen, sondern kann zu ihrem Schutz beitragen.
Esperanto ist neutral
und gehört allen. Kein Staat und keine Gruppe kann mit Esperanto Macht­politik betreiben.


Wie geht Esperanto?

Esperanto ist eine quicklebendige Sprache, die uneingeschränkt sowohl im Alltag als auch in Wirtschaft, Wissenschaft, Technik, Politik, Kultur und allen anderen Bereichen einsetz- und nutzbar ist.
Esperanto ist wesentlich leichter zu lernen als jede andere Sprache. Der Lernaufwand ist vergleichsweise minimal. Denn es hat eine einfache und regelmäßige Aussprache und Struktur, und ist aber dennoch ausdrucksstark. Die gesamte Grammatik lässt sich innerhalb weniger Tage lernen. Durch regelmäßige Wortbildung und den Einsatz von Wortbildungssilben (Prä- und Suffixe) kann ein Anfänger bereits aus nur einigen Hundert Wortstämmen mehrere Tausend Wörter bilden. Das Lernen wird zudem dadurch noch weiter vereinfacht, dass die Wortstämme vor allem aus romanischen und germanischen Sprachen entlehnt sind. Somit versteht der durchschnittlich gebildete deutsche Lerner einen erheblichen Teil des Wortschatzes – ganz ohne Lernaufwand.
Dadurch dass das Erlernen von Esperanto zehnmal weniger Zeit erfordert als das Erlernen anderer Sprachen, ist eine neue Sprachpolitik leicht zu finanzieren. Die übermäßigen Investitionen für Englisch, die der großen Mehrheit der europäischen Bürger nichts oder nur wenig einbringen, stehen dann für sinnvollere Zwecke zur Verfügung. Relativ geringe Ausgaben für Esperanto bedeuten einen ökonomischen Gewinn für alle, der für das kulturelle und politische Gleichgewicht genutzt werden kann.
Mit einem Alter von rund 120 Jahren ist Esperanto eine junge Sprache. Dennoch ist es eine Sprache mit Tradition und Kultur: Es gibt Musiktexte aller Genres auf Esperanto. Viele Werke der Weltliteratur wurden in Esperanto übersetzt. Zahlreiche Autoren schreiben auf Esperanto. Die Esperantoliteratur umfasst bereits viele Tausend Buchtitel. Esperanto ist von der internationalen Schriftstellervereinigung PEN als Literatursprache anerkannt. Eine große Zahl an Zeitschriften erscheint auf Esperanto. Ständig finden auf der Welt Veranstaltungen, Treffen und Kongresse zu den unterschiedlichsten Themen auf Esperanto statt. Viele Fachverbände, Berufs- und Hobbygruppen nutzen Esperanto erfolgreich. Radiostationen und Internetradios senden in dieser Sprache. Für die internationale Kommunikation im Internet ist Esperanto eine stark verwendete Sprache. Mehrere Millionen Internetseiten sind auf Esperanto, auch Google und Wikipedia gibt es auf Esperanto.
Esperanto ist seit 1954 durch die UNESCO anerkannt.
Als erste Fremdsprache kann Esperanto die internationale Verständigung wesentlich erleichtern. Esperanto bietet jedem Sprecher von Nationalsprachen die reelle Chance, sich eine zweite Sprache auf hohem Niveau anzueignen.
Esperanto könnte zwar das Erlernen einer weiteren Fremdsprache unnötig machen. Darauf zielt es aber nicht ab. Im Gegenteil erleichtert die Kenntnis des Esperanto nach wissenschaftlichen Untersuchungen das Erlernen weiterer Fremdsprachen erheblich. Außerdem hat jeder weiterhin das Recht und die Möglichkeit, so viele Sprachen zu lernen, wie er möchte - zu seinem Vergnügen, aus beruflichen Gründen und zur kulturellen Bereicherung. EDE ist eine Bewegung für die Chance auf Mehrsprachigkeit.
Während nur ein kleiner Prozentsatz derjenigen, die sich mit einer „normalen“ Fremdsprache auseinandersetzen, diese wirklich erlernen, ist die Beherr­schung des Esperanto dagegen sogar im Selbststudium erreichbar. Für viele Schüler, die sonst von der Kenntnis einer zweiten Sprache durchaus profitieren könnten, wird die Schwierigkeit von Nationalsprachen immer ein Hindernis darstellen. EDE engagiert sich für einen erfolgreichen Sprachunterricht. Dieser ist mit Esperanto möglich.
Esperanto stellt eines der großen Unternehmen menschlicher Eman­zi­pa­tion dar, ein Unternehmen, das jeden Menschen als Individuum an der mensch­lichen Gemeinschaft teilhaben lässt, und zwar fest verwurzelt in Kultur und Sprache seiner Heimat, aber nicht beschränkt durch sie.

Esperanto ist kein Allheilmittel für die Lösung der Probleme dieser Welt, aber...

Esperanto kann Grundbaustein sein, um im Vielvölker- und Vielsprachen-Europa Demokratie zu erreichen und das gemeinsame europäische Haus schneller und solider aufzubauen. Wir wollen dabei mithelfen, ein demokratischeres, solidarischeres, gemeinsameres und besseres Europa aller Bürger zu schaffen.

Für EUROPA-BÜRGER-MIT-SPRACHE

  • Für ein EUROPA, in dem sich BÜRGER MITtels einer SPRACHE unterhalten können

  • Für EUROPäische BÜRGER mit echter MITSPRACHE

  • Für eine zusätzliche Identität als EUROPABÜRGER, die MIT einer neutralen SPRACHE
    besser verwirklicht werden kann