Warum eine Spezialseite für die Gesellschaft für Interlinguistik? Das vermeintlich nur Theoretische wirkt in der Realität. Wir müssen uns auch tiefgründig mit Thematiken um die Idee Esperanto für Europa beschäftigen. Die GIL bietet ein breites Spektrum. Hier sollen aber nur die uns besonders berührenden Beiträge rezensiert werden. Sie können neben den anderen bei de.e-d-e.eu aufgezeigten Individuellen Gedanken eine Grundlage für unser Denken und Handeln bilden.
20260212SE
Gesellschaft für Interlinguistik (GIL) 2001 Beiheft 6
Gesellschaft für Interlinguistik (GIL) 2006 Beiheft 13
Gesellschaft für Interlinguistik (Beiheft 6)
Die Gesellschaft für Interlinguistik e.V. brachte im Oktober 2001 ein Mitteilungsblatt zu „Sprachenpolitik in Europa“ heraus. Das Beiheft 6 der Interlinguistischen Informationen beinhaltet Beiträge einer Reihe von Autoren. Unter dem Punkt Weitere bei de.e-d-e.eu folgt noch eine Auswahlbibliographie mit vielen weiteren Namen von Autoren, die sich mit unserem Thema beschäftigt haben. Möglich, daß hier nicht alle Themen des Beiheftes 6 behandelt werden. An dieser Stelle aber zunächst nur ein kurzer Überblick der Beiträge.
Beiträge kurzgefasst:
Sprachenvielfalt – Fluch oder Segen? M.H.-J.Mattusch
Zum typologischen Reichtum eur. Sprachen R.Lötzsch
Das Russische als int. Verkehrssprache V.G.Kostomarov
Franz. Sprachen-/Sprachpolitik im eur. Kontext J.Klare
Plansprachen und eur. Sprachenpolitik D.Blanke
Nachwort Tagung Sprachenpolitik in Eur. J.Scharnhorst
Gibt es Europa? Was ist europ.? V.Barandovská-Frank
Zur Übersetzung von Goethes „Faust“ ins Eo S.Fiedler
Terminolog. forstl. Fachsprache K.-H.Simon I.Ullrich
Max Hans-Jürgen Mattusch
Sprachenvielfalt – Fluch oder Segen?
Zu Fragen einer europäischen Fremdsprachenpolitik
In der Welt werden je nach nationalsprachlichen Interessen durchaus unterschiedliche internationale Sprachen bevorzugt. Auch wenn bis zu 80% der heutigen Muttersprachen aussterben könnten, so sind sie doch eigentlich sehr wichtig für den Erhalt auch kleiner Kulturen.
Englisch sollte nicht als Leitsprache sondern als Hilfssprache angesehen werden. Die Verbreitung einer Sprache ist stets eine Machtfrage. „Keine Sprache wurde bisher auf Dauer zur Herrschaftssprache bzw. zur Weltsprache. Dieser ständige historische Wechsel der Weltsprachen könnte durch eine Einigung auf eine neutrale, machtunabhängige Sprache durchbrochen werden.“ Vielleicht werden sich die Vertreter kleinerer Sprachen gegen die Sprache der Mächtigen einigen. Umberto Eco thematisierte dies.
Es gibt Forderungen nach einer Zweisprachigkeit, man möchte damit die Sprachenfrage lösen. In großen Ländern besteht weniger Interesse, Fremdsprachen zu erlernen. „Dieses Nichtbeherrschen von Fremdsprachen hat ernste ökonomische Folgen.“
„Wird Europa ein neues politisches Großreich werden oder allein eine wirtschaftliche Großmacht? Ist im ersteren Fall seine heutige sprachliche Vielfalt ausreichend für eine entsprechende Entwicklung oder braucht eine solche neue Macht nicht eine einheitliche Sprache?“ Versuche, ein „multinationales europäisches Reich“ unter einer Nation zu erschaffen, scheiterten. Wird es der EU gelingen, die zerstrittenen Völker zu vereinen? Über den Weg der Währungsunion soll auch eine politische Union entstehen. Das Problem der Sprachen wird von Politikern aber nicht erkannt. Bei der Vielsprachigkeit in der EU werden Minderheiten durchaus nicht gerecht behandelt, es existieren Sprachenkonflikte. Es gibt eine Reihe von Staaten, in denen Minderheitensprachen benachteiligt sind. Dabei „müßte eigentlich die Privilegierung von Nationalsprachen ihre Basis verlieren.“ Die EU bekommt zwar neue Mitglieder, aber Prioritäten werden nicht gesetzt.
In Europa galt lange Zeit Latein als eine verbindende Sprache. Dann entstanden neue Nationalsprachen, die zum Teil Herrschaftssprachen wurden.
Es folgt eine Aufzählung der quantitativ häufigsten Sprachen. Darunter befinden sich viele europäische Sprachen, deren Einfluß aber schwindet.
„Zu einer globalen Sprache entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten allein Englisch.“ Vor allem die USA sind dabei ein Faktor. Trotzdem strebt die EU zwar „eine wirtschaftliche und politische Union, aber eine kulturelle und sprachliche Diversifikation“ an. Deutsch wird eine Regionalsprache bleiben. Russisch hatte eher nur ab den 1950er Jahren eine relativ starke Position. Die hier erwähnte Krise der russischen Sprache wird wohl noch sehr lange bestehen.
Die EU-Verwaltung nutzt hauptsächlich die Arbeitssprachen Englisch und Französisch. Übersetzungen in viele Muttersprachen sind selten. Vorgeschlagen werden fünf Ideen-Gruppierungen:
1. Regelung der Sprachenfrage durch Mehrsprachigkeit (Multilingualismus)
2. Lösung des Sprachenproblems durch weltweite Etablierung einer Sprache
3. Einsatz von technischen Hilfsmitteln, wie z.B. automatische Sprachübersetzung
4. Verwendung einer künstlich geschaffenen, sogenannten Plansprache (z.B. Esperanto)
5. Verwendung einer Plansprache für die allgemeine Kommunikation unter Beibehaltung von Englisch in der Wissenschaft (Kombination Gruppe 2 und 4)
Eine Lösung wurde noch nicht angegangen. „Man hat in der Politik noch nicht erkannt, daß das Sprachenproblem weniger die Europäischen Institutionen auf Grund des dort vorhandenen Dolmetscherapparates betrift, als vielmehr die Masse der europäischen Bürger. …. Zur Diskussion um die Verwendung einer Plansprache stellte schon Claude Piron fest, daß hier Unwissenheit Trumpf ist und man mit bestimmten Tabus zu kämpfen hat.“ Der „Gefahr der gegenwärtigen Sprachenpolitik für den langfristigen Zusammenhalt der EU“ ist man sich nicht bewußt. Schon Goethe befasste sich mit der Sprachen-Frage und fand für seine Zeit den Ansatz einer wechselseitig befruchtende Vielheit von Sprachen. Dies ohne den Sprachimperialismus einer einzigen.
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Ronald Lötzsch
Zum typologischen Reichtum europäischer Sprachen
Ein sicher interessantes Thema, hier aber besonders gestrafft wiedergegeben. „Zu den Pflichtübungen der EU-Prominenz gehören Beteuerungen, die europäische Sprachenvielfalt stelle einen Reichtum dar, den es unbedingt zu bewahren gelte. Was damit gemeint ist, bleibt im Dunkeln.“ EU-Staaten haben damit ein Problem, „die Europäische Charta für Regional- und Minderheitensprachen zu ratifizieren oder auch nur zu unterzeichnen“. Damit wären alle EU-Sprachen auch als Arbeitssprachen gleichberechtigt. Der eigene nationalstaatliche Vorteil steht im Mittelpunkt.
Strukturelle Sprach-Besonderheiten brauchen dagegen für die Politik nicht von Interesse sein, hier wird die menschliche Kommunikation beschrieben. Vor allem europäische Sprachen werden behandelt. „Die meisten autochthonen Sprachen Europas gehören der idg. Sprachfamilie an, die sich in Unterfamilien gliedert“. „Nichtidg. Sprachfamilien sind in Europa die fi.-ugr., turkische und semitische.“ Viele der jeweiligen Sprachen mit ihren Ausbreitungsgebieten werden aufgezählt.
Eine große genetische Differenzierung gibt es bei den stabilsten Wortschatz-Komponenten. Beispiele zeigen, wie verwandt Sprachen zueinander sind. Esperanto wurde zum Vergleich herangezogen. „Man kann abschließend feststellen, daß der Begründer des E-o bei der Auswahl der Modelle für grammatische Strukturen aus dem Reichtum der ihm bekannten europäischen Sprachen eine glückliche Hand bewies.“
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Vitalij G. Kostomarov
Das Russische als internationale Verkehrssprache
Nach historisch kurzer Zeit sind so manche der folgenden Aussagen inzwischen obsolet. Bitte beachten, daß hier verhältnismäßig viele kritische Bemerkungen rezensierend eingebracht wurden. Der Reihe nach. Die Gliederung:
Die neue geopolitische außersprachliche Wirklichkeit
Die neue globale Sprachsituation
Die neuen Prozesse in der russischen Sprache
Die neue Wirklichkeit: „Die Weltordnung der Konfrontation zweier Gesellschaftssysteme, die miteinander kämpfen, gehört der Vergangenheit an.“ Die UdSSR ist Geschichte. Und es schien, als könnten die Nachfolgestaaten friedlich miteinander auskommen. Inzwischen ist aber klar erkennbar, daß es dem Kreml nie wirklich um die Frage eines gerechteren Gesellschaftssystems ging, sondern einzig um die Ausweitung der Macht.
„Welchen Platz nimmt Rußland in der modernen Weltordnung ein? Und daran schließt sich die Frage, ob die heutige einpolige Welt die russische Sprache immer noch braucht.“ Gefragt wird nach dem Wert des Russischen. „Die russische Sprache wird sicher ihren verdienten Platz unter den anderen Weltsprachen finden. In die menschliche Schatzkammer der Weltkultur bringt sie „die russische Idee“ ein, das heißt das historisch entstandene Verständnis vom Sinn des Lebens.“ Im Jahr 2026 kann man sehen, wieviel Wert das Leben selbst der Russen für Russland hat. Es ist nichts wert. Es dient nur der Eroberung von Territorium.
„Einerseits überwindet Rußland den zaristischen Hochmut und den sowjetischen Dünkel, andererseits Erniedrigung und Verdammung zur Zweitrangigkeit.“ Dabei verkennen viele Russen, daß es in der Welt überhaupt keinen Anspruch auf irgendeine Erstrangigkeit gibt. Der Kreml hat ganz natürlich keinen Anspruch auf Territorien anderer Völker und Staaten. Keine Nation hat ein Recht, über andere Nationen zu herrschen, nirgendwo. Dies scheint sich bei vielen Russen noch nicht herumgesprochen zu haben.
„Die freie Entwicklung aller Sprachen“ wird erwartet und nicht „die Übermacht der englischen oder irgend einer anderen Einzelsprache.“ Richtig.
„Wiener Deklaration zur Multikulturalität und Multiethnizität in Mittel- Ost- und Südosteuropa …. Jegliche Ideologie und Politik die von unterschiedlicher Wertigkeit einzelner Sprachen ausgeht, ist auf das Entschiedenste zurückzuweisen. …. Niemand kann voraussagen, welche Folgen langfristig der Zerfall des Sowjetreiches und der Einsturz der „Berliner Mauer“ haben werden. Hoffen wir, daß die moderne einpolige Welt friedlich, stabil, tolerant und human sein wird!“ So einpolig ist diese Welt nicht. Inzwischen verbünden sich die ehemals großen Brüder, um sich gemeinsam die Welt neu aufzuteilen. Auch und gerade Europa wird als die zu zerschneidende Torte angesehen. Der Appetit möge diesen mittelalterlichen Herrschern vergehen.
Hat sich die neue globale Sprachsituation in so historisch kurzer Zeit verändert? „Auf der internationalen Bühne war die russische Sprache nie neutral, sondern ideologisch und politisch geprägt.“ Richtig. Und es ging wohl dabei gar nicht um eine Gesellschaftsordnung. „Heute hat das Russische dieses Stigma verloren und ist einfach eine weit verbreitete Fremdsprache neben Englisch, Deutsch, Französisch und Spanisch.“ Falsch. Russisch bleibt momentan die Sprache mit der Funktion, alle Russen überall in der Welt über die Propaganda-Maschine ansprechen zu können. Die Lage des Russischen wird positiv bewertet. Es wirkt in vielen Bereichen, das Erlernen der Sprache bleibt gleich.
Der Autor schreibt von schmerzhaften Schicksalsschlägen, „welche die russische Sprache in den ehemaligen Republiken der Sowjetunion erlitten hat. …. Überall ist die Sprache der Nation, die der Republik den Namen gab (mit anderen Worten die Sprache der Titularnation), als Staatssprache festgelegt worden.“ Dies ist aber doch naheliegend, angesichts der wiederholten Landnahmen durch Russland. Teilweise verständlich ist die Argumentation, daß ja Russisch sehr verbreitet ist und deswegen weiter genutzt werden solle. Aber es gibt gute Gründe, diese Sprache einzudämmen. „Das Russische war wirklich notwendig, wurde im Alltag gebraucht, man hatte es wirklich gern. Die heutige Verdrängung des Russischen ist offensichtlich die Folge einer kurzsichtigen, unklugen, ja falschen Sprachpolitik, die in der Sowjetunion darauf abzielte, die Funktionsbereiche der lokalen Sprachen einzuschränken, ja sie unter Umständen absterben zu lassen.“ Wegen des schwindenden Einflusses des Russischen wird von Übersiedlungen russischer Einwohner nach Russland berichtet.
„Hier ein aufschlußreicher Witz: Der Vorsitzende eines hohen Gremiums in der Ukraine fragt die Anwesenden, ob es im Saal Russen gebe. Nein? Dann diskutieren wir auf russisch.“ Die neueste Geschichte zeigt, daß Vorbehalte gegenüber dem Russischen begründet sind. Russland überfiel die Ukraine, da es dort seinen Einfluß schwinden sah. Ziel Russlands ist, ein ganzes Volk mitsamt Kultur und Sprache auszurotten. Dies wird mit der Bezeichnung Russifizierung gekennzeichnet.
Die neuen Prozesse in der russischen Sprache zeigen sich in „Veränderungen, die den Begriff der Sprachkultur seines Inhalts berauben …. Wir können den Übergang der russischen Sprache von einem uns vertrauten Zustand in einen solchen, der noch im dunkeln liegt, willkommen heißen und hoffen, daß sie ausdrucksvoller, reicher, lebendiger sein wird. …. Doch alle, welche die russische Sprache wirklich schätzen und lieben, sind ihrer Zukunft sicher – ihrer Pflege in Rußland und ihrer Rolle in der Welt.“ Es wird wohl noch viel Zeit vergehen, bis Russland und die Russen in der Realität angekommen sein werden. Niemand in der Welt kann nur von seinen Traditionen leben. Annähernd alle Staaten mussten in der Geschichte diese Erfahrung machen. Gerade aus Europa heraus wurde die Welt von verschiedenen geographisch vorteilhaft gelegenen Nationen kolonisiert. Aber diese nationalen Blütezeiten kamen und gingen wieder. In unserer Wahrnehmung wurde vielleicht aus reiner Gewohnheit dieses östliche Kolonialreich nicht so recht als solches wahrgenommen. Dieser Nachzügler ist historisch gesehen am Ende seiner Lebenskraft, auch wenn er sich aufbäumt und andere Völker mit in den Abgrund ziehen will. Russisch muß den selben Weg gehen, wie es alle vermeintlichen Weltsprachen tun. Sie werden vom nächsten Mächtigen außer Kraft gesetzt. Daß Esperanto ein Ausweg dieser endlosen Spirale ist, muß nur noch von den innersystemisch geprägten Bürgern erkannt werden. Erst danach können alle Sprachen (darunter Russisch) gleichberechtigt existieren.
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Johannes Klare
Französische Sprachenpolitik und Sprachpolitik im europäischen Kontext
0. „Europäische Sprachenpolitiker und Sprachpolitiker richten ihre Blicke immer wieder nach Frankreich ….“ Franzosen nehmen Belange ihrer Sprache sehr ernst. Der zentralistische Staat schützt Französisch als „ein nationales kulturelles Erbe“.
1. Die Jahrhunderte währende Zentralisierung betrifft auch die Nationalsprache. Diese war praktisch die Weltsprache. Bereits Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Dauerhaftigkeit des Status in Zweifel gezogen. Da nicht alle in dieser Zeit aufblühenden europäischen Sprachen gelernt werden können, sollte die Vorrangstellung des Französischen bewahrt werden. Politisch, ökonomisch, literarisch und philosophisch verbreitete sich Englisch bis zum 19. Jahrhundert immer spürbarer. „Der französische Sprachpurismus errichtete bereits hier Barrieren gegen diese ersten Wellen der Anglomanie.“ Die Weltgeltung der französischen Sprache wurde als bedroht angesehen. Man sah dies als Krise an.
2. Im Jahr 1883 gründete sich die Alliance Française. Sie sollte französische Sprache und Kultur nach innen und außen stärken. Inzwischen gingen die Kolonien weitgehend verloren und damit natürlich auch Einfluß.
3. Ab 1960 wurde auf ehemalige Kolonien Einfluß mit dem Ziel einer Werte- und Kulturgemeinschaft ausgeübt. Entsprechende Organisationen entstanden, eine ist die Délégation Générale à la langue française.
4. Man begann, andere nationale Varianten des Französischen einzubeziehen. Dies aber sehr zurückhaltend, z.B. wenn es um die in Québec verwendeten Feminisierung geht.
5. Frankreich und Französisch mussten nach 1945 in Europa Verluste hinnehmen. Seit den 1960er Jahren fühlen sich viele Franzosen durch die Dominanz der USA belästigt. Vor allem eigene Fachwörter werden vorgeschlagen.
6. Der Staat greift dabei aktiv mit Gesetzen ein, die nicht nur den Staat selbst, sondern alle denkbaren Anwendungen betreffen. Das am 04.08.1994 erlassene Gesetz mit einer Veränderung des Artikels 2 der Constitution de la
République Française vom 25.06.1992 sagt: „La Langue de la République est le français“. Dies hatte für Europa Folgen.
7. Die starke Verbreitung angloamerikanischer Wissenschaftssprache bis hin zur Idee in Göttingen, Vorlesungen in Englisch abzuhalten, konnten nicht im Sinne Frankreichs sein. Dort wurde klar entschieden.
8. Das Sprachgesetz von 1994 bezieht sich auf die Verhältnisse im zusammenwachsenden Europa. Frankreich will sich auch sprachlich behaupten.
9. Es wurde auch zugesichert, daß dieses Gesetz nicht gegen die sieben regionalen Minderheitensprachen gerichtet sei. Noch gab es keine grundsätzlichen Änderungen in der Sprachenpolitik.
10. 1992 wurde vom Europarat die „Charte du Conseil de l’Europe sur les langues régionales ou minoritaires“ aufgelegt. Sie trat 1998 Kraft und trug zum Schutz der Minderheitensprachen bei. So begann sich ab 1995 die Situation in Frankreich zu verändern. Die Paraphierung erfolgte 1999, die Ratifizierung steht noch aus. In Frankreich konkurrieren regionalistische (régionalistes) Strömungen mit zentralistischen (souverainistes). Rouart: „In einem Augenblick, da unsere Sprache durch angelsächsische Ausdrücke bastardisiert wird, wird sie von innen ausgehöhlt, weil sie mit örtlichen Dialekten in Wettbewerb treten muß“. Für Innenminister J.P. Chevènement „käme eine Verfassungsänderung …. einer Balkanisierung Frankreichs gleich“.
11. Jacques Toubon „regte an, dass sich das Französische öffnen und bereichern müsse auch durch Übernahmen von außen; jedoch unter der Bedingung, dass diese Elemente korrekt an die Struktur des Französischen angeglichen werden, also ihren Charakter als Fremdkörper verlieren.“ Das Angloamerikanische als die lingua franca in der EU wird hingegen als Gefahr gesehen. Wobei Englisch durch den Gebrauch als lingua franca durchaus an Qualität verliert. „Das Fortschreiten der Bemühungen um das Vereinte Europa ließ die Sorge um das Zurückdrängen des Französischen aus dem europäischen Diskurs wachsen.“
12. Das Französische verlor an Einfluß, das Angloamerikanische drängte sich auf. In der EG, dann in der EU, sollte der französische Hegemonieanspruch gestärkt werden. Mehrsprachigkeit in Europa wurde gefordert. Für das Internet wurden französische Äquivalente geschaffen, die teilweise nicht akzeptiert wurden.
13. In der französischen Sprachgesetzgebung wird einerseits eine Europafeindlichkeit, ein „Integrationshindernis für Europa“, andererseits eine Europa-Fähigkeit gesehen. Gleichzeitig unternimmt Frankreich alles, „um sich seinen Sonderstatus in Europa nicht nur sprachlich zu sichern“, sondern „sogar weiter auszubauen.“
Die um die große Französische Revolution entstandenen aufklärerischen Ansichten haben auch in Bezug auf die Europäische Einigung eine Tradition. Abbé de Saint-Piene schlug im 18. Jahrhundert eine europäische Konföderation vor, Romain Rolland gründete 1923 die Monatszeitschrift „Europe“, in der die Strömungen für Humanismus und Universalismus zu Wort kamen. (Hat man sich dort auch zum Thema der gemeinsamen Europäischen Sprache geäußert? Dies ist zu recherchieren. SE)
14. Aktuell geblieben sind in Frankreich Reaktionen auf die Dominanz der USA in Europa. Proteste gegen McDonald’s richteten sich dann „auch gegen die amerikanischen „Globalisten“ und gegen die „Brüsseler Eurokraten““.
15. Der 8. Francophoniegipfel von 1999 wirkt positiv beim „Ausbau des Französischen als internationales Kommunikationsmittel, besonders auch in Richtung Afrika“.
16. Ende 1999 meldeten sich die Deutschsprachigen wegen der Konzentrierung auf die Verkehrssprachen Englisch und Französisch in der EU zu Wort. Darin werden Wettbewerbsnachteile gesehen. Und weitere Vertreter ihrer Länder fühlen sich benachteiligt. Es gibt einen Unterschied zwischen informellen Ministertreffen und regulären Zusammentreffen der Außen- bzw. Wirtschafts- und Finanzminister, wo dagegen in alle Amtssprachen übersetzt wird. Paavo Lipponen: „Ich bin auch der Meinung, dass Deutsch prinzipiell dieselben Rechte haben sollte wie die anderen großen Sprachen. Es ist nur ein praktisches Problem, weil sich das Sprachenproblem in der Union ohne Plan entwickelt hat. Wir müssen diese Frage zusammen lösen.“
„Seit der deutschen Wiedervereinigung und der Nach-Kohl-Ära vernimmt man in Paris wachsende deutsche Hegemonieansprüche. …. Es bestehe Anlass, vor Deutschland zu warnen.“ Allerdings gab es immer wieder Annäherungen zwischen Frankreich und Deutschland.
17. Das Französisch-sein wird vom Volk getragen. Man wendet sich dort gegen Brüssel. Die Europawahl wird oft nicht gewürdigt oder europafeindliche Parteien werden gewählt. Der durch französische Wahlen ins Amt gekommene Staatspräsident Jacques Chirac blieb Euroskeptiker. Frankreich benennt Probleme der Globalisierung und beklagt die Gleichgültigkeit verschiedener europäischer Staaten bei diesen zentralen Angelegenheiten.
18. Grundsätzlich besteht aber die pluralistische Sprachenregelung in der EU. Theoretisch sind alle Amtssprachen und Arbeitssprachen gleichberechtigt, praktisch nicht. Michael Schlossmacher sieht, „dass Englisch und Französisch mit weitem Abstand vor Deutsch im täglichen Gebrauch …. sind.“ Max Hans-Jürgen Mattusch kommt in „Vielsprachigkeit: Fluch oder Segen für die Menschheit?“ zu ähnlichen Resultaten.
Eine Hegemonie der USA in Europa wird wahrgenommen. Auf einer internationalen Konferenz 1999 mit dem Titel „1989 – Ten Years After“ stellte Zbigniev Brzezinski fest: „Zehn Jahre nach dem Sturz der kommunistischen Regime sei Europa noch lange nicht Europa. Europa sei immer noch „ein Protektorat der USA – politisch, militärisch und kulturell“. Und viele Franzosen sehen das ähnlich.
19. Wie soll der Geltungsbereich der Einheitswährung Euro genannt werden? Statt des von den USA favorisierten und übersetzten Eurolande wurde Zone Euro gebräuchlich.
20. Franzosen sind vor allem für Bewahrung und Förderung der eigenen Sprache und damit der Kultur aktiv. Alle Mitgliedsstaaten der EU müssen sich dem Spagat zwischen dem vielsprachigen Europa und der eigen Sprache stellen. Dabei ist das Problembewusstsein in Frankreich viel ausgeprägter als in anderen europäischen Staaten.
Miguel Siguan verweist sinngemäß in „Die Sprachen im vereinten Europa“ darauf, daß eine sprachliche Vielfalt in Form von Gleichberechtigung und Toleranz herrschen muß, damit die Europa-Idee von den europäischen Völkern angenommen wird. „Hegemonieansprüche und sprachlicher Imperialismus sollten kein Wohnrecht in diesem gemeinsamen Haus Europa haben.“
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Detlev Blanke
Plansprachen und europäische Sprachenpolitik
Der zugehörige Beitrag existiert bereits auf dieser Seite.
Dr. sc. phil. Detlev Blanke 30.05.1941-20.08.2016
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Jürgen Scharnhorst
Nachwort zur Tagung „Sprachenpolitik in Europa“
„Bereits im September 1990 stellte die Gesellschaft für Angewandte Sprachwissenschaft ihren Jahreskongress in Bonn, an dem erstmals zahlreiche Fachkollegen aus der DDR teilnahmen, unter das Thema „Ein Europa – viele Sprachen“.“ Mit der Vergrößerung der Zahl Deutschsprachiger innerhalb der EU wurde die Europäische Sprachenpolitik immer mehr Thema. In Vorträgen der Jahrestagung 1992 mit dem Titel „Deutsch als Verkehrssprache in Europa“ des Instituts für deutsche Sprache wurden wichtige Themen behandelt. Die Konferenz „Sprachsituation und Sprachkultur im internationalen Vergleich“ des Ausrichters Verein zur Förderung sprachwissenschaftlicher Studien im Jahr 1993 befasste sich besonders mit den „kleineren“ Sprachen in Mittel- und Osteuropa. Aus der Betrachtung der Sprachsituationen ergeben sich Ansätze für eine Sprachenpolitik. Ebenfalls mit „Sprachenpolitik in Mittel- und Osteuropa“ befasste sich eine Tagung der Universität Wien, wobei dann die großen Sprachen doch viel Platz einnahmen. Weitere Tagungen zu den Themenbereichen Sprachkultur und Sprachenpolitik in und für Europa folgten.
Peter Hans Nelde gliedert 1998 in „Perspektiven einer europäischen Sprachenpolitik“ Europa vereinfachend in drei Bereiche: Gesamteuropa (Europa I) mit mehr als 200 Sprachen, EU (Europa II) mit elf Amts- und Arbeitssprachen plus etwa 45 Minderheitssprachen und die EU nach der Erweiterung (Europa III) mit mehr als 70 autochthonen Amts- und Minderheitssprachen. Eine Bewältigung ist nur durch eine ausgereifte Sprachenplanung und Sprachenpolitik möglich. Die „Tutzinger Thesen zur Sprachenpolitik in Europa“ 1999 zeigten die Notwendigkeit einer Europäischen Sprachenkonferenz auf. „Es ist erforderlich, eine Struktur sprachlicher Verständigung auszuarbeiten, worin die Sprachenvielfalt als produktiver Faktor, nicht als Störfaktor wirken kann.“ Doch in den Tutzinger Thesen wurden dann doch nur die größten Sprachen der EU aufgeführt. Minderheitensprachen wurden nicht besprochen.
Die Diskussionen zum Thema „Sprachenpolitik in Europa“ öffneten den Blick auf die notwendige Überwindung der bestehenden Sprachbarrieren. EU und Europarat richteten das Jahr 2001 als „Europäisches Jahr der Sprachen“ ein.
Die Hoffnung wird ausgedrückt, daß die Diskussionen und Konzeptionen ins Bewusstsein der europäischen Öffentlichkeit dringen. Anmerkung: Es handelt sich um einen Teufelskreis. Denn erst eine solche etablierte ausreichend starke Europäische Öffentlichkeit, die aber eben noch nicht existiert, kann sich für eine wirksame Konzeption in der Sprachenpolitik mit entsprechenden Ergebnissen einsetzen. Und hier muß an Esperanto erinnert werden, welches wohl überhaupt erst eine wahrhaftige Europäische Öffentlichkeit herstellen kann.
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Vera Barandovská-Frank
Gibt es Europa?
Was ist europäisch?
Der Begriff Europa
Man kann Europa unterschiedlich definieren. Geologisch, politisch, sprachlich, mit jeweils uneinheitlichen Grenzen.
Die europäische Kultur
Schon in der Antike wurde Europa intensiv durch den Mittelmeerraum und Asien beeinflusst. Auch die neuzeitliche Wissenschaft ist nicht mehr ein Alleinstellungsmerkmal Europas. „Heute gibt es keinen typisch europäischen Alltag, keine typische Zivilisation.“ Oft sind „klägliche Nachahmungen“ des nordamerikanischen „Kultureintopfes“ vorzufinden. „Wenn es also kein Europa gibt, muss es gestaltet werden.“ Völlig richtig Aktivitäten sind nötig. Allerdings ist tatsächlich ein Europa vorhanden, nur leider mit einigen Schwachstellen. Der europäische Kontinent wird von der EU repräsentiert. „Die schon 1920 zwischen Luxemburg und Belgien geschlossene Währungsunion und der 1947 beschlossene Staatenbund Benelux können als Keime dieser wachsenden Wirtschaftsmacht gelten.“ Der Weg führte zur EU. Dabei steht die Ökonomie im Vordergrund. Kultur wird nicht besonders gepflegt. Sprachen sind nur interessant, wenn es um das Bezahlen von Übersetzungen oder Fremdsprachenlernen geht. Bei dem geringen Interesse gibt es einen guten Vergleich aus der Geschichte. Einige Völker, welche in den römischen Einflussbereich kamen, verzichteten auf ihre Muttersprachen. Ähnliches passiert heute über das Englische.
Verschiedene nationale Bestrebungen gehen dagegen in Richtung Sprachenerhalt. Statt nur in nationalen Identitäten zu verharren, brauchen wir natürlich „eine europäische Identität.“
Die EU findet Vielsprachigkeit gut. Aber wieviele Sprachen müsste ein Europäer wohl erlernen? Als übernationale Sprache gilt das Englisch der USA. „Eine – praktisch (noch?) nicht existierende – europäische Identität ….“ kann nicht „…. durch die Sprache einer anderen Nation“ begründet sein. „So wie es heute kein Europa und keine europäsche Identitat gibt, so gibt es auch kein Europäisch.“ Diese Behauptung ist recht absolut. „Ebenso wie Europa selbst, müsste auch Europäisch erst gestaltet werden.“ Wer würde denn eine solche Sprache durch Gesetz durchsetzen? „Es gibt übrigens Plansprachen, über die man auch nachdenken könnte.“ Aber natürlich. Und Esperanto wurde schon vor hundert Jahren als Europäisch verwendet. „Nur Idealisten (darunter auch Esperantisten) können sich …. ein gemeinsames Europa-Gefühl und eine gemeinsame Europa-Sprache erhoffen.“ Aber warum sollen nicht noch mehr der sicher noch wenigen mit ethischem Idealismus ausgestatteten Bewußten Europäer den Weg in Richtung Esperanto gehen? „Ich werde für eine sprachgrenzübergreifende und neutrale Sprachpolitik plädieren.“ Volle Zustimmung.
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Sabine Fiedler
Bela dam‘, ĉu al vi plaĉus, se akompanon mi kuraĝus?
Zur Übersetzung von Goethes „Faust“ ins Esperanto
1 Einleitung
„Gegenstand meines Beitrags ist die Esperanto-Übersetzung von Goethes „Faust“, die aus Anlass des 250. Geburtstages des Dichters und des zu dessen Ehrung ausgerufenen Goethe-Jahres veröffentlicht wurde.“ Vorgestellt wird die „qualitativ gute Übersetzung von Karl Schulze“. Das Buch enthält umfangreiche Informationen über Goethe, Faust „und die Geschichte der Faust-Übersetzungen ins Esperanto“. Karl Schulze kann die „poetischen Ausdruckspotenzen des Esperanto“ vermitteln. Die Esperanto-Übersetzung des „Faust“ lässt sich verschieden betrachten:
1. aus literaturwissenschaftlicher Sicht
2. aus übersetzungswissenschaftlicher Sicht
3. aus phraseologiewissenschaftlicher Sicht
2 Zu einigen literaturwissenschaftlichen Überlegungen
Nikola Rašic sieht „übersetzte Werke der Weltliteratur, die allgemein-menschliche Werte verkörpern, humanistisches Gedankengut übermitteln …. in ihrer Übersetzung als wesentliche konstituierende Bestandteile der Esperanto-Literatur“. Nun zu Faust.
3 Zu einigen übersetzungswissenschaftlichen Überlegungen
Das umfangreiche Werk beinhaltet wenigstens 12111 Verse. Reime bereiteten die meisten Probleme. Vier Verfahren lassen sich erkennen, um sowohl Inhalt als auch Struktur gerecht zu werden.
(1) Die „in Regel 16 der Esperanto-Grammatik beschriebene Elision der Substantivendung -o.“
(2) Die emphatische Wortstellung. Die Wortstellung S-P-O ist für Esperanto keine Bedingung, Abweichungen davon werden aber doch „als merkmalhaft oder stilistisch markiert empfunden.“
(a) Nachstellung des Attributs (b) Nachstellung des Personalpronomens (c) Voranstellung des Verbs (d) Vertauschung von Hilfs- und Vollverb (e) Voranstellung des Objekts
(3) Wortbildungspotenzen des Esperanto
(4) Synthetische Passivformen
4 Zu einigen Überlegungen aus phraseologischer Sicht
Aus dem hohen Stellenwert dieser Tragödie in der deutschen Sprache ergibt sich eine Verantwortung. Schließlich sind viele Passagen zu geflügelten Worten geworden. Das Ergebnis der Übersetzung ist wohl gelungen. „Über die Akzeptanz …. der …. Passagen muss die Sprechergemeinschaft entscheiden. Voraussetzung dafür ist jedoch erst einmal, dass das Buch Verbreitung findet und gelesen wird. Dieses wäre der Übersetzung wirklich zu wünschen.“
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Karl-Hermann Simon / Ingward Ullrich
Erfahrungen bei der terminologischen Bearbeitung der forstlichen Fachsprache
Zusammenfassung: „1981 wurde begonnen, die forstliche Fachsprache für Esperanto terminologisch zu bearbeiten und Grundlagen für die Bearbeitung in den Ethnosprachen zu schaffen. ….“
0 Vorwort
Die Erfahrungen sollen den Mitarbeitern des „Lexicon-silvestre-Projektes“ untereinander dienen, aber auch anderen Interessenten und Fachleuten, welche sich mit terminologischer Arbeit befassen.
1. Der Verlauf der Bearbeitung und die praktischen Erfahrungen
1.1 Die ersten Schritte nach dem Beginn im Jahre 1981
1981 regte Milan Svoboda an, eine Fachbibliothek anzulegen, mit dem Ziel, gemeinsam mit Karl-Hermann Simon ein forstliches Esperanto-sprachiges Wörterbuch vorzubereiten. Esperantosprachige Forstleute kamen innerhalb des Esperanto-Verbandes im Kulturbund der DDR mit weiteren Forstleuten zusammen und bildeten eine „Wissenschaftliche und Technische Kommission“. „Die Verständigung mit anderen Esperantisten über terminologische Probleme half bei den ersten Schritten.“
1.2 Die zweite Periode mit dem „Forstista Informilo“ ab 1982
Ab 1982 erschien das Mitteilungsblatt „Forstista Informilo“. Für ein zu schaffendes mehrsprachiges Wörterbuch wurde das bereits vorhandene fünfsprachige „Wörterbuch der Forstwirtschaft“ als Grundlage verwendet. Unerwünschte internationale Kontakte und Rechentechnik, die nur englisches Alphabet verwendete, waren Herausforderungen. Ein Code musste entwickelt werden. Mit der Arbeit entstand die Organisation „Internacia Forstista Rondo Esperantlingva“ (Internationaler Arbeitskreis Esperanto-sprachiger Forstleute).
1.3 Die dritte Periode seit der Zusammenkunft in Brünn im Jahr 1984
Bei dem Treffen wurden erste bearbeitete Begriffe vorgelegt. „Nach der Begrenzung des Fachgebietes erfordert terminologische Arbeit die Aufstellung von Begriffssystemen und eine Definition der Begriffe.“
1.4 Die vierte Periode nach dem Jubiläums-Weltkongress in Warschau 1987
Der Kongress wurde von den IFRE-Angehörigen genutzt. Unterschiedliche Fachaufgaben waren zu bewältigen. Die Zahl der Veröffentlichungen wuchs bis 1990.
1.5 Die fünfte Periode mit Unterstützung durch das Arbeitsamt Eberswalde seit 1991
Entlassene Fachleute konnten über ein ABM-Projekt eingestellt werden. 1992 konnte ein Probeexemplar (Lexicon silvestre) vorgestellt werden. Aber kein Verlag wollte diesen alle Sprachen umfassenden Band herausgeben. 1994 war das Material auf Disketten gesammelt, danach wurde eine schnellere CD-ROM-Form geplant. Zum Ende der Förderung entstand der „Förderverein ‚Lexicon silvestre‘ e. V.“.
1.6 Die sechste Periode als selbständige juristische Person ab 1993
Arbeitslose Fachleute führten die Wörterbuch-Arbeit unentgeltlich fort. Die Verbreitung der Ausgaben stellte sich unter Marktwirtschaftlichen Bedingungen als schwierig heraus.
Zusammenstellung der praktischen Erfahrungen
Sie wird hier nur angedeutet, von:
1 – „Zugangsmöglichkeit zu Literatur und Verfügbarkeit von Computern sind die Grundvoraussetzungen für terminologische Arbeit.“ bis:
37 – „Zur Werbung und damit zur Verbreitung der Ergebnisse der terminologischen Arbeit sowie zur Aufnahme von Vorschlägen sollten immer wieder Vorträge vor unterschiedlichen Interessengruppen gehalten werden.“
Literatur: Siehe Verweis
media.interlinguistik-gil.de Heft 6 Simon/Ullrich (pdf)
Beiheft 6
web.interlinguistik-gil.de Veröffentlichungen BH6
media.interlinguistik-gil.de Beihefte Heft 6 Anhang (pdf)
media.interlinguistik-gil.de Beihefte Heft 6 Komplett (zip)
Empfehlung: Erwerben Sie bitte wenn möglich angebotene Druckerzeugnisse.
Das Beiheft 6 der Gesellschaft für Interlinguistik e. V. ist wegen des Schwerpunktes Sprachen in Europa für EDE besonders interessant, natürlich auch der „Beifang“, also die weitere Themen, bietet wertvolle Informationen.
Empfehlung: Erwerben Sie bitte wenn möglich angebotene Druckerzeugnisse.
2026020520260211SE
Gesellschaft für Interlinguistik (Beiheft 13)
Hier werden demnächst Inhalte des Beiheftes 13 vorgestellt.
interlinguistik-gil.de Veroeffentlichungen BH13
media.interlinguistik-gil.de Beihefte Heft13 Komplett (pdf)
Empfehlung: Erwerben Sie bitte wenn möglich angebotene Druckerzeugnisse.
