

Hinweise
Warum eine Spezialseite für die Gesellschaft für Interlinguistik? Das vermeintlich nur Theoretische wirkt in unserem Alltag. Wir müssen uns also auch tiefgründig mit den Thematiken um die Idee Esperanto für Europa beschäftigen. Die Gesellschaft für Interlinguistik bietet ein breites Spektrum zu Interlinguistik, Plansprachen und Esperantologie.
Verschiedene Akteure in Europa verfolgen meist eine oberflächlich durchdachte Sprachenpolitik, sie stellen kaum die richtigen Fragen. Für uns EDE-Freunde bildet die Interlinguistik eine gute Grundlage, um im Sinn von wahrhaftig proeuropäschen Lösungen handeln zu können.
web.interlinguistik-gil.de
de.wikipedia.org/wiki Gesellschaft für Interlinguistik
Zur Gliederung dieser Seite.
– Hinweise
– Rezensionen
– Quellen
Rezensionen
Die GIL-Quellenangaben sind recht umfangreich. Sie bilden die Grundlage, um hier Beiträge verschiedener Autoren zu besprechen. Alle auf dieser Seite erscheinenden Rezensionen, wenn man sie so nennen möchte, beziehen sich also nur auf das, was unter GIL zusammengefasst wurde. Dabei sind diese sicher nicht perfekt. Es handelt sich ja eher nur um kritikarme Zusammenfassungen der Texte, eben dann wenn die Autoren bereits EDE-nah genug sind. Wie man diese Bemerkungen nun nennt, ob Rezension oder Buchbesprechung, sie sollen vor allem helfen, den Zugang zu unserem Themenbereich zu erleichtern.
Quellen
GIL bietet spezielle Hilfen für Recherchen.
– Personenregister Mitteilungsblatt GIL Nr.100 (pdf)
A Aarsleff, Hans bis Ž Žirkov, Lev Ivanovič
media.interlinguistik-gil.de IntI 100 (pdf)
– Sachregister Stichwortindex IntI (pdf)
Aachen (> Neutral-Moresnet) bis Zypern
media.interlinguistik-gil.de IntI-Stichwortindex (pdf)
– Sprachenpolitik in Europa (Auswahlbibliographie)
Beihefte Heft 6 Anhang (pdf)
media.interlinguistik-gil.de Beiheft 6 Anhang Teil 1 (pdf)
Die GIL-Veröffentlichungen, unsere Quellen, bestehen aus drei Reihen.
– Interlinguistische Informationen
– Beihefte zu den Interlinguistischen Informationen
– Jahrbuch der Gesellschaft für Interlinguistik
Auf dieser Seite sollen Beiträge (Vorträge oder Bücher), welche bei GIL benannt werden, rezensiert werden. Die Auseinandersetzung mit ihnen kann neben denen bei de.e-d-e.eu aufgezeigten Ansichten (mit oft anderen Quellen) eine Grundlage für unser Denken und Handeln bilden.
Im Zuge der Recherchen eröffnen sich immer weitere Quellen. „IpI (Informilo por Interlingvistoj) estas publikaĵo de la Centro de Esploro kaj Dokumentado pri Mondaj Lingvaj Problemoj (CED) kaj Esperantic Studies Foundation (ESF), por ĉiuj, kiuj interesiĝas pri la novaĵoj en la kampo de interlingvistiko.“ Ab 2010 erscheinen Ausgaben auf der Seite:
esperantic.org IpI
Seit 2023 gibt es dieses Angebot:
interlingvistiko.net
Speziell auf Sprachenpolitik wird hier eingegangen:
interlingvistiko.net Lingvopolitiko
Language Problems and Language Planning
Mit jährlich drei Ausgaben, herausgegeben von John Benjamins.
benjamins.com LPLP
Bei de.e-d-e.eu werden aber vorrangig die bei GIL aufgefundenen Qellen beachtet.
2026021220260411SE


Rezensionen
Eine Plansprache als 12. Verkehrssprache BH 1
Eo-Bewegung in gesellschaftlichen Strömungen BH 4
Gesellschaft für Interlinguistik (GIL) 2001 BH 6
Wer spricht Esperanto? 2002 BH 8
Sprachplanung in Irland 2002 BH 8
Was ist …. Verein Deutsche Sprache? 2004 BH 11
English as a Lingua Franca 2005 BH 12
Gesellschaft für Interlinguistik (GIL) 2006 BH 13
Eine Plansprache als 12. Verkehrssprache
[Werner Bormann] (1995)
Fachsprachen befinden sich innerhalb von Sprachen. Doch in welchem Verhältnis stehen die Fachtexte auf internationaler Ebene zueinander? Und wie problematisch ist deren Übersetzung in eine Plansprache?
Anders als man es von Nationalsprachen kennt, haben Plansprachen keine zugewiesenen Territorien. Wessen sprachliche Vorgaben sollen dann gelten? In der Praxis wird nur die eine Plansprache Esperanto wirklich verwendet. Begriffe im Eisenbahnwesen sind dort schon lange Zeit stark ausdifferenziert. Doch kommt es auch zu Ungenauigkeiten. Für die Begriffe sind jedoch verbindliche Erklärungen nötig.
Verträge brauchen eine treffsichere Wortwahl. Selbst Nuancen sind bedeutend. Als Beispiel nun der Maastricht-Vertrag, welcher „von einer Gruppe von Juristen, weiteren Experten und Übersetzern in das Esperanto übertragen“ wird. Er lag bereits in den 11 Amts- und Arbeitssprachen vor.
Interlinguisten beschäftigen sich einerseits mit dem Schematismus, andererseits mit dem Naturalismus von Plansprachen. Schematisch oder autonom sind völlig regelmäßige, systematische Wortformen, die aus der Sprache (Esperanto) selbst heraus gebildet werden, wogegen sich ein naturalistisches Vorgehen (Interlingua) streng nach den Vorbildern „natürlicher“ Sprachen richtet. Doch „steht auch Esperanto den europäischen Sprachen nahe“. Beispiele verdeutlichen diese Problematik.
Das im Maastricht-Vertrag verwendete deutsche Wort Verkehr kann verschieden interpretiert werden. Andere verwenden dafür den Begriff Transport. Esperanto braucht eine Entscheidung nach eigenen Grundsätzen. Definitionen sind nötig, die vorgegebenen Wortinhalte sind zu untersuchen. Aus der Plansprache heraus sind Wörterbücher zu entwickeln. So ist klar, daß trafiko u.a. den Transport von Personen definiert, wobei porti (tragen), also in der Folge der Begriff transporto in Esperanto (laut Plena Ilustrita Vortaro) bereits eine eigene Bedeutung als buchhalterischen Fachbegriff hat (Transport = Zwischensumme für folgende Seite). Das Verb transporti passt dann aber doch wieder, so daß daraus die Wörter befördern und Beförderung abgeleitet werden können. In einer Fachsprache muß man sich eindeutig für einen Begriff entscheiden. Was also wird in dem Vertragstext genau behandelt? Geregelt wird dort nicht nur die Beförderung (Transport), sondern vieles, was den Verkehrssektor betrifft. Kapitelüberschrift: trafiko. Auch im naturalistischen Interlingua stellt sich diese Frage. Man setzt dort allerdings auf romanische Kontrollsprachen und kommt auf das Ergebnis transporto.
Als weitere Beispiele werden auch die Benennung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (Geld oder Währung) und des Wirtschafts- und Sozialausschusses (Gesellschaft oder Sozialwesen) angeführt. Auch bei diesen Beispielen wird beim Esperanto der Kontext untersucht. Interlingua bezieht sich auf einen Kontrolltext. Esperanto differenziert da mehr als Interlingua oder Nationalsprachen.
Naturalistische Plansprachen wie Interlingua sind vermeintlich einfacher, Esperanto muß eigene Lösungen finden. Diese sind dann aber tiefgehender, was für Fachsprachen gut ist. Bei einem Auslegungsstreit von Verträgen müssten bei Interlingua mehrere Sprachen herangezogen werden, mit durchaus unterschiedlichen Auslegungen. Doch eine Plansprache hat einen übernationalen Anspruch. Sie muß für sich durch ihre Selbständigkeit neben den Nationalsprachen stehen und braucht eine selbständige Grundlage. Ihr Definitionswörterbuch muß anerkannt und verbindlich sein. Im Zweifel wird eine sprach-kontrollierende Institution gebraucht. Erst dann sind Übersetzungsprobleme bei Fachtexten lösbar.
media.interlinguistik-gil.de Beiheft 1 Bormann (pdf)
Die Esperanto-Bewegung in den gesellschaftlichen Strömungen ihrer Zeit (Ein Bericht aus eigener Erfahrung)
[Werner Bormann]
Als Mitglieder einer Politischen Vereinigung interessiert uns natürlich der hier beschriebene Blick. Selbst wenn sicher auch manchen der frühen Esperantisten ein geeintes (Esperanto nutzendes) Europa vorschwebte, es wurde allgemein noch nicht so klar artikuliert. Dies begann erst Anfang des 20. Jahrhunderts. Bis heute blieb EDE innerhalb der Esperanto-Bewegung speziell. Wie weit wird es uns gelingen, von möglichst vielen pro-europäischen Bürgern, ob Esperantisten oder nicht, wahrgenommen und angenommen zu werden?
Zum Bericht: Interlinguistik befasst sich mit Plansprachen. Doch erst eine zahlreich, weltweit und langandauernd genutzte Plansprache (Esperanto) führt zu einer Gemeinschaft, die soziokulturelle Phänomene hervorbringt. Am Anfang war die Esperanto-Bewegung. Doch wie hat sie sich im Laufe der Geschichte fortentwickelt? Lebt sie nun „unbeeinflußt vom politischen Leben um sich herum“ dahin? Ist „sie den gesellschaftlichen Ereignissen unterworfen“? Gestaltet sie diese Ereignisse mit? These ist: Die Esperanto-Bewegung lebt „in und mit den gesellschaftlichen Strömungen ihrer Zeit“. Werner Bormann ist selbst Zeitzeuge (seit 1949) und betrachtet die Esperanto-Bewegung von innen. Er bezieht sich auf drei Zeiträume. Adenauer, Helsinki und Gorbatschow.
1) Stichwort Adenauer
Nach der Verbotszeit unter Hitler gründete sich der Deutsche Esperanto-Bund (DEB) 1947/1948 in Westdeutschland neu. Ein gewisser Unterschied zwischen den bürgerlichen und den Arbeiter-Esperantisten blieb zunächst bestehen. Die bürgerlichen Esperantisten versuchten, politisch neutral zu sein, anders sagten die Arbeiter-Esperantisten: „Weg mit dem Neutralismus!“. Schon wegen der Anpassungsversuche in der Verbotszeit blieben die bürgerlichen Esperantisten zurückhaltend. Erst allmählich konnten die Deutschen wieder internationale Beziehungen aufnehmen. Die Nachkriegszeit brachte wechselhafte Veränderungen in der Gesellschaft hervor. Unter Adenauer wurden antifaschistische Haltungen vom bürgerlichen Leben abgelöst. Jene Mehrheit dachte nicht im Sinne des DEB.
Im Inneren hatte der DEB mit Querelen zu kämpfen. Dem Vorsitzenden wurde persönliche Bereicherung vorgeworfen, da er parallel einen Verlag hatte. Beim Deutschen Esperanto-Kongreß 1953 in Frankfurt kam es zu Auseinandersetzungen, die der Autor unmittelbar miterlebte. Zu dieser Zeit passte sich der DEB an die bürgerliche Gesellschaft an. Er wurde Bestandteil des Esperanto-Weltbundes (UEA). Arbeiter-Esperantisten gründeten einen eigenen kleinen Verband, welcher weltweit mit Sennacieca Asocio Tutmonda (SAT) zusammenarbeitet.
2) Stichwort Helsinki
Seit den 1960er Jahren waren im Esperanto-Weltbund Landesverbände aus Ost und West vertreten. Der Bund selbst selbst verhielt sich nach Satzung neutral. Schwieriger war das bei den Mitglieds-Ländern. Vom Weltbund aus wurde versucht, „dem neutralen Lager im Westen (den Satzungstreuen) den Vorzug zu geben“. Dieser Zustand konnte nicht aufrecht erhalten werden. Als 1972 beide deutschen Staaten in die UNO aufgenommen wurden, erwartete man im Osten, daß auch die Esperanto-Organisation der DDR dem Esperanto-Weltbund beitritt. Der weltweite Trend ging zu dieser Zeit in Richtung Entspannung. Gleichzeitig lehnten sich in vielen Ländern Jugendliche gegen die Zustände in den Gesellschaften auf. So war es auch beim Jugendverband des Weltbundes. Der Begriff Neutralität wurde hinterfragt. Ein Generationenkonflikt fand statt. Dazu kam es 1973 zu Finanzproblemen. Verschiedenste Probleme wirkten beim Weltkongreß 1974 in Hamburg. Zu dieser Zeit war Werner Bormann ein Vorstandsmitglied des Weltbundes. Er beschreibt die Zusammenhänge. Später kehrte langsam wieder mehr Ruhe ein.
3) Stichwort Gorbatschow
Nach dem Krieg war die Welt aufgeteilt. Englisch und Russisch hatten ihre Bedeutung, Französisch hatte sie in der EG. Die eine Weltsprache gab es nicht. Der Ansatz Plansprache blieb aktuell.
Mit dem Einwirken Gorbatschows habe eine Entwicklung eingesetzt, die zum Mauerfall führte. Die Weltpolitik wird seitdem nur noch von der einzigen Führungsmacht USA bestimmt. Somit herrscht die Sprache Englisch. Ob dies Chinesisch ändern kann, ist nicht sicher, denn es bereitet beim Erlernen besondere Schwierigkeiten. Inzwischen hatte die Esperanto-Bewegung „sich schließlich wieder in die gesellschaftlichen Strömungen ihrer Zeit eingepaßt“.
Intern wird diese neue Wettbewerbssituation verarbeitet. Soll man sich weiter an dem Ziel Weltsprache orientieren? Es wird eine gewisse Selbstgenügsamkeit wahrgenommen. Manchen reicht es, einer selbständigen Sprachgemeinschaft mit eigener Kultur anzugehören. Vor allem gerade Jugendliche formulierten dies 1980 in Rauma. Zeiten sind manchmal schwierig. So ging es aber auch dem frühen Esperanto. Welchen Sinn sollte diese Sprache denn haben, wo Französisch doch so dominant ist?
Entwicklungs-Möglichkeiten sind also immer von der jeweiligen weltpolitischen Lage abhängig. Die Esperanto-Bewegung ordnet sich oft einfach den gesellschaftlichen Strömungen unter.
Was können wir EDE-Mitglieder aus dem Text ziehen? Auch wenn es eigentlich keine Bedingung ist, als Esperantist zu uns zu kommen, so ist es doch der Normalfall. Dabei sind wir nur ein kleiner Teil der Esperanto-Bewegung, welche sich inzwischen gelegentlich nicht mal mehr als Bewegung versteht. Die Esperanto-Gemeinschaft mutiert anscheinend immer mehr zu einem Kulturverein, doch Rauma bringt uns keinen Schritt weiter. Da sich die Esperanto-Gemeinschaft immer wieder neu herausbildet, könnte sie durchaus zwangsläufig erneut ein stärkeres politisches Bewusstsein tragen. Wichtig sind wohl jene Bürger, welche heute erst noch auf dem Weg zur Erkenntnis sind. EDE hat weder die Zeit noch einen Grund, ausschließlich auf Esperantisten zu warten. Alle Europäer, Demokraten und Esperantisten sind aufgerufen, wenigstens in unserem Sinn zu handeln oder sich direkt zu beteiligen. Esperanto ist politisch. Politiker spielten immer eine Rolle, indem sie Esperanto förderten, genehmigten oder verboten. Seien wir politisch.
media.interlinguistik-gil.de Beiheft 4 Bormann (pdf)
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Gesellschaft für Interlinguistik (Beiheft 6)
Beiheft 6 Sprachenpolitik in Europa
Das Beiheft 6 der Gesellschaft für Interlinguistik e. V. ist wegen des Schwerpunktes Sprachen in Europa für EDE besonders interessant, natürlich auch der „Beifang“, also die weiteren beiden Themen, bietet wertvolle Informationen.
Die Gesellschaft für Interlinguistik e.V. brachte im Oktober 2001 ein Mitteilungsblatt zu „Sprachenpolitik in Europa“ heraus. Das Beiheft 6 der Interlinguistischen Informationen beinhaltet Beiträge einer Reihe von Autoren. Unten folgt noch eine Auswahlbibliographie mit vielen weiteren von der GIL erfassten Namen von Autoren, die sich mit unserem Thema beschäftigt haben.
Beiträge kurzgefasst:
Sprachenvielfalt – Fluch oder Segen? M.H.-J.Mattusch
Zum typologischen Reichtum eur. Sprachen R.Lötzsch
Das Russische als int. Verkehrssprache V.G.Kostomarov
Franz. Sprachen-/Sprachpolitik im eur. Kontext J.Klare
Plansprachen und eur. Sprachenpolitik D.Blanke
Nachwort Tagung Sprachenpolitik in Eur. J.Scharnhorst
Gibt es Europa? Was ist europ.? V.Barandovská-Frank
Zur Übersetzung von Goethes „Faust“ ins Eo S.Fiedler
Terminolog. forstl. Fachsprache K.-H.Simon I.Ullrich
Max Hans-Jürgen Mattusch
Sprachenvielfalt – Fluch oder Segen?
Zu Fragen einer europäischen Fremdsprachenpolitik
In der Welt werden je nach nationalsprachlichen Interessen durchaus unterschiedliche internationale Sprachen bevorzugt. Auch wenn bis zu 80% der heutigen Muttersprachen aussterben könnten, so sind sie doch eigentlich sehr wichtig für den Erhalt auch kleiner Kulturen.
Englisch sollte nicht als Leitsprache sondern als Hilfssprache angesehen werden. Die Verbreitung einer Sprache ist stets eine Machtfrage. „Keine Sprache wurde bisher auf Dauer zur Herrschaftssprache bzw. zur Weltsprache. Dieser ständige historische Wechsel der Weltsprachen könnte durch eine Einigung auf eine neutrale, machtunabhängige Sprache durchbrochen werden.“ Vielleicht werden sich die Vertreter kleinerer Sprachen gegen die Sprache der Mächtigen einigen. Umberto Eco thematisierte dies.
Es gibt Forderungen nach einer Zweisprachigkeit, man möchte damit die Sprachenfrage lösen. In großen Ländern besteht weniger Interesse, Fremdsprachen zu erlernen. „Dieses Nichtbeherrschen von Fremdsprachen hat ernste ökonomische Folgen.“
„Wird Europa ein neues politisches Großreich werden oder allein eine wirtschaftliche Großmacht? Ist im ersteren Fall seine heutige sprachliche Vielfalt ausreichend für eine entsprechende Entwicklung oder braucht eine solche neue Macht nicht eine einheitliche Sprache?“ Versuche, ein „multinationales europäisches Reich“ unter einer Nation zu erschaffen, scheiterten. Wird es der EU gelingen, die zerstrittenen Völker zu vereinen? Über den Weg der Währungsunion soll auch eine politische Union entstehen. Das Problem der Sprachen wird von Politikern aber nicht erkannt. Bei der Vielsprachigkeit in der EU werden Minderheiten durchaus nicht gerecht behandelt, es existieren Sprachenkonflikte. Es gibt eine Reihe von Staaten, in denen Minderheitensprachen benachteiligt sind. Dabei „müßte eigentlich die Privilegierung von Nationalsprachen ihre Basis verlieren.“ Die EU bekommt zwar neue Mitglieder, aber Prioritäten werden nicht gesetzt.
In Europa galt lange Zeit Latein als eine verbindende Sprache. Dann entstanden neue Nationalsprachen, die zum Teil Herrschaftssprachen wurden.
Es folgt eine Aufzählung der quantitativ häufigsten Sprachen. Darunter befinden sich viele europäische Sprachen, deren Einfluß aber schwindet.
„Zu einer globalen Sprache entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten allein Englisch.“ Vor allem die USA sind dabei ein Faktor. Trotzdem strebt die EU zwar „eine wirtschaftliche und politische Union, aber eine kulturelle und sprachliche Diversifikation“ an. Deutsch wird eine Regionalsprache bleiben. Russisch hatte eher nur ab den 1950er Jahren eine relativ starke Position. Die hier erwähnte Krise der russischen Sprache wird wohl noch sehr lange bestehen.
Die EU-Verwaltung nutzt hauptsächlich die Arbeitssprachen Englisch und Französisch. Übersetzungen in viele Muttersprachen sind selten. Vorgeschlagen werden fünf Ideen-Gruppierungen:
1. Regelung der Sprachenfrage durch Mehrsprachigkeit (Multilingualismus)
2. Lösung des Sprachenproblems durch weltweite Etablierung einer Sprache
3. Einsatz von technischen Hilfsmitteln, wie z.B. automatische Sprachübersetzung
4. Verwendung einer künstlich geschaffenen, sogenannten Plansprache (z.B. Esperanto)
5. Verwendung einer Plansprache für die allgemeine Kommunikation unter Beibehaltung von Englisch in der Wissenschaft (Kombination Gruppe 2 und 4)
Eine Lösung wurde noch nicht angegangen. „Man hat in der Politik noch nicht erkannt, daß das Sprachenproblem weniger die Europäischen Institutionen auf Grund des dort vorhandenen Dolmetscherapparates betrift, als vielmehr die Masse der europäischen Bürger. …. Zur Diskussion um die Verwendung einer Plansprache stellte schon Claude Piron fest, daß hier Unwissenheit Trumpf ist und man mit bestimmten Tabus zu kämpfen hat.“ Der „Gefahr der gegenwärtigen Sprachenpolitik für den langfristigen Zusammenhalt der EU“ ist man sich nicht bewußt. Schon Goethe befasste sich mit der Sprachen-Frage und fand für seine Zeit den Ansatz einer wechselseitig befruchtende Vielheit von Sprachen. Dies ohne den Sprachimperialismus einer einzigen.
media.interlinguistik-gil.de Beiheft 6 Mattusch (pdf)
Ronald Lötzsch
Zum typologischen Reichtum europäischer Sprachen
Ein sicher interessantes Thema, hier aber besonders gestrafft wiedergegeben. „Zu den Pflichtübungen der EU-Prominenz gehören Beteuerungen, die europäische Sprachenvielfalt stelle einen Reichtum dar, den es unbedingt zu bewahren gelte. Was damit gemeint ist, bleibt im Dunkeln.“ EU-Staaten haben damit ein Problem, „die Europäische Charta für Regional- und Minderheitensprachen zu ratifizieren oder auch nur zu unterzeichnen“. Damit wären alle EU-Sprachen auch als Arbeitssprachen gleichberechtigt. Der eigene nationalstaatliche Vorteil steht im Mittelpunkt.
Strukturelle Sprach-Besonderheiten brauchen dagegen für die Politik nicht von Interesse sein, hier wird die menschliche Kommunikation beschrieben. Vor allem europäische Sprachen werden behandelt. „Die meisten autochthonen Sprachen Europas gehören der idg. Sprachfamilie an, die sich in Unterfamilien gliedert“. „Nichtidg. Sprachfamilien sind in Europa die fi.-ugr., turkische und semitische.“ Viele der jeweiligen Sprachen mit ihren Ausbreitungsgebieten werden aufgezählt.
Eine große genetische Differenzierung gibt es bei den stabilsten Wortschatz-Komponenten. Beispiele zeigen, wie verwandt Sprachen zueinander sind. Esperanto wurde zum Vergleich herangezogen. „Man kann abschließend feststellen, daß der Begründer des E-o bei der Auswahl der Modelle für grammatische Strukturen aus dem Reichtum der ihm bekannten europäischen Sprachen eine glückliche Hand bewies.“
media.interlinguistik-gil.de Beiheft 6 Loetzsch (pdf)
Vitalij G. Kostomarov
Das Russische als internationale Verkehrssprache
Nach historisch kurzer Zeit sind so manche der folgenden Aussagen inzwischen obsolet. Bitte beachten, daß hier verhältnismäßig viele kritische Bemerkungen rezensierend eingebracht wurden. Der Reihe nach. Die Gliederung:
Die neue geopolitische außersprachliche Wirklichkeit
Die neue globale Sprachsituation
Die neuen Prozesse in der russischen Sprache
Die neue Wirklichkeit: „Die Weltordnung der Konfrontation zweier Gesellschaftssysteme, die miteinander kämpfen, gehört der Vergangenheit an.“ Die UdSSR ist Geschichte. Und es schien, als könnten die Nachfolgestaaten friedlich miteinander auskommen. Inzwischen ist aber klar erkennbar, daß es dem Kreml nie wirklich um die Frage eines gerechteren Gesellschaftssystems ging, sondern einzig um die Ausweitung der Macht.
„Welchen Platz nimmt Rußland in der modernen Weltordnung ein? Und daran schließt sich die Frage, ob die heutige einpolige Welt die russische Sprache immer noch braucht.“ Gefragt wird nach dem Wert des Russischen. „Die russische Sprache wird sicher ihren verdienten Platz unter den anderen Weltsprachen finden. In die menschliche Schatzkammer der Weltkultur bringt sie „die russische Idee“ ein, das heißt das historisch entstandene Verständnis vom Sinn des Lebens.“ Im Jahr 2026 kann man sehen, wieviel Wert das Leben selbst der Russen für Russland hat. Es ist nichts wert. Es dient nur der Eroberung von Territorium.
„Einerseits überwindet Rußland den zaristischen Hochmut und den sowjetischen Dünkel, andererseits Erniedrigung und Verdammung zur Zweitrangigkeit.“ Dabei verkennen viele Russen, daß es in der Welt überhaupt keinen Anspruch auf irgendeine Erstrangigkeit gibt. Der Kreml hat ganz natürlich keinen Anspruch auf Territorien anderer Völker und Staaten. Keine Nation hat ein Recht, über andere Nationen zu herrschen, nirgendwo. Dies scheint sich bei vielen Russen noch nicht herumgesprochen zu haben.
„Die freie Entwicklung aller Sprachen“ wird erwartet und nicht „die Übermacht der englischen oder irgend einer anderen Einzelsprache.“ Richtig.
„Wiener Deklaration zur Multikulturalität und Multiethnizität in Mittel- Ost- und Südosteuropa …. Jegliche Ideologie und Politik die von unterschiedlicher Wertigkeit einzelner Sprachen ausgeht, ist auf das Entschiedenste zurückzuweisen. …. Niemand kann voraussagen, welche Folgen langfristig der Zerfall des Sowjetreiches und der Einsturz der „Berliner Mauer“ haben werden. Hoffen wir, daß die moderne einpolige Welt friedlich, stabil, tolerant und human sein wird!“ So einpolig ist diese Welt nicht. Inzwischen verbünden sich die ehemals großen Brüder, um sich gemeinsam die Welt neu aufzuteilen. Auch und gerade Europa wird als die zu zerschneidende Torte angesehen. Der Appetit möge diesen mittelalterlichen Herrschern vergehen.
Hat sich die neue globale Sprachsituation in so historisch kurzer Zeit verändert? „Auf der internationalen Bühne war die russische Sprache nie neutral, sondern ideologisch und politisch geprägt.“ Richtig. Und es ging wohl dabei gar nicht um eine Gesellschaftsordnung. „Heute hat das Russische dieses Stigma verloren und ist einfach eine weit verbreitete Fremdsprache neben Englisch, Deutsch, Französisch und Spanisch.“ Falsch. Russisch bleibt momentan die Sprache mit der Funktion, alle Russen überall in der Welt über die Propaganda-Maschine ansprechen zu können. Die Lage des Russischen wird positiv bewertet. Es wirkt in vielen Bereichen, das Erlernen der Sprache bleibt gleich.
Der Autor schreibt von schmerzhaften Schicksalsschlägen, „welche die russische Sprache in den ehemaligen Republiken der Sowjetunion erlitten hat. …. Überall ist die Sprache der Nation, die der Republik den Namen gab (mit anderen Worten die Sprache der Titularnation), als Staatssprache festgelegt worden.“ Dies ist aber doch naheliegend, angesichts der wiederholten Landnahmen durch Russland. Teilweise verständlich ist die Argumentation, daß ja Russisch sehr verbreitet ist und deswegen weiter genutzt werden solle. Aber es gibt gute Gründe, diese Sprache einzudämmen. „Das Russische war wirklich notwendig, wurde im Alltag gebraucht, man hatte es wirklich gern. Die heutige Verdrängung des Russischen ist offensichtlich die Folge einer kurzsichtigen, unklugen, ja falschen Sprachpolitik, die in der Sowjetunion darauf abzielte, die Funktionsbereiche der lokalen Sprachen einzuschränken, ja sie unter Umständen absterben zu lassen.“ Wegen des schwindenden Einflusses des Russischen wird von Übersiedlungen russischer Einwohner nach Russland berichtet.
„Hier ein aufschlußreicher Witz: Der Vorsitzende eines hohen Gremiums in der Ukraine fragt die Anwesenden, ob es im Saal Russen gebe. Nein? Dann diskutieren wir auf russisch.“ Die neueste Geschichte zeigt, daß Vorbehalte gegenüber dem Russischen begründet sind. Russland überfiel die Ukraine, da es dort seinen Einfluß schwinden sah. Ziel Russlands ist, ein ganzes Volk mitsamt Kultur und Sprache auszurotten. Dies wird mit der Bezeichnung Russifizierung gekennzeichnet.
Die neuen Prozesse in der russischen Sprache zeigen sich in „Veränderungen, die den Begriff der Sprachkultur seines Inhalts berauben …. Wir können den Übergang der russischen Sprache von einem uns vertrauten Zustand in einen solchen, der noch im dunkeln liegt, willkommen heißen und hoffen, daß sie ausdrucksvoller, reicher, lebendiger sein wird. …. Doch alle, welche die russische Sprache wirklich schätzen und lieben, sind ihrer Zukunft sicher – ihrer Pflege in Rußland und ihrer Rolle in der Welt.“ Es wird wohl noch viel Zeit vergehen, bis Russland und die Russen in der Realität angekommen sein werden. Niemand in der Welt kann nur von seinen Traditionen leben. Annähernd alle Staaten mussten in der Geschichte diese Erfahrung machen. Gerade aus Europa heraus wurde die Welt von verschiedenen geographisch vorteilhaft gelegenen Nationen kolonisiert. Aber diese nationalen Blütezeiten kamen und gingen wieder. In unserer Wahrnehmung wurde vielleicht aus reiner Gewohnheit dieses östliche Kolonialreich nicht so recht als solches wahrgenommen. Dieser Nachzügler ist historisch gesehen am Ende seiner Lebenskraft, auch wenn er sich aufbäumt und andere Völker mit in den Abgrund ziehen will. Russisch muß den selben Weg gehen, wie es alle vermeintlichen Weltsprachen tun. Sie werden vom nächsten Mächtigen außer Kraft gesetzt. Daß Esperanto ein Ausweg dieser endlosen Spirale ist, muß nur noch von den innersystemisch geprägten Bürgern erkannt werden. Erst danach können alle Sprachen (darunter Russisch) gleichberechtigt existieren.
media.interlinguistik-gil.de Beiheft 6 Kostomarov (pdf)
Johannes Klare
Französische Sprachenpolitik und Sprachpolitik im europäischen Kontext
0. „Europäische Sprachenpolitiker und Sprachpolitiker richten ihre Blicke immer wieder nach Frankreich ….“ Franzosen nehmen Belange ihrer Sprache sehr ernst. Der zentralistische Staat schützt Französisch als „ein nationales kulturelles Erbe“.
1. Die Jahrhunderte währende Zentralisierung betrifft auch die Nationalsprache. Diese war praktisch die Weltsprache. Bereits Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Dauerhaftigkeit des Status in Zweifel gezogen. Da nicht alle in dieser Zeit aufblühenden europäischen Sprachen gelernt werden können, sollte die Vorrangstellung des Französischen bewahrt werden. Politisch, ökonomisch, literarisch und philosophisch verbreitete sich Englisch bis zum 19. Jahrhundert immer spürbarer. „Der französische Sprachpurismus errichtete bereits hier Barrieren gegen diese ersten Wellen der Anglomanie.“ Die Weltgeltung der französischen Sprache wurde als bedroht angesehen. Man sah dies als Krise an.
2. Im Jahr 1883 gründete sich die Alliance Française. Sie sollte französische Sprache und Kultur nach innen und außen stärken. Inzwischen gingen die Kolonien weitgehend verloren und damit natürlich auch Einfluß.
3. Ab 1960 wurde auf ehemalige Kolonien Einfluß mit dem Ziel einer Werte- und Kulturgemeinschaft ausgeübt. Entsprechende Organisationen entstanden, eine ist die Délégation Générale à la langue française.
4. Man begann, andere nationale Varianten des Französischen einzubeziehen. Dies aber sehr zurückhaltend, z.B. wenn es um die in Québec verwendeten Feminisierung geht.
5. Frankreich und Französisch mussten nach 1945 in Europa Verluste hinnehmen. Seit den 1960er Jahren fühlen sich viele Franzosen durch die Dominanz der USA belästigt. Vor allem eigene Fachwörter werden vorgeschlagen.
6. Der Staat greift dabei aktiv mit Gesetzen ein, die nicht nur den Staat selbst, sondern alle denkbaren Anwendungen betreffen. Das am 04.08.1994 erlassene Gesetz mit einer Veränderung des Artikels 2 der Constitution de la
République Française vom 25.06.1992 sagt: „La Langue de la République est le français“. Dies hatte für Europa Folgen.
7. Die starke Verbreitung angloamerikanischer Wissenschaftssprache bis hin zur Idee in Göttingen, Vorlesungen in Englisch abzuhalten, konnten nicht im Sinne Frankreichs sein. Dort wurde klar entschieden.
8. Das Sprachgesetz von 1994 bezieht sich auf die Verhältnisse im zusammenwachsenden Europa. Frankreich will sich auch sprachlich behaupten.
9. Es wurde auch zugesichert, daß dieses Gesetz nicht gegen die sieben regionalen Minderheitensprachen gerichtet sei. Noch gab es keine grundsätzlichen Änderungen in der Sprachenpolitik.
10. 1992 wurde vom Europarat die „Charte du Conseil de l’Europe sur les langues régionales ou minoritaires“ aufgelegt. Sie trat 1998 Kraft und trug zum Schutz der Minderheitensprachen bei. So begann sich ab 1995 die Situation in Frankreich zu verändern. Die Paraphierung erfolgte 1999, die Ratifizierung steht noch aus. In Frankreich konkurrieren regionalistische (régionalistes) Strömungen mit zentralistischen (souverainistes). Rouart: „In einem Augenblick, da unsere Sprache durch angelsächsische Ausdrücke bastardisiert wird, wird sie von innen ausgehöhlt, weil sie mit örtlichen Dialekten in Wettbewerb treten muß“. Für Innenminister J.P. Chevènement „käme eine Verfassungsänderung …. einer Balkanisierung Frankreichs gleich“.
11. Jacques Toubon „regte an, dass sich das Französische öffnen und bereichern müsse auch durch Übernahmen von außen; jedoch unter der Bedingung, dass diese Elemente korrekt an die Struktur des Französischen angeglichen werden, also ihren Charakter als Fremdkörper verlieren.“ Das Angloamerikanische als die lingua franca in der EU wird hingegen als Gefahr gesehen. Wobei Englisch durch den Gebrauch als lingua franca durchaus an Qualität verliert. „Das Fortschreiten der Bemühungen um das Vereinte Europa ließ die Sorge um das Zurückdrängen des Französischen aus dem europäischen Diskurs wachsen.“
12. Das Französische verlor an Einfluß, das Angloamerikanische drängte sich auf. In der EG, dann in der EU, sollte der französische Hegemonieanspruch gestärkt werden. Mehrsprachigkeit in Europa wurde gefordert. Für das Internet wurden französische Äquivalente geschaffen, die teilweise nicht akzeptiert wurden.
13. In der französischen Sprachgesetzgebung wird einerseits eine Europafeindlichkeit, ein „Integrationshindernis für Europa“, andererseits eine Europa-Fähigkeit gesehen. Gleichzeitig unternimmt Frankreich alles, „um sich seinen Sonderstatus in Europa nicht nur sprachlich zu sichern“, sondern „sogar weiter auszubauen.“
Die um die große Französische Revolution entstandenen aufklärerischen Ansichten haben auch in Bezug auf die Europäische Einigung eine Tradition. Abbé de Saint-Piene schlug im 18. Jahrhundert eine europäische Konföderation vor, Romain Rolland gründete 1923 die Monatszeitschrift „Europe“, in der die Strömungen für Humanismus und Universalismus zu Wort kamen. (Hat man sich dort auch zum Thema der gemeinsamen Europäischen Sprache geäußert? Dies ist zu recherchieren. SE)
14. Aktuell geblieben sind in Frankreich Reaktionen auf die Dominanz der USA in Europa. Proteste gegen McDonald’s richteten sich dann „auch gegen die amerikanischen „Globalisten“ und gegen die „Brüsseler Eurokraten““.
15. Der 8. Francophoniegipfel von 1999 wirkt positiv beim „Ausbau des Französischen als internationales Kommunikationsmittel, besonders auch in Richtung Afrika“.
16. Ende 1999 meldeten sich die Deutschsprachigen wegen der Konzentrierung auf die Verkehrssprachen Englisch und Französisch in der EU zu Wort. Darin werden Wettbewerbsnachteile gesehen. Und weitere Vertreter ihrer Länder fühlen sich benachteiligt. Es gibt einen Unterschied zwischen informellen Ministertreffen und regulären Zusammentreffen der Außen- bzw. Wirtschafts- und Finanzminister, wo dagegen in alle Amtssprachen übersetzt wird. Paavo Lipponen: „Ich bin auch der Meinung, dass Deutsch prinzipiell dieselben Rechte haben sollte wie die anderen großen Sprachen. Es ist nur ein praktisches Problem, weil sich das Sprachenproblem in der Union ohne Plan entwickelt hat. Wir müssen diese Frage zusammen lösen.“
„Seit der deutschen Wiedervereinigung und der Nach-Kohl-Ära vernimmt man in Paris wachsende deutsche Hegemonieansprüche. …. Es bestehe Anlass, vor Deutschland zu warnen.“ Allerdings gab es immer wieder Annäherungen zwischen Frankreich und Deutschland.
17. Das Französisch-sein wird vom Volk getragen. Man wendet sich dort gegen Brüssel. Die Europawahl wird oft nicht gewürdigt oder europafeindliche Parteien werden gewählt. Der durch französische Wahlen ins Amt gekommene Staatspräsident Jacques Chirac blieb Euroskeptiker. Frankreich benennt Probleme der Globalisierung und beklagt die Gleichgültigkeit verschiedener europäischer Staaten bei diesen zentralen Angelegenheiten.
18. Grundsätzlich besteht aber die pluralistische Sprachenregelung in der EU. Theoretisch sind alle Amtssprachen und Arbeitssprachen gleichberechtigt, praktisch nicht. Michael Schlossmacher sieht, „dass Englisch und Französisch mit weitem Abstand vor Deutsch im täglichen Gebrauch …. sind.“ Max Hans-Jürgen Mattusch kommt in „Vielsprachigkeit: Fluch oder Segen für die Menschheit?“ zu ähnlichen Resultaten.
Eine Hegemonie der USA in Europa wird wahrgenommen. Auf einer internationalen Konferenz 1999 mit dem Titel „1989 – Ten Years After“ stellte Zbigniev Brzezinski fest: „Zehn Jahre nach dem Sturz der kommunistischen Regime sei Europa noch lange nicht Europa. Europa sei immer noch „ein Protektorat der USA – politisch, militärisch und kulturell“. Und viele Franzosen sehen das ähnlich.
19. Wie soll der Geltungsbereich der Einheitswährung Euro genannt werden? Statt des von den USA favorisierten und übersetzten Eurolande wurde Zone Euro gebräuchlich.
20. Franzosen sind vor allem für Bewahrung und Förderung der eigenen Sprache und damit der Kultur aktiv. Alle Mitgliedsstaaten der EU müssen sich dem Spagat zwischen dem vielsprachigen Europa und der eigen Sprache stellen. Dabei ist das Problembewusstsein in Frankreich viel ausgeprägter als in anderen europäischen Staaten.
Miguel Siguan verweist sinngemäß in „Die Sprachen im vereinten Europa“ darauf, daß eine sprachliche Vielfalt in Form von Gleichberechtigung und Toleranz herrschen muß, damit die Europa-Idee von den europäischen Völkern angenommen wird. „Hegemonieansprüche und sprachlicher Imperialismus sollten kein Wohnrecht in diesem gemeinsamen Haus Europa haben.“
media.interlinguistik-gil.de Beiheft 6 Klare (pdf)
Detlev Blanke
Plansprachen und europäische Sprachenpolitik
Der zugehörige Beitrag existiert bereits unter Menübereich Ansichten.
Dr. sc. phil. Detlev Blanke 30.05.1941-20.08.2016
media.interlinguistik-gil.de Beiheft 6 Blanke (pdf)
Jürgen Scharnhorst
Nachwort zur Tagung „Sprachenpolitik in Europa“
„Bereits im September 1990 stellte die Gesellschaft für Angewandte Sprachwissenschaft ihren Jahreskongress in Bonn, an dem erstmals zahlreiche Fachkollegen aus der DDR teilnahmen, unter das Thema „Ein Europa – viele Sprachen“.“ Mit der Vergrößerung der Zahl Deutschsprachiger innerhalb der EU wurde die Europäische Sprachenpolitik immer mehr Thema. In Vorträgen der Jahrestagung 1992 mit dem Titel „Deutsch als Verkehrssprache in Europa“ des Instituts für deutsche Sprache wurden wichtige Themen behandelt. Die Konferenz „Sprachsituation und Sprachkultur im internationalen Vergleich“ des Ausrichters Verein zur Förderung sprachwissenschaftlicher Studien im Jahr 1993 befasste sich besonders mit den „kleineren“ Sprachen in Mittel- und Osteuropa. Aus der Betrachtung der Sprachsituationen ergeben sich Ansätze für eine Sprachenpolitik. Ebenfalls mit „Sprachenpolitik in Mittel- und Osteuropa“ befasste sich eine Tagung der Universität Wien, wobei dann die großen Sprachen doch viel Platz einnahmen. Weitere Tagungen zu den Themenbereichen Sprachkultur und Sprachenpolitik in und für Europa folgten.
Peter Hans Nelde gliedert 1998 in „Perspektiven einer europäischen Sprachenpolitik“ Europa vereinfachend in drei Bereiche: Gesamteuropa (Europa I) mit mehr als 200 Sprachen, EU (Europa II) mit elf Amts- und Arbeitssprachen plus etwa 45 Minderheitssprachen und die EU nach der Erweiterung (Europa III) mit mehr als 70 autochthonen Amts- und Minderheitssprachen. Eine Bewältigung ist nur durch eine ausgereifte Sprachenplanung und Sprachenpolitik möglich. Die „Tutzinger Thesen zur Sprachenpolitik in Europa“ 1999 zeigten die Notwendigkeit einer Europäischen Sprachenkonferenz auf. „Es ist erforderlich, eine Struktur sprachlicher Verständigung auszuarbeiten, worin die Sprachenvielfalt als produktiver Faktor, nicht als Störfaktor wirken kann.“ Doch in den Tutzinger Thesen wurden dann doch nur die größten Sprachen der EU aufgeführt. Minderheitensprachen wurden nicht besprochen.
Die Diskussionen zum Thema „Sprachenpolitik in Europa“ öffneten den Blick auf die notwendige Überwindung der bestehenden Sprachbarrieren. EU und Europarat richteten das Jahr 2001 als „Europäisches Jahr der Sprachen“ ein.
Die Hoffnung wird ausgedrückt, daß die Diskussionen und Konzeptionen ins Bewusstsein der europäischen Öffentlichkeit dringen. Anmerkung: Es handelt sich um einen Teufelskreis. Denn erst eine solche etablierte ausreichend starke Europäische Öffentlichkeit, die aber eben noch nicht existiert, kann sich für eine wirksame Konzeption in der Sprachenpolitik mit entsprechenden Ergebnissen einsetzen. Und hier muß an Esperanto erinnert werden, welches wohl überhaupt erst eine wahrhaftige Europäische Öffentlichkeit herstellen kann.
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Vera Barandovská-Frank
Gibt es Europa?
Was ist europäisch?
Der Begriff Europa
Man kann Europa unterschiedlich definieren. Geologisch, politisch, sprachlich, mit jeweils uneinheitlichen Grenzen.
Die europäische Kultur
Schon in der Antike wurde Europa intensiv durch den Mittelmeerraum und Asien beeinflusst. Auch die neuzeitliche Wissenschaft ist nicht mehr ein Alleinstellungsmerkmal Europas. „Heute gibt es keinen typisch europäischen Alltag, keine typische Zivilisation.“ Oft sind „klägliche Nachahmungen“ des nordamerikanischen „Kultureintopfes“ vorzufinden. „Wenn es also kein Europa gibt, muss es gestaltet werden.“ Völlig richtig Aktivitäten sind nötig. Allerdings ist tatsächlich ein Europa vorhanden, nur leider mit einigen Schwachstellen. Der europäische Kontinent wird von der EU repräsentiert. „Die schon 1920 zwischen Luxemburg und Belgien geschlossene Währungsunion und der 1947 beschlossene Staatenbund Benelux können als Keime dieser wachsenden Wirtschaftsmacht gelten.“ Der Weg führte zur EU. Dabei steht die Ökonomie im Vordergrund. Kultur wird nicht besonders gepflegt. Sprachen sind nur interessant, wenn es um das Bezahlen von Übersetzungen oder Fremdsprachenlernen geht. Bei dem geringen Interesse gibt es einen guten Vergleich aus der Geschichte. Einige Völker, welche in den römischen Einflussbereich kamen, verzichteten auf ihre Muttersprachen. Ähnliches passiert heute über das Englische.
Verschiedene nationale Bestrebungen gehen dagegen in Richtung Sprachenerhalt. Statt nur in nationalen Identitäten zu verharren, brauchen wir natürlich „eine europäische Identität.“
Die EU findet Vielsprachigkeit gut. Aber wieviele Sprachen müsste ein Europäer wohl erlernen? Als übernationale Sprache gilt das Englisch der USA. „Eine – praktisch (noch?) nicht existierende – europäische Identität ….“ kann nicht „…. durch die Sprache einer anderen Nation“ begründet sein. „So wie es heute kein Europa und keine europäsche Identitat gibt, so gibt es auch kein Europäisch.“ Diese Behauptung ist recht absolut. „Ebenso wie Europa selbst, müsste auch Europäisch erst gestaltet werden.“ Wer würde denn eine solche Sprache durch Gesetz durchsetzen? „Es gibt übrigens Plansprachen, über die man auch nachdenken könnte.“ Aber natürlich. Und Esperanto wurde schon vor hundert Jahren als Europäisch verwendet. „Nur Idealisten (darunter auch Esperantisten) können sich …. ein gemeinsames Europa-Gefühl und eine gemeinsame Europa-Sprache erhoffen.“ Aber warum sollen nicht noch mehr der sicher noch wenigen mit ethischem Idealismus ausgestatteten Bewußten Europäer den Weg in Richtung Esperanto gehen? „Ich werde für eine sprachgrenzübergreifende und neutrale Sprachpolitik plädieren.“ Volle Zustimmung.
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Sabine Fiedler
Bela dam‘, ĉu al vi plaĉus, se akompanon mi kuraĝus?
Zur Übersetzung von Goethes „Faust“ ins Esperanto
1 Einleitung
„Gegenstand meines Beitrags ist die Esperanto-Übersetzung von Goethes „Faust“, die aus Anlass des 250. Geburtstages des Dichters und des zu dessen Ehrung ausgerufenen Goethe-Jahres veröffentlicht wurde.“ Vorgestellt wird die „qualitativ gute Übersetzung von Karl Schulze“. Das Buch enthält umfangreiche Informationen über Goethe, Faust „und die Geschichte der Faust-Übersetzungen ins Esperanto“. Karl Schulze kann die „poetischen Ausdruckspotenzen des Esperanto“ vermitteln. Die Esperanto-Übersetzung des „Faust“ lässt sich verschieden betrachten:
1. aus literaturwissenschaftlicher Sicht
2. aus übersetzungswissenschaftlicher Sicht
3. aus phraseologiewissenschaftlicher Sicht
2 Zu einigen literaturwissenschaftlichen Überlegungen
Nikola Rašic sieht „übersetzte Werke der Weltliteratur, die allgemein-menschliche Werte verkörpern, humanistisches Gedankengut übermitteln …. in ihrer Übersetzung als wesentliche konstituierende Bestandteile der Esperanto-Literatur“. Nun zu Faust.
3 Zu einigen übersetzungswissenschaftlichen Überlegungen
Das umfangreiche Werk beinhaltet wenigstens 12111 Verse. Reime bereiteten die meisten Probleme. Vier Verfahren lassen sich erkennen, um sowohl Inhalt als auch Struktur gerecht zu werden.
(1) Die „in Regel 16 der Esperanto-Grammatik beschriebene Elision der Substantivendung -o.“
(2) Die emphatische Wortstellung. Die Wortstellung S-P-O ist für Esperanto keine Bedingung, Abweichungen davon werden aber doch „als merkmalhaft oder stilistisch markiert empfunden.“
(a) Nachstellung des Attributs (b) Nachstellung des Personalpronomens (c) Voranstellung des Verbs (d) Vertauschung von Hilfs- und Vollverb (e) Voranstellung des Objekts
(3) Wortbildungspotenzen des Esperanto
(4) Synthetische Passivformen
4 Zu einigen Überlegungen aus phraseologischer Sicht
Aus dem hohen Stellenwert dieser Tragödie in der deutschen Sprache ergibt sich eine Verantwortung. Schließlich sind viele Passagen zu geflügelten Worten geworden. Das Ergebnis der Übersetzung ist wohl gelungen. „Über die Akzeptanz …. der …. Passagen muss die Sprechergemeinschaft entscheiden. Voraussetzung dafür ist jedoch erst einmal, dass das Buch Verbreitung findet und gelesen wird. Dieses wäre der Übersetzung wirklich zu wünschen.“
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Karl-Hermann Simon / Ingward Ullrich
Erfahrungen bei der terminologischen Bearbeitung der forstlichen Fachsprache
Zusammenfassung: „1981 wurde begonnen, die forstliche Fachsprache für Esperanto terminologisch zu bearbeiten und Grundlagen für die Bearbeitung in den Ethnosprachen zu schaffen. ….“
0 Vorwort
Die Erfahrungen sollen den Mitarbeitern des „Lexicon-silvestre-Projektes“ untereinander dienen, aber auch anderen Interessenten und Fachleuten, welche sich mit terminologischer Arbeit befassen.
1. Der Verlauf der Bearbeitung und die praktischen Erfahrungen
1.1 Die ersten Schritte nach dem Beginn im Jahre 1981
1981 regte Milan Svoboda an, eine Fachbibliothek anzulegen, mit dem Ziel, gemeinsam mit Karl-Hermann Simon ein forstliches Esperanto-sprachiges Wörterbuch vorzubereiten. Esperantosprachige Forstleute kamen innerhalb des Esperanto-Verbandes im Kulturbund der DDR mit weiteren Forstleuten zusammen und bildeten eine „Wissenschaftliche und Technische Kommission“. „Die Verständigung mit anderen Esperantisten über terminologische Probleme half bei den ersten Schritten.“
1.2 Die zweite Periode mit dem „Forstista Informilo“ ab 1982
Ab 1982 erschien das Mitteilungsblatt „Forstista Informilo“. Für ein zu schaffendes mehrsprachiges Wörterbuch wurde das bereits vorhandene fünfsprachige „Wörterbuch der Forstwirtschaft“ als Grundlage verwendet. Unerwünschte internationale Kontakte und Rechentechnik, die nur englisches Alphabet verwendete, waren Herausforderungen. Ein Code musste entwickelt werden. Mit der Arbeit entstand die Organisation „Internacia Forstista Rondo Esperantlingva“ (Internationaler Arbeitskreis Esperanto-sprachiger Forstleute).
1.3 Die dritte Periode seit der Zusammenkunft in Brünn im Jahr 1984
Bei dem Treffen wurden erste bearbeitete Begriffe vorgelegt. „Nach der Begrenzung des Fachgebietes erfordert terminologische Arbeit die Aufstellung von Begriffssystemen und eine Definition der Begriffe.“
1.4 Die vierte Periode nach dem Jubiläums-Weltkongress in Warschau 1987
Der Kongress wurde von den IFRE-Angehörigen genutzt. Unterschiedliche Fachaufgaben waren zu bewältigen. Die Zahl der Veröffentlichungen wuchs bis 1990.
1.5 Die fünfte Periode mit Unterstützung durch das Arbeitsamt Eberswalde seit 1991
Entlassene Fachleute konnten über ein ABM-Projekt eingestellt werden. 1992 konnte ein Probeexemplar (Lexicon silvestre) vorgestellt werden. Aber kein Verlag wollte diesen alle Sprachen umfassenden Band herausgeben. 1994 war das Material auf Disketten gesammelt, danach wurde eine schnellere CD-ROM-Form geplant. Zum Ende der Förderung entstand der „Förderverein ‚Lexicon silvestre‘ e. V.“.
1.6 Die sechste Periode als selbständige juristische Person ab 1993
Arbeitslose Fachleute führten die Wörterbuch-Arbeit unentgeltlich fort. Die Verbreitung der Ausgaben stellte sich unter Marktwirtschaftlichen Bedingungen als schwierig heraus.
Zusammenstellung der praktischen Erfahrungen
Sie wird hier nur angedeutet, von:
1 – „Zugangsmöglichkeit zu Literatur und Verfügbarkeit von Computern sind die Grundvoraussetzungen für terminologische Arbeit.“ bis:
37 – „Zur Werbung und damit zur Verbreitung der Ergebnisse der terminologischen Arbeit sowie zur Aufnahme von Vorschlägen sollten immer wieder Vorträge vor unterschiedlichen Interessengruppen gehalten werden.“
Literatur: Siehe Verweis
media.interlinguistik-gil.de Beiheft 6 Simon/Ullrich (pdf)
Beiheft 6 Anhang
Die Gesellschaft für Interlinguistik e.V. verweist im separaten Anhang des Mitteilungsblatts der Gesellschaft für Interlinguistik e.V. Beiheft 6 (Beihefte zu den Interlinguistischen Informationen 10.2001) auf eine Auswahlbibliographie zu „Sprachenpolitik in Europa“ von Detlev Blanke und Jürgen Scharnhorst. Dort erscheinen viele Namen von Autoren, die sich mit unserem Thema beschäftigt haben. Inwieweit die genannten Personen und Institutionen für uns relevant sind, muß weiter recherchiert werden. Mit zumindest einem Teil der Ausarbeitungen werden wir uns wohl noch intensiv auseinandersetzen müssen, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten.
web.interlinguistik-gil.de Veröffentlichungen BH6
media.interlinguistik-gil.de Beiheft 6 Anhang (pdf)
media.interlinguistik-gil.de Beiheft 6 Komplett (zip)
Empfehlung: Erwerben Sie bitte wenn möglich angebotene Druckerzeugnisse.
Wer spricht Esperanto? – Eine soziologische Untersuchung zum Deutschen Esperanto Bund e.V.
[Frank Stocker] (2002)
Einleitung: Esperanto-Sprecher können wohl nicht als „natürliche Gemeinschaft“ bezeichnet werden. Esperanto ist keine alleinige Muttersprache. Sie wird auch nicht breit in den Gesellschaften verwendet. Trotz des damit verbundenen erhöhten Aufwands finden sich Menschen zusammen. Diese verbindet weltweit ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Ihre Werte und ihr Weltbild werden hier untersucht. Dies geschieht selten. Grundlage ist eine Umfrage des Deutschen Esperanto-Bundes (DEB) von 1992. Wegen der Begrenzung auf die beantworteten Fragebögen der deutschen Organisation sind die Daten zwar nicht repräsentativ, aber doch verlässlich. Diagramme und Schaubilder veranschaulichen die Aussagen des Beitrags.
Altersverteilung: Jüngere und Ältere sind stärker vertreten. Diese haben mehr Zeit als die mittlere Generation.
Schulabschluss: Die Abitur-Quote ist hoch. Selbst bei den vor 1924 Geborenen hat die Hälfte ein Abitur, heute praktisch alle.
Religion: Wer unter den Esperantisten einer Religion angehört, übt sie auch eher aus, als es der Durchschnitt tut.
Sprachkenntnisse: Die Rangfolge der Sprachen ist wie üblich, allerdings mit hohen Quoten.
Erlernen weiterer Sprachen: Über die Hälfte möchte weitere Sprachen lernen.
Erlernen des Esperanto: Die meisten begannen zwischen 15 und 25 Jahren.
Sprachkenntnisse in Esperanto: Ein Drittel bezeichnet die Kenntnisse als fließend, ein Drittel als gut, ein Drittel spricht nur wenig oder mittelmäßig.
Zahl der Fremdsprachen: Esperantisten sprechen überdurchschnittlich viele Fremdsprachen.
Gründe des Erlernens von Esperanto: Zwischen verschiedenen Erwägungen konnte gewählt werden. Unterschiedliche Gruppen wurden befragt. Religiösen Mitgliedern ist die Idee wichtiger als praktische Erwägungen. Dagegen nannten Jugendliche die „Neugier“ oder das „Interesse“.
Werthaltungen: Wie wird der jeweilig benannte Wert im Verhältnis zur Gesellschaft repräsentiert? Überhöhtes Wohlstandsdenken wird kritisiert, ebenso ein überzogenes Nationalbewusstsein. Mehr wertgeschätzt als in der Gesamtbevölkerung werden politische Mitbestimmung, soziale Gerechtigkeit, Ehrenamt und weitere. Jugendliche stehen weniger für traditionelle Werte, religiös Orientierten sind eben diese Werte gerade wichtiger. Aktivere sehen ihre Werte allgemein verstärkt.
Ausländer: Trotz der durch eine große Zahl Einwanderer entstandene Krise besteht weiterhin eine positiv eingestellte Toleranz.
Europäische Union: Das „Vaterland“ spielt eine geringere Rolle als im Durchschnitt, der Schaffung einer gesamteuropäischen Regierung steht man offener gegenüber. Jugendliche fühlen sich sogar mehr einer EG/EU als Deutschland verbunden.
Ergebnisse: Das Bildungsbürgertum ist stark vertreten. Abitur-Abschlüsse sind die Norm. Arbeiter sind kaum dabei. Dies ist wohl für soziale Bewegungen typisch. Diese Gruppe „ist Träger der Gesellschaft in politischer, ökonomischer und ideologischer Hinsicht“. Trotz geringer Zahl treffen sich im „Kontext der sozialen Milieus“ auch die Esperanto-Sprecher häufiger.
Die Esperanto-Bewegung wird hier als Intellektuellenbewegung bezeichnet. Normalbürger schreckt die Vorstellung ab, „eine Sprache lernen zu müssen, die materiell nichts bringt“. Die „Gruppe der verhinderten Intellektuellen“, welche früher in den Arbeiter-Esperanto-Bewegung aktiv waren, ist verkümmert. Allgemein lernen Esperanto-Sprecher gern Sprachen. Sie wollen Völkerverständigung und Frieden. Dies ist aber bei den Jugendlichen weniger ausgeprägt, sie vertreten weniger einen „ethischen Idealismus“ als die Älteren.
Allgemein haben sozial-emanzipatorische Werte bei Esperanto-Sprechern eine sehr hohe Bedeutung. Es werden drei Grundströmungen festgestellt: eine religiös geprägte Soziallehre, das traditionelle Arbeitermilieu sowie die Neuen Sozialen Bewegungen. Von Nationen hält man wohl wenig, die EU wird unterstützt, Ausländern gegenüber ist man offen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung sind bereits zehn Jahre vergangen und auch damals haben sich in der Gesellschaft viele Werte verschoben. Und diese Entwicklung ist nicht abgeschlossen.
Anmerkungen
Auf einige Text-Aussagen soll hier näher eingegangen werden.
| Sprachkenntnisse in Esperanto: Ein Drittel spricht nur wenig oder mittelmäßig. Woran liegt das? Vermutlich gibt es unter Esperantisten eine ähnliche Verteilung von Lernbegabten wie bei der allgemeinen Bevölkerung. Vermutlich spielen aber auch weitere Faktoren im Sozialen eine Rolle. Liegt es an einer Kommunikations-Einschränkung, die bei der Muttersprache längst kompensiert wurde?
| Ausländer: Menschen kommen aus unterschiedlichen Gründen nach Europa und nach Deutschland. Damit ist der Begriff Ausländer zu allgemein gefasst. Esperantisten treffen sich naturgemäß mit Ausländern. Dabei handelt es sich um Gleichgesinnte. Jedoch scheint es, daß unter den in großer Zahl Einwandernden besonders wenige Esperantisten zu finden sind.
| Europäische Union: Wir hätten weniger Probleme, wenn das nationale Denken nicht ausufern würde. Natürlich kann man zu seiner Nationalität stehen. Doch wir sind ebenso auch Europäer. Es wäre falsch, eine Rangfolge der Identitäten zu fordern. EDE ist in seinem Anspruch dem Föderalismus nahe, die Dinge so weit unten zu regeln, wie dies möglich ist, aber die gemeinsamen Aufgaben auch wirklich gemeinsam zu bewältigen. Der Ansatz ist, alle eigenen Identitäten gleichwertig zu leben. In der heutigen Zeit muß also besonders das Europäisch sein gefördert werden.
| Ergebnisse: Zur Gruppe der verhinderten Intellektuellen. Wir leben in einer Übergangszeit. Ein großer Anteil der Arbeitsplätze im Fertigungsbereich wurde nach Ostasien verlagert. Ein Grund, warum es hier kaum Arbeiter-Esperantisten gibt. Die Fertigungs-Verlagerung stellt für uns ohnehin ein großes geopolitisches Risiko dar. Dies muß erst noch von den Gesellschaften verstanden werden.
Der Druck, allen eine gute Bildung zu ermöglichen, egal welcher sozialen Herkunft, war vor der Wende 1989/1990, im Wettstreit der Systeme, noch etwas größer. In der DDR wollte man zudem die „Diktatur des Proletariats“ z.B. durch Förderung von Kindern aus Arbeiterfamilien vorführen. Dazu wurden dann gelegentlich die Tätigkeiten der Eltern so weit ausgelegt, bis sie ja als irgendwie Werktätige letztlich auch Arbeiter waren. Selbst bei den bekannten historisch entstandenen System-Ansätzen bleiben unterschiedliche Bevölkerungsteile auch dann mehr oder weniger sichtbar, wenn alle in der Theorie gleiche Chancen haben.
Für uns (EDE) stellt sich die Frage: Wo sind unsere potentiellen Anhänger zu finden? Inwieweit passt unser Europäer-sein zu den drei genannten Grundströmungen der religiös geprägten Soziallehre, dem traditionellen Arbeitermilieu und den Neuen Sozialen Bewegungen?
Wir bemerken seit Jahren eine gewisse Zurückhaltung mancher Esperantisten uns gegenüber. Gründe können unterschiedlich sein. Dort ist noch einiges zu analysieren. Dabei ähneln Ansichten und Werte von EDE denen der Mehrheit der Esperantisten, auch wenn sie möglicherweise nicht völlig deckungsgleich sind. Leider fehlt noch eine aussagekräftige Beschreibung der Verhältnisse. Wir sind wohl noch zu klein. Dabei wäre ein Erkennen von Zielgruppen in den Gesellschaften vorteilhaft. Die Türen stehen jedenfalls für alle ernsthaft Interessierten offen.
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Sprachplanung in Irland
[Seán Ó Riain]
Einführung: Keltische Sprachen bestehen aus Gruppen. Der Gruppe des Gälischen (Góedel für Ire) gehört Irisch mit seinen Dialekten Schottisch-Gälisch und Manx an. Die andere Gruppe ist die britische (oder britannische) mit Walisisch, Bretonisch und Cornisch. Keltische Sprachen sind indogermanischer Herkunft. Sie waren im 3. und 2. Jahrhundert v.u.Z. in weiten Teilen Europas verbreitet. Neben Irland z.B. auch in solchen Regionen wie Galicia (Spanien), Galizien (Polen), Galatien (Türkei).
Eine sprachliche Besonderheit des Irischen sind die, anders als sonst bei indoeuropäischen Sprachen, variierenden Wortanfänge.
Geschichte: Das über 2000 Jahre dominante Irisch war auch über Jahrhunderte in Schottland präsent. Die Sprache wird in eine Reihe von Perioden unterteilt. Mit dem Christentum kamen neue Einflüsse, so auch die Verschriftlichung der Sprache. Der Einfall der Anglo-Normannen 1169 brachte 800 Jahre Kampf. Eine Mehrheit wurde zu Englischsprechern. Zuerst betraf das den nach England ausgerichteten Küstenstreifen (Pale). Unabhängig davon assimilierten sich Engländer im Landesinneren. Dies wurde von der Obrigkeit bekämpft. Engländer sollten kein Irisch benutzen. Es kam zu einer schleichenden Anglifizierung. Im 16. Jahrhundert wurde der Adel vertrieben. Irisch wurde zu einer reinen Volkssprache. Im 17. Jhd. wechselte der Mittelstand die Sprache. Karriere machen ging nur mit der Kolonialisten-Sprache. Später wurden Iren ihrer Rechte beraubt, mit der Begründung, sie seien Katholiken. Irisch durfte nicht verbreitet werden und entwickelte sich zu einer Minderheitensprache. Nach Einführung der Schulpflicht im Jahr 1831 war der Unterricht auf Englisch, Irisch-Sprecher wurden bestraft.
Eine Wende brachte das Jahr 1883, als sich die Gälische Liga gründete. Die Identifikation nahm wieder zu. Eines der Ziele war die Entanglisierung Irlands.
Sprachplanung des irischen Staates: Die erste Zusammenkunft eines unabhängigen irischen Parlaments 1919 wurde fast nur in Irisch abgehalten. Der 1922 anerkannte Staat Irland wollte die Sprache retten und damit Identität zurückholen. Zur Politik gehörte frühzeitig die Sprachplanung, welche sich in die Bereiche „Corpus“ und „Status“ gliedert.
Die „Corpus“-Sprachplanung behandelt die Sprache selbst. Bei der „Status“-Sprachplanung wird auf die Rolle der Sprache in Politik und Gesellschaft eingewirkt.
Die „Corpus“-Sprachplanung war eine Herausforderung. Da Irisch seit 300 Jahren keine Verwaltungssprache mehr war, musste eine Standartsprache zusammen mit ihrer Schriftform neu entwickelt werden. Bisher wurde in drei Dialekten geschrieben. Gesprochenes und klassisch Geschriebenes passten nicht mehr zusammen. Allmählich konnten diese Aufgaben gelöst werden. Um diesen Prozess aber zu beschleunigen, handelte die Regierung. Ab 1922 sollten nämlich alle Gesetze zweisprachig veröffentlicht werden. Als Übergang nutzte man dafür den südirischen Dialekt. Eine einheitliche Orthografie wurde 1947 eingeführt. 1958 folgte eine Standard-Grammatik. Ab 1932 wurde vorübergehend die „gälische Schrift“ verwendet, seit den 1960er Jahren wieder die lateinische.
Die „Status“ Sprachplanung bereitet Probleme. Irisch wurde nicht wieder wie erhofft die dominante Sprache in Irland. Grundschüler lernen Irisch wie eine Fremdsprache. Ein Drittel beherrscht die Sprache, ein Drittel kann sie eingeschränkt nutzen, ein Drittel kann dies nur wenig. Als Unterrichtssprache beherrschen sie 83,8%. Oft haben die Eltern wenig Interesse, ihre Kinder zu fördern.
Welche Ergebnisse zeigen fast 80 Jahre Statusplanung? Ohne Sprachplanung hätte die Sprache wohl keine Überlebens-Chance gehabt. Doch bleibt die Zahl der Nutzer gering. Dies liegt aber nicht am Bildungswesen. Ó Riain sieht vier Hauptgründe des bisherigen Scheiterns.
Ein falsches Verständnis des Zusammenhangs zwischen Sprachfähigkeit und Sprachnutzung führte dazu, daß zwar Irisch unterrichtet, dessen Anwendung aber nicht geplant wurde. Die Gesellschaft muß daher klare Regeln schaffen, wann und wo Irisch gilt.
Statt einer umfassenden Sprachplanung beschränkte sich der Staat allein auf das Bildungswesen. Benachbarte Ministerien blieben bei Englisch.
Dem Optimismus des Neubeginns folgte die Ernüchterung. Der schnelle Übergang zur Mehrheitssprache Irisch blieb aus. Erst wurden Probleme kleingeredet, dann die Fortschritte. Doch nötig ist eine wissenschaftliche Analyse.
Die erwartete West-Ost-Ausbreitung fand nicht statt. In Gebieten, wo sich die Sprache zurückzog, obwohl sie noch verstanden wird, sind die Chancen einer Wiederkehr gering. Englisch breitet sich vom städtischen zum ländlichen aus.
Anmerkungen
| Ein Drittel beherrscht die Sprache, ein Drittel kann sie eingeschränkt nutzen, ein Drittel kann dies nur wenig. Wie bereits im Beitrag „Wer spricht Esperanto?“ auch hier diese drei Kategorien. Die Sprachfähigkeiten verlaufen also über ein Spektrum. Aber solche Messwerte offenbaren nicht automatisch die umfassenden Fähigkeiten der jeweiligen Schüler.
| Dem Optimismus des Neubeginns folgte die Ernüchterung. Der schnelle Übergang zur Mehrheitssprache Irisch blieb aus. Auch hier Parallelen zu Esperanto. In der Geschichte wiederholen sich Phasen mit ihren Begebenheiten immer wieder, je nach politischer Klein- und Großwetterlage.
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Was ist die deutsche Sprache für ein(en) Verein? Eine Außenansicht des Vereins Deutsche Sprache
[Cornelia Mannewitz]
Cornelia Mannewitz kann nur eine Außenansicht des Vereins anbieten. Kontakte gab es kaum. Der Verein (Region Berlin-Potsdam) präsentiert sich in seiner Internet-Begrüßung überspitzt mit englischen Ausdrücken, um dann auf einen Schutz der Deutschen Sprache hinzuweisen. Es folgt eine knappe politisch korrekte Entschuldigung für von Deutschen verübten Verbrechen. Der Kultur-Begriff wird nicht klar definiert. Sachlicher tritt der Verein in Dortmund auf. Auch hier wird der Reinheitsgedanke vorgebracht. „Uns vereint der Überdruß an der Vermanschung des Deutschen ….“. Jene nervt „das kosmopolitische Imponiergehabe vieler Zeitgenossen“. Der Verein führte verschiedene Aktionen durch. Er protestierte gegen das englischsprachige Motto der Olympia-Bewerbung Leipzigs. Werbesprüche sollten verständlich sein. Das beim Wettstreit „Deutschland sucht den Superdichter“ siegreiche Gedicht wurde bei eBay versteigert. Es weist Mängel auf. Eines der grundlegenden Projekte ist die Anglizismenliste mit Bewertungen des jeweiligen Wort-Status. Es scheint so, als sei nicht wissenschaftlich genug herangegangen worden. Der Verein wirbt dafür, Leserbriefe zu schreiben. Durchgeführt werden Aktionen wie „Sprachpanscher des Jahres“ und „Sprachhunzer des Monats“. Sprachliche Fehlleistungen werden kritisiert, allerdings auch von Nicht-Deutschen, welche sich wohl noch nicht lange hier aufhielten.
„Jedenfalls verfolgt der Verein auch weitergehende politische Interessen“. Befragt wurden Kandidaten der Bundestagswahl 2002 nach Deutschunterricht, Verbraucherschutz, Wissenschaftssprache, einem „Rat für die deutsche Sprache“, nach der Arbeitssprache Deutsch in der EU, nach mehr Sprachloyalität. Kandidaten erhielten ein „sprachpolitisches Gesamtprofil“. Aus Vereinssicht unterstützenswerte Politiker erhalten den Jacob-Grimm-Preis (35.000€). Dazu zählte 2002 allerdings auch Ljudmila Putina. ….
Ein Bericht bezieht sich auf eine Debatte zur Großen Anfrage der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag. Thema war Verbreitung, Förderung und Vermittlung der deutschen Sprache. MdB Erika Steinbach (CDU) wird zitiert. „Werbung und mangelhafte deutsche Produktbeschreibung“ würde „Millionen von Menschen vom Dialog im eigenen Heimatland“ ausgrenzen. „Erika Steinbach ist Präsidentin des Bundes der Vertriebenen“. In einer Rezension Krämers, Vorsitzender des Vereins, äußert er sich über eine Zurückhaltung bei der Nutzung der deutschen Sprache gegenüber Osteuropa auf EU-Ebene. Dabei zeigt er ein konservatives Weltbild. Das Seminar „Die Anglisierung der deutschen Sprache als politisches Problem“ wurde beim Sommersemester 2001 der FU Berlin angekündigt. Es gab Proteste u.a. von acs (association of critical students, auch ACS Anonyme Criticaster genannt), bis hin zu Störungen der Veranstaltung. Vorstandsmitglieder verfassten Leserbriefe. „Der Verein Deutsche Sprache verwahrt sich energisch gegen Unterstellungen, er stehe in der Nähe von Rechtsradikalen“.
Abschließend wird noch einmal festgestellt: Der Verein „wendet sich gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsradikalismus (auch Linksradikalismus) in jeder Form“.
Anmerkungen
Die Diskussionen offenbaren tiefe ideologische Gräben. Ein gewisses Verständnis gegenüber Bedenken, die Sprache Deutsch könne zu viel ihrer Eigenheit verlieren, sollte dennoch nicht automatisch als nationalistisch gewertet werden. Doch würden sich die Vertreter des Vereins in der Konsequenz offen für eine neutrale Sprachenlösung in der Welt und in Europa einsetzen, wären sie glaubwürdiger. Es geht dabei um eine grundlegende Haltung zur Gerechtigkeit. Einzelnen Mitgliedern kann man solche Ansätze sicher nicht absprechen. Einige dünne Informations-Verbindungen zwischen Esperanto-Sprechern und VDS-Anhängern existieren. Doch ist beim Verein teilweise ein gewisser Unterton vernehmbar, welchen auch Nationalisten verwenden. Wie kann man dann dort unter solchen Umständen seine Muttersprache pflegen?
Allzuoft sind bestimmte Themen tatsächlich durch Extremisten besetzt. Die Fassaden passen nicht zum Inhalt. Es ist einfach schade, daß bestimmte durchaus nachvollziehbare Bereiche sofort von extremistischen Kräften vereinnahmt werden, so daß manche Themen nur noch schwer ansprechbar sind. Wir sollten in der Politik vieles behandeln können und den falsch schlussfolgernden Rattenfängern keinen Boden überlassen. Dinge erkennen, benennen und die richtigen Schlüsse ziehen. Dies ist bestimmt nicht einfach. Dabei sind Tabus natürlich zu akzeptieren.
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English as a Lingua Franca (Zum Modell eines nichtmuttersprachlichen Englisch im Vergleich zum Esperanto)
[Sabine Fiedler]
1 Zur Bezeichnung lingua franca
Man meint heute damit eine Sprache, die von verschiedenen Muttersprachlern genutzt wird, um die Kommunikation untereinander zu vereinfachen. Zwischen dem 13. und 18. Jhd. war dies eine an der Mittelmeerküste verbreitete romanische, mit arabischen und griechischen Elementen gemischte Sprache. Der Zweck einer lingua franca besteht in der Verständigung. Eine Klassifizierung (Samarin) gliedert diese in: „natural“, „pidginized“ und „planned“. Im Beitrag geht es vorrangig im Englisch, am Ende wird auch auf Esperanto Bezug genommen.
2 Zur gegenwärtigen Rolle des Englischen
Zur Zeit ist Englisch die am meisten verwendete Sprache der Welt. Sie entstand ab dem 5. Jhd. aus germanischen Dialekten. Ab dem 16. Jhd. breitete sich die Sprache mit ihren Sprechern aus, durch Siedler in Nordamerika, Bermuda, Bahamas, dem karibischen Raum, sowie auch über Schottland nach Irland. Im 19. Jhd. erstreckte sich deren Einfluß bereits bis nach Australien, Neuseeland, Südafrika, den Falkland-Inseln, sowie teilweise nach Wales. Einige Länder nutzen heute Englisch als Zweitsprache, sogar als Amtssprache. Englisch wird als „global language“ verstanden und in vielen Bereichen eingesetzt. Dabei sind bei etwa „80% der Situationen …. keine Muttersprachler beteiligt“.
Die Verbreitung zeigt deutlich: „Sprachfragen sind Machtfragen. Es sind nicht die innersprachlichen Strukturen, die eine Sprache bedeutsam machen, sondern die Machtposition ihres Trägerlandes“. Diese Dominanz wird gegenwärtig durch die USA hervorgerufen.
In einer Grafik werden drei Anwendungsbereiche dargestellt. Muttersprachliche Varianten des Englisch befinden sich in einem inneren Kreis. Darum ein „outer circle“ mit ehemals kolonisierten Ländern, darum der „expanding circle“ mit denen, die Englisch als Fremdsprache lernen. Mit Zuwachs wird wohl gerechnet.
3 „English as a Lingua Franca“ (ELF)
Smith vermutet, daß Sprecher bei ihren non-verbalen Gewohnheiten bleiben, sich aber bei verbalen Gefühlsregungen wie im Englischen ausdrücken.
Quirk wünscht ein „Nuclear English“ mit einigen Vereinfachungen in der Struktur.
Crystal sieht Veränderungen der Sprache bei der mündlichen Kommunikation durch Nichtmuttersprachler, z.B. in der EU. Eine neue Form des Englischen, ein „World Standard Spoken English“ wird wahrgenommen.
Phillipson sieht darin keinen „Standard“, da er an die Muttersprachen-Normen gebunden sei.
Die Forschungsrichtung „English as a Lingua Franca“ (ELF) fragt nicht nach Ansehen von Muttersprachlern. ELF wird als „eigenständige Varietät“ anerkannt. Dabei haben die nicht-muttersprachlichen Nutzer ein Recht auf Bedürfnis-orientierte Veränderungen.
Mehrere Autoren betrachten das so: Nicht-muttersprachliche Nutzer handeln mit starkem Kooperationswillen und wenden „entsprechende Reparatur- und Verhaltensstrategien“ wie einen verstärkten Einsatz von Rücksignalen an. Ungenauigkeiten bestehen in der Aussprache, unwesentliche Formen fallen weg. All diese Besonderheiten werden nicht als fehlerhaft, sondern als gleichberechtigte Varietät verstanden. Der Muttersprachler wird damit entthront. Dies macht ELF attraktiv. Phillipson sieht darin bereits eine „kommunikative Gleichberechtigung sowie die Aufrechterhaltung sprachlicher Vielfalt und nationaler Souveränität“. Dies erinnert an Merkmale von Plansprachen. Ein Vergleich zu Esperanto ist nun angebracht.
4 English als lingua franca und Esperanto-Kommunikation
Parallelen bei der Nutzung gibt es. Auch beim Ausgangspunkt, der Suche nach der Lösung des Sprachenproblems, da die heutige Dominanz des Englischen weiterhin für eine ungerechte Kommunikation sorgt.
Bei der lingua franca wie bei der Plansprache findet eine „robuste“ Kommunikation in kooperativer und solidarischer Atmosphäre statt. Dazu gehören z.B. auch Esperanto-Wortspiele. Nonverbales Verhalten wird von einzelnen Kulturen übernommen. Gerade Esperantisten zeigen dabei ein Interesse an Kulturen und Sprachen.
Sowohl bei ELF wie auch bei Esperanto können sich die Gesprächsteilnehmer wegen fehlender Muttersprachler gleichberechtigt und damit selbstsicherer fühlen. Der Nachteil bei der lingua franca bleibt, daß eben doch ein Englisch-Muttersprachler teilnehmen könnte und damit der vorherige Vorteil verschwindet. Daß sprachlich überlegene Sprecher Diskussionen dominieren, ist allerdings immer ein Risiko.
Auch Englisch als lingua franca hat wie Esperanto ein Akzeptanzproblem. Ammon sieht in einer „tief sitzenden Aversion unter großen oder zumindest einflussreichen Teilen der europäischen Bevölkerungen gegen jegliche künstliche Sprache …. einen Hauptgrund, der gegen“ Esperanto spricht. Die Autorin weist aber auch auf die weitgehende Unkenntnis des Esperanto mit seinen Ausdruckspotenzen hin. Statt sich zu informieren, wird eine „Ablehnung des Einfachen“ vollzogen. Man möchte die Schwierigkeiten des Englischen meistern, um etwas zu gelten. Ein „seiner Feinheiten …. entraubtes“ Englisch wird wie Esperanto als primitiv angesehen.
5 Schlussbemerkung
Die Akzeptanz von ELF, das als Reaktion auf das weltweit genutzte Englisch entstand, ist gering. Eine solche Erfahrung wurde bereits mit Esperanto gemacht. Englisch wird eine Herausforderung für Schüler bleiben. Sie sollten „mit den verschiedenen Varietäten vertraut gemacht werden“.
Anmerkungen
Auch wenn viele Menschen den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen und glauben, Englisch sei für immer die über allem stehende Sprache, die Geschichte lehrt etwas anderes. Reiche kommen und gehen und mit ihnen ihr sprachlicher Einfluß. Und immer führte das zu Neuausrichtungen im kulturellen und sprachlichen Bereich. Diese Gesetzmäßigkeit gibt es tatsächlich und daran wird sich nichts ändern. Wir Europäer sollten die richtigen Lehren aus der Geschichte ziehen und uns auf viele Umbrüche einstellen. In Krisen entwickeln sich Dinge weiter. Das bedeutet, daß es zu Entwicklungen kommt, die Esperanto-Freunde mitbestimmen sollten. Europa bewegt sich entweder nach vorn in Richtung Einheit (in Vielfalt), oder es zerfällt.
media.interlinguistik-gil.de Beiheft 12 Fiedler (pdf)
media.interlinguistik-gil.de Beiheft 12 komplett (pdf)
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Gesellschaft für Interlinguistik (Beiheft 13)
Auch das Beiheft 13 der Gesellschaft für Interlinguistik e. V. ist wegen des Schwerpunktes Sprachen in Europa für EDE besonders interessant.
Die Gesellschaft für Interlinguistik e.V. brachte im Oktober 2005 ein Mitteilungsblatt zu „Sprachenpolitik und Sprachkultur“ heraus. Das Beiheft 13 der Interlinguistischen Informationen beinhaltet Beiträge einer Reihe von Autoren.
Beiträge Beiheft 13 kurzgefasst:
Einführung Sprachenpol. Sprachkultur J.Scharnhorst
Europa der Sprachen Eu. Sprachföd. EFNIL G.Stickel
Sprachkultur Sprach[en]pol. i.d. Romania J.Klare
Niederländisch-Kontext der eu. Sprachenpol. W.Jansen
Sprachenpol. in Tschech. Bez. EU Europarat V.Dovalil
Englisch-Kompetenz in Deutschland R.-J.Fischer
Sprachenpolit. Aspekte internat. Planspr. D.Blanke
Schlusswort zur Tagung J.Scharnhorst
Literatur Thema Sprachenpol. Sprachkultur J.Scharnhorst
Verein Förder. Sprachwissenschaftl. Studien J.Scharnhorst
In Vorbereitung
interlinguistik-gil.de Veroeffentlichungen BH13
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Quellen
Interlinguistische Informationen
1992 bis 2016 als Druckerzeugnis, ab 2017 als Blog.
web.interlinguistik-gil.de IntI
Beihefte zu den Interlinguistischen Informationen
1996 bis 2016 mit den Tagungsakten.
web.interlinguistik-gil.de BH
Jahrbuch der Gesellschaft für Interlinguistik
2017 bis Gegenwart.
web.interlinguistik-gil.de JGI
univerlag-leipzig.de Katalog Jahrbuch GIL

Interlinguistische Informationen
1992 bis 2016 als Druckerzeugnis, ab 2017 als Blog. Nur EDE-relevante Quellen berücksichtigt.
web.interlinguistik-gil.de IntI
1. Jahrgang, Nr. 1 (1/1992) IntI
In der ersten Ausgabe der „Interlinguistischen Informationen“ werden die Termini erklärt:
] Interlinguistik
„Der Terminus Interlinguistik wurde von Jules Meysmans …. im Jahre 1911 geschaffen. Otto Jespersen führte die Interlinguistik als neue sprachwissenschaftliche Disziplin 1931 auf dem 2. Internationalen Kongreß der Linguisten in Genf in die Sprachwissenschaft ein.“
] Plansprachen
„sind …. von Personen oder Personengruppen nach bestimmten Kriterien bewußt geschaffene Sprachen, die der Erleichterung der internationalen sprachlichen Kommunikation dienen sollen.“
] Esperantologie
„untersucht die Quellen, Struktur, Entwicklung und Kommunikationsleistung der 1887 von L.L.ZAMENHOF begründeten Plansprache Esperanto. Somit ist die Esperantologie eine Disziplin der Interlinguistik.“
media.interlinguistik-gil.de (1/1992) (pdf)
1. Jahrgang, Nr. 3-4 (3-4/1992) IntI
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2. Jahrgang, Nr. 5 (1/1993) IntI
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2. Jahrgang, Nr. 6 (2/1993) IntI
media.interlinguistik-gil.de 6 (2/1993) (pdf)
2. Jahrgang, Nr. 7-8 (3-4/1993) IntI
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3. Jahrgang, Nr. 9-11 (1-3/1994) IntI
media.interlinguistik-gil.de 9-11 (1-3/1994) (pdf)
3. Jahrgang, Nr. 12 (4/1994) IntI
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4. Jahrgang, Nr. 13-14 (1-2/1995) IntI
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4. Jahrgang, Nr. 15-16 (3-4/1995) IntI
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5. Jahrgang, Nr. 19 (1/1996) IntI
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5. Jahrgang, Nr. 20 (2/1996) IntI
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5. Jahrgang, Nr. 21 (3/1996) IntI
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6. Jahrgang, Nr. 22 (1/1997) IntI
media.interlinguistik-gil.de 22 (1/1997) (pdf)
6. Jahrgang, Nr. 23 (2/1997) IntI
media.interlinguistik-gil.de 23 (2/1997) (pdf)
6. Jahrgang, Nr. 24 (3/1997) IntI
media.interlinguistik-gil.de 24 (3/1997) (pdf)
6. Jahrgang, Nr. 25 (4/1997) IntI
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7. Jahrgang, Nr. 26 (1/1998) IntI
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7. Jahrgang, Nr. 27 (2/1998) IntI
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7. Jahrgang, Nr. 28 (3/1998) IntI
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7. Jahrgang, Nr. 29 (4/1998) IntI
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8. Jahrgang, Nr. 30 (1/1999) IntI
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8. Jahrgang, Nr. 31 (2/1999) IntI
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8. Jahrgang, Nr. 32 (3/1999) IntI
media.interlinguistik-gil.de 32 (3/1999) (pdf)
8. Jahrgang, Nr. 33 (4/1999) IntI
media.interlinguistik-gil.de 33 (4/1999) (pdf)
9. Jahrgang, Nr. 34 (1/2000) IntI
media.interlinguistik-gil.de 34 (1/2000) (pdf)
9. Jahrgang, Nr. 35 (2/2000) IntI
media.interlinguistik-gil.de 35 (2/2000) (pdf)
9. Jahrgang, Nr. 37 (4/2000) IntI
media.interlinguistik-gil.de 37 (4/2000) (pdf)
10. Jahrgang, Nr. 38 (1/2001) IntI
media.interlinguistik-gil.de 38 (1/2001) (pdf)
10. Jahrgang, Nr. 39 (2/2001) IntI
media.interlinguistik-gil.de 39 (2/2001) (pdf)
10. Jahrgang, Nr. 40 (3/2001) IntI
media.interlinguistik-gil.de 40 (3/2001) (pdf)
10. Jahrgang, Nr. 41 (4/2001) IntI
media.interlinguistik-gil.de 41 (4/2001) (pdf)
11. Jahrgang, Nr. 42-43 (1-2/2002) IntI
media.interlinguistik-gil.de 42-43 (1-2/2002)
11. Jahrgang, Nr. 44 (3/2002) IntI
media.interlinguistik-gil.de 44 (3/2002) (pdf)
11. Jahrgang, Nr. 45 (4/2002) IntI
media.interlinguistik-gil.de 45 (4/2002) (pdf)
12. Jahrgang, Nr. 46 (1/2003) IntI
media.interlinguistik-gil.de 46 (1/2003) (pdf)
12. Jahrgang, Nr. 47 (2/2003) IntI
media.interlinguistik-gil.de 47 (2/2003) (pdf)
12. Jahrgang, Nr. 48-49 (3-4/2003) IntI
media.interlinguistik-gil.de 48-49 (3-4/2003) (pdf)
13. Jahrgang, Nr. 50 (1/2004) IntI
media.interlinguistik-gil.de 50 (1/2004) (pdf)
13. Jahrgang, Nr. 51 (2/2004) IntI
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13. Jahrgang, Nr. 52-53 (3-4/2004) IntI
media.interlinguistik-gil.de 52-53 (3-4/2004) (pdf)
14. Jahrgang, Nr. 54 (1/2005) IntI
media.interlinguistik-gil.de 54 (1/2005) (pdf)
14. Jahrgang, Nr. 55-56 (2-3/2005) IntI
media.interlinguistik-gil.de 55-56 (2-3/2005) (pdf)
14. Jahrgang, Nr. 57 (4/2005) IntI
media.interlinguistik-gil.de 57 (4/2005) (pdf)
15. Jahrgang, Nr. 58 (1/2006) IntI
media.interlinguistik-gil.de 58 (1/2006) (pdf)
15. Jahrgang, Nr. 59 (2/2006) IntI
media.interlinguistik-gil.de 59 (2/2006) (pdf)
15. Jahrgang, Nr. 60-61 (3-4/2006) IntI
media.interlinguistik-gil.de 60-61 (3-4/2006) (pdf)
16. Jahrgang, Nr. 62-63 (1-2/2007) IntI
media.interlinguistik-gil.de 62-63 (1-2/2007) (pdf)
16. Jahrgang, Nr. 64-65 (3-4/2007) IntI
media.interlinguistik-gil.de 64-65 (3-4/2007) (pdf)
17. Jahrgang, Nr. 66-67 (1-2/2008) IntI
media.interlinguistik-gil.de 66-67 (1-2/2008) (pdf)
17. Jahrgang, Nr. 68 (3/2008) IntI
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17. Jahrgang, Nr. 69 (4/2008) IntI
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18. Jahrgang, Nr. 70-71 (1-2/2009) IntI
media.interlinguistik-gil.de 70-71 (1-2/2009) (pdf)
18. Jahrgang, Nr. 72 (3/2009) IntI
media.interlinguistik-gil.de 72 (3/2009) (pdf)
18. Jahrgang, Nr. 73 (4/2009) IntI
media.interlinguistik-gil.de 73 (4/2009) (pdf)
19. Jahrgang, Nr. 74 (1/2010) IntI
media.interlinguistik-gil.de 74 (1/2010) (pdf)
19. Jahrgang, Nr. 75 (2/2010) IntI
media.interlinguistik-gil.de 75 (2/2010) (pdf)
19. Jahrgang, Nr. 76-77 (3-4/2010) IntI
media.interlinguistik-gil.de 76-77 (3-4/2010) (pdf)
20. Jahrgang, Nr. 78-79 (1-2/2011) IntI
media.interlinguistik-gil.de 78-79 (1-2/2011) (pdf)
20. Jahrgang, Nr. 80 (3/2011) IntI
media.interlinguistik-gil.de 80 (3/2011) (pdf)
20. Jahrgang, Nr. 81 (4/2011) IntI
media.interlinguistik-gil.de 81 (4/2011) (pdf)
21. Jahrgang (2012) Nr. 82 (1/2012) IntI
media.interlinguistik-gil.de 82 (1/2012) (pdf)
21. Jahrgang (2012) Nr. 83 (2/2012) IntI
media.interlinguistik-gil.de 83 (2/2012) (pdf)
21. Jahrgang (2012) Nr. 84 (3/2012) IntI
media.interlinguistik-gil.de 84 (3/2012) (pdf)
21. Jahrgang (2012) Nr. 85 (4/2012) IntI
media.interlinguistik-gil.de 85 (4/2012) (pdf)
22. Jahrgang (2013) Nr. 86-87 (1-2/2013) IntI
media.interlinguistik-gil.de 86-87 (1-2/2013) (pdf)
22. Jahrgang (2013) Nr. 88 (3/2013) IntI
media.interlinguistik-gil.de 88 (3/2013) (pdf)
22. Jahrgang (2013) Nr. 89 (4/2013) IntI
media.interlinguistik-gil.de 89 (4/2013) (pdf)
23. Jahrgang (2014) Nr. 90 (1/2014) IntI
media.interlinguistik-gil.de 90 (1/2014) (pdf)
23. Jahrgang (2014) Nr. 91 (2/2014) IntI
media.interlinguistik-gil.de 91 (2/2014) (pdf)
23. Jahrgang (2014) Nr. 92 (3/2014) IntI
media.interlinguistik-gil.de 92 (3/2014) (pdf)
23. Jahrgang (2014) Nr. 93 (4/2014) IntI
media.interlinguistik-gil.de 93 (4/2014) (pdf)
24. Jahrgang (2015) Nr. 94-95 (1-2/2015) IntI
media.interlinguistik-gil.de 94-95 (1-2/2015) (pdf)
24. Jahrgang (2015) Nr. 96-97 (3-4/2015) IntI
media.interlinguistik-gil.de 96-97 (3-4/2015) (pdf)
25. Jahrgang (2016) Nr. 98 (1/2016) IntI
media.interlinguistik-gil.de 98 (1/2016) (pdf)
25. Jahrgang (2016) Nr. 99 (2/2016) IntI
<Diese Ausgabe wurde von der Vorsitzenden der GIL, Prof. Dr. Sabine Fiedler, und ihrem Stellvertreter, Dr. Cyril Brosch, erstellt, mit einer Würdigung des verstorbenen Herausgebers, Dr. sc. Detlev Blanke.>
media.interlinguistik-gil.de 99 (2/2016) (pdf)
25. Jahrgang (2016) Nr. 100 (3-4/2016) IntI
Inhalt
Personenregister
des Mitteilungsblattes der Gesellschaft für Interlinguistik e.V.
„Interlinguistische Informationen“ (IntI)
Nummern 1/1992 – 99/2016
zusammengestellt von Ino Kolbe (Leipzig) und Till Dahlenburg (Brüel)
A Aarsleff, Hans bis Ž Žirkov, Lev Ivanovič
media.interlinguistik-gil.de 100 (3-4/2016) (pdf)
Sachregister
(erschienen im November 2018, nur online) IntI
Claus J. Killing-Günkel
Stichwortindex Interlinguistische Informationen
Aachen (> Neutral-Moresnet) bis Zypern
media.interlinguistik-gil.de Sachregister (pdf)
web.interlinguistik-gil.de IntBlog
web.interlinguistik-gil.de IntBlog

Beihefte zu den
Interlinguistischen Informationen
1996 bis 2016 mit den Tagungsakten. Nur EDE-relevante Quellen berücksichtigt.
web.interlinguistik-gil.de BH
Gesellschaft für Interlinguistik (Beiheft 1) 1996
Translation in Plansprachen
media.interlinguistik-gil.de Beiheft 1 Komplett (zip)
Gesellschaft für Interlinguistik (Beiheft 4) 1998
Soziokulturelle Aspekte von Plansprachen
media.interlinguistik-gil.de Beiheft 4 Komplett (zip)
Gesellschaft für Interlinguistik (Beiheft 5) 1999
Interlinguistik und Lexikographie
media.interlinguistik-gil.de Beiheft 5 (zip)
Gesellschaft für Interlinguistik (Beiheft 6) 2001
Sprachenpolitik in Europa
Das Beiheft 6 der Gesellschaft für Interlinguistik e. V. ist wegen des Schwerpunktes Sprachen in Europa für EDE besonders interessant, natürlich auch der „Beifang“, also die weiteren beiden Themen, bietet wertvolle Informationen.
Beiheft 6 Anhang
Die Gesellschaft für Interlinguistik e.V. verweist im separaten Anhang des Mitteilungsblatts der Gesellschaft für Interlinguistik e.V. Beiheft 6 (Beihefte zu den Interlinguistischen Informationen 10.2001) auf eine Auswahlbibliographie zu „Sprachenpolitik in Europa“ von Detlev Blanke und Jürgen Scharnhorst. Dort erscheinen viele Namen von Autoren, die sich mit unserem Thema beschäftigt haben.
web.interlinguistik-gil.de Veröffentlichungen BH6
media.interlinguistik-gil.de Beiheft 6 Anhang (pdf)
media.interlinguistik-gil.de Beiheft 6 Komplett (zip)
Gesellschaft für Interlinguistik (Beiheft 8) 2002
Plansprachen und ihre Gemeinschaften
media.interlinguistik-gil.de Beiheft 8 Komplett
Gesellschaft für Interlinguistik (Beiheft 9) 2003
Plansprachen und elektronische Medien
media.interlinguistik-gil.de Beiheft 9 (pdf)
Gesellschaft für Interlinguistik (Beiheft 11) 2004
Spracherfindung – Sprachplanung – Plansprachen
media.interlinguistik-gil.de Beiheft 11 (pdf)
Gesellschaft für Interlinguistik (Beiheft 12) 2005
Internationale Plansprachen – Entwicklung und Vergleich
media.interlinguistik-gil.de Beiheft 12 (pdf)
Gesellschaft für Interlinguistik (Beiheft 13) 2006
Teil I Sprachenpolitik und Sprachkultur
Auch das Beiheft 13 der Gesellschaft für Interlinguistik e. V. ist wegen des Schwerpunktes Sprachen in Europa für EDE besonders interessant.
Die Gesellschaft für Interlinguistik e.V. brachte im Oktober 2005 ein Mitteilungsblatt zu „Sprachenpolitik und Sprachkultur“ heraus. Das Beiheft 13 der Interlinguistischen Informationen beinhaltet Beiträge einer Reihe von Autoren.
media.interlinguistik-gil.de Beiheft 13 Komplett (pdf)
Gesellschaft für Interlinguistik (Beiheft 15) 2008
Plansprachliche Bibliotheken und Archive
media.interlinguistik-gil.de Beiheft 15 (pdf)
Gesellschaft für Interlinguistik (Beiheft 16) 2009
Esperanto und andere Sprachen im Vergleich
media.interlinguistik-gil.de Beiheft 16 (pdf)
Gesellschaft für Interlinguistik (Beiheft 19) 2012
Fachkommunikation – interlinguistische Aspekte
media.interlinguistik-gil.de Beiheft 19 Komplett (pdf)
Gesellschaft für Interlinguistik (Beiheft 20) 2013
Plansprachen – ideengeschichtliche Aspekte
media.interlinguistik-gil.de Beiheft 20 Komplett (pdf)
Gesellschaft für Interlinguistik (Beiheft 21) 2014
Interlinguistik im 21. Jahrhundert
media.interlinguistik-gil.de Beiheft 21 Komplett (pdf)
Gesellschaft für Interlinguistik (Beiheft 22) 2015
Die Plansprachenbewegung rund um den Ersten Weltkrieg
dropbox.com Beiheft 22 (pdf)
Gesellschaft für Interlinguistik (Beiheft 23) 2016
Plansprachen – Aspekte ihrer praktischen AnwendungAspekte ihrer praktischen Anwendung
dl.dropboxusercontent.com Beiheft 23 Komplett (pdf)
<Link funktioniert nicht.>
Empfehlung: Erwerben Sie bitte wenn möglich angebotene Druckerzeugnisse.

Jahrbuch der Gesellschaft für Interlinguistik
2017 bis Gegenwart. Nur EDE-relevante Quellen berücksichtigt.
web.interlinguistik-gil.de JGI
univerlag-leipzig.de Katalog Jahrbuch GIL
JGI 2017
media.interlinguistik-gil.de JGI 2017 komplett (pdf)
JGI 2018
media.interlinguistik-gil.de JGI 2018 komplett (pdf)
JGI 2021
media.interlinguistik-gil.de JGI 2021 komplett (pdf)
JGI 2022
media.interlinguistik-gil.de JGI 2022 komplett (pdf)
JGI 2023
media.interlinguistik-gil.de JGI 2023 komplett (pdf)
JGI 2024
media.interlinguistik-gil.de JGI 2024 komplett (pdf)
JGI 2025
media.interlinguistik-gil.de JGI 2025 komplett (pdf)
Empfehlung: Erwerben Sie bitte wenn möglich angebotene Druckerzeugnisse.
2026021220260418SE
