Frühe Ansätze - William Thomas Stead

Ein Vorläufer der EDE-Vorläufer?

Referenz-Seite zu Beitrag (W.T.Stead) innerhalb der Vorgeschichte von EDE. Die ins Deutsche übertragenen Auszüge aus seinen Publikationen lassen ihn selbst zu Wort kommen, aber auch die für ihn als relevant angesehenen Stimmen. Praktisch ist diese Seite als eine Form von Zwischenarchiv anzusehen. 

 



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[[File:W.T. Stead by Mills, 1905.png|W.T. Stead by Mills, 1905]]

1899 Die Vereinigten Staaten von Europa vor Beginn des Friedensparlaments
1901 DIE AMERIKANISIERUNG DER WELT
1902 EINE INTERNATIONALE SPRACHE: IST DAS MÖGLICH?
DIE AMERIKANISIERUNG DER WELT (Reaktionen)
SPRACHEN LERNEN DURCH BRIEFE SCHREIBEN.
GESUCHT: EINE INTERNATIONALE SPRACHE! EIN PLÄDOYER FÜR DAS STUDIUM VON ESPERANTO.
Carnegies Idee - Der deutsche Kaiser als Begründer Europas?
KORRESPONDENZ PER PHONOGRAPH und mehr
1903 Europa ist jetzt reif für DIE KOMMENDE FÖDERATION.
1904 WAS WIR TUN KÖNNEN
1905 Der Erste Esperanto-Weltkongreß (Vorbereitungen auf Boulogne)
I. DR. ZAMENHOF, DER AUTOR VON ESPERANTO. ESPERANTO ZUR RETTUNG. (Interview)
II. DER ERFINDER DES ESPERANTO.
III. DIE SCHLÜSSELSPRACHE DER WELT.
IV. DER INTERNATIONALE KONGRESS.
DIE PLANUNG DER WELTHAUPTSTADT.
1906 Der europäische Ausblick.
1906 Der Zweite Esperanto-Weltkongreß (Genf)
 1907 Der Dritte Esperanto-Weltkongreß (Cambridge)
1908 Der Vierte Esperanto-Weltkongreß (Dresden)
1912 Letzte Meldung
RESUMO Verbindung gesucht: Die gemeinsame Sprache in dem geeinten Europa

Zu denen sich dem Gemeinsinn verpflichteten Menschen gehörte William Thomas Stead (1849-1912). Er formulierte relativ früh, was auch uns bei EDE bewegt und was für die Gesellschaften notwendig ist. Über viele bei ihm zusammenlaufende Interessen kam er auch zu Schlußfolgerungen, die er dann selbst als Journalist veröffentlichen konnte.

1899 Die Vereinigten Staaten von Europa vor Beginn des Friedensparlaments
Von "Vereinigten Staaten von Europa" mag vereinzelt schon vor Stead gesprochen worden sein, volkstümlich verbreitet war der Begriff bei den europäischen Völkern noch lange nicht. Aus Anlaß der bevorstehenden Ersten Haager Friedenskonferenz, angeregt durch Zar Nikolaus II., unternahm Stead 1898 eine Europareise um sich einen Eindruck zur Lage zu verschaffen. Danach brachte er 1899 eine Schrift mit diesem Titel heraus:
The United States of Europe on the eve of the parliament of peace
(Die Vereinigten Staaten von Europa vor Beginn des Friedensparlaments)
Stead sah sich als Brite mit engen Verbindungen zur USA. Der Begriff der Vereinigten Staaten von Europa verwies in der Vorstellung auf die bereits exisiterenden USA. Von USE sollte nicht nur geträumt werden, jetzt wurde zu einem Parlament des Friedens geladen. Einige Bereiche wie Post und Telefonsystem waren längst international organisiert. Dagegen waren die Monarchien mit ihren engen Verwandtschaften wohl nicht mehr zeitgemäß. Doch würden sie wohl "nicht untergehen, bevor sie die Menschheit mit der Vorstellung einer internationalen Familiengruppe vertraut gemacht haben, die praktisch eine gemeinsame Sprache spricht, und in der Lage ist, sich von innen heraus zu verstehen". (S.17) Die monarchischen Staaten sahen sich als halb-weltbürgerliche europäische Familie und waren natürlich am Machterhalt interessiert.
Stead erkannte interessante Voraussetzungen im Bereich der internationalen europäischen Institutionen. Die in Europa entstandenen Internationalen Büros konnten, wenn man es so sehen wollte, bereits als eine "Prophezeihung" der kommenden Vereinigten Staaten von Europa betrachtet werden. Die Donau wurde bereits international mit einem Rotationsprinzip verwaltet. Das internationale Büro für Metrische Gewichte und Maße war (und ist) in Paris ansässig. In Berlin hatte das Geodäsie-Büro seinen Sitz. In Bern befanden sich u.a. die Internationale Post-Union (heute Weltpostverein), die Telegraphen-Union und das Internationale Eisenbahnbüro. Der Kopf dieses Büros, M. Numa Droz, äußerte sich in einem Papier: "Es bringt nichts, die Zollmauern so dicht und so hoch wie möglich zu machen. Handel hat eine expansive Kraft und eine subtile Durchdringung, die so groß ist, daß am Ende immer der Erfolg stehen wird und die Hindernisse überwunden werden. Was den Handel betrifft, so stellt die Vielfalt der Sprachen kein Hindernis dar, so sie gelehrt werden; die Entfernung wird aufgehoben oder zumindest auf ihre engsten Grenzen reduziert." (S.28) Stead ging davon aus, daß das Prinzip dieser Büros (als Avantgarde-Kuriere fungierend) auf die USE angewendet werden wird. Bern sah er dabei als eine beginnende Hauptstadt der Vereinigten Staaten von Europa. Am Beispiel der deutschen Geschichte war der Weg bereits gut zu erkennen. Nach dem Sturz Napoleons entstand ein Bund aus dem sich ein gemeinsames Parlament entwickelte. Übrigens trifft diese geopolitische Aufgabe auch auf die Sprachenfrage zu. Ein neues politisches Gebilde braucht immer auch eine möglichst neutrale Hochsprache. Doch für diese speziell auf Europa bezogene Idee war die Zeit wohl noch nicht ganz reif, auch Stead hatte gerade einen anderen Gedanken. "Wie lange wird es wohl noch dauern, fragte ich mich, als ich durch das Reichstagsgebäude wandelte, bis das vereinte Europa sein Parlamentsgebäude hat und bis die Föderation Europas einen Sitz und die ständige Vertreterversammlung einen Ort hat? Was Deutschland tat, kann Europa tun." (S.56)
Doch wo sah er den Platz Großbritanniens? Stead formulierte bereits 1880 seine Vorstellung von der englischen Außenpolitik mit der Frage, was die Mission Englands im Ausland ist. Das Europakonzert als Keim der Vereinigten Staaten von Europa sollte gegen isolierte Aktionen aufrechterhalten werden. Daneben sah er allerdings einen angelsächsischen Bund und damit doch eine (Sonder-)Rolle Großbritanniens vor. (S.60) Aber sollte und könnte dieser Zustand in solcher Form in einem geeinten Europa dauerhaft bestehen bleiben? Bis heute fällt den Beteiligten die Antwort schwer. Sicher, alle Teile sollen ihre spezifischen Kompetenzen einbringen, aber alle Teile müssen auch gemeinsame politische Lösungen akzeptieren. Dies funktionierte jedenfalls bis heute (2020) noch nicht zufriedenstellend. Seine Einschätzung, daß die Europäische Union gerade von England und Deutschland gebildet werden wird (S.78), verwirklichte sich nicht. Doch ".... was könnten wir von Europa ohne England denken? .... Europa ohne England wäre Europa ohne seine Flügel, .... Die Europäische Föderation im gegenwärtigen Moment ist wie ein Embryo in der späten Reifephase. Sie ist noch nicht bereit, geboren zu werden." Nun haben wir aber die EU. Und scheinbar immer noch die Probleme der Vergangenheit. Dabei sollte doch eine neue Friedensordnung errichtet werden.
Viele europäische Staaten nahm Stead unter die Lupe und er kam zu seinen sehr persönlichen Schlüssen. "Wir stimmen vielleicht nicht mit Victor Hugo überein, wenn er Paris als die Hauptstadt der Zivilisation, als die Stadt des Lichts bezeichnet, aber Europa ist ohne Frankreich undenkbar. .... Frankreich ist der Dolmetscher für den Kontinent der Ideen, die in Deutschland konzipiert oder in den englischsprachigen Ländern praktisch ausgearbeitet wurden." (S.75)
In dieser Schrift werden so viele Persönlichkeiten aufgezählt, mit ihren Stärken und Schwächen. Jede Zeit hat ihre Öffentlichkeit und Darsteller, sie wechseln sich ab wie das Wasser im Fluß. Was aber geblieben ist, ist die Aufgabe, es in der eigenen Zeit gut zu machen, die Gesellschaften friedlich über die Zeit zu bringen. Am Ende können keine Wunder erwartet werden. Das zeigt die Geschichte drastisch beim weiteren Verlauf aller Friedensbemühungen. Stead besuchte Personen der Zeit und zeichnete deren Meinung auf. So kam es in Livadia zu einer Audienz beim Zaren. Obwohl Nikolaus II. körperlich nicht an seinen Vater heranreichte, soll er doch eine glaubwürdige ehrliche Person mit einem ernsten Willen gewesen sein. Seine Absicht war, die Mächtigen zusammenzubringen, bevor es immer nur zu weiteren Kriegen kommt. Die Diplomaten bereiteten also ein Treffen vor, in dem die Rüstung begrenzt und reduziert werden soll. Der Status quo und ein Waffenstillstand müsse für eine Laufzeit von fünf oder zehn Jahren gelten. Die Form von Vermittlung und Schlichtung war anzusprechen. "Schlichtet immer, bevor ihr kämpft" war auch ein Gedanke von Stead. Die Streitparteien sollten sich verpflichten, keinen Krieg zu erklären, bevor sich nicht eine Vermittlung befreundeter Mächte genutzt haben. Ein internationales Abkommen aller Mächte war an der Zeit, denn viele Menschen hätten noch nicht begriffen, "dass der moderne Krieg etwas ganz anderes ist als alle Kriege, die seit Beginn der Welt gekämpft wurden". (M.de Bloch S.311) Zu jener Zeit wurde eingeschätzt, daß bei Einsatz der neuen Waffen mit ihrer Tödlichkeit und Zerstörungskraft "selbst ein Sieg nur der Auftakt zum Triumph des revolutionären Anarchismus" sei.
Bei alldem ist Stead die Rolle der englischsprachigen Welt, also vor allem die der beiden Imperien wichtig. Sie stehen mit ihrer kriegerischen Politik sicher oft nicht im besten Licht, haben aber die Möglichkeit und die Aufgabe, in ihrem gemeinsamen Handeln den Frieden zu fördern. Kleinere Nationen würden sich zur Unterstützung der englischsprachigen Initiative annähern. Positiv wäre ebenfalls eine dauerhafte gute Beziehung zwischen dem Slawischen und dem Angloamerikanischen. Doch nun kam die Zeit der Umsetzung. Am 18. Mai würden sich in Den Haag die Regierungen der zivilisierten Welt treffen. In der Konferenz wird auf den Appell des Zaren geantwortet werden. Gefragt würden dann "die Vernunft und das Gewissen der Menschheit" sein.
Die Schrift behandelte neben Europa die aktuelle Weltlage, welche damals noch stark durch die europäische Lage bestimmt wurde. Der Rasse-Begriff in Steads Texten kann nicht mehr zeitgemäß sein. Klar ist längst, daß die geografische Lage, die klimatischen Verhältnisse und Bodenschätze eine Grundlage für den Zivilisierungsgrad bilden. Statt angenommener besonderer Rasse-Vorzüge handelt es sich also um eine durch die Umstände gewachsene Kultur. All diese Ausführungen liegen schon eine Zeit zurück. Inzwischen zeigte die Geschichte, daß sie Platz für weitere Konflikte hat. Es scheint, als ob es den Gesellschaften leichter fällt, Weltkriege zu führen und Diktaturen mit Esperantoverboten zu erleben, als die Voraussetzungen für Frieden zu erkennen und dafür tätig zu sein. Heute ist längst nicht alles gut, z.B. wenn es um eine Einführung des Esperanto-Unterrichts in der EU geht, um ganz "nebenbei" etwas für eine friedlichere Welt zu tun. Monarchien sind nicht mehr zeitgemäß. Die Friedensinitiative von Zar Nikolaus II. hat historisch doch eine Bedeutung, ihr folgten internationale Institutionen. Trotzdem scheint dieses Handeln des Zaren in der Geschichtsschreibung unwichtig (siehe Wikipedia zu Nikolaus II.) zu sein. Vielleicht so unwichtig, wie man sich früher im Ostblock mit der Ermordung eben dieser Zarenfamilie auseinandersetzte. Kein Thema im Geschichtsunterricht. [se]
EDE-Vorläufer-Seite | 1899 Die Vereinigten Staaten von Europa vor Beginn des Friedensparlaments
catalog.hathitrust.org The United States of Europe on the eve of the parliament of peace

1901 DIE AMERIKANISIERUNG DER WELT
Staaten können sich teilen oder vereinigen, oft spielen dabei die ethnische oder kulturelle (also auch die sprachliche) Nähe oder Distanz eine Rolle. Dies passiert und ist im allgemeinen kein größeres Problem. Anders ist das, wenn dadurch eine weltweite Dominaz entsteht oder ausgebaut werden soll. Trotz angenommenen guten Willen ist Macht zu konzentriert und wirkt schädlich. Aus Steads Sicht war eine Vereinigung der englischsprachigen Staaten vielleicht nachvollziehbar. Schließlich entwickelte sich deren ehemalige britische Kolonie, die USA, schon wegen des gemäßigten Klimas zum einflußreichsten Staat. Doch die Welt ist größer, schon aus der Perspektive der anderen europäischen Mächte. Auch die anderen Atlantikanrainer wie zum Beispiel Frankreich, Spanien und Portugal nahmen weite Gebiete in Besitz. Nicht zu vergessen die Kolonisatoren im Osten. Diese anderen Mächte könnten ebenfalls auf das Recht eines jeweils eigenen Staatenverbundes ihrer Gebiete bestehen. Doch so ließe sich kein geeintes Europa errichten. Nicht zufällig kam später zeitlich die beginnende Einigung Europas mit der Unabhängigkeit der Kolonien zusammen. Am mächtigsten sträubt sich heute der englischsprachige Raum, Stichwort Brexit.
1901 veröffentlichte William Thomas Stead sein Buch "Die Amerikanisierung der Welt". [se]

The Americanization of the World or The Trend of the Twentieth Century
(Die Amerikanisierung der Welt oder Der Trend des zwanzigsten Jahrhunderts)
CONTENTS (INHALT)
PART I (TEIL I) THE UNITED STATES AND THE BRITISH EMPIRE
(DIE VEREINIGTEN STAATEN UND DAS BRITISCHE IMPERIUM)
Chapter I -- The English-speaking World — page 1 (Die englischsprachige Welt)
(Kapitel) II -- The Basis for Reunion — page 17 (Die Basis für die Wiedervereinigung)
III -- The Americanization of Ireland — page 27 (Die Amerikanisierung Irlands)
IV -- Of South Africa — page 51 (Über Südafrika)
V -- Of the West Indies and Thereabouts — page 70 (Über die Westindischen Inseln und darüber hinaus)
VI -- Of Newfoundland and Canada — page 83 (Über Neufundland und Kanada)
VII -- Of Australia — page 123 (Über Australien)
VIII -- A Crucible of Nations — page 145 (Ein Schmelztiegel der Nationen)
PART  II (TEIL II) THE REST OF THE WORLD (DER REST DER WELT)
Chapter I -- Europe — page 161 (Europa)
(Kapitel) II -- The Ottoman Empire — page 183 (Das Osmanische Reich)
III -- Asia — page 199 (Asien)
IV -- Central and South America — page 214 (Mittel- und Südamerika)
V -- The Monroe Doctrine — page 229 (Die Monroe-Doktrin)
VI -- On International Arbitration — page 248 (Über die internationale Schiedsgerichtsbarkeit)
Contents (INHALT)
PART III (TEIL III) HOW AMERICA AMERICANIZES (WIE AMERIKA AMERIKANISIERT)
Chapter I -- Religion — page 255 (Religion)
(Kapitel) II -- Literature and Journalism — page 276 (Literatur und Journalismus)
III -- Art, Science, and Music — page 304 (Kunst, Wissenschaft und Musik)
IV -- Marriage and Society — page 318 (Heirat und Gesellschaft)
V -- Sport — page 334 (Sport)
VI -- The "American Invasion" — page 342 (Die "amerikanische Invasion")
VII -- Railways, Shipping, and Trusts — page 360 (Eisenbahnen, Schifffahrt und Trusts)
PART IV (TEIL IV) THE SUMMING-UP (DIE ZUSAMMENFASSUNG)
Chapter I -- What is the Secret of American Success? — page 381
(Was ist das Geheimnis des amerikanischen Erfolgs?)
(Kapitel II) -- A Look Ahead! — page 396 (Ein Blick nach vorn!)
III -- Steps Towards Reunion — page 418 (Schritte auf dem Weg zur Wiedervereinigung)
IV -- The End Thereof — page 439 (Das Ende davon)
Weltkarte: "DIE BESITZTÜMER DER ENGLISCHSPRACHIGEN VÖLKER. "Hier leben die Menschen einer Sprache." — Sir Geo. Grey."

The Americanization of the World (Die Amerikanisierung der Welt)
Part One (Erster Teil)
The United States and the British Empire (Die Vereinigten Staaten und das Britische Reich)
I/I Part One (Erster Teil) Chapter First (Erstes Kapitel)
The English-Speaking World (Die englischsprachige Welt)
"Die Amerikanisierung der Welt ist ein Schlagwort, das in Großbritannien völlig unnötigerweise einige Ressentiments hervorruft. Es wird sogar als ein Affront gegen England angesehen zu behaupten, dass die Welt amerikanisiert wird. Ihre wahre Bestimmung ist es natürlich, anglisiert zu werden. Und viele sind schnell dabei, eine gewisse antipatriotische Voreingenommenheit in den Verfassern zu erkennen, die es wagen, die Aufmerksamkeit auf den Trend des zwanzigsten Jahrhunderts zu lenken."
Stead vergleicht in diesem Kapitel die Einwohnerzahlen des Britischen Reichs und den Vereinigten Staaten, aber auch mit denen weiterer großer Staaten. Aufgerechnet wird die damalige Verteilung aller Reichtümer: [se]
"Der Rest der Welt macht im Vergleich zu den Besitztümern der englischsprachigen Verbündeten nur eine schlechte Figur. .... Der Löwenanteil der Welt gehört uns, nicht nur in großen Mengen, sondern auch in kleinen Häppchen. Das helle Land der Sahara ist keinen Rappen pro Hektar wert. Die riesige Fläche von Deutsch-Südafrika würde kaum die Bevölkerung eines mittelgroßen deutschen Dorfes ernähren können. Mit Ausnahme des Rheins, der Donau, der Amoor, der Wolga, der Platte und des Amazonas münden fast alle großen schiffbaren Flüsse der Welt unter dem Union Jack oder den Stars and Stripes ins Meer. Das Tal des Yang-tse-Kiang ist als unser Einflussgebiet ausgewiesen. Der gesamte nordamerikanische Kontinent, vom Nordpol bis zur Grenze Mexikos, liegt innerhalb des Ringzauns der englischsprachigen Rasse, und von ganz Mittel- und Südamerika sind alle Eindringlinge durch die Proklamation der Monroe-Doktrin nachdrücklich gewarnt worden. .... Sieht man von Frankreich und Deutschland und der hochzivilisierten Gruppe der Kleinstaaten, Skandinavien, den Niederlanden und der Schweiz ab, liegt die englischsprachige Welt mit Leichtigkeit an der Spitze, ganz gleich, welchen Zivilisationstest man anwendet. .... Wir sind so räuberisch wie die schlimmsten unserer Nachbarn, aber nur wir machen unsere Phylakterien breit, während wir plündern, und beten, während wir Beute machen. In allen materiellen Tests der fortschreitenden Zivilisation, Eisenbahnen, Dampfschiffen, Telefonen, Telegraphen, elektrischen Trolleys, sanitären Einrichtungen und dergleichen, schlagen wir die Welt. .... Es stellt sich die Frage, ob dieses gigantische Aggregat gebündelt werden kann. Wir leben in der Zeit der Kombinationen. Gibt es keinen Morgan, der es unternehmen wird, die größte Kombination von allen herbeizuführen - eine Kombination der gesamten englischsprachigen Rasse? Dasselbe Motiv, das zum Aufbau des Trusts in der industriellen Welt geführt hat, kann diese große Vereinigung in der Welt der Politik herbeiführen. Es ist keine sentimentale Verrücktheit. Die Frage wird von den solidesten materiellen Erwägungen ausgelöst. Warum sollten wir uns nicht zusammenschließen? Wir wären stärker gegen Angriffe von außen, und, was noch viel wichtiger ist, es bestünde eine viel geringere Gefahr, dass die heftige industrielle Rivalität, die kommen wird, zu internationalen Spannungen und Krieg führt."
Es war wohl so, daß zumindest von innen betrachtet die englischsprachige Welt eine Zeitspanne lang die modernste war. Doch das galt auch damals nur zum Teil und gilt längst nicht mehr. Die hohe Position verleitet immer dazu, die eigenen Normen anderen aufzudrängen oder sie selbst zu lange zu erhalten. So schleichen die englischsprachigen Staaten hinter dem weltweit geltenden metrischen System hinterher, zu welchem längst eine Weiterentwicklung diskutiert werden müsste (Hexadezimalzählung). Auch in der Politik zeigen sich andere Demokratiemodelle, die nicht weniger demokratisch sind. So spielen real im englischsprachigen Bereich starke Privilegien eine Rolle, ob durch Monarchien oder mächtige Kapital-Familien oder eine Beschränkung auf zwei Parteien. [se]
"Die Tendenz des letzten halben Jahrhunderts war ganz im Sinne der Vereinigung von Völkern, die dieselbe Sprache sprechen. Es ist nicht wahrscheinlich, dass sie im neuen Jahrhundert erlahmt. Das neunzehnte Jahrhundert vereinigte Deutschland und Italien. Wird das zwanzigste Jahrhundert die englischsprachige Rasse vereinen? .... Es ist eine bedeutsame Frage. Die Erinnerung an die via dolorosa des Blutes und der Tränen, durch die die deutsche Rasse die Einheit erlangte, mag die Zaghaften davon abhalten, vorzuschlagen, dass die englischsprachige Welt versuchen sollte, das gleiche Ziel zu erreichen. Aber die Geschichte, wie die Deutschen ihre nationale Einheit verwirklichten, ist voller Anregungen für uns, sowohl zur Ermutigung als auch zur Warnung. Denn die deutsche Rasse vor hundert Jahren war der englischsprachigen Rasse von heute sehr ähnlich. Österreich war damals das, was Großbritannien heute ist.* Es hatte das Ansehen des Altertums, der kaiserliche Strahlenkranz lag um seine Stirn, es herrschte über viele Völker verschiedener Sprachen, und es war stolz wie Luzifer. Ihr gegenüber standen die Preußen — die Amerikaner ihrer Zeit. .... Angesichts so intensiver nationaler Rivalitäten und so zahlreicher politischer Barrieren schien die Idee der deutschen Einheit 1801 ein müßigerer Traum zu sein, als die Idee der englischsprachigen Einheit 1901 erscheint. Wir alle kennen die Konsequenz, wenn man der deutschen Rasse erlaubt, in ihrer dualen Organisation zu verharren."
Das zentralistische Preußen mag eine Vereinigung Deutschlands zeitlich vorgezogen haben. Aber für eine zentral dominierende Sprache war es zu spät. Der Trend zum relativ neutralen, regional relativ ausgewogenen Hochdeutsch war längst vorhanden. Und es existierten Kräfte, welche ein geeintes Deutschland wünschten und sich der dazugehörenden Hochsprache bedienten. Hier als Abschluß des KAPITELS I ein kleiner "Auswuchs" eines zu jener Zeit wohl üblichen übersteigerten Nationalgefühls: [se]
" .... Dort ist das Vaterland der Briten.
Unser glorreiches angelsächsisches Volk
Wird für immer den höchsten Platz der Erde einnehmen,
Die Sonne wird nie mehr untergehen
Auf englischen Tempeln, Türmen und Städten;
Und wandern, wo ein Brite will,
Sein Vaterland wird ihn festhalten"
 archive.org I/I Part One (Erster Teil) Chapter First (Erstes Kapitel)
I/II Part One (Erster Teil) Chapter Second (Zweites Kapitel)
The Basis for Reunion (Die Grundlage für die Wiedervereinigung)
"Lassen Sie uns zugeben, wenn auch nur um unserer Argumentation willen, dass die Herstellung der englischsprachigen Einheit eine Sache ist, die sowohl im Interesse des Weltfriedens als auch der Freiheiten der Menschheit zu wünschen ist. Nun stellt sich die Frage, wie diese Einheit am leichtesten und wirksamsten herbeigeführt werden kann. .... Ich versuche nur, Tendenzen zu erörtern, Kräfte abzuschätzen und den wahrscheinlichen Verlauf der natürlichen Entwicklung der vorhandenen Faktoren im Reich und in der Republik und in den Nationen an ihren Grenzen vorherzusagen. .... Wenn die beiden englischsprachigen Staaten zusammenkommen sollen, ist es offensichtlich, dass es eine gewisse Annäherung an ein System geben muss, das von allen weltweit verstreuten Gemeinschaften englischsprachiger Menschen akzeptiert werden kann. .... Sollen wir unsere Institutionen amerikanisieren, oder können wir erwarten, dass die Amerikaner ihre Verfassung anglisieren? .... In England, kein Zweifel, wäre die Mehrheit für die alten altehrwürdigen Institutionen. Aber Wales und Irland würden schwere Mehrheiten auf der anderen Seite stellen, und es ist äußerst zweifelhaft, ob Schottland nicht denselben Weg gehen würde. Der wichtigste Faktor bleibt jedoch zu beachten. Wir rühmen uns, die Welt mit selbstverwalteten Kolonien umgeben zu haben, aber ohne eine einzige Ausnahme hat jede dieser Kolonien, während sie sich im Schutze des Union Jack freut und der Person des Souveräns enthusiastisch treu ist, ihre eigene Verfassung nach amerikanischem und nicht nach britischem Vorbild organisiert. .... All dies bedeutet eines und nur eines. Wir sind es, die amerikanisiert werden; der Fortschritt wird auf unserer Seite gemacht werden müssen, es ist müßig zu hoffen, und es ist überhaupt nicht zu wünschen, daß die Amerikaner versuchen werden, uns auf halbem Wege entgegenzukommen, indem sie sich mit Institutionen belasten, von denen viele von uns sich ernsthaft danach sehnen, sie loszuwerden. .... Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass in der Amerikanisierung der englischsprachigen Welt der Geist des alten Englands im Körper von Onkel Sam wiedergeboren wurde."
I/III Part One (Erster Teil) Chapter Third (Drittes Kapitel)
Americanization of Ireland (Amerikanisierung von Irland)
"Es ist ein interessanter Gegenstand der Spekulation, wie die Amerikanisierung des britischen Empire zustande kommen wird. Viele Kräfte wirken stetig in dieser Richtung, deren Bedeutung sich unseren Augen nur sehr unvollkommen erschließt. Eine der wichtigsten von ihnen wird selten erkannt, denn ihr Wirken ist still und subtil wie das Gesetz der Gravitation. Es ist in der Tat nichts anderes als das Gesetz der Gravitation, das in der politischen Welt wirkt. Unter den Himmelskörpern drehen sich die kleineren um die größeren. Die Masse sagt es. Man kann kein Sonnensystem aufbauen, in dem einer der Planeten größer und schwerer ist als die Sonne. Vor einhundert Jahren war Großbritannien die Sonne des politischen Systems der englischen Welt. .... Hier berühren wir ein weiteres Element der Schwäche, das Großbritannien im Vergleich zu den Vereinigten Staaten schwer zu schaffen macht. Die Bürger der Vereinigten Staaten sind bis auf den letzten Mann freiwillige Bürger. .... Wenn wir unseren Blick auf das Britische Empire richten, werden wir mit einem ganz anderen Zustand der Dinge konfrontiert. Direkt vor unserer Haustür liegt ein Land, das so bevölkerungsreich ist wie die beiden größten Staaten der Amerikanischen Union, dessen Einwohner sich mehrheitlich in einem chronischen Zustand latenter Rebellion befinden. Die Mehrheit des irischen Volkes fügt sich mürrisch in die unwiderstehliche Logik der höheren Gewalt. Sie sind nicht stolz auf die britische Staatsbürgerschaft. Sie verabscheuen sie. Sie akzeptieren die Vertretung in Westminster nur, damit sie die Stimme, die sie ausüben dürfen, als einzigen verfügbaren Ersatz für die Pike und das Gewehr nutzen können, deren Gebrauch ihnen verwehrt ist. .... Die Anwesenheit von unwilligen Untertanen, von Menschen, die ohne ihre Zustimmung zu Bürgern gemacht wurden, ist immer eine Quelle der Schwäche für Staaten. Aber wir sind so weit davon entfernt, diese Lektion gelernt zu haben, dass wir seit zwei Jahren alle Ressourcen des Empire in einem verzweifelten Versuch verschwenden, die störrischste und unwilligste Gruppe von Untertanen, die die Welt je gesehen hat, in den Bereich unseres Herrschaftsgebietes zu zwingen. 20.000 Menschenleben und 200.000.000 Pfund wurden aufgewendet, um die südafrikanischen Holländer zu zwingen, sich unserer Herrschaft zu unterwerfen. Wir haben Tausende getötet und ihr Land verwüstet, um sie zu "unseren Untertanen" zu machen."
The Declaration of Independence (Die Unabhängigkeitserklärung)
In Congress, July 4, 1776 (Im Kongress, 4. Juli 1776)
A Declaration By the Representatives of the United States of America
(Eine Erklärung Von den Vertretern der Vereinigten Staaten von Amerika)
In General Congress Assembled (Im Generalkongress versammelt)
".... Wir, die Repräsentanten der VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA, im versammelten GENERALKONGRESS, appellieren an den obersten Richter der Welt für die Richtigkeit unserer Absichten, tun im Namen und durch die Autorität des guten Volkes dieser Kolonien, feierlich zu veröffentlichen und zu erklären, dass diese Vereinigten Kolonien und von Recht zu sein, FREIE UND UNABHÄNGIGE STAATEN; dass sie von aller Treue zur britischen Krone entbunden sind und dass alle politischen Verbindungen zwischen ihnen und dem Staat Großbritannien völlig aufgelöst sind und sein sollten; und dass sie als FREIE UND UNABHÄNGIGE STAATEN die volle Macht haben, Krieg zu führen, Frieden zu schließen, Bündnisse zu schließen, Handel zu treiben und alle anderen Handlungen und Dinge zu tun, die UNABHÄNGIGE STAATEN mit Recht tun können. Und für die Unterstützung dieser Erklärung, mit einem festen Vertrauen auf den Schutz der göttlichen Vorsehung, verpflichten wir uns gegenseitig unser Leben, unser Vermögen und unsere heilige Ehre. Unterzeichnet im Auftrag und im Namen des KONGRESSES, John Hancock, Präsident. Beglaubigt, Charles Thompson, Sekretär."
"Was Amerika den Iren gegeben hat, ist etwas viel Wertvolleres als Dollars. Nur in den Städten der Amerikanischen Union hatten die Iren die Möglichkeit, jene politischen Gaben zu zeigen, deren Ausübung ihnen in ihrem eigenen Lande verwehrt war. Es ist Mode, über die Art und Weise zu spotten, wie die Iren New York, Chicago und die Hälfte der großen Städte der Union regieren. Die Details ihrer Verwaltung mögen viel zu wünschen übrig lassen, aber die außergewöhnliche Art und Weise, in der es ihnen gelungen ist, ihre Autorität über die reichsten, energischsten und unabhängigsten Gemeinden der Welt zu etablieren, ist eine der brillantesten und wundersamsten Errungenschaften der modernen Politik. .... Die Engländer, die Waliser und die Schotten sind völlig amerikanisiert und in der Masse der in Amerika Geborenen verloren. Nur die Iren bleiben eigenständig. .... Dublin ist nicht halb so weit von New York entfernt wie Manitoba von San Francisco. Die Amerikaner beschränken sich nicht mehr starr innerhalb des Ringzauns der Küstenlinie der Ozeane. Sie breiten sich im Ausland aus. Expansion liegt in der Luft. .... "Wenn England auf diesem Kurs beharrt", sagte Dr. Shaw, "könnte Irland selbst in einer Zeit der Krise in seiner Loyalität wanken. Wir wollen Irland nicht, aber offensichtlich könnten wir es als Staat in unserer Union sehr bequem und glücklich machen. Und es liegt in der Natur der Sache, dass es nicht leicht einzusehen ist, warum die amerikanische Flagge nicht mit dem gleichen Anstand über der Smaragdinsel wehen sollte wie die britische Flagge in Gebieten, die an unsere Grenze grenzen. .... Aber wir könnten kein anderes Ziel haben, diese kostspielige Annexion Irlands zu unternehmen, als das Wohl der Menschheit und den Fortschritt der englischsprachigen Gemeinschaften der Welt.""
I/IV Part One (Erster Teil) Chapter Fourth (Viertes Kapitel)
Of South Africa (Über Südafrika)
"Keine Phrase wurde in der Diskussion der südafrikanischen Frage häufiger verwendet als die, dass die Politik von Mr. Chamberlain für uns "ein weiteres Irland in Südafrika" schafft. Ohne den verbotenen Pfad der politischen Kontroverse zu betreten, genügt es, darauf hinzuweisen, dass Mr. Chamberlain uns selbst gewarnt hat, dass wir nach Beendigung seines Krieges auf unbestimmte Zeit ein stehendes Heer von 50.000 Mann in Südafrika unterhalten müssen, um den Gehorsam der 300.000 unwilligen Untertanen zu erzwingen, die wir zum Verbleib innerhalb der Grenzen des Reiches gezwungen haben. .... Die Holländer der Kapkolonie, die unmittelbar vor dem Krieg so loyal waren, dass sie sich an die Spitze aller Kolonien im Empire stellten, indem sie eine jährliche Subvention für den Unterhalt der britischen Flotte stimmten, werden nun zu unerbittlichen Feinden unserer Herrschaft. Aber es ist wahrscheinlich, dass die Kraft, die das Afrikanische Commonwealth aus der Position verdrängen wird, zu der wir es in der Umlaufbahn des Britischen Reiches bestimmt haben, und die es in einen der Sterne in der Konstellation der Vereinigten Staaten von Amerika verwandeln wird, zumindest in der ersten Instanz nicht holländisch sein wird. .... Kein Fehler kann größer sein als der vulgäre Irrtum, sich vorzustellen, dass Mr. Rhodes die Jameson-Verschwörung aus irgendeiner Feindseligkeit oder Angst vor den Buren ausgebrütet hat. Mr. Rhodes war schon immer sehr voreingenommen gegenüber den Holländern. Mann für Mann weiß er, dass der Bure ein besseres physisches, mannhaftes Wesen ist als das Stadtvolk Großbritanniens. Politisch hatte er immer mit ihnen zusammengearbeitet. Ohne ihre Hilfe wäre er nie Premier geworden, und kein Mann hat je nachdrücklicher das Motto formuliert, dass man ohne die Unterstützung der Holländer Südafrika nicht regieren kann. Warum ließ er sich dann auf eine Verschwörung zum Sturz von Präsident Kruger ein? Mr. Rhodes' eigene Antwort darauf, die ich viele Male von seinen eigenen Lippen gehört habe, ist, dass sein Ziel nicht in erster Linie, sondern nur zufällig darin bestand, Kruger zu stürzen. Sein einziges oberstes Ziel war es, die Outlander gefangen zu nehmen, ihre Treue zum Britischen Empire zu sichern und das zu verhindern, was er am meisten fürchtete, die Errichtung einer, wie er es nannte, amerikanischen Republik in Transvaal, die, um es mit seinen eigenen energischen Worten auszudrücken, zehnmal mehr ein Kind des Teufels für uns gewesen wäre, als Paul Kruger es je gewesen war. .... "Die Anziehungskraft der Republik Outlander hätte alle anderen Kolonien um sich versammelt. Sie hätten sich mit ihr zu einem Zentrum zusammengeschlossen, und wir hätten Südafrika verloren. Um diese Katastrophe abzuwenden, um die Outlander einzubinden, bevor es zu spät war, tat ich, was ich tat." Wiederholte Gespräche mit Mr. Rhodes, sogar noch im letzten Herbst, fanden ihn unverändert in der Überzeugung, dass die Gefahr jener amerikanischen Republik im Herzen Südafrikas seine Verschwörung rechtfertigte. Kruger war so oder so dem Untergang geweiht. Es war an England, sich auf die Seite der aufgehenden Sonne zu stellen. .... Die wirkliche Gefahr, die das Empire in Südafrika bedroht, ist nicht so sehr in der schlaflosen Feindseligkeit der Holländer zu finden, deren Häuser niedergebrannt und deren Kinder zu Tode gequält wurden, als eine der unmenschlichen Folgen der Politik der Verwüstung und des Abbrennens von Farmen. Sie ist in der kosmopolitischen Bevölkerung zu finden, die wir an den Rand zurückrufen. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum zu behaupten, dass die Outlander uns lieben, und dass wir, auch wenn sie uns vor dem Krieg nicht geliebt haben, ihre Zuneigung, Bewunderung und Loyalität durch die Unermesslichkeit der Opfer in den letzten zwei Jahren erkauft haben. Das ist jedoch überhaupt nicht die Art und Weise, wie der Outlander die Sache sieht. Er ist der Ansicht, dass britische Inkompetenz, britische Kurzsichtigkeit und die unerträgliche Arroganz und Ignoranz unserer militärischen Offiziere ihn zwei Jahre lang Entbehrungen ausgesetzt haben, die er niemals erlitten hätte, wenn wir bei der Kriegsführung übliche Fähigkeiten gezeigt hätten. .... Es scheint daher wahrscheinlich, dass, wenn der Krieg jemals zu Ende gehen sollte und eine kosmopolitische Bevölkerung von Goldgräbern 250.000 Männer an den Rand stellen sollte, die Gemeinschaft darauf bestehen wird, sich auf ihre eigene Weise zu regieren. Sie werden genau die "Amerikanische Republik" bilden, wenn auch wahrscheinlich nicht unter dem Namen einer Republik, die Mr. Rhodes in der Ferne sah und abzuwenden versuchte. Jeder Versuch unsererseits, sie zu zwingen, Steuern zu zahlen, denen sie nicht zugestimmt haben, würde eine afrikanische Nachahmung der Tea Party im Bostoner Hafen nach sich ziehen. Und jeder Versuch, eine solche Missachtung unserer Autorität zu bestrafen, würde sofort ein Bündnis mit den Afrikanern herbeiführen, das uns machtlos machen würde, egal wie stark unsere Garnison wäre, und so wird das Britische Empire in Südafrika untergehen, niedergeschlagen von eben jenen Outlanders, in deren Namen wir angeblich diesen Krieg geführt haben. Diese Spekulation mag vielen weit hergeholt erscheinen, aber die Voraussetzungen, auf denen die Berechnungen beruhen, sind unbestreitbar. .... Das Afrikanische Commonwealth kann sich vom Britischen Empire abspalten. Daraus folgt nicht unbedingt, dass es sich unter den Stars and Stripes aufstellen wird. Aber auf der anderen Seite gibt es mehrere Einflüsse, die in diese Richtung tendieren könnten. Erstens werden sehr viele der tatkräftigsten Bürger in Johannesburg amerikanische Staatsbürger sein. Zweitens werden sie, zumindest für einige Zeit, in sehr angespannten Beziehungen zu Großbritannien stehen. Was läge da näher, als dass sie in der Schwesterrepublik jenseits der Meere Unterstützung suchen? Großbritannien wäre nicht die einzige Macht, gegen die das Afrikander Commonwealth den freundlichen Schutz einer erstklassigen Flotte benötigen könnte. Deutsches Territorium grenzt sowohl im Osten als auch im Westen an das heutige Britisch-Südafrika, und der deutsche Ehrgeiz hat Niederländisch-Südafrika oft als sein natürliches Erbland bezeichnet. .... Hinzu kommt die Tatsache, dass die Möglichkeit eines Aufstandes der Eingeborenen nie aus den Köpfen der weißen Minderheit in Südafrika verschwinden kann. Die Australier mögen tun, was sie wollen, ihre Eingeborenen sind zu wenige und zu schwach, um ihren Frieden zu bedrohen. In Afrika ist das anders. Die bedrohliche Gestalt des Kaffirs ist in der südafrikanischen Landschaft nie abwesend. Die Afrikaner würden sich viel wohler fühlen, wenn sie wüssten, dass sie im Falle eines Aufstandes der Eingeborenen immer auf Verstärkung von jenseits des Meeres zählen könnten, und wo sonst könnten sie hoffen, diese nach dem Bruch mit England zu erhalten, wenn nicht in den Vereinigten Staaten? Aber man wird sagen, dass die Schwesterrepublik nichts mit ihnen zu tun haben wird, und als Beweis dafür wird man uns auf die kaltblütige Art und Weise verweisen, mit der Presileft die südafrikanischen Republiken ihrem Schicksal überließ. .... Mr. Pingrees Besuch auf dem Kriegsschauplatz im vergangenen Jahr, im gemeinsamen Interesse der politischen Neugier und der Förderung des Verkaufs amerikanischer Stiefel, war nur eine von vielen Illustrationen der Sorgfalt und Gründlichkeit, mit der sich die Amerikaner darauf vorbereiten, den südafrikanischen Markt zu erobern. Sie überlassen uns die Kosten, das Risiko und die Opfer des Krieges. Sie behalten sich die Gewinne vor, die sie durch den Export amerikanischer Waren an die Kunden erzielt werden, welche am Ende des Krieges noch am Leben sein werden. Wenige Dinge scheinen weniger unwahrscheinlich, als dass das Afrikanische Commonwealth, unter der Führung von Johannesburg, wenn es sich als unabhängige Republik konstituiert, sich sehr bald in einem freundlichen vertraglichen Bündnis mit den Vereinigten Staaten wiederfinden könnte. Das Experiment, zu versuchen, unsere Herrschaft über unwillige Untertanen in Südafrika zu erzwingen, wird daher wahrscheinlich katastrophal für das Empire enden. Die Tatsache, dass das, was eine Quelle der Schwäche für Großbritannien wäre, eine Quelle der Stärke für die Vereinigten Staaten sein würde, ist allein auf den Unterschied zwischen willigen und unwilligen Untertanen zurückzuführen......"
I/V Part One (Erster Teil) Chapter Fifth (Fünftes Kapitel)
Of the West Indies and Thereabouts (Über die Westindischen Inseln und darüber hinaus )
"Wir wenden uns nun von dem, was als die kranken Mitglieder des Britischen Reiches betrachtet werden kann, die, da sie sich in unwilliger und erzwungener Unterwerfung befinden, darauf zählen können, keine Gelegenheit zu verlieren, ihre Loyalität vom König auf den Präsidenten der Vereinigten Staaten zu übertragen, zu jenen Teilen des Britischen Reiches, die am ehesten der Wirkung des Gesetzes der politischen Gravitation erliegen werden. Im Falle der Vereinigten Staaten wird diese Kraft wahrscheinlich am stärksten auf den westindischen Inseln zu spüren sein. Die britische Flagge weht derzeit über einer Reihe von kleinen Inselgruppen, die im Karibischen Meer unmittelbar südlich von Florida und vor der Haustür der Vereinigten Staaten liegen. Von diesen Inseln ist Jamaika bei weitem die wichtigste, danach kommen Trinidad und Barbados. Die anderen sind eher Eilande als Inseln, aber zusammen sind sie auffallend in der Liste der britischen Besitztümer in Nordamerika. Von der Gruppe der Westindischen Inseln unterscheiden sich die weiter nordöstlich gelegenen Bahamas, und noch weiter entfernt liegen die Bermudainseln. Die Bermudas nehmen mehr und mehr das Verhältnis zu den Vereinigten Staaten ein, das die Kanalinseln zu Frankreich haben. Obwohl sie dicht vor ihren Toren liegen, stehen sie unter fremder Flagge und ziehen jedes Jahr eine wachsende Zahl von Besuchern vom Festland an. Die westindischen Inseln, diese "Sommerinseln von Eden in azurblauem Meer", die Charles Kingsley und viele andere Reisende vor und nach ihm begeisterten, sind seit langem die Verzweiflung unseres Kolonialamtes. Mr. Chamberlain hat sich seit seinem Amtsantritt verzweifelt bemüht, unseren unglücklichen Besitzungen, die durch die Zuckerprämien ruiniert wurden, einen gewissen Anschein von Wohlstand zu verleihen. Jamaika besitzt ein außergewöhnliches Interesse, denn es war die einzige Kolonie, die von Oliver Cromwell gegründet wurde. Wie viele andere Kolonien auch, entstand sie eher durch Zufall als durch Planung. Die große Flottenexpedition, die er startete, um die spanische Macht in San Domingo anzugreifen, schlug fehl und nahm Jamaika als eine Art Trostpreis mit. .... Aus den jüngsten Statistiken geht hervor, dass es der Politik von Mr. Chamberlain nicht gelungen ist, das Fortschreiten der Bewegung zu stoppen, die Jamaika mehr und mehr unter die wirtschaftliche Vorherrschaft der Vereinigten Staaten stellt. Die geographische Lage spielt eine große Rolle. Jamaika liegt nur ein paar Dampfstunden von Kuba entfernt, das wiederum nur ein paar Dampfstunden von Florida entfernt ist, und der Grundsatz "der nächste Nachbar ist der beste Kunde" scheint auch auf den Westindischen Inseln zu gelten. .... Die Vereinigten Staaten werden Kuba nicht annektieren, aber Kuba wird sich selbst an die Vereinigten Staaten annektieren. Das heißt, sie werden es tun, wenn die Amerikaner die Kubaner davon überzeugen, dass die Annexion ihnen mehr Geld in die Tasche steckt und sie keiner wesentlichen Freiheit beraubt. Die Anziehungskraft ist ungebrochen, und das Beispiel der freiwilligen Eingliederung ist geeignet, sich als ansteckend zu erweisen. .... Alle Argumente, die für die Westindischen Inseln gelten, gelten entsprechend für die beiden einzigen Gebiete, die wir in Süd- und Mittelamerika besitzen. Britisch-Guayana, dessen Grenzziehung uns vor einigen Jahren fast in Schwierigkeiten mit den Vereinigten Staaten gebracht hätte, ist es aufgrund der Monroe-Doktrin untersagt, seine Grenzen zu erweitern. Die englischsprachigen Männer, die unter dem Union Jack in der britischen Kolonie Guayana leben, sind rigoros innerhalb der bestehenden Grenzen der Provinz beschränkt. Wenn sie ihre Loyalität zu den Vereinigten Staaten übertragen würden, würde dieses Verbot sofort aufgehoben werden. Sie könnten dann die Außenposten ihres Territoriums so weit ins Landesinnere ausdehnen, wie sie wollten. Zurzeit sind sie durch den Union Jack behindert. Sie sind genauso Amerikaner wie alle Bürger der Vereinigten Staaten. Aber weil sie in organischer Beziehung zum Mutterland stehen, sind ihnen alle Rechte der inneren Expansion verwehrt. Sie haben kein Hinterland, und man lässt sie auf Schritt und Tritt spüren, dass es für die Entwicklung ihrer Kolonie besser wäre, eine unabhängige Republik zu sein, als zum riesigen System des britischen Empire zu gehören. Wie sehr wir auch den Verlust unserer westindischen Kolonien bedauern mögen, so wird unser Bedauern doch durch die Genugtuung gemildert werden, dass wir reichlich Gelegenheit hatten, zu sehen, was der monarchische Teil der englischsprachigen Rasse tun kann, um diese Gemeinschaften glücklich, wohlhabend und zufrieden zu machen. Wenn wir so vollständig versagen, dass sie bestrebt sind, zu versuchen, ob nicht bessere Ergebnisse folgen würden, wenn sie unter die Kontrolle der republikanischen Hälfte der Rasse gestellt werden, haben wir keinen Grund, uns zu beschweren. Nein, wenn die erbärmliche Armut vieler unserer Mituntertanen dauerhaft gelindert werden könnte, indem man diesen Inseln erlaubt, Kolonien und Abhängigkeiten der Vereinigten Staaten zu werden, wäre es unsere Pflicht, die Übertragung nicht zu verzögern, sondern zu beschleunigen. Wenn Großbritannien sich keine unwilligen Untertanen wünscht, möchte es auch keine Bürger im Empire haben, die auf Schritt und Tritt daran erinnert werden, dass sie an Körper oder Vermögen unter ihrer Verbindung mit dem Mutterland leiden.
I/VI Part One (Erster Teil) Chapter Sixth (Sechstes Kapitel)
Of Newfoundland and Canada (Über Neufundland und Kanada)
Es ist immer gefährlich, Prophezeiungen zu machen, aber es wäre nicht überraschend, wenn Englands älteste Kolonie die erste wäre, die das Empire verlässt, um ihr Los mit der Republik zu teilen. Die Rechtfertigung für diese etwas kühne Vorhersage ist die Tatsache, dass Neufundland als einzige unserer Kolonien ihre vitalen Interessen denjenigen des Empire geopfert sieht. Keine unserer anderen Kolonien hat einen solchen Missstand, wie der, der die Neufundländer plagt. Keine unserer anderen Kolonien ist der täglichen Versuchung ausgesetzt, die ihnen in Form des selbstverständlichen Vorschlags begegnet, daß ihre materiellen Interessen durch einen Wechsel ihrer Loyalität vom Union Jack zu den Stars and Stripes begünstigt werden würden. Die Fakten des Falles sind kurz und bündig. Als Neufundland zum ersten Mal besiedelt wurde, wurde es nicht als Kolonie im eigentlichen Sinne des Wortes betrachtet. Man betrachtete es nur als eine Art Pier oder Landungssteg, an dem die von Bristol ausgesandten hartgesottenen Fischer landen und ihre Netze trocknen konnten. Mit anderen Worten: Neufundland wurde nur als bloßes Anhängsel der Kabeljaufischerei betrachtet. In den ersten zwei Jahrhunderten nach seiner Entdeckung scheint niemand in der Heimat von der Möglichkeit geträumt zu haben, es zum Sitz einer britischen Kolonie zu machen. Die Kolonisierung wurde, wenn nicht sogar verboten, so doch zumindest eher abgelehnt als gefördert; und selbst noch zu Beginn des 18. Jahrhunderts beherrschte die ursprüngliche Idee, dass Neufundland kaum mehr als eine Küstenlinie sei, die zum Tränken und Ausrüsten der Fischereiflotte geeignet war, die Gedanken unserer Staatsmänner. Es ist unmöglich zu glauben, dass die Männer, die den Vertrag von Ryswick aushandelten, der französischen Regierung jemals die ausschließliche Nutzung der französischen Küste überlassen hätten, wenn dies nicht der Fall gewesen wäre. Dieses Arrangement, das ein halbes Jahrhundert später im Vertrag von Utrecht bestätigt wurde, basierte auf der Annahme, dass das Einzige, was in Neufundland in Frage käme, die Nutzung seiner Ufer als bequeme und unverzichtbare Anhängsel der Fischereibänke sei. Was auch immer die Erklärung für diese Übergabe eines Gebietes, das sich etwa dreihundert Meilen von Norden nach Süden an der Westküste erstreckt, an die Franzosen gewesen sein mag, die Vereinbarung wurde feierlich durch einen Vertrag ratifiziert, der noch immer in Kraft ist. Daraus ergibt sich die Ursache für die meisten Übel, die Neufundland heimsuchen. Fast hundert Jahre lang nach der Unterzeichnung des Vertrags von Utrecht funktionierte das Arrangement, das die Westküste an die Franzosen abtrat, recht gut, aber in den letzten fünfzig Jahren wurde Neufundland von einer reinen Fischereistation zu einer blühenden Kolonie. Es zog Auswanderer von der anderen Seite des Atlantiks an, vor allem aus Irland, die sich immer mehr vermehrten, und schließlich gelang es ihnen, die Anerkennung als eine der widerstandsfähigsten und fleißigsten aller Kolonien unter der Krone zu erlangen. Aber kaum hatte man mit der Kolonisierung Neufundlands begonnen, gerieten die Kolonisten an das französische Ufer. Je mehr sie sich vermehrten und vervielfachten, desto unerträglicher erschien es ihnen, dass man ihnen das Recht absprach, dreihundert Meilen ihrer eigenen Küste zu nutzen. Infolge eines Vertrages, dessen ursprüngliche Bedingungen so weit gedehnt worden waren, dass das den Franzosen zugestandene Recht, an Land zu gehen und ihre Netze zu trocknen, in ein Vetorecht gegen die Errichtung von Fabriken oder ähnlichen Gebäuden entlang der gesamten Küste umgewandelt wurde, entstand eine Aufregung gegen die französische Küste, eine Aufregung, die mit den Jahren an Vehemenz zugenommen hat, und obwohl sie für den Moment beruhigt sein mag, kann sie jederzeit wieder aufleben und mit umso größerer Wut wüten, weil sie für eine Zeit lang beruhigt worden ist. .... Es ist jedoch weniger um der Öffnung des amerikanischen Marktes willen, als um die Schwierigkeit des französischen Ufers loszuwerden, dass die Annexion von unseren Kolonisten gewünscht werden könnte. Die Frage des französischen Ufers ist sehr einfach. Frankreich hat gewisse unbestreitbare Rechte, die aus dem achtzehnten Jahrhundert stammen und durch einen formellen Vertrag gesichert sind, an dem England beteiligt war. Die Umstände haben sich geändert, seit dieser Vertrag ausgehandelt wurde. Es ist ein Zustand eingetreten, der die Bestimmungen dieses Vertrages für eine dritte Partei, die bei der Unterzeichnung des Vertrages praktisch noch nicht existierte, nämlich die selbstverwaltete Kolonie Neufundland, unerträglich lästig macht. .... Angenommen, eines schönen Tages würde der Union Jack heruntergeholt und die Vereinigten Staaten würden plötzlich die vollständige Souveränität über Neufundland erlangen, was würde dann passieren? Es würde wahrscheinlich eine Kommission ernannt werden, um Beweise über die französische Küstenfrage aufzunehmen. Diese Beweise würden beiden Häusern des Kongresses vorgelegt werden, wenn sich herausstellen würde, dass das Wachstum der Kolonie behindert und ihre dauerhaften Interessen durch die Aufrechterhaltung der Bestimmungen des Vertrags von Utrecht schädlich beeinträchtigt wurden. Es würde weiter berichtet werden, dass, um der Kolonie eine faire Chance zu geben und die Vereinigten Staaten von einer ständigen Quelle der Irritation, die den allgemeinen Frieden bedroht, zu befreien, die Rechte Frankreichs beendet werden müssen. Nachdem dieser Bericht erhalten und in Betracht gezogen worden war, sollte der amerikanische Außenminister angewiesen werden, an die französische Regierung zu schreiben, daß die Bestimmungen des Vertrags von Utrecht, die sich auf die Westküste des kürzlich erworbenen Territoriums der Vereinigten Staaten von Neufundland eine unerträgliche Kränkung für die Bewohner von Neufundland darstellten; daher müsse die Regierung der Vereinigten Staaten formell ihre Entscheidung mitteilen, den Vertrag zu kündigen, wäre aber sehr gerne bereit, mit Frankreich in Verhandlungen über die Entschädigung einzutreten, die Frankreich für den Verlust seiner Rechte fordern könnte. Sollten die beiden Regierungen nicht in der Lage sein, eine gütliche Einigung über eine angemessene Entschädigung zu erzielen, wären die Vereinigten Staaten bereit, die Frage zur Entscheidung an ein Schiedsgericht zu verweisen, das nach den Regeln der Haager Konferenz gebildet wird. Frankreich könnte schmollen, und in den französischen Zeitungen könnten viele wütende Artikel geschrieben werden, aber die Position der Vereinigten Staaten wäre unangreifbar. .... Wenn Engländer über die mögliche Anziehungskraft der Vereinigten Staaten auf ihr Empire diskutieren, beschränken sie ihre Bemerkungen gewöhnlich auf Kanada. Sie erkennen nicht, dass Kanada, das bei weitem größte und wichtigste der britisch-amerikanischen Besitzungen, wahrscheinlich als letztes der ständig wachsenden Anziehungskraft seines südlichen Nachbarn erliegen würde. Von allen britischen Kolonien in der westlichen Hemisphäre ist Kanada allein groß und stark genug, um seine unabhängige Existenz vorstellbar zu machen, selbst wenn die schützende Ägide Großbritanniens zurückgezogen würde. Alle anderen Kolonien würden wahrscheinlich wie reife Pflaumen in Onkel Sams Hut fallen, wenn sie nicht mit Großbritannien verbunden wären. Das Herrschaftsgebiet von Kanada hat jedoch eigene Ambitionen und ist eher geneigt zu glauben, dass es für die Welt besser wäre, wenn die Vereinigten Staaten von Kanada annektiert würden als Kanada von den Vereinigten Staaten, falls eine Annexion stattfinden sollte. Mr. Evans, Sekretär des Hamilton Canadian Club, behauptete, dass die Zukunft Kanada gehöre, und er zitierte Worte, die angeblich vom verstorbenen Minister Seward geäußert wurden, mit folgendem Inhalt:— "Mit seinem atlantischen Seehafen in Halifax und seinem pazifischen Depot in der Nähe von Vancouver Island würde Britisch-Amerika unweigerlich den Handel Europas, Asiens und der Vereinigten Staaten an sich ziehen. So würde es von einer bloßen kolonialen Abhängigkeit einen kontrollierenden Rang in der Welt einnehmen. Andere Nationen würden ihr gegenüber tributpflichtig sein, und die Vereinigten Staaten würden vergeblich versuchen, ihr Rivale zu sein. .... Mr. Evans hält die Erfüllung dieser Prophezeiung für gar nicht so unwahrscheinlich. Er behauptet, dass, während die Bevölkerung Kanadas seit 1760 um das Achtzigfache gewachsen ist, denn damals waren es nur 60.000, die Bevölkerung der Vereinigten Staaten, die damals 3.000.000 betrug, nur um das Fünfundzwanzigfache gewachsen ist. Seiner Meinung nach hätten die Vereinigten Staaten mehr Bedarf an Kanada als Kanada an den Vereinigten Staaten, denn da ihre Territorien aufgefüllt und ihre Wälder vernichtet würden, seien sie in nicht allzu ferner Zukunft weitgehend von anderen Ländern für ihre Rohstoffe abhängig, während Kanada mehr unerschlossene Reichtümer habe als jedes andere Land der Welt. Die Kanadier sind Schotten der westlichen Hemisphäre und haben eine ebenso gute Meinung von sich selbst wie unsere Nachbarn in Nord-Britannien, die bis heute jede Andeutung, dass die Union, die Schottland und England in Großbritannien vereinte, die Annexion des kleineren Landes durch das größere war, bitter zurückweisen. Schottland und England wurden zuerst durch den goldenen Kranz der Krone vereint, als James I. und VI. den Tweed überquerten und eine unglückselige Dynastie in Großbritannien gründeten. Solche monarchischen Konstruktionen gibt es in der Neuen Welt nicht. Es ist wahrscheinlich, dass die Union, wenn sie zustande kommt, nicht auf einen goldenen Kranz der Krone zurückzuführen sein wird, sondern auf die viel prosaischere, aber nicht weniger mächtige Wirkung des allmächtigen Dollars. .... Bis zum Jahr 1887 gab es in Neuschottland eine Sezessionspartei; aber seither hat es in keiner Provinz des Dominion eine Partei gegeben, die für den Anschluss an die Vereinigten Staaten eingetreten wäre. Hier und da gibt es Annexionisten, und diejenigen, die für die kanadische Unabhängigkeit sind, sind noch zahlreicher. Aber im Ganzen gesehen sind die Kanadier der alten Flagge leidenschaftlich treu, und ich halte es für äußerst wahrscheinlich, dass es keinen Teil des königlichen Herrschaftsgebiets gibt, in dem dieses Buch mit tieferer Missbilligung – ich könnte sogar sagen Empörung – gelesen wird als im Herrschaftsgebiet von Kanada. Nichtsdestoweniger kann diese Loyalität, obwohl sie sehr vehement und sehr aufrichtig ist, kaum als ausreichende Barriere gegen den alles durchdringenden Amerikanismus angesehen werden, der das Herrschaftsgebiet und die Republik unweigerlich in eine viel engere Verbindung bringen wird, als die, die gegenwärtig besteht. Die erste große Kraft, die mit zunehmender Potenz wirkt, ist die wirtschaftliche. .... Der Austausch von Waren zwischen zwei Gemeinschaften, die dieselbe Sprache sprechen und auf beiden Seiten einer imaginären Grenzlinie leben, ist nur eine der wirtschaftlichen Kräfte, die für eine Union sorgen würden. Seit vielen Jahren gibt es einen stetigen Strom von Einwanderern aus Kanada in die Vereinigten Staaten. Es gibt nur sehr wenige kanadische Familien, die nicht einen oder mehrere Verwandte haben, die ihr Glück in den großen amerikanischen Städten oder in den fruchtbaren Prärien der Vereinigten Staaten suchen. Es gibt mehr Auswanderer aus Kanada in den Vereinigten Staaten im Verhältnis zu ihrer Bevölkerung als aus jedem anderen Land. .... Ein amerikanischer Schriftsteller erklärt, dass die internationale Grenzlinie einen ebenso scharfen Unterschied in den Landwerten wie in der politischen Zugehörigkeit markiert. Natürlich, wenn sich das Land im Süden füllt, werden Siedler die Grenze überschreiten, und der Prozess der Kolonisierung aus den Staaten wird den Nordwesten stetig amerikanisieren. Es gibt wenig oder keinen Unterschied in den sozialen und politischen Verhältnissen der Siedler, so dass es für sie so natürlich ist, die Grenze zu überqueren und wieder zu überqueren, wie es für Leute in Sussex ist, nach Hampshire zu gehen oder umgekehrt. So werden über die unsichtbare Grenzlinie hinweg, von einer Seite zur anderen, Bande geknüpft, die die beiden Gemeinschaften zu einer verweben. .... Bei der Betrachtung der wahrscheinlichen Zukunft Kanadas kann eine hervorstechende Tatsache niemals übersehen werden. Kanada ist keine homogene englischsprachige Gemeinschaft. Die Provinz Quebec ist im Wesentlichen französisch in der Sprache, katholisch in der Religion, und obwohl sie dem Empire gegenüber loyal ist, ist diese Loyalität das Ergebnis der liberalen Politik, die als Resultat von Lord Durhams Mission angenommen wurde, dennoch bewahrt sie eifersüchtig ihre wesentliche französische Nationalität. Es ist in der Tat eine fremde Nation innerhalb eines britischen Herrschaftsgebietes, und seine Existenz verkompliziert die zu betrachtende Frage wesentlich. Wie Mr. Goldwin Smith sagte: "Wenn es eine solide Masse von Menschen einer Rasse gibt, die ein kompaktes Territorium bewohnt, mit einer eigenen Sprache, Religion, Charakter, Gesetzen, Tendenzen, Bestrebungen und Gefühlen, dann gibt es de facto eine Nation." Aber das Kuriose ist, dass die Autoritäten, sowohl die kanadischen als auch die amerikanischen, sich hoffnungslos darin unterscheiden, ob die Existenz dieser französischen Nation die Vereinigung Kanadas mit den Vereinigten Staaten eher beschleunigen oder verzögern wird. Als der Herzog von Argyle nach seiner Amtszeit als Generalgouverneur aus Kanada zurückkehrte, sagte er mir, dass er die Frankokanadier als eines der großen Hindernisse auf dem Weg zur Annexion ansieht. Die Franzosen hätten in Quebec alles so bekommen, wie sie es wollten, sie könnten ihre Position unmöglich verbessern, und sie könnten sie leicht beschädigen, wenn sie den Union Jack gegen die Stars and Stripes austauschten. Außerdem konnten sie eine große und kontinuierliche Auswanderung ihrer jungen Leute zu den Mühlen Neuenglands nicht verhindern, obwohl sie einen solchen Exodus mit tiefem Unbehagen betrachteten. .... Es besteht kein Zweifel daran, dass die vorherrschende Idee von Lord Durham, als er seinen Siedlungsplan vorschlug, war, dass es möglich sein würde, Französisch-Kanada allmählich, aber stetig zum allgemeinen Gebrauch der englischen Sprache zu bekehren. Sein Plan führte zu politischer Zufriedenheit, vor allem weil er seine Hoffnung bezüglich der Sprache nicht erfüllen konnte. Jeder Versuch, in die französische Sprache einzugreifen oder den französischen Katholiken eine weltliche Erziehung aufzuerlegen, würde eine Aufregung hervorrufen, die nach Meinung vieler kompetenter Richter die Annexion Französisch-Kanadas an die Vereinigten Staaten zur Folge hätte. Es gibt einige, die die Annexion mit der Begründung befürworten, dass die Franzosen eine zu große und zu kompakte Masse nicht-englischsprachiger Menschen sind, um von einer so kleinen Gemeinschaft wie der, die das kanadische Dominion bewohnt, assimiliert oder absorbiert zu werden. Würden sie in den kontinentalen Schmelztiegel der Vereinigten Staaten geworfen, wäre die Kultivierung des Französischen eine bloße lokale Besonderheit, die nicht mehr Bedeutung hätte als die Hartnäckigkeit, mit der sich einige deutsche und norwegische Kolonisten in Minnesota beharrlich weigern, die englische Sprache zu benutzen. Auf der anderen Seite gibt es diejenigen, die von einem genau entgegengesetzten Standpunkt aus argumentieren und behaupten, dass die Vereinigten Staaten bereits so viele fremde Elemente in sich tragen, wie mit der Aufrechterhaltung des englischsprachigen Charakters ihrer Bevölkerung vereinbar sind, und sie lehnen es entschieden ab, den anderen unverdaulichen Klumpen, mit denen sich die Verdauung von Uncle Sam herumschlagen muss, eine geronnene Masse von ein paar Millionen französischer Einwohner hinzuzufügen. Inmitten all dieses Konflikts und der Verwirrung selbst der Expertenmeinungen scheint es einigermaßen klar zu sein, dass, ob es den Priestern gefällt oder nicht, die Industriegebiete Neuenglands weiterhin die abenteuerlichere und unternehmungslustigere Jugend Französisch-Kanadas über die Grenze ziehen wie ein großer Magnet. Da die Hierarchie dies als unvermeidlich erkannt hat, hat sie mehr als angemessene Vorkehrungen für die geistliche Betreuung ihrer wandernden Herde getroffen. Das Endergebnis ist, dass Französisch-Kanada nicht mehr auf die Gebiete nördlich des St. Lawrence beschränkt ist. Würde man eine ethnographische Karte der nordöstlichen Staaten veröffentlichen, so hätte Boston fast ebenso viel Anspruch darauf, als französische Stadt zu gelten wie Quebec und Montreal. .... Wie empfindlich und leicht zu erschüttern die Nerven unserer kanadischen Mitbürger sind, kann man an dem Sturm der Unzufriedenheit erkennen, der durch die Missachtung der französischen Sprache durch den Herzog von Cornwall ausgelöst wurde, der natürlich auf Anraten von Lord Minto handelte. Warum es dem Genius der Zwietracht erlaubt wurde, die loyalen Feste, die die königliche Tour begleiteten, zu trüben, kann niemand außer dem Generalgouverneur sagen. Aber die Weigerung, dem Erben der Krone zu gestatten, auf loyale französische Adressen in französischer Sprache zu antworten, scheint von dem arroganten und intoleranten Geist zu zeugen, der in letzter Zeit die Atmosphäre des Kolonialbüros vergiftet hat. Zusammen mit anderen Vorfällen, von denen einige vielleicht unvermeidlich waren, hat diese Beleidigung ihrer Sprache zu Protesten geführt, die die Schlussszene der königlichen Reise etwas trübten. Die Kanadier sind sehr loyal, aber wir können uns nicht auf ihre Loyalität verlassen. Wie die Avenir du Nord, ein einflussreiches Organ der Franzosen in Montreal, zum Anlass nahm, den Duke zu erinnern:— "Die Franzosen und Engländer Kanadas begrüßen in dem Herzog von Cornwall und York den Sohn ihres Souveräns, beabsichtigen aber nicht, damit den Imperialisten die Illusion zu liefern, Kanada strebe danach, durch immer engere britische Bande erstickt zu werden. Der Respekt, zu dem wir uns in großem Maße bekennen, die Zeichen der Sympathie, die wir sogar in allzu übertriebener Weise für den König von England und seinen Sohn bekunden, werden sich in Feindschaft und energischen Kampf verwandeln, wenn jemals versucht wird, aus unserer Verfassung die Klauseln zu tilgen, die uns nahezu unabhängig machen, um sie durch imperialistische Verpflichtungen zu ersetzen, wie sie von Mr. Chamberlain und einigen anderen erträumt werden." Dies kann als unbedeutend abgetan werden, weil es nur französisches Gerede ist. Unsere Loyalisten am Kap ignorierten also die Proteste und Beschwerden der Holländer. Ein schlechtes Omen. Man kann sagen, dass die Französisch-Kanadier sehr begeistert sein mögen, annektiert zu werden, aber dass die Bürger der Vereinigten Staaten viel weniger eifrig wären, Kanada im Schoß der Union willkommen zu heißen. Was die Amerikaner über die Frage der Zukunft Kanadas denken, ist nicht schwer zu erkennen. Einer und alle würden jeden Versuch ablehnen, Kanada gegen seinen Willen zu annektieren; aber einer und alle betrachten seine Absorption als sein unvermeidliches Schicksal, und während sie die Stunde nicht überstürzen würden, in der die Grenzlinie verschwindet, würden sie sich freuen, wenn der Union Jack vom westlichen Kontinent verschwinden würde. Die Worte von Präsident Roosevelt sind es wert, in diesem Zusammenhang zitiert zu werden. Bevor er Präsident oder gar Vizepräsident war, schrieb er: "Die Bewohner einer Kolonie befinden sich in einem beengten und unnatürlichen Zustand .." Solange ein Kanadier Kolonist ist, bleibt er in einer Position, die der seiner Vettern sowohl in England als auch in den Vereinigten Staaten unterlegen ist. Der Engländer sieht im Grunde auf den Kanadier herab, wie auf einen, der seine Unterlegenheit zugibt, und das auch ganz richtig. Der Amerikaner betrachtet den Kanadier mit der gutmütigen Herablassung, die der freie Mann für einen Menschen empfindet, der nicht frei ist. "Jeder wahre Patriot, jeder Mann von staatsmännischer Gesinnung, sollte sich auf den Tag freuen, an dem keine einzige europäische Macht einen Fuß auf amerikanischem Boden haben wird. Gegenwärtig ist es nicht notwendig, die Position einzunehmen, dass keine europäische Macht amerikanisches Territorium besitzen soll; aber es wird sicherlich notwendig werden, wenn die ängstlichen und selbstsüchtigen "Frieden-um-jeden-Preis"-Männer ihren Weg gehen und wenn die Vereinigten Staaten es nicht schaffen, die europäische Vergrößerung auf diesem Kontinent von Anfang an zu stoppen." Aber es wird gesagt werden, dass Mr. Roosevelt ein Vertreter der extremen expansionistischen Schule ist. Es mag daher gut sein, das Zeugnis eines Vertreters des anderen Extrems zu zitieren. Mit der zweifelhaften Ausnahme von Mr. Atkinson gibt es wahrscheinlich keinen entschiedeneren Anti-Expansionisten als Mr. Andrew Carnegie. Niemand kann ihn der Feindseligkeit gegenüber dem Land bezichtigen, in dem er geboren wurde und in dem er seine Sommer verbringt. Er ist immun gegen das Jingo-Fieber, das so viele seiner Landsleute niedergestreckt hat. Aber in Bezug auf Kanada drückte Mr. Carnegie seine Gefühle noch kompromissloser aus als Mr. Roosevelt. Im Jahr 1895, als Zollfragen im Vordergrund standen, sprach sich Mr. Carnegie nachdrücklich dafür aus, schwere Zölle auf alle Importe aus Kanada zu erheben, ohne Rücksicht auf die Doktrin des Freihandels oder des Schutzes, sondern als eine Angelegenheit der hohen Politik. Die folgende Passage ist ein sehr bezeichnender, aber vollkommen offener und aufrichtiger Ausdruck der Gefühle einer großen Anzahl der freundlichsten Amerikaner in der Frage unserer Position in Kanada: "Ich denke, wir verraten einen Mangel an Staatskunst, wenn wir einem Land Handelsvorteile gewähren, das einer fremden Macht, die auf monarchischen Institutionen gegründet ist, die im Herzen immer darauf vertrauen kann, die republikanische Idee zu verabscheuen, Loyalität schuldet. Wenn Kanada frei und unabhängig wäre und sein Los mit diesem Kontinent teilen würde, wäre es eine andere Sache. Solange es an unserer Flanke bleibt, ein möglicher Feind, nicht auf eigene Rechnung, sondern den Befehlen einer europäischen Macht unterworfen, und bereit, von dieser Macht aufgefordert zu werden, ihre Kräfte gegen uns einzusetzen, selbst in Fragen, die Kanada nicht betreffen, sollte ich es deutlich verstehen lassen, dass wir es als eine Bedrohung für den Frieden und die Sicherheit unseres Landes ansehen, und ich sollte es entsprechend behandeln. Sie sollte nicht gleichzeitig in der Union und außerhalb der Union sein, wenn ich es verhindern kann. Deshalb sollte ich alle ihre Produkte, die in die Vereinigten Staaten gelangen, hoch besteuern; und das sollte ich nicht aus Abneigung gegen Kanada tun, sondern aus Liebe zu dem Land, in der Hoffnung, dass es jenes dazu bringen würde, zu erkennen, dass von den Nationen auf diesem Kontinent erwartet wird, amerikanische Nationen zu sein, und ich vertraue darauf, dass sie schließlich eine Nation sein werden, soweit der englischsprachige Teil betroffen ist. Ich sollte die Rute benutzen, nicht im Zorn, sondern in Liebe; aber ich sollte sie benutzen. Sie sollte entweder ein Mitglied der Republik sein oder sie sollte für sich selbst stehen, verantwortlich für ihr Verhalten in Frieden und Krieg, und sie sollte sich nicht dadurch schützen, dass sie eine fremde Macht zu Hilfe ruft." Ich habe die Meinungen von Präsident Roosevelt und Mr. Carnegie zitiert. Zu ihnen möchte ich einen dritten, viel weniger angesehenen, aber nicht weniger typischen Mann hinzufügen, Mr. M. W. Hazeltine, der im Jahre 1897 die wahrscheinliche Politik von Präsident McKinley diskutierte und erklärte, dass, wenn Mr. McKinley an das Versprechen denken würde, das in der Plattform, die er unterschrieben hat, verankert ist, würde er seinen Einfluss und seine Fähigkeiten auf alle legalen Wege einsetzen, um die Bewegung für die freiwillige Eingliederung Kanadas in die Republik zu fördern: "Er mag nicht der Meinung sein, dass eine Ausdehnung des Territoriums um seiner selbst willen wünschenswert ist, aber er kann nicht anders, als anzuerkennen, dass es im Falle Kanadas auch eine Ausdehnung des Marktes und eine Ausdehnung des Bereichs amerikanischer Investitionen über kanadische Minen und Unternehmen geben würde. Er kann auch nicht die Augen vor der Tatsache verschließen, dass die Annexion des Dominion of Canada den endgültigen Ausschluss des Krieges mit all seinen Lasten und Schrecken von diesem Kontinent bedeuten würde und die sichere Widmung Nordamerikas an Industrie und Frieden." Die Erwartungen von Mr. Hazeltine wurden nicht erfüllt. .... Sollte eine solche Union stattfinden, würde es wahrscheinlich zu einer beträchtlichen Vereinfachung der etwas komplexen Regelungen kommen, die jetzt im kanadischen Dominion bestehen. Dezentralisierung und Home Rule sind sehr gute Dinge, aber sie können zu weit getrieben werden; und acht separate Parlamente mit acht separaten Exekutiven scheinen eine etwas übertriebene Erlaubnis für eine Bevölkerung, die nicht viel mehr als die Bevölkerung von Greater London ist. Obwohl sowohl die amerikanische als auch die kanadische Verfassung auf dem föderalen Prinzip beruhen, gibt es erhebliche Unterschiede in der Art und Weise, wie dieses Prinzip angewandt wird. In den Vereinigten Staaten ist die Bundesgewalt streng definiert. Der Kongress in Washington hat nur die Befugnis, in bestimmten Bereichen Gesetze zu erlassen. Alle anderen, die nicht speziell der Zentralgewalt vorbehalten sind, werden dem souveränen Willen der einzelnen Bundesstaaten überlassen. In Kanada wird das Problem vom anderen Ende her angegangen. Die Befugnisse der Provinzparlamente sind streng definiert, während der undefinierte Rest dem Parlament des Dominion überlassen wird. Die kanadische Justiz ist im gesamten Dominion föderal organisiert, und die Richter sind nicht wählbar. In den Vereinigten Staaten ist die Judikative sowohl föderal als auch lokal, und die lokalen Richter werden durch Volksabstimmung gewählt. Bank-, Handels- und Heiratsgesetze sind im Dominion föderalistisch, während sie in der Republik den Staaten überlassen sind. Es ist äußerst schwierig, die amerikanische Verfassung zu ändern, während die kanadische Verfassung ohne große Schwierigkeiten geändert werden kann. Bei Streitigkeiten zwischen den lokalen Behörden oder zwischen den Provinzregierungen und der Bundesregierung gibt es in letzter Instanz eine Berufung an das Judicial Committee des Privy Council in London. In den Vereinigten Staaten ist der Supreme Court in Washington die letzte Instanz. In vielerlei Hinsicht ist die kanadische Verwaltung, insbesondere der Teil, der das Wohlergehen der Indianer betrifft, mit derjenigen der Vereinigten Staaten vergleichbar. Der Kontrast zwischen der Rechtsprechung in den Bergbaurevieren in Kanada und in den Vereinigten Staaten ist von den Amerikanern selbst häufig kommentiert worden......"
I/VII Part One (Erster Teil) Chapter Seventh (Siebentes Kapitel)
Of Australia (Über Australien)
"Eines der großen Ereignisse der vergangenen zwölf Monate war die Eröffnung des ersten Parlaments des australischen Commonwealth durch den Thronfolger der britischen Krone. Das Ereignis wurde mit immenser Begeisterung im ganzen Empire gefeiert, als öffentliche feierliche Demonstration der Enge des Bandes, das den Inselkontinent in der Südsee mit dem Mutterland der Rasse verbindet. Es mag daher seltsam unangebracht erscheinen, zu diesem Zeitpunkt die Frage zu erörtern, ob auch auf den Antipoden die Anziehungskraft der amerikanischen Republik durch das australische Commonwealth zu spüren sein wird. Es muss natürlich zugegeben werden, dass die Anziehungskraft mit der Entfernung, in der sie ausgeübt wird, abnimmt, und Australien ist keineswegs der gleichen ständigen Versuchung ausgesetzt, sein Los mit den Amerikanern zu werfen, der die Westindischen Inseln und Kanada ausgesetzt sind. Nichtsdestoweniger sind schon in diesem ersten Jahr eine ganze Reihe von Dingen geschehen, die uns Anlass geben, wenn nicht wütend, so doch wenigstens ernsthaft darüber nachzudenken, ob der Nettoeffekt der Föderation der australischen Kolonien so sehr zur Konsolidierung des Empire tendieren wird, wie wir alle glauben wollen. Zunächst einmal war das allererste Ergebnis der Verfassung des australischen Commonwealth die Errichtung einer Zollmauer zwischen Großbritannien und der unabhängigen Schwesternation an den Antipoden, die mehr eine Barriere als ein Band der Vereinigung ist. Um nur eine kleine Illustration davon zu nehmen. Die Australasian Review of Reviews, die im Interesse des Empire und zum Zweck der Förderung der Union der englischsprachigen Völker gegründet wurde, ist ein Ableger der übergeordneten Review of Reviews. Mindestens die Hälfte des Inhalts jeder Nummer wird von aus London gesandten Probedrucken gedruckt. Die unmittelbare Auswirkung des neuen Tarifs war eine Erhöhung der Produktionskosten der Australasian Review of Reviews. Auf das Papier wurde ein Zoll von 10 Prozent und auf die Druckfarbe von 25 Prozent erhoben. Alle Zeitschriften, die im Mutterland gedruckt und als Fertigprodukte nach Australien exportiert werden, müssen einen Zoll bezahlen. Es ist eine sehr kleine Angelegenheit, aber sie illustriert den Punkt, dass die neue Ordnung der Dinge auf den Antipoden einige Ergebnisse hatte, die der Verwirklichung des königlichen Ideals, dass Australien so sehr als Teil des Vereinigten Königreichs angesehen werden sollte wie Kent oder Sussex, nicht ganz förderlich waren. Bei der Gestaltung des australischen Zolltarifs weigerte sich die Regierung strikt, dem Beispiel Kanadas zu folgen. Britischen Waren wurde keinerlei Präferenz eingeräumt. Die Deutschen und die Amerikaner, die keine Kosten und keine Verantwortung für die Verteidigung Australiens tragen, sind genauso frei, ihre Waren zu schicken wie der britische Steuerzahler, der die ganze Last der imperialen Verteidigung zu tragen hat. Ich beschwere mich nicht darüber, sondern erwähne es nur als Hinweis darauf, dass das australische Commonwealth keine Sympathie mit jenen Imperialisten gezeigt hat, die glauben, dass die Einheit des Reiches am besten durch einen imperialen Zollverein erreicht und erhalten werden kann. .... Ein dritter Punkt, der es wert ist, in der Frage der möglichen Verschmelzung Australiens mit der größeren Föderation aller englischsprachigen Völker in Erinnerung gerufen und diskutiert zu werden, ist die Tatsache, dass sich die Australier bei der Gestaltung des australischen Commonwealth in einem wesentlichen Punkt dafür entschieden haben, eher dem Beispiel der Vereinigten Staaten als dem des kanadischen Dominions zu folgen. In Kanada, das wurde bereits erwähnt, definierten die Kanadier die Befugnisse der Provinzversammlungen und überließen alle anderen Befugnisse dem Bundesparlament. In Australien folgten sie dem amerikanischen Präzedenzfall. .... Sie sind jedoch vom amerikanischen Präzedenzfall abgewichen, indem sie den Senat durch Direktwahl konstituiert haben und auch die Änderung der Verfassung erleichtert haben. .... Die Politik kann richtig oder falsch sein; aber sie hat zumindest die hervorragende Eigenschaft der Präzision. Es ist eine unmissverständliche Proklamation seitens des neuen Commonwealth, dass es keiner europäischen oder asiatischen Macht erlaubt sein soll, ihre Herrschaftsgebiete im Pazifischen Ozean zu erweitern. Es ist noch nicht ersichtlich, ob die Doktrin so weit ausgedehnt werden soll, dass sie die Vereinigten Staaten von Amerika einschließt. .... Es gibt mehr Millionen von indischen Kulis, chinesischen Arbeitern und japanischen Landarbeitern, die bereit sind, die immensen landwirtschaftlichen und mineralischen Ressourcen Nordaustraliens zu erschließen und zu entwickeln, als es Weiße auf dem ganzen Kontinent gibt. Aber, wiederum dem Beispiel der Vereinigten Staaten folgend, ist das Bundesparlament absolut gegen die Einführung farbiger Arbeitskräfte. Der Schrei nach einem weißen Australien hat alle vor sich hergetrieben, und die Mitglieder haben einen fast fanatischen Eifer gezeigt, den Inselkontinent mit einer hohen Mauer zum Ausschluss von chinesischen, japanischen und indischen Kulis zu umzäunen. Sie sind sogar so weit gegangen, dass sie sich weigern, eine Subvention für die Beförderung von Postsendungen an jede Dampfschifffahrtsgesellschaft zu zahlen, die Lascars beschäftigt. .... Abgesehen von diesen politischen Punkten, in denen die Australier den Amerikanern ähneln, gibt es noch andere, die jedem auffallen, der die Antipoden besucht hat. Als Mark Twain Australien besuchte, fand er die Australier in vielerlei Hinsicht überaus amerikanisch. .... Er sah jedoch keine Notwendigkeit, dass Australien dem Beispiel der amerikanischen Kolonien folgen sollte. .... Was die Australier von den Amerikanern unterscheidet, ist das Fehlen eines Elements, das dem ethischen Sauerteig der Pilgerväter entspricht. In ihrer gesamten Geschichte haben die Australier nie die harten Erfahrungen gemacht, die Nationen disziplinieren. Sie sind die verwöhnten Kinder der menschlichen Rasse gewesen. Krieg, Pestilenz und Hungersnot, die drei Geißeln der Menschheit, haben sie nie gezwungen, die härteren Realitäten der Existenz zu erkennen. Sie haben nie tiefere Emotionen erlebt als jene, die durch die Wechselfälle des südafrikanischen Krieges hervorgerufen wurden. .... Eine der interessantesten Fragen der Zukunft ist, ob die Australier der Zukunft Englisch oder Deutsch sprechen werden. Gegenwärtig stehen alle Chancen zugunsten des Englischen, aber die Chance, dass die Mehrheit der Menschen, die Australien am Ende des Jahrhunderts bevölkern werden, Deutsch und nicht Englisch sprechen werden, ist größer, als die meisten Engländer bisher realisiert haben. Nach den letzten Volkszählungsergebnissen lag die Gesamtbevölkerung des australischen Commonwealth unter vier Millionen, .... Wenn die Australier aufhören, sich fortzupflanzen, so sind es die Deutschen nicht. In den letzten zehn Jahren hat die große Entwicklung der verarbeitenden Industrie in Deutschland den Abfluss von Auswanderern aus dem Vaterland praktisch gestoppt. Aber die gegenwärtige Finanzkrise im Deutschen Reich wird den Hahn noch einmal aufdrehen. Auch ohne einen solchen deutlichen Anstoß zur Auswanderung ist es offensichtlich, dass Mitteleuropa wieder beginnen muss, einen stetigen Strom seiner überschüssigen Bevölkerung, für die es zu Hause keinen Platz gibt, auszuschütten. Bisher war der große Strom der deutschen Auswanderer nach den Vereinigten Staaten von Amerika gerichtet. Aber dort haben die englischsprachigen Menschen einen zu großen Vorsprung. Sie sind zu zahlreich und zu mächtig, als dass die Deutschen jemals hoffen könnten, den englischsprachigen Charakter der Vereinigten Staaten zu zerstören. Anders ist es in Australien. Es ist keineswegs jenseits des Möglichen, dass die deutsche Auswanderung, wenn sie nach den Antipoden gelenkt wird, eine Viertelmillion pro Jahr erreichen könnte. In zehn Jahren würde die Hälfte der Bevölkerung Australiens deutscher Herkunft sein. Wenn Deutsche sich fortpflanzen und Australier nicht, wird die Zukunft zweifellos bei der fruchtbarsten Rasse liegen. Australien bietet dem Deutschen alle Vorteile einer deutschen Kolonie, aber keinen der Nachteile. Jeder deutsche Siedler ist so frei, in Australien Land zu erwerben, als ob er in Großbritannien geboren wäre. Die Deutschen haben sich bereits auf den Antipoden niedergelassen. .... Die Deutschen sind gute Kolonisten. Sie drängen nicht in die Städte, wie es die Australier tun. Sie halten sich an die lutherische Religion, und obwohl sie ihre eigene Sprache hochhalten, werden sie gute australische Bürger. Es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass Australien, selbst wenn es ein deutschsprachiges Land würde, sich unter die Herrschaft des Deutschen Reiches stellen würde. Aber im gegenwärtigen Moment, wenn man einen weiten Blick über die Welt wirft, scheint es viel bessere Chancen zu geben, ein Groß-Deutschland jenseits des Meeres in Australien zu schaffen als irgendwo anders auf der Erdoberfläche. Ich habe in diesem Kapitel nichts über Neuseeland gesagt, das seine Geschicke ganz unabhängig von Australien zu entwickeln scheint. Gegenwärtig scheint es, als ob Neuseeland eine größere Anziehungskraft auf die Vereinigten Staaten ausübt als die Vereinigten Staaten auf Neuseeland. .... Präsident Kruger war ein viel weniger unabhängiger Potentat als Mr. Seddon; und Neuseeland ist als "unabhängige Schwesternation" viel unabhängiger von der Kontrolle durch Downing Street, als es der Transvaal wäre, wenn seine Unabhängigkeit morgen wiederhergestellt würde, mit solchen vertraglichen Einschränkungen, die sogar Präsident Kruger jetzt zu akzeptieren bereit ist."
I/VIII Part One (Erster Teil) Chapter Eighth (Achtes Kapitel)
A Crucible of Nations (Ein Schmelztiegel der Nationen)
"Die Vereinigten Staaten von Amerika verdanken einen nicht geringen Teil ihrer überschwänglichen Energien der Tatsache, dass in den letzten fünfzig Jahren eine unaufhörliche Flut von Auswanderern auf diesen Kontinent strömte, die zum größten Teil aus den energischeren, unternehmungslustigeren und abenteuerlustigeren Mitgliedern der Alten Welt rekrutiert wurden. Die Vereinigten Staaten haben Großbritannien als natürliche Zuflucht der politischen Flüchtlinge abgelöst. Es gibt kein Land in Europa, das nicht sein Bestes zum Aufbau des amerikanischen Volkes beigetragen hat. Die Tradition der Mayflower hat sich bis zum heutigen Tag erhalten. Es ist wahr, dass die meisten derjenigen, die in die Vereinigten Staaten ausgewandert sind, nicht so sehr dorthin gegangen sind, um Freiheit zu suchen und Gott zu verehren, als vielmehr, um eine Gelegenheit zu suchen, einen anständigen Lebensunterhalt zu verdienen; aber es ist nie ein guter Teil derjenigen ausgefallen, die von der Peitsche des Verfolgers aus der Alten Welt vertrieben wurden. Aber ob sie nun um des Gewissens willen ausgewandert sind, oder ob sie auf der Suche nach schmutzigem Gewinn kamen, sie haben immer über dem Durchschnitt gelegen. Manchmal war das Motiv, das sie nach Westen trieb, der Wunsch, der Justiz zu entkommen oder sich den Verpflichtungen der Staatsbürgerschaft zu entziehen; aber ob das Motiv an sich respektabel oder verwerflich war, die Tatsache, dass es ausreichte, um so viele menschliche Körper über 3.000 Meilen Ozean in eine neue Heimat in einer neuen Welt zu bringen, zeigte zumindest, dass die Seelen, die diesen menschlichen Körpern Beweglichkeit verleihen, fähig waren, Risiken einzugehen, sich dem Unbekannten zu stellen und sich den Opfern zu unterwerfen, die die Trennung von der Umgebung ihrer Kindheit mit sich brachte. Mit anderen Worten, die neunzehn Millionen Auswanderer, die im letzten Jahrhundert den Atlantik überquert haben, um in den Vereinigten Staaten eine Heimat zu finden, waren Menschen des Glaubens. Sie glaubten an sich selbst; sie glaubten an die Zukunft, und obwohl sie in einem sehr materiellen Sinne eine bessere Stadt suchten als die, in die sie hineingeboren worden waren, waren sie Herren ihres Schicksals. Die überfüllten Millionen der Alten Welt, die in dem Bezirk geboren werden und leben und sterben, in dem sie zufällig geboren werden, repräsentieren das vis inertiae von Europa. Die neunzehn Millionen, die den Atlantik überqueren, repräsentieren seine Bestrebungen und seine Energie. Viele von ihnen wurden zweifelsohne durch die Geißel des Hungers nach Westen getrieben. Aber viele Millionen, die ebenso litten wie sie, blieben zurück, da ihnen die Energie fehlte, die sie in eine andere Hemisphäre transportieren konnte. Die auswandernde Bevölkerung besitzt also vor allem diese Eigenschaft, dass sie genügend Leben hat, um Bewegung zu haben, genügend Glauben, um der Zukunft unter den unbekannten Bedingungen einer neuen Welt ins Auge zu sehen, und genügend Kapazität, um sich die Mittel anzueignen, die nötig sind, um sie über den Atlantik zu transportieren. Diese Auswanderung, die von den Amerikanern oft als ein Element der Gefahr angesehen wird, hat wahrscheinlich mehr als jede andere, mit Ausnahme der puritanischen Erziehung Neuenglands, zur Entstehung der Republik beigetragen. Der Amerikaner, das ist offensichtlich, ist kein bloßer Engländer, der auf einen anderen Kontinent verpflanzt wurde. In seinen Adern fließt das Blut von einem Dutzend nicht-englischer Rassen. Die Engländer, so sagen einige, können nur ein antiquarisches Interesse an der neuen Rasse beanspruchen, die aus dem Schmelztiegel hervorgegangen ist, in den alle Nationalitäten eingeschmolzen wurden, um den reichsten Barren der Menschheit, den modernen Amerikaner, hervorzubringen. .... Dass sie nicht gleich, sondern unterschiedlich sind, ist eine Selbstverständlichkeit. Sogar die amerikanische Verfassung, die, wie ihre Gründer glaubten, nach dem Vorbild der Briten gestaltet wurde, unterscheidet sich deutlich von ihrem Vorbild. So etwas wie eine gemeinsame Rasse gibt es nicht einmal in England, geschweige denn in den Vereinigten Staaten. Wir sind alle Konglomerate, mit unendlich unterschiedlichen Bestandteilen. Aber wir haben wenigstens eine gemeinsame Sprache, und wir alle halten Shakespeare die Treue, wenn auch keinem anderen geborenen Mann oder einer Frau. Wie Professor Waldstein betonte, besitzen die englischsprachigen Nationen sieben der Elemente, die eine Nationalität ausmachen, nämlich eine gemeinsame Sprache, gemeinsame Regierungsformen, eine gemeinsame Kultur, einschließlich Bräuche und Institutionen, eine gemeinsame Geschichte, eine gemeinsame Religion und schließlich gemeinsame Interessen. Aber das Vereinigte Königreich war ein Schmelztiegel von der Größe einer Teetasse. In den Vereinigten Staaten finden wir einen Schmelztiegel von kontinentalen Ausmaßen. Ein Prozess, der sich in England über Jahrhunderte erstreckt hat, wurde in den Vereinigten Staaten innerhalb der Lebenszeit von Generationen fortgesetzt. Aber trotz dieses gewaltigen Zustroms von jenseits der Meere ist es ihm nicht gelungen, den unverwechselbar englischsprachigen Amerikaner zu unterwandern. Der Neuengländer ist immer noch an der Spitze und wird es wahrscheinlich auch bleiben, obwohl er in vielen der großen Städte eine Zeit lang von den Iren und ihren Bossen entthront wurde. Das Größte, was die Amerikaner getan haben, viel größer als die Eroberung der Philippinen oder die Invasion des englischen Marktes, oder sogar als die Niederschlagung der großen Rebellion, war die Oberaufsicht über diesen riesigen Schmelztiegel. Die größte Errungenschaft war das Einschmelzen von Menschen aller Nationalitäten zu einem dominanten amerikanischen Typus, oder – um die Metapher zu variieren – das Weben all dieser verschiedenen Fäden aus fremdem Material zu einer einheitlichen Textur der amerikanischen Zivilisation. Es wurde sehr weitgehend in großen Städten getan, und die Arbeit wurde von Männern in die Hand genommen, die sehr weit davon entfernt sind, bewusste Gestalter der Vorsehung zu sein. Tammany und seine verwandten politischen Organisationen haben ein Werk vollbracht, dessen voller Wert noch lange nicht angemessen gewürdigt wird, weder im In- und Ausland. Diese korrupten Organisationen, die nur von ihren eigenen politischen Ambitionen angetrieben wurden, waren nichtsdestoweniger die wirksamsten Agenturen, um diese vielgestaltige Myriade ausländischer Emigranten auf den amerikanischen Stamm zu veredeln. .... Die Schule, in die seine Kinder geschickt wurden, vollendete den Vorgang. In einer Generation, oder höchstens in zwei, wurde der ausländische Emigrant gründlich amerikanisiert, denn die Amerikanisierung der Welt gewinnt nirgends schneller an Boden als in der Amerikanisierung der Weltbürger, die aus Liebe zum Abenteuer, aus schierem Unglück oder aus irgendeinem anderen Grund ihren Wohnsitz von der Alten Welt in die Neue verlegt haben. Als die Republik gegründet wurde, schätzte Mr. Bancroft, dass nur vier Fünftel der Bevölkerung der revoltierenden Kolonien Englisch als Muttersprache benutzten. Laut Mr. Carroll Wright, dem Kommissar für Arbeit in den Vereinigten Staaten, liegt die Bevölkerung heute eher bei der Hälfte als bei einem Fünftel. Das bedeutet natürlich nicht, dass die von Herrn Wright genannte Hälfte aus Personen ausländischer Herkunft besteht. .... Der gegenwärtige Duke of Argyle betrachtete es als eines der Merkmale, die dazu neigen würden, eine solche Allianz zu fördern. Als er im Oktober 1893 in der North American Review schrieb, betonte er den Vorteil, den es für die Vereinigten Staaten bedeuten würde, die Sympathie einer soliden, starken englischen Konföderation im Bunde mit der Union zu haben. Er schrieb: "In dem Maße, in dem das ausländische Element, ob Italiener oder Deutsche oder Frankokanadier, stärker wird und sich in speziellen Staaten der Union abgrenzt, ist es durchaus denkbar, dass Rassen- oder nationale Fragen unter irgendeinem fadenscheinigen Namen Ärger verursachen und dass die 'nationale' Bevölkerung dazu übergeht, die Trikolore oder eine andere ausländische Flagge anstelle der Stars and Stripes zu hissen. Die Franzosen im Nordosten könnten gut eine solche nationale Höhle von Adullam bilden. .... Die Tendenz der ausländischen Bevölkerung, sich in bestimmten Stadtteilen zu zentrieren, ist wahrscheinlich ein vorübergehendes Phänomen. Es gibt Viertel in New York und Chicago, in denen die englische Sprache kaum bekannt ist. Es gibt eine Anekdote, die von einer ausländischen Einwanderin erzählt, die sich in New York niederließ und fleißig lernte, was sie für die Sprache des Landes hielt, in dem sie sich niedergelassen hatte, und erst nachdem sie in einen anderen Bezirk umgezogen war, erfuhr sie zu ihrem Leidwesen, dass sie all ihre Mühe darauf verschwendet hatte, einen böhmischen Dialekt zu lernen, den sie, da er die einzige Sprache war, die in ihrer Straße gesprochen wurde, für die amerikanische Sprache gehalten hatte. In allen großen Staaten wird jedoch das Werk der Verschmelzung der verschiedenen Nationalitäten zu einem homogenen Ganzen stetig fortgesetzt, wenn auch nicht mit so hohem Druck, selbst in den ländlichen Gegenden, wo es den Ausländern noch möglich ist, die Sprache, Religion und Sitten ihres Vaterlandes zu bewahren. Herr Rodney Walsh, der im Forum vom Februar 1891 einen Artikel über "The Farmer's Changed Condition" schrieb, erklärte, dass in ganzen Bezirken in Illinois und Wisconsin die englische Sprache außerhalb der großen Städte kaum zu hören ist. Die Gottesdienste werden in einer fremden Sprache abgehalten, und in den Schulen wird in dieser Sprache unterrichtet. Mr. Babcock, der ein Jahr später über "Die Skandinavier im Nordwesten" schrieb, sagte: "Man kann 300 Meilen durch Wisconsin, Iowa und Minnesota reisen, ohne einmal Land zu verlassen, das Skandinaviern gehört. In Minnesota sind ein Siebtel der Abgeordneten Skandinavier, und es gibt siebenunddreißig skandinavische Zeitungen." Aber eines der bemerkenswertesten Zeugnisse über das Ausmaß, in dem die Vereinigten Staaten europäisiert wurden, erreichte mich in Form eines Briefes aus Galveston in Texas im Jahre 1891. Der Autor, Mr. E. J. Coyle, schrieb: "Glauben Sie nicht einen Moment lang, dass fünfundzwanzig unserer Bürger britischer oder angelsächsischer Herkunft sind oder englischsprachige Sympathien haben, denn das sind sie nicht. Nehmen Sie zum Beispiel diese lateinamerikanische Provinz, Texas, oder Kalifornien, Arizona oder irgendeines der neuen Länder, die durch den Guadalope-Hidalgo-Vertrag abgetreten wurden, und hat der Engländer dort Fuß gefasst? Gott sei Dank, nein. New Braunfells, Comal County, eine unserer erfolgreichsten deutschen Kolonien, die 1840 gegründet wurde, hat nie ein englisches Journal in seiner Mitte wahrgenommen. Die Kinder der zweiten Generation sprechen die Sprache von Goethe. Ich kann Ihnen fünftausend Postämter, Schulen und Gerichtshöfe in unserem Staat zeigen, in denen ausschließlich Spanisch, Deutsch und Böhmisch gesprochen wird – in der Tat die offizielle Sprache. Galveston mit seinen fünfzigtausend Einwohnern kann nicht einmal einen Korporalschaftstrupp englischsprachiger Amerikaner aufbieten; dasselbe kann von allen unseren großen westlichen Städten gesagt werden. Der Tag der englischsprachigen Menschen hier ist vorbei, und er wird nie wieder anbrechen." Es wäre interessant, diese zuversichtliche Vorhersage von vor zehn Jahren mit dem heutigen Stand der Dinge in Texas zu vergleichen. Dass es in verschiedenen Teilen der amerikanischen Union Gemeinden geben mag, die ihre alte Sprache mit dem Eifer der Waliser oder der schottischen Hochländer bewahren, mag stimmen, aber die einzige Auswirkung davon wird sein, dass die Zahl der zweisprachigen Menschen in den Vereinigten Staaten zunimmt. Es ist sogar möglich, dass eine Nationalität, die ihre Sprache in ihrer Lebendigkeit und Vitalität hat verkommen lassen, in die Vereinigten Staaten transportiert wird. Die Bewegung zur Wiederbelebung des Gebrauchs und des Studiums der alten irischen Sprache ist in den Vereinigten Staaten viel stärker ausgeprägt als in Irland selbst. Zeitungen, die in irischer Sprache gedruckt werden, werden in Amerika in einem viel größeren Umfang produziert, verbreitet und gelesen als ähnliche Publikationen in Irland. Der Versuch, die englische Sprache in einigen amerikanischen Schulen zu boykottieren, hat beträchtliche Ausmaße angenommen, aber selbst in Orten wie Milwaukee und anderen ausländischen Siedlungen im Nordwesten ist es unmöglich zu verhindern, dass die Kinder Englisch lernen. Sie lernen es auf dem Spielplatz, und da Englisch die Lingua franca des Kontinents ist und wahrscheinlich auch bleiben wird, sind die kommerziellen Vorteile des Erwerbs der englischen Sprache viel zu groß, als dass sie von den klugen Bürgern der Republik nicht geschätzt würden. Welcher Typus letztendlich aus diesem Schmelztiegel der Nationen hervorgehen wird, ist noch zu früh, um es vorherzusagen. In den Schmelztiegel haben alle Nationen ihr Bestes hineingeworfen, und es wäre eine herbe Enttäuschung, wenn dieses gewaltige Experiment der Nationenbildung nicht ein Ergebnis brächte, das der Unermesslichkeit des Schmelztiegels und dem Reichtum des darin gegossenen Materials entspräche."
 II Part Two (Zweiter Teil) The Rest of the World (Der Rest der Welt)
II/I Chapter First (Erstes Kapitel) Europe (Europa)
"Wenn wir in England, die wir in politischer und religiöser Hinsicht viel amerikanischer als anglikanisch sind, die Amerikanisierung der Welt mit Genugtuung und sogar mit Enthusiasmus betrachten, so wird dieser Prozess in anderen Gegenden natürlich mit ganz anderen Gefühlen betrachtet. Selbst anglikanische Engländer können sich kaum eines gewissen Nationalstolzes erwehren, wenn sie sehen, dass alle Nationen der Erde dem subtilen und durchdringenden Einfluss von Ideen ausgesetzt sind, die zumindest in englischer Sprache vermittelt werden und die in einigen Fällen bis in die Tage des englischen Commonwealth zurückverfolgt werden können. Wie Macaulay betonte, konnten selbst die Kavaliere kaum davon absehen, bei dem Gedanken an den Gipfel der Größe zu jubeln, zu dem die Armeen der Ironsides und die Heldentaten von Blake und seinen Kapitänen den Ruf Englands in den Tagen Cromwells erhoben. Und so können auch jene anglikanischen Engländer, die sich aus einer Position der Vorherrschaft in die einer Minderheit zurückgedrängt sehen, die unwiderstehlich von den starken demokratischen Strömungen, die die englischsprachige Welt beherrschen, vorwärtsgetrieben wird, ein Gefühl des jubelnden Stolzes nicht ganz unterdrücken, dass die Männer, die den Lenden des Commonwealth entsprungen sind, die Geschicke der Welt so mächtig formen sollten. Die Anglikaner sind in der Bewegung, sie sind nicht von ihr. Dennoch, schließlich ist Blut dicker als Wasser, und die Männer, "die die Sprache sprechen, die Shakespeare sprach, den Glauben und die Moral halten, die Milton hielt", können niemals durch Unterschiede in der politischen Zugehörigkeit vom gemeinsamen Stamm unserer gemeinsamen Rasse getrennt werden. Kein solcher Trost wird jedoch den Nationen Europas zuteil, die sich gegen ihren Willen und ohne ihre Erlaubnis dem Prozess der Amerikanisierung unterworfen sehen. Dass der Prozess vorteilhaft ist, dass sie durch die Behandlung besser sein werden, mag wahr sein; aber sie sehen es nicht. Gleichzeitig ist es gut, zwischen Europa und den Europäern, die darin wohnen, zu unterscheiden. Für die Mehrheit der Europäer ist die amerikanische Invasion keineswegs unwillkommen, während ein sehr großer Teil sich über eine viel größere Amerikanisierung Europas freuen würde als alles, was wahrscheinlich stattfinden wird. Anders verhält es sich mit den Fürsten und Adligen, die den Feudalismus und die altweltlichen monarchischen und aristokratischen Ideen vertreten, die als ihr europäisches Zentrum die Höfe von Berlin und Wien haben. In Europa sind Frankreich und die Schweiz bereits republikanisch. Belgien, Holland und die skandinavischen Länder sind, obwohl monarchisch in der Form, im Wesen republikanisch. Die spanische Regierung kann als eine Art Annex der Habsburger betrachtet werden, während die italienische Monarchie eine südliche Stütze des österreichisch-deutschen Bündnisses ist. Russland steht abseits, eine Welt für sich, vielleicht das demokratischste Land in Europa, das aus einem riesigen Konglomerat von Gemeinden besteht, die kleine Republiken unter der obersten Leitung einer zentralen Autokratie sind. Der Kaiser von Russland jedoch, der Monarch des göttlichen Rechts, der bei seiner Krönung im Kreml feierlich zum Führer und Statthalter seines Volkes geweiht wurde, hat zweifellos viele Sympathien mit den anderen Herrschern Europas gemein; aber die heutigen Zaren streben nicht danach, die Rolle der Zaren zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts zu übernehmen. Damals glaubten erst Alexander und dann Nikolaus, dass die Verteidigung des monarchischen Prinzips eine der heiligsten ihrer Pflichten sei – eine Überzeugung, der die Heilige Allianz energischen Ausdruck verlieh. Die Heilige Allianz ist längst vergangen und hat als ihr Hauptergebnis die Monroe-Doktrin hinterlassen, deren Verkündung von Canning dem Präsidenten Monroe als die wirksamste Antwort auf die Ansprüche der verbündeten Herrscher Mitteleuropas vorgeschlagen wurde. Das Zentrum des Widerstands gegen amerikanische Prinzipien in Europa liegt in Berlin, und der Anführer gegen und der große Protagonist der Amerikanisierung ist der deutsche Kaiser. Es liegt etwas Pathetisches in der heroischen Pose des deutschen Kaisers, der der amerikanischen Flut widersteht. Es ist wieder Canute, aber der Kaiser hat sich nicht ans Ufer gepflanzt, um passiv das Ansteigen der Flut abzuwarten, um die Schmeicheleien seiner Höflinge zu tadeln; er stellt sich dort hin, wo Land und Wasser sich treffen, und trotzt mit gezogenem Schwert der vorrückenden Flut. Und die ganze Zeit sickert das Wasser durch den Sand, auf dem er steht, und untergräbt die Fundamente, auf denen er steht, so dass er selbst zur Amerikanisierung getrieben wird, auch wenn er sich der Amerikanisierung widersetzt. Es gibt keine amerikanisierteren Städte in Europa als Hamburg und Berlin. Sie sind amerikanisch in der Schnelligkeit ihres Wachstums, amerikanisch in ihrer nervösen Energie, amerikanisch in ihrer schnellen Aneignung der Einrichtungen für den schnellen Verkehr. Amerikaner fühlen sich, trotz der sprachlichen Unterschiede, in der fiebrigen, konzentrierten Energie des Lebens von Hamburg und Berlin viel mehr zu Hause als in den eher behäbigen und konservativen Städten Liverpool und London. Der deutsche Fabrikant, der deutsche Schiffsbauer, der deutsche Ingenieur greifen schnell zu den neuesten amerikanischen Maschinen und benutzen sie. Die amerikanische Schreibmaschine steht in Deutschland wie in England an erster Stelle, und was noch viel wichtiger ist, der amerikanische Farmer fährt fort, Brot und Speck in wachsenden Mengen für den deutschen Frühstückstisch zu züchten. .... Und nicht nur in materiellen Dingen geht die Substanz amerikanischer Manufakturen in das Geflecht des modernen Deutschlands ein. Der ständige Strom der deutschen Auswanderung in die Vereinigten Staaten von Amerika hat einen Deutsch-Amerikaner geschaffen, dessen Einfluss auf die Verwandten, die er im Vaterland zurückgelassen hat, in gewisser Weise dem Einfluss des irischen Amerikaners auf die Iren in Irland entspricht. Die Deutsch-Amerikaner sind, wie die Irisch-Amerikaner, leidenschaftlich patriotisch, mit einem doppelten Patriotismus. Sie sind zutiefst republikanisch; der Bindestrich-Amerikaner, wie er genannt wird, hat eine Bereitschaft gezeigt, sein Blut zu vergießen und sich im Dienste seiner Wahlheimat zu opfern, die der eines jeden in den Staaten Geborenen gleichkommt. Aber gleichzeitig wird seine romantische Hingabe an das Land, dem er entsprungen ist, nicht durch seine Loyalität zu dem Staat beeinträchtigt, in dem er eine Heimat gefunden hat. Aber diese intensive und idealisierte Hingabe an das Mutterland ist, wie die Erfahrung der Iren zeigt, durchaus vereinbar mit einer absoluten Gleichgültigkeit und sogar positiven Abneigung gegen das politische System, das die Alten in der Heimat zur Zeit plagt. Der Deutsch-Amerikaner unterscheidet zwischen dem Vaterland und dem Kaiser, und begeht damit in den Augen des Hofes eine unverzeihliche Sünde. Den Kaiser mit dem Reich zu identifizieren, es jedem Deutschen unmöglich zu machen, an Deutschland zu denken, ohne gleichzeitig dem deutschen Kaiser zu huldigen, ist eines der Anliegen von Wilhelm II. Aber die Deutsch-Amerikaner sind über den Glamour seiner Persönlichkeit hinausgekommen. Sie sind die Männer von Deutschland, aber sie sind nicht die Männer des Kaisers. Ihr Einfluss auf die deutsche Wählerschaft ist ein amerikanischer Einfluss, der viel mehr in Richtung der Sozialdemokraten als der Junkerpartei weist, die die strengen Handlanger der preußischen Monarchie sind. Es wäre eine interessante Studie, zu untersuchen, inwieweit die sozialdemokratische Bewegung in Deutschland wie durch geheime Quellen von jenseits des Atlantiks gespeist wird. Die Verbindung ist bei weitem nicht so offensichtlich wie die zwischen den irischen Amerikanern und der irischen Nationalliga; aber es gibt eine ständige Bewegung von Männern und Ideen zwischen der sozialdemokratischen Partei in Deutschland und der deutschen Wählerschaft in den Vereinigten Staaten. Gegen alle diese Einflüsse führt der Kaiser einen verzweifelten, aber vergeblichen Krieg. Bei seinem Widerstand gegen die Amerikanisierung Deutschlands war sein erstes Ziel natürlich, die Amerikanisierung der Deutschen zu verhindern, die Deutschland verlassen. Der unaufhörliche Strom der Auswanderung, der von deutschen Ufern nach Westen geht, fließt zum größten Teil nach New York, dem europäischen Tor des amerikanischen Kontinents. Wenn der Deutsche einmal Bartholdis Statue der Freiheit, die die Welt erleuchtet, passiert hat, ist er für das Deutsche Reich verloren. Er mag eine oder zwei Generationen lang ein Deutscher bleiben, seine Sprache pflegen, die Literatur seines Landes kultivieren, aber in zehn Jahren haben seine Kinder Englisch gelernt, und in fünfzig Jahren bleibt nichts als der Name und die Familientradition, um sie mit dem Vaterland zu verbinden. Ihre Nachkommen sind nicht eher Deutsche, als Präsident Roosevelt ein Holländer ist. Um diesen Prozeß der gründlichen Amerikanisierung, Aneignung und von seinem Standpunkt aus absoluten Auslöschung der deutschen Bürger aufzuhalten, hat der Kaiser versucht, die Flut der deutschen Auswanderung in die von ihm erworbenen deutschen Kolonien umzulenken, die er ohne Rücksicht auf Kosten in verschiedenen Teilen der Welt subventioniert hat. Aber der Deutsche, der sich einmal entschlossen hat, der Heimat seiner Rasse den Rücken zu kehren, ist für die Reize des Damoralandes oder die Faszinationen Deutsch-Ostafrikas eigentümlich unempfänglich. Der Kaiser kann Beamte exportieren, wohin er will, aber die Flut der deutschen Auswanderung geht, wie der Wind, dahin, wo sie hingelangt. Es wird jetzt ein verzweifelter Versuch gemacht, die Flut der deutschen Auswanderung von Nord- nach Südamerika zu wenden. Die deutsche Kolonialpartei stellt sich vor, dass es durch die Schaffung großer deutscher Kolonien in Brasilien möglich sein könnte, ein größeres Deutschland auf dem südlichen Kontinent aufzubauen, wo das Deutsche Reich Millionen von deutschen Bürgern vor dem Amerikanismus bewahren könnte. Das Experiment ist noch nicht aufgegeben worden, aber die Südamerikaner sagen, dass der Prozess der Amerikanisierung in Brasilien nicht weniger schnell verläuft. Der Deutsche zeigt die gleiche Bereitschaft, sich seiner Umgebung anzupassen und sich die Sprache seiner Wahlheimat anzueignen, ob diese Umgebung nun Englisch oder Portugiesisch ist. Das einzige Ergebnis, das der Versuch, die deutsche Auswanderung nach Brasilien abzulenken, bisher hatte, war, der Monroe-Doktrin eine schärfere Kante zu geben und die Entschlossenheit der Regierung in Washington zu stärken, eine amerikanische Marine aufzubauen, die geeignet ist, das amerikanische Veto gegen europäische Eroberungen in der westlichen Hemisphäre durchzusetzen. Gezwungen, das Scheitern seines Versuchs einzugestehen, die Amerikanisierung der Deutschen außerhalb Deutschlands zu verhindern, hat der Kaiser seine Anstrengungen verdoppelt, um die Amerikanisierung Europas zu unterbinden. Dies ist eine fixe Idee bei ihm, seit er auf den Thron kam. Bei seinem ersten Besuch beim Zaren von Russland trug er ihm seine Lieblingsthese vor und bemühte sich, den Zaren für die heilige Sache des Antiamerikanismus zu gewinnen. Nikolaus II. hörte mit einem wohlwollenden Interesse zu, das ihm im Gespräch mit allen Menschen, ob Moujiks oder Kaiser, natürlich ist, aber er sah keinen Weg, sich der Idee seines Gastes anzuschließen. Der Kaiser, hinter seiner scheinbaren Impulsivität, ist hartnäckig in der Verfolgung seiner Ziele. Gescheitert in seinem ersten Versuch, den Zaren für eine große europäische Vereinigung zu gewinnen, um die Alte Welt gegen die Neue zu organisieren, gab er deshalb sein Lieblingsprojekt nicht auf. Die Aufgabe, die Doktrin, die der Kaiser dem Zaren insgeheim aufzudrängen versuchte, zuerst öffentlich vor der Welt zu verkünden, fiel Graf Goluchowski zu, dem Außenminister von Österreich-Ungarn. In seiner Rede vor den parlamentarischen Delegationen im November 1897 plädierte er nachdrücklich für eine friedliche Politik in Europa, und zwar aus keinem anderen Grund als dem, daß die Existenz der europäischen Völker von ihrer Fähigkeit abhängt, sich Schulter an Schulter gegen die transozeanische Konkurrenz zu verteidigen. Er kündigte die Verabschiedung von Gegenmaßnahmen an, die, wie er erklärte, schnell und gründlich sein müssten, um die lebenswichtigen Interessen der europäischen Völker zu schützen. Graf Goluchowskis alarmierender Aufruf an die Alte Welt erregte erhebliche Diskussionen, führte aber einige Jahre lang zu keinem konkreten Ergebnis. In der Zwischenzeit betrachtete der Kaiser weiterhin mit großem Unbehagen die zunehmende Abhängigkeit seines Volkes von amerikanischen Nahrungsmitteln. .... Deutschland kann seine Bevölkerung nicht mehr mit eigenen Nahrungsmitteln ernähren – eine Tatsache, die unter dem Gesichtspunkt eines möglichen Krieges von entscheidender Bedeutung ist. Im Jahre 1900 mußte Deutschland fast 1.000.000 Tonnen Weizen und 800.000 Tonnen Roggen importieren. Die Bevölkerung Deutschlands beträgt heute etwa 60.000.000 Menschen. Nimmt man also allein die Grundnahrungsmittel Weizen und Roggen, so würden neun Millionen Deutsche verhungern, wenn der unzureichende Ertrag der deutschen Landwirtschaft nicht durch die Einfuhr von Nahrungsmitteln ergänzt würde, was in den nächsten zwölf Monaten schätzungsweise eine Ausgabe von 100.000.000 Dollar nach sich ziehen würde; oder, mit anderen Worten, ganz Deutschland wäre fünfundfünfzig Tage im Jahr ohne Nahrung, wenn nicht aus dem Ausland importiert werden würde. .... So kam fast die Hälfte der gesamten Importe nach Deutschland entweder aus der Neuen Welt oder aus dem Britischen Empire. Die Abhängigkeit Deutschlands für sein tägliches Brot von Lieferungen aus Übersee trug wesentlich dazu bei, den Kaiser in seinem Entschluss zu bestärken, die deutsche Kriegsmarine zu verdoppeln. "Unsere Zukunft", erklärte er, "liegt auf dem Meer." Der Beschluss, die Stärke der deutschen Kampfflotte zu verdoppeln, wurde unmittelbar nach der dreifachen Niederlage der britischen Streitkräfte in Südafrika, die unser Ansehen schwer erschüttert hatte, in den Ohren der Welt deutlich verkündet. Dass die damals von Deutschland verkündete neue Schiffbaupolitik gegen Großbritannien gerichtet war, wurde im Ausland allgemein anerkannt; aber als der deutsche Kaiser kurz darauf London besuchte, hatte er eine ganz andere Erklärung für die Vergrößerung der deutschen Flotte zu geben. Weit davon entfernt, eine Bedrohung für Großbritannien zu sein, so soll er protestiert haben, betrachtete er jedes neue Schiff, das der deutschen Marine hinzugefügt wurde, als eine Ergänzung der Kampfkraft der britischen Flotte. Denn, so argumentierte er, es sei unvermeidlich, dass die Vereinigten Staaten früher oder später versuchen würden, die derzeit von Großbritannien gehaltene Vormachtstellung auf dem Meer an sich zu reißen. Wenn dieser Tag käme, würde Großbritannien in der deutschen Flotte seinen mächtigsten Verbündeten finden. Die Nationen der Alten Welt, die Kultur und Zivilisation repräsentierten, würden Schulter an Schulter stehen müssen, um dem geplanten Angriff der neuen Barbaren der westlichen Welt zu widerstehen, die, aufgebläht durch Wohlstand und Stolz und unbelastet durch irgendeine der Verantwortlichkeiten, die andere Staaten zur Vorsicht zwingen, früher oder später unweigerlich mit der gegenwärtigen Herrin der Meere in Kollision geraten würden. Was auch immer man über diesen Vorwand sagen mag, es war ein geniales Stück besonderer Argumentation, und es half ihm, die hässliche Bedeutsamkeit seines Marineprogramms zu überspielen. Nach der Abreise des Kaisers aus England hörte man wenig von seinen antiamerikanischen Ansichten bis zum letzten Juli, als M. Pierre de Segur vom Kaiser zusammen mit anderen französischen Touristen an Bord der Hohenzollern bewirtet wurde, als diese in norwegischen Gewässern lag. .... Der Hinweis auf Mr. Morgan und die Konsolidierung der Industrien unter dem Trust-System zeigt nur, dass der Kaiser scharf darauf ist, jede Entwicklung des amerikanischen Unternehmertums oder der amerikanischen Ambitionen aufzugreifen, um die Realität der amerikanischen Gefahr zu betonen und auf der Notwendigkeit einer konzertierten europäischen Aktion zu bestehen. Als er in London war, war die Rede nicht davon, England die Alternative anzubieten, sich der europäischen Blockade der Vereinigten Staaten anzuschließen oder sich selbst den Schmerzen und Strafen eines Finanzkrieges auszusetzen. Als er hier war, drehte sich seine Rede um den wahrscheinlichen Angriff der Vereinigten Staaten auf die Seeherrschaft Großbritanniens. Aber in seinem Gespräch auf der Hohenzollern scheint er auf die Idee zurückgekommen zu sein, die er in St. Petersburg vorbrachte und die Graf Goluchowski mit der Idee inspirierte, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, um die lebenswichtigen Interessen der europäischen Industrie zu schützen. Seit dieser Zeit sind die Deutschen und Österreicher eifrig damit beschäftigt, darüber zu diskutieren, welche Maßnahmen sie ergreifen sollten. Dass etwas getan werden muss, scheint selbstverständlich zu sein. Am 23. Oktober 1901 hielten die Vertreter der Industrie und der Landwirtschaft in Österreich unter dem Segen der österreichischen Regierung eine wichtige Versammlung ab, um über die wirksamsten Mittel zur Abwendung der Gefahr der amerikanischen Konkurrenz in allen Produktionszweigen abzuwenden. Dr. Peetz erklärte, dass die Vereinigten Staaten eine weltweite wirtschaftliche Vormachtstellung anstrebten; Österreich-Ungarn müsse daher unter allen Umständen den heimischen Markt für die heimische Industrie und Landwirtschaft sichern, während die Möglichkeiten für den Export so weit wie möglich erhalten bleiben sollten. Nach heftigen Reden, in denen die amerikanischen Wirtschaftsmethoden teilweise heftig angeprangert wurden, wurde einstimmig eine Resolution angenommen, .... Österreich, so erklärte das halbamtliche Fremdenblatt, sei der jüngste und schwächste der Industriestaaten und leide als solcher mehr unter der amerikanischen Konkurrenz als jeder seiner Nachbarn. Der Parole "Amerika für die Amerikaner" müsse die Parole "Europa für die Europäer" entgegengesetzt werden, so das Fremdenblatt. "Afrika und Asien sind die europäischen Reserven, und wir werden uns zu wehren wissen, aber wir müssen rechtzeitig damit anfangen." In Berlin hat die Deutsche Industriegewerkschaft durch ihren Sekretär, Dr. Wilhelm Vendlandt, ihre Meinung zu diesem Thema geäußert. Er erklärte, dass die Zeit für einen gewissen Bismarck gekommen sei, sich zu erheben und die Nationen Europas zu versammeln und die amerikanische Gefahr zu drosseln. Europa, so argumentierte er, könne sehr wohl unabhängig vom amerikanischen Markt sein. Russland habe mit der Entwicklung seiner Baumwollplantagen im Kaukasus die Alte Welt endgültig aus der Abhängigkeit von der Neuen befreit. "Ich glaube", erklärte er, "dass wir Amerika mit denselben Waffen der Ausgrenzung bekämpfen werden, die Amerika selbst so unbarmherzig und erfolgreich eingesetzt hat. Wir schlagen vor, für eine gesamteuropäische Union zu arbeiten. Die kommerziellen Interessen der Stunde sind vorrangig, und eine diskriminierende Allianz aller europäischen Mächte, einschließlich Englands, wird das unvermeidliche Ergebnis der amerikanischen Invasion sein." Das ist alles sehr schön und groß, aber was kommt dabei heraus? Bis jetzt ist es zu nichts gekommen. Der sich selbst versorgende Staat, der alles innerhalb seiner eigenen Grenzen produziert, ist in der modernen Welt ein Anachronismus geworden. Chinesische Mauern mit Prohibitivzöllen sind ein nutzloses Hilfsmittel. Zweifellos wird Amerika feststellen, dass einige der Nationen der Alten Welt seinem Beispiel folgen und es als ausreichende Rechtfertigung für einen Versuch, amerikanische Waren zu diskriminieren, anführen werden. Vor 1903, wenn die Handelsverträge in Kraft treten, kann nichts getan werden und vor 1903 kann noch eine ganze Menge passieren. Aber auch wenn die Regierungen der Alten Welt ihre Untertanen zwingen können, hohe Preise für Waren zu zahlen, die die Amerikaner, wenn sie ungehindert gelassen werden, billiger liefern würden, werden sie dadurch Unzufriedenheit und Unwillen steigern, was die Amerikanisierung Europas erleichtern wird. Denn je höher der Zolltarif, desto teurer werden die Lebensmittel. Teure Lebensmittel bedeuten Elend im Haus. Elend im Hause bedeutet Unzufriedenheit in der Wählerschaft, und Unzufriedenheit in der Wählerschaft bedeutet die Zunahme der treibenden Kraft, die ständig versuchen wird, die Regierungen der Alten Welt nach dem zu revolutionieren, was mehr oder weniger genau als amerikanische Prinzipien bezeichnet werden kann. So ist das Vorgehen des Kaisers und der Frau Partingtons von Wien noch vergeblicher als das Verhalten der Weisen von Borrodaile, die eine Mauer über die Mündung ihres Passes bauten in dem Glauben, dadurch den Kuckuck am Wegfliegen mit dem Sommer zu hindern. Ihre Politik übte keinen Einfluss auf die Präzession der Jahreszeiten aus. Aber die Aktion der antiamerikanischen Paneuropäer wird den Prozess, den sie verzögern wollen, direkt beschleunigen. .... Die wichtigste Schutzmaßnahme, die die Exporteure der Vereinigten Staaten bisher vor ausschließlichen Zöllen seitens der europäischen Nationen geschützt hat, war die Existenz einer Reihe von Handelsverträgen, die die Meistbegünstigungsklausel enthalten, welche im Jahre 1903 ausläuft. Zu diesem Zeitpunkt beabsichtigen die Österreicher und die Deutschen, möglicherweise auch die Italiener, mit solchen anderen europäischen Nationen, die sie dazu bewegen können, sich ihnen anzuschließen, zu sehen, was zum Schutz ihrer eigenen Industrien getan werden kann, indem sie ein europäisches Äquivalent des Dingley-Tarifs auf amerikanische Waren anwenden. Unter diesen Umständen ist es offensichtlich, dass es etwas schwierig sein wird, die von Mr. McKinley empfohlene Politik durchzuführen. Wie Präsident Roosevelt sagte, müssen wir uns daran erinnern, daß man im Umgang mit anderen Nationen Vorteile anstrebt. Aber wenn eine Seite Vorteile anbietet, während die andere Seite nur Verletzungen zufügen will, werden die Verhandlungen nicht sehr schnell voranschreiten. Es scheint kein Zweifel daran zu bestehen, dass die amerikanische Invasion die Europäer ein wenig verängstigt hat, noch ist die Angst auf Deutschland und Österreich beschränkt. Als Prinz Albert von Belgien 1898 von seiner Amerikareise zurückkehrte, soll er zu einem amerikanischen Freund ausgerufen haben: "Alas! you Americans will eat us all up" ("Ach, ihr Amerikaner werdet uns alle auffressen"). Admiral Canevaro, der frühere italienische Außenminister, bemerkte in einer Rede in Toulon im April letzten Jahres, dass "das Dreier- und das Zweierbündnis zusammengenommen Europa dreißig Jahre Frieden beschert haben", und er fügte hinzu, dass "diese Tatsache die europäischen Nationen vielleicht dazu bringen wird, die Möglichkeit und die Notwendigkeit zu erwägen, sich gegen Amerika zu vereinigen, wie es die Zukunft der Zivilisation von ihnen verlangen würde." Es gibt wenige Publizisten, die so intelligent und so liberal sind wie Herr Paul Leroy-Beaulieu, aber er steht so weit unter dem Einfluß der Bedrohung aus der Neuen Welt, daß er sich ausdrücklich für die Bestrebungen zur Verwirklichung eines europäischen Zollvereins ausgesprochen hat. Wie Mr. Sydney Brooks in einem interessanten Artikel über Amerika und Europa, den er im Atlantic Monthly für November beigesteuert hat, dargelegt hat, würde er die Zölle zwischen den verschiedenen Staaten nicht abschaffen, sondern nur durch klar definierte und auf lange Zeit abgeschlossene Handelsverträge erheblich reduzieren. Mit wenigen Ausnahmen, so schrieb er, sollte das Maximum bei 12 Prozent liegen, und eine ständige europäische Zollunion sollte mit der Aufgabe betraut werden, für eine sukzessive Senkung der Zölle zu sorgen und die engsten Beziehungen zwischen den europäischen Nationen herzustellen. An der Möglichkeit eines solchen Arrangements könne es keinen Zweifel geben. Es ist ein schlechter Wind, der niemandem etwas Gutes bläst, und es wäre ein willkommenes Ergebnis der gegenwärtigen Angst vor der amerikanischen Invasion, wenn sie die widerstrebenden und eifersüchtigen Nationen zwingen würde, einen so großen Schritt in Richtung Föderation zu tun. Um sich gegen die Vereinigten Staaten von Amerika zu verteidigen, befürworten diese Denker die Schaffung dessen, was vom fiskalischen Standpunkt aus gesehen die Vereinigten Staaten von Europa wären. Obwohl die Reaktion gegen den amerikanisierenden Einfluss in Deutschland und Österreich am stärksten zum Ausdruck kommt, geht der Prozess der Amerikanisierung in allen anderen Ländern unaufhaltsam weiter. In allen Hauptstädten und großen Städten von der Straße von Gibraltar bis zum Archangel gründen amerikanische Firmen Niederlassungen und der ganze Kontinent wird von amerikanischen Handelsreisenden durchstreift. Berlin, Leipzig und Dresden wimmeln von amerikanischen Studenten, während Paris eine so große amerikanische Kolonie hat, dass die Chicagoer Universität ein Nebengebäude am Ufer der Seine errichtet. Die Finanzminister Europas beginnen mehr und mehr, den Einfluss der amerikanischen Handelspolitik auf ihre Einnahmen zu erkennen. Erst kürzlich wurde M. de Witte durch eine Entscheidung des Finanzministeriums in Washington über russischen Zucker provoziert, die Einfuhrzölle auf amerikanisches Eisen und Stahl zu erhöhen, und erst neulich diskutierte das kleine Dänemark, ob es in seinem Interesse läge, sich auf einen kleinen Zollkrieg mit den Vereinigten Staaten einzulassen. Die Idee einer europäischen Interessensolidarität gegenüber den Vereinigten Staaten ist ein eitler Traum. Welchen Unterschied macht es für den österreichischen Landwirt, ob seine Waren durch die Produkte dänischer Molkereien oder durch das Schweinefleisch aus den westlichen Prärien unterboten werden? Staaten, die ein gemeinsames Budget haben, mögen vielleicht ein Interesse daran haben, die Interessen ihrer eigenen Steuerzahler gegen die Produkte eines Landes zu schützen, das keinen Beitrag zu ihrer Staatskasse leistet, aber unabhängige konkurrierende Nationen, die kein gemeinsames finanzielles Interesse haben, haben kein Motiv, zwischen dem einen ausländischen Konkurrenten und dem anderen zu diskriminieren, nur weil sie auf einem anderen Kontinent wohnen. Die Billigkeit und Qualität der angebotenen Waren sind die einzigen Fragen, die den Verbraucher interessieren, und die deutsche Hausfrau hat nicht einmal eine sentimentale Vorliebe für russischen gegenüber amerikanischem Weizen, nur weil der Russe ein Europäer ist und der Amerikaner nicht. Sentimentale Erwägungen sprechen viel eher für die Vereinigten Staaten als umgekehrt. Internationale Eifersüchteleien und Hass aufgrund der Erinnerungen an alte Kriege wirken viel mehr gegen europäische Rivalen als gegen die Vereinigten Staaten. Die Deutschen brauchen nur in die deutschen Zeitungen zu tauchen, um zu erkennen, dass die deutsche Stimmung viel feindseliger gegenüber Großbritannien ist, obwohl wir eine europäische Macht sind, als gegenüber den Vereinigten Staaten. Rußland hat seit dem Krimkrieg viel mehr Sympathien für die Amerikaner, trotz ihrer Lage in der westlichen Hemisphäre, als für die Briten, die den Vorteil haben, denselben Kontinent zu belegen wie sie. Die Beziehungen zwischen Amerika und Russland waren immer freundschaftlich, denn der republikanische Teil der englischsprachigen Welt hat sich nie der Raserei der Russophobie hingegeben. M. Khilkoff, der russische Minister für Verkehrswege und Kommunikation, der den Bau der transkontinentalen Eisenbahn durch Sibirien durchgesetzt hat, hat seine Lehrzeit in den Baldwin-Lokomotivwerken in Pennsylvania absolviert und bewahrt sowohl in seinem persönlichen Auftreten als auch in seiner Art, Geschäfte zu machen, den Eindruck seiner amerikanischen Ausbildung."
 archive.org II/I Part Two (Zweiter Teil) Chapter First (Erstes Kapitel)
II/II Part Two (Zweiter Teil) Chapter Second (Zweites Kapitel) The Ottoman Empire (Das Osmanische Reich)
"Vor drei Jahren, als ich in Konstantinopel war, erregte ich beträchtliches Erstaunen, indem ich erklärte, dass nichts wahrscheinlicher sei, als dass die Vereinigten Staaten dazu getrieben werden könnten, das bisher unlösbare Problem des Eigentums an Konstantinopel zu lösen. Die Tatsachen waren einfach und die Schlussfolgerung offensichtlich, aber es gibt nichts, was viele Menschen so langsam erkennen, wie die hervorstechenden Tatsachen einer politischen Situation. Heute, dank der Operation einer Bande von Räubern an der bulgarischen Grenze, sind die Augen der Öffentlichkeit geöffnet worden, und sowohl in Europa als auch in Amerika spricht der Mann auf der Straße von den Chancen im Osmanischen Reich, die damals außerhalb der Reichweite der praktischen Politik zu liegen schienen. Der Vorfall, der ein so plötzliches Erwachen bewirkt hat, war die Gefangennahme von Miss Stone, einer amerikanischen Missionarin. .... Es ist in der Tat für jeden intelligenten Menschen schwierig, nicht mit der ausgezeichneten Arbeit zu sympathisieren, die die amerikanischen Missionare in diesen Regionen leisten, denn die Amerikaner haben nicht nur die Arbeit selbst getan, sie haben das bulgarische Volk dazu angeregt, ihren Taten nachzueifern und ähnliche Einrichtungen zu schaffen. .... Die Räuber, die türkische Kleidung annahmen, um keinen Verdacht zu erregen, sollen bulgarische Räuber gewesen sein, die der mazedonischen Aufstandsbewegung angehörten. Sie belästigten die Lehrerinnen nicht, aber sie entführten sowohl Miss Stone als auch Mrs. Tsilka, die sie als Pfand festhielten. .... Der Vorfall lenkte die amerikanische öffentliche Meinung natürlich auf den Zustand der Balkanhalbinsel. Er machte die Bürger der Vereinigten Staaten mit dem permanenten Zustand der türkischen Provinzen vertraut und erinnerte die Welt an eines der schlimmsten Verbrechen der europäischen Diplomatie. Der Ruf der mazedonischen Männer: "Kommt herüber und helft uns!", fand bei der britischen Regierung von 1878 keine Antwort. Die Russen hatten ihnen geholfen. Durch den Vertrag von San Stefano wurde das gesamte so genannte "Großbulgarien" von der Donau bis zur Ägäis von der verderblichen Willkür der Türken befreit. Auf dem Berliner Kongreß wurde auf Betreiben Großbritanniens und Österreichs Mazedonien vom freien Bulgarien abgetrennt und in die Sklaverei zurückgestoßen, um die ungewollte Gnade der Türken zu genießen. Von allen Verbrechen, die auf dem Berliner Kongreß begangen wurden, war dies das schlimmste. Dem europäischen Gewissen wurde ein Trostpflaster gegeben, indem man den Artikel 23 in den Berliner Vertrag einfügte, um der Bevölkerung von Mazedonien und anderen Balkanprovinzen das Recht auf Selbstverwaltung zu sichern. Leider blieb der Artikel, wie in solchen Fällen üblich, ein toter Buchstabe. .... Es ist nicht notwendig, in diesem Überblick über die Amerikanisierung der Welt weiter über die Rolle zu spekulieren, die die Bürger der Vereinigten Staaten in der jüngsten Geschichte des Osmanischen Reiches gespielt haben. Ich habe dies in dem Buch, das ich 1899 schrieb, mit dem Titel "Die Vereinigten Staaten von Europa", ausführlich beschrieben. .... Aber nicht nur in Konstantinopel sind die Amerikaner am Werk. Sie sind im Moment fast das einzige Volk, das in der asiatischen Türkei etwas Gutes für die Menschheit tut. Ich frage mich, wie viele amerikanische Bürger sich dessen bewusst sind, dass amerikanische Missionare von den Hängen des Berges Ararat bis zu den Ufern des blauen Ägäischen Meeres die Saat amerikanischer Prinzipien über das ganze leidgeprüfte Land verstreut haben. Die Russen wissen es, und betrachten die Tatsache mit alles anderem als Selbstgefälligkeit. .... Es scheint mir die natürlichste Sache der Welt zu sein, dass es eines schönen Tages einen jener wilden Ausbrüche von religiösem oder imperialem Fanatismus geben wird, der irgendeinen nicht aufgehängten Raufbold, der vom Sultan dekoriert wurde, oder irgendeinen kurdischen Häuptling dazu bringt, es sich in den Kopf zu setzen, das Unrecht am Islam an der nächsten amerikanischen Missionsstation zu rächen. Er wird an der Spitze seiner Truppen über eine Schule oder ein Pfarrhaus herfallen. Das Gebäude wird den Flammen übergeben, der amerikanische Missionar wird in das brennende Gebäude geschleudert, um im Feuer umzukommen, während seine Frau und seine Töchter in den Harem irgendeines Paschas verschleppt werden. .... Keine Macht der Welt wäre in der Lage, den Vormarsch der amerikanischen Schiffe aufzuhalten, und es gibt auch keine Macht in Europa, die dies auch nur versuchen würde. Die Geduld der Christenheit ist schon lange fast erschöpft, und Europa würde wahrscheinlich eine erwartungsvolle Haltung beibehalten, während der Todesstoß auf die bröckelnden Relikte der osmanischen Macht geschlagen wurde. Wenn der Sultan aus Stamboul geflohen wäre und seine Hauptstadt der Gewalt des Pöbels überlassen hätte, wären die Amerikaner, um Konstantinopel vor dem Schicksal Alexandrias zu bewahren, gezwungen, die Stadt Konstantinopel zu besetzen, und, wie unsere Erfahrung seit langem zeigt, ist es viel einfacher, sie zu besetzen, als sie zu evakuieren. Jeder Tag, an dem die Stars and Stripes über den Toren des Euxine schweben, würde Europa mit dem Gedanken vertraut machen, dass von allen möglichen Lösungen die Besetzung Konstantinopels auf unbestimmte Zeit durch die Amerikaner auf weniger Einwände stoßen könnte als jede andere denkbare Lösung. Auf diese Weise könnte jeden Moment, aufgrund eines Ereignisses, das als normaler Zwischenfall in den Methoden der osmanischen Misswirtschaft angesehen werden kann, Cobdens Traum erfüllt werden, und die große Republik des Westens könnte das Mittel zur Wiederherstellung von Wohlstand und Frieden im verwüsteten Osten werden. Dieser Vision der Dinge, die kommen werden, habe ich heute wenig hinzuzufügen. .... Auf dem afrikanischen Kontinent haben die Amerikaner bisher kaum ihre Hände im Spiel. .... Überall auf dem Kontinent sind amerikanische Missionare zu finden, die sich für die Bekehrung der Heiden einsetzen. Aber noch picken die Amerikaner nur an Afrika herum......"
II/III Part Two (Zweiter Teil) Chapter Third (Drittes Kapitel) Asia (Asien)
"Die Amerikaner ändern so viele der gegenwärtig akzeptierten Ideen der anderen Völker, dass einem Engländer ein gewisser Grad an Genugtuung verziehen werden kann, wenn er feststellt, dass die Amerikaner in einer sehr wichtigen Angelegenheit englische Ideen übernommen haben. Bis vor kurzem standen die Amerikaner als Ganzes unter dem Einfluss des alten Irrtums, der den Geist von Mr. Gladstone beherrschte, – dass das Meer immer noch ein Teiler und nicht ein Einiger der Nationen sei. Ein Staat, durch den man von einem Ende zum anderen gehen konnte, ohne ein Schiff nehmen zu müssen, wenn man von einer Provinz in die andere reisen wollte, wurde von ihnen als etwas ganz und gar Überlegenes angesehen gegenüber einem Staat, dessen Straßen die Ozeane waren. Die bloße Existenz des Britischen Empire war der Tatsache geschuldet, dass diese Doktrin falsch war, aber Mr. Gladstone gelang es bis zum Ende seines Lebens nicht, sich von ihrem Einfluss zu emanzipieren. Die Amerikaner haben gerade erst begonnen zu begreifen, dass auch sie darauf hoffen können, die stolze Prahlerei ihrer britischen Vorfahren zu übernehmen und zu erklären, dass die Grenzen der Vereinigten Staaten bis zur Küstenlinie ihrer Feinde und Rivalen reichen. Nachdem sie ihre alte Position aufgegeben haben, scheinen sie von dem sprichwörtlichen Eifer des neuen Schülers beseelt zu sein; und nachdem sie nervös davor zurückgeschreckt waren, sich im Golf von Mexiko die Füße nass zu machen, haben sie sich nun kühn über den weiten Pazifik gestürzt und sich vor der asiatischen Küste niedergelassen. Ihr Vormarsch über diesen Ozean verlief sehr schnell. Er begann, ohne dass das amerikanische Volk eine Ahnung davon hatte, was geschehen würde. .... Es ist eine der unveränderlichen Folgen des Krieges, dass die durch den Kampf erregten Leidenschaften Appetit erwecken, der nur durch die Annexion eroberter Gebiete befriedigt werden kann. Mr. Roosevelt mag die Annexion der Philippinen vorausgesehen haben, als er 1897 als stellvertretender Marineminister den Angriff auf die spanische Flotte vorbereitete; aber es ist zweifelhaft, ob selbst er die Begierde erkannte, mit der sich das amerikanische Volk, beschwingt durch den leichten Sieg von Admiral Dewey, auf seine Beute stürzen würde. "Auf jeden Fall haben wir die Philippinen bekommen", rief ein amerikanischer Bürger in London jubelnd aus. "Ich bitte um Verzeihung", antwortete ich, "das ist nicht so." "Wollen Sie damit sagen, dass wir die Philippinen nicht bekommen haben?", fragte er. "Gewiss", antwortete ich. "Ihr habt die Philippinen nicht bekommen; es sind die Philippinen, die euch bekommen haben." Und alles, was seither geschehen ist, hat diese Bemerkung gerechtfertigt. .... Die Notwendigkeit, die Eroberung der Philippinen zu rechtfertigen – eine Aufgabe, die ihnen als unerwartete Folge eines Seegefechts auferlegt wurde –, führte dazu, dass einige Amerikaner gierig nach all den Argumenten griffen, mit denen der britische Jingo seit vielen vergangenen Generationen jenen Krieg um Märkte rechtfertigte, den Sir Edward Clarke als "Mord für Profit" stigmatisierte. .... Nachdem sie sich so auf den Philippinen etabliert hatten, mussten die Amerikaner herausfinden, welchen immensen Nutzen sie aus ihrem neuen Besitz ziehen konnten. Senator Beveridge war vorsichtig, darauf hinzuweisen, dass sie der nächste Nachbar zu ganz Asien waren; sie waren näher an Indien als St. Louis an New York, an China als St. Louis an San Francisco ist. Sie waren das Sprungbrett zum meistgefragten Markt der Welt. .... Und so kam es, dass die Vereinigten Staaten innerhalb weniger Monate, nachdem sie vor jedem Vorschlag einer Übersee-Herrschaft mit Schrecken zurückgeschreckt waren, mit den unsterblichen Worten von Mr. Croker erklärten:– "Ich bin dafür, alles zu behalten, was wir haben, und nach mehr zu streben." Für uns in der Alten Welt ist das Phänomen zu vertraut, um mehr als einen beiläufigen Kommentar hervorzurufen. Aber wenn wir die altbekannten Argumente mit amerikanischem Akzent hören, erinnert uns das daran, wie viel vom alten Adam in der Neuen Welt überlebt hat. Nachdem die Amerikaner auf diese Weise zunächst fast gegen ihren Willen, dann aber durch ihre bewusste Entscheidung zu einer asiatischen Eroberungsmacht geworden waren, sahen sie sich gezwungen, internationale Fragen ersten Ranges zu stellen und zu diskutieren, vor allem die eine große Frage, mit der alle im Osten konfrontiert sind, nämlich, wie sie sich gegenüber Russland verhalten sollten. Die Spaltung, die die englischsprachige Welt in zwei Hälften riss, hatte sowohl ihre Vorteile als auch ihre Nachteile, und einer dieser Vorteile war, dass sie den republikanischen Teil der englischsprachigen Welt immun gegen die Verwüstungen der Russophobie ließ. Die Russen, die einzige europäische Rasse, die es zahlenmäßig mit den Englischsprechern der Welt aufnehmen kann, standen immer in ebenso freundschaftlichen Beziehungen zu den Amerikanern wie sie sich mit den Briten überworfen haben. Als die amerikanische Republik, neu auf asiatischem Boden gepflanzt, ihre traditionelle Politik in Bezug auf Russland überdenken musste, war dies ein schicksalhafter Moment in der Geschichte der Rasse. .... Aber wann immer britische Staatsmänner über "offene Türen" sprechen, gibt es immer die Andeutung einer gegen Russland gerichteten Drohung. Die Vereinigten Staaten halten die Tür eher offen, indem sie eine andere Politik verfolgen und gleichermaßen bereit sind, mit Russland oder mit jeder anderen Macht zusammenzuarbeiten, solange die Hauptziele ihrer Politik mit den ihren identisch sind. Die Vereinigten Staaten hatten das Glück, in der kritischen Periode, in der die verhängnisvolle Entscheidung getroffen wurde, einen chinesischen Minister in Washington zu haben, der die amerikanischen Ideen so perfekt assimiliert hatte, dass er für die nächste Zeit zu einer veritablen Kraft in der amerikanischen Politik wurde. In ganz Amerika gab es niemanden, der mehr amerikanisiert war als Wu. Ob er mit seinem Automobil durch die Straßen Washingtons fuhr, in Chicago Vorträge hielt oder für die North American Review schrieb, er zeigte sich durch und durch auf dem neuesten Stand und fähig, alle Mittel der westlichen Zivilisation einzusetzen, um die Interessen des großen Reiches des Ostens zu fördern. Er trug dazu bei, ein starkes öffentliches Gefühl zugunsten der Aufrechterhaltung der Integrität des chinesischen Reiches zu formen, und führte einen tapferen und erfolglosen Kampf gegen das Rassenvorurteil, das die Amerikaner dazu brachte, ihre Türen gegen die chinesische Auswanderung hermetisch zu verschließen, gerade zu der Zeit, als sie auf der Aufrechterhaltung der offenen Tür in China bestanden. .... Eines der bemerkenswertesten Beispiele für die Ausübung des amerikanischen Einflusses, dessen weitreichende Folgen absolut unabsehbar sind, ist das Erwachen Japans, eine der größten Errungenschaften des 19. Jahrhunderts. Dieses Erwachen war größtenteils auf das Handeln der amerikanischen Regierung zurückzuführen. .... Baron Kantero Kaneko sagte in dem Rundschreiben, in dem er zur Unterstützung des Denkmals aufrief:— "Wahrhaftig. Japan hat nicht vergessen — noch wird es jemals vergessen —, dass es neben seinem regierenden und geliebten Herrscher, dessen hohe Tugenden und große Weisheit über allem Lob stehen, seinen gegenwärtigen Wohlstand in nicht geringem Maße den Vereinigten Staaten von Amerika verdankt, da letztere ihm große und dauerhafte Dienste erwiesen haben. .... Das Königreich Corea ist ein weiteres Feld, das dem amerikanischen Kapitalisten und dem amerikanischen Abenteurer vielversprechende Möglichkeiten bietet. Schon jetzt ist der Konzessionär beschäftigt, und früher oder später werden wir den amerikanischen Einfluss mächtig und möglicherweise übermächtig in dem Einsiedlerkönigreich finden. Die amerikanische Draisine ist bereits in die Hauptstadt eingedrungen, und mit der Draisine kommen viele andere amerikanische Ideen, die wahrscheinlich einen beträchtlichen Einfluss auf die Zukunft des Landes haben werden, das so lange ein Zankapfel zwischen Japan und Russland gewesen ist. Der amerikanische Einfluss im übrigen Asien beschränkte sich bis vor kurzem hauptsächlich auf die Lehre der amerikanischen Missionare. Sie haben eine ehrenvolle und nützliche Rolle bei der Präsentation der Lehren der christlichen Religion zu den Scharen von Burma und Indien genommen......"
II/IV Part Two (Zweiter Teil) Chapter Fourth (Viertes Kapitel)
Central and South America (Mittel- und Südamerika)
"Es klingt ein wenig paradox, aber es vermittelt eine bemerkenswerte Wahrheit, dass es nur wenige Teile der Welt gibt, die weniger amerikanisiert sind als das südliche Amerika. Wie ich bereits festgestellt habe, machen die Vereinigten Staaten weniger Geschäfte mit der gesamten Bevölkerung Mittel- und Südamerikas als mit den fünf oder sechs Millionen Menschen, die den langen Gürtel entlang der Nordgrenze bewohnen. Der Einfluss von New York und Chicago ist in London und in Liverpool viel stärker zu spüren als in Santiago und Buenos Ayres. Tatsache ist, dass unsere gesamten geographischen Raumvorstellungen sehr veraltet sind. Würden Entfernungen nicht nach Meilen, sondern nach der Anzahl der Stunden oder Tage berechnet, die man braucht, um sie zu durchqueren, hätten wir eine viel korrektere Vorstellung von der relativen Angehörigkeit der Orte. Nach den Karten sind die Vereinigten Staaten, die auf demselben Kontinent wie Südamerika liegen, geographisch ein näherer Nachbar als das Vereinigte Königreich. Aber wenn jemand in den Vereinigten Staaten Südamerika erreichen will, wird er es als Zeitersparnis empfinden, den Atlantik zu überqueren und von London aus zu starten. Während die Amerikaner England amerikanisieren, sind die Engländer schon seit Jahren damit beschäftigt, Südamerika zu anglisieren, ungeachtet der Monroe-Doktrin. So wie wir unsere Vorstellungen von der Ferne ändern müssen, so wäre es gut, unseren Verstand von vielen Illusionen zu befreien, die auf dem alten Aberglauben beruhen, dass politische Erwägungen alles dominieren. Politische Erwägungen dominieren manchmal sehr wenig. Religion, Literatur, Handel, haben oft viel mehr Einfluss als eine politische Bindung. Nehmen Sie zum Beispiel den Fall von Südamerika. Wir haben es vom Standpunkt des Handels her weitgehend anglisiert, aber die Menschen auf diesem Kontinent sind viel mehr Untertanen des Papstes von Rom als von Großbritannien. .... Die Monroe-Doktrin zum Beispiel, mit der Onkel Sam sozusagen seinen Schuh über das gesamte Gebiet südlich des Rio Grande geworfen hat, ist rein negativ. Sie sagt einfach zu allen europäischen Staaten: "Du sollst kein neues Gebiet in der Neuen Welt annektieren." Aber da hört es auf. Nun ist ein rein negatives Verbot wie dieses, so weit davon entfernt, Einfluss auf Südamerika auszuüben, dazu geeignet, genau in die entgegengesetzte Richtung zu wirken. Es ist eine Garantie für alle halbrassigen Republiken, die zwischen dem Norden Mexikos und der Straße von Feuerland liegen, gegen jede Gefahr der Annexion durch europäische Mächte – das heißt, es nimmt den Druck der Furcht, der sie hätte treiben können, ihr Haus in Ordnung zu bringen, die Methoden der Zivilisation einzuführen und sich bei den Vereinigten Staaten einzuschmeicheln, um die Unterstützung der Regierung in Washington im Falle einer beabsichtigten Eroberung durch eine der Großmächte zu sichern. Die Monroe-Doktrin hebt diese Furcht auf. .... In der Argentinischen Republik sind, wie uns Herr Shaw-Lefevre kürzlich in Erinnerung brachte, praktisch alle Eisenbahnen des Landes im Besitz britischer Kapitalisten und werden von englischen Unternehmen verwaltet. Dasselbe gilt im Allgemeinen für Straßenbahnen, Telefon- und elektrische Beleuchtungsgesellschaften. Die wichtigsten Banken, Kredit- und Treuhandgesellschaften und sehr viele Industrieunternehmen werden mit britischem Kapital betrieben und von Engländern und Schotten geleitet. .... Wie groß und fruchtbar die Gebiete sind, die Südamerika den überfüllten Bevölkerungen Europas bietet, wird in den Vereinigten Staaten nur sehr unvollkommen geschätzt. Geographen behaupten, dass in Südamerika mehr guter, fruchtbarer Boden für die Kolonisation zur Verfügung steht als in jedem anderen Kontinent. Der Anteil der unfruchtbaren Wildnis ist dort geringer als anderswo, und die Bevölkerung pro Quadratmeile ist verschwindend gering. Der ganze Kontinent hat zur Zeit nicht die Bevölkerung des Deutschen Reiches. Und doch könnte das gesamte Deutsche Reich in einer Ecke Brasiliens versteckt sein. .... Colonel C. P. Bryan, Minister der Vereinigten Staaten in Brasilien, erklärte bei seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten im Oktober 1901, dass er keinerlei Bereitschaft der Deutschen oder Italiener entdecken konnte, ihre nationalistischen Bestrebungen in Brasilien zu verfolgen. In Südbrasilien schätzt er die Zahl der deutschen Bevölkerung derzeit auf etwa eine Viertelmillion. Viele von ihnen haben die brasilianische Staatsbürgerschaft angenommen und sind so sehr brasilianisiert, wie deutsche Auswanderer in den Vereinigten Staaten amerikanisiert sind. In den letzten Jahren haben sich nur sehr wenige Deutsche in Brasilien niedergelassen. Im Jahr 1898 schickten die Italiener 33.000, die Portugiesen 11.000, die Spanier 6.000 Auswanderer nach Brasilien, während die Deutschen keine 500 schickten. Die Amerikaner sind sich der deutschen Bestrebungen in Richtung Brasilien wohl bewusst, und von Zeit zu Zeit wurden in der so genannten halboffiziellen Presse der Vereinigten Staaten klare und unmissverständliche Warnungen ausgesprochen, dass jeder Versuch seitens des Deutschen Reiches, entweder ein deutsches Protektorat oder eine deutsche Kolonie unter deutscher Flagge in irgendeinem Teil des südamerikanischen Kontinents zu errichten, als ein Kriegsgrund (casus belli) angesehen wird. In Mittelamerika liegt das einzige vitale Interesse für die Vereinigten Staaten in der Tatsache, dass über die Landenge die kürzeste Straße zwischen dem Atlantik und dem Pazifik führt. Die amerikanische öffentliche Meinung scheint sich für die Durchtrennung dieses Isthmus, der die beiden Amerikas verbindet, entschieden zu haben. Die Frage, ob man den Isthmus durch Nicaragua oder durch Panama machen soll, scheint zugunsten der längeren Route entschieden worden zu sein. Onkel Sam hat Geld zu verbrennen, und das Graben eines Kanals von 182 Meilen Länge durch ein schwieriges Land zu Kosten von etwas weniger als 38.000.000 Pfund Sterling mag kein gutes Geschäft unter dem Gesichtspunkt der Dividenden sein, aber es ist eine viel glaubwürdigere Beschäftigung als jene, mit der sich Nationen häufig für die Ausgabe ihrer Überschüsse beschäftigen. .... Sobald der Kanal gebaut ist, gibt es wenig Zweifel daran, dass der gesamte Zehn-Meilen-Streifen Teil und Bestandteil des Territoriums der Vereinigten Staaten sein wird und eine Basis bilden wird, von der aus die Autorität von Uncle Sam sowohl nach Osten und Westen als auch nach Norden und Süden ausgedehnt wird, bis die Kontrolle, wenn nicht sogar die tatsächliche Annexion, von Nicaragua und Costa Rica vollständig wäre."
II/V Part Two (Zweiter Teil) Chapter Fifth (Fünftes Kapitel)
The Monroe Doctrine (Die Monroe-Doktrin)
"Was ist die Monroe-Doktrin? Die beste Antwort findet man, wenn man die Worte zitiert, die Präsident Monroe in seiner Botschaft verwendete: "Wir schulden es daher der Offenheit und den freundschaftlichen Beziehungen, die zwischen den Vereinigten Staaten und diesen (europäischen) Mächten bestehen, zu erklären, dass wir jeden Versuch von ihrer Seite, ihr System auf irgendeinen Teil dieser Hemisphäre auszudehnen, als gefährlich für unseren Frieden und unsere Sicherheit betrachten würden." Er fügte hinzu, daß ein solches Vorgehen als "die Manifestation einer unfreundlichen Gesinnung gegenüber den Vereinigten Staaten" angesehen würde und daß es von ihnen nicht mit Gleichgültigkeit betrachtet würde. Die Doktrin wurde Präsident Monroe erstmals von Mr. Canning vorgeschlagen. Canning selbst wäre erheblich erstaunt gewesen, hätte er das Ergebnis seines Vorschlags gesehen. Er sagte, dass er die Anerkennung der Republiken Mexiko und Kolumbien als einen Akt ansah, der eine Veränderung im Gesicht der Welt bewirken würde, die fast so groß war wie die Entdeckung des nun befreiten Kontinents. Er fuhr fort:– "Die Yankees werden im Triumph schreien, aber sie sind es, die durch unsere Entscheidung am meisten verlieren. Die große Gefahr der Zeit, eine Gefahr, die die Politik des europäischen Systems gefördert hätte, war eine Teilung der Welt in europäisch und amerikanisch, republikanisch und monarchisch, eine Liga wandernder Regierungen auf der einen Seite und sich entwickelnde und aufrührende Nationen mit den Vereinigten Staaten an ihrer Spitze auf der anderen Seite. Wir schlüpfen dazwischen und pflanzen uns in Mexiko ein. Die Vereinigten Staaten haben vergeblich den Anfang von uns gemacht, und sie verbinden noch einmal Amerika mit Europa." Diese Verknüpfung Amerikas mit Europa war das, was die Monroe-Doktrin nun unter Berufung auf die Unmöglichkeit des Zusammenschlusses bewirken sollte. Die Monroe-Doktrin betraf in erster Linie Süd- und Mittelamerika. Ihre ursprüngliche Begründung war der Wunsch der republikanischen Regierung der Vereinigten Staaten, das auf dem europäischen Kontinent herrschende despotische System in der Neuen Welt auszuschließen. Daher war ihr erklärtes Motiv, als sie verkündet wurde, eher anti-monarchisch als anti-europäisch. Sie ging von Canning aus und wurde durch den Schrecken vor der Heiligen Allianz ausgelöst, die sowohl in England als auch in Amerika als eine Verschwörung von Despoten gegen die menschliche Freiheit angesehen wurde. Hätte man Canning und Monroe, die als Mitverfasser der Doktrin in ihrer ersten Bekanntmachung angesehen werden können, nach ihren Motiven befragt, hätten sie die Idee lächerlich gemacht, dass die neue Politik irgendein anderes Motiv hatte als das, die Neue Welt für freie Regierungen zu sichern und den Despotismus auf die östliche Hemisphäre zu beschränken. Aber bei der Formulierung der Doktrin waren sie nicht vorsichtig, zwischen einer despotischen und einer monarchischen Macht zu unterscheiden, und sie benutzten das Wort "europäisch" als Synonym für monarchischen Despotismus. In diesem Sinne wurde die Monroe-Doktrin verkündet, und in diesem Sinne wurde sie immer interpretiert, bis zu ihrer großen Wiederbelebung vor sechs Jahren, zur Zeit des venezolanischen Streits. Damals haben die Amerikaner die ursprüngliche Zielsetzung der Doktrin ignoriert und sie benutzt, um gegen eine Ausweitung der britischen Herrschaft in Südamerika zu protestieren. Das britische Empire war eine europäische Monarchie und fiel daher technisch gesehen unter das Verbot der Monroe-Doktrin. Doch nicht einmal Mr. Cleveland oder Mr. Olney hätten es gewagt, ernsthaft zu behaupten, eine britische Kolonie sei weniger frei oder weniger fortschrittlich als die Halbblutrepublik Venezuela oder die diktatorische Republik Mexiko. .... Die Doktrin wird nicht aufrechterhalten, um die westliche Hemisphäre für freie Institutionen zu sichern. Es geht darum, europäische Staaten als europäische Staaten auszuschließen, ob sie nun konstitutionell oder monarchisch sind. Die Natur ihrer Regierungen hat nichts damit zu tun, und eine Formel, die ursprünglich erfunden wurde, um der Ausbreitung des Despotismus Grenzen zu setzen, wird nun in der ersten Linie als eine Maßnahme des Selbstschutzes für die Vereinigten Staaten von Amerika und in der zweiten Linie beschworen, um Europa von Amerika auszuschließen. Das mag richtig sein, oder es mag falsch sein. Es ist nicht die ursprüngliche Doktrin. .... Wenn die Monroe-Doktrin wirklich sowohl im Geiste als auch im Buchstaben durchgesetzt werden soll und den europäischen Mächten verboten werden soll, sich in Südamerika niederzulassen, werden die Vereinigten Staaten ihre Politik überdenken und sich darauf vorbereiten müssen, die Last der Verantwortung für die Aufrechterhaltung des internationalen Rechts auf dem gesamten amerikanischen Kontinent zu übernehmen. Sie mögen hoffen, sich dem zu entziehen, und die Gelegenheit mag sich für einige Zeit nicht ergeben. Aber indem Präsident Roosevelt die Tür für Strafexpeditionen offen gelassen hat, die nach dem Ermessen aller europäischen Mächte durchgeführt werden können, hat er dem Kaiser die Möglichkeit gegeben, die er braucht, wenn er sie wirklich ausnutzen will. .... Denn während keine der europäischen Mächte, mit der etwas zweifelhaften Ausnahme Deutschlands, irgendwelche Bestrebungen nach Territorium in der westlichen Hemisphäre hat, gibt es keine Regierung in Süd- oder Mittelamerika, die nicht mit unverhohlenem Alarm den Anspruch des großen Bruders mit dem großen Stock weit oben im Norden betrachtet, Herrschaft oder Dominanz über sie auszuüben. Das Vorhandensein dieses Gefühls der Beunruhigung anerkennend, gab Herr Minister Hay in seiner Rede vor der New Yorker Handelskammer die folgende Erklärung ab, um das Unbehagen zu lindern, das zweifellos hinsichtlich der möglichen Folgen der Monroe-Doktrin, wie sie von Herrn Olney interpretiert und erweitert wird, herrscht: "Ich denke, ich darf sagen, dass unsere Schwesterrepubliken im Süden vollkommen von der Aufrichtigkeit unserer Haltung überzeugt sind. Sie wissen, dass wir das Wohlergehen eines jeden von ihnen und Frieden und Harmonie unter ihnen wünschen. Wir wollen ihr Territorium ebenso wenig, wie wir die Berge des Mondes begehren. Wir sind betrübt und beunruhigt, wenn es Differenzen unter ihnen gibt, aber selbst dann sollten wir niemals daran denken, diese Differenzen zu schlichten, es sei denn, auf Wunsch der Parteien, die daran beteiligt sind. Wir schulden ihnen all die Rücksicht, die wir für uns selbst beanspruchen. Den Kritikern der verschiedenen Klimazonen, die andere Ansichten über unsere Zwecke haben, können wir nur vollere Informationen und ruhigere Gewissen wünschen." .... Die Monroe-Doktrin sagt nichts über die Vormachtstellung aus. Sie bezieht sich ausschließlich auf die Ausdehnung der territorialen Besitzungen. Wenn also Präsident Roosevelt bestrebt ist, Europa von Amerika fernzuhalten, wird er entweder durch Vermittlung, freundschaftliche Ämter oder durch regelrechte Intervention verhindern müssen, dass Streitigkeiten zwischen europäischen und amerikanischen Staaten jemals zu einem Eklat führen. Das wird auf lange Sicht praktisch bedeuten, dass alle mittel- und südamerikanischen Republiken, obwohl sie nominell souveräne internationale Staaten sind, in Wirklichkeit der Oberhoheit von Uncle Sam unterworfen sind, und alle ernsthaften diplomatischen Angelegenheiten werden in Washington geregelt werden. Es kann den südamerikanischen Staaten sehr gut tun, wenn ihnen auf diese Weise die schwierigsten und heikelsten diplomatischen Fragen aus den Händen genommen werden. .... So weit, so gut, aber wir können uns kaum damit abfinden, ohne zumindest einen beiläufigen Protest gegen die Annahme zu erheben, die von den Bürgern der Vereinigten Staaten ständig gemacht wird, dass niemand ein Amerikaner ist, außer denjenigen, die innerhalb der Grenzen der Republik wohnen. Kanadier sind genauso Amerikaner wie ihre Nachbarn südlich des St. Lawrence. Großbritannien kann auch nicht der Forderung zustimmen, dass sie irgendetwas von den inhärenten Rechten, die sie als Amerikaner besitzen, einbüßen sollen, weil sie es aus eigenen Gründen vorziehen, in Verbindung mit dem britischen Empire zu bleiben......"
II/VI Part Two (Zweiter Teil) Chapter Sixth (Sechstes Kapitel)
On International Arbitration (Über die internationale Schiedsgerichtsbarkeit)
"Bei der Erörterung des Einflusses, den die Amerikaner auf die Welt im Allgemeinen ausgeübt haben, muss auf die eine große internationale Frage Bezug genommen werden, in der sie einheitlich eine starke Kraft zugunsten der Sache des Fortschritts und der Zivilisation gewesen sind. Ich beziehe mich auf die Frage der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit. Das Prinzip der Beilegung von Streitigkeiten zwischen souveränen Staaten durch Anrufung eines Gerichts oder Schiedsgerichts bildete die Grundlage der amerikanischen Verfassung. Die Tatsache, dass vom Atlantik bis zum Pazifik, vom Sankt-Lorenz-Strom bis zum Golf von Mexiko keine mit Kanonen bestückten Grenzen zu finden sind, keine stehenden Heere, die die Millionen der zweiundvierzig souveränen Staaten, die in der föderalen Union zusammengeschlossen sind, verteidigen, ist darauf zurückzuführen, dass die Väter der Republik als Grundstein ihrer Union einen Obersten Gerichtshof geschaffen haben, der befugt ist, über alle Streitfragen zwischen den einzelnen Bundesstaaten zu entscheiden. Von der Geburt der Republik an an das Schauspiel gewöhnt, dass staatliche Differenzen nicht durch die blutige Willkür des Krieges, sondern durch die gerichtliche Entscheidung eines obersten Tribunals entschieden werden, versuchten die Amerikaner natürlich, ein Tribunal zu schaffen, das in der Lage ist, Streitigkeiten zwischen anderen Nationen gütlich beizulegen. Die Prinzipien der Verfassung der Vereinigten Staaten sind Teil der Atmosphäre des amerikanischen Bürgers geworden. Er mag versuchen, aus ihr herauszukommen, aber es gelingt ihm selten; und bewusst oder unbewusst schlägt er ständig die Anwendung der Prinzipien dieser Verfassung zur Lösung fast aller Schwierigkeiten vor, die in der Außenwelt auftreten. Daher war es nur natürlich, dass die Bewegung zugunsten der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit im amerikanischen Volk eine intelligente und begeisterte Unterstützung fand. Da Großbritannien die Macht war, mit der die Vereinigten Staaten am unmittelbarsten in Berührung kamen und daher die meisten Reibungspunkte entwickelten, war es ebenso natürlich, dass das Prinzip der Schiedsgerichtsbarkeit als erstes zur Beilegung von Streitigkeiten zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritannien aktiv eingesetzt wurde. .... Das große Schiedsverfahren, das einen Meilenstein in der Geschichte der beiden Länder darstellt, war jedoch dasjenige, durch das die Alabama-Ansprüche unter dem Vertrag von Washington von 1871 an das Genfer Tribunal verwiesen wurden. Im gleichen Jahr wurde die umstrittene San-Juan-Grenze an das Schiedsgericht beim Deutschen Kaiser verwiesen, und auch ein weiterer Streit um die Fischerei in Nova Scotia wurde gütlich beigelegt. 1891 wurde die Frage der Robbenfischerei in der Beringsee an ein Schiedsgericht in Paris verwiesen, und die lange Liste der anglo-amerikanischen Schiedsverfahren wurde mit demjenigen abgeschlossen, das 1899 die strittige Grenze zwischen dem Britischen Empire und der Republik Venezuela regelte. Keine anderen beiden Nationen der Welt haben so viele Schiedsgerichtsverfahren durchgeführt wie Großbritannien und die Vereinigten Staaten. Die englischsprachigen Staaten haben sich nicht mit dem Versuch begnügt, die Welt durch die Kraft ihres Beispiels zu beeinflussen. Sie haben sich schon vor fast dreißig Jahren zu einer aktiven Unterstützung des Prinzips verpflichtet, wie aus dem Text der folgenden Resolution hervorgeht, die im Jahre 1874 von beiden Häusern des Kongresses verabschiedet wurde: "Das Repräsentantenhaus beschließt, dass der Präsident der Vereinigten Staaten hiermit ermächtigt und aufgefordert wird, mit allen zivilisierten Mächten, die bereit sind, in solche Verhandlungen einzutreten, über die Errichtung eines internationalen Systems zu verhandeln, in dem Streitfragen zwischen verschiedenen Regierungen, die damit einverstanden sind, durch ein Schiedsverfahren geregelt werden können, und zwar möglichst ohne Rückgriff auf den Krieg." Im Jahr 1890 verabschiedete der Kongress wiederum in beiden Zweigen der Legislative die folgende Resolution:– "Der Präsident wird hiermit aufgefordert, von Zeit zu Zeit, wenn sich geeignete Gelegenheiten ergeben, Verhandlungen mit jeder Regierung aufzunehmen, mit der die Vereinigten Staaten diplomatische Beziehungen unterhalten oder unterhalten könnten, damit alle Differenzen oder Streitigkeiten zwischen den beiden Regierungen, die nicht auf diplomatischem Wege beigelegt werden können, an ein Schiedsgericht verwiesen und auf diese Weise friedlich beigelegt werden können." 1895 brachte Senator Sherman eine Gesetzesvorlage ein, die es dem Präsidenten ermöglichen sollte, die Resolution von 1890 in die Tat umzusetzen, indem er ihn ermächtigte, Verhandlungen durch die regulären diplomatischen Vertreter der Vereinigten Staaten zu führen oder nach seinem Ermessen eine Kommission zu ernennen, die die Regierungen anderer Länder besuchte, um in Verhandlungen einzutreten, um ein internationales Schiedsgericht oder andere Mittel zu schaffen, durch die Streitigkeiten gütlich beigelegt und Kriege abgewendet werden können. Als der venezolanische Streit aufkam, rief Präsident Cleveland einen Sturm der Begeisterung hervor, als er seine Forderung nach einem Schiedsgericht formulierte. Mr. Carnegie, der friedlichste aller Männer, erklärte, dass die Schiedsgerichtsbarkeit das Einzige auf der Welt sei, für das er bereit sei zu kämpfen. Herr Olney stellte das Gesetz auf, dass der Krieg als ein Überbleibsel der Barbarei und ein Verbrechen an sich zu verurteilen sei, und dass es nur eine Möglichkeit gebe, die Frage zu klären, nämlich durch ein friedliches Schiedsverfahren. Die vom amerikanischen Volk so enthusiastisch unterstützte Forderung zwang Lord Salisbury, seine Position aufzugeben. Daraufhin wurde der Versuch unternommen, einen ständigen Schiedsvertrag zwischen den beiden Staaten zu schaffen, aber leider wurde bis heute nichts unternommen, um den Wünschen, die auf diese Weise geäußert wurden, Wirkung zu verleihen. Im Jahre 1890 versammelten sich die offiziellen Vertreter von siebzehn amerikanischen Republiken in Washington und verabschiedeten die folgende Resolution, die in der Folge von sechzehn der Republiken, einschließlich Brasilien, angenommen wurde:– "Die Republiken Nord-, Mittel- und Südamerikas nehmen hiermit die Schiedsgerichtsbarkeit als einen Grundsatz des amerikanischen Völkerrechts an, und zwar zur Beilegung aller Differenzen, Streitigkeiten oder Kontroversen, die zwischen ihnen in Bezug auf diplomatische und konsularische Privilegien, Grenzen, Territorien, Entschädigungen, Schifffahrtsrechte und die Gültigkeit, Auslegung und Vollstreckung von Verträgen entstehen können, sowie in allen anderen Fällen, ungeachtet ihres Ursprungs, ihrer Natur oder ihres Anlasses, mit Ausnahme derjenigen, die nach dem Urteil einer der an der Kontroverse beteiligten Nationen ihre Unabhängigkeit gefährden können." Drei Jahre zuvor schlossen die zentralamerikanischen Staaten einen Vertrag, in dem sich fünf Regierungen feierlich verpflichteten, im Falle von Meinungsverschiedenheiten zwischen ihnen, aus welchen Gründen auch immer, diese einem Schiedsgericht zu unterbreiten. Der erste internationale Vertrag, der ein Schiedsverfahren für alle Fälle vorsah, wurde zwischen den Vereinigten Staaten und Honduras geschlossen. Bis zum Jahr 1895 hatte die Regierung der Vereinigten Staaten siebenundvierzig Abkommen zur Überweisung von Angelegenheiten an ein Schiedsgericht geschlossen. Es dauerte jedoch bis zur Friedenskonferenz in Den Haag, bis die Prinzipien der pazifischen Schiedsgerichtsbarkeit eine Chance hatten, in die Praxis umgesetzt zu werden. Von Anfang an gab es eine Art freundschaftliche Rivalität zwischen Lord Pauncefote und der amerikanischen Delegation in der Frage, wer die Einrichtung eines Ständigen Internationalen Tribunals am wirksamsten vorantreiben konnte. Die Anerkennungen waren geteilt. In Den Haag führte Lord Pauncefote, aber Amerika punktete durch die Mission von Mr. Holls nach Berlin, die Deutschland auf Linie brachte. Herr Holls ging nach Berlin mit dem Ziel, Deutschland aus einer Position zu befreien, die es isoliert hätte. In Gesprächen mit dem Reichskanzler und dem Außenminister gelang es ihm, die deutschen Staatsmänner davon zu überzeugen, dass unabhängig von der Haltung, die die deutschen Delegierten einnehmen würden, das Prinzip eines internationalen Schiedsgerichts von der Konferenz angenommen werden würde, und dass Deutschland nur die Alternative hätte, eine Position einzunehmen, die mit Ausnahme des Sultans keinen Rückhalt oder Unterstützer hätte. Die deutsche Regierung wurde durch seine Darstellungen überzeugt, dass der Zug sowieso abfahren würde, und da sie nicht auf dem Bahnsteig stehen bleiben wollte, folgte sie dem Beispiel der anderen, und die Konvention wurde einstimmig von allen Mächten angenommen. Eine so ehrenvolle Bilanz, die über ein ganzes Jahrhundert andauert und in dem größten internationalen Parlament gipfelt, das in der Hauptstadt Hollands tagte, ist eine, auf die jeder amerikanische Bürger guten Grund hat, stolz zu sein."
 III Part Three (Dritter Teil) How America Americanizes (Wie Amerika amerikanisiert)
III/I Chapter First (Erstes Kapitel) Religion
"Der Impuls, der die früheren Entdecker auf der Suche nach den Goldenen Inseln über den Atlantik trieb, war nicht ausschließlich gewinnsüchtig. Im fünfzehnten wie im neunzehnten Jahrhundert ist eine merkwürdige Mischung aus Habgier und Religion zu erkennen. In unserer Zeit ist der Missionar dem Eroberer gewöhnlich vorausgegangen, aber bei der spanischen Landnahme Amerikas ergriffen die Filibuster die Initiative. Und kaum hatten spanische und genuesische Abenteurer die Existenz einer neuen Welt jenseits der Meere entdeckt, beeilte sich die Kirche in Rom, die Entdeckung durch die Entsendung von Missionaren des Kreuzes auszunutzen, denen freie Fahrt an Bord der Barken gewährt wurde, welche die Freibeuter der Alten Welt zu ihrer vorbestimmten Beute brachten. In Rom wird noch immer die Karte gezeigt, auf der der Papst die Neue Welt feierlich zwischen Spanien und Portugal aufteilte, zwei Nationen, die, beide treu katholisch, die päpstliche Abgrenzung als die Stimme des Orakels Gottes akzeptierten. Die Schicksale waren jedoch weniger gehorsam, und wenn heute der Besucher im Museum des College de Propaganda Fide die Karte betrachtet, schwelgt er in melancholischen Betrachtungen über die Eitelkeit menschlicher Erwartungen, wenn er sich daran erinnert, dass nicht einmal über einer einzigen Insel dieser Neuen Welt jetzt die spanische oder portugiesische Flagge weht. .... Die Jesuiten, die zugleich Missionare und Entdecker vom Typus eines Livingstone waren, waren die Pioniere der europäischen Kolonisation sowohl in Kanada als auch entlang des Mississippi. An der Pazifikküste waren es die Ordensväter, die die einzigen Pioniere der christlichen Zivilisation im Fernen Westen waren, bis die Argonauten von 1849 ihre pastorale Einfachheit unsanft unterbrachen. Wie es am Anfang war, so ist es seither geblieben. Die beiden Kontinente der Neuen Welt sind zwischen dem Prinzip der Autorität und dem Prinzip der Freiheit geteilt worden. Das amerikanische Commonwealth hat von seiner Geburt an mit unmissverständlichem Nachdruck die Gewissens- und Religionsfreiheit als unveräußerliche und grundlegende Rechte der Menschheit behauptet. In Sachen Religion war der indirekte Einfluss Amerikas auf die Welt wahrscheinlich stärker als jeder direkte Effekt, der von amerikanischen Lehrern oder amerikanischen Predigern ausgeht, obwohl, wie ich noch zeigen werde, der Einfluss der letzteren keineswegs unbedeutend war. Es waren die Bürger der Vereinigten Staaten, die der Welt mehr als ein Jahrhundert lang eine große Lektion darüber erteilten, wie man die Religion ohne das Eingreifen der Staatskirchen und ohne die strafenden Erlasse intoleranter Gesetzgeber aufrechterhalten kann. Einem Europa, das in der alten Tradition verhaftet war, dass es keine Religion geben könne, wenn der Staat nicht irgendeine Form von religiösem Bekenntnis einführte und stiftete, boten die Vereinigten Staaten das Schauspiel einer großen christlichen Gemeinschaft, in der die Riten der Religion ebenso regelmäßig durchgeführt wurden und in der der Geist der wahren Religion in den fruchtbaren Werken der Rechtschaffenheit mindestens ebenso sichtbar wirksam war wie in jeder Gemeinschaft, in der die Kirche das Privileg hatte, in allen prächtigen Gewändern des Staates herumzustolzieren. Dieser starke Einfluss wirkt auch heute noch in der Alten Welt. Das Beispiel der Vereinigten Staaten hat die Vorstellungen der Alten Welt von der Notwendigkeit einer untrennbaren Verbindung zwischen Kirche und Staat weitaus stärker aufgelöst als alle Aktivitäten der Liberationistischen Gesellschaft. Cavours Formel von einer freien Kirche in einem freien Staat wurde erst mehr als zwei Jahrhunderte nach der formellen Annahme desselben Ideals als Grundlage des amerikanischen Commonwealth geäußert. In einer Welt, in der sich immer noch Männer in hohen Ämtern finden können, die das zwanzigste Jahrhundert tapfer mit den kirchlichen Vorstellungen des Mittelalters konfrontieren, strahlt das Beispiel Amerikas wie der Glanz der aufgehenden Sonne über die dunkle und neblige Welt. .... Während seine Kirche oder Kapelle immer bei ihm ist, freiwillige Anstrengung verlangt und kontinuierliche Sammlungen durchführt, ist der vom Staat geforderte Dienst unregelmäßig und vergleichsweise unbedeutend. Daher ist die Solidarität, die auf der Identität des religiösen Glaubens beruht, oft eine weitaus realere und lebendigere Sache als die, die aus dem Bewohnen desselben Landes entspringt. Anders ist es natürlich in Kriegszeiten. Wenn das Land überfallen wird, ist das Gefühl des Patriotismus am stärksten. Aber die englischsprachige Rasse weiß zur Zeit nicht, was es heißt, überfallen zu werden. Die große Mehrheit der Männer, die die englische Sprache sprechen, hat noch nie einen Schuss gehört, der im Zorn abgefeuert wurde. Daher ist die Idee des Landes als eine lebendige Einheit, die unerbittlich die Aufopferung von Leben und Vermögen in ihrem Dienst verlangt, in vielen Köpfen noch nie aufgetaucht. Aber für den religiösen Mann und die religiöse Frau hört der Kampf gegen die Mächte des Bösen nie auf. Die Kirche ist die Armee des lebendigen Gottes, die immer zum Einsatz mobilisiert wird. Natürlich richten sich die Gedanken ihrer Mitglieder viel mehr auf die Kapelle oder die Kirche als auf den Staat. .... Der zweite große Beitrag, den Amerika zum religiösen Leben der Welt geleistet hat, ist einer, dessen volle Bedeutung nur von wenigen gewürdigt wird. Die seltsamen, geheimnisvollen Phänomene des Spiritualismus wurden erstmals etwa in der Mitte des Jahrhunderts bei den so genannten Hydesville-Rappings bemerkt. .... Die nächste Bewegung religiösen Ursprungs, die die Welt beeinflusst hat, war die Verbindung des Enthaltsamkeitsenthusiasmus mit der Anerkennung des Rechts der Frauen auf volle Staatsbürgerschaft. Es wäre zu viel behauptet, dass die Mäßigungsbewegung ihren Ursprung in den Vereinigten Staaten hatte, aber sie hat zweifellos einen nicht geringen Teil ihrer Kraft aus Neuengland bezogen. Der Staat Maine nimmt seit langem eine herausragende Stellung als Prohibitionsstaat ein, und das Maine Liquor Law ist seit fünfzig Jahren das Objekt der verzweifelten Bewunderung der Prohibitionisten in Großbritannien und in den Kolonien gewesen. Die Bewegung für die Emanzipation der Frauen hat ihren Ursprung nicht in den Vereinigten Staaten. Mary Wollstoneeraft kann mit Fug und Recht als die Prophetin ihres Geschlechts angesehen werden. Aber erst als die Amerikaner die Frage ernsthaft aufgriffen, rückte die Frage der Frauenemanzipation in den Bereich der praktischen Politik. Bis heute ist das Recht der Frauen auf das volle Bürgerrecht nur in einigen Staaten der Amerikanischen Union und seit kurzem auch in Australien und Neuseeland voll anerkannt worden. Man kann sagen, dass die beiden Bewegungen in der Women's Christian Temperance Union* vereint wurden, die ihr Zentrum in Chicago hatten, mit Miss Willard als ihrem inspirierenden Geist. .... Es sind lebendige und wachsende Organisationen, nach denen wir in ähnlichen Gesellschaften, die in der gleichen Zeit in Großbritannien gegründet wurden, vergeblich suchen. In all diesen vieren gibt es keine Anmaßung, dass die Amerikaner anglisiert werden. Abgesehen von diesen unterschiedlichen Bewegungen, die in ihrer Existenz nicht von irgendwelchen englischen Organisationen abhängig sind, gibt es jedoch noch einen anderen sehr starken spirituellen Einfluss, der die Religiosität von Millionen von Menschen tiefgreifend beeinflusst, welcher von einigen bemerkenswerten Amerikanern ausgeübt wurde, .... Die Vereinigten Staaten von Amerika, die überwiegend protestantisch sind, haben die Teile der Welt, die sich von der päpstlichen Herrschaft gelöst haben, am unmittelbarsten beeinflusst. Es ist das Verdienst von Pater Hecker, dass es ihm weitgehend gelungen ist, einen Geist des gesunden Amerikanismus in das Leben der Kirche von Rom einzuführen. Die Kräfte der Reaktion haben zwar eine Zeitlang gesiegt, und die Lehren des Amerikanismus liegen unter dem Bann des Vatikans, aber das Werk, das Pater Hecker getan hat, und die Prinzipien, die er gelehrt hat, tragen noch immer Früchte. Die römischen Katholiken Amerikas haben sich, wie treue Söhne der Kirche, unterwürfig dem Dekret ihres Lehrers gebeugt. Aber das gegenwärtige Jahrhundert wird nicht viel älter sein, bevor Rom seine Basis wieder von der steigenden Flut des amerikanischen Geistes umspült finden wird. Es ist wahrscheinlich, dass der Papst, wer auch immer er sein mag, wieder seine Verurteilung aussprechen wird. Aber wenn die Flut ein drittes Mal ansteigt, wird der Papst erkennen, dass die Prinzipien des Amerikanismus Teil des heiligen Schatzes der Wahrheit sind, den zu bewahren und unter den Völkern der Erde zu verbreiten die Pflicht der Kirche ist."
 archive.org III Part Three (Dritter Teil) How America Americanizes (Wie Amerika amerikanisiert)
 III/II Chapter First (Zweites Kapitel)
Literature and Journalism (Literatur und Journalismus)
"Bis vor vergleichsweise wenigen Jahren war es Mode, zu leugnen, dass Amerika überhaupt Literatur hervorgebracht hat. Es ist noch kein Vierteljahrhundert her, dass die hochmütige britische Kultur es verschmähte, auch nur von der Existenz einer Person wie Mark Twain zu wissen, und diese Hochnäsigkeit auf unserer Seite wurde durch eine Bescheidenheit auf der anderen Seite gefördert, die nicht ganz mit unserer Vorstellung vom amerikanischen Charakter übereinstimmt. In seiner "Fable for Critics" lässt James Russell Lowell einen Autor sagen:– "Alle seine amerikanischen Puffs wird er bereitwillig verbrennen. Um nur einen Kick von einer transmarinen Zeitschrift zu bekommen." Bis zur Mitte des Jahrhunderts und danach war die amerikanische Literatur weitgehend ein Reflex der englischen Literatur. Der Einfluss der neuen Umgebung hatte den Charakter des transplantierten Bestands nicht wesentlich beeinflusst. Aber all das ist jetzt verschwunden. .... Der Einfluss der Religion war in den Neuenglandstaaten kaum geringer als der der Politik, und die Kanzel teilte sich viele Jahre lang mit dem Forum das artikulierte Genie Amerikas. Aber ich habe bereits den Einfluss Amerikas auf das religiöse Leben der Welt gestreift, und in diesem Kapitel werde ich mich deutlicher mit ihren Beiträgen zur Literatur in Form von gedruckten Büchern befassen. Der erste Amerikaner, dessen Schriften in diesem Land weit verbreitet waren und der einen spürbaren, wenn auch geringen Einfluss auf das englische Denken ausübte, war Benjamin Franklin. .... De Tocqueville trug mehr dazu bei, dass das amerikanische politische Denken in Europa einen starken Einfluss ausübte als jeder einheimische Schriftsteller. .... Frau Stowes "Onkel Toms Hütte" war berühmt als das erste amerikanische Werk, das buchstäblich ein weltweites Publikum hatte. Mrs. Stowe hatte Glück mit ihrem Thema, Glück mit dem Zeitpunkt, zu dem sie ihr Buch veröffentlichte, und besonderes Glück mit dem Geist, mit dem sie ihre Geschichte behandelte. Wenn man "Onkel Toms Hütte" heute liest, lässt einen die Kunstlosigkeit, mit der es geschrieben ist, manchmal staunen, dass ein so unscheinbares Buch eine so immense Wirkung erzielen konnte. .... Ihr Buch verbreitete sich wie ein Lauffeuer in der ganzen Lesewelt. Die Druckereien mühten sich vergeblich, mit der Nachfrage nach "Onkel Toms Hütte" Schritt zu halten, während Übersetzer in allen Ländern Europas ihren Einfallsreichtum aufbrachten, um für den kuriosen Jargon der Südstaaten-Plantagen ausländische Entsprechungen zu erfinden. .... Für die Masse der Europäer in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts war Mrs. Stowe die einzige Interpretin des amerikanischen Lebens, die sie kannten und an die sie glaubten. Durch ihr Buch, was auch immer man über seine Vorzüge oder Nachteile sagen mag, trug sie zweifellos nicht wenig dazu bei, die Flut der Sympathie und des Mitgefühls selbst mit den Verlorensten und Erniedrigtsten der menschlichen Rasse anschwellen zu lassen, eine Flut, die heute leider etwas abzuflachen scheint. Selbst in der schnellsten Übersicht der Amerikaner, die außerhalb Amerikas literarischen Einfluss ausgeübt haben, muss dem seltsamen, fantastischen und etwas morbiden Genie von Edgar Allan Poe die gebührende Ehre erwiesen werden. Sein Einfluss lässt sich in viele Richtungen zurückverfolgen, und der Ton, den er anschlug — originell, deutlich und einsam — hat viele Echos geweckt. .... Aus jüngerer Zeit kann Walt Whitman als der erste Amerikaner angesehen werden, der mit seinem barbarischen Gebrüll die Alte Welt durch eine Botschaft des Trotzes und der Revolte aufschreckte. Whitman strebte danach, der Washington der Literatur zu sein, die Fesseln der alten Tradition zu sprengen, denen sich alle amerikanischen Dichter vor ihm zahm unterworfen hatten, und eine neue Schule amerikanischer Poesie zu gründen, die ohne Form, aber voll von der neuen Botschaft der Neuen Welt sein sollte. .... Einer der markantesten Beiträge, die Amerika zur Weltliteratur geleistet hat, ist der des Humors, ein Bereich, in dem die Amerikaner ihre englischen Verwandten weit hinter sich gelassen haben. Wer zur Erheiterung der Welt beiträgt, macht die Menschheit zu seinem Schuldner, und die amerikanischen Humoristen haben die englischsprachige Welt in eine schwere Pflicht genommen. Ihrem Export steht kein entsprechender Import gegenüber, denn in der Welt der Buchstaben gibt es, anders als in der des Handels, keine notwendige Gegenseitigkeit. .... Die Statistiken des Board of Trade berücksichtigen das Produkt des Humors nicht; aber die Menschheit, die das Lachen liebt, ist den Besitzern der seltenen Gabe, die sie befähigt, mit gedruckten Worten die Hüften zu kitzeln, viel dankbarer als allen ihren Philosophen. Amerika hat Pillen und Drogen aller Art exportiert und exportiert sie auch weiterhin in immer größeren Mengen; aber ein fröhliches Herz tut gut wie eine Medizin, und Mark Twain hat wahrscheinlich mehr getan, um die Menschen glücklich und gesund und weise zu machen, als all die Hersteller von Patentarzneimitteln, die so großzügig zu den Werbeeinnahmen der Zeitungen und Zeitschriften beitragen. Onkel Remus hat mit seinen unnachahmlichen Brer Rabbit-Geschichten eine deutliche und willkommene Neuerung zur humoristischen Literatur der Welt beigetragen. Es ist ein außergewöhnliches Beispiel dafür, wie echter Humor über die Schwierigkeiten des Dialekts triumphieren kann, so dass das Publikum sich den Dialekt aneignet, um den Humor besser zu verstehen. .... Bei der Einschätzung des Einflusses, den die Amerikaner durch den Gebrauch des gedruckten Buches ausgeübt haben, ist es unmöglich, den unmittelbaren und weltweiten Einfluss zu übersehen, der von Henry George ausgeübt wurde. In der Porträtgalerie von Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts, die soeben von der Berliner Photographischen Gesellschaft herausgegeben wurde, nimmt Henry George einen hervorragenden Platz als einer der Amerikaner von internationalem Ruhm ein. Sein Buch über "Progress and Poverty" war eines der Spätprodukte des Jahrhunderts. Es hatte beträchtliche Schwierigkeiten, im Lande seiner Geburt einen Verleger zu finden: aber kaum war es in die Welt geboren, wurde es von vielen Menschen in allen Teilen des britischen Empire und auch auf dem europäischen Kontinent als ein wahres Evangelium dieser letzten Tage begrüßt. Amerika, das den Triumph des bis zum Äußersten getriebenen Individualismus repräsentiert, hat in diesen letzten Tagen auch einige der Bücher hervorgebracht, die am stärksten gegen den Individualismus gewirkt haben. Bellamys "Looking Backward" ist vielleicht das auffälligste Beispiel für ein Buch ohne besonderen literarischen Wert, das dennoch sofort weltweite Verbreitung fand, weil es einen realisierten Traum des modernen Sozialisten in Form einer Geschichte darstellte. Sheldons Bücher, die ebenfalls keinen literarischen Charme besaßen, fanden buchstäblich millionenfache Leser, weil sie eine bessere Zukunft versprachen. Der amerikanische Idealist und Sozialist, der das Genie hat, seine idealistischen Visionen eines sozialistischen Jahrtausends mit literarischem Charme auszudrücken, wird im Triumph durch die Welt fegen. Zum Abschluss dieses sehr unvollkommenen Überblicks über den Einfluss amerikanischer Bücher auf die nicht-amerikanische Welt ist eines offensichtlich. Der Einfluss der amerikanischen Literatur war eindeutig gut. Was an Bösem in ihr steckt, wurde zu Hause verzehrt. Der weite Atlantik hat wie ein starkes Antiseptikum gewirkt, das schädliche Keime abgetötet hat und nur das Gesunde, Nützliche und Menschliche zu unseren Ufern gelangen ließ. Der amerikanische Humor hat viel zur Heiterkeit der Welt beigetragen, und die amerikanische Poesie hat die Massen unseres Volkes sowohl verfeinert als auch inspiriert. .... Der amerikanische Journalismus ist ein viel ausgeprägteres Produkt als die amerikanische Literatur. Die amerikanische Zeitung wurde, dank des Fehlens von Papierzöllen und Anzeigensteuern, lange vor der englischen Zeitung populär. Vor fünfzig Jahren las jeder Amerikaner eine Tageszeitung, während sich in England nicht einmal einer von zehn Männern diesen Luxus leisten konnte. Daher ist der populäre Journalismus des neuen Landes wirklich älter als der populäre Journalismus des alten. Die Billigpresse ist bei uns erst vierzig Jahre alt. In Amerika ist sie mindestens doppelt so alt. Die amerikanische Zeitung war von Anfang an bodenständig, stand ihrer Wählerschaft nahe und repräsentierte weitaus getreuer als ihre englischen Zeitgenossen die Bestrebungen, die Ideen und die Vorurteile der Masse des Volkes. Diese Eigenschaften hat sie sich bis zum heutigen Tag bewahrt. Die amerikanische Zeitung ist der Spiegel des Lebens des amerikanischen Volkes. Sie nimmt teil an all seinen Eigenschaften, seinen Tugenden und den Lastern seiner Tugenden. Sie ist so riesig wie der Kontinent, auf dem sie produziert wird, und sie ist oft so roh wie die halb besiedelten Gebiete, über die sich das amerikanische Volk ausbreitet. Es ist die Mode unter Engländern, besonders unter denen, die nichts darüber wissen, über amerikanische Zeitungen zu spotten; aber wenn man sie zusammennimmt, ist die amerikanische Zeitung ihren englischen Zeitgenossen deutlich voraus. Zunächst einmal gibt es mehr davon, mehr Nachrichten, mehr Anzeigen, mehr Papier, mehr Druck. .... Sie lesen nicht alles, genauso wenig wie eine Kuh das ganze Gras der Wiese frisst, auf die man sie zum Grasen loslässt. Sie stöbern darin und picken sich hier und da ein schmackhaftes Kraut heraus, das ihren Gaumen anspricht. Auf diese Weise wird eine Zeitung fast so etwas wie eine Gazette oder eine Enzyklopädie. Niemand setzt sich hin und liest ein Wörterbuch von vorne bis hinten durch. Er taucht darin ein. So tauchen die Amerikaner in ihre Zeitungen ein, um zu erfahren, was sie wollen. Leider sind Zeitungen, im Gegensatz zu Wörterbüchern, nicht in der Lage, eine alphabetische Klassifizierung vorzunehmen. Daher kommt die Tendenz, die so viele englische Leser beleidigt, zu übertriebenen Überschriften oder "Scare-Heads" (Schreckgespenst-Kopf), wie sie im Fachjargon genannt werden. .... Fast alle der besten Tageszeitungen Amerikas widmen Illustrationen und Karikaturen beträchtlichen Raum, während einige von ihnen in ihren Sonntagsausgaben farbige Beilagen zur Belustigung der Kinder produzieren, mit denen wir nichts zu vergleichen haben. Das britische Empire hat einen traurigen Mangel an fähigen Karikaturisten. .... Es sind die Zeitungsbüros, in denen sich der Schwung, die Betriebsamkeit und die intensive Anspannung des amerikanischen Lebens konzentrieren, und die so genannten "gelben" Zeitungen sind diejenigen, in denen die nationalen Charakteristika den freiesten Spielraum und die größte Reichweite finden. Unter den "gelben" Zeitungen fallen die Hearst-Zeitungen leicht auf. .... Der Stil all dieser Journale ist laut. Es gibt keine Grenze, außer der des Typographen, für die Exzentrizität, die sie für den Zweck der Anzeige ihrer Nachrichten und des Aufrufs der Aufmerksamkeit auf ihre Waren annehmen. Während des Kubakrieges erschien das Journal manchmal mit einer Titelseite, die nur aus vier oder fünf Zeilen in großen Lettern bestand und nichts so sehr ähnelte wie die Zeitungsanzeigen der Londoner Abendzeitungen. Aber es ist ein großer Fehler, das New York Journal als ein bloßes Groschenblatt zu betrachten. .... Es ist zu befürchten, dass viele kultivierte Menschen in der alten Zeit, die in ihren Studien oder in ihren Hörsälen verweilten, für die Stimme der Weisheit, die so öffentlich auf den Straßen und Nebenstraßen der Stadt schrie, genauso taub waren wie Mr. Harrison für die Stimme des gelben Journalismus. Niemand kann das heutige Amerika verstehen, mit der ganzen Summe seiner turbulenten Aktivitäten, mit seinem Besten und seinem Schlimmsten, der seine Augen vor den sogenannten "gelben" Zeitschriften verschließt.* *..... Es entstand dadurch, dass zuerst eine dieser Zeitschriften und dann eine andere in ihren farbig gedruckten Wochenbeilagen das Bild eines Kindes in einer gelben Kutte verwendete, das als das "gelbe Kind" bekannt ist. Die Abenteuer dieses kleinen Bengels wurden Woche für Woche beschrieben, und das ständige Wiederauftauchen des gelbgekleideten Jungen gab den Zeitschriften, auf deren Seiten er auftauchte, den Namen "gelb". Der Beiname hatte nichts Verwerfliches an sich und wurde so absurd missbraucht, dass Gelb im Munde mancher Leute fast ein Synonym für Tatendrang und Unternehmungslust ist. .... Das periodische Magazin ist eine andere Form der literarischen Aktivität, in der die Amerikaner die Briten überholt haben, besonders in der Frage der Illustrationen. .... Wenn wir über die Amerikanisierung der Welt sprechen, ist es notwendig, zumindest ein Wort über die Amerikanisierung der englischen Sprache zu verlieren. Es ist in manchen Kreisen Mode zu glauben, dass die Amerikaner die Sprache korrumpieren. Die Amerikaner hingegen behaupten mit gutem Grund, dass viele Wörter und Ausdrücke, die wir als unverwechselbar amerikanisch betrachten, in Wirklichkeit aus dem Brunnen des unverfälschten Englisch stammen, wie es in den großzügigen Zeiten der großen Elisabeth zu finden war. Sie behaupten auch, dass London der große Verderber der englischen Aussprache ist, und es ist ziemlich sicher, dass, wenn eine Akademie der Sprache gegründet werden sollte, viele der größten Puristen von der anderen Seite des Atlantiks stammen würden. Andererseits haben die Amerikaner die Führung bei der Eliminierung der ihrer Meinung nach überflüssigen Buchstaben aus den englischen Wörtern übernommen, ein Prozess, der mit der Zeit große Veränderungen im äußeren Erscheinungsbild, wenn auch nicht in der Aussprache unserer Muttersprache bewirken kann. Vor langer Zeit ließen die Amerikaner das überflüssige "u" in Wörtern wie "honour" fallen und ersetzten das "s" durch ein "z" in Wörtern wie "organise". Die National Educational Association hat offiziell für alle ihre offiziellen Publikationen eine vereinfachte Schreibweise für diese zwölf Wörter übernommen – program, tho, altho, thoro, thorofare, thru, thruout, catalog, prolog, decalog, demagog, pedagog. Die Regierung der Vereinigten Staaten hat vor einiger Zeit ein Gremium eingesetzt, das über eine einheitliche Schreibweise für geographische Namen entscheiden sollte. Sie sprachen sich für die Streichung der überflüssigen Buchstaben aus, so dass Behring Straits in den offiziellen amerikanischen Publikationen ohne "h" geschrieben wird. Ein Komitee der American Association for the Advancement of Science hat ebenfalls Regeln für die einheitliche Schreibweise von chemischen Begriffen aufgestellt. Die wichtigsten Empfehlungen, die auch in den Schulbüchern übernommen wurden, sehen vor, dass bei Wörtern wie "Oxid", "Jodid", "Chlorid", "Chinin", "Morphium", "Anilin", etc. das abschließende "e" wegfällt. Diese Tendenz, überflüssige Buchstaben zu eliminieren, ist zwar aus der Sicht des Philologen, der den Ursprung von Wörtern zurückverfolgen möchte, sehr zu bedauern, stellt aber dennoch eine Vereinfachung der Schreibweise und eine Ökonomie des Raumes dar. Es ist nicht schwer, eine noch größere Veränderung vorauszusehen. Eines Tages wird der Amerikaner mit seiner charakteristischen Direktheit und seinem Genie, direkt auf den Punkt zu kommen, den Mut haben, die Sprache Shakespeares und Miltons auf ein phonetisches System zu reduzieren, denn er hat erkannt, dass das einzige große Hindernis, das der allgemeinen Annahme der englischen Sprache als Kommunikationsmittel zwischen Mensch und Mensch im Wege steht, ihre Rechtschreibung ist. Der literarische Sinn erschaudert bei dem Gedanken an das Verschwinden der vertrauten Wörter, die unauflöslich mit den Ideen verbunden sind, die sie ausdrücken, aber vom praktischen Standpunkt aus wäre die Bequemlichkeit der Änderung unabsehbar. Diejenigen, die in der Übergangszeit leben, werden es schwer haben, aber alle zukünftigen Generationen werden gewinnen, wenn die Schreibweise der Wörter der Art und Weise entspricht, wie sie ausgesprochen werden. Möglicherweise übernehmen die Amerikaner die Änderung viele Jahre, bevor sie im konservativeren Großbritannien akzeptiert wird. In diesem Fall besteht die große Gefahr, dass wir das eine Adjektiv verlieren, das unsere gemeinsame Rasse beschreibt, denn ihre Sprache wird dann als Amerikanisch und nicht als Englisch bekannt sein. Wir werden zwei Sprachen haben, die auf die gleiche Weise ausgesprochen werden, aber sehr unterschiedlich geschrieben werden. Es ist leicht einzusehen, dass eine solche Änderung einen sehr subtilen Appell an den Instinkt des amerikanischen Patriotismus darstellen würde, wenn die Vereinheitlichung der englischsprachigen Rasse nicht schnellstmöglich erfolgen würde. Gegenwärtig muss ein Amerikaner Englisch sprechen, denn er kann die Sprache, die er spricht, nicht von der des Mutterlandes unterscheiden; aber wenn die Schreibweise geändert würde, hätten die Amerikaner eine eigene Sprache. Hoffen wir, dass die Rasse vor einer so großen Katastrophe durch die Union gerettet werden kann, die sicherstellt, dass die Änderung der Rechtschreibung gleichzeitig im gesamten Gebiet der englischsprachigen Welt durchgeführt wird."
 III/III Chapter Third (Drittes Kapitel)
Art, Science and Music (Kunst, Wissenschaft und Musik)
"Vor fünfzig, ja sogar vor dreißig Jahren hätte eine Anspielung auf die amerikanische Kunst ein ungläubiges Lächeln bei unseren königlichen Akademikern hervorgerufen. Den Amerikanern wurde eine überragende Fähigkeit zur Produktion von Schweinefleisch und Mais nachgesagt, aber was die schönen Künste betrifft, müssen wir uns nur die englischen Zeitungen aus der Zeit ansehen, als Mrs. Trollope und Dickens als die Hauptautoritäten in Sachen Amerika galten, um zu erkennen, wie absurd eine Anspielung darauf erscheinen musste, dass selbst auf diesem Gebiet die Briten nicht mithalten könnten. Dass dies zumindest in einigen Zweigen der Kunst der Fall ist, wurde in diesem Jahr auf höchst offizielle Art und Weise bestätigt. Die Krönung Edwards VII. ist das große zeremonielle Ereignis, auf das wir uns alle im Jahre 1902 freuen. Es ist mehr als sechzig Jahre her, dass die alte Abtei Zeuge der Krönung eines britischen Herrschers war. Alle Ressourcen des Empire werden eingesetzt, um die Krönung des Königs zu einem so perfekten Bild und Symbol des Empire zu machen, wie es der Einfallsreichtum des Menschen nur erdenken kann. Aber als die Frage aufkam, welcher Künstler mit der Aufgabe betraut werden sollte, das Bild der großen Szene, auf die die Augen der Welt im nächsten Juni gerichtet sein werden, für immer festzuhalten, überging der König alle britischen Künstler und wählte für diese höchste Aufgabe einen Bürger der Republik. Mit Hilfe des Pinsels von Mr. Edwin Abbey, einem amerikanischen Künstler, wird die Nachwelt die Krönung von Edward VII. abgebildet sehen. Diese königliche Hommage an das republikanische Genie steht keineswegs allein, noch ist Mr. Abbey der einzige Amerikaner, der nach Meinung der Briten selbst den höchsten Platz unter den britischen Künstlern verdient hat. .... Es ist unvermeidlich, dass die Alte Welt die Künstler eine Zeit lang anzieht, aber diese Zeit geht vorbei. Amerikanische Bildhauer finden in Rom eine höchst angenehme Heimat, und amerikanische Künstler ziehen Paris und London New York oder Chicago vor. Aber während sie ins Ausland gehen, um europäisiert zu werden und von den Bildergalerien Europas zu profitieren, können sie nicht europäisiert werden, ohne dass jeder von ihnen einen mehr oder weniger amerikanisierenden Einfluss auf die Gesellschaft ausübt, in deren Mitte er lebt. .... Die Amerikaner sind ein großes internationalisierendes Element. Da sie selbst ein Amalgam vieler Nationen sind, stellen sie eine Art menschlichen Fluss dar, der es ermöglicht, dass die verschiedenen Elemente feindlicher Nationalitäten ein harmonisches Ganzes bilden. .... Bilder, so scheint es, bedürfen nach Meinung amerikanischer Sammler immer noch des europäischen Markenzeichens. Eine hohe Abgabe auf Kunstwerke, eine Art Schutz für amerikanische Künstler, verfehlt ihren Zweck und veranlasst amerikanische Sammler, ihre Sammlungen eher in London als in New York zu halten. Der Amerikaner mit seinem Pinsel hat bisher wohl weniger Einfluss auf die europäische Kunst gehabt als der Amerikaner mit seinen Dollars, denn Maecenas, der in den alten Tagen im kaiserlichen Rom Mäzen aller Kunst und Buchstaben war, ist heute mit amerikanischem Akzent wiedergeboren worden. In allen großen Städten Amerikas wachsen Bildergalerien heran, in die von Zeit zu Zeit die Meisterwerke Europas mit ehrfurchtsvollen Händen transportiert und als immerwährende Quelle der Kultur vor den Augen der jungen Demokratie ausgestellt werden. .... Die amerikanische Architektur wird von denjenigen schlecht verstanden, die sich vorstellen, dass ihr gipfelnder Triumph der Bau von dreißigstöckigen Wolkenkratzern war. Niemand, der die Weltausstellung in Chicago besucht hat, dürfte in einen solchen Irrtum verfallen. Der Ehrenhof mit seinen Palästen, die den großen Springbrunnen umgeben, die schlanken Säulen des Umgangs, die goldene Kuppel des Verwaltungsgebäudes, bildeten ein Bild, wie es die Welt noch nicht gesehen hat. .... In der Bildhauerei sind die Amerikaner so produktiv wie originell und so instinktsicher mit kraftvoller Männlichkeit. Mr. St. Gaudens ist wahrscheinlich der größte lebende Bildhauer, wenn wir M. Roden ausnehmen. Von der Kunst zur Wissenschaft übergehend, waren die ersten beiden amerikanischen Naturforscher, deren Namen in der Alten Welt bekannt wurden, Audubon in der Ornithologie und Professor Agassiz. Es ist lange her, dass sie verstorben sind, so lange, dass sie fast zu einer verschwundenen Welt zu gehören scheinen. Im zwanzigsten Jahrhundert scheint es reichlich Grund zur Annahme zu geben, dass die Amerikaner uns in der Wissenschaft weiter auf Distanz halten werden als in fast jedem anderen Bereich menschlicher Tätigkeit. Der Grund dafür liegt nicht nur im Genie des Volkes, sondern auch in der Tatsache, dass die durch die Freigebigkeit amerikanischer Millionäre für die wissenschaftliche Forschung getroffenen Vorkehrungen alles übertreffen, was im Britischen Empire zur Verfügung gestellt wird. .... Die Amerikaner statten nicht nur alle ihre großen Universitäten mit großartigen Apparaten und angemessenen Stiftungen aus, sondern sie schicken ihre fähigsten Studenten ins Ausland, um mit den besten Experten in jedem Zweig der Wissenschaft zu studieren. Sie zapfen die Gehirne der Welt an und halten sich über die neuesten Ergebnisse der modernen Forschung auf dem Laufenden. Dies gilt nicht nur für das, was man die Brahmanen der Wissenschaft nennen könnte, sondern amerikanische Zeitungen geben sich viel mehr Mühe, wissenschaftliche Entdeckungen zu popularisieren, als es ihre englischen Bewunderer für wert halten. Das gelbste aller gelben Journale wird Seite für Seite die neueste Entdeckung in der Astronomie oder die neuesten Spekulationen über die Kunst und Kultur des paläolithischen Menschen beschreiben. Ein weiterer bemerkenswerter Vorteil, den die Amerikaner auf wissenschaftlichem Gebiet haben, ist, dass sie beide Geschlechter anziehen, während in England, mit sehr wenigen Ausnahmen, die Wissenschaft ein Monopol der Männer ist. Eines der bemerkenswertesten Beispiele für den Vorteil, die Talente beider Geschlechter in die wissenschaftliche Arbeit einbringen zu können, bietet die Geschichte der Klumpke-Schwestern. .... Es wäre eine Anmaßung meinerseits, auch nur zu versuchen, die Beiträge, die die Amerikaner zur modernen Wissenschaft geleistet haben, in Umrissen zusammenzufassen. Alles, was ich hier tun möchte, ist, die Öffentlichkeit und vor allem meine eigenen Landsleute an die Errungenschaften der Amerikaner in diesem wie in anderen Bereichen des Lebens zu erinnern, um den weit verbreiteten Irrglauben zu bekämpfen, der in vielen Vierteln der Alten Welt noch immer herrscht, dass die Amerikaner nichts anderes sind als Maisbauern und Schweinezüchter. Die Astronomie ist eine der ältesten und erhabensten aller Wissenschaften, und gerade in dieser Wissenschaft sind die Amerikaner führend in der Welt. Sir Robert Ball, der königliche Astronom, erklärte kürzlich gegenüber Mr. G. P. Serviss, einem amerikanischen Astronomen, dass – "Amerika ist jetzt führend auf dem Gebiet der astronomischen Wissenschaft. Der größte Fortschritt", sagte er, "den die Astronomie in letzter Zeit gemacht hat, ist das, was die Amerikaner gemacht haben. Es ist die Arbeit, die Professor Keeler am großen Lick-Observatorium in Kalifornien geleistet hat. .... Der Yankee, der Sie im Eisenbahnwaggon fragte, wer Sie waren, was Ihr Einkommen war, was Sie getan hatten und was Sie zu tun hofften, behandelte Sie, wie jeder Mann der Wissenschaft jedes unbekannte Phänomen behandelt, das sich ihm präsentiert. Der Wissenschaftler ist ein ständiger Fragesteller, und dieser intensive Eifer, Dinge zu wissen, herauszufinden, und eine gewisse kindliche Fähigkeit, sich immer wieder neu zu wundern, bietet eine breite und tiefe Grundlage für die zukünftige Vorrangstellung Amerikas in der Wissenschaft. Mit den Sandwichmen, die durch die Straßen Londons ziehen und täglich zwei Auftritte von Sousas Band ankündigen, haben wir eine Seite der amerikanischen Musik, die der Londoner Öffentlichkeit sehr deutlich vor Augen geführt wird. Der "Washington Post March" hat sich in die Ohren der ganzen Welt getrommelt. Die großen amerikanischen Komponisten sind zwar noch nicht geboren, aber amerikanische Primadonnen tauchen auf, um die Alte Welt mit den wilden Holzklängen der Neuen Welt zu verzaubern. Viele Jahre lang wurde das amerikanische Publikum von den Noten europäischer Künstler begeistert. Sie beginnen nun, ihre Schuld zu begleichen. Es ist ziemlich merkwürdig zu lesen, dass eine junge Frau aus Illinois, Miss Minnie Methot, nachdem sie ihre Karriere als Sopranistin in der ersten Kongregationskirche in Evanston, Illinois, begonnen hat, ausgewählt wurde, eine der Hauptrollen in Paderewskis neuer Oper "Manru" in Berlin zu singen. Nicht weniger interessant, aber noch bedeutsamer ist die Tatsache, dass die deutsche Eifersucht auf die amerikanische Konkurrenz sich auf der Opernbühne gezeigt hat, und dass mehr als einmal amerikanische Sänger gezwungen waren, Rollen aufzugeben, die sie als die geeignetsten für die Besetzung erkannt hatten, wegen der Eifersucht ihrer Künstlerkollegen aus der Alten Welt, die die amerikanische Konkurrenz auf der Bühne so sehr ablehnen wie deutsche Protektionisten die Einfuhr amerikanischer Waren auf den Markt ablehnen. .... Wenige Dinge fielen mir mehr auf, als ich in Chicago war, als die Aufmerksamkeit, die der Musik gewidmet wurde, und die Popularität der hochklassigen Musik. Einige Leute sagen, dass die Amerikaner dies der großen Einströmung der Deutschen zu verdanken haben. Wenn das so ist, dann haben die Amerikaner es sehr gut aufgenommen. Eine bemerkenswerte Würdigung der amerikanischen Musik wurde kürzlich von Dr. Wilhelm Klatte vorgenommen, der im November letzten Jahres im Rahmen seiner Vortragsreihe über Musikgeschichte seine Überzeugung verkündete, dass die Vereinigten Staaten Europa innerhalb von zwanzig Jahren Musik lehren würden......"
 III/IV Chapter Fourth (Viertes Kapitel)
Marriage and Society (Heirat und Gesellschaft)
"Unter den Einflüssen, die die Welt amerikanisieren, ist das amerikanische Mädchen einer der auffälligsten und charmantesten. "Nur wenige Menschen haben eine Vorstellung", sagte Lord Dufferin vor etwa zwanzig Jahren zu mir, als er über den Einfluss Amerikas auf die Welt sprach, "von dem Ausmaß, in dem der diplomatische Dienst durch den Einfluss der Heirat amerikanisiert ist. Fast alle Attachés der verschiedenen Botschaften in Washington werden, bevor ihre Amtszeit abläuft, von amerikanischen Schönheiten und amerikanischen Erbinnen erobert. Das Ergebnis ist, dass der diplomatische Dienst, der einzige Dienst, der wirklich kosmopolitisch ist, durch und durch amerikanisiert ist." Lord Dufferin war der erste, der darauf hinwies, was längst jedem bekannt ist. Graf Hatzfeldt, der so viele Jahre deutscher Botschafter in London war, war einer der vielen deutschen Diplomaten, welche eine amerikanische Frau geheiratet hatten. .... Nicht nur in der Diplomatie erringt die Amerikanerin ihre Triumphe. Diplomaten gibt es wenige, Männer mit Titel und Ansehen dagegen viele. Daher heiratet jedes Jahr eine wachsende Zahl amerikanischer Erbinnen in europäische Familien ein. Diese Tendenz ist natürlich in Großbritannien am stärksten ausgeprägt, aber sie ist auch in Frankreich und Deutschland zu beobachten. Im Laufe der Zeit werden wahrscheinlich alle europäischen Nationen das Privileg haben, Bräutigame beizusteuern, die als willige Opfer auf dem hymenealen Altar Amerikas dargebracht werden. Es sind nur die auffälligeren Erbinnen, die die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich ziehen, und in einigen Fällen waren die Ehen alles andere als ideal. Es handelte sich um den Tausch von Dollars gegen einen Titel, mit einer Frau als eine Art Arles-Penny, um das Geschäft abzuschließen. .... Immerhin kann zur Milderung des Vergehens der amerikanischen Erbin geltend gemacht werden, dass, wenn sie ihr Äußerstes getan hat, alle ihre Millionen nur wenig tun können, um den Verfall wiederherzustellen, der durch die ständige Zermürbung der amerikanischen Konkurrenz in die feudalen Mauern eingedrungen ist. Ihre Väter und Brüder schleudern von ihren Farmen in der Prärie und ihren Fabriken in Chicago unaufhörlich riesige Schiffe über den Atlantik, die wie Geschosse mit Lebensmitteln beladen sind und deren Wirkung auf die alte Ordnung in der Alten Welt mit so vielen Dynamitgranaten verglichen werden kann. Durch die so entstandenen Breschen in den Wällen der Reaktion strömt eine ganze Flut amerikanischer Ideen nach Europa. Dagegen ist die reichste amerikanische Erbin machtlos. Bestenfalls kann sie für ihren Mann einen vorübergehenden Unterschlupf inmitten der Trümmer errichten. .... Aber die Ehe ist nicht das einzige Mittel, mit dem die Gesellschaft amerikanisiert wird. Der Prozess, durch den Großbritannien in den Familiensitz der Rasse verwandelt wird, schreitet stetig voran. Jedes Jahr mietet oder kauft die eine oder andere amerikanische Familie einen alten Landsitz oder ein berühmtes Herrenhaus. Eine gewisse Anzahl bleibt dabei ihrem Paris treu. James Gordon Bennett scheint sein Heimatland für immer für die Attraktionen der Riviera verlassen zu haben, und hier und da findet man im schönen Frankreich Amerikaner, die, nachdem sie den Atlantik überquert haben, in Landhäusern, die nicht allzu weit von den Boulevards entfernt sind, mehr Annehmlichkeiten des Lebens und eine angenehmere Atmosphäre finden. .... Es wird geschätzt, dass sich etwa 15.000 Amerikaner mehr oder weniger ständig in London aufhalten. Es ist eine wechselnde Bevölkerung, aber die Mehrheit ist dauerhaft. Um ein soziales Zentrum für den weiblichen Teil dieser Kolonie zu bilden, gründete Mrs. Hugh Reid Griffin, ehemals aus Chicago, die Society of American Women, die als Abzeichen das Wappen der Stadt London mit dem amerikanischen Adler auf der einen Seite und dem Union Jack auf der anderen Seite trägt. Die Gesellschaft wurde nach dem Vorbild des Sorosis Club of New York gegründet, und ihr erklärtes Ziel war die Förderung des sozialen Austauschs zwischen amerikanischen Frauen. .... Aber niemand hat das Evangelium des Reichtums so energisch gepredigt und in den letzten Jahren so freigiebig zu praktizieren begonnen wie Andrew Carnegie. Er bemüht sich zur Zeit tapfer, aber völlig erfolglos, dem Fluch zu entgehen, der auf diejenigen fällt, die reich sterben. Gleichzeitig muss man zugeben, dass wahrscheinlich niemand jemals in einem einzigen Jahr so viel Geld verschenkt hat, wie Herr Carnegie in den letzten zwölf Monaten verteilte. Nach einer Liste, die bei seiner Rückkehr nach New York im November letzten Jahres veröffentlicht wurde, gelang es ihm im vergangenen Jahr, acht Millionen Pfund Sterling in verschiedenen Bereichen zu verteilen......" 
III/V Chapter Fifth (Fünftes Kapitel) Sport
"Niemand, der sich an die wichtige Rolle erinnert, die die Isthmischen Spiele im antiken Griechenland innehatten, wird geneigt sein, die politische Bedeutung der Leichtathletik und des Sports im Allgemeinen als Mittel zur Förderung des Zusammengehörigkeitsgefühls unter den englischsprachigen Völkern der Welt leugnen. Unter den Millionen des Vereinigten Königreichs hat Cricket mehr dazu beigetragen, Australien und die Australier zu einer lebendigen Realität zu machen, als alle geographischen Gegebenheiten und alle politischen Diskussionen, die über die Föderation des australischen Commonwealth stattgefunden haben. Es ist einer der Vorteile von Wettkämpfen, ob auf dem Rasen, dem Cricket-Feld oder auf dem Wasser, dass die Niederlage genauso wirksam ist wie der Sieg, um Interesse zu wecken und ein Gefühl der Kameradschaft zu fördern. .... Sportarten, die vor zwanzig Jahren fast ausschließlich national waren, sind jetzt international geworden, und jedes Jahr steigt die Zahl der Ereignisse, bei denen das primäre Interesse des Sports durch nationale Rivalität verstärkt wird. Der auffälligste Wettkampf des Jahres 1901 war der hart umkämpfte Kampf der Yacht Shamrock II. von Sir Thomas Lipton um den America Cup. In den Augen des philosophischen Moralisten bestand eine gefährliche Ähnlichkeit zwischen dem Interesse des Volkes an den Cup-Rennen vor Sandy Hook und dem Interesse der Byzantiner an den Rennen zwischen blauen und grünen Wagenlenkern im Zirkus. Vierzehn Tage lang wurde der Fortschritt des Feldzuges in Südafrika, von dem, wie man uns sagt, die Existenz des Empire abhängt, durch die neuesten Telegramme, die das wechselnde Schicksal der Konkurrenten um den Cup beschrieben, völlig überschattet. .... Über das Geheimnis des Erfolgs amerikanischer und von Amerikanern trainierter Pferde auf dem englischen Rasen ist viel diskutiert worden. Eine Theorie, die bei amerikanischen Autoritäten großen Anklang findet, besagt, dass das amerikanische Pferd aus dem gleichen Grund gewinnt, dass der amerikanische Bürger energischer ist als seine englischen Rivalen. .... Es ist nicht ohne Bedeutung, dass die internationalen olympischen Spiele, die am Ende des 19. Jahrhunderts von einem Komitee, dessen Vorsitzender Baron de Coubertin ist, wiederbelebt wurden, ihre nächste Sitzung in Chicago abhalten sollten. Ihre erste fand in Athen statt. Dieser internationale sportliche Wettbewerb wird einen Monat bis sechs Wochen dauern und im September 1904 stattfinden. Die Gesandtschaften und Konsuln der Vereinigten Staaten in ganz Europa werden wahrscheinlich als Vertreter für die Verbreitung von Informationen und die Werbung für diese Veranstaltung fungieren, um ihr die Bedeutung eines großen, weltweiten Festes zu verleihen."
 III/VI Chapter Sixth (Sechstes Kapitel)
"The American Invasion" ("Die amerikanische Invasion")
"Erst gegen Ende des letzten Jahrhunderts konnte man sagen, dass die Vereinigten Staaten die kommerzielle Vormachtstellung in der Welt errungen hatten.* Aber die Tatsache, dass sie uns ablösen würden, war von den Weitsichtigeren unter uns schon lange vorhergesehen worden. Herausragend unter ihnen war Mr. Gladstone, der 1878 und erneut 1890 in den klarsten Worten seine Überzeugung sowohl von der Unvermeidlichkeit des Wandels als auch, was noch wichtiger war, seine Ansicht über die Art und Weise, in der er von diesem Land betrachtet werden sollte, zum Ausdruck brachte.:– "Es ist Amerika", sagte er, "das uns zu gegebener Zeit und wahrscheinlich diese kommerzielle Vorrangstellung entreißen wird. Wir haben keinen Anspruch darauf: Ich habe keine Neigung, bei dieser Aussicht zu murren. Wenn sie es erwirbt, wird sie den Erwerb durch das Recht des Stärkeren machen; aber in diesem Fall bedeutet der Stärkere der Beste. Sie wird wahrscheinlich das werden, was wir jetzt sind – Hauptdiener im großen Haushalt der Welt, der Arbeitgeber aller Angestellten, weil ihr Dienst der meiste und fähigste sein wird. Wir haben nicht mehr Ansprüche gegen sie, als Venedig oder Genua oder Holland gegen uns hat." Die Moral, die er aus der Gewissheit unseres Abstiegs in eine zweitrangige Position zog, ist eine, der wir leider nur wenig Beachtung geschenkt haben. Mr. Gladstone beschwor 1878, wie zuvor 1866, seine Landsleute, die große Pflicht zu erkennen, sich "durch eine entschlossene und robuste Anstrengung darauf vorzubereiten, unsere öffentlichen Lasten zu reduzieren, um uns auf einen Tag vorzubereiten, an dem wir wahrscheinlich weniger Kapazität haben werden, sie zu tragen, als wir sie jetzt haben." Im Jahr 1866, als Mr. Gladstone zum ersten Mal seine denkwürdige Warnung vor dem voraussichtlichen Verlust unserer kommerziellen Vormachtstellung aussprach, betrugen unsere nationalen Ausgaben 66.000.000 Pfund. Vierunddreißig Jahre später lässt sich das Ausmaß unserer Reaktion auf seinen Appell für "eine robuste und entschlossene Anstrengung" an der Tatsache ablesen, dass sich unsere Ausgaben für 1900-1 auf 183.592.000 Pfund Sterling beliefen, und wir sind immer noch in einen Krieg verwickelt, der auf unbestimmte Zeit andauert. Wir sind immer noch in einen Krieg verwickelt, der das Gewicht der Lasten, die wir in der Zukunft zu tragen haben werden, auf unbestimmte Zeit erhöhen wird. Was die Tatsache betrifft, dass wir unmöglich hoffen konnten, uns gegen die Vereinigten Staaten zu behaupten, hatte Herr Gladstone keinerlei Zweifel. Er sagte:– "Während wir mit beängstigender Schnelligkeit voranschreiten, zieht Amerika wie im Galopp an uns vorbei. Was Amerika und England betrifft, so kann es kaum einen Zweifel an der Überzeugung geben, dass die Tochter in nicht allzu ferner Zeit (es wurde 1878 geschrieben), ob schöner oder weniger schön, unzweifelhaft noch stärker sein wird als die Mutter." Der Prozess, der in jedem Fall unvermeidlich war, würde seiner Meinung nach beschleunigt werden, wenn die Amerikaner den Freihandel einführten. "Wenn Amerika", schrieb er 1890, "offen ein System des Freihandels annimmt und beständig beibehält, wird es uns allmählich, vielleicht nicht langsam, im Wettlauf überholen und wahrscheinlich den Platz einnehmen, der uns gegenwärtig gehört; aber es wird uns durch diese Operation nicht schaden. Im Gegenteil, sie wird uns gut tun. Ihre Handelsfreiheit wird unseren gegenwärtigen Handel und unseren gegenwärtigen Reichtum vergrößern, so daß wir besser sein werden, als wir jetzt sind." Eine Bemerkung, die kaum im Einklang mit seiner vorherigen Warnung vor der Notwendigkeit steht, unsere wahrscheinlichen Lasten zu reduzieren, weil unsere Fähigkeit, sie zu tragen, nicht größer, sondern geringer sein würde als jetzt. Kaum etwas ist so verquer wie die populären Vorstellungen über den Handel. Überzeugungen, die von Millionen von Menschen am entschiedensten vertreten werden, sind nachweislich falsch, aber sie beeinflussen die Gesetzgebung, sie diktieren die Politik, und sie dominieren die öffentliche Meinung. Nehmen wir zum Beispiel die Handelsbilanz. Es wird zugegeben, dass aller Handel ein Tauschgeschäft ist, und dass keine Nation ihre Waren an eine andere Nation abgibt, ohne einen entsprechenden Gegenwert zu erhalten. Wenn zwei Personen miteinander Handel treiben und Herr Jones Wolle im Wert von 1.000 Pfund an Herrn Smith schickt, erwartet er, dass er Waren von gleichem Wert zurückerhält. Wenn er aber statt Kohle im Wert von 1.000 Pfund im Austausch für die Wolle im Wert von 1.000 Pfund nur Kohle im Wert von 750 Pfund erhält, würde jeder zugeben, und Mr. Jones vor allem, dass er £250 zu wenig erhielt. Er schickte Waren im Wert von 1.000 Pfund aus und empfing im Gegenzug nur Waren im Wert von 250 Pfund. Was kann offensichtlicher sein? Aber in dem Augenblick, in dem Sie Herrn Jones und Herrn Smith durch zwei Nationen ersetzen und den Wert von tausend auf hundert Millionen erhöhen, glauben die Leute und behaupten, es sei ein Vorteil, Waren im Wert von hundert Millionen zu exportieren und dafür nur fünfundsiebzig Millionen zu erhalten. Wenn ein Mann Handel treiben würde, indem er Wolle im Wert von 1.000 Pfund für 750 Pfund Kohle gäbe, würde er, wie jeder zugibt, sofort zum Konkursgericht gehen; aber wenn eine Nation Waren im Wert von hundert Millionen exportiert und dafür nur fünfundsiebzig Millionen erhält, erklärt die Nation, deren Importe um 25 Prozent geringer sind als ihre Exporte, dass die Handelsbilanz zu ihren Gunsten ausfällt, und zwar in Höhe von fünfundzwanzig Millionen pro Jahr! Politische Ökonomen haben wiederholt und mühsam erklärt, dass der Exportüberschuss ein Saldo gegen die exportierende Nation ist, aber nichts scheint in der Lage zu sein, den eingefleischten Wahn zu erschüttern, dass eine Nation, die mehr exportiert als sie importiert, einen Gewinn in Höhe der Differenz macht. Das ist das eine Paradoxon. Ein anderes, das derzeit diesseits des Atlantiks noch weiter verbreitet ist, besteht darin, dass eine Nation geschädigt wird, wenn sie in der Lage ist, die Güter, die sie benötigt, billiger von einer anderen Nation zu kaufen, als sie im eigenen Land produziert werden könnten. Nehmen wir zum Beispiel die Frage der sogenannten amerikanischen "Invasion". Es ist offensichtlich, dass der amerikanische Eindringling in diesem Land keinen Fuß fassen würde, wenn er nicht von den Bewohnern dieses Landes willkommen geheißen würde. .... Die amerikanische Invasion ist erfolgreich, weil die amerikanischen Invasoren in der Lage sind, dem britischen Käufer entweder bessere oder billigere Waren zu geben, so dass er mehr Wert für sein Geld bekommt, als er durch den Handel mit irgendjemand anderem bekommen würde. Wenn die amerikanische Invasion eine schlechte Sache für uns wäre, könnten wir nur durch Zwang, der entweder mit dem Bajonett oder auf andere Weise ausgeübt wird, gezwungen werden, amerikanische Waren anzunehmen. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Die amerikanische Invasion gedeiht, weil die Engländer und Europäer es für ihr persönliches Interesse und ihren individuellen Profit besser finden, mit den Amerikanern zu verhandeln, als mit ihren eigenen Landsleuten. Die Anwesenheit der amerikanischen Invasoren in unserer Mitte wird uns übel genommen, als ob sie eine Beleidigung der internationalen Freundschaft wäre, als ob die Amerikaner mit Geschenken in der Hand darauf aus wären, uns den größtmöglichen Schaden zuzufügen. .... Es liegt auf der Hand, dass das, was uns seit hundert Jahren dazu berechtigt, uns als Wohltäter der Menschheit zu bejubeln, kein Grund zur Klage sein kann, wenn die Menschen, die diese Wohltat gewähren, zufälligerweise nicht im Vereinigten Königreich ansässig sind, sondern englischsprachige Männer sind, die in den Vereinigten Staaten von Amerika beheimatet sind. Der Aufschrei gegen die amerikanische Konkurrenz, der bei allen protektionistischen Ländern entschuldigt werden kann, ist aus dem Munde der großen Freihandelsnation, die seit fünfzig Jahren vor der ganzen Menschheit die oberste Pflicht verkündet, auf dem billigsten Markt zu kaufen und auf dem teuersten zu verkaufen, völlig fehl am Platze. Die Amerikaner tun heute nur das, was wir seit ihrer Entstehung nach Kräften zu tun bemüht sind, und wenn die anerkannten Grundsätze der politischen Ökonomie, nach denen wir seit den Tagen von Peel und Gladstone handeln, nicht als Ketzerei entlarvt werden, so kann die Anwesenheit dieser Eindringlinge in unserer Mitte nur ein Segen sein, wie sehr sie im Moment auch verschleiert sein mag. .... Die erste und bei weitem größte Waffe, mit der die Amerikaner die wirtschaftliche Eroberung der Alten Welt betrieben haben, ist die Versorgung mit Nahrungsmitteln. Das alte Sprichwort, dass es schlecht ist, einem geschenkten Gaul ins Maul zu schauen, sollten diejenigen bedenken, die sich Tag für Tag von den Erzeugnissen der amerikanischen Weizenfelder und den Produkten der amerikanischen Landwirtschaft ernähren. Mit Ausnahme des Russischen Reiches und Ungarns gibt es kaum ein Land in Europa, das in der Lage ist, seine eigene Bevölkerung mit den Produkten seiner eigenen Felder zu ernähren. .... Der Einfallsreichtum amerikanischer Mechanismen und das Geschick amerikanischer Ingenieure wurden seit einer Generation eingesetzt, um den Brotpreis des britischen Arbeiters zu senken. Dies hat übrigens zu einer landwirtschaftlichen Depression bei einer Minderheit unseres Volkes geführt, aber die große Mehrheit hat sich von amerikanischen Ernten und dem Rind- und Schweinefleisch amerikanischer Farmen ernährt und ist fett geworden. Wenn es ein Übel ist, billiges Brot zu haben, dann haben die Amerikaner uns zweifellos einen Schaden zugefügt. Wenn andererseits die Existenz unserer Manufakturen und unsere Fähigkeit, die Märkte der Welt zu beherrschen, absolut von billigen Nahrungsmitteln abhängt, dann waren die Amerikaner von allen Völkern unsere größten Wohltäter. .... Nach Lebensmitteln ist der zweite große Artikel, mit dem die Amerikaner in unsere Märkte eingedrungen sind, das Rohmaterial, insbesondere die Baumwolle. Es ist noch keine vierzig Jahre her, dass Lancashire durch den Ausbruch des Bürgerkriegs in Amerika, welcher es des Rohstoffs seiner Grundstoffindustrie beraubte, an den Rand des Verhungerns gebracht wurde. .... Die Amerikaner haben uns eine Menge genialer Erfindungen und bewundernswert perfektionierter Maschinen gebracht, die wir selbst nicht herstellen können. Niemand kann behaupten, dass sie in die britische Industrie eingedrungen sind, indem sie uns die Schreibmaschine, die Nähmaschine, die Linotype, das Automobil, den Phonographen, das Telefon, den Aufzug und das elektrische Glühlampenlicht geschickt haben. Diese Dinge waren ihre Erfindungen. Nachdem sie eingeführt waren, ahmten wir einige von ihnen nach oder erfanden andere nach dem gleichen Prinzip, aber sie eröffneten zuerst die neuen Felder. Sie waren für uns in dieser Hinsicht so viel Wohltäter wie der Missionar, der einem wilden Stamm, der nie etwas anderes als Spaten und Hacke benutzte, den Pflug einführt. Dass jede einzelne dieser Erfindungen für uns von Nutzen war, beweist die Tatsache, dass wir sie eifrig gekauft haben und sie weiterhin kaufen. Mehrere unserer Hersteller, die von den Amerikanern gelehrt wurden, wie man diese Dinge herstellt, schreien dennoch, dass sie von der amerikanischen Konkurrenz überfallen und ruiniert werden, während diese Geräte ohne die Amerikaner in diesem Land nie gefragt gewesen wären......" Es ist heute einfach geworden, sich in den weltweiten Datennetzen über den Weg von Erfindungen zu informieren. Dabei zeigt sich, daß zu bestimmten Zeiten viele Personen an einem Problem arbeiteten und Lösungen fanden. Manchmal waren diese Lösungen recht ähnlich, eben weil die Zeit für Bedürfnisse und deren Lösungen reif war. Erfindungen hatten tatsächlich in den USA größere Chancen als in dem national zersplitterten Europa. Ein größeres Land mit gemeinsamer Sprache stand zur Verfügung, Neubeginnen war dort einfacher. Viele Erfindungen wurden dort gemacht, wo die gesellschaftlichen, wissenschftlichen und technischen Grundlagen vorhanden waren, und damit vor allem neben den USA auch im traditionell weit entwickelten Europa. Aber hier hatten es Erfinder schwerer, zu einem komerziellen Erfolg zu kommen, was sicher an nationalen Grenzen lag. Viele der bekannten Erfindungen waren einfach an der Zeit und viele davon wurden parallel erfunden. Natürlich wurde gesehen, was andere entwickeln und es wurde versucht, solche Produkte nachzuempfinden, z.B. im Lokomotivbau. Früh entstanden auch in Deutschland eigene nachempfundene Fahrzeuge wie die Saxonia, die mit verschiedenen verdeckten Aktionen bei der Eröffnung an der Mitfahrt hinter den britischen Loks behindert wurde. In den USA konnte gerade Edison etwas für sich aus den bekannten Entwicklungen herausholen und mußte Produkte eher fertigentwickeln. Es gibt diverse nationale Listen bedeutender "Landeskinder", die gewissermaßen als erste etwas in die Welt setzten. Beispiele für Erfindungen:
Nähmaschine - Ziel bewegte Nähnadel Mitte 18.Jahrhundert - Mechanische Experimente (Deutscher in England Charles Frederick Wiesenthal 1755) keine arbeitsfähige Nähmaschine fertiggestellt - "Nähhand" Josef Madersperger (um 1825) - Eine der ersten Pelznähmaschinen Electra (Joseph Priesner in Berlin 1872) - Die erste arbeitsfähige Nähmaschine für Schuhmacher (Engländer Thomas Saint 1790) - Kettenstichnähmaschine (Balthasar Krems aus Mayen im Rheinland Eifel Um 1800)
Phonograph - Ein damals bekannter Vorläufer war der Phonautograph (Édouard-Léon Scott de Martinville 1857). Ziel war die grafische Dartellung von Tönen, so sollten neue Erkenntnisse über die Form des Schalls gefunden werden. Aufgezeichnet und archiviert wurde optisch über Fotografie. Mit deutlicher Verspätung wurden die frühesten Aufzeichnungen von menschlicher Sprache (1860) im Jahr 2008 hörbar gemacht. Scott verwendete naheliegend die französische Sprache, die damals noch starken weltweiten Einfluß hatte. Und natürlich ging Edison (1877/1878) einen Schritt weiter und machte Ton-Aufzeichnungen wieder hörbar.
Telefon - mit Kontaktmikrophon Philipp Reis (Vorarbeiten 1858 bis 1863 Friedrichsdorf) - Prototyp seines Fernsprechers (26. Oktober 1861) - Bell, der Vermarkter des Telefons, hatte viele Vorgänger. (https://de.wikipedia.org/wiki/Erfindung_des_Telefons)
Glühlampe - Metalldrähte zur hellen Glut Louis Jacques Thénard (1801) - Belege für frühe Glühlampe mit Platinfaden unter einer evakuierten Glasglocke (um 1820) - Glühlampe (Schotte James Bowman Lindsay 1835) - Platindrahtglühlampe (William Robert Grove 1840) - Erste Patente (Frederick de Moleyns 1841) (John Wellington Starr 1845) - "Thomas Alva Edison, der fälschlicherweise als Erfinder der Glühbirne bezeichnet wird, verbesserte die Glühlampe und erhielt am 27. Januar 1880 das Basispatent .... für seine Entwicklungen in den USA. Das in tradierten Darstellungen verbreitete Erfindungsdatum 21. Oktober 1879 gilt nach Ergebnissen der neueren Quellenforschung indes als Legende......" (de.wikipedia.org/wiki/Gl%C3%BChlampe#Geschichte)
Flug und motorisierter Flug - Bereits seit langer Zeit beschäftigten sich Menschen mit dem Fliegen. Irendwann nach der Antike gab es Flugversuche. - Flugfähiger Gleiter Albrecht Ludwig Berblinger auch Schneider von Ulm genannt (1810 - 1811) - Untersuchung Beschreibung des aerodynamischen Flugs Sir George Cayley (1773 - 1857) Vorschlag für Starrflügelflugzeug (1809 bis 1810) Bemannter Dreidecker (1849) - Flugzeug mit einem Dampfmaschinenantrieb Alexander Moschaiski Rußland (1882 - 1886) - Gleitermodelle Otto Lilienthal (1891/1896) - Ungesteuerter motorisierter Flug Clement Ader (9. Oktober 1890) - Gesteuerter Motorflug Deutsch-Amerikaner Gustav Weißkopf (1901 Zeugenaussagen ohne fotografischen Beweis) - Andauernder, gesteuerter Motorflug Brüder Wright (17. Dezember 1903) "Der Wright Flyer wurde dem Smithsonian Institut mit der Auflage gestiftet, dass das Institut keinen früheren motorisierten Flug anerkennen dürfe. Diese Auflage wurde von den Stiftern formuliert, um die frühere Darstellung des Instituts, Langley hätte mit der Aerodrome den ersten erfolgreichen Motorflug durchgeführt, zu unterbinden. Diese Auflage führte immer wieder zu der Vermutung, dass es vor den Wright Flyern erfolgreiche Versuche zum Motorflug gegeben habe, deren Anerkennung aber im Zusammenhang mit der Stiftungsauflage unterdrückt worden sei." So steht es bei Wikipedia (de.wikipedia.org/wiki/Flugzeug#Geschichte) und man kann erahnen, daß es einen große Graubereich im Wissen gibt. Die auch hier stark einwirkenden englischsprachigen/USA-Medien belegen diese Neigung intensiv, u.a. in ihren TV-Dokumentationen. Nationen bevorzugen sich gern selbst in der Betrachtung. Solange dies alle tun, kann man sich nach der notwendigen Recherche wenigstens ein Gesamtbild machen. Es ist logisch, aus amerikanischer Sicht werden viele Leistungen anderer verdrängt, eine englischsprachige Innen-zu-Außen-Sicht bildet die Grundlage. In der Rückkoppelung erfahren die Bürger in der Welt wenig über sich und identifizieren sich damit stärker mit dem vermeintlichen Sieger der Geschichte. Die kulturellen Erfahrungen und das Wissen der anderen gehen verloren oder bleiben Binnenkultur. Das alte Dominanzsystem kann in einem demokratischen Europa nicht funktionieren. Damit ein emanzipiertes Europa eine Vorbildwirkung entfalten kann, sollte das Europäische Basiswissen gefördert werden, das u.a. die Erarbeitung einer wahrhaftig gemeinsamen Geschichtsschreibung vorsieht. [se]
"Erst bei der vierten Kategorie der amerikanischen Importe stoßen wir auf einen Boden, auf dem die Klage, dass unsere Hersteller oder unsere Arbeiter durch die amerikanische Konkurrenz geschädigt werden, halbwegs gerechtfertigt ist. Dies umfasst das weite Feld, in dem unsere Leute es nicht geschafft haben, Artikel zu produzieren, die in ihrer Exzellenz mit denen vergleichbar sind, die uns die Amerikaner angeboten haben. Auffallend in dieser Kategorie sind die Druckmaschinen, bei denen die amerikanische Firma Hoe einen Standard eingeführt hat, der die Maschinen, mit denen unsere Väter gedruckt haben, unermesslich übertrifft. Nach den Druckmaschinen kommt die gesamte Palette der Maschinen und Geräte, die für die Nutzung der Elektrizität notwendig sind. In dieser Hinsicht sind wir so weit hinter den Amerikanern zurückgeblieben, dass unsere Hersteller einfach nicht in der Lage waren, die notwendigen Apparate zu liefern, um die Elektrizität in den Dienst der modernen Industrie zu stellen. Die Amerikaner haben mit der Elektrizität das gemacht, was die Briten zu Beginn des letzten Jahrhunderts mit dem Dampf gemacht haben. Wir waren die Ersten, die die unschätzbare Entwicklung, die in der Erfindung von Bolton und Watt steckte, erkannt haben. Wir waren dem Rest der Welt voraus, und wir haben entsprechend profitiert. Alle Nationen kamen zu uns wegen der Dampfmaschinen, so wie wir zu den Vereinigten Staaten wegen der Dynamos und all der ausgeklügelten, genialen und kostspieligen Apparate gehen, die für den Betrieb von elektrischen Trolleys, " Zwei-Penny-Röhren" und so weiter notwendig sind. Hier kann kein vernünftig denkender Mensch sagen, dass wir irgendeinen Grund zur Beschwerde haben. Es ist der frühe Vogel, der den Wurm fängt, und wenn wir nicht aufgewacht sind, um die immensen Möglichkeiten der Elektrizität, der Elektromotoren, der elektrischen Kraftmaschinen und der elektrischen Traktion zu erkennen, dann ist das unsere Schuld, und wir haben niemandem außer uns selbst die Schuld zu geben. Wir wollen diese Dinge. Wir wollen sie jetzt. Wir können es uns nicht leisten, zu warten, bis unsere Nachbarn in der nächsten Straße aufwachen und sich der Tatsache bewusst werden, dass mit der Lieferung von elektrischen Apparaten ein Vermögen zu machen ist. Deshalb gehen wir zu unseren Verwandten auf der anderen Seite des Meeres. Dass sie bereit sind, uns zu beliefern, ist eine Sache, für die wir dankbar sein sollten. Der beste Beweis dafür ist, dass wir bereit sind, ihnen Millionen von Geld für das Privileg zu zahlen, mit den Maschinen versorgt zu werden, die wir wollen. .... Das perfekte Werkzeug steht für einen Fortschritt in der Zivilisation. Das ungeschickte und unwirksame Werkzeug ist ein Zeichen der Barbarei. .... Ein sehr interessantes kleines Buch von Herrn Fred Mackenzie, "The Invaders", wurde kürzlich veröffentlicht. Es besteht aus einem Nachdruck einer Reihe von Artikeln die ursprünglich in der Daily Mail erschienen sind. .... Schreibmaschinen, so erzählt er uns, werden aus New York im Wert von durchschnittlich 200.000 Pfund pro Jahr importiert. Die britische Regierung musste ihre Telefone für London von der Western Electric Company aus Chicago kaufen. Bei der elektrischen Traktion ist die Hälfte der Motoren in britischen Straßenbahnen amerikanisch. Die Central Railway Company wurde von der New Yorker General Electric Company ausgerüstet, und eine andere New Yorker Firma rühmt sich, elf der führenden elektrischen Straßenbahnlinien Großbritanniens beliefert zu haben. Die neuen West Londoner Linien und zwei Dutzend andere werden mit einer Straßenbahnausrüstung aus New York versorgt. Die Eastman Kodak Company importiert jedes Jahr amerikanische Fotoapparate im Wert von 200.000 Pfund. Eine ähnliche Summe wird jedes Jahr für den Kauf von amerikanischen Nähmaschinen ausgegeben. Der Verkauf von amerikanischen Arzneimitteln in Großbritannien beläuft sich auf fast eine Viertelmillion pro Jahr. Die Amerikaner importieren Sodawasser-Brunnen, Blusen für Frauen, Teppichkehrer, Stopfmaschinen, Flickapparate und alle Arten ähnlicher Erfindungen, die wir nicht einmal den Sinn hatten, zu wünschen, noch den Einfallsreichtum, auf dem Markt zu produzieren. Unser Einkauf amerikanischer Pumpen und Pumpmaschinen, amerikanischer Rohre und Armaturen macht zwischen 300.000 und 400.000 Pfund pro Jahr aus. Die amerikanische Werkzeugmaschine, sagt Mr. Mackenzie, triumphiert überall. Fünfzig amerikanische Glühöfen sind im Woolwich Arsenal in Gebrauch, und in Sheffield benutzen die Hersteller einen amerikanischen Apparat. .... Was wird das endgültige Schicksal Großbritanniens aus wirtschaftlicher Sicht sein? Das hängt von den Briten ab. Herr Carnegie ist da anderer Meinung. Er denkt, es hängt von den Bodenschätzen des Landes ab. Vor drei Jahren legte er als Axiom fest, dass "Rohstoffe jetzt die Macht haben, Kapital anzuziehen und auch Arbeitskräfte für ihre Herstellung in unmittelbarer Nähe anzuziehen und zu entwickeln, und dass qualifizierte Arbeit die Macht verliert, die sie einst hatte, um Rohstoffe aus der Ferne zu sich zu ziehen." Wenn dies ein Prinzip ist, dann werden unsere Baumwollspinnereien von Lancashire in die Südstaaten Amerikas abwandern. Der Eisenhandel der Welt wird sich in Pittsburg ansiedeln. Herr Carnegie, der auf seine Art ein Philosoph ist, behauptet, dass keine Nation in der Zukunft in der Lage sein wird, dauerhaft eine größere Bevölkerung zu unterhalten, als sie mit ihren eigenen Produkten ernähren und unterstützen kann. .... In den letzten zwölf Monaten gab es eine ständige Pilgerfahrt über den Atlantik aus dem Alten Land, bei der unsere Fabrikanten, unsere Eisenbahnmanager, unsere Schiffsbauer, unsere Eisenfabrikanten, unsere Handelsfürsten sich auf den Weg in die Vereinigten Staaten gemacht haben, um das Geheimnis zu lernen, mit dem die Amerikaner beginnen, uns auf unserem eigenen Markt zu schlagen. .... Aber das ist nicht das einzige ermutigende Zeichen. Hier und da im ganzen Land können wir sehen, wie britische Firmen amerikanische Methoden übernehmen und die Amerikaner in ihrem eigenen Spiel schlagen. In der Lieferung von elektrischen Apparaten hat eine britische Firma im Norden Englands, die die Bedingungen der modernen Industrie offen erkannt hat, amerikanische Manager, amerikanische Maschinen und amerikanische Methoden importiert und beginnt bereits erfolgreich mit den amerikanischen Firmen um die Lieferung aller Arten von elektrischen Geräten zu konkurrieren......" Besonders nach dem II. Weltkrieg waren USA-Importwaren im Osten mehr als Mangelware, praktisch gab es sie nicht. Inzwischen wurden gerade die mittelosteuropäischen Fertigungen meistens in den billigeren Fernen Osten verlagert und damit hat die USA längst nicht mehr die große Warendominanz in der Welt. Und wie läuft der Handel mit den englisch-amerikanischen Staaten heute (2021) nach Brexit und dem weiterhin schwierigen Verhalten der USA-Politik nach dem dortigen Machtwechsel? Die Pandemie von 2020/2021 zeigt deutlich, wie gefährlich eine Abhängigkeit von den englisch-amerikanischen Märkten ist. Handel sollte weltweit ausgewogen sein, doch so ist es nicht. Nicht automatisch kann von einem sich einigenden Europa erwartet werden, daß es notwendige Warenlieferungen z.B. aus den USA sichergestellen kann. Schwächen im System werden in Krisen deutlich. Kritik an den Pharmariesen mag sicher angemessen sein, doch sind es Staaten, die bei diesem Impfstoff-Handel um ihren Einfluß ringen. Viele der Stoffe werden in Kooperation von Institutionen, die sich in EU-Staaten und englischsprachigen Staaten befinden, entwickelt. Und genau deren Produkte haben es mit der Einführung in die EU besonders schwer. Das Gefühl, wir Europäer würden um die dringend benötigten Impfstoffe betrogen werden, wird größer. Zumindest bei jenen, die dort das Problem sehen. Die englischsprachigen Staaten können ihren Vorteil aus der Geschichte noch ziehen. Als Impfstoffe gegen Covid19 entwickelt wurden, war Deutschland vorn. Den ersten brachte man inmitten Europas zur Produktionsreife. In Deutschland sprach man stolz von den hier arbeitenden Entwicklern. Allerdings kam das Produkt durch Notzulassungen in Großbritanien und den USA wenige Wochen früher zum Einsatz. Dann stellte sich heraus, daß die reservierten und bestellten Mengen vorrangig nicht an die EU sondern an Großbritannien und USA gingen. Da die Produktion teilweise in den USA stattfindet, sperrte die USA den Export. Ähnliche Produkte anderer Firmen mit englisch-amerikanische Verknüpfungen waren ebenfalls für die EU schwer zu bekommen. Als Reaktion sah sich die EU gezwungen, die Ausfuhr solcher Produkte aus Europa zu unterbinden. Betroffen war Australien. Zwar wollen die USA nach der Impfung im Land übriggebliebenen Impfstoff weltweit verteilen, doch Europa muß sich wohl selbst kümmern und kann vom "großen Bruder" nichts erwarten. Der neue Präsident der USA mag kommunikativer als sein Vorgänger sein, verlassen sollte man sich aber auch auf ihn nicht. Er läßt sich seine Bürger durchimpfen und zeigt dann auf die schlimmen Verhältnisse in Europa - wo doch sein System für die Schieflage zumindest mitverantwortlich ist. Man muß hier in der EU erst lernen zu beißen, so wie es wohl im englischsprachigen Raum schon lange Ideologie ist. Schon aus diesem Grund sind W. T. Steads Aussagen in ihrer Aktualität ernstzunehmen. Diese Krise zeigt uns, wie eigenständige politische Einheiten, siehe Russland und China, im Vorteil sind. Dort werden die Impfstoffe entwickelt, zur Produktionsreife gebracht, produziert und verteilt. Jetzt wird offensichtlicher, daß das sich noch zu einigende Europa sehr abhängig ist. Eine Welt mit einer Dominanz durch eine zusätzliche angloamerikanische Parallel-Welt ist und bleibt ungerecht. Dies gilt natürlich generell, jede Dominanz ist schlecht für die Gesellschaften. Insgesamt ist die Informationslage bei diesem Thema etwas schwammig. Tiefergehende Recherchen werden noch Zeit und Lust bei den Medien brauchen. Doch leider wollen viele national denkende Bürger diese Zusammenhänge nicht so wahrnehmen. Insgesamt werden die Medien-Nachrichten dazu relativ allgemein und kurz gehalten. Und fehlt ja noch das Europäische Bewußtsein, welches erst u.a. durch Esperanto gestärkt wird, dann werden auch jene Politiker bereitstehen, die unsere Interessen vertreten können. [se] "In Kürze werden Siegel, Cooper & Co. und Mr. Wanamaker ihre riesigen Läden in unserer Mitte errichten. Mr. Yerkes bereitet sich darauf vor, die U-Bahn zu elektrifizieren und die gesamte Straßenbahn zu revolutionieren. Mr. Milholland und Mr. Batchelar warten ungeduldig auf die Erlaubnis, in ganz London pneumatische Röhren zu verlegen, durch die alle Pakete unterirdisch von einem Ende Londons zum anderen geschossen werden sollen. John Bull wird sich schlau machen müssen; es wird eine schwierige Viertelstunde für den alten Herrn, aber das Ergebnis wird wahrscheinlich niemanden so sehr in Erstaunen versetzen wie jene Amerikaner, die in aller Ruhe das Fell des Löwen verkauft haben, bevor der Löwe tot war."
III/VII Chapter Seventh (Siebentes Kapitel)
Railways, Shipping and Trusts (Eisenbahnen, Schifffahrt und Trusts)
"Obwohl es allein in den Vereinigten Staaten 200.000 Meilen Eisenbahn gibt, ist die Eisenbahn selbst nur eine Sache von gestern. Eine kuriose Erinnerung daran wurde uns in diesem Jahr dadurch zuteil, dass einige geschäftstüchtige Presseleute in Iowa genau den Mann ausgruben, der Stephensons "Rakete" an jenem ereignisreichen Tag fuhr, als bei der Eröffnung der Liverpool and Manchester Railway der Zug Mr. Huskisson überfuhr und tötete. Edward Entwhistle war ein achtzehnjähriger Junge aus Lancashire, als George Stephenson ihn aus der Werkstatt holte und ihn am Eröffnungstag an den Steuerhebel der "Rocket" setzte. Heute ist er ein sechsundachtzigjähriger Mann. Nachdem er mehr als zwei Jahre lang als Lokomotivführer auf der Liverpooler und Manchester-Linie gearbeitet hatte, wanderte er 1837 nach Amerika aus, wo er den Beruf eines stationären Ingenieurs ergriff. Er ist immer noch bei guter Gesundheit und hinreichend wach, um gelegentlich Ansprachen über seine Erinnerungen an Stephenson zu halten, in denen, nach den Zeitungsberichten zu urteilen, Mr. Huskisson als Lord Erkinson wieder auftaucht, so dass die Spanne eines einzigen Lebens leicht die gesamte Eisenbahnära abdeckt. Es kann als symbolisch angesehen werden, dass der erste Lokomotivführer so bald in die Vereinigten Staaten ausgewandert ist, als ob er durch einen geheimen, unbewussten Instinkt geahnt hätte, dass dort das Genie von Stephenson seine reichsten Früchte tragen würde. Bei jedem Test, ob quantitativ oder qualitativ, sticht der Amerikaner als facile princeps in allen Dingen, die mit der Eisenbahn zusammenhängen, hervor. Zunächst einmal hat er fast die Hälfte aller Eisenbahnen der Welt gebaut. Er hat nicht nur seinen eigenen Kontinent mit einem perfekten Gitterwerk aus Schienen überspannt, sondern er führt jetzt auch Verträge für Brückenarbeiten aus, die, mit Ausnahme des Tunnelbaus, die schwierigste und heikelste aller Arbeiten im Eisenbahnbau darstellen. Aber erst gestern dämmerte ihre Vorrangstellung als Brückenbauer der britischen Öffentlichkeit, die sich noch immer kaum von dem Schock erholt hat, als sie entdeckte, dass alle Pferde der Königin und alle Männer der Königin unfähig waren, den Soudan zu erobern, ohne auf die demütigende Notwendigkeit zurückzugreifen, ein amerikanisches Angebot für den Bau einer Brücke über den Atbara anzunehmen. Die Briten hätten es zweifellos selbst bauen können, aber sie waren nicht in der Lage, die Arbeit rechtzeitig zu erledigen. .... Wie bei den Brücken und den Schienen, so ist es bei den amerikanischen Lokomotiven noch auffälliger. .... Es soll nur noch eine englische Lokomotive in den Vereinigten Staaten geben. Sie befindet sich auf der Pennsylvania Railroad, und ihr Fahrer soll wie folgt berichtet haben: "Sie ist gut genug, wenn sie nichts zu tun hat, aber wenn sie eine Last jenseits ihrer Kupplung hat, setzt sie sich hin und schaut dich mit Tränen in den Augen an." Patriotische Vorurteile behindern zweifellos eine Zeit lang die Einführung amerikanischer Lokomotiven in vielen Ländern, und in Russland scheint die Verteilung der Aufträge oft mehr von politischen als von kommerziellen Erwägungen geleitet zu sein. .... Mr. Cunnliff erklärt so anschaulich den Gegensatz zwischen dem Motorenbau in der Neuen und in der Alten Welt: "Ein amerikanischer Konstrukteur baut einen Motor, um ihn zu verschleißen. Allen funktionierenden Teilen wird peinlichste Aufmerksamkeit geschenkt, wie jeder sehen kann, der eine große Lokomotivfabrik besucht. Der Mechanismus einer jeden Maschine ist leicht zugänglich gemacht. Die Teile sind austauschbar, so dass Reparaturen schnell durchgeführt werden können. Es wird keine unnötige Farbe verschwendet. Sobald die Maschine fertig ist, wird sie in Betrieb genommen und Tag und Nacht mit den schwersten Lasten gefahren, unter denen sie taumeln kann. In die Werkstatt geht sie nur, wenn sie überholt werden muss. .... Im Bau von schnellen Hochseewindhunden werden wir von Deutschland ebenso geschlagen wie im Bau von Rennjachten von Amerika. Und obwohl wir uns immer noch auf unsere Fähigkeit berufen können, billiger zu bauen als jede andere Nation, kann dies nicht von Dauer sein. Dr. von Halle, der von der deutschen Admiralität ausgesandt wurde, um die Werften Europas und Amerikas zu untersuchen, berichtete, dass die neuen Camdener Werke in New Jersey dazu bestimmt seien, eine der vorbildlichen der Welt zu werden. Dr. von Halle berichtete, dass "die Werften der Vereinigten Staaten in unvergleichlicher Weise für eine gründliche, wirtschaftliche und schnelle Produktion eingerichtet sind. Dies ist in erster Linie auf die vorzüglichen Transporteinrichtungen der Werftgebiete, die Verwendung der am meisten verbesserten Art von Hebemaschinen und den weitverbreiteten Gebrauch von pneumatischen Werkzeugen zurückzuführen." Sie würden, so meinte er, in naher Zukunft die von Großbritannien überholen, weil sie frei von der "Tyrannei der Arbeiter" seien. Die Amerikaner, die auf dem Lande alles vor sich hergetragen haben, wären ihrer Abstammung untreu geworden, wenn sie sich nicht nach der Herrschaft auf dem Meer sehnten. Kapitän Mahan, dessen Buch über Seemacht mehr zur Förderung der Vermehrung der Marine sowohl in Großbritannien als auch in Deutschland beigetragen hat als jedes andere Buch, das je geschrieben wurde, predigte seine Lehre in erster Linie für sein eigenes Volk. Präsident Roosevelt ist ein Enthusiast für eine starke Marine. Er sagt nicht im Sinne des Kaisers, dass Amerikas Zukunft auf dem Meer liegt, denn er würde es verschmähen, Amerikas Zukunft auf irgendein Element zu beschränken, selbst auf das, das drei Viertel der Weltoberfläche bedeckt. Aber obwohl die Amerikaner eine Marine haben, die der deutschen fast gleichkommt, sind sie nicht zufrieden. Sie haben nur wenige überseeische Besitzungen, die sie schützen müssen, und trotz verschiedener phantastischer Pläne, die von deutschen Offizieren im Hinblick auf einen möglichen Landgang eines deutschen Expeditionskorps an der Atlantikküste veröffentlicht wurden, wissen sie genau, dass sie vor einem europäischen Angriff sicher sind. Nichts wird sie zufriedenstellen, als dass sie Handelsschiffe und Kriegsschiffe haben müssen. .... Ein nicht geringer Teil des Abscheus, der in diesem Land gegen die amerikanischen Trusts in jeglicher Form besteht, ist auf den Einfluss von Mr. Lloyds Buch "Wealth against Commonwealth" zurückzuführen, in dem der gesamte Prozess des Aufbaus eines gigantischen Monopols mit gnadenloser Klarheit beschrieben wird. Das Spektakel ist nicht erfreulich. Wir haben glücklicherweise nichts in den Annalen unseres Handels, das sich mit dieser außergewöhnlichen Verschwörung des Kapitals vergleichen ließe, um die Konkurrenz durch den Gebrauch jeder Methode, ob fair oder unfair, zu vernichten, die die Verschwörer nicht in den Griff des Strafrechts gebracht hat. Aber die Kunst, einen großen Besitz aufzubauen, indem man die Konkurrenz ausschaltet, ohne auch nur um Haaresbreite von der Linie der strengen Legalität abzuweichen, war eine, in der Mr. Chamberlain ein Meister der Vergangenheit war, der es nicht nötig hatte, jenseits des Atlantiks zur Schule zu gehen. Über Trusts, wie über jede andere wirtschaftliche Frage, gibt es eine große Meinungsverschiedenheit. .... Nach beträchtlichen Überlegungen scheint Präsident Roosevelt zu dem Schluß gekommen zu sein, daß es besser ist, die optimistische Sichtweise des Trusts einzunehmen, und in seiner Antrittsrede beschränkt er sich auf den Vorschlag, daß es gut wäre, die Öffentlichkeit auf den Trust zu lenken und auf einer angemessenen Untersuchung aller seiner finanziellen Methoden zu bestehen. Das ist wahrscheinlich so weit, wie ein Präsident der Vereinigten Staaten im Moment gehen kann. .... Da der heimische Markt durch den Ausschluss ausländischer Waren gesichert wird, zahlt der unglückliche amerikanische Konsument durch die Nase, damit der amerikanische Produzent den Ausländer zu Schleuderpreisen beliefern kann. Dem Ausländer die besten amerikanischen Waren 25 Prozent unter den Preisen zu verkaufen, die den Amerikanern berechnet werden, mag für den Ausländer sehr gut sein, aber es kann kaum als guter Amerikanismus angesehen werden. Vielleicht kann es als eine unrechtmäßige Art der Entschädigung akzeptiert werden, die dem Ausländer für die Strafen gewährt wird, die seinen Waren durch den Tarif auferlegt werden. Wie man mit den Missbräuchen von Trusts* fertig wird, ist ein Thema, das Präsident Roosevelt häufig diskutiert hat. Seine Botschaft an die New Yorker Legislative im Januar 1900, als er Gouverneur von New York war, sollte im Zusammenhang mit seiner bereits zitierten Erwähnung des Themas bei seiner Amtseinführung gelesen werden. In seiner Rede als Gouverneur von New York sagte er:– "Die Hauptmissbräuche, die den Trusts nachgesagt werden, sind wahrscheinlich die folgenden: Falsche Darstellung oder Verheimlichung wesentlicher Tatsachen, die mit der Organisation eines Unternehmens verbunden sind; die Übel, die mit skrupelloser Förderung verbunden sind; Überkapitalisierung; unlauterer Wettbewerb, der zur Verdrängung von Konkurrenten führt, die selbst nicht unangemessen handeln; Anhebung der Preise über die fairen Wettbewerbssätze; die Ausübung von mehr Macht über die Lohnempfänger. .... Es gibt Leute, die sich vorstellen, dass unter solchen Umständen, oder im Falle eines außergewöhnlich eigenmächtigen Machtmissbrauchs durch die Trusts, die Bundesregierung einschreiten und das vorbehaltene Recht jeder Gemeinschaft ausüben würde, sich selbst vor dem Verlust ihrer Freiheiten zu retten, indem sie den Trust verstaatlicht. Das ist leichter gesagt als getan; aber die Hoffnung ist bei vielen, die den Methoden des amerikanischen Kapitalismus am meisten ablehnend gegenüberstehen, so stark, dass sie sich weigern, irgendeinen Protest zu erheben oder in irgendeiner Weise in die legitime Entwicklung der wirtschaftlichen Kräfte einzugreifen, die der amerikanischen Zivilisation zugrunde liegen. Es ist besser, sagen sie, dass ihre Feinde einen Hals haben sollten, denn die Enthauptung wird viel einfacher sein, als wenn sie tausend hätten."
IV Part Four (Vierter Teil) The Summing-Up (Das Resümee)
IV/I Chapter First (Erstes Kapitel)
What is the Secret of American Success? (Was ist das Geheimnis des amerikanischen Erfolgs?)
"Es gibt nicht das eine Geheimnis des amerikanischen Erfolgs. Er ist auf viele Ursachen zurückzuführen, die zusammenwirken, um den modernen Amerikaner in einen Dynamo der Energie zu verwandeln und ihn zum höchsten Typus eines anstrengenden Lebens zu machen. .... Der amerikanische Erfolg lässt sich auf viele Arten erklären. Eine junge und kräftige Rasse wurde auf die unermesslichen Schätze eines jungfräulichen Kontinents losgelassen." .... Wir müssen also weiter in die Ferne blicken, wenn wir irgendein amerikanisches Geheimnis entdecken wollen, von dem wir profitieren können. Innerhalb dieses eingegrenzten Bereichs wird uns eine kleine Beobachtung dazu führen, drei der amerikanischen Geheimnisse zu entdecken, die exporttauglich sind. Das erste ist die Bildung, das zweite sind erhöhte Anreize für die Produktion und das dritte ist die Demokratie. Es mag gut sein, jedes dieser Geheimnisse der Reihe nach zu untersuchen. Vor fast siebzig Jahren, als Cobden die Vereinigten Staaten besuchte, legte er den Finger treffsicher auf die überlegene Bildung des amerikanischen einfachen Volkes als das Geheimnis ihrer wachsenden Vorherrschaft. Er sagte:— "Die Universalität der Bildung in den Vereinigten Staaten ist wahrscheinlich mehr als alles andere darauf berechnet, ihren Fortschritt zu einem höheren Rang der Zivilisation und Macht zu beschleunigen. Ein sechsunddreißigstel aller öffentlichen Ländereien, von denen Hunderttausende von Quadratmeilen unangetastet sind, ist für die Zwecke der Ausbildung vorgesehen. Wenn Wissen Macht ist, und wenn Bildung Wissen gibt, dann müssen die Amerikaner unweigerlich das mächtigste Volk der Welt werden. Das eigentliche Genie der amerikanischen Gesetzgebung stellt sich gegen die Unwissenheit im Volk, als den tödlichsten Feind einer guten Regierung. ... Auf der anderen Seite des Atlantiks wird heute mehr als sechsmal so viel geworben und gelesen wie in Großbritannien. Es gibt Leute, die gerne Zeitungen verunglimpfen, aber wir betrachten jeden Plan, der berechnet ist, um die Menschheit zum Denken zu bringen, alles, was den Geist vom gegenwärtigen Moment löst und ihn dazu bringt, über die Vergangenheit oder die Zukunft nachzudenken, ihn von der Herrschaft der bloßen Sinne befreit, als berechnet, um uns in der Skala des Seins zu erheben, und ob es eine Zeitung oder ein Band ist, der diesem Zweck dient, das Instrument ist würdig der Ehre in den Händen aufgeklärter Philanthropen." Es gibt einen Spruch von Konfuzius, der oft zitiert wurde, als die französischen Legionen vor den gebildeten Deutschen untergingen, dass derjenige, der ein ungebildetes Volk in den Krieg führt, es wegwirft. Die Siege, die auf den französischen Schlachtfeldern verzeichnet wurden, wurden von den deutschen Schulmeistern errungen, und so ist es das kleine rote Schulhaus, in dem der Schulmeister mehr als hundert Jahre lang Jungen und Mädchen gemeinsam unterrichtete, zu dem wir gehen müssen, um das Zepter der amerikanischen Herrschaft zu finden. Es ist kaum mehr als dreißig Jahre her, dass im Vereinigten Königreich die Schulpflicht eingeführt wurde, und es ist noch jüngeren Datums, dass die Schulgebühren abgeschafft. Aber in den Vereinigten Staaten von Amerika ist die Bildung seit der Gründung der Neuengland-Kolonien allgemein, kostenlos und obligatorisch. Das erste Ziel der Pilgerväter war es, einen Konvent zu gründen, in dem sie Gott so verehren konnten, wie sie es für richtig hielten; aber nach der Gründung der Kirche war ihre erste Sorge, eine Schule zu eröffnen. Daher ist das durchschnittliche Niveau der Intelligenz in den Vereinigten Staaten, trotz des immensen Zustroms von neunzehn Millionen der ungebildeten europäischen Horde, viel höher als es bei uns ist. .... Man könnte einen ganzen Band über den Vergleich und die Gegenüberstellung der Bildungssysteme Großbritanniens und der Vereinigten Staaten schreiben. Aber es ist unnötig, den Leser mit Statistiken zu belasten. Die statistisch belegte amerikanische Überlegenheit hat ihre Wurzel in einem grundlegenden Unterschied zwischen den beiden Nationen. In Amerika hält jeder, vom Reichsten bis zum Ärmsten, Bildung für einen Segen, für eine Lebensnotwendigkeit, und je mehr Bildung sie erhalten, desto besser ist es für das ganze Land. In Großbritannien, wie Sir John Gorst selbst bezeugt, halten die gebildeten Klassen Bildung für die arbeitenden Klassen für unnötig. Der Landadel und, allgemein gesprochen, die Klasse, die sich zum Essen kleidet, sind der Meinung, dass diejenigen, die sich nicht zum Essen kleiden, besser ohne Bildung sind. Sir John Gorst, der offiziell für das britische Bildungswesen verantwortliche Minister, hat dies in Begriffen bekräftigt, die keinen Raum für Irrtümer lassen. .... Herr Carnegie, gebürtiger Schotte, aber eingebürgerter Bürger der US-Staaten, hat mit einem einzigen Scheck mehr Geld für die Universitätsausbildung gespendet als alle unsere Millionäre im letzten Vierteljahrhundert für unsere Universitäten spendeten. Bis sich der Geist unseres Landes ändert und die Gesellschaft mit einem großen S erkennt, dass das Spiel aus ist, wenn unser Volk nicht gebildet ist, werden wir keine materielle Verbesserung sehen. Die Zukunft gehört nicht den Muskeln, sondern dem Gehirn, und die Nation, die beides ignoriert, wie wir es leider in diesem Moment tun, wird unweigerlich an die Wand fahren. Man kann sagen, dass es sinnlos ist, auf die Bekehrung unserer regierenden Klassen zu warten. Solange unsere arbeitenden Menschen, die eine Stimme haben, nicht beschließen, sie zu benutzen, um das Parlament zu zwingen, jedem englischen Arbeiterkind eine so gute Ausbildung und eine so faire Chance auf eine Universitätskarriere zu geben (wenn es gescheit genug ist), wie es sie hätte, wenn es in die Vereinigten Staaten auswandern würde, wird sich nichts tun. Zweitens: Anreize zur Steigerung der Produktivkraft. Die zweite Ursache des amerikanischen Erfolgs, die wir uns aneignen könnten, wenn wir wollten, ist die der verbesserten Produktionsmethoden. Wir wollen mehr Maschinen, bessere Maschinen, und wir dürfen ihre Leistung nicht einschränken. Der alte Geist, der zu den Maschinenunruhen im West Riding of Yorkshire zu Beginn des Jahrhunderts führte, ist immer noch latent im britischen Arbeiter vorhanden. Die Schwierigkeit in Bezug auf die Maschinen ergibt sich größtenteils aus dem englischen Vorurteil zugunsten guter, solider Maschinen, die, wenn sie einmal gebaut sind, lange Zeit halten. Der Amerikaner setzt absichtlich wackelige Maschinen ein, die sich abnutzen werden, da er kalkuliert, dass bis zu dem Zeitpunkt, an dem er alle Arbeit aus seiner Maschine herausgeholt hat, die sie aushalten wird, neue Verbesserungen erfunden worden sein werden, die in jedem Fall den Kauf neuer Maschinen erforderlich machen werden."
Inzwischen wird das Wort Nachhaltigkeit häufig ge- und misbraucht. Dabei ist Nachhaltig für die Menschheit überlebenswichtig. Welches Produkt sich wirklich "gelohnt" hat, ist nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Generell brauchen sie keine Sollbruchstellen. Manche solide Dinge wie z.B. ein Hammer sollten lange existieren, da sich die Kulturtechnik praktisch nicht ändert. Dagegen dürfen Geräte zur Informationsverarbeitung durchaus eine begrenzte überschaubare Lebensdauer haben, da sich dort momentan die Rechenleistung schnell ändert. Wichtig ist dabei nach Prüfung der Erhalt bereits bestehender Daten. Trotzdem sollte es nicht zu Fehlentwicklungen kommen, wie z.B. Währungen, die Rechenleistung und Energieverbrauch erzeugen und wenigen Menschen Macht sichern. [se]
".... Der Anteilseigner und nicht der Arbeiter erntet den Nutzen der erhöhten Effizienz. Diese Schwierigkeit zu umgehen, ist nicht unmöglich, wie die Erfahrung von Herrn George Livesey in der South Metropolitan Gas Company zeigt. Die Gewinnbeteiligung ist der erste, die Teilhaberschaft der zweite und die genossenschaftliche Produktion der dritte Schritt, der uns aus dem Morast herausführen wird, in dem wir gegenwärtig dümpeln. Die Erfahrungen der genossenschaftlichen Werke in Leicester und Umgebung rechtfertigen zuversichtliche Erwartungen hinsichtlich der ausgezeichneten Ergebnisse, die folgen würden, wenn das Bewusstsein des gegenseitigen Interesses die Regel statt die Ausnahme in der britischen Industrie wäre. .... Wir müssen uns mit dem Widerwillen der Arbeitgeber auseinandersetzen, zu erkennen, dass ihre Arbeiter Gehirne haben, die genutzt werden könnten. Der amerikanische Arbeiter, der eine Verbesserung an der Maschine vorschlägt, an der er arbeitet, wird ermutigt und belohnt. In England wird ihm zu oft gesagt, er solle sich um seine eigenen Angelegenheiten kümmern. Und wie es mit den Arbeitgebern ist, so ist es mit dem Gesetz des Landes. Unsere Patentgesetze, anstatt die Erfindungen derjenigen zu fördern, die zwar Köpfchen, aber kein Geld haben, behindern den armen Mann absolut und lassen ihn hilflos zurück, um von seinen eigenen Erfindungen zu profitieren. .... Glücklicherweise kann dies behoben werden, denn unser Patentamt ist eine jener Institutionen, die mit größter Leichtigkeit amerikanisiert werden können. Die dritte Ursache des amerikanischen Erfolges, die wir uns ebenfalls aneignen können, ist die, die aus der offenen Annahme und konsequenten Anwendung des Prinzips der Demokratie kommt. Herr Choate, der amerikanische Repräsentant am Court of St. James', erklärte kürzlich in einer öffentlichen Rede in New York:— "Nach allem, was ich von anderen Ländern gesehen habe, scheint es mir absolut klar zu sein, dass das Kardinalprinzip, auf dem die amerikanischen Institutionen beruhen, die absolute politische Gleichheit aller Bürger mit allgemeinem Wahlrecht, das Geheimnis des amerikanischen Erfolgs ist. Unterstützt von jenem umfassenden Bildungssystem, das jeden Bürger befähigt, seiner Berufung nachzugehen und das Wahlrecht auszuüben, bringt es das Land auf die Ebene des Erfolgs, die es erreicht hat." .... Was den Einfluss demokratischer Institutionen auf den Erfindungsreichtum und die Energie eines Volkes betrifft, so sagte Mr. Wideneos aus Philadelphia, als er die Verbindung zwischen Demokratie und Wirtschaft diskutierte, kürzlich zu Mr. W. E. Curtis:— "Unser größter Erfolg in Industrie und Handel ist auf die höhere Intelligenz und die bessere Ausbildung des amerikanischen Arbeiters zurückzuführen. Die Vereinigten Staaten sind eine Demokratie, in der jeder eine Chance hat, und das weckt den Ehrgeiz. Schauen Sie sich die Liste der Männer an, die die Geschäfte in diesem Land kontrollieren. Neun von zehn von ihnen begannen ganz unten und in kleinen Verhältnissen, aber der Weg stand jedem offen und der beste Mann kam zuerst an. "In England sind die Möglichkeiten vergleichsweise begrenzt, und die unteren Klassen haben keine Inspiration; keinen Anreiz, ihr Geld zu sparen und sich zu verbessern. .... Aristokratische Institutionen haben zweifellos ihre Vorteile, aber sie neigen nicht dazu, in der Masse des Volkes einen scharfen Sinn für Staatsbürgerschaft zu entwickeln. Sie lähmen effektiv jenes Bewusstsein individueller Macht, das der Energie und der Selbstachtung der Bürger der Republik einen so großen und konstanten Ansporn gibt."
 archive.org IV/I Part Four (Vierter Teil) Chapter First (Erstes Kapitel)
IV/II Chapter Second (Zweites Kapitel)
A Look Ahead (Ein Blick voraus)
"Was ist die Schlussfolgerung der ganzen Angelegenheit? Sie kann in einem Satz formuliert werden. Vor dem Volk Großbritanniens liegt die Wahl zwischen zwei Alternativen. Wenn es sich dafür entscheidet, die Existenz des Britischen Reiches in den Vereinigten Staaten der englischsprachigen Welt zu verschmelzen, kann es für alle Zeiten ein integraler Bestandteil der größten aller Weltmächte bleiben, souverän zur See und unangreifbar zu Lande, dauerhaft von jeder Furcht vor feindlichen Angriffen befreit und in der Lage, einen unwiderstehlichen Einfluss in allen Teilen des Planeten auszuüben. Das ist die eine Alternative. Die andere ist die Akzeptanz unserer Verdrängung durch die Vereinigten Staaten als das Gravitationszentrum in der englischsprachigen Welt, der Verlust einer unserer großen Kolonien und unsere letztendliche Reduzierung auf den Status eines englischsprachigen Belgiens. Das eine oder das andere muss es sein. Was soll es sein? Selten wurde den Bürgern eines Landes eine folgenreichere Wahl präsentiert. (The United States of the World) .... Wenn man zugibt, dass die ganze Tendenz unserer Zeit auf die Vereinigung von Rassen gemeinsamer Abstammung und gemeinsamer Sprache hinausläuft; wenn man ferner zugibt, dass eine solche Vereinigung unschätzbare Vorteile mit sich bringen würde, indem sie die englischsprachigen Nationen vor jeder Gefahr eines brudermörderischen Konflikts oder eines fremden Angriffs bewahrt und gleichzeitig sowohl ihren Wohlstand zu Hause als auch den Einfluss, den sie im Ausland ausüben können, enorm verbessert, dann ist es schwierig, sich der Schlussfolgerung zu widersetzen, dass das Ziel eines ist, das es wert ist, zum endgültigen Ziel der Staatsmänner sowohl der Vereinigten Staaten als auch des Vereinigten Königreichs. Dass es möglich ist, die englischsprachigen Vereinigten Staaten der Welt als eine riesige föderierte Einheit zu konstituieren, kann kaum bestritten werden. Dass es Schwierigkeiten gibt, immense Schwierigkeiten, ist ebenso wahr; aber es ist gut, sich daran zu erinnern, dass diese Schwierigkeiten Adam Smith nicht unüberwindlich erschienen, der fast hundert Jahre früher schrieb, bevor der Atlantik mit Dampf überbrückt wurde. Es lohnt sich, an seine tiefgründigen und leuchtenden Beobachtungen in der ersten Ausgabe seines "Wohlstands der Nationen" zu erinnern, die 1776 veröffentlicht wurde, genau am Vorabend der Revolte der amerikanischen Kolonien. Damals war das große Schisma noch nicht eingetreten, das seit mehr als einem Jahrhundert die Idee aus den Köpfen der Menschen verbannt hat; aber die jüngste und willkommene Annäherung zwischen dem britischen und dem amerikanischen Volk macht es uns möglich, auf den Standpunkt von Adam Smith zurückzukommen. Er erwog die Vereinigung Großbritanniens mit seinen amerikanischen Kolonien, indem er Vertreter dieser Kolonien in das kaiserliche Parlament aufnahm. Denn, wie er in Worten sagt, die heute noch so wahr sind wie damals:— "Die Versammlung, die über die Angelegenheiten eines jeden Teils des Reiches berät und entscheidet, sollte, um richtig informiert zu sein, sicherlich Vertreter aus jedem Teil des Reiches haben." Er gab zu, dass es Schwierigkeiten gab, bestritt aber, dass sie unüberwindbar waren. "Die Hauptschwierigkeit", sagte er, "ergibt sich nicht aus der Natur der Dinge, sondern aus den Vorurteilen und Meinungen der Menschen sowohl diesseits als auch jenseits des Atlantiks." Er ging dann kurz auf einige der Einwände ein, die vorgebracht wurden, Einwände, die der Lauf der Zeit so wirksam beantwortet hat, dass wir hier nicht einmal auf sie eingehen müssen. Aber bei der Bekämpfung eines dieser Einwände, die von den Amerikanern erhoben werden könnten — dass ihre Entfernung vom Sitz der Regierung sie vielen Unterdrückungen aussetzen könnte — benutzte er die folgenden bemerkenswerten Worte:— "Die Entfernung Amerikas vom Sitz der Regierung, so mögen sich die Eingeborenen dieses Landes mit einigem Anschein von Vernunft schmeicheln, würde nicht von sehr langer Dauer sein. So schnell hat das Land bisher an Reichtum gewonnen, an Bevölkerung und Verbesserung, dass im Laufe von wenig mehr als einem Jahrhundert vielleicht das Produkt der amerikanischen das der britischen Besteuerung übersteigen könnte. Der Sitz des Reiches würde sich dann natürlich in den Teil des Reiches verlagern, der am meisten zur allgemeinen Verteidigung und Unterstützung des Ganzen beiträgt." Die imperiale Idee sah also vor dem Zerfall des Reiches vor, dass, wenn das Reich zusammenhielte, seine Hauptstadt im Laufe der Zeit von der Alten Welt in die Neue verlegt werden würde. Die gleiche Idee wurde am anderen Tag mit viel größerer Eloquenz von Lord Rosebery in seiner Ansprache als Lord Rector an die Studenten der Universität Glasgow ausgedrückt. Zurückgehend auf die Zeit, in der Adam Smith schrieb, erlaubte Lord Rosebery seiner Vorstellungskraft, bei der Frage zu verweilen, was die Ergebnisse für die englischsprachige Rasse hätten sein können, wenn der ältere Pitt den rücksichtslosen Haushalt von Charles Townshend verhindert oder unterdrückt, Georg III. dazu gebracht hätte, auf die Vernunft zu hören, und durch die Einführung von Vertretern aus den amerikanischen Kolonien in das imperiale Parlament, Amerika für die britische Krone erhalten hätte. Wäre eine solche Maßnahme verabschiedet worden, so sagte er, "Es hätte für ein sich selbst anpassendes Repräsentationssystem gesorgt, wie es jetzt in den Vereinigten Staaten vorherrscht, durch das die wachsende Bevölkerung proportional repräsentiert wird." Er fuhr dann fort:... "Endlich, als die Amerikaner die Mehrheit wurden, wäre der Sitz des Empire vielleicht feierlich über den Atlantik verlegt worden, Großbritannien wäre zum zum historischen Heiligtum und zum europäischen Vorposten des Weltreichs geworden. Was für eine außergewöhnliche Revolution wäre es gewesen, wenn sie vollzogen worden wäre! Die größte ohne Blutvergießen, die erhabenste Machtübertragung in der Geschichte der Menschheit. Unsere Vorstellungen können sich den Prozessionszug über den Atlantik kaum vorstellen. .... Würde nicht der Gewinn der Einrichtung eines Bundesparlaments der englischsprachigen Rasse auf amerikanischem Boden den Verlust dessen, was man als das provinzielle Prestige des insularen Briten bezeichnen könnte, mehr als ausgleichen? .... In ihrer ursprünglichen Form kann die Vision von Lord Rosebery natürlich nie verwirklicht werden. Die Möglichkeit, die gesamte englischsprachige Welt unter der Ägide des Zepters eines britischen Souveräns zu vereinen, ging für immer unter, als Georg III. gegen die amerikanischen Kolonien Krieg führte. Aber nur weil unsere Vorväter durch ihre Vorurteile und Leidenschaften die Möglichkeit der Verwirklichung des großen Ideals zunichte gemacht haben, ist das kein Grund, warum wir, ihre Söhne, uns nicht bemühen sollten, die bösen Folgen ihrer Torheit ungeschehen zu machen, indem wir versuchen die Einigung der Rasse mit den einzigen Mitteln zu sichern, die noch zur Verfügung stehen. Da die Vereinigung unter dem Union Jack durch unsere eigenen Fehler unmöglich geworden ist, warum sollten wir nicht die Vereinigung unter den Stars and Stripes anstreben? Wir könnten natürlich den Union Jack als lokale Flagge behalten, so wie wir in einem föderalen Südafrika den Bürgern von Transvaal erlauben könnten, die Vierkleur zu behalten. Sie ist von historischem Interesse und mit zu vielen heldenhaften Erinnerungen verbunden, als dass man ihr erlauben könnte, für immer von See oder Küste zu verschwinden. Aber der Tag ist vorbei, an dem die Meteorflagge Englands eine Chance haben könnte, von der Mehrheit der englischsprachigen Menschen akzeptiert zu werden. In solchen Angelegenheiten muss die Mehrheit entscheiden. Wir sind nicht nur bereits in einer Minderheit von fast eins zu zwei, sondern die Mehrheit neigt dazu, jedes Jahr zu wachsen. Sind wir als Nation nicht in der Lage, dem Unvermeidlichen ins Auge zu sehen und unseren Kurs dementsprechend zu steuern? Vor vielen Jahren, als der verstorbene Earl of Derby Kolonialminister im Kabinett von Mr. Gladstone war, diskutierte er diese Frage mit Dr. E. J. Dillon, der heute als Korrespondent des Daily Telegraphs sehr bekannt ist. Dr. Dillon fragte ihn als ehemaligen Außenminister Großbritanniens, was seiner Meinung nach die Außenpolitik des Empire sein sollte. Lord Derby antwortete, dass es seiner Meinung nach das Beste für das Land wäre, überhaupt keine Außenpolitik zu haben, was Dr. Dillon zu der Frage veranlasste, was er denn als Ziel der britischen Politik im Lord Derby antwortete:— "Das höchste Ideal, auf das ich mich in der Zukunft meines Landes freuen kann, ist, dass die Zeit kommen möge, in der wir in die amerikanische Union als Staaten in einer großen Föderation aufgenommen werden." Man mag sagen, dass Lord Derby ein "Kleiner Engländer" war, und daher unzulässig. Aber dieser Einwand kann nicht gegen Mr. Rhodes vorgebracht werden, der ein Großer Engländer ist, wenn es jemals einen gab, und der mehr als jeder andere Mann in unserer Zeit den Geist des britischen Imperialismus verkörpert. Aber Mr. Rhodes, obwohl er die Bedingungen von Lord Derbys Erklärung nicht übernehmen würde, ist in der Hauptsache mit ihm absolut einer Meinung. Mr. Rhodes würde es zweifellos viel lieber sehen, wenn die englischsprachige Rasse unter dem Union Jack vereint wäre, denn seine Hingabe an die alte Flagge kommt einer Leidenschaft gleich. Aber Mr. Rhodes' Leitstern war immer die Einheit der englischsprachigen Rasse. Niemand kann sich lange mit ihm unterhalten, ohne auf das Gefühl zu stoßen, das in seinem Geist immer gegenwärtig ist, ein tiefes und fast wütendes Bedauern über die fatale Torheit, die die Rasse im achtzehnten Jahrhundert in zwei Teile zerriss. Wie oft habe ich ihn nicht die unsinnige Torheit beklagen hören, die die Welt ihrer einzigen großen Hoffnung auf universellen Frieden beraubte. Erst in diesem Jahr wetterte er, wie es seine Gewohnheit ist, gegen den Wahnsinn des Monarchen, der die schönste Aussicht auf internationalen Frieden, die je über die Welt gekommen war, zunichte gemacht hatte. "Hätten wir nur zusammengehalten", bemerkte er, "dann wäre es nicht nötig gewesen, eine weitere Kanone in der ganzen Welt zu gießen. Die Föderation der englischsprachigen Welt wäre in ihrer Verfügungsgewalt über alle materiellen Ressourcen des Planeten stark genug, um die Entscheidung aller internationalen Streitigkeiten durch eine rationalere Methode als die des Krieges zu erzwingen." Auch hat er die Hoffnung nicht aufgegeben, daß diese große Föderation noch zustande kommen kann. Er würde zweifellos davor zurückschrecken, kühn die Formel anzunehmen, dass, wenn sie nicht auf andere Weise als durch die Aufnahme der verschiedenen Teile des Britischen Reiches als Staaten der Amerikanischen Union gesichert werden könnte, sie besser auf diese Weise als gar nicht zustande gebracht werden sollte. Er hat ein so starkes Verlangen, die Einheit der Rasse zu verwirklichen, dass er als praktischer Mensch, der entschlossen ist, sein Ziel auf irgendeinem Weg zu erreichen, wenn der von ihm gewählte absolut unpassierbar ist, als eine der großen persönlichen Kräfte gelten kann, die an der Verwirklichung unseres Ideals mitwirken würden. Das Thema ist nicht eines, über das Politiker wahrscheinlich sprechen werden. Jede Äußerung zugunsten eines Zusammenschlusses unter der amerikanischen Flagge könnte von einem politischen Gegner so leicht als Verrat am Union Jack missverstanden werden, dass Männer, deren Horizont sich auf die nächsten allgemeinen Wahlen beschränkt, natürlich von jeder Meinungsäußerung zu diesem Thema Abstand nehmen. Aber privat kann niemand, der sich in politischen und journalistischen Kreisen bewegt, die Tatsache ignorieren, dass viele der stärksten Imperialisten mit Leib und Seele dafür sind, das britische Empire und die amerikanische Republik in den englischsprachigen Vereinigten Staaten der Welt aufgehen zu sehen. Das ist ein Ideal, das prächtig genug ist, um die Phantasie aller Menschen zu faszinieren, besonders derjenigen, die sich für die Faszination der imperialen Föderation als am empfänglichsten erwiesen haben. Aber hier ist es notwendig zu bemerken, dass, während es auf dieser Seite des Atlantiks ein großes latentes, aber starkes Gefühl zugunsten einer solchen Wiedervereinigung geben mag, es zu nichts kommen wird, wenn es nicht durch ähnliche Gefühle auf der anderen Seite des Wassers erwidert wird. Wir mögen bereit sein, große Opfer an nationalen Vorurteilen und imperialem Stolz zu bringen, um dieses größere Ideal zu erreichen, aber werden die Amerikaner gleichermaßen von dem Ideal der Rasseneinheit fasziniert sein? Die Vereinigten Staaten, so wird von einigen gesagt, sind groß genug, um für sich selbst zu sorgen. Sie brauchen keine britische Allianz mehr, die beträchtliche Komplikationen mit sich bringen und die Republik in Verstrickungen verwickeln könnte, vor denen die Amerikaner nicht unwillkürlich zurückschrecken würden. Das Thema ist keines, bei dem die Amerikaner sehr wohl die Initiative ergreifen können. Der Vorschlag hat sogar einige Amerikaner beleidigt, da er auf Möglichkeiten hinweist, die außerhalb ihrer Reichweite liegen. Es gibt sehr wenig Anhaltspunkte, weder auf der einen noch auf der anderen Seite, was die wahrscheinliche Haltung der Masse des amerikanischen Volkes sein würde, sollte diese Frage in einer praktischen Form aufgeworfen werden. Ich hatte jedoch vor kurzem die Gelegenheit, die Angelegenheit mit zwei typischen Amerikanern zu besprechen, die sich ein Urteil über diese Angelegenheit bilden konnten. Der eine, in Schottland geboren, war eingebürgerter amerikanischer Staatsbürger geworden. Der andere, in Amerika geboren, war eingebürgerter britischer Untertan geworden. Der eine hatte sein ganzes Leben der Sache des Friedens gewidmet. Der andere hat sein Vermögen durch den Erfolg gemacht, mit dem er Kriegswaffen hergestellt hat. Aber in dieser Frage sind sie sich absolut einig. Sir Hiram Maxim und Mr. Andrew Carnegie sind beides Männer, deren Reife des Urteils und breite Erfahrung der Menschen sie dazu berechtigen, mit Respekt über jedes Thema gehört zu werden, dem sie ernsthafte Aufmerksamkeit geschenkt haben. Sir Hiram Maxim schrieb mir erst kürzlich, am 8. November 1901, nachdem wir das Thema einige Zeit lang diskutiert hatten:— "Ich habe viel über das lange und interessante Gespräch, das ich gestern mit Ihnen hatte, nachgedacht, und obwohl ich nicht hoffe, die Vollendung dessen, was Sie vorausgesagt haben, noch zu erleben, würde es mich nicht wundern, wenn das Baby bereits geboren wäre, das erleben wird, wie die gesamte englischsprachige Rasse in einer großen Föderation zusammengeführt wird, die die größte, reichste und mächtigste Nation bildet, die die Welt je gekannt hat. Ich denke, es ist wahr, dass es sicher kommen wird; es ist nur eine Frage der Zeit und der Zivilisation." Ich sah Mr. Carnegie am 25. Oktober 1901, kurz bevor er London in Richtung New York verließ. Mr. Carnegie ist in vielerlei Hinsicht ein bemerkenswerter Mann, aber er ist absolut einzigartig, weil er gleichzeitig ein Prophet und ein Millionär ist. Es ist das erste Mal in der Geschichte der Welt, dass diese beiden Rollen von einem einzigen Mann gespielt wurden. Herr Carnegie sagte zu mir:— "Schlagen Sie meinen 'Vorausblick' auf, den ich vor acht Jahren in der North American Review veröffentlicht habe, und Sie werden feststellen, dass jede Vorhersage, die ich damals gemacht habe, in Erfüllung geht. Sie erinnern sich, dass ich Ihnen sagte, dass ich, als Sie sich an Ihren Schreibtisch setzten, um dieses Kapitel zu schreiben, geneigt war zu glauben, dass der ganze Plan etwas visionär war, aber dass ich, als ich das Manuskript abschickte, überzeugt war, dass es nichts Praktischeres oder Wichtigeres gab, das auf die Aufmerksamkeit der Staatsmänner drängte. Nun, seitdem sind acht Jahre vergangen, und wenn ich jetzt einen Blick zurück werfe, auf meinen alten Artikel "Blick nach vorn", bin ich mehr denn je beeindruckt von der Stichhaltigkeit der Ansichten, die ich dort dargelegt habe. Wir steuern direkt auf die Wiedervereinigten Staaten zu. Alles deutet in diese Richtung. Ihr Volk beginnt gerade erst aufzuwachen, um die unwiderstehliche Drift der Kräfte zu erkennen, die die Situation beherrschen. "Es kommt, es kommt schneller, als ihr Leute in der Alten Welt begreift. Mr. Frank Stockton war dieses Jahr unten in Skibo und erzählte eine ziemlich gute Geschichte, die mit dieser Frage zu tun hat. Als er mit dem Zug herunterkam, setzte er sich mit einem Engländer zusammen, den er im Zug traf, und sie unterhielten sich über verschiedene Dinge, und der Engländer drückte aus, was jetzt ein sehr verbreitetes Gefühl unter Ihren Leuten ist — großes Bedauern über die Torheit von George III. 'Denken Sie nur, was er uns gekostet hat', sagte der Engländer. "Nun, er hat uns Amerika gekostet. "Aber", sagte Mr. Stockton, "Sie dürfen nicht vergessen, was er uns gekostet hat. "Euch gekostet hat", sagte der Engländer. "Was hat er Sie gekostet?" "Er hat uns Großbritannien gekostet", sagte Mr. Stockton. Und da ist die ganze Wahrheit auf den Punkt gebracht. Wenn wir alle zusammen weitergemacht hätten, hätte Großbritannien zu Amerika gehört, viel mehr als Amerika zu Großbritannien gehört hätte, und dazu wird es noch kommen." Das Thema ist ein Lieblingsthema von Mr. Carnegie. Er kann in der Tat als der führende Exponent der Idee angesehen werden. In seiner "Triumphierenden Demokratie" behauptete er, die amerikanische Verfassung biete ein viel besseres, freieres und zugleich geschmeidigeres Regierungssystem als das, das im "Alten Land" vorherrschte. .... Er schloss seine Artikel über "A Look Ahead" mit dem folgenden Glaubensbekenntnis — ein Bekenntnis, das bei anderen Menschen als bloße Phantasie angesehen werden könnte, das aber bei einem hartgesottenen Mann wie Mr. Carnegie, der eine gleiche Fähigkeit beim Anhäufen und Verschenken von Millionen bewiesen hat, Respekt gebieten wird. "Mögen die Menschen sagen, was sie wollen, aber ich sage, dass so sicher, wie die Sonne am Himmel einst über Großbritannien und dem vereinigten Amerika schien, so sicher wird sie eines Morgens aufgehen und über den wiedervereinigten Staaten der Britisch-Amerikanischen Union scheinen und sie begrüßen." Diese Zuversicht beruhte auf der Tatsache, dass es nur in ihren politischen Ideen eine Unähnlichkeit gab, "denn kein Bruch zwischen den getrennten Teilen hat jemals in Sprache, Literatur, Religion oder Recht stattgefunden. In diesen hat immer Einheitlichkeit bestanden. Obwohl politisch getrennt, ist die Einheit der Teile in diesen starken, zusammenhaltenden und zementierenden Verbindungen nie gestört worden." Die politischen Institutionen der beiden Länder befanden sich in einem ständigen Prozess der Assimilation. Dass eine solche Wiedervereinigung wünschenswert war, schien Herrn Carnegie eine fast selbstverständliche Behauptung zu sein. Wenn England und Amerika eins wären, würden sie den Weltfrieden und die allgemeine Abrüstung aufrechterhalten können. Eine anglo-amerikanische Wiedervereinigung würde es erlauben, britische Waren zollfrei in die Vereinigten Staaten zu bringen. Der reichste Markt der Welt stünde Großbritannien offen, frei von allen Zöllen durch einen Federstrich. Es gäbe im Vereinigten Königreich kein einziges untätiges Bergwerk oder Ofen oder Fabrik. .... Ob die Wiedervereinigung zustande kommt oder als unmöglicher Traum aufgegeben wird, wird die Vormachtstellung der Vereinigten Staaten nicht beeinflussen. Der Amerikaner wird leicht die erste Macht in der Welt sein. Aber für das Mutterland ist es anders. Mr. Carnegie schrieb:— "Der einzige Weg für Großbritannien scheint die Wiedervereinigung mit seinem riesigen Kind zu sein oder der sichere Abstieg zu einem zweitrangigen Platz und dann zu einer vergleichsweisen Bedeutungslosigkeit in den zukünftigen Annalen der englischsprachigen Rasse. Welchen großen Unterschied würde es für Wales, Irland und Schottland machen, wenn ihre Vertreter im Obersten Rat nach Washington statt nach London gehen würden? .... Als ich 1898 Gelegenheit hatte, die Angelegenheit mit ihm zu besprechen, war er so zuversichtlich, dass die Wiedervereinigung machbar war, dass er seine Ansichten in viele Richtungen geändert hatte. Als er die Idee zum ersten Mal äußerte, hielt er es für notwendig, dass das britische Volk der Monarchie, dem erblichen Adelsstand und der etablierten Kirche abschwor und das indische Empire aufgab, und als Vorstufe zur Wiedervereinigung hatte er eine Unabhängigkeitserklärung Kanadas, Australiens und Südafrikas ins Auge gefasst. Im Jahr 1898 erkannte er, dass ein solch drastischer Prozess der Zerstörung und Auflösung nicht die notwendige Vorstufe zur Wiedervereinigung war. Er hielt es für durchaus möglich, dass eine Sonderregelung für die Aufnahme monarchischer Staaten in die Britisch-Amerikanische Union getroffen werden könnte. Er hielt immer noch an seiner Idee der Aufnahme Großbritanniens und Irlands in die Union fest. Sie würden, sagte er, in acht Staaten zerfallen, mit einer durchschnittlichen Bevölkerungszahl von jeweils fünf Millionen. Das ist erheblich mehr als der Durchschnitt der amerikanischen Staaten, aber es ist weniger als die Bevölkerung von Pennsylvania und New York. Es ist gut, dass Herr Carnegie seine Ansichten so weit modifiziert hat, dass er zugab, dass die britische Rasse einer Wiedervereinigung zustimmen könnte, ohne als Vorstufe dazu gezwungen zu sein, ihren besonderen Eigenheiten abzuschwören. .... Sir Walter Besant sprach bei der Erörterung der Zukunft der Rasse viel über die Bedeutung der Tatsache, dass, während alle Staaten, die aus Großbritannien hervorgegangen sind, ihre eigene Regierungsform schaffen mussten, jeder von ihnen praktisch eine Republik geworden ist, dass aber, während alle Kolonien praktisch republikanisch sind, das Mutterland weniger republikanisch ist, als es vor zwanzig Jahren war. In den Kolonien wird mit jeder Generation die republikanische Idee verstärkt, und dies, so dachte er, würde, da es im Mutterland keine entsprechende Tendenz der Meinung zum Republikanismus gab, unweigerlich zur Trennung führen. Denn, wie er sagte, wenn die englische Regierung bleibt, was sie ist, und die englischen Kolonien mehr und mehr hartnäckig republikanisch werden, wird es mit Sicherheit eine permanente Kluft zwischen ihnen geben, die jedes Jahr breiter und breiter wird. Er war davon so sehr überzeugt, dass er in seiner Zukunftsprognose gelassen mit dem Zerfall des Empire als Vorstufe zur Föderation der Rasse rechnete. Aber in diesem Fall könnten wir uns nur trennen, um uns wieder zu vereinigen, und die Basis wäre breit genug, um Platz für die Vereinigten Staaten in der Mitte der Gruppe zu bieten. Es ist wahrscheinlich, dass Kanada und Australien und Südafrika es leichter finden würden, sich mit den Vereinigten Staaten zu vereinigen als mit dem Vereinigten Königreich. Aber die politischen Institutionen des Vereinigten Königreichs selbst werden wahrscheinlich erhebliche Veränderungen in Richtung einer Amerikanisierung erfahren. Wenige Themen bieten interessanteren Stoff für Diskussionen und Spekulationen als die Schritte, die von den Amerikanern unternommen würden, wenn ihnen die Verwaltung des Britischen Reiches übertragen würde, mit dem Auftrag, es nach amerikanischen Prinzipien umzugestalten. Dr. Albert Shaw widmete sich vor neun Jahren in den Seiten der Contemporary Review mit charakteristischer Unerschrockenheit und Offenheit der Betrachtung dieser Frage. Heimrecht schien ihm, wie allen Amerikanern, der allererste Schritt zur Klärung der Situation für den Eintritt in eine große und würdige imperiale Politik zu sein; und er nahm kein Blatt vor den Mund, was die dummen Sophistereien und allgemeinen Dummheiten betraf, die als Argumente gegen die Erlaubnis für das irische Volk dienten, rein irische Angelegenheiten in Irland zu verwalten. "Wenn", so sagte er, "die Amerikaner den Auftrag zur Reorganisation des Britischen Reiches übernehmen würden, würden sie keine Zeit verlieren, die starken Männer beider kanadischer Parteien, die Herren Rhodes, Hofmeyer und die anderen Erbauer des südafrikanischen Reiches, die erfahrenen und überzeugten Politiker der australischen Staaten und die Engländer überall, die sich tatsächlich für die Aufrechterhaltung der britischen Vorherrschaft einsetzen, telegraphisch zu kontaktieren. Nach einer Konferenz würden sie einige vorläufige Vorschläge ausarbeiten und einen Imperialkonvent einberufen, um einen endgültigen Plan für die Föderation auszuarbeiten. Dieses Schema sollte ein echtes Imperiales Parlament vorsehen, das alle imperialen Angelegenheiten von den bestehenden lokalen Parlamenten des Vereinigten Königreichs übernehmen sollte. Es würde die Marine, die Armee und den Postdienst auf eine imperiale Basis stellen. Es würde absoluten Freihandel zwischen allen Teilen des Imperiums einführen, obwohl es bestimmten Teilen erlauben würde, Differenzzölle gegenüber nicht-britischen Zöllen beizubehalten. Es würde Irland Home Rule gewähren, selbstverständlich nicht dem Vereinigten Königreich, sondern dem britischen Empire unterstellt. Mit einem solchen Empire hätten die Amerikaner keinen Anlass zur Kontroverse. Die Reibereien, die die Beziehungen zwischen Großbritannien und Amerika in den letzten Jahren gefährdet haben, sind aus der schelmisch anomalen politischen Situation Kanadas erwachsen. .... Was auch immer der britische Leser von Dr. Shaws Skizze der Neugestaltung unserer Verfassung halten mag, es gibt eine wachsende Zahl von Menschen in diesem Land, die in der Tat sehr froh wären, wenn einige sehr radikale Änderungen eingeführt würden, mit dem Ziel, die Effizienz des Parlaments wiederherzustellen und die Föderation des Reiches zu sichern. Aber wir dürfen uns nicht weiter in diesen spekulativen Regionen verirren."
IV/III Chapter Third (Drittes Kapitel)
Steps Towarcis Reunion (Schritte auf dem Weg zur Wiedervereinigung)
"Es mag von allen zugegeben werden, auch von denen, die der Idee einer vollständigen Wiedervereinigung am wenigsten positiv gegenüberstehen, dass es gut wäre, das Ideal der Wiedervereinigung vor Augen zu haben, und sei es nur, um Reibungspunkte zu minimieren und die Zusammenarbeit auf dem weiten Feld zu fördern, auf dem unsere Interessen identisch sind. Selbst wenn wir die Wiedervereinigung nicht haben können, könnten wir die Rassenallianz haben. Da dies der Fall ist, können wir das abschließende Kapitel dieses Buches einer Diskussion einiger der Vorschläge widmen, die zur Förderung eines Gefühls der Rasseneinheit gemacht wurden, unabhängig davon, ob wir das Endziel als eines betrachten, das für uns oder unsere Nachkommen erreichbar ist oder nicht. Als Ausgangspunkt dieser Untersuchung ist es gut, die bekannte Passage aus Washingtons Abschiedsrede an das amerikanische Volk zu zitieren: "Die große Verhaltensregel für uns in Bezug auf fremde Nationen ist, bei der Ausweitung unserer Handelsbeziehungen so wenig politische Verbindungen wie möglich mit ihnen zu haben." Der Rat ist gut, aber er darf nicht als gleichbedeutend mit einem Verbot jeglicher politischer Verbindung verstanden werden. Alles, was Washington sagte, war. "so wenig politische Verbindungen wie möglich." Nun ist das irreduzible Minimum des achtzehnten Jahrhunderts im zwanzigsten Jahrhundert, in dem Politik und Handel untrennbar miteinander verwoben sind, völlig unmöglich. Eine Politik der Isolation ist China verwehrt, und selbst im Verhältnis zu den Vereinigten Staaten von Amerika ist sie undenkbar. Dabei ist das allgemeine Prinzip gut. Je weniger politische Berührungspunkte es gibt, desto geringer ist die Gefahr einer politischen Kollision. Was auch immer für eine Föderation, ein Bündnis oder eine Wiedervereinigung letztendlich zustande kommen mag, es ist eine Bedingung sine qua non (unbedingte Voraussetzung), dass jedes Mitglied der Föderation die Freiheit der nationalen Selbstverwaltung und die uneingeschränkte Souveränität behält, in jedem Bereich genau das zu tun, was ihm gefällt, mit Ausnahme derjenigen, die ausdrücklich der Zentralbehörde überlassen werden. .... Eine Sache, die getan werden könnte, und zwar sofort, wäre die Veröffentlichung von mehr amerikanischen Nachrichten in den englischen Zeitungen. Ich beziehe mich nicht so sehr auf Telegramme, so unzureichend unser Service von der anderen Seite ist, sondern ich beziehe mich eher auf die Veröffentlichung von speziellen Artikeln, die sich mit der ungeheuren Vielzahl von Angelegenheiten von Interesse beschäftigen, mit denen die amerikanischen Zeitungen überfüllt sind. Die Amerikaner sind über englische Angelegenheiten viel besser informiert als wir über die sozialen, industriellen und wissenschaftlichen Bewegungen in den Vereinigten Staaten. Die Nachrichten, die uns aus Amerika erreichen, beschränken sich fast ausschließlich auf Börsennotierungen und politische Wahlen. Die Wahlkämpfe zwischen den Parteien in beiden Ländern sind in der Regel die uninteressantesten Nachrichten, über die man in dem anderen Land berichten könnte. Als ich vor sieben Jahren in Chicago war, war ich sehr beeindruckt von der immensen Überlegenheit des europäischen Nachrichtendienstes der Chicagoer Zeitungen gegenüber dem amerikanischen Nachrichtendienst der Londoner Zeitungen. Der Chicagoer Bürger fand am Sonntagmorgen in der Regel drei spezielle Korrespondentenbriefe aus London, einen aus Paris und einen aus Berlin, die in der vorangegangenen Nacht telegrafiert worden waren, jeder von der Länge einer Spalte oder mehr, mit einer sehr intelligenten, glänzend geschriebenen Beschreibung der Geschichte der Woche. Wir haben nichts Vergleichbares von der anderen Seite in unseren englischen Zeitungen. Ich erinnere mich, dass ich sechs Monate lang, nachdem ich aus Chicago kam, alle Nachrichten aus Chicago notierte, die in den englischen Zeitungen erschienen. .... Von Angelegenheiten, die im Bereich des privaten Unternehmertums und der individuellen Initiative liegen, kommen wir zu dem Vorschlag, der vor einiger Zeit von Herrn Dicey gemacht wurde und von anderen Seiten stark unterstützt wird, ein gegenseitiges Abkommen zwischen den Regierungen der beiden Länder zur Proklamation einer gemeinsamen Staatsbürgerschaft anzunehmen, so dass jeder Untertan des Königs ein Bürger der Vereinigten Staaten werden sollte und jeder Bürger der Vereinigten Staaten Anspruch auf alle Privilegien haben sollte, die ein britischer Untertan genießt, in welchem Teil der Welt er auch immer leben mag. Mr. Dicey formulierte seinen Vorschlag in einer sehr konkreten Form. Er sagte:— "Mein Vorschlag ist kurz gefasst dieser: England und die Vereinigten Staaten sollten durch gleichzeitige und angemessene Gesetzgebung eine solche gemeinsame Staatsbürgerschaft schaffen, oder, um die Sache konkreter und daher verständlicher zu formulieren, dass ein Gesetz des kaiserlichen Parlaments jeden Bürger der Vereinigten Staaten während der Dauer des Friedens zwischen England und Amerika zu einem britischen Untertan machen sollte, und dass gleichzeitig ein Gesetz des Kongresses jeden britischen Untertan während der Dauer dieses Friedens zu einem Bürger der Vereinigten Staaten machen sollte. Das Inkrafttreten des einen Gesetzes würde von der Verabschiedung und dem Inkrafttreten des anderen abhängig sein. Sollte zu irgendeinem Zeitpunkt ein Krieg zwischen den beiden Ländern ausbrechen, würde jedes Gesetz ipso facto aufhören, Wirkung zu haben. .... Wir kommen nun zu der Frage, ob irgendetwas getan werden kann, um die Gesetze der beiden Länder anzugleichen, soweit sie sich auf die Themen beziehen, die von internationalem Interesse sind, wie Urheberrecht, Warenzeichen, Ehe und Scheidung, Patente usw. Der erste praktische Schritt, um das Empire und die Republik in organische Beziehungen zueinander zu bringen, wäre nach der Idee von Mr. Carnegies Idee:— "Die Ernennung von internationalen Kommissionen durch die verschiedenen Nationen unserer Rasse, die mit der Schaffung eines Systems von Gewichten, Maßen und Münzen, von Hafengebühren, Patenten und anderen Angelegenheiten ähnlichen Charakters, die von gemeinsamem Interesse sind, beauftragt werden. Wenn es eine Frage gibt, über die sich alle Autoritäten einig sind, so ist es die Zweckmäßigkeit der Einführung des dezimalen Systems von Gewichten, Maßen und Münzen, aber eine Internationale Kommission scheint die einzige Agentur zu sein, die dies bewirken kann." Nachdem dies geschehen ist, meint Herr Carnegie, sollte ein "Allgemeiner Rat von den englischsprachigen Nationen gebildet werden, dem zunächst nur alle umstrittenen Fragen zwischen ihnen vorgelegt werden können." .... Sobald ein Gericht eingerichtet ist, das für die Entscheidung bestimmter Fragen zuständig ist, würden diese ohne die Notwendigkeit, sie auf diplomatischem Wege zu klären, geregelt werden. Die Berufung würde direkt an den Gerichtshof erfolgen. Fragen, die vor den Gerichtshof kommen, sollten in Kategorien eingeteilt werden. Die erste würde alle Fragen umfassen, die sich mit Erfindungen, Verträgen usw. befassen und die nach streng juristischen Gesichtspunkten entschieden werden würden. Die Außenministerien der beiden Länder würden ebenso wenig daran denken, sich in die Regelung solcher Fragen einzumischen, wie der Außenminister in Washington daran denken würde, eine Berufung an den Obersten Gerichtshof zu verhindern. Die zweite Kategorie würde gewöhnliche Streitigkeiten abdecken, die jetzt auf diplomatischem Wege geregelt werden. Wenn die Diplomatie versagt, könnte ein spezieller Schiedsrichter für besondere Fälle ernannt werden. .... Mr. Arthur White, der in der North American Review vom April 1894 schrieb, schlug den folgenden Entwurf für die Bedingungen einer anglo-amerikanischen Allianz vor:— "Großbritannien soll ein Verbündeter der Vereinigten Staaten werden, falls irgendeine europäische Macht oder Mächte den Krieg gegen die letzteren erklären. Andererseits garantieren die Vereinigten Staaten freundschaftliche Neutralität für den Fall, dass Großbritannien in einen Krieg mit einer oder mehreren europäischen Mächten verwickelt wird, der Fragen betrifft, die in keiner Weise die pazifischen Interessen der Vereinigten Staaten berühren, und in diesem Fall werden die Vereinigten Staaten Großbritannien jede positive und negative Unterstützung gewähren, die Neutralen erlaubt ist." .... Wenn die Wiedervereinigung der Rasse im Buch des Schicksals geschrieben steht, dann wehren wir uns vergeblich dagegen. Die Vorteile, die der Welt aus einer solchen Wiedervereinigung erwachsen könnten, sind natürlich für die englischsprachigen Gemeinschaften offensichtlicher als für diejenigen, die außerhalb des Geltungsbereichs liegen. Aber eine der stärksten Sympathiebekundungen für das Streben der Rasse nach einer höheren Einheit kam von einem ausländischen Beobachter, der unter dem Namen Nauticus einen bemerkenswerten Artikel zu diesem Thema in der Fortnightly Review von 1894 schrieb. Er bedauerte das Schisma zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritannien mit der Begründung, dass es den Ausdruck des angelsächsischen Willens spalte und schwäche, denn er zeigte sich überzeugt, dass dieser angelsächsische Wille in Zukunft einen noch größeren Einfluss auf die Welt haben sollte, als er in der Vergangenheit hatte. Die Welt könne es sich leisten, "ihr Vertrauen in die Integrität und Fairness der angelsächsischen Rasse zu setzen. Um des Friedens und der Abrüstung willen scheint es notwendig, dass eine überlegene Macht geschaffen wird. Ein solches wiedervereinigtes Angelsachsentum wäre eine oberste Seemacht der Welt" und könnte als solche die Rechte der Neutralen erweitern, was seiner Meinung nach einen Krieg undurchführbar machen würde. .... Mr. A. W. Tourgee, der vor zwei Jahren in der Contemporary Review schrieb, sagte:— "Eine Allianz zwischen den großen Zweigen der angelsächsischen Familie bedeutet die Schaffung einer Weltmacht, gegen die es nicht nur unmöglich ist, dass irgendeine europäische Vereinigung (Allianz) vorankommt, sondern sie wird eine solche Kontrolle über die kommerziellen und wirtschaftlichen Ressourcen der Welt haben, dass sie in der Lage sein wird, dem Krieg zwischen den Kontinentalmächten selbst ein Ende zu setzen, ohne eine Armee aufzustellen oder eine Waffe abzufeuern. Ob sie es wollen oder nicht, die Notwendigkeiten des Weltlebens, die Erhaltung ihrer eigenen politischen Ideale und die kommerziellen und wirtschaftlichen Bedingungen, denen sie gegenüberstehen, müssen bald eine engere Entente zwischen diesen beiden großen Völkern erzwingen. Sie sind die Friedensstifter des zwanzigsten Jahrhunderts, die Beschützer der Entwicklung der Welt, die Beschützer der freien Unabhängigkeit und der schwachen Nationalitäten der Erde." .... Ein kühler Beobachter, der lange Zeit ein Nestor unter den kolonialen Staatsmännern war, Sir George Grey von Neuseeland, liebte es in seinen letzten Lebensjahren, über die Zukunft der englischsprachigen Rasse zu sinnieren. "Hier saß das Volk einer Sprache", war ein Satz, den er bei einer Gelegenheit benutzte, als er 1891 vor dem Bundeskongress in Sydney in einem bedeutungsschwangeren Satz die von unserer Rasse besetzten Territorien andeutete. Kein Mann war mehr von chauvinistischer Leidenschaft erfüllt als Sir George Grey, und wenige Männer waren schonungslosere Kritiker der Unzulänglichkeiten ihrer Landsleute. Aber in seinen letzten Schriften gab er seine Überzeugung zu Protokoll, dass, wenn die Wiedervereinigung nur erreicht würde, "sie den Triumph des Christentums bedeuten würde, des höchsten moralischen Systems, das der Mensch in seiner ganzen Geschichte gekannt hat; und sie würde die Vorherrschaft der wahrscheinlich reichsten Sprache bedeuten, die jemals existiert hat. Die Annahme eines universellen Moralkodexes und einer universellen Sprache würde den Weg für die letzte große Föderation ebnen — die Bruderschaft der Menschen." Kurzum, wir hatten eine Epoche der Föderation erreicht, die die neue Form der menschlichen Wirtschaft darstellte:— "Als deren Ergebnis würde der Krieg nach und nach vom Angesicht der Erde verschwinden. Wenn man die angelsächsische Rasse auf einer gemeinsamen Grundlage handeln ließe, könnte sie das Gleichgewicht der Kräfte für eine vollständig bevölkerte Erde bestimmen. Eine solche moralische Kraft wäre unwiderstehlich, und Argumente würden an die Stelle des Krieges bei der Beilegung internationaler Streitigkeiten treten. Als zweites großes Ergebnis des Zusammenhalts der Rasse sollten wir das Leben beleben und entwickeln und ungenutzte Energien an vielen Orten in Bewegung bringen, wo sie jetzt stagnieren." .... Herr Carnegie teilte die Meinung von Sir George Grey hinsichtlich des segensreichen Einflusses, der durch unsere wiedervereinigte Rasse auf die Welt ausgeübt werden würde. Eine solche Wiedervereinigung, so erklärte er, würde uns die zukünftige Herrschaft über die Welt geben, "und das zum Wohle der Welt, denn die englischsprachige Rasse hat immer an erster Stelle unter den Rassen für Frieden, Überfluss, Freiheit, Gerechtigkeit und Gesetz gestanden, und an erster Stelle, so wird man finden, auch für die Regierung des Volkes, für das Volk und durch das Volk. Es ist gut, dass das letzte Wort in den Angelegenheiten der Welt bei uns liegt, und dass es in klarem Englisch gesprochen wird." Mr. Carnegies Idee, die er 1899 etwas ausführlicher darlegte, behauptete, dass der Patriotismus der Rasse ein gegenseitiges Bündnis beinhaltet, das auf die Zwecke der Selbstverteidigung beschränkt ist. "Die gegenwärtige Ära des guten Gefühls", sagte er, "bedeutet, dass die Heimat von Shakespeare und Burns niemals eingenommen werden wird, ohne dass man andere als gebürtige Briten auf ihren Gehsteigen findet. .... Die anschwellende Phrase "Herrschaft über die Welt" ist eine, bei der uns lange Erfahrung lehrt, misstrauisch zu sein. Es sollte kein Ehrgeiz von uns sein, die Welt zu beherrschen, außer durch den Einfluss von Ideen und die Kraft unseres Beispiels. Die Versuchung zu glauben, dass wir der Stellvertreter des Allmächtigen sind, der mit dem Donnerkeil des Himmels zur Bestrafung von Übeltätern beauftragt ist, ist eine der subtilen Versuchungen, mit denen der Böse wohlmeinende Menschen dazu verleitet, sich auf einen politischen Kurs einzulassen, der bald nicht mehr von reiner Freibeuterei zu unterscheiden ist. Aber wenn man die Gefahr in Betracht zieht, den englischsprachigen Menschen der Versuchung einer fast unwiderstehlichen Macht auszusetzen, sind die Vorteile, die durch die Wiedervereinigung der Rasse gewonnen werden können, so groß, dass sie es rechtfertigen, das Risiko einzugehen......"
IV/IV Chapter Fourth (Viertes Kapitel)
The End Thereof (Das Ende davon)
"ICH HABE nun einen sehr schnellen und höchst unvollkommenen Überblick über einige der mächtigeren Kräfte, die die Welt amerikanisieren, abgeschlossen. Es bleibt die große Frage, ob die Prozesse, die jetzt um uns herum sichtbar in Betrieb sind, zum Fortschritt und zur Verbesserung der Welt beitragen werden. Als Mr. Gladstone das betrachtete, was er "die überragende Frage der amerikanischen Zukunft" nannte, drückte er sich mit dem gleichen Gefühl der Ehrfurcht aus, das den hebräischen Propheten erfüllte, als er eine Vision der Herrlichkeit des Herrn hatte und sein Zug den Tempel erfüllte. "Es gibt eine Vision", sagte Mr. Gladstone, "von Territorium, Bevölkerung, Macht, die über alle Erfahrung hinausgeht. Die erstmalige Ausstellung freier Institutionen in der Geschichte der Menschheit in einem gigantischen Ausmaß ist bedeutsam." Mit seinem unverbesserlichen Optimismus erklärte er, dass er genug Vertrauen in die Freiheit habe, um zu glauben, dass sie kraftvoll zum Guten wirken werde:— "Aber zusammen mit und hinter diesen gewaltigen Entwicklungen wird eine entsprechende Möglichkeit des sozialen und moralischen Einflusses auf den Rest der Welt kommen, und die Frage der Fragen für uns als Treuhänder für unsere Nachkommen ist, was wird die Natur dieses Einflusses sein? Wird er uns, die Kinder der älteren Rasse, die unter seiner Einwirkung zusammenleben, besser oder schlechter machen? Nicht welche Art von Erzeuger, sondern welche Art von Mensch wird der Amerikaner der Zukunft sein? Wie soll die majestätische Gestalt, die die größte und mächtigste auf der Bühne der Weltgeschichte werden soll, von ihrer Macht Gebrauch machen?" Und dann fuhr Mr. Gladstone in seinem gewohnten Stil fort, verschiedene Fragen zu stellen, wie der Einfluss, den der Amerikaner unweigerlich in der Welt ausüben würde, genutzt werden würde. "Wird er", fragte er, "im Verhältnis zu seiner materiellen Stärke mit moralischem Leben beseelt sein? Eines ist sicher, seine Versuchungen werden sich mit seiner Macht vervielfachen, seine Verantwortlichkeiten mit seinen Möglichkeiten. Wird der Same unter die Dornen gesät werden? wird die Wertlosigkeit den Boden überwuchern und seine Blüten und seine Frucht verdorren lassen? Von den Antworten auf diese und ähnliche Fragen wird es abhängen, ob diese neue Offenbarung der Macht auf der Erde auch eine Offenbarung der Tugend sein wird, ob sie sich als Segen oder Fluch erweisen wird. Möge der Himmel jedes dunklere Omen abwenden und gewähren, dass das jüngste und größte Wachstum der großen christlichen Zivilisation auch das hellste und beste sein wird." .... Die Hektik und der Trubel des modernen, eifrigen Lebens, der geschäftliche Wettbewerb, das leidenschaftliche Streben, den Nachbarn oder den Rivalen zu überflügeln — all diese Dinge haben ihren Nutzen; sie neigen dazu, das Untaugliche zu eliminieren und dem Überlebenden eine überlegene Leistungsfähigkeit zu verleihen, so wie die Geschwindigkeit des Rehs von der Tatsache abhängt, dass es von Tag zu Tag um sein Leben gejagt wird. Aber dieser Kampf ums Dasein kann leicht so weit getrieben werden, dass das Dasein selbst kaum noch lebenswert ist. Die universelle Erfahrung der Weisesten und Besten der Menschheit spricht mit keiner unsicheren Stimme in der Verurteilung eines Lebens, das keine Muße hat. Wie ein weiser Schriftsteller sagte: "Wenn du immer Züge fängst, hast du keine Zeit, an deine Seele zu denken." .... Das folgende Zitat aus einem Leitartikel des New York Evening Journal aus diesem Jahr drückt diesen Standpunkt mit einer kompromisslosen Kraft aus, die nichts zu wünschen übrig lässt:— .... "Die Nationen Europas, und besonders die Engländer, wundern sich über den Erfolg des amerikanischen Volkes. "Wenn irgendein Engländer wissen will, warum die amerikanische Rasse die englische Rasse im Kampf um die industrielle Vorherrschaft schlagen kann, so möge er von sieben bis neun Uhr morgens an der Delaware-Lackawanna-Station in Hoboken stehen, wenn die Vorortzüge einfahren. "Weit außerhalb des großen Bahnhofs erscheint der Zug, schnaufend und keuchend, und während er noch mit gefährlicher Geschwindigkeit fährt, sieht man von jedem Bahnsteig aus Männer, junge und alte, die sich weit hinauslehnen. "Als der Zug einfährt, springen die Männer auf beiden Seiten aus den Waggons, und es folgt ein wilder Ansturm auf das Fährboot. Nicht ein Mann geht langsam oder bedächtig. "Es ist eine einzige Eile zum Geschäft; es ist eine einzige Eile den ganzen Tag; es ist eine einzige Eile wieder nach Hause. "Das Messgerät an der Maschine zeigt den Dampfdruck und die Arbeit an, die die Maschine leisten kann. "Das Manometer des amerikanischen Menschen steht die ganze Zeit auf hohem Druck. Sein Gehirn ist ständig erregt, seine Maschinerie arbeitet mit Volldampf. "Das Gewebe wird schnell verbrannt, und die Maschine verbrennt oft früher, als sie sollte. Der Mann kahl und grau in seiner Jugend; der Mann ein Opfer von Verdauungsstörungen, von Nervosität, von Narkotika und Stimulanzien, ist eine deutliche amerikanische Institution. Er ist eine Lokomotive, die vor ihrer Zeit ausgebrannt ist; aber seine Arbeit ist getan, und die große Lokomotivfabrik, die amerikanische Mutter, liefert für immer die Nachfrage nach neuen Motoren, die mit gefährlich hoher Geschwindigkeit betrieben werden. "Der Amerikaner hat Erfolg, weil er immer unter hohem Druck steht, weil er entschlossen ist, Geschwindigkeit zu machen, selbst auf die Gefahr hin, dass der Kessel platzt und die Maschine kaputt geht." Ein unschöner Anblick, der denjenigen unter uns, die nicht ohne Sympathie für das anstrengende Leben sind, wie eine Höllenvision erscheint. Wie groß ist der Gegensatz zu dem ruhigen, philosophischen Gedankenleben, das das Ideal des östlichen Weisen ist!
"Der Osten verneigt sich tief in feierlichem Denken
In stiller tiefer Verachtung,
Er hörte die Legionen vorbeidonnern,
Dann tauchte er wieder in Gedanken ein."
In Asien haben ganze Völker die Lektion gelernt, dass es besser ist, das Leben im zufriedenen Besitz einiger weniger Dinge zu verbringen, als in der verrückten Eile nach vielen. Es gibt einen Reichtum, der aus der Wenigkeit unserer Bedürfnisse entsteht, sowie einen Reichtum, der sich an der Fülle unserer Ressourcen misst.
Es ist nicht alles im Leben, zu leben,
noch alles des Todes, zu sterben."  
Und es gilt immer noch die ernste Frage: "Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt und seine eigene Seele verliert?"
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archive.org americanizationo01stea The Americanisation of the World

1902 EINE INTERNATIONALE SPRACHE: IST DAS MÖGLICH?
Stead war gerade noch auf der Suche nach einer gemeinsamen Sprache der Weltbürger. Er wußte zu diesem Zeitpunkt noch nicht, daß einige Jahre zuvor L.L. Zamenhof seine ersten Lehrbücher mit der Internationalen Sprache des Doktor Esperanto veröffentlichte. Damals verbreitete sich Wissen oft noch langsamer als heute gewohnt. Mit einem gewissen Zeitverzug erhielt Stead erst 1902 einen Hinweis auf die von ihm erwartete Sprache. Seit jenem Jahr (ab Oktober) war sie in seiner Zeitschrift "The Review of Reviews" mit Zusammenfassungen von Zeitschriftenbeiträgen ein wiederkehrendes Thema in Rubriken mit wechselnden Namen.
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Das Jahr 1902 begann Stead darin unter dem Titel "The Progress of the World." mit folgenden Gedanken: Große Versprechen des alten Jahres sollten eingelöst werden. "Die rasante Entwicklung der drahtlosen Telegraphie, die eine der wichtigsten wissenschaftlichen Errungenschaften des alten Jahres darstellt, gipfelte im Dezember in der Bekanntmachung von Signor Marconi über die erfolgreiche Übertragung drahtloser Nachrichten ...." Dabei ging es um eine offiziell unbestätigte transatlantische Funkübertragung von der Halbinsel The Lizard in Cornwall nach St. John’s in Nordamerika. Stead sah große Möglichkeiten für eine fortschrittliche geopolitische Weltpolitik. Marconis Funktechnik wird später auf der Titanic eine Rolle spielen. Weitere Bemerkungen mit dem Bezug zu Stead am Ende des Beitrags. Warum sollte nicht auch drahtlos Telefonie möglich werden? Heute ist das Alltag (Mobiltelefon). Wenn Romeo in London eine Julia auf ihrem Balkon in Konstantinopel ansprechen kann, dann wäre es "zweifellos eine Anregung für die Bewegung zugunsten einer universellen Sprache". Fremdsprachen ließen sich mit dieser Technologie leichter erlernen. Voller Vorfreude sah Stead schon für die nahe Zukunft die Möglichkeit, neben dem Telefonton auch ein Bild des Gesprächspartners zu erhalten. Der Zusammenhang zwischen Sprache und Macht wird in mehreren Beiträgen der Zeitschrift deutlich. Da geht es zum Beispiel um einen Protest des Regierungsrats von Malta gegen eine vorgesehenen Regelung nicht nur wegen der Besteuerung sondern auch gegen eine Einführung der englischen Sprache im Bildungsbereich. (S.31) Ein Dr. Shaw (Progress of the World) stellt zur philippinischen Frage fest, "dass alles getan wird, um die englische Sprache auf jede erdenkliche Weise an die Front zu bringen". Diese Welthandelssprache würde sich verbreiten und Vorteile bringen. Die Philippinen sollten als ständiger Besitz gehalten werden. ".... vorläufig ist er jedoch mit dem philippinischen Zolltarif zufrieden". (S.67)
Unter der Rubrik LEARNING LANGUAGES BY LETTER-WRITING. (SPRACHEN LERNEN DURCH BRIEFE SCHREIBEN.) sollte eine internationale Verständigung über Briefkontakte ermöglicht werden. Institutionen wie Universitäten aber auch einzelne Korrespondenten wurden im Netzwerk zusammengefasst. Mr. Magill (Vorsitzender des Amerikanischen Büros für Internationale Korrespondenz) erzählte, "dass einige Ausländer sich vorstellen, dass die Amerikaner statt Englisch eine Art Patois sprechen, .... zur Aufgabe der internationalen Korrespondenz gehöre, solche antiken Ideen zu korrigieren." Interessant sind kleine Leserbriefe. ".... sehr viel Hauch der englischen Zivilisation hat meine Heimat besucht. Sie sehen, mein Englisch ist noch nicht richtig. Glauben Sie, dass ein Engländer oder eine Engländerin im nächsten Frühjahr meinen Platz in meiner Familie einnehmen würde?" "Sehr geehrter Herr, — zwei junge Damen, Schülerinnen von mir, möchten für einige Zeit in einer englischen Familie leben und möchten im Gegenzug ein englisches Mädchen bei sich aufnehmen. Halten Sie ein solches Arrangement in irgendeiner Weise für möglich? — Mit freundlichen Grüßen" "Ein Italienischlehrer hofft, dass ihn jemand in den Oster- oder Sommerferien empfangen möchte."
DER VERSTORBENE M. JEAN BLOCH. "DER Tod von Herrn Bloch ist ein europäisches Unglück." Stead traf M. Bloch 1898 in St. Petersburg. Über Bloch schrieb Stead im Buch über "Die Vereinigten Staaten von Europa". Siehe oben. Im Krieg sah Bloch eine Torheit, das sah er auch aus Sicht eines Wirtschaftswissenschaftlers so. "Das letzte Mal sah ich M. Bloch, als er im Mai letzten Jahres mit seiner Tochter nach London kam....."  (S.141)
AN INTERNATIONAL LANGUAGE : IS IT POSSIBLE? (EINE INTERNATIONALE SPRACHE: IST DAS MÖGLICH?)
"Ja, sagt M. Leon Bollack, nicht nur möglich, sondern höchst wünschenswert; .... Eine solche Sprache muss in Wort und Schrift beherrscht werden können." Nicht eine "universelle" Sprache, die die anderen verdrängen sollte, war gemeint. Nein, es ging um die Nutzung als Zweitsprache. "Jede Nation wird nach wie vor ihre eigene besondere Sprache behalten, angepasst an ihre eigenen Gewohnheiten des Denkens und Fühlens." Nach Bollacks Meinung brauchte die hier vorgeschlagene Sprache "nicht literarisch, sondern lediglich utilitaristisch sein." Er wollte sie in einem gewissen Sinn simpel haben und sah zwei Richtungen, so eine Sprache zu entwickeln. Unpraktikabel wäre, sie "aus dem Bestand der vorhandenen Sprachen" zu formen. Wenn er die diversen Regelungen in Grammatik oder Aussprache meint, ist das sicher nachvollziehbar. Er hatte vielleicht auch Vorbehalte gegenüber der Idee, man könne eine "künstliche" Sprache schaffen, schlug aber eine solche vor. Mit etwa zwanzig Buchstaben im Alphabet und einem Laut pro Buchstaben. "M. Bollack selbst ist der Schöpfer einer vermeintlich universellen Sprache — La Langue Bteue. In Paris gibt es bereits eine Gesellschaft, deren Ziel die Übernahme einer internationalen Sprachform ist." Hier war Esperanto also noch kein Thema, obwohl es bereits exisiterte. Das änderte sich bald. (S.241) [se]
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archive.org The Review of Reviews V25 1902

DIE AMERIKANISIERUNG DER WELT
William Thomas Stead war ein so vielfältig denkender Mensch, daß es einzelnen Menschen schwerfiel und schwerfällt, seine innovativen Gedanken als Ganzes zu erfassen. Was war sein Ziel, als er 1901 in einem Buch die Amerikanisierung der Welt vorschlug? Es widerspricht doch dem Ansatz, ein geeintes Europa mit einer neutralen Sprache zu wünschen. Kann man diese beiden Weltsichten überhaupt in einem Menschen vorfinden? Alle Fragen können in diesem Abschnitt wohl nicht beantwortet werden. Ein tieferes Eindringen ist dafür noch nötig. Damit eine gewisse Linearität in den "Review of Reviews" bleibt, sind hier einige Reaktionen auf sein Buch aus den Monaten Februar bis Mai 1902 zusammengefaßt. [se]
THE AMERICANISATION OF THE WORLD. (DIE AMERIKANISIERUNG DER WELT)
Februar — WAS DIE BRITISCHE PRESSE ÜBER DIE PROPHEZEIUNG DENKT. Staed machte also scheinbar eine "Vorhersage über die bevorstehende Wiedervereinigung der englischsprachigen Welt". Ein amerikanischer Botschafter wurde dadurch in Erstaunen versetzt. "Es scheint unmöglich, dass ein solches Werk von einem Engländer, aber nicht von einem Amerikaner geschrieben worden sein könnte." schrieb ein Anwalt aus Philadelphia. Für den "Morning Leader" letztlich "unheilvoll langweilig". "Unter dem Titel "Mr. Stead's Dream" erklärt der Star (Stern) im Gegensatz zum Leader, dass das Buch "ein sehr interessanter und lehrreicher Donnerschlag ist, .... Aber der Star protestiert, dass die Bildung der Vereinigten Staaten der Welt sehr schlecht für die Welt wäre." "Das Echo veröffentlichte ein langes Interview mit mir zu diesem Thema, in dem der Herausgeber (Mr. Percy Alden) deutlich machte, dass ich glaube, dass Amerika endlich der vorherrschende Partner in der englischsprachigen Welt werden muss, ...." "Die Investors Review sagt: Die Aussicht, Uncle Sam dabei helfen zu dürfen, die Welt zu beherrschen, hat für uns keine Anziehungskraft, und die Alternative von Herrn Stead, der "Abstieg" auf die Position Hollands oder Belgiens, ist für uns kein Grauen." Pfarrer Hugh Price Hughes: "Worte können kaum die Vorteile für uns und die Menschheit ausdrücken, die einer so gesegneten Vollendung wie der Wiedervereinigung der englischsprachigen Welt folgen würden. .... Wir sind füreinander notwendig, wenn das höchste Ideal der anglo-keltischen Welt verwirklicht werden soll." Die Licensed Victuallers: "Nachdem man sie (die Broschüre) gelesen hat, kann man sich des Unbehagens nicht erwehren, dass es, wenn Großbritannien sich nicht aufrafft, in Kürze das Niveau einer amerikanischen Kolonie erreichen wird." The Ironmonger sagt: "Der Grossteil von Mr. Steads fröhlichem Jahrbuch ist dem Beweis gewidmet, dass die Welt vor unserer Nase amerikanisiert wird. .... Die Welt ist heute keineswegs so amerikanisiert, wie sie einst französisiert wurde. Wo steht Frankreich?" "Irland, so das Freeman's Journal, wäre sicherlich lieber ein Freistaat in der Amerikanischen Union als eine Vasallenprovinz im Britischen Empire. Aber wenn die Vereinigten Staaten ihren eigenen Kontinent nicht amerikanisieren können, wie können sie dann die Welt amerikanisieren?" Liverpool Daily Post: "Herr Stead sucht die Rettung für Amerika. Er ist ein Mann mit starker Vorstellungskraft und großen Ideen, aber leider zerstören seine Ideen und seine Vorstellungskraft seinen Mut und jeden Sinn für Perspektive." Northern Echo: "Wir hoffen, dass die Welt nicht amerikanisiert wird. Wir hoffen, dass sie nicht anglisiert wird. Wir hoffen sehr wohl, dass sie zivilisiert, humanisiert und christianisiert wird." Ein sehr hochrangiger russischer General schrieb aus St. Petersburg: "Vielleicht haben Sie Recht, wenn Sie die Amerikanisierung der Welt voraussehen, aber ich denke, die alten Kontinente müssen vorher eine ganze Demokratisierung durchlaufen. Wir gehen mit voller Geschwindigkeit auf dieses Ziel zu."
März — ERSTE EINDRÜCKE AMERIKANISCHER JOURNALISTEN. New York: "Mit amerikanischen Redakteuren und Geschäftsmanagern, die ihre Zeitungen führen, dürfte es nicht sehr viele Jahre dauern, bis die aggressiven Westler die britische Öffentlichkeit so weit aufhetzen, daß sie die Annexion der Insel an die Vereinigten Staaten fordern wird." Rochester Union: "Die Zukunft, die bisher nur wenige außer den Amerikanern sehen konnten, ist jetzt so nahe an der Gegenwart, daß nur der Blinde sie verfehlen kann. Aber für die Europäer hat ihre Annäherung den Effekt einer plötzlichen und unheilvollen Erscheinung." Littletown Independent: "In der Tat kommt die Zeit, in der England eines Tages eine amerikanische Insel sein wird. Die Prophezeiung erregt Aufsehen, aber es ist nur das, was Ben Franklin den Engländern vor über hundertfünfundzwanzig Jahren sagte." Chicago Tribune: "Natürlich ist es keine Neuigkeit für die Amerikaner, dieser gewaltige Prozess der "Amerikanisierung der Welt"; nur hier wird eine frische und eindrucksvollere Darstellung der Fakten in diesem Fall gegeben als je zuvor." Minneapolis Journal: "Wenn die Vereinigung der Englischsprachigen freiwillig kommen soll, solange England noch eine Grossmacht ist, muss sie auf englische Initiative hin kommen." Kansas-Stern: "Ein Jahrhundert ist eher eine kurze Zeit, in der das Nationalgefühl in dem Maße nachlassen kann, wie es für die Vollendung eines solchen Plans erforderlich ist. Die englischen Kolonien sind der Krone trotz ihrer demokratischen Institutionen zutiefst ergeben." Sioux Falls Argus: "Möglicherweise ist Mr. Stead ein kluger Prophet. Möglicherweise wird Tennysons "Föderation der Welt" unter dem amerikanischen Sternenbanner regieren. Aber niemand muss eine so heftige Erschütterung der nationalen Beziehungen für ein oder zwei Generationen befürchten." San Francisco Examiner: "Das Buch von Herrn Stead wird die Menschen auf beiden Seiten des Atlantiks zum Nachdenken anregen, und wenn wir jemals einen wiedervereinigten Staat der englischsprachigen Welt haben werden, wird der Autor dieses aufrüttelnden Werkes sicherlich eine Nische in seiner Hall of Fame unter seinen Vätern finden."
April — DIE ALTE WELT. "Die Hamburger Nachrichten ist wütend. Sie beginnt damit, dass sie Herrn Stead als einen Propheten gröbsten Kalibers und einen Zukunftsträumer bezeichnet, .... Ein weiterer Schwachpunkt des Pamphlets ist, daß dem Rest der Welt, der kein Englisch spricht, viel zu wenig Bedeutung beigemessen wird und seine Widerstandskraft stark unterschätzt wird, ...." "Der Londoner Korrespondent von Vorwärts beglückwünscht den Autoren zu seinem umfassenden Verständnis des Themas der wachsenden Macht Amerikas und insbesondere zu seiner Behandlung der Haltung Deutschlands gegenüber den Vereinigten Staaten, merkt aber an, dass der Gedanke an eine Wiedervereinigung bis jetzt "Zukunftsmusik" sei, und wenn es tatsächlich zu solchen Verhandlungen zwischen England und den Staaten gekommen sei, dann müssten Deutschland und Irland etwas zu sagen haben, und zwar eine ganze Menge." Londoner Korrespondent der Mannheimer Landes-Zeitung: "Der Präsident der angelsächsischen Vereinigten Staaten von Herrn Stead würde eines Tages" handeln "um jene Mission der Anglisierung der Welt zu erfüllen, die nach der Meinung jedes Angelsachsen von der Vorsehung speziell für seine Rasse vorgesehen ist." Les Quatre Langues (20.02.), unter dem Titel "Die Welt für die Amerikaner", Mons. A. Vincent fragt: "Was wird aus den Nationalitäten werden, die am Ende des neunzehnten Jahrhunderts so schmerzlich zu ihrer Bildung gekommen sind, und insbesondere, was wird aus Frankreich werden? .... Sie gehören nicht zu denen, die mit leichtem Herzen das Verschwinden sehen würden — mit seinen Traditionen, seiner Sprache, seinem grosszügigen Ideal, der Nation, die von allen anderen zur Befreiung der amerikanischen Nation beigetragen hat — diese zukünftigen Herren der Welt."
Mai — EINIGE FRANZÖSISCHE KRITIKEN. | M. FINOT'S EINWÄNDE: "Die Amerikanisierung der Welt, so M. Finot, ist zweifellos das eloquenteste und vollständigste Plädoyer, das je zu diesem Thema erschienen ist. Sein Autor ist nicht nur einer der fähigsten und am meisten bewunderten Publizisten in der zivilisierten Welt, sondern er ist auch eine der mutigsten und edelsten Persönlichkeiten, die das England unserer Tage besitzt. .... Die stark zurückgegangene Geburtenrate Großbritanniens wird es ihr nicht erlauben, überschüssige Bevölkerung in die Vereinigten Staaten zu schicken, und während slawische, deutsche, italienische und skandinavische Einwanderer die Neue Welt erobern, werden die Engländer dort allmählich eine Art kleine Insel bilden, die mehr und mehr von den immer größer werdenden Wellen der Invasion feindseliger oder gleichgültiger Völker überfallen wird. .... Es bleibt eine gemeinsame Sprache. Sie ist gleichzeitig zu viel und zu wenig." Europén (Paris): "In Wahrheit ist es schwierig, sich ein Werk vorzustellen, das subjektiver und von der Persönlichkeit seines Autors stärker durchdrungen ist als dieses letzte Werk von Herrn Stead. Wie der Dichter, der überall Reime hört und die Natur nur als göttliches Gedicht begreifen kann, findet Mr. Stead überall auf unserem Globus nichts als Amerikanismen, denn er hat damit begonnen, selbst (im Geiste) ein eingebürgerter Amerikaner zu sein."
Recherchen sind noch nötig. Sprachfragen sind Machtfragen. Welche Haltung hatte Stead nun tatsächlich zu einer Englisch-Amerikanischen Weltvorherrschaft? Wie nah steht er Winston Churchill, der ein geeintes Europa unter Ausschluß Großbritanniens wollte oder zu Boris Johnson, dem ein uneiniges zersplittertes Europa noch mehr entgegen kommt? [se]
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archive.org The Review of Reviews V25 DIE AMERIKANISIERUNG DER WELT

LEARNING LANGUAGES BY LETTER-WRITING. (SPRACHEN LERNEN DURCH BRIEFE SCHREIBEN.)
Weitere Stimmen zur Stimmung der Zeit: DER PHONOGRAPH ALS LEHRER. "Angenommen, ein Student befindet sich an einem einsamen Ort, wo es keine Chance auf einen Sprachlehrer gibt — und ich habe Briefe von vielen solchen erhalten — ist es durchaus möglich, die Aussprache mit Hilfe des Phonographen zu studieren. .... Ihre Phonographen haben spezielle Anhänge, obwohl jeder die Arbeit erledigen kann; aber Herr Rees hat der Sache seit Jahren Zeit und Gedanken gewidmet, und seine Bücher und Aufzeichnungen passen." ".... die Entdeckung einer Idee vermitteln, die letztendlich zur Beendigung aller Kriege und zu einer einzigen Sprache in der ganzen Welt geführt hat....." Dr. Antonio R. Jurado, ehemaliger Bildungskommissar in Manila: "Die Amerikaner werden die Eingeborenen von ihren Posten vertreiben .... All dies wird getan, um die englische Sprache einzuführen. Dr. Jurado protestiert dagegen und argumentiert, dass der beste Dienst, den die Amerikaner für die Bildung auf den Inseln leisten könnten, darin bestünde, industrielle und technische Schulen zu eröffnen und die Grundschulbildung in Ruhe zu lassen." Im Mai 1902 erschien ein neues Wort bei "The Review of Reviews"! Stead wurde auf Esperanto aufmerksam (gemacht) und setzte sich ab diesem Moment damit auseinander.
UNIFICATION. OF SPEECH. (VEREINHEITLICHUNG. DES SPRECHENS.)
Dampf und Elektrizität veränderten die Welt. "Wer, außer unter Botschaftern und dergleichen, hatte damals das Bedürfnis nach einer gemeinsamen Sprache? Für den einfachen Bürger von Oakham zum Beispiel hätte sich die Idee einer einwöchigen Reise nach Paris, Antwerpen oder Hamburg nicht einmal vorstellen können .... Es ist nicht verwunderlich, dass der Perspektivenwechsel Diskussionen über die Notwendigkeit einer universellen Sprache ausgelöst hat, und dass die Hauptrede lautet: Was ist das machbare Schema? Sollen wir eine künstliche Zunge haben, wie Esperanto oder die langue bleue von M. Bolak, oder soll eine natürliche Sprache gewählt werden? .... Jede Zeitung greift das Thema nacheinander auf. Eine künstliche Sprache ist so leicht zu erlernen! In drei Wochen kann man sich ihrer bedienen!....." doch "zieht ein Mensch instinktiv eine Sprache vor, die das Herz eines Volkes verkörpert. Aber eine vorherrschende Sprache könnte einen Machtzuwachs bedeuten, und welches Land wird den Machtzuwachs bei einem Rivalen fördern?" Dann gibt es noch Versuche eine Nationalsprache oder modifiziertes Latein zu nutzen. Ein Cecil Rhodes und ein M. Chapellier handelten in diesem Sinn: "Internationale Studenten in Oxford würden wie früher Rom beeinflussen, indem sie Studenten aus allen Teilen der Welt zusammenbringen und sie wieder aussenden .... Es stimmt, dass die einzigen fremdsprachigen Studenten, die er einlädt, Deutsche sind; aber wir dürfen nicht vergessen, dass seine Absicht nur darin bestand, denjenigen den Weg zu weisen, die, da sie einen Überschuss an Gütern dieser Welt besitzen, diesen Überschuss nach seiner Art investieren möchten. Die Einladung nach Deutschland ist nur ein Anfang und wurde bestimmt durch die Entscheidung des Kaisers, Englisch zum Pflichtfach zu machen." Die Karriere scheint zu allen Zeiten eine große Rolle zu spielen. Auch die geopolitischen Fragen blieben im neuen Halbjahr präsent: ".... und das französisch-italienische Abkommen über den Mittelmeerraum, tendieren zur Wiederherstellung des Europäischen Konzerts, ohne Großbritannien. Die englischsprachige Welt ist, wenn sie sich vereinigen würde, stark genug, um allein zu bestehen. "
LEARNING LANGUAGES BY LETTER-WRITING. (SPRACHEN LERNEN DURCH BRIEFE SCHREIBEN.)
"ES ist merkwürdig, wenn wir ab und zu aufgescheucht werden, um dann festzustellen, wie langsam wir einfachen Leute die vielen Absurditäten bemerken, die auf unserem täglichen Weg liegen. Zum Beispiel höre ich immer wieder, dass für den Sprachunterricht das phonetische System einer der Königswege zum raschen Erwerb einer neuen Sprache ist. Ich habe zugehört und erkannt, dass jene, die sprachen, Vernunft hatten, ich habe in phonetische Bücher geschaut, und da ich, wie die meisten von uns, voll beschäftigt bin, habe ich mich damit begnügt zu sagen: "Das ist zweifellos gut, aber ich verstehe es nicht und habe keine Zeit, Phonetik zu studieren". Plötzlich, àpropos etwas ganz anderes, bemerke ich aus irgendeinem Grund den Klang des Buchstabens "g"; und blitzschnell sehe ich, wie seltsam es ist, einem Kind beizubringen, der Buchstabe sei "ge" auszusprechen und "globe" buchstabiert "globe"*. Von jetzt an ist die Phonetik für mich von großem Interesse."
ESPERANTO.
"Die Phonetik war in meinen Gedanken präsent, als ich eine Abhandlung über Esperanto aufgriff. Darauf drängten mich zwei Freunde, die sich in letzter Zeit für die Studie begeistern, Männer, die wirklich Studenten und keine Schaumschläger auf der Oberfläche sind, und auch hier musste ich richtig ansetzen. Ihre Argumente waren folgende: "Es wird zugestanden, dass eine internationale Hilfssprache wünschenswert ist. Sie sagen, dass eine lebende Sprache, sei es Englisch, Französisch oder Deutsch, gewählt werden sollte, oder vielleicht zwei alternative Sprachen. Aber Ihr Plan ist ein klarer Nachteil für jene Nationalitäten, die, da sie in Größe und Bevölkerung kleiner sind, nicht durch die Notwendigkeit, drei statt zwei Sprachen zu lernen, behindert werden sollten. Nehmen wir zum Beispiel an, dass Englisch und Französisch die Auserwählten sind; warum sollte ein Engländer nur Französisch studieren müssen, während ein Schwede Englisch und Französisch lernen müsste? Ich brauche dem Argument nicht weiter nachzugehen, welches mir die Gerechtigkeit der Behauptung meiner Freunde zeigte, dass die Hilfssprache um der anderen willen doch eine künstliche Sprache sein sollte.
Esperanto wurde vorgeschlagen, weil es so schnell erlernt werden kann und nur den zehnten Teil der Zeit benötigt, die die meisten Sprachen benötigen. Mein Freund sagte, dass er in vier Tagen genügend Esperanto gelernt habe, um eine kleine Abhandlung lesen zu können. Das sind die Grundzüge der Abhandlung. Ein Wort ist ein Symbol** für eine Sache. Für die meisten "Dinge" haben mindestens drei europäische Zungen ein etwas ähnliches Symbol — wie zum Beispiel Kammer, Fisch, Nase. Der polnische Erfinder des Esperanto, Dr. Zamenhof, hat daher solche Wörter gewählt, und er hat durchgehend nach diesem Prinzip gehandelt — nämlich, dass die Wörter, die am ähnlichsten waren, Teil seines Wortschatzes sein sollten. Da die Einfachheit von wesentlicher Bedeutung ist, enden alle Substantive auf o — cambro, fisho, naso — alle Adjektive auf a, Adverbien auf e, usw., usw., und Männer und Frauen werden stets durch das Einfügen von in vor dem o des Substantivs unterschieden. Der Vater ist patro, die Mutter ist patrino; filo ist der Sohn, filino die Tochter. Adjektive werden, wie viele von uns, mit einem charakteristischen Wort verglichen, das auf unser "mehr", "am meisten" antwortet.*** Kurz gesagt, ich habe so viel Bewundernswertes gefunden, dass ich allen, die Französisch können, empfehle, sich sofort an die Herren Hachette aus der King William Street, Charing Cross, zu wenden, um ein Exemplar des kleinen Buches "L'Esperanto en dix lecons", Preis 1s zu erhalten. Aber zu diesem Zeitpunkt kam das erste Hindernis, denn ich konnte kein englisches Esperanto-Wörterbuch finden — obwohl mir seither gesagt wurde, dass der Touring Club of France, 10, Place de la Bourse, Paris, ein kleines Wörterbuch zum Preis von sieben Pence hat, portofrei. Mein alter Protest drängte sich in meinen Kopf: "Eine echte internationale Sprache kann nicht das Produkt eines einzigen Geistes sein; wenn alle akzeptieren sollen, müssen alle zu ihrer Bildung konsultiert werden"."
AN APPEAL TO ENGLISH STUDENTS. (EIN APPELL AN ENGLISCHE STUDENTEN.)
"Gerade an diesem kritischen Punkt kam mir eine kleine Broschüre von M. le Dr. Coutourat, einem Professor der Universität Toulouse, in die Hände. Seine Gründe für die Notwendigkeit einer Hilfssprache sind bewundernswert dargelegt; er plädiert ernsthaft dafür, dass in allen Ländern alle Studenten diese Angelegenheit in Betracht ziehen werden. Diese Broschüre kann auch bei Hachette bezogen werden, sie trägt den Titel "Pour la Langue Internationale" und kostet 1-1/2d. Er berichtet von der Bildung einer Delegation als Ergebnis eines Kongresses im Jahre 1900 von etwa neun Gesellschaften, von denen eine der Touring Club of France war. Diese Delegation soll ein repräsentatives Komitee wählen, dessen Ziel es sein soll, alle Teilnehmer einer Hilfssprache in einer Meinungsäußerung zu vereinen und durch ein internationales Abkommen und eine Art Schiedsverfahren zu einer definitiven und allgemein akzeptierten Lösung zu gelangen. In dieser Zwischenzeit ist die Adresse von M. Coutourat 7, Rue Nicole, Paris, V. Abschließend möchte ich hinzufügen, dass mein großer Einwand gegen jede internationale Sprache die Schwierigkeit einer einheitlichen Aussprache war. Diese Schwierigkeit besteht nicht mehr. Der Phonograph hat sie gelöst — denn das Komitee, das befugt ist, über die Sprache zu entscheiden, kann mit Hilfe von Phonographenwalzen auch eine autoritative Aussprache zu Protokoll geben. Man mag darauf bestehen, dass die Idee eines Komitees, das über eine Sprache entscheiden soll, utopisch ist; ich verweise auf Seite 26 der Broschüre von M. Coutourat auf solche Einwände."
* "globe" buchstabiert "globe" Wer kann bei Interpretation helfen?
** Mit Symbol ist wahrscheinlich eine verwandte Benennung gemeint.
*** Dabei handelt es sich wahrscheinlich um Steigerungen wie pli und plej.
In der Frühzeit wurde gelegentlich von einer Kunstsprache gesprochen. Esperanto hat sich längst zu einer natürlichen Sprache entwickelt. [se]
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WANTED: AN INTERNATIONAL LANGUAGE ! A PLEA FOR THE STUDY OF ESPERANTO.
(GESUCHT: EINE INTERNATIONALE SPRACHE! EIN PLÄDOYER FÜR DAS STUDIUM VON ESPERANTO.)
(Topics of THE Month. Themen des Monats. III.) Oktoberausgabe
(creativecommons.org/publicdomain)
"Neulich wurde in Den Haag vor dem Internationalen Hohen Schiedsgerichtshof der erste internationale Streitfall, welcher im Rahmen der Haager Konvention verhandelt wurde, zur Verhandlung gebracht. Es handelte sich um eine Frage, die das der römisch-katholischen Kirche, deren Amtssprache Latein ist, überlassene Eigentum betraf. Die Verteilung dieses Eigentums war zwischen der Regierung von Washington, die Englisch spricht, und der Regierung von Mexiko, die Spanisch spricht, umstritten. Der Fall wird vor einem Gericht mit fünf Richtern verhandelt, von denen einer (der Präsident) Dänisch spricht, während zwei der anderen Richter Niederländisch, einer Englisch und der andere Russisch spricht.
Jede Seite erhält zudem einen Rechtsbeistand in der Person eines Belgiers, der Französisch spricht. Es ist ein Miniaturturm zu Babel. In diesem einen Streitfall über die Frage der Verteilung des Eigentums, welches nicht mehr als £150.000 beträgt, gibt es Richter, Rechtsbeistand oder Prozessparteien, deren Muttersprachen Englisch, Spanisch, Französisch, Niederländisch, Russisch und Dänisch sind, ohne das Latein zu berücksichtigen, welches als Muttersprache der Kirche angesehen werden kann, welcher das Eigentum gehört. Es ist eine Lehrstunde in der Notwendigkeit einer Lingua franca, eine von vielen, die wahrscheinlich zunehmen und sich vervielfachen werden, wenn der Gerichtshof in Den Haag immer mehr zur Beilegung von Streitigkeiten zwischen Nationen eingesetzt wird.
Die rasche Zunahme des internationalen Verkehrs macht die Schaffung einer internationalen Sprache immer unentbehrlicher. Wenn Menschen darüber sprechen, vergessen sie dabei, dass Europa über viele Jahrhunderte hinweg zumindest eine gemeinsame Sprache in Form des Lateinischen, der lingua franca des Christentums, hatte.
In jüngerer Zeit war Französisch praktisch die Universalsprache der Diplomatie. Erst in jüngster Zeit haben wir den Nutzen eines internationalen Mediums für den Gedankenaustausch verloren, und, was die Sache noch schlimmer macht, dieser Verlust ist gleichzeitig mit einer immensen Zunahme des Gefühls für seine Notwendigkeit eingetreten. Wir reisen mehr denn je. Die Vereinigten Staaten von Europa kommen schnell in Form; die internationalen Büros und Gesellschaften vervielfachen sich jedes Jahr; die Menschheit wird immer mehr zu einer Familie, und doch hat der menschliche Verstand noch keine Sprache entwickelt, deren Worte gemeinsame Gegenstücke des Austauschs zwischen allen zivilisierten Menschen sein werden.
Es stimmt, dass das Bedürfnis nach einer solchen Sprache in England weniger ausgeprägt ist als in den meisten Ländern. Erstens sind wir durch das bittere Salz, das das Meer von Menschen trennt, die unsere Muttersprache nicht verstehen, völlig abgeschnitten; und zweitens haben wir die Welt weit und breit kolonialisiert, und unsere Schiffe decken jedes Meer ab, so dass Englisch auf dem größten Teil der Erdoberfläche eine sehr nützliche internationale Sprache ist.
Doch wer sich vorstellt, wie es einige zu tun scheinen, dass, weil die englische Sprache weit verbreitet ist und in den Vereinigten Staaten von Amerika und im gesamten Britischen Empire verstanden wird, es daher keiner weiteren gemeinsamen Sprache bedarf, der irrt sich gewaltig. Sogar für die Engländer, wenn sie ins Ausland reisen, ist das Bedürfnis nach einem einfachen Medium für den sprachlichen Austausch sehr groß, während für andere Nationen, insbesondere für die kleineren Nationen, wie die skandinavischen, niederländischen und ungarischen, &c., die Übernahme einer internationalen Sprache fast unerlässlich ist, wenn sie sich vom Commonwealth der Welt befreien wollen. Niemand schlägt vor, eine universelle Sprache zu schaffen. Jede Nation wird ihre eigene Sprache und ihre eigene Literatur behalten, aber es sollte ein allgemein anerkanntes Ausdrucksmittel geben, auf dessen Annahme sich die Menschen in allen Nationen einigen könnten. Natürlich besteht die Schwierigkeit darin, sie zur Zustimmung zu bewegen, und das liegt an der Hauptschwierigkeit, sie überhaupt zum Nachdenken über das Thema zu bewegen.
Dennoch gibt es Grund zu der Annahme, dass das Thema allmählich Aufmerksamkeit erregt. Radfahrer-Tourenclubs und die Einführung des Automobils stimulieren in hohem Maße die Nachfrage nach einer internationalen Sprache, und im übernächsten Jahr findet in London eine wichtige Konferenz statt, auf der nach ausführlicher Diskussion entschieden werden soll, welche Sprache als universelles internationales Kommunikationsmedium angenommen werden soll.
Worüber diese Konferenz entscheiden wird, ist derzeit natürlich fraglich. Sir Frederick Bramwell verlas im vergangenen Monat vor der British Association ein Papier, in dem er nachdrücklich die Annahme des Italienischen als Weltsprache empfiehlt. Viele behaupten, dass es nichts Vergleichbares zum Englischen gibt, aber der mit den Voruntersuchungen beauftragte Ausschuss hat zweifellos Recht, wenn er erklärt, dass eine der unabdingbaren Voraussetzungen für jede Hilfssprache darin besteht, dass es sich nicht um eine der Landessprachen handeln darf. Englisch oder Italienisch oder irgendeine andere Sprache als internationale Verkehrssprache anzunehmen, würde bedeuten, dem Land, dessen Sprache eine so einzigartige Vorrangstellung einnimmt, eine so einzigartige Vorrangstellung zu geben, dass es völlig ausreichen würde, die Ablehnung der Sprache durch andere Nationen zu veranlassen. Außerdem sollten diejenigen, die für die Annahme des Englischen als internationale Sprache plädierten, daran denken, dass wir selbst hoffnungslos den Weg für jeden Fortschritt in dieser Richtung versperren, indem wir auf unserem gegenwärtigen absurden System der Rechtschreibung bestehen. Wenn die englische Sprache so buchstabiert würde, wie sie ausgesprochen wird, in Übereinstimmung mit dem allgemeinen phonetischen Prinzip, das von anderen Nationen übernommen wurde, dann würden wir der Verbreitung unserer Sprache auf dem Kontinent einen immensen Impuls geben; aber gegenwärtig scheint es, dass wir nicht bereit sind, den Preis dafür zu zahlen. Wir ziehen das Aussehen unserer Sprache mit all ihren Nachteilen dem barbarischen Schock vor, den unsere Augen empfinden würden, wenn wir Shakespeare oder die Bibel im englischen Wortlaut so lesen würden, wie er ausgesprochen wird.
Würden wir unsere Rechtschreibung radikal reformieren, könnten wir die Möglichkeit eines kühnen Versuchs diskutieren, unseren Nachbarn unsere Sprache als bestes Kommunikationsmittel unterzujubeln, aber solange die Rechtschreibreform noch nicht abgeschlossen ist, gilt: Je weniger wir über das Englische als Universalsprache sagen, desto besser. Was als gemeinsamer Nenner aller Sprachen angestrebt wird, ist erstens eine Sprache, die derzeit nicht die einer bestimmten Nationalität ist, und zweitens eine Sprache, die sehr einfach und leicht zu erlernen ist, auf phonetischen Prinzipien beruht und in ihrer Grammatik möglichst wenig kompliziert ist.
Es ist etwa acht Jahre her, dass Graf Tolstoi seiner Überzeugung Ausdruck verlieh, dass die Annahme einer inoffiziellen einfachen internationalen Sprache die vernünftigste, seriöseste und praktikabelste aller Methoden zur Behandlung dieser Frage sei. Es gibt nicht mehr christliche Wissenschaft, sagt der große Russe, als das Studium der Sprachen; und die Verbreitung eines gemeinsamen internationalen Denkmediums ist mit Sicherheit eine christliche Arbeit, die das Kommen des Reiches Gottes beschleunigt, das das Ziel, ja das einzige Ziel des menschlichen Lebens ist.
Wenn dies gewährt wird, stellt sich sofort die Frage, was die internationale Sprache sein soll. Das ist die Frage, die 1904 entschieden werden muss, aber in der Zwischenzeit kann das Thema nicht allzu breit diskutiert werden, und ich bin froh zu wissen, dass die Frage im Morning Leader, in der Daily News, in der Daily Mail, im Speaker und in anderen Zeitungen von vielen Korrespondenten große Aufmerksamkeit erregt hat. Als Nettoergebnis aller Mitteilungen gibt es keinen Zweifel daran, dass die als Esperanto bekannte artifizielle Sprache nun das Feld beherrscht. Ihre einzig mögliche Rivalin ist das modernisierte Latein. Herr Henderson, ein geschäftstüchtiger Verleger in London, der dem Thema viel Aufmerksamkeit geschenkt hat, ging sogar so weit, eine Ausgabe eines Comic-Papiers zu veröffentlichen, in dem alle modernen englischen Scherze in umgangssprachliches Latein übertragen wurden, aber die Nachteile des Lateinischen sind groß. Im ersten Fall müssten so viele neue Begriffe eingeführt werden, um den Erfordernissen des modernen Lebens gerecht zu werden, dass mindestens 30 Prozent der Begriffe für die alten Römer oder mittelalterlichen Kirchenmänner unverständlich wären; und im zweiten Fall ist Latein schwierig und komplex. Volapük, der erste Ansatz in einer künstlichen Sprache, war schwierig und ist durch allgemeines Einvernehmen außer Gebrauch geraten. Andere künstliche Systeme haben wenig Unterstützung gefunden, aber Esperanto gewinnt ständig an Popularität und Beliebtheit. Gegenwärtig soll es 80.000 über den Kontinent verstreute Personen geben, die in Esperanto schreiben können, und die Zahl kann auf unbestimmte Zeit noch steigen. Graf Tolstoi erklärt, er habe in zwei Stunden Esperanto ausreichend beherrschen können, um die Sprache fließend zu lesen, und obwohl ein durchschnittlicher Mensch zwölf Stunden brauchen würde, wo Graf Tolstoi zwei Stunden brauchte, ist es eine Wohltat, sich ein Kommunikationsmittel anzueignen, das es ermöglicht, mit Männern aller Nationalitäten zu korrespondieren und zu reisen, eine Wohltat, die auf keine andere Weise erreicht werden kann. Wie einige schwedische Studenten bemerkten, fanden sie sich, nachdem sie mit Hilfe von "Esperanto" durch Russland gereist waren, in der Lage, mit ihren russischen Gastgebern ohne die geringste Peinlichkeit auf beiden Seiten zu kommunizieren. "Wir fühlten uns", sagen sie, "wie zwei Brüder, die von Geburt an durch unüberwindbare Mauern getrennt waren und die sie im Nu verschwinden sahen".
Die Vorteile, die sich aus der Übernahme eines solchen Systems als Teil der universellen geistigen Ausrüstung gebildeter Männer ergeben würden, sind einfach nicht kalkulierbar. Sie sind so groß, dass ich zu hoffen wage, dass wir am Beginn eines kräftigen Wachstums des Esperantismus in Großbritannien stehen.
Die Esperantisten in allen Ländern bilden eine Art Band von Brüdern, die durch den Besitz einer gemeinsamen Sprache vereint sind, die ihnen einen Schlüssel zu den Gedanken, Informationen und Erfahrungen der Esperantisten in allen anderen Ländern gibt. Die Mitglieder der Radfahrer-Tourenvereine finden sie bei Reisen durch das Land von unschätzbarem Wert. Herr Rhodes aus Keighley, der ein begeisterter Esperantist ist, sagt, dass er seit der Annahme dieses Esperanto zweihundert Postkarten und Briefe in Esperanto aus allen Teilen der zivilisierten Welt von Korrespondenten erhalten hat, deren Muttersprache für ihn wie eine Schikane wäre. Er hat es im Geschäftsleben und im Studium als äußerst nützlich empfunden; und seine Erfahrung würde wahrscheinlich von jedem anderen wiederholt werden, der sich entschloss, sich diesem Thema zu widmen.
Damit das Studium von Esperanto erleichtert wird, würde ich mich freuen, von jedem meiner Leser zu hören, der sehen möchte, was man tun kann, um dieses internationale Kommunikationsmedium anzunehmen.
Zum Schluss möchte ich nur noch sagen, um sie zu ermutigen, dass in Esperanto jedes Wort genau so gelesen wird, wie es geschrieben ist. Es gibt keine stummen Buchstaben; die Vokallaute sind diejenigen, die jeder Sprache mit Ausnahme des Englischen gemeinsam sind, d.h. a, e, i, o, u werden so ausgesprochen, wie sie in Vater, Bär, Marine, Note und Nahrung ausgesprochen werden. Der Akzent fällt immer auf die vorletzte Silbe. Die Grammatik ist sehr einfach, und die Wörter sind alle nach wissenschaftlichen Prinzipien gebildet, leicht zu erfassen und anzuwenden."
archive.org The Review of Reviews V25 GESUCHT: EINE INTERNATIONALE SPRACHE!
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AN AUXILIARY LANGUAGE. (EINE HILFSSPRACHE.) "Aus der Ferne betrachtet mag ein internationales Hilfskommunikationsmittel unnötig oder absurd, ja sogar gefährlich erscheinen. Aber wenn man es genau betrachtet und genau untersucht, wird es, wie Esperanto, zu einer faszinierenden Beschäftigung, die in keiner Weise das Studium irgendeiner Landessprache behindert, sondern das Interesse an ihr stark steigert. Er eröffnet Aussichten, die nur vom nationalen Standpunkt aus richtig erforscht werden können."
THE FORTHCOMING CONFERENCE. (DIE BEVORSTEHENDE KONFERENZ.) "Die Ausgaben des Morgenländers für die zweite Septemberwoche enthielten viele Briefe von Interesse zu diesem Thema. Die Erklärung hat folgende Präambel:—
Eine internationale Hilfssprache ist nicht dazu bestimmt, im individuellen Leben eines jeden Volkes das nationale Idiom zu ersetzen, sondern sie soll als Medium für das Sprechen und Schreiben zwischen Personen dienen, deren Muttersprache eine andere ist. Sie sollte daher folgende Bedingungen erfüllen:—
1. Sie muss den Gepflogenheiten des gesellschaftlichen Lebens, dem kommerziellen Austausch sowie wissenschaftlichen und philosophischen Berichten angepasst sein.
2. Sie muß für den normalen Menschen leicht zu erwerben sein.
3. Es darf keine Nationalsprache sein.
Die Delegation schlägt vor, alle Verfechter einer solchen internationalen Sprache zu vereinen und so zu einer maßgeblichen und allgemein akzeptierten Lösung dieser Frage zu gelangen."
"M. Coutourat schreibt:— Man kann gut verstehen, dass viele Englisch als internationale Sprache bevorzugen würden, während viele andere Französisch bevorzugen würden; aber auf der einen Seite nationale Eifersüchteleien lassend, haben die Engländer keine Ahnung von den Schwierigkeiten, die ihre Sprache für Ausländer mit sich bringt. Es stimmt, die Grammatik ist einfach — sogar zu einfach, denn sie erlaubt Äquivogues — aber die große Schwierigkeit ist die Aussprache."
MOWBRAY HOUSE "AT HOMES" (MOWBRAY HAUS "ZU HAUSE") Herr und Frau Stead werden "zu Hause" sein für alle Freunde, Abonnenten, Helfer und Korrespondenten der "Review of Reviews", die jeden Freitag im Büro, Mowbray House, Norfolk Street, London, W.C., anrufen können. Das erste dieses "At Homes" fand am Freitag, dem 17. Oktober, statt. Unter den Anwesenden waren Besucher aus Russland, Frankreich, den Vereinigten Staaten, Australien und Südafrika. Diese Zusammenkünfte waren bisher sehr angenehm, informell, gesellig und kosmopolitisch. Neben den Lesern der Zeitschrift freuen wir uns, alle Fremden in London willkommen zu heißen, die sich entweder für das Erlernen von Sprachen durch Korrespondenz, für das Studium von Esperanto oder für die Internationale Union interessieren. 
MR. CARNEGIE AND THE FUTURE OF THE WORLD. (MR. CARNEGIE UND DIE ZUKUNFT DER WELT.)
Carnegies Idee - Der deutsche Kaiser als Begründer Europas?
Der US-Amerikanische Großindustrielle Andrew Carnegie war zu seiner Zeit eine geachtete Persönlichkeit. Zum Beispiel wurde die bekannte Carnegie Hall durch ihn finanziert. Die gesellschaftlichen Fragen waren für Ihn von Interesse. In einer illustrierte Beilage von "Review of Reviews" (Nr.17) vom 15. November 1902 wurde "MR. CARNEGIE UND DIE ZUKUNFT DER WELT." thematisiert. Dort sprach er über die "wirtschaftlichen Veränderungen, die in die relative Stellung und Macht der Nationen gekommen sind und kommen." Die materielle Vorherrschaft wurde "Großbritannien aus der Hand gerissen", aber "bleibt in der Familie". "Er besteht zunächst auf der entscheidenden Tatsache, dass die mächtigste Waffe zur Eroberung ausländischer Märkte ein profitabler Heimatmarkt ist." Der Binnenhandel sei viel stärker als der Außenhandel. Aus Carnegies Sicht sind amerikanische Arbeiter effizienter als die britischen. [se] "Er befürchtet, dass dem britischen Volk Jahre schmerzhafter Lektionen bevorstehen, aber die Lektionen werden heilsam sein. .... Die Vereinigten Staaten sind bereits jetzt jeder Industrienation so weit voraus, dass man sie nicht mit Frankreich, Deutschland oder Russland, sondern mit dem gesamten Kontinent vergleichen muss. .... In Europa muss der Hersteller auf einem Kontinent Handel treiben, der in feindliche und kriegführende Staaten geteilt ist, mit unterschiedlichen Gesetzen und Zöllen an jeder Grenze, und die Angst vor einem Krieg überzieht alle, in den Vereinigten Staaten ermöglichen die Binnenschifffahrt und die Eisenbahn den Transport zu Raten, die in diesem Land unbekannt sind. .... Daher ist Europa im Wettbewerb mit Amerika hoffnungslos benachteiligt."
"Was, fragt Herr Carnegie, muss Europa tun, um seine Position zu verbessern? Er sagt, es gebe nur eine Antwort. Europa arbeitet vergeblich, bis es irgendeine Form einer politischen und industriellen Union erreicht hat, durch welche Frieden und freier Austausch zwischen allen seinen Einheiten gesichert werden können. Ohne diese kann nichts von Bedeutung gewonnen werden. Herr Carnegie freut sich über die Einrichtung des Haager Tribunals, dank der Initiative des aufgeklärten, friedliebenden Zars von Russland. .... Doch obwohl das Haager Tribunal eine Methode zur Beilegung internationaler Differenzen bietet, ist etwas mehr nötig. Es muss ein Bündnis zur Sicherung des internationalen Friedens geben, das der europäischen Föderation vorausgehen muss. Ein großer Mann, sagt Herr Carnegie, ist in Deutschland aufgestiegen — nämlich der Kaiser. Hier ist eine Persönlichkeit, eine Macht, mächtig für Gut und Böse in der Welt. Er ist nicht nur der Kaiser, sondern er ist "die vitale Kraft des Reiches", sagt Herr Carnegie. Herr Carnegie fragt sich, ob der Kaiser nicht inspiriert werden könnte, sich dem weiteren Ausbau der deutschen Verfassung zu widmen. Alles, was Deutschland durch die Konsolidierung zu einem Kaiserreich gewonnen hat, würde Europa gewinnen, und noch mehr durch den Zusammenschluss zu einem Reich."
"Eine Kombination der deutschen und amerikanischen Verfassungen scheint nicht unwahrscheinlich zu sein. Die kleineren zusammengeschlossenen Nationen würden wenig verlieren und viel gewinnen, wenn sie Teil größerer Gebiete würden. Solche Konsolidierungen werden mit Sicherheit kommen. Wenn die europäischen Mächte, mit Ausnahme Russlands, sich weigern, sich auf friedliche Sicherheit und freien Handel untereinander zu einigen und als Union zu handeln, werden sie sich wie so viele Liliputaner um den Riesen Gulliver drehen müssen, die amerikanische Union, die bald 200.000.000 Menschen englischsprachiger Rasse umfassen wird, die in der Lage sind, die meisten Bedürfnisse der Welt zu den niedrigsten und dennoch profitablen Preisen zu befriedigen. Die zuversichtlichsten Vorhersagen in Bezug auf die Vorteile und kommenden Triumphe der Vereinigten Staaten in Industrie und Handel sind nach dem ruhigen Urteil von Herrn Carnegie wahrscheinlich dazu bestimmt, übertroffen zu werden. Daher geht er davon aus, dass Kontinentaleuropa endlich gezwungen sein wird, wenn nicht gar föderalisiert, Mittel zur Sicherung des Friedens untereinander zu ergreifen, die zu einer Art Föderation unter Freihandel führen würden."
"Da kommt die letzte Frage von allen, nämlich: Wie wird die Position des Britischen Empire aussehen, wenn ein föderales Europa einem föderierten Amerika gegenübersteht? Herr Carnegie sagt:—
Es stellt sich die Frage, was Großbritannien tun würde, wenn es Kontinentaleuropa von inneren Gefahren befreien und unter Freihandel den unentbehrlichen Heimatmarkt besäße und schließlich zu einer Zollverein- oder Großmacht zusammengeschlossen würde.
Würde es ein kleiner separater Inselstaat von fünfundvierzig oder fünfzig Millionen bleiben, gegen die Hunderten von Millionen auf dem Kontinent?
Oder würde es, wenn es dazu eingeladen würde, Mitglied der europäischen Vereinigung werden ...."
S.570 "Der bemerkenswerte und gewagte Vorschlag von Herrn Carnegie an den Kaiser hat natürlich sowohl in der Alten als auch in der Neuen Welt Aufmerksamkeit erregt."
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(Lustige Blätter) "Voila une idée!" Carnegie: "Bin ich mit Berlin verbunden? Ja? Hier ist Carnegie. Es ist mir gerade noch einmal eingefallen: die Vereinigten Staaten von Europa, — der Friede der Welt, — die totale Abrüstung, — die Unterdrückung von Trusts usw. Wie soll das gehen?"
archive.org The Review of Reviews V25 EINE HILFSSPRACHE.
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In den Leitartikeln (Leading Articles in the Reviews.) der Dezember-Ausgabe bringt Stead eine englisch-französische Union als Grundlage eines zu schaffenden geeinten Europas ins Spiel. "M. Finots Artikel, in denen er sich für dieses Schema ausspricht, werden in La Revue am 1. und 15. November veröffentlicht. Dass wir uns mit jemandem vereinen müssen, sieht M. Finot deutlich; aber er glaubt nicht, dass die Vereinigten Staaten unsere natürliche Hoffnung und Zuflucht sind. Das ist in einem Bündnis mit Frankreich zu suchen, einem Bündnis, das zunächst durch einen Vertrag über ein obligatorisches Schiedsverfahren und schließlich durch eine engere Union gekennzeichnet ist, die zur Bildung eines Nukleus für die Vereinigten Staaten von Europa und der Welt führen wird." M. Finot bezeichnet die Feindschaft zwischen Frankreich und England als Mythos. "Aber da die Vereinigten Staaten von Europa gerade jetzt nicht praktikabel sind, müssen wir uns damit zufrieden geben, eine Union zwischen den einflussreichsten europäischen Staaten zu schaffen. Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet wäre eine anglo-französische Union der Vorläufer des Friedens und eine Garantie für Sicherheit. Bevor man versucht, eine Europäische Union zu verwirklichen, ist es notwendig, mit der Gruppierung der Teilstaaten zu beginnen. Die anglo-französische Union wäre lediglich der Ausgangspunkt."
ESPERANTO: EINE INTERNATIONALE HILFSSPRACHE. (SPRACHEN LERNEN DURCH BRIEFE SCHREIBEN) Wie wird das Erlernen einer Fremdsprache anschaulicher? "Die umstrittene Frage lautet: Sollten die Professoren Zeitschriften und Zeitungen als Vehikel benutzen, um die von den Behörden geforderten Angaben zu machen?" Natürlich wären sie eine Hilfe.
CORRESPONDENCE BY PHONOGRAPH. (KORRESPONDENZ PER PHONOGRAPH.)
"Vor einiger Zeit bat ein junger Ire, der gerade im Land lebt, um Korrespondenz mit einem Franzosen, beide zum Austausch von Walzen für Phonographen. Der folgende Brief des französischen Partners stammt aus Quatre Langues. Wenn der irische Herr dies sieht, wird er mir hoffentlich sagen, ob der Plan auch seine Erwartungen erfüllt hat:—
Sehr geehrter Herr, — ich möchte Ihnen für die freundliche Zusammenarbeit danken, die Sie für mich gefunden haben. Bis zum heutigen Tag schien er von der phonographischen Methode ebenso begeistert zu sein wie ich. Wir haben mehrere Briefe und je zwei Walzen mit dem Text unserer Briefe ausgetauscht. Die ersten beiden Walzen waren für uns beide schwer zu verstehen, da keiner von uns die Möglichkeit hatte, mit einem Einheimischen des anderen Landes zu sprechen; aber als die zweite Walze ankam, verstanden wir fast sofort. .... Die große Schwierigkeit ist die Beförderung der Wachszylinder. .... Aber mein irischer Korrespondent hat nicht so viel Glück. Wenn er per Buchpost verschickt wird, müssen die Enden der Walze unbedeckt bleiben, und die erste war beschädigt ...."  
BERICHT AUS LEIPZIG. "Professor Martin Hartmann hat soeben seine Mittheilungen der Deutschen Zentralstelle für Int. Briefwechsel herausgegeben ...." und er bemerkt unter anderem: "Englische Schüler, die Deutsch lernen, sind weniger als Deutsche, die Englisch lernen."
ESPERANTO: AN AUXILIARY INTERNATIONAL LANGUAGE. (ESPERANTO: EINE INTERNATIONALE HILFSSPRACHE.) Gründung der ersten Esperanto-Gesellschaft in England
"ICH KANN die Gründung der ersten Esperanto-Gesellschaft in England ankündigen. Dies fand am Freitag, dem 7. November, in Keighley in Yorkshire statt, ein passender Ort, da die Handelskammer von Keighley die erste in England war, die sich der Delegation für die Förderung einer internationalen Hilfssprache anschloss. Bei der Eröffnungssitzung wurde Dr. Zamenhof zum Ehrenpräsidenten und J. Rhodes zum Präsidenten gewählt; Herr Beavers, der Präsident der Handelskammer, ist zusammen mit anderen Persönlichkeiten Vizepräsident, und die bereits dreiundvierzig Mitglieder sind eingeschrieben." Es wurden Faltblätter verteilt, um den Aufbau weiterer Einrichtungen zu unterstützen. "Wir alle — Engländer, Franzosen, Deutsche, Russen, Schweden oder Ungarn — treffen uns auf dem gleichen Niveau. Wenn wir alle diese gewählte Sprache gleichermassen studieren mussten, ist das eine dem anderen nicht überlegen, und das gibt sofort ein Gefühl der Kameradschaft. .... Mit Hilfe des kleinen Wörterbuchs in Nr. 52 konnte ich die Briefe lesen, die von Dr. Zamenhof, MM, gekommen sind."  Auszug aus dem Faltblatt.
Vokabular für Übungen ....
Patro Father
Frato Brother
Knabo Boy
Hundo Dog ....
Einige Korrespondenten sind der Meinung, dass Esperanto wissenschaftliche Begriffe nicht mit der notwendigen Genauigkeit wiedergeben wird. Möglicherweise hat die Betonung, die wir auf seine grammatikalische Einfachheit gelegt haben, zu diesem Gedanken Anlass gegeben. Ich selbst bin nicht in der Lage, auf diesen Vorwurf zu antworten, aber mir versichern Wissenschaftler, die verstehen, dass Esperanto sich in alle Richtungen ausbreiten kann, und da die wissenschaftlichen Begriffe bereits weitgehend international sind, die Schwierigkeit beim Nachdenken nicht so groß ist. .... Lassen Sie mich abschließend das Zeugnis von M. Bréon aus Concordia heranziehen:— "Schon mehrmals haben sich Esperantisten aus verschiedenen Ländern getroffen; sie konnten sich leicht verstehen und ihre Eindrücke bequem austauschen, allein mit Hilfe des Esperanto. Ich selbst habe diese Erfahrung gemacht."

1903 Europa ist jetzt reif für DIE KOMMENDE FÖDERATION.
THE MOWBRAY HOUSE FRIDAY AT HOMES (DAS MOWBRAYHAUS FREITAGS ZU HAUSE) "DAS im Oktober begonnene Experiment, Freunde, Helfer, Korrespondenten sowie ausländische und koloniale Abonnenten einzuladen, Herrn und Frau Stead jeden Freitagnachmittag von vier bis sechs Uhr zum Tee in Mowbray House zu treffen, ist glänzend gelungen. Sie wurden ohne die Unterbrechung eines einzigen Freitags aufrechterhalten. Selbst am zweiten Weihnachtsfeiertag hatten wir etwa dreißig Besucher. Sie werden im neuen Jahr fortgesetzt."
Interessant sind auch Artikel über die geopolitische Lage. Themen sind: "DEUTSCHLANDOPHOBIE" oder "IST ENGLAND IN KRIEGSGEFAHR?". Die Realität zeigt(e) ein uneiniges Europa.
ESPERANTO: THE AUXILIARY INTERNATIONAL LANGUAGE. (ESPERANTO: DIE INTERNATIONALE HILFSSPRACHE.) "DIE Geschichte der Geburt und Entwicklung dieser teilweise künstlichen Sprache ist die Romantik selbst. Ihr Schöpfer, Dr. Zamenhof, hat selbst die Einzelheiten fast vergessen, aber die Bestandteile sind diese. Er wurde vor fast fünfzig Jahren in Białystok geboren, einer Stadt im polnischen Russland, deren Einwohner in verschiedenen Branchen tätig waren und verschiedenen Nationalitäten angehörten. .... Er kam zu dem Schluss, dass ihre Missverständnisse oft durch den Mangel an einer gemeinsamen Sprache verursacht wurden; und so kam es, dass der Traum seines Lebens darin bestand, diesen Mangel zu beheben. Von Anfang an war er davon überzeugt, dass es sich um eine neutrale Sprache handeln müsse, denn sonst würden sich die Streitigkeiten nur noch verschärfen. .... 1878 war die Sprache in seinen Gedanken mehr oder weniger vollständig, und jetzt spricht er frei darüber mit seinen Gefährten, von denen einige auch zu Enthusiasten werden, und sie verfassen Verse in der neuen Sprache über den Anbruch der gegenseitigen Liebe zwischen den Nationen. .... In der Zwischenzeit machte er seinen Abschluss als Doktor der Medizin, und gerade als er zu begreifen begann, dass der Moment gekommen war, der Welt das Geschenk zu machen, das er für sie bereit hielt, hörte er von Volapük und legte, damals wie heute bescheiden, seine eigene Erfindung beiseite. Aber ich habe keinen Platz, um von seinen Kämpfen und Schwierigkeiten zu erzählen, wie lange es dauerte, bis er genug Geld verdiente, um seinen ersten Bericht zu drucken, und wie er schließlich, wie er selbst sagt, "den Rubikon überquerte" und 1887 sein erstes esperanto-polnisches Werk veröffentlichte."
THE PENNY "EXERCISE" LEAFLETS. (DIE PENNY-"ÜBUNGS"-FLUGBLÄTTER.) wurden nachgefragt und schnell verteilt. Darunter die Ausspracheregeln. "Jeder Buchstabe wird ausgesprochen und hat immer den gleichen Klang — tatsächlich ist die Sprache vollständig phonetisch."
FRIDAY "AT HOMES" AT MOWBRAY HOUSE. (FREITAG "ZU HAUSE" IN MOWBRAY HOUSE.) Als für die letzte halbe Stunde der Treffen eine informelle Diskussion eingeführt wurde, reichte die Zeit nicht aus. Veranstaltungsende war statt 06 Uhr abends erst kurz vor 07 Uhr. J. O'Connor leitete das Thema Esperanto. Ergebnis war eine Überfüllung der Esperanto-Klassen am darauf folgenden Montag. Am 23.01. wurde das Thema Internationale Union behandelt. Der Jahrestag der Haager Konferenz am 8. Mai war Anlaß.
Geopolitische Themen waren u.a. DIE DOKTRIN VON 1903. (USA zu europäischen Einmischungen), SPANIEN UND DIE EUROPÄISCHEN ALLIANZEN. (Verlust der Kolonien aber wirtschaftlicher Aufstieg im Inland) und EIN FRANZÖSISCH-SPANISCHES BÜNDNIS..
ESPERANTO. Ein altes Phänomen. Unsere Medien, ob damals ob heute, haben eine relativ enge Sicht aus einer gewissen Mitte der Gesellschaft heraus. So ist in der Geschichte an den Medien-Machern so manche "Grüne Stern-Stunde" unbemerkt vorbeigegangen. "WENN nur ein Reporter im Mowbray House am letzten Januar (19.) anwesend gewesen wäre, hätte er mitreißend über die stattgefundenen Treffen oder eine Reihe von Treffen berichtet. Es war eine Ausschuß-Sitzung der neu gegründeten Londoner Gesellschaft angekündigt worden, auf die einige Gratisstunden von Herrn O'Connor und M. Motteau folgen sollten." Neben den Mitgliedern kamen statt der erwarteten zehn ungefähr siebzig Studenten. Ergebnis waren überfüllte Räume. "Wahrscheinlich dank der freundlichen Mitteilung in der Daily Mail, kamen sie aus allen Teilen Londons — aus dem äußersten Norden, dem äußersten Süden, dem Osten und Westen."
FOR AND AGAINST. (DAFÜR UND DAGEGEN.) Natürlich existiert die Esperantokritik (spätestens) seit dem Moment des Erscheinens von Esperanto. "Wie üblich waren die Zeitungskommentare unterhaltsam gegensätzlich. .... Eine andere Zeitung beschwert sich darüber, dass Esperanto viel zu leicht und daher für eine internationale Sprache, die abstruse wissenschaftliche Begriffe besitzen muss, ziemlich nutzlos ist. .... Der Esperantist antwortet, dass die Sprache so einfach ist, dass ein ungebildeter Mensch sie mit einem Hundertstel der Mühe lernen kann, die das Erlernen einer beliebigen fremden Nationalsprache kosten würde, und wenn er sie gelernt hat, kann er sich mit allen Nationalitäten unterhalten, während sie andererseits so subtil aufgebaut ist, dass sie sich in jede Richtung ausbreiten kann, und wissenschaftliche Begriffe, die zumeist schon international sind, sofort ihren Platz in ihrem Schema finden werden. .... Dies ist eine große Notwendigkeit. Alle, die ein wenig Esperanto können, sollten ihren Namen an Dr. Zamenhof schicken, damit er ihn in das Adressbuch von 1904 einträgt."
SOCIETIES. (GESELLSCHAFTEN.) An dieser Meldung zeigt sich, wie ernst es W. T. Stead mit Esperanto war und wie konsequent er handelte. "Die Londoner Gesellschaft wurde am 12. Januar dieses Jahres ordnungsgemäß gegründet. Ihr Präsident ist Felix Moscheles; Schatzmeister, W. T. Stead; Sekretär, E. A. Lawrence. Die Briefe sind vorläufig an Mowbray House, Norfolk Street, Strand, zu richten. Der Mitgliedsbeitrag wird voraussichtlich 2s 6d. betragen, aber wir hoffen, dass sich einige Gönner mit mehr Geld wie in Keighley präsentieren werden. Es muss ein Raum für den kostenlosen Unterricht genommen werden, da die Prüfungsbüros nicht groß genug für alle sind, die kommen."
A LETTER FROM BOURNEMOUTH (EIN BRIEF AUS BOURNEMOUTH) Neuerungen haben es oft schwer. Gerade, wenn die Mächtigen ihre alten Normen verteidigen. Seien es ihre Sprache oder ihre Maße und Gewichte. "15.Feb.1903. Sehr geehrter Herr,— ich bin mit der Grammatik sehr zufrieden. .... Wir müssen hier eine Esperanto-Gesellschaft schaffen. Ich werde die Arbeit erledigen, wenn Sie die Menschen mit mir in Verbindung bringen. Ich arbeite auch hart für das "Metrische System", und es wird kommen. Ich lege Ihnen ein kleines Buch bei, das Sie sehr nützlich finden werden."
EXTRACT FROM THE STOCKHOLM LETTER. (AUSZUG AUS DEM STOCKHOLMER BRIEF.) Natürlich gibt es Esperantisten auch in den englischsprachigen Ländern. Dort ist es eine besondere Herausforderung, sich für eine gerechtere Verständigung auszusprechen. Hier ein Brief aus Stockholm. Der esperantosprachige Text wurde übrigens mit den korrekten Zeichen gedruckt (zumindest das Ĉĉ). [se]
"Vi demandas min ĉu mi gratulos vin je viaj progresoj. Jes, certege! Ĉia progreso en la anglcparolantaj landoj estas argumento forte batante la skeptikulojn. Granda kaj gravega sukceso estas la aligo al esperanto de Henderson, la nialnova bonkonata mondlingvisto. En la oriento vidigas krepusko de nova tago, ne konsistanta cl horoj kaj minutoj, sed de pensoj kaj sentoj ni salutu gin. Vivu la nova tago.
Sie fragen mich, ob ich Ihnen zu Ihren Fortschritten gratulieren soll. Ja, ganz bestimmt! Alle Fortschritte in den englischsprachigen Ländern sind ein starkes Kampfargument gegen die Skeptiker. Ein großer und gewichtigster Erfolg ist die Anziehungskraft, die Herr Henderson, ein bekannter internationaler Fürsprecher der Sprache, auf Esperanto ausübt. Das Erscheinen im Osten ist der Anbruch eines neuen Tages, der nicht aus Stunden und Minuten besteht, sondern aus Gedanken und Gefühlen; lassen Sie uns ihn begrüßen. Lang lebe der neue Tag!"
Mr. Silvester Home as a Cyclist "Herr Silvester zu Hause als Radfahrer" In einem Artikel eines Silvester Horne wird über eine Aufführung von Jedermann in der Central Hall nachgedacht. "Die Musik ist eine universelle Sprache, viel populärer als Esperanto; und der Zentrale Saal, der sich inmitten einer kosmopolitischen Bevölkerung aller Nationalitäten befindet, wird die eine Art der Anziehungskraft nutzen, die nicht die Beherrschung der englischen Sprache voraussetzt."
ANOTHER OBJECTION. (EIN WEITERER EINWAND.) Wie jede Sprache wird auch Esperanto gepflegt. Dies tun ganz natürlich ihre Nutzer, begleitet durch Institutionen. "Private Gesellschaften können natürlich nicht anderen eine internationale Sprache aufzwingen; was gebraucht wird und wofür man sich arrangiert, ist ein großes internationales Gremium, das sich aus Politikern und Pädagogen aller Länder zusammensetzt, das, wenn es zu bestimmten Zeiten zusammenkommt, über das Wörterbuch der Sprache und die Aufnahme neuer Wörter entscheidet, so wie es die Französische Akademie bereits für die französische Nation tut; und das, ergänzt durch den Gebrauch des Phonographen, der über die Aussprache entscheidet, eifersüchtig über die Reinheit des ihnen auferlegten Auftrags wachen und die Einheitlichkeit gewährleisten würde."
The Game of Grab. "Schnapp-Spiel." In den jungen USA wollte man eine Unabhängigkeit von Europa erreichen. Die Monroe-Doktrin formulierte eine Existenz zweier politischer Sphären. Also auf der einen Seite die USA und auf der anderen Seite die europäischen Mächte, die sich nicht mehr mit ihrer Kolonialpolitik einmischen sollten. Inzwischen hat sie die Welt aber verändert und heute (2020) geht es eher um die Frage, wie weit die USA Einfluß auf andere Staaten, darunter Europa nehmen dürften. [se]
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"Uncle Sam (an die europäischen Mächte): "Schnappen Sie sich alles, was Sie zum Seufzen bringt, Gentlemen, aber treten Sie mir nicht auf die Füße."
ESPERANTO AND THE BLIND. (ESPERANTO UND DIE BLINDEN.) "Ich gebe Ihnen hier den Brief von Herrn Thilander, den ich im vergangenen Monat erwähnte......" "Deshalb war ich sehr froh, von "Volapük" zu hören. Ich begann, diese Sprache zu studieren, aber sie wurde sehr bald abgelehnt; ich hatte keine Zeit, mich mit einer Sprache zu beschäftigen, die ziemlich künstlich und ohne wirklichen Grund war. Ich studierte die französische und die lateinische Sprache, aber sie waren für die Blinden insgesamt zu schwierig. Dann erzählte mir jemand von der internationalen Sprache "Esperanto". Ich dachte, es handele sich um ein neues "Volapük", aber ich nahm davon keine Notiz, bis mir ein Freund ein Exemplar des Esperanto-Schwedisch-Wörterbuchs in Brailleschrift schickte und mich bat, es mir anzusehen. Dabei konnte ich es nicht lassen, auszurufen: "Aber Esperanto ist kaum eine künstliche Sprache. Ich habe vielleicht die internationale Sprache für Blinde gefunden, die ich gesucht habe". Es machte mich in wenigen Stunden zum Meister der Esperanto-Sprache, da ich bereits ein wenig Französisch und Englisch beherrschte." 
NEWS IN BRIEF. (NACHRICHTEN IN KÜRZE.) ESPERANTO AND COMMERCE. (ESPERANTO UND HANDEL.) A New Factor in the Federation of the World. (Ein neuer Faktor in der Föderation der Welt.) Tiffany Blake veröffentlichte in der Chicago Evening Post einen Artikel über das Handbuch für Esperanto von Herrn J. C. O'Connor. Blake nennt u.a. die Vorteile für den Handel. "Wenn Esperanto erst einmal im Handel akzeptiert ist, sind die Möglichkeiten des Esperanto, so scheint es, unbegrenzt. Wir träumen von einer "Föderation der Welt". Der Handel tut mehr, um diesen Traum zu verwirklichen, als die Politik es je tun wird. .... Es ist sogar denkbar, dass Esperanto auf der Flut einer anglo-amerikanischen Modeerscheinung zum Welterfolg gelangt." Am Ende versprechen sich die Händler vielleicht doch mehr davon, wenn alles bleibt wie es ist. Auch heute scheint es, als müsse jede Neuerung aus den USA kommen, um hier wahrgenommen und nachgeahmt zu werden. Der Anteil europäischer Esperantisten ist zwar hoch, aber das sieht die breite Öffentlichkeit kaum. Doch wie soll sich Europa weiterentwickeln (und die Welt), wenn es sich die nötigen Impulse nicht selbst gibt? Amerikanische Händler sind nicht nur Händler sondern eben auch Amerikaner. [se]
Esperanto: The International Key Language. (Esperanto: Die internationale Schlüsselsprache.) TWO OBJECTIONS TO ESPERANTO. (ZWEI EINWÄNDE GEGEN ESPERANTO.) "Es wurde mehrfach festgestellt, dass Esperanto fehlerhaft ist, weil es für eine Schreibmaschine schwierig zu schreiben und unmöglich zu telegraphieren ist. Natürlich bezieht sich der Einwand vom Schreibmaschinenstandpunkt aus auf die Akzente, aber da die Hammond Typewriter Company ein spezielles Esperanto-Schiffchen mit einem vollständigen Satz von sowohl Englisch- als auch Esperanto-Kursen auf den Markt gebracht hat, können die akzentuierten Buchstaben zusammen mit dem Akzent auf einen Schlag in einer bewundernswert klaren Schrift geschrieben werden: damit ist ein weiterer der Einwände gegen Esperanto aus dem Weg geräumt. Was die telegraphischen Mitteilungen betrifft, so sind in letzter Zeit mehrere eingegangen. .... Die Musiker erkennen jetzt, dass Esperanto ein gutes Medium für Gesang ist. Dr. Zamenhofs "La Vojo", vertont von R. Deshays, ist aus Paris erhältlich ...." Da Esperanto weiterhin eher vernachlässigt wird, folgen die technischen Anpassungen etwas verzögert. Doch längst sind die frühen Schwierigkeiten bei der Zeichen-Darstellung an PC und den üblichen Geräten überwunden. Und wer möchte, kann sich heute Esperanto-Musik mit geringem Aufwand besorgen. [se]
ESPERANTISTS IN LONDON. (ESPERANTISTEN IN LONDON.) planten ab Herbst eine Esperanto-Zeitschrift für die englischsprachigen Völker.
ESPERANTISTS AT HAVRE. (ESPERANTISTEN IN HAVRE.) Bei einem Treffen in Havre wurde Esperanto gelebt. "Esperanto war die verwendete Sprache, und es war seltsam zu hören, wie Engländer, Franzosen und andere bei diesen Zusammenkünften jedes Thema unter der Sonne diskutierten."
ESPERANTO AND PATRIOTISM. (ESPERANTO UND PATRIOTISMUS.) "Die schlimmste Bemerkung ist natürlich das Schweigen, .... und in diesem Schweigen verharrt die Gesamtheit der Bildungszeitschriften; damit zeigt sich ein Kontrast zu Frankreich, in dem die Sprachprofessoren die Hauptprofessoren sind. In England wird als Begründung angeführt, dass die Lehrer patriotisch sein müssen, und dass die internationale Sprache der Zukunft Englisch sein muss. Aber der Französischlehrer ist auch patriotisch .... aber da er voraussieht, dass früher oder später eine Schlüsselsprache kommen wird, handelt er weiser als wir ...."
THE NEW JOURNAL (DIE NEUE ZEITSCHRIFT.) Esperanto-Journale entstanden. "Die Lingva Internacia und die LEsperantiste sind von unschätzbarem Wert, aber es ist mehr vonnöten, .... Die erste Ausgabe wird im Oktober erscheinen, und das vorgeschlagene Abonnement beträgt 3s. pro Jahr. Die Zeitschrift wird wahrscheinlich Esperanto heißen."
NOTICES. (ANMERKUNGEN.) "Letzten Monat haben wir auf die Tatsache hingewiesen, dass die Hammond-Schreibmaschinen an Esperanto angepasst wurden. Wir freuen uns zu hören, dass sowohl die Remington- als auch die Yost-Maschinen in ähnlicher Weise angepasst worden sind."
A Chance for Esperanto. (Eine Chance für Esperanto.) Für Österreich-Ungarn wäre Esperanto interessant. Konflikte ließen sich besser lösen. "In einer solchen polyglotten Agglomeration von Nationen und Sprachen ist es unabdingbar, dass eine gemeinsame Sprache angenommen wird, und sei es auch nur für die Erteilung von Befehlswörtern, und da das Deutsche das Feld hält, wird es wahrscheinlich auch das Feld halten. Aber die magyarischen Extremisten sind sehr wütend. Kann nicht irgendein genialer Mensch dem Kaiser und den Ungarn vorschlagen, dass der einfachste Ausweg die Annahme von Esperanto sei? Diese neutrale Zunge von Cosmopolis hat keine Nationalität, sie ist leichter zu erlernen als Deutsch, und in einem einzigen Jahr würden Esperanto-Drillbücher und Taschenwörterbücher die Schwierigkeit lösen."
Esperanto: The International Key Language. (Esperanto: Die internationale Schlüsselsprache.) "Es ist jetzt erst ein Jahr her, dass wir den ersten Bericht über Esperanto in der Zeitschrift "Review" veröffentlicht haben, und ich denke, ein paar Worte zu seinem Fortschritt sind nicht fehl am Platz. Kurz bevor dieser Artikel geschrieben wurde, hatte ein bekannter Journalist erklärt, dass es in London niemanden gäbe, der auch nur das geringste Interesse an einem solchen Thema hätte. .... Auch wenn es unmöglich ist, sehr genaue Zahlenangaben zu machen, so haben doch mindestens zweitausend Menschen in Großbritannien im Laufe des Jahres Esperanto-Kenntnisse erworben; und in den meisten Fällen haben diejenigen, die mit dem Studium des Esperanto begonnen haben, es fortgesetzt, und selbst dort, wo ein geschäftiges Leben sie gezwungen hat, es beiseite zu schieben, ist es nur für eine gewisse Zeit gewesen."
PROGRESS ABROAD. (FORTSCHRITTE IM AUSLAND.) "Vor zwei Jahren zählten die ausländischen esperantistischen Gruppen neun, heute sind es mehr als hundert. Der französische Touring-Club berichtet über eine Untersuchung, die von der Gruppe aus Lyon mit Hilfe des adresaro eingeleitet wurde. .... Die Gesamtheit der Antworten bestätigt die Wahrheit der so häufig gemachten Aussagen, dass für diejenigen, die neben ihrer eigenen auch nur eine moderne Sprache oder Latein beherrschen, Esperanto nur ein Spiel ist, obwohl es für diejenigen, die außer ihrer Muttersprache keine andere Sprache beherrschen, sicherlich schwieriger zu erlernen ist."
ATTITUDE OF ENGLISH TEACHERS. (HALTUNG DER ENGLISCHLEHRER.) "Aus irgendeinem Grund hat die Bildungspresse bis zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Artikels merkwürdigerweise ein strenges Schweigen bewahrt. In anderen Ländern waren es die Lehrer, die die Bewegung ins Leben gerufen haben. Hier ist es genau das Gegenteil. .... Zwei einzelne Lehrer haben mir gesagt, dass sie Esperanto um des Gewissens willen ignorieren. Sie sind sicher, dass Englisch die Weltsprache sein wird, und sie wagen es nicht, das zu verhindern, .... Aber Esperanto ist nicht als Weltsprache gedacht, ...."
NOTICES. (ANMERKUNGEN.) / THE NEW JOURNAL. (DIE NEUE ZEITSCHRIFT.) Jetzt war die Zeit reif für eine britische Esperanto-Zeitschrift. "Die erste Nummer des Esperantisten wird etwa am 24. Oktober erscheinen." Esperanto- und Englischversion standen sich gegenüber. Eine kleine Zusammenfassung der Grammatik gehörte dazu, verschiedene Themen wurden angesprochen, auch Dr. Zamenhofs Hymne "Espero" war abgedruckt. [se]
THE UNITED STATES OF EUROPE. (DIE VEREINIGTEN STAATEN VON EUROPA.)
In der Geschichte scheint manchmal ein Ziel sehr nah, doch oft kommt etwas dazwischen. Zum Beispiel zwei Weltkriege. "Angesichts der Führungen der Monarchen, der Parlamentarier und der Schiedsverträge sah die Sache der internationalen Union nie so rosig aus wie heute. .... Mrs. Emily Crawford verkündet es laut in der Dezemberausgabe der Fortnightly Review. Mrs. Crawford erklärt, dass Europa jetzt reif für eine Föderation sei, und sie deutet an, dass es ohne den Krieg von 1870 schon früher verwirklicht worden wäre."
THE INTERNATIONALISATION OF THOUGHT. (DIE INTERNATIONALISIERUNG DES DENKENS.) "Europa, so Frau Crawford, ist nicht halb so gespalten wie seine Staatsmänner:— Das europäische Bürgertum ist vereint im wissenschaftlichen Wissen und im Glauben. Sie haben eine fast identische Hochschul- und Universitätsausbildung erhalten. Ihre unterschiedlichen Patriotismen — diese Bemerkung möchte ich besonders hervorheben — sind von ähnlicher Qualität; ideal und historisch, ganz anders als der realistische Patriotismus der neueren Länder. Die Europäer werden immer kosmopolitischer; ein Franzose und ein Engländer sind sich ähnlicher als ihre Väter. Sie sind enger denn je durch Geschäftsbeziehungen miteinander verbunden und sehen einander auf ihren Urlaubsreisen. Sie lesen in allen Hauptstädten die Nachrichten des Tages, die per Telegraf aus ihrem eigenen Land gesendet wurden. .... Der Eisenbahnverkehr leidet unter den Staatsgrenzen, und die Aktionäre wären froh, wenn sie ausgelöscht würden. Die Belastung durch riesige Armeen und Marinen wird für alle Klassen unerträglich......"
THE COMING FEDERATION. (DIE KOMMENDE FÖDERATION.) "Meine Prognose für Europa lautet Föderation. .... Europa ist offenkundig dabei, sein Gleichgewicht wiederzufinden. .... Die Franzosen beginnen das Gefühl zu haben, dass sie zu gut für die raue Kolonialarbeit der Welt sind .... Die Amerikaner sollten sich nicht vorstellen, dass die Europäer ihre Untermenschen sind. Die Nationen der alten Welt sind gefesselt .... von der Uneinigkeit unter den europäischen Völkern, die große Armeen erforderlich macht. .... Die Emanzipation Europas vom militärischen Inkubus würde sein Genie befreien, ihm Flügel verleihen und es in ungeahnte Höhen schweben lassen. .... Nobel, dessen Friedenspreise die Bemühungen von Fréderic Passy und Ducommun belohnt haben, war ein Schwede. Er freute sich auf ein föderales Europa, hoffte aber nie darauf, es zu sehen......" Und wie so oft kann aus heutiger Sicht manche Aussage der Gesamttextes nicht mehr bestehen. Deutlich wird aber der Wunsch, eine bessere Welt zu erleben. Dies geht nicht ohne eigenes Handeln. [se]
Esperanto: The International Key Language. "Esperanto: Die internationale Schlüsselsprache."
Der Nutzen für Blinde ist erkennbar. Braille-Literatur ist teuer in der Herstellung. Weltweiter Gebrauch wird über Esperanto beherrschbar. "Letzten Monat beharrte La Lumo darauf, dass Großbuchstaben am Anfang eines Satzes lästig seien; kurz bevor sie eine höchst interessante Diskussion über Ortsnamen begann. Ich darf hinzufügen, dass die Damen der Virina Klubo Progreso, Nr. 79, Rue St. Christophe, Montreal, Postkarten dankbar annehmen und zurückschicken werden." Interessant, daß sich diese kanadische Zeitschrift -la lumo.-, also -Das Licht- nannte.
VISITS. (BESUCHE.) Im Artikel werden Esperantoregeln besprochen. Wie man ordnend mit Sprachfragen umgeht, sollte auf Kongressen behandelt werden. "Für diese und all diese Fragen wird darauf hingewiesen, dass es kaum möglich wäre, dass Privatpersonen oder Regierungen autoritativ entscheiden. Es muss notwendigerweise einen internationalen Kongress geben, wie z.B. den Kongress der Elektriker, der 1881 über bestimmte strittige Themen autoritativ entscheidet. Ein solcher Kongress, der angemessene Vertreter aller europäischen Nationalitäten versammelt, wäre in der Lage, nicht nur über das Thema einer Hilfssprache zu entscheiden, sondern von Zeit zu Zeit auch Streitpunkte zu schlichten. Volapük scheiterte nicht nur an inhärenten Mängeln, sondern vor allem an den unterschiedlichen Bedürfnissen der verschiedenen Länder. Wer sich für die Idee eines Kongresses interessiert, sollte an M. Leau, 6, Rue Vavin, Paris, schreiben." In historisch kurzer Zeit wurde dies Realität.
A UNIVERSAL LANGUAGE. "EINE UNIVERSELLE SPRACHE." Hier wird ein französisches Buch vorgestellt, daß sich mit dem langen Weg hin zur praktikablen internationalen Sprache Esperanto beschäftigt.
DeepL.com/Translator hat sich als gute Hilfe beim Übersetzen herausgestellt

1904 the omnipotent kaiser. (der allmächtige Kaiser.)
Die Zeitschrift "The Review of Reviews" liegt in Archiven wohl oft als gebundene Halbjahresausgabe vor. Sicher auch irgendwo die Ausgabe von Anfang 1904. Im Netz fehlen manche Ausgaben. Doch hier steht vor allem ein groberer Überblick im Vordergrund, als Anregung für eigene Recherchen. Dazu gehört u.a. die Sicht auf die politische Situation in europäischen Staaten. [se] "Die Zeitgenössische Zeitschrift für Juli enthält unter dem Titel "Persönliche Regierung in Deutschland" eine interessante Analyse des Wachstums der kaiserlichen Autorität in allen Abteilungen des nationalen Lebens. Der Kaiser, sagt der Schriftsteller, ist der einzige wirkliche Alleinherrscher in der Wüste:— Es gibt nur ein Land, in dem persönliche Herrschaft keine Fiktion ist — Deutschland; ein Mann, der nicht nur das legitime Titularoberhaupt seines Volkes und der Armee ist, sondern der eigentliche souveräne Herrscher von beiden — der deutsche Kaiser. .... kein moderner Herrscher ist so buchstäblich "Herr über alles, was er überblickt" wie der Kaiser Wilhelm II. von Deutschland. In keinem anderen europäischen Staat ist die Kontrolle über die Angelegenheiten, ob im In- oder Ausland, so vollständig einem einzigen Mann übertragen. In keinem anderen Land ist die Regierung im wahrsten Sinne des Wortes so persönlich, die Persönlichkeit des Herrschers so ausgeprägt oder so unantastbar; sein Wille zu regieren ist stärker oder seine Macht so absolut. DICTATOR IN EVERYTHING. (DIKTATOR IN ALLEM.) The Kaiser controls everything:— (Der Kaiser kontrolliert alles:—) .... Seine Majestät wendet sich persönlich gegen die sogenannte impressionistische Malerschule, gegen die morbide Tendenz der Dramen Gerhard Hauptmanns, gegen den Proletarismus Sudermanns, gegen dieses Buch oder jenes Buch, dieses Bild oder jenen Künstler — und Buch und Künstler sind verboten. Die "sezessionistische" Schule, der Kaiser hat es gesagt, leistet "Gossenarbeit". Die "Rinnsteinarbeiter" waren folglich von der Teilnahme an den deutschen Exponaten der St. Louis-Ausstellung ausgeschlossen. Hauptmann hat den alle drei Jahre vergebenen Schillerpreis, der ihm von der literarischen Expertenkommission fair und ehrlich zugesprochen wurde, noch nie erhalten, weil der Kaiser dies missbilligte. Seine Majestät bevorzugt prachtvolle allegorische Statuen, eine Architektur, die man als "Hohenzollernstil" bezeichnen könnte, .... eine besondere Sichtweise — ....  in Bezug auf die Kunst dieses Mannes oder die Ideen jenes Mannes — und es genügt; der Kaiser hat seinen Willen. Die Deutschen, sagt der Schriftsteller, haben nichts dagegen, denn sie lassen sich gerne mit der geballten Faust regieren. Aber jede Initiative in der Nation wird erstickt. "Das Ergebnis ist der Triumph der Mittelmäßigkeit. Mächtige Intellekte, mächtige Talente, mächtige Persönlichkeiten, Genie, können nicht an der Seite eines Kaisers existieren, der allen zum Verhängnis wird."
ESPERANTO. "Es ist sechs Uhr an einem angenehmen Sommertag. Die Stadt hat bereits den Laden geschlossen, und Männer und Frauen eilen zu ihren Häusern in den Vororten, aber eine kleine Menschenmenge eilt in die Bishopsgate Street Within, und bei Nr. 5, dem Club Café, hält man in dem angenehmen kleinen Raum mit seinen Sofalounges und kleinen Teetischen. Obwohl die Stunde gerade erst geschlagen hat, gibt es ein angenehmes Geräuschgewirr, und jeder Fremde, der hereinkommt, würde denken:
"Was in aller Welt sagen sie?" denn die Sprache ist nicht Englisch, obwohl die meisten Stimmen es sind, sondern Esperanto. Die Londoner Mitglieder des Esperanto-Clubs trinken eine gesellige Tasse Tee und jeder Neuankömmling wird mit einem Willkommensgruß empfangen, wie z.B. "Mi plezuras vidi vin," oder "Ho! vi alkondukas amikoj, kiel vi estas bone". Nach dem Tee und dem Gespräch begeben sich die Freunde in die Gracechurch Street 100, wo ihnen die Remington Typewriter Company einen Raum zur Verfügung gestellt hat und wo wunderbare Pläne geschmiedet und Geschäftspläne studiert werden, die die Esperanto-Kenntnisse weit und breit tragen können. Natürlich ist das Club Café für alle offen, und wenn Sie am Montagabend um sechs Uhr Esperantisten treffen möchten, werden Sie dort eine große Anzahl von ihnen finden......"
JOHN BULL'S DANGER. (JOHN BULLS GEFAHR. Nr.37. Bestandteil "Review of Reviews" Juli 1904) Das Jahr 2020 bietet viele Nachrichten. Der Terror winkt aus einer vergangen geglaubten Zeit, eine Pandemie fordert weltweit viele Opfer und so mancher Diktator erhält durch ein Virus Konkurrenz. Und Großbritannien verläßt die Europäische Union. Die öffentliche Meinung in den europäischen Gesellschaften folgt dem Glauben, das reale Europa wäre als eine Konsequenz nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges entstanden, wie aus dem Nichts. Oft wird diese sicher unvollkommene und unfertige EU eher abgelehnt oder deren Sinn in Zweifel gezogen. Für Großbritannien waren die Zweifel groß genug. Doch darin liegt Tradition. Hier kann man sich einen Eindruck verschaffen. [se] "In der Diskussion über die Frage, ob wir Englands kontinuierlichen Wohlstand mit Zuversicht vorhersagen können, sagt der Autor, dass England, nachdem es einst geographisch und politisch eine Insel war, nun eine politische Halbinsel ist. Sie kann nicht länger die Rolle des Schiedsrichters spielen und sich nicht mehr von europäischen Streitigkeiten fernhalten. Sie kann jetzt nicht mehr, selbst wenn sie es wäre, herrlich isoliert sein. Sie muss mit einer Kontinentalmacht verbündet sein, und gerade ihr Imperialismus ist ein Hindernis für ein solches Bündnis:— Aber der britische Imperialismus wird sehr große Nachteile überwinden müssen, .... THE KING AGAINST JINGOISM. (DER KÖNIG GEGEN DEN JINGOISMUS.) .... Wir mögen unsere Position beibehalten und festigen, aber Dr. Reich scheint nicht zu glauben, dass wir mehr als das erreichen werden. Wir werden nicht mehr als jede andere Nation zu einem allgemeinen Zivilisationsmodell werden, und Englisch wird wahrscheinlich nicht im Geringsten jemals die Weltsprache werden." Alles hat seine Zeit. Englisch erlangte eine gewisse Macht, aber nicht weil man es in Großbritannien spricht, genausowenig wird Halloween in Europa nachgeahmt, weil die Wurzeln in Irland liegen. [se]
UNCLE SAM NO GOOD ! (ONKEL SAM NICHT GUT!) ""Vielleicht", sagt Dr. Reich, "abgesehen von der zufälligen Identität der Sprache, sind keine zwei Nationen so absolut und unversöhnlich unähnlich wie die Amerikaner und die Engländer", und die Idee einer zukünftigen Amerikanisierung Europas, geschweige denn der Welt, hält er für phantastisch und absurd:— Es ist schwierig für den Europäer, sich ausreichend in die amerikanische Geisteshaltung hineinzuversetzen, eine Vorstellung davon zu haben, was die wirkliche amerikanische Geisteshaltung gegenüber Europa ist. Der Amerikaner schaut auf die europäischen Großmächte sehr ähnlich wie wir Europäer auf die kleinen Staaten der Halbinsel Balkan. Er kann sich nicht vorstellen, dass Europa, wenn es nicht zu einer Art Vereinigten Europäischen Staaten zusammengeschlossen ist, in der Lage sein sollte, den amerikanischen Angriffen Widerstand zu leisten. Er hat keine Ahnung von der Individualität und damit der Vitalität jedes Landes des modernen Europas, noch weniger sieht er, dass diese Individualisierung der verschiedenen Teile Europas ein zunehmendes und nicht ein abnehmendes Phänomen ist und dass Europa dadurch nur an Stärke zunimmt. Wir können nicht leugnen, dass uns eine eingehende Studie der amerikanischen Geschichte und der amerikanischen Institutionen mit weit größeren Befürchtungen hinsichtlich einer gesunden Entwicklung Amerikas in der Zukunft erfüllt als mit einer Angst um die Geschicke Europas. Der Weg Amerikas ist übersät mit Stolpersteinen, deren Umgehung oder Überwindung seinen größten Einfallsreichtum erfordern wird."
ESPERANTO. "Einige Esperantisten hatten ein komisches Erlebnis. Drei von ihnen unterhielten sich eifrig und tauschten, wie es ihre Gewohnheit ist, während der täglichen Zugfahrt ihre Notizen aus, da sie darauf bedacht waren, sich fließend zu unterhalten. Ein Mitreisender, der gegenüber saß, lauschte eine Zeit lang den unbekannten Geräuschen, und schließlich rief er mit entrüstetem Blick aus: "Diese elenden Ausländer sollte man erschießen." Die Geschichte handelt von einem Stück mit dem des Franzosen, der, als er hörte, dass Englisch gelernt werden müsse, ausrief: "Wie dumm doch die Menschen sind. Wenn Gott dachte, Französisch sei gut genug, um die Bibel zu schreiben, dann ist es sicher gut genug, dass es alle Menschen sprechen können"......"
Esperanto: The Next Step. (Esperanto: Der nächste Schritt.) "Die Zeit ist reif für eine universelle Schlüsselsprache, die alle anderen Sprachen ergänzt. .... Ein immenser Vorteil, den Esperanto gegenüber jeder anderen Sprache besitzt, ist, dass niemand, der es zu sprechen beginnt, das Gefühl hat, er wagt sich an die Muttersprache der Menschen, an die er sich wendet." BUSINESS. (UNTERNEHMEN.) "Es besteht wenig Diskussionsbedarf. Wir Engländer lieben es nicht, Sprachen zu lernen, und deshalb verlieren wir in der Geschäftswelt, anstatt zu gewinnen. Was Esperanto betrifft, so ist es eine sehr merkwürdige Tatsache, dass in Frankreich, Russland usw. sein Hauptfortschritt bei Pädagogen, Schulprofessoren usw. zu verzeichnen ist, die seine ideale Seite sehen, während in England die Geschäftsleute und Wissenschaftler seine großen Vorteile voraussehen und in unseren großen Städten dafür eintreten." WHAT WE CAN DO. (WAS WIR TUN KÖNNEN.) "Die Bewegung schreitet kontinuierlich voran, und jetzt ist die Zeit gekommen, in der die Esperantisten Großbritanniens und Irlands ihre Kräfte bündeln und ein zentrales Gremium bilden müssen, mit Gruppen in jeder Stadt als angeschlossene Mitglieder."
THE WORLD-MOVEMENT TOWARDS PEACE. (DIE WELTBEWEGUNG FÜR DEN FRIEDEN.) "Herr Walter Wellman trägt zur "American Review of Reviews" bei, .... Er beschreibt, dass die herrschenden Völker den Krieg mehr und mehr als Barbarei und Anachronismus betrachten." Und er bennent die AGENDA FOR THE HAGUE. (TAGESORDNUNG FÜR DEN HAAG.) "Ein Übereinkommen über die Gesetze und Gebräuche des Krieges an Land; Anpassung der "Grundsätze der Genfer Konvention" an den Seekrieg; das Verbot des Werfens von Geschossen aus Ballons, des Gebrauchs von Geschossen, ...." undsoweiter. Den guten Willen gibt es zu allen Zeiten.
ESPERANTO. ".... die Schulwelt für November enthält einen Artikel, in dem der Schriftsteller Paul Mathews sagt: "Eine Sprache wie Esperanto, so einfach, so leicht, so logisch, besitzt einen großen erzieherischen Wert und kann mit Vorteil .... als Unterrichtsfach in den Schullehrplan aufgenommen werden. Er fährt fort: "Für eine grosse Zahl von Schülern in unseren Schulen sind Latein, Französisch und Deutsch Fächer, die einen sehr geringen praktischen Wert zu haben scheinen. Wenn diese Fächer durch Esperanto ersetzt werden (in den unteren Fächern, in denen mit den Sprachen begonnen wird), ergibt sich eine Zeitersparnis (denn Esperanto erfordert nicht so viel wie die beiden Fächer), und auf dem Stundenplan wird mehr Platz für andere Fächer zur Verfügung stehen, für die wegen der Vielzahl der Anforderungen derzeit nicht genügend Zeit zur Verfügung steht. Esperanto ist in mindestens einer englischen Schule als Unterrichtsfach angenommen worden, und der Lehrer spricht begeistert von dem Interesse, das seine Wortbildungseinrichtungen bei den Schülern wecken. Darüber hinaus kann man mit Überzeugung behaupten, dass jemand, der einen Esperanto-Kurs absolviert hat, besser in der Lage sein wird, Fortschritte in Latein oder einer modernen Sprache zu machen als Schüler, die diesen Vorteil nicht hatten......" Bis heute (2020) wird die wissenschaftlich bestätigte propädeutische Wirkung eines vorangestellten Esperantounterrichts von den Verantwortlichen verdrängt oder mit Scheinargumenten abgewiesen. [se]

1905 ESPERANTO. "Als ich in der "Educational Times" eine Rede von Prof. J. McFadyen über den Wert der lateinischen Sprache als erzieherische Kraft las, fand ich folgende Worte:— Latein ist eine geistige Disziplin höchsten Ranges, man kann erst dann mit der Übersetzung vom Englischen ins Lateinische beginnen, wenn man den Gedanken, den man auszudrücken hat, perfekt und klar beherrscht. .... Jedes Wort dieses Zitats ist auf Esperanto ebenso absolut zutreffend wie auf Latein; und so werden wir mit einer Tatsache konfrontiert, die manchmal vernachlässigt wird. Für den Esperanto-Anfänger ist die Seite des Esperanto, die ihn unwiderstehlich anzieht, die Leichtigkeit, mit der seine Prinzipien, Grundregeln und die synthetische Wortschöpfung erfasst werden können. Alles, was über diese Fähigkeit gesagt wird, ist absolut wahr. Sie können innerhalb weniger Stunden Bücher und Briefe lesen: aber wenn Sie anfangen, Esperanto zu schreiben, denken Sie, Sie müssen denken, denn auf Esperanto, wie auf Latein, müssen Sie klar denken, bevor Sie sich klar ausdrücken können......"
ESPERANTO. BREVITIES. "Die Abhandlung von Herrn Bardlyli hat viele amüsante Kommentare hervorgerufen. In der Chronique de Londres ruft M. Hamonet alle Franzosen auf, sich mit ihm zu versammeln und dabei zu helfen, "diese machiavellianische Esperanto-Verschwörung abzuwehren — deren einziges Ziel es ist, jene französische Sprache zu zerstören, die der höchste Ausdruck der Zivilisation ist". In seiner Antwort weist M. Hugon zu Recht darauf hin, dass es ein Fehler ist, Shakespeare und Schiller Charme zuzutrauen, weil sie nationale Gefühle ausdrücken. Die großen Schriftsteller sind so angesehen, weil sie die Gefühle einer weltweiten Menschheit zum Ausdruck bringen und nicht nur die einer besonderen Nationalität. Die Friedensgesellschaften sind sich jedenfalls bewusst, dass eine internationale Sprache von Wert ist. Auf Seite 302 des Berichts des letzten Weltkongresses wird die Frage an das Berner Büro mit Handlungsvollmacht verwiesen ...."
A PLEA FOR AN ANGLO-FRENCH ALLIANCE. (EIN PLÄDOYER FÜR EIN ANGLO-FRANZÖSISCHES BÜNDNIS.) "Im 19. Jahrhundert diskutiert Herr O. Eltzbacher über die Machtverhältnisse in Europa. Er behauptet, wenn der Kontinent von einer Macht beherrscht wird, werde Großbritannien seine Freiheit verlieren. Die Erhaltung des Machtgleichgewichts in Europa ist für Großbritannien wichtiger als die Monroe-Doktrin für die Vereinigten Staaten. Unsere Sicherheit, so argumentiert er, liegt bei den schwächeren Mächten Europas, und es ist unsere Politik, der Maxime zu folgen: "Unterstütze immer die schwächere Macht oder die schwächeren Mächte Europas gegenüber den stärkeren". .... Zur Erhaltung des Status quo in Europa und zur Wahrung des Friedens ist eine anglo-französische Verständigung gut, aber eine anglo-französische Allianz wäre besser. .... "
ESPERANTO. #ErsterEsperantoWeltkongreß "Die Vorbereitungen für den großen Kongress in Boulogne am 1. August gehen zügig voran, aber M. Michaux, der mit Korrespondenz überhäuft wird, würde sehr gerne die nationalen Anfragen zentralisieren, und Herr C. Reeve, 40, Crofton Road, Camberwell, hat eingewilligt, alle britischen Anfragen nach Eintrittskarten und Zimmern entgegenzunehmen und weiterzuleiten. Die Eintrittskarten für all die verschiedenen Diskussionen usw. für die zehn Tage werden 2s 6d betragen; mit dem vollständig beschreibenden "Guide to the Congress " (der Porträts, Stadtplan, Hotels, Unterkünfte, usw., usw. enthalten wird) fünf Franken. Die Eintrittskarten und der Führer werden hoffentlich in der ersten Juliwoche fertig sein, doch können die Anträge sofort eingereicht werden, da es wünschenswert ist, die Anzahl der benötigten Eintrittskarten und Führer zu schätzen."
THE HAGUE THE CAPITAL OF THE WORLD. (DEN HAAG DIE HAUPTSTADT DER WELT.) "James F. Barnett drängt die Vereinigten Staaten, das berühmte Haus De Witt, das so genannt wird, weil es unmittelbar vor der Ermordung der Brüder De Witt ihr Zuhause war, für ihre Gesandtschaft in Den Haag zu kaufen. Es wird als ein geräumiges Haus mit fünfundzwanzig Zimmern beschrieben, das sich für diesen Zweck in der besten und günstigsten Lage der Stadt befindet. Die Innenausstattung wird als in schöner alter Eiche ausgeführt beschrieben. .... "
Languages and Letter-writing, (Sprachen und Briefeschreiben,) DR. ZAMENHOF AND THE ESPERANTO CONGRESS. (DR. ZAMENHOF UND DER ESPERANTO-KONGRESS.) #ErsterEsperantoWeltkongreß
"Der Doktor hat soeben einen Brief verschickt, der in gewisser Weise als offiziell angesehen werden kann. Viele haben von dem großen internationalen Kongress gehört, der vom 3. bis zum 15. August in Boulogne stattfinden wird. Ein erwartetes Ergebnis ist die Bildung eines Zentralkomitees für die Kontrolle der mit der Sprache verbundenen Angelegenheiten. Wenn das gegenwärtige Fortschrittstempo beibehalten wird, kann unmöglich ein einziger Mann weiterhin die vielfältigen Angelegenheiten regeln, die sich unaufhörlich ergeben, und es muss daran erinnert werden, dass wahrscheinlich jeder Esperantist, sogar der Arzt selbst, sich erst dann um diese Angelegenheiten kümmern kann, wenn die Broterwerbsarbeit des Tages beendet ist. .... Seit langem hat er erkannt, dass die Ernennung eines Zentralausschusses eine Notwendigkeit ist......"
LITERATUR "Unser Bestand wird ständig erweitert. .... Es ist gesagt worden, dass Esperanto-Literatur ein Original und niemals eine Übersetzung sein sollte. Aber Jules Verne starb, bevor er mehr tun konnte als planen (er war Präsident der Amiens-Gruppe), und außer Dr. Zamenhof selbst haben wir bisher nur wenige prominente Autoren in unseren Reihen. Diese werden noch kommen. In der Zwischenzeit haben wir die Schätze der Welt zu übersetzen, ...."
NOTICES. (ANMERKUNGEN.) Auf dem Internationalen Lithographenkongress in Mailand im vergangenen Jahr wurde beschlossen: "Der Fünfte Internationale Lithographenkongress wünscht, dass in allen Sektionen der verschiedenen nationalen Verbände eine aktive Propaganda für die Verbreitung der internationalen Sprache Esperanto betrieben wird, damit sich die Arbeiter auf der ganzen Welt ohne die Hilfe von Dolmetschern verständigen können". Britische Esperantisten, die die Hoffnung haben, an dem Kongress in Boulogne teilnehmen zu können, werden gebeten, der Vereinigung ihren Wunsch mitzuteilen. Die üblichen Tarife von London nach Boulogne betragen für den Bankfeiertag im August 10s. 6d. mit Rückfahrt. .... "
The Tower of Babel : More Languages in Austria-Hungary. (Der Turmbau zu Babel: Mehr Sprachen in Österreich-Ungarn.) In den europäischen Reichen krieselte es. "Die Ungarn haben bereits in der Armee auf ihre eigene Sprache bestanden. Jetzt beharren die Kroaten auf ihrer. Es fängt an, Sprachen zu regnen." Manche fordern "die Notwendigkeit einer Vereinbarung, eines Bündnisses mit Russland .... und sei es auch nur, um an den Ostgrenzen Deutschlands das für das Gleichgewicht der Kräfte unerlässliche Gegengewicht wieder herzustellen."
The Progress of Esperanto. The Progress of the World. (Der Fortschritt des Esperanto. Der Fortschritt der Welt.) #ErsterEsperantoWeltkongreß "Eine bequeme Schlüsselsprache für die Menschheit. Nächsten August trifft sich eine Konferenz von Esperantisten aus allen Ländern in Boulogne, um den Erfinder des Esperanto, Dr. Zamenhof aus Warschau, zu begrüßen. Es ist leicht, über Esperanto zu spotten, vor allem, wenn man es nie gelernt hat, und es ist ganz natürlich, dass die Briten auf der Insel behaupten, dass Englisch die Sprache des Planeten sein sollte. Aber jeder, der jemals die Erfahrung gemacht hat, wie schwierig es ist, eine wirklich internationale Konferenz abzuhalten, muss mit Hochachtung und Dankbarkeit das Genie betrachten, dem es gelungen ist, eine rein künstliche, absolut logische und konsistente Schlüsselsprache zu entwerfen, die es Männern aller Sprachen ermöglicht, sich problemlos in einer Lingua franca miteinander zu unterhalten. Es sind viele Versuche unternommen worden, eine Schlüsselsprache zu konstruieren. Keiner von ihnen hat auch nur annähernd den Erfolg von Dr. Zamenhof erreicht, weder bei der Rahmung der Sprache auf einfachsten Linien noch bei der Sicherstellung ihrer Übernahme durch so viele lebende Völker. Die Konferenz in Boulogne, die eine Woche dauern wird und am 5. August beginnt, verspricht eine der interessantesten internationalen Konferenzen des Jahres zu werden. Ich hoffe, dass ich dort sein werde, und freue mich darauf, so viele meiner Freunde wie möglich zu sehen."
WANTED, A GREAT ANTI-GERMAN LEAGUE. (ERWÜNSCHT, EINE GROßE ANTIDEUTSCHE LIGA.)
Konflikte innerhalb Europas, welche später in den ersten Weltkrieg mündeten, wurden offensichtlich. "Das Problem für England ist daher, wie kann es die gefährlichen Tendenzen Wilhelms II. eindämmen?— An erster Stelle stehen die Partner Preußens im Deutschen Reich, wie Sachsen und Bayern, und an zweiter Stelle die Verbündeten Deutschlands im Dreierbund, nämlich Kaiser Franz Joseph und der König von Italien. Werden sie nicht eingreifen und Europa vor der Potsdamer Gefahr retten, die eine unendlich größere Bedrohung für das Wohlergehen der zivilisierten Welt darstellt .... ? .... Wenn es in Europa eine konstruktive Staatskunst gibt, dann sollten wir die Bildung eines großen Friedensbundes erleben, der all jene Nationen umfasst, die nicht nach den Gütern ihres Nachbarn verlangen. Die Krise verlangt nach einer Kombination. Vielleicht ist Frankreich heute an der Reihe, aber morgen sind wir an der Reihe. Jede Hauptstadt in Europa, von Christiania bis Den Haag, von Den Haag bis Madrid, von Madrid bis Budapest und von Budapest bis St. Petersburg, ist gemeinsam und einzeln daran interessiert, die verschlingenden Ambitionen, die in Potsdam im Mittelpunkt stehen, zu überwachen. .... Es ist offensichtlich, dass der große rote Drache der Apokalypse kein anderer als das Deutsche Reich sein kann." Die Frage, wer am Ersten Weltkrieg Schuld hatte, läßt sich nicht so einfach mit einem einzigen Schuldigen beantworten. Alle Nationalstaaten waren sehr auf sich fixiert. Die einen koloniserten die Welt, andere waren in Reiche integriert, welche nicht wirklich ihre waren. Und dazwischen Deutschland, das sich besonders benachteiligt fühlte. Zu jenen, die keinen eigenständigen Staat auf den Landkarten vorweisen konnten, gehörten die Polen. [se] 
THE RUSSIAN POLES OF TO DAY. Their Grievances and their Hopes. (DIE RUSSISCHEN POLEN VON HEUTE. Ihre Klagen und ihre Hoffnungen.) "Herr David Bell Macgowan trägt zum Juli-Jahrhundert einen sehr interessanten Bericht über das russische Polen in seiner heutigen Form bei. Er nennt seinen Artikel "Die Zukunft Polens", aber wichtiger ist, was darin über den "gegenwärtigen Zustand des Landes" gesagt wird. Er zitiert die folgende Aussage des polnischen Verfahrens gegen Russland aus dem Mund eines professionellen Mannes, der ein einflussreiches Mitglied der Nationalen Demokratie ist."
THE GRIEVANCES OF THE POLES. (DIE KLAGEN DER POLEN.) "Warum sollten die Polen loyal sein? fragte er:— Obwohl wir nur ein Zwölftel der Bevölkerung des Reiches ausmachen, versorgen wir heute, im Dezember 1904, vierzig Prozent der Truppen in der Mandschurei. Unsere Grundsteuern sind achtmal so hoch wie in Russland. Der Eisenbahntarif für Getreide beträgt fünfundsiebzig Kopeken von Odessa bis Warschau, zweiundneunzig Kopeken von Lublin, einer polnischen Stadt an derselben Eisenbahnlinie, und nur ein Fünftel bis Odessa. .... "
WHAT THE POLES WANT. (WAS DIE POLEN WOLLEN.) "Die Nationale Demokratie weigert sich, die Verpflichtungen der dreigliedrigen Loyalität anzuerkennen. Wir wollen zukünftige Unabhängigkeit, wie Ungarn. Für die Gegenwart fordern wir die Anerkennung rationaler Rechte, während wir im Russischen Reich bleiben. Dies ist das Programm der übergroßen Mehrheit des polnischen Volkes. Die Nationale Demokratie ist das wichtigste Organ für die Unterweisung des Volkes, insbesondere der Bauern und Handwerker, in der Geschichtsgeographie. Sie verbreitet eine immense Anzahl von Zeitungen, die in Galicien gedruckt werden. Es gibt spezielle Organe für die gebildeten Klassen, die Bauern, die Schulkinder. .... "
WHAT THE POLES ASK FOR. (WAS DIE POLEN VERLANGEN.) "Letztes Jahr wurden die Polen aufgefordert, anzugeben, was sie von der Regierung Russlands erhalten sollen:— ....
1. Die Verwendung der polnischen Sprache in den Schulen, an den Höfen und in den öffentlichen Ämtern.
2. Die Ernennung von Polen in allen öffentlichen Ämtern.
3. Selbstverwaltung auf Wahlbasis in Stadt und Land, ....
4. Gewissensfreiheit. ....
Die Forderungen der litauischen Polen, die etwa zur gleichen Zeit in Petitionen an Fürst Mirsky gestellt wurden, betrafen daher die Rechte einer Minderheitsbevölkerung. Sie bitten darum, Polnisch frei sprechen zu dürfen, auf Privatkosten Schulen in polnischer Sprache zu halten, ihren Gottesdienst frei von Belästigung zu verrichten sowie Land zu besitzen und Geschäfte zu den gleichen Bedingungen wie andere russische Untertanen zu betreiben. Mit anderen Worten, sie fordern die gleichen Privilegien, die deutsche Untertanen und Bewohner des Reiches bereits frei genießen."
WHAT HAS BEEN GIVEN THEM ? (WAS HAT MAN IHNEN GEGEBEN?) "Der Herausgeber des Jahrhunderts fügt dem Artikel von Herrn Macgowan die folgende Notiz bei:— Da der obige Artikel der Presse zur Verfügung gestellt wurde, hat der Zar in einem Reskript vom 16.(?) Mai 1905, viele der restriktiven Verordnungen, unter denen Polen gelitten hat, aufgehoben. Es wird die Erlaubnis erteilt, die polnische und litauische Sprache in den Grund- und Mittelschulen einzuführen; die Versammlungen der polnischen Adligen werden wieder eingerichtet; der Landkauf durch katholische Bauern ist erlaubt; und diese Maßnahmen, so versteht sich, sind von der örtlichen Selbstverwaltung durch den Zemstvo zu befolgen. Sollten diese Reformen in Kraft gesetzt werden, wird das Ergebnis eine völlige Umkehr der russischen Politik in Polen bedeuten."
PROGRESS OF ESPERANTO. (FORTSCHRITTE VON ESPERANTO.) .... Dr. Zamenhof selbst wird natürlich in Boulogne sein. ....
"DER ERSTE ESPERANTO-WELTKONGRESS" #ErsterEsperantoWeltkongreß ESPERANTO. In unserer Juli-Nummer enthielt "Progress" eine Mitteilung über den Kongress von Boulogne (der noch vor Erscheinen dieser Nummer abgeschlossen sein wird). Diese wurde ins Esperanto übersetzt, und da unsere Korrespondenten oft um ein Sprachexemplar bitten, gebe ich den Auszug aus der Boulogne Times vom 20. Juli wieder. Die Juli-Rundschau wird natürlich den Schlüssel liefern:— La Progresado de Esperanto.
Dum kiam regnestaro en la mondo sin konstante okupas pri la preparado de la milito, la idealistoj, kiuj tamen konservas por revo al paco, daurigadas sian laboradon en la mallumeco. .... "Werden unsere Leser, anstatt sich empört von dem obigen Absatz abzuwenden oder sich über ihn lustig zu machen, einen Moment innehalten und darüber nachdenken, ob es für Einheimische aus mindestens sechzig Ländern, die sich die Mühe gemacht haben, eine Woche lang Esperanto zu lernen, verständlich ist, ob nicht nur die Gelehrten, sondern auch das einfache Volk es lernen kann, und darüber nachdenken, dass ein in dieser Sprache herausgegebenes Manifest ein ungeheures Instrument für den Mann sein wird, der etwas über die Tendenz unserer Zeit zu gemeinsamen Anstrengungen für jede große Sache weiß.

I.— DR. ZAMENHOF, THE AUTHOR OF ESPERANTO. (DR. ZAMENHOF, DER AUTOR VON ESPERANTO.)
I.— ESPERANTO TO THE RESCUE. (ESPERANTO ZUR RETTUNG.)
II.— THE INVENTOR OF ESPERANTO. (DER ERFINDER DES ESPERANTO.)
III. — THE KEY-LANGUAGE OF THE WORLD. (DIE SCHLÜSSELSPRACHE DER WELT.)
IV.— THE INTERNATIONAL CONGRESS. (DER INTERNATIONALE KONGRESS.)
Ein Interview mit Zamenhof
I.— DR. ZAMENHOF, THE AUTHOR OF ESPERANTO. (DR. ZAMENHOF, DER AUTOR VON ESPERANTO.)
I.— ESPERANTO TO THE RESCUE. (ESPERANTO ZUR RETTUNG.)
"Erklären Sie mir, Herr Dr. Zamenhof", sagte ich zu dem bescheidenen Erfinder der neuen Schlüsselsprache der Welt, "sind Sie bereit, sind Sie bereit, den Versuch zu unternehmen, Österreich-Ungarn vor dem Ruin zu retten?"
"Wie?"sagte Dr. Zamenhof in einem Interview. Die Idee schien ihn nicht zu erschrecken, nicht einmal grotesk genug, um ein Lächeln zu provozieren. Für Esperantisten sind alle Dinge möglich. Dr. Zamenhof wartete geduldig auf eine Erklärung.
"Ich glaube, Sie können es schaffen", sagte ich. "Wenn Sie es nicht tun können, kann es niemand tun. Sie wissen natürlich, dass der Fels, an dem der Doppelstaat, das Imperium-Königreich, zerbricht, die Sprachenfrage ist. Die Magyaren rebellieren gegen die Verwendung des Deutschen als Militärsprache, in der das Befehlswort in der ungarischen Armee gegeben wird. Es ist Deutsch gewesen, und der Kaiser besteht darauf, dass es bis zum Ende der Zeit Deutsch bleiben muss. Die Ungarn schwören, dass ihre Soldaten von nun an kein deutsches Wort mehr verstehen werden. Sie müssen in Magyar oder gar nicht herumkommandiert werden. Die Dinge sind in einer Sackgasse. Und gegenwärtig geht es am menschlichen Verstand vorbei, sich einen Ausweg aus der Sackgasse auszudenken."
"Stimmt", sagte Dr. Zamenhof, "und es gibt keinen Ausweg. Sie werden sich trennen."
"Es sei denn," rief ich aus, "Sie kommen mit Esperanto zur Rettung. Es ist die letzte Hoffnung des großen mitteleuropäischen Reiches — des Königreiches. Die beiden Völkerschaften werden sich niemals darauf einigen, die Sprache des jeweils anderen als Verkehrssprache der Armee zu übernehmen. Die Deutschen behaupten, dass die Ersetzung der Magyaren in der Befehlsgewalt nur das Verlassen der Hoheitsgewässer bedeuten würde. Andere Nationalitäten würden dasselbe Privileg beanspruchen, und wir sollten anstelle einer Armee eine polyglotte Anarchie haben.
Wenn der Staat nicht zusammenbrechen soll, muss es eine einheitliche Sprache geben, in der alle Kommandowörter gegeben werden können. Das ist eine conditio sine qua non Nummer eins. Und diese Sprache muss eine Sprache sein, die keine nationalen oder rassischen Feindseligkeiten hervorruft. Deutsch ist das Symbol der Aszendenz. Ungarisch ist das Zeichen der sprachlichen Anarchie. Es scheint mir, in nüchternem Ernst gesprochen, dass in Esperanto, und nur in Esperanto, die einzige Hoffnung liegt, das österreichische Kaiserreich vor dem Zerfall zu retten. Esperanto erregt keine Vorurteile. Es ist das Symbol für keine Rassenherrschaft. Seine Annahme würde den Schrecken des sprachlichen Chaos für immer abwenden. Esperanto würde sofort die Einheit der militärischen Kommandowörter sichern und alle Befürworter der Desintegration entwaffnen, indem es einen einfachen, offensichtlichen, funktionierenden Kompromiss bietet, bei dem — durch die einheitlichen Notwendigkeiten der königlichen und kaiserlichen Armee mit den sensiblen, die die Eifersüchteleien aller verschiedenen Volksgruppen besitzenden Autoritäten der Habsburger moniert werden könnten".
Dr. Zamenhof schüttelte den Kopf. "Es wäre vielleicht machbar, sagte er, "wenn die Magyaren mit etwas anderem als ihrer eigenen Sprache zufrieden wären. Sie wollen nicht nur die deutsche Sprache ablegen, sondern die ungarische Sprache aufwerten. Esperanto könnte ihnen vielleicht Deutsch nehmen*, aber es würde ihr Streben nach der Etablierung des Ungarischen nicht befriedigen. Ich weiß, wie intensiv der Kampf um die Sprache ist. Habe ich es in Polen nicht gesehen? Nichts weniger als die Akzeptanz der eigenen Sprache befriedigt die revoltierende Nationalität".
Ich war widerwillig gezwungen, zuzugeben, dass der Doktor vielleicht Recht haben könnte. Sprache ist wie die Flagge. Sie ist ein Symbol, ein Sammlungspunkt. Das Oiflarnme der kämpfenden Nationalitäten ist ihre Sprache. Die Wiederbelebung des Bulgarischen ging der Befreiung Bulgariens voraus. Die Wiederbelebung der fast vergessenen irischen Sprache ist das bemerkenswerteste Zeichen der keltischen Wiederbelebung in Irland.
Wenn eine Nationalität beginnt, ihr Recht auf eine unabhängige Existenz geltend zu machen, besinnt sie sich auf ihre Muttersprache als Talisman des Sieges. Grammatiken und Wörterbücher sind die Waffen der philologischen Rebellion, und die Leidenschaft des Volkes teilt die wilde Begeisterung des mittelalterlichen Grammatikers für korrekte Theorien unregelmäßiger Verben. Aber ich konnte die letzte Hoffnung auf eine österreichisch-ungarische Rettung nicht so leicht aufgeben.
"Es mag so sein", sagte ich zu Dr. Zamenhof. "Das Schicksal Österreichs mag im Buch der Schicksale geschrieben stehen. Aber wenn der Fall nicht so verzweifelt ist, dann bietet Esperanto eine goldene Brücke über die Kluft, die sich vor dem Kaiserkönig auftut."
"Haben Sie entweder Österreicher oder Ungarn zu diesem Thema befragt?" fragte Dr. Zamenhof.
"Der einzige Untertan und Freund des Kaiser-Königs, mit dem ich die Frage diskutierte, war wütend. Er war ein Botschafter, ein großer Philologe, der den Schlüsselsprachen aller Art viel Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Als Philologe bevorzugte er Volapük und verabscheute Esperanto. Aber als Staatsmann gab er vorbehaltlos zu, dass die fast unvorstellbare Leichtigkeit, mit der Esperanto erworben werden konnte, einen neuen Faktor in die Beziehungen zwischen Staaten und Nationalitäten einführte".
"Ich erinnere mich", sagte Dr. Zamenhof, "seine Hauptbeschwerde gegen Esperanto war, dass es so leicht zu erlernen war, dass, um seine eigenen Worte zu zitieren, schurkische Anarchisten mit einer Grammatik und einem Wörterbuch in einem halben Dutzend Lektionen ganz ausreichend Esperanto erwerben konnten, um auf der ganzen Welt miteinander kommunizieren zu können".
"Ja", antwortete ich. "'Eine Sprache der Diebe' nannte er sie, die als Gefahr für die Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung in Europa unterdrückt werden sollte. Volapük, sagte er, sei viel höher in der Skala. Es sei ebenso schwer zu erlernen wie jede andere Sprache, ob alt oder modern.
Aber Esperanto — es war so einfach zu lesen, so konsequent, — so elementar, dass es jeder in einem Monat lernen konnte; und wo wäre dann die nutzlose Barriere der sprachlichen Unterschiede, die gegenwärtig die internationalen Träume der Sozialisten undurchführbar macht? Aber der gute Diplomat sah nicht, dass Esperanto in seinem eigenen Staat ein Instrument bot, das im Interesse des Souveräns so eingesetzt werden konnte, wie er befürchtete, dass es im Interesse der kosmopolitischen Revolution eingesetzt werden könnte".
"Nun", sagte Dr. Zamenhof, "was könnte man tun?"
"Gesucht wird ein militärisches Lehrbuch in drei Sprachen — Deutsch, Esperanto und Ungarisch.
Wenn alle Befehlswörter in parallelen Spalten nebeneinander gedruckt sind — Esperanto in der Mitte, Deutsch und Ungarisch auf beiden Seiten — dann können die Staatsmänner von Wien und Budapest mit der Diskussion der Frage beginnen. Produzieren Sie Ihr Lehrbuch!" rief ich aus.
"Lassen Sie Ihren besten magyarischen Militär-Esperantisten eine so kleine Broschüre zusammenstellen und die Sache wird für sich selbst sprechen. Vorurteile und Apathie sind vielleicht zu stark. Aber Sie werden Ihre Pflicht getan haben, auch wenn Sie scheitern. Wenn Sie Erfolg haben, wird eine große europäische Krise durch Esperanto abgewendet worden sein, dessen Name und Ruhm bis an die äußersten Enden der Erde reichen wird".
Ich bin nicht ohne Hoffnungen, dass Dr. Zamenhof auf diese Anregung hin handeln kann. Welchen Empfang sie bei den streitenden Parteinehmern in Wien und Budapest finden wird, lässt sich nicht sagen. Aber die bloße Erörterung einer solchen Lösung bringt Esperanto als einen möglichen Faktor von erster Bedeutung in den politischen und militärischen Angelegenheiten des zwanzigsten Jahrhunderts ins Spiel.

II.— THE INVENTOR OF ESPERANTO. (DER ERFINDER DES ESPERANTO.) #ErsterEsperantoWeltkongreß
Dr. Zamenhof, der gestern noch als Spinner angesehen wurde, erlangt heute weltweite Anerkennung als weltweiter Wohltäter. Der Kongress der Esperantisten in Boulogne im vergangenen Monat markiert den Übergang von der Periode der Unklarheit und des Spottes zu einer festen Grundlage für die allgemeine Anerkennung. Eine neue Maschine für den Personen- oder Gütertransport zu erfinden, das Teleskop zu verbessern oder zu entdecken, wie man die Leistung des Mikroskops steigern kann — all dies sind bemerkenswerte Errungenschaften auf ihre Art. Aber um wieviel größer die Aufgabe, der sich Dr. Zamenhof nicht erfolglos widmete! Eine Sprache für die universelle Menschheitsfamilie zu schaffen, aus den unzähligen Dialekten der menschlichen Rasse ein gemeinsames Vehikel für den Austausch von Gedanken, für den Ausdruck von Emotionen zusammenzusetzen — das war sicherlich ein ebenso kühnes Unterfangen, wie es ehrgeizige Menschenkinder immer wieder in die Vernichtung gelockt hat. Und doch hat Dr. Zamenhof dieses wunderbare, fast unglaubliche Werk vollbracht, mit einem Erfolg und einer Vollständigkeit, die fast unglaubwürdig ist.
Eine solche Aufgabe in der Kindheit zu übernehmen, sie inmitten aller möglichen Entmutigungen im Erwachsenenleben unbeirrt zu verfolgen und nun zu sehen, wie sein Esperanto mit einhelliger Begeisterung von einem großen internationalen Kongreß begrüßt wurde, der von Tag zu Tag den Nutzen der neuen Sprache als Schlüssel zu allen Sprachen unter dem Himmel bewies — das war Dr. Zamenhofs glückliches Glück. Die Geschichte einer solchen Romanze unserer letzten Tage ist es wert, erzählt zu werden.
Dr. Zamenhof ist ein Russe aus Litauen. Er wurde in Białystok, einer Kleinstadt in Grodno, geboren, drei Jahre nach dem Ende des Krimkrieges, in dem Jahr, als Napoleon in seinen italienischen Feldzügen dem Prinzip der Nationalität die Schutzherrschaft des Reiches übertrug. Er ist daher heute erst sechsundvierzig Jahre alt. Seine Eltern scheinen sich in vergleichsweise einfachen Verhältnissen befunden zu haben. Sie waren jedenfalls wohlhabend genug, um den jungen Zamenhof zunächst auf das Gymnasium und danach auf die Universität zu schicken.
Die ursprüngliche Inspiration, die ihn dazu brachte, sein Leben der Bildung von Esperanto zu widmen, führt er auf das Spektakel zurück, mit dem er in den Straßen seiner Geburtsstadt ständig konfrontiert wurde. Am Knie seiner Mutter wurde ihm im Heiligtum der Heimat gelehrt, dass alle Menschen Brüder seien — dass Gott alle Völker, die auf Erden wohnen, aus einem Blut gemacht habe, dass Brüderlichkeit und Menschlichkeit die großen Worte des 19. Jahrhunderts. Doch als er über die Schwelle trat, fand er sich in einer Welt wieder, die auf der Verleugnung dieser grundlegenden Elemente der christlichen Religion beruhte. Białystok war von Russen, Polen, Deutschen und Juden bewohnt. Jede dieser vier Völkerschaften lebte für sich allein. Für die Polen waren die Russen Ausländer.
Die Juden hatten keinen Umgang mit den Deutschen. Dass alle einander angehörten, war das Letzte, was den vier Völkern Białystoks bewusst war. Vielmehr waren sie alle untereinander verfeindet, Rivalen zumindest, wenn nicht sogar Feinde, und jeder war in das tägliche Studium vertieft, wie er seine eigenen Interessen auf Kosten seiner schwächeren Nachbarn verteidigen konnte. Zamenhof war verblüfft über den Kontrast zwischen den Realitäten in Białystok und den ethischen Idealen seiner Heimat. Wie ein Kind sinnierte er viel über die Ursachen dieses Kontrastes. Er sah, dass irgendwo etwas nicht stimmte. Aber wie oder warum die Dinge so gegensätzlich zu dem waren, was sie sein sollten, konnte er nicht entdecken. Endlich schien es dem grübelnden Kind, dass der Unterschied in der Sprache, durch den sich jede der vier Sektionen seiner Mitbürger wie hinter einem Wall verschloss, das Zeichen, wenn nicht gar der Ursprung des Mangels an Brüderlichkeit war, der ihm so schrecklich erschien. Seine Schlussfolgerung, die bei jedem Schritt bestätigt wurde, war, dass die Vielfalt der Sprache die einzige oder zumindest die Hauptursache ist, die die Menschheitsfamilie trennt und in feindliche Lager spaltet. Ob richtig oder falsch, der Junge glaubte, er habe den Teufel und den wahren authentischen Antichristen der Welt gefunden.
Die Zungenverwirrung, die das Alte Testament mit dem Turmbau zu Babel verbindet, schien ihm eine Art zweiter Sündenfall zu sein. Durch Evas Übertretung fiel der Mensch, aber durch die Sprachverwirrung verlor die Menschheit ihre Einheit und wurde kopfüber auf den abwärts führenden Weg zu endlosem Streit getrieben. Wie es oft bei glühenden Naturen geschieht, geht die Weihe des Lebens an hohe Bestrebungen auf eine klare Wahrnehmung konkreten Unrechts zurück. Der Kampf um die Erlangung des Himmels wird oft durch eine schrecklich lebendige Vision der Hölle eingeleitet, und der Teufel hat auf diesem Weg oft als unfreiwilliger Schulmeister gehandelt, um die Menschen zu Christus zu führen. Der junge Zamenhof hat seinen Teufel ausfindig gemacht. "Bist du da, o mein Feind?
So nimm denn, übler Schurke! "So weise war er schon als Jugendlicher auf dem Kriegspfad, und auf dieser Linie kämpft er bis heute.
Und mit der Vision des grässlichen Hasses und der vergeudeten Unzufriedenheit, die durch die Verwirrung der Zungen entstand, kam ihm eine frohe Prophezeiung über einen möglichen Sieg.
In "A Glance Behind the Curtain" legt Lowell dem Cromwell einige Überlegungen in den Mund, die für den prophetischen Instinkt des Jungen Zamenhof so relevant sind, dass ich mich nicht entschuldigen muss, sie ausführlich zu zitieren:—
Möglicherweise
Bin ich einer, der vom allmächtigen Arm erhoben wird
Um der ganzen Welt eine große Wahrheit zu bezeugen.  ....
Ob Dr. Zamenhof ein religiöser Mann im herkömmlichen Sinne des Wortes ist oder nicht, weiß ich nicht.
Dass er, nachdem er die Verheißung des Kommens der Stadt Gottes, in der die Menschen in einer Rede sprechen und in Einheit zusammenleben werden, schon in weiter Ferne gesehen hat, sehr tapfer nach vorne drängte, um seinen Teil zur Verwirklichung seines Ideals beizutragen, kann nicht geleugnet werden. Wie diejenigen, die die Verheißungen empfangen hatten, wandelte er im Glauben, als sähe er die Dinge unsichtbar. Als Junge, so erzählt er uns naiv, glaubte er, dass "Erwachsene" allmächtige Macht besäßen, und er versprach sich selbst, dass er, wenn auch er erwachsen sei, dieses Übel der gegenseitig unverständlichen Sprachen völlig zerstreuen würde. Die schöne Vision verblasste. Als er in seine Jugendjahre kam, erkannte er, dass die Allmacht der Erwachsenen stark eingeschränkt war. "Eine nach der anderen warf ich meine verschiedenen kindlichen Utopien beiseite, aber den Traum von einer einzigen Sprache für die ganze Menschheit konnte ich nie zerstreuen. Auf düstere Art und Weise, ohne festgelegten Plan, lockte er mich in gewisser Weise an. Dr. Zamenhof folgte dem Glanz. Er absolvierte das Gymnasium mit Kenntnissen in Russisch, Polnisch, Französisch und Deutsch.
"Ich spreche kein Englisch", sagte Dr. Zamenhof.
"Aber als Schriftsprache ist sie mir nicht unbekannt.
Ich übersetzte 'Hamlet' ins Esperanto, und in der Tat verdankt Esperanto der englischen Sprache viel".
"Es ist der Erbe aller Sprachen", sagte ich. "Ein Esperantist bewies mir beim Frühstück, dass seine Wurzeln unvoreingenommen den lateinischen, germanischen und russischen Sprachen entlehnt sind. Aber in welcher besonderen Weise hat Englisch geholfen?"
"Es war, als ich in der fünften Klasse des Gymnasiums war", sagte Dr. Zamenhof, "als ich nach langem mühsamen Durchackern der griechischen und lateinischen und französischen und deutschen Grammatiken zum ersten Mal auf Ihre englische Sprache stieß. Ah, was für eine Erleichterung! Die Einfachheit Ihrer Grammatik hat mich verzaubert. Ich sah, dass die ungeheure Komplexität der grammatikalischen Formen keine Notwendigkeit war, sondern lediglich das blinde Ergebnis einer zufälligen Geschichte. Das gab mir den Hinweis auf die Vereinfachung der Sprache; auf die Eliminierung aller unnötigen Formen, die Reduktion der Wissenschaft der Sprache auf ihre rudimentären Elemente; und führte mich schließlich zu der winzigen esperantistische Grammatik, die nur wenige Seiten füllt".
"Der erste Lichtstrahl, haben Sie gesagt, war englisch. Was war der zweite?"
"Russisch. Es kam, als ich in der sechsten oder siebten Klasse am Gymnasium war. Eines Tages bemerkte ich die Schilder an den Schaufenstern. Es gab einen Getränkeladen, einen Süßwarenladen und so weiter. Plötzlich dämmerte es mir, dass ich mit Hilfe von Suffixen aus einem Wortstamm eine unendliche Anzahl von Wörtern machen könnte. Ich spürte den Boden unter meinen Füßen. 'Heureka!' Ich weinte, und von diesem Moment an arbeitete ich hart an der Idee der Suffixe.
Endlich stand der Mechanismus der Sprache vor mir, als läge er auf meiner Handfläche, und inspiriert von Liebe und Hoffnung begann ich, systematisch zu arbeiten.
"Wann wurde die Sprachbombe ausgelöst?"
"Wir betrachten den 5. Dezember 1878 als den Geburtstag.
Ich war damals in der achten Klasse des Gymnasiums, und wir feierten mit meinen Mitschülern die Geburt der neuen Sprache und sangen eine Hymne, deren einleitende Worte die Hoffnung, die in uns lag, hinreichend deutlich machen.
Und hier, um dem Leser die neue Sprache im Originaltext, in dem der Gründer seine Bestrebungen verkörperte, vorzustellen, drucke ich in Esperanto die erste Strophe des esperantistischen Hymnus nach, eine Art internationale "Marseillaise", die in Boulogne immer wieder gesungen wurde, .... :—
    "La Espero" in Esperanto.
En la mondon venis nova sento,
Tra la mondo iras forta voko ;
Per flugiloj de facila vento
Nun de loko fluju gi al loko.  ....
Da haben Sie den Grundton des Esperanto. Es ist der verkörperte Ausdruck der Hoffnung des Menschen, der artikulierte Schrei der Menschheit nach der Verwirklichung jener "lieben und zukunftsweisenden Vision, die eifrige Herzen erwarten", wenn von Mensch zu Mensch die ganze Welt von Brüdern .... sein soll.
Doch obwohl er dem Schein über Bergketten gigantischer Lexika und durch Sumpfgebiete von Grammatiken folgte, verlor er manchmal den Mut. Die Sprache der Menschen schien ihm manchmal ein so kolossales und doch so verräterisches Instrument zu sein, dass er oft ausrief: "Weg mit den Träumen! Diese Arbeit ist jenseits der menschlichen Kräfte." Aber trotz alledem kehrte er immer wieder zu seinem Traum zurück. Er hielt ihn, wie die Suche nach dem Heiligen Gral die Ritter am Hofe König Artus' einschränkte. Auch durfte er nie lange den Wanderfeuern folgen.
Über die Zeit, als er vom Gymnasium in die zweite Klassische Schule in Warschau wechselte, erzählt er uns: "Ich war eine Zeitlang von den toten Sprachen verführt und träumte, dass ich eines Tages durch die Welt reisen und die Menschheit mit flammenden Worten dazu bewegen würde, eine dieser Sprachen für den allgemeinen Gebrauch wiederzubeleben.
Später, ich weiß nicht mehr, wie, kam die Überzeugung zu mir, dass das unmöglich sei, und ich begann undeutlich von einer neuen und künstlichen Sprache zu träumen.
Herr Malthus Holyoake, so scheint es, schwelgt immer noch in dem vergeblichen Traum, dass alle Nationen dazu gebracht werden können, sich darauf zu einigen, eine ihrer eigenen Sprachen als lingua franca der Menschenvölker anzunehmen. Es ist der vergeblichste aller vergeblichen Träume.
Kein Volk ist so allgemein vertraut und geliebt, dass es auf die Annahme seiner Sprache als Schlüsselsprache der Welt hofft. Solche "Wanderfeuer" eitler Phantasie mögen andere in die Irre führen, aber Dr. Zamenhof kehrte bald zum wahren Glauben zurück.
Doch obwohl er seiner Entdeckung treu blieb, schreckte er anfangs vor der Arbeit der Propaganda zurück. Nachdem er 1878 den Geburtstag der Sprache gefeiert hatte, ging er an die Universität, wo er, da er sah, dass er in einer glorreichen Minderheit war, und nichts anderes als Spott und Verfolgung voraussah, beschloss, seine Arbeit vor den Augen aller zu verbergen:—
Fünfeinhalb Jahre lang, während ich an der Universität war, habe ich mit niemandem darüber gesprochen. Das war eine sehr schwierige Zeit für mich. Die Geheimniskrämerei quälte mich. Da ich gezwungen war, meine Gedanken und Pläne sorgfältig zu verbergen, ging ich kaum irgendwo hin, nahm an nichts teil, und die angenehmste Zeit des Lebens — die Studentenjahre — war für mich die traurigste. Manchmal bemühte ich mich, Ablenkung in der Gesellschaft zu finden, aber ich fühlte mich als Fremder, seufzte und ging weg, und von Zeit zu Zeit erleichterte ich mein Herz, indem ich Gedichte in der Sprache schrieb, die ich erwählte.
Dieser Aufenthalt in der Einöde wurde nicht verworfen.
Er entdeckte viele Möglichkeiten, seine Sprache noch weiter zu vereinfachen, und was noch wichtiger war, das Werk seiner Hand begann zu leben. Er erzählt uns, dass er einige Zeit, nachdem er aufgehört hatte, wörtliche Übersetzungen anzufertigen, und begonnen hatte, in Esperanto zu denken.
"Ich bemerkte, dass die Sprache, mit der ich mich beschäftigte, nicht mehr nur ein schemenhaftes Abbild der Sprache war, aus der ich zufällig übersetzte, und dass sie von ihrem eigenen Leben durchdrungen und von einem eigenen Geist durchdrungen wurde und eine Physiognomie annahm, die richtig definiert, klar ausgedrückt und unabhängig von jedem anderen Einfluss war. Meine Rede floss aus sich selbst heraus, flexibel, anmutig und völlig ungehemmt, genau wie meine lebende Muttersprache.
"Ich versuchte 1885 zu lehren, sobald ich die Universität verlassen hatte, und begann mein Leben als Arzt. Zwei Jahre lang suchte ich vergeblich nach einem Verleger. Endlich fand ich einen, der es zunächst versprochen hatte, aber nach sechs Monaten lehnte er die Veröffentlichung ab. Im Juli 1887 veröffentlichte ich auf eigene Kosten mein erstes Flugblatt. Es trug den Titel
'Eine internationale Sprache. Von Dr. Esperanto'
"Bevor ich diese Broschüre veröffentlichte, war ich sehr verblüfft — ich hatte das Gefühl, dass ich vor dem Rubikon stand.
Ich wusste, was für ein Schicksal einem Arzt widerfährt, der auf die Öffentlichkeit angewiesen ist, wenn diese ihn für einen Visionär hält, oder für einen Mann, der sich mit Nebensächlichkeiten beschäftigt. Ich fühlte, dass es meinen ganzen zukünftigen Seelenfrieden, meinen Lebensunterhalt und den meiner Familie aufs Spiel setzte, aber ich konnte die Idee nicht aufgeben, die in meinen Körper und mein Blut eingedrungen war, und . . . Ich überquerte diesen Rubikon."
Der Erfolg war anfangs gering. Das Wissen, dass der junge Arzt ein kleiner Spinner war, sprach in seiner Praxis gegen ihn.  Jahrelang gab er jeden erdenklichen Pfennig für die Veröffentlichung seiner Bücher aus. Bis zum heutigen Tag widmet er seine ganze Zeit, nachdem er sechs Stunden in seinem Beruf als Spezialist für Augenkrankheiten verbracht hat, der Verbreitung der Botschaft. Aber in diesen Tagen der Entbehrungen und Anfechtungen hat er unerschrocken weitergemacht. Er ist ein großartiger Typus eines bescheidenen, pensionierten, wissenschaftlichen Professors, der sich mit Leib und Seele der Förderung der Aufgabe, der er sein Leben gewidmet hat, geweiht hat. M. Gaston Moch von den Pariser Pacifiques, der jetzt eine Esperantistische Friedensgesellschaft gegründet hat, war einer seiner frühesten und enthusiastischsten Konvertiten. M. Moch wird diesen Herbst auf Esperanto vor dem Friedenskongress in Luzern sprechen und in derselben Stadt eine Konferenz der Esperantistischen Pazifisten abhalten, auf der Delegierte aus allen Ländern über die Verfassung der neuen Gesellschaft auf Esperanto debattieren werden.
"Ich bin ein Weltbürger", sagt M. Moch, "ich spreche Esperanto, das die Sprache meines Landes ist. Ich bin in der Provinz Frankreichs geboren, deren Provinzdialekt ich auch verwenden kann, aber ich ziehe die Sprache der Welt vor", sagt M. Moch.
Dr. Zamenhof ist ein zerstreuter Professor des alten deutschen Typs. Er ist bescheiden, anspruchslos, genial und bescheiden. Er hat die meiste Zeit seines Lebens in Warschau verbracht.
Bis zu diesem Jahr hatte er noch nie Westeuropa besucht, und bis zu seinem Besuch in Folkestone im vergangenen Monat hatte er noch nie eine Seereise unternommen. Sein ganzes Leben lang lebte, dachte, träumte und schuftete er in der Verfolgung seines großen Ideals — einer Schlüsselsprache, die einfach genug ist, um von allen Nationen der Welt leicht erlernt zu werden. Seine Idee ist seine reale Welt. Große Welthauptstädte, prächtige Paläste, stattliche Monumente — all das sind nur Schatten im Land der Idee, ein Mann von mittlerer Statur, mit Schläfen, die sich groß über den Augenbrauen erheben, erinnert er mich an eine seltsame Kombination zwischen M. Bloch und Dr. Dillon. Ein Bart, kurz geschnitten und mit mit den Jahren ergraut, oben auf dem Kopf unschuldig behaart, mit einer Brille, die nie auf seiner Nase fehlt, und oft eine Zigarette zwischen den Lippen, so war also der große kleine Mann, der letzten Monat in Paris und Boulogne als einer der Helden und Wohltäter seines Alters begrüßt wurde.

III. — THE KEY-LANGUAGE OF THE WORLD. (DIE SCHLÜSSELSPRACHE DER WELT.)
Nichts kann törichter sein, als den Esperantismus anzugreifen, als ob sich die Esperantisten auf eine Mission der Zerstörung gegen alle existierenden Sprachen begeben würden. Der Befürworter einer transkontinentalen durchgehenden Eisenbahnverbindung denkt nicht an den Ruin der nationalen und lokalen Eisenbahnen. Ebenso wenig verunglimpft Dr. Zamenhof in seinem Eintreten für Esperanto als universelle Zweitsprache jeder Nation die Sprachen, in denen die Literatur der Welt geschrieben worden ist.
In dem Jahrtausend, das Dr. Zamenhof voraussieht, wird die Menschheit universell zweisprachig sein. Jeder wird seine eigene provinzielle Sprache pflegen, aber jeder wird Esperanto als internationales Idiom beherrschen, das, ohne sich in die inneren Angelegenheiten oder das Privatleben der Nationen einzumischen, zur wissenschaftlichen Amts- und Handelssprache der ganzen Menschheitsfamilie werden würde.
Bisher war Esperanto den lokalen Sprachen nicht feindlich gesinnt, sondern hat bereits dazu beigetragen, diejenigen anzuregen und zu ermutigen, die versuchen, den Gebrauch so alter Sprachen wie dem Irischen wiederzubeleben. Als ich in Boulogne war, erhielt ich ein Rundschreiben der irischen Nationalversammlung, das in parallelen Spalten in Irisch und Esperanto gedruckt wurde. Die Existenz einer neutralen, unabhängigen, universellen, gemeinsamen Verkehrssprache gibt all den kleinen Sprachen der kleinen Völker, die von der Auslöschung bedroht waren, neues Leben. Esperanto wird von den kleinen Nationalitäten viel mehr geschätzt als von den großen Sprachgruppen. Es besteht zumindest eine Chance, dass Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch oder Russisch als Zweitsprache angenommen wird, aber wer träumt davon, jemanden zu finden, der Irisch, Walisisch, Flämisch, Baskisch oder Bulgarisch annimmt? Wenn diese kleinen Nationalitäten ihre Sprache bewahren wollen, ohne gleichzeitig entweder ihre Selbstachtung opfern oder sich dem internationalen Haushalt entfremden zu müssen, ist Esperanto ihre einzige Hoffnung.
Was ist dann Esperanto? Es wird als die am leichtesten zu erlernende Sprache der ganzen Welt bezeichnet. Es ist das flexibelste, einfachste und leichteste Instrument für den Ausdruck menschlicher Gedanken und Gefühle, das der Mensch bisher erfunden hat. Laut Dr. Zamenhof kann "meine gesamte Grammatik in einer Stunde perfekt gelernt werden".
Durch ein ausgeklügeltes, aber perfekt verständliches System von Präfixen und Suffixen hat er die Sprache so vereinfacht, dass die ganze Arbeit des Lernens darin besteht, sich etwa 2.000 Wörter zu merken. Er stellt fest, dass "der Erwerb dieser reichen, wohlklingenden, universell verständlichen Sprache keine Angelegenheit von Jahren mühsamer Studien ist, sondern nur die leichte Belustigung einiger Wochen".
Wie wird dieses Wunder erreicht? Dr. Zamenhof erzählt uns, dass er Jahre damit verbrachte, die Sprache auf ihre letzten Elemente zu reduzieren. Er sagt:— "Ich habe eine vollständige Zerlegung von Ideen in unabhängige Wörter eingeführt, so dass die gesamte Sprache nicht aus Wörtern in verschiedenen grammatikalischen Beugungszuständen, sondern aus unveränderlichen Wörtern besteht. Er wählte aus dem Griechischen, dem Lateinischen, dem Deutschen, dem Russischen und dem Englischen die Wurzeln der Wörter aus, und auf diesen Grundlagen, von denen viele allen Sprachen gemeinsam sind, baute er eine Sprache auf, die in der Lage ist, in der Übersetzung alle Ideen auszudrücken, die Shakespeare in "Hamlet" oder Dickens in seinem "Weihnachtslied" zum Ausdruck brachte."
Die Form und Aussprache dieser Stammwörter variieren nie. Dr. Zamenhof fügt ihnen entweder vor oder hinter den Wörtern solche Zusätze hinzu, die notwendig sind, um die verschiedenen Bedeutungsschattierungen auszudrücken. Er hat dies so weit getragen, dass sein internationaler Wortschatz, mit dessen Hilfe jeder alles auf Esperanto lesen kann, aufgrund der hochsynthetischen Struktur der Sprache ein bloßes Flugblatt ist, das in einem Notizbuch oder in der Westentasche mitgeführt werden kann.
Es gibt achtundzwanzig Buchstaben auf Esperanto — zwei Cs, zwei Gs, zwei Hs, zwei Js, Ss und zwei Us. Es gibt weder Q, X noch Y. Jeder Buchstabe hat seinen eigenen Klang.
Jedes Wort wird genau so ausgesprochen, wie es geschrieben wird.
Es gibt keine stummen Buchstaben; wo h geschrieben wird, wird es ausgesprochen. Jedes Wort wird auf der vorletzten Silbe akzentuiert. Es gibt keine unregelmäßigen Verben.
Es gibt keinen unbestimmten Artikel; der bestimmte Artikel la ist unveränderlich. Die Wortteile sind am Schlussvokal zu erkennen. Der Vater ist Patro. O ist das Substantiv. A (Patra) macht das Adjektiv väterlich; e (Patre) ist das Adverb väterlich. Der Infinitiv des Verbs wird gebildet durch i (Patri), zum Vater. Die Vokale A, E, I, O, die zur gemeinsamen Wurzel hinzugefügt werden, bilden Adjektiv, Adverb, Verb bzw. Substantiv. Indem wir die Vokale regelmäßig wechseln, erhalten wir die Konjugation des Verbs. Aus Ami (lieben) wird Mi amas (ich liebe); Mi amis (ich liebte); Mi amos (ich werde lieben); Mi amus (ich würde lieben); Amu (gebieterische Liebe). So verhält es sich mit den Partizipien, wobei Amanta, Aminta, Amonta steht für lieben, geliebt haben, im Begriff zu lieben; und Amata, Amita und Amota für gegenwärtige, vergangene und zukünftige passive Partizipien. Es gibt nur eine Konjugation, mit Aktiv- und Passivformen, und alle Verben werden gleich konjugiert.
Die Aussprache, die einheitlich ist, folgt der allgemeinen kontinentalen Aussprache der Vokale; die weichen c, g, h, j und s werden durch einen Zirkumflex unterschieden, oder wenn der Drucker keine Akzente hat, können sie ch, gh, hh, jh und sh geschrieben werden. J wird für y verwendet; mit einer Zirkumflex wird es wie s in Vision ausgesprochen, und hh wird wie ch in loch ausgesprochen.
Wer Esperanto studieren möchte, findet am Ende des Artikels eine Liste von Lehrbüchern.
Hier kann es jedoch gut sein, das Vaterunser zu drucken, in Esperanto, Latein und Englisch:—
Esperanto. Patro nia, kiu estas en la ĉielo,
Latin. Pater noster qui es in coelis.
English. Our Father which art in Heaven.  (Vater unser, der du bist im Himmel.) ....
Der Vergleich, Satz für Satz, des Vaterunsers in drei Sprachen wird es dem Leser ermöglichen, sich eine Vorstellung von den Ansprüchen der drei Konkurrenten zu machen. Latein war die Schlüsselsprache der westlichen Welt, Englisch ist die Schlüsselsprache der englischsprachigen Welt, Esperanto wird die Schlüsselsprache der ganzen Welt sein. In den Augen der Engländer ist es durch seine fremdsprachliche Aussprache, seine Zirkumflexe und Akzente und auch durch die Verwendung von j für y beeinträchtigt. Aber in Fragen der Aussprache haben die Engländer selbst nicht ein Wort zu sagen, und wenn die Einheitlichkeit der Aussprache unabdingbar ist, sind Akzente und Zirkumflexe unvermeidlich.

IV.— THE INTERNATIONAL CONGRESS. (DER INTERNATIONALE KONGRESS.)
"Alles schön und gut", spotteten die Skeptiker, "die Sprache scheint einfach und konsistent genug. Aber niemand wird sich die Mühe machen, eine Sprache ohne Literatur zu lernen, und keine Bemühung, die mit Akzenten und Hinweisen unternommen werden kann, kann die vielfältigste Art der Aussprache verhindern". Die Antwort auf diese Einwände ist der Kongress, der gerade in Boulogne stattgefunden hat. Er war die wirksamste und schlüssigste Widerlegung all des Gequäkels der Ungläubigen. Der Kongress, der eine Woche dauerte, war von Anfang bis Ende ein glänzender Erfolg. Der führende Avocat von Boulogne, M. Michaux, der Gastgeber von Dr. Zamenhof war, muss zu der bewundernswerten Art und Weise beglückwünscht werden, in der das Verfahren von der ersten bis zur letzten Minute reibungslos durchgeführt wurde. Die Stadtverwaltung, das Rathaus, das Casino, das Theater standen den Gästen zur Verfügung. Boulogne war en féte.
Die grüne Fahne der Esperantisten und der grüne Stern der Esperantisten waren überall als "Beweis" zu sehen. Hunderte von Delegierten aus zweiundzwanzig verschiedenen Ländern verbrüderten sich mit außergewöhnlichem Enthusiasmus. Dr. Zamenhof stand natürlich im Mittelpunkt der ganzen Demonstration. Seine Frau, eine angenehme und liebenswürdige Dame, die keine andere Sprache als Russisch" und Esperanto sprach, wurde respektvoll begrüßt und sprach fließend mit Männern und Frauen verschiedener Nationalitäten. Ihre Erfahrung war die jedes anderen Kongressmitglieds. Die Leichtigkeit, mit der sich Fremde unterhielten, war unglaublich. Die vielbeschworenen Unterschiede im Akzent und in der Aussprache gab es nicht. Für das geschickte Ohr war es zweifellos möglich zu erkennen, ob die Esperantistin Engländerin oder Italienerin, Deutsche oder Russin war. Aber der Unterschied zwischen ihren jeweiligen Aussprachen war nicht mehr als der Unterschied zwischen dem englischen und dem amerikanischen Akzent und weniger als der Unterschied zwischen der Sprache der Männer von Rouen und der der Männer von Marseille. Wenn man bedenkt, dass sich die Kongressisten zum ersten Mal trafen und dass es für viele das erste Mal war, dass sie es wagten, Esperanto für Konversationszwecke außer mit Mitgliedern ihrer eigenen nationalen Gruppe zu benutzen, war es außergewöhnlich, wie leicht sich die neue Sprache als ein Instrument erwies. Für das Oratorium, für die Poesie, für Disputationen, für Musik, für Heiterkeit und zum Flirten wurde Esperanto auf die Probe gestellt, und nicht für mangelhaft befunden.
Es ist keine schöne Sprache, mit englischen Augen betrachtet; es gibt zu viele J's, als dass sie anders wäre als eifersüchtig. Aber wenn sie gesprochen wird, ist sie so musikalisch wie das Italienische.
Im Theater hatten wir ausgiebig Gelegenheit, das neue Instrument des menschlichen Zusammenlebens zu erkunden. Wir hatten Bühnenstücke, Rezitationen, Reden, Lieder, Dialoge, und sie liefen alle gut. Das Publikum verfolgte alles mit dem größten Interesse und der größten Wertschätzung.
Beim Bankett sprachen die Vertreter von achtzehn verschiedenen Nationalitäten achtzehn Toasts aus, und alle standen einander gegenüber. Eine kluge kleine Komödietta, "Heirat per Telefon", wurde von zwei jungen Pariser Delegierten, die erst im letzten Jahr begonnen hatten, Esperanto zu lernen, bewundernswert vorgetragen. Die absolute Leichtigkeit und Sprachbeherrschung, die sie an den Tag legten, hätte kaum übertroffen werden können, wenn es ihre Muttersprache gewesen wäre. Eine von Molières Komödien wurde von einer Truppe esperantistischer Amateure aus neun Nationalitäten, die sich vor dem Kongress noch nie getroffen hatten und von denen die meisten Molières nicht im Original lesen konnten, mit großem Elan gespielt. Eine esperantistische Übersetzung einer klassischen französischen Komödie nach nur einer Probe auf den Brettern eines französischen Theaters zu spielen und keine unerträgliche Sauerei daraus zu machen, war ein großer Kraftakt. Von den Schauspielerinnen war eine Italienerin, eine Schwedin und die dritte Russin. Von den Schauspielern waren nur zwei Franzosen. Die anderen waren Kanadierinnen, Norwegerinnen, Engländerinnen, Deutsche und Belgierinnen. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass der erste internationale Kongress, der sich der internationalen Schlüsselsprache der Zukunft bediente, ein immenser Erfolg war.
Die Leichtigkeit, mit der sich Männer und Frauen aller Nationen und Sprachen zum ersten Mal ohne Hilfe eines Dolmetschers verständigen konnten, verblüffte alle, vor allem aber die Mitglieder des Kongresses. Sie kamen in Angst und Zittern. Sie zogen voller Freude und Dankbarkeit ab. Die Schwierigkeiten verschwanden wie von Zauberhand. Gefahren, die die Harmonie bedrohten, verschwanden. Alles ging gut.
Vom Ersten bis zum Letzten gab es nirgendwo einen Zwischenfall.
Das Treffen gelang von morgens bis Mitternacht, und alle Treffen waren erfolgreich. Jede Veranstaltung des Festivals wurde von eifrigen, begeisterten Menschenmengen besucht.
Jeder war mit jedem befreundet, und Männer und Frauen, die ohne das gemeinsame Band einer neuen Sprache völlig Fremde geblieben wären, schienen plötzlich lebenslange Freunde geworden zu sein. Ich habe nichts Vergleichbares gesehen, außer bei religiösen Erweckungen, und dort sind die Elemente der Ehrfurcht und der Buße zu stark ausgeprägt, als dass das Gefühl der menschlichen Brüderlichkeit unbestreitbar das Feld beherrschen könnte. Aber in Boulogne stand die Brüderlichkeit an erster Stelle.
Beim Betrachten dieses willkommenen, aber etwas überraschenden Phänomens wurde mir klar, dass Esperanto seinen Namen rechtfertigt. Seine Wurzel ist Espero — "Hoffnung". Und diese Esperantisten haben ihrer Hoffnung einen Glauben hinzugefügt, der über Unmögliches lacht und sagt, es soll einsam sein, und eine Nächstenliebe, die nichts Böses von Mann oder Frau denkt, solange sie den esperantistischen Knopf tragen und die esperantistische Zunge sprechen. Und der Mann, der eine neue Hoffnung in den Herzen seiner Art erzeugt, ist ein Wohltäter der Menschheit.
Man sollte auch nicht für einen Moment annehmen, dass die Kongressteilnehmer ein Rudel von federharten Enthusiasten waren.
Wissenschaftliche Männer — vor allem Ärzte — waren sehr auffällig. Offiziere der Armee nahmen an den Debatten regen Anteil. Sechzig der größten Städte Frankreichs waren direkt vertreten. Rechtsanwälte — an ihrer Spitze M. Michaux —, Verleger, Journalisten und Pazifisten waren ganz vorne mit dabei. Geschäftsleute, die Esperanto in ihrer Auslandskorrespondenz nützlich finden, waren ebenfalls vertreten; und Lehrer und Pädagogen aller Art. General Sebert vertrat die Akademie der Wissenschaften, Dr. Javal die Akademie der Medizin. M. Benoit, der Direktor des Internationalen Büros für Maße und Gewichte, welcher kam, den Kongress zu segnen, schlug vor, den Internationalisierungsbüros von Bern eine internationale Sprache zur Verfügung zu stellen. Unser eigener Herr Felix Moscheles malte auf der Vorderseite das Porträt von Dr. Zamenhofs, und nicht weniger auffallend war Oberst Pollen, der Präsident der British Esperantist Association.
Professor Cart, M. Boirac, Rektor der Akademie von Dijon — all diese und viele andere gehörten zu der Menge, die den esperantistischen Stern trugen und Esperanto sprachen und Loblieder auf Dr. Zamenhof sangen.
Der erste Internationale Kongress, der in der Bibel aufgezeichnet ist, sagte einer der Redner, brach wegen der Sprachverwirrung am Turmbau zu Babel in Unordnung auseinander. Der letzte Internationale Kongress traf sich in Boulogne, um nach Kräften die Entdeckung eines Heilmittels für die Katastrophe zu verkünden, die damals über die Menschheit hereinbrach. Die Hoffnungen eifriger Enthusiasten werden nur selten erfüllt. Aber das Genie von Akhbar erwies sich als angemessen für die Schaffung von Hindostam, dem Esperanto Indiens über Jahrhunderte hinweg, und es mag sein, dass das Genie von Dr. Zamenhof entdeckt hat, wonach die Welt so lange gesucht hat — eine neutrale, einfache, leicht verständliche Schlüsselsprache, die es allen Menschen aller Rassen und Zungen ermöglicht, sich mit einem Minimum an Arbeit und Mühe gemeinsam zu unterhalten. Die Stuckateure von Grenoble, die eine internationale Konferenz ohne eine internationale Sprache für unmöglich hielten, verabschiedeten Resolutionen zugunsten von Esperanto.
Es ist zu erwarten, dass so etwas passieren wird: Auf allen internationalen Konferenzen wird eine ständig wachsende Zahl von Rednern Esperanto verwenden.
Mehrere der dem Berner Büro angeschlossenen Friedensgesellschaften haben sich bereits jetzt bereit erklärt, ihre internationale Korrespondenz in Esperanto zu führen. Dann, nach einiger Zeit, wird Esperanto als das gemeinsame Medium anerkannt werden, in das bei allen solchen Kongressen die in anderen Sprachen gehaltenen Reden übersetzt werden. Das letzte Stadium wird erreicht sein, wenn der Gebrauch von Esperanto so allgemein wird, dass alle internationalen Kongresse in dieser Sprache abgehalten werden, da bisher alle diplomatischen Konferenzen in Französisch abgehalten wurden.
Dr. Zamenhof wurde während seines kurzen Aufenthalts in Paris geehrt, da nur die Franzosen zu wissen scheinen, wie man Auszeichnungen in jeder Lebenslinie ehrt. Dr. Zamenhof wurde offiziell vom französischen Erziehungsminister empfangen und reichlich gelobt. Der Gemeinderat erwies ihm die Ehre des Hotel de Ville.
Bei dem ihm zu Ehren gegebenen Bankett auf der Tour Eiffel saß M. Berthelor, der bedeutendste Mann der Wissenschaft in Frankreich, zu seiner Rechten, und fast eine ganze Reihe der bedeutendsten Franzosen der Wissenschaft waren unter den Gästen. Professor Carnot deutete an, dass er darüber nachdenke, das Studium des Esperanto in die staatliche Bergbauschule einzuführen. Es ist offensichtlich, dass Esperanto angekommen ist, und dass es gekommen ist, um zu bleiben. Ob es die österreichisch-ungarische Union zu retten vermag oder nicht, es hat der Menschheit eine neue Hoffnung gegeben.
Ich schließe diese allzu unvollständige Würdigung des Genies von Dr. Zamenhof, indem ich seine eigenen Bemerkungen zitiere, als er Esperanto der Öffentlichkeit bekannt machte:—
Wie viel Zeit und Arbeit wir für das Erlernen fremder Sprachen aufwenden, und doch sind wir bei Reisen in fremde Länder in der Regel nicht in der Lage, uns mit anderen Menschen in ihrer eigenen Sprache zu unterhalten. Wieviel Zeit, Arbeit und Geld wird verschwendet, um die literarischen Produktionen einer Nation in die Sprache einer anderen zu übersetzen, und doch können wir, wenn wir uns allein auf Übersetzungen verlassen, nur einen Zehnten der ausländischen Literatur kennenlernen. Wenn es nur eine internationale Sprache gäbe, würden alle Übersetzungen nur in diese Sprache, wie in eine für alle verständliche Sprache, gemacht, und Werke mit internationalem Charakter würden in erster Linie in dieser Sprache geschrieben werden.
Die chinesische Mauer, die die Literaturen trennt, würde verschwinden, und die Werke anderer Nationen wären für uns ebenso leicht verständlich wie die unserer eigenen Autoren. Da die Bücher für alle gleich wären, wären auch die Bildung, die Ideale, die Überzeugungen, die Ziele gleich, und alle Nationen wären in einer gemeinsamen Brüderlichkeit vereint.
Kein Opfer wäre zu groß, wenn wir dadurch eine universelle Sprache erhalten könnten. Es ist daher unbedingt erforderlich, dass auch nur das geringste Versäumnis in dieser Richtung beachtet wird. Die besten Jahre meines Lebens habe ich dieser bedeutsamen Sache gewidmet.
Diejenigen unter meinen Lesern, die an diesem Thema interessiert sind, sollten sich mit dem britischen Zweig dieser weltweiten Organisation in Verbindung setzen, dessen Adresse 13, Arundel Street, W.C., lautet.
Die britische Esperanto-Vereinigung hatte einen schwierigen Kampf gegen die Apathie und Exklusivität, die uns immer dann auszeichnet, wenn wir mit irgendeiner Neuheit, insbesondere einer ausländischen Neuheit, konfrontiert werden.
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The Beginnings of Internationalism. (Die Anfänge des Internationalismus.) PLANNING THE WORLD'S CAPITAL. (DIE PLANUNG DER WELTHAUPTSTADT.) Von DR. P. H. EIJKMAN.
"Wir haben die Sklaverei in zivilisierten Ländern abgeschafft — das Besitzen von Mensch durch Mensch. Der nächste große Schritt, den die Welt tun kann, ist die Abschaffung des Krieges — das Töten von Menschen durch Menschen" — Andrew Carnegie.
DAS Ende des neunzehnten Jahrhunderts gab einen schimmernden Eindruck von den Errungenschaften, die der Menschheit in diesem zwanzigsten Jahrhundert möglich wurden. Die Gründung des Internationalen Schiedsgerichtshofs in Den Haag, der gegründet wurde, um die Schrecken des Krieges zu beseitigen, war der erste Schritt, der für die vollständige Verwirklichung der Prophezeiung von Andrew Carnegie unerlässlich war. Ein überaus wichtiger Schritt, und doch nur ein kleiner Fortschritt auf dem Weg zur Errichtung des Königreichs des Friedensfürsten; denn während die Schlichtung nun möglich ist, muss die Diplomatie durch die gebildete öffentliche Meinung der Nationen geschult werden, damit sie ihre Möglichkeiten besser nutzen kann. Dass dieses Gefühl zur Zeit machtlos ist, beweist der Konflikt im Fernen Osten auf traurige Weise, aber mit der Welthauptstadt, mit ihrer Möglichkeit des internationalen Verkehrs, ist der Weg für gegenseitiges Verständnis und materiellen Fortschritt geebnet."
Dr. Albert Gobat aus der Schweiz sagte es so: Die Haager Konferenz wurde als ein Ausgangspunkt für eine Enwicklung hin zu einer Brüderlichkeit der Völker angesehen. Die Zeit war längst reif für internationale Institutionen. Temporäre Kongresse in verschiedenen Ländern nach Rotationsprinzip reichten nicht, es wurde ein gemeinsames Zentrum, "ein ständiger Wohnsitz", gebraucht. Gedacht war an die "Errichtung einer Welthauptstadt nach den liberalsten Grundsätzen". Stead nanne es so: "Lokalisieren Sie die graue Substanz des Gehirns des internationalen Organismus in einem geeigneten Zentrum". Die nötigen Institutionen sollten sich in unmittelbarer Nähe befinden. Das vieldeutige Wort "Internationalismus" sollte eine neue Bedeutung erhalten. Nun ging es um die Auswahl des Ortes. Die Interparlamentarische Union errichtete bereits den Internationalen Schiedsgerichtshof. Der Abgeordnete Hon. Richard Bartholdt, Missouri nannte Entwicklungen: Ein Parlament der Parlamente, bestehend aus Gesetzgebern der verschiedenen Länder gab es im Ansatz schon 1888. Franreich, England und die USA diskutierten das Projekt eines Schiedsvertrages. Während der Pariser Welt-Ausstellung 1889 fand die erste "Interparlamentarische Konferenz" statt. Übrigens nutzt später der Esperantist Zauner den Begriff "Parlament der Parlamente" im Zusammenhang mit der Schaffung der Vereigten Staaten von Europa. Richard Bartholdt: [se] "Und damit komme ich zum erfolgreichsten Treffen, das jemals in den Annalen der Union stattgefunden hat, nämlich im September letzten Jahres in den Vereinigten Staaten. Ich sage, die erfolgreichste, weil ihr Ergebnis das Schreiben von tatsächlicher Geschichte war. Die wahren Freunde der Schiedsgerichtsbarkeit in Europa haben das wunderbare Wachstum und die Entwicklung unseres Landes mit unerbittlicher Bewunderung verfolgt. Sie sind unsere Freunde, nicht unsere Neider. Sie wissen, dass wir unsere große Macht nicht für Eroberung oder Krieg missbrauchen werden, und sie sind zufrieden, dass die Mission dieser großen Nation eine Mission des Friedens und des guten Willens für alle Menschen ist. Nach dem, was ich von ihnen weiß, bin ich sicher, dass, wenn diese traditionelle amerikanische Politik jemals umgekehrt würde, wenn wir uns jemals verpflichten würden, der Alten Welt in der militärischen Aufrüstung Konkurrenz zu machen, sie für immer das Licht der Hoffnung in den Herzen der Besten und Edelsten überall auslöschen würde." Eine zweite Konferenz der Nationen wurde in Den Haag einberufen. "In erster Linie müssen wir Bildung, Hygiene und Wirtschaft, die reif für eine sofortige Organisation sind, auf eine internationale Basis stellen. In den wichtigsten Abteilungen für Kunst und Wirtschaft ist viel getan worden, um eine solche Zusammenarbeit zu ermöglichen, aber zugegebenermaßen erfordern die Hauptanliegen der Öffentlichkeit — Bildung, Gesundheit und soziale Lage — sofortige Aufmerksamkeit und so wertvolle Hilfe, wie sie sich aus der Einrichtung ständiger internationaler Institutionen ergeben kann. Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass es zur Sicherung des größtmöglichen Nutzens unerlässlich ist, solche Institutionen so weit wie möglich zusammenzufassen. In diesem Zusammenhang wird es notwendig, gegen die Entscheidung des Vorstands der Carnegie-Stiftung, das kleine Grundstück an der Ecke des Zorgvliet-Parks als Standort für den Friedenstempel auszuwählen, heftig zu protestieren. .... " Hier sehen wir also die Vorläufer von Völkerbund und später der UNO. Ohne gemeinsame Institutionen kann die moderne Welt nicht mehr exisiteren. Es ist klar, ein Zentralismus darf bei allem nicht angestrebt werden. Gemeint ist der Zentralismus, welcher einer abgehobenen Gruppe eine große Macht gibt und dann die Allgemeinheit darunter leiden muß. Beispiele gibt es in der Geschichte genug. Ziel muß sein: Gemeinschaftlich statt zentralistisch. Was alle betrifft, soll gemeinsam geregelt werden. Auch wenn aus historischen Gründen Parallelen zwischen der Entwicklung von Welt- und Europainstitutionen entstanden, so gibt es auch deutliche Unterschiede. Realität ist, daß Europa ein weiterentwickeltes politisches Gebilde ist, welches jetzt das gemeinsame neutrale Verständigungsmittel braucht, damit Europa sich überhaupt weiterentwickeln kann. [se]
ESPERANTO. "Die Geschichte von Dr. Zamenhof findet sich so ausführlich in einem anderen Teil dieser Ausgabe, dass ich sie nicht erweitern muss. Der Anführer der Times des 8. August war positiv gestimmt, aber die explodierte Idee, dass Esperanto andere Sprachen verdrängen sollte, wurde als Argument gegen die Bevorzugung von Esperanto vorgebracht. Später wurden Briefe veröffentlicht, die den Irrtum dieser Vermutung entlarvten. Auch die Provinzpresse gab gute Hinweise auf den Kongress, und etwa 120 britische Zeitschriften nahmen darauf Bezug. .... Felix Moscheles präsentiert im August Concord eine weitere in seiner unvergleichlich lebendigen Art, ....  Concord ist, wie die meisten Menschen wissen, die Zeitschrift der Arbitration Association (41, Outer Temple, Strand); und obwohl Esperanto nur eine Sprache ist und nichts mit irgendeiner politischen oder sozialen Vereinigung zu tun hat, so ist doch, wie "Hoffnung" ihr Name ist, "Concord" (Eintracht) ihr Begleiter." Ein gewisser Einwand ist angebracht. Die weitere Geschichte, darunter die Ereignisse des Ersten Weltkrieges, hat klar gezeigt, daß politische Vereinigungen für Esperanto (und Europa) doch zwingend notwendig sind. Es verging weiter Zeit, bis dies durch Josef Zauner in den 20er Jahren konkret formuliert wurde. Ein anderer Weg scheint nicht realistisch, denn ohne organisiertes Auftreten in der Politik wurden und werden die berechtigten Forderungen der Esperantisten in den Gesellschaften meist verdrängt. Manche Politiker bekämpften Esperanto und andere politische Vereinigungen verschließen sich dem Thema bis heute (2020). Deren Esperanto-Freunde sind dort eine Minderheit und sie können in ihren Parteien nichts für die Sache erreichen. Zum vergangenen Weltkongreß: [se] "Herr Moscheles war ebenso wie ich beeindruckt von der freundlichen Atmosphäre, in der wir während dieser denkwürdigen Woche geatmet und uns bewegt haben. Wer von uns hatte zuvor die Möglichkeit gehabt, mit den intelligentesten Männern und Frauen von zweiundzwanzig Nationen frei zu sprechen? Während sich der "grüne Stern" in Boulogne befand, wurde die übliche Reihenfolge der Dinge umgekehrt und die Konventionalitäten aufgehoben, denn grüne Sterne wurden von allen möglichen Arten und Bedingungen getragen. Sie fragten nach dem Weg eines Werftarbeiters, und dieser berührte Ihren Stern und gab sich Mühe, Ihnen zu zeigen, was Sie wollten, und gab Ihnen auf Esperanto alle möglichen Informationen. Sie setzten sich neben einen anderen grünen Stern auf den Sand und kamen sofort ins Gespräch; Sie gingen in ein Geschäft, und die Verkäuferin sprang buchstäblich auf, um Ihnen zu helfen; und im Straßenbahnwagen und im Zug, nun ja, Leute, die absolute Stille wollten, stiegen an der nächsten Station aus, denn als Griechin und Perser, Italiener und Franzose, Engländerin und Spanier, zusammen mit einigen anderen Nationalitäten, ein Abteil füllten, fand man Esperanto als ausdrucksstarke Sprache, und es herrschte keine Stille, wohl aber Eintracht."
RESULTS OF THE CONGRESS IN GREAT BRITAIN. (ERGEBNISSE DES KONGRESSES IN GROSSBRITANNIEN.) "Überall großes Interesse, die mögliche Veröffentlichung von Esperanto-Absätzen durch eine englische Tageszeitung und die Anwendbarkeit der Sprache für alle kommerziellen und wissenschaftlichen Zwecke sind nachgewiesen worden. Die Herren Cassell und Co. haben mit Erlaubnis von Dr. Zamenhof beschlossen, eine Reihe von "Lektionen auf Esperanto" in die kommende Ausgabe ihres Volkspädagogen aufzunehmen, die Ende dieses Monats erscheinen wird. .... "
PRINCIPAL EVENTS OF THE MONTH. (HAUPTEREIGNISSE DES MONATS.)
5. August — .... Aus verschiedenen Städten Russlands werden neue Streiks und Unruhen gemeldet ... Der Esperanto-Kongress wird in Boulogne unter dem Vorsitz von Dr. Zamenhof, dem Begründer der Sprache, eröffnet; dreiundzwanzig Länder sind vertreten.
8. August — Ein großes Eingeborenentreffen in Kalkutta fasst Beschlüsse gegen die Teilung Bengalens in zwei Provinzen ... Der Bericht der Königlichen Kommission über die Lebensmittelversorgung in Kriegszeiten wird veröffentlicht .... Die auf der Esperanto-Konferenz in Boulogne versammelten Freimaurer gründen einen Internationalen Freimaurer-Club mit dem Titel "Esperanto Framasonara".
9. August — Der König überprüft die kombinierte französische und englische Flotte vor Cowes ... Der Jahresbericht des Generalpostmeisters wird veröffentlicht. 4.479.500.000 Postpakete sind im Vereinigten Königreich im Laufe des Jahres zugestellt worden .... Der neu gewählte Bürgermeister von Odessa wird vom Generalgouverneur ohne Angabe von Gründen ins Exil geschickt ... Die französische Regierung macht Dr. Zamenhof, den Begründer der Esperanto-Sprache, zum Ritter der Ehrenlegion.
ESPERANTO. "Die erste Nummer des illustrierten Monatsblatts, Tra la Mondo, erschien kurz vor dem Kongress, und die zweite ist jetzt erschienen. Sie enthält ein interessantes Interview mit Dr. Zamenhof, ein Faksimile der MS. des Gedichtes, mit dem er den Kongress eröffnete, eine interessante Beschreibung eines kuriosen österreichischen Brauchs, Nachrichten aus allen Ecken usw. Die Zeitschrift ist ganz in Esperanto, und das Abonnement 6s. 6d. pro Jahr. Die Sitzung des Internationalen Friedenskongresses, die soeben in Luzern zu Ende gegangen ist, war bemerkenswert für die Entscheidung, dass Esperanto im nächsten Jahr eine der offiziellen Sprachen werden soll; dies ist ein Schritt in die richtige Richtung. In Aberdeen erlaubt und fördert der Schulrat den Esperanto-Unterricht; da es sich aber noch nicht um ein gefördertes Fach handelt, wird er für die Lehrer finanziell nicht verantwortlich sein. Das Lingvo Internacia vom 15. August gibt einen großartigen Esperanto-Bericht über den Kongress. .... Diese Nummer enthält eine vollständige illustrierte Beschreibung des Kongresses und unter anderem die sechzehn grammatikalischen Regeln, auf denen alle nationalen Grammatiken basieren. Sie ist in bewundernswerter Weise für Propagandazwecke angepasst. Dem Organisationskomitee des Kongresses gehören Dr. Zamenhof, General Sebert, Prof. Boirac, Seftor Codornu, Oberst Pollen, Dr. Mybs und M. Michaux an, die aus fünf Ländern stammen, während das Sprachkomitee siebenundzwanzig Nationen zu seinen Mitgliedern zählt. Die erste Frage, über die das Organisationskomitee entscheiden muss, ist der Ort des nächsten Kongresses, und das Angebot der Genfer Gruppe kann akzeptiert werden." Und natürlich finden auch heute die jährlichen Esperanto-Weltkongresse statt, nur unterbrochen durch weltweite Katastrophen-Jahre. Allerdings halten sich die Medien mit der Berichterstattung weitgehend zurück. Diese Welt-Ereignisse erscheinen dann in Regional- und Lokalteilen. [se]
The Progress of the World. (Der Fortschritt der Welt.) L'Entente Municipale. (Der Gemeindevertrag.)
"In der Neuen Welt gehen diese Pilgerreisen des Friedens von Staat zu Staat oder von Provinz zu Provinz innerhalb des größeren föderalen Ganzen. In der Alten Welt gehen sie von Nation zu Nation innerhalb des Kreises der nicht Vereinigten Staaten von Europa. So besuchte Präsident Loubet die Monarchen von Spanien und Portugal und wurde mit jeder Demonstration freundlicher Begeisterung empfangen. .... Aber der bemerkenswerteste Akt internationaler Harmonie war die fröhliche Feier der Entente Municipale zwischen Paris und London. Auf Einladung des Londoner Grafschaftsrates, der in diesem Fall seinen ersten großen Sprung in die internationale Gastfreundschaft gemacht hat, haben achtzig Mitglieder der Pariser Stadtverwaltung eine Woche lang in der britischen Hauptstadt ein Fest mit großem Andrang gefeiert. .... "
Leading Articles in the Reviews. (Führende Artikel in den Zeitschriften.) "Dr. Dillon gibt daher kurz an, was er für den richtigen Weg hält:— Wenn es wahr ist, wie die Franzosen und viele Russen behaupten, dass es das stetige Ziel des Kaisers ist, Deutschland in die Lage zu versetzen, in Europa die Rolle zu spielen, die Preußen in Deutschland spielt, dann sollten natürlich die Gebote des Europäismus, die mit den Beweggründen aufgeklärter nationaler Interessen identisch sind, seine geplante Koalition behindern. .... "
ESPERANTO. "Es scheint ziemlich sicher zu sein, dass der nächste Kongress im August in Genf stattfinden wird, und die Entscheidung wird angekündigt worden sein, bevor sie erscheint. Der Fortschritt in jede Richtung ist kontinuierlich. Die Amerikaner haben bereits den Zentralverband mit Sitz in Boston. New York hat seine Gesellschaft, und weitere bilden sich in den Staaten. Zu Hause geht es genauso weiter, .... "
NEWSPAPERS AND JOURNALS. (ZEITUNGEN UND ZEITSCHRIFTEN.) "Das ist das Schlimmste an Esperanto. Seine Grammatik ist so schnell durchlaufen. Das heißt nicht, dass es als Sprache kein Studium erfordert. Ein falscher Eindruck, der sich aus der Schnelligkeit ergibt, mit der es gelesen werden kann. Ein paar Stunden Studium und ein Wörterbuch werden es jedem ermöglichen, dies zu tun. Aber um sich einen eleganten Schreibstil anzueignen, muss man viel lesen, logisch denken und vor allem das "Krestomatio" studieren, jenes Kompendium der besten Schriften der besten Esperantisten."
NOTICES. (ANMERKUNGEN.) "Der Esperantist wird wahrscheinlich im nächsten Jahr mit dem britischen Esperantisten vereinigt werden, da Herr Mudie keine Zeit mehr hat, seine redaktionelle Arbeit allein fortzusetzen. Er wird dem Zeitschriftenkomitee beitreten, und es wird vorgeschlagen, dass die Zeitschrift, so wie sie zur Zeit herausgegeben wird, zum jetzigen Zeitpunkt erscheinen soll. .... "
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1906 The European Outlook. (Der europäische Ausblick.) "In letzter Zeit gab es sowohl in Deutschland als auch in Großbritannien eine besonnene Bewegung hin zu einer gesünderen Sicht auf die Beziehungen der beiden großen Nationen. Aber es gibt immer noch ein ungerechtfertigtes Maß an Beunruhigung in manchen Köpfen hinsichtlich des möglichen Ausbruchs eines Auslandskrieges. Deutschland, so wird behauptet, wolle die durch die Auslöschung Russlands gebotene Gelegenheit nutzen, um Frankreich anzugreifen, und es wird ferner behauptet, dass der Kaiser in der Marokko-Konferenz einen Vorwand für die Verletzung Frankreichs finden werde." Doch die Verantwortlichen wurden als vernünftig genug eingeschätzt. THE RUSSIAN REVOLUTION. (DIE RUSSISCHE REVOLUTION.) "Graf Tolstoi zählt auf ihre Bedeutung. Der russische Prophet beginnt im vierzehntägigen Rückblick für Januar seine Interpretation des Ursprungs, der Bedeutung und der letzten Frage der russischen Revolution......" EINE UNIVERSELLE REVOLUTION. "Graf Tolstoi betrachtet die Revolution in Russland als den Beginn einer Revolution, die kurz vor dem Ende aller Dinge steht, nicht nur in Russland, sondern in der ganzen christlichen Welt......" DIE URSACHE DER REVOLUTION. "Graf Tolstoi sagt:— In der Verzerrung des höheren Gesetzes des gegenseitigen Dienstes und des Gebotes der Widerstandslosigkeit durch die christliche Lehre, die dieses Gesetz möglich macht, liegt die grundlegende religiöse Ursache der bevorstehenden Revolution. Der Krieg mit Japan brachte Konflikte, die zu Ereignissen führten: ".... in der Weigerung der Reservisten, in die Armee einzutreten; in der Desertion aus der Armee; in der Weigerung, zu schießen und zu kämpfen, insbesondere in der Weigerung, bei der Niederschlagung von Aufständen auf seine Kameraden zu schießen; und vor allem in der ständig wachsenden Zahl von Fällen der Weigerung, den Eid zu leisten und in den Militärdienst einzutreten. .... In dieser unter der russischen Nation aufgeworfenen Frage liegt eine der Ursachen der großen Revolution, die vor der Tür steht und vielleicht schon begonnen hat." Bemerkenswert ist die Bezeichnug "Russische Revolution". Einige Jahre später gab es dann eine so genannte. Sie hatte aber andere Ziele. ENGLAND MUST BE FRIENDS WITH GERMANY OR — (ENGLAND MUSS MIT DEUTSCHLAND BEFREUNDET SEIN ODER —) "Der französische Premierminister, der noch nicht lange im Amt war, war sich dieser neuen Stimmung bewusst und forderte daher eine Politik der beständigen, ereignislosen Beziehungen zu Deutschland......" — FORFEIT THE ENTENTE. (— DIE ENTENTE VERWIRKEN.) ".... Sir Thomas geht noch weiter und sagt:— Dies ist die Politik, die wir verfolgen müssen, um unsere guten Beziehungen zu Frankreich zu erhalten; und ob sie nun die Kontinuität der Außenpolitik der verstorbenen Regierung darstellt oder nicht, sie wird verfolgt werden müssen, denn sie liegt im gemeinsamen Interesse der drei großen Völker Westeuropas." 
ESPERANTO. "Wie immer ist es nur möglich, die außerordentlichen Fortschritte, die Esperanto nach allgemeiner Einschätzung gemacht hat, zusammenzufassen. Ein Beispiel ist die Tatsache, dass es eines der Diskussionsthemen auf der Generalversammlung der Modern Language Association war. .... Es war sehr eigenartig, die Reden beim M.L.A.-Dinner zur Kenntnis zu nehmen und zu erkennen, wie bestimmte Bedingungen für den richtigen Sprachunterricht Argumente für die Verwendung einer solchen Sprache wie Esperanto sind. .... Dr. Heath behauptete, dass die Modern Language Association die Hand an den Pflug gelegt habe, als es nicht gerade populär war, sich für den korrekten Unterricht moderner Sprachen einzusetzen. .... Ich wage zu denken, dass Esperantisten gegen wesentlich mehr Spott und Widerstand pflügen mussten." MAGAZINES USING ESPERANTO AND NEW BOOKS. (ZEITSCHRIFTEN MIT ESPERANTO UND NEUE BÜCHER.) ".... Wie alle wissen, hat die Daily News ihren regelmäßigen kurzen Esperanto-Nachrichtenartikel. Esperantisten nehmen das Unternehmen dieser weltbekannten Zeitung zur Kenntnis und lassen es ihr an Neuigkeiten nicht mangeln......"
WORLD-WIDE RESULTS. (WELTWEITE ERGEBNISSE.) "Eine Russische Revolution würde ergeben: ".... die Forderung nach dem Manneswahlrecht mit einem Ansturm in Preußen, Österreich, Sachsen und Ungarn .... Neben anderen Ergebnissen erwähnt Herr Stead die Anregung zur Bildung ähnlicher Staaten auf der Grundlage der Nationalität. "Wenige Dinge sind flüchtiger als Imperien, wenige Dinge sind unzerstörbarer als Nationalitäten". .... Herr Stead sagt, dass es natürlich möglich ist, dass es zu revolutionären Exzessen kommt, die eine Welle konservativer Reaktion rund um die Welt auslösen werden." HOW ENGLISH THEY ARE! (WIE ENGLISCH SIE SIND!) ".... Admiral Cyprian Bridge trägt zum Neunzehnten Jahrhundert für Februar einen sehr bemerkenswerten Artikel über den "Moralischen Umbruch in Amerika" bei. Der Titel ist eine Fehlbezeichnung. Was der Artikel wirklich zu sein scheint, ist ein naiver Ausdruck der überraschten Freude darüber, dass die Amerikaner "so sehr englisch" sind......" Mit Englisch als ihrer Sprache, der klassischen englischen Literatur als ihrem Besitz und dem englischen Recht als Grundlage ihres eigenen, leben die Amerikaner in einem von England geerbten und im Wesentlichen gleichen Gemeinwesen. Ungeachtet solcher Unterschiede ähnelt das politische Leben in Amerika dem des Vereinigten Königreichs viel mehr als das jedes anderen Landes. .... Jüngste Kommentatoren amerikanischer Angelegenheiten haben den Fortschritt — wenn es denn ein Fortschritt ist — hin zu aristokratischen Verhältnissen im Land bemerkt. Die Beweise dafür sind vielgestaltig. .... Die obigen Zahlen beweisen entweder, dass der englische Anteil an der Bevölkerung der amerikanischen Republik den Rest bei weitem übertrifft, was angesichts der vielfältigen Einwanderung des letzten halben Jahrhunderts auf eine überlegene ethnische Vitalität hindeuten würde, oder dass der englische Anteil, wenn nicht zahlenmäßig stärker, so doch unvergleichlich einflussreicher sein muss. Dieses Merkmal wird mehr und nicht weniger englisch......"
ESPERANTO. "Die Mitgliederversammlung des Londoner Esperanto-Clubs war ein großer Erfolg, ob man es nun an der Größe und Begeisterung des Publikums oder an der Aufmerksamkeit der Tagespresse misst. .... Die Daily-News berichtete nicht nur sehr gut, sondern gab ihr in ihrem Leitartikel auch noch Platz mit anderen Themen. Die Telegraphie bezweifelt jedoch, dass Esperanto von Nutzen sein kann: "Der Ungebildete kennt den Ausländer nicht und will ihn nicht kennen; der Geschäftsmann lernt stattdessen Spanisch und Französisch; mit diesen beiden Sprachen braucht ein Geschäftsmann keine weitere. Die Esperantisten werden jedoch die Tatsache, dass der Telegraph dem Thema eine dreiviertel Kolumne gewidmet hat, gegen seine etwas seltsamen Vorstellungen von den Bedürfnissen eines Geschäftsmannes abwägen; und die Engländer im Allgemeinen sind geistig sicherlich nicht so eingeschränkt, wie der Telegraph es darstellt. Ich kenne viele arbeitende Männer, die nicht nur über fremde Länder nachdenken, sondern ihren hart verdienten Groschen sparen, um sie zu besuchen. Wie auch immer, es war eine heitere und fröhliche Party, die sich am 22. in St. Bride's versammelte, das Programm beinhaltete Soli, Chöre, Rezitationen und Mr. Noake's schöne Violinsolos." 
europe's ruinous handicap. (das ruinöse handicap europas.) "Jahrhundert bringt Lord Avebury die feierliche Warnung, die Graf Goluchowski vor vielen Jahren ausgesprochen hat, auf den neuesten Stand. Sein Thema ist die Zukunft Europas." SCHUTZ. "Die Vereinigten Staaten von Amerika .... stehen den uneinigen Staaten von Europa .... gegenüber, und zwar in einer Weise, die für die Zukunft Europas, so wie Europa sich jetzt verhält, ein schlechtes Vorzeichen hat. Die Vereinigten Staaten sind die größte Freihandelszone der Welt. Europa ist durch künstliche Barrieren und Schutzzölle gesäumt und vernarbt. In den internationalen Wettbewerben wird Europa durch die Absurditäten seiner Steuersysteme stark behindert." MILITARISMUS. "Das zweite schwere Handicap wird von den militärischen Systemen Europas geliefert. .... :— In der Tat befinden sich auf der einen Seite des Atlantiks die Vereinigten Staaten von Amerika, auf der anderen Seite eine Reihe getrennter Staaten, die nicht nur nicht geeint, sondern in einigen Fällen sogar feindlich gesinnt sind, zerrissen von Eifersucht und Misstrauen, Hass und Missgunst; bis an die Zähne bewaffnet und mehr oder weniger wie mittelalterliche Ritter durch ihre eigene Rüstung belastet. Patriotismus — Nationalgefühl — ist eine großartige Eigenschaft, aber es gibt etwas, wenn nicht noch edler, so doch auf jeden Fall weiter und großzügiger, im gegenwärtigen Zustand der Welt notwendiger, und doch leider viel seltener, und das ist ein international positives Gefühl. .. GERMANOPHOBE. (..DEUTSCHFEIND.) Lord Avebury setzt sich dann für die Bewegung zur Förderung eines besseren Gefühls zwischen den großen Nationen Europas ein. Er freut sich über die entente eordiale und entlarvt die antideutsche Anprangerung der Erhöhung der deutschen Marineausgaben. .... REFORM NOW, OR REVOLUTION LATER. (REFORM JETZT, ODER REVOLUTION SPÄTER.) "Lord Avebury erklärt dann mit Nachdruck, dass sich die Lage der Armen in Europa immer weiter verschlechtern wird, wenn nicht etwas unternommen wird. "Die Revolution wird vielleicht nicht bald kommen, aber sie wird kommen, und sicher wird es schicksalhaft eine Explosion geben, wie sie die Welt noch nie gesehen hat. Er hofft jedoch, dass Lord Salisburys Plädoyer für die Föderation Europas und Sir H. Campbell-Banners Hoffnung, dass Großbritannien an der Spitze einer großen Liga des Friedens steht, diese Katastrophe abwenden wird. Er sagt:— Es gibt guten Grund zu der Annahme, daß auf dem nächsten Internationalen Friedenskongress in Den Haag die Frage eines Internationalen Bundesrates durch Resolutionen der Vereinigten Staaten von Amerika und auch Großbritanniens formell vor den Kongreß gebracht werden wird......"
ESPERANTO. "Als der Londoner Grafschaftsrat der Pariser Stadtverwaltung seinen berühmten Gegenbesuch abstattete, waren zwölf der Ratsmitglieder gut genug, um die einzige freie halbe Stunde, die sie hatten, mit der Pariser Esperanto-Gruppe zu verbringen. Lord Elcho brachte unter anderem seine Freude über ihren Empfang zum Ausdruck und äußerte sich sehr positiv über die Idee einer gemeinsamen Hilfssprache für internationale Bedürfnisse. Dies geschieht häufig bei internationalen Kongressen, insbesondere wenn die Kongressteilnehmer zu jenen Klassen gehören, die keine Muße hatten, sich fließend in einer Fremdsprache zu unterhalten......" Bis heute scheint es ungerechtfertigte Einschränkungen in der freien Entfaltung der eigenen Fähigkeiten zu geben. Chancen für Bildung und Privilegien sind ungleich verteilt. So sind es wohl die Gutgebildeten, die die Kongresse in Besitz nehmen. Und wer dazu gehören möchte, passt sich an die vorgegebenen Verhaltensweisen in der Gesellschaft an. Dazu gehört, die Sprache der Mächtigen zu benutzen. Esperanto bleibt den Esperanto-Kongressen vorbehalten. Ein klassischer Kongreß findet also weiter so statt: [se] "Daraus ergibt sich, dass in der Halle die gesamte Arbeit von Übersetzern erledigt werden muss. Für soziale Zwecke muss sich jede Nation für sich selbst versammeln oder sich um einen Dolmetscher scharen. Außerdem können die Delegierten nicht aufgrund ihrer besonderen Kenntnisse ausgewählt werden, sondern müssen nach ihrer Fähigkeit, Französisch zu sprechen, ausgewählt werden. .... Wie anders wäre es doch, wenn Esperanto seinen richtigen Platz einnimmt! Und darauf müssen wir vielleicht nicht lange warten. In vielen Grundschulen, sogar in England, lernen Lehrer und Kinder außerhalb der Schulstunden. In einigen Sekundarschulen ist es bereits Teil des Lehrplans, und in anderen ist es fraglich, wie bald es angenommen werden soll. Vor mir habe ich indische, afrikanische und japanische Zeitschriften, in denen die Verwendung von Esperanto stark befürwortet wird."
A DEMOCRATIC GERMANY (EIN DEMOKRATISCHES DEUTSCHLAND.) "In der ersten März-Nummer von La Revue hat E. Reybel eine Studie über die demokratische Entwicklung Deutschlands veröffentlicht." ALCOHOLIC LETHARGY. (ALKOHOLISCHE LETHARGIE.) "Der Schriftsteller stellt fest, dass im Jahr 1905 eine Welle von Unruhen und Reformen über die meisten europäischen Staaten hinweggegangen ist, aber Deutschland allein schien sich nicht zu rühren. Er nennt verschiedene Gründe für die scheinbare Passivität des deutschen Volkes, die darauf hindeuten, dass es vielleicht noch nicht genügend unzufrieden geworden ist, um sich zu bewegen, oder dass seine Geduld noch nicht ganz erschöpft ist. Bier und Alkohol, meint der Schriftsteller, haben wahrscheinlich viel damit zu tun, dass das Volk loyal geblieben ist. Nicht, dass sie gewohnheitsmäßige Trinker sind, sondern dass der tägliche Alkoholkonsum Lethargie an Geist und Körper verursacht. Ein weiterer Faktor sind religiöse Gefühle, und ein dritter ist die Tatsache, dass sich die Deutschen bisher nicht so aktiv am politischen Geschehen beteiligt haben wie die Menschen in den meisten anderen Ländern......" THE DEMOCRATIC PROVINCES. (DIE DEMOKRATISCHEN PROVINZEN.) "Die demokratische Entwicklung manifestiert sich jedoch nicht in allen Teilen des Deutschen Reiches in gleichem Maße. Sie ist im Süden und im Westen viel stärker ausgeprägt als im Nordosten, und die Staaten des Südens und Westens sind viel weiter fortgeschritten als Preußen. .... Dennoch ist der Siegeszug der Demokratie in Deutschland sicher. Sie hat bereits die Armee und die Bürokratie angegriffen. .... Ein neues demokratisches Deutschland ist in Sicht." After "Quiet Sunday." (Nach dem "Stillen Sonntag".) "Der Verfasser des Briefes aus Berlin in der "North American Review for March" schreibt:— .... Im Großherzogtum Baden ist erst vor kurzem ein liberaleres Wahlrecht in Kraft getreten; in Bayern steht die Einführung des Manneswahlrechts kurz bevor; in Sachsen hat die Regierung ihre Entschlossenheit angekündigt, das Wahlgesetz, das sie vor drei Jahren in Übereinstimmung mit dem reaktionären preußischen Modell erlassen hat, nach modernen Gesichtspunkten zu überarbeiten; und das Großherzogtum bereitet sich nun darauf vor, das Beispiel Badens nachzuahmen. Unter diesen Umständen kann es trotz des Rückschritts der Republik Hamburg nur eine Frage der Zeit sein, bis das Königreich Preußen dem von den Sozialdemokraten erhobenen Reformschrei nachgibt."
ESPERANTO. "Der erste Schritt zur offiziellen Anerkennung in England ist durch die Aktion der Londoner Handelskammer getan worden, die angekündigt hat, dass Prüfungen in Esperanto auf der gleichen Grundlage wie in anderen modernen Sprachen am 30. Mai nächsten Jahres stattfinden werden."
THE ENGLISH LANGUAGE AS A SPADE. (DIE ENGLISCHE SPRACHE ALS SPATEN.) "In Indien verlief der Prozess langsam, aber stetig, und jetzt hat sich unter den indischen Völkern ein ausgeprägtes Nationalgefühl entwickelt, das, so scheint es, hauptsächlich durch die Verbreitung der englischen Sprache entstanden ist. Die indische Welt im Februar, ein Zitat aus dem Pioneer sagt:— .... die Einheit, die durch den Gebrauch der englischen Sprache herbeigeführt wird, scheint dazu verurteilt zu sein, gegen diejenigen verwendet zu werden, deren Muttersprache das Englische ist. Das neue Gefühl der indischen Nationalität, das in seiner Reichweite die Burman und die Mech, die Kol und die Santhal, die Naga und die Cossyah sowie die alten zivilisierten Rassen Indiens umfaßt, ist ein sehr bemerkenswertes und interessantes Ergebnis der Stärke und Effizienz der britischen Herrschaft in Indien."
ESPERANTO. "Die Grundzüge des Programms für den nächsten Kongress, der vom 28. August bis 6. September in Genf stattfinden wird, sind bereits bekannt gegeben worden; Einzelheiten werden später ergänzt. Die offizielle Eröffnung findet am Dienstagabend statt, und am Mittwochmorgen treffen sich die verschiedenen Nationen getrennt, um die letzten Vorbereitungen zu treffen. Am Nachmittag folgt der erste Generalkongress und am Abend eine Unterhaltung im Theater. Am Donnerstag wird es eine Exkursion auf dem Genfer See und einen Empfang in Vevey geben. Generalversammlungen, Empfänge und Unterhaltungen folgen zu gegebener Zeit. Am Samstagabend findet der offizielle Abschluss der Geschäftsgespräche statt, danach werden Führungen zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten in der Schweiz organisiert. Eines ist ganz sicher: Alle, die am Kongress in Boulogne teilgenommen haben, die es sich möglicherweise leisten können und die Zeit dafür haben, werden auch in Genf sein......"
The Need of a Key Language (Die Notwendigkeit einer Schlüsselsprache) wurde auch in der australischen Ausgabe von "REVIEW OF REVIEWS," mit Sitz Melbourne besprochen. Im Netz sind momentan nicht alle Ausgaben auffindbar. Aber auch mit den unvollständigen Quellen rundet sich das Bild. Zu Ostern fand in London ein Treffen (Federation Internationale des Employes) statt. Man einigte sich auf: [se] "In der Erwägung, dass die internationalen Beziehungen die Tendenz haben, sich ständig zu erweitern, und dass die Annahme einer gemeinsamen Hilfssprache, die den großen Zeitverlust und die Ermüdung durch Übersetzungen bei internationalen Zusammenkünften vermeiden würde, viel gewinnen würde, bringt dieser Kongress seinen Wunsch zum Ausdruck, dass Esperanto bei allen künftigen internationalen Diskussionen als offizielle Sprache angenommen wird, und dass die verschiedenen Verbände, die am Kongress in London teilnehmen, ihr Möglichstes tun sollten, damit ihre jeweiligen Regierungen Esperanto unter die Sprachen einschreiben, die in ihren Primar- und Sekundarschulen unterrichtet werden sollen, und dass ihre Gruppen überall dort, wo es sie nicht gibt, eingeladen werden, Esperanto-Gruppen zu bilden, die den Auftrag haben, das Studium des Esperanto in den Erwachsenenklassen zu verbreiten." Anzeige: To Esperanto Students. (An Esperantoschüler.) LIMITED SUPPLY. SEND AT ONCE. (BEGRENZTES ANGEBOT. EINMAL SENDEN.) Lernen Sie die kommende universelle Weltsprache, die auf dem jüngsten Kongress in Boulogne von Menschen mit 22 Nationalitäten verwendet wird. Senden an "REVIEW OF REVIEWS." ("REZENSION VON REZENSIONEN") Equitable Building (Gerechtigkeitsgebäude), Melbourne.
ESPERANTO. "Die offizielle Eröffnung der Genfer Konferenz findet am 28. August statt. Sie wird bis zum 6. September dauern. Es wird eine Ausstellung am Genfer See und ein Empfang in Vévey stattfinden. Generalversammlungen, Empfänge und Unterhaltungen folgen zu gegebener Zeit. Am Samstagabend findet die offizielle Schlussveranstaltung der Geschäftsgespräche statt, nach denen Führungen zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten in der Schweiz organisiert werden. Eines ist ganz sicher: Alle, die am Kongress in Boulogne teilgenommen haben, die es sich möglicherweise leisten können und die Zeit dafür haben, werden auch in Genf sein. Esperanto schreitet so schnell voran, dass es unmöglich ist, in unserem kleinen Raum über alle Geschehnisse zu berichten......" ESPERANTA KLUBO, MELBOURNA. "Das monatliche Treffen des Klubs fand am Freitag, den 3. August, zur gewohnten Zeit und am gewohnten Ort statt. .... Der Zweite Esperanto-Chor, der Ende dieses Monats in Genf, Schweiz, stattfinden wird, verspricht, sogar den inzwischen berühmten "Ersten" Kongress in Bolougne-sur-Mer in den Schatten zu stellen. In allen Esperanto-Blättern werden alle Einzelheiten über Treffen, Ausflüge, Eintrittspreise usw. veröffentlicht."
THE PEACE MOVEMENT. (DIE FRIEDENSBEWEGUNG.) "In der Westminster Review schreibt Herr Herman Scheffauer über die Kräfte, die den Frieden erhalten. Er plädiert für ein Abkommen zwischen Großbritannien und Deutschland, als Determinante des Krieges und des Friedens zwischen den Nachbarn zu fungieren. Eine enge Freundschaft dieser Art würde, so behauptet er, eine Union von solch uneinnehmbarer Stärke bilden, daß sie jene Politik und jenen Zustand des universellen Friedens diktieren und erreichen könnte, den alle Nationen als unerläßlich erachten. Großbritannien und Deutschland sind natürliche Verbündete. .... Der Seemacht England und der Landmacht Deutschland entgegenzutreten, wäre zwecklos. Vereint würden sie den mächtigsten Arbeiter im Kreuzzug für den Frieden bilden. .... Harry Hodgson im Hinblick auf die kommende Haager Konferenz .... :— Um den Rückgriff auf die Schlichtung durch die Nationen zu einem Erfolg zu machen, sollte es eine fähige, unparteiische und stabile Justizbehörde geben. .... Für den offiziellen Gebrauch des Gerichtshofs sollte eine neutrale Sprache gewählt werden. Die Verbreitung von Esperanto in mehreren Nationen in den letzten Jahren beweist, dass eine solche Sprache, die für alle Zwecke geeignet ist, ohne große Schwierigkeiten erlernt werden kann. Jede Vertragsnation sollte sich verpflichten, dem Gerichtshof alle Differenzen zwischen ihr und den anderen Vertragsnationen vorzulegen, die sie nicht auf diplomatischem Wege beilegen kann; und sie sollten vereinbaren, die Autorität des Gerichtshofs gemeinsam aufrechtzuerhalten."
English or American? (Engländer oder Amerikaner?) "Leute, insbesondere die New Yorker Redakteure machen sich über Präsident Roosevelt lustig, .... Die Annahme der Empfehlungen der vereinfachten Rechtschreibempfehlung ist eine neue Unabhängigkeitserklärung, eine subtilere und tödlichere Revolte als jene, die das Empire im achtzehnten Jahrhundert zerbrach. Denn wenn sie Erfolg hat — und sie wird Erfolg haben, wenn wir nicht einer Katastrophe zuvorkommen, indem wir selbst Schritte unternehmen, um an ihrem Erfolg teilzuhaben — wird das eine große Band, das die englischsprachige Welt eint, verschwinden. Die Amerikaner werden die englische Sprache nicht mehr sprechen. Sie werden amerikanisch schreiben und sprechen. Und von dem Tag an, an dem sie ein phonetisches System der englischen Rechtschreibung einführen, wird nicht mehr Englisch, sondern Amerikanisch die lingua franca der Welt sein. Sogar jetzt noch hat Englisch, trotz unserer Gewohnheit, das Wort "chair" (Stuhl) zu schreiben und es "table" (Tisch) auszusprechen, was jeden Ausländer dazu zwingt, es zweimal zu lernen, einmal am Ohr und einmal am Auge, solche Signalverdienste, dass es alle Konkurrenten distanziert. Aber wenn zu diesen natürlichen Vorteilen noch ein einfaches System der rationalen Rechtschreibung hinzukäme, würde in hundert Jahren die ganze Welt Englisch sprechen. Wenn wir unsere Rechtschreibung nicht reformieren, wird die ganze Welt Amerikanisch sprechen, und Englisch, wie es auf Englisch geschrieben wird, wird für den Rest der Menschheit so unverständlich sein wie das Angelsächsische......" Es kam später nicht so. Amerikanisches Englisch blieb in seiner Schreibform genauso andersaussprechlich wie das europäische Englisch. Und trotzdem wird heute weltweit Englisch gesprochen, aben weil man es in den USA spricht. Denn bei Sprachnutzungen geht es doch immer um Machtfragen. Die Geschichte zeigt: Wechselt die Macht, dann wechselt auch die Sprache. [se]
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ESPERANTO. ESPERANTISTS AT GENEVA. (ESPERANTISTEN IN GENF.) (Geschrieben während des Kongresses). "Um eine angemessene Vorstellung von einem solchen Treffen wie dem zweiten Esperanto-Kongress in Genf zu bekommen, genügt nicht weniger als ein Besuch (schreibt ein Korrespondent). Niemand soll sich vorstellen, dass die Mitglieder zur Belustigung da sind. Seit Montagmorgen sind sie bei der Arbeit: Schon vor der offiziellen Eröffnung wurden zahlreiche Treffen organisiert. .... All dies führte jedoch zur formellen öffentlichen Eröffnung am Dienstagabend, als die Victoria Hall, die etwa 1800 Personen fasst, bis auf die oberste Galerie gefüllt war. .... Der Eingang von Doktor Zamenhof war das Signal für einen stürmischen Empfang, und so ruhig und bescheiden der Herr auch sein mag, er muss inzwischen gelernt haben, das zu genießen, was man nur als liebevolle Begrüßung bezeichnen kann. .... Dann erhob sich Dr. Zamenhof, und nachdem es die Rufe von "Vivu Zamenhof" ermöglichten, begann er mit ein paar anmutigen Dankesworten an die gastfreundliche Stadt, die den Kongress empfangen hatte. Er fuhr fort und sagte, dass er wirklich nur als Privatmann dort sei, denn der Zustand seines unglücklichen Landes habe ihn daran gehindert, sich aktiv an den erzielten Fortschritten zu beteiligen. Mit Pathos sprach er von seiner Heimatstadt (Białystok) und dem Herabsteigen wilder Horden auf sie, die Unschuldige und Hilflose getötet hätten. Die Russen seien nicht von Natur aus grausam, rief er aus; das Einzige, was sie sich wünschen, sei, dass man sie in Ruhe ihren Weg gehen lasse. Krieg ist zu jeder Zeit schrecklich, aber wenn das Blutvergießen und das Gemetzel zwischen denen stattfindet, die am selben Ort wohnen, geteilt durch Rassen- und Religionsunterschiede, dann ist es weitaus schrecklicher, denn dann wird Freund gegen Freund aufgereiht, und selbst die Frauen und Kinder werden nicht verschont. Dr. Zamenhof sprach dann von der Ansicht, dass Esperanto nur eine Sprache sei, solch ein Gedanke, rief er; wenn das wahr wäre, würde ich meinen grünen Stern abreißen und nie wieder ein Wort davon sprechen. Zwanzig Jahre lang habe ich gekämpft und gekämpft, aber nicht für eine Sprache: es ist für ein Ideal. Ich kämpfe für den Geist der gegenseitigen Hilfsbereitschaft, der der ganzen Menschheit eine bessere Zukunft sichern soll. Die inbrünstige Rede erhielt einen ebenso inbrünstigen Beifall, und dann folgte eine Rede nach der anderen von den verschiedenen Delegierten .... M. Cart sprach gut und eindringlich über die Freude, die Esperanto den Blinden bereitete, und M. Michaux beendete seine Rede mit einer geistreichen Rede in Französisch. Er erzählte von einem Laden, in dem ein Phonograph lautstark auftrat und vor dem ein Mann stand, der darauf bestand, dass der laut trompetende Phonograph keine Tatsache, sondern nur eine Sinnestäuschung sei, und führte zu der Erklärung, der ganze Abend in der Victoria Hall sei eine Täuschung und eine Falle gewesen, und alle Esperanto-Reden trügen; dass die Ausländer ihre Reden vorbereitet und sie allen anderen erzählt hätten; und dass es in Wirklichkeit von Anfang bis Ende ein ziemlicher Betrug gewesen sei, und sogar der Däne, der direkt vom Bahnhof in die Halle gekommen war, sei im Zug trainiert worden. Inmitten der Lachsalven der Anwesenden, die Französisch verstanden, schloss der Abend um 11.30 Uhr. .... Am Mittwochabend wird die Aufführung im Theater stattfinden, wo auf dem Programm "Ein Empfehlungsschreiben" von Max Maurey stehen wird......" TRANSLATION. (ÜBERSETZUNG.) (6) Neutralität und Toleranz. "Lassen Sie uns überall und immer der Welt das schöne Schauspiel vor Augen führen, das während des Kongresses geboten wurde und bei dem in Wahrheit jedes Mitglied aus Höflichkeit gegenüber seinem Nachbarn darauf verzichtete, ihn über seine Religion oder seine Meinungen zu befragen. Es genügte zu wissen, dass er ein Esperantist war. Nun, unsere Gruppen und andere Vereinigungen sollen endlich die gegenseitige Höflichkeit und Genialität reproduzieren, die das Glück aller im Kongress ausmachte. Seien wir Esperantisten und keine Sektierer, denn im "Esperanto-Land" verdrängen sich beide Dinge zwangsläufig gegenseitig; und da wir Esperantisten sind, sollten wir die Religion und die Politik der anderen so respektieren und tolerieren, wie wir es für unsere eigene Religion und Politik wünschen. Andernfalls ist unsere Neutralität nur Schein". Es gibt tatsächlich einen Streitpunkt unter den Esperanto-Freunden, genaugenommen auch in den weiteren Gesellschaften. Zu Neutralität und Toleranz gehört sicher, die andere Weltsicht zu kennen, um sie dann überhaupt "ertragen" zu können. Dazu gehört auch die politische Ansicht. Diese ist unter Esperantisten durchaus unterschiedlich. Gestritten wird aber oft, ob Esperanto ein Thema für die Politik sein kann, also ob Esperanto politisch ist. Ist die Aussage Zamenhofs politisch neutral? Es handele sich nicht nur um eine Sprache, er würde seinen "grünen Stern abreißen und nie wieder ein Wort davon sprechen .... Ich kämpfe für den Geist der gegenseitigen Hilfsbereitschaft, der der ganzen Menschheit eine bessere Zukunft sichern soll." Wenn das nicht politisch ist, was dann? Ganz abstrakt sind Esperantisten für die Sprachnutzung weltweit und natürlich europaweit. Das ist so in Ordnung. Wenn aber eine konkrete Anwendung in einem politischen Gebilde wie ein geeintes Europa an der Zeit ist, dann kann nur in der Politik gehandelt werden. EDE wurde zu diesem Zweck gegründet. [se]
PRESIDENT ROOSEVELT AND SPELLING REFORM.
(PRÄSIDENT ROOSEVELT UND DIE RECHTSCHREIBREFORM.) "In der vierzehntägigen Revue schrieb er (William Archer) über "The President's English" ....:— .... Ich glaube, dass die Zukunft der englischen Sprache in der Schwebe hängt und dass in den nächsten Jahren eine Entscheidung von welthistorischer Tragweite ansteht." A STAND OP SPELLING REFORM. (EINE REFORM DER RECHTSCHREIBUNG.) "Herr Archer besteht auf der Ratsamkeit, nein, der Notwendigkeit einer definitiven Stellungnahme zur Rechtschreibreform durch ein spezielles Gremium, das so zusammengesetzt ist, dass es den Respekt der gesamten englischsprachigen Welt genießt. Die Frage sollte an eine internationale Konferenz, einen Kongress oder eine Kommission verwiesen werden, die unter fairer Vertretung aller Gemeinschaften und aller betroffenen Interessen mit einer möglichst nahen Annäherung an die Autorität sprechen sollte, wie es in unserer demokratischen Welt möglich oder wünschenswert ist. Diese Konferenz könnte Präsident Roosevelt zu einem Treffen in Washington einladen, und Delegierte von den Britischen Inseln, den Britischen Kolonien und den Vereinigten Staaten sollten daran teilnehmen. Die phonetische Schreibweise ist offensichtlich unmöglich, weil das, was Aberdeen für phonetisch hält, London nicht tut, und (leider) könnte Australien dies jetzt auch kaum tun. Vielleicht aber kann im Laufe der Nivellierung der Jahrhunderte durch phonetisches Training und Reisen "eine zusammengesetzte internationale Aussprache entstehen, die die gesamte englischsprachige Welt beherrschen wird"." MR. FREDERIC HARRISON'S VIEW. (MR. FREDERIC HARRISON'S SICHT.) "Herr Frederic Harrison schreibt in der Positivist Review:— Es gibt natürlich vieles in der englischen Rechtschreibung, was ärgerlich und absurd ist. .... Etwas, durch eine plötzliche öffentliche Ordnung ein ganz neues Wörterbuch einzuführen, wäre, selbst wenn es erfolgreich wäre, eine Ursache für endlose Verwirrung und Spaltung in der Lesewelt. Die ältere Generation würde niemals einwilligen, eine neue Sprache zu lernen, .... Wir mögen viele Dinge von Amerika lernen, aber ihre Literatur ist das Letzte, was wir uns zum Vorbild nehmen sollten." ENGLISH-SPEAKING REUNION—JINGOISM ! (ENGLISCHSPRACHIGE WIEDERVEREINIGUNG—JINGOISMUS!) Harrison:— "Es bleibt eine weitaus tiefere Frage. Dieser Traum, sich in das ganze englischsprachige Volk einzufügen, ist eine gefährliche und rückschrittliche Utopie, voller Unfug und falschem Rassenstolz. Es ist eine subtilere und unheimlichere Form des Jingoismus. Wir alle müssen unsere nationalen Fehler und Schwächen durch Freundschaft mit denen anderer Ideale und ohne unsere besonderen Versuchungen korrigiert werden. Die englische Rasse ist bereits zu herrschsüchtig, ehrgeizig und egozentrisch. Eine Kombination mit Amerika würde unsere Laster, unsere Schwierigkeiten — und unsere Rivalen — stimulieren. Aber das ist ein zu großes Thema, um es in einem Absatz zu behandeln. Sicherlich wird damit ein falscher Weg eingeschlagen!....."
THE GREAT ESPERANTO CONGRESS. (DER GROßE ESPERANTO-KONGRESS.) Die wachsenden Beweise für die Bedeutung der Sprache. "Der zweite Esperanto-Kongress gehört nun der Vergangenheit an, und wenn man ruhig zurückblickt, scheint die Besonderheit des Genfer Kongresses die kontinuierliche Arbeit der verschiedenen Sonderausschüsse zu sein. Offiziell gab es nur die Generalversammlungen aller Esperantisten, die Sitzungen des Sprachausschusses, dessen Mitglieder letztes Jahr in Boulogne gewählt wurden, und des Sonderausschusses des Kongresses, der am Eröffnungstag gewählt wurde, aber diese offiziellen Sitzungen wurden durch inoffizielle in einer solchen Zahl ergänzt, dass eine detaillierte Darstellung unmöglich ist. Die Geschäfte des Esperanto-Kongresses betrafen ausschließlich Esperanto als Sprache, aber wenn man sich daran erinnert, dass seine Mitglieder zu den führenden Intellektuellen in allen Teilen der Welt gehörten und dass diese Männer und Frauen im Gefolge der fortschrittlichen Streitkräfte stehen, kann man leicht erkennen, dass eine solche Zusammenkunft genutzt werden würde, um die Sonderorganisationen voranzubringen, für deren Förderung eine Sprache wie Esperanto so nützlich ist. Unter uns waren Pazifisten, gute Templer, christliche Verfechter, Freimaurer, Sozialisten, Musiker, Mathematiker, Mitglieder der Gesellschaft des Roten Kreuzes usw. usw., die alle ihre eigenen speziellen Versammlungen hatten.
Da es nicht möglich war, alles in einem Gebäude zu erledigen, war die Aula der Universität Schauplatz der Generalversammlungen; die Ausstellung fand im Beaux-Arts-Gebäude statt; die allgemeinen Arbeiten, Sekretariatsarbeiten und andere, und die meisten inoffiziellen Versammlungen fanden in der Ecole de Commerce statt; während für gesellschaftliche Versammlungen und Unterhaltungen die Salle des Amis d Instruction, das Theater und die Victoria Hall genutzt wurden. Alle Gebäude befanden sich in der Nähe desselben Ortes, aber gerade hier fühlten sich diejenigen von uns, die in Boulogne gewesen waren, nicht sehr wohl. Wir waren weiter voneinander entfernt, so dass der Charme eines Arbeitstages und eines abendlichen Vergnügungsabends, bei dem alle in Kontakt waren, nicht so empfunden wurde; in Boulogne schien es auch, als ob jeder Esperanto beherrschte, während in Genf selbst die Zahl der Esperantisten sehr gering war.
Für diejenigen, die nicht anwesend waren, gebe ich hier einige Blätter aus dem Tagebuch eines Esperantisten.
Genf, Montag, 27. August. — Welch ein Segen wird es sein, wenn alle zweisprachig sind. Wie um alles in der Welt hätte ich in diesem ausländischen Bahnhof ankommen und mein Gepäck im Voraus verschicken lassen sollen, wenn ich kein Französisch gesprochen hätte? Wir hatten zwar viel Spaß auf der Reise gehabt, aber es wäre äußerst unangenehm gewesen, wenn wir nicht bereit gewesen wären, die Dinge so zu nehmen, wie sie kamen, denn obwohl die Eisenbahnbehörden uns zwei Salonwagen zur Verfügung gestellt hatten, wollten wir bei unserer großen Zahl drei, und an einem stechend heißen Tag, mit (einem Aufschlag / einer Zusatzperson?) auf jedem Sitzplatz, und der Korridor war bis auf den letzten Platz gefüllt, kein Wunder, dass wir müde waren (nach zehn Stunden), so dass die Suche nach Gepäck Zimmer für Zimmer, in denen sich Kisten und Pakete jeder Art stapelten, keine erfreuliche Aufgabe war.
Dienstag. — Keine Zeit zum Auspacken; verpflichtet, sich sofort auf den Weg zu machen, um unseren Treffpunkt zu finden, Namen und Adresse zu registrieren und die grüne Eintrittskarte zu sichern.
Wir fanden die Ecole de Commerce ohne Schwierigkeiten, und dort im ersten Stock war unser geliebter Arzt. Ich bin wieder einmal erstaunt über diesen wunderbaren Mann, der, obwohl er seit unserem letzten Treffen so viele Menschen gesehen hat, mich sofort mit Namen ansprach und mich daran erinnerte, dass ich ihm in Boulogne den ersten Englischen Handschlag gegeben hatte. Die Räume waren ziemlich voll, und mit einer gegenseitigen Anerkennung nach der anderen durch Russen, Schweden, Franzosen, Deutschen usw. verging die Zeit so schnell, dass ich daran erinnert werden musste, dass es notwendig war, vor der ersten Sitzung eine Mahlzeit einzunehmen. Hier kam einer der kleinen Nachteile unseres Aufenthalts in Genf. Wir hatten zu verschiedenen Zeiten Räume in sechs verschiedenen Gebäuden, und für Fremde in der Stadt war dies ein wenig verwirrend. Auch hier erkannten wir den Vorteil einer kleinen Stadt gegenüber einer großen für unsere Zusammenkunft. In Boulogne waren alle auf der Suche nach Esperantisten, und jeder konnte sie dirigieren. Aber in Genf, wie so oft in so großen Städten, kannten nicht einmal die Einwohner die Namen aller Straßen, so dass sie uns nicht leiten konnten; und wir fanden den Salle des Amis d'lnstruction gerade noch rechtzeitig vor der Eröffnungsfeier. Da das Treffen ausschließlich Esperantisten mit Stimmrecht vorbehalten war, wurden nur grüne Eintrittskarten zugelassen, aber der Saal war ausgestattet, mit Galerien und allem Drum und Dran. Die erste Zeremonie war der Rücktritt des Organisationskomitees und die Ernennung eines neuen Kongressausschusses, in dem, wie bei jedem künftigen Kongress, der Präsident und der Vizepräsident aus dem Land stammen müssen, in dem der Kongress stattfindet. Dann wurde die in Boulogne abgegebene Erklärung über das Wesen des Esperanto und seine Neutralität formell bestätigt. Nachdem Dr. Zamenhof zunächst den Kongress offiziell für eröffnet erklärt hatte, wurde er wie immer begeistert empfangen. Am Abend begab er sich zur öffentlichen Sitzung in die Victoria Hall. Herr Moschelles befand sich natürlich zusammen mit den zahlreichen anderen Komitee-Mitgliedern auf dem Podium und hatte erwartet, dass sich seine Frau zu ihm gesellen würde; aber wir wurden zurückgewiesen, da wir nicht im amtierenden Komitee waren, und so beschlossen wir, frech genug zu sein, uns in eine der reservierten Logen zu setzen. Hier machte Frau Moschelles, während ich damit beschäftigt war, Notizen über das Verfahren zu machen, einige entzückende Skizzen von den intellektuellen Gesichtern, die uns auf der Plattform direkt gegenüberstanden. Es wäre schwierig für diejenigen, die noch nie bei einem solchen Kongress anwesend waren, die Anziehungskraft des Anblicks dieser vierzig oder fünfzig Idealisten aus achtzehn bis zwanzig Nationen zu erkennen, und vor allem, wenn man sich daran erinnerte, dass unter ihnen Offiziere der deutschen, französischen, schwedischen und anderen Armeen, Katholiken und Protestanten der entschlossensten und gegensätzlichsten Standortansichten waren. Sozialisten und Freidenker mit den stärksten Meinungen, doch Esperanto hatte sie zusammengebracht, als wären sie Brüder.
Mittwoch Morgen. — Um 9.30 Uhr war es glühend heiß, doch die Aula der Universität war voll. Lange und ernsthafte Diskussionen über die verschiedenen Berichte der Sprach- und Handlungsausschüsse fanden statt. Mittags wurden wir in den Bastionen zum großen Mittagessen (Déjeûner) erwartet, an dem etwa achthundert Gäste Platz nahmen, aber auf dem Weg wurde für ein Foto angehalten, das noch gemacht werden sollte. Die Gruppe auf den Stufen der Universität war ein bemerkenswerter Anblick. Eine hübsche junge Dame in weißer Bluse hatte direkt hinter einem Herrn posiert, dessen schönes weißes Haar immer auffällt, so dass sie mit einem schwarz gekleideten Mann unter viel Gelächter den Platz wechseln musste. Es sind diese freudvollen kleinen Familienereignisse, die unsere Esperanto-Treffen so beglückend machen wie die Weihnachtsfeiern früherer Zeiten. Nach dem Mittagessen, mit seinen Reden, Telegrammen, Witzen und Musik (wir alle machten den Esperanto-Ruf, zum Erstaunen einiger anwesender Reporter), war die Zeit mit inoffiziellen Sonderkomitees voll besetzt, und, leider! Ich wollte unbedingt bei zweien dabei sein, die zur gleichen Stunde stattfanden — dem Rotkreuz — und dem Lehrerkomitee — und verpasste doch beide, denn der eine war oben in der Universität, der andere in der Handelsschule. Da kein Plakat angeschlagen war, habe ich auch keines gefunden. Musiker, Mathematiker, Sozialisten, Katholiken usw. usw. trafen sich alle in speziellen Räumen, und die britische Sektion ergriff die eine unbesetzte halbe Stunde von 6 bis 6.30 Uhr, um zwei wichtige Punkte zu besprechen — die B.E.A.-Anmeldung und den Ort des nächsten Kongresses. Ein Enthusiast rief, dass Esperanto verwendet werden müsse, aber die "Neins" wurden angenommen. Stellen Sie sich vor, achtzig Menschen mit einer eigenen Zunge versuchen, in einer halben Stunde in einer immerhin fremden Sprache über zwei solcher Themen zu diskutieren. Es wurde beschlossen, dass wir mutig sein und den Kongress nächstes Jahr nach England einladen müssen, und dann eilten wir los, um uns auf den Abend im Theater vorzubereiten, wo eine charmante kleine Komödie — "A Letter of Recommendation" — von einem Russen, einem Franzosen und einem Portugiesen gespielt wurde, gefolgt von einer Tragödie von "Edmond de Amicis", übersetzt von Mme. Junck — und in der sie die Hauptdarstellerin war.
Freitag. — Keine Zeit, gestern zu schreiben, denn wir mussten um 8.30 Uhr am Kai sein, um nach Vevey zu fahren. Hatte schon einmal ein Schiff eine so kosmopolitische Menschenmenge? "Wo wird Esperanto sein, wenn unser Schiff untergeht", sagte ein Esperantist. "Ah!" war die Antwort", unsere Sache ist sicher. Wenn wir alle ertrinken, werden unsere Freunde überall nur umso härter arbeiten und sich enger an die Regeln halten, die wir aufgestellt haben"." Und das gilt ganz natürlich weiterhin. Was auch in einzelnen Staaten der Welt passiert. Wie auch immer die einzelnen Gesellschaften über Esperanto denken, ob Esperanto bekämpft oder gefördert wird, die Sprache bleibt und lebt weiter. [se] ""Es ist der Tag meines Lebens", hörte ich jemanden sagen, "mit der Schönheit der Landschaft, der lebhaften Farbgebung, den reizvollen kleinen Gesprächskreisen aller Art, die sich bildeten und auflösten und dann Teile anderer solcher kleiner Gruppen bildeten." "Haben Sie M. Deshays gesehen? — Zeigen Sie auf ihn — ich muss nach seinem Lied fragen." "Wer kennt Dr. Mybs? — Ich habe mit ihm korrespondiert, aber ich kenne ihn nicht vom Sehen", und so weiter, und so weiter; und schließlich haben einige von uns genau die Person verfehlt, die sie unbedingt kennen lernen wollten. Ein rührender Vorfall war das Betreten des Schiffes in Ouchy durch zwei blinde Mädchen, die von weit her gekommen waren, um Dr. Zamenhof zu treffen. Sie sprachen charmant Esperanto, und die Jüngere sagte zum Doktor: "Darf ich Sie nicht küssen, lieber Meister? Niemals kann ich ausdrücken, was Sie für mich getan haben." Heute bei der zweiten Generalversammlung wurde die britische Einladung angekündigt und mit Begeisterung aufgenommen. Ich fragte einen Herrn, was wir tun sollten, wenn wir unseren Freunden nicht die leichten Weine geben könnten, an die sie gewöhnt waren? Er sagte: "Tun Sie das!" Und er sagte: "Warum, wir werden alle Tee trinken." In dieser Vormittagssitzung wurde ein offizieller Brief des Papstes verlesen, in dem es hieß, dass er den "Espero Katolika" erhalten werde. Die Ankündigung wurde mit begeistertem Beifall aufgenommen. Heute Abend konnten wir leider nicht mehr ins Theater gehen, und die Räume, in denen wir uns trafen, waren viel zu klein, sei es zuerst für das Konzert oder später für den Ball. Auch damals war der Tag für viele von uns durch die traurige Nachricht von Dr. Lloyds Verschwinden betrübt.
Samstag. 1. August. — Früh zur Aula für die Sprachdiskussion. Es wurde definitiv beschlossen, dass das Prinzip der Sprache so bleiben sollte, wie es von Dr. Zamenhof im "Fundemento de Esperanto" festgelegt worden war. Für Fachvokabulare müssen sie derzeit der Privatinitiative überlassen werden und später dem Sprachausschuss vorgelegt werden. M. Boriac, der seinen Bericht beendete, ersetzte die Leitung des provisorischen Komitees in den Händen von Dr. Zamenhof, der daraufhin erklärte, "dass er im Interesse von Esperanto das Sprachkomitee dazu veranlasst hat, seine Arbeit auf Dauer fortzusetzen". Diese Erklärung wurde mit dem herzlichsten Applaus aufgenommen und voll und ganz gebilligt. Das Zentralbüro wird für mehrere Jahre wie bisher in Paris bleiben, und dies wird durch ein großartiges Geschenk von £3000 (für die Miete des Gebäudes und die Gehälter der Sekretärinnen) von zwei französischen Esperantisten ermöglicht, die anonym bleiben wollen. Ein Schweizer Blinder erhob sich, um dem Kongress im Namen der blinden Esperantisten zu danken, denen durch das Medium Esperanto neue Freude gekommen war. Unter anderem wurde beschlossen, dass die verschiedenen Nationalitäten so bald wie möglich Lehrbücher über die Grammatik ihrer eigenen Nationen in Esperanto verfassen sollten; so konnte ein spanischer Esperantist, der English lernen wollte, dieses mittels Esperanto lernen, oder wenn er Französisch oder Deutsch lernen wollte, standen ihm die gleichen Mittel zur Verfügung. Esperantisten wollen nur die Muttersprache kultivieren und haben nie die Absicht gehabt, Esperanto universell, sondern nur international zu machen. Am Ende der Sitzung beschrieb der Marquis de Beaufront einen Besuch, den er gerade dem altgedienten Professor Naville abgestattet hatte, der erneut seine tiefe Sympathie mit der Esperanto-Bewegung zum Ausdruck bringen wollte, und, da er selbst nicht in der Lage war, sich aktiv an den Pflichten des Lebens zu beteiligen, wünschte er M. de Beaufront von ihm den Freundschaftskuss an Dr. Zamenhof zu geben, und unter begeisterten Rufen "Viva Zamenhof!" wurde die offizielle Sitzung für beendet erklärt; die Herren Micheaux, Mudie, Mybs, Hanauer, General Sebert, Oberst Pollen und Pfarrer Schmeberger wurden zum Organisationskomitee für den nächsten Kongress ernannt. Heute Abend war die Victoria Hall Schauplatz der öffentlichen Abschlußveranstaltung, als Berichte verlesen wurden, Telegramme eintrafen und zwei Schweizerinnen in ihren Nationaltrachten einen Blumenstrauss an Dr. Zamenhof überreichten. Um viertel vor zehn Uhr präsentierte Kommandeur Lemaire eine großartige Beschreibung des Kongo, illustriert durch Ansichten im Rampenlicht. Der Vortrag würde, wenn er gedruckt würde, einen wertvollen Beitrag zur Esperanto-Literatur leisten.
Sonntagmorgen. — Gerade zurück vom Esperanto-Gottesdienst in L'Auditoire, der alten Kapelle, in der Johannes Knox in Genf gepredigt hat. Pastor Schmeberger übernahm den Gottesdienst, wobei die Lesung die Beschreibung des Turms von Babel war. Pfarrer G. Rust aus Cambridge hielt eine Predigt aus dem Text: "Die Erde ist des Herrn und ihre Fülle". Die Gesänge waren schön, und die Musik für die Lobpreisung wurde von Herrn Rowe (Nottingham) verfasst. Zur gleichen Stunde fand auch ein Gottesdienst für Katholiken statt, und die Sozialisten trafen sich; aber die feierliche und schöne Zeit im Auditoire hinterließ einen Eindruck, den niemand von uns Anwesenden vergessen wird. Die Gemeinde füllte die Kapelle, und sie kamen natürlich aus vielen Nationen. Morgen wird ein grosser Teil der Esperantisten zu einer dreitägigen Schweiz-Reise aufbrechen.
Der Kongress ist vorbei, und nun müssen wir alle unsere Anstrengungen darauf richten, dass der nächste ebenso erfolgreich verlaufen kann. Wir müssen lernen, fliessend zu sprechen, und dürfen uns nicht mit schlüpfriger Unbestimmtheit zufrieden geben. Gesang, Deklamation und vor allem Höflichkeit müssen geübt werden; auch Stenographen werden für Pressearbeit benötigt. Ob das Treffen in Cambridge oder anderswo stattfindet, in Großbritannien wird es mit Sicherheit stattfinden. Deutschland beansprucht für sich, das nächste zu haben, dann werden wahrscheinlich Schweden; Belgien und Böhmen folgen."
ANSWERS TO CORRESPONDENTS. (ANTWORTEN AN KORRESPONDENTEN.) "F.G.G. (Nelson. N.Z.) — Es ist immer schwierig, die Aussprache mit irgendeiner schriftlichen Methode darzustellen, wenn es darum geht, genaue Laute zu definieren, aber wenn man verschiedene Erklärungen in Betracht zieht, die alle mehr oder weniger angemessen sind, kann man der Wahrheit nahe kommen. Die ideale Aussprache des Esperanto ist eine, bei der jeder Buchstabe nur und immer ein und denselben Laut hat, aber das ist in jeder Landessprache sehr ungewöhnlich. Wenn wir im vorliegenden Fall sagen, dass "j" gleich dem englischen "y" ist, was annähernd zutrifft, stoßen wir auf die Schwierigkeit, dass "y" in "boy" nicht genau den gleichen Klang hat wie "y" in "yoke". Dies spielt am Ende und am Anfang von Wörtern keine große Rolle, aber in der Mitte von Wörtern wie "vojo" gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen "vo-jo" (die letzte Silbe wie "yo" im Joch) und "voj-o" (die erste Silbe wie "oy" im "boy"). Die ideale Aussprache von "j" in Esperanto ist so, dass es keinen Unterschied zwischen "vo-jo" und "voj-o" gäbe, wobei das "j" in der Nähe der Laute von "y" in "boy" und in "young" liegen würde, aber nicht genau in einem von beiden. "O, wie in Sturm", wird zweifellos verwendet, um die Andeutung eines diphthongalen Charakters zu vermeiden, der manchmal im Zusammenhang mit dem englischen langen offenen "o" auftreten kann. Aber es scheint uns ein eher unbestätigtes Beispiel zu sein, da sich der Konsonant "r" fast wie ein anderer Vokal mit Vokalen vermischt, und es ist schwierig, genau zu analysieren, welcher Teil des Lautes wirklich auf das "o" und welcher auf das folgende "r" zurückzuführen ist. "Along" wird mit "laulonge" gut wiedergegeben. Beachten Sie die akzentuierten Buchstaben. Wir waren bisher nicht in der Lage, eine Lieferung von Drucktypen zu erhalten, so dass wir diese "sursignitoj" nicht korrekt drucken konnten. Gleichzeitig sind wir uns einer starken und wachsenden Abneigung der Esperantisten gegen die hässliche Darstellung des Akzentes durch ein folgendes "h" bewusst. Wir werden daher in Zukunft das Zeichen über den Buchstaben einfach weglassen und es dem Kontext überlassen, zu entscheiden, ob "ci" oder "chi" usw... gemeint ist, außer in Fällen wirklicher Unanwendbarkeit, wenn ein "h" eingefügt wird. Eine internationale Sprache wird heute so allgemein als eine Notwendigkeit anerkannt, dass es nur selten notwendig ist, die Idee selbst zu verteidigen; aber englischsprachige Menschen erklären so häufig, dass alle Welt erkennt, dass English das notwendige Medium sein muss, dass es mir aufgefallen ist, "dass unsere Leser in diesem Punkt eine Gegenüberstellung der französischen und englischen Ideen wünschen". Das Argument für Englisch stammt aus Munsey's Magazine, und ist von Brander Matthews, dem bekannten Amerikaner Literaten das von M. de la Grasserie für Französisch aus Concordia Geschriebene, vermutlich nicht als seine eigene Überzeugung, sondern als die Meinung, die er zu hören gewohnt ist, ausgedrückt. Merkwürdigerweise halten es beide Schriftsteller für eine feststehende Tatsache, dass diese Weltsprache die Muttersprachen der verschiedenen Völker ersetzen und universell sein muss; dies deckt sich mit einigen der Verweigerern des Esperanto, die der Meinung sind, dass es so leicht zu erlernen ist, dass die Menschen es ihrer eigenen Sprache vorziehen werden: sicherlich eine absurde Idee, denn solange die Welt geographisch gesehen so bleibt, wie sie gegenwärtig konstituiert ist, werden die Menschen der verschiedenen Nationen unterschiedlich bleiben und ihre eigene Sprache behalten, denn eine Sprache ist Teil einer Nationalität und charakteristisch für diese."" Es ist eben diese weitverbreitete national orientierte Meinung, die Esperanto und Weiterentwicklung behindert. Selbst unausgesprochen scheint es, diesen Verlust-Gedanken im Verborgenen zu geben. Doch vielleicht ist es nur die unangebrachte Angst, einen Vorteil gegenüber dem Rest der welt zu verlieren. Zumal die eigene Bevölkerung mehr von der sie umgebenen Welt wahrnehmen würde. Esperanto hat natürlich keine Dialekte. Eben weil diese Sprache eine weltweite Funktion hat, genauso wie Hochsprachen wie zum Beispiel Hochdeutsch für einen Sprachraum gelten. Daneben exisiteren die Dialekte für ihrem Raum. [se]
"Nachdem Herr Matthews von der Notwendigkeit einer allen Menschen vertrauten Sprache gesprochen und seine Meinung zum Ausdruck gebracht hat, dass "nichts sicherer sein kann, als dass die Mehrheit der Menschheit niemals dazu gebracht werden kann, eine künstliche Sprache zu lernen", fährt er fort: "Bis zum Sonnenuntergang von Waterloo stand das Französische an erster Stelle: und dann verlor es für immer seine Chance, sich endlich als Weltsprache zu etablieren. .. Die Geschichte zeigt uns, dass eine Sprache sich nicht aufgrund ihrer eigenen Vortrefflichkeit im Ausland verbreitet und von immer mehr Millionen Menschen gesprochen wird ... es muss die Muttersprache einer meisterhaften Rasse sein, die bis in die Winkel der Erde reicht. ... Wenn es in Zukunft eine Weltsprache geben soll, dann wird es Englisch sein. So viel ist sicher. ... Wenn es kein Englisch gibt, dann wird es auch keine Weltsprache geben. ... Wenn unsere eigene Sprache die Weltsprache der Zukunft werden soll, dann nicht aufgrund ihrer eigenen Verdienste, sondern aufgrund der Vitalität und der Energie der Völker, die sie sprechen. Dennoch ist es eine Tatsache. Englisch ist im Großen und Ganzen besser für diese Ehre geeignet als jede andere bürgerliche Sprache. Es ist eine Sprache von überragendem Reichtum, sie hat eine wunderbare Fähigkeit, die benötigten Wörter aus jeder anderen Sprache, tot oder lebendig, aufzunehmen. Sie hat die Gabe, sich zu erfrischen, sich immer fit zu halten für all die verschiedenen Verwendungen einer Rasse, die gleichzeitig intensiv praktisch und grundlegend einfallsreich ist. Vor allem ist sie die Sprache, die in ihrer Struktur am weitesten fortgeschritten ist, dem Ziel der Einfachheit viel näher kommt als jeder ihrer Rivalen und daher leicht nach Gehör, durch Mundverbreitung zu erlernen ist. Auf dem europäischen Kontinent scheint Englisch langsam an die Stelle von Französisch als jener zweiten Sprache zu treten, ohne die sich ein Mensch nicht als gebildet betrachten kann. Es ist unsere Rechtschreibung, die das Haupthindernis für die Annahme des Englischen ist".
M. de la Grasserie ist der Meinung, dass eine künstliche Sprache perfekt und vollkommen logisch sein muss, der getreue Spiegel des Denkens und der Dinge, aber wenn sich das Denken und die Dinge ändern, müsste sie modifiziert werden, würde bald ihre Perfektion verlieren, und außerdem wäre sie nicht menschlich; die Sprache muss national sein. Nicht Englisch, denn obwohl es ein erhabener Jargon ist, mit einer einfachen Grammatik, machen seine Aussprache und die außerordentlichen Unregelmäßigkeiten in der Position seiner Akzente es zur Verzweiflung für Fremde, weil es eine so lange Praxis fordert, bevor es gebraucht werden kann. Das Französische ist aufgrund seiner Literatur die Königin der Welt — es hat seine Fehler —  aber seine brillanten Eigenschaften kompensieren es, die Qualität der Sprache, die Qualität des Ausdrucks und des Stils. Artikel: Thema: ergänzt direkt, indirekt und umstandsbezogen: in einer immer gleichen, festen und erstaunlich klaren Reihenfolge. Es ist analytisch bis zum Exzess, und so in der vollen Linie des Fortschritts reichen seine Qualitäten aus, um dem Französischen den ersten Platz zu sichern. Sein Titel dazu ist zudem historisch: in England war Französisch jahrhundertelang die einzige Sprache der regierenden Klassen. Überall, wo die Sprache der Gerichte gesprochen wurde, wurde sie immer als Sprache der Diplomatie verstanden und wird es lange Zeit bleiben. Daher kann Französisch nicht nur zur internationalen, sondern zur universellen Sprache werden, d.h. es wird alle anderen Sprachen ersetzen. Dies ist keine Utopie, auch wenn die Idee vielleicht verfrüht ist. Aber es bleibt ein schwerwiegender Einwand: der Nationalstolz. Wird sich ein Deutscher jemals damit abfinden, seine eigene Sprache aufzugeben und in Zukunft nur noch Französisch zu sprechen? Würde es ihm nicht so vorkommen, dass er seine Nationalität selbst aufgibt? . . . Vielleicht wird die Zukunft darauf antworten. Wir glauben, dass sich Frankreich durchsetzen wird, wenn die Wahl getroffen wird.
Hier gibt es zwei gegensätzliche Meinungen, zu denen die Tatsache hinzugefügt werden kann, dass die kultiviertesten Franzosen sagen, dass die Sprache des Englischen ihre gute Qualität ist, weil sie international ist, aber die Aussprache muss radikal reformiert werden. Man muss auch daran erinnern, dass die Esperantisten jede gute Qualität beider Sprachen beanspruchen, einschließlich des Stils, der Einfachheit und der Fähigkeit, alle benötigten neuen Wörter aufzunehmen, während ihr Gebrauch der Panzerung eines jeden Landes nicht schaden würde. Ich habe vergeblich nach einer deutschen Meinungsäußerung gesucht, dass ihre Sprache zur Weltsprache wird. Sie waren enttäuscht über Volapük und denken offenbar, dass eine gemeinsame internationale Sprache "wegen dieser Enttäuschung und für einen Deutschen nicht praktikabel ist. Englisch oder Französisch als Weltsprache ist undenkbar. In der Zwischenzeit kommen zum Deutschen Esperanto-Verein rasch neue Gruppen hinzu, und Frankfurt beantragt, dass der Kongress von 1907 dort abgehalten werden kann."
DeepL.com/Translator hat sich als gute Hilfe beim Übersetzen herausgestellt

THE BRITISH FAILURE AT THE HAGUE. (DAS BRITISCHE VERSAGEN IN DEN HAAG.) A Liberal Protest. (Ein liberaler Protest.) "Die Albany Review bringt die Enttäuschung und das Unbehagen der Liberalen über die Rolle unserer Delegierten in Den Haag und die Abdankung Englands als Führer der friedliebenden Nationen zum Ausdruck. Es wäre bedauerlich, wenn die größte Chance unserer Generation zur Förderung des Friedens vertan würde:— Es läßt sich nicht leugnen, daß ein Gefühl des Unbehagens über die Stellung der englischen Vertreter in Den Haag im Ausland herrscht. Die Diskussionen ziehen sich hin, während die großen Gegenstände, um die sich das Volk kümmert, in einem Labyrinth diplomatischer Formalitäten verloren zu gehen scheinen. .... Etwas mehr Offenheit und ein gelegentlicher Appell an die Gefühle der Nationen sind wesentlich für eine Diplomatie, die alles für den Fortschritt Europas und der Welt bewirken will." A Feeble Squeak. (Ein schwaches Quietschen.) "Herr Edward Dicey schreibt über den Zusammenbruch der Haager Konferenz in der Empire Review: Er sagt, dass die Mitglieder der Konferenz eine Reihe von genialen Vorrichtungen zur Beilegung internationaler Streitigkeiten vorgeschlagen haben, aber sie sind alle wertlos, solange nicht einige praktische Maßnahmen vorgeschlagen werden, mit denen diese Regeln im Falle der Nichteinhaltung durch eine widerspenstige Nation durchgesetzt werden sollen. Er bezieht sich verächtlich auf die Resolution über die Rüstung, die von den britischen Delegierten vorgelegt werden soll:—....."
A FLAG FOR UNITED EUROPE. (EINE FLAGGE FÜR DAS VEREINTE EUROPA.) "In der Albany Review spricht William Archer ein Plädoyer für die Vereinigten Staaten von Europa, mit einer Skizze für eine Friedensfahne. Er ist der Meinung, dass der inspirierende Reiz der Flagge nicht länger ein kriegerischer sein sollte. Er ist der Meinung, dass wir in Europa unser neues Jahrhundert einleiten könnten, indem wir eine neue Flagge hissen, das Banner der Vereinigten Staaten von Europa, das unverwechselbar und charakteristisch die Flagge des Friedens sein sollte. Es könnte Seite an Seite mit jeder Nationalflagge wehen, denn es würde keinerlei Illoyalität gegenüber diesem Symbol bedeuten. Er schliesst:— Ich bin weder Künstler, noch hatte ich Zeit, mich mit Gestaltern zu beraten. Aber ich schlage vor, dass in der Form der Flagge die Analogie zu den Stars and Stripes betont werden sollte. Der Stern ist das wunderbarste aller sichtbaren Dinge und das schönste aller Symbole, und ich habe die Vision eines Sterns der Sterne — eines Sternhaufens, der so gruppiert ist, dass sie einen einzigen Stern bilden — was meiner Meinung nach vielleicht dem Zweck dienen könnte. Zu diesem Stern könnten wir und unsere Kinder schnell lernen, mit Stolz, mit Hoffnung, mit Ehrfurcht aufzublicken. Unter der Führung dieses Sterns sollten wir zu einer neuen Welt aufbrechen, befreit von der schrecklichen Last, der erbärmlichen Dummheit des Krieges; denn er wäre ein Stern des liebenswerten Einflusses, der in Wahrheit den Geist des Friedens auf Erden und des guten Willens gegenüber den Menschen ausstrahlen würde."
THE WORSHIP OF THE GOP OF WAR. (DIE HULDIGUNG DES KRIEGSGOTTESDIENSTES.) By Lord Avebury. (Von Lord Avebury.) "Die Zeitschrift Review of Internationalism für Juni enthält ein Papier von Lord Avebury mit dem Titel "Was ist das Beste: Frieden oder Krieg? "Er schätzt die Gesamtausgaben Europas für Militär- und Marinefragen auf vierhundert Millionen Pfund Sterling pro Jahr. Die Schulden der Welt belaufen sich auf sechstausend Millionen Pfund Sterling. Der größte Teil dieser Summe ist für Krieg und Kriegsvorbereitung verschwendet worden. Er sagt:— Der Zustand Europas kann nicht ohne Beunruhigung betrachtet werden. Rußland ist durch den Nihilismus vergiftet, Deutschland durch den Sozialismus beunruhigt, Frankreich von Anarchie heimgesucht. Es gibt keine Rechtfertigung für die jüngsten anarchistischen Verbrechen, aber nichts geschieht in dieser Welt ohne einen Grund. Die Arbeiter auf dem Kontinent arbeiten furchtbar lange für sehr niedrige Löhne. Wenn jemand die jüngsten Berichte aus Italien liest, wird er den miserablen Zustand der Landarbeiter in diesem Land sehen; die Löhne der Arbeiter in den kontinentalen Ländern sind sehr niedrig und ihre Arbeitsstunden sehr lang: während es den Kleinunternehmern in Frankreich und anderswo nicht besser geht. Ich sympathisiere sehr mit dem Wunsch nach einem Acht-Stunden-Tag, aber wenn er überhaupt angenommen wird, muss er international sein. Wenn jedoch das gegenwärtige Militärsystem beibehalten wird, ist keine Lockerung der Stundenzahl möglich. Die einzige Möglichkeit, die "acht Stunden" zu sichern, besteht darin, die Militär- und Marineausgaben zu verringern. Die Besteuerung, die zur Unterstützung von Heer und Marine notwendig ist, zwingt jeden Mann und jede Frau in Europa dazu, vielleicht eine Stunde pro Tag mehr zu arbeiten, als sie sonst brauchen. Tatsächlich ist die Religion Europas nicht das Christentum, sondern die Anbetung des Kriegsgottes." THIS WAY REVOLUTION LIES. (SO IST DIE REVOLUTIONÄRE LAGE.) "Er stellt einen wirkungsvollen Kontrast zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika mit 90 Millionen Einwohnern und Rüstungsausgaben von 40 Millionen auf der einen Seite und den uneinigen Staaten Europas mit einer Bevölkerung von 350 Millionen Einwohnern, die jährlich 200 Millionen Pfund Sterling für Armeen und Flotten ausgeben, auf der anderen Seite dar. Dies ist die Last des Militarismus, die beseitigt werden muss, bevor es einen Wettbewerb zwischen den europäischen Herstellern und denen der Vereinigten Staaten zu gleichen Bedingungen geben kann. Die Leiden und Nöte der Arbeiterklasse, die nicht verringert werden können, solange die gegenwärtigen Ausgaben beibehalten werden, führen zu einer raschen Entwicklung des Sozialismus:— Wenn nichts unternommen wird, wird sich die Lage der Armen in Europa immer weiter verschlechtern. Es hat keinen Sinn, die Augen zu verschließen. Die Revolution kommt vielleicht nicht bald, wahrscheinlich nicht in unserer Zeit, aber sie wird kommen, und so sicher wie das Schicksal ist, wird es eine Explosion geben, wie sie die Welt noch nie gesehen hat."
MR. FREDERIC HARRISON ON FRENCH DECADENCE. (MR. FREDERIC HARRISON ÜBER DIE FRANZÖSISCHE DEKADENZ.) "Jahrhundert stellt Herr Frederic Harrison Paris, wie er es 1851 zum ersten Mal sah, dem Paris von 1907 gegenüber. Bei seinem letzten Besuch wurde er wegen des Fiebers in seiner Familie aus der Gesellschaft seiner Freunde ausgeschlossen, und er verbrachte die Zeit damit, die Museen, Galerien und andere öffentliche Einrichtungen zu besuchen. Er zeugt von den enormen Veränderungen und den immensen Ergänzungen der nationalen Museen. Aber er spricht sehr streng von der allgemeinen Dekadenz in der Kunst. Er sagt:— .... Der Fluch des modernen Lebens — der Durst nach Neuem, wenn die Wut aus der alten Haut weicht — ist der Schandfleck unserer Literatur, unserer Kunst, unseres Dramas, unserer Manieren, ja sogar unserer Moral. Es ist eine Leidenschaft ohne Ziel, ohne Überzeugung, ohne Gefühl — ein bloßes ruheloses Jucken, sich von alten Gewohnheiten zu befreien und sich auf etwas Ungewöhnliches einzulassen, es spielt keine Rolle, was, wenn es sich nur als "unkonventionell" ankündigen kann. .... Er wagt zu behaupten, dass Herr Rodin selbst ein typisches Beispiel für Dekadenz ist und so viel für deren Lehre und Förderung getan hat wie jeder andere Mensch auch. Die Kunst der Karikatur war noch nie so lebendig, so begehrt und so gut bezahlt. Wie das übrige Europa wird auch Frankreich rasch amerikanisiert......"
The Coming of Esperanto: The Cambridge Congress. (Die Ankunft des Esperanto: Der Kongress von Cambridge.) "Kein Mitglied der Haager Konferenz hat es gewagt, ein Wort für die Anerkennung des Esperanto als die universelle lingua franca oder Schlüsselsprache der Welt einzulegen. Aber es gibt wahrscheinlich zwei Drittel dieser illustren Versammlung, die sich durch die Verwendung von Französisch als Diskussionssprache schwer behindert fühlen. Es stimmt, dass derzeit keine andere Sprache möglich ist. Aber alle sind der Meinung, dass die Verwendung des Französischen den Franzosen, Belgiern und Russen, für die Französisch praktisch eine Muttersprache ist, einen unfairen Vorteil verschafft. Die übrigen Delegierten müssen in einer Fremdsprache sprechen. Wenn sie alle Esperanto benutzen würden, würden sie alle fair beginnen. So wie es aussieht, sind viele der Delegierten fast unverständlich, wenn sie versuchen, Französisch zu sprechen. Herr Choate versuchte tapfer, es zu meistern, indem er im Alter von sechsundsiebzig Jahren Unterricht nahm, aber er fand es notwendig, ins Englische zurückzukehren. Herr Kriege, der zweite deutsche Delegierte, spricht auf Deutsch. Spanisch ist die Muttersprache von mehr Delegierten als diejenigen, die irgendeine andere Einzelsprache sprechen, aber bisher hat sich noch kein Südamerikaner an die Konferenz auf Spanisch gewagt. M. D'Estournelles de Constant erwägt, eine Resolution zugunsten eines allgemeineren Studiums von Fremdsprachen vorzuschlagen. Aber schon in kleinen Ländern müssen Kinder drei oder vier Sprachen lernen, und solange es keine einzige Schlüsselsprache gibt, besteht keine große Hoffnung auf Fortschritte in dieser Richtung. Es ist zu bedauern, dass sich die britische Regierung der internationalen Bedeutung von Esperanto viel weniger lebendig gezeigt hat als die französische Regierung. Eine gewisse Scheu, den Wert neuer Ideen anzuerkennen, ist eine unserer nationalen Schwächen, und die Bevormundung dessen, was von den Uninformierten als Modeerscheinung angesehen wird, ist für den Ruf eines britischen Staatsmannes fast tödlich. Es ist jedoch gut, dass die Esperantisten in der Guildhall willkommen geheißen werden und dass ihr Kongress in Cambridge ein immenser Erfolg zu werden verspricht."
PROGRAMME OF THE THIRD INTERNATIONAL ESPERANTO CONGRESS. (PROGRAMM DES DRITTEN INTERNATIONALEN ESPERANTO-KONGRESSES.)
Cambridge, August 10TH.—17TH, 1907. (Cambridge, 10.—17. August, 1907.)
Sonnabend, 10.August — Registrierung und Unterbringung. Private Empfänge und pastorales Spiel in der Merton Hall
Montag, 12.August — Anmeldung und Unterbringung. Vorläufige Ausschusssitzungen — Kongress, Nationale und Sektionssitzungen. Besuche an Colleges von 10-12 Uhr. Offizieller Empfang des Ehrenpräsidenten, Dr. Zamenhof, bei seiner Ankunft durch den Bürgermeister, Stadtrat George Stace, um 14.00 Uhr (Mitglieder des Kongresses werden gebeten, akademische Kleidung oder Uniform zu tragen, wenn sie dazu berechtigt sind). Besuch des Fitzwilliam-Museums und Empfang durch den Vizekanzler der Universität Cambridge um 14.30 Uhr. Grosses Gruppenfoto der Kongressmitglieder im Nevile's Court, Trinity College, um 15.40 Uhr. Offizielle Eröffnung des Kongresses im Neuen Theater um 20.15 Uhr. Empfang der internationalen Delegierten; Ansprache von Dr. Zamenhofs. Esperantomusik, vorgetragen vom Chor unter der Leitung von C. B. Rootham, MA, Mus. Bac. Präsentation des Banners durch britische Esperantisten der British Esperantist Association.
Dienstag, 13.August — Erste Generalversammlung, 10-12 Uhr Berichte. Sekretariat-Bericht. Ansprache des Präsidenten. Sonderexkursionen und Empfang in der Gartenstadt (Letchworth), von Ebenezer Howard. Treffen der Sektionen und Gesellschaften um 14.15 Uhr. Erster populärer Vortrag für Nicht-Esperantisten. Jahreskongress-Vortrag von Oberst Pollen, mit Rampenlicht-Illustrationen. Konzert. Dramatische Aufführung auf Esperanto, von 8.15 bis 10.30 Uhr. Theaterstück. "Boks and Koks" ("Box and Cox").
Mittwoch, 14.August — Zweite Generalversammlung, 10-12 Uhr. Halbjahresberichte und Diskussion. Sitzungen der Sektionen und Gesellschaften, 14.15 Uhr. Exkursion nach Ely. Militärisches Turnier (Legion der Grenzbewohner). Zweite Volksvorlesung für Nicht-Esperantisten. Gartenparty am Girton College, Theater von 20.15 bis 22.30 Uhr. Dramatisches Unterhaltungsspiel, "Bardell kontraŭ Pickwick".
Donnerstag, 15.August — Dritte Generalversammlung. Berichte der Sektionen. Glockengeläut in Great St. Mary's, Volles Läuten, von 13.00-17.00 Uhr, unter der Leitung von Pfarrer A. H. F. Boughey, Senior-Dekan des Trinity College, Generalversammlung der Internationalen Wissenschafts-Vereinigung von 14.00 bis 15.30 Uhr, im Debattiersaal der Unionsgesellschaft. Athletischer Polizeisport von 14.00 bis 18.00 Uhr. Ley's Schulgelände. Beleuchteter Garten Féte der Associated Friendly Societies, im Garten der Fellows des Trinity College, 19 bis 22 Uhr.
Freitag, 16.August — Vierte Generalversammlung, 10-12. Berichte der Sektionen. Lokale Exkursionen nach St. Ives, etc. von 14-17 Uhr. Sitzungen der Sektionen. Dritter Volksvortrag für Nicht-Esperantisten. Internationale Gruppen-Bankette von 19.00-21.00 Uhr Empfang von Dr. Zamenhof von Esperantisten in Nationaltracht und Ball in der Zunfthalle und Getreidebörse—21.00 Uhr.
Samstag, 17.August, — Abschließende Generalversammlung, 10.-12. August, in der Gildenhalle. Féte of La Revuo, Preisverleihung durch Dr. Zamenhof im Gildehaus. Musik usw., 14.30-16.00 Uhr.
Etwa sechsundzwanzig internationale Gesellschaften, die mit Esperanto assoziiert sind, wie z.B. Ärzte, Journalisten, Lehrer, Blindenhelfer, Rotes Kreuz, Mathematiker, Frieden, Drucker usw., werden während des Kongresses ihre unabhängigen Sitzungen abhalten. London Post-Congress Arrangements. (Londoner Nachkongress-Regelungen) Es ist zu hoffen, dass viele der englischsprachigen Esperantisten nach London kommen werden, da ihre Hilfe und Zusammenarbeit als Anleiter für die erwarteten fünfhundert Ausländer benötigt wird. Alle Einzelheiten werden in Cambridge bekanntgegeben, und Listen mit denjenigen, die durch London fahren oder berühmte Gebäude besichtigen wollen, werden erstellt, so dass man sich einigermaßen sicher sein kann, dass die Anzahl der benötigten Wagen, die Anzahl der benötigten Führer usw. mehr als 0 ist. Das allgemeine Programm ist:—
Sonntag, 18.August, — Gottesdienst, mit freundlicher Genehmigung von Pfarrer J. J. Pennington, in St. Clement Danes, Strand, um 9.45. Gottesdienst (Rev. A. W. Kearney) und Predigt (Rev. A. Poynder, von Cheltenham) auf Esperanto. Anschließend Kew, der Zoo, Empfang von Herrn Moscheles, mit Abendessen im Polyglot Club.
Montag, 19.August, — Empfang in der Guildhall durch Stadtrat Sir Vezey Strong, in der unvermeidlichen Abwesenheit des Oberbürgermeisters. Zu den Programmpunkten gehören u.a. die folgenden:— Esperanto-Chor: "L'Espero". Begrüßungsrede auf Englisch, mit Esperanto-Übersetzung. Sir Vezey Strong und Herr Mudie. Erklärungsrede über die Esperanto-Sprache. Herr Ellis aus Keighley. Esperanto-Lied: "Home, Sweet Home". Frau Mudie. Rede von Dr. Zamenhof; mit englischer Zusammenfassung von Herrn Cox, Lied von Frau Esther Palliser. Stück: Szenen aus "She Stoops to Conquer", auf Esperanto (die elf Darsteller repräsentieren elf Nationalitäten), Miss E. Stead für England, mit Vertretern von Holland, Österreich, Frankreich, Bayern, Russland, Italien, Armenien, Dänemark, Spanien, Schweiz. Harfensolo von Montagu Butler. Esperanto-Rezitation von M. Gosset. Chor auf Esperanto. Esperanto-Version von "Gott schütze den König". Karten erhalten Sie bei Miss Lawrence, 14, Norfolk Street, Strand. Fahrten und Museen am Montag und Dienstag.
Am Dienstagabend eine Konversation und Tanz im Restaurant Holbom. Anträge für die begrenzte Anzahl verfügbarer Eintrittskarten sind an Herrn G. Cox, The Homestead, Westover Road, Wandsworth, zu richten, der einer der Organisatoren ist, und müssen den Preis der Eintrittskarte, 2s, enthalten. 6d. pro Stück enthalten. Hier werden die Briten die Gastgeber und unsere Besucher die Gäste sein. Am Freitagabend das übliche Treffen des Londoner Clubs im St. Bride's Institute, Bride Lane, Fleet Street. Karten für das Abendessen im Imperial Hotel, Russell Square, W., am Sonntag, den 8. August, Preis 2s. 6d., können von Herrn Geo. Young, Hon. sec. des Polyglot Club, i und 4, Clement's Inn, Strand, London, W.C. ; Dr. Zamenhof. wird hoffentlich anwesend sein.
The Esperanto Congress at Cambridge (Der Esperanto-Kongress in Cambridge) The Impressions of an English Delegate. (Die Eindrücke eines englischen Delegierten.) Adrian Tuffield. "WENN die Welt immer noch daran zweifelt, dass Esperanto existiert, dass es eine lebendige Sprache ist, harmonisch, leicht verständlich und, was noch wichtiger ist, von allen Völkern der Erde fast genau gleich ausgesprochen wird, so muss es daran liegen, dass die Welt nicht nach Cambridge gegangen ist. Der Vertreter einer wichtigen Londoner Zeitung, der hingegangen ist, drückte die Gedanken vieler aus, als er sagte: "Ich gestehe, dass ich nach Cambridge gegangen bin, um mich über Esperanto lustig zu machen, aber ich bin konvertiert zurückgekehrt und meine, mich an die Arbeit zu machen und die Sprache zu lernen. In Cambridge, während der Kongress dauerte, war es wie in den Tagen, als die Menschen in den Ebenen von Shiner wohnten, "die ganze Erde bestand aus einer Sprache und einer Rede". Die Barriere der Sprachverwirrung wurde beseitigt, und Vertreter von dreißig verschiedenen Nationalitäten trafen sich im freundschaftlichen Umgang miteinander, vereint durch ihr gemeinsames Interesse an einer gemeinsamen Sprache."
DELEGATES FROM THIRTY NATIONS. (DELEGIERTE AUS DREIßIG NATIONEN.) "Der malerischste der Vertreter der dreißig Nationen, die sich in unserem alten Sitz des Lernens verbrüdert haben, war sicherlich der Delegierte aus Venezuela. Nestor Volcan ist kaum vierzehn Jahre alt, beherrscht bereits vier Sprachen — Spanisch, Französisch, Portugiesisch und Esperanto — und, wie er naiv bemerkte, "wird bald noch ein paar mehr lernen". Da er sich in Frankreich aufhält, wurde er zum Vertreter der Esperanto-Gruppen seines Heimatlandes delegiert. Als er am Eröffnungstag des Kongresses zusammen mit den anderen Delegierten seine Rede hielt, nahmen viele an, dass er sie einfach auswendig gelernt habe. Aber diejenigen, die ihn danach auf den Straßen und bei verschiedenen Zusammenkünften trafen, stellten fest, dass er Esperanto perfekt beherrschte und es mit erstaunlicher Präzision und Eleganz benutzte, was zweifellos weitgehend darauf zurückzuführen ist, dass sein Geist nicht, wie es bei älteren Menschen oft der Fall ist, mit nationalen Idiomen und Ausdrucksgewohnheiten gesättigt ist. In auffallendem Kontrast zu diesem jugendlichen Delegierten stand Leutnant Kardinal, der offizielle Vertreter der belgischen Regierung, ein großer und stämmiger Mann in Uniform, ebenfalls ein fließend sprechender Esperantist. Es ist so viel über die Gewissheit der Vielfalt in der Aussprache der Sprache durch die verschiedenen Nationalitäten gesagt worden, dass die Tatsache, dass sich die Aussprache dieser beiden aus weit voneinander entfernten Ländern stammenden Personen nur in der Weise unterschied, wie es zwei Personen derselben Nationalität tun könnten — d.h. der Venezolaner klang sein "r" klanglich und musikalisch, während die des Belgiers etwas kehllautig klangen. Der erste Kongress in Boulogne bewies überzeugend, dass es diese vielbeschworene Vielfalt in der Aussprache des Esperanto in einer Sprache, die nur fünf Vokale besitzt, nicht gab und nicht geben kann. Der Kongress von Cambridge hat diese Tatsache einfach bestätigt. Sergeant Gates zum Beispiel, der berühmte Cambridge-Polizist, ein typischer Engländer, der nie sein eigenes Land verlassen hat, zieht seine "O's" und "E's" heraus, aber das hinderte einen der Delegierten nicht daran, ihn so gründlich zu verstehen, dass er in seiner Freude seine Hände wie einen Pumpengriff auf und ab schüttelte. Nach einer Reise von fast sechsunddreißig Stunden und einer verwirrenden Durchquerung Londons von Victoria nach King's Cross war er in Cambridge angekommen, müde und hungrig, zusammen mit einer Schar anderer Esperantisten. Es war ziemlich dunkel. Wie sollte er seine Unterkunft in dieser fremden Stadt finden? Seine Erleichterung war in der Tat groß, als Sergeant Gates, der sich in fließendem Esperanto an ihn wandte, ihm sorgfältig erklärte, wohin er gehen sollte, und ihn mit einem Führer und seinem Gepäck zu seiner Unterkunft schickte."
CHURCH SERVICES IN ESPERANTO. (GOTTESDIENSTE IN ESPERANTO.) "Das Programm der Konferenz wurde in der letzten Nummer der Rezension gegeben, und es wird nicht notwendig sein, hier auf Einzelheiten einzugehen. Alles wurde wie vereinbart durchgeführt. Die Gottesdienste in den Kirchen am Sonntag vor der Eröffnung des Kongresses waren sehr beeindruckend. Die Geistlichen würden sich im Allgemeinen freuen, wenn in ihren Kirchen die Reaktionen so bereitwillig, die Hymnen so herzlich und die Aufmerksamkeit so groß wäre. Die Gottesdienste waren natürlich vollständig auf Esperanto. In Great St. Mary's (der Universitätskirche) predigte Pfarrer J. C. Rust aus Epheser i.9: "Nachdem er uns das Geheimnis seines Willens kundgetan hat, gemäß seinem Wohlgefallen, den er in sich selbst beabsichtigt hat". In der römisch-katholischen Kathedrale nahm der belgische Abt Richardson (in der unvermeidlichen Abwesenheit von Monsignore Giarabene) für seinen Untertanen an: "Und es wird eine Herde und einen Hirten geben. Der Text von Pfarrer W. B. Selbie, von der Kongregationskirche, lautete: "Wenn jemand seinen Willen tut, so soll er von der Lehre wissen, sei es von Gott, sei es, dass ich von mir selbst spreche" (Johannes vii.17)."
A TRIUMPHANT ENTRY. (EIN TRIUMPHALER EINZUG.) "Am Montag, dem 12., wurde der triumphale Einzug von Dr. Zamenhof in Cambridge gefeiert. Wie die meisten Menschen wissen, ist der Doktor ein empfindlicher Mann, und um eine Übermüdung zu vermeiden, hatte er in Folkestone bei M. Michaux übernachtet und reiste am Montag von dort nach Cambridge, wo er um zwei Uhr nachmittags am Bahnhof ankam. Dort wurde er vom Bürgermeister und einer Menge angesehener Esperantisten empfangen. Entlang der Streckenmeile zwischen dem Bahnhof und dem Fitz-William-Museum waren die Straßen von begeisterten Zuschauern gesäumt, die ihre Gefühle mit "vivu's" und Anfeuerungsrufen lösten, während im Bahnhof selbst die Lokomotive mit Schaulustigen besetzt war. Während er auf den Doktor wartete, bemerkte ein Herr, der an der Straße stand, einen kleinen Jungen, der auf dem Zaun saß, und fragte ihn: "Worauf wartest du hier?" Mit höchster Verachtung blickte der kleine Junge nach unten und sagte: "Um den König zu sehen, natürlich". "Welchen König?", sagte mein Freund. "Den König von Esperanto." Der kleine Bursche war leicht verwirrt bezüglich seiner Geographie. Im Fitzwilliam Museum empfing der Vizekanzler (Rev. E. S. Roberts) Dr. Zamenhof im Namen der Universität, und ein siebenjähriger Junge, Adrian Tuffield, überreichte Frau Zamenhof einen Blumenstrauss, "En la nomo de la infanaro de Cambridge". Die Szene war verwirrend. Die edle Marmortreppe hinauf strömte die Menge zur Galerie, wo Dr. Zamenhof stand, um sie zu empfangen. Zwei Abzeichen-Rosetten zeichneten die Besucher aus: Die Briten trugen Rot, Weiß und Blau, die ausländischen Esperantisten hellblau, so dass die Gäste schon beim Anblick wussten, an wen sie sich für einen Übersetzer wenden konnten, wenn Englisch nötig war. Vom Fitzwilliam aus begaben sich unsere angesehenen Gäste zum Trinity College, wo sie in mehreren Gruppen fotografiert wurden, von denen eine hier zusammen mit den Namen einiger der "Eminentuloj" abgebildet ist."
THE OPENING SCENES. (DIE ERÖFFNUNGSSZENEN.) "Die formelle Eröffnung des Kongresses fand am selben Abend im Neuen Theater statt. Der Bürgermeister und die Bürgermeisterin sprachen beide auf Esperanto. Nachdem Pfarrer Schneeberger den Vorsitz an Oberst Pollen übergeben hatte, überreichte dieser im Namen der Britischen Esperanto-Vereinigung ein prächtig prangendes Banner, das ein ewiger Besitz der Esperanto-Kongresse sein sollte. Dr. Zamenhof begann seine Rede mit einem herzlichen Dank an die Universität und die Stadt Cambridge und sprach über die im Laufe des Jahres erzielten Fortschritte. "Unsere Gegner", sagte er, "haben schon einmal aufgeschrien: Ach! Sie werden niemals die Unterstützung des englischen Volkes erhalten", und nun sehen Sie, dass wir hier sind!" Dann zählte er, wie üblich, unsere Verluste durch den Tod auf, und die Halle der Esperantisten erhob sich zu Ehren der Aktiven, die "von uns gegangen sind". Dr. Zamenhof definierte dann die Rolle der Esperanto-Kongresse und die Beziehung, die sie zu der inneren Idee des Esperanto  — genannt Esperantismus, haben. "Wir können", sagte er, "das Privileg, sich selbst als Esperantist zu bezeichnen, keinem Menschen verweigern, der die Esperanto-Sprache kennt und benutzt, ob er nun ein Heiliger oder ein Verbrecher ist. Aber nur diejenigen, die den durchdringenden Geist der Einsatzfreude für ein gemeinsames Ideal einer geeinten Menschheit haben, gehören zum wahren Esperantismus und marschieren unter den Falten unseres symbolischen Hoffnungsmaßstabs von Erfolg zu Erfolg weiter". Nach Dr. Zamenhof folgten die Reden von etwa dreißig Delegierten aus ebenso vielen Nationen. Sie wurden in umgekehrter alphabetischer Reihenfolge aufgenommen, so dass der junge Venezolaner Nestor Volcan als erster nach dem Empfang des von der belgischen Regierung gesandten Sonderdelegierten das Wort ergriff."
THE WORK ACCOMPLISHED. (DIE GELEISTETE ARBEIT.) "Es ist in der Tat schwierig zu versuchen, die ernsten und amüsanten Szenen zu beschreiben, die sich von Tag zu Tag abspielten. Im Ratssaal, in dem der Agada-Ausschuss tagte — und der, da er für alle offen war, während der zweieinhalb Stunden der Sitzung täglich gefüllt war — wurde viel gute Arbeit geleistet. Es wurden praktische Details für die Umsetzung der Empfehlungen der Delegierten und des Sprachausschusses festgelegt. Die Arbeit der Konsule, von denen es jetzt 203 gibt, wurde klarer definiert, und der Arbeitsplan für das folgende Jahr wurde skizziert. Die Beratungen wurden oft durch interessante Begebenheiten abwechslungsreich gestaltet, wie zum Beispiel als Professor Mayor, der gelehrteste unter den lebenden Lateingelehrten und seit 1872 Professor in Cambridge, aufstand, um seine erste Rede auf Esperanto zu halten. Da er dreiundachtzig Jahre alt ist, braucht niemand zu sagen, er sei zu alt, um die Sprache zu lernen. Der Sprachenausschuss stand natürlich nur seinen Mitgliedern offen. Die Arbeit des vergangenen Jahres, die hauptsächlich auf dem Korrespondenzweg stattfand, war anstrengend, aber die Ergebnisse sind bewundernswert. Was die neuen Fachbegriffe betrifft, so wird vorgeschlagen, dass der Sprachenausschuss selbst die Liste erstellt, die unter der Schirmherrschaft des Zentralausschusses gedruckt und als offizieller Zusatz zum Fundamento herausgegeben wird, das natürlich selbst unangetastet bleiben muss. Es ist mir unmöglich, alle inoffiziellen Zusatzausschüsse auch nur zu erwähnen, ihre Zahl war so groß. Es genügt zu sagen, dass definitiv eine internationale wissenschaftliche Vereinigung gegründet worden ist, "mit Männern wie Professor Bourlet, Réné de Saussure, und Herrn Thomson, Professor für Experimentalphysik (Cambridge), als Führungspersönlichkeiten, und auch internationale Gesellschaften für Blindenhilfe (von denen etwa sechzehn aus sechs Ländern in Cambridge anwesend waren), Verhütung von Tierquälerei, Schutz von Frauen und Kindern, usw., usw. Zur Erörterung der Übersetzung der Bibel wurde eine Sitzung einberufen, an der etwa 200 Delegierte teilnahmen."
PLEASANT GOODFELLOWSHIP. (ANGENEHME KAMERADSCHAFT.) "Die trockenen Geschäftsangelegenheiten haben so viel Platz eingenommen, dass von den angenehmen Ausflügen oder den herrlichen Theaterabenden und dem komischen Schauspiel von "Box und Cox" (Esperantisiert, natürlich) oder der berühmten Probeszene von "Bardell gegen Pickwick" (warum vergaß Serjeant Buzfuz zu bemerken, dass Tomaten früher "Liebesäpfel" genannt wurden?), in der Oscar Browning selbst zu den aus neun verschiedenen Nationen versammelten Spielern gezählt wurde, kaum noch etwas zu erzählen ist. Dann war der nationale Kostüm-Ball, als sich die Guildhall und die Getreidebörse vereinten, Schauplatz von unkonventionellem Glück, hübschen Kleidern und Gesellschaftstänzen. Wahrscheinlich noch nie zuvor haben sich achthundert Personen aus dreißig Nationen Tag für Tag bei fröhlichen Mahlzeiten in einer großen Halle getroffen, wie es in der Cambridge Corn Exchange der Fall war. Die Konventionalität geriet völlig in Vergessenheit, Spaß und gute Laune waren an der Tagesordnung — wie wenn ein fröhlicher spanischer Abt darum bat, dass jemand versuchen möge, für ihn die Karikatur zu finden, in der er im Gespräch mit dem großen, dünnen, zwei Meter großen Tiroler abgebildet war, mit der Legende darunter — "Der Kreis, der die Linie umarmt". Wir bemerkten kaum die angenehme, gute Gemeinschaft dieser Kongressversammlungen, bis sie vorbei waren, und wir Engländer, die wir die gleichen Säle verließen und im gleichen Eisenbahnwaggon reisten, saßen uns stofflich gegenüber, schweigsam und ängstlich, auch nur ein einziges Wort auszutauschen."
GATHERINGS IN LONDON. (VERSAMMLUNGEN IN LONDON.) "Eines der letzten Treffen in Cambridge war die glänzende Zusammenkunft im Fellows' Garden des Kings College, bei der Lord und Lady Clifden, Colonel und Mrs. Harding sowie der Bürgermeister und Mrs. Stace einige 1000 Gäste empfingen, wobei die Kapelle der Scots Guards anwesend war und liebliche Musik zur Gesprächsbegleitung brachte. Zu den letzten Ankündigungen gehörten die des Telegramms des Königs und die Nachricht, dass Lord Roberts eingewilligt hat, Vizepräsident der britischen Esperanto-Vereinigung zu werden. Nachdem Deutschland als Ort des nächsten Kongresses festgelegt worden war, reisten viele der Mitglieder am Samstag nach London, denn viele unserer ausländischen Gäste waren zum ersten Mal in England. Am folgenden Sonntagmorgen fand der Esperanto-Gottesdienst in St. Clement Dane's in the Strand statt, mit freundlicher Genehmigung von Pfarrer J. S. Pennington. Pfarrer A. Poynder hielt die Predigt, und Herr Trickett führte den Vorsitz an der Orgel. Am Nachmittag wurden Kew und die Zoologischen Gärten besucht, und Herr Moscheles gab einen Empfang in seinem schönen Atelier. Dr. Zamenhof erzählte uns, wie er, ein Fremder, noch "zu Hause" war, und Fräulein Esther Palliser sang einige entzückende Esperanto-Lieder — "Esperanto", sagt sie, "verbindet die Schönheit und Flüssigkeit der italienischen Vokale mit der Kraft und Männlichkeit der deutschen Sprache". Später fand eine Demonstration im Hyde Park und ein Abendessen im Polyglot Club statt."
THE IDEALS OF ESPERANTISTS. (DIE IDEALE DER ESPERANTISTEN.) "Montag war der Tag des großen Treffens in der Guildhall, an dem Stadtrat Sir T. Vezey Strong in der unvermeidlichen Abwesenheit des Oberbürgermeisters empfangen wurde. Der riesige Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt, und man konnte nur befürchten, dass viele Anwesende die Redner nicht hören konnten, obwohl die Sänger — Miss Esther Palliser, Mrs. Bolingbroke Mudie, Mr. Fames und Madame Guivey — herzlichen Beifall bekamen und viele erklärten, dass sie kein einziges Wort versäumt hätten, das Miss Palliser sang. Die Begrüßungsrede von Sir Vezey Strong wurde auf Englisch gehalten und von Herrn Mudie Satz für Satz geschickt ins Esperanto übersetzt. Dr. Zamenhof sprach dann auf Esperanto, Herr G. J. Cox gab danach das folgende Resümee zugunsten der anwesenden Nicht-Esperantisten:— Es ist mir eine große Freude, die Gelegenheit zu haben, das britische Volk in seiner großen Hauptstadt zu begrüßen. Ich komme gerade aus Cambridge, wo unsere britischen Mitarbeiter mit der größten Sorgfalt und Gastfreundschaft für uns ein großartiges Fest vorbereitet haben, bei dem nicht nur die Esperantisten, sondern auch die noch nicht aspirierte Stadt alles dafür getan haben, dass wir von diesem schönen Ort des Lernens die schönsten Erinnerungen mitnehmen sollten. Daher müssen meine ersten Worte ein aufrichtiger Dank für die Gastfreundschaft sein, die wir genossen haben. Dies ist das zweite Mal, dass wir britische Gastfreundschaft empfangen haben, und sicherlich können wir den freundlichen Empfang, der uns vor zwei Jahren in Folkestone und Dover zuteil wurde, nie vergessen. Der Saal, in dem wir uns bis zum Abend befinden, ist bekannt für die wichtigen Gäste, die von Zeit zu Zeit hier empfangen wurden. Jetzt empfängt der gleiche Saal die Menschen aus allen Ländern, die die Esperanto-Welt repräsentieren. Wer sind diese neuen Gäste? Was ist es, das sie repräsentieren? Der Esperantismus zielt auf gegenseitiges Verständnis und die daraus resultierende Wertschätzung und Liebe zwischen allen Nationen ab. Aber dieses Ziel ist oft falsch dargestellt worden. Uns sind zwei Dinge vorgeworfen worden: erstens, dass wir hartnäckig alle Lösungen des internationalen Sprachenproblems außer Esperanto ablehnen. Viele Male habe ich wiederholt — und in Boulogne wurde es offiziell verkündet — dass der Esperantismus nur auf die Verständigung zwischen den Nationen abzielt. Das Medium, das für dieses Verständnis benutzt wird, ist für mich persönlich eine gleichgültige Angelegenheit. Aber wir haben beschlossen, uns für Esperanto zu entscheiden und ausschließlich dafür zu arbeiten, anstatt ständig und auf unbestimmte Zeit Experimente zu machen; nicht, weil es die Sprache Zamenhofs ist, der nicht Papst werden will, was eine Unwahrheit ist, die im Ausland verbreitet wurde, sondern nur, damit die gemachten Experimente und die gesammelten Erfahrungen nicht vergeudet werden dürfen. Die Verbesserungen, auf die uns viele drängen, würden zum jetzigen Zeitpunkt unser Ziel verfehlen und die Ergebnisse von zwanzig Jahren disziplinierter und erfolgreicher Arbeit zunichte machen. Der zweite Vorwurf, von dem wir oft hören, ist, dass wir Esperantisten schlechte Patrioten sind, weil alle Esperantisten die Idee der gegenseitigen Gerechtigkeit und Brüderlichkeit unter den Menschen predigen, das Gegenteil jenes chauvinistischen Patriotismus, der in Unfreundlichkeit gegenüber allem besteht, was nicht zu ihrer eigenen besonderen Nation gehört. Gegen diese unwürdige Unwahrheit und diesen falschen Patriotismus, der durch den Chauvinismus repräsentiert wird, der den gemeinsamen Hass hervorruft, protestieren wir mit aller Kraft und mit jeder Faser unseres Herzens. Wahrer Patriotismus ist ein Teil jener großen universellen Liebe, die überall Glück schafft, bewahrt und verströmt; und wenn diese glückliche Zeit kommt, in der sich, statt jeder für sich selbst zu leben, Menschen mit einem Einverständnis zusammenschließen, um einander zu helfen und zu lieben, dann wird sie die Frucht der ständigen und unermüdlichen Arbeit von Männern und Frauen sein, wie jene, die Sie in diesem Saal vor sich sehen und die unter dem bisher sehr wenig bekannten und wenig geschätzten Namen Esperantisten bekannt sind. Dr. Zamenhof wurde begeistert applaudiert, und der Abend endete mit Szenen aus "She Stoops to Conquer" auf Esperanto, mit Schauspielern aus elf Nationen. Alle, die es sahen, gestanden, dass es reizend inszeniert und charmant gespielt war. Am Dienstag wurde Dr. Zamenhof offiziell auf der Terrasse des Unterhauses von Herrn Herbert Samuel, dem Unterstaatssekretär des Innenministeriums, in Vertretung von Herrn Gladstone empfangen, der sich um die Angelegenheiten des Hauses kümmern musste. Mehrere der Mitglieder führten ein langes und interessantes Gespräch mit dem Doktor. Am Abend fand ein Ball im Restaurant Holbom statt. Am Freitag statteten Dr. und Frau Zamenhof dem Londoner Club einen Besuch ab und verließen am Samstag die Victoria Station auf ihrer Rückreise. Hätten die Esperantisten nur getanzt, gegessen und sich amüsiert, was dazu diente, unter ihnen das Gefühl menschlicher Brüderlichkeit zu wecken, hätte die Zeit nicht als verloren angesehen werden können. Aber es ist noch viel mehr getan worden, und nur die Zukunft wird das Ergebnis dieser internationalen Zusammenkunft von Soldaten und Matrosen, Rotkreuz und Pazifisten, Sozialisten und Musikern, Lehrern, Religiösen, Männern und Frauen aller Art und Voraussetzungen aus allen zivilisierten Nationen der Welt zeigen."
THE SECOND CONFERENCE AT THE HAGUE. (DIE ZWEITE KONFERENZ IN DEN HAAG.) THE CHRONICLE OF THE SECOND MONTH. (DIE CHRONIK DES ZWEITEN MONATS.) 31. August 1907.
"DIE Konferenz, die seit zwei Wochen zu Ende gehen sollte, wird erst dann zu Ende sein, wenn diese Seiten dem Leser ins Auge fallen — wenn überhaupt. Das Wetter war schlecht, die Enttäuschungen waren zahlreich, aber es war von Anfang bis Ende eine hochinteressante Zeit, interessanter als die erste Konferenz, aber auch enttäuschender. Möglicherweise, wenn ich den patriotischen Wunsch, mein eigenes Land an der Spitze zu sehen, ein Gefühl, das vielleicht nur eine verherrlichte egoistische Einbildung ist, nur mit Füßen treten könnte, wäre ich in diesem Jahr zufriedener gewesen als 1899. In beiden Jahren fand der Vorschlag zur Begrenzung der Rüstung ein vorzeitiges Ende. Aber 1899 gab es zumindest den Anschein einer ernsthaften Diskussion, und die für das Fiasko verantwortliche Macht war nicht England. In diesem Jahr gab es nicht einmal den Anschein einer ernsthaften Diskussion, und die für die traurige Farce verantwortliche Macht war nicht England. Daher ist mein Herz traurig, denn ich liebe mein Land und bin eifersüchtig auf seine Ehre und seinen Platz als Führer der Nationen, auf den es stolz und ruhmreich ist. Im Jahre 1899 führte England die Welt an. Im Jahre 1907 war es die Enttäuschung und die Verwunderung ihrer Freunde, während diejenigen von uns, die gehofft hatten, dass die brillanten Leistungen von 1899 übertroffen würden, nur in Scham und Verwirrung den Kopf hängen lassen können. Es war, als wären wir in der Erwartung losgezogen, die Lorbeeren eines friedlichen Trafalgar zu erringen, und als wären wir vom angeschlagenen Feld von Colenso zurückgekehrt. Und das Merkwürdige ist, dass die Engländer sich gewundert haben, dass wir unsere Enttäuschung nicht im Schweigen ersticken konnten. Das Alter, welches den philosophischen Verstand mit sich bringt, hat, so fürchte ich, den leidenschaftlichen Patriotismus, der mich dreißig Jahre lang dazu gebracht hat, immer wieder kompromisslosen Widerstand gegen diejenigen zu leisten, die den schönen Namen Englands durch ungerechten Krieg befleckt haben, noch nicht durch einen idealen Kosmopolitismus ersetzt. Und wenn ich gesehen habe, wie eine Chance nach der anderen verpasst wurde, wenn immer wieder eine mutige Initiative alle fortschrittlichen Elemente in den Vereinigten Staaten der Welt auf unsere Seite gezogen hätte und wenn ein ausländischer Botschafter eingreifen musste, um unser Land vor der unaussprechlichen Schande zu bewahren, sich den Bemühungen um eine kleine Rate eines obligatorischen Schiedsverfahrens zu widersetzen, dann hoffe ich, dass man mir meine Wut verzeihen kann. Wenn der Frieden seine Siege nicht weniger bekannt hat als der Krieg, so hat der Frieden auch seine Niederlagen, die ebenso schändlich und katastrophal sind." I.—THE SOCIAL SIDE OF THE CONFERENCE. (I.—DIE SOZIALE SEITE DER KONFERENZ.) "Abgesehen von diesen melancholischen Reflexionen gab es im vergangenen Monat in Den Haag vieles, was uns dazu veranlasst hat, Gott zu danken und Mut zu fassen. Die Konferenz selbst, je länger sie dauert, erfüllt mich mit Zuversicht. Es ist keine Kleinigkeit, dass repräsentative Männer aus jedem Viertel der Welt zwei ganze Monate lang die Schultern aneinander gerieben haben, ohne dass ein einziger persönlicher Streit die Harmonie der Versammlung beeinträchtigt hätte. .... Krieger, wenn sie ihr Schwert in die Scheide stecken, finden in ihren ehemaligen Feinden oft ihre wärmsten Freunde. Aber das Wunderbare daran ist, dass rivalisierende Professoren des internationalen Rechts, Pedanten der Rechtswissenschaft, die Nachfahren der Gelehrten, die sich wegen ihrer Theorien über unregelmäßige Verben verflucht haben, sich darauf einigen, sich zu unterscheiden und zu speisen, als ob es keine rivalisierenden Rechtssysteme gäbe und als ob alle Verfassungen und Institutionen gleich wären. Und Weiße und Farbige, Gelbe und Braune und Schwarze, treffen sich und mischen sich im Sitzungssaal und im Festsaal, als ob es wirklich wahr wäre, dass alle Menschen gleich wären, und die Lehre, dass Gott alle Nationen, die auf Erden wohnen, aus einem Blut gemacht hätte, endlich unter den Menschen Akzeptanz gefunden hätte. An zwei Dinge werde ich mich immer mit Freude erinnern. Das eine war der Anblick des Londoner Oberbürgermeisters, der die Sozialdemokratin Madame Braun zu einem Abendessen im Herrenhaus vor Seiner Exzellenz Graf Metternich, dem Vertreter des deutschen Kaisers, einlud, und das andere war der Anblick einer farbigen Dame aus Hayti, die Seite an Seite mit den stolzesten und blaublütigsten Aristokraten Europas bei einem gesellschaftlichen Empfang in Den Haag saß." THE CONFERENCE DINNER. (DAS KONFERENZDINNER.) "Ein Konferenzdinner — und es gibt jeden Abend ein Abendessen — ist eines der Merkmale des Weltparlaments. "Ich bin des obligatorischen Abendessens und des Dauerlachses überdrüssig", sagte Dr. Drago; aber die Abendessen, ob obligatorisch oder nicht, sind genauso wichtig wie die Ausschüsse. Jede Delegation gibt ihrerseits ein Abendessen. Einige geben mehrere. In der Regel essen etwa fünfzig bis sechzig Personen gemeinsam zu Abend. Die Einladungen beschränken sich in der Regel auf die Delegierten, mit einem Hauch von Aussenstehenden. .... Normalerweise gibt es während des Abendessens Musik. Wenn Sie in Ihrem Nachbarn rechts und links Glück haben, geht alles gut. Wenn man jedoch fehl am Platz ist und sich unter Leute begibt, die nicht Ihre Sprache sprechen, dann ist es ziemlich langweilig. Nach dem Abendessen gibt es eine Vertagung in den Raucher- oder Ballsaal, und dann hat man die beste Gelegenheit, diejenigen zu sehen, die man sehen möchte, und zu besprechen, wie es läuft." A CURIOUS POLYGLOT WORLD. (EINE MERKWÜRDIGE POLYGLOTTE WELT.) "Es ist eine eigene merkwürdige polyglotte Welt, in der man Menschen von überall her trifft und sie in allen wesentlichen Aspekten der menschlichen Natur so ähnlich findet, dass man, wenn man blind wäre und sie alle Esperanto sprechen ließe, nicht wüsste, ob sie nicht alle seine eigenen Landsleute wären. Die meisten von ihnen sind angenehmer in dem Sinne, dass sie weniger zurückhaltend sind als die Engländer, aber die Quellen der menschlichen Natur sind überall identisch. Zu den genialsten Delegierten gehören die Chinesen, die Japaner, die Südamerikaner, einige der Russen, die meisten Amerikaner, Baron Marschall und die meisten Vertreter der kleineren Staaten. Die Perser können leider kein Englisch sprechen. Ebenso wenig wie Turkhan Pascha, der einer der beliebtesten Männer der Konferenz ist. Unter den Frauen gibt es ein oder zwei Schönheiten aus Südamerika. Graf Prosor hat zwei Töchter, von denen die eine wunderbar französisch rezitiert und die andere ausgezeichnet schön ist. Aber unter den Ehefrauen und Töchtern der Delegierten gibt es keine politischen Frauen." A TYPICAL DINNER TABLE. (EIN TYPISCHER ESSTISCH.) "Ein Konferenzdinner ist ein unvergesslicher Anblick. Blicken Sie auf die langen blumengeschmückten Tische, die in Form eines Hufeisens angeordnet sind und um die herum fünfzig oder sechzig Delegierte essen und trinken und sich unterhalten. Das Gemurmel so vieler Stimmen, die zum größten Teil Französisch sprechen, steigt in einer kontinuierlichen, wechselnden Klangbild zum Dach empor, durch die sich die Stämme des entfernten Bandes mühsam ihren Weg bahnen......" THE RELATIONS WITH THE PRESS. (DAS VERHÄLTNIS ZUR PRESSE.) "Die Abendessen und die Proch Verbals — welche Arbeit letztere mit sich bringen! "Es bringt mich um", sagte einer der Sekretäre aus Konstantinopel, ein Experte auf dem Gebiet des internationalen Rechts, der die fähige Zweitbesetzung von M. de Martens ist. "Bis zum Abend, nach dem Abendessen, werde ich fünf Stunden lang arbeiten müssen, um meine Notizen zu schreiben, Korrekturen vorzunehmen und den compte rendu der séance vorzubereiten." Jeder Delegierte erhält von jedem offiziellen Papier und jedem compte rendu drei Korrekturabzüge des ersten Korrekturabzugs. Diese werden korrigiert, als zweiter Korrekturabzug zurückgeschickt, und dann wird endlich die endgültige Fassung in Umlauf gebracht. In einer Hinsicht, und nicht nur in einer, stellt die jetzige Konferenz eine immense Verbesserung gegenüber ihrer Vorgängerkonferenz dar. Die erste war unglücklich in ihrer Verbindung von Generalsekretär und Sekretär. Diese Konferenz hat in beiden Fällen großes Glück gehabt. Sie sind wie zuvor — der erste Niederländer, der zweite Russe, und sie haben die gleichen Ämter inne. Damit endet die Ähnlichkeit. Auf der ersten Konferenz herrschte der Wahn, dass es möglich und richtig war, die Öffentlichkeit im Dunkeln zu lassen, was im Haus ten Bosch vor sich ging. Das Sekretariat betrachteten die Journalisten daher als Wildhüter, die als Wilderer gelten. Diese Konferenz hat die Absurdität dieses Vorspiels der Geheimhaltung erkannt, und das Sekretariat behandelt die Presse als ihre Freunde und Verbündeten und nicht als ihre Feinde. Nach jeder Kommission sammelt Graf Prosor die Vertreter der Presse um sich und diktiert ihnen eine Zusammenfassung des Verfahrens, die uns alle darüber informiert, was im Ridderzaal beschlossen wurde. In den Plenarsitzungen, zu denen die Presse zugelassen wird, sind wir immer noch weitgehend von Graf Prosor abhängig, wenn es um Informationen darüber geht, was mehr oder weniger in stummer Show vor unseren Augen passiert ist......" II.— THE WORK OF THE CONFERENCE. (II.— DIE ARBEIT DER KONFERENZ.) "Die Konferenz wurde inmitten eines großen Krieges einberufen, der die Gefahren in den Vordergrund gerückt hatte, die sich daraus ergaben, dass die Kriegsparteien Operationen durchführten, die die Sicherheit und das Eigentum der Neutralen ohne jeglichen Völkerrechtskodex direkt beeinträchtigten. England und Rußland wurden durch eine Meinungsverschiedenheit zwischen ihren beiden Regierungen über die Bedingungen, unter denen der Krieg geführt werden sollte, sehr nahe an den Rand eines Krieges gebracht......" CODIFYING THE LAW OF NATIONS. (DIE KODIFIZIERUNG DES VÖLKERRECHTS.) "Diese und andere Fragen veranlassten Präsident Roosevelt, dem Appell der Interparlamentarischen Union, die zweite Haager Konferenz einzuberufen, umso bereitwilliger zuzustimmen. Ziel der Union war es, einen Fortschritt in Richtung Frieden zu machen. Das Ziel von Präsident Roosevelt und dem Zar von Russland, der die Konferenz einberief, bestand darin, die Schwierigkeiten zu beseitigen, die das Gebiet der Feindseligkeiten nach Ausbruch des Krieges vergrößern könnten. Der Verlauf der Konferenz zeigt die Spuren dieses Ursprungs......" AN IMPORTANT FIRST STEP. (EIN WICHTIGER ERSTER SCHRITT.) "Es ist unmöglich, in diesem Artikel den Versuch zu unternehmen, alle Änderungen, die durch die verschiedenen Übereinkommen, die die Konferenz ausgearbeitet hat, im internationalen Recht vorgenommen wurden, im Detail zu beschreiben. In den meisten Fällen handelt es sich um nicht viel mehr als die Kodifizierung oder die Verankerung von Grundsätzen, die in mehr oder weniger unbestimmter Form durch die Gepflogenheiten der Nationen anerkannt worden sind. Es gab einen gewissen Konflikt zwischen den Auffassungen der verschiedenen Mächte, aber im Großen und Ganzen ist es der Konferenz in hohem Maße gelungen, ein allgemeines Einvernehmen über die Rechte und Pflichten der Neutralen und die Grenzen, innerhalb derer die Kriegsparteien ihre Operationen durchführen sollten, zu erzielen......" THE REGULATION OF FLOATING MINKS. (DIE REGULATION DER SCHWIMMENDEN NERZE.) Der gleiche Trend der zivilisierten Meinung ist in allen anderen Konventionen sichtbar, ob sie nun die Rechte der Neutralen definieren oder Bedingungen für die Ausübung der Privilegien der Kriegsparteien festlegen. Nehmen Sie zum Beispiel die (Frage der Verlegung von Treibminen. Zur Frage der Sprengminen in der Seekriegsführung hatte das Völkerrecht nichts zu sagen......" III.— WORK FOR PEACE. (III.— ARBEIT FÜR DEN FRIEDEN.) "Alle im vorhergehenden Abschnitt behandelten Themen sind zwar wichtig, aber keine Themen, die in erster Linie die große Öffentlichkeit interessieren. Was die Völker wissen wollten, war erstens, ob etwas getan werden kann, um den Druck der Rüstung zu mindern; zweitens, welche Schritte in Richtung einer Föderation der Welt auf dem Weg der Schlichtung und Vermittlung unternommen werden können. Der zweite Teil der Arbeit der Konferenz war, was die Rüstung betrifft, absolut enttäuschend. Es gibt nichts, was man tun könnte, um die fortschreitende Zunahme der Rüstung sofort zu verringern oder gar aufzuhalten. Das einzige Ergebnis der tapferen Bemühungen von Sir Edward Grey um eine ernsthafte Bildungsdebatte zu diesem Thema war der Nachweis, dass keine Regierung, nicht einmal eine Delegation, mit Ausnahme der englischen, überhaupt den Wunsch hatte, über dieses Thema zu diskutieren. Unter diesen Umständen war alles, was man tun konnte, dem Thema ein erstklassiges Begräbnis zu gewähren. Dies wurde durch die Annahme eines frommen Wunsches, dass die Mächte die Frage untersuchen würden, gebührend erfüllt. Die Resolution war vollkommen bedeutungslos und wurde erklärtermaßen zu keinem anderen Zweck eingebracht als dem, das Gesicht Englands zu wahren, indem wir so taten, als würden wir die Flagge noch immer wehen lassen. Wir haben sie vielleicht weiter wehen lassen, aber sie war halbmasthoch......" GERMANY AND ARBITRATION. (DEUTSCHLAND UND SCHIEDSGERICHTSBARKEIT.) "Damit wurde die Frage der Rüstung aus dem Weg geräumt, das Feld frei gelassen, um etwas in Richtung Schiedsgerichtsbarkeit zu tun. Leider wurden die Hoffnungen, die durch die mutige und nachdrückliche Erklärung von Baron Marschall zugunsten eines obligatorischen Schiedsverfahrens und eines ständigen Gerichts in der fünften Woche der Konferenz geweckt worden waren, durch das weitere Vorgehen der deutschen Delegierten etwas enttäuscht. Auf der ersten Sitzung des Ausschusses, der mit der Prüfung des von Portugal eingeführten Projekts eines obligatorischen Schiedsverfahrens beauftragt war, hielt der Preuße Kriege, der im Auswärtigen Amt in Berlin tätig ist und der zweite deutsche Delegierte ist, eine Rede, die tiefe Bestürzung auslöste. Innerhalb einer Woche nach dem Manifest von Baron Marschall, das sich für eine obligatorische Schiedsgerichtsbarkeit aussprach, erklärte Herr Kriege kategorisch, dass "die deutsche Delegation keinem Projekt ihre Aufmerksamkeit schenken kann, das darauf abzielt, eine obligatorische und universelle Schiedsgerichtsbarkeit für alle Fragen juristischer Natur oder in Bezug auf die Auslegung von Verträgen einzuführen. Die deutsche Delegation wird gegen diese Vorschläge stimmen". Der Bericht über seine Rede wurde erst einen Monat später in Umlauf gebracht, aber der Eindruck, den er hervorrief, war weit verbreitet. Baron Marschall bemühte sich, diesen Eindruck durch Zusicherungen zu beseitigen, die eine vorübergehende Wirkung hatten. Leider war dies nur vorübergehend. Denn Baron Marschall selbst schien bald mit Schadenfreude die Hoffnungen zu zerstören, die auf seiner Juli-Rede aufgebaut worden waren. Sein Verhalten weist große Ähnlichkeit mit dem von Herrn Balfour auf. Was für Mr. Balfour Freihandel war, war für Baron Marschall obligatorische Schlichtung. Marschall Niemand hätte ihn in seiner Hingabe an das Prinzip übertreffen können; aber wann immer praktische Schritte zur Verankerung dieses Prinzips im Absatz eines Konvents vorgeschlagen wurden, stimmte er mit der mechanischen Regelmäßigkeit eines Automaten dagegen." THE PERMANENT COURT OF ARBITRATION. (DAS STÄNDIGE SCHIEDSGERICHT.) "Die Konferenz war den ganzen Monat damit beschäftigt, zwei Phasen der Schiedsgerichtsfrage zu erörtern. Die eine war die vorgeschlagene Verfassung des Ständigen Gerichtshofs, die andere die Inkraftsetzung eines allgemeinen Vertrags über die obligatorische Schiedsgerichtsbarkeit. Die erste Macht, die die Idee eines Ständigen Gerichtshofs zur Sprache brachte, war Russland. M. de Martens schlug vor, dass die Richter des bestehenden Obersten Gerichts einmal im Jahr zusammenkommen sollten, um drei Richter zu wählen, die ständig in Den Haag sitzen könnten, um alle Streitigkeiten zu behandeln, die für ein Schiedsverfahren in Frage kämen. Dies stellte die Amerikaner nicht zufrieden, die ein weitaus ehrgeizigeres Programm einführten. Sie schlugen vor, einen Ständigen Gerichtshof mit siebzehn Richtern zu schaffen, von denen neun beschlussfähig sein sollten. Diese Richter würden für zwölf Jahre gewählt. Elf Sitze sollten an die sechs Großmächte Europas — Japan, die Vereinigten Staaten, China, Holland und die Türkei — vergeben werden. Das amerikanische Schema für die Verteilung der Richter wurde nie gedruckt, und es war häufigen Änderungen unterworfen — etwa als man vorschlug, Spanien auf die Liste der Großmächte zu setzen, so dass nur noch fünf Sitze auf alle verbleibenden kleineren Mächte verteilt werden sollten. Dann wiederum wurde vorgeschlagen, die Sitze auf fünfzehn zu reduzieren und sie nach Kontinenten zu verteilen, wobei Amerika vier, Asien zwei und Europa neun Sitze erhalten sollte." THE DIFFICULTY ABOUT THE JUDGES. (DIE SCHWIERIGKEITEN MIT DEN RICHTERN.) "Keines dieser Vorhaben stieß bei den kleineren Mächten auf Akzeptanz. Die Amerikaner berieten sich mit Deutschland und Großbritannien, und ihr Schema wurde als gemeinsame Arbeit der drei Delegationen eingeführt. Die wichtigste Bestimmung wurde aus dem russischen Vorschlag übernommen. .... Das Ergebnis war, dass der amerikanisch-deutsch-britische Plan zur Einrichtung eines Ständigen Gerichtshofs, in dem die Vertreter der Großmächte den überwiegenden Einfluss ausüben sollten, hoffnungslos gestrandet war." HANGING IN THE BALANCE. (HÄNGT IN DER SCHWEBE.) "Es wurde bald klar, dass, wenn die Großmächte einen Ständigen Gerichtshof haben wollten, in dem sie vorherrschend waren, es ein Ständiger Gerichtshof sein würde, mit dem die kleineren Mächte nichts zu tun haben würden. Es ist auch zweifelhaft, ob viele der Großmächte dazukommen würden. Japan war anfangs fast sicher, dass es sich zurückhalten würde. Die Unterstützung Frankreichs und Russlands hing vom Erfolg irgendeines allgemeinen Vertrages über ein obligatorisches Schiedsverfahren ab. Doch obwohl Baron Marschall sehr am Ständigen Gerichtshof der Großmächte interessiert war, schien er einem allgemeinen Vertrag über ein obligatorisches Schiedsverfahren ebenso ablehnend gegenüberzustehen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt scheint es, als bestünde zumindest die geringste Chance, dass beide Systeme an diesem Haken scheitern......" HONOUR TO WHOM HONOUR IS DUE. (EHRE, WEM EHRE GEBÜHRT.) "Ich schließe diese sehr bruchstückhafte Skizze des zweiten Monats der Konferenz, indem ich dem Marquis von So vera! meinen Dank dafür ausspreche, dass er dazu beigetragen hat, dass die britische Regierung und die britische Delegation eine Politik beschlossen haben, die für England mehr wert ist als die, die sie verfolgten. Es ist zweifellos ziemlich erniedrigend, gestehen zu müssen, daß der gemeinsame Einfluß der Inter-Parlamentarischen Union, der Freikirchenföderation und der Friedens- und Schlichtungsgesellschaften unserem Auswärtigen Amt keinerlei Bewußtsein dafür vermittelt hat, wie wichtig es ist, die britische Delegation zur Förderung von Frieden und Schlichtung in Den Haag zu nutzen. Sir Edward Grey schien bis Ende Juli nie ein Gefühl für die Pflicht Englands zu bekommen......" W. T. Stead.
AN INTERNATIONAL PARLIAMENT, A.D. 2000. (EIN INTERNATIONALES PARLAMENT, A.D. 2000.) Scheme by Professor H. Stanley Jevons. (Schema von Professor H. Stanley Jevons.) "In der Contemporary Review befasst sich Professor H. Stanley Jevons mit der Entwicklung eines internationalen Parlaments. Nach einem kurzen Überblick über die gegenwärtige internationale Situation fragt der Autor, wie die Beziehungen der Staaten so entwickelt werden können, dass sie den Frieden sichern und Abrüstung möglich machen. Die drei Haupttatsachen sind das gegenseitige Misstrauen zwischen den Nationen, das enorme ruinöse Wachstum der Rüstung, die Gründung eines ständigen Justizapparates durch die erste Haager Konferenz. Der nächste Schritt ist die Stärkung dieses Schiedsgerichts, die obligatorische Einführung eines Schiedsverfahrens in bestimmten Fällen, dann später in allen Fällen und schließlich die Einsetzung einer internationalen Exekutivregierung. Dies ist seiner Meinung nach die einzige Möglichkeit, Frieden und das für die Entwaffnung notwendige Vertrauen zu sichern. Die Entwicklung der internationalen Angelegenheiten weist in die Richtung der Perfektionierung der Schiedsgerichtsbarkeit und der letztendlichen Errichtung einer internationalen Regierung. Dieses Ziel wird, so meint er, durch Versuche, es vorherzusagen, beschleunigt werden. Daher fährt er fort, eine weltweite Bundesregierung zu entwerfen, die seiner Meinung nach in etwa siebzig oder achtzig Jahren aus der heutigen Zeit entstehen könnte, vorausgesetzt, dass die Freunde des Friedens vernünftige Anstrengungen unternehmen, um das natürliche Tempo der Entwicklung zu beschleunigen. Dies ist sein Bild:— Die internationale Regierung, die in ihren eigenen Parlamentsgebäuden und Regierungsbüros in Den Haag angesiedelt ist, besteht aus drei Zweigen — der gesetzgebenden Körperschaft oder dem Senat, der Exekutivregierung und der Justiz. Der Senat ist im direkten Sinne die oberste oder souveräne Macht; er wählt per Urabstimmung den Premierminister, der die anderen Minister praktisch in Übereinstimmung mit seinen Wünschen auswählt; und die Regierung muss zurücktreten, wenn er eine negative Abstimmung erhalten hat, die an einem zweiten Tag wiederholt wird......" THE SENATE AS REDISTRIBUTOR OF LANDS. (DER SENAT ALS UMVERTEILER VON LAND.) "Der Senat muss nach fünf Jahren aufgelöst werden, kann aber jederzeit vom Premierminister mit Zustimmung der Mehrheit der vertretenen Regierungen aufgelöst werden. .... Der Senat veranlasst die Neuordnung der Grenzen oder die Übertragung von Territorien aus folgenden Gründen .... Solche Veränderungen wurden bisher durch den Krieg herbeigeführt, werden nun aber per Gesetz durchgesetzt. Das Verfahren des Senats entspricht praktisch dem des englischen Unterhauses. Die Reden werden auf Französisch oder Esperanto gehalten oder, falls nicht, vom Sekretär des Senats in einer dieser Sprachen zusammengefasst." THE COERCIVE POWER. (DIE ZWANGSGEWALT.) "Die Exekutive wird von einem Kabinett mit fünf Mitgliedern kontrolliert .... Die ständige Truppe, die ihr zur Verfügung steht, besteht aus Teilen der Armeen aller Nationen, die unter der direkten Kontrolle eines internationalen Armeestabs stehen und den Befehlen des Kabinetts unterstehen. Jede der Großmächte ist verpflichtet, der Internationalen Regierung ständig ein Armeekorps, etwa 40.000 Mann, und nach einmonatiger Vorankündigung zwei weitere Armeekorps zur Verfügung zu stellen. Jedes der kleineren Länder kann aufgefordert werden, 10.000 Mann zur Verfügung zu stellen. Teile der nationalen Marinen stehen dem Marinestab in ähnlicher Weise zur Verfügung. .... Außerordentliche Ausgaben im Zusammenhang mit militärischen Operationen werden durch Darlehen gedeckt, auf die sich die Zinsen und der Sinkende Fonds auf fast eine Million pro Jahr belaufen. Der Autor zeigt, wie die jüngsten Streitigkeiten durch eine solche Weltkontrolle hätten beigelegt werden können."
THE DANGER OF ISOLATING GERMANY. (DIE GEFAHR DER ISOLIERUNG DEUTSCHLANDS.) "Eine französische Warnung an die britische Diplomatie. "In La Reime vom 15. August schreibt ein ehemaliger französischer Botschafter den ersten Teil eines wichtigen Artikels mit dem Titel "Das Europa von morgen", in dem er die Auswirkungen der verschiedenen Absprachen und ententes diskutiert, die Großbritannien auf Kosten Deutschlands getroffen hat. THE failure of DIPLOMACY. (Das Scheitern der DIPLOMATIE.) Der Verfasser führt sein Thema mit einigen Bemerkungen zur Diplomatie ein, die, wie er sagt, früher als die Kunst der Autokraten angesehen wurde, die sich gegenseitig täuschen. In unserer heutigen demokratischeren Ära ist die Diplomatie zur Kunst geworden, Schwierigkeiten zwischen den Nationen zu glätten, oder zur Kunst der Friedenserhaltung. Die Absicht ist gut, aber die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die Idee anmaßend ist. Die Diplomatie hat sich als absolut unfähig erwiesen, die Stimme der Nationen in internationalen Angelegenheiten zum Ausdruck zu bringen, und deshalb ist sie im Wesentlichen unpopulär, sie hat ihre Formeln nie geändert. Ihre Methoden sind die gleichen geblieben, auch wenn der Organismus des nationalen Lebens stark verändert worden ist. Ihr erstes Prinzip ist es, niemals offen und ehrlich zu sein. Bündnisse werden nicht für etwas geschlossen, sondern gegen jemanden, und die Diplomatie schließt immer Frieden gegen jemanden. Darüber hinaus hat sie eine verhängnisvolle Art, diesen Frieden durch Einschüchterung, durch Verärgerung anderer herbeizuführen, selbst wenn sie in der friedlichsten Stimmung ist. Kurz gesagt, sie erhält den Frieden, indem sie sich auf den Krieg vorbereitet, und sie ist geeignet, zu enden, indem sie den Krieg provoziert. Dies ist genau das Bild, das die englischen ententes und die fortschreitende Isolierung Deutschlands zeichnen, behauptet der Schriftsteller, und er geht so weit, kategorisch zu sagen, dass, wenn die Isolierung Deutschlands vollendet ist, der Kelch des Friedens zerbrochen sein wird."
DIARY AND OBITUARY FOR AUGUST. PRINCIPAL EVENTS OF THE MONTH. (TAGEBUCH UND NACHTRAG FÜR AUGUST. WICHTIGSTE EREIGNISSE DES MONATS.) "10. August. — In Oxford findet eine Konferenz von Arbeiter- und Bildungsorganisationen statt; den Vorsitz führt der Bischof von Birmingham. Ein Ausschuss wird für die weitere Zusammenarbeit zwischen der Universität Oxford und der Workers' Educational Association ernannt ... Es gibt ein großes Treffen der Streikenden in Belfast ... Der Internationale Esperanto-Kongress wird in Cambridge eröffnet ... Herr Bell, M.P., spricht bei einem Massentreffen der Eisenbahner in Newport ... Am 12. August ... — Dr. Zamenhof aus Warschau, der Gründer von Esperanto, wird vom Bürgermeister und der Corporation von Cambridge empfangen und begrüßt; er hält seine Antrittsrede vor dem Kongress ... Die Transvaal-Regierung zieht ihre Gesetzesvorlage zur einheimischen Verwaltung zurück ... Die britischen Indianer in der Transvaal-Regierung widersetzen sich dem Registrierungsgesetz ... Die marokkanischen Stammesangehörigen greifen das französische Lager bei Casa Blanca an und werden von den Kanonen der französischen Kriegsschiffe schwer bombardiert und von der französischen Infanterie angegriffen, was schreckliche Verluste an Menschenleben zur Folge hat. Der Gouverneur von Casa Blanca wird von den Franzosen gefangen genommen."
THE HARVEST OF THE HAGUE (DIE ERNTE VON DEN HAAG) Den Haag, 30. September 1907. "DIE Konferenz tagt noch immer, und wir sind noch nicht einmal in der Lage, unsere Heimernte zu feiern. Aber das Ende nähert sich, und wir sind in einer besseren Position als im vergangenen Monat, um den Wert der Ernte zu schätzen." I.— WHAT HAS BEEN GARNERED AND THE PERMANENT COURT. (I.— WAS GESAMMELT WURDE UND DER STÄNDIGE GERICHTSHOF.) "Die einzige herausragende Tatsache, die in dem Monat, der jetzt zu Ende geht, zur Ankündigung aufruft, ist das Eingeständnis der Konferenz, dass sie das Problem nicht lösen kann, wie ein ständiger Internationaler Gerichtshof geschaffen werden kann, der das Vertrauen der notleidenden Nationen genießen würde. Die Amerikaner, deren gesamter geistiger Horizont von ihrem eigenen Obersten Gerichtshof überschattet wird, einer der wenigen Institutionen in der Welt, von der alle Menschen gut reden, haben beharrlich die Verfassung in Den Haag gefordert, nicht so sehr die eines Schiedsgerichts als eines Gerichtshofs......"
THE NOUVELLE REVUE. (DIE NOUVELLE REVUE.) "Raqueni, der einen Artikel über Italien und Österreich veröffentlicht hat, sagt .... Italien sollte sich für die Versöhnung aller Balkanstaaten einsetzen. Abschließend sagt Raqueni, dass Italien nicht der Verbündete von irgendjemandem, sondern der Freund der ganzen Welt sein sollte. Die Politik der Bündnisse ist für den Krieg gemacht, den die Nationen nicht wollen. Alle Regierungen sollten daher die Politik der Allianzen durch eine Politik der ententes cordiales — eine Politik der Freundschaften im Interesse des Friedens — ersetzen und so den Weg für die Vereinigung Europas bereiten. Ost und West ist voll von sehr interessanten, lesenswerten Themen, die jedoch keine gesonderte Erwähnung beanspruchen."
ESPERANTO. "Der Dritte Internationale Kongress ist vorbei, und wir sind noch nicht außer Reichweite seines Nachhalls, aber schon jetzt blicken uns Postkarten ins Gesicht mit der Legende: "Erleben Sie Dresden während des Kongresses von 1908 und machen Sie sich jetzt bereit". Vielleicht waren während des Kongresses die Versammlungen, die viele Menschen am meisten beeindruckten, die vollen Kirchen, die herrliche Gemeindemusik und die Predigten, die in höchstem Maße spirituell, aber auch praktisch waren. .... Dass die Friedensfreunde dies entdeckt haben, beweisen zwei der Resolutionen, die im September auf dem Internationalen Kongress in München verabschiedet wurden: Der Kongress hört mit Freude, dass fünfunddreißig Friedensgesellschaften vereinbart haben, mittels Esperanto zu korrespondieren, und vertraut darauf, dass andere ihrem Beispiel folgen werden. Die zweite Resolution ist eine Folge der ersten; darin "drückt der Kongress den Wunsch aus, dass Esperanto in den Schulen als internationale Hilfssprache unterrichtet wird, und bittet das Internationale Friedensbüro, diesen Wunsch an die verschiedenen Regierungen weiterzuleiten". Dass der Kongress in Cambridge aus propagandistischer Sicht ein Erfolg war, steht außer Zweifel. Wie ein bekannter Wissenschaftler sagte: "Wir haben weder Zeit noch die Neigung, uns mit unbewiesenen Behauptungen zu befassen — und bisher haben wir Esperanto in diesem Licht betrachtet —, aber Cambridge ist eine erschütternde Tatsache." LETERO DE LA MAJSTRO. (Translation.) "Hotel Bull, Cambridge, 13. August 1907. Im Namen der Esperantisten erlaube ich mir, der Stadt Cambridge, die uns so gastfreundlich empfängt, meinen herzlichsten Dank auszusprechen, insbesondere dem verehrten Bürgermeister und der verehrten Bürgermeisterin sowie den Vertretern der Universität Cambridge. Der große Empfang, den sie uns zu Ehren gegeben haben, war sehr ermutigend für die Sache, die wir vertreten. Ich hoffe, dass ich nicht gegen den Wunsch der Kongressmitglieder handle, wenn ich öffentlich unseren herzlichen Dank an die Organisatoren zum Ausdruck bringe — an Colonel Pollen, an Dr. Cunningham und an den unermüdlichen und überaus arbeitsamen und in allen Dingen sorgfältigsten Herrn H. Bolingbroke Mudie. L. L. Zamenhof."
INTERNATIONAL LANGUAGE: "Past/- Present and Future, With Specimens of Esperanto and Grammar. By W.J.CLARK, M.A.(Oxon.), PH.D.(Leipzig). Licencié-ès-Lettres, Bachelier-en-Droit (Paris). Umfang und Ziel des Buches. — Viele Menschen scheinen zu denken, dass die internationale Sprache lediglich ein billiges kommerzielles Schema oder eine vorübergehende Verrücktheit ist, die mit dem Schwenken grüner Flaggen und dem Tragen grüner Abzeichen in Verbindung gebracht wird. Dies ist nicht wahr. Internationale Sprache ist ein ernsthaftes Projekt. Es zielt darauf ab, den Fortschritt in der mündlichen und schriftlichen Kommunikation mit dem Fortschritt in den physischen Kommunikationsmitteln und in der Wissenschaft in Einklang zu bringen und den sprachlichen Rückstand der Welt aufzuholen. Dieses Buch richtet sich an die Öffentlichkeit, aber auch an Wissenschaftler und seriöse Studenten. Es ist eine wissenschaftliche Darstellung des Sachverhalts. TEIL I.—Allgemeines. TEIL II.—Historischer Teil. TEIL III.—Der Anspruch des Esperanto, ernst genommen zu werden. TEIL IV.—Beispiele für Esperanto, mit Grammatik und Vokabular. Dieses Buch ist erhältlich bei — Stead's Publishing House, 89, Whitefriars St., E.C. Eine internationale Sprache: DAS PROBLEM UND SEINE LÖSUNG. (Esenco kaj estonteco de la ideo de lingvo intemacia. / Wesen und Zukunft der Idee der Internationalen Sprache) Esperanto-Text von UNUEL. Übersetzt aus "Fundamenta Krestomatio" von Alfred E. Wackrill. Preis 6d.; per Post, 7d."
THE EDINBURGH REVIEW. (DER EDINBURGH-RÜCKBLICK.) "Ein Papier über die Bagdader Eisenbahn ist in freundschaftlichem Geiste zu deutschen Plänen angedacht. Deutschland soll sich um eine Europäisierung der Türkei in Asien bemühen, so wie Großbritannien Ägypten europäisiert und Frankreich Tunis. Deutschland verwirklicht die Politik der friedlichen Durchdringung von innen heraus und nicht die britische Gepäck- und Reisegepäckpolitik. In der deutschen Politik nichts als nationalen Egoismus zu sehen, bedeutet, eine intellektuelle Minderwertigkeit zu zeigen, die wir in ähnlicher Kritik an unseren eigenen Durchsetzungsleistungen übel nehmen."
THE DUTCH REVIEWS. (DIE HOLLÄNDISCHEN REZENSIONEN.) ".... Dieselbe Rezension enthält mehrere andere interessante Beiträge. Der Artikel über die mitteleuropäische Zeit zeigt das Durcheinander, in das die Niederländer durch die Änderung der Standardzeit geraten sind. Die nationale Zeit entspricht weder der Greenwich-Zeit noch der mitteleuropäischen Standardzeit, doch müssen beide Zeiten unter bestimmten Umständen berücksichtigt werden? Es gibt jetzt einen Vorschlag, die mitteleuropäische Zeit im ganzen Land zu übernehmen, und dies stößt auf Widerstand von vielen, die der Meinung sind, dass die Greenwich- oder westeuropäische Zeit übernommen werden sollte. Die Einführung der mitteleuropäischen Zeit würde bedeuten, dass die Arbeiten später als jetzt beginnen würden, und ein Hersteller rechnet damit, dass er dadurch 4 Prozent seiner Gasrechnung einsparen würde. Elsevier ist sowohl für die Vortrefflichkeit seiner Illustrationen als auch für die Lesbarkeit seines Textes zu loben."
ESPERANTO. "Die North American Review, die einen Delegierten zum Kongress in Cambridge schickte, nur um sich davon zu überzeugen, dass Esperanto für die Interkommunikation zwischen den Menschen vieler Länder so gut geeignet ist, wie behauptet wurde, war mit dem Bericht ihres Delegierten so zufrieden, dass bekanntlich während der Sitzung des Kongresses ein dringender Antrag per Telegramm gestellt wurde, der Kongress solle nächstes Jahr in den Vereinigten Staaten tagen. In der Ausgabe des letzten Monats nahm Esperanto zehn Seiten ein, und es wird angekündigt, dass seine eigene besondere Gesellschaft 1.400 Mitglieder zählt, wobei fast alle Staaten und Territorien vertreten sind. Die North American Review kündigt nun an, dass die Zeit für eine umfassendere Organisation gekommen ist, und fordert, dass in jedem Staat zwei Mitglieder als Präsident und Sekretär gewählt werden, um diesen speziellen Abschnitt zu organisieren. M. de Beaufront trägt einen sehr interessanten Artikel über Cambridge bei. Er vergleicht ihn mit Boulogne im Jahre 1905 und sagt:— "Damals gingen nur bestimmte Redner und bestimmte Laienschauspieler das Risiko ein, öffentlich zu sprechen. In Cambridge gab es sozusagen eine Überfülle; es war notwendig, die Redezeit zu begrenzen und manchmal den Redner zu stoppen, bevor er fertig gesprochen hatte — ein hervorragendes Zeichen, denn es beweist, dass Esperanto so einfach zu handhaben geworden ist, dass man um das Urteil eines Publikums in dieser Sprache wirbt, auch um diejenigen, die sich nicht trauen würden, es in ihrer Muttersprache zu tun. Der Artikel von Henry James Forman, der aus der Sicht eines amerikanischen Journalisten verfasst wurde, der die Sprache noch nicht sehr lange studiert hat, geht in seiner Begeisterung über M. de Beaufront hinaus; denn er ging, um zu kritisieren und kehrte zurück, um zu segnen und, mehr noch, um für Esperanto zu kämpfen, er endete: "So sehen wir, dass Esperanto eine reiche und lebendige Sprache ist, in der die Menschen alle möglichen Ideen zu jedem erdenklichen Thema vermitteln können, in der sie singen und Theaterstücke aufführen können und mit der sie den ganzen Alltag ihres Lebens steuern können." Die Leser dürfen die eine illustrierte Esperanto-Zeitschrift, Tra la Mondo, nicht vergessen. Die August-September-Ausgabe enthält eine vollständige Darstellung des Cambridge-Kongresses mit siebzehn Illustrationen, die interessantesten Berichte über nationale Bräuche, lokale Interessen und Denkmäler aus vielen Ländern sowie ein besonderes Interesse an allen Bildungsfragen. Das Abonnement beträgt 6s. 8d. pro Jahr und ist bei der British Esperanto Association, 13, Arundel Street, Strand, erhältlich. Herr Wilson aus Glasgow hat gerade eine charmante kleine Broschüre herausgegeben, die den Dritten Esperanto-Kongress beschreibt (Preis 6d.). Es enthält zweiunddreißig fotografische Abbildungen und viele interessante Informationen. La Revuo ist wie immer reich an interessanten Themen. Die Ausgaben von Schillers "Die Räuber" von Dr. Zamenhof werden fortgesetzt, und auch seine "Antworten" auf verschiedene sprachliche Fragen. In der Oktobernummer war unter den Antworten eine von grossem Interesse mit dem Titel "Pri la stilo en miaj lastaj verkoj"."
"EUROPE IN TRANSFORMATION." ("EUROPA IM WANDEL".) The Teuton Star Paling Before the Slav. (Der Germanenstern verblasst vor den Slawen.) "Unter dem Titel "Europa im Wandel" macht sich Herr A. R. Colquhoun daran, die Leser der North American Review davon zu überzeugen, dass Europa weder erschöpft noch ausgespielt ist. Sie zeigt eine unerschöpfliche Vitalität und beständige Jugendlichkeit. Europa sei immer noch die Heimat jener frischen und primitiven Gefühle, die als Nationalstolz und Rassensympathie bekannt sind. Sie zeigt eher den Individualismus des Kindergartens und des Schulzimmers als den studierten Kollektivismus des Erwachsenenlebens. Zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts dominierte die lateinischsprachige Macht Frankreichs Europa. Die nächste Periode, fast das ganze neunzehnte Jahrhundert hindurch, war die allmähliche Apotheose des Germanen". Diese beginnt nun, laut Herrn Colquhoun, der slawischen Erweckung nachzugeben. Die Balkanstaaten sind der Schauplatz des Kampfes zwischen Germanen und Slawen. Bismarcks Politik, die Geschicke Europas durch ein kompliziertes Bündnissystem zu lenken, war, so der Schriftsteller, für den ungestümen Kaiser mit seiner Vorliebe für Telegramme, die diplomatische Geheimnisse ausplaudern, nicht möglich. Während Wilhelm II. darauf drängt, mit Großbritannien um die Vorherrschaft des Meeres zu kämpfen, und Frankreich durch seine enormen militärischen Vorbereitungen auf der Folterbank hält, untergräbt die slawische Wiedergeburt an den Flanken seines Reiches ständig die germanische Herrschaft. Zugleich ist der demokratische Sozialismus seiner Meinung nach geeignet, auf nationale Rivalitäten zu reagieren."
ESPERANTO. "Nach dem Kongress kommen stetige Fortschritte, was in der Regel bedeutet, dass es keine besonderen Neuigkeiten zu berichten gibt. Der Sultan von Sansibar teilte Dr. John Pollen in einem langen Interview mit, dass sein Sekretär Esperanto kenne, und er selbst habe sich in der Angelegenheit erkundigt und werde die Verwendung von Esperanto in jeder Hinsicht fördern, denn in seinem Herrschaftsbereich gibt es eine solche Sprachenvielfalt unter den Einwohnern und Besuchern, dass ein einfaches und leichtes Kommunikationsmittel absolut notwendig sei."
DeepL.com/Translator hat sich als gute Hilfe beim Übersetzen herausgestellt

HOW TO GAG THE JINGO PRESS. (WIE MAN DIE JINGO-PRESSE KNEBELT.) Ein Appell an die Autoren. "Herr Matthew Davoren vom Weltwerk macht in einem Artikel mit dem Titel "Languages and Peace" (Sprachen und Frieden) einen etwas verblüffenden Vorschlag. Matthew Davoren plädiert ernsthaft dafür, dass jedes Kind mindestens eine Fremdsprache lernen sollte. Er behauptet, dass es diesbezüglich keine Schwierigkeiten gibt, sagt aber:— Sprachen, die im einfachen, gesprächigen Stil gelehrt werden, fallen unter dieses Kapitel, und sechs Monate Unterricht würden, wie ich aus Erfahrung weiß, völlig ausreichen, um kleinen Kindern zu ermöglichen, sich so viel Vertrautheit mit einer Fremdsprache anzueignen, wie es ihnen ermöglichen würde, sich intelligent unter den Menschen, die diese Sprache sprechen, zurechtzufinden und das weitere Studium zu einem Vergnügen statt zu einer Arbeit zu machen. Die Anzahl der Wörter im gewöhnlichen Sprachgebrauch ist sehr gering, und wenn die idiomatischen Ausdrucksformen einmal mit der Zunge verheiratet sind, wird der Rest leicht. Ein muttersprachlicher Lehrer wäre natürlich eine Notwendigkeit, aber man könnte ihn für drei oder sogar ein halbes Dutzend Schulen einsetzen. Dann könnte man den Phonographen als Hilfsmittel heranziehen, um mit den Kindern Französisch oder Deutsch mit einem ausgezeichneten Akzent zu sprechen und ihnen sogar angenehme kleine Lieder in denselben Zungen zu singen. Er räumt ein, dass das bewundernswerte Experiment einer neuen Sprache, das der Erfinder und Verbreiter des Esperanto gemacht hat, aller Ermutigung würdig ist; aber es besitzt weder historischen Glanz noch eine Originalliteratur, und darüber hinaus hat die Frage eine psychologische Seite, die alles in Form einer neuen Sprache völlig außer Konkurrenz setzt, wenn eines der Ziele der Studie der internationale Frieden ist. Woraus man schließen könnte, dass Herr Davoren das Thema, mit dem er sich beschäftigt, nur unvollkommen beherrscht. Wenn in allen Schulen der Welt jedem Kind Esperanto beigebracht würde, würde dies sicherlich mehr zum Weltfrieden beitragen, als durch den bloßen Unterricht in einer der vorhandenen Sprachen, die zufällig aus den vom zivilisierten Menschen benutzten Sprachen ausgewählt wurden, erreicht werden könnte. Aber dies nebenbei bemerkt. Der mutige und originelle Vorschlag, der das Merkmal von Herrn Davorens Artikel ist, ist der, in dem er vorschlägt, die Autoren der Welt als Mittel zur Überprüfung ihrer Jingo-Redakteure einzusetzen. Er sagt:— Ich nehme nur einen Beruf, nämlich den der Autoren, der Männer, die sowohl die schlimmsten als auch die besten Worte, die für die Veröffentlichung in der Welt geschrieben wurden, in Klarschrift verfasst haben, und will sehen, wieviel sie, wenn sie so bereit wären, für die Herbeiführung eines universellen Friedens tun könnten. Wie zuvor nehme ich Deutschland als das repräsentative Ausland und gehe davon aus, dass die Autoren dieser aufgeklärten Nation in der Lage waren, einen freundschaftlichen Briefwechsel mit dieser hochintelligenten Gruppe von Männern, den britischen Autoren, zu führen. Sie paaren sich, in Partner aufgeteilt, ein Engländer schreibt an einen Deutschen, und dieser erwidert die Höflichkeit; sie tauschen Versprechen aus, daß jeder in seinem Bereich alles in seiner Macht Stehende im Interesse des Friedens tun wird, daß er sich alles unterlassen wird, was einen Krieg zwischen den beiden Nationen zu provozieren droht. Wenn sie sich nur der Macht bewusst wären, die in ihren Händen liegt, könnten die Autoren der Welt mit den Kabinetten um den Einfluss wetteifern, den sie auf die politischen Ereignisse ausüben könnten! Gut organisiert, mit einer eigenständigen Politik, die in einer Verfassung definiert ist, mit Regeln, die auf jede mögliche Eventualität berechnet und auf Schwarz-Weiß reduziert sind, und vor allem mit einer Mitgliedschaft, die von der überwältigenden Bedeutung des Friedens für das Glück der Welt durchdrungen ist — die Autoren hätten es in der Hand, im kritischen Moment das Schweigen der Brandstifter auf beiden Seiten zu erzwingen, damit nur die moderierende Stimme gehört werden kann. Die Idee, die Autoren zur Zensur der Presse zu machen, ist natürlich eine revolutionär, und für einige wird sie zweifellos fantastisch erscheinen; aber warum sollte es schließlich erlaubt sein, dass die Meinung einiger Redakteure, die vielleicht durch einen Unfall in eine Machtposition gebracht wurden, die Meinung tausender anderer, oft ebenso intelligenter Pressearbeiter, die alle gleichermaßen an der letztendlichen Frage interessiert sind, überlagert? Jeder, der moderne Geschichte studiert hat, wird sich an mehr als einen Fall erinnern, in dem das Schweigen der Zeitungen, wie auch immer herbeigeführt, einen Krieg hätte abwenden können, und es ist überhaupt nicht schwer, einen Zustand vorherzusehen, in dem das Geschrei der Zeitungen einen Krieg provozieren würde. Eine beherzte Außenpolitik, die laut Leslie Stephen einfach bedeutet, "uns lächerlich zu machen", wird ihre Gefolgsleute immer in einer bestimmten Klasse von Redakteuren oder Eigentümern finden, die in Krisenmomenten mit den besten Absichten stets bereit sind, um der Herstellung einer Zeitung willen das Risiko einzugehen, eine Nation zu ruinieren. Die Idee, Autoren in Zensoren umzuwandeln, ist nicht ganz neu. Als ich vor zwei Jahren in St. Petersburg war, haben sich die Autoren einiger russischer Zeitungen tatsächlich das Recht angemaßt, zu diktieren, was in die Zeitung kommen sollte, indem sie sich absolut weigerten, Artikel zu verfassen, von denen sie dachten, sie seien der Sache des Volkes feindlich gesinnt. Die Machtergreifung dauerte nicht lange, aber solange sie andauerte, war sie sicherlich sehr effektiv."
ESPERANTO. "Dresden ist nun endgültig als Ort für den nächsten Esperanto-Kongress festgelegt. Die angesetzte Zeit ist vom 16. bis 22. August, da es für die meisten am günstigsten ist. Ein reizvoller Vorschlag, eine hübsche Ortschaft nicht weit von Dresden als Schauplatz für einen Erholungskuraufenthalt vor oder nach der Arbeit des Kongresses zu wählen, ist sehr gut angenommen worden, und es gibt bereits Pläne für Musik, dramatische Unterhaltungen usw.. Unnötig zu sagen, dass auch "Außerhalb der Kongresse" — die Pädagogen, Pazifisten und dergleichen — ihr Programm vorbereiten. Am 9. Dezember fand in der AEolian Hall ein Konzert statt, das in den Annalen des Berufsstandes sicherlich einzigartig sein dürfte. Frau Bendix war die Pianistin, Paul Schmedes, der berühmte dänische Tenor, der Sänger, und die meisten seiner Lieder waren in Esperanto. Das Publikum zeigte große Wertschätzung und applaudierte herzlich, wobei Nicht-Esperantisten anmerkten, dass die Sprache so schön wie das Italienische für den Gesang sei. Natürlich wurde eine englische Version der Lieder gegeben". Diejenigen, die ausgewählt wurden, waren die "Kapelo", "En Monte" und "Rondedanco". Die Partitur stammt von Professor Bendix. Unter den letzten neuen Büchern ist La Faraono bemerkenswert; von dieser Übersetzung des bekannten Werkes von Prus sind bisher nur zwei Bände erschienen; der dritte soll folgen. Es liegt eine subtile Freude in solch lebensnahen Bildern unserer alten Bekannten, der Pharaonen, sozusagen durch eine polnische Brille gesehen, die von Esperanto grün getönt ist. Sicher ist, dass nur wenige von uns in der Lage gewesen wären, den Autor im Original zu lesen, aber die wenigen, die es sind, versichern uns, dass die Geschichte in der Übersetzung nichts verliert. Ein anderes entzückendes kleines Werk heißt "The First Reading Book" — die Geschichten sind natürlich interessanter als der gewöhnliche englische "Reader", weil der Kompilator und Übersetzer, Dr. Bein, sich auf die Bücher der Welt stützen konnte. Mr. Wackrills "Concordance to the Ekzercaro", so der Preis, ist von unschätzbarem Wert; kein Stilschüler sollte ohne es sein. Dieser Index enthält jedes wichtige Wort mit einem nummerierten Hinweis auf die Übung, der es entnommen ist. Die Dezember-Ausgabe von La Revuo, dem Esperanto-Literaturblatt, ist eine sehr gute Ausgabe. Sie beginnt mit dem ersten Teil von Dr. Zamenhofs Übersetzung der Psalmen. Da der Doktor bekanntlich ein bedeutender hebräischer Gelehrter ist, wurde eifrig nach seiner Übersetzung gesucht. Pujula Valjes hat einen entzückenden Monolog über die "Einsamkeit". Gaston Moch steuert eine Übersetzung von Anatole France bei. Die Psalmen werden in der Ausgabe dieses Monats fortgesetzt. Zwei Wettbewerbe werden angekündigt. Für den ersten (siehe die November-Ausgabe) ist der Preis £5, letzter Eingangstermin 1. März. Der Wettbewerbsteilnehmer muss eine unvollendete Geschichte beenden. Der Preis für den zweiten ist £2, und der Teilnehmer muss nur drei Fragen beantworten (siehe die Dezember-Ausgabe)." 
THE POLYGLOT CLUB. (DER POLYGLOTTE CLUB.) "Wir haben das Programm für das aktuelle "Trimestre" des Polyglotten Clubs, London, erhalten, das achtzehn Vorträge und drei Debatten in verschiedenen Sprachen umfasst, darunter Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch, Russisch und Esperanto, für die jetzt eine Sektion des Clubs gebildet wurde. .... Das Hauptziel des Clubs ist es, Damen und Herren, die zwei oder mehr Sprachen sprechen können, zusammenzubringen und einen Treffpunkt für ausländische Besucher bereitzustellen. SCHOOL (SCHULE) Die Schule widmet in diesem Monat einen großen Teil ihres Raumes Artikeln über den Sprachunterricht, Herr James Drever von der Universität Edinburgh, der nachdrücklich darauf hinweist, dass weder Französisch noch Latein, sondern Deutsch die erste untersuchte Sprache sein sollte, nach dem Prinzip, mit dem Nahem zu beginnen und zum Fernliegenden überzugehen; und auch, dass ein Kontrast auf der Grundlage der Ähnlichkeit wünschenswert ist. Deutsch, sagt er, sei im Grunde genommen dem Englischen viel ähnlicher als dem Französischen. Professor Armstrongs reizvoller Artikel betont, wie wichtig es ist, den Gelehrten im Gebrauch seiner Muttersprache zu schulen und ihn dazu zu bringen, am Anfang zu denken und dann seine Handlungen und Gedanken klar und prägnant auszudrücken und die Worte genau zu verwenden."
ESPERANTO. "Die Nachrichten aus den Vereinigten Staaten sind sehr ermutigend. M. Privat, der junge Schweizer Universitätsstudent, der den Genfer Kongress organisierte, ging im November nach New York. und lehrt seitdem an verschiedenen Orten. Er ist natürlich unzählige Male interviewt worden, und seine Jugend, seine Energie, seine Eloquenz und sein allgemeines Entgegenkommen scheinen selbst die amerikanischen Interviewer beeindruckt zu haben. Die Tatsache, dass amerikanische Esperantisten, die noch nie zuvor die Gelegenheit hatten, einen Ausländer Esperanto sprechen zu hören, den Reden von M. Privat dennoch bereitwillig folgen konnten, machte einen großen Eindruck. Sein Unterricht wird nach dem modernen Plan des Bilderunterrichts erteilt, mit so wenig wie möglich von der Muttersprache. In Deutschland lautet die Notiz überall "Antauen". Jemand hat vor kurzem bemerkt, dass in jedem Land das Wort für "Vorwärts" einen inspirierenden Klang hat. Sicherlich fehlt es in dieser Weise nicht an seinem Esperanto-Äquivalent — wie die Organisatoren des kommenden Kongresses feststellen. Leipzig, Braunschweig, Hamburg, Berlin, Dresden und viele andere Städte nutzen jede Methode für Studien und Propaganda. Wir mögen dem Cambridge-Kongress nicht ebenbürtig sein, schreiben meine Korrespondenten, aber es wird aus Mangel an Macht sein, nicht aus Mangel an Bemühung; und dann wird die Frage gestellt: "Werden Engländer, die englische Freunde in Dresden haben, sich bemühen, sie für das Geschehen zu interessieren?" für die deutschen Organisatoren viel Hoffnung, dass das englische Viertel nicht abseits stehen wird. Die Esperanto-Literatur und ihre Musiksammlung nimmt so schnell zu, dass es sich nur wenige (denn Esperantisten gehören nicht zu den Reichen dieser Welt) leisten können, die gesamte ständige Ausgabe neuer Bücher zu kaufen. Der Londoner Club hat deshalb für seine Mitglieder eine Leihbibliothek eingerichtet, und Buchspenden werden gerne entgegengenommen......"
Werbung: "Esperanto! Esperanto! Esperanto! THE NEW AUXILIARY INTERNATIONAL LANGUAGE. (DIE NEUE INTERNATIONALE HILFSSPRACHE.) Esperanto, das von Dr. Zamenhof erfunden wurde, hat heute aufgrund seiner einfachen Struktur und seiner wunderbaren Anpassungsfähigkeit an neue Ausdrücke seinen festen Platz als gemeinsame internationale Hilfssprache für alle internationalen Zwecke. Wer Esperanto studieren möchte (und es kann in vergleichsweise kurzer Zeit erworben werden), sollte mit der einfachsten und nützlichsten Fibel beginnen, die den Titel "Esperanto für die Million" trägt......"
SPAIN'S CONSTITUTIONAL SOVEREIGN. (DER VERFASSUNGSMÄßIGE SOUVERÄN SPANIENS.) "In einem Artikel über Spanien, den Robert Meynadier für die erste Februarausgabe der Nouvdle Revue beisteuert, sagt der Schriftsteller in Bezug auf Alfonso XIII, .... wenn es jemanden gibt, der durch ein rechtzeitiges Eingreifen offene Fragen klären kann, dann scheint es der König zu sein. Trotz der Ängste der Schüchternen begab sich der König, der alle seine Untertanen sehen und sich ihnen zeigen wollte, nach Katalonien und erschien in Barcelona ruhig und zuversichtlich. Die Leute sprachen offiziell in katalanischer Sprache mit ihm, und er antwortete, indem er den Titel König von Katalonien annahm, und wurde mit so viel Leidenschaft bejubelt, dass man eine Zeit lang glaubte, Alfons XIII. habe durch seine bloße Anwesenheit die Katalonienfrage zum Verschwinden gebracht. Er hat sich unter die Arbeiterklasse begeben, und in mehreren Städten ist er ohne Begleitung in den Vierteln des Volkes umhergegangen. Sowohl seine Taten als auch sein V. oder Is haben bewiesen, dass er jede san* Maßnahme des sozialen Fortschritts unterstützen will. Der spanische Sozialismus greift den König nicht an; vielleicht findet er seine Hoffnung im König. Spanier aller politischen Glaubensrichtungen sind sich einig, dass Alfonso ein konstitutioneller Souverän ist, der sich an seine eigenen Regeln hält, und dass er sich in drei Jahren zu einer der größten moralischen Kräfte in Spanien gemacht hat."
THE WORLD'S WORK. (DIE ARBEIT DER WELT.) "Die Februar-Nummer des Weltwerks enthält mehrere weit über dem Durchschnitt liegende Beiträge. .... Ein Autor über "Englisch als Weltsprache" rechnet vor, dass innerhalb des Jahrhunderts das Englische, das gegenwärtig von einem Zehntel der Weltbevölkerung gesprochen wird, die Sprache eines Viertels sein wird, und dass es von der Hälfte statt von einem Viertel der Menschen gelesen werden wird, die lesen können."
ESPERANTO. "Der britische Esperantist (3d. monatlich) für März enthält einen wertvollen Brief von Dr. Zamenhof, geschrieben als Antwort auf Anfragen aus verschiedenen Ländern über die Delegation und ihre Arbeit. Briefe aus Indien kündigen an, dass Oberst Pollen immer noch "die Fahne trägt" und nach Persien gereist ist, um Esperanto zu predigen, wo immer er hingeht. Die Berichte über die Fortschritte in alle Richtungen, die durch die Idee einer gemeinsamen internationalen Schlüsselsprache erzielt wurden, sind immer interessant und manchmal amüsant. Am Hastings-Gymnasium gibt es einen Debattierclub, und eines der zur Diskussion gestellten Themen lautete: Ist die Verwendung von Esperanto wünschenswert? Bei der Auszählung der Stimmen am Ende der Sitzung waren zehn Jungen dafür und zehn dagegen, und da der Klassenlehrer die entscheidende Stimme hatte, gab er diese für Esperanto. .... Brief des Herausgebers der Alnwick County Gazette. Er schreibt:— Ich hatte keine Ahnung, dass die Esperanto-Bewegung das fortgeschrittene Stadium erreicht hat, in dem sie sich befindet. Vor nicht allzu langer Zeit war es mein Schicksal, zu einer Gruppe nordenglischer Journalisten zu gehören, die auf der neuen Route Hull-Zeebrügge in Belgien auf Tournee waren. Wenn jemals das Bedürfnis nach einer gemeinsamen Sprache empfunden wurde, dann war es damals. Bei einem Bankett, an dem Mitglieder der kontinentalen Presse teilnahmen, war es meine Aufgabe, auf einen Trinkspruch zu antworten; und ich wagte es, prophetisch zu sein, indem ich sagte, dass in nicht allzu ferner Zukunft eine Sprache entwickelt und universell angenommen werden würde, in der wir unsere Ansichten und Gefühle ohne Schwierigkeiten einander mitteilen und gegenseitig verstanden werden könnten. Damals wusste ich so gut wie nichts über die Esperanto-Bewegung, und umso mehr freue ich mich, dass sie so weit vorangeschritten ist."
Esperanto Advancing (Esperanto auf dem Vormarsch) "Ein weiteres gutes Zeichen für Fortschritte ist in diesem Monat beim Fortschritt des Esperanto zu verzeichnen. Das Papier, das gerade für die örtlichen Prüfungen in Oxford im nächsten Jahr herausgegeben wurde, sieht zum ersten Mal die Prüfung in Esperanto vor. Am Freitag, dem 23. Juli, von neun bis halb elf werden die Oberstufenschüler in Ausländischer Geschichte und Esperanto geprüft. Diese Prüfung wird eine Übersetzung aus dem Englischen und ins Englische umfassen. Langsam aber sicher setzt sich der Bedarf an einer anerkannten Sprache für die internationale Kommunikation durch, und es ist zu hoffen, dass M. Moch und andere auf der bevorstehenden Tagung des Friedenskongresses, die im Juli in England stattfinden wird, dafür sorgen werden, dass die Ansprüche des Esperanto gebührend anerkannt werden."
ESPERANTO. "Die Vorbereitungen für den Kongress in Dresden gehen zügig voran. In diesem Jahr müssen zusätzlich zum offiziellen Kongress, dessen erstes Ziel immer die Sprache selbst ist, vierzig inoffizielle internationale Treffen zum Schutz der Frauen, zur Bildung, Wissenschaft, zum Frieden, zur Medizin, zur Musik usw. usw. organisiert werden. In Cambridge waren es achtundzwanzig. Daher werden die Präsidenten dieser Versammlungen gebeten, nach Möglichkeit eine Woche vor der offiziellen Eröffnung nach Dresden zu reisen. Der Weiße Hirsch, ein bekannter Kurort in der Nähe von Dresden, wird als geeignete Raststation für eine Art familiäres Zusammenleben ausgewählt — als Entspannung nach den Anstrengungen des Kongresses; und die ganze Gemeinde scheint hart am Esperanto zu arbeiten, um gastfreundlich bereit zu sein. Herr Mudie sammelt Informationen über die beste und günstigste Route für die englische Sektion. Ausführliche Informationen finden Sie in der März-Ausgabe des britischen Esperantisten. La Revuo (6d. monatlich) für den Monat März enthielt die Psalmen 46 bis 63, als die Ankündigung, dass die abschließenden Psalmen eine Zeit lang zurückgehalten werden sollten, nicht ernst gemeint war. Die April-Nummer enthält die entzückende Hans-Andersen-Geschichte "Die Nachtigall", die von Dr. Zamenhof selbst übersetzt wurde; die zweite Preisarbeit des letztjährigen Wettbewerbs, die von Herrn John Ellis geschickt wurde, dessen interessanter und humorvoller Stil bekannt ist; und einen Artikel über den Weißen Hirsch, neben anderen sehr interessanten Themen. Der dritte Band des "Faraono" ist jetzt fertig. Es wird manchmal gesagt, dass Esperanto nicht viel wert sei, weil wir bisher nur wenige brillante Originalschriftsteller haben. Aber wenn wir solche Übersetzungen bekommen können, wie Dr. Bein sie uns gibt, wo können wir uns dann beschweren? Ist das Englische nichts wert, weil die Bibel nicht von Engländern geschrieben wurde, so dass wir sie nur durch Übersetzer bekommen? Dieser letzte Abschnitt der gewaltigen Geschichte, die Prus seinen Mit-Polen gab, enthält vielleicht die dramatischsten Szenen des ganzen Romans und endet mit dem Tod Ramses. Dr. Zamenhofs Übersetzung von Schillers "Räuber" wird jetzt separat veröffentlicht; sie umfasst 144 Seiten. Sprachschüler sollten die verschiedenen nationalen Zeitschriften interessant finden. La Verda Standardo ist der Titel der ungarischen Zeitschrift. Die polnische hat einen ähnlichen Titel wie unsere eigene Zeitschrift und ist vielleicht nach der Germana Esperantisto, die in diesem Jahr mit ihren Kongressinformationen an erster Stelle steht, von größtem Interesse. Die Britische Esperanto-Vereinigung ist aus ihren alten Räumen herausgewachsen und ist in die Gebäude der Museumsstation, 133, High Holborn (Museumsröhre), umgezogen. Dort gibt es nun einen angenehmen Lesesaal für die Mitglieder, einen geräumigen Verkaufsraum und Platz für den Sekretär und seine Assistenten sowie die Redakteure der Zeitschrift. Alle Esperantisten, die sich in London aufhalten oder die Stadt besuchen, sollten dafür zahlen."
ESPERANTO. "Ein bekanntes russisches Magazin, Vjestnik Znama, mit einer Auflage von hunderttausend Exemplaren, verschickt eine kostenlose Esperanto-Version an Abonnenten. Es wäre gut, wenn Espero englische Unterstützung bekäme — nicht nur, weil der Herausgeber auf diese Weise seine mühsame Arbeit fortsetzen könnte, die so gut für die Sache ist, sondern wir selbst sollten gewinnen — wir wissen so wenig wirklich über die Haltung der gewöhnlichen Russen im Landesinneren gegenüber ihrem Land und ihrer Regierung. Politik ist in den nationalen Esperanto-Zeitschriften, die zur Verbreitung der Sprache gegründet wurden, verboten; aber Espero behandelt alles — Politik, Literatur, Wissenschaft usw., und seine Geschichten zeigen mehr als alles andere, warum Religion und Fortschritt in Russland so oft in Opposition zueinander stehen." Ein Beispiel, wie Esperanto und Politik gelegentlich zueinander stehen. Eine nationale Politik bestimmt, daß Politik in einer Esperantozeitschrift nichts zu suchen hat. Die Gesellschaften sind dann so beschaffen, daß auch die Esperantisten nicht mit Politik in Verbindung gebracht werden wollen. [se] "Auf dem Dresdner Kongress werden professionelle und nicht nur Amateurstücke aufgeführt; Amateurtheaterstücke, sagen die Deutschen, würden unserem Volk nicht gefallen. Das ausgewählte Stück ist "Iphigenie in Aulis", und Dr. Zamenhof selbst bereitet die Übersetzung ins Esperanto vor. Herr Reicher vom Lessing-Theater in Berlin und seine Compagnie werden es vertreten, und obwohl der Preis für die Sitze jeweils ein Pfund beträgt, sind bereits 150 verkauft worden, und das mehr als drei Monate vorher. Was passieren wird, wenn der Zeitpunkt näher rückt, weiß ich nicht. Für Reisevorbereitungen, Unterkünfte siehe den britischen Esperantisten (3d. monatlich). Ein sehr amüsantes Ergebnis hat sich nach der Veröffentlichung eines schrecklichen Angriffs auf Esperanto durch M. Novikow in der Revue des Deux Mondes ergeben. In der Schule ist eine Übersetzung mit Kommentaren erschienen, in deren Verlauf die Engländer aufgefordert werden, gegen Esperanto zu kämpfen, welches verhindern wird, dass Englisch die internationale Sprache der Zukunft wird; aber eine Teilübersetzung mit Kommentaren wurde auch in der Zeitschrift für Erziehung veröffentlicht; in dieser letzteren werden wir jedoch aufgefordert, gegen Esperanto zu kämpfen, weil es verhindern wird, dass Französisch die internationale Sprache wird. Es bedarf nur eines Kommentars aus Deutschland, der besagt, dass Deutsch jetzt die am meisten benötigte Sprache ist, um den Witz komplett zu machen......"
WHICH SHALL BE THE UNIVERSAL LANGUAGE? (WELCHE SOLL DIE UNIVERSELLE SPRACHE SEIN?) "Aus einer Notiz in der ersten Mai-Nummer von La Revue erfahren wir, dass Französisch den vierten Platz in der Liste der Sprachen der Welt einnimmt. Englisch steht mit 136 Millionen Menschen, die diese Sprache sprechen, oder siebenundzwanzig Prozent der Weltbevölkerung, an der Spitze der Liste. Deutsch wird von zweiundachtzig Millionen Menschen oder sechzehn Prozent, Chinesisch von vierzehn Prozent und Französisch von achtundzwanzig Millionen Menschen oder etwa vierzehn Prozent der Weltbevölkerung gesprochen. Es folgen Russisch, Arabisch, Italienisch, Spanisch und die skandinavischen Sprachen. In einer anderen Notiz wird uns gesagt, dass wir möglicherweise bald das genaue Ausmass der gelben Gefahr kennen werden, denn die regierende Dynastie Chinas schlägt vor, das alte auf den Steuern basierende Volkszählungssystem aufzugeben, und man schätzt, dass die Bevölkerung Chinas fast 500 Millionen betragen wird! In diesem Fall würde China die Sprachenliste anführen."
ESPERANTO. "Ein sehr bemerkenswertes Ereignis fand am 22. Mai im Londoner Club statt. Ein bedeutender japanischer Gentleman, Dr. Kroita, Professor für Geschichte an der Universität Tokio, war auf dem Weg nach Paris auf der Durchreise durch London, und da er die englischen Esperantisten treffen wollte, schickte ihm Herr Clegg eine Nachricht über das wöchentliche Treffen. Er wurde natürlich gebeten, das Wort zu ergreifen, und zögerte zunächst und sagte, dass er in Japan nur unter seinen eigenen Landsleuten Esperanto gesprochen habe und es nicht gewohnt sei, in der Öffentlichkeit zu sprechen. Alle im Saal waren natürlich sehr gespannt darauf, ihn zu hören, und so begann er in langsamen, vorsichtigen Sätzen zu erzählen, dass er sich in den zwei Wochen, die er in London verbracht hatte, einsam gefühlt hatte, als ob er zehn Jahre lang Englisch gelernt hätte, und dass er nicht sprechen könne, um verstanden zu werden. Esperanto hatte er etwa ebenso viele Monate lang gelernt, und zu seinem eigenen Erstaunen stellte er fest, dass ihn ein englisches Publikum verstehen konnte. Esperanto hatte viele Gemeinsamkeiten mit dem Japanischen, wie etwa die besonderen adjektivischen Endungen und die Verwendung von Aufbausilben. Was die Sprachen anbelangt, so sind die Japaner stark behindert; Zeit ist für sie wie für uns ein Objekt der Begierde; wirtschaftlich und politisch müssen sie nicht nur mit Deutschen oder Engländern, sondern mit Menschen vieler anderer Nationalitäten kommunizieren. Weit entfernt von Europa, wie sie es sind, ist es unmöglich, viele Sprachen zu lernen, und deshalb begrüßen sie Esperanto sehr gerne. Zufälligerweise war am selben Abend ein Italiener, Signor Bracci, anwesend; auch er konnte nicht nur nicht sprechen, sondern kann nicht einmal Englisch. Auch er lehnte es zunächst ab, vor der Versammlung zu sprechen, da er aus einem isolierten italienischen Ort kam und Esperanto nur aus Büchern gelernt hatte. Als er weiterhin diese .... und auch einige italienische Schwierigkeiten erklärte, entdeckte er plötzlich zu seinem eigenen Erstaunen und zu seiner eigenen Belustigung, dass er seine Rede wirklich gehalten hatte. Die beiden Herren aus so weit auseinander liegenden Ländern stellten mit Freude fest, dass sie sich perfekt verstehen konnten. Der bekannte musikalische Entertainer, Mr. Harrison Hill, war zufällig aus Neugierde gekommen und trug zur Belustigung bei, indem er sang und einen Sketch vortrug, den er geschrieben hatte, um Esperanto lächerlich zu machen, inmitten des Gelächters seines Publikums, dem auch er sich anschloss, indem er sagte, dass er nun beabsichtige, die Sprache zu studieren. Werden sich alle unsere "Freunde des Friedens" überall daran erinnern, dass dieses Jahr der Internationale Friedenskongress in London stattfindet und die Treffen am 27. Juli in der Caxton Hall beginnen werden? Bis jetzt sind wir in unseren Bemühungen gescheitert, die Führungskräfte der Organisation davon zu überzeugen, dass die Verwendung von Esperanto bei den jährlichen Treffen erlaubt werden sollte. Werden Esperantisten, die Personen kennen, die bei den Treffen anwesend sein wollen, ihr Bestes tun, um sie davon zu überzeugen, uns zu helfen? .... Die Vorbereitungen für den Esperanto-Kongress in Dresden schreiten stetig voran. Es sollen Bücher mit Esperanto-Worten, die für die deutschen Volkslieder arrangiert wurden, gekauft werden. Das Stück "Iphigenie" wurde von Dr. Zamenhof übersetzt und wird in Kürze gedruckt. Polizisten und Pförtner lernen Esperanto, und in Dresden und Weisser-Hirsch werden alle Anstrengungen unternommen, um den Kongress zu einem Erfolg zu machen. Die Mitglieder des Sprachausschusses werden gebeten, sich vor dem Eröffnungstag, dem 16. August, einzufinden, ebenso die Organisatoren der mehr als vierzig inoffiziellen Treffen. Herr Mudie hat die Reise nach Dresden auf den billigsten Linien organisiert und stellt fest, dass die Kosten für zwei Wochen (inklusive) bei etwa £10 10s liegen werden. Die Gesellschaft, die er besonders betreuen wird, reist mit dem Unionsschloss-Schiff Gascon nach Hamburg, schließt sich dem Schiff am Freitagabend, dem 7. August, an und kommt am Sonntagabend in Hamburg an. An Bord werden Spiele, Konzerte usw. stattfinden, und es wird einen besonderen Sonntagsgottesdienst geben. Ein Aufenthalt von zwei Tagen wird in Berlin stattfinden — die Gruppe wird drei Tage vor der Eröffnung des Kongresses in Dresden eintreffen. Für die Rückreise gibt es je nach der zur Verfügung stehenden Zeit verschiedene Pläne."
Time Zones and the Daylight Bill. (Zeitzonen und das Tageslichtgesetz.) "Early to Bed and Early to Rise" etc. ("Früh zu Bett und früh aufstehen" etc.) DER Vorschlag, die Uhr so zu verstellen, dass wir alle im Sommer eine Stunde und zwanzig Minuten früher aufstehen als im Winter, hat in diesem Monat in London viel Aufmerksamkeit erregt. Das so genannte Daylight Saving Bill (Tageslichtspar-Gesetzesvorschlag) schlägt vor, dass die Uhr jedes Jahr vor- und zurückgestellt werden soll, so dass wir im Sommer nicht wie im Winter um acht Uhr frühstücken, sondern im Sommer um zwanzig Minuten vor sieben, wobei die Uhr in Raten vor- und im Herbst in entsprechenden Raten zurückgestellt wird. Viele haben sich vor einem Sonderausschuss des Unterhauses für die Änderung ausgesprochen. Die Argumente dafür sind, dass es besser ist, in dieser hellen Sommerzeit morgens früh aufzustehen und die Arbeit am Nachmittag früher zu unterbrechen, um einen längeren Abend zur Erholung oder zum Studium zu haben. Wir sollten auch weniger Gas verbrauchen, wenn wir früher zu Bett gehen und früher aufstehen würden. Benjamin Franklin berechnete, wenn ich mich recht erinnere, dass wir mit den Kosten für die Kerzen und Lampen, die eingespart würden, wenn wir bei Sonnenuntergang zu Bett gingen und bei Sonnenaufgang aufstanden, eine Staatsschuld begleichen könnten. Ich glaube nicht, dass auch nur die geringste Chance besteht, dass der Gesetzentwurf verabschiedet wird. Es würde zu einer unentwirrbaren Verwirrung führen, mit der die Kapkolonie einige Erfahrungen gemacht hat, als sie ein ähnliches Experiment versuchte. Gegenwärtig werden in Holland große Anstrengungen unternommen, um das Ärgernis loszuwerden, das sich aus der Existenz von zwei der unterschiedlichen Uhrzeiten im Königreich der Niederlande ergibt. Ein geschätzter Korrespondent in den Niederlanden schickte mir zur Veröffentlichung einen Artikel zu diesem Thema, der für unsere letzte Ausgabe vorbereitet worden war, aber aus der Druckpresse des Platzes verdrängt wurde, jedoch nicht bevor Probedrucke davon freigestellt worden waren, um an diejenigen verteilt zu werden, die sich besonders für dieses Thema interessierten. Der Druck auf unseren Bereich hält auch in diesem Monat an, was eine Verdichtung des Artikels erforderlich macht, was jedoch, wie ich hoffe, die Kraft der Argumentation unseres geschätzten Beitragenden nicht beeinträchtigen wird. Es waren die Vereinigten Staaten, in denen das Problem der Zeitvereinheitlichung zum ersten Mal in der Praxis gelöst wurde. In Europa wurde die Frage erst 1892 der breiten Öffentlichkeit vorgelegt. In jenem Jahr schlug der "Verein deutscher Eisenbahn-Verwaltungen" den verschiedenen Regierungen die Einführung von Zeitzonen auch in Europa für Eisenbahnen, Post- und Telegraphendienst und — wenn möglich — für das öffentliche Leben vor. Am 1. Mai 1892 veröffentlichten die Eisenbahnen in Norddeutschland, Belgien und Holland gleichzeitig ihre Fahrpläne nach dem neuen System. Belgien und Holland waren vom Verein aufgefordert worden, die Greenwich-Zeit zu nehmen; Deutschland, Österreich, Ungarn und die Schweiz nahmen die mitteleuropäische Zeit, die sich um eine volle Stunde von der Greenwich-Zeit unterschied. Dennoch ist die Angelegenheit noch lange nicht vollständig geklärt. Die Zone, die  7 1/2° E. und W. von Greenwich umfasst, die eigentliche Greenwich-Zone (siehe Abb.3), ist nicht vereinheitlicht, da Frankreich nach wie vor den Paris- gegenüber den Greenwich-Meridian bevorzugt. Spanien hat im Gegenteil die Greenwich-Zeit in seinen Fahrplänen der Eisenbahnen eingeführt; Portugal hält noch an der Lissabon-Zeit fest. Belgien und die Niederlande sind im Westen durch die Nordsee vom britischen Eisenbahnnetz getrennt und werden niemals mit diesem Netz verbunden sein, sondern nur durch eine Dampferkommunikation über das Meer. Diese Kommunikation kann niemals so pünktlich sein, dass es von Vorteil wäre, eine einheitliche Zeit mit den Britischen Inseln zu haben. Im Gegenteil, sowohl für Belgien als auch für die Niederlande wäre es zweifellos von Vorteil, eine einheitliche Zeit von der Nordseeküste bis zur russischen Grenze zu haben, und der Vorteil ist um so greifbarer, als (da die Bürozeiten in diesem ganzen Gebiet praktisch gleichzeitig sind) der Austausch von Geschäftstelegrammen und Telefonnachrichten während der Bürozeiten eine volle Stunde länger möglich wäre. In Belgien haben nicht nur Eisenbahnen, Telegrafen- und Postämter die Greenwich-Zeit übernommen, sondern ein Gesetz hat sie sogar als offizielle Zeit des Landes ins öffentliche Leben eingeführt. In den Niederlanden unternahm die Regierung von 1892 einen Versuch in die gleiche Richtung. Aber die Öffentlichkeit hatte die Augen offen: Sie sah den Vorteil, der sich aus der Zeitvereinigung mit den östlichen Nachbarn ergeben könnte, als überlegen gegenüber den südlichen Nachbarn an und lehnte es ab, die Greenwich-Zeit für das gesellschaftliche Leben zu akzeptieren. Dies hat den Niederländern einen nun schon fünfzehn Jahre währenden Kampf zwischen Ortszeit und Eisenbahnzeit beschert, wobei der Unterschied zwischen beiden etwa zwanzig Minuten betrug. Nicht nur die Niederländer selbst, sondern auch ausländische Besucher, die das Land durchqueren oder sich vorübergehend im Land aufhalten, haben unter den Unannehmlichkeiten dieses Zustands gelitten, und erst vor kurzem hat die Regierung einen Gesetzentwurf eingebracht, in dem eine Vereinheitlichung der Zeit auf dem mitteleuropäischen Plan vorgeschlagen wird. Es kann kein Zweifel daran bestehen, welche der beiden Zeitzonen diejenige sein sollte, an die sich Holland anpassen sollte. Die mitteleuropäische Zeit würde diesem Land nicht nur die Vereinigung von seiner westlichen Grenze an der Nordsee bis zur russischen Grenze bringen, sondern gleichzeitig dem Land den unerwarteten und kostenlosen Segen von mehr Sonnenlicht und weniger künstlichem Licht bringen, was direkte Wirtschaft und gleichzeitig wichtige hygienische Vorteile bedeutet. Jeder Landstreifen, der in jeder Zeitzone weit westlich liegt, erhält diese Vorteile. Da Holland die freie Wahl zwischen den Nachteilen der Greenwich-Zeit und den Vorteilen der mitteleuropäischen Zeit hat, war es ein kluger Entschluss der Regierung, diese unerwartete Ernte einzusammeln, und es ist zu hoffen, dass die lokale und isolierte Unzufriedenheit, auf die vor allem angespielt wurde, die Generalstaaten nicht daran hindern wird, das "Zeitgesetz" mit starker Mehrheit zu verabschieden."
DeepL.com/Translator hat sich als gute Hilfe beim Übersetzen herausgestellt

Die Ausgaben von The Review Of Reviews sind im Internet nur teilweise lesbar. Von 1907 und 1908 liegen zur Zeit nur die jeweils ersten Halbjahre vor. Wie es zum Beispiel mit den Esperanto-Weltkongressen weiterging, läßt sich durch viele Veröffentlichungen leicht herausfinden. Weitere Recherchen speziell bei The Review Of Reviews werden künftig sicher auch weitere Ergebnisse bringen. Der Sprung in das Jahr 1912 ist möglich, sinnvoll und für den Moment auch ausreichend. [se] 
JUNI — 1912 "Diese Ausgabe der "Review" enthält die letzte Arbeit des verstorbenen Herrn W. T. Stead. Die Artikel darin sind das letzte literarische Werk, das er vor seiner Reise nach Amerika verfasst hat. Die Juli-Ausgabe wird eine Gedenknummer sein. Wenn die Ausgabe infolgedessen etwas später als gewöhnlich erfolgt, werden die Leser der "Review of Reviews" das verstehen."
JUNI — LONDON 1. April 1912 The Progress of the World (Der Fortschritt der Welt) .... Die Weiterentwicklung von Menschheit und Religion .... "Es spricht alle unsere Leser an, weil es ein Versuch ist, die Ideale unserer alten bürgerlichen Kirche auf nationaler Ebene zu verwirklichen, und dazu noch ein deutlich evangelistisches Element, das der bürgerlichen Kirchenbewegung fehlte. Es interessiert und überrascht mich, dass fast keine direkte oder indirekte Anspielung auf die Tatsache der Existenz nach dem Tod enthalten ist. Das Komitee war so freundlich, mich zu bitten, auf einer unter seiner Schirmherrschaft abgehaltenen Tagung über den "Weltfrieden" in der Carnegie Hall, New York, am 21. April zu sprechen, auf der Präsident Taft und andere zu den Rednern gehören werden. Ich werde voraussichtlich am 10. April mit der Titanic abreisen und hoffe, dass ich im Mai wieder in London sein werde......"
Schon beängstigend weitsichtig zeigte sich William Thomas Stead bei der Betrachtung künftiger Schiffsunglücke. Plätze in den Rettungsbooten waren wohl Mangelware. Beim Durcheinander wären übrigens mehr Plätze als Passagiere sicher gut. Jedenfalls hat es ihn vielleicht nicht einmal verwundert, daß genau dieses Platz-Problem auch auf seiner Reise mit der Titanic auftrat. Er war für den 21. April 1912 zu einer Friedenskonferenz nach New York (Carnegie Hall) eingeladen und mußte seine schlimmen Ahnungen erleben. Vermisst seit Untergang der Titanic. Offiziell gestorben am 15. April 1912. Es gibt verschiedene Meldungen über sein Ende. Man soll nicht spekulieren. Was dachte Stead in so einer extremen unmenschlichen Situation? Zu hoffen ist, daß er sich an die Begebenheit während einer Schiffsfahrt beim Genfer Esperanto-Kongreß 1912 erinnerte. "Hatte schon einmal ein Schiff eine so kosmopolitische Menschenmenge? "Wo wird Esperanto sein, wenn unser Schiff untergeht", sagte ein Esperantist. "Ah!" war die Antwort", unsere Sache ist sicher. Wenn wir alle ertrinken, werden unsere Freunde überall nur umso härter arbeiten und sich enger an die Regeln halten, die wir aufgestellt haben"." Vielleicht konnte ihn diese wahrhaftige Aussage etwas trösten.
An der speziellen Überschrift "Die Weiterentwicklung von Menschheit und Religion" wird die Komplexität der Person Steads noch einmal deutlich. Ganz sicher wäre seine Arbeit auch für Esperanto und sicher auch für ein geeintes Europa weitergegangen. Die Zeit war noch nicht ganz reif, diese Fragen in ein politisches Programm einzubinden.

Einige ausgewählte Veröffentlichungen des Jahres 1912 sind hier in linearer Reihenfolge zu lesen. Damit wird dieser Abschnitt der Geschichte um W. T. Stead abgerundet. [se]
FEBRUAR — An Interesting Suggestion. (Ein interessanter Vorschlag.) "Es ist eine interessante Tatsache, dass Englisch als die Sprache des wissenschaftlichen Unterrichts in China angenommen wurde und dass alle Fahrkarten der chinesischen Eisenbahnen sowohl in Englisch als auch in Chinesisch gedruckt sind. Wenn die Dinge so weitergehen wie bisher, wird die nächste Generation Japan, China und Indien als integrale Bestandteile der englischsprachigen Welt sehen. Das würde bedeuten, dass deutlich mehr als die Hälfte der Bewohner dieses Planeten Englisch als erste oder zweite Sprache haben würde. Kein Wunder, dass ein angesehener deutscher Gelehrter, dem zweimal der Posten des Unterrichtsministers in Preussen verweigert wurde, als er über die Möglichkeiten einer Weltsprache diskutierte, kurz antwortete: "Die wahre Weltsprache ist Englisch, aber" mit einem Augenzwinkern: "Englisch ist nur ein deutscher Dialekt." Wenn nur dieser Geist seine Landsleute durchdringen würde, dann könnten die Deutschen aus patriotischen wie auch wirtschaftlichen Gründen die Einbeziehung der achthundert Millionen Menschen des Ostens unter den Sprechern dieses "deutschen Dialekts" mit Freude begrüßen."
FEBRUAR — 1912 LONDON, 1.Dezember 1911 "Ich sage das, wovon ich weiß. Diese Männer, die Sir Edward Grey so formen, wie Ton in den Händen des Wählers geformt wird, machen keinen Hehl aus ihren Überzeugungen. Einer von ihnen erzählte mir ohne das geringste Zögern, dass die gesamte europäische Situation von den übertriebenen skrupellosen Ambitionen Deutschlands beherrscht wird. "Deutschland", sagte er, "hat nur ein Ziel. Es will unsere Vormachtstellung auf See zerstören, um unsere Kolonien zu erobern. Statt von Frieden und einer Reduzierung der Rüstung zu schwadronieren, bestand unsere einzige Pflicht darin, unsere Rüstung zu erhöhen, um ihren unvermeidlichen Angriff abzuwehren, und eine mächtige Armee zu haben, mit der wir den Franzosen an Land helfen können." Ich erinnere mich an dieses Gespräch, weil es mich so sehr beeindruckt hat, dass ich es Wort für Wort gegenüber Sir H. Campbell-Bannernian wiederholte, der einfach entsetzt war. Aber selbst Sir Henry Campbell-Bannernian war machtlos. Sir Edward Grey war Autokrat des Auswärtigen Amtes, und er duldete nicht einmal die Einmischung von Premierministern bei der Wahl seiner Berater und Agenten."  
FEBRUAR — THE GENESIS OF GERMANOPHOBIA. (DIE ENTSTEHUNG DER GERMANOPHOBIE.) "Die ganze Mühe Europas seit 1870, so Morier, sei — direkt darauf zurückzuführen, dass Deutschland das heimtückische Laster der Menschen, die es erobert hat, gelernt und übertrieben habe. Denn es lässt sich nicht leugnen, dass die Krankheit, unter der Europa gegenwärtig leidet, durch den deutschen Chauvinismus verursacht wird, eine neue und weitaus schlimmere Form der Krankheit als die französische, denn sie ist nicht krampfhaft und undiszipliniert, sondern methodisch, berechnend, kaltblütig und in sich geschlossen." Die internationalen Stimmungen zeigten immer deutlicher: Der Erste Weltkrieg steht vor der Tür.
MÄRZ — "Die Revuo für Januar enthält eine Mitteilung des Herausgebers mit folgendem Inhalt: "M. Andre Michelin, der glaubt, dass die Revolution, die jetzt durch die Luftfahrt und das Flugzeug im Gange ist, uns zwingt, alle unsere Kräfte für die Verbreitung von Esperanto einzusetzen", nahm an einer Sitzung der Pariser Esperanto-Gruppe teil und verkündete, dass er und sein Bruder dem Aufruf des MM gefolgt seien......"
MÄRZ — THE PATRIOT SONGS OF INDIA. (DIE PATRIOTISCHEN LIEDER INDIENS.)
"Die Durbar-Nummer des Hindustan Review ist bemerkenswert, weil sie Zeugnis ablegt von der Blüte der Poesie in Indien. Es gibt eine Krönungsode von Ragbubir Narayana, die Ihre kaiserlichen Majestäten willkommen heißt. Es gibt eine Rezension von Herrn K.H.D. Cecils Krönungsgedicht und Liebesliedern, wobei Herr Cecil von seiner Nationalität her ein Inder und von seiner Religion her ein Parsi ist. Hier sind zwei Strophen aus der Krönungs-Ode:—
England, du hast die Ketten von den Händen des Sklaven gelöst,  
England, du hast das Land erobert und die unbesiegbare Welle gehalten,
Mutter von Söhnen, deren Herzen stark sind wie die Sonne und tapfer, England, England für immer!
England, du Schenker vieler Gaben und Sämann von Samen, dessen Ernte Blumen und Blüten der Taten ohne Tadel sind, England, du Mutter aller und Mörder von Kasten und Kredos, England, England in Ewigkeit!
Der Rezensent fügt eine Würdigung hinzu, die es wert ist, von unseren indischen Mitunterzeichnern reproduziert zu werden:—
Es ist bemerkt worden, daß es keine Sprache gibt, die sich so gut für den Ausdruck lyrischer Emotionen, für die freie Ausgießung der tiefsten Tiefen der menschlichen Seele eignet wie die englische; es gibt keine Literatur, die eine Gruppe von Schriftstellern hervorgebracht hat, die sich in dieser Hinsicht mit Wordsworth und Shelley, Keats und Byron, Ilood und Campbell, Tennyson und lirovning, Coleridge und Uossetli vergleichen kann."
Ist da ein selbstverleugnender Klang zu hören? Es ist klar, eine weitverbreitete Sprache wird von einer Vielzahl von Individuen benutzt. Unter ihnen befinden sich dann auch relativ viele außergewöhnliche Schreiber, die dann die Sprache aufwerten. Dies ist bei Englisch sicher der Fall. Aber das ist nicht der Grund, sondern die Folge der Verbreitung. Verbreitet wurde die Sprache durch Macht und Unterdrückung. Doch das gibt keine Sicherheit für alle Zeiten. Bereits vor Englisch waren andere Sprachen in unserem Weltteil dominierend, Griechich, dann Latein, dann Französisch, und diese waren auch durch außergewöhnliche Schreiber aufgewertet. Die bis heute bei vielen Menschen gültige Fehlinterpretation von Sprache, besonders der englischen ist, daß es eine in sich begründete besonders geeignete Sprache für große Geister gibt. Selbst sonst rational denkende Menschen werden bei diesem Thema schnell zu Mythikern. Wird eine gemeinsame in der Grammatik aufgeräumte neutrale Hochsprache verwendet, dann können sich noch mehr Menschen an deren Entwicklung beteiligen. Das ist die optimale Voraussetzung für eine wahrhaftig tiefsinnig für alle Muttersprachler nutzbare Sprache. Sprache lebt von solchen Nutzern, welche über dieses Medium wesentliche Inhalte vermitteln. [se] "Die großen Schriftsteller sind so angesehen, weil sie die Gefühle einer weltweiten Menschheit zum Ausdruck bringen und nicht nur die einer besonderen Nationalität." (1905 ESPERANTO. BREVITIES.)
MAI — Who Are the Twenty Greatest Men? — II (Wer sind die zwanzig größten Männer? — II)
MR. FREDERIC HARRISON SUMS UP. (MR. FREDERIC HARRISON FASST ZUSAMMEN.)
More About the Twenty Greatest Men. (Mehr über die zwanzig größten Männer.)
"Herr Andrew Carnegie, dessen Liste der zwanzig Ersten die Untersuchung darüber einleitete, wer die zwanzig Größten waren, schickt mir folgenden Brief:— "Sehr geehrter Herr Redakteur,— Die Liste der 'Zwanzig Größten Männer', die Sie durch die Zeitschrift 'Review of Reviews' weit verbreitet haben, wurde von mir nicht als solche gegeben. .... Vielleicht können Sie einen weiteren Ball starten, der durch die Presse rollt, die sich der englischen Sprache bedient — und vielleicht zu ähnlich interessanter Kritik Anlass gibt. Ihr Andrew Carnegie." Ich hatte nicht die Absicht, weitere Beiträge zu veröffentlichen, .... Der Strand gibt ein Symposium von mehr als einem Dutzend Beiträgen über die zwanzig größten Männer, wobei die Liste von Herrn Carnegie als Text verwendet wird, und liefert das Ergebnis in der folgenden Liste der am häufigsten gewählten Namen und der Anzahl der Stimmen, die jeder von ihnen erhalten hat. Es fällt auf, dass die Liste mehr als zwanzig Namen enthält, da nicht weniger als neun von ihnen jeweils vier Stimmen erhalten haben:—....."
HOW THE CARNEGIE PEACE MONEY WILL BE SPENT.
(WIE DAS CARNEGIE-FRIEDENSGELD AUSGEGEBEN WERDEN SOLL.)
Details of the European Organisation. (Einzelheiten über die Europäische Organisation.)
"La Paix par le Droit for January loth veröffentlicht einen Artikel über die Carnegie-Stiftung für internationalen Frieden, in dem es heißt:— Das Europäische Büro der Carnegie-Stiftung ist seit dem 1. Januar 1912 in Paris, Rue Pierre Curie 24 (Tel. 838.03 und 839.32), sehr schlicht eingerichtet, in einigen Zimmerfluchten eines Gebäudes im 5. Bezirk, in der Nachbarschaft des Ozeanographischen Instituts und der Laboratorien, die der Witwe des großen Gelehrten, der wir die Entdeckung des Radiums verdanken, zugeteilt wurden, im Zentrum jenes Schulviertels, das durch das überbordende Leben der Universität Paris belebt wird. Ausgestattet mit den Arbeitsinstrumenten eines modernen "Büros" wird das Büro für Europa und zu gegebener Zeit für Asien und Afrika das ausführende Organ der Entscheidungen der Dritten Abteilung der Carnegie-Stiftung sein. Ihre Aufgabe wird darin bestehen, die Mitteilungen dieser Abteilung an die interessierten Organisationen oder Persönlichkeiten weiterzuleiten, ihre Antworten zu sammeln und die Vorschläge bezüglich der Propaganda zu prüfen. Sie wird der Sitz der Tagungen des Europäischen Rates sein. Ich werde ihn in seiner Funktion unterstützen, .... Um den Leser mit den Resolutionen der Washinglon Trustees vertraut zu machen, machen wir einige letzte Auszüge aus dem Bericht des New York Times: "Die Propagandaarbeit in Europa wird von der Berner Internationalen Friedensbüros mit Hilfe von Zuschüssen, die sie von der Carnegie-Stiftung erhält, durchgeführt. . . . Die beachtliche Tätigkeit des Zentralbüros der Internationalen Vereinigungen, das in Brüssel unter der Leitung von M.H. La Fontaine eingerichtet wurde, wird ebenfalls finanziell gefördert und unterstützt. Die Stiftung wird den wichtigsten Organen der pazifistischen Presse in Europa ihre Unterstützung gewähren......"
MAI — LANGUAGES AND LETTER-WRITING. (SPRACHEN UND BRIEFESCHREIBEN.) ESPERANTO.
"Wie immer gibt es so viel zu berichten, und unser Platz ist so begrenzt, dass wir nie die Hälfte hineinbekommen. Letzten Monat wurde ein äußerst erfolgreiches Treffen in Manchester ausgelassen. Es wurde von Herrn Rhodes Marriott organisiert, Oberst Pollen kam aus Deutschland, um den Zuhörern Esperanto vorzustellen, und der Dekan von Manchester (Bischof Welldon) war anwesend und protestierte, dass Englisch die Weltsprache sein müsse und schnell zur Weltsprache werde. Die Esperantisten waren auf der richtigen Spur, als sie versuchten, die große Barriere zur menschlichen Sympathie zu überwinden, aber Esperanto sei so schwierig zu lernen wie jede andere Sprache. Er glaubte, es sei praktisch unmöglich, eine Sprache durch einen willkürlichen Prozess zu bilden; einer solchen Sprache müsse es an feinen Bedeutungsschattierungen mangeln. Es überrascht ihn nicht, dass es auf Esperanto keine Literatur gab; er glaubte nicht, dass es jemals eine Literatur geben würde. Unnötig zu sagen, dass Dr. Pollen in der Lage war, solche falschen Aussagen zu widerlegen, und das große Publikum applaudierte ihm herzlich. Mr. Marriott kann sich über den Erfolg seiner Bemühungen durchaus freuen. Wenn Bischof Welldon oder andere, die wie er denken, der Britischen Esperanto-Vereinigung einen Besuch abstatten würden, wären sie erstaunt über die Menge an Literatur, die in so kurzer Zeit produziert wurde. Der entzückende Originalroman "Paulo Debenham" (2s. netto) ist unter den Romanen des Monats aufgefallen. .... Das jährliche Abendessen der Britischen Esperanto-Vereinigung findet am 17. Februar statt. Die Pläne von M. Privat sind noch nicht festgelegt; er wird wahrscheinlich im März in London einen Vortrag halten. Vor kurzem hat er dem König von Italien eine Esperanto-Stunde gegeben......"
MAI — Anzeige: Mr. Stead's Appeal to His Readers, July, 1906. (Der Appell von Herrn Stead an seine Leser, Juli 1906.)
"Ich appelliere an alle, die wie ich jung und stark im Glauben und voller Liebe zu ihren Mitmenschen sind, sich bei dem Versuch anzuschließen, eines der folgenden Ideale zu verwirklichen, für die "The Review of Reviews" seit ihrer Gründung Exponent und Verfechter ist:—
1. Internationale Brüderlichkeit auf der Grundlage von Gerechtigkeit und nationaler Freiheit, die sich in der universellen entente cordiale, der anglo-amerikanischen Wiedervereinigung, der interkolonialen Intimität und hilfreichen Sympathie mit den Untertanenrassen sowie in der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit manifestiert.
2. Die Wiedervereinigung aller Religionen auf der zweifachen Grundlage der Vereinigung aller Liebenden im Dienste aller Leidenden und die wissenschaftliche Untersuchung des Gesetzes Gottes, wie es sich in der materiellen und geistigen Welt offenbart.
3. Die Anerkennung der Menschlichkeit und der Bürgerschaft der Frau, verkörpert in dem Sprichwort. Was immer ihr wollt, dass diese Frau euch tut, das tut ihr auch ihr gegenüber.
4. Die Verbesserung des Zustands des Volkes, mit dem Leitsatz: "Versetze dich in ihre Lage und überlege, wie du es gerne hättest.
5. Die Belebung und Inspiration des Lebens, durch die Förderung des Lesens, des körperlichen Trainings, der Spiele im Freien usw."
MAI — THE LATE WILLIAM THOMAS STEAD, (DER VERSTORBENE WILLIAM THOMAS STEAD.)
By his "Friend and Colleague" in Australia," W. H. Judkins. (Von seinem "Freund und Kollegen in Australien", W. H. Judkins.)
"In Ermangelung konkreter Nachrichten über seine Sicherheit ist zu befürchten, dass der geliebte und verehrte Inhaber und Chefredakteur von "The Review of Reviews" in der schrecklichen Tragödie der "Titanic"-Katastrophe den Tod gefunden hat. Die spannungsgeladenen Tage haben keine Erleichterung gebracht. Ohne jeden Zweifel ist er unter denen, die in dieser irrwitzigen Untergangskatastrophe dem grausamen Tod in einer seiner grausamsten und schrecklichsten Form gegenüberstanden. Es scheint unmöglich zu glauben, dass er nicht am Leben ist. Seine Persönlichkeit war so beeindruckend, dass ihr Einfluss die Atmosphäre durchdrang. Er war so bekannt, sein Name war ein bekanntes Wort für jeden Mann, der ihn lesen konnte, dass er überall anwesend war, wo auch immer, in einer sehr realistischen Weise.
Und es wird noch lange dauern, bis wir uns an die Tatsache gewöhnen können, dass er gegangen ist. Mit vielen Jahren nutzbaren Lebens vor ihm, wurde er auf so plötzliche und erbarmungslose Art und Weise abgeschnitten; seine Sinne sind betäubt.
Er war ein Mann von Welt. Es war nichts kleinkariert an W. T. Stead. Er konnte nicht in engen Kreisen denken. Im Zusammenhang mit allem, was er unternahm, schienen ihm immer die weitesten Horizonte offenzustehen. Er war ein großer Mann, im größten Sinne des Wortes. Er sinnierte in Kontinenten.
Er war der führende Journalist der Welt und sprach zur Gesellschaft als ein Mann, der ein Genie dafür hatte, Situationen zu erfassen, die Dinge in ihrer richtigen Perspektive zu betrachten und intuitiv den Weg zu den erhabensten Urteilen zu finden. Er begann seine Karriere früh. Im Alter von zweiundzwanzig Jahren übernahm er seinen ersten Redakteursstuhl und veränderte den Charakter des "Northern Echo" in Darlington vollständig. Neun Jahre später wurde er Redaktionsassistent der "Pall Mall Cazette" unter Mr. John Morley und übernahm drei Jahre nach seinem Eintritt in den Stab die Redaktion. Im Jahr 1890 gründete er "The Review of Reviews", die eine so große Rolle in der Geschichtsschreibung gespielt hat und zu einer Macht geworden ist, nicht nur in Großbritannien, sondern auch in Amerika und Australasien, in beiden Ländern werden separate Ausgaben veröffentlicht, sowie auf dem europäischen Kontinent. Was für eine Macht er mit seiner Zeitschrift war, wissen alle unsere Leser. Die Charakterskizzen berühmter Männer und Frauen, die regelmäßig Monat für Monat erschienen, sind Meisterwerke. Nichts Vergleichbares ist je gedruckt worden. Hell, informativ, und mit einem subtilen Einblick in den Charakter der Person, deren Charakter wurde skelettiert, und die Zusammenfassung der dominierenden Eigenschaften in einem Satz oder zwei, sie oeepy einen einzigartigen Platz in der Literatur. ....
Er war ein Gigant der Reform. Seine persönliche Güte, sein Sinn für Gerechtigkeit, seine Leidenschaft für Rechtschaffenheit machten ihn zu einem tödlichen Feind in jedem Kampf mit dem Unrecht, den er aufnahm. Wenn er loszog, um zu kämpfen, trug er kein Gepäck bei sich und ging mit dem einzigen Ziel hinein, das Unrecht, das er angriff, zu bekämpfen. Weil seine Vision des Ideals so klar war, konnte er nicht bei halben Sachen bleiben. Für ihn war das Unrecht eine Sache, mit der man keine Kompromisse eingehen durfte, sondern die man zerstören musste. Unnötig zu sagen, dass er manchmal zu außergewöhnlichen Mitteln greifen musste, um seine Ziele zu erreichen; aber er schreckte nie vor irgendeiner Tortur zurück, egal wie schwer sie war. ....
Er hatte die Vision eines Sehers. Er war ein moderner Prophet, und diejenigen, die sich nach der Verwirklichung der höchsten Ideale sehnen, national und persönlich, werden ihn schmerzlich vermissen. Für ihn war die Frage. "Ist es richtig?" an erster Stelle. "Ist es zweckmäßig?" kannte keinen Platz in seinem Wesen. ....
Es war diese klare Sicht der Dinge, die ihn im Zusammenhang mit dem Ausbau der deutschen Marine auf der Regel "Zwei Kiele auf einen" beharren ließ; und doch gab es keinen wahreren Freund Deutschlands als ihn und keinen größeren Gegner der antideutschen Stimmung, die so häufig, so hartnäckig und so bösartig von Jingo-Journalisten erzeugt wurde. Seine "Wahrheit über die Marine" erregte großes Aufsehen. Es war die ruhige Aussage eines Mannes, der die Tatsachen kannte, und der eine nationale Schwäche bloßstellte, damit die Effizienz eintreten konnte. ....
Und er ist gegangen, in der Haltung eines Ackerbauern, mit der Hand am Pflug und mit dem Auge am Ende der Furche. Wie wenige Menschen hat er seiner Zeit und seiner Generation gedient. Und nun ist er "in den Schlaf gefallen". Was in dieser schrecklichen Stunde der Tragödie geschah, werden wir nie wirklich begreifen können. Eines aber ist sicher: Er würde beiseite treten, damit ein anderer sich in Sicherheit bringen kann, und der Tod würde ihn nicht schrecken. Er würde ihm mit Ruhe und Gelassenheit inmitten des furchtbaren Chaos begegnen. Es gibt niemanden, der den gleichen hohen Stellenwert im Journalismus einnehmen kann, wie er es tat. Die Natur ist nicht verschwenderisch in ihren Gaben solcher seltenen Charaktere, und in jeder Generation können sie nur in ein und zwei gefunden werden. Er war ein echter Prophet wie andere Propheten aus alten Zeiten, und die Welt wird seine rechtschaffenen Äußerungen und seinen warnenden Ton vermissen, der immer auf die edelsten Dinge gerichtet war. Überall auf der Welt gibt es Tausende, die stolz darauf waren, seine "Helfer" genannt zu werden, die versuchten, auf ihre kleine Weise die großen Dinge, für die er stand, zu verwirklichen. In seinem Namen rufe ich sie auf, sein Werk weiterzuführen und zu versuchen, seine Ideale zu erfüllen......"
Character Sketch. LORD PIRRIE. (Charakter-Skizze. HERR PIRRIE.) SIR EDWARD HARLAND. WHAT HE DID FOR SHIPBUILDING. THE WHITE STAR LINE. (SIR EDWARD HARLAND. WAS ER FÜR DEN SCHIFFBAU GETAN HAT. DIE WEIßE STERNLINIE.) "Es wird manchmal gesagt, dass die White Star Line das Vermögen von Harland und Wolff gebildet hat. Aber, wie Professor Oldham betont, Tatsache ist, dass es genau umgekehrt war. Die Geschwister Ismay und Fletcher gründeten 1869 die Oceanic Steam Navigation Company, weil sie sahen, dass Harland und Wolff einen Schiffstyp erfunden hatten, der sowohl schnell als auch wirtschaftlich war. THE queen's island SHIPYARD. (DIE KÖNIGINSEL SHIPYARD.) .... Für das Fundament der Rutschen, auf denen die Olympic und die Titanic gebaut wurden, waren Ausgaben in Höhe von 250.000 Pfund erforderlich......"
PEACE BY ARMAMENTS — IN EUROPE. (The Next Great Word in the Evolution of Peace. A PLEA FOR A DEVELOPMENT OF THE MONROE DOCTRINE.) FRIEDEN DURCH RÜSTUNG — IN EUROPA. (Das nächste große Wort in der Entwicklung des Friedens. EIN PLÄDOYER FÜR EINE WEITERENTWICKLUNG DER MONROE-DOKTRIN). "Militärische Gewalt gilt nach wie vor als die Grundlage nationaler Größe. Die Mächte Europas haben sich in zwei verschiedene Gruppen konstituiert, deren erklärtes Hauptziel die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts der Kräfte und die Sicherung des Friedens in Europa ist. Es ist eine Begebenheit der Geschichte, dass in den letzten vierzig Jahren kein Krieg den Boden Mitteleuropas rot gefärbt hat. Die Nationen auf dem Kontinent können, so wie sie sind, jede einzelne von ihnen wie eine riesige Kaserne sein. Die persönliche Loyalität des Einzelnen kann durch einen verlängerten Militärdienst eingeschränkt werden; die Massen können durch die Auflagen, die für die gewaltige Rüstung unerläßlich sind, bis an den Rand des Existenzminimums gedrängt werden; das Wachstum eines allgegenwärtigen Proletariats, das von Elend unterdrückt wird und an Verzweiflung und blinde Revolte grenzt, mag gefördert worden sein; all das mag sein, aber Tatsache bleibt, daß Mitteleuropa seit vierzig Jahren frei von Krieg ist — ein wunderbares Ereignis, das in der bisherigen Geschichte seinesgleichen sucht."
EXPANSION BY WAR — OUTSIDE EUROPE. (EXPANSION DURCH KRIEG — AUSSERHALB EUROPAS.) "Frieden in Europa bedeutet nicht Frieden in der übrigen Welt oder dass die europäischen Nationen mit anderen Menschen Frieden geschlossen haben. Die Periode der Expansion, d.h. der Gebietseroberung im Ausland, die zu einem früheren Zeitpunkt begonnen hatte, hat sich mit den gleichen vierzig Jahren des Friedens in Europa synchronisiert. Die Expansion hat in jedem Fall Krieg bedeutet. So bedauerlich es für die kaiserlichen Großmächte, Völker und Nationen ist, so schwach sie auch sein mögen und wie verloren ihre Hoffnungen auf Widerstand sind, sie haben noch nicht gelernt, ihre Freiheiten, ihren Reichtum, ihren Boden kampflos einem mächtigen Eindringling zu überlassen. Die Mächte könnten durchaus auf die perverse Sturheit der Invasionsnationen als wahre Ursache für die unvermeidlichen Kriege hinweisen......"
THE STATUS QUO AS IT IS. (DEN STATUS QUO, SO WIE ER IST.) "Die Situation stellt sich also, kurz gesagt, wie folgt dar: Die beiden Mächtekombinationen haben es geschafft, den Frieden in Europa zu erhalten; Dieser Frieden ist in Wirklichkeit ein Zustand latenter Kriegsführung, die täglich die Steuerlasten erhöht und die Existenz etablierter sozialer Institutionen bedroht, sowohl in konstitutionellen Ländern als auch in despotischen Imperien; Während in Europa Frieden herrscht, haben die Mächte Eroberungskriege geführt und außerhalb Europas Besitz und Kontrolle über riesige Gebiete erworben; Die Methoden der Assimilierung — d.h. der Eroberung — haben von Jahr zu Jahr an Gewalt und Rücksichtslosigkeit zugenommen; ....
Die Schwachen haben nichts vom Wohl der liberalen Mächte zu erhoffen, die ja in Wirklichkeit Partner bei den Unternehmungen sind."
A FORECAST OF THE FUTURE. (EINE PROGNOSE FÜR DIE ZUKUNFT.) "Führende Denker und bedeutende Staatsmänner halten die Exzellenz des Systems und die Notwendigkeit seines Fortbestands gleichermaßen aufrecht. Angesichts all dessen kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass die Expansion weitergehen wird, dass die Wucht der Umstände dazu führen wird, dass alle Gebiete, die in schwachen Händen gehalten werden, durchsucht werden, selbst in Regionen, die bis heute als außerhalb der Reichweite der verfügbaren Streitkräfte liegend betrachtet wurden. In diesem Kampf zählen Gerechtigkeit und menschliche Freiheit nichts; es ist die Politik des Dschungels: der Tiger, der das schwächere Tier zerreißt und verschlingt. Europa, wie es heute regiert wird, ist nicht der Hüter, sondern der Feind der Demokratie und der menschlichen Freiheit, wenn sie nicht hinter großen Armeen und mächtigen Marinen verschanzt sind......"
THE BLOODSTAINED CLAW OF EUROPE. (DIE BLUTBEFLECKTE KRALLE EUROPAS.) "Die soeben beschriebenen Bedingungen, die es rechtfertigen würden, Europa — symbolisch — als eine riesige blutbefleckte Klaue auf der eifrigen Suche nach neuen Opfern zu beschreiben, sind weder zufällig noch sporadisch; sie sind normal endemisch. Regierende Staatsmänner tragen nicht unbedingt eine direkte Verantwortung. Sie sind so machtlos wie; schwimmende Baumstämme in der Strömung; auch wenn sie sonst dünner werden), ansonsten macht sie die Loyalität gegenüber dem System, dem sie dienen, hilflos und zwingt sie nicht selten dazu, in direktem Widerspruch zu ihren eigenen Überzeugungen zu handeln......"
THE INDEPENDENCE OF PAN-AMERICA — (DIE UNABHÄNGIGKEIT PANAMERIKAS —) "Die politische Unabhängigkeit des amerikanischen Kontinents von Europa ist praktisch abgeschlossen. England, Frankreich und Holland besitzen noch einige Besitztümer von geringer Größe und Bedeutung. Kanada und die anderen selbstverwalteten britischen Kolonien sind in jeder Hinsicht souveräne Nationen, die sich zu einer hochmütigen und bewussten, wenn nicht gar aufsässigen Loyalität gegenüber dem britischen Empire bekennen, die in erster Linie auf einem Gefühl der Loyalität gegenüber den gemeinsamen Idealen von Freiheit und Demokratie beruht und durch die Bequemlichkeit der Kolonien selbst begrenzt wird......"
— STRENGTHENED BY EUROPEAN IMMIGRATION. (— GESTÄRKT DURCH EUROPÄISCHE EINWANDERUNG.) "Die Emanzipation hat sich als förderlich für die Schaffung neuer Beziehungen zwischen Europa und Amerika erwiesen. Blut und Schätze sind während des neunzehnten Jahrhunderts ständig von Europa nach Amerika geflossen, .... Solche Geschehnisse können in den alten Reichen Europas nicht mit Gleichmut betrachtet werden, wo man zweifellos davon ausgeht, dass die nationalen Wanderer in ferne Länder sich dort sozusagen zu einer Verlängerung des Mutterlandes konstituieren, zu dessen Ansehen und politischer Macht sie beitragen, und nicht in der Bevölkerung einer anderen Nation, vielleicht eines potentiellen Rivalen in der Zukunft, aufgehen sollten. Es ist durchaus vorstellbar, dass die Vereinigten Staaten eines Tages das Bollwerk der Freiheiten des amerikanischen Kontinents gegen die deutsche Expansion sein könnten, und doch würden die Vereinigten Staaten für weit weniger stehen, als sie es in der Reihe der Weltreiche tun, wenn es möglich wäre, das deutsche Element aus dem Leben der Nation zu eliminieren. Die Anziehungskraft der Neuen Welt ist für die europäischen Massen so unwiderstehlich wie die Gezeiten des Ozeans, begrenzt allein durch den Mangel an Informationen oder durch schiere materielle Möglichkeiten der Auswanderung......"
THE HEAVY BURDEN OF THE EUROPEAN. (DIE SCHWERE LAST DES EUROPÄERS.) "Alle Europäer, sowohl im Vereinigten Königreich als auch auf dem Kontinent, werden mit einer Steuerlast geboren, die die Wechselfälle vergangener Generationen repräsentiert. Die Kosten der napoleonischen Kriege und aller Kriege, die Europa seitdem im In- und Ausland geführt hat, erwarten den europäischen Säugling an der Wiege und begleiten ihn durch sein Leben, schränken seine wirtschaftliche Unabhängigkeit und das Ergebnis seiner Energien ein. Zweifellos kann man argumentieren, dass dies der Lohn des Imperiums und der Größe und die Wohltaten der Zivilisation sind, die, in unterschiedlichem Maße, die verschiedenen europäischen Nationen segnen; dennoch bleibt die Tatsache bestehen, dass eine solche Last in keiner der amerikanischen Nationen existiert. Die Staatsverschuldung stellt dort eine einträgliche Leistung dar, und die wenigen gelegentlichen Ausnahmen von dieser Regel ändern nichts an der Sache. Der Prunk und Prunk der Monarchie, das militärische Geschick zu Land und zu Wasser, die klangvollen Namen der Aristokraten und die ruhmreichen Traditionen der Kriegsführung und des Sieges müssen sicherlich den mühsamen und lebenslangen Preis kompensieren, der den Millionen von Massen jenseits aller schmutzigen Vorschriften auferlegt wird. Doch sie scheinen nicht so zu denken; sie wandern aus, wann immer sie können, in Länder aus, in denen man den Glanz der Tradition aus der Ferne betrachten und nicht als Joch empfinden kann. Der Prozess der Entwicklung und Stärkung der Nationen Amerikas mit europäischem Reichtum und europäischen Einwanderern wird zwangsläufig in den bisherigen Bahnen weitergehen, es sei denn, es kommt zu einer grundlegenden Veränderung der bestehenden Verhältnisse, die nicht didaktisch zu konzipieren ist und die durch die Umstände möglich wird......"
MAI — A Musical Despot. (Ein musikalischer Despot.) "In einem sehr interessanten Artikel, der in der Revue de Paris im Februar erschienen ist, erzählt Hr. Romain Rolland die musikalische Lebensgeschichte Friedrichs des Großen. Er schreibt über die frühe Leidenschaft des großen Königs für die Musik.
Die Musik war also der beste Freund des Königs, der einzige Freund, der ihn nie betrogen hatte, während seine Flöte "Meine Prinzessin" genannt wurde, und er schwor, dass er niemals eine andere Liebe als diese Prinzessin haben würde. Wir haben einen Bericht über die Opern, die vom König in französischer Sprache geschrieben wurden. Der Hofdichter übersetzte sie ins Italienische, und ein anderer Dichter übersetzte sie vom Italienischen ins Deutsche. Der König hatte keine Liebe zu deutscher Poesie und Literatur. Graun komponierte die Musik, denn der König, obwohl Komponist, hatte seine Grenzen. Dann kam der Siebenjährige Krieg, der das Wesen des Königs völlig veränderte. Während des Krieges spielte er weiterhin seine Flöte, aber bevor der Krieg vorbei war, war er ein alter Mann geworden. Sein künstlerischer Sinn schien versteinert zu werden. Am schlimmsten war, dass sein musikalischer Despotismus überlebte, als er jedes wirkliche Interesse an der Musik verlor. Er wurde streng und tyrannisch gegenüber seinen Musikern. Einer der Hauptfiguren, La Mara, sagte einmal, sie könne nicht singen, und um sie zu bestrafen, wurde ihr Mann in einer Festung gefangen gehalten. Sie beharrte darauf, dass sie krank sei und nicht singen könne. Zwei Stunden vor der Aufführung kam eine Kutsche, begleitet von acht Reitern, vor ihrer Tür an. Die Schauspielerin lag im Bett, aber der Hauptmann, der eintrat, sagte, er habe den Befehl, sie tot oder lebendig in die Oper zu bringen, und er werde sie mit ihrem Bett fortbringen. Sie war gezwungen zu gehen und zu singen. Hr. Rolland hat Mitleid mit den grossen, aber armen Musikern, die gezwungen waren, ihre besten Jahre am Hof zu verbringen, insbesondere mit Philip Emmanuel Bach und Franz Benda." Romain Rollands Beiträge zu Musik und Musikern erschienen gelegentlich über viele Jahre bei The Review of Reviews. Besonders nach den Erfahrungen des Ersten Weltkrieges wird er sich dann in seinen Schriften zu den Problemen Europas und zur Bedeutung von Esperanto äußern. [se]
MAI — LANGUAGES AND LETTER-WRITING. (SPRACHEN UND BRIEFESCHREIBEN.) THE annual meeting of the Modern Language (DAS Jahrestreffen der Modernen Sprache) "Die Vereinigung fand dieses Jahr in Birmingham statt, und es wurde über einen erfreulichen Anstieg der Mitgliederzahlen berichtet. Professor Wichmann sprach über die Bedeutung von Deutschkenntnissen für alle, die im Handel tätig sind, und nicht nur das. Freundschaft ohne eine gemeinsame Sprache ist nicht praktikabel. Seine Aussage, dass der deutsche Schulmeister im vergangenen Sommer den Frieden in Europa gerettet hat, hat in der Tat zweifellos eine Grundlage, aber wir Briten dürfen uns nicht zurückhalten und die Dinge dem deutschen Schulmeister überlassen. Unter meinen letzten Briefen sind drei von jungen Deutschen, die mit jungen Engländern korrespondieren wollen. Werden einige meiner Leser diese Tatsache erwähnen, damit ich in die Lage versetzt werde, die Briefe an Engländer weiterzuleiten, die bereit sind zu antworten und auf diese einfache Art und Weise eine bessere Kenntnis der deutschen Sprache erlangen möchten? Zwei der anderen Redner auf der Tagung "Moderne Sprache" betonten die erhöhte Schwierigkeit des Studiums einer Fremdsprache für Kinder, denen keine Grammatik beigebracht wurde und die daher einfache grammatikalische Begriffe nicht verstehen. Eine Lehrerin in einer Mädchenschule (Altona) hat hundert Mädchen, die mit englischen Mädchen korrespondieren würden."
ESPERANTO. "Das jährliche Abendessen der britischen Esperanto-Vereinigung war ein uneingeschränkter Erfolg. Besucher aus abgelegenen Orten hatten eine gute Gelegenheit zum Informationsaustausch; das Streichquartett war zwar eine Amateurleistung, aber nicht amateurhaft; Miss Maud hatte eine schöne Stimme, und das Harfen-Solo von Herrn Butler war unvergesslich. Die, wenn auch kurze, Rede von M. Privat war sehr sachlich, und er forderte die Briten kühn auf, ihre Hüften zu umgürten, damit sie im Rennen nicht geschlagen werden. Er warb für M. Michelins großartige Gabe von 20.000 Francs, die für die Verleihung der Schulpreise für Esperanto in Frankreich verwendet werden sollten, und drängte darauf, dass die Esperantisten sich bemühen sollten, einen ähnlichen Wohltäter in Großbritannien zu finden. Vor allem dürfen sie nicht den Fehler machen, anzunehmen, dass es patriotisch sei, zu folgern, dass Englisch das internationale Medium für den Verkehr sein müsse; bei all seinen Reisen in Österreich, Polen, Russland usw., mit Erstaunen festgestellt hatte, dass weder Französisch noch Englisch von Nutzen war; sogar in St. Petersburg selbst fand er nur einen einzigen wortgewandten Russen im Französischen, und das war der Premierminister, während er in Bezug auf Englisch keinen einzigen Menschen traf, der unsere Sprache benutzte; so dass viele Firmen festgestellt haben, dass sie ihre Geschäfte in Russland am besten durch die Verwendung von Esperanto vorantreiben können. Herr und Frau Moscheles hatten am Sonntag davor ein "Zu Hause" gegeben, damit Nicht-Esperantisten M. Privat und seine Braut treffen konnten, die mit ihm weit und breit reist, um die Kenntnisse von Esperanto zu verbreiten. Das Ergebnis war nicht nur ein angenehmer Abend, sondern auch das Versprechen einiger Gäste, ernsthaft über eine so wichtige Angelegenheit nachzudenken.
Der Tod war leider in letzter Zeit in unseren Reihen sehr beschäftigt. M. Van der Beist, der Förderer und Präsident des Antwerpener Kongresses, wurde mitten in einer Arbeit abberufen, die vielleicht niemand sonst übernehmen kann. Herr Lederer war ein bekannter und engagierter deutscher Arbeiter; und jetzt haben wir M. Robin verloren, einen vergleichsweise jungen Mann, der eine Witwe und zwei kleine Kinder hinterlässt. Als Herausgeber von "Danubo" leistete er großartige Arbeit in den Balkanländern.
Die Vorbereitungen für den achten Kongress schreiten zügig voran. Der galizische Minister ist voll und ganz dafür. Die alte polnische Hauptstadt ist nicht nur schön, sondern auch voller Interesse, während, wie bereits gesagt wurde, der Westen Europas mit dem Osten in Kontakt gebracht werden muss, und niemals werden Menschen mit geringen Mitteln eine bessere Chance haben, persönliche Kenntnisse über einige der besten polnischen, tschechischen und russischen Völker zu erlangen. Der gemeinsame Treffpunkt wird in der Handelsakademie sein, die dem Kongress zur Verfügung gestellt wird. Da viele arme Studenten erwartet werden, werden Vorkehrungen für die Nutzung von Schulen als Internatsplätze getroffen. Zwei, die jeweils Platz für hundert Personen bieten, sind möglich, die Kosten werden etwa 2s.6d. für die sechs Tage betragen. Für uns in England werden die Reisekosten die große Schwierigkeit sein; aber da im Jahre 1912 das Datum des fünfundzwanzigsten Jahrestages der ersten Veröffentlichung von Esperanto fällt, und da befürchtet wird, dass dies die letzte persönliche Anwesenheit von Dr. Zamenhof sein könnte, werden sich viele bemühen, einen Platz zu bekommen. Werden unsere Leser auf die Esperanto-Bücher aufmerksam werden, die wir veröffentlichen? Ein stark vernachlässigter ist der Nachdruck von Dr. Zamenhofs eigenem Artikel, vollgepackt mit Artikeln über "Das Problem einer internationalen Sprache", der mit der englischen Übersetzung von Herrn Wackrill in parallelen Spalten plaziert wurde, um dem Lernenden das bestmögliche Modell für die Komposition, eine Leselektion und Übersetzungsübungen zu geben. Es wurde auf besonderen Wunsch von Dr. Zamenhof gedruckt, kostet sechs Pence und ist bei Uniel als "Eine internationale Sprache" bekannt......"
MAI — INSURANCE NOTES. (VERSICHERUNGSHINWEISE.) "Ein entsetzliches Schiffsunglück hat den Monat geprägt. Der 45000 Tonnen schwere White Star Liner "Titanic" kollidierte auf seiner Jungfernfahrt von Southampton nach New York am Sonntag, dem 14. d.M., zwanzig Minuten vor Mitternacht mit einem Eisberg. Das Schiff hatte zu diesem Zeitpunkt insgesamt 24300 Passagiere und Besatzungsmitglieder an Bord, und obwohl sofort der Befehl gegeben wurde, die Boote zu besetzen, hielten viele an Bord es für unwahrscheinlich, dass das Schiff sinken würde. Frauen und Kinder hatten Vorrang und wurden schnell von dem beschädigten Schiff gebracht. Das Schiff war so schwer beschädigt, dass es zwei Stunden und vierzig Minuten nach der Kollision in den Fluten verschwand und über 1600 Menschen ihr Leben verloren. Keine andere Schiffskatastrophe war jemals von solchem Ausmaß, nicht nur wegen des schrecklichen Verlustes an Menschenleben, darunter viele namhafte Männer von Weltruhm, sondern auch vom finanziellen Aspekt her. Der Bau der "Titanic" kostete 1.250.000 Pfund, und das Schiff und die Ladung waren für 2.350.000 Pfund versichert. Dazu kommt noch das persönliche Gepäck der 2400 Personen an Bord. Unter den Passagieren befanden sich viele Millionäre und ihre Ehefrauen, deren Diamanten und andere Wertgegenstände eine große Summe ausmachen würden. Die Lebensversicherungen auf viele der Passagiere würden sich auf riesige Summen belaufen. Hinzu kommt die Entschädigung für die Besatzung, für die die White Star Co. haftet......"
JUNI — THE HISTORY OF THE MONTH, The Late Mr. W. T. Stead. (DIE GESCHICHTE DES MONATS, Der verstorbene Mr. W. T. Stead.)
"Melbourne. 24. Mai 1912. Es gibt keinen Zweifel am Tod von Mr. W. T. Stead. Es ist erschütternd, den Absatz auf Seite 350 dieser Ausgabe zu lesen, in dem er von seiner geplanten Reise nach Amerika erzählt. Mit der Post der letzten Woche erhielt ich einen Brief von ihm, der kurz vor seiner Abreise nach Amerika geschrieben wurde und in dem er mitteilte, dass er bei der letzten großen Versammlung des Kongresses der Men and Religion-Bewegung in New Vork sprechen würde. Die "Review"-Leser werden sich daran erinnern, dass er in der von ihm geschriebenen Geschichte des Monats häufig auf diese große Bewegung hingewiesen hat, die sich in Amerika so schnell bewegt. Er sagte auch: "Ich frage mich oft, wann ich es schaffen werde, nach Australien zu kommen, um Sie zu sehen."
So verblassen unsere Erwartungen und unsere Pläne ändern sich und verschwinden vor den Tragödien des Lebens. Es war eine der großen Erwartungen meines Lebens, dass ich eines Tages dem Häuptling, den ich für seinen Wert, seine Größe und für das, was er für mich persönlich war, von Angesicht zu Angesicht gegenübertreten sollte. Es wird ein Trost für seine Familie sein, zu wissen, dass mir so viele unserer Leser mit Botschaften ihrer Trauer und ihres Mitgefühls geschrieben haben. Diese Ausgabe der "Review " wird von vielen als Erinnerung an ihn gehalten werden, da sie die letzten Dinge enthält, die aus seiner Feder stammen. Ich erlaube mir, noch einmal an unsere Leser zu appellieren, alles zu tun, was in ihnen liegt, um das große Programm des Guten, das er als sein Ideal vor Augen hatte, auszuführen. In den Kabeln wurde berichtet, dass einer der Stewards bei seiner Aussage sagte, dass Mr. Stead in der Gruppe war, der er Rettungswesten gab, und dass Mr. Stead der letzte war, der eine nahm. Das ist genau das, was man von ihm erwarten würde. Und dieselben tief sitzenden Prinzipien in ihm, die ihn zu dem großherzigen Philanthropen machten, der er war, mit immer offenen Augen für die Bedürfnisse seiner Mitmenschen, ließen ihn in der Stunde des Todes beiseite stehen. Wir werden seinesgleichen nicht wiedersehen, denn niemand steht am Horizont wie er. Aber wir können seine Arbeit fortführen."
JUNI — "Diese Ausgabe der "Review" enthält die letzte Arbeit des verstorbenen Herrn W. T. Stead. Die Artikel darin sind das letzte literarische Werk, das er vor seiner Reise nach Amerika verfasst hat. Die Juli-Ausgabe wird eine Gedenknummer sein. Wenn die Ausgabe infolgedessen etwas später als gewöhnlich erfolgt, werden die Leser der "Review of Reviews" das verstehen."
JUNI — LONDON 1. April 1912 The Progress of the World (Der Fortschritt der Welt) .... Die Weiterentwicklung von Menschheit und Religion .... "Es spricht alle unsere Leser an, weil es ein Versuch ist, die Ideale unserer alten bürgerlichen Kirche auf nationaler Ebene zu verwirklichen, und dazu noch ein deutlich evangelistisches Element, das der bürgerlichen Kirchenbewegung fehlte. Es interessiert und überrascht mich, dass fast keine direkte oder indirekte Anspielung auf die Tatsache der Existenz nach dem Tod enthalten ist. Das Komitee war so freundlich, mich zu bitten, auf einer unter seiner Schirmherrschaft abgehaltenen Tagung über den "Weltfrieden" in der Carnegie Hall, New York, am 21. April zu sprechen, auf der Präsident Taft und andere zu den Rednern gehören werden. Ich werde voraussichtlich am 10. April mit der Titanic abreisen und hoffe, dass ich im Mai wieder in London sein werde......"
JUNI — WILL SPAIN BECOME A REPUBLIC? (WIRD SPANIEN EINE REPUBLIK WERDEN?) "Dr. E.J. Dillon fragt in T.P.'s Magazin für März: Ist die spanische Monarchie dem Untergang geweiht? Ist sie als die nächste europäische Republik vorgesehen? und bietet viele Gründe für eine Verneinung der Frage. Viele Spanier, räumt er ein, seien mit der Regierung unzufrieden, aber der Kontrast zwischen Portugal vor der Revolution und Spanien sei so groß, dass keine Rückschlüsse aus dem einen auf das andere gezogen werden könnten......"
JUNI — THE NATIONAL REVIEW. (DER NATIONALE RÜCKBLICK.) "In der April-Ausgabe steht die Germanophobie wieder im Vordergrund. .... "Ignotus" ist der Meinung, dass er die Kampagne gegen die Triple Entente, die in England geführt wird, nicht länger ignorieren kann .... Deutschland ist der einzige Feind des Friedens in Europa."
JULI — W. T. STEAD. "DIE Welt hat einen ihrer großen Männer verloren. Der Journalismus hat einen Führer und ein Vorbild verloren. Alle großen Anliegen haben eine Kraft für den Fortschritt verloren. Alle unterdrückten Nationen und Völker haben ihren tapfersten und rückhaltlosesten Fürsprecher verloren. Jeder freundlose Mann, jede freundlose Frau und jedes freundlose Kind hat einen Freund und Ratgeber verloren. Diese Zeitschrift hat ihren Gründer, Inspirator und Herausgeber verloren. Wir haben verloren, was alle verloren haben, und noch mehr. Die Welt hat leider(!) nur sehr wenige Männer, die Triebkräfte sind, welche die Menschheit bewegen, Männer, die nicht an ihre Größe glauben, sondern an die Größe ihrer Überzeugungen und ihrer Arbeit. Aber während wir den Verlust betrauern, während wir das Ausscheiden meines Vaters aus dem aktiven Wirken bedauern, sind wir überzeugt, dass er als Kraft fortbesteht, und dass sein Beispiel nur als ein Gewinn für die Menschheit bestehen bleiben kann. Das Gute, das die Menschen tun, lebt nach ihnen; und wie die Japaner glauben, so glauben auch wir, dass ein Mensch erst dann zu leben beginnt, wenn er aufhört zu leben, denn seither inspiriert und stärkt sein Examen die kommenden Generationen, ohne jede der Begrenzungen des menschlichen Fleisches. Das glauben wir, und in diesem Glauben werden wir sein Werk so weit fortsetzen, wie es in uns liegt, in der Überzeugung, dass die Welt nur durch das Leben und den Tod, das lebendige Werk und das unsterbliche Beispiel eines gütigen, guten und großen Menschen freundlicher, besser und weiter von der Kleinheit entfernt geworden sein kann. Inspiriert durch sein Beispiel, ermutigt durch seinen unbegrenzten Mut, werden wir seine Ideale verfolgen und seine Arbeit in dieser Zeitschrift fortsetzen, ohne von den Ideen abzuweichen, auf denen sie vor etwa zweiundzwanzig Jahren gegründet wurde. Wir sind der Meinung, dass wir nichts Besseres tun können, als das ursprüngliche Programm des Gründers genau so wiederzugeben, wie es in der ersten Nummer erschien:—  
An alle Englisch sprechenden Menschen
Es gibt zur Zeit keine Institution, die auch nur anstrebt, für die englischsprachige Welt das zu sein, was die katholische Kirche in ihrer Blütezeit für die Intelligenz des Christentums war. Die Aufmerksamkeit auf die Notwendigkeit einer solchen Institution zu lenken, die natürlich an die veränderten Umstände der Neuen Ära angepasst ist, die Mitarbeit all derer zu gewinnen, die auf die Schaffung eines solchen gemeinsamen Zentrums für den Austausch von Ideen und die universelle Verbreitung der festgestellten Ergebnisse menschlicher Erfahrung in einer für alle Menschen zugänglichen Form hinarbeiten werden, sind die letztendlichen Ziele, für die diese Zeitschrift geschaffen wurde. Eine Tageszeitung ist jenseits der vierundzwanzig Stunden Bahnfahrt von ihrer Druckerei praktisch nicht mehr lesbar. Selbst eine Wochenzeitung ist, obwohl sie eine größere Verbreitung finden kann, als zirkulierendes Medium des Denkens in allen Kontinenten von geringem Nutzen. Wenn etwas, was in London veröffentlicht wird, in der gesamten englischsprachigen Welt gelesen werden soll, muss es monatlich erscheinen. Es muss auch zu einem Preis veröffentlicht werden, der für alle erschwinglich ist, und es muss die besten und reifsten Gedanken der führenden Denker unserer Zeit in einem überschaubaren Kompass zusammenfassen. .... Auch wenn diese Zeitschrift vorerst kein farbloses Abbild der öffentlichen Meinung sein wird, so wird sie sicherlich kein Parteiorgan sein. Keine der beiden Parteien verfügt im Augenblick über einen ausgeprägten Lehrkörper, kein gut durchdachtes Glaubenssystem, das es rechtfertigen würde, dieses neue Monatsheft mit einem Partei-Abzeichen zu versehen. .... wir beobachten die Kämpfe der streitenden Parteien vom Standpunkt eines konsistenten Lehrkörpers aus und versuchen ständig, alle Parteien für die Verwirklichung unserer Ideale zu nutzen. Diese Ideale werden unmissverständlich durch den Aufwärtstrend des menschlichen Fortschritts und unsere Stellung in der bestehenden Weltwirtschaft angezeigt. Von allen Agenturen für die Gestaltung der Zukunft der Menschheit scheint keine heute und auch in Zukunft so mächtig zu sein wie der englischsprachige Mann. Er beginnt bereits, die Welt zu beherrschen. Das Empire und die Republik umfassen innerhalb ihrer Grenzen fast das gesamte Territorium, Das Imperium und die Republik umfassen innerhalb ihrer Grenzen fast das gesamte Gebiet, das für den Zustrom der Welt frei geblieben ist. Ihre Bürger, mit all ihren Fehlern, führen den Transporter der Zivilisation an, und wenn große Verbesserungen im Zustand der Menschheit erreicht werden sollen, werden sie notwendigerweise führende Instrumente in der Arbeit sein. Daher wird unser erster Ausgangspunkt eine tiefe und fast ehrfürchtige Achtung vor dem Schicksal der englischsprachigen Menschen sein. Um Miltons berühmten Satz zu verwenden: Der Glaube an "God's Englishmen" wird unser inspirierendes Prinzip sein. Den Engländer seiner unermesslichen Berufung würdig zu machen und gleichzeitig die politischen Ticks zusammenzuhalten und zu stärken, die gegenwärtig alle englischsprachigen Gemeinschaften außer einer einzigen in einer Union verbinden, die jede Furcht vor einem internen Krieg verbannt, mit allen Mitteln eine brüderliche Union mit der amerikanischen Republik zu fördern, für das Empire zu arbeiten, zu versuchen, es zu stärken, zu entwickeln und, wenn nötig, auszuweiten — das werden unsere schlichtesten Aufgaben sein. Aber wie? Weder durch irgendwelche Versuche, in die unseren Kolonien bereits zugestandenen Freiheiten einzugreifen, noch durch irgendwelche wilden Bestrebungen nach einer unmöglichen Zentralisierung. Wir müssen uns in die entgegengesetzte Richtung bewegen. Um das englische Empire zu retten, müssen wir seine Verfassung weitgehend amerikanisieren, und der erste Schritt in Richtung dieser notwendigen Entwicklung besteht darin, die Iren zu zwingen, die Verantwortung für die Verwaltung ihrer eigenen Angelegenheiten unter der obersten Autorität des Imperial-Parlaments zu übernehmen. .... Aus dieser grundlegenden Auffassung von der Größe und Bedeutung der Arbeit der englischsprachigen Rasse in der Welt ergibt sich, dass ein entschlossenes Bemühen unternommen werden sollte, den einzelnen Bürger besser für seinen Anteil an dieser Arbeit auszurüsten. .... Wie sehr wir auch die englischsprachige Welt als Hauptgegenstand unserer Aufmerksamkeit vor uns stellen mögen, kein selbstverleugnender Befehl unserer Staatsmänner kann uns daran hindern, Einfluss auf europäische Angelegenheiten zu nehmen. Die Schrumpfung der Welt und die Entwicklung der Kolonialpolitik Deutschlands, Frankreichs und Italiens machen eine Politik der Nichteinmischung unmöglich, selbst wenn sie wünschenswert wäre. Aber sie ist nicht wünschenswert. Der friedfertige, aber konstante Druck einer großen Föderation englischsprachiger Commonwealths würde die Entwicklung eines ähnlichen föderalen Systems in Europa sehr stark begünstigen. Das Konzert von Europa, das sich ständig weiterentwickelt, wird zu den Vereinigten Staaten von Europa führen; und auf dieses Ziel sollte die Politik Englands ständig ausgerichtet werden. All der alte Unsinn über die Aufrechterhaltung des Machtgleichgewichts in Europa, über die Entsendung von Armeen zur Verteidigung Konstantinopels, ist jetzt fast explodiert, sogar auf dem Platz der Druckerei. Wir haben innerhalb unseres eigenen Reiches zu viel zu tun, um das Reich der Türken zu stärken; und es wird Zeit genug sein, von der Entsendung einer Armee auf den Kontinent zu sprechen, wenn unsere Flotte stark genug ist, um unseren Handel auf dem Meer zu schützen.
Wir glauben an Gott, an England und an die Menschheit!
Die englischsprachige Rasse ist eines der Oberhäupter der von Gott auserwählten Vertreter für die Durchführung kommender Verbesserungen im Los der Menschheit. Wenn alle, die das sehen, in eine herzliche Vereinigung gebracht werden könnten, um all denen zu helfen, die dazu neigen, diese Rasse fitter zu machen, damit sie ihre providentielle Mission erfüllen kann, und um all das zu bekämpfen, was diese Arbeit behindert oder beeinträchtigt, dann würde eine solche Vereinigung oder säkulare Ordnung einen Kern oder einen Sammelpunkt für all das darstellen, was in der englischsprachigen Welt am lebenswichtigsten ist, und dessen letztendlichen Einfluss man kaum überschätzen könnte. .... Ein predigender Mönch lässt sich in jedem Dorf nieder und baut eine Kanzel, die er Zeitung nennt. Von dort aus predigt er das, was in ihm für die Rettung des Menschen die bedeutsamste Lehre ist; und hörst du nicht zu und glaubst du nicht? Sieh gut hin; du siehst überall einen neuen Klerus des Bettelordens, manche barfuß, manche fast barfuß, der sich in Form bringt, und lehrst und predigst eifrig genug für kupferne Almosen und Gottesliebe". Diesen Brüdern müssen wir die Wiederbelebung des bürgerlichen Glaubens zutrauen, der die englischsprachige Rasse retten wird. Für andere Hoffnungen auf Erlösung von der ungebildeten Demokratie, die mit den Lasten des Imperiums belastet und von ihren eigenen schreienden Wünschen und Bedürfnissen abgelenkt ist, ist es schwer zu erkennen. Das, was wir wirklich unter unseren Lesern finden wollen, ist in Wahrheit eine bürgerliche Kirche, in der jedes Mitglied eifrig den wahren Glauben predigen und sich bemühen sollte, ihn in den Herzen und Köpfen seiner Nachbarn wirksam werden zu lassen. .... Eine Zeitschrift zu gründen, die in der gesamten englischsprachigen Welt, mit ihren Mitgliedern oder Mitarbeitern in jeder Stadt und ihren Korrespondenten in jedem Dorf, die so gelesen werden, wie die Menschen früher ihre Bibeln lasen, zirkuliert, nicht, um eine müßig vergeudete Stunde zu vergeuden, sondern um den Willen Gottes und ihre Pflicht gegenüber den Menschen zu entdecken — deren Mitarbeiter und Leser gleichermaßen durch einen gemeinsamen Glauben und die Bereitschaft, einen gemeinsamen Dienst für ein gemeinsames Ziel zu leisten, miteinander verbunden sind —, ist in der Tat ein Ziel, für das es sich lohnt, einige Opfer zu bringen. Eine solche so unterstützte Publikation wäre gleichzeitig eine Bildung und eine Inspiration; und wer kann sagen, wenn man sich den gegenwärtigen Zustand Englands und Amerikas ansieht, dass sie nicht gebraucht wird? Dies ist unser Programm, und wir vertrauen darauf, dass wir in Zukunft vielleicht in der Lage sein werden, so zu schreiben, wie derjenige, der dieses Programm gezeichnet hat, als er nach einundzwanzig Jahren sagte: "Auch kann niemand in diesen zweiundvierzig Bänden eine Seite entdecken, die nicht getreu dem Grundton klingt, der in der ersten Nummer des Review erklingt". In seine Fussstapfen zu treten, seine Ideale zu verwirklichen, ist unsere würdige und inspirierende Ambition — eine Ambition, von der wir fest überzeugt sind, dass wir sie mit seinem Beispiel verwirklichen können und damit dem Ziel näher kommen, auf das er sich anfangs eingelassen und auf das er sein ganzes Leben lang hingearbeitet hat."  Alfred Stead (siehe Artikelanfang)
JULI — LONDON, 1. Mai 1912. The Progress of the World. (Der Fortschritt der Welt.) Forward! (Vorwärts!)
""Gott begräbt seine Arbeiter, führt aber sein Werk fort". John Wesleys Ausspruch passt auf unseren Fall. Der Fortschritt der Welt wird nicht mehr durch die Hand unseres Chefs nachgezeichnet. Dieser Fortschritt wird nicht mehr auf der sichtbaren Ebene durch die anstrengende Energie seiner unermüdlichen Persönlichkeit beschleunigt und erweitert. Aber der Stoß seines Willens ist immer noch auf uns gerichtet. Die von ihm angestoßenen Bewegungen sind nach wie vor mit "Volldampf voraus" unterwegs. Und sein eigenes Organ bleibt, um seinen Geist zu bewahren und sein Werk zu fortzusetzen. Der Fortschritt der Welt wird hier von dem Standpunkt aus betrachtet werden, den er errichtet hat, und wird, wenn auch nicht mit seiner Feder, so doch mit seiner Absicht aufgezeichnet werden."
The "Titanic." ("Die Titanic.") "An erster Stelle in der Reihe denkwürdiger Ereignisse, die den Fortschritt im April 1912 beschleunigt haben, muss das tragische Ereignis stehen, das fortan für immer mit seinem Namen verbunden ist. Der Untergang der Titanic war eine Ansammlung von Schrecken. Während die Geschichte langsam aufgerollt wird, vertiefen sich die Schrecken. Sie alle zu begreifen und zu erzählen, würde die Phantasie eines Dante erfordern. Welches Inferno könnte es mit jener verwirrten Masse von fünfzehnhundert Männern und Frauen und Kindern aufnehmen, die mehr als eine Stunde lang im eiskalten Wasser kämpften und vergeblich Hilferufe in den Himmel schickten, deren Rufe und Stöhnen sich zu einem langgezogenen Chor von Angst vermischten, der langsam in die Stille des Todes versank? Es gab auch nicht die Sehnsucht nach einem großen Schimmer des Paradieses. Die Katastrophe hat sich wie mit einem Schwert Gottes bis in den Kern des Herzens der Menschheit gespalten und neben den schwarzen Streifen einer fast unglaublichen Niedertracht die reichen roten Beweise moralischer Größe offenbart."
The "Titanic." (Die Titanic.") Life Through Death. (Leben über den Tod hinaus.) "Aber dieses menschliches Golgatha ist ein Golgatha der Erlösung. Diese fünfzehnhundert Seelen sind nicht umsonst durch die Schmerzen des Todes gegangen. Für jedes in dieser Katastrophe verlorene Leben werden Hunderte — oder Tausende — anderer Leben gerettet. Die Arroganz einer falschen Sicherheit ist gedemütigt worden. Unzählige Vorsichtsmaßnahmen werden vorgeschlagen, viele werden bereits ergriffen, wodurch die Risiken von Seereisen verringert werden. Alle Nationen werden sich zusammenschließen, um die Mittel der Zusammenführung und Befreiung zu perfektionieren. Nie wieder dürfen die Funktionäre privater Unternehmen es in ihrer Macht haben, aus der Qual der Hoffnungen, die durch das Zurückhalten von Nachrichten aufgeschoben werden, Geld zu prägen. Ebenso wenig werden private Nachrichten Vorrang vor den Listen der Geretteten und Vermissten haben. Der Ozean wird schneller internationalisiert werden als jedes Land oder jeder Kanal bisher. Im Kampf mit den großen Gewässern werden alle Menschen Kameraden und Verbündete sein. Das große Leid der Menschen, durch das wir hindurchgehen, wird die Triebkraft für eine Bruderschaft wie die weltweite sein. Und die Bewegung für die Reform unserer Handelsmarine, für die Verbesserung der Bedingungen, unter denen Seeleute gewöhnlich arbeiten, für die Emanzipation der Leibeigenen der See wird nach dieser Taufe des mannigfaltigen Todes auf ihrem Siegeszug vorwärts stürzen. Auf diese traurige Geschichte und ihre unumgängliche Fortsetzung in Form von Reformpunkten wird an anderer Stelle in dieser Zeitschrift Bezug genommen. Es genügt nun zu sagen, dass der Verlust der Titanic, auch wenn es den Herzen weh tut, die ihn einräumen, ein roter Meilenstein auf dem Weg des Fortschritts sein wird. Es wird die Ära sein, von der aus der Mensch seine neue Bruderschaft in der Beherrschung des Meeres datieren wird."
Irish Home Rule (Irische Selbstverwaltung.) "Eine weitere große Sache, für die unser Chef einer der frühesten und unerschrockensten Befürworter war, trat im vergangenen Monat an der ersten der versprochenen letzten Etappen des Sieges ein. Der Home Rule Hill wurde zum ersten Mal im Unterhaus verlesen. Die Debatte entbrannte, als unser Chef gerade aus dem Ärmelkanal herausfuhr. Und in der Woche nach ihrem Ende war ein weiterer Führer der Bewegung ins Unsichtbare übergegangen. Justin McCarthy und W. T. Stead durften das lange versprochene Land der selbstverwalteten irischen Nation nicht betreten, aber beide hatten "dort gestanden, wo Moses stand". Die letzte allgemeine Wahl war ihre Pisgah, und ihre Augen waren froh, "die Landschaft zu sehen". "Aller guten Dinge sind drei" lautet ein Sprichwort aus dem Norden; und sicherlich hat das dritte Gesetz zur Selbstverwaltung Erfolgsaussichten, die weit über die seiner Vorgänger hinausgehen. Es stimmt, dass er nicht, wie unsere Kolonialverfassungen, zum ersten Mal auf einem Nationalkonvent formuliert wurde — eine Methode, die unser Chef seit langem befürwortet hatte. Aber der nächstbeste Schritt wurde getan. Die Maßnahme wurde nach der ersten Lesung dem irischen Nationalkonvent vorgelegt und mit völliger Einstimmigkeit sowie mit großer Begeisterung angenommen. Die Kurzsichtigkeit, mit der ein ähnlicher Konvent ein früheres Projekt der irischen Selbstverwaltung behandelte, machte dieses Ergebnis keinesfalls zu einer beschlossenen irischen Selbstverwaltung......"
The Progress of the World. (Der Fortschritt der Welt.) Never to Fire a Shot. (Niemals einen Schuss abgeben.)
"Zu diesem Thema äußert sich unser Chef in einem Artikel, der gerade in der Neuen Freien Presse in Wien erschienen ist. Mr. Stead schrieb:— Diese Marinerüstungen sind eine echte Plage, und die Irritation, die sie verursachen, wird nur durch den Trost gemildert, dass sie sich einem Ende nähern. Ich bin überzeugt, dass keine dieser Schlachtschiffe oder Super-Schlachtschiffe jemals einen Schuss in einem echten Krieg abgeben werden. Sie sind wie die drückende mittelalterliche Rüstung, die gerade dann an Gewicht zunahm, als die Erfindung des Schießpulvers nahte, die diese Rüstung wertlos machte. Das Luftschiff und das Flugzeug werden den Bau und die Reparatur dieser Riesen unmöglich machen. Diese neuen Maschinen werden die Grenzen abschaffen, Festungen unhaltbar machen und die Häfen zerstören, in denen Seestreitkräfte bewaffnet sind. Wenn jemals ein großer europäischer Krieg ausbrechen sollte, wird er nicht durch Armeen oder Seestreitkräfte entschieden werden, sondern durch den Hunger; durch die Millionen von Nichtkämpfern, die durch die Unterbrechung der Eisenbahnen, Schiffen, etc. der Nahrung beraubt werden."
The World Pays Its Tribute. (Die Welt erweist ihren Tribut.)
"Wir wissen, wie stark sein Mut und sein Glaube sind:
So stark, dass sie ihn am Ende nicht enttäuschen konnten:
Und als er auf hoher See den Tod fand,
Er muss ihn als einen vertrauenswürdigen Freund begrüßt haben,
der aus einem Land kommt, dem er vertraut und sehr lieb ist;
Deshalb haben wir das Gefühl, dass sein Ableben keine Furcht vor ihm auslöste.
Ella Wheeler Wilcox.
Wir bekennen uns zu einem Gefühl der Schwierigkeit, welches fast schon an Unmöglichkeit grenzt, eine Auswahl für diese Gedenknummer unter den Ehrerbietungen zu treffen, die die Welt dem Andenken an einen Mann erwiesen hat, der vielleicht allgemein bekannter und geliebter war als jeder andere Mann seiner Zeit. Von hoch und niedrig, von gekrönten Häuptern und von Nationen, von Staatsmännern und alltäglichen Männern und Frauen, Huldigungen hagelnd; kommen Sie. Die Presse der Welt, der Spiegel und die Stimme des Geistes des Volkes, hat ihren Kranz der Bewunderung und Würdigung desjenigen dargebracht, der die Presse nicht nur groß gemacht, sondern auch das Niveau des Guten in der Welt spürbar angehoben hat. Auch wenn der Platz selbst den Versuch eines angemessenen repräsentativen Zitats verhindert, worauf kommt es an? — er gehörte der Welt, und die Welt, die trauert, zollt ihm Tribut."
"THE TIMES." ("DIE ZEIT(EN)".) "William Thomas Stead, dessen "gefürchtete journalistische Karriere" (um Lord Morleys Ausdruck zu verwenden) durch den Untergang der Titanic abrupt beendet wurde, wurde 1849 geboren, sein Vater war Pfarrer der Kongregation in Howdon-on-Tyne, ein paar Meilen von Newcastle entfernt. Er erhielt den gesamten regulären Schulunterricht, den er in Silcoates (Wakefield) erhielt, einer Schule, die von den Söhnen der Kongregationsseelsorger häufig besucht wird. Er pflegte zu sagen, dass er dort eine Eigenschaft erwarb, die ihm im späteren Leben von großem Nutzen war — er war in der Schule als der Junge mit den härtesten Schienbeinen bekannt. .... Im Jahre 1871, als Herr Stead zweiundzwanzig Jahre alt war, gab es eine freie Stelle in der Redaktion des Northern Echo, Darlington. Er war seit langem ein gelegentlicher (und unbezahlter) Mitarbeiter der Kolumnen; der Eigentümer der Zeitung hatte in diesen Briefen und Artikeln Anzeichen von ungewöhnlichem Elan und Können entdeckt, und er bot dem jungen Kaufmannsbeamten den Posten des Chefredakteurs an. Stead empfand — vielleicht zum letzten Mal in seinem Leben — große Zurückhaltung; aber das Experiment war ein voller Erfolg. Seine große Chance kam mit der Ostfrage und Herrn Gladstones Aufregung über die Gräueltaten in Bulgarien. Zu dieser Zeit war er ein enger Freund von Frau de Novikoff geworden, und die bulgarische Bewegung appellierte mit zwingender Kraft an sein glühendes Temperament und seine religiösen Instinkte. Er kam nach London, um sich mit den Anführern des Kreuzzuges in Verbindung zu setzen. Er sah unter anderem Carlyle, der von ihm als "dieser gute Mann, Stead" zu sprechen pflegte. Seine Freundschaft mit Canon Liddon geht auf die gleichen Ereignisse zurück. Als Stead sich in London niederließ, war er der ständige Begleiter Canon's bei seinen Nachmittagsspaziergängen auf dem Uferweg. In der Zwischenzeit wurde sein Blatt zum mächtigsten Organ der Agitation in Nordengland, und ein "Kurfürstenkatechismus", den er 1880 als erstes von vielen Kurfürstenblättern dieser Art herausgab, hatte eine sehr hohe Auflage."
THE "PALL MALL GAZETTE." (DIE "PALL MALL GAZETTE".) "Der ausgezeichnete Dienst, den Stead in der Presse geleistet hatte, entging den führenden Liberalen in London nicht, und da Herr Morley 1880 die Redaktion der Pall Mall Gazelle übernahm, wählte er Stead als seinen Assistenzredakteur. Die Kombination der beiden Männer, die diese Zeitschrift drei Jahre lang regierten, war eine starke Kombination. Es war eine Verbindung von klassischer Strenge mit der rohen Kraft eines Gotikers. Herr Morley war politischer Direktor und schrieb die meisten Leitartikel. Stead kümmerte sich um den Rest der Zeitung und war fruchtbar für Vorschläge. Mr. Morley pflegte Stead als "den Unbezähmbaren" zu bezeichnen, aber in der Realität wurde der Redaktionsassistent in diesen Jahren erfolgreich gezähmt. Wenn es eine potente Individualität an der Spitze einer Zeitung gibt, fangen seine Instrumente die dominante Note ein; und so mancher Artikel, in dem Außenstehende glaubten, den Stil und das Temperament von Mr. Morley zu erkennen, war das Werk von Stead. 1883 zog sich Mr. Morley aus der Redaktion zurück, und Stead folgte ihm nach. Die sechs Jahre, die folgten, waren jene, in denen er, wie Stead in der für ihn charakteristischen Weise zu sagen pflegte, damit beschäftigt war, "das Britische Empire von der Northumberland-Street aus zu leiten". Er machte seine Zeitung zweifellos zu einer großen politischen Kraft, und machte durch eine Reihe von Schocks oder Erschütterungen ihr tägliches Tun zum Stadtgespräch. .... Steads Übernahme der Redaktion der Pall Mall Gazette fiel mit der Veröffentlichung von Seeleys "Expansion of England" zusammen, und er war in jenen Tagen ein hartnäckiger "liberaler Imperialist". Er erfand die Phrasen "Cut and Run!" und "Scuttle", um seine Verachtung für die Politik der "Little Englanders" auszudrücken. Eine jüngere Generation sollte sich daran erinnern, dass es keinen Mann gab, der mehr in der Presse die imperiale Idee populärer machen wollte, als Stead, dem Pro-Buren der späteren Tage. Der Imperialismus (wie er ihn verstand) machte ihn "zu einem Hausherrn vor Mr. Gladstone"; und der Führer der Liberalen, der von Steads Spötteleien über "die Politik der Versenkung" getroffen und angegriffen wurde, schickte ihm eine öffentliche Botschaft der Versöhnung und Zustimmung zur Zeit der Hausherrschaft "Home Rule". Aber Mr. Gladstones Zufriedenheit mit seinem widerspenstigen Anhänger war nur von kurzer Dauer. .... 1889 trat er von der Redaktion der Pall Mall Gazelle zurück, um die Review of Reviews zu gründen. Dies ermöglichte Stead eine mächtige Kanzel. Wahrscheinlich hätte er sich politisch noch mehr profiliert, wenn er sich nicht im Spiritismus versucht hätte. Seine "Borderland"- und "Letters from Julia"-Briefe trugen viel dazu bei, seinen Einfluss zu untergraben; aber auch hier machte er in einer Richtung so viele Anhänger, wie er in einer anderen verlor, und "Julias Büro" wurde belagert. Von seinen politischen Bemühungen, die nicht bereits erwähnt wurden, war die beständigste das Eintreten für eine gute Verständigung mit Russland. Im Jahre 1885 hatte er sich gegen die Idee eines Streites wegen des Penjdeh-Vorfalles gewandt; seine Artikel und Flugschriften, bei deren Zusammenstellung er von dem verstorbenen M. Lessar unterstützt wurde, trugen nicht wenig zu einer freundlichen Einigung bei. Seine "Wahrheit über Russland" (1888) versuchte, viele Missverständnisse zu korrigieren. Das Buch (zuerst in der Herbst-Mall Gazelle veröffentlicht) war das Ergebnis eines Besuchs in Russland, bei dem er von Alexander III. empfangen wurde. Im Jahre 1898 besuchte er Russland erneut, um eine Audienz bei Nikolaus II. zu erhalten.
Stead pflegte zu erzählen, wie er, nachdem er einem vorbildlichen Zuhörer sein volles Mitspracherecht eingeräumt hatte, sich zu verabschieden begann, mit der Bemerkung, dass er den Zar nicht länger festhalten werde, da er sicher sei, dass seine Majestät den Wunsch haben müsse, seine gute Frau und die Kinder zu begleiten. Der Zar schüttelte die Hand und sagte mit einem gutmütigen Lächeln, dass dies seine erste Erfahrung sei, aus einer Audienz entlassen zu werden. Nach diesem Gespräch mit dem Zaren begann Stead mit dem "Friedenskreuzzug", der einen Großteil seiner späteren Jahre beanspruchte. Er gründete und redigierte eine Wochenzeitung, Krieg gegen Krieg. Er nahm an den Haager Konferenzen teil und stürzte sich in die Schiedsgerichtspropaganda. Dies war wahrscheinlich ein Hauptgrund für seine starke Opposition gegen den südafrikanischen Krieg. Er war der militanteste und kompromissloseste aller Pro-Buren. Seine Linie war umso ausgeprägter, als sie offensichtlich im Konflikt mit Personen und Politiken in Südafrika stand, mit denen er früher sympathisiert hatte. Lord Milner war einige Jahre lang sein Assistent bei der Pall Mall Gazette gewesen, und Stead hatte sein Vertrauen in das Urteil seines Freundes bekundet. Darüber hinaus war er ein Entschuldiger für den Jameson-Raubzug gewesen. Er war auch ein großer Freund von Cecil Rhodes. Mowbray House am Ufer der Themse, wo die "Review of Reviews" ihre Büros hatte, war immer einer der ersten Orte, zu dem Rhodes bei seinen Besuchen in London Zuflucht nahm, um sich von einem sympathischen und kongenialen Geist inspirieren zu lassen. Stead war immer fruchtbar an Ideen, und je grandioser die Konzeption, desto mehr gefiel sie ihm. Der Wille von Cecil Rhodes beeindruckte jeden mit seinen Zeichen von Originalität und Phantasie; es ist nicht so allgemein bekannt, dass die Ideen zu einem großen Teil von Stead stammten, obwohl es aktenkundig ist, dass Rhodes einmal beabsichtigte, Stead zu seinem einzigen Treuhänder zu ernennen. Stead fuhr fort, die Review of Reviews mit großem Nachdruck zu leiten. Seine "Charakterskizzen" und Chroniken des Monats hatten all die Originalität, Kraft und Frische, die seine Arbeit als Tagesjournalist kennzeichneten. Er fuhr fort, überall hinzugehen und jeden zu sehen, und die Menge der verschiedenen Arbeiten, die er vollbrachte, nahm mit dem Fortschreiten der Jahre nicht ab. Er hatte auch ein sehr erfolgreiches amerikanisches Review of Reviews gegründet, und obwohl in späteren Jahren die Kontrolle darüber in die Hände von Dr. Albert Shaw überging, behielt Stead eine finanzielle Beteiligung daran. Er interessierte sich zutiefst für amerikanische Politik und Probleme, wie seine Werke "If Christ came to Chicago", "The Labour War in the United States" und andere zeigen. Er war an Bord der Titanic gegangen, um in New York eine Ansprache zum Thema "Weltfrieden" zu halten und an der "Men and Religion Forward Movement" teilzunehmen."
HIS INFLUENCE ON JOURNALISM. (SEIN EINFLUSS AUF DEN JOURNALISMUS.) "Der Einfluss von W. T. Stead auf den Tagesjournalismus in England war groß. Er hat eine persönliche Note angeschlagen. Er hat das "Interview" eingeführt. Er entwickelte die "Kreuzköpfe". Er erweiterte den Umfang des Spezialartikels und des signierten Beitrags. Er führte die bildhafte Darstellungsweise ein. All dies waren die äußerlichen Zeichen der Strömung von frischer Kraft und größerer Lebendigkeit der Darstellung, die Ausdruck seiner Persönlichkeit waren. Sein Geschmack war nicht unfehlbar; aber er verfügte über einen Reichtum an Anspielungen, und er war ein Meister der nervösen, lebendigen Sprache. Er hatte einen höchst einfallsreichen und fruchtbaren Geist; er war ein subtiler Dialektiker; und seine Fülle war ungeheuerlich. Er war für jeden zugänglich, auch wenn am unteren Ende der Treppe ein Schild hing, auf dem stand: "Da die Anrufer zahlreich sind und die Zeit knapp ist, werden die ersteren gebeten, mit den letzteren zu haushalten". Seine Korrespondenz war enorm, und er behielt alle seine Briefe. Er schrieb nicht stenografisch — eine unnötige Leistung eines Menschen, der über ein ungewöhnlich gutes Gedächtnis verfügte. Er wurde von allen geliebt, die mit ihm arbeiteten, denn er war immer hilfsbereit und nachsichtig, und sein Fluss guter Laune war unfehlbar. Seine Konversation war geeignet, ein Monolog zu sein, aber er war ein brillanter und höchst unterhaltsamer Redner — voller Lebendigkeit, Spontaneität und malerischer Phrasierung. Er war, offen gesagt, egoistisch; aber er hatte einen ausgeprägten Sinn für Spaß, er genoss nichts mehr als ein Lachen über sich selbst, und diejenigen, die den Mann aus nächster Nähe kannten, mochten ihn am liebsten. Seine Grosszügigkeit war grenzenlos, und sein Tod wird von einer grossen Zahl von Personen aller Art und unter allen Umständen betrauert werden, mit denen er sich angefreundet, die er gefördert und angeregt hatte."
VISCOUNT MILNER (GRAF MILNER) "Ich freue mich, ein paar Erinnerungen zu Ihrer Gedenknummer beitragen zu können. .... Die eigentliche Wahrheit war, dass er es liebte, seine Ideen dialektisch zu entwickeln, im Gespräch mit jemandem, der ihm persönlich sympathisch war, dessen Geistesgewohnheiten aber seinen eigenen so unähnlich wie möglich waren. Wie gut ich mich an diese täglichen Konflikte erinnere. Sie gehörten zu den lebendigsten Erfahrungen meines Lebens. .... Er hat nie nachgelassen. Obwohl er viele Sackgassen hinauflief, hielt er seinen Vormarsch wunderbar durchs Leben. Es ist eine merkwürdige und erniedrigende Überlegung, dass ein so uneigennütziger und patriotischer Mann vierzig Jahre lang inbrünstig für alles, was im Leben seines Landes das Edelste und Beste ist, eintreten konnte, ohne ein öffentliches Ansehen oder die Anerkennung seiner nationalen und imperialen Arbeit. .... Während der dreißig Jahre unserer Freundschaft hatten wir viele starke Meinungsverschiedenheiten, aber es gab kein noch so lieb gewonnenes Thema, über das er mit einem Kritiker diskutieren konnte, denn er gab jedem Mann die Ehre, die Wahrheit herausfinden zu wollen. .... Bis zum Ende seiner Tage gab es keine gerechte Sache, vor der sein Herz verschlossen war, und keine neue Idee, vor der sein Verstand zurückschreckte. Er war jung bis zu seinem Sterbetag — ein glorreicher Nachruf. Ein Instinkt sagte ihm, dass er "in seinen Stiefeln" sterben würde. Das sagte er gerne. Und das tat er auch. Mir ging es immer um seine praktische Seite, und er war der hilfsbereiteste Mann, den ich je gekannt habe. Man konnte nicht vergeblich an ihn appellieren. Er gab Ihnen nicht nur, was er hatte, sondern er gab Ihnen das Beste, was er hatte. Seine mystische Seite — ich spreche nicht von seinem einfachen Glauben, sondern von der geistigen Welt, an die er glaubte — machte mich müde, und das habe ich ihm oft gesagt. Er zeigte nie Ressentiments."
EARL GREY (Speaking at the Press Fund Dinner). EARL GREY (in seiner Rede beim Press Fund Dinner). "Es gibt einen bedeutenden Journalisten, auf den ich mich gerne beziehen möchte, da er vielleicht mehr als jeder andere die Eigenschaften des journalistischen Kreuzfahrers verkörpert hat. Ich beziehe mich auf W. T. Stead, der seine letzte Ruhestätte dort gefunden hat, wo Mr. Clarvin mit einem Hauch von Genie gesagt hat, dass er selbst es vorgezogen hätte — auf halbem Weg zwischen Amerika und England. .... Ich erinnere mich auch daran, wie er direkt vom Friedenskongress in New York nach Deutschland fuhr, um den Behörden in Berlin zu sagen, wie vergeblich und nutzlos jede Ausgabe ihrerseits für den Bau neuer Schiffe wäre, da die Erfordernisse unserer nationalen Sicherheit uns zwingen würden, für jedes von Deutschland festgelegte Schiff zwei Kiele vorzusehen. Disraeli hat in einem seiner Romane unter Bezugnahme auf den Beruf des Journalisten, für den wir heute Abend plädieren, die Bemerkung gemacht, dass die Welt nicht von Staatsmännern, Diplomaten und Oberbefehlshabern regiert wird, sondern von obskuren kleinen Männern, die in hinteren Dachböden leben. Herr Stead veranschaulichte durch seine eigene Person und durch seine eigenen Leistungen den Wahrheitsgehalt dieser Bemerkung."
SIR T. VESEY STRONG, late Lord Mayor of London. (SIR T. VESEY STRONG, verstorbener Oberbürgermeister von London.) "Die lange Freundschaft, die ich mit ihm genoss und die sich über fünfundzwanzig Jahre erstreckte, mein Respekt für seinen hohen Charakter und mein beständiges Gespür für den Wert seiner herausragenden öffentlichen Dienste veranlassen mich zu dem Wunsch, diesen Diensten mein demütiges Zeugnis hinzuzufügen und meine Bewunderung für den hingebungsvollen und aufopferungsvollen Geist, in dem sie in jeder Phase und Periode von Herrn Steads anstrengendem und denkwürdigem Leben geleistet wurden, zu bekunden......"
MR. ANDREW CARNEGIE. (HERR. ANDREW CARNEGIE.) "Mir war bis jetzt nicht klar, wie nah, wie sehr nah er mir stand, und was für ein Mann er wirklich war, vor allem in seiner eigenen Linie — ein Original. Lord Morley war sich seiner Vormachtstellung als öffentlicher Schriftsteller stets bewusst und nannte ihn oft als den größten Journalisten seiner Zeit."
MISS MARY I. STEAD. (FRÄULEIN MARY I. STEAD.) "In dem letzten Brief, den mir mein lieber Bruder kurz vor seiner Abreise schrieb, hieß es: — "Ich bin wie immer sehr hoffnungsvoll in Bezug auf alles. Das Schöne ist, weiter zu glauben, zu vertrauen und weiterzumachen." Diese Gefühle beherrschten sein ganzes Leben. Inmitten unserer großen Trauer regen sie uns an und helfen uns......"
DR. E. J. DILLON "W. T. Stead, wie er demjenigen erschien, der oft sein Widersacher war. Meine erste Bekanntschaft mit W. T. Stead kam zustande, als er Herausgeber der Pall Mall Gazette war und ich Professor für Vergleichende Philologie an der Imperial University of Kharkoff war. .... In einem Brief vom 21. November 1906 versichert mir Stead, dass er weiß und immer gewusst hat, dass ich unsere Freundschaft für vereinbar halte "mit dem herzlichsten anstoßen und der offensten Kritik an den Ansichten, die wir jeweils vertreten". Bei ihm konnte man es nicht anders gut machen. Er war unfähig, gegen irgendjemanden einen Groll zu hegen. .... Wir dürfen nicht zulassen, dass unsere Trauer uns erdrückt — in der Hoffnung, im Glauben, im Vertrauen, inspiriert von seinem großen Heldenleben, müssen wir "weitermachen". "Weitermachen", wie er es getan hat, für die Leidenden arbeiten, die Schwachen stärken und die Unterdrückten verteidigen. Sein großes, liebevolles, zartes Herz war immer auf den Schrei solcher Menschen ausgerichtet. .... Im März 1890, stellte er mir eine schwierige Aufgabe — die Übersetzung von Tolstois "Kreutzersonate", die in wenigen Stunden fertig sein sollte. Kurz zuvor hatte ich mich bei Graf Leo Tolstoi in Jassnaja Poljana aufgehalten und einen Bericht über eine Geschichte von ihm verfasst, die noch nicht ans Licht gekommen war, um deren Übersetzung mich der Autor aber gebeten hatte. Herr Stead war von meinem Artikel beeindruckt, erfreut über seine eigene Idee der Geschichte und empört darüber, dass das Werk eines so erhabenen Moralisten wie Tolstoi, "der das Genie Shakespeares mit dem moralischen Eifer eines hebräischen Sehers verband", "die reifste Frucht seines Genies", die in Russland "verboten ist", als zu ungeeignet für eine Veröffentlichung sein sollte. Also schickte er mir ein Telegramm, in dem er mich bat, das Buch für das Review ins Englische zu übersetzen, wobei er nichts unterdrückte, und ihm das Manuskript bis zur nächsten Post zu übergeben. Ich antwortete, dass ich das tun würde. Offensichtlich war er entschlossen, den russischen Behörden eine Lektion zu erteilen und Tolstoi einen großen und dankbaren Leserkreis zur Verfügung zu stellen. Aber als er das Manuskript durchgelesen hatte, wurden seine Augen für Tatsachen geöffnet, die er nicht vermutet hatte, und sein Verstand wurde den weisen Ratschlägen der Umsicht zugänglich. "Dann", sagt er, "habe ich die Verurteilung verstanden." Nichtsdestotrotz war er bestrebt, die Geschichte mit so wenig Bowlerei wie möglich zu veröffentlichen. Aber Newnes, dem damals die "Review of Reviews" gehörte, hielt an den Einwänden der russischen Zensur fest und lehnte es ab, die "Kreutzersonate" erscheinen zu lassen, auch wenn sie beschnitten und beschönigt wurde. Dann eilte Herr Stead — wie er mir danach sagte — zu einem Freund, erhielt von ihm ein Darlehen von dem Geld, das notwendig war, um Newnes auszukaufen, und die "Kreutzersonate" erschien in englischer Sprache ohne meinen Namen. So ging die Rezension der Rezensionen ganz in die Hände seines mutigen Herausgebers über. Russland hatte schon immer eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf Stead; nicht so sehr für das, was er sich darunter vorstellte, für das, was er sich vorstellte, was es werden könnte. .... Ich war bei der ersten Haager Konferenz sehr erfreut, als ich sah, wie er auf die fünftklassigen Delegierten zuging, sie mit grenzenlosem Selbstvertrauen inspirierte und sie veranlasste, einen eigenen Reformvorschlag zu unterbreiten, von dem sie glaubten, sie hätten ihn selbst ausgearbeitet. In diesem Geiste, so glaube ich, trat Herr Stead an den gegenwärtigen Sultan der Türkei heran, den er veranlasste, sich in den Heiligen Krieg gegen den Krieg zu stürzen und einen Beitrag zu den Kosten der geplanten Delegation, die die europäischen Hauptstädte besuchen sollte, zu versprechen. .... Im letzten Winter trafen Mr. Stead und ich uns häufig in Konstantinopel, während er sich bemühte, "Dampf zu machen" für den damals geplanten Krieg. Und die Leichtigkeit, mit der sein Glaube Berge von Schwierigkeiten bewegte, hat mich erstaunt. .... Unser letztes Treffen fand am 3. Januar dieses Jahres statt. Er, meine Sekretärin und ich aßen zusammen im Restaurant Holborn zu Mittag. Während des Mittagessens erzählte er mir die spannende Geschichte einer Erscheinung von Katharina der Großen und des plötzlichen Auftauchens eines Talismans aus Polanti, der allen, die ihn besaßen, Unglück brachte. "Jetzt habe ich ihn", fuhr er fort, "und ich bin gespannt, ob mir Unheil widerfährt, und wenn ja, welche Form es annehmen wird. Ist das nicht aufregend?" Bevor das Mittagessen zu Ende war, ging es darum, dass ich den Talisman (den ich nie gesehen habe) eine Zeit lang behielt, um seine tödliche Wirkkraft zu testen. Aber ich lehnte ab. Das war das letzte, was ich von W. T. Stead sah. Fast drei Monate später, am 21. März, verfasste er seinen letzten Brief an mich. .... Im Umgang mit seinen eigenen Plänen benutzte er das folgende prophetische Wort—: Ich werde vielleicht am 2. April nach Amerika gehen. Ich habe im letzten Monat mehr als einmal über eine Fahrt nach St. Petersburg nachgedacht, aber das Schicksal scheint sich für Amerika entschieden zu haben. Schicksal! Das Schicksal entschied, dass W. T. Stead so sterben sollte, wie er gelebt hatte, als einer der führenden Verfechter der aufbauenden Kräfte, die sich gegen die Elemente der Zerstörung auflehnen, und den Tod durch den Tod selbst besiegen sollten. Sein Ende war, wie sein Leben, grandios, heroisch, die frohe Botschaft, gleichzeitig traurig und seelenbewegend, ein Jammern, das über die Drähte blitzte, das eine tief empfundene Atmung von einem Ende Russlands zum anderen hervorrief. Mitglieder aller Parteien, aller Klassen, aller Glaubensrichtungen und Nationalitäten gedachten Stead mit Dankbarkeit und Stolz: "Der Fürst der europäischen Journalisten", ein Publizist bezeichnet ihn: "die Seele der Sozialreform" und der Begriff, den ein anderer auf ihn anwendet, ist "der echte Freund Russlands". In den entlegensten Städten ist sein Name familiär. In Teilen Finnlands ist er ein Begriff, der in aller Munde ist. Er wird in die Weltgeschichte eingehen."
J. L. GARVIN. "Um ein paar Worte im letzten Augenblick gebeten, kann ich mich nicht darauf beschränken, dem Andenken eines außergewöhnlichen Mannes eine abgewogene und befohlene Ehrung zu erweisen. .... Als ich um die Mittagszeit in der Oxford Street spazieren ging, als der Verlust der Titanic sicher war, war der einzige Name, den ich von den Gruppen auf dem Bürgersteig genannt hörte, sein Name, und das war an sich schon bezeichnend für das Ausmaß, in dem er seinen Namen zu einem nationalen und internationalen Wort gemacht hatte. Ein paar Tage vor seiner Abreise hatte ich von ihm im Büro der Pall Mall Gazette einen umfangreichen Glückwunschbrief zu meiner Amtszeit als Vorsitzender erhalten, den er berühmter machte. Eine meiner ersten Handlungen war es, genau den Stuhl, auf dem er saß, ausfindig zu machen und wieder zu benutzen, und ich werde nie auf ihm sitzen, ohne das Gefühl zu haben, dass ein Schatten von ihm in der Nähe ist. Unsere Freundschaft begann spät. Vielleicht war es nicht an der Zeit, intim oder völlig verständnisvoll zu werden, aber sie war trotz der akuten politischen Schwierigkeiten in den letzten paar Jahren echt. Sie beruhte auf dem Wunsch, die Flotte über der Partei zu halten und sie als Bedingung für ihre Freiheit und ihr Leben und für alle lebenswichtigen Aktivitäten der englischsprachigen Welt in Erinnerung zu behalten, ohne dabei an Aggression zu denken. .... Wenn eine mächtige und vielseitige Karriere zu Ende ist, können Männer verschiedene Aspekte dieser Karriere betonen, je nachdem, was sie denken. Für mich war W. T. Stead vor allem W. T. Stead. .... Er war nicht nur ein Mann des Genies; er war von Ideen besessen, wie nur ein Mann von starkem Genie sein kann. Das war sein Hindernis in mehrfacher Hinsicht, aber es war das, was ihn ausmachte. Man könnte wagen zu sagen, ohne sehr weit vom Ziel entfernt zu sein, dass sein Platz in der Praxis des Journalismus dem von Mr. Gladstone in der Praxis der Politik entsprach. Sein Grab befindet sich dort, wo er es sich ausgesucht haben könnte, auf halbem Weg zwischen England und Amerika, unter dem vollen Strom ihres Verkehrs; und ich komme nicht umhin zu denken, dass sein Tod in Übereinstimmung mit seiner Sicht der Dinge war. Er bezeugte die großen Realitäten, die den gemeinsamen Bewegungen unseres Lebens zugrunde liegen."
J. A. SPENDER in the "Westminster Gazette." (J. A. SPENDER in der "Westminster Gazette".) "Ich denke an eine Freundschaft mit Herrn Stead, die sich über fünfundzwanzig Jahre erstreckte, und ich kann es unmöglich begreifen, dass er nicht mehr unter uns weilt. Ich habe ihn am Tag vor seiner Abreise gesehen, und er war erfüllt von seiner bevorstehenden Amerika-Tournee und der "großartigen Gelegenheit", mit der Titanic auf ihrer ersten Reise überzusetzen. Sein Hauptanliegen war es, eine Rede auf einer internationalen Friedenskonferenz zu halten, bei der, glaube ich, Präsident Taft anwesend sein sollte; aber charakteristischerweise hatte er geplant, einen großen Teil des amerikanischen Kontinents in einer vierzehntägigen Reise zu durchqueren, und als ich ihn verließ, debattierte er noch darüber, ob er nach San Francisco weiterreisen würde oder nicht. Ich glaube nicht, dass es für irgendeinen Historiker in Zukunft möglich sein wird, die Geschichte dieser Zeit ohne häufige Erwähnung von Steads Namen zu schreiben. Ein Teil der jüngeren Generation hatte ihn — zu Unrecht — als einen verbrauchten Vulkan betrachtet, und er baute sicherlich eine reiche Ernte von Dingen an, die die Unvorsichtigen als "Modeerscheinungen" bezeichnen; aber sein Verstand war so aufmerksam und genial wie eh und je, und er hatte eine ganz außergewöhnliche Verbindung zu fremden Ländern und Bewegungen hergestellt. Kein englischer Journalist und nur sehr wenige englische Männer des öffentlichen Lebens waren in den Vereinigten Staaten, Deutschland und Russland so bekannt wie Stead. In seinen letzten Jahren schien er in informellen Missionen ständig von Hauptstadt zu Hauptstadt zu huschen, Souveräne und Staatsmänner zu interviewen, Ansichten und Fakten zu sammeln, die der Diplomatie entgehen, und einen unaufhörlichen Strom von Journalismus auszuschütten, von dem leider ein großer Teil anderswo als in diesem Land veröffentlicht wurde. Stead war ein ausgezeichneter Sonderkorrespondent, und ich glaube nicht, dass es in letzter Zeit ein feineres Stück Journalismus gegeben hat als seine Darstellung seiner Mission in Konstantinopel, als er den Sultan interviewte und dem Komitee die Treue hielt. Er hatte diese eigentümliche Mischung aus dem Pittoresken und dem Praktischen und diese bemerkenswerte Fähigkeit, komplizierte Dinge in klaren und positiven Umrissen zu sehen, die seine Arbeit am besten charakterisierten. Aber die heutige Generation kann die Macht, die er in den achtziger Jahren hatte, nicht erkennen. Er hatte einen neuen Stil des Journalismus erfunden, die Entscheidungen der Kabinette beeinflußt, sich fast selbst zu einer Partei im Land gemacht. .... Geben Sie ihm das größte blaue Notizbuch der Welt, und er hätte in einer halben Stunde den Kopf frei, und eine leuchtende Zusammenfassung, die nichts Wichtiges auslässt und innerhalb einer Stunde in Druck geht. Seine Artikel waren wie das Hauen eines geraden Weges durch einen verworrenen Wald. Es mag rechts und links von ihm Wälder und Sümpfe geben, aber er beunruhigte sich nicht darüber, solange sein eigener Weg klar war. Sein Sprechen trug der Komplexität der Dinge viel mehr Rechnung als sein Schreiben, und es gab in London keine bessere Kritik an den Ansichten anderer Leute. Wenn er eine Frage stellte, sprach er sie aus einem Dutzend von Gesichtspunkten mit dem schärfsten Gespür für ihre Komplikationen aus......"
DR. CLIFFORD At a Memorial Service, Westminster Chapel, on April 25th. 1912. (DR. CLIFFORD Anlässlich eines Gedenkgottesdienstes, Westminster Chapel, am 25. April 1912.) "In dieser Stunde der Trauer stützt uns ein starker Trost. Wir sind sicher, dass unser geliebter Freund William Thomas Stead, bis in den Tod treu war, und dass er die Krone des Lebens erhalten hat. Obwohl er der tragischen Katastrophe vom vorletzten Sonntagabend zum Opfer gefallen ist, sind wir uns absolut sicher, dass er sein Ende als Sieger fand. .... Sein vermutlich letzter Brief, der von der Titanic geschrieben wurde, lautet: — Ich werde nach Amerika reisen, um eine Rede zu halten. Aber ich habe das Gefühl, dass dies nur die Esel waren, die Saul suchte, als er zum König von Israel gekrönt wurde. Was ich sonst noch tun soll, weiß ich nicht. Etwas wartet auf mich, eine wichtige Arbeit, deren Art mir rechtzeitig offenbart wird. Aber was es ist, ob journalistisch, spirituell, sozial oder politisch, weiß ich nicht. Ich warte auf meinen Marschbefehl, in der Gewissheit, dass Er, der mich berufen hat, seinen guten Willen und sein Wohlgefallen zur rechten Zeit kundtun wird. Da ist die Haltung des Mannes, der mit lauschendem Ohr auf seinen "Marschbefehl" wartet, ganz begierig zu gehorchen. .... Die Breite seiner Interessen manifestierte sich in seinen anhaltenden Bemühungen um die Verschmelzung der gesamten englischsprachigen Rasse, in seiner großen Sympathie für kleine Nationalitäten, in seiner geduldigen und beharrlichen Arbeit für den internationalen und universellen Frieden und in all den Organisationen, die die universelle Brüderlichkeit und den guten Willen fördern......"
MEMORIAL SERVICE OF THE MEN AND RELIGION FORWARD MOVEMENT (GEDENKFEIER DER FORTSCHRITTSBEWEGUNG MENSCH UND RELIGION) "Mehr als 2.000 Personen nahmen an der Gedenktagung des Men and Religion Forward Movement's Conservation Congress in der Carnegie Hall zu Ehren von William T. Stead teil, dem englischen Herausgeber und Reformer. Das Podium und die Logen der großen Halle waren mit verschlungenen englischen und amerikanischen Flaggen drapiert, und das Lesepult in der Mitte der Bühne war mit einem Trauerkranz behängt, in dessen Mitte hing ein großes Bild von Herrn Stead, ein kleines Originalfoto, das von der American Review of Reviews beschafft und vergrößert wurde......" THE INFLUENCE OF LOWELL. (DER EINFLUSS VON LOWELL.) "Wir brauchen keine übersinnlichen Phänomene, um an Gott und Unsterblichkeit zu glauben. Aber am letzten Tag, den Stead in diesem Land verbrachte, hatte er mit Frau Hillis und mir zu Mittag gegessen und prophezeite, dass er sterben würde, nicht in seinem Bett, wie wir es erwartet hatten, sondern in einer Menschenmenge und mit Gewalt. "Ich hatte die Vision eines Mobs. Ich glaube, dass ich nicht so sterben werde, wie Sie es erwarten, sondern dass ich auf der Straße zu Tode getrampelt werden werde", so drückte er es aus. Ich gratuliere Stead zu seinem Tod. Die Vereinigten Staaten werden immer auf einer höheren spirituellen Ebene sein, weil Stead auf der Titanic gestorben ist. Die Vorstellungskraft von 90.000.000 Menschen wurde eingefangen und transformiert......" MR. J. A. MACDONALD. I. A. MacDonald, Herausgeber des Toronto Globe, sagte:— "Mr. Stead war ein geweihter Apostel des universellen Friedens. Er plädierte für ihn bei Königen, Zaren und Ministern. Er kämpfte mit den Bestien der Habgier und Plünderung und den feuerfressenden Jingoisten. Als ich ihn im letzten Juni besuchte, sprach er besonders über seinen Wunsch, die Journalisten Amerikas und Englands gegen die Kriegssyndikate, die die Welt bedrohen — die finanziellen "Kriegsherren" — aufzurichten. Vor allem aber glaubte er an die Zukunft der angelsächsischen Rasse. Als ich ihn im vergangenen Juni zum letzten Mal verließ, legte er mir die Hand auf die Schulter und sagte: "Ihr Amerikaner müsst euch an eure englischsprachige Brüderlichkeit erinnern. Und [dies sagte er mit ungewöhnlicher Betonung] denkt daran, dass Kanada den Schlüssel hält." Wäre er heute abend hier gewesen, hätte er uns zweifellos die schrecklichen Tatsachen des Krieges vor Augen geführt — seine unvorstellbare Torheit, seine unerträgliche Last. Gebe Gott wenigstens, dass das Schwert des Angelsachsen nie gegen seinen angelsächsischen Bruder gezogen wird."
LORD FISHER OF KILVERSTONE (LORD FISHER VON KILVERSTONE) HOTEL Excelsior, Neapel, 1. Mai 1912. "In diesem Augenblick erreicht mich ein Telegramm mit der Bitte um einige öffentliche Worte über Mr. Stead — meinem treuen Freund seit fast dreißig Jahren! "Aus der Fülle des Herzens spricht der Mund." Ich werde keine einstudierten Worte schreiben. .... Stead war von der großartigen Idee eines kämpferischen Endes besessen. Er sagte mir selbst, er "sollte in seinen Stiefeln sterben" — und das tat er auch! Ich vermute, dass sein Ende sehr gut war — er war auf wundersame Weise tapfer. Zweifellos ermutigte er alle um ihn herum! Ohne Zweifel hielt er eine mitreißende Rede an diese glorreichen Musikanten. — und liebte die Hymne, die sie spielten (weil er sie fühlte) — und Adams, der Verfasser der Hymne, wird auch seine Freude haben. Merkwürdig, dass ich, kurz bevor ich von der Katastrophe der Titanic erfuhr, hier in Neapel auf Nelsons Balkon im Palazzo Sessa spazieren ging, von dem aus ich direkt auf sein geliebtes Flaggschiff blickte, das ihn glorreich zum Nil trug, und dabei dann unwillkürlich an Stead dachte, weil er von Nelson so herrliche und unvergängliche Worte schrieb! (Sein ganzer Artikel sollte reproduziert werden!) Ich erinnere mich an diese brennenden Zeilen (aber alles, was er schrieb, war großartig!): "Wenn der Wagen und die Pferde des Feuers für Nelsons Übersetzung gewahrt worden wären, hätte er kaum in einem helleren Glanz der Herrlichkeit abreisen können" Das waren die Ideale von Stead! Auch er starb im Kampf! "Prӕl o occisus!" — Keine schlechte Grabinschrift!"
JULI — SOME DATES IN THE LIFE OF WILLIAM THOMAS STEAD. (EINIGE DATEN IM LEBEN VON WILLIAM THOMAS STEAD.) "5. Juli 1849 — Geboren von Pastor William Stead und Isabella Stead in Embleton, Manse, Northumberland. Die Familie zog nach Howdon-on-Tyne, wo sein Vater vierunddreißig Jahre lang Pastor der Kongregationskirche war. .... 1863 .... Dann begann er, für das Northern Echo zu schreiben, eine gerade in Darlington gegründete Halb-Penny-Tageszeitung. 1871 wurde er Redakteur des Northern Echo, auf Anfrage von Mr. John Hyslop Bell (für die Eigentümer). 1873, 14. Juni. — Heiratete Emma Lucy, Tochter von Henry WiKon, aus Howdon-on-Tyne, und nahm seinen Wohnsitz in Oaklands oder Grainey Hill am Stadtrand von Darlington. 1876 — Wurde durch einen Brief von MacGahan in den Daily News, in dem dieser die Gräueltaten der Bulgaren an den Türken in Batak beschrieb, dazu bewegt, eine führende Rolle in der Agitation zu übernehmen, die 1891 einsetzte. 1877 — Erstmals Madame Novikoff, Mr. Gladstone, Thomas Carlyle getroffen. 1880 — .... Wurde Assistenzredakteur von John Morlev bei der Pall Mall Gazette. 1883 — ....  Wurde alleiniger Herausgeber der Pall Mall Gazette. 1884 — Interviewte General Gordon, was dazu führte, dass Gordon nach Khartum geschickt wurde. .... 1888 — Besuchte Russland; wurde von Zar Alexander III. empfangen. Veröffentlichte " Die Wahrheit über Russland". .... 1890 — Verließ die Pall Mall Gazelle und gründete die Review of Reviews. .... 1891 — .... Gründete die American Review of Reviews. .... 1892 — Gründete die Australasian Review of Reviews. .... 1894 — .... Errichtete ein nationales Mahnmal, um das Wachstum der europäischen Rüstung durch internationale Vereinbarungen aufzuhalten. .... 1896 — .... Veröffentlichte " Always Arbitrate Before You Fight" (Immer schlichten, bevor man kämpft). .... 1898 — 24. August. — Reskript des Zaren. Besuchte Russland; wurde zweimal von Nikolaus II. empfangen. .... Unternahm eine Reise durch Europa und besuchte die meisten Hauptstädte, die sich für den Friedensplan des Zaren aussprachen. 1898/1899 — Leitete eine Reihe von Treffen zur Unterstützung der Haager Konferenz ein. 1899 — Herausgabe und Redaktion einer Wochenzeitung mit dem Titel Krieg gegen den Krieg. Veröffentlichte "Die Vereinigten Staaten und Europa". Reiste nach Russland, um dem Zaren Unterschriften für das Denkmal zu überreichen. Begab sich von St. Petersburg nach Den Haag; blieb während der gesamten Konferenz. Ausbruch des Südafrikanischen Krieges, den er entschieden ablehnte. .... 1900 — .... Während der Ausstellung in Paris arbeitet er für die Sache des Internationalismus. Veröffentlichte "Mr. Carnegie's Conundrum" und "Mrs. Booth: A Study". .... 1902 — Veröffentlicht "Die Konferenz von Den Haag", "Die Amerikanisierung der Welt", "Der letzte Wille und Testament von Cecil John Rhodes" und "The Despised Sex". Befürwortete das Studium des Esperanto in dieser Review of Reviews. 1903 — Veröffentlichten "Wie Britannien in den Krieg zieht". 1906 — Organisiert den Besuch von deutschen Redakteuren in dem Land. Veröffentlicht "Erzählungen und Gespräche von Tolstoi". .... 1907 — .... Besuchte die verschiedenen europäischen Hauptstädte und erläuterte die Idee des Friedenshaushalts und der Friedenspilgerfahrt. Besuchte Amerika, um am Friedenskongress in New York teilzunehmen; nach der Rückkehr aus Amerika Gegenbesuch englischer Redakteure in Deutschland. Von Deutschland aus reiste er nach Den Haag und verfasste jeden Tag auf eigene Kosten ein Papier mit dem Titel Courrier de la Conférence. 1911 — Besuchte Konstantinopel auf einer Friedensmission. .... 1912 — Osterwoche - Fährt auf der Titanic von Southampton nach New York, um auf dem Kongress für Menschen und Religionen über "Universellen Frieden" zu sprechen......"
JULI — The Life and Death of the "Titanic." (Das Leben und der Tod der "Titanic".)
THE IGNORANCE OF SENATOR SMITH AND THE KNOWLEDGE OF MR. ISMAY. (DIE IGNORANZ VON SENATOR SMITH UND DAS WISSEN VON MR. ISMAY.) "WIR ziehen die Unwissenheit von Senator Smith dem Wissen von Mr. Ismay vor! Aber lassen Sie uns erklären, was wir meinen. Als der gigantische Liner Titanic am 14. April mit voller Geschwindigkeit in den verhängnisvollen Eisberg raste, erschütterte er nicht nur sich selbst, sondern auch das Sicherheitsgefühl der reisenden Öffentlichkeit im Seeverkehr völlig. Und heutzutage ist die reisende Öffentlichkeit praktisch ein Synonym für die menschliche Rasse, und jedes Jahr wird es mehr. So schrecklich die Katastrophe auch war, was den unmittelbaren Verlust von Menschenleben angeht, so ist sie vielleicht noch schrecklicher, weil sie einen der festesten Glaubenssätze, die die Welt hegte, aus dem Weg räumte — die Sicherheit von Seereisen. Passagiere auf Hochseeschiffen, besonders auf den modernsten Linienschiffen, haben es als selbstverständlich angesehen, dass ihre Sicherheit voll berücksichtigt wurde. Sie dachten oder träumten nie davon, dass die wunderbaren Annehmlichkeiten moderner Ozeanreisen nicht ein zusätzliches Indiz für Sicherheit waren. Die Menschen glaubten, dass die Titanic nicht sinken konnte." THE BELIEF IN UNSINKABILITY. (DER GLAUBE AN DIE UNSINKBARKEIT.) "Dieser Glaube an die Unsinkbarkeit von modernen Schiffen war über Jahre hinweg immer stärker geworden. Bereits 1838 wurden Querschotten eingeführt, die es ermöglichten, Dampfer in fünf Sektionen zu unterteilen, von denen man glaubte, dass drei davon ausreichen würden, um das Schiff über Wasser zu halten. In den über siebzig Jahren seither wurde alles getan, um diesen Glauben in den Köpfen der Öffentlichkeit zu stärken. Die Presseartikel über die Olympic, die Titanic und andere der heutigen Monsterschiffe tendierten alle in die gleiche Richtung, und die Passagiere warteten, um mit einem größeren, neueren Schiff zu fahren und mehr Sicherheit und Komfort zu haben......" EFFECT ON OFFICERS AND OFFICIALS. (WIRKUNG AUF OFFIZIERE UND BEAMTE.) "Allmählich entwickelte sich die Idee der Unsinkbarkeit von Schiffen zu einer Besessenheit, die von der Öffentlichkeit und den Verantwortlichen für die Schiffe geteilt wurde. Bis zu einem gewissen Grad wurden auch die Erbauer und Manager von dieser Besessenheit beherrscht, sogar gegen ihr besseres Wissen und ihren gesunden Menschenverstand. Wenn Kapitäne und Präsidenten von Dampfschifffahrtslinien die Schiffe für unsinkbar oder nur langsam versenkbar hielten, ist es dann verwunderlich, dass alle anderen dies auch taten? Es ist nicht zuviel gesagt, dass die Mehrheit der Passagiere nie ausreichend darüber nachgedacht hat, um zu sehen, ob es Unterkünfte für die Boote gibt, so dass jeder Gedanke an das Versinken vollständig ausgetrieben wurde. Mit zunehmender Größe und Tragfähigkeit der Schiffe veränderte sich das Boot oder eine andere lebensrettende Unterkunft kaum. Es sieht fast so aus, als ob die Boote mehr aus Gewohnheit mitgeführt wurden, für verschiedene Zwecke, aber ohne konkrete Vorstellung von einem Einsatz zur Rettung der menschlichen Fracht im Katastrophenfall. Je grösser das Schiff ist, desto weniger Aufmerksamkeit scheint den Bootsstationen oder der Bootsübung geschenkt worden zu sein. Es gab nichts in der Art der Maßnahmen, die auf japanischen Linienschiffen ergriffen wurden, wo jeder Passagier in seiner Kabine die Nummer seines Bootes und die Nummer seines Platzes in diesem Boot vorfindet. Natürlich konnte auf einem der großen britischen Linienschiffe nichts dergleichen getan werden, denn es wäre eine Erklärung gewesen, dass es nur Boote für ein Drittel des Ganzen gab — außerdem konnte das Schiff "nicht sinken"!" CONFIDENT EVEN IN DISASTER. (SELBST IM KATASTROPHENFALL ZUVERSICHTLICH.) "Und selbst als der Absturz kam, als der unsichtbare Eisberg dem Leviathan, dem unsinkbaren Titan, das letzte Wort in der Schiffbaukunst gerissen hatte, blieb die Besessenheit dominant. Die Passagiere gingen wieder ins Bett, Matrosen und Offiziere scherzten, die Funker nahmen es nicht ernst. Der Kapitän und die Offiziere erkannten zunächst nicht einmal die Möglichkeit des Untergangs, schon gar nicht in dem Maße, dass sie zugaben, dass das Schiff sinken könnte, bevor Hilfe eintraf. Selbst wenn sie es wussten, zweifelten sie noch. Das Aussetzen der Boote erfolgte nach keinem erinnerten Plan, es gab keine Ordnung bei der Einschiffung der wenigen, so wie es für die vielen keine Boote gab — alles wurde von dieser Besessenheit beherrscht, diesem tödlichen Glauben an die Unsinkbarkeit. Es scheint, dass sogar die Erbauer dieser modernen Schiffe, die wissen, dass sie versenkbar sind, es zulassen, dass ihr Wissen durch den allgemeinen Glauben getrübt wird." IF OWNERS DID KNOW !  (WENN DIE EIGENTÜMER ES WÜSSTEN!) "Wenn wir eine solche Erklärung für die Verantwortlichen nicht zugeben, sehen wir uns mit der düsteren Tatsache konfrontiert, dass die Schiffseigner in dem Wissen, dass die Öffentlichkeit getäuscht wurde, weiterhin Schiffe bauten und zur See schickten, von denen sie wussten, dass sie sinken würden — Schiffe, von denen sie wussten, dass sie nicht genug Notfallboote hatten. Wenn dem so ist, liegt eine schwere Verantwortung für verlorene Leben vor den Türen der Schiffseigner, Schiffsbauer und derjenigen, die Vorschriften für solche Schiffe ausarbeiten......" A PUBLIC INTERROGATlON NOTE. (EINE ÖFFENTLICHE VERNEHMUNGSNOTIZ.) "Die Besessenheit ist so vollständig aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit verschwunden, wie die Titanic unter den Gewässern des Atlantiks verschwand. Die Öffentlichkeit, deren Sicherheitsgefühl weg ist, deren Vertrauen verletzt wurde, verlangt, das Warum und das Wieso zu kennen......" SENATOR SMITH AND THE AMERICAN COMMISSION (SENATOR SMITH UND DIE AMERIKANISCHE KOMMISSION) "Wir halten es für unsere Pflicht, mutig und ohne jede Einschränkung zu erklären, dass wir der Meinung sind, dass die Untersuchungskommission der Vereinigten Staaten unter dem Vorsitz von Senator Smith von größtem öffentlichen Wert gewesen ist......" WHAT THE PUBLIC WANTS. (WAS DIE ÖFFENTLICHKEIT WILL.) Wir behaupten zwar nicht, noch geben sie selbst vor, dass die amerikanische Kommission ein hohes Gericht war, aber wir wissen, dass sie dafür gesorgt hat, dass die britische Kommission weitaus wirksamer und weitaus weitreichender sein wird, als es sonst der Fall gewesen wäre......" WHAT WE KNOW ALREADY. (WAS WIR BEREITS WISSEN.) .... ISMAY TYPIFVING THOSE WHO KNEW. (ISMAY TYPISIERT DIEJENIGEN, DIE ES WUSSTEN.) "Wenn wir von dem Wissen von Herrn Ismay sprechen, meinen wir das Wissen derer, die für den gegenwärtigen Zustand der Sache verantwortlich sind. .... Da es sich bei der Titanic um ein Schiff der White Star handelte und Herr Ismay an Bord war, nehmen wir ihn als ein typisches Beispiel für all jene, Baumeister, Offiziere und Beamte, denen die Öffentlichkeit zu vertrauen pflegte und deren Fachwissen als ausreichend akzeptiert wurde, um uns alle vor Gefahren zu bewahren. Aber jetzt wollen wir uns, so unwissend wir auch sind, nicht blind auf das Wissen von Experten verlassen. Und aus diesem Grund bekräftigen wir, dass wir die Unwissenheit von Senator Smith dem Wissen von Herrn Ismay vorziehen." UNIVERSAL PLEA OF GUILTY.  ALLGEMEINES SCHULDEINGESTÄNDNIS. "Ein White Star-Linienschiff hat der Welt diese Lektion erteilt, aber zweifellos befinden sich praktisch alle Passagierschiffe dieses Landes in der gleichen Situation — Transatlantik-Linienschiffe und Kanal-Dampfer sind alle von der Besessenheit der Unsinkbarkeit beherrscht worden!....." A RED HERRING. (EIN ROTER HERRING.) "Wir möchten hier jedoch eine Warnung aussprechen. Es reicht nicht aus, die Zahl der Boote zu erhöhen; es ist etwas, aber es darf nicht sein, dass er ein Ablenkungsmanöver ist und die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit von der Hauptfrage ablenkt......" THE STRENGTH OF IGNORANCE. (DIE KRAFT DER IGNORANZ.) .... SAVING MONEY, NOT LIVES ! (GELD SICHERN, NICHT LEBEN!) "Es wäre fast unfair, von den Reedereien zu erwarten, dass sie alles selbst machen. Im Allgemeinen sind sie ihren Aktionären ausgeliefert, hungrig nach Dividenden. Es ist daher nur natürlich, dass die Verantwortlichen der großen Linienschiffe immer lieber auf Erfinder hören, die Verbesserungen anbieten, die Geld sparen, und nicht auf solche, die das Leben der Passagiere retten. Aber die Reedereien sind nicht die Hauptverantwortlichen — wir müssen weiter suchen. Die Unternehmen haben in der Tat gesagt, und zwar zu Recht, dass sie alle notwendigen Vorsichtsmaßnahmen getroffen haben, und zwar viel mehr als die in den Vorschriften vorgeschriebenen." WHO IS RESPONSIBLE ? (WER IST VERANTWORTLICH?) "Wer ist verantwortlich für diese Vorschriften, die das Wohlergehen der Handelsmarine der grössten aller Seemächte regeln? Es ist das Board of Trade. .... Es ist das Handelsministerium, das für den Verlust der Titanic verantwortlich ist, und für den Verlust von Hunderten von Menschen, die so grausam und unnötig umgekommen sind......" THE BOARD OF TRADE IN THE DOCK. (DIE HANDELSKAMMER AUF DER ANKLAGEBANK.) ".... In unserer nächsten Ausgabe werden wir uns ausführlich mit dieser wichtigsten aller unmittelbaren Fragen befassen, die das Leben all derer berührt, die mit Schiffen zur See fahren — und in diesen Tagen wird es schwierig sein, jemanden zu finden, der entweder nicht reist oder der nicht jemanden hat, der sich auf die weite oder enge See wagen muss." EVERYONE A CHANCE OF LIFE. (JEDEM EINE CHANCE AUF LEBEN.) "Um all dessen willen fordern wir, dass der Diener der Allgemeinheit, die Handelskammer, ihre Pflichten angemessen wahrnimmt und unverzüglich dafür sorgt, dass jeder Passagier auf einem britischen Schiff im Katastrophenfall so gute Chancen auf Leben hat, wie es menschenmöglich ist. Wenn es notwendig ist, für verschiedene Katastrophen unterschiedliche Vorrichtungen zu haben, sollen sie dafür sorgen — wir bekräftigen unsere Unwissenheit, verlangen aber Wissen von denen, die es wissen sollten. .... Aber möglicherweise hält das Handelsministerium moderne Linienschiffe für feuerfest — wie amerikanische Wolkenkratzer!" OUR DETERMINATION. (UNSERE BESTIMMUNG.) "Wir sind der festen Überzeugung, dass, so wie "zwei Kiele gegen einen" das Motto dieses Landes im Marinebau sein sollte, "jeder Passagier eine Chance für das Leben" das Ziel ist, auf das wir in merkantilen Angelegenheiten hinarbeiten müssen. Der Gründer der Review of Reviews war dafür verantwortlich, die britische Marine effizient zu machen, und wir können uns kein geeigneteres Denkmal für ihn vorstellen, um für die Ästhetik und die Ehre des britischen Handelsdienstes zu arbeiten."
THE NEW HOLY ALLIANCE AND THE OLD. By an Edinburgh Reviewer. (DIE NEUE HEILIGE ALLIANZ UND DIE ALTE. Von einem Rezensenten aus Edinburgh.) "Die Edinburgh Review gibt in einem Artikel über die Friedensbewegung und die Heilige Allianz einen Überblick über die Bewegungen, die zur Haager Konferenz führten. Die katholische Kirche und das Heilige Römische Reich waren Zeugen der Idee der internationalen Einheit." WAS QUEEN ELIZABETH SOURCE OF HAGUE CONFERENCE? (WAR KÖNIGIN ELISABETH QUELLE DER HAAGER KONFERENZ?) "Dann schreibt Sully in seinen Memoiren Heinrich IV. von Frankreich — oder besser gesagt, in erster Linie Königin Elisabeth von England — den "großen Plan einer großen christlichen Republik, die alle Staaten Europas umfasst", zu. In diesem großen Entwurf findet der Rezensent eine merkwürdige Vorwegnahme des vorliegenden Zarenreskripts. Im Jahre 1713 veröffentlichte Abbé de St. Pierre sein Projekt eines Vertrages zur Herstellung des ewigen Friedens, der auch von diesem großen Entwurf inspiriert war. Es ist wahrscheinlich, dass Kaiser Alexander von Russland das Projekt der Abbe de St. Pierre zum ersten Mal durch seinen Tutor, Cesar de La Harpe, einen Schüler Rousseaus, kennen gelernt hat. Es war sicherlich die Idee des Abbé, welche die bemerkenswerten Vorschläge inspirierte, die in einem Brief enthalten waren, den Alexander am 11. Juli 1804 an seinen Freund Novossiltsov, den russischen Botschafter in London, richtete, der sie Pitt vorlegen sollte." TSAR Alexander's scheme : date 1804.  (Zar Alexander's Schema: Datum 1804.) "Es sollte, so drängte er, einen allgemeinen Vertrag geben, der die Grundlage für die Beziehungen der Staaten bilden sollte, die die Europäische Konföderation bilden:— "Warum", fragte der Zar, "könnte man ihm nicht die positiven Rechte der Nationen unterwerfen, das Privileg der Neutralität zusichern, die Verpflichtung einfügen, niemals einen Krieg zu beginnen, bis alle Mittel, die die Vermittlung einer dritten Partei bieten könnte, erschöpft sind. . . . Nach solchen Grundsätzen könnte man zu einer allgemeinen Befriedung schreiten und eine Liga ins Leben rufen, deren Bestimmungen sozusagen einen neuen Kodex des Völkerrechts bilden würden, während diejenigen, die versuchen sollten, ihn zu verletzen, riskieren würden, die Kräfte der neuen Union auf sich zu ziehen. Alexander ließ sich jedoch 1807 von Napoleon überzeugen, um sich wenige Jahre später von ihm zu trennen." AN ENGINE OF OPPRESSION. (EIN MOTOR DER UNTERDRÜCKUNG.) "Europa zerbrach in zwei gegensätzliche Gruppen, den westlichen liberalen Mächten Großbritannien und die drei Mächte Österreich, Preußen und Russland, in einer Heiligen Allianz zu einem engen Bündnis zusammengeschlossen, um alle Bewegungen zur nationalen Unabhängigkeit oder Verfassungsänderung zu unterdrücken. Seine Prinzipien wurden zuletzt bei der verhängnisvollen Intervention des Zaren Nikolaus in Ungarn zugunsten der Habsburger Monarchie im Jahr 1849 angewendet......" THE NEW FRANCE AND THE NEW GERMANY. (DAS NEUE FRANKREICH UND DAS NEUE DEUTSCHLAND.) "Wie der Spieß umgedreht wurde, in der Revue des Deux Mondes vom 1. März und 1. April betitele M. Rene Pinon einen Artikel "Frankreich und Deutschland, 1870-1912"." A MATERIALSTIC GERMANY. (EIN MATERIELLES DEUTSCHLAND.) "Er schließt seine Studie mit der Feststellung, dass es Frankreich unter dem Zweiten Kaiserreich war, das die industrielle Zivilisation in all ihrem Glanz repräsentierte, und das dann Europa beunruhigte und die Welt beunruhigte. Frankreich glaubte damals an ein idealistisches Deutschland, an ein Deutschland der Philosophen, Dichter und Musiker. Heute ist es jedoch Deutschland, das im Materialismus versunken ist. Deutsche Originalphilosophen und große Schriftsteller sind heute recht selten, aber es gibt eine Fülle von Philologen und Fachauslegern, Chemikern und Medizinern, von Stahl, Kohle, Waffen, Gold und Menschen. Materielle Kraft, Wissenschaft und Reichtum werden verehrt, und es ist niemand anders als das einst idealistische Vaterland, das dem Weltfrieden Sorge bereitet." THE NEW generation IN FRANCE. (DIE NEUE GENERATION IN FRANKREICH.) "Dieses neue Deutschland lastet schwer auf dem nationalen Leben Frankreichs, und doch war es vielleicht ein Förderung für ihre moralische Gesundheit. Inzwischen ist in Frankreich auch eine neue Generation herangewachsen, die den Krieg nicht miterlebt hat, ein Volk, das vielleicht nicht patriotischer ist, aber in einem anderen Sinne patriotisch, als es die Menschen waren, die die Katastrophen des Krieges erlitten und zum Teil auch selbstverschuldet verdient haben. Letztere wollten sich für die Niederlage rächen; erstere suchen Wiedergutmachung für das Unrecht. Das Fortbestehen dieses Problems, wie die Reue und die Hoffnung, ist in gewissem Sinne ein unermessliches Gut für Frankreich, denn es gibt ihm jene Erziehung des Herzens, die alle Nationen brauchen, denn Nationen, wie auch Einzelpersonen, leben nach den großen Gedanken, die von Herzen kommen."
Leading Articles in the Reviews. (Führende Artikel in den Rezensionen.) ANGLO-AMERICAN ARBITRATION: The Reality It Expresses. (ANGLO-AMERIKANISCHE SCHIEDSGERICHTSBARKEIT: Die Realität, die sie ausdrückt.) "Ein SEHR bemerkenswerter Beitrag wird von Roland G. beigesteuert......" TREATIES ONLY A CONFESSION OF FACT. (VERTRÄGE NUR EIN ZUGESTÄNDNIS DER TATSACHE.) "Die Schiedsverträge geben Deutschland und Rußland lediglich eine förmliche Mitteilung über die feste Absicht der drei vertragschließenden Nationen, ihr früheres Bündnis um jeden Preis und unter allen Umständen aufrechtzuerhalten. Sie sagen: Wir können es uns nicht leisten, gegeneinander zu kämpfen; deshalb soll alles der Schiedsgerichtsbarkeit unterworfen werden; aber die Tatsache, die von Bedeutung ist, ist nicht die Schiedsgerichtsbarkeit, sondern die Erkenntnis, dass ihre gegenseitigen Interessen einen Krieg unmöglich machen. Die Verträge sind lediglich ein öffentliches Bekenntnis zu dieser Tatsache."
JULI — Special Announcement. (Besondere Ankündigung.) "Die Leser dieser Nummer, mit ihren seitenlangen Hommagen aus der Welt und den Großen der Welt, haben einige Einblicke in das wunderbare Lebenswerk von Herrn W. T. Stead gewonnen. Sie haben in größerem Maße als zuvor erkannt, dass er die treibende Kraft großer Bewegungen war, der Gestalter bedeutsamer Ereignisse, nicht nur in der Geschichte dieses Landes, sondern auch in der Geschichte der Welt. Sie haben gesehen, wie dieser "große, gute Mann" verehrt und geliebt wurde und wie er der Freund aller war, die Hilfe brauchten. Kein Leser dieser Seiten hat sie niedergelegt, ohne bewusst oder unbewusst zu spüren, wie wunderbar es wäre, mehr über die Persönlichkeit von Herrn Stead zu erfahren. Die Biographie, so sind sie überzeugt, einer solchen Weltfigur muss diejenige eines jeden anderen öffentlichen Mannes überschatten und übertreffen, da er in seinen Interessen, seiner Sportart oder seinen Aktivitäten an keine bekannten Grenzen gebunden war. Aber welche Biographie, und sei sie noch so gut geschrieben, von auch nur einem, der seinem Subjekt am nächsten steht, kann die verschiedenen Ereignisse, die verschiedenen Ursachen, mit der Begeisterung und dem nach innen gerichteten Blick des Machers beleuchten? Eine Autobiographie von Herrn W. T. Stead! Wir können uns den Glanz, den menschlichen Wert eines solchen Werkes kaum vorstellen. Ein Leben voller Energien, das sich der "Erledigung von Dingen" widmet, eignet sich nicht für autobiographische Arbeiten. Aber in der nächsten Nummer dieser Zeitschrift werden wir eine autobiographische Charakterskizze von Herrn W. T. Stead veröffentlichen, in der er sein Leben und seine vielen Phasen und Errungenschaften mit der gewohnten Kraft behandelt. Durch das gesamte bemerkenswerte menschliche Dokument zieht sich als Leitmotiv der dominierende Einfluß, die leitende Kraft seines Lebens und verbindet so Phase zu Phase, Epoche zu Epoche und Leistung zu Leistung. Diese autobiografische Charakterskizze wurde erst wenige Tage vor Mr. Stead's Abreise nach Amerika fertiggestellt und ist somit auf den letztmöglichen Moment reduziert. Obwohl er nicht für die Veröffentlichung geschrieben wurde, gewinnt dieser Überblick über ein wunderbares Leben eher, als dass er verliert, da der Autor sich besser in der Lage fühlte, seine Ideen frei auszudrücken und mit den Menschen und Ereignissen umzugehen, wie sie ihm wirklich erscheinen. Wie geisteswissenschaftlich und ehrlich die Autobiographie ist, kann jeder anhand der folgenden Zeilen beurteilen:— "Ich hoffe, dass Sie nicht der Ansicht sind, dass diese Erzählung in irgendeiner Weise in einem prahlerischen Geist geschrieben ist. Ich bin ganz sicher, dass deren Richtigkeit sowohl von Freunden als auch von Feinden bestätigt würde, soweit es um mein öffentliches Handeln in dieser Angelegenheit geht. Ich habe mich bemüht, die Wahrheit niederzuschreiben und zu versuchen, Ihnen sowohl das Unheil, das ich angerichtet habe, als auch das Gute, das ich zu tun versucht habe, zu zeigen." Das Manuskript wurde von Mr. Stead nach dem Diktat nicht einmal gelesen, es sei denn, er würde es, wie es seine Absicht war, an Bord der Titanic noch korrigieren."
AUGUST — The Great Pacifist, AN AUTOBIOGRAPHICAL CHARACTER SKETCH. (Der große Pazifist, EINE AUTOBIOGRAPHISCHE CHARAKTERSKIZZE.) "Dieser Artikel, der in seinen eigenen Worten einen bemerkenswerten Überblick über ein dem Frieden gewidmetes Leben gibt, enthält einige der letzten Arbeiten von Mr. W. T. Stead, wobei der letzte Teil nur wenige Tage vor seiner Abfahrt auf der "Titanic" diktiert worden war und er nicht einmal die Gelegenheit hatte, ihn zu überarbeiten. Im Schriftmaterial fanden wir die folgende Notiz:— "Dies ist eine Erklärung, die ich, glaube ich, um das Jahr 1901 vorbereitet habe, als ich von einem Mitglied des Nobelkomitee gebeten wurde, eine Erklärung über meine Aufzeichnungen in Bezug auf die Friedensfrage abzugeben. Ich habe ihr eine zusätzliche Erklärung hinzugefügt, die meine Tätigkeit auf dem Gebiet des internationalen Friedens während der letzten zehn Jahre beschreibt. Ich ziehe es vor, daß die erste Erklärung, wie sie 1901 erstellt wurde, ohne jede Änderung bestehen bleibt. Ich habe sie nicht einmal durchgelesen." Dabei hat er leider nicht alle nach 1901 dazukommenden Aspekte aufgenommen, wie die wesentliche Frage nach einer neutralen Internationalen Sprache. Zumindest auf den ersten Blick waren keine Notizen zu Esperanto in den weiteren Veröffentlichungen von "Review of Reviews" zu finden. In manchen Nummern des Folgejahres erscheint Esperanto nur noch im Zusammenhang mit Werbung für Sprachliteratur. Und es zeigt sich, daß nach ihm das Thema aus dieser Zeitschrift und damit auch in der allgemeinen Medienlandschaft weitgehend verschwand. Ausnahmen waren die Esperanto-Spezialzeitschriften. Damit wird aber das Thema von den Gesellschaften separiert. [se] "Mein ganzes Leben lang war ich ein Befürworter der Schiedsgerichtsbarkeit, nicht als die endgültige Lösung der Schwierigkeiten, sondern als ein Ideal, dessen Befürwortung die Stimmung für die Schaffung der Vereinigten Staaten von Europa stärken würde. Der Gedanke, der mich immer beherrscht hat, war der, einen Hohen Gerichtshof unter den Nationen zu errichten, dessen Entscheidungen nicht nur die Empfehlungen von Schiedsrichtern wären, sondern durch die Autorität des Gerichtshofs durchgesetzt würden. Meine Lektüre der Geschichte wies immer auf die gleiche Schlussfolgerung hin — die sukzessiven Stufen, durch die die Menschheit von jener anarchischen Wildheit, als jeder Mann die Hand gegen seinen Nachbarn hatte und es rechtmäßig war, jeden Fremden beim Anblick zu töten, bis zum gegenwärtigen Stand der Dinge aufgestiegen ist, wo das Recht, Krieg zu führen, praktisch auf ein halbes Dutzend Großmächte beschränkt ist, die alle demselben Gesetz unterliegen. Nicht durch den Verzicht auf Gewalt seitens der Verfechter des Rechts und des Friedens konnte etwas erreicht werden, sondern durch den Einsatz von Gewalt zur Verteidigung des Rechts und zur Unterdrückung der Anarchie." EXORCISING THE SOLDIER BY THE POLICEMAN. (DEN SOLDATEN DURCH DEN POLIZISTEN VERBANNT.) "Diese Auffassung hat mich immer von der Mehrheit der Friedenspropagandisten getrennt. Ich war so ernsthaft wie jeder von ihnen, den Militarismus auszutreiben und den Soldaten zu entthronen, aber meine Beobachtungen und Überlegungen ließen sich in einem Satz zusammenfassen — man kann den Soldaten nur mit Hilfe des Polizisten austreiben. Ich war daher immer bestrebt, bei der Entwicklung und Stärkung des Prinzips des Europäischen Konzerts mitzuhelfen, das mir als der Keim der Vereinigten Staaten von Europa erschien; und ich schrieb und sprach mich immer dafür aus, dass das Europäische Konzert nicht nur zum Zwecke der Konsolidierung, sondern auch zum Zwecke der Aktion eingesetzt werden sollte. Als z. B. 1876 die europäischen Mächte auf einer Konferenz in Konstantinopel einstimmig beschlossen hatten, den Bulgaren Autonomie zu gewähren, setzte ich alle mir zur Verfügung stehenden Mittel ein, um die Mächte zu drängen, ihr einstimmiges Mandat nicht von den Türken missachten zu lassen. Was ich zu sehen wünschte, war der Einsatz der alliierten Streitkräfte aller europäischen Mächte, um die Türken durch den Einsatz ihrer überwältigenden Kraft zu zwingen, das Mandat der Zivilisation zu befolgen, wie es von der nächsten Annäherung an ein internationales Gericht formuliert wurde, die die Welt bisher gesehen hatte. Leider weigerte sich England unter Lord Beaconsfield, Russland bei der Nötigung der Türkei zur Befreiung Bulgariens zu unterstützen, und der Russisch-Türkische Krieg war die Folge. Wenn ich auf die Zeit zurückblicke, als ich ein junger Mann von siebenundzwanzig Jahren war, erinnere ich mich mit Dankbarkeit an die Rolle, die ich bei der Aufrüttelung des Nordens von England und bei der Unterstützung von Mr. Gladstone in seinen Protesten gegen den angedrohten Krieg gegen Russland im Namen der Türken spielen konnte. Sowohl Mr. Gladstone als auch Mr. Bright erkannten wiederholt den Dienst an, den ich in dieser Kampagne für die Sache des Friedens geleistet hatte, und es war mein stolzes Privileg, einer der drei Engländer zu sein, die den Dank der ersten bulgarischen Versammlung für die Dienste erhielten, die ich für die Sache der bulgarischen Unabhängigkeit geleistet hatte." THE PRINCIPLE OF THE EUROPEAN CONCERT. (DAS PRINZIP DES EUROPÄISCHEN KONZERTS.) "Mein ganzes Leben lang war ich ein entschiedener Gegner des russophobischen Kriegsgeistes, der Europa in den Krimkrieg stürzte und immer wieder Kriege sowohl in Europa als auch in Asien herbeiführte. Indem ich ständig das Prinzip des Europäischen Konzerts vertrat und die Durchsetzung der vertraglich garantierten Rechte der unglücklichen Christen des Ostens, wenn nötig, durch die Armeen und Flotten Europas forderte, stand ich immer mehr oder weniger im Gegensatz zur orthodoxen Friedenspartei, deren einzige Idee die Nichteinmischung und Enthaltung von allen europäischen Komplikationen war. Ich protestierte gegen diese Doktrin, weil ich sie für einen Verzicht auf die Verantwortung hielt, die wir denen schuldeten, für deren gute Regierung wir uns durch den Vertrag von Paris und den Vertrag von Berlin verantwortlich gemacht hatten; und wann immer die chronische Mißregierung der Türkei in Massakern und Greueltaten akut wurde, hörte ich nie auf, England und die anderen Mächte aufzufordern, die überwältigende Kraft, die sie besaßen, für den Zweck einzusetzen, die Türken zu zwingen, ihre vertraglichen Verpflichtungen zu erfüllen." THE POWERS AND THE GRÆCO-TURKISH WAR. (DIE MÄCHTE UND DER GRIECHISCH-TÜRKISCHE KRIEG.) "Ich wandte das gleiche Prinzip unparteiisch auf alle Störer des Friedens im Osten an. Ich protestierte gegen die Haltung der Mächte beim Ausbruch des türkischen Krieges und behauptete, es sei ihre Pflicht, Griechenland notfalls mit Waffengewalt davon abzuhalten, einen Krieg zu beginnen, der so verhängnisvoll endete, und ich freute mich außerordentlich, als wenig später eine internationale Flotte und eine internationale Armee eingesetzt wurden, um Kreta dem Zugriff des Sultans zu entreißen. Immer und überall habe ich behauptet, dass es die unbedingte Pflicht der Mächte, die sich zur Regelung der Ostfrage verpflichtet hatten, sei, ihren Willen mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln wirksam zu machen." THE IMPERIALISM OF RESPONSIBILITY. (DER IMPERIALISMUS DER VERANTWORTUNG.) "Die gleiche Ordnung von Ideen führte mich dazu, mehrere Jahre lang einer der führenden, wenn nicht der führende Verfechter dessen zu sein, was ich den Imperialismus der Verantwortung nennen könnte, im Gegensatz zum Jingoismus, der der Imperialismus des Stolzes und der Habgier ist, einerseits, und zum Klein-Englandismus, der mir eine fast ebenso egoistische und unwürdige Politik zu sein schien, andererseits. Als ich ein Teenager war, schreckte ich vor jeder Ausdehnung der englischen Autorität über die dunkelhäutigen Rassen der Welt zurück, aber die Erfahrung von Fidschi überzeugte mich, dass es für England eine Pflichtvergessenheit wäre, sich zu weigern, aber die Erfahrung von Fidschi hat mich überzeugt, dass es für England eine Pflichtvergessenheit wäre, sich zu weigern, seine imperiale Macht zur Erhaltung des Friedens und zur Niederschlagung der Piraterie und des Sklavenhandels unter den schwächeren dunkelhäutigen Rassen der Welt einzusetzen. Es schien mir, dass die europäischen Nationen kein Recht haben, Plünderer und Abenteurer zu züchten, ihnen zu erlauben, frei nach Afrika und Asien zu gehen, bewaffnet mit den Waffen und den Giften der modernen Zivilisation, und sie frei zu lassen, die einheimischen Rassen zu plündern. Auf den Fidschi-Inseln wurde die Politik der Enthaltsamkeit bis an ihre äußerste logische Grenze getrieben. Die Eingeborenen flehten England an, ihnen einen Gouverneur zu schicken, um sie vor den weißen Männern zu schützen, die sie in die Sklaverei entführten. Mr. Gladstone weigerte sich; aber ein oder zwei Jahre später zwangen ihn die schrecklichen Ergebnisse, die aus dieser Ablehnung der Bitte der Eingeborenen folgten, widerwillig, die Verantwortung für die Regierung der Inseln zu übernehmen." FOLLOW THE FILIBUSTER BY THE POLICEMAN. (DEM HINHALTEN DES POLIZISTEN FOLGEN.) "Damals fasste ich meine Schlussfolgerung in dem Satz zusammen: "Es ist notwendig, dem Filibuster durch den Polizisten zu folgen." Ich verliebte mich in die Idee, dass die britische imperiale Macht das Instrument für die Aufrechterhaltung des Friedens zwischen den Rassen war, die sonst durch interne Kriege verflucht worden wären, und für die Niederschlagung der Schrecken der Sklaverei und anderer barbarischer Werke in weiten Regionen. Die Aufrechterhaltung des römischen Friedens in den 300 Millionen Einwohnern Indiens durch eine Armee, die zahlenmäßig viel kleiner war als die in einem kleinen europäischen Land unterhaltene Streitmacht, schien mir ein Ziel, für das es sich lohnte, viele Opfer zu bringen. Vom Himalaya bis Ceylon, unter einem Fünftel der Bevölkerung dieses Planeten, konnte keine Kanone abgefeuert werden, außer mit Erlaubnis der obersten Regierung. Das Brigantentum wurde unterdrückt; der Bürgerkrieg verschwand, und wir erhielten den absoluten Frieden in diesem riesigen Land durch etwas aufrecht, das kaum besser war als eine bewaffnete Polizeitruppe. Ich wurde ein leidenschaftlicher Imperialist, aber mein Imperialismus war immer ein Imperialismus der Verantwortung, oder, wie ich es vor fast dreißig Jahren formulierte, ein Imperialismus plus gesunden Menschenverstand und die Zehn Gebote." UNCEASING WAR AGAINST JINGOISM. (UNABLÄSSIGER KRIEG GEGEN DEN JINGOISMUS.) "Gegen den Jingoismus in jeder Form und Gestalt führte ich einen unaufhörlichen Krieg. Das Imperium war für mich keine Quelle des Stolzes, es sei denn, es war das Emblem der erfüllten Pflicht, der zum Wohle der Menschheit getragenen Lasten. Das gleiche Prinzip wandte ich mit absoluter Unparteilichkeit auf andere Länder an. Ich forderte für England nichts, was ich nicht mit gleicher Vehemenz für Russland forderte, dessen Fortschritt durch Zentralasien mir ein großer Gewinn für die Zivilisation und ein Nutzen für die Menschheit erschien. Die Unterdrückung des Sklavenhandels in den Khanaten Turkestans und die Herstellung von Recht und Ordnung inmitten marodierender Stämme schien mir ein wünschenswertes Ziel im Interesse des Friedens zu sein; und obwohl ich das zufällige Blutvergießen eines kurzen Feldzuges bedauerte, betrachtete ich dies als einen kleinen Preis für die großen Vorteile, die sonst nicht hätten erreicht werden können." THE CIVILISING SOVEREIGNTY OF A GREAT POWER. (DIE ZIVILISATORISCHE SOUVERÄNITÄT EINER GROSSMACHT.) "Es ist offensichtlich, dass diese Vorstellung von der zivilisierenden Souveränität einer Großmacht sowie meine Auffassung von der Wichtigkeit der Stärkung der Autorität des Europäischen Konzerts mich in ständigen Gegensatz zu denjenigen brachte, deren Ideal das der Nichtnutzung von aller Gewalt, der vollständigen Abrüstung und der Annahme dessen, was gewöhnlich als Friedensgrundsätze anerkannt wird. Als ich die Nachfolge von Mr. Morley als Herausgeber der Pall Mall Gazelle antrat, predigte ich diese Doktrin eines wohltätigen Imperialismus und die Notwendigkeit, den Polizisten einzusetzen, um den Soldaten auszutreiben, mit der größten Energie und Begeisterung. Manfred Milner, jetzt Hochkommissar am Kap, war mein Assistent und arbeitete mit mir an diesen Leitlinien, und zusammen zogen wir eine Schule von Journalisten und Politikern auf, deren Einfluss in jedem Winkel des Empire zu spüren war." GORDON SENT TO KHARTOUM. (GORDON NACH KHARTOUM GESCHICKT.) "Als Redakteur der Fall Mall Gazelle gelang es mir, die Regierung dazu zu bewegen, General Gordon zur Evakuierung des Soudan zu entsenden, da ich es für eine Schande hielt, dass wir die Aufgabe des Landes verkündeten und keine angemessenen Schritte unternahmen, um den sicheren Rückzug der verlassenen Garnisonen zu gewährleisten......" IMPERIALISM NOT JINGOISM. (IMPERIALISMUS, NICHT JINGOISMUS.) "Dass mein Imperialismus wirklich durch moralische Erwägungen bedingt und keineswegs mit Jingoismus zu verwechseln war, mag die Tatsache beweisen, dass ich vor und nach der Schlacht am Majuba-Hügel ein vehementer Verfechter der Wiederherstellung der Selbstverwaltung für die Buren war......" THE TRUTH ABOUT THE NAVY. (DIE WAHRHEIT ÜBER DIE KRIEGSMARINE.) "Ich war immer ein starker Gegner der Wehrpflicht gewesen. Die Wehrpflicht erschien mir verabscheuungswürdig, aber 1884 erkannte ich mit Schrecken, dass die britische Marine in einen solchen Zustand der relativen Schwäche gesunken war, dass die Einberufung aufgrund des Zusammenbruchs unserer ersten Verteidigungslinie eines Tages unvermeidlich werden könnte......" RHODES AS IMPERIALIST STATESMAN. (RHODES ALS IMPERIALISTISCHER STAATSMANN.) "In jenen Tagen machte ich die Bekanntschaft von Mr. Cecil Rhodes, zu dem ich mich natürlich wegen der Liberalität hingezogen fühlte, mit der er die Iren in ihrem Kampf für Hausrecht unterstützte. Hr. Rhodes war in jenen Tagen der große Verfechter der Niederländer Südafrikas. Er wurde von den englischen Tories wegen seiner Sympathien für den Afrikaner Bond misstraut......" REUNION OF THE ENGLISH-SPEAKING RACE. (WIEDERVEREINIGUNG DER ENGLISCHSPRACHIGEN RASSE.) "Zur gleichen Zeit, als ich diese Lehren in der Pall Mall Gazelle predigte, plädierte ich immer leidenschaftlich für die Beseitigung jeder Ursache von Reibungen zwischen den beiden großen Hälften der englischsprachigen Rasse. Ich habe nie aufgehört, die Selbstverliebtheit zu beklagen, die Georg III. und seine Berater im letzten Jahrhundert dazu brachte, die amerikanischen Kolonisten in die Revolte zu treiben, und ich habe mich zu jeder Jahreszeit für die Wiedervereinigung der englischsprachigen Rasse eingesetzt. So weit war ich davon entfernt, mich der Prahlerei eines jingoistischen Nationalismus hinzugeben, dass ich wiederholt erklärt habe, dass ich, um die Wiedervereinigung der englischsprachigen Rasse zu sichern, bereitwillig die unabhängige Existenz des Britischen Reiches mit dem Amerikanischen Republik verschmelzen würde, wenn diese Vereinigung auf keine andere Weise herbeigeführt werden könnte. Immer und überall plädierte ich für die Beseitigung von Differenzen, für die Errichtung eines föderalen Systems, das die friedliche Herrschaft des Rechts anstelle des bestehenden Regimes sichern würde, in dem rivalisierende Staaten eine antagonistische Politik verfolgten, deren Ausführung allein von der Kraft der Waffen abhing." VISIT TO ALEXANDER III. OF RUSSIA. (BESUCH BEI ALEXANDER III. VON RUSSLAND.) "Meine erste Friedensmission auf dem Kontinent fand 1888 zu einer Zeit statt, als die Popularität von General Boulanger Europa mit Krieg zu bedrohen schien. Ich ging nach St. Petersburg und wurde vom Kaiser Alexander III. zu einem Gespräch empfangen, das nicht wenig dazu beigetragen hat, die Furcht vor einem bewaffneten Konflikt zu zerstreuen. Ich glaube nicht, dass es zu viel ist zu sagen, dass es mir als Ergebnis meiner Unterredung gelungen ist, den wahren Charakter Alexanders III. als des Friedenswächters Europas festzustellen. Als ich zurückkehrte, wurde ich ausgelacht, aber Jahre später, als Alexander III. starb, hatte ich die Ehre, vom damaligen britischen Premierminister gesagt zu bekommen, dass ich absolut Recht gehabt hätte und dass er und andere, die mich ausgelacht hatten, völlig im Unrecht gewesen seien." THE DANGER OF ANGLO-RUSSIAN ANTAGONISM. (DIE GEFAHR DES ANGLO-RUSSISCHEN ANTAGONISMUS.) "Die ständige Gefahr für den Frieden Asiens, und nicht nur Asiens, liegt in dem Antagonismus zwischen Russland und England. Seit dreißig Jahren habe ich mich unablässig für eine bessere Verständigung zwischen den beiden Ländern eingesetzt. Wenigstens bei zwei Gelegenheiten, als Russland und England am Rande des Krieges standen, war meine Aufgabe von nicht geringer Schwierigkeit und Gefahr; aber das lange und leidenschaftliche Friedensapostolat hat es wenigstens geschafft, alle nachdenklicheren Engländer davon zu überzeugen, dass die wahren Interessen beider Länder in einem guten Verständnis und freundschaftlichen Beziehungen zu finden sind. Im Jahre 1890 gründete ich die Review of Reviews in London und New York und Melbourne, mit dem erklärten Ziel, die Wiedervereinigung der englischsprachigen Rasse zu fördern und die Lehre vom Imperialismus der Verantwortung im Gegensatz zum Jingoismus der Leidenschaft, des Vorurteils und des Stolzes zu predigen. Der nächste Dienst, den ich für die Sache des Friedens leisten konnte, war, als Präsident Cleveland England wegen der venezolanischen Grenze mit Krieg drohte." THE STANDSTILL OF ARMAMENTS AGITATION. (DER STILLSTAND DER RÜSTUNGSAGITATION.) "Im Jahr 1892 hatte ich das Privileg, eine führende Rolle in der Agitation in England zugunsten eines Vorschlags einzunehmen, von dem ich schon damals wusste, dass er vom Zaren Alexander III. stark befürwortet wurde, und zwar für das, was später als "Stillstand der Rüstung" bekannt wurde. Eine einflussreiche Versammlung wurde abgehalten, und ein Memorial wurde weitgehend und einflussreich unterzeichnet, das der damaligen Regierung vorgelegt wurde, mit der Aufforderung, mit Russland zusammenzuarbeiten, um, wenn möglich, eine internationale Vereinbarung zu erreichen, die die Bewegung zugunsten der ständig zunehmenden Rüstung stoppt. Diese Bewegung war der Wegbereiter der Haager Konferenz. Ich nahm eine führende Rolle in Verbindung mit Dr. Darby von der Friedensgesellschaft ein, der bei all dieser Arbeit immer sehr nützlich war." THE VENEZUELAN ARBITRATION. (DIE VENEZOLANISCHE SCHIEDSGERICHTSBARKEIT.) "Ein oder zwei Jahre später drohte Präsident Cleveland Großbritannien mit Krieg, falls es sich weigern würde, die Frage der venezolanischen Grenze einem Schiedsverfahren zu unterwerfen, und wieder war es mein Privileg, eine führende Rolle bei der Organisation der Demonstrationen zugunsten des Schiedsverfahrens in diesem Land zu übernehmen......" ALWAYS ARBITRATE BEFORE YOU FIGHT. (SCHLICHTEN SIE IMMER, BEVOR SIE KÄMPFEN.) "Und hier möchte ich sagen, dass sich meine Vorstellungen von der Schiedsgerichtsbarkeit erheblich von denen anderer unterscheiden. Es wird immer angenommen, dass, wenn eine Frage an ein Schiedsgericht geschickt wird, beide Mächte sich im Voraus verpflichten müssen, den Schiedsspruch zu akzeptieren, wie auch immer er ausfallen mag. Das hat zur Folge, dass Fragen von vitalem Interesse nie einem Schiedsgericht vorgelegt werden. Die wahre Politik, die ich in einer Broschüre mit dem Titel "Immer schlichten, bevor man kämpft" dargelegt habe, besteht meiner Meinung nach darin, darauf zu bestehen, dass jede Frage, egal ob sie lebenswichtige Interessen berührt oder nicht, immer einem Schiedsgericht vorgelegt werden sollte, bevor zu den Waffen gegriffen wird. Schlichtet immer, bevor ihr kämpft, und in neunzig von hundert Fällen werdet ihr überhaupt nicht kämpfen; aber wenn von den Nationen verlangt wird, dass sie jeden Appell an das oberste Kriegsgericht ablehnen, bevor sie sich an ein Schiedsgericht wenden, werden sie sich in allen wichtigen Fällen weigern, die Frage an ein Schiedsgericht zu schicken. Immer schlichten, bevor man kämpft scheint mir eine viel praktischere Formel als immer schlichten, statt zu kämpfen." THE SOUTH AFRICAN QUESTION. (DIE SÜDAFRIKANISCHE FRAGE.) "Während dieser ganzen Zeit begann die südafrikanische Frage Unruhe zu stiften. Der Zustrom von Europäern in die Goldminen von Transvaal verhieß nichts Gutes für den Frieden in Südafrika, es sei denn, es würden Mittel und Wege gefunden, wie die Ansprüche der Outlander, die drei Viertel der Steuern zahlten, von Präsident Kruger und den Buren anerkannt werden könnten......" THE JAMESON RAID. (DER ÜBERFALL VON JAMESON.) "Leider war Hr. Rhodes ungeduldig. Er befürchtete, dass die Outlander auf eigene Faust eine Revolution machen würden und dass sie eine Republik errichten würden, die Großbritannien noch feindlicher gesinnt wäre als die von Präsident Kruger. .... Seine Pläne wurden von Mr. Chamberlain vereitelt, der darauf bestand, dass Dr. Jameson unter britischer Flagge einmarschieren und Transvaal dem Britischen Empire einverleibt werden solle......" SIR ALFRED MILNER. (HERR ALFRED MILNER.) "Ich kannte Sir Alfred Milner seit Jahren und hielt ihn für einen durch und durch besonnenen Mann, der die Unmöglichkeit, Südafrika ohne die Hilfe der Holländer zu regieren, verstand, und ich drängte die Regierung zu seiner Ernennung als Hochkommissar in Kapstadt in der Überzeugung, dass er stark genug sein würde, Mr. Chamberlain vom Krieg abzuhalten. .... Das Ergebnis bewies leider, wie schrecklich wir uns geirrt hatten......" RESPONSIBILITY FOR JINGOISM. (VERANTWORTUNG FÜR HURRAPATRIOTISMUS.) "Das ist auch bei weitem nicht die einzige Aufrechnung von Maßnahmen, die ich in den letzten Jahren zur Verteidigung der Sache des Friedens ergriffen habe. Ich kann die Tatsache nicht verheimlichen, so traurig es für mich auch sein mag, es zuzugeben, dass die Ernsthaftigkeit und der Enthusiasmus, mit denen ich auf der Wichtigkeit der Position der englischsprachigen Rasse bestand, und die Betonung, die ich auf die Unermesslichkeit unserer imperialen Verantwortlichkeiten legte, nicht wenig dazu beitrugen, die Flut des Jingoismus anschwellen zu lassen, die in letzter Zeit alles vor sich hertrug. Meine Schüler nahmen so viel von meiner Lehre an, wie ihrem eigenen Stolz und ihrer Prahlerei diente, und ließen die moralischen Erwägungen, die das unentbehrliche Korrektiv waren, unangetastet. Nein, mehr noch, gerade das Bemühen, das ich unternahm, um den moralischen Aspekt des Imperialismus darzustellen, wurde von den Jingos als eine Art tugendhafter Mantel benutzt, hinter dem sie ihre Pläne ausführen konnten." RESPONSIBILITY FOR MR. RHODES. (VERANTWORTUNG VON MR. RHODES.) "Die gleiche Tendenz kann er in Bezug auf das, was ich über Cecil Rhodes geschrieben habe, feststellen......" THE PEACE CRUSADE. (DER FRIEDENSKREUZZUG.) "Wir kommen nun zu der Zeit, in der ich zum ersten Mal augenfällig vor Europa als Verfechter des Friedens auftrat. Im Herbst 1898 erließ der Kaiser von Russland sein berühmtes Friedensreskript, das mir eine beispiellose Gelegenheit zu bieten schien, die Aufmerksamkeit des Volkes auf die Notwendigkeit zu lenken, dem unheilvollen Wachstum des Militarismus Einhalt zu gebieten. Ich machte eine Reise durch Europa und besuchte die meisten Hauptstädte, um herauszufinden, was man von dem Vorschlag hielt, und um den Weg für eine internationale Agitation zugunsten des Plans des Zaren zu ebnen. Um mich von den Ideen des Zaren zu überzeugen. Ich reiste nach Livadia, wo ich zweimal von Nikolaus II. empfangen wurde, und besprach das Thema ausführlich mit ihm. Ich überzeugte mich von der Aufrichtigkeit seines Wunsches, den Übeln, unter denen die Zivilisation leidet, zu begegnen; ich kehrte nach London zurück und rief mit der herzlichen Unterstützung aller Friedensfreunde, aller organisierten Friedensgesellschaften und aller Friedensfreunde in allen Ländern einen großen Kreuzzug für den Vorschlag des Zaren aus. Der sogenannte "Friedenskreuzzug" wurde in London auf einer großen Versammlung in der St. James's Hall gestartet und mit aktiver Unterstützung der Friedensfreunde in Amerika mehr oder weniger energisch fortgesetzt. Frankreich. Deutschland, Belgien, Holland, Dänemark, Norwegen und Schweden, obwohl in den letztgenannten Ländern die Agitation wenig oder gar nichts dem Anstoß aus London zu verdanken hatte. Die Friedensfreunde in Skandinavien waren so gut organisiert, dass Gedenkfeiern und Versammlungen fast spontan stattfanden. In Holland, Belgien, Deutschland und Österreich wurde die Volksagitation für den Frieden weitgehend in Verbindung mit der Kreuzzugsbewegung betrieben." THE EUROPEAN PILGRIMAGE ABANDONED. (DIE EUROPÄISCHE PILGERSCHAFT EINGESTELLT.) "Aber die volle Entfaltung des Kreuzzuges, der eine Wallfahrt durch alle Hauptstädte Europas mit dem Ziel umfasste, ihnen ein Denkmal zu überreichen, wurde durch diplomatische Erwägungen gebremst, die mir vertraulich mitgeteilt wurden und die besagten, dass jeder Versuch, eine solche internationale Wallfahrt in dem bestehenden Zustand der europäischen Angelegenheiten durchzuführen, genau den Zweck vereiteln könnte, den wir im Auge hatten. Überall wurden jedoch Demonstrationen abgehalten, von Hunderttausenden von Menschen unterzeichnete Memoriale wurden aus verschiedenen Ländern nach Russland geschickt oder dem Präsidenten der Haager Konferenz überreicht. Der Kardinalsekretär des Papstes drückte in aller Form die Sympathie des Heiligen Stuhls mit der Bewegung aus, und überall wurde die öffentliche Aufmerksamkeit geweckt, und die Nationen interessierten sich für eine Friedenspropaganda in einem Ausmaß, das man nie zuvor für möglich gehalten hatte. Fast drei Monate lang reiste ich in ganz England und Schottland hin und her und sprach in überfüllten Versammlungen, in denen unsere Regierung aufgefordert wurde, die Bewegung gegen den Militarismus und für den Frieden und die Schiedsgerichtsbarkeit zu unterstützen. Insgesamt wurden in England und Schottland Memorials mit 160.000 Unterschriften überreicht. Der Bischof von London leitete eine Deputation an die Regierung Ihrer Majestät, die das Ergebnis der Bewegung vorstellte, und erhielt von Mr. Balfour die erfreuliche Zusicherung, dass die Regierung ihr Möglichstes tun würde, um die Sache in Den Haag zu unterstützen." SUCCESS OF THE CRUSADE IN ENGLAND. (ERFOLG DES KREUZZUGES IN ENGLAND.) "Der Friedenskreuzzug in England war bemerkenswert wegen der Einmütigkeit, mit der alle Teile der Gemeinde und alle verschiedenen Vereinigungen — religiöse, sozialistische und industrielle — für das gemeinsame Ziel zusammenarbeiteten. .... Darüber hinaus veröffentlichte und redigierte ich drei Monate lang eine Wochenzeitung mit dem Titel "Krieg gegen Krieg". Sowohl im Umfang als auch in der Auflage war "Krieg gegen den Krieg" ein Fortschritt gegenüber allem, was bisher an Friedenszeitungen herausgegeben worden war. Sobald der Kreuzzug in England beendet war, wurde ich beauftragt, nach Russland zu reisen, um dem Kaiser die Unterschriften des Memorials zu überreichen. Ich wurde von Nikolaus II. in Zarskoje Selo empfangen und berichtete ausführlich über die Auseinandersetzung, über die er, wie ich fand, sehr gut informiert und äußerst wohlwollend war. Er bat mich, ihm jede Woche persönlich über den Fortgang der Haager Gespräche zu berichten." THE FIRST HAGUE CONFERENCE. (DIE ERSTE HAAGER KONFERENZ.) "Von St. Petersburg aus kehrte ich nach Den Haag zurück, wo ich während der gesamten Tagung der Konferenz blieb. Neben der direkten Berichterstattung an den Kaiser mietete ich einen Teil einer örtlichen Tageszeitung, des Dagblad, und veröffentlichte darin in französischer und niederländischer Sprache die Chronik der Konferenz von Tag zu Tag. Große Schwierigkeiten wurden mir in den Weg gelegt, aber es gelang mir, sie zu überwinden, und die Veröffentlichung des Dagblad trug viel dazu bei, das Interesse der Delegierten an ihrer eigenen Arbeit aufrechtzuerhalten und die lokale Öffentlichkeit darüber zu informieren, was in ihrer Mitte vor sich ging. Ich berichtete auch für den Manchester Guardian über die Haager Konferenz und kabelte einen Weckbrief in die Vereinigten Staaten, wo er von Newsptipern von New York nach San Francisco veröffentlicht wurde. Während meines Aufenthaltes in Den Haag stand ich in ständiger Verbindung mit den Delegierten Englands, Russlands, Frankreichs, Schwedens und Norwegens, und ich glaube, ich darf, ohne mich zu rühmen, sagen, dass es auf der Konferenz keinen Delegierten gab, der nicht auf die eine oder andere Weise den Einfluss der Energie des Friedenskreuzzuges gespürt hat." THE INTERPARLAMENTARY CONFERENCE. (DIE INTERPARLAMENTARISCHE KONFERENZ.) "Auf Anraten von Herrn Konow, dem norwegischen Delegierten auf der Konferenz, der von Lord Pauncefote, Baron d'Estournelles und anderen tatkräftig unterstützt wurde, reiste ich direkt von Den Haag nach Christiania, um den Mitgliedern der Interparlamentarischen Konferenz die Botschaft derjenigen Delegierten zu überbringen, denen es am meisten daran lag, den Erfolg der Konferenz zu fördern. Die Botschaft, die ich zu überbringen hatte, war, dass die Konferenz zusammentrat und eine gute Maschine geschaffen hatte, dass es aber unbedingt von den Friedensfreunden in den verschiedenen Ländern abhängen würde, den Dampf zu erzeugen, durch den allein sie zum Funktionieren gebracht werden könnte. Nach Erhalt meiner Botschaft verabschiedete die Interparlamentarische Konferenz eine starke Resolution, in der sie ihre Absicht erklärte, diese Arbeit in Angriff zu nehmen, und die Mitglieder der verschiedenen Fraktionen verpflichteten sich, in ihren jeweiligen Ländern Gruppen zu organisieren, um der Bevölkerung das Wissen um die Haager Beschlüsse zu vermitteln und eine öffentliche Meinung zugunsten der Schiedsgerichtsbarkeit und gegen den Krieg zu schaffen." THE SOUTH AFRICAN WAR. (DER SÜDAFRIKANISCHE KRIEG.) "Als ich in mein eigenes Land zurückkehrte, wurde ich sofort von der schrecklichen Aussicht konfrontiert, dass die Unruhen in Südafrika in einem Krieg gipfeln würden. Die Männer, die den Krieg vorantrieben, waren alle meine persönlichen Freunde, und es ist nicht zu viel gesagt, dass sie ihre Stellung in der Öffentlichkeit in geringem Maße der Art und Weise verdankten, in der ich in den vergangenen Jahren über sie geschrieben hatte......" WAR AGAINST WAR. (KRIEG GEGEN DEN KRIEG.) "Der Ausbruch des Krieges führte dazu, dass die Mehrheit unserer Freunde in England, darunter der Präsident der Friedensgesellschaft, Sir Joseph VVhitwell Pease, sofort für den Frieden eintrat und erklärte, dass nichts anderes getan werden könne, als dass England den Krieg mit Nachdruck weiterführe. Der unmittelbare Ausbruch der Feindseligkeiten lähmte die meisten derjenigen, die vor Krügers Ultimatum noch energischen Widerstand gegen die Politik leisteten, die einen Friedensbruch androhte......" PAMPHLETS ON THE WAR. (PAMPHLETE ZUM THEMA KRIEG.) "Ich veröffentlichte auch ein Pamphlet, das Mr. Chamberlains Anteil an der Jameson-Verschwörung aufdeckte, mit dem Titel "Mr. Chamberlain, Verschwörer oder Staatsmann?" Daneben veröffentlichte ich eine große Anzahl von Flugblättern und kleineren Pamphleten." .... STOP THE WAR. (STOPPT DEN KRIEG.) "Ich habe mich aktiv an der Organisation des Stop-the-War-Komitees beteiligt, das dem Krieg in all seinen Phasen kompromisslosen Widerstand geleistet hat. Niemals zuvor wurde in einem Krieg der Neuzeit so direkt und energisch die Beendigung des Krieges gefordert und so schonungslos seine Verbrechlichkeit angeklagt wie durch das Stop-the-War-Komitee. Ich habe eine Geschichte der Haager Konferenz geschrieben, die in Den Haag in der Presse ist und seit achtzehn Monaten in der Druckerei ist, da die holländischen Drucker anscheinend große Schwierigkeiten haben, das französische Buch herauszubringen." POPULARISING HAGUE CONFERENCE PRINCIPLES. (POPULARISIERUNG DER PRINZIPIEN DER HAAGER KONFERENZ.) "Ich war während der ersten zwölf Monate eines Krieges, der durch Englands Ablehnung der Schiedsgerichtsbarkeit ausgelöst und unter Missachtung der Kriegsregeln, denen alle Mächte in Den Haag zugestimmt hatten, geführt wurde, zu herzkrank, um viel internationale Arbeit im Namen der Prinzipien der Haager Konferenz zu unternehmen. Kein Engländer konnte auf einer ausländischen Plattform erscheinen, ohne sich des Kontrastes zwischen den Bekenntnissen seines Landes und seinen Praktiken zu schämen; aber als die Interparlamentarische Konferenz in Paris zusammentrat, schien es, dass die Zeit für einen Versuch gekommen war, die auf dem Friedenskreuzzug begonnene Anstrengung zu erneuern, um die Kräfte des Friedens in allen Ländern auf einer internationalen Basis zu organisieren und die harmonische Zusammenarbeit aller bestehenden Elemente in einer organisierten Anstrengung zu sichern, um die Prinzipien der Haager Konferenz zu popularisieren und ihre Annahme durch die Regierung zu sichern. Mit diesem Ziel vor Augen wurde die Internationale Union bei einem Treffen in Paris im August 1900 gegründet. Herr Cremer und andere führende Mitglieder der Interparlamentarischen Konferenz waren bei dieser Gelegenheit anwesend. M. Passy war der erste Redner, und die Beratungen waren einstimmig und enthusiastisch. Professor Charles Richet übernahm den Vorsitz des provisorischen Komitees, das sich aus Vertretern der führenden Friedensfreunde aller Länder zusammensetzte, darunter M. de Bloch, M. Passy, Mr. Lund; Mr. Hodgson Pratt, Mr. Ducommun, Baronin von Suttner und andere. Die Arbeit zur Organisierung der nationalen Gruppen ging notwendigerweise langsam voran, und in der Zwischenzeit wurde das provisorische Komitee aktiv, protestierte gegen die Gräueltaten, die in China und in Südafrika verübt wurden, und begann mit der Sammlung von Beweisen, die die Realitäten des Krieges, wie er gegenwärtig in China, auf den Philippinen und in Südafrika geführt wird, veranschaulichen. Sie verpflichtete sich auch, die Eröffnung der Haager Konferenz am 8. Mai nach Möglichkeit durch Demonstrationen in allen vertretenen Ländern gleichzeitig zu begehen." WORK FOR PEACE UP TO 1901. (ARBEIT FÜR DEN FRIEDEN BIS ZUM JAHRE 1901.) "Dies ist eine kurze Darstellung dessen, was ich für die Sache des Friedens getan oder versucht habe zu tun. In den letzten zwei oder drei Jahren habe ich weder meine Gesundheit noch meinen Geldbeutel geschont, um mich für die Sache einzusetzen. Die Maßnahmen, die ich ergriffen habe, waren äußerst unpopulär und haben mich vom geschäftlichen Standpunkt aus ernsthaft beeinträchtigt, denn es ist unmöglich, die unpopulärste aller Haltungen in einer Frage einzunehmen, die die nationale Leidenschaft erregt, ohne die Konsequenzen in der Führung einer populären Zeitschrift zu spüren. .... Ich hoffe, Sie werden nicht denken, dass diese Erzählung in irgendeiner Weise in einem prahlerischen Geist geschrieben ist. Ich bin ganz sicher, dass seine Richtigkeit sowohl von Freunden als auch von Feinden bestätigt werden würde, soweit es sich auf mein öffentliches Handeln in dieser Angelegenheit bezieht. Ich habe mich bemüht, die Wahrheit niederzuschreiben und zu versuchen, sowohl das Unheil, das ich angerichtet habe, als auch das Gute, das ich zu tun versucht habe, erkennen zu lassen. Ich fürchte, Sie werden sagen, dass das Erstere das Letztere bei weitem überwiegt, und bis jetzt bin ich nicht bereit, das zu bestreiten. Ich sage nur, dass das Ende noch nicht gekommen ist." HISTORY OF THE LAST TEN YEARS. (GESCHICHTE DER LETZTEN ZEHN JAHRE.) "Die vorangehende Erzählung bringt die Geschichte zu der Zeit, als ich mit Herz und Seele im Kampf für die Sache des Friedens und der Gerechtigkeit gegen die damalige Regierung Chamberlain engagiert war. Die Pro-Buren Englands hielten den Protest bis zum Schluss aufrecht, obwohl es in der letzten Phase unmöglich war, irgendwo öffentliche Versammlungen abzuhalten, weil der Mob die Fensterscheiben zertrümmert hätte und die Besitzer der öffentlichen Säle sich weigerten, das Risiko einzugehen. Während der Endphase des Krieges zögerte ich nicht, mich in ständigen Kontakt mit den Burenführern in Europa, mit Präsident Kruger und Dr. Leyds zu setzen und setzte mich damit einer Anklage wegen Hochverrats aus; aber da ich alle meine Handlungen zu dieser Zeit Lord Salisbury berichtete, der sich als sehr interessiert an meinen Kommunikationen äußerte. Ich nehme an, er erkannte, dass mein Handeln wirklich im Interesse des Friedens war." THE RUSSO-JAPANESE WAR. (DER RUSSISCH-JAPANISCHE KRIEG.) "Am Vorabend des Ausbruchs des Russisch-Japanischen Krieges bat mich Sir W. R. Cremer, mit ihm zusammen ein Telegramm an den Zaren von Russland und den Mikado von Japan zu senden, um diese Potentaten an die Existenz des Haager Tribunals zu erinnern und sie aufzufordern, ihre Streitigkeiten einem Schiedsgericht zu unterbreiten. Es war ein vergeblicher und verspäteter Versuch, an dem ich zugegebenermaßen nur teilgenommen habe, um meinem Kollegen Sir W. R. Cremer einen Gefallen zu tun. Er führte, wie zu erwarten war, zu keinem Ergebnis. Später erfuhr ich von Herrn Maartens, dass er Monate vor Ausbruch des Krieges ein Memorandum für den Kaiser verfasst hatte, in dem er darauf hinwies, dass die Streitpunkte mit Japan durchaus einer gerichtlichen Regelung zugänglich seien, und vorschlug, sie nach Den Haag zu verweisen. Der Kaiser schrieb an den Rand: "Ich stimme zu, dass dies getan werden sollte." Unglücklicherweise schob er es auf. Die Japaner haben es nicht aufgeschoben; die Chance, Russland unvorbereitet vorzufinden, war zu gut, um verloren zu gehen, und der Krieg folgte." ERSTER BESUCH IN SÜDAFRIKA. (FIRST VISIT TO SOUTH AFRICA.) "Als der Burenkrieg vorbei war, machte ich 1904 meinen ersten Besuch in Südafrika. Meine Gesundheit war bei dem Versuch, eine Tageszeitung zu gründen, zusammengebrochen, und ich wurde vom Arzt nach Südafrika bestellt. Sobald ich dort ankam, begann ich eine aktive Propaganda unter den Buren zugunsten einer Politik des Friedens und der Versöhnung......" THE RUSSIAN EMPEROR AND THE DUMA. (DER RUSSISCHE ZAR UND DIE DUMA.) "Im Jahr, nachdem ich aus Südafrika zurückkam, verkündete der Zar seine Absicht, eine repräsentative Versammlung in seinem Land einzurichten. Ich fuhr nach St. Petersburg und traf den Zaren. Ich wies ihn darauf hin, dass die Gewährung einer repräsentativen Versammlung ohne das Zugeständnis der Freiheit öffentlicher Versammlungen, der Versammlungsfreiheit, der Pressefreiheit und eines Habeas-Corpus-Gesetzes (Besitzstandsgesetz) die Gewährung eines Pferdes ohne Beine sei. Der Zar teilte mir mit, dass er beabsichtige, der Duma die vier Beine zuzugestehen, und auf dieser Grundlage verpflichtete ich mich, im ganzen Lande Versammlungen abzuhalten, in denen ich den englischen Standpunkt darlegte und für die Annahme der Duma als Unterpfand des Friedens und der Versöhnung zwischen dem Volk und seinen Diktatoren plädierte. Es war eine vergebliche Hoffnung, die im Scheitern endete. Aber, wie M. Milyukoff sagte, als ich einige Jahre später nach Russland zurückkehrte: "Das Geheimnis des Scheiterns lag nicht in der mangelnden Weisheit des Mannes, der den Rat gab; es lag an der mangelnden Weisheit derer, die ihn hätten annehmen sollen." Es folgten ein allgemeiner Eisenbahnerstreik und revolutionäre Unruhen, aber schließlich wurde die Revolution niedergeschlagen und die Duma entstand. Ich erwähne diese Episode nur, um zu zeigen, dass mein Wunsch, den Frieden zu erhalten, sich nicht auf internationale Fragen beschränkte, sondern dass ich am Vorabend eines Revolutionsausbruchs kühn in die revolutionären Zentren Russlands ging, um sie zu bitten, das Angebot anzunehmen, das mir eine Grundlage für eine friedliche Regelung der inneren Unruhen Russlands zu bieten schien." DECIMAL POINT ONE. (DEZIMALPUNKT EINS.) "Der nächste Dienst, den ich der Sache des internationalen Friedens zu erweisen versuchte, war die Förderung dessen, was ich "Dezimalpunkt eins" nannte, was, wenn man es interpretiert, den Vorschlag bedeutet, dass für jede £1.000, die von den Nationen für die Armee und die Marine ausgegeben werden, sie für die internationale Gastfreundschaft und die Förderung des internationalen Friedens aufkommen sollten. Ich erhielt die Unterschriften von mehr als 20 Abgeordneten für ein Memorial an Campbell-Bannerman zugunsten dieser Idee .... Der nächste Schritt, den ich unternahm, war die Förderung eines Besuchsaustausches zwischen den Journalisten von Deutschland und England. Ich schlug zunächst ein Arrangement vor und führte es schließlich durch, durch das zwanzig oder dreißig deutsche Redakteure für eine Woche nach England eingeladen wurden. Die englischen Redakteure machten 1908 einen Gegenbesuch in Deutschland. Es folgten Besuche zwischen den Geistlichen beider Länder, und Prinz von Billow, der damalige Reichskanzler, sagte mir, er halte die Förderung internationaler Besuche und den Austausch internationaler Gastfreundschaft für die hoffnungsvollste und wirksamste aller Methoden zur Förderung des Friedens." SIR EDWARD CREY AND ARMAMENTS. (SIR EDWARD CREY UND DIE RÜSTUNG.) "Ende 1907 schrieb ich einen Brief an alle Zeitungen der Welt, in dem ich die Aufmerksamkeit auf das bevorstehende Treffen der Haager Konferenz lenkte und darauf drängte, dass die Mächte ihre Delegierten anweisen sollten, sich auf praktische Dinge zu konzentrieren. Ein praktischer Vorschlag, den ich unterbreitete, war der des Friedensbudgets von 1 Pfund pro 1.000 Pfund, das für die Förderung des Friedens ausgegeben werden sollte, und der andere war, dass sie jeden Staat unter ein Interdikt stellen sollten, der in den Krieg zog, ohne vorher ein Schiedsgericht anzurufen. Der Hauptpunkt meines Briefes war zu zeigen, dass es absolut unmöglich war, irgendetwas über die Frage der Rüstung auf der Haager Konferenz zu erreichen. Diese Einstimmigkeit war notwendig, und diese Einstimmigkeit war offensichtlich unmöglich, da Deutschland sich absolut weigerte, irgendein Abkommen über die Begrenzung oder den Stillstand der Rüstung einzugehen. Bevor ich diesen Brief abschickte, schickte ich ihn an Sir Edward Grey, der nach mir schickte und mich bat, den Hinweis auf die Rüstung aus dem Brief zu streichen. Er sagte, dass es, was auch immer ich in meinem Brief sagen würde, seine feste Entschlossenheit sei, die Frage der Rüstung vor die Konferenz zu bringen, und ich bemerkte zu ihm, dass er damit mit dem Kopf gegen eine Steinmauer laufe. Er sagte, er sei erstaunt, so etwas von mir zu hören; wenn es nicht möglich sei, eine Resolution zugunsten der Verringerung der Rüstungen durchzubringen, so liege das daran, dass die öffentliche Meinung, wenn sie nicht reif sei, reif werden müsse, und es gebe keine bessere Methode, sie reif zu machen, als durch eine ernsthafte Debatte in einem internationalen Parlament. Er sagte, dass die einzige Frage, die die Menschen interessiere, die Frage der Rüstung sei, dass, wenn nichts in Bezug auf die Rüstung unternommen werde, die Konferenz zu einer Farce werde und wir zum Gespött der Welt werden würden. Ich sagte, es sei das erste Mal, dass ich von einem Außenminister wegen mangelnden Glaubens an die Sache des Friedens beschimpft worden sei, aber da er entschlossen sei, eine solche Linie einzuschlagen, hielt ich es für sehr notwendig, unsere Friedensfreunde in Europa und in unserem eigenen Land über die Linie zu informieren, die er einschlagen würde. Ich ging dann zu Campbell-Bannerman, der bestätigte, was Sir Edward Grey sagte. Er sagte, dass Grey es mit der Rüstung sehr ernst meinte, und Campbell-Bannerman hielt meine Idee, Europa zu bereisen, für sehr gut und nützlich. Er bat mich, nach meiner Rückkehr zu ihm zu gehen und ihm zu berichten, was ich über die Lage des Landes herausgefunden habe." EUROPEAN PEACE TOUR. (EUROPÄISCHE FRIEDENSTOUR.) "Ich begann dann meine Tour, .... Ich fand überall, dass die kleineren Staaten erfreut über einem solchen Vorschlag sein würden, und jedem Vorschlag zur Einstellung der Rüstung zustimmen würden, daß aber Deutschland und Österreich auf einen solchen Vorschlag kein Gehör finden würden und entschlossen waren, die Frage der Rüstung aus der praktischen Erwägung auszuschließen......" THE SECOND HAGUE CONFERENCE. (DIE ZWEITE HAAGER KONFERENZ.) "Nach meiner Rückkehr aus Amerika begleitete ich die britischen Journalisten, die ihren deutschen Kollegen einen Gegenbesuch abstatteten, und begab mich dann direkt nach Den Haag, wo ich die Courrier de la Conference, eine illustrierte vierseitige Tageszeitung, herausgab und redigierte, die ich während der Zeit der Sitzung der Konferenz täglich auf eigene Kosten herstellte. Mein Sohn Henry und ich blieben während der gesamten Zeit der zweiten Konferenz in Den Haag und widmeten unentgeltlich viel Arbeit für die Herstellung der Zeitung, die das einzige inoffizielle Protokoll der Konferenz war. Ich setzte meinen Einfluss als Redakteur mit Nachdruck zugunsten der Schiedsgerichtsbarkeit ein, aber meine eigene Regierung unterstützte sie nur sehr lauwarm. Meine Zeitung war das Organ des militanten Pazifismus. Ich stand in ständigem Kontakt mit allen führenden Mitgliedern der Konferenz, mit Ausnahme der britischen Delegierten, mit denen ich wegen der außerordentlichen Instruktionen, die sie für die Haager Konferenz erhalten zu haben schienen, mehr oder weniger in Opposition stand. Alles, was Sir Edward Grey zu mir sagte, dass er tun würde, scheint er ihnen gesagt zu haben, es nicht zu tun, und anstatt den Wagen des Fortschritts in der Sache des Friedens anzuführen, hingen die britischen Delegierten zurück und überließen den ersten Platz Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika, um den sie sich balgten. Ein erbärmlicheres und skandalöseres Debakel habe ich selten gesehen." PROPOSED PILGRIMAGE OF PROPAGANDA. (VORGESCHLAGENE PROPAGANDA-PILGERREISE.) "Zum Abschluss der Haager Konferenz schlug ich vor, eine Pilgerreise der Propaganda durch die Welt zu machen. Was die Haager Konferenz getan hatte, war sehr beachtlich, aber was sie unerledigt gelassen hatte, war noch beachtlicher......" THE ITALIAN-TURKISH WAR. (DER ITALIENISCH-TÜRKISCHE KRIEG.) "Mein nächster internationaler Tätigkeitsschwerpunkt war in der Türkei im Jahr 1911. Zweimal besuchte ich Konstantinopel,....." WORKING ALWAYS TOWARDS THE WORLD-STATE. (IMMER AUF DEN WELTSTAAT HINWIRKEN.) "Dies ist ein kurzer Überblick über meine Aktivitäten in der Sache des internationalen oder inneren Friedens, seit ich das vorstehende Memorandum schrieb. Man kann sagen, dass sie kaum besser ist als eine Reihe von Misserfolgen. In einigen Fällen war das Scheitern vollständig, in anderen nur teilweise. Die Anstrengung ging immer in dieselbe Richtung, und wenn es nicht gelang, kann man wenigstens sagen, dass ich der einzige Mensch war, der genügend Glauben und Mut hatte, um zu versuchen, Ideale zu erreichen, die so weit vor der durchschnittlichen Meinung der Zeit lagen. Lassen Sie mich jedoch sagen, dass ich während all dieser Jahre die Grundprinzipien der pazifistischen Arbeit ohne Zögern beibehalten habe. Ich habe für die Organisation eines Weltstaates gearbeitet, dessen Tribunale die Aufrechterhaltung von Rüstungen unnötig machen würden." "TWO KEELS TO ONE." ("ZWEI KIELE ZU EINEM.") "Ich habe ebenso beharrlich behauptet, dass es für Großbritannien notwendig ist, die Überlegenheit seiner Seemacht auf einer unverfügbaren Grundlage aufrechtzuerhalten, bis ein solcher Weltstaat entsteht. Ich habe dies in einer Formulierung herausgearbeitet, in der ich einen Standard von zwei Kielen zu einem fordere, womit ich meine, dass Großbritanniens Marine doppelt so groß sein sollte wie die der stärksten europäischen Macht. Ich habe dies sowohl im Interesse Deutschlands als auch im Interesse Großbritanniens getan. Ohne eine solche überragende Flotte hätten wir keine Sicherheit für unsere nationale Unabhängigkeit und sogar für unsere nationale Existenz. Die Aufrechterhaltung einer Zwei-zu-Eins-Flottenüberlegenheit ist seit der Schlacht von Trafalgar der Grundpfeiler des europäischen Staatensystems gewesen. Sie wird nun vom deutschen Ehrgeiz bedroht, zwei Kiele zu drei zu besitzen, ein Verhältnis, das uns, wenn wir uns an das viel größere Gebiet erinnern, über das die Britische Regierung zu operieren hat, jener Seemachtüberlegenheit in der Nordsee berauben würde, von der es von lebenswichtigem Interesse ist, dass sie von jeder anderen Macht unangreifbar ist." STRONG BRITISH NAVY ESSENTIAL FOR PEACE. (EINE STARKE BRITISCHE MARINE IST FÜR DEN FRIEDEN UNERLÄSSLICH.) "Ich mag ganz falsch liegen — die meisten Pazifisten glauben, dass ich falsch liege —, aber ich habe immer die Doktrin vertreten und vertrete sie bis heute, dass man der Sache des internationalen Friedens keinen größeren Schaden zufügen kann, als die britische Marine zu schwächen, und dass, wenn das britische Empire weiterhin dem internationalen Weltstaat das wirksamste Beispiel für Freiheit mit Gerechtigkeit bieten soll, von unabhängigen, selbstverwalteten Staaten, die in brüderlicher Vereinigung vereint sind, wobei jeder dem anderen die Verfolgung seines eigenen Schicksals überlässt und für alle die Stärke sichert, die aus der Zusammenarbeit aller erwächst, muss die britische Flotte auf einem Standard von zwei Kielen zu einem gehalten werden, was auch immer die Kosten sein mögen. Eine schwache Marine zu haben heißt, zum Angriff einzuladen, seine Nachbarn in Versuchung zu führen und die einzige Sicherheit zu beseitigen, die wir gegen einen möglichen Aggressor besitzen."
AUGUST — Special Announcement. (Besondere Ankündigung.) "All diejenigen, die den vorhergehenden Artikel aus der Feder von W. T. Stead gelesen haben, werden sich freuen zu erfahren, dass wir in unserer Sammlung eine große Anzahl von Manuskripten haben, die Mr. W. T. Stead von Zeit zu Zeit während seines erfüllten Lebens geschrieben hat. Interviews mit bedeutenden Männern und Frauen, nicht nur aus diesem Land, sondern auch aus anderen Ländern, die in seinen Wirkungskreis kamen, Aufzeichnungen von Gesprächen und Notizen über neue Pläne, neue Entwicklungen — all das ist in diesem Material enthalten. Die Seiten seiner autobiographischen Übersicht zeigen, wie breit das Feld solcher Aufzeichnungen sein muss, mit welchen interessanten Personen und Ereignissen sie sich beschäftigen müssen. Wir schlagen vor, diese Aufzeichnungen in Zukunft von Zeit zu Zeit auf diesen Seiten zu veröffentlichen und so die Zeitschrift nicht nur zum Organ der Ideen ihres Schöpfers zu machen, sondern auch, wie in der Vergangenheit, zum Medium, durch das seine Worte die Welt erreichen sollen. Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass das Erscheinen dieser bisher unveröffentlichten Manuskripte ein so wichtiges Ereignis sein wird, dass es fast sensationell ist."
AUGUST — England Must be Strong! Our Duty as Policeman of Peace. (England muss stark sein! Unsere Pflicht als Polizist des Friedens.) "Die FRIEDENSKRÄFTE müssen STÄRKER sein als die KRIEGSKRÄFTE — das ist die einzige und zweifellos solide Grundlage, auf der alle Arbeit für den Frieden ruht; es ist der Grundstein des NEUEN PAZIFISMUS. Es gibt viele Kräfte, die nur zu gern den Frieden brechen würden. Selbst auf dem jüngsten Friedenskongress in London warnte Herr Zangwill feierlich, dass Krieg, nicht Frieden, die Zusammenfassung der heutigen Weltlage sei. Was die Pazifisten wollen, ist ein Friedenspolizist, eine Kraft, die mit den Apachen des Krieges fertig wird. Aber es nützt nichts, einen Polizisten in einem schlechten Bezirk zu haben, wenn er nicht stark genug und nicht in der Lage ist, die stärksten der schlechten Charaktere in seinem Bezirk zu kontrollieren. Es gibt viele Nationen und noch mehr Regierungen, die in Begriffen des Krieges denken, die Pläne machen und Geld ausgeben, immer mit der Wahrscheinlichkeit im Hinterkopf, einen erfolgreichen Krieg führen zu können. Solche können keine Friedenspolizisten sein; sie sind die Feinde des Friedens, die Freunde des Krieges, genauso wie der Mann, der ein gegliedertes Brecheisen und einen Schlüsselbund trägt, ein Verbrecher ist, wenn er nur die Gelegenheit dazu hat." THE OLD AND THE NEW PACIFICISM. (DER ALTE UND DER NEUE PAZIFISMUS.) "Weg mit dem alten Pazifismus, der glaubte, oder sich zwang, zu glauben, genug zu predigen, dass durch viele Worte viel Abrüstung folgen würde — dass ein gesprochenes Wort von mehr Wert für den Frieden war als eine Patrone in Reserve. Die Zeit ist reif für praktische Politik, dafür, dass wir der Situation fair und ehrlich ins Gesicht sehen und unseren Pazifismus entsprechend gestalten. Pazifisten wollen Frieden, und der neue Pazifismus, der Schibbolethen und straußenähnliche Kopfbedeckungen beiseite lässt, wird zum Frieden voranschreiten durch die vernünftige Einsicht, dass es Kräfte für den Frieden genauso gibt wie Kräfte für den Krieg. Alles, was nötig ist, um den Frieden zu sichern, ist, die Kräfte der Nationen, die im Sinne des Friedens denken, genauso stark oder stärker zu machen als die der Nationen, die im Sinne des Krieges denken." THINKING IN TERMS OF PEACE. (DENKEN IN BEGRIFFEN DES FRIEDENS.) "Diese Notwendigkeit des neuen Pazifismus ist im Ausland deutlicher erkannt worden, vielleicht weil sie die Schrecken des Krieges und die Segnungen des Friedens deutlicher kennen. Und was finden diese kontinentalen Pazifisten als Lösung? Sie sind in diesem Punkt ganz klar und sagen: "England muss stark sein." Das ist alles; aber da haben wir das Problem und die Lösung in einer Nussschale. Was für ein Kompliment und was für eine Verantwortung, Friedenspolizist für die Welt zu sein! Und doch ist es erstaunlich, dass die Idee in englischen Ohren nicht falsch klingt, selbst wenn sie plötzlich ausgesprochen wird. Und natürlich nicht, weil wir ein Volk sind, das nicht in Begriffen des Krieges denkt, das nicht wirklich jemals genug über den Krieg nachdenkt, um zu studieren, was Krieg bedeutet, sondern das den Frieden wünscht und nur an den Frieden denkt. Aber lassen Sie uns die Frage nach unserer Qualifikation, jede der großen Kanonen auf unseren Großkampfschiffen (Dreadnoughts), jedes Gewehr in unseren Zeughäusern als Friedensstab zu betrachten, etwas näher betrachten." ENGLAND AND WAR. (ENGLAND UND DER KRIEG.) "Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass es der Stärke Englands und des Britischen Empire zu verdanken ist, dass viele der kleineren Staaten existieren und weiter existieren. Wenn es keine britische Marine gäbe, wie lange würde der Status quo in Europa bestehen bleiben? Fragen Sie irgendeinen derjenigen, die für die Führung und Sicherheit eines Kleinstaates verantwortlich sind, und die Antwort wird erhellend sein. .... ein von Jingos beherrschtes Großbritannien mit einer überwältigenden Flotte ist nicht länger ein Weltpolizist, sondern ein mörderischer Irrer auf freiem Fuß." Trotz aller Differenzierung hat Stead noch eine nationale Sicht. Doch was sich eine Nation erlaubt, wollen sich auch die anderen Nationen erlauben dürfen. Auf Dauer würde keine Sonderrolle einer Nation geduldet werden können. Das Prinzip Gleichheit soll für alle -Teilnehmer- eines geeinten Systems gelten. Um das Jahr 2020 hat Großbritannien den Moment hin zu einem geeinteren Europa verpasst und damit allen proeuropäischen Kräften und letztlich der Sicherheit aller geschadet. [se] PAST PRIVILEGE MEANS PRESENT DUTY. (VERGANGENES PRIVILEG BEDEUTET GEGENWÄRTIGE PFLICHT.) .... GERMAN POLICY NAKED AND UNASHAMED. (DEUTSCHE POLITIK NACKT UND UNVERSCHÄMT.) "Soweit Herr Balfour, und um zu beurteilen, wie treffend er die Situation auf den Punkt gebracht hat, brauchen wir uns nur umzudrehen, nicht zu General Bemhardi, jenen preußischen General von europäischem Ruf, der ernsthaft von der Friedensbewegung als "giftig" spricht, Deutschlands "Eroberungsrecht" behauptet und, indem er erklärt, daß "Macht Recht ist", den Gedanken der Achtung der belgischen Neutralität lächerlich macht — nicht an diesen ausgezeichneten Soldaten, sondern an Professor Delbrück, den Freund des deutschen Kaisers und das Sprachrohr der deutschen Apologetik. Er macht uns wenig Hoffnung, dass Deutschland nicht in Begriffen des Krieges denkt, sondern wie ein neidischer König auf die Weinberge von Naboth in Südamerika oder anderswo blickt. Er sagt: — "Das deutsche Volk ist, seit es die Einheit als große Nation erlangt hat, allmählich zu der Entschlossenheit gelangt, die Aufteilung der Welt unter andere Nationen nicht zuzulassen, sondern seinen eigenen Anteil an ihr zu fordern. .... Zu diesem Zweck braucht es eine Flotte. . . . England und andere Mächte weigern sich noch immer, die natürlichen Forderungen Deutschlands nach voller Gleichberechtigung in der Weltpolitik anzuerkennen. Die natürliche Antwort Deutschlands war, sowohl das Heer als auch die Marine nochmals erheblich zu verstärken." Nachdem er davon gesprochen hat, "die Erfüllung der deutschen Ziele durch erhöhte Rüstung zu erzwingen", schliesst der Professor mit dieser tröstlichen "friedlichen" Erklärung: — "Die Welt kann sicher sein, daß Deutschland mit seinem Heer und seiner Marine nichts anderes anstrebt als die Erhaltung seiner Stellung in Europa und eine gerechte Beteiligung, wenn anderswo in der Welt Besitzveränderungen in Kolonien stattfinden." Da alle diese Fragen in Europa entschieden werden müssen, müssen wir, wenn wir nicht zu dem Schluß kommen, daß Deutschland die Monroe-Doktrin zerstören will, trotz unserer Weigerung, die Vereinigten Staaten in ihrer Politik aufzugeben, zu dem Schluß kommen, daß die großen Kanonen der deutschen Kriegsschiffe eher die Lebenserhalter des Hauszerstörers als die Balons des Friedenspolizisten sind."
AUGUST — A French Appreciation of Mr. W. T. Stead. (Eine französische Würdigung von Mr. W. T. Stead.) "Unter all den zahllosen Würdigungen, die in verschiedenen Ländern veröffentlicht wurden, ist keine bemerkenswerter als die, die in "La Revue" aus der Feder von M. Jean Finot erschien, der einer der engsten Freunde von Herrn Stead war. Es gab nur wenige Angelegenheiten, die er nicht mit M. Finot besprach, entweder mündlich oder brieflich. Wir geben hier die bemerkenswertesten Passagen einer bemerkenswerten Würdigung wieder. MIT W. T. Stead ist nicht nur ein großer Schriftsteller, ein illustrer Journalist, sondern auch einer der besten Männer, die je gelebt haben, verschwunden. Ich habe nicht die Absicht, das intellektuelle Erbe zu analysieren, das uns der liebe Verstorbene hinterlassen hat. Eine unmögliche Aufgabe! Ein großer Aufwiegler von Ideen. Stead hat sie in Handvoll in die ganze Welt gesät. Wie man im Wald vor lauter Bäumen den Wald nicht sieht, so hat seine immerwährende Aktivität, die das ganze Leben und die menschlichen Neigungen umfasste, sein Talent als Schriftsteller von seltener und funkelnder Originalität verborgen, voll von Unerwartetem, was Form und Inspiration betrifft. Hundert kleine Bücher, geschrieben zu Ehren von und inspiriert durch die Liebe zu Kindern, hätten allein für jeden anderen einen beneideten Platz unter den meist verehrten Schriftstellern verschafft......" A MILLIONAIRE OF GENIUS. (EIN GENIALER MILLIONÄR.) .... "Nichts kann sich mit diesem Reichtum und der Originalität der literarischen Produktion vergleichen, außer vielleicht jenem Leben, das er so würdig erfüllt hat, dass er es verdient, als eine der interessantesten Persönlichkeiten unserer Zeit in die Nachwelt einzugehen. Die Katastrophe der Titanic hat dies gezeigt — wir wissen, wie man würdig stirbt, aber wir wissen nicht, wie man menschlich lebt. Wir müssen diejenigen als Helden grüßen, die in ihrem täglichen Leben das ungewöhnliche Schauspiel von Männern bieten, die durch und für ein großes Ideal leben. Unter diesem Gesichtspunkt möchte ich einige Episoden in Steads Leben untersuchen." THE WHITE SLAVE TRADE. (DER WEISSE SKLAVENHANDEL.) .... THE effect of prison. (DIE Wirkung des Gefängnisses.) .... THE NAPOLEON OF THE CAPE AND HIS WILL. (DER NAPOLEON VOM KAP UND SEIN LETZTER WILLE.) .... "Cecil Rhodes hatte Stead einige Tage zuvor gefragt: Was würden Sie tun, Stead, wenn Sie eine Million Geld hätten?" Stead zögerte nicht einen Augenblick. In seinen Gesprächen mit seinen intimen Freunden hatte er oft von der Notwendigkeit gesprochen, eine internationale Zeitung zu gründen, die unabhängig von Abonnenten, Käufern, Anzeigen, Finanzen, Regierungen und dem Teufel in Person sein sollte. Seine Antwort lautete: — "Ich würde eine englische Zeitung gründen, wie sie England noch nie gesehen hat, und eine andere für den Kontinent, die man sich in Europa nie hätte vorstellen können." Und Rhodes antwortete ihm mit der Abwesenheit von Gesten und der Nüchternheit der Worte, die so erstaunlich waren bei diesem Beweger von Menschen und Millionen: — "Starten Sie Ihre zwei Journale; ich werde Ihnen die Million zur Verfügung stellen." Welches neue und faszinierende Konzept würde nötig sein, damit diese Zeitschriften angenommen wurden — Zeitschriften, die das Ideal eines Laien-Evangeliums verwirklichen sollten, das die offene, despotische und unverantwortliche Macht der modernen Presse unterstützen sollte?" Heute braucht man gemeinsame europäische Medien. Nichtstaatliche Ansätze gibt es längst. Josef Zauner war bereits auf dem Weg. Der Ansatz euronews ist interessant, auch eine unabhängige Nachrichtenorganisation auf europäischer Ebene ringt um eine Etablierung. Klar ist, daß so ein Angebot erst nach allgemeiner Einführung von Esperanto wirklich beständig werden kann. [se] THE NEED OF PRISON FOR RHODES. (DIE NOTWENDIGKEIT DES GEFÄNGNISSES FÜR RHODES.) .... HIS ATTITUDE TO GERMANY. (SEIN VERHALTEN ZU DEUTSCHLAND.) "Die Beschimpfungen und der Spott, die auf ihn niedergeschleudert wurden, flossen über seine Seele wie Wasser über Marmor. So bemühte er sich, einen phantastischen, unwahrscheinlichen Traum zu verwirklichen. Er wollte alle Fachleute Englands und Deutschlands miteinander in Kontakt bringen, damit sie sich, da sie sich besser kennen und schätzen lernten, umso besser lieben könnten. Aber seine wiederholten Reisen nach Deutschland öffneten ihm die Augen. Er begann die fatale Kraft zu verstehen, die das Deutsche Reich zur Weltherrschaft drängte. Er war bestürzt über die Gefahr, die seinem geliebten England drohte, wenn es unter dem Einfluss der berauschenden Musik einschlief, die seinen eigenen Schlummer gewiegt hatte. Und dann, dem Spott trotzend, erklärte er sich zum Verfechter von zwei Kielen zu einem. Er reiste durch England, hielt Konferenzen ab, donnerte in die Zeitungen, und dieser Freund Deutschlands schien in kurzsichtigen Augen zu seinem unerbittlichen Feind geworden zu sein. Seine leidenschaftliche Suche nach der Wahrheit brachte ihn oft in einen unwegsamen Irrgarten. Er fühlte die Gefahr, dem Reiz der Geheimnisse des Jenseits zu folgen, aber er verfolgte sie dennoch. Seine rechtschaffene Einfalt setzte ihn oft einem Irrtum aus. Von falschen Voraussetzungen ausgehend, kam er zu Lösungen, die ihn für Menschen, die sich für weise und wissend hielten, lächerlich machten. Jenes Vertrauen in Vorahnungen, das ihn beunruhigenden Vorahnungen, dem automatischen Schreiben und der Kommunikation mit Geistern aussetzte, hörte nie auf, ihn zu verfolgen." EIN SCHÖNES SPIEGELBILD DES GÖTTLICHEN. .... "Hätte Stead den Spiritualismus gereinigt, oder hätte der Spiritualismus zur Vergrößerung seiner Seele beigetragen? Was macht das schon? So wie sie war, war seine Seele eine der schönsten Widerspiegelungen des Göttlichen auf Erden."
AUGUST — HOW A NEWSPAPER PRODUCED. (WIE EINE ZEITUNG ENTSTEHT.) By William T. Stead. "The Girl's Own Paper and Woman's Magazine veröffentlicht einen Artikel von Mr. W. T. Stead darüber, wie eine Zeitung hergestellt wird. Dies, sagt der Herausgeber, ist wahrscheinlich eines der letzten Dinge, die Mr. Stead geschrieben hat. Sie erhielt ihn am 4. April, nur wenige Tage vor dem tragischen Untergang der vom Unglück verfolgten Titanic." THE FIRST ESSENTIAL. (DAS ERSTE WESENTLICHE.) "Mr. Stead schrieb: — Der erste Schritt zur Herstellung einer Zeitung ist, dass ein Mann eine Axt in die Hand nimmt und losgeht, um einen Baum zu fällen. Damit eine Zeitung entstehen kann, ist die erste Voraussetzung Papier, und modernes Zeitungspapier ist größtenteils das Produkt von Holz. Das Material, auf dem unsere Journale gedruckt werden, war ein lebender Baum in den Wäldern Amerikas oder Skandinaviens, nur ein paar Wochen bevor es in den Dienst des Journalismus gepresst wurde. Jeden Sonntag verbrauchen New-York-Zeitungen Tausende von Hektar Wald. Was sie tun werden, wenn in dreißig Jahren in den Vereinigten Staaten keine Bäume mehr stehen, ist noch nicht abzusehen." THE SECOND. (DIE ZWEITE.) "Wie das Fundament der Zeitung selbst das Beil des Holzhackers ist, so ist das Fundament der Nachrichten der Bleistift des Reporters. Er ist der grundlegende Mann. Ohne ihn wären der edle Redakteur, der brillante Leitartikler nur unartikulierte Stimmen, unhörbar in einem Vakuum. .... Wenn der größte Dummkopf der Welt morgen eine Zeitung herausbringen wollte, bräuchte er nur Bargeld an eine anerkannte Agentur zu zahlen, und er würde drei Viertel des Materials für die Zeitung des nächsten Tages per Telegramm und "fadenscheinig" eingespeist finden, ohne dass er sich mehr anstrengen müsste, als wenn er einen Penny in den Schlitz hielte und die Maschine den Rest erledigen ließe." .... THE MAN IN THE SADDLE (DER MANN IM SATTEL) .... "Der Redakteur steht zweifellos über dem Unterredakteur, aber der Mann im Sattel, der Mann, der das Kommando hat, der Mann, der die Zeitung macht, ist der Nachrichtenredakteur. .... Der Werbemanager wird täglich hartnäckiger und aggressiver. Über die Arbeit des Nachrichtenredakteurs sagt Mr. Stead, dass das Studium der Kunst der journalistischen Perspektive faszinierend und schwer fassbar ist, denn die Perspektive variiert von Stunde zu Stunde, manchmal von Minute zu Minute. Er spricht auch von der großen Kunst der Schreckensüberschrift, der Produktion von Sensationstiteln im Großdruck, die eine der wichtigsten im modernen Journalismus ist. Sie ist auf der anderen Seite des Atlantiks etwas verwildert. Mr. Stead bemerkt abschließend, dass eine einzige telegrafische Nachricht, bevor sie die Augen der Öffentlichkeit erreicht, mindestens neunmal gelesen wurde."
AUGUST — THE "TITANIC" DISASTER. (DIE "TITANIC-KATASTROPHE.) "In the Fortnightly Review trägt Mr. Thomas Hardy Zeilen über den Verlust der Titanic bei,....." "Someone Ought to Hang." ("Jemand sollte hängen.") .... EINE ERNSTE ANKLAGE. (EINE SCHWERWIEGENDE ANKLAGE.) .... Seamanship versus Dividends. (Seemannschaft versus Dividende.) "Commander Carlyon Bellairs, R.N., schreibt im Contemporary über die Titanic-Katastrophe und beklagt, dass die Seemannschaft in den Hintergrund gedrängt wurde und die Finanzen das Sagen haben. Er hofft, dass drahtlose Apparate auf allen Schiffen mit einer bestimmten Anzahl von Besatzungsmitgliedern oder Passagieren zur Pflicht gemacht werden, mit zwei Bedienern und einem Lehrling auf jedem Schiff, so dass immer Nachrichten aufgenommen und gesendet werden können. Mittels Funk könnten Informationen über die Bewegung von Eisbergen übermittelt werden, ohne die Fahrtrouten starr festzulegen. In gefährlichen Gewässern sollte der Ausguck verdoppelt werden, und einer von zweien könnte eine Brille benutzen. Ein Lehrlingssystem für Seeleute würde für mehr kompetente Matrosen sorgen. Kein Seemann in Alleinverantwortung würde bei dunstigem Wetter nachts in einem nebligen, mit Eisbergen übersäten Gebiet zwanzig oder zweiundzwanzig Knoten fahren. Aber die Seemannschaft wird von den Finanzen dominiert. Wenn ein neuer Motorentyp, wie z.B. der Dieselmotor, seine Überlegenheit gegenüber der Turbine beweisen würde, könnte dies leicht zu einer Umgestaltung der Konstruktionen führen, die eine Unterteilung in wasserdichte Abteilungen ermöglicht. Das wäre besser als die etwas zweifelhafte Bereitstellung von Booten und Flößen......"
AUGUST — MODERN LANGUAGES VERSUS CLASSICS. (MODERNE SPRACHEN VERSUS KLASSIKER.)
"Diese leidige Frage wird von Mr. C. F. Kayser in der American Educational Review für Mai diskutiert, Er sagt: — Wir können zugeben, dass die deutsche Literatur vielleicht noch keine Prosaschriftsteller vom perfekten Typus eines Demosthenes oder Cicero hat, aber auch die Griechen und Römer hatten keine solchen Lyriker wie Goethe, Heine, Liliencron und ein Dutzend anderer, oder irgendwelche Schriftsteller der Fiktion und Romantik, wie sie das moderne Deutschland besitzt. Ohne Angst vor ernsthaftem Widerspruch könnte ich auch das größere Interesse und den direkteren Bezug betonen, den ein Großteil der besten deutschen Literatur auf unser eigenes unmittelbares Leben hat. Wenn der moderne Sprachunterricht in all seinen äußeren Bedingungen eine Position der Gleichheit mit den Klassikern erreicht hat, werden seine inhärenten Qualitäten dazu berechtigen, als ein zufriedenstellender Ersatz für die Klassiker angesehen zu werden."
SEPTEMBER — THE REVIEW OF REVIEWS FOR AUSTRALASIA. (Annual Subscription, 8/6.)
W. T. STEAD, Late Editor English "Review of Reviews."
WILLAM H. JUDKINS, Editor "Review of Reviews for Australasia."
DR. ALBERT SHAW, Editor American "Review of Reviews."
SEPTEMBER — Werbung Lehrbücher: ESPERANTO STUDENTS. Esperanto Manual, Indispensable ....
SEPTEMBER — SPECIAL ANNOUNCEMENT. (BESONDERE ANKÜNDIGUNG.) "In der nächsten (August-) Nummer der Review of Reviews werden wir eine reizvolle und hochinteressante Beschreibung aus der Feder von Herrn W. T. Stead über einen Empfang in der amerikanischen Botschaft veröffentlichen. Die Gespräche mit allen wichtigen Männern, die dort waren, sind von intensivem Interesse und bieten Einblicke in ihren Charakter und in den von Mr. Stead. Es ist eine Seitenansicht der leichteren Seite von Mr. Steads Leben, die dennoch den Eindruck der zunehmenden Ernsthaftigkeit der Absicht trägt, die all seinen Vergnügungen zugrunde lag. Ein paar Zeilen werden das Interesse an dem Artikel zeigen. Als er Mr. Pierpont Morgan vorgestellt wurde, sagte dieser: — "Ich kenne Sie sehr gut, Mr. Stead, aber Sie werden mich nicht zu einem Interview bewegen können." "Aber ich habe Ihnen geschrieben, Mr. Morgan. Ich sagte: Ich möchte, dass Sie mich erreichen, Mr. Morgan." "Oh", sagte er, "alles Persönliche, was Sie wollen. Ich werde mit Ihnen reden, wann immer Sie Zeit haben. Es wird auch einen Artikel geben, der sich umfassend mit der Durchführung und den Ergebnissen der Titanic-Untersuchung befasst, zusammen mit einem konstruktiven Plan für die Reform des Handelsministeriums."
THE "TITANIC" INQUIRY. (DIE "TITANIC"-UNTERSUCHUNG.) "Freimütige Rede über die Techniker. Mr. Joseph Conrad schreibt in der English Review sehr freimütig über "Einige Aspekte der bewundernswerten Untersuchung." Er sagt: — Es ist amüsant, wenn irgendetwas, das mit dieser dummen Katastrophe verbunden ist, amüsant sein kann, die insgeheim niedergeschlagene Haltung der Techniker zu spüren. Sie sind die Hohepriester des modernen Kults des perfektionierten Materials und der mechanischen Geräte und würden dem Profanen am liebsten verbieten, seine Geheimnisse zu erforschen. Wir sind die Meister des Fortschritts, sagen sie, und man soll stillschweigend respektvoll bleiben. Und sie flüchten sich hinter ihre Mathematik. Es würde Ihnen und mir und unseren kleinen Jungs (die noch keine Ingenieure sind) auffallen, dass, um sich der absoluten Sicherheit anzunähern — ich will nicht sagen, sie zu erreichen —, die Abteilungen, die das Wasser fernhalten sollen, vom Boden bis zum obersten Deck des Blechrumpfes reichen sollten. Und weiter, als eine Bestimmung der allgemeinsten Menschlichkeit, dass jede dieser Abteilungen einen vollkommen unabhängigen und freien Zugang zu diesem obersten Deck haben sollte — das heißt, ins Freie. Nichts Geringeres wird genügen. Trennung durch Schotten, die wirklich trennen, und freier Zugang zum Deck von jeder wasserdichten Abteilung. Und wenn Spezialisten, die wertvollen Spezialisten von der Sorte, die "unsinkbare Schiffe" bauen, Ihnen sagen, dass es nicht möglich ist, dann glauben Sie ihnen nicht. Es ist möglich, und sie sind auch ziemlich schlau genug, es zu tun. Die Einwände, die sie vorbringen werden, wie sehr sie sich auch in das feierliche Geheimnis technischer Phrasen hüllen, werden nicht technischer, sondern kommerzieller Natur sein. Ich versichere Ihnen, dass es an einem solchen Schiff nicht viel Geheimnisvolles gibt. Es ist ein Behälter. Es ist ein schmales, geripptes, gestrecktes Schiff - aber es ist kein größeres Geheimnis als ein Behälter. Die Titanic war ein Tank, 800 Fuß lang, ausgestattet wie ein Hotel, mit Gängen, Schlafzimmern, Sälen und so weiter (wahrlich keine sehr geheimnisvolle Anordnung). Zur Veranschaulichung der Arroganz der Experten verweist Herr Conrad auf die Frage, jeden Kohlebunker des Schiffes durch eine geeignete Tür zu einem wasserdichten Raum zu machen. Dies wurde von den Experten mit einer Begründung abgelehnt, die der Autor als völlig unzureichend bezeichnet. Er fügt hinzu:— Natürlich dürfen diese Türen nicht von der Brücke aus bedient werden, weil die Gefahr besteht, dass die Bekohlungsarbeiter im Bunker eingeschlossen werden; aber auf das Signal hin, dass alle anderen wasserdichten Türen des Schiffes geschlossen sind (wie es im Falle einer Kollision geschehen würde), könnten sie auf Befehl des Wachingenieurs geschlossen werden, welcher für die Sicherheit der Bekohlungsarbeiter sorgen würde. Wenn sich der Riss in der Spanseite im Bunker selbst befände, würde sich das ohne jedes Signal bemerkbar machen, und der Wasserstrom in den Stokehold würde sofort unterbrochen, wenn die Türplatte an ihren Platz käme. Sagen wir, eine halbe Minute auf der Außenseite. Schließlich wendet sich der Schriftsteller an die Unternehmen, die ja nur Kartenverkäufer und Durchgangsvermittler sind, und sagt zu ihnen:— Verkaufen Sie nicht so viele Fahrkarten, mein tugendhafter Ehrenmann. Schließlich sind Männer und Frauen (wenn man sie nicht unter rein kommerziellen Gesichtspunkten betrachtet) nicht gerade das Vieh der westlichen Hochseeschifffahrt, das man vor etwa zwanzig Jahren im Notfall über Bord warf und im Kreis schwimmen ließ, bevor es unterging. Wenn Sie nicht mehr Boote bekommen können, dann verkaufen Sie weniger Karten. Ertränken Sie nicht so viele Leute in der schönsten, ruhigsten Nacht, die der Nordatlantik je erlebt hat — auch wenn Sie ihnen ein wenig Musik zum Ertrinken geliefert haben. Verkaufen Sie weniger Karten! Das ist die Lösung des Problems, Eure kaufmännische Hoheit. Aber es gäbe einen Aufschrei: "Oh! Das muss berücksichtigt werden!" (Zehn Jahre lang - eh?) Nun, nein! Dies erfordert Überlegung. Das ist das Allererste, was zu tun ist. Und zwar sofort. Auf der Stelle. Begrenzen Sie die Anzahl der Leute durch die Boote, die Sie bedienen können. Das ist Ehrlichkeit.
Der Autor fordert eine weitere Reform:— Alle diese Boote sollten einen Motor haben. Und natürlich dürfen der glorifizierte Händler, der mumifizierte Beamte, die Techniker und all die heimlich verunsicherten Mitläufer des riesigen Ticketverkaufsunternehmens mit aller Überheblichkeit Einwände dagegen erheben. Aber glauben Sie ihnen nicht. Kommt es Ihnen nicht absurd vor, dass im Zeitalter des mechanischen Antriebs, der erzeugten Kraft, die Boote dieser hochmodernen Schiffe mit Rudern und Segeln ausgestattet sind, die mehr als 3.000 Jahre alt sind! So alt wie die Belagerung von Troja. Älter!... Und ich weiß, wovon ich spreche. Erst vor sechs Wochen war ich auf dem Fluß in einem uralten, rauhen Schifferboot, das mit einem Zweizylinder-Motor von 7,5 PS ausgestattet war. Ein ganz gewöhnliches Schifferboot, das der Mann, dem es gehört, benutzt, um die Arbeiter und Stauer zu den Schiffen zu bringen, die an den Bojen vor Greenhithe laden. Sie hätte etwa dreißig Personen aufnehmen können. Ein armer Bootsmann, der die paar Sovereigns des Preises mühsam zusammenkratzen musste, kam auf die Idee, diesen Motor in sein Boot einzubauen. Aber all diese Konstrukteure, Direktoren, Manager, Konstrukteure und andere, die wir unter dem Gattungsnamen Yamsi zusammenfassen können, haben nie daran gedacht, ihn in die Boote des größten Behälters auf der Erde, oder besser gesagt auf See, einzubauen. Und deshalb nehmen sie eine Luft der ungeduldigen Überlegenheit an und erheben Einwände. Zum Schluss drückt er ein Gefühl aus, das von sehr vielen geteilt wird:— Ich habe von dem einen oder anderen von ihnen, die alle den Gattungsnamen Yamsi tragen, etwas erwartet, ein Zeichen irgendeiner Art, ein aufrichtiges Wort, im Verlauf dieser bewundernswerten Untersuchung, von menschlicher, von echter Reue. Vergeblich. Alles Handelsgerede. Kein Geflüster — außer dem üblichen Ausdruck des Bedauerns zu Beginn des Jahresberichts, der ansonsten ein achtenswertes Dokument ist. Dividende, Sie wissen schon. Dem Geschäft geht es gut." ABBILDUNG UND TEXT: SHIPBUILDERS AND SHIPOWNERS AND THE BOARD OF TRADE. (SCHIFFSBAUERN UND SCHIFFSEIGNER UND DAS HANDELSMINISTERIUM.) "Die ursprünglichen Pläne der Herren Harland und Wolff, den Erbauern der "Olympic" und "Titanic", für die Unterbringung von Booten auf diesen Schiffen. Diese Pläne wurden von der White Star Line nicht ausgeführt, die die "Titanic" mit nur sechzehn Rettungsbooten in See schickte. Dies lag über den Anforderungen des Handelsministeriums." THE UNSINKABLE SHIP. (DAS UNSINKBARE SCHIFF.) "Das Nautical Magazine widmet den Lehren aus der Titanic-Katastrophe weiteren Raum und gibt einen Überblick über die Frage der Schotten und die dem Board of Trade Committee zur Lösung vorgelegten Fragen,....." THE LESSONS OF THE "TITANIC." (DIE LEHREN DER "TITANIC".) "Der Sekretär der amerikanischen Marine, Mr. George von L. Meyer, erörtert in der North American Review die Frage der Sicherheit auf See in einer Weise, die vermuten lässt, dass die amerikanische Regierung bereit ist, die Angelegenheit mit einer Direktheit und einer Unerbittlichkeit in die Hand zu nehmen, die im Gegensatz zu den halbherzigen und zögerlichen Bewegungen unseres Handelsministeriums glänzt. Herr Meyer beginnt:— Es liegt in der Macht aller Länder, unter deren Flagge Hochseedampfer fahren oder in deren Häfen sie einlaufen, solche Regeln und Vorschriften für ihre Ausrüstung und Navigation vorzuschreiben, die die Gefahr solcher Unfälle, wie der des White-Star-Dampfers Titanic, herabsetzen, die Möglichkeiten, Hilfe zu erhalten, vergrößern und es möglich machen, das Leben jeder Person an Bord im Falle des Untergangs des Schiffes zu retten. In erster Linie sollten daher sofort Gesetze erlassen werden, die vorschreiben, dass kein Passagierdampfer mehr Personen, Besatzung und Passagiere, an Bord haben darf, als in den Booten und auf den Rettungsflößen, die zur Ausrüstung des Schiffes gehören, untergebracht werden können......" THE ENGLISHMAN. (DER ENGLÄNDER.) By Ella Wheeler Wilcox. (Von Ella Wheeler Wilcox.) "Geboren in Fleisch und Blut, ..... Und stirbt - wie ein Engländer." (Geschrieben an Bord der "Olympic", 18. April 1912, nach der "Titanic"-Katastrophe.)
SEPTEMBER — THE EUROPEAN SITUATION. (DIE EUROPÄISCHE SITUATION.) What is the Entente Cordiale? (Was ist die Entente Cordiale?) "In einem Artikel über die "Politische Lage in Europa", der in der Nouvelle Revue vom 15. Juni erscheint, bemüht sich General Massenet, die wahre Bedeutung der Entente Cordiale zu erklären. Die Suche Russlands nach einem Meer. Die Entente zwischen Frankreich und England scheint, wie er sagt, in Frankreich missverstanden zu werden. Offenbar wird nicht erkannt, dass die Entente durch die schiere Kraft der Dinge als einzige Sicherheitsgarantie für die beiden Länder erzwungen wurde und dass sie für das eine wie für das andere ebenso unentbehrlich ist. Bei Beendigung des deutsch-französischen Krieges schien Deutschland in seltsamer Voraussicht Elsaß-Lothringen einem Kolonialreich vorzuziehen, das es leicht von Frankreich hätte erwerben können und dessen Abtretung aller Wahrscheinlichkeit nach nicht die unheilbare Feindschaft hervorgerufen hätte, die heute Frankreich und Deutschland trennt. Unterdessen hat Rußland enorme Anstrengungen unternommen, um über die Türkei Herrin des Mittelmeers, über Turkestan und Persien Herrin des Persischen Golfs und über die Mandschurei und Korea Herr des Chinesischen Meeres zu werden. Gegenwärtig ist es auf drei Meere beschränkt — die Ostsee, das Schwarze Meer und den Stillen Ozean, aber das erste ist durch Dänemark verschlossen, das zweite durch die Dardanellen, und das dritte — das heißt, der Teil, der die russischen Küsten umspült — ist während eines großen Teils des Jahres durch Eis versperrt. Bisher waren ihre Bemühungen ohne Ergebnis, und Rußland bleibt dazu verurteilt, sie zu erneuern, bis es Befriedigung erlangt, da seine Existenz davon abhängt, daß es ein Meer findet, das es ihm ermöglicht, sein Expansionswerk fortzusetzen." GERMANY AND AUSTRIA. (DEUTSCHLAND UND ÖSTERREICH.) ".... Aus ähnlichen Gründen sah sich Preußen, das seine Ostseeküste ausbauen wollte, 1863 gezwungen, das kleine friedfertige Königreich Dänemark anzugreifen. Schließlich musste es jedoch seinen Ehrgeiz in dieser Richtung zügeln, da dies zweifellos einen Krieg mit Russland bedeutet hätte, das ebenfalls einen Absatzmarkt in der Ostsee suchte. Da Deutschland sich nicht in der Lage fühlte, seine Kräfte mit dem Moskauer Reich zu messen, musste es sich mit einer bescheideneren Lösung begnügen — das heißt, da es nicht in der Lage war, Dänemark ganz in Besitz zu nehmen, bemächtigte es sich des Stücks Territorium, das für die Erweiterung seines Zugangs zur Nordsee notwendig war. In der Erkenntnis, dass es mit seinen Bestrebungen gegenüber den kleineren Nationen auf den fatalen Widerstand Russlands stoßen würde, das darauf bestehen könnte, die Ostsee für sich zu schließen, auf den Widerstand Frankreichs, das jeden Machtzugang als neue Bedrohung ansehen würde, und auf den Englands, für das jede Vergrößerung der deutschen Seemacht eine Gefahr darstellen würde, befand es, dass sein Erfolg sehr problematisch sein würde, wenn Frankreich und Russland sich gegen es verbünden. Mit Recht kam es zum Schluss, dass vor dem Beginn einer kolonialen Expansion die Zusammenarbeit mit mindestens einer großen kontinentalen Macht notwendig war, und schließlich wurde Österreich gewonnen." IS AN ANGLO-GERMAN DUEL INEVITABLE ? (IST EIN ENGLISCH-DEUTSCHES DUELL UNVERMEIDLICH?) "In der Zwischenzeit fand Großbritannien, in seiner hervorragenden Isolation, seine Ruhe durch die Expansionspolitik Deutschlands gestört. Da nun die koloniale Expansion für beide Mächte eine absolute Notwendigkeit ist, ist der Verfasser der Meinung, dass ein tödliches Duell zwischen ihnen unvermeidlich ist. Jedenfalls bereiten sich beide Länder darauf vor, und in dem Gebiet, das der Dreh- und Angelpunkt ihrer gesamten Politik ist, ist kein Opfer zu groß. Deshalb hat Deutschland mächtige Kriegshäfen und Marinewerften geschaffen, den Nord-Ostsee-Kanal gebaut und seine Marine so entwickelt, daß sie nur noch von der Großbritanniens übertroffen werden kann. Sein Ziel scheint es zu sein, die österreichisch-deutschen Flotten so stark zu machen, daß, verstärkt durch die italienische Flotte, die ihre Hilfe kaum verweigern könnte, die kombinierten Flotten der drei Mächte eines Tages in der Lage sein würden, Großbritannien mit einiger Aussicht auf Erfolg die Vorherrschaft auf dem Meer streitig zu machen." THE ENTENTE AND THE PEACE OF THE WORLD. (DIE ENTENTE UND DER FRIEDEN DER WELT.) "Die Klugheit Großbritanniens bei der Lösung des Gefahrenproblems war bemerkenswert. Sofort wurden mehrere Verträge und Bündnisse geschlossen, alle mit dem Ziel, ihre kolonialen Besitztümer zu sichern. Deutschland, das die wichtige Rolle voraussah, die Japan in einem deutsch-britischen Konflikt spielen könnte, versuchte, Japan dazu zu bringen, sich seiner Sache anzuschließen; aber Japan erkannte, dass es Großbritannien sehr brauchte. Beruhigter, was das Schicksal seiner Kolonien anging, schloss Großbritannien als nächstes die Bündnisse mit Russland und Frankreich. So wie Großbritannien die Notwendigkeit erkannte, im Falle eines Krieges mit Deutschland ein Bündnis mit diesen Mächten zu suchen oder zumindest alles für ihre Neutralität zu opfern, so waren Rußland und Frankreich unter dem absoluten Zwang, die Unterstützung Großbritanniens zu haben, um ihnen im Falle der Not gegen den gemeinsamen Feind zu helfen. So kam der Zusammenschluß von Großbritannien, Rußland und Frankreich — mit einem Wort, die Entente Cordiale — zustande, als das einzige Mittel, mit dem jede dieser Mächte hoffen konnte, die kriegerischen Ansichten Deutschlands zu besänftigen, und als Schutz, falls Deutschland den Krieg erklären sollte. Der eigentliche Charakter der Entente besteht nicht nur darin, daß ihre vernünftige Anwendung zur Verteidigung der besonderen Interessen, die sie ins Leben gerufen haben, in Anspruch genommen werden kann, sondern daß sie zur Erhaltung des Friedens in der, man könnte sagen, in der ganzen Welt, von Nutzen sein kann." Is Germany Always to be Excluded ? (Soll Deutschland immer ausgegrenzt werden?) "In den Sozialistischen Monatsheften vom 20. Juni erörtert Herr Ludwig Quessel die Bedeutung des Imperialismus vom wirtschaftlichen Standpunkt aus. Die meisten seiner Argumente stützen sich auf die kolonialen Erfahrungen Großbritanniens, dessen Erfolg er mit der Position Deutschlands kontrastiert. Zuletzt verglich Herr Ledebour die beiden Länder in ihrem Verhältnis zur kolonialen Expansion mit den beiden Ratten aus Heines Gedicht, die in ständigem Konflikt miteinander stehen - die britischen Kapitalisten in der Position der zufriedenen Ratte und die deutschen Patrioten in der Position der hungrigen Ratte. Unter Hinweis auf die glänzende Entwicklung Großbritanniens seit 1880 wagt der Autor die Meinung, dass die Ausdehnung des Empire durch Großbritannien weniger auf dem Erwerb von Rohstoffen beruht als auf der Sorge, die von der deutschen Industrie bedrohten Märkte zu erhalten. Rohstoffe, die Produkte der Tropen, werden überall zu Marktpreisen verkauft. Ganz anders ist der Verkauf von Industrieprodukten auf asiatischen und afrikanischen Märkten. Hier wirkt der Imperialismus wie eine protektionistische Mauer von unüberwindlicher Höhe. Im Lichte der Wirtschaftsgeschichte ist der deutsche Englandhaß weniger eine geistige Verirrung der deutschen Imperialisten als vielmehr der Ausdruck einer ökonomisch begründeten Empörung der wohlhabenden Klassen Deutschlands über die ungeheure Ausdehnung des britischen Empire in den letzten Jahrzehnten, durch die deutsche Industrieexporte auf allen afrikanischen und asiatischen Märkten, die Großbritannien annektiert hat, praktisch von der freien Konkurrenz ausgeschlossen sind." WHAT THE BALANCE OF POWER MEANS. (WAS DAS GLEICHGEWICHT DER MACHT BEDEUTET.) "In der "Contemporary Review" vom Juli schreibt H. N. Brailsford über "Deutschland und das Gleichgewicht der Macht", zieht das Gewand der traditionellen Namen ab und zeigt uns, was seiner Meinung nach die nackte Realität ist, die hinter dem formalen Gleichgewicht der Macht liegt. Er sagt:— Eine aristokratische Gesellschaft maß den Reichtum in Form von Land. Ihre Vorstellung von den Zielen der internationalen Politik wurde mit der Dekadenz der Landbevölkerung obsolet. Territorium, gedacht als Land, das edle Eroberer als Frucht des Sieges verteilen können, ist nicht mehr das Gut, nach dem Nationen streben. Wir haben die Phase, in der allein der Warenhandel die Politik Europas beherrschte, fast ebenso absolut hinter uns gelassen......"
THE NEAR EAST PROBLEM. (DAS NAHOST-PROBLEM.) AUSTRIAN INTERVENTION. (ÖSTERREICHISCHE INTERVENTION.) "Es wurde ein Minimalprogramm an Forderungen aufgestellt, aber die Türken blieben stur, selbst in einer so trivialen Angelegenheit wie dem Druck der albanischen Sprache in lateinischen Buchstaben. Nachdem sie die Albaner entwaffnet hatten, versuchten die Türken, ihr Vertrauen zurückzugewinnen, indem sie Waffen zur Verteidigung der Grenze verteilten. Die Albaner waren zwar beruhigt, aber ein albanischer Adliger veröffentlichte gerade in Wien ein Pamphlet, in dem er die Verfehlungen der Türken in seinem Lande darlegte. Im Frühjahr des letzten Jahres kam der große Aufstand der Mallissoren, und eine weitere Expedition wurde gegen sie geschickt. Die Mirditen des Südens schlossen sich den Aufständischen an, und im Mai wurde eine Proklamation mit ihren Forderungen an das Volk und an die Regierung gerichtet. Daraufhin wurde von den Türken Verstärkung angefordert, und die Truppen zerstörten systematisch die Behausungen und behandelten die alten Menschen, Frauen und Kinder ohne Rücksicht. Diese Schreckensherrschaft führte jedoch zu keinem entscheidenden Ergebnis, und Österreich verkündete, dass die Taktik der Türken höchst dumm gewesen sei und dass es eingreifen werde. Die österreichische Note erregte in Konstantinopel und Berlin großes Aufsehen, doch Deutschland unterstützte weiterhin die Jungtürken. Die Regierung in Konstantinopel sah ein, dass sie, um ihr Gesicht zu wahren, die militärischen Operationen einstellen und Reformen versprechen musste. Im August akzeptierten die Mallissoren die elf von der Regierung angebotenen Bedingungen, aber da die Bevölkerung Südalbaniens von allen versprochenen Vorteilen ausgeschlossen war, blieb die Situation in ganz Albanien nach dem Frieden mit dem Norden weitgehend gleich." AN APPEAL TO EUROPE. (EIN APPELL AN EUROPA.) "Im Jahr 1912 erklärten die namhafteren unter den Albanern ihre Absicht, nichts mit politischen Parteien oder dem Parlament in Konstantinopel zu tun zu haben. Ihre Antipathie gegen das Kommittee der Union und des Fortschritts ist ebenso groß wie gegen die liberale Entente, und sie werden sich nicht an den Wahlen beteiligen. Die Türken, behaupten sie, haben nichts für sie getan. Die Straßen, die sie in bestimmten Teilen begonnen haben, sind für den Handel nutzlos. Sie sind nur strategische Routen. Überzeugt davon, dass die Jungtürken unfähig sind, ein Versprechen zu erfüllen, sind die Albaner im Norden und Süden entschlossen, ihre Angelegenheiten selbst in die Hand zu nehmen und einen Appell an Europa zu richten. Von Anfang an haben sie Autonomie gefordert, und jetzt zeigen sie eine Tendenz zur Abtrennung Albaniens vom Rest des Reiches, wenn nötig. Die Türken befinden sich in einer unentwirrbaren Lage. Während es eine Möglichkeit gibt, den Aufstand mit Gewalt und unter großen Kosten niederzuschlagen, ist es für sie praktisch unmöglich, die Albaner zufriedenzustellen, da das Minimum der Forderungen der letzteren das Maximum der Zugeständnisse, die die türkische Regierung zu gewähren bereit ist, bei weitem übersteigt......"
SEPTEMBER — THE ITALIAN REVIEWS. (DIE ITALIENISCHE REZENSION.) ".... Die Civilta Cattolica beschreibt in einem längeren Artikel die Unterdrückung, mit der die Bewohner Russisch-Polens bedroht werden, was den Gebrauch der polnischen Sprache in den römisch-katholischen Kirchen betrifft. Die Regierung des Zaren versucht erneut, das Gesetz durchzusetzen, dass nur Russisch für Gebet und Predigt verwendet werden darf, eine Maßnahme, die sowohl auf das polnische Nationalgefühl als auch auf die Religionsfreiheit abzielt. Den unglücklichen Polen, von denen die überwiegende Mehrheit römisch-katholisch ist, scheint eine Phase der zumindest geringfügigen Verfolgung bevorzustehen."
OKTOBER — THE REVIEW OF REVIEWS FOR AUSTRALASIA (Annual Subscription, 8/6.) THE LATE MR. W. H. JUDKINS. (DER VERSTORBENE MR. W. H. JUDKINS.) A ST. GEORGE OF THE NEWER CHIVALRY. (EIN ST. GEORGE DES NEUEREN RITTERTUMS.) By Rev. K. Ditterich. (Von Rev. K. Ditterich.) "Der Herausgeber dieser Zeitschrift überlebte seinen englischen Chef, Mr. W. T. Stead, nicht lange. Zwischen den beiden herrschte ein Band gegenseitiger Wertschätzung und eine Affinität zu gemeinsamen Idealen der Sozialreform. Jeder war in seinem eigenen Bereich ein Kämpfer unter dem Banner der bürgerlichen Rechtschaffenheit. Jeder hat wegen seiner Prinzipien viel Verachtung auf sich gezogen, und jeder hat ein Andenken hinterlassen, das von allen, die Gerechtigkeit und das Gute lieben, in Ehren gehalten wird. Und durch die tiefen Wasser des Schmerzes und des Leidens ging Mr. Judkins mit demselben siegreichen Heldentum." AS EDITOR. (ALS HERAUSGEBER.) "Sieben Jahre lang war er Redakteur dieser Zeitschrift. Seine literarischen Qualitäten sind den Lesern bekannt und brauchen nicht weiter erwähnt zu werden. Er brachte in die Aufgabe der Redaktion einen wachen und belesenen Geist, einen fließenden Stil und vor allem einen großen Enthusiasmus für die hohen Ziele des öffentlichen Lebens ein. Seine Ansichten erforderten oft einen langen Atem, und dieser Mut hat ihn nie im Stich gelassen. Manchmal wäre es einfach gewesen, Dinge ungesagt zu lassen, um die Leser nicht zu verletzen, aber das war nicht seine Art. Eine Zeitschrift war für ihn ein Mittel, um bestimmte Überzeugungen zu verbreiten, und kein Geschäft zum Geldverdienen. Wie er auf dem Podium war, so war er auch in der Zeitschrift ein Verfechter der höheren Gesinnung, ein Ringer mit dem Bösen, ein St. Georg der neueren Ritterlichkeit, der nicht mit fabelhaften Ungeheuern kämpfte, sondern mit jenen meisterhaften Drachen des sozialen Lasters, deren grausame Reißzähne das Leben von Männern, Frauen und Kindern überall um uns herum bedrohen." THE MAN. (DER MANN.) ".... In der Kirche stieg er in hohe Positionen auf und wurde jährlich in die Repräsentantenkonferenz von Victoria und Tasmanien und auch in die letzten beiden Generalkonferenzen der Australasiatischen Kirche gewählt. Das Zeugnis von über £1800, das als Zeichen der öffentlichen Anerkennung seiner Arbeit gesammelt wurde, ist nur ein Zeichen für die Wertschätzung, die er bei seinen Mitbürgern genoss. In seiner Frau fand Mr. Judkins eine Person, die seine Arbeit voll und ganz unterstützte und die ihn häufig zu seinen Versammlungen begleitete, auch in den stürmischen Zeiten, wenn es große Unannehmlichkeiten bedeutete, wenn er von Schlägern durch die Straßen verfolgt wurde, die ihren Hass auf das Gute und seine Verfechter mit den übelsten Ausdrücken zum Ausdruck brachten. Sie und ihr einziges kleines Mädchen bleiben zurück, nicht nur um den Verlust zu betrauern, sondern um die Erinnerung an einen gütigen Ehemann, zärtlichen Vater, heldenhaften Reformer und christlichen Gentleman zu bewahren. Er hat ihnen einen Einfluss hinterlassen, der immer wertvoll sein wird. Seine letzte Krankheit ertrug er mit ruhiger Tapferkeit und einem unerschütterlichen Glauben, der für alle, die ihn sahen, eine Inspiration war, und am Dienstag, dem 3. September, entschlief er in Frieden, nach mehr als einem Jahr intensiven Leidens und wiederholten Operationen. Während er auf dem Krankenbett lag, schrieb er eine Reihe von Artikeln, die seitdem in Heftform unter dem Titel "From the Mountain Top" veröffentlicht wurden. Es ist ein schöner Ausdruck des ruhigen, heldenhaften Glaubens, der den Schmerz in eine Kraft umwandelte, die seinen Charakter verfeinerte, wie Gold im Feuer geprüft wird. Für seine vertrauten Freunde war er ein Vorbild an Freundschaft, und sie können von ihm sagen, wie David von Jonathan sagte: "Sehr angenehm bist du mir gewesen." Bei der Trauerfeier, die in der Wesley Church in Melbourne stattfand, drängte sich an einem geschäftigen Wochennachmittag eine große Menschenmenge vor dem Gebäude, während sich draußen und entlang der Straße weitere Hunderte versammelten. Eine ähnliche Menschenmenge versammelte sich auf dem Booroondara-Friedhof, wo seine sterblichen Überreste beigesetzt wurden. Am darauffolgenden Sonntagnachmittag waren zweitausend Menschen in der Wesley-Kirche anwesend, um die Würdigung seines Wertes und seiner Arbeit von den Anführern der Sozialreform zu hören, die mit ihm in seinen Kampftagen dem Sturm getrotzt hatten." THE REFORMER. (DER REFORMER.) "Mr. Judkins begann seine soziale Reformarbeit in Neuseeland, wo er Organisationssekretär der Abstinenzvereinigung wurde und eine prominente Rolle bei der Organisation der dritten großen Volksbefragung zur Alkoholfrage spielte. Von diesen Umfragen hat es sieben gegeben, mit einer zunehmenden Anzahl von Meinungen für die Prohibition. Die Bilanz ist interessant. .... Doch sein großes Werk vollbrachte er in Victoria, wohin er nach einem weiteren gesundheitlichen Zusammenbruch zurückkehrte. Er wurde bald als Redner in und um Melbourne populär......"
OKTOBER — THE HISTORY OF THE MONTH. (DIE GESCHICHTE DES MONATS.) The New Editor. (Der neue Herausgeber.) Melbourne, September 30, 1912. "Der Tod von Herrn Judkins hat die Redaktion der australasiatischen Ausgabe der Review of Reviews vorübergehend unbesetzt gelassen. Es ist uns eine Freude, bekannt zu geben, dass die Position zum frühestmöglichen Zeitpunkt von Herrn Henry Stead, einem Sohn des Gründers dieser Zeitschrift, dem verstorbenen William Thomas Stead, ausgefüllt werden wird. Als ihr berühmter Vater durch den Untergang der "Titanic" ums Leben kam, wurde vereinbart, dass seine beiden Söhne, Mr. Alfred Stead und Mr. Henry Stead, sich die Verantwortung für die Leitung der Review of Reviews in London teilen sollten — der erste als Herausgeber und der zweite als Geschäftsleiter. Das Ableben von Mr. Judkins hat eine Änderung der Pläne erforderlich gemacht, und die letzte Woche eingegangenen Telegramme informieren uns, dass Mr. Henry Stead London zum Jahresende verlassen wird, um im Januar die volle redaktionelle und geschäftliche Leitung dieser Zeitschrift zu übernehmen. Mr. Henry Stead ist in Australien kein Unbekannter. Er war für eine beträchtliche Zeit mit der australasiatischen Ausgabe von The Review of Reviews verbunden, bevor Mr. Judkins den Redaktionsvorsitz übernahm, und hat sich in journalistischen und politischen Kreisen wichtige Freunde gemacht. Er ist ein recht junger Mann, der seinem Vater im Aussehen wunderbar gleicht, und er besitzt viele der besten persönlichen und literarischen Eigenschaften seines Vaters. Man kann sich darauf verlassen, dass er bei der zukünftigen Führung dieser Zeitschrift eine Politik der Energie und des Unternehmertums verfolgen wird."
OKTOBER — Mr. Stead at the American Embassy. (Herr Stead in der amerikanischen Botschaft.) "Diese Notizen wurden von Herrn W. T. Stead nach dem Besuch eines Empfangs in der amerikanischen Botschaft am 4. Juni 1901 gemacht und sind sowohl wegen der vielen bekannten Personen, die erwähnt werden, als auch wegen der charakteristischen Gesprächsfragmente und Kritik interessant. .... ES war der Vorabend des Derbys, seit dem "Maiden Tribute" ein ereignisreicher Tag in meiner Geschichte. Ich ging mit meiner Frau zur Earl's Court Exhibition, wo wir das Drama der Freilassung von Peking miterlebten. Sie ging nach Hause, und ich kam zurück nach Westminster, Westminster Bridge Station, und ging hinüber zu Carlton House Terrace, einem geräumigen Palast, gemietet von Mr. Choate, dem amerikanischen Botschafter, für 5.000 Pfund pro Jahr. Es war ein Empfang von zehn bis zwölf, gegeben für die Delegierten der New Yorker Handelskammer. Ich kam um Viertel vor elf an und ging um Viertel vor zwölf......" CARNEGIE STILL HOLDING TO STEAD. (CARNEGIE HÄLT SICH IMMER NOCH WACKER.) "Am Fuße der Treppe spielte eine Kapelle, und als ich die Treppe hinaufging, wurde mein Name am Treppenkopf ausgerufen, und ich wurde von Mr. Choate empfangen, der sich an mich in Skibo erinnerte und so herzlich reagierte, wie es ein Mann kann, der schon zweihundert Menschen die Hand geschüttelt hat. Er sagte zu mir: "Mr. Carnegie ist gekommen." Ich traf Sir Robert Porter, der vor fünf Jahren die amerikanische Volkszählung durchführte und den ich bei meinem letzten Besuch in Russland traf. Er wohnt im Brown's Hotel. Nach dem Händeschütteln drängten wir uns durch den überfüllten Raum und kamen zu Mr. Carnegie. "Sie halten immer noch zu Mr. Stead", sagte Porter. "Ja", sagte Mr. Carnegie. "Oh", sagte ich, "es ist ein Fall von Mühsal für meine Bekehrung. Mr. Porter! Herr Carnegie wird nicht aufgeben." "Oh, übrigens", sagte er. "Als ich Skibo verließ, bekam ich einen Brief von Ihnen, den ich noch nicht beantworten konnte." "Beantworten Sie ihn nicht", sagte ich. "Es ist alles vorbei — diese Zeitung." "In Ordnung", sagte er. "Aber", sagte ich; "was wollten Sie mit diesem schrecklichen Artikel, dem grausamsten und ironischsten Artikel, den Sie je geschrieben haben?" Er lachte, und da kam jemand hoch......"
OKTOBER — The Board of Trade Guilty. (Das Handelsministerium ist schuldig.) LORD MERSEY'S "PAINSTAKING CHASTISEMENT." (LORD MERSEYS "AKRIBISCHE BESTRAFUNG".) "DIE amerikanische Untersuchung unter Senator Smith hat eine zutreffende Anklage gegen das Handelsministerium gefunden, und die Sonderkommission unter dem Vorsitz von Lord Mersey in London hat ein Schuldurteil gefällt. Es gibt viele, die die Arbeit von Senator Smith verunglimpft haben, und die jetzt sehen, dass er nicht nur schnell gehandelt hat, sondern dass seine Empfehlungen und Schlussfolgerungen in fast allen Fällen von der britischen Kommission bestätigt worden sind. .... Was den Grund für den Verlust der Titanic betrifft, so stellte das Gericht fest, dass er "auf die Kollision mit einem Eisberg zurückzuführen ist, die durch die übermäßige Geschwindigkeit, mit der das Schiff gesteuert wurde, verursacht wurde." Diese Feststellung ist zweifellos die einzig mögliche, aber es wird versucht, sie abzuschwächen, indem behauptet wird, dass es nicht möglich war, "Kapitän Smith die Schuld zu geben":— "Er hatte nicht die Erfahrung, die sein eigenes Unglück denen beschert hat, die er zurückgelassen hat, und er hat nur das getan, was andere erfahrene Männer in der gleichen Lage getan hätten. .... Er hat einen Fehler gemacht, einen sehr schweren Fehler, aber einen, bei dem man angesichts der Praxis und der vergangenen Erfahrung nicht sagen kann, dass Fahrlässigkeit eine Rolle gespielt hat; und in Ermangelung von Fahrlässigkeit ist es meiner Meinung nach unmöglich, Kapitän Smith mit Schuld zu belegen. Es ist jedoch zu hoffen, dass man von dieser Praxis das letzte Mal gehört hat und dass sie für die Zukunft zugunsten von Maßnahmen aufgegeben wird, von denen wir jetzt wissen, dass sie umsichtiger und klüger sind. Was im Falle der Titanic ein Fehler war, würde ohne Zweifel in jedem ähnlichen Fall in der Zukunft Fahrlässigkeit sein." Ob dieser geschickt formulierte Versuch, die White Star Line vor den Ansprüchen der Betroffenen zu bewahren, Bestand haben wird oder nicht, bleibt abzuwarten. Wenn aber ein Autofahrer mit seinem Wagen an einer gefährlichen Stelle mit überhöhter Geschwindigkeit fährt und jemanden tötet, haftet er für den entstandenen Schaden. Ist das so zu verstehen, dass er, wenn er beweisen könnte, dass er der erste Autofahrer war, der an dieser besonders gefährlichen Stelle jemanden getötet hat, sich darauf berufen könnte, dass er ein Recht auf Immunität hätte? Entweder ist eine Handlung richtig oder falsch. Die Feststellung des Gerichts läuft darauf hinaus: die Handlung war falsch, aber der Fahrer hat nicht falsch gehandelt". Der einzige wirkliche Versuch des Gerichts, die Sache gerade zu rücken....."
No More Rotten Ships. (Keine morschen Schiffe mehr.) DOING WITHOUT THE BOARD OF TRADE. (VERZICHT AUF DIE HANDELSKAMMER.) "PHARAOH mag die bestmöglichen Absichten .... Die allgemeine Öffentlichkeit, auch die reisende Öffentlichkeit, ist unorganisiert und daher ohne große Chance, wirklich potent zu sein. Es gibt keine vernünftige Gewerkschaft der Seereisenden! Gäbe es sie, wäre das vernünftige Ideal, dass jeder Passagier eine Chance auf Leben hat, leichter zu verwirklichen. So aber finden wir, dass selbst auf der Olympic, dem Schwesterschiff der Titanic, die Passagiere von der fast gefühllosen und ostentativen Art und Weise beeindruckt sind, in der die White Star Line nicht einmal jene erbärmlich unzureichenden Sicherheitsmaßnahmen durchführt, zu denen das grelle Licht der Katastrophe sie gezwungen hat. Wir haben immer jeden Anschein von Voreingenommenheit oder Animosität gegen die eine oder andere Dampfschifffahrtsgesellschaft vermieden, aber wenn das, was wir von der Olympic hören, wahr ist, können wir nur sagen, dass die Passagiere gut daran tun würden, die White Star Line in Zukunft zu boykottieren......"
"And God and Man" on Earth. ("Gott und Mensch" auf der Erde.) IMPERIAL EXAMPLE, ACHIEVEMENT, AND LESSON FROM JAPAN. (IMPERIALES BEISPIEL, LEISTUNG UND LEKTION AUS JAPAN.) ".... Während die Arbeit des Kaisers und sein Einfluß auf die inneren Angelegenheiten von großer Bedeutung sind, ist die Welt natürlich daran interessiert zu wissen, ob der Einfluß Japans in der Weltpolitik für den Frieden oder für den Krieg ist oder nicht. Wir haben von Fürst Katsura und von unseren eigenen Staatsmännern gehört, daß die anglo-japanische Allianz eine der größten Kräfte ist, die für den Frieden in Europa sorgt; aber was denkt der Kaiser, und was wird der Kaiser tun? Um dies zu beantworten, ist es nur notwendig, sich erneut den Äußerungen des japanischen Kaisers über das alles entscheidende Thema der Zukunft seines Landes zuzuwenden; in diesen gibt es reichlich Beruhigung für die am meisten Besorgten. Und beim Lesen der kaiserlichen Worte darf man nie vergessen, dass es sich nicht um spontane Reden oder Telegramme handelt, wie wir sie aus dem Munde europäischer Monarchen oder amerikanischer Präsidenten gewohnt sind. Sie sind etwas viel Ernsteres als das und haben den Charakter von Proklamationen, denn die Stellung des japanischen Kaisers in den Augen seiner Untertanen unterscheidet sich von allem, was man in Europa finden kann......"
OKTOBER — WHAT ERSE HAS TO DO FOR ERIN. (WAS IRLAND FÜR IRLAND ZU TUN HAT.) "In der Irish Educational Review vom Juli erklärt Miss Agnes O'Ryan, dass "es für die Iren Arbeit zu tun gibt", und zwar in Bezug auf ihre Sprache, die, wie sie erklärt, "das wichtigste Element in der Verfassung einer Nation ist.":— "Wenn wir eine freie Nation sein wollen, müssen wir unsere Sprache und alles, was sie beinhaltet, wiederbeleben. Allein durch die Sprache kann Irland gerettet werden, und nach der Leichtigkeit zu urteilen, mit der die Iren einst eine fremde Sprache annahmen, ist es sicher keine Übertreibung zu hoffen, dass ihre Wiederbelebung keine Herkulesaufgabe sein wird. Die Sprache muss respektiert werden, und wenn aus keinem anderen Grund, dann aus diesem: dass wir wollen, dass sie uns als eine separate Nation kennzeichnet, dass sie uns, die wir Iren - und nicht Engländer - sind, zu einer Einheit zusammenschweißt, und dass sie uns durch ihre Stimme zu den Sitten und Gebräuchen unserer Vorfahren zurückbringt, als alles Gesang und Pracht war, als alles fröhlich wie die Hochzeitsglocken ging. Die irische Sprache wird uns gegen die herannahende Flut schützen, auf deren Kamm kein Gott oder keine Spiritualität geschrieben steht. Allein die Wiederbelebung der irischen Sprache wird uns vor dem schäbigen, selbstgefälligen Materialismus der Gegenwart schützen und den irischen Männern und Frauen eine Grundlage geben, von der aus sie der Welt wieder mit einem neuen Leben entgegentreten können. Was würde mit der englischsprachigen Welt geschehen, wenn all die Redekunst, die Poesie und der Humor Irlands von nun an in einer unbekannten Sprache begraben wären? Weitere Drohungen. — "Die Regierung hat die Protestanten im Norden Irlands herausgefordert, deutlich zu machen, dass ihr Entschluss, nicht am Home Rule Parliament teilzunehmen, endgültig ist. Diese Herausforderung wird im Herbst und vor der Wiederaufnahme unserer Parlamentsdebatten angenommen werden, und zwar in einer Weise, die auch beim unverbesserlichsten Optimisten auf der Bank des Schatzamtes keinen Zweifel aufkommen lassen wird. Eine sofortige Entscheidung wird dann zwingend notwendig werden - entweder, dass Ulster einbezogen wird, oder dass Ulster ausgeschlossen wird. Beide Entscheidungen könnten die Regierung in den Ruin treiben" - Mr. F. E. Smith, in der Oxford and Cambridge Review."
OKTOBER — UNITED STATES IN A NEW LIGHT. (VEREINIGTE STAATEN IN EINEM NEUEN LICHT.) "In der Sociological Review für Juli schreibt A. E. Zimmern über sieben Monatsaufenthalte in Amerika und wirft dabei fröhlich einige der vorherrschenden Vorstellungen über die Vereinigten Staaten auf den Kopf:—" NEVER BEEN A DEMOCRACY. (AMERIKA WAR NIE EINE DEMOKRATIE.) "Amerika war nie eine politische Demokratie, wie jeder zugeben wird, der mit der Verfassung und den Verhältnissen, unter denen es entstanden ist, vertraut ist. Es war nie weniger eine freie Demokratie als es heute ist. Die Freiheit des Subjekts ist weit weniger sicher geschützt als in Westeuropa; es gibt weit weniger freie Rede (womit nicht ungezügelte Rede gemeint ist) und weit weniger freie Schrift, sowohl in Büchern als auch in Zeitungen. Die Klassenunterschiede, die weit davon entfernt sind, abwesend zu sein, sind genauso ausgeprägt wie in Europa, wenn auch in etwas anderer Form, da sie auf Unterschieden des Reichtums, der Nationalität und der Hautfarbe beruhen und nicht auf Rang und Herkunft. Und der Glaube, dass das Land Selbstverwaltung genießt, ist, wie Mr. Roosevelt in letzter Zeit ein- oder zweimal bemerkte, die dünnste aller Fiktionen. In Wirklichkeit wird es von einer kleinen Gruppe mächtiger Finanziers und Geschäftsleute regiert, die aufgrund des Schutzes, den ihnen die komplizierte Struktur der scheinbaren Regierung bietet, Immunität genießen." NOT A NATION, BUT A MEDLEY OF NATIONS. (NICHT EINE NATION, SONDERN EIN GEMISCH VON NATIONEN.) "Heute gebe es keine amerikanische Nation mehr, fügt er hinzu. Amerika besteht gegenwärtig aus einem Sammelsurium von Nationen, die zufällig unter einer gemeinsamen Bundesregierung vereint sind. Eine wachsende Zahl von Einwanderern, die ein Leben auf Wanderschaft führen, haben weder die Rechte noch die Pflichten einer Staatsbürgerschaft. Es gibt ein neues Proletariat oder Landstreicher, das gigantische Ausmaße angenommen hat und die Wanderlust aller Nationen und die Verbitterung der Enterbten repräsentiert."
OKTOBER — THE SLAV WORLD AND BEYOND. (A BURNING SLAV QUESTION.) DIE SLAWISCHE WELT UND DARÜBER HINAUS. (EINE BRENNENDE SLAWISCHE FRAGE.) "In der Mitte Juli erschienenen Nummer der Revue de Paris hat M. Charles Loiseau einen Artikel über den nationalen Konflikt, der zwischen Ungarn und Kroatien ausgetragen wird." THE NAGODA. (DIE NAGODA.) "Die kroatische Frage, so der Autor, ist eng mit den politischen und sozialen Schicksalen Ungarns verbunden, doch warten die Kroaten vergeblich nicht nur auf die Verwirklichung der ihnen gemachten Versprechungen, sondern auch auf die Einhaltung der in ihrer eigenen Verfassung garantierten Rechte. Die Folgen der verschiedenen repressiven Maßnahmen Ungarns waren Attentatsversuche auf Graf Theiß und M. Cuvaj, den Ban oder Gouverneur. Im Jahre 1868 wurde Kroatien, nachdem es seine Unabhängigkeit verloren hatte, wieder mit Ungarn verbunden, und die Beziehungen zwischen den beiden Ländern wurden in einer Art Vertrag, der Nagoda, festgelegt. Dieser Vertrag gewährte Kroatien ein Parlament, eine offizielle Sprache und eine eigene Flagge. Es sollte Autonomie in allen zivilen und gerichtlichen Angelegenheiten, im Bildungswesen und in der Verwaltung haben, während Ungarn darauf achtete, die Ministerien für Finanzen, öffentliche Arbeiten, Eisenbahnen, Landwirtschaft usw. als "gemeinsame" Angelegenheiten beider Länder zu behalten, um über die Steuereinnahmen verfügen zu können und das Wirtschaftsleben des Landes zu kontrollieren. Was die interparlamentarischen Beziehungen betrifft, so sind sie so definiert, dass Kroatien, anstatt direkte Vertreter in den Landtag in Pesth zu wählen, vierzig aus dem eigenen Landtag ausgewählte Mitglieder dorthin delegiert......"
OKTOBER — Random Readings from the Reviews. (Zufällige Lesungen aus den Rezensionen.) "Ici On Parle" "Charles Wilson, der im "Sunday at Home" über seine Erfahrungen als Geistlicher im australischen Busch schreibt, erzählt die folgende Geschichte:— Die folgende Ankündigung, die ich einmal in einem Rahmen an einer der Hütten angebracht sah, überraschte mich sehr: Ici on Parle Francais. Da ich selbst der Sprache nicht unkundig war, machte ich, anstatt der Frau des Siedlers einen guten Morgen zu wünschen, natürlich Gebrauch von dem Ausdruck Bon jour, aber sie schien mich nicht zu verstehen. "Comment vous portez-vous, madame? ", fuhr ich fort. Das Ergebnis war aber immer noch dasselbe; sie starrte mich nur erstaunt an und forderte die Kinder auf, das Zimmer zu verlassen. "Sie scheinen überrascht zu sein", bemerkte ich und deutete auf den Zettel, der an der Wand über dem Kamin hing. "Auf dieser Karte steht: 'Hier wird Französisch gesprochen'; ich nehme an, es ist Ihr Mann, der es sprechen kann?" "Hier wird Französisch gesprochen! ", rief sie erstaunt aus. "Ich glaube, Sir, Sie müssen sich irren. Ich habe diese Karte letzte Woche von einem Händler gekauft, und er sagte mir, es sei das lateinische Wort für 'Gott segne unsere Heimat', also nahm ich sie und hängte sie über den Kamin." In diesem Moment erblickte sie den Schulmeister, der zufällig vorbeikam, und sie rief ihn herbei und bat ihn, die Karte zu übersetzen. Seine Version war natürlich die gleiche wie meine, und die Frau war furchtbar wütend darüber. "Wartet nur, bis der Hausierer wieder vorbeikommt!", rief sie aus. "Mein Mann wird bald französisch mit ihm reden! Er wird ihn sowieso dazu bringen, den Schilling zurückzugeben." Dann wandte sie sich an mich und fügte hinzu: "Sie werden entschuldigen, dass ich die Kinder weggeschickt habe, aber als Sie hereinkamen und so sprachen, dachte ich wirklich, Sie würden Schimpfworte benutzen.""
NOVEMBER — THE REVIEW OF REVIEWS FOR AUSTRALASIA (Annual Subscription, 8/6.)
Bulgaria and the Macedonian Problem. (Bulgarien und das mazedonische Problem.) By HIS EXCELLENCY MONSIEUR IVAN GUECHOFF, Prime Minister and Minister of Foreign Affairs of Bulgaria. (Von SEINER EXZELLENZ MONSIEUR IVAN GUECHOFF, Ministerpräsident und Minister für auswärtige Angelegenheiten von Bulgarien.) ".... Angesichts dieser Bereitschaft und ermutigt durch den Erfolg der Experimente im Libanon und auf Kreta darf man hoffen, dass die Befriedung Mazedoniens nicht jenseits der Staatskunst der Mächte liegen wird, vorausgesetzt, dass sie entschlossen sind, um Lord Lansdowne's Worte zu zitieren, "ihre Ansprüche in der großen Sache der Menschlichkeit geltend zu machen" und jener "ständigen Bedrohung des Friedens in Europa" ein Ende zu setzen, die die mazedonische Frage genannt wird."
The Duty of Citizenship. (Die Pflicht der Bürgerschaft.) A PRACTICAL EXAMPLE FROM JAPAN. (EIN BEISPIEL AUS DER PRAXIS AUS JAPAN.) .... THE RESULTS OF NATIONAL SOLIDARITY. (DIE ERGEBNISSE DER NATIONALEN SOLIDARITÄT.) "Wohin hat dieser praktische Patriotismus, diese intensive nationale Solidarität, Japan geführt, und welche Beweise gibt es dafür, dass ein solcher nationaler Impuls der isolierten Aktion von mehreren Millionen Menschen überlegen ist? Der Krieg mit Russland hat jenseits aller Argumente den Irrtum der künstlichen Schranken zwischen den Rassen und zwischen den Kontinenten gezeigt. Nicht länger können die weißen Rassen Europas über dem Salz sitzen, während die Nationen Asiens darunter sitzen. Japan, eine braune Rasse, eine Nation Asiens, hat ihr Recht demonstriert, über dem Salz zu sitzen, und zwar mit Waffengewalt. Die westliche Zivilisation erkennt ihr Recht an. Sie ist ein Beispiel dafür, dass eine Nation nicht wegen der Farbe ihrer Bevölkerung oder wegen ihrer geographischen Lage groß wird, sondern wegen der Kraft, die in ihr steckt. Es liegt an der unaufhörlichen Arbeit, dem unermüdlichen Bemühen des japanischen Volkes, Japan groß und sich selbst eines großen Japans würdig zu machen......"
NOVEMBER — The Voice of Their Masters. (Die Stimme ihrer Herren.) THE UNMASKING OF THE BOARD OF TRADE. (DIE ENTLARVUNG DES HANDELSMINISTERIUMS.) .... AS WE WERE BEFORE THE " TITANIC " DISASTER. (WIE WIR ES VOR DER "TITANIC"-KATASTROPHE HATTEN.) "Der Bericht besagt, dass die seit zwanzig Jahren geltenden Maßstäbe in Bezug auf die Stabilität und Seetüchtigkeit des Schiffes selbst und die Beförderung der erforderlichen Boote für alle gewöhnlichen Notfälle ausreichend sind. Daraus folgt, dass wir genau so dastehen wie vor der Titanic-Katastrophe. Eine solche Meinung zeigt, wie wenig die Mühe, die Zeit und die Arbeit, die in die Beratungen des Ausschusses investiert wurden, wert sind......"
THE CONCERT OF EUROPE : (DAS KONZERT VON EUROPA:) Is It Reactionary ? (Ist es reaktionär?) Ist es reaktionär? "Mr. H. J. Darnton-Fraser beschreibt in der Westminster Review die Entstehung des Russisch-Türkischen Krieges mit Hilfe von türkischen Dokumenten, die seit der Absetzung des verstorbenen Sultans zugänglich gemacht wurden. Seine Erzählung tendiert dazu zu zeigen, dass der Krieg hätte verhindert werden können, wenn die fortschrittlichen Mächte Midhat Pascha gegen die geheime Opposition des Sultans und die Pläne Russlands und Österreichs unterstützt hätten. Er schließt mit den Worten:— Die Entstehung des Krieges von 1877-78 bietet ein augenfälliges Beispiel für die Gefahren der Konzertpolitik und die Vorteile — zumindest vom liberalen Standpunkt aus — einer Politik der Entente zwischen Mächten liberaler und pazifischer Tendenzen. So wie die Geschwindigkeit eines Geschwaders die seines langsamsten Schiffes ist, so ist der segensreiche Einfluss des Europäischen Konzerts der seiner reaktionärsten Einheit. Da die Gladstonsche Politik darin bestand, das Europäische Konzert zu unterstützen, ist die Bedeutung von Mr. Darnton-Frasers Schlussfolgerung offensichtlich."
THE WORK OF THE THIRD DUMA. (DIE ARBEIT DER DRITTEN DUMA.) ".... Die Zaren-Duma war immer bereit, den Wunsch der nicht-russischen Nationalitäten zu unterstützen, ihre Kultur und Sprachen zu bewahren, innerhalb von Grenzen, die nicht offen gegen die Interessen des Staates verstoßen......"
MUST WE ALWAYS MUDDLE? (MÜSSEN WIR UNS IMMER DURCHWURSTELN?) "Vor ein paar Monaten wurde der britischen Öffentlichkeit versichert, dass sie eine volle Saat der Sicherheit aus dem Schicksal der Titanic ernten würde; jetzt scheint es, dass Vergeblichkeit das Epitaph markieren wird, das so mühsam von dieser juristischen Orgie eingeschrieben wurde, die als "The Titanic Untersuchung" bekannt ist. Wenig Gutes lässt sich aus der Lektüre des Berichts über das langwierige Verfahren ableiten, der dem Unterhaus, diesem Mausoleum der Erfahrung und der Reform, auf den Tisch gelegt wurde, und das Nautische Magazin leistet einen guten Dienst, indem es auf die Anklage zurückkommt, und wir hoffen, dass es jene heiteren "Abteilungen" beunruhigt, die Regierungen wirksamer vor Kritik schützen, als das Schott ein Unglück in Zeiten der Not verhindert. Das Nautical Magazine stimmt mit den strengen Maßstäben überein, die wir gezwungen waren, auf das ungebührliche Verhalten von "The Inquiry" anzuwenden, die sich auf jede falsche Fährte stürzte, anstatt direkt auf das entscheidende Thema zuzusteuern - die Sicherheit der reisenden Öffentlichkeit. Das Wunder ist, dass der Präsident es für möglich hielt, seine Beratungen innerhalb eines Jahres abzuschließen, denn unter vielem, was irrelevant war, nahmen die Beweise, auf die es wirklich ankam, nur einen kleinen Teil der verbrauchten Zeit ein. Es ist nur ein wilder Gedanke, aber vielleicht wäre die Öffentlichkeit beeindruckt gewesen, wenn die bemerkenswerte Reihe ihre Dienste zur Entwirrung dessen, was die Nation so tief betrifft, gegeben hätte, denn was nützt ihr forensisches Geschick, wenn eine seriöse Zeitschrift wie das Nautical Magazine sagt:  —  "Die Reden der Anwälte haben keinen Wert für uns; sie können ignoriert werden"  —  und jeder unterstützt dieses Urteil eines Berufsstandes, der zu viel dem besonderen Plädieren geopfert hat. .... Wie der Herausgeber des Nautical Magazins richtig sagt:— "Wir beklagen die Notwendigkeit dieser ganzen juristischen Maschinerie. Wenn eine Camperdown eine Victoria rammt, urteilt ein Kriegsgericht aus Nautikern über den Fall. Wenn eine Titanic einen Eisberg rammt, ist der Seemann der Gnade von Anwälten ausgeliefert......"
NOVEMBER — MUSIC AND DRAMA. (MUSIK UND DRAMA.) OPERA QUESTION. (OPERNFRAGE.) .... THE RIGHT POLICY. (DIE RICHTIGE POLITIK.) "Herr Klein sagt Herrn Hammerstein daraufhin, wie er es machen soll:- .... Wenn die Oper in englischer Sprache einen fairen Prozess haben soll, muss dies unter Bedingungen geschehen, die in jeder Hinsicht fair sind. Die Werke, ob alt oder neu, müssen solche sein, die das Publikum mit Vergnügen anhören kann. Das Gleiche gilt für die Stimmen der Sänger und für die Texte, die sie entweder stimmlich oder in gesprochenen Dialogen vortragen sollen. Die schlechten alten Übersetzungen müssen vom Tisch, die neuen müssen erstklassig sein. Die Aussprache jedes Wortes muss klar, raffiniert, genau und frei von Dialekt oder Provinzialität sein. Kurzum, das Englische muss so gut sein wie das Französische an der Opera Comique oder das Deutsche am Hofobern. Bei all dem muss das Dirigat und die künstlerische Leitung in völliger Übereinstimmung mit englischsprachigen Künstlern und der englischen Sprache sein. Ein repräsentatives Repertoire und ausreichend Zeit für bühnentechnische und szenische Proben tun ihr Übriges."
NOVEMBER — THE ITALIAN REVIEWS. (DIE ITALIENISCHE REZENSION.) "Scifio Sighele bringt in der Nuova Antologia eine interessante Würdigung von Francesco Crispi und seinem Imperialismus und weist darauf hin, .... G. Posta beschreibt die militärische Bereitschaft Deutschlands bzw. Frankreichs, wobei er einen für letzteres sehr ungünstigen Vergleich anstellt, und resümiert zugunsten der Wahrscheinlichkeit eines europäischen Krieges in nicht allzu ferner Zukunft, wobei er als einen Grund angibt, dass die italienische Eroberung von Tripolis "Europa zu einer korrekteren Einschätzung der Realitäten zurückgebracht" und gezeigt habe, was eine stolze Nation erreichen könne......"
NOVEMBER — WERBUNG: EVERYONE SHOULD STUDY FOREIGN-LANGUAGES (JEDER SOLLTE FREMD-SPRACHEN LERNEN) MILLIONS OP COPIES (MILLIONEN KOPIEN) "MILLIONEN KOPIEN der Methode für das Studium der modernen Sprache sind in allen Teilen der Welt verkauft worden, weil es die beste Methode für den Selbstunterricht ist, .... Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Niederländisch, Russisch, Japanisch....."
DEZEMBER — The Progress of the World. (Der Fortschritt der Welt.) The Cry of the shipowner. (Der Aufschrei der Schiffseigner.) "Selbst die sehr milden und eingeschränkten Vorschriften des Handelsministeriums in Bezug auf die Ausstattung der Boote und die Rettungsmittel haben einen Protest der Kapitäne des Handelsministeriums — der Reeder — hervorgerufen. Sie lassen sich nicht von der Tatsache abschrecken, dass ihre ganze Prahlerei über unsinkbare Schiffe in Bezug auf die Titanic durch ihre eigene Aktion, das Schwesterschiff, die Olympic, zum Einbau einer kompletten zweiten Hülle zu schicken, als hohl erkannt wurde, und dass ihr neues Schiff auf weitaus vernünftigeren Richtlinien gebaut werden wird als die Titanic. Das parlamentarische Komitee der Reeder, dessen Mitglieder mehr als neun Zehntel der britischen Tonnage repräsentieren, hat im Hinblick auf die bevorstehende Debatte über die Untersuchung von Lord Mersey, die stattfinden wird, sobald das Parlament zusammentritt, Resolutionen verabschiedet. Sie protestieren mit unmissverständlichen Worten gegen die Regeln für Rettungsboote — "eine Abweichung von höchstem Charakter, die Passagierschiffen eine feste Rettungsboot-Skala auferlegt, die allein auf der Anzahl der beförderten Boote basiert." Sie haben die Unverfrorenheit zu sagen, dass "jede Abweichung von dem vom Beratenden Ausschuss für die Handelsschifffahrt einstimmig angenommenen Prinzip, bei dem alle Schifffahrtsinteressen vollständig vertreten waren — nämlich, dass 'die Stabilität und die Seetüchtigkeit des Schiffes selbst als vorrangig angesehen werden müssen und dass jede Vorkehrung gegen mögliche Katastrophen dieser vorrangigen Erwägung untergeordnet werden muss' — die Sicherheit des Lebens auf See ernsthaft gefährden wird." Es ist vielleicht natürlich, wenn auch zweifellos bedauerlich, dass die Reeder dieses Landes, die blind für die Notwendigkeit sind, das Ansehen der britischen Handelsmarine in den Augen der Welt wiederherzustellen, daher keine Zeit verlieren, sich definitiv gegen das Prinzip zu stellen, jedem Passagier eine Chance auf Leben zu geben. Sie wissen sehr wohl, dass der Ratschlag, die merkantilen Angelegenheiten dem Beratenden Ausschuss für die Handelsschifffahrt zu übergeben, in dem, wie sie wahrhaftig sagen, "die Interessen der Schifffahrt voll vertreten waren", eine bescheidene Art ist, zu sagen, dass die Interessen der Reeder ihn dominieren würden. Aber es ist nicht im Interesse der Öffentlichkeit, dass eine solche Verstärkung eines Systems, das sich bereits als katastrophal für dieses Land erwiesen hat, toleriert wird. Der Verlust des Dampfers North Briton hat die Aufmerksamkeit auf ein anderes Ergebnis der Vorherrschaft der Reeder über das Handelsministerium gelenkt und erinnert an die Tatsache, dass vor einigen Jahren die Plimsoll-Lastgrenze angehoben wurde, um den Reedern zu ermöglichen, ein paar hundert Pfund mehr an Fracht zu verdienen. Diese Entscheidung, die ausschließlich im Interesse der Taschen der Schiffseigner getroffen wurde, ist für viele Wracks und Hunderte von verlorenen Menschenleben verantwortlich gewesen. Dies wird in Schifffahrtskreisen so deutlich erkannt, dass die Markierung an der Schiffswand, die das bleibende Denkmal für Herrn Plimsoll darstellt, durchaus durch einen Totenkopf ersetzt werden könnte — ein angemessenes Denkmal für die Verantwortlichen für die Anhebung der Lastgrenze."
DEZEMBER — THE KAISER. (DER KAISER.) "Der Chautauquan für September enthält eine Skizze über Wilhelm II. von Arthur E. Bestor. Er sagt:— Die auffallendste Gestalt in der modernen politischen Welt ist Wilhelm II. mit seinem freimütigen Selbstbewusstsein, seiner anstrengenden Energie, seinem politischen Genie, seinem unbezwingbaren Willen, einer aus jener großen Familie von Herrschern, die Preußen zur stärksten Macht auf dem europäischen Kontinent gemacht haben, und die jetzt Deutschland zu einer der großen Nationen der Welt gemacht haben. .... Er ist überall auf der Suche nach neuen Wegen, die für die Entwicklung des deutschen Einflusses oder der deutschen Kultur nützlich sein können. Der Kaiser ist auf viele verschiedene Arten beschrieben worden, aber die Charakterisierung des verstorbenen William T. Stead, selbst einer der großen Journalisten der Welt, ist einzigartig und interessant. Er nennt den Kaiser einen "latter-day journalist born to the purple" ("Journalist der Neuzeit, geboren für den Purpur"). Er hat sicherlich das journalistische Verlangen nach Neuem und Pittoreskem; er mag es, ständig vor der Öffentlichkeit zu stehen; er hat die Fähigkeit, auffallende Dinge zu sagen. .... Zur Marinefrage bemerkt der Verfasser:— Es ist vollkommen offensichtlich, dass die einzige Macht, gegen die die neue Marine wahrscheinlich eingesetzt werden wird, Großbritannien ist. Für diese Gefahr sind die Engländer in letzter Zeit gründlich sensibilisiert worden, denn es ist nicht nur so, dass England in einem erfolglosen Seekrieg an Prestige verlieren würde, sondern dass seine ganze imperiale Politik und sogar seine Existenz von seiner Beherrschung der See abhängt. Es ist erstaunlich, wie viele Männer in Europa ihre Überzeugung bekunden, dass ein Krieg zwischen den beiden Ländern unvermeidlich und nahe bevorsteht. Das Thema wird nicht mit Bitterkeit diskutiert, sondern mit einer Art Endgültigkeit, die weitaus bedeutsamer ist."
DEZEMBER — MISCELLANEOUS. (VERSCHIEDENES.) Der deutsche Kaiser und der Frieden der Welt. Von A. H. Fried, mit einem Vorwort von Norman Angell. (Hodder and Stoughton. 6s.) "Ein höchst nützliches Werk zu einem der wichtigsten Themen vom Träger des Friedensnobelpreises. "Gegenwärtig", sagt Herr Fried, "unterstützt der Kaiser die Theorie, si vis pacem para bellum; er ist gegen den Krieg, aber er ist der Meinung, dass der Frieden nur durch den vollen Einsatz der Verteidigungskräfte des Staates erhalten werden kann. In einer Rede, die er 1905 in Bremen hielt, sagte er: — "Als ich auf den Thron kam, schwor ich, daß nach den heldenhaften Zeiten meines Großvaters Bajonette und Kanonen, soweit es in meiner Macht lag, beiseite gelegt werden sollten, daß aber diese Bajonette scharf gehalten und diese Kanonen bereitgehalten werden sollten, damit wir bei der Pflege unseres Gartens und der Erweiterung unseres schönen Hauses nicht durch Neid und Eifersucht von außen gestört werden sollten." Viele Male hat der Kaiser von einem "Friedensbündnis" gesprochen, das unter den zivilisierten Völkern möglich sei; mehr noch, er hat sich als Verfechter einer Organisation der europäischen Staaten zur Förderung des Friedens gezeigt, wobei keine Nation in einer Position der Überlegenheit ist, sondern jede durch gemeinsame Interessen und gemeinsame Handlungen miteinander verbunden ist. Für diesen Wunsch legen Herr Angell und Herr Fried Zeugnis ab, und ihr Zeugnis sollte zu einem besseren gegenseitigen Verständnis beitragen." Sobald das Thema Frieden angesprochen wird, ist immer, auch heute, in den Gesellschaften eine gewisse Gleichgültigkeit spürbar. Manche meinen, das wird nicht so schlimm kommen, manche meinen, es soll ruhig passieren, manchen scheint es egal. Obwohl heute mehr internationale Institutionen bestehen als vor dem Ersten Weltkrieg, bestehen immernoch genügend unnötige Barrieren, die eine Verständigung zwischen verschiedenen Gesellschaften erschweren. So bleiben sie sich fremd genug, um im Krisenfall gegeneinander zu stehen.
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RESUMO (ZUSAMMENFASSUNG)
Wie läßt sich das Werk des begabten Journalisten William Thomas Stead bewerten? Mit Phantasie und Empathie schrieb er über die Dinge der Zeit, über Meinungen und Ereignisse. Doch wie kann EDE ihn bewerten? Hat er sich klar im dem Sinn, man brauche ein geeintes Europa, in dem die Internationale Sprache benutzt wird, geäußert? Menschen mit Brüchen in der Identität können sich verschieden entwickeln. Manche sehen andere Gruppen als Gegner und bekämpfen sie. Oder sie denken nach und gehören dann zu den jenen, die sich fragen, warum die Dinge so passieren. Die einen tendieren dann gar in eine extremistische Richtung, die anderen suchen nach vernünftigen Lösungen für die Gesellschaften. Oft ist die Kommunikation zu verbessern. Wenn die äußere Lage zum Nachdenken zwingt, und dazu ausreichend individuelles Denken möglich ist, entstehen die benötigten Gedanken für Lösungen. Nicht automatisch geschieht das in den größten Metropolen oder in den kleinsten Orten. Dort sind Menschen wie überall mit anderen Dingen des Alltags beschäftigt. Hier wird ein Mensch thematisiert, der sich viele Gedanken machte. W. T. Stead war ein Vollblutjournalist, er wollte eine Vielfältigkeit der Gesellschaften abbilden. So benannte er das Mögliche, aber auch Prophezeihungen. Diese erfüllen sich aber oft nur zum Teil. Worauf es eigentlich ankommt, ist die Auseinandersetzung mit einem Problem. So kommt man zu neuen Erkenntnissen. Daraus entstehen benennbare nötige Wünsche, daraus entwickeln sich Forderungen. Ob diese sich dann erfüllen, ist dabei weniger die Frage bei der Beschäftigung mit dem Thema. Wichtig ist, ob die neuen Bedürfnisse in ihrem Wesen verständlich und für den Entwicklungsstand der Gesellschaften zeitgemäß sind. So konnten Prophezeiungen vielleicht manchmal ausreichen, aber für EDE sind die formulierten Forderungen Steads ausschlaggebend. Stead war ein Sonderfall für Medien, denn er nahm Esperanto und die Idee wahr und erkannte auch die Bedeutung dieses Sprach-Mediums. Und dies, obwohl man das auf den ersten Blick nicht von einem Angehörigen der englischsprachigen Welt erwarten muß. Stead betrachtete eine Realität, in der andere Nationen beanspruchten, was England bereits für sich entwickelt hatte. Vielleicht entstand aus dieser realen Macht nebenbei etwas universelles, das auch für alle anderen gilt. Vielleicht war die Entwicklung so weit, daß Verantwortung auch für andere weniger entwickelte Weltregionen zu tragen an der Zeit war. Doch auf Dauer wäre so ein System der Vorherrschaft in einer gleichberechtigten Gruppe verschiedener Gesellschaften zum Scheitern verurteilt. Wir erleben aktuell im Denken der Bürger nationale Rückzüge, bei den großen Staaten in Richtung Großmacht, verständlicherweise bei den kleinen Staaten in Richtung Unabhängigkeit von den Großen. Wir brauchen ein System der Gleichwertigkeit.
Trotz allem Nachdenken blieb Stead sehr in seiner Sprachwelt verhaftet. Aus seiner Sicht war eine Vereinigung der englischsprachigen Staaten vielleicht nachvollziehbar. Schließlich entwickelte sich deren ehemalige britische Kolonie, die USA, schon wegen des gemäßigten Klimas zum einflußreichsten Staat. Wo es die klimatischen Bedingungen zuließen, siedelten besonders viele europäische Auswanderer. Nicht alle Gebiete waren für Europäer als Besiedlungsraum besonders attraktiv. In den Kolonien aber, wo der Anteil der Einwanderer im Verhältnis zu den Ureinwohnern stark war, wirkte die mitgebrachte Kultur stärker, und dort wurde auch früh eine Unabhängigkeit von den Kolonialmächten erreicht. Erst später (nach dem Zweiten Weltkrieg) folgten Kolonien mit höherem Anteil von Ureinwohnern. Die Welt ist größer als die englischsprachige, schon aus der Perspektive der anderen europäischen Mächte. Auch Atlantikanrainer wie zum Beispiel Frankreich, Spanien und Portugal nahmen weite Gebiete in Besitz. Nicht zu vergessen die Kolonisatoren im Osten. Diese anderen Mächte könnten ebenfalls auf das Recht eines jeweils eigenen Staatenverbundes ihrer Gebiete bestehen. Doch so ließe sich kein geeintes Europa errichten. Nicht zufällig kam später zeitlich die beginnende Einigung Europas mit der Unabhängigkeit der Kolonien zusammen. Zu Steads Zeit hallte der französiche Spracheinfluß noch stark nach. Die Macht verschob sich bereits hin zu den englischsprachigen Staaten, besonders den USA. Großbritannien konnte noch davon profitieren, obwohl der eigene Einfluß als Weltmacht sank. Bis heute scheint ein Teil der Engländer von der längst verlorenen Weltmacht zu träumen und es werden neue Fehler gemacht (Brexit). Wenn es aber so ist, daß Sprache von Macht abhängig ist, dann müssen wir uns auch und gerade heute mit dieser Frage beschäftigen und endlich die richtigen Schlüsse ziehen. Bereits Stead war auf dem Weg. Möglicherweise in Ansätzen ein Vorläufer der EDE-Vorläufer?
Dabei hat er in seinen am Ende veröffentlichten Betrachtungen über seine Lebensarbeit leider nicht alle nach 1901 dazukommenden Aspekte aufgenommen, wie die wesentliche Frage nach einer neutralen Internationalen Sprache. Denn ihm war die neutrale Internationale Sprache durchaus wichtig. Zumindest auf den ersten Blick waren keine Notizen zu Esperanto in den weiteren Veröffentlichungen von "Review of Reviews" nach seinem Tod 1912 zu finden. In manchen Nummern des Folgejahres erscheint Esperanto nur noch im Zusammenhang mit Werbung für Sprachliteratur. Es zeigt sich, daß nach ihm das Thema aus dieser Zeitschrift und damit auch in der allgemeinen Medienlandschaft weitgehend verschwand. Nach Steads Tod hatte die Welt einfach eine Informationsquelle weniger. Die breiteren Gesellschaften nahm das Geschaffene nicht auf und an. Auch in der englischsprachigen "Welt" existieren Medien, z.B. Zeitschriften für Esperantofreunde, so der "Brita Esperantisto". Doch für eine breitere Öffentlichkeit sind kaum solche Medien mit Esperantothemen bekannt. So scheint in der Mediengeschichte die Review of Reviews in ihrer Breite schon fast ein Sonderfall zu sein. Humanistische Aufklärung beinhaltet aber auch heute den Gebrauch der Internationalen Sprache Esperanto. Medien sollten also besser informieren. Trotz aller Träume einer dominanten englischsprachigen Union hatte Stead zumindest einen Blick für eine gerechtere Welt. In diesem Sinn hätten die Medien offen bleiben sollen und müssen. Nach Stead brach dieser Zugang für die Allgemeinheit sehr schnell weg. Damit wird aber das Thema von den breiteren Gesellschaften separiert. Fachzeitschriften blieben, niemand brauchte weiter behelligt werden, die Esperantisten mussten wieder weitgehend parallel zu den Gesellschaften für die Idee arbeiten und leben. Von manchen Esperanto-Freunden wurde und wird Stead geehrt, eben weil er sich für die Sprache einsetzte. Die klassischen Ideologien des 19. und 20. Jahrhunderts in ihrer eindimensionalen politischen Faccetierung haben sich generell von der Thematik einer gerechten internationalen Verständigung distanziert. Dies gilt nicht nur für Medien, selbst sich als progressiv und sogar als Europapartei bezeichnende Parteien hängen an dieser alten Denkweise.
Die Strukturen müssen stimmen! – Großbritannien wie die USA wollen weltweit ihre Sonderrolle spielen. Die bereits von Stead angestrebten internationalen Institutionen, die sich tatsächlich immer nach den Weltkriegen bildeten, werden zu oft von den Englischsprachigen gemieden, nicht ordentlich finanziert und höchstens benutzt. Die letzten Jahre waren ein Tiefpunkt der Geschichte. Großbritannien verließ die EU, die USA wurde von einem extremen Egoisten regiert. In beiden Staaten kam es früh zu hohen Covid19-Infektionszahlen und beide Staaten sorgten dafür, daß sie mehr als andere mit Impfstoff versorgt werden. Die alles zeigt eine Haltung, wie mit Gesellschaften verfahren wird. In den Nachrichtenkanälen erfuhr man eher nebenbei, daß die USA und auch Großbritannien weiter ihre angekündigten Impfdosen erhalten, wogegen bei den anderen europäischen Staaten die Lieferungen gekürzt werden. Daß die EU einfach nur Schuld hat und nicht ordentlich verhandelte, ist eine zu simple Antwort. Denn es hat System, wenn andere Mächte auf die Spaltung eines geeinten Europas orientiert sind. Biden nahm zuerst Kontakt zu einem Staat in Europa auf, welcher sich gerade vom vereinten Europa verabschiedet hatte. Die alte Idee eines Bündnisses und der Amerikanisierung der Welt? Europagegner und -skeptiker, also auch die nationalen Medien, lassen nun die Stimmen zu Wort kommen, die von den eigenen Fehlern in der EU sprechen. Es schimmert die Meinung durch, national wäre alles besser geregelt worden. Die Amerikanisierung (GB spiel dabei weniger eine Rolle) ist weiter fortgeschritten als zu Steads Zeiten. Vorderündig sicht- und hörbar ist sie in Werbung und bei Begrifflichkeiten. Wer durch Arbeit und Freizeit an Institutionen aller Art gebunden ist, erlebt bewußt oder unbewußt, wie im Hintergrund quasi "englisches Denken" zum Maßstab gemacht wird. Das Ergebnis ist Selbstverleugung. Natürlich fragen sich Mensch immer nach ihren Bezug zur Umwelt. Dieses Identifizieren, "Wer bin ich, zu wem gehöre ich", ist legitim. Natürlich gehört man Gesellschaften an, die sich im örtlichen Nahbereich bis hin zum Weltweiten befinden. Schwierig wird es dann, wenn zu viele europäische Bürger zum Teil irgendwie zum englisch-amerikanischen System gehören möchten. Dabei muß doch das real hier zu einigende Europa unterstützt werden. Manche, die pro-englisch-amerikanisch denken, denken auch allgemein sehr nationalistisch und wollen die eigene kleine europäische Nation "wieder groß machen". Dies sind nur die alten Reflexe. Manche Menschen die sich als eine Art US-Amerikaner fühlen, schimpfen eher auf die nationale Regierung und meistens auf "Europa". Ein Hoffen auf den besseren amerikanischen Präsidenten mag verständlich sein, aber wir Europäer haben hier unsere Hausaufgaben zu machen. Leider werden oft nicht die nötigen Aufgaben gestellt. Dazu gehört die Schaffung eines durch Verständigung auf Augenhöhe wachsendes weltweites und europäisches Bewußtsein. All die vor Nationalismus warnenden Worte werden einigen Lesern von sich heraus gar nicht so schlimm klingen. "Einer muß ja der Anführer sein". Mit nur wenig Abstand sieht das bereits ganz anders aus. Die Strukturen müssen stimmen! Sie müssen so beschaffen sein, daß Amtsmißbrauch erschwert wird. Macht muß geteilt werden. Die Geschichte ist voll von Machtkämpfen. Mächte bilden Zentren und diese Zentren erzeugen Proleme. Hauptstädte können zu viele Kräfte an sich binden, in manchen Fällen bilden sich Hauptvölker, deren Hauptstadt dann ein Zentrum anderer Völker bildet. Solche Konstellationen tragen oft schwer lösbare Spannungen in sich. Regionalhauptstätte und über Polyzentrismus thematisch verteilte Zentren entspannen die Situation. Bei Dominanz-Systemen ist Machtmißbrauch vorprogrammiert, zudem bringen die jeweiligen Herrscher ihr eingeschränktes Geschichtsild mit. Stattdessen brauchen wir den Versuch, universelle Werte über eine spezielle internationale und europäische Geschichtsschreibung zu vermitteln. Stead empfand die englisch-amerikanischen Privilegien irgendwie als gerechtfertigt, hoffte aber auf Verantwortung der Agierenden. Er sah den Unterschied zwischen seinen Idealen und der Realität, in welcher die "Jingoisten" agierten, und empörte sich über diesen "Jingoismus", also über Leute, die nur auf ihren persönliche Vorteil bedacht waren. Doch so ist die Realität. Und deswegen muß Macht geteilt werden. Dann ist auch wirkliche Demokratie möglich. Nach außen wirkt eine angloamerikanische Weltmacht (nicht als einzige) als zentralistische Struktur. Völker stehen über Völkern. Und wo sich Völker einigen wollen, kommt es zu Spaltungsversuchen, siehe Europa. Auch heute würde Stead das Handeln dieser Personengruppe deutlich wahrnehmen können. Solch ein nationales Denken und Handeln ließe sich nicht in einem einigermaßen geeinten Europa (EU) durchstehen.
 Der Begriff der Rasse — Kein Mensch darf wegen Herkunft, Alter und Geschlecht benachteiligt werden. Niemand darf pauschalisieren, selbst wenn es in bestimmten Situationen nachvollziehbare Problem-Häufungen bei manchen Gruppen von Menschen gibt. Das Individuum darf nie vorverurteilt werden! Auf dieser Grundlage kommt es dann auch nicht zu Rassismus. Im Moment (2020) wird in unseren Gesellschaften diskutiert, wie Begriffe gedeutet werden sollen. Es besteht leicht die Gefahr, mißverstanden zu werden, zumal manche Gruppen der Gesellschaft ihre spezielle (ideologisch vorgeprägte) "Sprache" nutzen. Verschiedene Gruppen setzen den Begriff Rasse unterschiedlich ein. Darum ist mit Bedacht zu sprechen und zu schreiben. Bei alledem kommt es schon manchmal zu Verwirrungen, wenn man mit einem Text von Anfang des 20. Jahrhunderts konfrontiert ist. Je nach Geschichte der Sprachräume wird das Wort der Rasse unterschiedlich belegt oder überhaupt verwendet. Im englischen Sprachraum ist der Worteinsatz verbreitet und es war zu Steads Zeiten völlig normal, von einer English-speaking race (Englischsprachige Rasse) oder Anglo-Saxon race (Angelsächsische Rasse) und weiteren wie z.B. den Latin races zu sprechen. Manches klingt aus heutiger (und deutscher) Sicht befremdlich. Der Rasse-Begriff in Steads Texten kann nicht mehr zeitgemäß sein. Klar ist längst, daß die geografische Lage, die klimatischen Verhältnisse und Bodenschätze eine Grundlage für den Zivilisierungsgrad bilden. Statt angenommener besonderer Rasse-Vorzüge (von Ethnien) handelt es sich also um eine durch die Umstände gewachsene Kultur. Und manchmal wurde mit "Rasse" wirklich die Kultur gemeint. Damals gab es wohl schon sehr unterschiedliche Ansichten zum Zweck und zu den Zielen eines First Universal Races Congress (Erster Universaler Rassenkongress), welcher 1912(?) in London stattfand. Es gab durchaus humanistische wohlmeinende und möglicherweise falsch verstandene Erwartungen: "Der Erste Kongress der universellen Rassen ist der Ansicht, dass das Ziel des Kongresses darin besteht, die verschiedenen Rassen und Nationalitäten der Erde zu einem besseren Verständnis und gegenseitiger Wertschätzung zusammenzubringen und auf diese Weise zusammenzuarbeiten, jeder auf seine Weise, um eine vollkommenere Art von Menschlichkeit zu schaffen." Heute wird allerdings auch der Begriff "Erster eugenischer Weltkongress" verwendet. Man begibt sich hier leicht auf dünnes Eis, eine tiefergehende Recherche und Bewertung ist sicher noch nötig.
 Kann Esperanto politisch neutral sein? – Am Anfang gab es eine Hoffnung, die Idee Esperanto würde sich wegen der logischen Begründung in der Folge durch Nutzung in den Gesellschaften allgemein verbreiten, also wie nebenbei auch bis in die etablierten politischen Parteien dringen und Bestandteil des internationalen Handelns werden. Doch bis heute (2020) existiert keine etablierte Partei, in der die Esperanto-Unterstützer eine Mehrheit bilden. Dort möchte man möglichst nichts von dem Thema hören, vielleicht aus Angst, Wähler zu verschrecken. Stattdessen bildeten sich parallel zu sozialen und umweltorientierten Parteien eigenständige Esperanto-Vereinigungen. SAT (Arbeiter-Esperantobewegung 1921) sieht sich nicht als "parteipolitische, sondern nur" als "eine bildende, aufklärende und kulturelle Organisation". Die Verduloj (Grüne 1984) sind international vernetzt und bestehen aus Esperanto sprechenden Mitgliedern Grüner Parteien. Die genannten sind aber immer Organisiationen neben(!) den etablierten Parteien. Und solange der Zustand so ist, ist eine politische Vereinigung, die unmittelbar politisch mitwirken möchte, und für die reale europäische Öffentlichkeit steht, notwendig und zeitgemäß. Und die nennt sich Europa-Demokratie-Esperanto.
 Esperanto für geeintes Europa? – Ist W.T. Stead wenigstens ein Vorläufer von EDE-Vorläufern? Nicht allem, was er von sich gab, kann man zustimmen. Aber er sah Dinge, die manchen Menschen verborgen bleiben. Und er hatte den guten Willen, er wollte eine friedliche Welt. "Der Vergleich, Satz für Satz, des Vaterunsers in drei Sprachen wird es dem Leser ermöglichen, sich eine Vorstellung von den Ansprüchen der drei Konkurrenten zu machen. Latein war die Schlüsselsprache der westlichen Welt, Englisch ist die Schlüsselsprache der englischsprachigen Welt, Esperanto wird die Schlüsselsprache der ganzen Welt sein." Doch wie kann EDE ihn bewerten? Hat er sich klar im dem Sinn, man brauche ein geeintes Europa, in dem die Internationale Sprache benutzt wird, geäußert? Vielleicht war die Zeit noch nicht ganz reif. Vielleicht hatte die Welt noch einige schlimmen Erfahrungen zu wenig gemacht. Aber wann reichen der Welt solche Erfahrungen aus?
2020072120210414SE (Aranĝita en pandemia tempo.)

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de.wikipedia.org/wiki William T. Stead #Esperanto
en.wikipedia.org/wiki W. T. Stead #Review of Reviews ....
eo.wikipedia.org/wiki William Thomas Stead
de.wikipedia.org/wiki Haager Friedenskonferenzen
de.wikipedia.org/wiki Nikolaus II. Außenpolitik
catalog.hathitrust.org The United States of Europe on the eve of the parliament of peace
archive.org americanizationo01stea The Americanisation of the World
en.wikipedia.org/wiki Review of Reviews Übersicht Ausgaben
archive.org The Review of Reviews V25 1902
biodiversitylibrary.org/item/63128 The Review of Reviews ab 01 1912
legacy.esperanto.org.uk arkivo W. T. Stead kaj ni La Brita Esperantisto
Memore al William Thomas Stead | La usonigo de la mondo 2011 Henri Masson
esperanto.de Esperanto aktuell 202013-5 S.19 El la historio: W. T. Stead. Roland Schnell PDF
informilo.wordpress.com W. T. Stead und die Katastrophe der RMS Titanic 2012 Roland Schnell