Frühe Ansätze - William Thomas Stead

Ein Vorläufer der EDE-Vorläufer?

Der Beitrag ist im Aufbau. Hier wird eine vollständige Version -archiviert-.
Dagegen ist vorgesehen, den allgemeineren Text unter E-D-E-Vorläufer zu kürzen. 20201022SE

 

 



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Bearbeitung: St.Eitner 20200721

[[File:W.T. Stead by Mills, 1905.png|W.T. Stead by Mills, 1905]]

1899 Die Vereinigten Staaten von Europa vor Beginn des Friedensparlaments
1901 DIE AMERIKANISIERUNG DER WELT
1902 EINE INTERNATIONALE SPRACHE: IST DAS MÖGLICH?
DIE AMERIKANISIERUNG DER WELT (Reaktionen)
SPRACHEN LERNEN DURCH BRIEFE SCHREIBEN.
GESUCHT: EINE INTERNATIONALE SPRACHE! EIN PLÄDOYER FÜR DAS STUDIUM VON ESPERANTO.
Carnegies Idee - Der deutsche Kaiser als Begründer Europas?
KORRESPONDENZ PER PHONOGRAPH und mehr
1903 Europa ist jetzt reif für DIE KOMMENDE FÖDERATION.
1904 WAS WIR TUN KÖNNEN
1905 Der Erste Esperanto-Weltkongreß (Vorbereitungen auf Boulogne)
I. DR. ZAMENHOF, DER AUTOR VON ESPERANTO. ESPERANTO ZUR RETTUNG. (Interview)
II. DER ERFINDER DES ESPERANTO.
III. DIE SCHLÜSSELSPRACHE DER WELT.
IV. DER INTERNATIONALE KONGRESS.
DIE PLANUNG DER WELTHAUPTSTADT.
1906 Der europäische Ausblick.
1906 Der Zweite Esperanto-Weltkongreß (Genf)
 1907 Der Dritte Esperanto-Weltkongreß (Cambridge)
1908 Der Vierte Esperanto-Weltkongreß (Dresden)
1912 Letzte Meldung
RESUMO Verbindung gesucht: Die gemeinsame Sprache in dem geeinten Europa

Zu denen sich dem Gemeinsinn verpflichteten Menschen gehörte William Thomas Stead (1849-1912). Er formulierte relativ früh, was auch uns bei EDE bewegt und was für die Gesellschaften notwendig ist. Über viele bei ihm zusammenlaufende Interessen kam er auch zu Schlußfolgerungen, die er dann selbst als Journalist veröffentlichen konnte.

1899 Die Vereinigten Staaten von Europa vor Beginn des Friedensparlaments
Von "Vereinigten Staaten von Europa" mag vereinzelt schon vor Stead gesprochen worden sein, volkstümlich verbreitet war der Begriff bei den europäischen Völkern noch lange nicht. Aus Anlaß der bevorstehenden Ersten Haager Friedenskonferenz, angeregt durch Zar Nikolaus II., unternahm Stead 1898 eine Europareise um sich einen Eindruck zur Lage zu verschaffen. Danach brachte er 1899 eine Schrift mit diesem Titel heraus:
The United States of Europe on the eve of the parliament of peace
(Die Vereinigten Staaten von Europa vor Beginn des Friedensparlaments)
Stead sah sich als Brite mit engen Verbindungen zur USA. Der Begriff der Vereinigten Staaten von Europa verwies in der Vorstellung auf die bereits exisiterenden USA. Von USE sollte nicht nur geträumt werden, jetzt wurde zu einem Parlament des Friedens geladen. Einige Bereiche wie Post und Telefonsystem waren längst international organisiert. Dagegen waren die Monarchien mit ihren engen Verwandtschaften wohl nicht mehr zeitgemäß. Doch würden sie wohl "nicht untergehen, bevor sie die Menschheit mit der Vorstellung einer internationalen Familiengruppe vertraut gemacht haben, die praktisch eine gemeinsame Sprache spricht, und in der Lage ist, sich von innen heraus zu verstehen". (S.17) Die monarchischen Staaten sahen sich als halb-weltbürgerliche europäische Familie und waren natürlich am Machterhalt interessiert.
Stead erkannte interessante Voraussetzungen im Bereich der internationalen europäischen Institutionen. Die in Europa entstandenen Internationalen Büros konnten, wenn man es so sehen wollte, bereits als eine "Prophezeihung" der kommenden Vereinigten Staaten von Europa betrachtet werden. Die Donau wurde bereits international mit einem Rotationsprinzip verwaltet. Das internationale Büro für Metrische Gewichte und Maße war (und ist) in Paris ansässig. In Berlin hatte das Geodäsie-Büro seinen Sitz. In Bern befanden sich u.a. die Internationale Post-Union (heute Weltpostverein), die Telegraphen-Union und das Internationale Eisenbahnbüro. Der Kopf dieses Büros, M. Numa Droz, äußerte sich in einem Papier: "Es bringt nichts, die Zollmauern so dicht und so hoch wie möglich zu machen. Handel hat eine expansive Kraft und eine subtile Durchdringung, die so groß ist, daß am Ende immer der Erfolg stehen wird und die Hindernisse überwunden werden. Was den Handel betrifft, so stellt die Vielfalt der Sprachen kein Hindernis dar, so sie gelehrt werden; die Entfernung wird aufgehoben oder zumindest auf ihre engsten Grenzen reduziert." (S.28) Stead ging davon aus, daß das Prinzip dieser Büros (als Avantgarde-Kuriere fungierend) auf die USE angewendet werden wird. Bern sah er dabei als eine beginnende Hauptstadt der Vereinigten Staaten von Europa. Am Beispiel der deutschen Geschichte war der Weg bereits gut zu erkennen. Nach dem Sturz Napoleons entstand ein Bund aus dem sich ein gemeinsames Parlament entwickelte. Übrigens trifft diese geopolitische Aufgabe auch auf die Sprachenfrage zu. Ein neues politisches Gebilde braucht immer auch eine möglichst neutrale Hochsprache. Doch für diese speziell auf Europa bezogene Idee war die Zeit wohl noch nicht ganz reif, auch Stead hatte gerade einen anderen Gedanken. "Wie lange wird es wohl noch dauern, fragte ich mich, als ich durch das Reichstagsgebäude wandelte, bis das vereinte Europa sein Parlamentsgebäude hat und bis die Föderation Europas einen Sitz und die ständige Vertreterversammlung einen Ort hat? Was Deutschland tat, kann Europa tun." (S.56)
Doch wo sah er den Platz Großbritanniens? Stead formulierte bereits 1880 seine Vorstellung von der englischen Außenpolitik mit der Frage, was die Mission Englands im Ausland ist. Das Europakonzert als Keim der Vereinigten Staaten von Europa sollte gegen isolierte Aktionen aufrechterhalten werden. Daneben sah er allerdings einen angelsächsischen Bund und damit doch eine (Sonder-)Rolle Großbritanniens vor. (S.60) Aber sollte und könnte dieser Zustand in solcher Form in einem geeinten Europa dauerhaft bestehen bleiben? Bis heute fällt den Beteiligten die Antwort schwer. Sicher, alle Teile sollen ihre spezifischen Kompetenzen einbringen, aber alle Teile müssen auch gemeinsame politische Lösungen akzeptieren. Dies funktionierte jedenfalls bis heute (2020) noch nicht zufriedenstellend. Seine Einschätzung, daß die Europäische Union gerade von England und Deutschland gebildet werden wird (S.78), verwirklichte sich nicht. Doch ".... was könnten wir von Europa ohne England denken? .... Europa ohne England wäre Europa ohne seine Flügel, .... Die Europäische Föderation im gegenwärtigen Moment ist wie ein Embryo in der späten Reifephase. Sie ist noch nicht bereit, geboren zu werden." Nun haben wir aber die EU. Und scheinbar immer noch die Probleme der Vergangenheit. Dabei sollte doch eine neue Friedensordnung errichtet werden.
Viele europäische Staaten nahm Stead unter die Lupe und er kam zu seinen sehr persönlichen Schlüssen. "Wir stimmen vielleicht nicht mit Victor Hugo überein, wenn er Paris als die Hauptstadt der Zivilisation, als die Stadt des Lichts bezeichnet, aber Europa ist ohne Frankreich undenkbar. .... Frankreich ist der Dolmetscher für den Kontinent der Ideen, die in Deutschland konzipiert oder in den englischsprachigen Ländern praktisch ausgearbeitet wurden." (S.75)
In dieser Schrift werden so viele Persönlichkeiten aufgezählt, mit ihren Stärken und Schwächen. Jede Zeit hat ihre Öffentlichkeit und Darsteller, sie wechseln sich ab wie das Wasser im Fluß. Was aber geblieben ist, ist die Aufgabe, es in der eigenen Zeit gut zu machen, die Gesellschaften friedlich über die Zeit zu bringen. Am Ende können keine Wunder erwartet werden. Das zeigt die Geschichte drastisch beim weiteren Verlauf aller Friedensbemühungen. Stead besuchte Personen der Zeit und zeichnete deren Meinung auf. So kam es in Livadia zu einer Audienz beim Zaren. Obwohl Nikolaus II. körperlich nicht an seinen Vater heranreichte, soll er doch eine glaubwürdige ehrliche Person mit einem ernsten Willen gewesen sein. Seine Absicht war, die Mächtigen zusammenzubringen, bevor es immer nur zu weiteren Kriegen kommt. Die Diplomaten bereiteten also ein Treffen vor, in dem die Rüstung begrenzt und reduziert werden soll. Der Status quo und ein Waffenstillstand müsse für eine Laufzeit von fünf oder zehn Jahren gelten. Die Form von Vermittlung und Schlichtung war anzusprechen. "Schlichtet immer, bevor ihr kämpft" war auch ein Gedanke von Stead. Die Streitparteien sollten sich verpflichten, keinen Krieg zu erklären, bevor sich nicht eine Vermittlung befreundeter Mächte genutzt haben. Ein internationales Abkommen aller Mächte war an der Zeit, denn viele Menschen hätten noch nicht begriffen, "dass der moderne Krieg etwas ganz anderes ist als alle Kriege, die seit Beginn der Welt gekämpft wurden". (M.de Bloch S.311) Zu jener Zeit wurde eingeschätzt, daß bei Einsatz der neuen Waffen mit ihrer Tödlichkeit und Zerstörungskraft "selbst ein Sieg nur der Auftakt zum Triumph des revolutionären Anarchismus" sei.
Bei alldem ist Stead die Rolle der englischsprachigen Welt, also vor allem die der beiden Imperien wichtig. Sie stehen mit ihrer kriegerischen Politik sicher oft nicht im besten Licht, haben aber die Möglichkeit und die Aufgabe, in ihrem gemeinsamen Handeln den Frieden zu fördern. Kleinere Nationen würden sich zur Unterstützung der englischsprachigen Initiative annähern. Positiv wäre ebenfalls eine dauerhafte gute Beziehung zwischen dem Slawischen und dem Angloamerikanischen. Doch nun kam die Zeit der Umsetzung. Am 18. Mai würden sich in Den Haag die Regierungen der zivilisierten Welt treffen. In der Konferenz wird auf den Appell des Zaren geantwortet werden. Gefragt würden dann "die Vernunft und das Gewissen der Menschheit" sein.
Die Schrift behandelte neben Europa die aktuelle Weltlage, welche damals noch stark durch die europäische Lage bestimmt wurde. Der Rasse-Begriff in Steads Texten kann nicht mehr zeitgemäß sein. Klar ist längst, daß die geografische Lage, die klimatischen Verhältnisse und Bodenschätze eine Grundlage für den Zivilisierungsgrad bilden. Statt angenommener besonderer Rasse-Vorzüge handelt es sich also um eine durch die Umstände gewachsene Kultur. All diese Ausführungen liegen schon eine Zeit zurück. Inzwischen zeigte die Geschichte, daß sie Platz für weitere Konflikte hat. Es scheint, als ob es den Gesellschaften leichter fällt, Weltkriege zu führen und Diktaturen mit Esperantoverboten zu erleben, als die Voraussetzungen für Frieden zu erkennen und dafür tätig zu sein. Heute ist längst nicht alles gut, z.B. wenn es um eine Einführung des Esperanto-Unterrichts in der EU geht, um ganz "nebenbei" etwas für eine friedlichere Welt zu tun. Monarchien sind nicht mehr zeitgemäß. Die Friedensinitiative von Zar Nikolaus II. hat historisch doch eine Bedeutung, ihr folgten internationale Institutionen. Trotzdem scheint dieses Handeln des Zaren in der Geschichtsschreibung unwichtig (siehe Wikipedia zu Nikolaus II.) zu sein. Vielleicht so unwichtig, wie man sich früher im Ostblock mit der Ermordung eben dieser Zarenfamilie auseinandersetzte. Kein Thema im Geschichtsunterricht.

1901 DIE AMERIKANISIERUNG DER WELT
1901 veröffentlichte William Thomas Stead sein Buch "Die Amerikanisierung der Welt".
Teil I: Die Vereinigten Staaten und das britische Imperium
Teil II: Der Rest der Welt
Teil III: Wie Amerika amerikanisiert (wird)
Teil IV: Die Zusammenfassung
Aus Steads Sicht war eine Vereinigung der englischsprachigen Staaten vielleicht nachvollziehbar. Schließlich entwickelte sich deren ehemalige britische Kolonie, die USA, schon wegen des gemäßigten Klimas zum einflußreichsten Staat. Doch die Welt ist größer, schon aus der Perspektive der anderen europäischen Mächte. Auch die anderen Atlantikanrainer wie zum Beispiel Frankreich, Spanien und Portugal nahmen weite Gebiete in Besitz. Nicht zu vergessen die Kolonisatoren im Osten. Diese anderen Mächte könnten ebenfalls auf das Recht eines jeweils eigenen Staatenverbundes ihrer Gebiete bestehen. Doch so ließe sich kein geeintes Europa errichten. Nicht zufällig kam später zeitlich die beginnende Einigung Europas mit der Unabhängigkeit der Kolonien zusammen. Am mächtigsten sträubt sich heute der englischsprachige Raum, Stichwort Brexit.
Recherchen sind noch nötig.

1902 EINE INTERNATIONALE SPRACHE: IST DAS MÖGLICH?
Stead war gerade noch auf der Suche nach einer gemeinsamen Sprache der Weltbürger. Er wußte zu diesem Zeitpunkt noch nicht, daß einige Jahre zuvor L.L. Zamenhof seine ersten Lehrbücher mit der Internationalen Sprache des Doktor Esperanto veröffentlichte. Damals verbreitete sich Wissen oft noch langsamer als heute gewohnt. Mit einem gewissen Zeitverzug erhielt Stead erst 1902 einen Hinweis auf die von ihm erwartete Sprache. Seit jenem Jahr (ab Oktober) war sie in seiner Zeitschrift "The Review of Reviews" mit Zusammenfassungen von Zeitschriftenbeiträgen ein wiederkehrendes Thema in Rubriken mit wechselnden Namen.
(creativecommons.org/publicdomain)
Das Jahr 1902 begann Stead darin unter dem Titel "The Progress of the World." mit folgenden Gedanken: Große Versprechen des alten Jahres sollten eingelöst werden. "Die rasante Entwicklung der drahtlosen Telegraphie, die eine der wichtigsten wissenschaftlichen Errungenschaften des alten Jahres darstellt, gipfelte im Dezember in der Bekanntmachung von Signor Marconi über die erfolgreiche Übertragung drahtloser Nachrichten ...." Dabei ging es um eine offiziell unbestätigte transatlantische Funkübertragung von der Halbinsel The Lizard in Cornwall nach St. John’s in Nordamerika. Stead sah große Möglichkeiten für eine fortschrittliche geopolitische Weltpolitik. Marconis Funktechnik wird später auf der Titanic eine Rolle spielen. Weitere Bemerkungen mit dem Bezug zu Stead am Ende des Beitrags. Warum sollte nicht auch drahtlos Telefonie möglich werden? Heute ist das Alltag (Mobiltelefon). Wenn Romeo in London eine Julia auf ihrem Balkon in Konstantinopel ansprichen kann, dann wäre es "zweifellos eine Anregung für die Bewegung zugunsten einer universellen Sprache". Fremdsprachen ließen sich mit dieser Technologie leichter erlernen. Voller Vorfreude sah Stead schon für die nahe Zukunft die Möglichkeit, neben dem Telefonton auch ein Bild des Gesprächspartners zu erhalten. Der Zusammenhang zwischen Sprache und Macht wird in mehreren Beiträgen der Zeitschrift deutlich. Da geht es zum Beispiel um einen Protest des Regierungsrats von Malta gegen eine vorgesehenen Regelung nicht nur wegen der Besteuerung sondern auch gegen eine Einführung der englischen Sprache im Bildungsbereich. (S.31) Ein Dr. Shaw (Progress of the World) stellt zur philippinischen Frage fest, "dass alles getan wird, um die englische Sprache auf jede erdenkliche Weise an die Front zu bringen". Diese Welthandelssprache würde sich verbreiten und Vorteile bringen. Die Philippinen sollten als ständiger Besitz gehalten werden. ".... vorläufig ist er jedoch mit dem philippinischen Zolltarif zufrieden". (S.67)
Unter der Rubrik LEARNING LANGUAGES BY LETTER-WRITING. (SPRACHEN LERNEN DURCH BRIEFE SCHREIBEN.) sollte eine internationale Verständigung über Briefkontakte ermöglicht werden. Institutionen wie Universitäten aber auch einzelne Korrespondenten wurden im Netzwerk zusammengefasst. Mr. Magill (Vorsitzender des Amerikanischen Büros für Internationale Korrespondenz) erzählte, "dass einige Ausländer sich vorstellen, dass die Amerikaner statt Englisch eine Art Patois sprechen, .... zur Aufgabe der internationalen Korrespondenz gehöre, solche antiken Ideen zu korrigieren." Interessant sind kleine Leserbriefe. ".... sehr viel Hauch der englischen Zivilisation hat meine Heimat besucht. Sie sehen, mein Englisch ist noch nicht richtig. Glauben Sie, dass ein Engländer oder eine Engländerin im nächsten Frühjahr meinen Platz in meiner Familie einnehmen würde?" "Sehr geehrter Herr, - zwei junge Damen, Schülerinnen von mir, möchten für einige Zeit in einer englischen Familie leben und möchten im Gegenzug ein englisches Mädchen bei sich aufnehmen. Halten Sie ein solches Arrangement in irgendeiner Weise für möglich? - Mit freundlichen Grüßen" "Ein Italienischlehrer hofft, dass ihn jemand in den Oster- oder Sommerferien empfangen möchte."
DER VERSTORBENE M. JEAN BLOCH. "DER Tod von Herrn Bloch ist ein europäisches Unglück." Stead traf M. Bloch 1898 in St. Petersburg. Über Bloch schrieb Stead im Buch über "Die Vereinigten Staaten von Europa". Siehe oben. Im Krieg sah Bloch eine Torheit, das sah er auch aus Sicht eines Wirtschaftswissenschaftlers so. "Das letzte Mal sah ich M. Bloch, als er im Mai letzten Jahres mit seiner Tochter nach London kam ...."  (S.141)
AN INTERNATIONAL LANGUAGE : IS IT POSSIBLE? (EINE INTERNATIONALE SPRACHE: IST DAS MÖGLICH?)
"Ja, sagt M. Leon Bollack, nicht nur möglich, sondern höchst wünschenswert; .... Eine solche Sprache muss in Wort und Schrift beherrscht werden können." Nicht eine "universelle" Sprache, die die anderen verdrängen sollte, war gemeint. Nein, es ging um die Nutzung als Zweitsprache. "Jede Nation wird nach wie vor ihre eigene besondere Sprache behalten, angepasst an ihre eigenen Gewohnheiten des Denkens und Fühlens." Nach Bollacks Meinung brauchte die hier vorgeschlagene Sprache "nicht literarisch, sondern lediglich utilitaristisch sein." Er wollte sie in einem gewissen Sinn simpel haben und sah zwei Richtungen, so eine Sprache zu entwickeln. Unpraktikabel wäre, sie "aus dem Bestand der vorhandenen Sprachen" zu formen. Wenn er die diversen Regelungen in Grammatik oder Aussprache meint, ist das sicher nachvollziehbar. Er hatte vielleicht auch Vorbehalte gegenüber der Idee, man könne eine "künstliche" Sprache schaffen, schlug aber eine solche vor. Mit etwa zwanzig Buchstaben im Alphabet und einem Laut pro Buchstaben. "M. Bollack selbst ist der Schöpfer einer vermeintlich universellen Sprache - La Langue Bteue. In Paris gibt es bereits eine Gesellschaft, deren Ziel die Übernahme einer internationalen Sprachform ist." Hier war Esperanto also noch kein Thema, obwohl es bereits exisiterte. Das änderte sich bald. (S.241)

DIE AMERIKANISIERUNG DER WELT
William Thomas Stead war ein so vielfältig denkender Mensch, daß es einzelnen Menschen schwerfiel und schwerfällt, seine innovativen Gedanken als Ganzes zu erfassen. Was war sein Ziel, als er 1901 in einem Buch die Amerikanisierung der Welt vorschlug? Es widerspricht doch dem Ansatz, ein geeintes Europa mit einer neutralen Sprache zu wünschen. Kann man diese beiden Weltsichten überhaupt in einem Menschen vorfinden? Alle Fragen können in diesem Abschnitt wohl nicht beantwortet werden. Ein tieferes Eindringen ist dafür noch nötig. Damit eine gewisse Linearität in den "Review of Reviews" bleibt, sind hier einige Reaktionen auf sein Buch aus den Monaten Februar bis Mai 1902 zusammengefaßt.
THE AMERICANISATION OF THE WORLD. (DIE AMERIKANISIERUNG DER WELT)
Februar — WAS DIE BRITISCHE PRESSE ÜBER DIE PROPHEZEIUNG DENKT. Staed machte also scheinbar eine "Vorhersage über die bevorstehende Wiedervereinigung der englischsprachigen Welt". Ein amerikanischer Botschafter wurde dadurch in Erstaunen versetzt. "Es scheint unmöglich, dass ein solches Werk von einem Engländer, aber nicht von einem Amerikaner geschrieben worden sein könnte." schrieb ein Anwalt aus Philadelphia. Für den "Morning Leader" letztlich "unheilvoll langweilig". "Unter dem Titel "Mr. Stead's Dream" erklärt der Star (Stern) im Gegensatz zum Leader, dass das Buch "ein sehr interessanter und lehrreicher Donnerschlag ist, .... Aber der Star protestiert, dass die Bildung der Vereinigten Staaten der Welt sehr schlecht für die Welt wäre." "Das Echo veröffentlichte ein langes Interview mit mir zu diesem Thema, in dem der Herausgeber (Mr. Percy Alden) deutlich machte, dass ich glaube, dass Amerika endlich der vorherrschende Partner in der englischsprachigen Welt werden muss, ...." "Die Investors Review sagt: Die Aussicht, Uncle Sam dabei helfen zu dürfen, die Welt zu beherrschen, hat für uns keine Anziehungskraft, und die Alternative von Herrn Stead, der "Abstieg" auf die Position Hollands oder Belgiens, ist für uns kein Grauen." Pfarrer Hugh Price Hughes: "Worte können kaum die Vorteile für uns und die Menschheit ausdrücken, die einer so gesegneten Vollendung wie der Wiedervereinigung der englischsprachigen Welt folgen würden. .... Wir sind füreinander notwendig, wenn das höchste Ideal der anglo-keltischen Welt verwirklicht werden soll." Die Licensed Victuallers: "Nachdem man sie (die Broschüre) gelesen hat, kann man sich des Unbehagens nicht erwehren, dass es, wenn Großbritannien sich nicht aufrafft, in Kürze das Niveau einer amerikanischen Kolonie erreichen wird." The Ironmonger sagt: "Der Grossteil von Mr. Steads fröhlichem Jahrbuch ist dem Beweis gewidmet, dass die Welt vor unserer Nase amerikanisiert wird. .... Die Welt ist heute keineswegs so amerikanisiert, wie sie einst französisiert wurde. Wo steht Frankreich?" "Irland, so das Freeman's Journal, wäre sicherlich lieber ein Freistaat in der Amerikanischen Union als eine Vasallenprovinz im Britischen Empire. Aber wenn die Vereinigten Staaten ihren eigenen Kontinent nicht amerikanisieren können, wie können sie dann die Welt amerikanisieren?" Liverpool Daily Post: "Herr Stead sucht die Rettung für Amerika. Er ist ein Mann mit starker Vorstellungskraft und großen Ideen, aber leider zerstören seine Ideen und seine Vorstellungskraft seinen Mut und jeden Sinn für Perspektive." Northern Echo: "Wir hoffen, dass die Welt nicht amerikanisiert wird. Wir hoffen, dass sie nicht anglisiert wird. Wir hoffen sehr wohl, dass sie zivilisiert, humanisiert und christianisiert wird." Ein sehr hochrangiger russischer General schrieb aus St. Petersburg: "Vielleicht haben Sie Recht, wenn Sie die Amerikanisierung der Welt voraussehen, aber ich denke, die alten Kontinente müssen vorher eine ganze Demokratisierung durchlaufen. Wir gehen mit voller Geschwindigkeit auf dieses Ziel zu."
März — ERSTE EINDRÜCKE AMERIKANISCHER JOURNALISTEN. New York: "Mit amerikanischen Redakteuren und Geschäftsmanagern, die ihre Zeitungen führen, dürfte es nicht sehr viele Jahre dauern, bis die aggressiven Westler die britische Öffentlichkeit so weit aufhetzen, daß sie die Annexion der Insel an die Vereinigten Staaten fordern wird." Rochester Union: "Die Zukunft, die bisher nur wenige außer den Amerikanern sehen konnten, ist jetzt so nahe an der Gegenwart, daß nur der Blinde sie verfehlen kann. Aber für die Europäer hat ihre Annäherung den Effekt einer plötzlichen und unheilvollen Erscheinung." Littletown Independent: "In der Tat kommt die Zeit, in der England eines Tages eine amerikanische Insel sein wird. Die Prophezeiung erregt Aufsehen, aber es ist nur das, was Ben Franklin den Engländern vor über hundertfünfundzwanzig Jahren sagte." Chicago Tribune: "Natürlich ist es keine Neuigkeit für die Amerikaner, dieser gewaltige Prozess der "Amerikanisierung der Welt"; nur hier wird eine frische und eindrucksvollere Darstellung der Fakten in diesem Fall gegeben als je zuvor." Minneapolis Journal: "Wenn die Vereinigung der Englischsprachigen freiwillig kommen soll, solange England noch eine Grossmacht ist, muss sie auf englische Initiative hin kommen." Kansas-Stern: "Ein Jahrhundert ist eher eine kurze Zeit, in der das Nationalgefühl in dem Maße nachlassen kann, wie es für die Vollendung eines solchen Plans erforderlich ist. Die englischen Kolonien sind der Krone trotz ihrer demokratischen Institutionen zutiefst ergeben." Sioux Falls Argus: "Möglicherweise ist Mr. Stead ein kluger Prophet. Möglicherweise wird Tennysons "Föderation der Welt" unter dem amerikanischen Sternenbanner regieren. Aber niemand muss eine so heftige Erschütterung der nationalen Beziehungen für ein oder zwei Generationen befürchten." San Francisco Examiner: "Das Buch von Herrn Stead wird die Menschen auf beiden Seiten des Atlantiks zum Nachdenken anregen, und wenn wir jemals einen wiedervereinigten Staat der englischsprachigen Welt haben werden, wird der Autor dieses aufrüttelnden Werkes sicherlich eine Nische in seiner Hall of Fame unter seinen Vätern finden."
April — DIE ALTE WELT. "Die Hamburger Nachrichten ist wütend. Sie beginnt damit, dass sie Herrn Stead als einen Propheten gröbsten Kalibers und einen Zukunftsträumer bezeichnet, .... Ein weiterer Schwachpunkt des Pamphlets ist, daß dem Rest der Welt, der kein Englisch spricht, viel zu wenig Bedeutung beigemessen wird und seine Widerstandskraft stark unterschätzt wird, ...." "Der Londoner Korrespondent von Vorwärts beglückwünscht den Autoren zu seinem umfassenden Verständnis des Themas der wachsenden Macht Amerikas und insbesondere zu seiner Behandlung der Haltung Deutschlands gegenüber den Vereinigten Staaten, merkt aber an, dass der Gedanke an eine Wiedervereinigung bis jetzt "Zukunftsmusik" sei, und wenn es tatsächlich zu solchen Verhandlungen zwischen England und den Staaten gekommen sei, dann müssten Deutschland und Irland etwas zu sagen haben, und zwar eine ganze Menge." Londoner Korrespondent der Mannheimer Landes-Zeitung: "Der Präsident der angelsächsischen Vereinigten Staaten von Herrn Stead würde eines Tages" handeln "um jene Mission der Anglisierung der Welt zu erfüllen, die nach der Meinung jedes Angelsachsen von der Vorsehung speziell für seine Rasse vorgesehen ist." Les Quatre Langues (20.02.), unter dem Titel "Die Welt für die Amerikaner", Mons. A. Vincent fragt: "Was wird aus den Nationalitäten werden, die am Ende des neunzehnten Jahrhunderts so schmerzlich zu ihrer Bildung gekommen sind, und insbesondere, was wird aus Frankreich werden? .... Sie gehören nicht zu denen, die mit leichtem Herzen das Verschwinden sehen würden - mit seinen Traditionen, seiner Sprache, seinem grosszügigen Ideal, der Nation, die von allen anderen zur Befreiung der amerikanischen Nation beigetragen hat - diese zukünftigen Herren der Welt."
Mai — EINIGE FRANZÖSISCHE KRITIKEN. | M. FINOT'S EINWÄNDE: "Die Amerikanisierung der Welt, so M. Finot, ist zweifellos das eloquenteste und vollständigste Plädoyer, das je zu diesem Thema erschienen ist. Sein Autor ist nicht nur einer der fähigsten und am meisten bewunderten Publizisten in der zivilisierten Welt, sondern er ist auch eine der mutigsten und edelsten Persönlichkeiten, die das England unserer Tage besitzt. .... Die stark zurückgegangene Geburtenrate Großbritanniens wird es ihr nicht erlauben, überschüssige Bevölkerung in die Vereinigten Staaten zu schicken, und während slawische, deutsche, italienische und skandinavische Einwanderer die Neue Welt erobern, werden die Engländer dort allmählich eine Art kleine Insel bilden, die mehr und mehr von den immer größer werdenden Wellen der Invasion feindseliger oder gleichgültiger Völker überfallen wird. .... Es bleibt eine gemeinsame Sprache. Sie ist gleichzeitig zu viel und zu wenig." Europén (Paris): "In Wahrheit ist es schwierig, sich ein Werk vorzustellen, das subjektiver und von der Persönlichkeit seines Autors stärker durchdrungen ist als dieses letzte Werk von Herrn Stead. Wie der Dichter, der überall Reime hört und die Natur nur als göttliches Gedicht begreifen kann, findet Mr. Stead überall auf unserem Globus nichts als Amerikanismen, denn er hat damit begonnen, selbst (im Geiste) ein eingebürgerter Amerikaner zu sein."
Recherchen sind noch nötig. Sprachfragen sind Machtfragen. Welche Haltung hatte Stead nun tatsächlich zu einer Englisch-Amerikanischen Weltvorherrschaft? Wie nah steht er Winston Churchill, der ein geeintes Europa unter Ausschluß Großbritanniens wollte oder zu Boris Johnson, dem ein uneiniges zersplittertes Europa noch mehr entgegen kommt?

LEARNING LANGUAGES BY LETTER-WRITING. (SPRACHEN LERNEN DURCH BRIEFE SCHREIBEN.)
Weitere Stimmen zur Stimmung der Zeit: DER PHONOGRAPH ALS LEHRER. "Angenommen, ein Student befindet sich an einem einsamen Ort, wo es keine Chance auf einen Sprachlehrer gibt - und ich habe Briefe von vielen solchen erhalten - ist es durchaus möglich, die Aussprache mit Hilfe des Phonographen zu studieren. .... Ihre Phonographen haben spezielle Anhänge, obwohl jeder die Arbeit erledigen kann; aber Herr Rees hat der Sache seit Jahren Zeit und Gedanken gewidmet, und seine Bücher und Aufzeichnungen passen." ".... die Entdeckung einer Idee vermitteln, die letztendlich zur Beendigung aller Kriege und zu einer einzigen Sprache in der ganzen Welt geführt hat ...." Dr. Antonio R. Jurado, ehemaliger Bildungskommissar in Manila: "Die Amerikaner werden die Eingeborenen von ihren Posten vertreiben .... All dies wird getan, um die englische Sprache einzuführen. Dr. Jurado protestiert dagegen und argumentiert, dass der beste Dienst, den die Amerikaner für die Bildung auf den Inseln leisten könnten, darin bestünde, industrielle und technische Schulen zu eröffnen und die Grundschulbildung in Ruhe zu lassen." Im Mai 1902 erschien ein neues Wort bei "The Review of Reviews"! Stead wurde auf Esperanto aufmerksam (gemacht) und setzte sich ab diesem Moment damit auseinander.
UNIFICATION. OF SPEECH. (VEREINHEITLICHUNG. DES SPRECHENS.)
Dampf und Elektrizität veränderten die Welt. "Wer, außer unter Botschaftern und dergleichen, hatte damals das Bedürfnis nach einer gemeinsamen Sprache? Für den einfachen Bürger von Oakham zum Beispiel hätte sich die Idee einer einwöchigen Reise nach Paris, Antwerpen oder Hamburg nicht einmal vorstellen können .... Es ist nicht verwunderlich, dass der Perspektivenwechsel Diskussionen über die Notwendigkeit einer universellen Sprache ausgelöst hat, und dass die Hauptrede lautet: Was ist das machbare Schema? Sollen wir eine künstliche Zunge haben, wie Esperanto oder die langue bleue von M. Bolak, oder soll eine natürliche Sprache gewählt werden? .... Jede Zeitung greift das Thema nacheinander auf. Eine künstliche Sprache ist so leicht zu erlernen! In drei Wochen kann man sich ihrer bedienen! ...." doch "zieht ein Mensch instinktiv eine Sprache vor, die das Herz eines Volkes verkörpert. Aber eine vorherrschende Sprache könnte einen Machtzuwachs bedeuten, und welches Land wird den Machtzuwachs bei einem Rivalen fördern?" Dann gibt es noch Versuche eine Nationalsprache oder modifiziertes Latein zu nutzen. Ein Cecil Rhodes und ein M. Chapellier handelten in diesem Sinn: "Internationale Studenten in Oxford würden wie früher Rom beeinflussen, indem sie Studenten aus allen Teilen der Welt zusammenbringen und sie wieder aussenden .... Es stimmt, dass die einzigen fremdsprachigen Studenten, die er einlädt, Deutsche sind; aber wir dürfen nicht vergessen, dass seine Absicht nur darin bestand, denjenigen den Weg zu weisen, die, da sie einen Überschuss an Gütern dieser Welt besitzen, diesen Überschuss nach seiner Art investieren möchten. Die Einladung nach Deutschland ist nur ein Anfang und wurde bestimmt durch die Entscheidung des Kaisers, Englisch zum Pflichtfach zu machen." Die Karriere scheint zu allen Zeiten eine große Rolle zu spielen. Auch die geopolitischen Fragen blieben im neuen Halbjahr präsent: ".... und das französisch-italienische Abkommen über den Mittelmeerraum, tendieren zur Wiederherstellung des Europäischen Konzerts, ohne Großbritannien. Die englischsprachige Welt ist, wenn sie sich vereinigen würde, stark genug, um allein zu bestehen. "
LEARNING LANGUAGES BY LETTER-WRITING. (SPRACHEN LERNEN DURCH BRIEFE SCHREIBEN.)
"ES ist merkwürdig, wenn wir ab und zu aufgescheucht werden, um dann festzustellen, wie langsam wir einfachen Leute die vielen Absurditäten bemerken, die auf unserem täglichen Weg liegen. Zum Beispiel höre ich immer wieder, dass für den Sprachunterricht das phonetische System einer der Königswege zum raschen Erwerb einer neuen Sprache ist. Ich habe zugehört und erkannt, dass jene, die sprachen, Vernunft hatten, ich habe in phonetische Bücher geschaut, und da ich, wie die meisten von uns, voll beschäftigt bin, habe ich mich damit begnügt zu sagen: "Das ist zweifellos gut, aber ich verstehe es nicht und habe keine Zeit, Phonetik zu studieren". Plötzlich, àpropos etwas ganz anderes, bemerke ich aus irgendeinem Grund den Klang des Buchstabens "g"; und blitzschnell sehe ich, wie seltsam es ist, einem Kind beizubringen, der Buchstabe sei "ge" auszusprechen und "globe" buchstabiert "globe"*. Von jetzt an ist die Phonetik für mich von großem Interesse."
ESPERANTO.
"Die Phonetik war in meinen Gedanken präsent, als ich eine Abhandlung über Esperanto aufgriff. Darauf drängten mich zwei Freunde, die sich in letzter Zeit für die Studie begeistern, Männer, die wirklich Studenten und keine Schaumschläger auf der Oberfläche sind, und auch hier musste ich richtig ansetzen. Ihre Argumente waren folgende: "Es wird zugestanden, dass eine internationale Hilfssprache wünschenswert ist. Sie sagen, dass eine lebende Sprache, sei es Englisch, Französisch oder Deutsch, gewählt werden sollte, oder vielleicht zwei alternative Sprachen. Aber Ihr Plan ist ein klarer Nachteil für jene Nationalitäten, die, da sie in Größe und Bevölkerung kleiner sind, nicht durch die Notwendigkeit, drei statt zwei Sprachen zu lernen, behindert werden sollten. Nehmen wir zum Beispiel an, dass Englisch und Französisch die Auserwählten sind; warum sollte ein Engländer nur Französisch studieren müssen, während ein Schwede Englisch und Französisch lernen müsste? Ich brauche dem Argument nicht weiter nachzugehen, welches mir die Gerechtigkeit der Behauptung meiner Freunde zeigte, dass die Hilfssprache um der anderen willen doch eine künstliche Sprache sein sollte.
Esperanto wurde vorgeschlagen, weil es so schnell erlernt werden kann und nur den zehnten Teil der Zeit benötigt, die die meisten Sprachen benötigen. Mein Freund sagte, dass er in vier Tagen genügend Esperanto gelernt habe, um eine kleine Abhandlung lesen zu können. Das sind die Grundzüge der Abhandlung. Ein Wort ist ein Symbol** für eine Sache. Für die meisten "Dinge" haben mindestens drei europäische Zungen ein etwas ähnliches Symbol - wie zum Beispiel Kammer, Fisch, Nase. Der polnische Erfinder des Esperanto, Dr. Zamenhof, hat daher solche Wörter gewählt, und er hat durchgehend nach diesem Prinzip gehandelt - nämlich, dass die Wörter, die am ähnlichsten waren, Teil seines Wortschatzes sein sollten. Da die Einfachheit von wesentlicher Bedeutung ist, enden alle Substantive auf o - cambro, fisho, naso - alle Adjektive auf a, Adverbien auf e, usw., usw., und Männer und Frauen werden stets durch das Einfügen von in vor dem o des Substantivs unterschieden. Der Vater ist patro, die Mutter ist patrino; filo ist der Sohn, filino die Tochter. Adjektive werden, wie viele von uns, mit einem charakteristischen Wort verglichen, das auf unser "mehr", "am meisten" antwortet.*** Kurz gesagt, ich habe so viel Bewundernswertes gefunden, dass ich allen, die Französisch können, empfehle, sich sofort an die Herren Hachette aus der King William Street, Charing Cross, zu wenden, um ein Exemplar des kleinen Buches "L'Esperanto en dix lecons", Preis 1s zu erhalten. Aber zu diesem Zeitpunkt kam das erste Hindernis, denn ich konnte kein englisches Esperanto-Wörterbuch finden - obwohl mir seither gesagt wurde, dass der Touring Club of France, 10, Place de la Bourse, Paris, ein kleines Wörterbuch zum Preis von sieben Pence hat, portofrei. Mein alter Protest drängte sich in meinen Kopf: "Eine echte internationale Sprache kann nicht das Produkt eines einzigen Geistes sein; wenn alle akzeptieren sollen, müssen alle zu ihrer Bildung konsultiert werden"."
AN APPEAL TO ENGLISH STUDENTS. (EIN APPELL AN ENGLISCHE STUDENTEN.)
"Gerade an diesem kritischen Punkt kam mir eine kleine Broschüre von M. le Dr. Coutourat, einem Professor der Universität Toulouse, in die Hände. Seine Gründe für die Notwendigkeit einer Hilfssprache sind bewundernswert dargelegt; er plädiert ernsthaft dafür, dass in allen Ländern alle Studenten diese Angelegenheit in Betracht ziehen werden. Diese Broschüre kann auch bei Hachette bezogen werden, sie trägt den Titel "Pour la Langue Internationale" und kostet 1-1/2d. Er berichtet von der Bildung einer Delegation als Ergebnis eines Kongresses im Jahre 1900 von etwa neun Gesellschaften, von denen eine der Touring Club of France war. Diese Delegation soll ein repräsentatives Komitee wählen, dessen Ziel es sein soll, alle Teilnehmer einer Hilfssprache in einer Meinungsäußerung zu vereinen und durch ein internationales Abkommen und eine Art Schiedsverfahren zu einer definitiven und allgemein akzeptierten Lösung zu gelangen. In dieser Zwischenzeit ist die Adresse von M. Coutourat 7, Rue Nicole, Paris, V. Abschließend möchte ich hinzufügen, dass mein großer Einwand gegen jede internationale Sprache die Schwierigkeit einer einheitlichen Aussprache war. Diese Schwierigkeit besteht nicht mehr. Der Phonograph hat sie gelöst - denn das Komitee, das befugt ist, über die Sprache zu entscheiden, kann mit Hilfe von Phonographenwalzen auch eine autoritative Aussprache zu Protokoll geben. Man mag darauf bestehen, dass die Idee eines Komitees, das über eine Sprache entscheiden soll, utopisch ist; ich verweise auf Seite 26 der Broschüre von M. Coutourat auf solche Einwände."
* "globe" buchstabiert "globe" Wer kann bei Interpretation helfen?
** Mit Symbol ist wahrscheinlich eine verwandte Benennung gemeint.
*** Dabei handelt es sich wahrscheinlich um Steigerungen wie pli und plej.
In der Frühzeit wurde gelegentlich von einer Kunstsprache gesprochen. Esperanto hat sich längst zu einer natürlichen Sprache entwickelt.
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WANTED: AN INTERNATIONAL LANGUAGE ! A PLEA FOR THE STUDY OF ESPERANTO.
(GESUCHT: EINE INTERNATIONALE SPRACHE! EIN PLÄDOYER FÜR DAS STUDIUM VON ESPERANTO.)
(Topics of THE Month. Themen des Monats. III.) Oktoberausgabe
(creativecommons.org/publicdomain)
"Neulich wurde in Den Haag vor dem Internationalen Hohen Schiedsgerichtshof der erste internationale Streitfall, welcher im Rahmen der Haager Konvention verhandelt wurde, zur Verhandlung gebracht. Es handelte sich um eine Frage, die das der römisch-katholischen Kirche, deren Amtssprache Latein ist, überlassene Eigentum betraf. Die Verteilung dieses Eigentums war zwischen der Regierung von Washington, die Englisch spricht, und der Regierung von Mexiko, die Spanisch spricht, umstritten. Der Fall wird vor einem Gericht mit fünf Richtern verhandelt, von denen einer (der Präsident) Dänisch spricht, während zwei der anderen Richter Niederländisch, einer Englisch und der andere Russisch spricht.
Jede Seite erhält zudem einen Rechtsbeistand in der Person eines Belgiers, der Französisch spricht. Es ist ein Miniaturturm zu Babel. In diesem einen Streitfall über die Frage der Verteilung des Eigentums, welches nicht mehr als £150.000 beträgt, gibt es Richter, Rechtsbeistand oder Prozessparteien, deren Muttersprachen Englisch, Spanisch, Französisch, Niederländisch, Russisch und Dänisch sind, ohne das Latein zu berücksichtigen, welches als Muttersprache der Kirche angesehen werden kann, welcher das Eigentum gehört. Es ist eine Lehrstunde in der Notwendigkeit einer Lingua franca, eine von vielen, die wahrscheinlich zunehmen und sich vervielfachen werden, wenn der Gerichtshof in Den Haag immer mehr zur Beilegung von Streitigkeiten zwischen Nationen eingesetzt wird.
Die rasche Zunahme des internationalen Verkehrs macht die Schaffung einer internationalen Sprache immer unentbehrlicher. Wenn Menschen darüber sprechen, vergessen sie dabei, dass Europa über viele Jahrhunderte hinweg zumindest eine gemeinsame Sprache in Form des Lateinischen, der lingua franca des Christentums, hatte.
In jüngerer Zeit war Französisch praktisch die Universalsprache der Diplomatie. Erst in jüngster Zeit haben wir den Nutzen eines internationalen Mediums für den Gedankenaustausch verloren, und, was die Sache noch schlimmer macht, dieser Verlust ist gleichzeitig mit einer immensen Zunahme des Gefühls für seine Notwendigkeit eingetreten. Wir reisen mehr denn je. Die Vereinigten Staaten von Europa kommen schnell in Form; die internationalen Büros und Gesellschaften vervielfachen sich jedes Jahr; die Menschheit wird immer mehr zu einer Familie, und doch hat der menschliche Verstand noch keine Sprache entwickelt, deren Worte gemeinsame Gegenstücke des Austauschs zwischen allen zivilisierten Menschen sein werden.
Es stimmt, dass das Bedürfnis nach einer solchen Sprache in England weniger ausgeprägt ist als in den meisten Ländern. Erstens sind wir durch das bittere Salz, das das Meer von Menschen trennt, die unsere Muttersprache nicht verstehen, völlig abgeschnitten; und zweitens haben wir die Welt weit und breit kolonialisiert, und unsere Schiffe decken jedes Meer ab, so dass Englisch auf dem größten Teil der Erdoberfläche eine sehr nützliche internationale Sprache ist.
Doch wer sich vorstellt, wie es einige zu tun scheinen, dass, weil die englische Sprache weit verbreitet ist und in den Vereinigten Staaten von Amerika und im gesamten Britischen Empire verstanden wird, es daher keiner weiteren gemeinsamen Sprache bedarf, der irrt sich gewaltig. Sogar für die Engländer, wenn sie ins Ausland reisen, ist das Bedürfnis nach einem einfachen Medium für den sprachlichen Austausch sehr groß, während für andere Nationen, insbesondere für die kleineren Nationen, wie die skandinavischen, niederländischen und ungarischen, &c., die Übernahme einer internationalen Sprache fast unerlässlich ist, wenn sie sich vom Commonwealth der Welt befreien wollen. Niemand schlägt vor, eine universelle Sprache zu schaffen. Jede Nation wird ihre eigene Sprache und ihre eigene Literatur behalten, aber es sollte ein allgemein anerkanntes Ausdrucksmittel geben, auf dessen Annahme sich die Menschen in allen Nationen einigen könnten. Natürlich besteht die Schwierigkeit darin, sie zur Zustimmung zu bewegen, und das liegt an der Hauptschwierigkeit, sie überhaupt zum Nachdenken über das Thema zu bewegen.
Dennoch gibt es Grund zu der Annahme, dass das Thema allmählich Aufmerksamkeit erregt. Radfahrer-Tourenclubs und die Einführung des Automobils stimulieren in hohem Maße die Nachfrage nach einer internationalen Sprache, und im übernächsten Jahr findet in London eine wichtige Konferenz statt, auf der nach ausführlicher Diskussion entschieden werden soll, welche Sprache als universelles internationales Kommunikationsmedium angenommen werden soll.
Worüber diese Konferenz entscheiden wird, ist derzeit natürlich fraglich. Sir Frederick Bramwell verlas im vergangenen Monat vor der British Association ein Papier, in dem er nachdrücklich die Annahme des Italienischen als Weltsprache empfiehlt. Viele behaupten, dass es nichts Vergleichbares zum Englischen gibt, aber der mit den Voruntersuchungen beauftragte Ausschuss hat zweifellos Recht, wenn er erklärt, dass eine der unabdingbaren Voraussetzungen für jede Hilfssprache darin besteht, dass es sich nicht um eine der Landessprachen handeln darf. Englisch oder Italienisch oder irgendeine andere Sprache als internationale Verkehrssprache anzunehmen, würde bedeuten, dem Land, dessen Sprache eine so einzigartige Vorrangstellung einnimmt, eine so einzigartige Vorrangstellung zu geben, dass es völlig ausreichen würde, die Ablehnung der Sprache durch andere Nationen zu veranlassen. Außerdem sollten diejenigen, die für die Annahme des Englischen als internationale Sprache plädierten, daran denken, dass wir selbst hoffnungslos den Weg für jeden Fortschritt in dieser Richtung versperren, indem wir auf unserem gegenwärtigen absurden System der Rechtschreibung bestehen. Wenn die englische Sprache so buchstabiert würde, wie sie ausgesprochen wird, in Übereinstimmung mit dem allgemeinen phonetischen Prinzip, das von anderen Nationen übernommen wurde, dann würden wir der Verbreitung unserer Sprache auf dem Kontinent einen immensen Impuls geben; aber gegenwärtig scheint es, dass wir nicht bereit sind, den Preis dafür zu zahlen. Wir ziehen das Aussehen unserer Sprache mit all ihren Nachteilen dem barbarischen Schock vor, den unsere Augen empfinden würden, wenn wir Shakespeare oder die Bibel im englischen Wortlaut so lesen würden, wie er ausgesprochen wird.
Würden wir unsere Rechtschreibung radikal reformieren, könnten wir die Möglichkeit eines kühnen Versuchs diskutieren, unseren Nachbarn unsere Sprache als bestes Kommunikationsmittel unterzujubeln, aber solange die Rechtschreibreform noch nicht abgeschlossen ist, gilt: Je weniger wir über das Englische als Universalsprache sagen, desto besser. Was als gemeinsamer Nenner aller Sprachen angestrebt wird, ist erstens eine Sprache, die derzeit nicht die einer bestimmten Nationalität ist, und zweitens eine Sprache, die sehr einfach und leicht zu erlernen ist, auf phonetischen Prinzipien beruht und in ihrer Grammatik möglichst wenig kompliziert ist.
Es ist etwa acht Jahre her, dass Graf Tolstoi seiner Überzeugung Ausdruck verlieh, dass die Annahme einer inoffiziellen einfachen internationalen Sprache die vernünftigste, seriöseste und praktikabelste aller Methoden zur Behandlung dieser Frage sei. Es gibt nicht mehr christliche Wissenschaft, sagt der große Russe, als das Studium der Sprachen; und die Verbreitung eines gemeinsamen internationalen Denkmediums ist mit Sicherheit eine christliche Arbeit, die das Kommen des Reiches Gottes beschleunigt, das das Ziel, ja das einzige Ziel des menschlichen Lebens ist.
Wenn dies gewährt wird, stellt sich sofort die Frage, was die internationale Sprache sein soll. Das ist die Frage, die 1904 entschieden werden muss, aber in der Zwischenzeit kann das Thema nicht allzu breit diskutiert werden, und ich bin froh zu wissen, dass die Frage im Morning Leader, in der Daily News, in der Daily Mail, im Speaker und in anderen Zeitungen von vielen Korrespondenten große Aufmerksamkeit erregt hat. Als Nettoergebnis aller Mitteilungen gibt es keinen Zweifel daran, dass die als Esperanto bekannte artifizielle Sprache nun das Feld beherrscht. Ihre einzig mögliche Rivalin ist das modernisierte Latein. Herr Henderson, ein geschäftstüchtiger Verleger in London, der dem Thema viel Aufmerksamkeit geschenkt hat, ging sogar so weit, eine Ausgabe eines Comic-Papiers zu veröffentlichen, in dem alle modernen englischen Scherze in umgangssprachliches Latein übertragen wurden, aber die Nachteile des Lateinischen sind groß. Im ersten Fall müssten so viele neue Begriffe eingeführt werden, um den Erfordernissen des modernen Lebens gerecht zu werden, dass mindestens 30 Prozent der Begriffe für die alten Römer oder mittelalterlichen Kirchenmänner unverständlich wären; und im zweiten Fall ist Latein schwierig und komplex. Volapük, der erste Ansatz in einer künstlichen Sprache, war schwierig und ist durch allgemeines Einvernehmen außer Gebrauch geraten. Andere künstliche Systeme haben wenig Unterstützung gefunden, aber Esperanto gewinnt ständig an Popularität und Beliebtheit. Gegenwärtig soll es 80.000 über den Kontinent verstreute Personen geben, die in Esperanto schreiben können, und die Zahl kann auf unbestimmte Zeit noch steigen. Graf Tolstoi erklärt, er habe in zwei Stunden Esperanto ausreichend beherrschen können, um die Sprache fließend zu lesen, und obwohl ein durchschnittlicher Mensch zwölf Stunden brauchen würde, wo Graf Tolstoi zwei Stunden brauchte, ist es eine Wohltat, sich ein Kommunikationsmittel anzueignen, das es ermöglicht, mit Männern aller Nationalitäten zu korrespondieren und zu reisen, eine Wohltat, die auf keine andere Weise erreicht werden kann. Wie einige schwedische Studenten bemerkten, fanden sie sich, nachdem sie mit Hilfe von "Esperanto" durch Russland gereist waren, in der Lage, mit ihren russischen Gastgebern ohne die geringste Peinlichkeit auf beiden Seiten zu kommunizieren. "Wir fühlten uns", sagen sie, "wie zwei Brüder, die von Geburt an durch unüberwindbare Mauern getrennt waren und die sie im Nu verschwinden sahen".
Die Vorteile, die sich aus der Übernahme eines solchen Systems als Teil der universellen geistigen Ausrüstung gebildeter Männer ergeben würden, sind einfach nicht kalkulierbar. Sie sind so groß, dass ich zu hoffen wage, dass wir am Beginn eines kräftigen Wachstums des Esperantismus in Großbritannien stehen.
Die Esperantisten in allen Ländern bilden eine Art Band von Brüdern, die durch den Besitz einer gemeinsamen Sprache vereint sind, die ihnen einen Schlüssel zu den Gedanken, Informationen und Erfahrungen der Esperantisten in allen anderen Ländern gibt. Die Mitglieder der Radfahrer-Tourenvereine finden sie bei Reisen durch das Land von unschätzbarem Wert. Herr Rhodes aus Keighley, der ein begeisterter Esperantist ist, sagt, dass er seit der Annahme dieses Esperanto zweihundert Postkarten und Briefe in Esperanto aus allen Teilen der zivilisierten Welt von Korrespondenten erhalten hat, deren Muttersprache für ihn wie eine Schikane wäre. Er hat es im Geschäftsleben und im Studium als äußerst nützlich empfunden; und seine Erfahrung würde wahrscheinlich von jedem anderen wiederholt werden, der sich entschloss, sich diesem Thema zu widmen.
Damit das Studium von Esperanto erleichtert wird, würde ich mich freuen, von jedem meiner Leser zu hören, der sehen möchte, was man tun kann, um dieses internationale Kommunikationsmedium anzunehmen.
Zum Schluss möchte ich nur noch sagen, um sie zu ermutigen, dass in Esperanto jedes Wort genau so gelesen wird, wie es geschrieben ist. Es gibt keine stummen Buchstaben; die Vokallaute sind diejenigen, die jeder Sprache mit Ausnahme des Englischen gemeinsam sind, d.h. a, e, i, o, u werden so ausgesprochen, wie sie in Vater, Bär, Marine, Note und Nahrung ausgesprochen werden. Der Akzent fällt immer auf die vorletzte Silbe. Die Grammatik ist sehr einfach, und die Wörter sind alle nach wissenschaftlichen Prinzipien gebildet, leicht zu erfassen und anzuwenden."
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AN AUXILIARY LANGUAGE. (EINE HILFSSPRACHE.) "Aus der Ferne betrachtet mag ein internationales Hilfskommunikationsmittel unnötig oder absurd, ja sogar gefährlich erscheinen. Aber wenn man es genau betrachtet und genau untersucht, wird es, wie Esperanto, zu einer faszinierenden Beschäftigung, die in keiner Weise das Studium irgendeiner Landessprache behindert, sondern das Interesse an ihr stark steigert. Er eröffnet Aussichten, die nur vom nationalen Standpunkt aus richtig erforscht werden können."
THE FORTHCOMING CONFERENCE. (DIE BEVORSTEHENDE KONFERENZ.) "Die Ausgaben des Morgenländers für die zweite Septemberwoche enthielten viele Briefe von Interesse zu diesem Thema. Die Erklärung hat folgende Präambel:—
Eine internationale Hilfssprache ist nicht dazu bestimmt, im individuellen Leben eines jeden Volkes das nationale Idiom zu ersetzen, sondern sie soll als Medium für das Sprechen und Schreiben zwischen Personen dienen, deren Muttersprache eine andere ist. Sie sollte daher folgende Bedingungen erfüllen:—
1. Sie muss den Gepflogenheiten des gesellschaftlichen Lebens, dem kommerziellen Austausch sowie wissenschaftlichen und philosophischen Berichten angepasst sein.
2. Sie muß für den normalen Menschen leicht zu erwerben sein.
3. Es darf keine Nationalsprache sein.
Die Delegation schlägt vor, alle Verfechter einer solchen internationalen Sprache zu vereinen und so zu einer maßgeblichen und allgemein akzeptierten Lösung dieser Frage zu gelangen."
"M. Coutourat schreibt:— Man kann gut verstehen, dass viele Englisch als internationale Sprache bevorzugen würden, während viele andere Französisch bevorzugen würden; aber auf der einen Seite nationale Eifersüchteleien lassend, haben die Engländer keine Ahnung von den Schwierigkeiten, die ihre Sprache für Ausländer mit sich bringt. Es stimmt, die Grammatik ist einfach - sogar zu einfach, denn sie erlaubt Äquivogues - aber die große Schwierigkeit ist die Aussprache."
MOWBRAY HOUSE "AT HOMES" (MOWBRAY HAUS "ZU HAUSE") Herr und Frau Stead werden "zu Hause" sein für alle Freunde, Abonnenten, Helfer und Korrespondenten der "Review of Reviews", die jeden Freitag im Büro, Mowbray House, Norfolk Street, London, W.C., anrufen können. Das erste dieses "At Homes" fand am Freitag, dem 17. Oktober, statt. Unter den Anwesenden waren Besucher aus Russland, Frankreich, den Vereinigten Staaten, Australien und Südafrika. Diese Zusammenkünfte waren bisher sehr angenehm, informell, gesellig und kosmopolitisch. Neben den Lesern der Zeitschrift freuen wir uns, alle Fremden in London willkommen zu heißen, die sich entweder für das Erlernen von Sprachen durch Korrespondenz, für das Studium von Esperanto oder für die Internationale Union interessieren. 
MR. CARNEGIE AND THE FUTURE OF THE WORLD. (MR. CARNEGIE UND DIE ZUKUNFT DER WELT.)
Carnegies Idee - Der deutsche Kaiser als Begründer Europas?
Der US-Amerikanische Großindustrielle Andrew Carnegie war zu seiner Zeit eine geachtete Persönlichkeit. Zum Beispiel wurde die bekannte Carnegie Hall durch ihn finanziert. Die gesellschaftlichen Fragen waren für Ihn von Interesse. In einer illustrierte Beilage von "Review of Reviews" (Nr.17) vom 15. November 1902 wurde "MR. CARNEGIE UND DIE ZUKUNFT DER WELT." thematisiert. Dort sprach er über die "wirtschaftlichen Veränderungen, die in die relative Stellung und Macht der Nationen gekommen sind und kommen." Die materielle Vorherrschaft wurde "Großbritannien aus der Hand gerissen", aber "bleibt in der Familie". "Er besteht zunächst auf der entscheidenden Tatsache, dass die mächtigste Waffe zur Eroberung ausländischer Märkte ein profitabler Heimatmarkt ist." Der Binnenhandel sei viel stärker als der Außenhandel. Aus Carnegies Sicht sind amerikanische Arbeiter effizienter als die britischen. "Er befürchtet, dass dem britischen Volk Jahre schmerzhafter Lektionen bevorstehen, aber die Lektionen werden heilsam sein. .... Die Vereinigten Staaten sind bereits jetzt jeder Industrienation so weit voraus, dass man sie nicht mit Frankreich, Deutschland oder Russland, sondern mit dem gesamten Kontinent vergleichen muss. .... In Europa muss der Hersteller auf einem Kontinent Handel treiben, der in feindliche und kriegführende Staaten geteilt ist, mit unterschiedlichen Gesetzen und Zöllen an jeder Grenze, und die Angst vor einem Krieg überzieht alle, in den Vereinigten Staaten ermöglichen die Binnenschifffahrt und die Eisenbahn den Transport zu Raten, die in diesem Land unbekannt sind. .... Daher ist Europa im Wettbewerb mit Amerika hoffnungslos benachteiligt."
"Was, fragt Herr Carnegie, muss Europa tun, um seine Position zu verbessern? Er sagt, es gebe nur eine Antwort. Europa arbeitet vergeblich, bis es irgendeine Form einer politischen und industriellen Union erreicht hat, durch welche Frieden und freier Austausch zwischen allen seinen Einheiten gesichert werden können. Ohne diese kann nichts von Bedeutung gewonnen werden. Herr Carnegie freut sich über die Einrichtung des Haager Tribunals, dank der Initiative des aufgeklärten, friedliebenden Zars von Russland. .... Doch obwohl das Haager Tribunal eine Methode zur Beilegung internationaler Differenzen bietet, ist etwas mehr nötig. Es muss ein Bündnis zur Sicherung des internationalen Friedens geben, das der europäischen Föderation vorausgehen muss. Ein großer Mann, sagt Herr Carnegie, ist in Deutschland aufgestiegen - nämlich der Kaiser. Hier ist eine Persönlichkeit, eine Macht, mächtig für Gut und Böse in der Welt. Er ist nicht nur der Kaiser, sondern er ist "die vitale Kraft des Reiches", sagt Herr Carnegie. Herr Carnegie fragt sich, ob der Kaiser nicht inspiriert werden könnte, sich dem weiteren Ausbau der deutschen Verfassung zu widmen. Alles, was Deutschland durch die Konsolidierung zu einem Kaiserreich gewonnen hat, würde Europa gewinnen, und noch mehr durch den Zusammenschluss zu einem Reich."
"Eine Kombination der deutschen und amerikanischen Verfassungen scheint nicht unwahrscheinlich zu sein. Die kleineren zusammengeschlossenen Nationen würden wenig verlieren und viel gewinnen, wenn sie Teil größerer Gebiete würden. Solche Konsolidierungen werden mit Sicherheit kommen. Wenn die europäischen Mächte, mit Ausnahme Russlands, sich weigern, sich auf friedliche Sicherheit und freien Handel untereinander zu einigen und als Union zu handeln, werden sie sich wie so viele Liliputaner um den Riesen Gulliver drehen müssen, die amerikanische Union, die bald 200.000.000 Menschen englischsprachiger Rasse umfassen wird, die in der Lage sind, die meisten Bedürfnisse der Welt zu den niedrigsten und dennoch profitablen Preisen zu befriedigen. Die zuversichtlichsten Vorhersagen in Bezug auf die Vorteile und kommenden Triumphe der Vereinigten Staaten in Industrie und Handel sind nach dem ruhigen Urteil von Herrn Carnegie wahrscheinlich dazu bestimmt, übertroffen zu werden. Daher geht er davon aus, dass Kontinentaleuropa endlich gezwungen sein wird, wenn nicht gar föderalisiert, Mittel zur Sicherung des Friedens untereinander zu ergreifen, die zu einer Art Föderation unter Freihandel führen würden."
"Da kommt die letzte Frage von allen, nämlich: Wie wird die Position des Britischen Empire aussehen, wenn ein föderales Europa einem föderierten Amerika gegenübersteht? Herr Carnegie sagt:—
Es stellt sich die Frage, was Großbritannien tun würde, wenn es Kontinentaleuropa von inneren Gefahren befreien und unter Freihandel den unentbehrlichen Heimatmarkt besäße und schließlich zu einer Zollverein- oder Großmacht zusammengeschlossen würde.
Würde es ein kleiner separater Inselstaat von fünfundvierzig oder fünfzig Millionen bleiben, gegen die Hunderten von Millionen auf dem Kontinent?
Oder würde es, wenn es dazu eingeladen würde, Mitglied der europäischen Vereinigung werden ...."
S.570 "Der bemerkenswerte und gewagte Vorschlag von Herrn Carnegie an den Kaiser hat natürlich sowohl in der Alten als auch in der Neuen Welt Aufmerksamkeit erregt."
(creativecommons.org/publicdomain)
(Lustige Blätter) "Voila une idée!" Carnegie: "Bin ich mit Berlin verbunden? Ja? Hier ist Carnegie. Es ist mir gerade noch einmal eingefallen: die Vereinigten Staaten von Europa, - der Friede der Welt, - die totale Abrüstung, - die Unterdrückung von Trusts usw. Wie soll das gehen?"
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In den Leitartikeln (Leading Articles in the Reviews.) der Dezember-Ausgabe bringt Stead eine englisch-französische Union als Grundlage eines zu schaffenden geeinten Europas ins Spiel. "M. Finots Artikel, in denen er sich für dieses Schema ausspricht, werden in La Revue am 1. und 15. November veröffentlicht. Dass wir uns mit jemandem vereinen müssen, sieht M. Finot deutlich; aber er glaubt nicht, dass die Vereinigten Staaten unsere natürliche Hoffnung und Zuflucht sind. Das ist in einem Bündnis mit Frankreich zu suchen, einem Bündnis, das zunächst durch einen Vertrag über ein obligatorisches Schiedsverfahren und schließlich durch eine engere Union gekennzeichnet ist, die zur Bildung eines Nukleus für die Vereinigten Staaten von Europa und der Welt führen wird." M. Finot bezeichnet die Feindschaft zwischen Frankreich und England als Mythos. "Aber da die Vereinigten Staaten von Europa gerade jetzt nicht praktikabel sind, müssen wir uns damit zufrieden geben, eine Union zwischen den einflussreichsten europäischen Staaten zu schaffen. Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet wäre eine anglo-französische Union der Vorläufer des Friedens und eine Garantie für Sicherheit. Bevor man versucht, eine Europäische Union zu verwirklichen, ist es notwendig, mit der Gruppierung der Teilstaaten zu beginnen. Die anglo-französische Union wäre lediglich der Ausgangspunkt."
ESPERANTO: EINE INTERNATIONALE HILFSSPRACHE. (SPRACHEN LERNEN DURCH BRIEFE SCHREIBEN) Wie wird das Erlernen einer Fremdsprache anschaulicher? "Die umstrittene Frage lautet: Sollten die Professoren Zeitschriften und Zeitungen als Vehikel benutzen, um die von den Behörden geforderten Angaben zu machen?" Natürlich wären sie eine Hilfe.
CORRESPONDENCE BY PHONOGRAPH. (KORRESPONDENZ PER PHONOGRAPH.)
"Vor einiger Zeit bat ein junger Ire, der gerade im Land lebt, um Korrespondenz mit einem Franzosen, beide zum Austausch von Walzen für Phonographen. Der folgende Brief des französischen Partners stammt aus Quatre Langues. Wenn der irische Herr dies sieht, wird er mir hoffentlich sagen, ob der Plan auch seine Erwartungen erfüllt hat:—
Sehr geehrter Herr, - ich möchte Ihnen für die freundliche Zusammenarbeit danken, die Sie für mich gefunden haben. Bis zum heutigen Tag schien er von der phonographischen Methode ebenso begeistert zu sein wie ich. Wir haben mehrere Briefe und je zwei Walzen mit dem Text unserer Briefe ausgetauscht. Die ersten beiden Walzen waren für uns beide schwer zu verstehen, da keiner von uns die Möglichkeit hatte, mit einem Einheimischen des anderen Landes zu sprechen; aber als die zweite Walze ankam, verstanden wir fast sofort. .... Die große Schwierigkeit ist die Beförderung der Wachszylinder. .... Aber mein irischer Korrespondent hat nicht so viel Glück. Wenn er per Buchpost verschickt wird, müssen die Enden der Walze unbedeckt bleiben, und die erste war beschädigt ...."  
BERICHT AUS LEIPZIG. "Professor Martin Hartmann hat soeben seine Mittheilungen der Deutschen Zentralstelle für Int. Briefwechsel herausgegeben ...." und er bemerkt unter anderem: "Englische Schüler, die Deutsch lernen, sind weniger als Deutsche, die Englisch lernen."
ESPERANTO: AN AUXILIARY INTERNATIONAL LANGUAGE. (ESPERANTO: EINE INTERNATIONALE HILFSSPRACHE.) Gründung der ersten Esperanto-Gesellschaft in England
"ICH KANN die Gründung der ersten Esperanto-Gesellschaft in England ankündigen. Dies fand am Freitag, dem 7. November, in Keighley in Yorkshire statt, ein passender Ort, da die Handelskammer von Keighley die erste in England war, die sich der Delegation für die Förderung einer internationalen Hilfssprache anschloss. Bei der Eröffnungssitzung wurde Dr. Zamenhof zum Ehrenpräsidenten und J. Rhodes zum Präsidenten gewählt; Herr Beavers, der Präsident der Handelskammer, ist zusammen mit anderen Persönlichkeiten Vizepräsident, und die bereits dreiundvierzig Mitglieder sind eingeschrieben." Es wurden Faltblätter verteilt, um den Aufbau weiterer Einrichtungen zu unterstützen. "Wir alle - Engländer, Franzosen, Deutsche, Russen, Schweden oder Ungarn - treffen uns auf dem gleichen Niveau. Wenn wir alle diese gewählte Sprache gleichermassen studieren mussten, ist das eine dem anderen nicht überlegen, und das gibt sofort ein Gefühl der Kameradschaft. .... Mit Hilfe des kleinen Wörterbuchs in Nr. 52 konnte ich die Briefe lesen, die von Dr. Zamenhof, MM, gekommen sind."  Auszug aus dem Faltblatt.
Vokabular für Übungen ....
Patro Father
Frato Brother
Knabo Boy
Hundo Dog ....
Einige Korrespondenten sind der Meinung, dass Esperanto wissenschaftliche Begriffe nicht mit der notwendigen Genauigkeit wiedergeben wird. Möglicherweise hat die Betonung, die wir auf seine grammatikalische Einfachheit gelegt haben, zu diesem Gedanken Anlass gegeben. Ich selbst bin nicht in der Lage, auf diesen Vorwurf zu antworten, aber mir versichern Wissenschaftler, die verstehen, dass Esperanto sich in alle Richtungen ausbreiten kann, und da die wissenschaftlichen Begriffe bereits weitgehend international sind, die Schwierigkeit beim Nachdenken nicht so groß ist. .... Lassen Sie mich abschließend das Zeugnis von M. Bréon aus Concordia heranziehen:— "Schon mehrmals haben sich Esperantisten aus verschiedenen Ländern getroffen; sie konnten sich leicht verstehen und ihre Eindrücke bequem austauschen, allein mit Hilfe des Esperanto. Ich selbst habe diese Erfahrung gemacht."

1903 Europa ist jetzt reif für DIE KOMMENDE FÖDERATION.
THE MOWBRAY HOUSE FRIDAY AT HOMES (DAS MOWBRAYHAUS FREITAGS ZU HAUSE) "DAS im Oktober begonnene Experiment, Freunde, Helfer, Korrespondenten sowie ausländische und koloniale Abonnenten einzuladen, Herrn und Frau Stead jeden Freitagnachmittag von vier bis sechs Uhr zum Tee in Mowbray House zu treffen, ist glänzend gelungen. Sie wurden ohne die Unterbrechung eines einzigen Freitags aufrechterhalten. Selbst am zweiten Weihnachtsfeiertag hatten wir etwa dreißig Besucher. Sie werden im neuen Jahr fortgesetzt."
Interessant sind auch Artikel über die geopolitische Lage. Themen sind: "DEUTSCHLANDOPHOBIE" oder "IST ENGLAND IN KRIEGSGEFAHR?". Die Realität zeigt(e) ein uneiniges Europa.
ESPERANTO: THE AUXILIARY INTERNATIONAL LANGUAGE. (ESPERANTO: DIE INTERNATIONALE HILFSSPRACHE.) "DIE Geschichte der Geburt und Entwicklung dieser teilweise künstlichen Sprache ist die Romantik selbst. Ihr Schöpfer, Dr. Zamenhof, hat selbst die Einzelheiten fast vergessen, aber die Bestandteile sind diese. Er wurde vor fast fünfzig Jahren in Białystok geboren, einer Stadt im polnischen Russland, deren Einwohner in verschiedenen Branchen tätig waren und verschiedenen Nationalitäten angehörten. .... Er kam zu dem Schluss, dass ihre Missverständnisse oft durch den Mangel an einer gemeinsamen Sprache verursacht wurden; und so kam es, dass der Traum seines Lebens darin bestand, diesen Mangel zu beheben. Von Anfang an war er davon überzeugt, dass es sich um eine neutrale Sprache handeln müsse, denn sonst würden sich die Streitigkeiten nur noch verschärfen. .... 1878 war die Sprache in seinen Gedanken mehr oder weniger vollständig, und jetzt spricht er frei darüber mit seinen Gefährten, von denen einige auch zu Enthusiasten werden, und sie verfassen Verse in der neuen Sprache über den Anbruch der gegenseitigen Liebe zwischen den Nationen. .... In der Zwischenzeit machte er seinen Abschluss als Doktor der Medizin, und gerade als er zu begreifen begann, dass der Moment gekommen war, der Welt das Geschenk zu machen, das er für sie bereit hielt, hörte er von Volapük und legte, damals wie heute bescheiden, seine eigene Erfindung beiseite. Aber ich habe keinen Platz, um von seinen Kämpfen und Schwierigkeiten zu erzählen, wie lange es dauerte, bis er genug Geld verdiente, um seinen ersten Bericht zu drucken, und wie er schließlich, wie er selbst sagt, "den Rubikon überquerte" und 1887 sein erstes esperanto-polnisches Werk veröffentlichte."
THE PENNY "EXERCISE" LEAFLETS. (DIE PENNY-"ÜBUNGS"-FLUGBLÄTTER.) wurden nachgefragt und schnell verteilt. Darunter die Ausspracheregeln. "Jeder Buchstabe wird ausgesprochen und hat immer den gleichen Klang - tatsächlich ist die Sprache vollständig phonetisch."
FRIDAY "AT HOM ES" AT MOWBRAY HOUSE. (FREITAG "ZU HAUSE" IN MOWBRAY HOUSE.) Als für die letzte halbe Stunde der Treffen eine informelle Diskussion eingeführt wurde, reichte die Zeit nicht aus. Veranstaltungsende war statt 06 Uhr abends erst kurz vor 07 Uhr. J. O'Connor leitete das Thema Esperanto. Ergebnis war eine Überfüllung der Esperanto-Klassen am darauf folgenden Montag. Am 23.01. wurde das Thema Internationale Union behandelt. Der Jahrestag der Haager Konferenz am 8. Mai war Anlaß.
Geopolitische Themen waren u.a. DIE DOKTRIN VON 1903. (USA zu europäischen Einmischungen), SPANIEN UND DIE EUROPÄISCHEN ALLIANZEN. (Verlust der Kolonien aber wirtschaftlicher Aufstieg im Inland) und EIN FRANZÖSISCH-SPANISCHES BÜNDNIS..
ESPERANTO. Ein altes Phänomen. Unsere Medien, ob damals ob heute, haben eine relativ enge Sicht aus einer gewissen Mitte der Gesellschaft heraus. So ist in der Geschichte an den Medien-Machern so manche "Grüne Stern-Stunde" unbemerkt vorbeigegangen. "WENN nur ein Reporter im Mowbray House am letzten Januar (19.) anwesend gewesen wäre, hätte er mitreißend über die stattgefundenen Treffen oder eine Reihe von Treffen berichtet. Es war eine Ausschuß-Sitzung der neu gegründeten Londoner Gesellschaft angekündigt worden, auf die einige Gratisstunden von Herrn O'Connor und M. Motteau folgen sollten." Neben den Mitgliedern kamen statt der erwarteten zehn ungefähr siebzig Studenten. Ergebnis waren überfüllte Räume. "Wahrscheinlich dank der freundlichen Mitteilung in der Daily Mail, kamen sie aus allen Teilen Londons - aus dem äußersten Norden, dem äußersten Süden, dem Osten und Westen."
FOR AND AGAINST. (DAFÜR UND DAGEGEN.) Natürlich existiert die Esperantokritik (spätestens) seit dem Moment des Erscheinens von Esperanto. "Wie üblich waren die Zeitungskommentare unterhaltsam gegensätzlich. .... Eine andere Zeitung beschwert sich darüber, dass Esperanto viel zu leicht und daher für eine internationale Sprache, die abstruse wissenschaftliche Begriffe besitzen muss, ziemlich nutzlos ist. .... Der Esperantist antwortet, dass die Sprache so einfach ist, dass ein ungebildeter Mensch sie mit einem Hundertstel der Mühe lernen kann, die das Erlernen einer beliebigen fremden Nationalsprache kosten würde, und wenn er sie gelernt hat, kann er sich mit allen Nationalitäten unterhalten, während sie andererseits so subtil aufgebaut ist, dass sie sich in jede Richtung ausbreiten kann, und wissenschaftliche Begriffe, die zumeist schon international sind, sofort ihren Platz in ihrem Schema finden werden. .... Dies ist eine große Notwendigkeit. Alle, die ein wenig Esperanto können, sollten ihren Namen an Dr. Zamenhof schicken, damit er ihn in das Adressbuch von 1904 einträgt."
SOCIETIES. (GESELLSCHAFTEN.) An dieser Meldung zeigt sich, wie ernst es W. T. Stead mit Esperanto war und wie konsequent er handelte. "Die Londoner Gesellschaft wurde am 12. Januar dieses Jahres ordnungsgemäß gegründet. Ihr Präsident ist Felix Moscheles; Schatzmeister, W. T. Stead; Sekretär, E. A. Lawrence. Die Briefe sind vorläufig an Mowbray House, Norfolk Street, Strand, zu richten. Der Mitgliedsbeitrag wird voraussichtlich 2s 6d. betragen, aber wir hoffen, dass sich einige Gönner mit mehr Geld wie in Keighley präsentieren werden. Es muss ein Raum für den kostenlosen Unterricht genommen werden, da die Prüfungsbüros nicht groß genug für alle sind, die kommen."
A LETTER FROM BOURNEMOUTH (EIN BRIEF AUS BOURNEMOUTH) Neuerungen haben es oft schwer. Gerade, wenn die Mächtigen ihre alten Normen verteidigen. Seien es ihre Sprache oder ihre Maße und Gewichte. "15.Feb.1903. Sehr geehrter Herr,- ich bin mit der Grammatik sehr zufrieden. .... Wir müssen hier eine Esperanto-Gesellschaft schaffen. Ich werde die Arbeit erledigen, wenn Sie die Menschen mit mir in Verbindung bringen. Ich arbeite auch hart für das "Metrische System", und es wird kommen. Ich lege Ihnen ein kleines Buch bei, das Sie sehr nützlich finden werden."
EXTRACT FROM THE STOCKHOLM LETTER. (AUSZUG AUS DEM STOCKHOLMER BRIEF.) Natürlich gibt es Esperantisten auch in den englischsprachigen Ländern. Dort ist es eine besondere Herausforderung, sich für eine gerechtere Verständigung auszusprechen. Hier ein Brief aus Stockholm. Der esperantosprachige Text wurde übrigens mit den korrekten Zeichen gedruckt (zumindest das Ĉĉ).
"Vi demandas min ĉu mi gratulos vin je viaj progresoj. Jes, certege! Ĉia progreso en la anglcparolantaj landoj estas argumento forte batante la skeptikulojn. Granda kaj gravega sukceso estas la aligo al esperanto de Henderson, la nialnova bonkonata mondlingvisto. En la oriento vidigas krepusko de nova tago, ne konsistanta cl horoj kaj minutoj, sed de pensoj kaj sentoj ni salutu gin. Vivu la nova tago.
Sie fragen mich, ob ich Ihnen zu Ihren Fortschritten gratulieren soll. Ja, ganz bestimmt! Alle Fortschritte in den englischsprachigen Ländern sind ein starkes Kampfargument gegen die Skeptiker. Ein großer und gewichtigster Erfolg ist die Anziehungskraft, die Herr Henderson, ein bekannter internationaler Fürsprecher der Sprache, auf Esperanto ausübt. Das Erscheinen im Osten ist der Anbruch eines neuen Tages, der nicht aus Stunden und Minuten besteht, sondern aus Gedanken und Gefühlen; lassen Sie uns ihn begrüßen. Lang lebe der neue Tag!"
Mr. Silvester Home as a Cyclist "Herr Silvester zu Hause als Radfahrer" In einem Artikel eines Silvester Horne wird über eine Aufführung von Jedermann in der Central Hall nachgedacht. "Die Musik ist eine universelle Sprache, viel populärer als Esperanto; und der Zentrale Saal, der sich inmitten einer kosmopolitischen Bevölkerung aller Nationalitäten befindet, wird die eine Art der Anziehungskraft nutzen, die nicht die Beherrschung der englischen Sprache voraussetzt."
ANOTHER OBJECTION. (EIN WEITERER EINWAND.) Wie jede Sprache wird auch Esperanto gepflegt. Dies tun ganz natürlich ihre Nutzer, begleitet durch Institutionen. "Private Gesellschaften können natürlich nicht anderen eine internationale Sprache aufzwingen; was gebraucht wird und wofür man sich arrangiert, ist ein großes internationales Gremium, das sich aus Politikern und Pädagogen aller Länder zusammensetzt, das, wenn es zu bestimmten Zeiten zusammenkommt, über das Wörterbuch der Sprache und die Aufnahme neuer Wörter entscheidet, so wie es die Französische Akademie bereits für die französische Nation tut; und das, ergänzt durch den Gebrauch des Phonographen, der über die Aussprache entscheidet, eifersüchtig über die Reinheit des ihnen auferlegten Auftrags wachen und die Einheitlichkeit gewährleisten würde."
The Game of Grab. "Schnapp-Spiel." In den jungen USA wollte man eine Unabhängigkeit von Europa erreichen. Die Monroe-Doktrin formulierte eine Existenz zweier politischer Sphären. Also auf der einen Seite die USA und auf der anderen Seite die europäischen Mächte, die sich nicht mehr mit ihrer Kolonialpolitik einmischen sollten. Inzwischen hat sie die Welt aber verändert und heute (2020) geht es eher um die Frage, wie weit die USA Einfluß auf andere Staaten, darunter Europa nehmen dürften.
(creativecommons.org/publicdomain)
"Uncle Sam (an die europäischen Mächte): "Schnappen Sie sich alles, was Sie zum Seufzen bringt, Gentlemen, aber treten Sie mir nicht auf die Füße."
ESPERANTO AND THE BLIND. (ESPERANTO UND DIE BLINDEN.) "Ich gebe Ihnen hier den Brief von Herrn Thilander, den ich im vergangenen Monat erwähnte. ...." "Deshalb war ich sehr froh, von "Volapük" zu hören. Ich begann, diese Sprache zu studieren, aber sie wurde sehr bald abgelehnt; ich hatte keine Zeit, mich mit einer Sprache zu beschäftigen, die ziemlich künstlich und ohne wirklichen Grund war. Ich studierte die französische und die lateinische Sprache, aber sie waren für die Blinden insgesamt zu schwierig. Dann erzählte mir jemand von der internationalen Sprache "Esperanto". Ich dachte, es handele sich um ein neues "Volapük", aber ich nahm davon keine Notiz, bis mir ein Freund ein Exemplar des Esperanto-Schwedisch-Wörterbuchs in Brailleschrift schickte und mich bat, es mir anzusehen. Dabei konnte ich es nicht lassen, auszurufen: "Aber Esperanto ist kaum eine künstliche Sprache. Ich habe vielleicht die internationale Sprache für Blinde gefunden, die ich gesucht habe". Es machte mich in wenigen Stunden zum Meister der Esperanto-Sprache, da ich bereits ein wenig Französisch und Englisch beherrschte." 
NEWS IN BRIEF. (NACHRICHTEN IN KÜRZE.) ESPERANTO AND COMMERCE. (ESPERANTO UND HANDEL.) A New Factor in the Federation of the World. (Ein neuer Faktor in der Föderation der Welt.) Tiffany Blake veröffentlichte in der Chicago Evening Post einen Artikel über das Handbuch für Esperanto von Herrn J. C. O'Connor. Blake nennt u.a. die Vorteile für den Handel. "Wenn Esperanto erst einmal im Handel akzeptiert ist, sind die Möglichkeiten des Esperanto, so scheint es, unbegrenzt. Wir träumen von einer "Föderation der Welt". Der Handel tut mehr, um diesen Traum zu verwirklichen, als die Politik es je tun wird. .... Es ist sogar denkbar, dass Esperanto auf der Flut einer anglo-amerikanischen Modeerscheinung zum Welterfolg gelangt." Am Ende versprechen sich die Händler vielleicht doch mehr davon, wenn alles bleibt wie es ist. Auch heute scheint es, als müsse jede Neuerung aus den USA kommen, um hier wahrgenommen und nachgeahmt zu werden. Der Anteil europäischer Esperantisten ist zwar hoch, aber das sieht die breite Öffentlichkeit kaum. Doch wie soll sich Europa weiterentwickeln (und die Welt), wenn es sich die nötigen Impulse nicht selbst gibt? Amerikanische Händler sind nicht nur Händler sondern eben auch Amerikaner.
Esperanto: The International Key Language. (Esperanto: Die internationale Schlüsselsprache.) TWO OBJECTIONS TO ESPERANTO. (ZWEI EINWÄNDE GEGEN ESPERANTO.) "Es wurde mehrfach festgestellt, dass Esperanto fehlerhaft ist, weil es für eine Schreibmaschine schwierig zu schreiben und unmöglich zu telegraphieren ist. Natürlich bezieht sich der Einwand vom Schreibmaschinenstandpunkt aus auf die Akzente, aber da die Hammond Typewriter Company ein spezielles Esperanto-Schiffchen mit einem vollständigen Satz von sowohl Englisch- als auch Esperanto-Kursen auf den Markt gebracht hat, können die akzentuierten Buchstaben zusammen mit dem Akzent auf einen Schlag in einer bewundernswert klaren Schrift geschrieben werden: damit ist ein weiterer der Einwände gegen Esperanto aus dem Weg geräumt. Was die telegraphischen Mitteilungen betrifft, so sind in letzter Zeit mehrere eingegangen. .... Die Musiker erkennen jetzt, dass Esperanto ein gutes Medium für Gesang ist. Dr. Zamenhofs "La Vojo", vertont von R. Deshays, ist aus Paris erhältlich ...." Da Esperanto weiterhin eher vernachlässigt wird, folgen die technischen Anpassungen etwas verzögert. Doch längst sind die frühen Schwierigkeiten bei der Zeichen-Darstellung an PC und den üblichen Geräten überwunden. Und wer möchte, kann sich heute Esperanto-Musik mit geringem Aufwand besorgen.
ESPERANTISTS IN LONDON. (ESPERANTISTEN IN LONDON.) planten ab Herbst eine Esperanto-Zeitschrift für die englischsprachigen Völker.
ESPERANTISTS AT HAVRE. (ESPERANTISTEN IN HAVRE.) Bei einem Treffen in Havre wurde Esperanto gelebt. "Esperanto war die verwendete Sprache, und es war seltsam zu hören, wie Engländer, Franzosen und andere bei diesen Zusammenkünften jedes Thema unter der Sonne diskutierten."
ESPERANTO AND PATRIOTISM. (ESPERANTO UND PATRIOTISMUS.) "Die schlimmste Bemerkung ist natürlich das Schweigen, .... und in diesem Schweigen verharrt die Gesamtheit der Bildungszeitschriften; damit zeigt sich ein Kontrast zu Frankreich, in dem die Sprachprofessoren die Hauptprofessoren sind. In England wird als Begründung angeführt, dass die Lehrer patriotisch sein müssen, und dass die internationale Sprache der Zukunft Englisch sein muss. Aber der Französischlehrer ist auch patriotisch .... aber da er voraussieht, dass früher oder später eine Schlüsselsprache kommen wird, handelt er weiser als wir ...."
THE NEW JOURNAL (DIE NEUE ZEITSCHRIFT.) Esperanto-Journale entstanden. "Die Lingva Internacia und die LEsperantiste sind von unschätzbarem Wert, aber es ist mehr vonnöten, .... Die erste Ausgabe wird im Oktober erscheinen, und das vorgeschlagene Abonnement beträgt 3s. pro Jahr. Die Zeitschrift wird wahrscheinlich Esperanto heißen."
NOTICES. (ANMERKUNGEN.) "Letzten Monat haben wir auf die Tatsache hingewiesen, dass die Hammond-Schreibmaschinen an Esperanto angepasst wurden. Wir freuen uns zu hören, dass sowohl die Remington- als auch die Yost-Maschinen in ähnlicher Weise angepasst worden sind."
A Chance for Esperanto. (Eine Chance für Esperanto.) Für Österreich-Ungarn wäre Esperanto interessant. Konflikte ließen sich besser lösen. "In einer solchen polyglotten Agglomeration von Nationen und Sprachen ist es unabdingbar, dass eine gemeinsame Sprache angenommen wird, und sei es auch nur für die Erteilung von Befehlswörtern, und da das Deutsche das Feld hält, wird es wahrscheinlich auch das Feld halten. Aber die magyarischen Extremisten sind sehr wütend. Kann nicht irgendein genialer Mensch dem Kaiser und den Ungarn vorschlagen, dass der einfachste Ausweg die Annahme von Esperanto sei? Diese neutrale Zunge von Cosmopolis hat keine Nationalität, sie ist leichter zu erlernen als Deutsch, und in einem einzigen Jahr würden Esperanto-Drillbücher und Taschenwörterbücher die Schwierigkeit lösen."
Esperanto: The International Key Language. (Esperanto: Die internationale Schlüsselsprache.) "Es ist jetzt erst ein Jahr her, dass wir den ersten Bericht über Esperanto in der Zeitschrift "Review" veröffentlicht haben, und ich denke, ein paar Worte zu seinem Fortschritt sind nicht fehl am Platz. Kurz bevor dieser Artikel geschrieben wurde, hatte ein bekannter Journalist erklärt, dass es in London niemanden gäbe, der auch nur das geringste Interesse an einem solchen Thema hätte. .... Auch wenn es unmöglich ist, sehr genaue Zahlenangaben zu machen, so haben doch mindestens zweitausend Menschen in Großbritannien im Laufe des Jahres Esperanto-Kenntnisse erworben; und in den meisten Fällen haben diejenigen, die mit dem Studium des Esperanto begonnen haben, es fortgesetzt, und selbst dort, wo ein geschäftiges Leben sie gezwungen hat, es beiseite zu schieben, ist es nur für eine gewisse Zeit gewesen."
PROGRESS ABROAD. (FORTSCHRITTE IM AUSLAND.) "Vor zwei Jahren zählten die ausländischen esperantistischen Gruppen neun, heute sind es mehr als hundert. Der französische Touring-Club berichtet über eine Untersuchung, die von der Gruppe aus Lyon mit Hilfe des adresaro eingeleitet wurde. .... Die Gesamtheit der Antworten bestätigt die Wahrheit der so häufig gemachten Aussagen, dass für diejenigen, die neben ihrer eigenen auch nur eine moderne Sprache oder Latein beherrschen, Esperanto nur ein Spiel ist, obwohl es für diejenigen, die außer ihrer Muttersprache keine andere Sprache beherrschen, sicherlich schwieriger zu erlernen ist."
ATTITUDE OF ENGLISH TEACHERS. (HALTUNG DER ENGLISCHLEHRER.) "Aus irgendeinem Grund hat die Bildungspresse bis zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Artikels merkwürdigerweise ein strenges Schweigen bewahrt. In anderen Ländern waren es die Lehrer, die die Bewegung ins Leben gerufen haben. Hier ist es genau das Gegenteil. .... Zwei einzelne Lehrer haben mir gesagt, dass sie Esperanto um des Gewissens willen ignorieren. Sie sind sicher, dass Englisch die Weltsprache sein wird, und sie wagen es nicht, das zu verhindern, .... Aber Esperanto ist nicht als Weltsprache gedacht, ...."
NOTICES. (ANMERKUNGEN.) / THE NEW JOURNAL. (DIE NEUE ZEITSCHRIFT.) Jetzt war die Zeit reif für eine britische Esperanto-Zeitschrift. "Die erste Nummer des Esperantisten wird etwa am 24. Oktober erscheinen." Esperanto- und Englischversion standen sich gegenüber. Eine kleine Zusammenfassung der Grammatik gehörte dazu, verschiedene Themen wurden angesprochen, auch Dr. Zamenhofs Hymne "Espero" war abgedruckt.
THE UNITED STATES OF EUROPE. (DIE VEREINIGTEN STAATEN VON EUROPA.)
In der Geschichte scheint manchmal ein Ziel sehr nah, doch oft kommt etwas dazwischen. Zum Beispiel zwei Weltkriege. "Angesichts der Führungen der Monarchen, der Parlamentarier und der Schiedsverträge sah die Sache der internationalen Union nie so rosig aus wie heute. .... Mrs. Emily Crawford verkündet es laut in der Dezemberausgabe der Fortnightly Review. Mrs. Crawford erklärt, dass Europa jetzt reif für eine Föderation sei, und sie deutet an, dass es ohne den Krieg von 1870 schon früher verwirklicht worden wäre."
THE INTERNATIONALISATION OF THOUGHT. (DIE INTERNATIONALISIERUNG DES DENKENS.) "Europa, so Frau Crawford, ist nicht halb so gespalten wie seine Staatsmänner:— Das europäische Bürgertum ist vereint im wissenschaftlichen Wissen und im Glauben. Sie haben eine fast identische Hochschul- und Universitätsausbildung erhalten. Ihre unterschiedlichen Patriotismen - diese Bemerkung möchte ich besonders hervorheben - sind von ähnlicher Qualität; ideal und historisch, ganz anders als der realistische Patriotismus der neueren Länder. Die Europäer werden immer kosmopolitischer; ein Franzose und ein Engländer sind sich ähnlicher als ihre Väter. Sie sind enger denn je durch Geschäftsbeziehungen miteinander verbunden und sehen einander auf ihren Urlaubsreisen. Sie lesen in allen Hauptstädten die Nachrichten des Tages, die per Telegraf aus ihrem eigenen Land gesendet wurden. .... Der Eisenbahnverkehr leidet unter den Staatsgrenzen, und die Aktionäre wären froh, wenn sie ausgelöscht würden. Die Belastung durch riesige Armeen und Marinen wird für alle Klassen unerträglich. ...."
THE COMING FEDERATION. (DIE KOMMENDE FÖDERATION.) "Meine Prognose für Europa lautet Föderation. .... Europa ist offenkundig dabei, sein Gleichgewicht wiederzufinden. .... Die Franzosen beginnen das Gefühl zu haben, dass sie zu gut für die raue Kolonialarbeit der Welt sind .... Die Amerikaner sollten sich nicht vorstellen, dass die Europäer ihre Untermenschen sind. Die Nationen der alten Welt sind gefesselt .... von der Uneinigkeit unter den europäischen Völkern, die große Armeen erforderlich macht. .... Die Emanzipation Europas vom militärischen Inkubus würde sein Genie befreien, ihm Flügel verleihen und es in ungeahnte Höhen schweben lassen. .... Nobel, dessen Friedenspreise die Bemühungen von Fréderic Passy und Ducommun belohnt haben, war ein Schwede. Er freute sich auf ein föderales Europa, hoffte aber nie darauf, es zu sehen. ...." Und wie so oft kann aus heutiger Sicht manche Aussage der Gesamttextes nicht mehr bestehen. Deutlich wird aber der Wunsch, eine bessere Welt zu erleben. Dies geht nicht ohne eigenes Handeln.
Esperanto: The International Key Language. "Esperanto: Die internationale Schlüsselsprache."
Der Nutzen für Blinde ist erkennbar. Braille-Literatur ist teuer in der Herstellung. Weltweiter Gebrauch wird über Esperanto beherrschbar. "Letzten Monat beharrte La Lumo darauf, dass Großbuchstaben am Anfang eines Satzes lästig seien; kurz bevor sie eine höchst interessante Diskussion über Ortsnamen begann. Ich darf hinzufügen, dass die Damen der Virina Klubo Progreso, Nr. 79, Rue St. Christophe, Montreal, Postkarten dankbar annehmen und zurückschicken werden." Interessant, daß sich diese kanadische Zeitschrift -la lumo.-, also -Das Licht- nannte.
VISITS. (BESUCHE.) Im Artikel werden Esperantoregeln besprochen. Wie man ordnend mit Sprachfragen umgeht, sollte auf Kongressen behandelt werden. "Für diese und all diese Fragen wird darauf hingewiesen, dass es kaum möglich wäre, dass Privatpersonen oder Regierungen autoritativ entscheiden. Es muss notwendigerweise einen internationalen Kongress geben, wie z.B. den Kongress der Elektriker, der 1881 über bestimmte strittige Themen autoritativ entscheidet. Ein solcher Kongress, der angemessene Vertreter aller europäischen Nationalitäten versammelt, wäre in der Lage, nicht nur über das Thema einer Hilfssprache zu entscheiden, sondern von Zeit zu Zeit auch Streitpunkte zu schlichten. Volapük scheiterte nicht nur an inhärenten Mängeln, sondern vor allem an den unterschiedlichen Bedürfnissen der verschiedenen Länder. Wer sich für die Idee eines Kongresses interessiert, sollte an M. Leau, 6, Rue Vavin, Paris, schreiben." In historisch kurzer Zeit wurde dies Realität.
A UNIVERSAL LANGUAGE. "EINE UNIVERSELLE SPRACHE." Hier wird ein französisches Buch vorgestellt, daß sich mit dem langen Weg hin zur praktikablen internationalen Sprache Esperanto beschäftigt.
DeepL.com/Translator hat sich als gute Hilfe beim Übersetzen herausgestellt

1904 the omnipotent kaiser. (der allmächtige Kaiser.)
Die Zeitschrift "The Review of Reviews" liegt in Archiven wohl oft als gebundene Halbjahresausgabe vor. Sicher auch irgendwo die Ausgabe von Anfang 1904. Im Netz fehlen manche Ausgaben. Doch hier steht vor allem ein groberer Überblick im Vordergrund, als Anregung für eigene Recherchen. Dazu gehört u.a. die Sicht auf die politische Situation in europäischen Staaten. "Die Zeitgenössische Zeitschrift für Juli enthält unter dem Titel "Persönliche Regierung in Deutschland" eine interessante Analyse des Wachstums der kaiserlichen Autorität in allen Abteilungen des nationalen Lebens. Der Kaiser, sagt der Schriftsteller, ist der einzige wirkliche Alleinherrscher in der Wüste:— Es gibt nur ein Land, in dem persönliche Herrschaft keine Fiktion ist - Deutschland; ein Mann, der nicht nur das legitime Titularoberhaupt seines Volkes und der Armee ist, sondern der eigentliche souveräne Herrscher von beiden - der deutsche Kaiser. .... kein moderner Herrscher ist so buchstäblich "Herr über alles, was er überblickt" wie der Kaiser Wilhelm II. von Deutschland. In keinem anderen europäischen Staat ist die Kontrolle über die Angelegenheiten, ob im In- oder Ausland, so vollständig einem einzigen Mann übertragen. In keinem anderen Land ist die Regierung im wahrsten Sinne des Wortes so persönlich, die Persönlichkeit des Herrschers so ausgeprägt oder so unantastbar; sein Wille zu regieren ist stärker oder seine Macht so absolut. DICTATOR IN EVERYTHING. (DIKTATOR IN ALLEM.) The Kaiser controls everything:— (Der Kaiser kontrolliert alles:—) .... Seine Majestät wendet sich persönlich gegen die sogenannte impressionistische Malerschule, gegen die morbide Tendenz der Dramen Gerhard Hauptmanns, gegen den Proletarismus Sudermanns, gegen dieses Buch oder jenes Buch, dieses Bild oder jenen Künstler - und Buch und Künstler sind verboten. Die "sezessionistische" Schule, der Kaiser hat es gesagt, leistet "Gossenarbeit". Die "Rinnsteinarbeiter" waren folglich von der Teilnahme an den deutschen Exponaten der St. Louis-Ausstellung ausgeschlossen. Hauptmann hat den alle drei Jahre vergebenen Schillerpreis, der ihm von der literarischen Expertenkommission fair und ehrlich zugesprochen wurde, noch nie erhalten, weil der Kaiser dies missbilligte. Seine Majestät bevorzugt prachtvolle allegorische Statuen, eine Architektur, die man als "Hohenzollernstil" bezeichnen könnte, .... eine besondere Sichtweise - ....  in Bezug auf die Kunst dieses Mannes oder die Ideen jenes Mannes - und es genügt; der Kaiser hat seinen Willen. Die Deutschen, sagt der Schriftsteller, haben nichts dagegen, denn sie lassen sich gerne mit der geballten Faust regieren. Aber jede Initiative in der Nation wird erstickt. "Das Ergebnis ist der Triumph der Mittelmäßigkeit. Mächtige Intellekte, mächtige Talente, mächtige Persönlichkeiten, Genie, können nicht an der Seite eines Kaisers existieren, der allen zum Verhängnis wird."
ESPERANTO. "Es ist sechs Uhr an einem angenehmen Sommertag. Die Stadt hat bereits den Laden geschlossen, und Männer und Frauen eilen zu ihren Häusern in den Vororten, aber eine kleine Menschenmenge eilt in die Bishopsgate Street Within, und bei Nr. 5, dem Club Café, hält man in dem angenehmen kleinen Raum mit seinen Sofalounges und kleinen Teetischen. Obwohl die Stunde gerade erst geschlagen hat, gibt es ein angenehmes Geräuschgewirr, und jeder Fremde, der hereinkommt, würde denken:
"Was in aller Welt sagen sie?" denn die Sprache ist nicht Englisch, obwohl die meisten Stimmen es sind, sondern Esperanto. Die Londoner Mitglieder des Esperanto-Clubs trinken eine gesellige Tasse Tee und jeder Neuankömmling wird mit einem Willkommensgruß empfangen, wie z.B. "Mi plezuras vidi vin," oder "Ho! vi alkondukas amikoj, kiel vi estas bone". Nach dem Tee und dem Gespräch begeben sich die Freunde in die Gracechurch Street 100, wo ihnen die Remington Typewriter Company einen Raum zur Verfügung gestellt hat und wo wunderbare Pläne geschmiedet und Geschäftspläne studiert werden, die die Esperanto-Kenntnisse weit und breit tragen können. Natürlich ist das Club Café für alle offen, und wenn Sie am Montagabend um sechs Uhr Esperantisten treffen möchten, werden Sie dort eine große Anzahl von ihnen finden. ...."
JOHN BULL'S DANGER. (JOHN BULLS GEFAHR. Nr.37. Bestandteil "Review of Reviews" Juli 1904) Das Jahr 2020 bietet viele Nachrichten. Der Terror winkt aus einer vergangen geglaubten Zeit, eine Pandemie fordert weltweit viele Opfer und so mancher Diktator erhält durch ein Virus Konkurrenz. Und Großbritannien verläßt die Europäische Union. Die öffentliche Meinung in den europäischen Gesellschaften folgt dem Glauben, das reale Europa wäre als eine Konsequenz nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges entstanden, wie aus dem Nichts. Oft wird diese sicher unvollkommene und unfertige EU eher abgelehnt oder deren Sinn in Zweifel gezogen. Für Großbritannien waren die Zweifel groß genug. Doch darin liegt Tradition. Hier kann man sich einen Eindruck verschaffen. "In der Diskussion über die Frage, ob wir Englands kontinuierlichen Wohlstand mit Zuversicht vorhersagen können, sagt der Autor, dass England, nachdem es einst geographisch und politisch eine Insel war, nun eine politische Halbinsel ist. Sie kann nicht länger die Rolle des Schiedsrichters spielen und sich nicht mehr von europäischen Streitigkeiten fernhalten. Sie kann jetzt nicht mehr, selbst wenn sie es wäre, herrlich isoliert sein. Sie muss mit einer Kontinentalmacht verbündet sein, und gerade ihr Imperialismus ist ein Hindernis für ein solches Bündnis:— Aber der britische Imperialismus wird sehr große Nachteile überwinden müssen, .... THE KING AGAINST JINGOISM. (DER KÖNIG GEGEN DEN JINGOISMUS.) .... Wir mögen unsere Position beibehalten und festigen, aber Dr. Reich scheint nicht zu glauben, dass wir mehr als das erreichen werden. Wir werden nicht mehr als jede andere Nation zu einem allgemeinen Zivilisationsmodell werden, und Englisch wird wahrscheinlich nicht im Geringsten jemals die Weltsprache werden." Alles hat seine Zeit. Englisch erlangte eine gewisse Macht, aber nicht weil man es in Großbritannien spricht, genausowenig wird Halloween in Europa nachgeahmt, weil die Wurzeln in Irland liegen.
UNCLE SAM NO GOOD ! (ONKEL SAM NICHT GUT!) ""Vielleicht", sagt Dr. Reich, "abgesehen von der zufälligen Identität der Sprache, sind keine zwei Nationen so absolut und unversöhnlich unähnlich wie die Amerikaner und die Engländer", und die Idee einer zukünftigen Amerikanisierung Europas, geschweige denn der Welt, hält er für phantastisch und absurd:— Es ist schwierig für den Europäer, sich ausreichend in die amerikanische Geisteshaltung hineinzuversetzen, eine Vorstellung davon zu haben, was die wirkliche amerikanische Geisteshaltung gegenüber Europa ist. Der Amerikaner schaut auf die europäischen Großmächte sehr ähnlich wie wir Europäer auf die kleinen Staaten der Halbinsel Balkan. Er kann sich nicht vorstellen, dass Europa, wenn es nicht zu einer Art Vereinigten Europäischen Staaten zusammengeschlossen ist, in der Lage sein sollte, den amerikanischen Angriffen Widerstand zu leisten. Er hat keine Ahnung von der Individualität und damit der Vitalität jedes Landes des modernen Europas, noch weniger sieht er, dass diese Individualisierung der verschiedenen Teile Europas ein zunehmendes und nicht ein abnehmendes Phänomen ist und dass Europa dadurch nur an Stärke zunimmt. Wir können nicht leugnen, dass uns eine eingehende Studie der amerikanischen Geschichte und der amerikanischen Institutionen mit weit größeren Befürchtungen hinsichtlich einer gesunden Entwicklung Amerikas in der Zukunft erfüllt als mit einer Angst um die Geschicke Europas. Der Weg Amerikas ist übersät mit Stolpersteinen, deren Umgehung oder Überwindung seinen größten Einfallsreichtum erfordern wird."
ESPERANTO. "Einige Esperantisten hatten ein komisches Erlebnis. Drei von ihnen unterhielten sich eifrig und tauschten, wie es ihre Gewohnheit ist, während der täglichen Zugfahrt ihre Notizen aus, da sie darauf bedacht waren, sich fließend zu unterhalten. Ein Mitreisender, der gegenüber saß, lauschte eine Zeit lang den unbekannten Geräuschen, und schließlich rief er mit entrüstetem Blick aus: "Diese elenden Ausländer sollte man erschießen." Die Geschichte handelt von einem Stück mit dem des Franzosen, der, als er hörte, dass Englisch gelernt werden müsse, ausrief: "Wie dumm doch die Menschen sind. Wenn Gott dachte, Französisch sei gut genug, um die Bibel zu schreiben, dann ist es sicher gut genug, dass es alle Menschen sprechen können". ...."
Esperanto: The Next Step. (Esperanto: Der nächste Schritt.) "Die Zeit ist reif für eine universelle Schlüsselsprache, die alle anderen Sprachen ergänzt. .... Ein immenser Vorteil, den Esperanto gegenüber jeder anderen Sprache besitzt, ist, dass niemand, der es zu sprechen beginnt, das Gefühl hat, er wagt sich an die Muttersprache der Menschen, an die er sich wendet." BUSINESS. (UNTERNEHMEN.) "Es besteht wenig Diskussionsbedarf. Wir Engländer lieben es nicht, Sprachen zu lernen, und deshalb verlieren wir in der Geschäftswelt, anstatt zu gewinnen. Was Esperanto betrifft, so ist es eine sehr merkwürdige Tatsache, dass in Frankreich, Russland usw. sein Hauptfortschritt bei Pädagogen, Schulprofessoren usw. zu verzeichnen ist, die seine ideale Seite sehen, während in England die Geschäftsleute und Wissenschaftler seine großen Vorteile voraussehen und in unseren großen Städten dafür eintreten." WHAT WE CAN DO. (WAS WIR TUN KÖNNEN.) "Die Bewegung schreitet kontinuierlich voran, und jetzt ist die Zeit gekommen, in der die Esperantisten Großbritanniens und Irlands ihre Kräfte bündeln und ein zentrales Gremium bilden müssen, mit Gruppen in jeder Stadt als angeschlossene Mitglieder."
THE WORLD-MOVEMENT TOWARDS PEACE. (DIE WELTBEWEGUNG FÜR DEN FRIEDEN.) "Herr Walter Wellman trägt zur "American Review of Reviews" bei, .... Er beschreibt, dass die herrschenden Völker den Krieg mehr und mehr als Barbarei und Anachronismus betrachten." Und er bennent die AGENDA FOR THE HAGUE. (TAGESORDNUNG FÜR DEN HAAG.) "Ein Übereinkommen über die Gesetze und Gebräuche des Krieges an Land; Anpassung der "Grundsätze der Genfer Konvention" an den Seekrieg; das Verbot des Werfens von Geschossen aus Ballons, des Gebrauchs von Geschossen, ...." undsoweiter. Den guten Willen gibt es zu allen Zeiten.
ESPERANTO. ".... die Schulwelt für November enthält einen Artikel, in dem der Schriftsteller Paul Mathews sagt: "Eine Sprache wie Esperanto, so einfach, so leicht, so logisch, besitzt einen großen erzieherischen Wert und kann mit Vorteil .... als Unterrichtsfach in den Schullehrplan aufgenommen werden. Er fährt fort: "Für eine grosse Zahl von Schülern in unseren Schulen sind Latein, Französisch und Deutsch Fächer, die einen sehr geringen praktischen Wert zu haben scheinen. Wenn diese Fächer durch Esperanto ersetzt werden (in den unteren Fächern, in denen mit den Sprachen begonnen wird), ergibt sich eine Zeitersparnis (denn Esperanto erfordert nicht so viel wie die beiden Fächer), und auf dem Stundenplan wird mehr Platz für andere Fächer zur Verfügung stehen, für die wegen der Vielzahl der Anforderungen derzeit nicht genügend Zeit zur Verfügung steht. Esperanto ist in mindestens einer englischen Schule als Unterrichtsfach angenommen worden, und der Lehrer spricht begeistert von dem Interesse, das seine Wortbildungseinrichtungen bei den Schülern wecken. Darüber hinaus kann man mit Überzeugung behaupten, dass jemand, der einen Esperanto-Kurs absolviert hat, besser in der Lage sein wird, Fortschritte in Latein oder einer modernen Sprache zu machen als Schüler, die diesen Vorteil nicht hatten. ...." Bis heute (2020) wird die wissenschaftlich bestätigte propädeutische Wirkung eines vorangestellten Esperantounterrichts von den Verantwortlichen verdrängt oder mit Scheinargumenten abgewiesen.

1905 ESPERANTO. "Als ich in der "Educational Times" eine Rede von Prof. J. McFadyen über den Wert der lateinischen Sprache als erzieherische Kraft las, fand ich folgende Worte:— Latein ist eine geistige Disziplin höchsten Ranges, man kann erst dann mit der Übersetzung vom Englischen ins Lateinische beginnen, wenn man den Gedanken, den man auszudrücken hat, perfekt und klar beherrscht. .... Jedes Wort dieses Zitats ist auf Esperanto ebenso absolut zutreffend wie auf Latein; und so werden wir mit einer Tatsache konfrontiert, die manchmal vernachlässigt wird. Für den Esperanto-Anfänger ist die Seite des Esperanto, die ihn unwiderstehlich anzieht, die Leichtigkeit, mit der seine Prinzipien, Grundregeln und die synthetische Wortschöpfung erfasst werden können. Alles, was über diese Fähigkeit gesagt wird, ist absolut wahr. Sie können innerhalb weniger Stunden Bücher und Briefe lesen: aber wenn Sie anfangen, Esperanto zu schreiben, denken Sie, Sie müssen denken, denn auf Esperanto, wie auf Latein, müssen Sie klar denken, bevor Sie sich klar ausdrücken können. ...."
ESPERANTO. BREVITIES. "Die Abhandlung von Herrn Bardlyli hat viele amüsante Kommentare hervorgerufen. In der Chronique de Londres ruft M. Hamonet alle Franzosen auf, sich mit ihm zu versammeln und dabei zu helfen, "diese machiavellianische Esperanto-Verschwörung abzuwehren - deren einziges Ziel es ist, jene französische Sprache zu zerstören, die der höchste Ausdruck der Zivilisation ist". In seiner Antwort weist M. Hugon zu Recht darauf hin, dass es ein Fehler ist, Shakespeare und Schiller Charme zuzutrauen, weil sie nationale Gefühle ausdrücken. Die großen Schriftsteller sind so angesehen, weil sie die Gefühle einer weltweiten Menschheit zum Ausdruck bringen und nicht nur die einer besonderen Nationalität. Die Friedensgesellschaften sind sich jedenfalls bewusst, dass eine internationale Sprache von Wert ist. Auf Seite 302 des Berichts des letzten Weltkongresses wird die Frage an das Berner Büro mit Handlungsvollmacht verwiesen ...."
A PLEA FOR AN ANGLO-FRENCH ALLIANCE. (EIN PLÄDOYER FÜR EIN ANGLO-FRANZÖSISCHES BÜNDNIS.) "Im 19. Jahrhundert diskutiert Herr O. Eltzbacher über die Machtverhältnisse in Europa. Er behauptet, wenn der Kontinent von einer Macht beherrscht wird, werde Großbritannien seine Freiheit verlieren. Die Erhaltung des Machtgleichgewichts in Europa ist für Großbritannien wichtiger als die Monroe-Doktrin für die Vereinigten Staaten. Unsere Sicherheit, so argumentiert er, liegt bei den schwächeren Mächten Europas, und es ist unsere Politik, der Maxime zu folgen: "Unterstütze immer die schwächere Macht oder die schwächeren Mächte Europas gegenüber den stärkeren". .... Zur Erhaltung des Status quo in Europa und zur Wahrung des Friedens ist eine anglo-französische Verständigung gut, aber eine anglo-französische Allianz wäre besser. .... "
ESPERANTO. #ErsterEsperantoWeltkongreß "Die Vorbereitungen für den großen Kongress in Boulogne am 1. August gehen zügig voran, aber M. Michaux, der mit Korrespondenz überhäuft wird, würde sehr gerne die nationalen Anfragen zentralisieren, und Herr C. Reeve, 40, Crofton Road, Camberwell, hat eingewilligt, alle britischen Anfragen nach Eintrittskarten und Zimmern entgegenzunehmen und weiterzuleiten. Die Eintrittskarten für all die verschiedenen Diskussionen usw. für die zehn Tage werden 2s 6d betragen; mit dem vollständig beschreibenden "Guide to the Congress " (der Porträts, Stadtplan, Hotels, Unterkünfte, usw., usw. enthalten wird) fünf Franken. Die Eintrittskarten und der Führer werden hoffentlich in der ersten Juliwoche fertig sein, doch können die Anträge sofort eingereicht werden, da es wünschenswert ist, die Anzahl der benötigten Eintrittskarten und Führer zu schätzen."
THE HAGUE THE CAPITAL OF THE WORLD. (DEN HAAG DIE HAUPTSTADT DER WELT.) "James F. Barnett drängt die Vereinigten Staaten, das berühmte Haus De Witt, das so genannt wird, weil es unmittelbar vor der Ermordung der Brüder De Witt ihr Zuhause war, für ihre Gesandtschaft in Den Haag zu kaufen. Es wird als ein geräumiges Haus mit fünfundzwanzig Zimmern beschrieben, das sich für diesen Zweck in der besten und günstigsten Lage der Stadt befindet. Die Innenausstattung wird als in schöner alter Eiche ausgeführt beschrieben. .... "
Languages and Letter-writing, (Sprachen und Briefeschreiben,) DR. ZAMENHOF AND THE ESPERANTO CONGRESS. (DR. ZAMENHOF UND DER ESPERANTO-KONGRESS.) #ErsterEsperantoWeltkongreß
"Der Doktor hat soeben einen Brief verschickt, der in gewisser Weise als offiziell angesehen werden kann. Viele haben von dem großen internationalen Kongress gehört, der vom 3. bis zum 15. August in Boulogne stattfinden wird. Ein erwartetes Ergebnis ist die Bildung eines Zentralkomitees für die Kontrolle der mit der Sprache verbundenen Angelegenheiten. Wenn das gegenwärtige Fortschrittstempo beibehalten wird, kann unmöglich ein einziger Mann weiterhin die vielfältigen Angelegenheiten regeln, die sich unaufhörlich ergeben, und es muss daran erinnert werden, dass wahrscheinlich jeder Esperantist, sogar der Arzt selbst, sich erst dann um diese Angelegenheiten kümmern kann, wenn die Broterwerbsarbeit des Tages beendet ist. .... Seit langem hat er erkannt, dass die Ernennung eines Zentralausschusses eine Notwendigkeit ist. .... "
LITERATUR "Unser Bestand wird ständig erweitert. .... Es ist gesagt worden, dass Esperanto-Literatur ein Original und niemals eine Übersetzung sein sollte. Aber Jules Verne starb, bevor er mehr tun konnte als planen (er war Präsident der Amiens-Gruppe), und außer Dr. Zamenhof selbst haben wir bisher nur wenige prominente Autoren in unseren Reihen. Diese werden noch kommen. In der Zwischenzeit haben wir die Schätze der Welt zu übersetzen, .... "
NOTICES. (ANMERKUNGEN.) Auf dem Internationalen Lithographenkongress in Mailand im vergangenen Jahr wurde beschlossen: "Der Fünfte Internationale Lithographenkongress wünscht, dass in allen Sektionen der verschiedenen nationalen Verbände eine aktive Propaganda für die Verbreitung der internationalen Sprache Esperanto betrieben wird, damit sich die Arbeiter auf der ganzen Welt ohne die Hilfe von Dolmetschern verständigen können". Britische Esperantisten, die die Hoffnung haben, an dem Kongress in Boulogne teilnehmen zu können, werden gebeten, der Vereinigung ihren Wunsch mitzuteilen. Die üblichen Tarife von London nach Boulogne betragen für den Bankfeiertag im August 10s. 6d. mit Rückfahrt. .... "
The Tower of Babel : More Languages in Austria-Hungary. (Der Turmbau zu Babel: Mehr Sprachen in Österreich-Ungarn.) In den europäischen Reichen krieselte es. "Die Ungarn haben bereits in der Armee auf ihre eigene Sprache bestanden. Jetzt beharren die Kroaten auf ihrer. Es fängt an, Sprachen zu regnen." Manche fordern "die Notwendigkeit einer Vereinbarung, eines Bündnisses mit Russland .... und sei es auch nur, um an den Ostgrenzen Deutschlands das für das Gleichgewicht der Kräfte unerlässliche Gegengewicht wieder herzustellen."
The Progress of Esperanto. The Progress of the World. (Der Fortschritt des Esperanto. Der Fortschritt der Welt.) #ErsterEsperantoWeltkongreß "Eine bequeme Schlüsselsprache für die Menschheit. Nächsten August trifft sich eine Konferenz von Esperantisten aus allen Ländern in Boulogne, um den Erfinder des Esperanto, Dr. Zamenhof aus Warschau, zu begrüßen. Es ist leicht, über Esperanto zu spotten, vor allem, wenn man es nie gelernt hat, und es ist ganz natürlich, dass die Briten auf der Insel behaupten, dass Englisch die Sprache des Planeten sein sollte. Aber jeder, der jemals die Erfahrung gemacht hat, wie schwierig es ist, eine wirklich internationale Konferenz abzuhalten, muss mit Hochachtung und Dankbarkeit das Genie betrachten, dem es gelungen ist, eine rein künstliche, absolut logische und konsistente Schlüsselsprache zu entwerfen, die es Männern aller Sprachen ermöglicht, sich problemlos in einer Lingua franca miteinander zu unterhalten. Es sind viele Versuche unternommen worden, eine Schlüsselsprache zu konstruieren. Keiner von ihnen hat auch nur annähernd den Erfolg von Dr. Zamenhof erreicht, weder bei der Rahmung der Sprache auf einfachsten Linien noch bei der Sicherstellung ihrer Übernahme durch so viele lebende Völker. Die Konferenz in Boulogne, die eine Woche dauern wird und am 5. August beginnt, verspricht eine der interessantesten internationalen Konferenzen des Jahres zu werden. Ich hoffe, dass ich dort sein werde, und freue mich darauf, so viele meiner Freunde wie möglich zu sehen."
WANTED, A GREAT ANTI-GERMAN LEAGUE. (ERWÜNSCHT, EINE GROßE ANTIDEUTSCHE LIGA.)
Konflikte innerhalb Europas, welche später in den ersten Weltkrieg mündeten, wurden offensichtlich. "Das Problem für England ist daher, wie kann es die gefährlichen Tendenzen Wilhelms II. eindämmen?— An erster Stelle stehen die Partner Preußens im Deutschen Reich, wie Sachsen und Bayern, und an zweiter Stelle die Verbündeten Deutschlands im Dreierbund, nämlich Kaiser Franz Joseph und der König von Italien. Werden sie nicht eingreifen und Europa vor der Potsdamer Gefahr retten, die eine unendlich größere Bedrohung für das Wohlergehen der zivilisierten Welt darstellt .... ? .... Wenn es in Europa eine konstruktive Staatskunst gibt, dann sollten wir die Bildung eines großen Friedensbundes erleben, der all jene Nationen umfasst, die nicht nach den Gütern ihres Nachbarn verlangen. Die Krise verlangt nach einer Kombination. Vielleicht ist Frankreich heute an der Reihe, aber morgen sind wir an der Reihe. Jede Hauptstadt in Europa, von Christiania bis Den Haag, von Den Haag bis Madrid, von Madrid bis Budapest und von Budapest bis St. Petersburg, ist gemeinsam und einzeln daran interessiert, die verschlingenden Ambitionen, die in Potsdam im Mittelpunkt stehen, zu überwachen. .... Es ist offensichtlich, dass der große rote Drache der Apokalypse kein anderer als das Deutsche Reich sein kann." Die Frage, wer am Ersten Weltkrieg Schuld hatte, läßt sich nicht so einfach mit einem einzigen Schuldigen beantworten. Alle Nationalstaaten waren sehr auf sich fixiert. Die einen koloniserten die Welt, andere waren in Reiche integriert, welche nicht wirklich ihre waren. Und dazwischen Deutschland, das sich besonders benachteiligt fühlte. Zu jenen, die keinen eigenständigen Staat auf den Landkarten vorweisen konnten, gehörten die Polen."
THE RUSSIAN POLES OF TO DAY. Their Grievances and their Hopes. (DIE RUSSISCHEN POLEN VON HEUTE. Ihre Klagen und ihre Hoffnungen.) "Herr David Bell Macgowan trägt zum Juli-Jahrhundert einen sehr interessanten Bericht über das russische Polen in seiner heutigen Form bei. Er nennt seinen Artikel "Die Zukunft Polens", aber wichtiger ist, was darin über den "gegenwärtigen Zustand des Landes" gesagt wird. Er zitiert die folgende Aussage des polnischen Verfahrens gegen Russland aus dem Mund eines professionellen Mannes, der ein einflussreiches Mitglied der Nationalen Demokratie ist."
THE GRIEVANCES OF THE POLES. (DIE KLAGEN DER POLEN.) "Warum sollten die Polen loyal sein? fragte er:- Obwohl wir nur ein Zwölftel der Bevölkerung des Reiches ausmachen, versorgen wir heute, im Dezember 1904, vierzig Prozent der Truppen in der Mandschurei. Unsere Grundsteuern sind achtmal so hoch wie in Russland. Der Eisenbahntarif für Getreide beträgt fünfundsiebzig Kopeken von Odessa bis Warschau, zweiundneunzig Kopeken von Lublin, einer polnischen Stadt an derselben Eisenbahnlinie, und nur ein Fünftel bis Odessa. .... "
WHAT THE POLES WANT. (WAS DIE POLEN WOLLEN.) "Die Nationale Demokratie weigert sich, die Verpflichtungen der dreigliedrigen Loyalität anzuerkennen. Wir wollen zukünftige Unabhängigkeit, wie Ungarn. Für die Gegenwart fordern wir die Anerkennung rationaler Rechte, während wir im Russischen Reich bleiben. Dies ist das Programm der übergroßen Mehrheit des polnischen Volkes. Die Nationale Demokratie ist das wichtigste Organ für die Unterweisung des Volkes, insbesondere der Bauern und Handwerker, in der Geschichtsgeographie. Sie verbreitet eine immense Anzahl von Zeitungen, die in Galicien gedruckt werden. Es gibt spezielle Organe für die gebildeten Klassen, die Bauern, die Schulkinder. .... "
WHAT THE POLES ASK FOR. (WAS DIE POLEN VERLANGEN.) "Letztes Jahr wurden die Polen aufgefordert, anzugeben, was sie von der Regierung Russlands erhalten sollen:— ....
1. Die Verwendung der polnischen Sprache in den Schulen, an den Höfen und in den öffentlichen Ämtern.
2. Die Ernennung von Polen in allen öffentlichen Ämtern.
3. Selbstverwaltung auf Wahlbasis in Stadt und Land, ....
4. Gewissensfreiheit. ....
Die Forderungen der litauischen Polen, die etwa zur gleichen Zeit in Petitionen an Fürst Mirsky gestellt wurden, betrafen daher die Rechte einer Minderheitsbevölkerung. Sie bitten darum, Polnisch frei sprechen zu dürfen, auf Privatkosten Schulen in polnischer Sprache zu halten, ihren Gottesdienst frei von Belästigung zu verrichten sowie Land zu besitzen und Geschäfte zu den gleichen Bedingungen wie andere russische Untertanen zu betreiben. Mit anderen Worten, sie fordern die gleichen Privilegien, die deutsche Untertanen und Bewohner des Reiches bereits frei genießen."
WHAT HAS BEEN GIVEN THEM ? (WAS HAT MAN IHNEN GEGEBEN?) "Der Herausgeber des Jahrhunderts fügt dem Artikel von Herrn Macgowan die folgende Notiz bei:— Da der obige Artikel der Presse zur Verfügung gestellt wurde, hat der Zar in einem Reskript vom 16.(?) Mai 1905, viele der restriktiven Verordnungen, unter denen Polen gelitten hat, aufgehoben. Es wird die Erlaubnis erteilt, die polnische und litauische Sprache in den Grund- und Mittelschulen einzuführen; die Versammlungen der polnischen Adligen werden wieder eingerichtet; der Landkauf durch katholische Bauern ist erlaubt; und diese Maßnahmen, so versteht sich, sind von der örtlichen Selbstverwaltung durch den Zemstvo zu befolgen. Sollten diese Reformen in Kraft gesetzt werden, wird das Ergebnis eine völlige Umkehr der russischen Politik in Polen bedeuten."
PROGRESS OF ESPERANTO. (FORTSCHRITTE VON ESPERANTO.) .... Dr. Zamenhof selbst wird natürlich in Boulogne sein. ....
"DER ERSTE ESPERANTO-WELTKONGRESS" #ErsterEsperantoWeltkongreß ESPERANTO. In unserer Juli-Nummer enthielt "Progress" eine Mitteilung über den Kongress von Boulogne (der noch vor Erscheinen dieser Nummer abgeschlossen sein wird). Diese wurde ins Esperanto übersetzt, und da unsere Korrespondenten oft um ein Sprachexemplar bitten, gebe ich den Auszug aus der Boulogne Times vom 20. Juli wieder. Die Juli-Rundschau wird natürlich den Schlüssel liefern:— La Progresado de Esperanto.
Dum kiam regnestaro en la mondo sin konstante okupas pri la preparado de la milito, la idealistoj, kiuj tamen konservas por revo al paco, daurigadas sian laboradon en la mallumeco. .... "Werden unsere Leser, anstatt sich empört von dem obigen Absatz abzuwenden oder sich über ihn lustig zu machen, einen Moment innehalten und darüber nachdenken, ob es für Einheimische aus mindestens sechzig Ländern, die sich die Mühe gemacht haben, eine Woche lang Esperanto zu lernen, verständlich ist, ob nicht nur die Gelehrten, sondern auch das einfache Volk es lernen kann, und darüber nachdenken, dass ein in dieser Sprache herausgegebenes Manifest ein ungeheures Instrument für den Mann sein wird, der etwas über die Tendenz unserer Zeit zu gemeinsamen Anstrengungen für jede große Sache weiß.

I.— DR. ZAMENHOF, THE AUTHOR OF ESPERANTO. (DR. ZAMENHOF, DER AUTOR VON ESPERANTO.)
I.— ESPERANTO TO THE RESCUE. (ESPERANTO ZUR RETTUNG.)
II.— THE INVENTOR OF ESPERANTO. (DER ERFINDER DES ESPERANTO.)
III. — THE KEY-LANGUAGE OF THE WORLD. (DIE SCHLÜSSELSPRACHE DER WELT.)
IV.— THE INTERNATIONAL CONGRESS. (DER INTERNATIONALE KONGRESS.)
Ein Interview mit Zamenhof
I.— DR. ZAMENHOF, THE AUTHOR OF ESPERANTO. (DR. ZAMENHOF, DER AUTOR VON ESPERANTO.)
I.— ESPERANTO TO THE RESCUE. (ESPERANTO ZUR RETTUNG.)
"Erklären Sie mir, Herr Dr. Zamenhof", sagte ich zu dem bescheidenen Erfinder der neuen Schlüsselsprache der Welt, "sind Sie bereit, sind Sie bereit, den Versuch zu unternehmen, Österreich-Ungarn vor dem Ruin zu retten?"
"Wie?"sagte Dr. Zamenhof in einem Interview. Die Idee schien ihn nicht zu erschrecken, nicht einmal grotesk genug, um ein Lächeln zu provozieren. Für Esperantisten sind alle Dinge möglich. Dr. Zamenhof wartete geduldig auf eine Erklärung.
"Ich glaube, Sie können es schaffen", sagte ich. "Wenn Sie es nicht tun können, kann es niemand tun. Sie wissen natürlich, dass der Fels, an dem der Doppelstaat, das Imperium-Königreich, zerbricht, die Sprachenfrage ist. Die Magyaren rebellieren gegen die Verwendung des Deutschen als Militärsprache, in der das Befehlswort in der ungarischen Armee gegeben wird. Es ist Deutsch gewesen, und der Kaiser besteht darauf, dass es bis zum Ende der Zeit Deutsch bleiben muss. Die Ungarn schwören, dass ihre Soldaten von nun an kein deutsches Wort mehr verstehen werden. Sie müssen in Magyar oder gar nicht herumkommandiert werden. Die Dinge sind in einer Sackgasse. Und gegenwärtig geht es am menschlichen Verstand vorbei, sich einen Ausweg aus der Sackgasse auszudenken."
"Stimmt", sagte Dr. Zamenhof, "und es gibt keinen Ausweg. Sie werden sich trennen."
"Es sei denn," rief ich aus, "Sie kommen mit Esperanto zur Rettung. Es ist die letzte Hoffnung des großen mitteleuropäischen Reiches - des Königreiches. Die beiden Völkerschaften werden sich niemals darauf einigen, die Sprache des jeweils anderen als Verkehrssprache der Armee zu übernehmen. Die Deutschen behaupten, dass die Ersetzung der Magyaren in der Befehlsgewalt nur das Verlassen der Hoheitsgewässer bedeuten würde. Andere Nationalitäten würden dasselbe Privileg beanspruchen, und wir sollten anstelle einer Armee eine polyglotte Anarchie haben.
Wenn der Staat nicht zusammenbrechen soll, muss es eine einheitliche Sprache geben, in der alle Kommandowörter gegeben werden können. Das ist eine conditio sine qua non Nummer eins. Und diese Sprache muss eine Sprache sein, die keine nationalen oder rassischen Feindseligkeiten hervorruft. Deutsch ist das Symbol der Aszendenz. Ungarisch ist das Zeichen der sprachlichen Anarchie. Es scheint mir, in nüchternem Ernst gesprochen, dass in Esperanto, und nur in Esperanto, die einzige Hoffnung liegt, das österreichische Kaiserreich vor dem Zerfall zu retten. Esperanto erregt keine Vorurteile. Es ist das Symbol für keine Rassenherrschaft. Seine Annahme würde den Schrecken des sprachlichen Chaos für immer abwenden. Esperanto würde sofort die Einheit der militärischen Kommandowörter sichern und alle Befürworter der Desintegration entwaffnen, indem es einen einfachen, offensichtlichen, funktionierenden Kompromiss bietet, bei dem - durch die einheitlichen Notwendigkeiten der königlichen und kaiserlichen Armee mit den sensiblen, die die Eifersüchteleien aller verschiedenen Volksgruppen besitzenden Autoritäten der Habsburger moniert werden könnten".
Dr. Zamenhof schüttelte den Kopf. "Es wäre vielleicht machbar, sagte er, "wenn die Magyaren mit etwas anderem als ihrer eigenen Sprache zufrieden wären. Sie wollen nicht nur die deutsche Sprache ablegen, sondern die ungarische Sprache aufwerten. Esperanto könnte ihnen vielleicht Deutsch nehmen*, aber es würde ihr Streben nach der Etablierung des Ungarischen nicht befriedigen. Ich weiß, wie intensiv der Kampf um die Sprache ist. Habe ich es in Polen nicht gesehen? Nichts weniger als die Akzeptanz der eigenen Sprache befriedigt die revoltierende Nationalität".
Ich war widerwillig gezwungen, zuzugeben, dass der Doktor vielleicht Recht haben könnte. Sprache ist wie die Flagge. Sie ist ein Symbol, ein Sammlungspunkt. Das Oiflarnme der kämpfenden Nationalitäten ist ihre Sprache. Die Wiederbelebung des Bulgarischen ging der Befreiung Bulgariens voraus. Die Wiederbelebung der fast vergessenen irischen Sprache ist das bemerkenswerteste Zeichen der keltischen Wiederbelebung in Irland.
Wenn eine Nationalität beginnt, ihr Recht auf eine unabhängige Existenz geltend zu machen, besinnt sie sich auf ihre Muttersprache als Talisman des Sieges. Grammatiken und Wörterbücher sind die Waffen der philologischen Rebellion, und die Leidenschaft des Volkes teilt die wilde Begeisterung des mittelalterlichen Grammatikers für korrekte Theorien unregelmäßiger Verben. Aber ich konnte die letzte Hoffnung auf eine österreichisch-ungarische Rettung nicht so leicht aufgeben.
"Es mag so sein", sagte ich zu Dr. Zamenhof. "Das Schicksal Österreichs mag im Buch der Schicksale geschrieben stehen. Aber wenn der Fall nicht so verzweifelt ist, dann bietet Esperanto eine goldene Brücke über die Kluft, die sich vor dem Kaiserkönig auftut."
"Haben Sie entweder Österreicher oder Ungarn zu diesem Thema befragt?" fragte Dr. Zamenhof.
"Der einzige Untertan und Freund des Kaiser-Königs, mit dem ich die Frage diskutierte, war wütend. Er war ein Botschafter, ein großer Philologe, der den Schlüsselsprachen aller Art viel Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Als Philologe bevorzugte er Volapük und verabscheute Esperanto. Aber als Staatsmann gab er vorbehaltlos zu, dass die fast unvorstellbare Leichtigkeit, mit der Esperanto erworben werden konnte, einen neuen Faktor in die Beziehungen zwischen Staaten und Nationalitäten einführte".
"Ich erinnere mich", sagte Dr. Zamenhof, "seine Hauptbeschwerde gegen Esperanto war, dass es so leicht zu erlernen war, dass, um seine eigenen Worte zu zitieren, schurkische Anarchisten mit einer Grammatik und einem Wörterbuch in einem halben Dutzend Lektionen ganz ausreichend Esperanto erwerben konnten, um auf der ganzen Welt miteinander kommunizieren zu können".
"Ja", antwortete ich. "'Eine Sprache der Diebe' nannte er sie, die als Gefahr für die Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung in Europa unterdrückt werden sollte. Volapük, sagte er, sei viel höher in der Skala. Es sei ebenso schwer zu erlernen wie jede andere Sprache, ob alt oder modern.
Aber Esperanto - es war so einfach zu lesen, so konsequent, - so elementar, dass es jeder in einem Monat lernen konnte; und wo wäre dann die nutzlose Barriere der sprachlichen Unterschiede, die gegenwärtig die internationalen Träume der Sozialisten undurchführbar macht? Aber der gute Diplomat sah nicht, dass Esperanto in seinem eigenen Staat ein Instrument bot, das im Interesse des Souveräns so eingesetzt werden konnte, wie er befürchtete, dass es im Interesse der kosmopolitischen Revolution eingesetzt werden könnte".
"Nun", sagte Dr. Zamenhof, "was könnte man tun?"
"Gesucht wird ein militärisches Lehrbuch in drei Sprachen - Deutsch, Esperanto und Ungarisch.
Wenn alle Befehlswörter in parallelen Spalten nebeneinander gedruckt sind - Esperanto in der Mitte, Deutsch und Ungarisch auf beiden Seiten - dann können die Staatsmänner von Wien und Budapest mit der Diskussion der Frage beginnen. Produzieren Sie Ihr Lehrbuch!" rief ich aus.
"Lassen Sie Ihren besten magyarischen Militär-Esperantisten eine so kleine Broschüre zusammenstellen und die Sache wird für sich selbst sprechen. Vorurteile und Apathie sind vielleicht zu stark. Aber Sie werden Ihre Pflicht getan haben, auch wenn Sie scheitern. Wenn Sie Erfolg haben, wird eine große europäische Krise durch Esperanto abgewendet worden sein, dessen Name und Ruhm bis an die äußersten Enden der Erde reichen wird".
Ich bin nicht ohne Hoffnungen, dass Dr. Zamenhof auf diese Anregung hin handeln kann. Welchen Empfang sie bei den streitenden Parteinehmern in Wien und Budapest finden wird, lässt sich nicht sagen. Aber die bloße Erörterung einer solchen Lösung bringt Esperanto als einen möglichen Faktor von erster Bedeutung in den politischen und militärischen Angelegenheiten des zwanzigsten Jahrhunderts ins Spiel.

II.— THE INVENTOR OF ESPERANTO. (DER ERFINDER DES ESPERANTO.) #ErsterEsperantoWeltkongreß
Dr. Zamenhof, der gestern noch als Spinner angesehen wurde, erlangt heute weltweite Anerkennung als weltweiter Wohltäter. Der Kongress der Esperantisten in Boulogne im vergangenen Monat markiert den Übergang von der Periode der Unklarheit und des Spottes zu einer festen Grundlage für die allgemeine Anerkennung. Eine neue Maschine für den Personen- oder Gütertransport zu erfinden, das Teleskop zu verbessern oder zu entdecken, wie man die Leistung des Mikroskops steigern kann - all dies sind bemerkenswerte Errungenschaften auf ihre Art. Aber um wieviel größer die Aufgabe, der sich Dr. Zamenhof nicht erfolglos widmete! Eine Sprache für die universelle Menschheitsfamilie zu schaffen, aus den unzähligen Dialekten der menschlichen Rasse ein gemeinsames Vehikel für den Austausch von Gedanken, für den Ausdruck von Emotionen zusammenzusetzen - das war sicherlich ein ebenso kühnes Unterfangen, wie es ehrgeizige Menschenkinder immer wieder in die Vernichtung gelockt hat. Und doch hat Dr. Zamenhof dieses wunderbare, fast unglaubliche Werk vollbracht, mit einem Erfolg und einer Vollständigkeit, die fast unglaubwürdig ist.
Eine solche Aufgabe in der Kindheit zu übernehmen, sie inmitten aller möglichen Entmutigungen im Erwachsenenleben unbeirrt zu verfolgen und nun zu sehen, wie sein Esperanto mit einhelliger Begeisterung von einem großen internationalen Kongreß begrüßt wurde, der von Tag zu Tag den Nutzen der neuen Sprache als Schlüssel zu allen Sprachen unter dem Himmel bewies - das war Dr. Zamenhofs glückliches Glück. Die Geschichte einer solchen Romanze unserer letzten Tage ist es wert, erzählt zu werden.
Dr. Zamenhof ist ein Russe aus Litauen. Er wurde in Białystok, einer Kleinstadt in Grodno, geboren, drei Jahre nach dem Ende des Krimkrieges, in dem Jahr, als Napoleon in seinen italienischen Feldzügen dem Prinzip der Nationalität die Schutzherrschaft des Reiches übertrug. Er ist daher heute erst sechsundvierzig Jahre alt. Seine Eltern scheinen sich in vergleichsweise einfachen Verhältnissen befunden zu haben. Sie waren jedenfalls wohlhabend genug, um den jungen Zamenhof zunächst auf das Gymnasium und danach auf die Universität zu schicken.
Die ursprüngliche Inspiration, die ihn dazu brachte, sein Leben der Bildung von Esperanto zu widmen, führt er auf das Spektakel zurück, mit dem er in den Straßen seiner Geburtsstadt ständig konfrontiert wurde. Am Knie seiner Mutter wurde ihm im Heiligtum der Heimat gelehrt, dass alle Menschen Brüder seien - dass Gott alle Völker, die auf Erden wohnen, aus einem Blut gemacht habe, dass Brüderlichkeit und Menschlichkeit die großen Worte des 19. Jahrhunderts. Doch als er über die Schwelle trat, fand er sich in einer Welt wieder, die auf der Verleugnung dieser grundlegenden Elemente der christlichen Religion beruhte. Białystok war von Russen, Polen, Deutschen und Juden bewohnt. Jede dieser vier Völkerschaften lebte für sich allein. Für die Polen waren die Russen Ausländer.
Die Juden hatten keinen Umgang mit den Deutschen. Dass alle einander angehörten, war das Letzte, was den vier Völkern Białystoks bewusst war. Vielmehr waren sie alle untereinander verfeindet, Rivalen zumindest, wenn nicht sogar Feinde, und jeder war in das tägliche Studium vertieft, wie er seine eigenen Interessen auf Kosten seiner schwächeren Nachbarn verteidigen konnte. Zamenhof war verblüfft über den Kontrast zwischen den Realitäten in Białystok und den ethischen Idealen seiner Heimat. Wie ein Kind sinnierte er viel über die Ursachen dieses Kontrastes. Er sah, dass irgendwo etwas nicht stimmte. Aber wie oder warum die Dinge so gegensätzlich zu dem waren, was sie sein sollten, konnte er nicht entdecken. Endlich schien es dem grübelnden Kind, dass der Unterschied in der Sprache, durch den sich jede der vier Sektionen seiner Mitbürger wie hinter einem Wall verschloss, das Zeichen, wenn nicht gar der Ursprung des Mangels an Brüderlichkeit war, der ihm so schrecklich erschien. Seine Schlussfolgerung, die bei jedem Schritt bestätigt wurde, war, dass die Vielfalt der Sprache die einzige oder zumindest die Hauptursache ist, die die Menschheitsfamilie trennt und in feindliche Lager spaltet. Ob richtig oder falsch, der Junge glaubte, er habe den Teufel und den wahren authentischen Antichristen der Welt gefunden.
Die Zungenverwirrung, die das Alte Testament mit dem Turmbau zu Babel verbindet, schien ihm eine Art zweiter Sündenfall zu sein. Durch Evas Übertretung fiel der Mensch, aber durch die Sprachverwirrung verlor die Menschheit ihre Einheit und wurde kopfüber auf den abwärts führenden Weg zu endlosem Streit getrieben. Wie es oft bei glühenden Naturen geschieht, geht die Weihe des Lebens an hohe Bestrebungen auf eine klare Wahrnehmung konkreten Unrechts zurück. Der Kampf um die Erlangung des Himmels wird oft durch eine schrecklich lebendige Vision der Hölle eingeleitet, und der Teufel hat auf diesem Weg oft als unfreiwilliger Schulmeister gehandelt, um die Menschen zu Christus zu führen. Der junge Zamenhof hat seinen Teufel ausfindig gemacht. "Bist du da, o mein Feind?
So nimm denn, übler Schurke! "So weise war er schon als Jugendlicher auf dem Kriegspfad, und auf dieser Linie kämpft er bis heute.
Und mit der Vision des grässlichen Hasses und der vergeudeten Unzufriedenheit, die durch die Verwirrung der Zungen entstand, kam ihm eine frohe Prophezeiung über einen möglichen Sieg.
In "A Glance Behind the Curtain" legt Lowell dem Cromwell einige Überlegungen in den Mund, die für den prophetischen Instinkt des Jungen Zamenhof so relevant sind, dass ich mich nicht entschuldigen muss, sie ausführlich zu zitieren:—
Möglicherweise
Bin ich einer, der vom allmächtigen Arm erhoben wird
Um der ganzen Welt eine große Wahrheit zu bezeugen.  ....
Ob Dr. Zamenhof ein religiöser Mann im herkömmlichen Sinne des Wortes ist oder nicht, weiß ich nicht.
Dass er, nachdem er die Verheißung des Kommens der Stadt Gottes, in der die Menschen in einer Rede sprechen und in Einheit zusammenleben werden, schon in weiter Ferne gesehen hat, sehr tapfer nach vorne drängte, um seinen Teil zur Verwirklichung seines Ideals beizutragen, kann nicht geleugnet werden. Wie diejenigen, die die Verheißungen empfangen hatten, wandelte er im Glauben, als sähe er die Dinge unsichtbar. Als Junge, so erzählt er uns naiv, glaubte er, dass "Erwachsene" allmächtige Macht besäßen, und er versprach sich selbst, dass er, wenn auch er erwachsen sei, dieses Übel der gegenseitig unverständlichen Sprachen völlig zerstreuen würde. Die schöne Vision verblasste. Als er in seine Jugendjahre kam, erkannte er, dass die Allmacht der Erwachsenen stark eingeschränkt war. "Eine nach der anderen warf ich meine verschiedenen kindlichen Utopien beiseite, aber den Traum von einer einzigen Sprache für die ganze Menschheit konnte ich nie zerstreuen. Auf düstere Art und Weise, ohne festgelegten Plan, lockte er mich in gewisser Weise an. Dr. Zamenhof folgte dem Glanz. Er absolvierte das Gymnasium mit Kenntnissen in Russisch, Polnisch, Französisch und Deutsch.
"Ich spreche kein Englisch", sagte Dr. Zamenhof.
"Aber als Schriftsprache ist sie mir nicht unbekannt.
Ich übersetzte 'Hamlet' ins Esperanto, und in der Tat verdankt Esperanto der englischen Sprache viel".
"Es ist der Erbe aller Sprachen", sagte ich. "Ein Esperantist bewies mir beim Frühstück, dass seine Wurzeln unvoreingenommen den lateinischen, germanischen und russischen Sprachen entlehnt sind. Aber in welcher besonderen Weise hat Englisch geholfen?"
"Es war, als ich in der fünften Klasse des Gymnasiums war", sagte Dr. Zamenhof, "als ich nach langem mühsamen Durchackern der griechischen und lateinischen und französischen und deutschen Grammatiken zum ersten Mal auf Ihre englische Sprache stieß. Ah, was für eine Erleichterung! Die Einfachheit Ihrer Grammatik hat mich verzaubert. Ich sah, dass die ungeheure Komplexität der grammatikalischen Formen keine Notwendigkeit war, sondern lediglich das blinde Ergebnis einer zufälligen Geschichte. Das gab mir den Hinweis auf die Vereinfachung der Sprache; auf die Eliminierung aller unnötigen Formen, die Reduktion der Wissenschaft der Sprache auf ihre rudimentären Elemente; und führte mich schließlich zu der winzigen esperantistische Grammatik, die nur wenige Seiten füllt".
"Der erste Lichtstrahl, haben Sie gesagt, war englisch. Was war der zweite?"
"Russisch. Es kam, als ich in der sechsten oder siebten Klasse am Gymnasium war. Eines Tages bemerkte ich die Schilder an den Schaufenstern. Es gab einen Getränkeladen, einen Süßwarenladen und so weiter. Plötzlich dämmerte es mir, dass ich mit Hilfe von Suffixen aus einem Wortstamm eine unendliche Anzahl von Wörtern machen könnte. Ich spürte den Boden unter meinen Füßen. 'Heureka!' Ich weinte, und von diesem Moment an arbeitete ich hart an der Idee der Suffixe.
Endlich stand der Mechanismus der Sprache vor mir, als läge er auf meiner Handfläche, und inspiriert von Liebe und Hoffnung begann ich, systematisch zu arbeiten.
"Wann wurde die Sprachbombe ausgelöst?"
"Wir betrachten den 5. Dezember 1878 als den Geburtstag.
Ich war damals in der achten Klasse des Gymnasiums, und wir feierten mit meinen Mitschülern die Geburt der neuen Sprache und sangen eine Hymne, deren einleitende Worte die Hoffnung, die in uns lag, hinreichend deutlich machen.
Und hier, um dem Leser die neue Sprache im Originaltext, in dem der Gründer seine Bestrebungen verkörperte, vorzustellen, drucke ich in Esperanto die erste Strophe des esperantistischen Hymnus nach, eine Art internationale "Marseillaise", die in Boulogne immer wieder gesungen wurde, .... ;-
    "La Espero" in Esperanto.
En la mondon venis nova sento,
Tra la mondo iras forta voko ;
Per flugiloj de facila vento
Nun de loko fluju gi al loko.  ....
Da haben Sie den Grundton des Esperanto. Es ist der verkörperte Ausdruck der Hoffnung des Menschen, der artikulierte Schrei der Menschheit nach der Verwirklichung jener "lieben und zukunftsweisenden Vision, die eifrige Herzen erwarten", wenn von Mensch zu Mensch die ganze Welt von Brüdern .... sein soll.
Doch obwohl er dem Schein über Bergketten gigantischer Lexika und durch Sumpfgebiete von Grammatiken folgte, verlor er manchmal den Mut. Die Sprache der Menschen schien ihm manchmal ein so kolossales und doch so verräterisches Instrument zu sein, dass er oft ausrief: "Weg mit den Träumen! Diese Arbeit ist jenseits der menschlichen Kräfte." Aber trotz alledem kehrte er immer wieder zu seinem Traum zurück. Er hielt ihn, wie die Suche nach dem Heiligen Gral die Ritter am Hofe König Artus' einschränkte. Auch durfte er nie lange den Wanderfeuern folgen.
Über die Zeit, als er vom Gymnasium in die zweite Klassische Schule in Warschau wechselte, erzählt er uns: "Ich war eine Zeitlang von den toten Sprachen verführt und träumte, dass ich eines Tages durch die Welt reisen und die Menschheit mit flammenden Worten dazu bewegen würde, eine dieser Sprachen für den allgemeinen Gebrauch wiederzubeleben.
Später, ich weiß nicht mehr, wie, kam die Überzeugung zu mir, dass das unmöglich sei, und ich begann undeutlich von einer neuen und künstlichen Sprache zu träumen.
Herr Malthus Holyoake, so scheint es, schwelgt immer noch in dem vergeblichen Traum, dass alle Nationen dazu gebracht werden können, sich darauf zu einigen, eine ihrer eigenen Sprachen als lingua franca der Menschenvölker anzunehmen. Es ist der vergeblichste aller vergeblichen Träume.
Kein Volk ist so allgemein vertraut und geliebt, dass es auf die Annahme seiner Sprache als Schlüsselsprache der Welt hofft. Solche "Wanderfeuer" eitler Phantasie mögen andere in die Irre führen, aber Dr. Zamenhof kehrte bald zum wahren Glauben zurück.
Doch obwohl er seiner Entdeckung treu blieb, schreckte er anfangs vor der Arbeit der Propaganda zurück. Nachdem er 1878 den Geburtstag der Sprache gefeiert hatte, ging er an die Universität, wo er, da er sah, dass er in einer glorreichen Minderheit war, und nichts anderes als Spott und Verfolgung voraussah, beschloss, seine Arbeit vor den Augen aller zu verbergen:—
Fünfeinhalb Jahre lang, während ich an der Universität war, habe ich mit niemandem darüber gesprochen. Das war eine sehr schwierige Zeit für mich. Die Geheimniskrämerei quälte mich. Da ich gezwungen war, meine Gedanken und Pläne sorgfältig zu verbergen, ging ich kaum irgendwo hin, nahm an nichts teil, und die angenehmste Zeit des Lebens - die Studentenjahre - war für mich die traurigste. Manchmal bemühte ich mich, Ablenkung in der Gesellschaft zu finden, aber ich fühlte mich als Fremder, seufzte und ging weg, und von Zeit zu Zeit erleichterte ich mein Herz, indem ich Gedichte in der Sprache schrieb, die ich erwählte.
Dieser Aufenthalt in der Einöde wurde nicht verworfen.
Er entdeckte viele Möglichkeiten, seine Sprache noch weiter zu vereinfachen, und was noch wichtiger war, das Werk seiner Hand begann zu leben. Er erzählt uns, dass er einige Zeit, nachdem er aufgehört hatte, wörtliche Übersetzungen anzufertigen, und begonnen hatte, in Esperanto zu denken.
"Ich bemerkte, dass die Sprache, mit der ich mich beschäftigte, nicht mehr nur ein schemenhaftes Abbild der Sprache war, aus der ich zufällig übersetzte, und dass sie von ihrem eigenen Leben durchdrungen und von einem eigenen Geist durchdrungen wurde und eine Physiognomie annahm, die richtig definiert, klar ausgedrückt und unabhängig von jedem anderen Einfluss war. Meine Rede floss aus sich selbst heraus, flexibel, anmutig und völlig ungehemmt, genau wie meine lebende Muttersprache.
"Ich versuchte 1885 zu lehren, sobald ich die Universität verlassen hatte, und begann mein Leben als Arzt. Zwei Jahre lang suchte ich vergeblich nach einem Verleger. Endlich fand ich einen, der es zunächst versprochen hatte, aber nach sechs Monaten lehnte er die Veröffentlichung ab. Im Juli 1887 veröffentlichte ich auf eigene Kosten mein erstes Flugblatt. Es trug den Titel
'Eine internationale Sprache. Von Dr. Esperanto'
"Bevor ich diese Broschüre veröffentlichte, war ich sehr verblüfft - ich hatte das Gefühl, dass ich vor dem Rubikon stand.
Ich wusste, was für ein Schicksal einem Arzt widerfährt, der auf die Öffentlichkeit angewiesen ist, wenn diese ihn für einen Visionär hält, oder für einen Mann, der sich mit Nebensächlichkeiten beschäftigt. Ich fühlte, dass es meinen ganzen zukünftigen Seelenfrieden, meinen Lebensunterhalt und den meiner Familie aufs Spiel setzte, aber ich konnte die Idee nicht aufgeben, die in meinen Körper und mein Blut eingedrungen war, und . . . Ich überquerte diesen Rubikon."
Der Erfolg war anfangs gering. Das Wissen, dass der junge Arzt ein kleiner Spinner war, sprach in seiner Praxis gegen ihn.  Jahrelang gab er jeden erdenklichen Pfennig für die Veröffentlichung seiner Bücher aus. Bis zum heutigen Tag widmet er seine ganze Zeit, nachdem er sechs Stunden in seinem Beruf als Spezialist für Augenkrankheiten verbracht hat, der Verbreitung der Botschaft. Aber in diesen Tagen der Entbehrungen und Anfechtungen hat er unerschrocken weitergemacht. Er ist ein großartiger Typus eines bescheidenen, pensionierten, wissenschaftlichen Professors, der sich mit Leib und Seele der Förderung der Aufgabe, der er sein Leben gewidmet hat, geweiht hat. M. Gaston Moch von den Pariser Pacifiques, der jetzt eine Esperantistische Friedensgesellschaft gegründet hat, war einer seiner frühesten und enthusiastischsten Konvertiten. M. Moch wird diesen Herbst auf Esperanto vor dem Friedenskongress in Luzern sprechen und in derselben Stadt eine Konferenz der Esperantistischen Pazifisten abhalten, auf der Delegierte aus allen Ländern über die Verfassung der neuen Gesellschaft auf Esperanto debattieren werden.
"Ich bin ein Weltbürger", sagt M. Moch, "ich spreche Esperanto, das die Sprache meines Landes ist. Ich bin in der Provinz Frankreichs geboren, deren Provinzdialekt ich auch verwenden kann, aber ich ziehe die Sprache der Welt vor", sagt M. Moch.
Dr. Zamenhof ist ein zerstreuter Professor des alten deutschen Typs. Er ist bescheiden, anspruchslos, genial und bescheiden. Er hat die meiste Zeit seines Lebens in Warschau verbracht.
Bis zu diesem Jahr hatte er noch nie Westeuropa besucht, und bis zu seinem Besuch in Folkestone im vergangenen Monat hatte er noch nie eine Seereise unternommen. Sein ganzes Leben lang lebte, dachte, träumte und schuftete er in der Verfolgung seines großen Ideals - einer Schlüsselsprache, die einfach genug ist, um von allen Nationen der Welt leicht erlernt zu werden. Seine Idee ist seine reale Welt. Große Welthauptstädte, prächtige Paläste, stattliche Monumente - all das sind nur Schatten im Land der Idee, ein Mann von mittlerer Statur, mit Schläfen, die sich groß über den Augenbrauen erheben, erinnert er mich an eine seltsame Kombination zwischen M. Bloch und Dr. Dillon. Ein Bart, kurz geschnitten und mit mit den Jahren ergraut, oben auf dem Kopf unschuldig behaart, mit einer Brille, die nie auf seiner Nase fehlt, und oft eine Zigarette zwischen den Lippen, so war also der große kleine Mann, der letzten Monat in Paris und Boulogne als einer der Helden und Wohltäter seines Alters begrüßt wurde.

III. — THE KEY-LANGUAGE OF THE WORLD. (DIE SCHLÜSSELSPRACHE DER WELT.)
Nichts kann törichter sein, als den Esperantismus anzugreifen, als ob sich die Esperantisten auf eine Mission der Zerstörung gegen alle existierenden Sprachen begeben würden. Der Befürworter einer transkontinentalen durchgehenden Eisenbahnverbindung denkt nicht an den Ruin der nationalen und lokalen Eisenbahnen. Ebenso wenig verunglimpft Dr. Zamenhof in seinem Eintreten für Esperanto als universelle Zweitsprache jeder Nation die Sprachen, in denen die Literatur der Welt geschrieben worden ist.
In dem Jahrtausend, das Dr. Zamenhof voraussieht, wird die Menschheit universell zweisprachig sein. Jeder wird seine eigene provinzielle Sprache pflegen, aber jeder wird Esperanto als internationales Idiom beherrschen, das, ohne sich in die inneren Angelegenheiten oder das Privatleben der Nationen einzumischen, zur wissenschaftlichen Amts- und Handelssprache der ganzen Menschheitsfamilie werden würde.
Bisher war Esperanto den lokalen Sprachen nicht feindlich gesinnt, sondern hat bereits dazu beigetragen, diejenigen anzuregen und zu ermutigen, die versuchen, den Gebrauch so alter Sprachen wie dem Irischen wiederzubeleben. Als ich in Boulogne war, erhielt ich ein Rundschreiben der irischen Nationalversammlung, das in parallelen Spalten in Irisch und Esperanto gedruckt wurde. Die Existenz einer neutralen, unabhängigen, universellen, gemeinsamen Verkehrssprache gibt all den kleinen Sprachen der kleinen Völker, die von der Auslöschung bedroht waren, neues Leben. Esperanto wird von den kleinen Nationalitäten viel mehr geschätzt als von den großen Sprachgruppen. Es besteht zumindest eine Chance, dass Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch oder Russisch als Zweitsprache angenommen wird, aber wer träumt davon, jemanden zu finden, der Irisch, Walisisch, Flämisch, Baskisch oder Bulgarisch annimmt? Wenn diese kleinen Nationalitäten ihre Sprache bewahren wollen, ohne gleichzeitig entweder ihre Selbstachtung opfern oder sich dem internationalen Haushalt entfremden zu müssen, ist Esperanto ihre einzige Hoffnung.
Was ist dann Esperanto? Es wird als die am leichtesten zu erlernende Sprache der ganzen Welt bezeichnet. Es ist das flexibelste, einfachste und leichteste Instrument für den Ausdruck menschlicher Gedanken und Gefühle, das der Mensch bisher erfunden hat. Laut Dr. Zamenhof kann "meine gesamte Grammatik in einer Stunde perfekt gelernt werden".
Durch ein ausgeklügeltes, aber perfekt verständliches System von Präfixen und Suffixen hat er die Sprache so vereinfacht, dass die ganze Arbeit des Lernens darin besteht, sich etwa 2.000 Wörter zu merken. Er stellt fest, dass "der Erwerb dieser reichen, wohlklingenden, universell verständlichen Sprache keine Angelegenheit von Jahren mühsamer Studien ist, sondern nur die leichte Belustigung einiger Wochen".
Wie wird dieses Wunder erreicht? Dr. Zamenhof erzählt uns, dass er Jahre damit verbrachte, die Sprache auf ihre letzten Elemente zu reduzieren. Er sagt:— "Ich habe eine vollständige Zerlegung von Ideen in unabhängige Wörter eingeführt, so dass die gesamte Sprache nicht aus Wörtern in verschiedenen grammatikalischen Beugungszuständen, sondern aus unveränderlichen Wörtern besteht. Er wählte aus dem Griechischen, dem Lateinischen, dem Deutschen, dem Russischen und dem Englischen die Wurzeln der Wörter aus, und auf diesen Grundlagen, von denen viele allen Sprachen gemeinsam sind, baute er eine Sprache auf, die in der Lage ist, in der Übersetzung alle Ideen auszudrücken, die Shakespeare in "Hamlet" oder Dickens in seinem "Weihnachtslied" zum Ausdruck brachte."
Die Form und Aussprache dieser Stammwörter variieren nie. Dr. Zamenhof fügt ihnen entweder vor oder hinter den Wörtern solche Zusätze hinzu, die notwendig sind, um die verschiedenen Bedeutungsschattierungen auszudrücken. Er hat dies so weit getragen, dass sein internationaler Wortschatz, mit dessen Hilfe jeder alles auf Esperanto lesen kann, aufgrund der hochsynthetischen Struktur der Sprache ein bloßes Flugblatt ist, das in einem Notizbuch oder in der Westentasche mitgeführt werden kann.
Es gibt achtundzwanzig Buchstaben auf Esperanto - zwei Cs, zwei Gs, zwei Hs, zwei Js, Ss und zwei Us. Es gibt weder Q, X noch Y. Jeder Buchstabe hat seinen eigenen Klang.
Jedes Wort wird genau so ausgesprochen, wie es geschrieben wird.
Es gibt keine stummen Buchstaben; wo h geschrieben wird, wird es ausgesprochen. Jedes Wort wird auf der vorletzten Silbe akzentuiert. Es gibt keine unregelmäßigen Verben.
Es gibt keinen unbestimmten Artikel; der bestimmte Artikel la ist unveränderlich. Die Wortteile sind am Schlussvokal zu erkennen. Der Vater ist Patro. O ist das Substantiv. A (Patra) macht das Adjektiv väterlich; e (Patre) ist das Adverb väterlich. Der Infinitiv des Verbs wird gebildet durch i (Patri), zum Vater. Die Vokale A, E, I, O, die zur gemeinsamen Wurzel hinzugefügt werden, bilden Adjektiv, Adverb, Verb bzw. Substantiv. Indem wir die Vokale regelmäßig wechseln, erhalten wir die Konjugation des Verbs. Aus Ami (lieben) wird Mi amas (ich liebe); Mi amis (ich liebte); Mi amos (ich werde lieben); Mi amus (ich würde lieben); Amu (gebieterische Liebe). So verhält es sich mit den Partizipien, wobei Amanta, Aminta, Amonta steht für lieben, geliebt haben, im Begriff zu lieben; und Amata, Amita und Amota für gegenwärtige, vergangene und zukünftige passive Partizipien. Es gibt nur eine Konjugation, mit Aktiv- und Passivformen, und alle Verben werden gleich konjugiert.
Die Aussprache, die einheitlich ist, folgt der allgemeinen kontinentalen Aussprache der Vokale; die weichen c, g, h, j und s werden durch einen Zirkumflex unterschieden, oder wenn der Drucker keine Akzente hat, können sie ch, gh, hh, jh und sh geschrieben werden. J wird für y verwendet; mit einer Zirkumflex wird es wie s in Vision ausgesprochen, und hh wird wie ch in loch ausgesprochen.
Wer Esperanto studieren möchte, findet am Ende des Artikels eine Liste von Lehrbüchern.
Hier kann es jedoch gut sein, das Vaterunser zu drucken, in Esperanto, Latein und Englisch:—
Esperanto. Patro nia, kiu estas en la ĉielo,
Latin. Pater noster qui es in coelis.
English. Our Father which art in Heaven.  (Vater unser, der du bist im Himmel.) ....
Der Vergleich, Satz für Satz, des Vaterunsers in drei Sprachen wird es dem Leser ermöglichen, sich eine Vorstellung von den Ansprüchen der drei Konkurrenten zu machen. Latein war die Schlüsselsprache der westlichen Welt, Englisch ist die Schlüsselsprache der englischsprachigen Welt, Esperanto wird die Schlüsselsprache der ganzen Welt sein. In den Augen der Engländer ist es durch seine fremdsprachliche Aussprache, seine Zirkumflexe und Akzente und auch durch die Verwendung von j für y beeinträchtigt. Aber in Fragen der Aussprache haben die Engländer selbst nicht ein Wort zu sagen, und wenn die Einheitlichkeit der Aussprache unabdingbar ist, sind Akzente und Zirkumflexe unvermeidlich.

IV.— THE INTERNATIONAL CONGRESS. (DER INTERNATIONALE KONGRESS.)
"Alles schön und gut", spotteten die Skeptiker, "die Sprache scheint einfach und konsistent genug. Aber niemand wird sich die Mühe machen, eine Sprache ohne Literatur zu lernen, und keine Bemühung, die mit Akzenten und Hinweisen unternommen werden kann, kann die vielfältigste Art der Aussprache verhindern". Die Antwort auf diese Einwände ist der Kongress, der gerade in Boulogne stattgefunden hat. Er war die wirksamste und schlüssigste Widerlegung all des Gequäkels der Ungläubigen. Der Kongress, der eine Woche dauerte, war von Anfang bis Ende ein glänzender Erfolg. Der führende Avocat von Boulogne, M. Michaux, der Gastgeber von Dr. Zamenhof war, muss zu der bewundernswerten Art und Weise beglückwünscht werden, in der das Verfahren von der ersten bis zur letzten Minute reibungslos durchgeführt wurde. Die Stadtverwaltung, das Rathaus, das Casino, das Theater standen den Gästen zur Verfügung. Boulogne war en féte.
Die grüne Fahne der Esperantisten und der grüne Stern der Esperantisten waren überall als "Beweis" zu sehen. Hunderte von Delegierten aus zweiundzwanzig verschiedenen Ländern verbrüderten sich mit außergewöhnlichem Enthusiasmus. Dr. Zamenhof stand natürlich im Mittelpunkt der ganzen Demonstration. Seine Frau, eine angenehme und liebenswürdige Dame, die keine andere Sprache als Russisch" und Esperanto sprach, wurde respektvoll begrüßt und sprach fließend mit Männern und Frauen verschiedener Nationalitäten. Ihre Erfahrung war die jedes anderen Kongressmitglieds. Die Leichtigkeit, mit der sich Fremde unterhielten, war unglaublich. Die vielbeschworenen Unterschiede im Akzent und in der Aussprache gab es nicht. Für das geschickte Ohr war es zweifellos möglich zu erkennen, ob die Esperantistin Engländerin oder Italienerin, Deutsche oder Russin war. Aber der Unterschied zwischen ihren jeweiligen Aussprachen war nicht mehr als der Unterschied zwischen dem englischen und dem amerikanischen Akzent und weniger als der Unterschied zwischen der Sprache der Männer von Rouen und der der Männer von Marseille. Wenn man bedenkt, dass sich die Kongressisten zum ersten Mal trafen und dass es für viele das erste Mal war, dass sie es wagten, Esperanto für Konversationszwecke außer mit Mitgliedern ihrer eigenen nationalen Gruppe zu benutzen, war es außergewöhnlich, wie leicht sich die neue Sprache als ein Instrument erwies. Für das Oratorium, für die Poesie, für Disputationen, für Musik, für Heiterkeit und zum Flirten wurde Esperanto auf die Probe gestellt, und nicht für mangelhaft befunden.
Es ist keine schöne Sprache, mit englischen Augen betrachtet; es gibt zu viele J's, als dass sie anders wäre als eifersüchtig. Aber wenn sie gesprochen wird, ist sie so musikalisch wie das Italienische.
Im Theater hatten wir ausgiebig Gelegenheit, das neue Instrument des menschlichen Zusammenlebens zu erkunden. Wir hatten Bühnenstücke, Rezitationen, Reden, Lieder, Dialoge, und sie liefen alle gut. Das Publikum verfolgte alles mit dem größten Interesse und der größten Wertschätzung.
Beim Bankett sprachen die Vertreter von achtzehn verschiedenen Nationalitäten achtzehn Toasts aus, und alle standen einander gegenüber. Eine kluge kleine Komödietta, "Heirat per Telefon", wurde von zwei jungen Pariser Delegierten, die erst im letzten Jahr begonnen hatten, Esperanto zu lernen, bewundernswert vorgetragen. Die absolute Leichtigkeit und Sprachbeherrschung, die sie an den Tag legten, hätte kaum übertroffen werden können, wenn es ihre Muttersprache gewesen wäre. Eine von Molières Komödien wurde von einer Truppe esperantistischer Amateure aus neun Nationalitäten, die sich vor dem Kongress noch nie getroffen hatten und von denen die meisten Molières nicht im Original lesen konnten, mit großem Elan gespielt. Eine esperantistische Übersetzung einer klassischen französischen Komödie nach nur einer Probe auf den Brettern eines französischen Theaters zu spielen und keine unerträgliche Sauerei daraus zu machen, war ein großer Kraftakt. Von den Schauspielerinnen war eine Italienerin, eine Schwedin und die dritte Russin. Von den Schauspielern waren nur zwei Franzosen. Die anderen waren Kanadierinnen, Norwegerinnen, Engländerinnen, Deutsche und Belgierinnen. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass der erste internationale Kongress, der sich der internationalen Schlüsselsprache der Zukunft bediente, ein immenser Erfolg war.
Die Leichtigkeit, mit der sich Männer und Frauen aller Nationen und Sprachen zum ersten Mal ohne Hilfe eines Dolmetschers verständigen konnten, verblüffte alle, vor allem aber die Mitglieder des Kongresses. Sie kamen in Angst und Zittern. Sie zogen voller Freude und Dankbarkeit ab. Die Schwierigkeiten verschwanden wie von Zauberhand. Gefahren, die die Harmonie bedrohten, verschwanden. Alles ging gut.
Vom Ersten bis zum Letzten gab es nirgendwo einen Zwischenfall.
Das Treffen gelang von morgens bis Mitternacht, und alle Treffen waren erfolgreich. Jede Veranstaltung des Festivals wurde von eifrigen, begeisterten Menschenmengen besucht.
Jeder war mit jedem befreundet, und Männer und Frauen, die ohne das gemeinsame Band einer neuen Sprache völlig Fremde geblieben wären, schienen plötzlich lebenslange Freunde geworden zu sein. Ich habe nichts Vergleichbares gesehen, außer bei religiösen Erweckungen, und dort sind die Elemente der Ehrfurcht und der Buße zu stark ausgeprägt, als dass das Gefühl der menschlichen Brüderlichkeit unbestreitbar das Feld beherrschen könnte. Aber in Boulogne stand die Brüderlichkeit an erster Stelle.
Beim Betrachten dieses willkommenen, aber etwas überraschenden Phänomens wurde mir klar, dass Esperanto seinen Namen rechtfertigt. Seine Wurzel ist Espero - "Hoffnung". Und diese Esperantisten haben ihrer Hoffnung einen Glauben hinzugefügt, der über Unmögliches lacht und sagt, es soll einsam sein, und eine Nächstenliebe, die nichts Böses von Mann oder Frau denkt, solange sie den esperantistischen Knopf tragen und die esperantistische Zunge sprechen. Und der Mann, der eine neue Hoffnung in den Herzen seiner Art erzeugt, ist ein Wohltäter der Menschheit.
Man sollte auch nicht für einen Moment annehmen, dass die Kongressteilnehmer ein Rudel von federharten Enthusiasten waren.
Wissenschaftliche Männer - vor allem Ärzte - waren sehr auffällig. Offiziere der Armee nahmen an den Debatten regen Anteil. Sechzig der größten Städte Frankreichs waren direkt vertreten. Rechtsanwälte - an ihrer Spitze M. Michaux -, Verleger, Journalisten und Pazifisten waren ganz vorne mit dabei. Geschäftsleute, die Esperanto in ihrer Auslandskorrespondenz nützlich finden, waren ebenfalls vertreten; und Lehrer und Pädagogen aller Art. General Sebert vertrat die Akademie der Wissenschaften, Dr. Javal die Akademie der Medizin. M. Benoit, der Direktor des Internationalen Büros für Maße und Gewichte, welcher kam, den Kongress zu segnen, schlug vor, den Internationalisierungsbüros von Bern eine internationale Sprache zur Verfügung zu stellen. Unser eigener Herr Felix Moscheles malte auf der Vorderseite das Porträt von Dr. Zamenhofs, und nicht weniger auffallend war Oberst Pollen, der Präsident der British Esperantist Association.
Professor Cart, M. Boirac, Rektor der Akademie von Dijon - all diese und viele andere gehörten zu der Menge, die den esperantistischen Stern trugen und Esperanto sprachen und Loblieder auf Dr. Zamenhof sangen.
Der erste Internationale Kongress, der in der Bibel aufgezeichnet ist, sagte einer der Redner, brach wegen der Sprachverwirrung am Turmbau zu Babel in Unordnung auseinander. Der letzte Internationale Kongress traf sich in Boulogne, um nach Kräften die Entdeckung eines Heilmittels für die Katastrophe zu verkünden, die damals über die Menschheit hereinbrach. Die Hoffnungen eifriger Enthusiasten werden nur selten erfüllt. Aber das Genie von Akhbar erwies sich als angemessen für die Schaffung von Hindostam, dem Esperanto Indiens über Jahrhunderte hinweg, und es mag sein, dass das Genie von Dr. Zamenhof entdeckt hat, wonach die Welt so lange gesucht hat - eine neutrale, einfache, leicht verständliche Schlüsselsprache, die es allen Menschen aller Rassen und Zungen ermöglicht, sich mit einem Minimum an Arbeit und Mühe gemeinsam zu unterhalten. Die Stuckateure von Grenoble, die eine internationale Konferenz ohne eine internationale Sprache für unmöglich hielten, verabschiedeten Resolutionen zugunsten von Esperanto.
Es ist zu erwarten, dass so etwas passieren wird: Auf allen internationalen Konferenzen wird eine ständig wachsende Zahl von Rednern Esperanto verwenden.
Mehrere der dem Berner Büro angeschlossenen Friedensgesellschaften haben sich bereits jetzt bereit erklärt, ihre internationale Korrespondenz in Esperanto zu führen. Dann, nach einiger Zeit, wird Esperanto als das gemeinsame Medium anerkannt werden, in das bei allen solchen Kongressen die in anderen Sprachen gehaltenen Reden übersetzt werden. Das letzte Stadium wird erreicht sein, wenn der Gebrauch von Esperanto so allgemein wird, dass alle internationalen Kongresse in dieser Sprache abgehalten werden, da bisher alle diplomatischen Konferenzen in Französisch abgehalten wurden.
Dr. Zamenhof wurde während seines kurzen Aufenthalts in Paris geehrt, da nur die Franzosen zu wissen scheinen, wie man Auszeichnungen in jeder Lebenslinie ehrt. Dr. Zamenhof wurde offiziell vom französischen Erziehungsminister empfangen und reichlich gelobt. Der Gemeinderat erwies ihm die Ehre des Hotel de Ville.
Bei dem ihm zu Ehren gegebenen Bankett auf der Tour Eiffel saß M. Berthelor, der bedeutendste Mann der Wissenschaft in Frankreich, zu seiner Rechten, und fast eine ganze Reihe der bedeutendsten Franzosen der Wissenschaft waren unter den Gästen. Professor Carnot deutete an, dass er darüber nachdenke, das Studium des Esperanto in die staatliche Bergbauschule einzuführen. Es ist offensichtlich, dass Esperanto angekommen ist, und dass es gekommen ist, um zu bleiben. Ob es die österreichisch-ungarische Union zu retten vermag oder nicht, es hat der Menschheit eine neue Hoffnung gegeben.
Ich schließe diese allzu unvollständige Würdigung des Genies von Dr. Zamenhof, indem ich seine eigenen Bemerkungen zitiere, als er Esperanto der Öffentlichkeit bekannt machte:—
Wie viel Zeit und Arbeit wir für das Erlernen fremder Sprachen aufwenden, und doch sind wir bei Reisen in fremde Länder in der Regel nicht in der Lage, uns mit anderen Menschen in ihrer eigenen Sprache zu unterhalten. Wieviel Zeit, Arbeit und Geld wird verschwendet, um die literarischen Produktionen einer Nation in die Sprache einer anderen zu übersetzen, und doch können wir, wenn wir uns allein auf Übersetzungen verlassen, nur einen Zehnten der ausländischen Literatur kennenlernen. Wenn es nur eine internationale Sprache gäbe, würden alle Übersetzungen nur in diese Sprache, wie in eine für alle verständliche Sprache, gemacht, und Werke mit internationalem Charakter würden in erster Linie in dieser Sprache geschrieben werden.
Die chinesische Mauer, die die Literaturen trennt, würde verschwinden, und die Werke anderer Nationen wären für uns ebenso leicht verständlich wie die unserer eigenen Autoren. Da die Bücher für alle gleich wären, wären auch die Bildung, die Ideale, die Überzeugungen, die Ziele gleich, und alle Nationen wären in einer gemeinsamen Brüderlichkeit vereint.
Kein Opfer wäre zu groß, wenn wir dadurch eine universelle Sprache erhalten könnten. Es ist daher unbedingt erforderlich, dass auch nur das geringste Versäumnis in dieser Richtung beachtet wird. Die besten Jahre meines Lebens habe ich dieser bedeutsamen Sache gewidmet.
Diejenigen unter meinen Lesern, die an diesem Thema interessiert sind, sollten sich mit dem britischen Zweig dieser weltweiten Organisation in Verbindung setzen, dessen Adresse 13, Arundel Street, W.C., lautet.
Die britische Esperanto-Vereinigung hatte einen schwierigen Kampf gegen die Apathie und Exklusivität, die uns immer dann auszeichnet, wenn wir mit irgendeiner Neuheit, insbesondere einer ausländischen Neuheit, konfrontiert werden.
DeepL.com/Translator hat sich als gute Hilfe beim Übersetzen herausgestellt

The Beginnings of Internationalism. (Die Anfänge des Internationalismus.) PLANNING THE WORLD'S CAPITAL. (DIE PLANUNG DER WELTHAUPTSTADT.) Von DR. P. H. EIJKMAN.
"Wir haben die Sklaverei in zivilisierten Ländern abgeschafft - das Besitzen von Mensch durch Mensch. Der nächste große Schritt, den die Welt tun kann, ist die Abschaffung des Krieges - das Töten von Menschen durch Menschen" - Andrew Carnegie.
DAS Ende des neunzehnten Jahrhunderts gab einen schimmernden Eindruck von den Errungenschaften, die der Menschheit in diesem zwanzigsten Jahrhundert möglich wurden. Die Gründung des Internationalen Schiedsgerichtshofs in Den Haag, der gegründet wurde, um die Schrecken des Krieges zu beseitigen, war der erste Schritt, der für die vollständige Verwirklichung der Prophezeiung von Andrew Carnegie unerlässlich war. Ein überaus wichtiger Schritt, und doch nur ein kleiner Fortschritt auf dem Weg zur Errichtung des Königreichs des Friedensfürsten; denn während die Schlichtung nun möglich ist, muss die Diplomatie durch die gebildete öffentliche Meinung der Nationen geschult werden, damit sie ihre Möglichkeiten besser nutzen kann. Dass dieses Gefühl zur Zeit machtlos ist, beweist der Konflikt im Fernen Osten auf traurige Weise, aber mit der Welthauptstadt, mit ihrer Möglichkeit des internationalen Verkehrs, ist der Weg für gegenseitiges Verständnis und materiellen Fortschritt geebnet."
Dr. Albert Gobat aus der Schweiz sagte es so: Die Haager Konferenz wurde als ein Ausgangspunkt für eine Enwicklung hin zu einer Brüderlichkeit der Völker angesehen. Die Zeit war längst reif für internationale Institutionen. Temporäre Kongresse in verschiedenen Ländern nach Rotationsprinzip reichten nicht, es wurde ein gemeinsames Zentrum, "ein ständiger Wohnsitz", gebraucht. Gedacht war an die "Errichtung einer Welthauptstadt nach den liberalsten Grundsätzen". Stead nanne es so: "Lokalisieren Sie die graue Substanz des Gehirns des internationalen Organismus in einem geeigneten Zentrum". Die nötigen Institutionen sollten sich in unmittelbarer Nähe befinden. Das vieldeutige Wort "Internationalismus" sollte eine neue Bedeutung erhalten. Nun ging es um die Auswahl des Ortes. Die Interparlamentarische Union errichtete bereits den Internationalen Schiedsgerichtshof. Der Abgeordnete Hon. Richard Bartholdt, Missouri nannte Entwicklungen: Ein Parlament der Parlamente, bestehend aus Gesetzgebern der verschiedenen Länder gab es im Ansatz schon 1888. Franreich, England und die USA diskutierten das Projekt eines Schiedsvertrages. Während der Pariser Welt-Ausstellung 1889 fand die erste "Interparlamentarische Konferenz" statt. Übrigens nutzt später der Esperantist Zauner den Begriff "Parlament der Parlamente" im Zusammenhang mit der Schaffung der Vereigten Staaten von Europa. Richard Bartholdt: "Und damit komme ich zum erfolgreichsten Treffen, das jemals in den Annalen der Union stattgefunden hat, nämlich im September letzten Jahres in den Vereinigten Staaten. Ich sage, die erfolgreichste, weil ihr Ergebnis das Schreiben von tatsächlicher Geschichte war. Die wahren Freunde der Schiedsgerichtsbarkeit in Europa haben das wunderbare Wachstum und die Entwicklung unseres Landes mit unerbittlicher Bewunderung verfolgt. Sie sind unsere Freunde, nicht unsere Neider. Sie wissen, dass wir unsere große Macht nicht für Eroberung oder Krieg missbrauchen werden, und sie sind zufrieden, dass die Mission dieser großen Nation eine Mission des Friedens und des guten Willens für alle Menschen ist. Nach dem, was ich von ihnen weiß, bin ich sicher, dass, wenn diese traditionelle amerikanische Politik jemals umgekehrt würde, wenn wir uns jemals verpflichten würden, der Alten Welt in der militärischen Aufrüstung Konkurrenz zu machen, sie für immer das Licht der Hoffnung in den Herzen der Besten und Edelsten überall auslöschen würde." Eine zweite Konferenz der Nationen wurde in Den Haag einberufen. "In erster Linie müssen wir Bildung, Hygiene und Wirtschaft, die reif für eine sofortige Organisation sind, auf eine internationale Basis stellen. In den wichtigsten Abteilungen für Kunst und Wirtschaft ist viel getan worden, um eine solche Zusammenarbeit zu ermöglichen, aber zugegebenermaßen erfordern die Hauptanliegen der Öffentlichkeit - Bildung, Gesundheit und soziale Lage - sofortige Aufmerksamkeit und so wertvolle Hilfe, wie sie sich aus der Einrichtung ständiger internationaler Institutionen ergeben kann. Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass es zur Sicherung des größtmöglichen Nutzens unerlässlich ist, solche Institutionen so weit wie möglich zusammenzufassen. In diesem Zusammenhang wird es notwendig, gegen die Entscheidung des Vorstands der Carnegie-Stiftung, das kleine Grundstück an der Ecke des Zorgvliet-Parks als Standort für den Friedenstempel auszuwählen, heftig zu protestieren. .... " Hier sehen wir also die Vorläufer von Völkerbund und später der UNO. Ohne gemeinsame Institutionen kann die moderne Welt nicht mehr exisiteren. Es ist klar, ein Zentralismus darf bei allem nicht angestrebt werden. Gemeint ist der Zentralismus, welcher einer abgehobenen Gruppe eine große Macht gibt und dann die Allgemeinheit darunter leiden muß. Beispiele gibt es in der Geschichte genug. Ziel muß sein: Gemeinschaftlich statt zentralistisch. Was alle betrifft, soll gemeinsam geregelt werden. Auch wenn aus historischen Gründen Parallelen zwischen der Entwicklung von Welt- und Europainstitutionen entstanden, so gibt es auch deutliche Unterschiede. Realität ist, daß Europa ein weiterentwickeltes politisches Gebilde ist, welches jetzt das gemeinsame neutrale Verständigungsmittel braucht, damit Europa sich überhaupt weiterentwickeln kann.
ESPERANTO. "Die Geschichte von Dr. Zamenhof findet sich so ausführlich in einem anderen Teil dieser Ausgabe, dass ich sie nicht erweitern muss. Der Anführer der Times des 8. August war positiv gestimmt, aber die explodierte Idee, dass Esperanto andere Sprachen verdrängen sollte, wurde als Argument gegen die Bevorzugung von Esperanto vorgebracht. Später wurden Briefe veröffentlicht, die den Irrtum dieser Vermutung entlarvten. Auch die Provinzpresse gab gute Hinweise auf den Kongress, und etwa 120 britische Zeitschriften nahmen darauf Bezug. .... Felix Moscheles präsentiert im August Concord eine weitere in seiner unvergleichlich lebendigen Art, ....  Concord ist, wie die meisten Menschen wissen, die Zeitschrift der Arbitration Association (41, Outer Temple, Strand); und obwohl Esperanto nur eine Sprache ist und nichts mit irgendeiner politischen oder sozialen Vereinigung zu tun hat, so ist doch, wie "Hoffnung" ihr Name ist, "Concord" (Eintracht) ihr Begleiter." Ein gewisser Einwand ist angebracht. Die weitere Geschichte, darunter die Ereignisse des Ersten Weltkrieges, hat klar gezeigt, daß politische Vereinigungen für Esperanto (und Europa) doch zwingend notwendig sind. Es verging weiter Zeit, bis dies durch Josef Zauner in den 20er Jahren konkret formuliert wurde. Ein anderer Weg scheint nicht realistisch, denn ohne organisiertes Auftreten in der Politik wurden und werden die berechtigten Forderungen der Esperantisten in den Gesellschaften meist verdrängt. Manche Politiker bekämpften Esperanto und andere politische Vereinigungen verschließen sich dem Thema bis heute (2020). Deren Esperanto-Freunde sind dort eine Minderheit und sie können in ihren Parteien nichts für die Sache erreichen. Zum vergangenen Weltkongreß: "Herr Moscheles war ebenso wie ich beeindruckt von der freundlichen Atmosphäre, in der wir während dieser denkwürdigen Woche geatmet und uns bewegt haben. Wer von uns hatte zuvor die Möglichkeit gehabt, mit den intelligentesten Männern und Frauen von zweiundzwanzig Nationen frei zu sprechen? Während sich der "grüne Stern" in Boulogne befand, wurde die übliche Reihenfolge der Dinge umgekehrt und die Konventionalitäten aufgehoben, denn grüne Sterne wurden von allen möglichen Arten und Bedingungen getragen. Sie fragten nach dem Weg eines Werftarbeiters, und dieser berührte Ihren Stern und gab sich Mühe, Ihnen zu zeigen, was Sie wollten, und gab Ihnen auf Esperanto alle möglichen Informationen. Sie setzten sich neben einen anderen grünen Stern auf den Sand und kamen sofort ins Gespräch; Sie gingen in ein Geschäft, und die Verkäuferin sprang buchstäblich auf, um Ihnen zu helfen; und im Straßenbahnwagen und im Zug, nun ja, Leute, die absolute Stille wollten, stiegen an der nächsten Station aus, denn als Griechin und Perser, Italiener und Franzose, Engländerin und Spanier, zusammen mit einigen anderen Nationalitäten, ein Abteil füllten, fand man Esperanto als ausdrucksstarke Sprache, und es herrschte keine Stille, wohl aber Eintracht."
RESULTS OF THE CONGRESS IN GREAT BRITAIN. (ERGEBNISSE DES KONGRESSES IN GROSSBRITANNIEN.) "Überall großes Interesse, die mögliche Veröffentlichung von Esperanto-Absätzen durch eine englische Tageszeitung und die Anwendbarkeit der Sprache für alle kommerziellen und wissenschaftlichen Zwecke sind nachgewiesen worden. Die Herren Cassell und Co. haben mit Erlaubnis von Dr. Zamenhof beschlossen, eine Reihe von "Lektionen auf Esperanto" in die kommende Ausgabe ihres Volkspädagogen aufzunehmen, die Ende dieses Monats erscheinen wird. .... "
PRINCIPAL EVENTS OF THE MONTH. (HAUPTEREIGNISSE DES MONATS.)
5. August - .... Aus verschiedenen Städten Russlands werden neue Streiks und Unruhen gemeldet ... Der Esperanto-Kongress wird in Boulogne unter dem Vorsitz von Dr. Zamenhof, dem Begründer der Sprache, eröffnet; dreiundzwanzig Länder sind vertreten.
8. August - Ein großes Eingeborenentreffen in Kalkutta fasst Beschlüsse gegen die Teilung Bengalens in zwei Provinzen ... Der Bericht der Königlichen Kommission über die Lebensmittelversorgung in Kriegszeiten wird veröffentlicht .... Die auf der Esperanto-Konferenz in Boulogne versammelten Freimaurer gründen einen Internationalen Freimaurer-Club mit dem Titel "Esperanto Framasonara".
9. August - Der König überprüft die kombinierte französische und englische Flotte vor Cowes ... Der Jahresbericht des Generalpostmeisters wird veröffentlicht. 4.479.500.000 Postpakete sind im Vereinigten Königreich im Laufe des Jahres zugestellt worden .... Der neu gewählte Bürgermeister von Odessa wird vom Generalgouverneur ohne Angabe von Gründen ins Exil geschickt ... Die französische Regierung macht Dr. Zamenhof, den Begründer der Esperanto-Sprache, zum Ritter der Ehrenlegion.
ESPERANTO. "Die erste Nummer des illustrierten Monatsblatts, Tra la Mondo, erschien kurz vor dem Kongress, und die zweite ist jetzt erschienen. Sie enthält ein interessantes Interview mit Dr. Zamenhof, ein Faksimile der MS. des Gedichtes, mit dem er den Kongress eröffnete, eine interessante Beschreibung eines kuriosen österreichischen Brauchs, Nachrichten aus allen Ecken usw. Die Zeitschrift ist ganz in Esperanto, und das Abonnement 6s. 6d. pro Jahr. Die Sitzung des Internationalen Friedenskongresses, die soeben in Luzern zu Ende gegangen ist, war bemerkenswert für die Entscheidung, dass Esperanto im nächsten Jahr eine der offiziellen Sprachen werden soll; dies ist ein Schritt in die richtige Richtung. In Aberdeen erlaubt und fördert der Schulrat den Esperanto-Unterricht; da es sich aber noch nicht um ein gefördertes Fach handelt, wird er für die Lehrer finanziell nicht verantwortlich sein. Das Lingvo Internacia vom 15. August gibt einen großartigen Esperanto-Bericht über den Kongress. .... Diese Nummer enthält eine vollständige illustrierte Beschreibung des Kongresses und unter anderem die sechzehn grammatikalischen Regeln, auf denen alle nationalen Grammatiken basieren. Sie ist in bewundernswerter Weise für Propagandazwecke angepasst. Dem Organisationskomitee des Kongresses gehören Dr. Zamenhof, General Sebert, Prof. Boirac, Seftor Codornu, Oberst Pollen, Dr. Mybs und M. Michaux an, die aus fünf Ländern stammen, während das Sprachkomitee siebenundzwanzig Nationen zu seinen Mitgliedern zählt. Die erste Frage, über die das Organisationskomitee entscheiden muss, ist der Ort des nächsten Kongresses, und das Angebot der Genfer Gruppe kann akzeptiert werden." Und natürlich finden auch heute die jährlichen Esperanto-Weltkongresse statt, nur unterbrochen durch weltweite Katastrophen-Jahre. Allerdings halten sich die Medien mit der Berichterstattung weitgehend zurück. Diese Welt-Ereignisse erscheinen dann in Regional- und Lokalteilen.
The Progress of the World. (Der Fortschritt der Welt.) L'Entente Municipale. (Der Gemeindevertrag.)
"In der Neuen Welt gehen diese Pilgerreisen des Friedens von Staat zu Staat oder von Provinz zu Provinz innerhalb des größeren föderalen Ganzen. In der Alten Welt gehen sie von Nation zu Nation innerhalb des Kreises der nicht Vereinigten Staaten von Europa. So besuchte Präsident Loubet die Monarchen von Spanien und Portugal und wurde mit jeder Demonstration freundlicher Begeisterung empfangen. .... Aber der bemerkenswerteste Akt internationaler Harmonie war die fröhliche Feier der Entente Municipale zwischen Paris und London. Auf Einladung des Londoner Grafschaftsrates, der in diesem Fall seinen ersten großen Sprung in die internationale Gastfreundschaft gemacht hat, haben achtzig Mitglieder der Pariser Stadtverwaltung eine Woche lang in der britischen Hauptstadt ein Fest mit großem Andrang gefeiert. .... "
Leading Articles in the Reviews. (Führende Artikel in den Zeitschriften.) "Dr. Dillon gibt daher kurz an, was er für den richtigen Weg hält:— Wenn es wahr ist, wie die Franzosen und viele Russen behaupten, dass es das stetige Ziel des Kaisers ist, Deutschland in die Lage zu versetzen, in Europa die Rolle zu spielen, die Preußen in Deutschland spielt, dann sollten natürlich die Gebote des Europäismus, die mit den Beweggründen aufgeklärter nationaler Interessen identisch sind, seine geplante Koalition behindern. .... "
ESPERANTO. "Es scheint ziemlich sicher zu sein, dass der nächste Kongress im August in Genf stattfinden wird, und die Entscheidung wird angekündigt worden sein, bevor sie erscheint. Der Fortschritt in jede Richtung ist kontinuierlich. Die Amerikaner haben bereits den Zentralverband mit Sitz in Boston. New York hat seine Gesellschaft, und weitere bilden sich in den Staaten. Zu Hause geht es genauso weiter, .... "
NEWSPAPERS AND JOURNALS. (ZEITUNGEN UND ZEITSCHRIFTEN.) "Das ist das Schlimmste an Esperanto. Seine Grammatik ist so schnell durchlaufen. Das heißt nicht, dass es als Sprache kein Studium erfordert. Ein falscher Eindruck, der sich aus der Schnelligkeit ergibt, mit der es gelesen werden kann. Ein paar Stunden Studium und ein Wörterbuch werden es jedem ermöglichen, dies zu tun. Aber um sich einen eleganten Schreibstil anzueignen, muss man viel lesen, logisch denken und vor allem das "Krestomatio" studieren, jenes Kompendium der besten Schriften der besten Esperantisten."
NOTICES. (ANMERKUNGEN.) "Der Esperantist wird wahrscheinlich im nächsten Jahr mit dem britischen Esperantisten vereinigt werden, da Herr Mudie keine Zeit mehr hat, seine redaktionelle Arbeit allein fortzusetzen. Er wird dem Zeitschriftenkomitee beitreten, und es wird vorgeschlagen, dass die Zeitschrift, so wie sie zur Zeit herausgegeben wird, zum jetzigen Zeitpunkt erscheinen soll. .... "
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1906 The European Outlook. (Der europäische Ausblick.) "In letzter Zeit gab es sowohl in Deutschland als auch in Großbritannien eine besonnene Bewegung hin zu einer gesünderen Sicht auf die Beziehungen der beiden großen Nationen. Aber es gibt immer noch ein ungerechtfertigtes Maß an Beunruhigung in manchen Köpfen hinsichtlich des möglichen Ausbruchs eines Auslandskrieges. Deutschland, so wird behauptet, wolle die durch die Auslöschung Russlands gebotene Gelegenheit nutzen, um Frankreich anzugreifen, und es wird ferner behauptet, dass der Kaiser in der Marokko-Konferenz einen Vorwand für die Verletzung Frankreichs finden werde." Doch die Verantwortlichen wurden als vernünftig genug eingeschätzt. THE RUSSIAN REVOLUTION. (DIE RUSSISCHE REVOLUTION.) "Graf Tolstoi zählt auf ihre Bedeutung. Der russische Prophet beginnt im vierzehntägigen Rückblick für Januar seine Interpretation des Ursprungs, der Bedeutung und der letzten Frage der russischen Revolution. ...." EINE UNIVERSELLE REVOLUTION. "Graf Tolstoi betrachtet die Revolution in Russland als den Beginn einer Revolution, die kurz vor dem Ende aller Dinge steht, nicht nur in Russland, sondern in der ganzen christlichen Welt. ...." DIE URSACHE DER REVOLUTION. "Graf Tolstoi sagt:— In der Verzerrung des höheren Gesetzes des gegenseitigen Dienstes und des Gebotes der Widerstandslosigkeit durch die christliche Lehre, die dieses Gesetz möglich macht, liegt die grundlegende religiöse Ursache der bevorstehenden Revolution. Der Krieg mit Japan brachte Konflikte, die zu Ereignissen führten: ".... in der Weigerung der Reservisten, in die Armee einzutreten; in der Desertion aus der Armee; in der Weigerung, zu schießen und zu kämpfen, insbesondere in der Weigerung, bei der Niederschlagung von Aufständen auf seine Kameraden zu schießen; und vor allem in der ständig wachsenden Zahl von Fällen der Weigerung, den Eid zu leisten und in den Militärdienst einzutreten. .... In dieser unter der russischen Nation aufgeworfenen Frage liegt eine der Ursachen der großen Revolution, die vor der Tür steht und vielleicht schon begonnen hat." Bemerkenswert ist die Bezeichnug "Russische Revolution". Einige Jahre später gab es dann eine so genannte. Sie hatte aber andere Ziele. ENGLAND MUST BE FRIENDS WITH GERMANY OR — (ENGLAND MUSS MIT DEUTSCHLAND BEFREUNDET SEIN ODER —) "Der französische Premierminister, der noch nicht lange im Amt war, war sich dieser neuen Stimmung bewusst und forderte daher eine Politik der beständigen, ereignislosen Beziehungen zu Deutschland. ...." — FORFEIT THE ENTENTE. (— DIE ENTENTE VERWIRKEN.) ".... Sir Thomas geht noch weiter und sagt:— Dies ist die Politik, die wir verfolgen müssen, um unsere guten Beziehungen zu Frankreich zu erhalten; und ob sie nun die Kontinuität der Außenpolitik der verstorbenen Regierung darstellt oder nicht, sie wird verfolgt werden müssen, denn sie liegt im gemeinsamen Interesse der drei großen Völker Westeuropas." 
ESPERANTO. "Wie immer ist es nur möglich, die außerordentlichen Fortschritte, die Esperanto nach allgemeiner Einschätzung gemacht hat, zusammenzufassen. Ein Beispiel ist die Tatsache, dass es eines der Diskussionsthemen auf der Generalversammlung der Modern Language Association war. .... Es war sehr eigenartig, die Reden beim M.L.A.-Dinner zur Kenntnis zu nehmen und zu erkennen, wie bestimmte Bedingungen für den richtigen Sprachunterricht Argumente für die Verwendung einer solchen Sprache wie Esperanto sind. .... Dr. Heath behauptete, dass die Modern Language Association die Hand an den Pflug gelegt habe, als es nicht gerade populär war, sich für den korrekten Unterricht moderner Sprachen einzusetzen. .... Ich wage zu denken, dass Esperantisten gegen wesentlich mehr Spott und Widerstand pflügen mussten." MAGAZINES USING ESPERANTO AND NEW BOOKS. (ZEITSCHRIFTEN MIT ESPERANTO UND NEUE BÜCHER.) ".... Wie alle wissen, hat die Daily News ihren regelmäßigen kurzen Esperanto-Nachrichtenartikel. Esperantisten nehmen das Unternehmen dieser weltbekannten Zeitung zur Kenntnis und lassen es ihr an Neuigkeiten nicht mangeln. ...."
WORLD-WIDE RESULTS. (WELTWEITE ERGEBNISSE.) "Eine Russische Revolution würde ergeben: ".... die Forderung nach dem Manneswahlrecht mit einem Ansturm in Preußen, Österreich, Sachsen und Ungarn .... Neben anderen Ergebnissen erwähnt Herr Stead die Anregung zur Bildung ähnlicher Staaten auf der Grundlage der Nationalität. "Wenige Dinge sind flüchtiger als Imperien, wenige Dinge sind unzerstörbarer als Nationalitäten". .... Herr Stead sagt, dass es natürlich möglich ist, dass es zu revolutionären Exzessen kommt, die eine Welle konservativer Reaktion rund um die Welt auslösen werden." HOW ENGLISH THEY ARE! (WIE ENGLISCH SIE SIND!) ".... Admiral Cyprian Bridge trägt zum Neunzehnten Jahrhundert für Februar einen sehr bemerkenswerten Artikel über den "Moralischen Umbruch in Amerika" bei. Der Titel ist eine Fehlbezeichnung. Was der Artikel wirklich zu sein scheint, ist ein naiver Ausdruck der überraschten Freude darüber, dass die Amerikaner "so sehr englisch" sind. ...." Mit Englisch als ihrer Sprache, der klassischen englischen Literatur als ihrem Besitz und dem englischen Recht als Grundlage ihres eigenen, leben die Amerikaner in einem von England geerbten und im Wesentlichen gleichen Gemeinwesen. Ungeachtet solcher Unterschiede ähnelt das politische Leben in Amerika dem des Vereinigten Königreichs viel mehr als das jedes anderen Landes. .... Jüngste Kommentatoren amerikanischer Angelegenheiten haben den Fortschritt - wenn es denn ein Fortschritt ist - hin zu aristokratischen Verhältnissen im Land bemerkt. Die Beweise dafür sind vielgestaltig. .... Die obigen Zahlen beweisen entweder, dass der englische Anteil an der Bevölkerung der amerikanischen Republik den Rest bei weitem übertrifft, was angesichts der vielfältigen Einwanderung des letzten halben Jahrhunderts auf eine überlegene ethnische Vitalität hindeuten würde, oder dass der englische Anteil, wenn nicht zahlenmäßig stärker, so doch unvergleichlich einflussreicher sein muss. Dieses Merkmal wird mehr und nicht weniger englisch. ...."
ESPERANTO. "Die Mitgliederversammlung des Londoner Esperanto-Clubs war ein großer Erfolg, ob man es nun an der Größe und Begeisterung des Publikums oder an der Aufmerksamkeit der Tagespresse misst. .... Die Daily-News berichtete nicht nur sehr gut, sondern gab ihr in ihrem Leitartikel auch noch Platz mit anderen Themen. Die Telegraphie bezweifelt jedoch, dass Esperanto von Nutzen sein kann: "Der Ungebildete kennt den Ausländer nicht und will ihn nicht kennen; der Geschäftsmann lernt stattdessen Spanisch und Französisch; mit diesen beiden Sprachen braucht ein Geschäftsmann keine weitere. Die Esperantisten werden jedoch die Tatsache, dass der Telegraph dem Thema eine dreiviertel Kolumne gewidmet hat, gegen seine etwas seltsamen Vorstellungen von den Bedürfnissen eines Geschäftsmannes abwägen; und die Engländer im Allgemeinen sind geistig sicherlich nicht so eingeschränkt, wie der Telegraph es darstellt. Ich kenne viele arbeitende Männer, die nicht nur über fremde Länder nachdenken, sondern ihren hart verdienten Groschen sparen, um sie zu besuchen. Wie auch immer, es war eine heitere und fröhliche Party, die sich am 22. in St. Bride's versammelte, das Programm beinhaltete Soli, Chöre, Rezitationen und Mr. Noake's schöne Violinsolos." 
europe's ruinous handicap. (das ruinöse handicap europas.) "Jahrhundert bringt Lord Avebury die feierliche Warnung, die Graf Goluchowski vor vielen Jahren ausgesprochen hat, auf den neuesten Stand. Sein Thema ist die Zukunft Europas." SCHUTZ. "Die Vereinigten Staaten von Amerika .... stehen den uneinigen Staaten von Europa .... gegenüber, und zwar in einer Weise, die für die Zukunft Europas, so wie Europa sich jetzt verhält, ein schlechtes Vorzeichen hat. Die Vereinigten Staaten sind die größte Freihandelszone der Welt. Europa ist durch künstliche Barrieren und Schutzzölle gesäumt und vernarbt. In den internationalen Wettbewerben wird Europa durch die Absurditäten seiner Steuersysteme stark behindert." MILITARISMUS. "Das zweite schwere Handicap wird von den militärischen Systemen Europas geliefert. .... :— In der Tat befinden sich auf der einen Seite des Atlantiks die Vereinigten Staaten von Amerika, auf der anderen Seite eine Reihe getrennter Staaten, die nicht nur nicht geeint, sondern in einigen Fällen sogar feindlich gesinnt sind, zerrissen von Eifersucht und Misstrauen, Hass und Missgunst; bis an die Zähne bewaffnet und mehr oder weniger wie mittelalterliche Ritter durch ihre eigene Rüstung belastet. Patriotismus - Nationalgefühl - ist eine großartige Eigenschaft, aber es gibt etwas, wenn nicht noch edler, so doch auf jeden Fall weiter und großzügiger, im gegenwärtigen Zustand der Welt notwendiger, und doch leider viel seltener, und das ist ein international positives Gefühl. .. GERMANOPHOBE. (..DEUTSCHFEIND.) Lord Avebury setzt sich dann für die Bewegung zur Förderung eines besseren Gefühls zwischen den großen Nationen Europas ein. Er freut sich über die entente eordiale und entlarvt die antideutsche Anprangerung der Erhöhung der deutschen Marineausgaben. .... REFORM NOW, OR REVOLUTION LATER. (REFORM JETZT, ODER REVOLUTION SPÄTER.) "Lord Avebury erklärt dann mit Nachdruck, dass sich die Lage der Armen in Europa immer weiter verschlechtern wird, wenn nicht etwas unternommen wird. "Die Revolution wird vielleicht nicht bald kommen, aber sie wird kommen, und sicher wird es schicksalhaft eine Explosion geben, wie sie die Welt noch nie gesehen hat. Er hofft jedoch, dass Lord Salisburys Plädoyer für die Föderation Europas und Sir H. Campbell-Banners Hoffnung, dass Großbritannien an der Spitze einer großen Liga des Friedens steht, diese Katastrophe abwenden wird. Er sagt:— Es gibt guten Grund zu der Annahme, daß auf dem nächsten Internationalen Friedenskongress in Den Haag die Frage eines Internationalen Bundesrates durch Resolutionen der Vereinigten Staaten von Amerika und auch Großbritanniens formell vor den Kongreß gebracht werden wird. ...."
ESPERANTO. "Als der Londoner Grafschaftsrat der Pariser Stadtverwaltung seinen berühmten Gegenbesuch abstattete, waren zwölf der Ratsmitglieder gut genug, um die einzige freie halbe Stunde, die sie hatten, mit der Pariser Esperanto-Gruppe zu verbringen. Lord Elcho brachte unter anderem seine Freude über ihren Empfang zum Ausdruck und äußerte sich sehr positiv über die Idee einer gemeinsamen Hilfssprache für internationale Bedürfnisse. Dies geschieht häufig bei internationalen Kongressen, insbesondere wenn die Kongressteilnehmer zu jenen Klassen gehören, die keine Muße hatten, sich fließend in einer Fremdsprache zu unterhalten. ...." Bis heute scheint es ungerechtfertigte Einschränkungen in der freien Entfaltung der eigenen Fähigkeiten zu geben. Chancen für Bildung und Privilegien sind ungleich verteilt. So sind es wohl die Gutgebildeten, die die Kongresse in Besitz nehmen. Und wer dazu gehören möchte, passt sich an die vorgegebenen Verhaltensweisen in der Gesellschaft an. Dazu gehört, die Sprache der Mächtigen zu benutzen. Esperanto bleibt den Esperanto-Kongressen vorbehalten. Ein klassischer Kongreß findet also weiter so statt: "Daraus ergibt sich, dass in der Halle die gesamte Arbeit von Übersetzern erledigt werden muss. Für soziale Zwecke muss sich jede Nation für sich selbst versammeln oder sich um einen Dolmetscher scharen. Außerdem können die Delegierten nicht aufgrund ihrer besonderen Kenntnisse ausgewählt werden, sondern müssen nach ihrer Fähigkeit, Französisch zu sprechen, ausgewählt werden. .... Wie anders wäre es doch, wenn Esperanto seinen richtigen Platz einnimmt! Und darauf müssen wir vielleicht nicht lange warten. In vielen Grundschulen, sogar in England, lernen Lehrer und Kinder außerhalb der Schulstunden. In einigen Sekundarschulen ist es bereits Teil des Lehrplans, und in anderen ist es fraglich, wie bald es angenommen werden soll. Vor mir habe ich indische, afrikanische und japanische Zeitschriften, in denen die Verwendung von Esperanto stark befürwortet wird."
A DEMOCRATIC GERMANY (EIN DEMOKRATISCHES DEUTSCHLAND.) "In der ersten März-Nummer von La Revue hat E. Reybel eine Studie über die demokratische Entwicklung Deutschlands veröffentlicht." ALCOHOLIC LETHARGY. (ALKOHOLISCHE LETHARGIE.) "Der Schriftsteller stellt fest, dass im Jahr 1905 eine Welle von Unruhen und Reformen über die meisten europäischen Staaten hinweggegangen ist, aber Deutschland allein schien sich nicht zu rühren. Er nennt verschiedene Gründe für die scheinbare Passivität des deutschen Volkes, die darauf hindeuten, dass es vielleicht noch nicht genügend unzufrieden geworden ist, um sich zu bewegen, oder dass seine Geduld noch nicht ganz erschöpft ist. Bier und Alkohol, meint der Schriftsteller, haben wahrscheinlich viel damit zu tun, dass das Volk loyal geblieben ist. Nicht, dass sie gewohnheitsmäßige Trinker sind, sondern dass der tägliche Alkoholkonsum Lethargie an Geist und Körper verursacht. Ein weiterer Faktor sind religiöse Gefühle, und ein dritter ist die Tatsache, dass sich die Deutschen bisher nicht so aktiv am politischen Geschehen beteiligt haben wie die Menschen in den meisten anderen Ländern. ...." THE DEMOCRATIC PROVINCES. (DIE DEMOKRATISCHEN PROVINZEN.) "Die demokratische Entwicklung manifestiert sich jedoch nicht in allen Teilen des Deutschen Reiches in gleichem Maße. Sie ist im Süden und im Westen viel stärker ausgeprägt als im Nordosten, und die Staaten des Südens und Westens sind viel weiter fortgeschritten als Preußen. .... Dennoch ist der Siegeszug der Demokratie in Deutschland sicher. Sie hat bereits die Armee und die Bürokratie angegriffen. .... Ein neues demokratisches Deutschland ist in Sicht." After "Quiet Sunday." (Nach dem "Stillen Sonntag".) "Der Verfasser des Briefes aus Berlin in der "North American Review for March" schreibt:— .... Im Großherzogtum Baden ist erst vor kurzem ein liberaleres Wahlrecht in Kraft getreten; in Bayern steht die Einführung des Manneswahlrechts kurz bevor; in Sachsen hat die Regierung ihre Entschlossenheit angekündigt, das Wahlgesetz, das sie vor drei Jahren in Übereinstimmung mit dem reaktionären preußischen Modell erlassen hat, nach modernen Gesichtspunkten zu überarbeiten; und das Großherzogtum bereitet sich nun darauf vor, das Beispiel Badens nachzuahmen. Unter diesen Umständen kann es trotz des Rückschritts der Republik Hamburg nur eine Frage der Zeit sein, bis das Königreich Preußen dem von den Sozialdemokraten erhobenen Reformschrei nachgibt."
ESPERANTO. "Der erste Schritt zur offiziellen Anerkennung in England ist durch die Aktion der Londoner Handelskammer getan worden, die angekündigt hat, dass Prüfungen in Esperanto auf der gleichen Grundlage wie in anderen modernen Sprachen am 30. Mai nächsten Jahres stattfinden werden."
THE ENGLISH LANGUAGE AS A SPADE. (DIE ENGLISCHE SPRACHE ALS SPATEN.) "In Indien verlief der Prozess langsam, aber stetig, und jetzt hat sich unter den indischen Völkern ein ausgeprägtes Nationalgefühl entwickelt, das, so scheint es, hauptsächlich durch die Verbreitung der englischen Sprache entstanden ist. Die indische Welt im Februar, ein Zitat aus dem Pioneer sagt:— .... die Einheit, die durch den Gebrauch der englischen Sprache herbeigeführt wird, scheint dazu verurteilt zu sein, gegen diejenigen verwendet zu werden, deren Muttersprache das Englische ist. Das neue Gefühl der indischen Nationalität, das in seiner Reichweite die Burman und die Mech, die Kol und die Santhal, die Naga und die Cossyah sowie die alten zivilisierten Rassen Indiens umfaßt, ist ein sehr bemerkenswertes und interessantes Ergebnis der Stärke und Effizienz der britischen Herrschaft in Indien."
ESPERANTO. "Die Grundzüge des Programms für den nächsten Kongress, der vom 28. August bis 6. September in Genf stattfinden wird, sind bereits bekannt gegeben worden; Einzelheiten werden später ergänzt. Die offizielle Eröffnung findet am Dienstagabend statt, und am Mittwochmorgen treffen sich die verschiedenen Nationen getrennt, um die letzten Vorbereitungen zu treffen. Am Nachmittag folgt der erste Generalkongress und am Abend eine Unterhaltung im Theater. Am Donnerstag wird es eine Exkursion auf dem Genfer See und einen Empfang in Vevey geben. Generalversammlungen, Empfänge und Unterhaltungen folgen zu gegebener Zeit. Am Samstagabend findet der offizielle Abschluss der Geschäftsgespräche statt, danach werden Führungen zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten in der Schweiz organisiert. Eines ist ganz sicher: Alle, die am Kongress in Boulogne teilgenommen haben, die es sich möglicherweise leisten können und die Zeit dafür haben, werden auch in Genf sein. ...."
The Need of a Key Language (Die Notwendigkeit einer Schlüsselsprache) wurde auch in der australischen Ausgabe von "REVIEW OF REVIEWS," mit Sitz Melbourne besprochen. Im Netz sind momentan nicht alle Ausgaben auffindbar. Aber auch mit den unvollständigen Quellen rundet sich das Bild. Zu Ostern fand in London ein Treffen (Federation Internationale des Employes) statt. Man einigte sich auf: "In der Erwägung, dass die internationalen Beziehungen die Tendenz haben, sich ständig zu erweitern, und dass die Annahme einer gemeinsamen Hilfssprache, die den großen Zeitverlust und die Ermüdung durch Übersetzungen bei internationalen Zusammenkünften vermeiden würde, viel gewinnen würde, bringt dieser Kongress seinen Wunsch zum Ausdruck, dass Esperanto bei allen künftigen internationalen Diskussionen als offizielle Sprache angenommen wird, und dass die verschiedenen Verbände, die am Kongress in London teilnehmen, ihr Möglichstes tun sollten, damit ihre jeweiligen Regierungen Esperanto unter die Sprachen einschreiben, die in ihren Primar- und Sekundarschulen unterrichtet werden sollen, und dass ihre Gruppen überall dort, wo es sie nicht gibt, eingeladen werden, Esperanto-Gruppen zu bilden, die den Auftrag haben, das Studium des Esperanto in den Erwachsenenklassen zu verbreiten." Anzeige: To Esperanto Students. (An Esperantoschüler.) LIMITED SUPPLY. SEND AT ONCE. (BEGRENZTES ANGEBOT. EINMAL SENDEN.) Lernen Sie die kommende universelle Weltsprache, die auf dem jüngsten Kongress in Boulogne von Menschen mit 22 Nationalitäten verwendet wird. Senden an "REVIEW OF REVIEWS." ("REZENSION VON REZENSIONEN") Equitable Building (Gerechtigkeitsgebäude), Melbourne.
ESPERANTO. "Die offizielle Eröffnung der Genfer Konferenz findet am 28. August statt. Sie wird bis zum 6. September dauern. Es wird eine Ausstellung am Genfer See und ein Empfang in Vévey stattfinden. Generalversammlungen, Empfänge und Unterhaltungen folgen zu gegebener Zeit. Am Samstagabend findet die offizielle Schlussveranstaltung der Geschäftsgespräche statt, nach denen Führungen zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten in der Schweiz organisiert werden. Eines ist ganz sicher: Alle, die am Kongress in Boulogne teilgenommen haben, die es sich möglicherweise leisten können und die Zeit dafür haben, werden auch in Genf sein. Esperanto schreitet so schnell voran, dass es unmöglich ist, in unserem kleinen Raum über alle Geschehnisse zu berichten. ...." ESPERANTA KLUBO, MELBOURNA. "Das monatliche Treffen des Klubs fand am Freitag, den 3. August, zur gewohnten Zeit und am gewohnten Ort statt. .... Der Zweite Esperanto-Chor, der Ende dieses Monats in Genf, Schweiz, stattfinden wird, verspricht, sogar den inzwischen berühmten "Ersten" Kongress in Bolougne-sur-Mer in den Schatten zu stellen. In allen Esperanto-Blättern werden alle Einzelheiten über Treffen, Ausflüge, Eintrittspreise usw. veröffentlicht."
THE PEACE MOVEMENT. (DIE FRIEDENSBEWEGUNG.) "In der Westminster Review schreibt Herr Herman Scheffauer über die Kräfte, die den Frieden erhalten. Er plädiert für ein Abkommen zwischen Großbritannien und Deutschland, als Determinante des Krieges und des Friedens zwischen den Nachbarn zu fungieren. Eine enge Freundschaft dieser Art würde, so behauptet er, eine Union von solch uneinnehmbarer Stärke bilden, daß sie jene Politik und jenen Zustand des universellen Friedens diktieren und erreichen könnte, den alle Nationen als unerläßlich erachten. Großbritannien und Deutschland sind natürliche Verbündete. .... Der Seemacht England und der Landmacht Deutschland entgegenzutreten, wäre zwecklos. Vereint würden sie den mächtigsten Arbeiter im Kreuzzug für den Frieden bilden. .... Harry Hodgson im Hinblick auf die kommende Haager Konferenz .... :— Um den Rückgriff auf die Schlichtung durch die Nationen zu einem Erfolg zu machen, sollte es eine fähige, unparteiische und stabile Justizbehörde geben. .... Für den offiziellen Gebrauch des Gerichtshofs sollte eine neutrale Sprache gewählt werden. Die Verbreitung von Esperanto in mehreren Nationen in den letzten Jahren beweist, dass eine solche Sprache, die für alle Zwecke geeignet ist, ohne große Schwierigkeiten erlernt werden kann. Jede Vertragsnation sollte sich verpflichten, dem Gerichtshof alle Differenzen zwischen ihr und den anderen Vertragsnationen vorzulegen, die sie nicht auf diplomatischem Wege beilegen kann; und sie sollten vereinbaren, die Autorität des Gerichtshofs gemeinsam aufrechtzuerhalten."
English or American? (Engländer oder Amerikaner?) "Leute, insbesondere die New Yorker Redakteure machen sich über Präsident Roosevelt lustig, .... Die Annahme der Empfehlungen der vereinfachten Rechtschreibempfehlung ist eine neue Unabhängigkeitserklärung, eine subtilere und tödlichere Revolte als jene, die das Empire im achtzehnten Jahrhundert zerbrach. Denn wenn sie Erfolg hat - und sie wird Erfolg haben, wenn wir nicht einer Katastrophe zuvorkommen, indem wir selbst Schritte unternehmen, um an ihrem Erfolg teilzuhaben - wird das eine große Band, das die englischsprachige Welt eint, verschwinden. Die Amerikaner werden die englische Sprache nicht mehr sprechen. Sie werden amerikanisch schreiben und sprechen. Und von dem Tag an, an dem sie ein phonetisches System der englischen Rechtschreibung einführen, wird nicht mehr Englisch, sondern Amerikanisch die lingua franca der Welt sein. Sogar jetzt noch hat Englisch, trotz unserer Gewohnheit, das Wort "chair" (Stuhl) zu schreiben und es "table" (Tisch) auszusprechen, was jeden Ausländer dazu zwingt, es zweimal zu lernen, einmal am Ohr und einmal am Auge, solche Signalverdienste, dass es alle Konkurrenten distanziert. Aber wenn zu diesen natürlichen Vorteilen noch ein einfaches System der rationalen Rechtschreibung hinzukäme, würde in hundert Jahren die ganze Welt Englisch sprechen. Wenn wir unsere Rechtschreibung nicht reformieren, wird die ganze Welt Amerikanisch sprechen, und Englisch, wie es auf Englisch geschrieben wird, wird für den Rest der Menschheit so unverständlich sein wie das Angelsächsische. ...." Es kam später nicht so. Amerikanisches Englisch blieb in seiner Schreibform genauso andersaussprechlich wie das europäische Englisch. Und trotzdem wird heute weltweit Englisch gesprochen, aben weil man es in den USA spricht. Denn bei Sprachnutzungen geht es doch immer um Machtfragen. Die Geschichte zeigt: Wechselt die Macht, dann wechselt auch die Sprache.
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ESPERANTO. ESPERANTISTS AT GENEVA. (ESPERANTISTEN IN GENF.) (Geschrieben während des Kongresses). "Um eine angemessene Vorstellung von einem solchen Treffen wie dem zweiten Esperanto-Kongress in Genf zu bekommen, genügt nicht weniger als ein Besuch (schreibt ein Korrespondent). Niemand soll sich vorstellen, dass die Mitglieder zur Belustigung da sind. Seit Montagmorgen sind sie bei der Arbeit: Schon vor der offiziellen Eröffnung wurden zahlreiche Treffen organisiert. .... All dies führte jedoch zur formellen öffentlichen Eröffnung am Dienstagabend, als die Victoria Hall, die etwa 1800 Personen fasst, bis auf die oberste Galerie gefüllt war. .... Der Eingang von Doktor Zamenhof war das Signal für einen stürmischen Empfang, und so ruhig und bescheiden der Herr auch sein mag, er muss inzwischen gelernt haben, das zu genießen, was man nur als liebevolle Begrüßung bezeichnen kann. .... Dann erhob sich Dr. Zamenhof, und nachdem es die Rufe von "Vivu Zamenhof" ermöglichten, begann er mit ein paar anmutigen Dankesworten an die gastfreundliche Stadt, die den Kongress empfangen hatte. Er fuhr fort und sagte, dass er wirklich nur als Privatmann dort sei, denn der Zustand seines unglücklichen Landes habe ihn daran gehindert, sich aktiv an den erzielten Fortschritten zu beteiligen. Mit Pathos sprach er von seiner Heimatstadt (Białystok) und dem Herabsteigen wilder Horden auf sie, die Unschuldige und Hilflose getötet hätten. Die Russen seien nicht von Natur aus grausam, rief er aus; das Einzige, was sie sich wünschen, sei, dass man sie in Ruhe ihren Weg gehen lasse. Krieg ist zu jeder Zeit schrecklich, aber wenn das Blutvergießen und das Gemetzel zwischen denen stattfindet, die am selben Ort wohnen, geteilt durch Rassen- und Religionsunterschiede, dann ist es weitaus schrecklicher, denn dann wird Freund gegen Freund aufgereiht, und selbst die Frauen und Kinder werden nicht verschont. Dr. Zamenhof sprach dann von der Ansicht, dass Esperanto nur eine Sprache sei, solch ein Gedanke, rief er; wenn das wahr wäre, würde ich meinen grünen Stern abreißen und nie wieder ein Wort davon sprechen. Zwanzig Jahre lang habe ich gekämpft und gekämpft, aber nicht für eine Sprache: es ist für ein Ideal. Ich kämpfe für den Geist der gegenseitigen Hilfsbereitschaft, der der ganzen Menschheit eine bessere Zukunft sichern soll. Die inbrünstige Rede erhielt einen ebenso inbrünstigen Beifall, und dann folgte eine Rede nach der anderen von den verschiedenen Delegierten .... M. Cart sprach gut und eindringlich über die Freude, die Esperanto den Blinden bereitete, und M. Michaux beendete seine Rede mit einer geistreichen Rede in Französisch. Er erzählte von einem Laden, in dem ein Phonograph lautstark auftrat und vor dem ein Mann stand, der darauf bestand, dass der laut trompetende Phonograph keine Tatsache, sondern nur eine Sinnestäuschung sei, und führte zu der Erklärung, der ganze Abend in der Victoria Hall sei eine Täuschung und eine Falle gewesen, und alle Esperanto-Reden trügen; dass die Ausländer ihre Reden vorbereitet und sie allen anderen erzählt hätten; und dass es in Wirklichkeit von Anfang bis Ende ein ziemlicher Betrug gewesen sei, und sogar der Däne, der direkt vom Bahnhof in die Halle gekommen war, sei im Zug trainiert worden. Inmitten der Lachsalven der Anwesenden, die Französisch verstanden, schloss der Abend um 11.30 Uhr. .... Am Mittwochabend wird die Aufführung im Theater stattfinden, wo auf dem Programm "Ein Empfehlungsschreiben" von Max Maurey stehen wird. ...." TRANSLATION. (ÜBERSETZUNG.) (6) Neutralität und Toleranz. "Lassen Sie uns überall und immer der Welt das schöne Schauspiel vor Augen führen, das während des Kongresses geboten wurde und bei dem in Wahrheit jedes Mitglied aus Höflichkeit gegenüber seinem Nachbarn darauf verzichtete, ihn über seine Religion oder seine Meinungen zu befragen. Es genügte zu wissen, dass er ein Esperantist war. Nun, unsere Gruppen und andere Vereinigungen sollen endlich die gegenseitige Höflichkeit und Genialität reproduzieren, die das Glück aller im Kongress ausmachte. Seien wir Esperantisten und keine Sektierer, denn im "Esperanto-Land" verdrängen sich beide Dinge zwangsläufig gegenseitig; und da wir Esperantisten sind, sollten wir die Religion und die Politik der anderen so respektieren und tolerieren, wie wir es für unsere eigene Religion und Politik wünschen. Andernfalls ist unsere Neutralität nur Schein". Es gibt tatsächlich einen Streitpunkt unter den Esperanto-Freunden, genaugenommen auch in den weiteren Gesellschaften. Zu Neutralität und Toleranz gehört sicher, die andere Weltsicht zu kennen, um sie dann überhaupt "ertragen" zu können. Dazu gehört auch die politische Ansicht. Diese ist unter Esperantisten durchaus unterschiedlich. Gestritten wird aber oft, ob Esperanto ein Thema für die Politik sein kann, also ob Esperanto politisch ist. Ist die Aussage Zamenhofs politisch neutral? Es handele sich nicht nur um eine Sprache, er würde seinen "grünen Stern abreißen und nie wieder ein Wort davon sprechen .... Ich kämpfe für den Geist der gegenseitigen Hilfsbereitschaft, der der ganzen Menschheit eine bessere Zukunft sichern soll." Wenn das nicht politisch ist, was dann? Ganz abstrakt sind Esperantisten für die Sprachnutzung weltweit und natürlich europaweit. Das ist so in Ordnung. Wenn aber eine konkrete Anwendung in einem politischen Gebilde wie ein geeintes Europa an der Zeit ist, dann kann nur in der Politik gehandelt werden. EDE wurde zu diesem Zweck gegründet.
PRESIDENT ROOSEVELT AND SPELLING REFORM.
(PRÄSIDENT ROOSEVELT UND DIE RECHTSCHREIBREFORM.) "In der vierzehntägigen Revue schrieb er (William Archer) über "The President's English" ....:— .... Ich glaube, dass die Zukunft der englischen Sprache in der Schwebe hängt und dass in den nächsten Jahren eine Entscheidung von welthistorischer Tragweite ansteht." A STAND OP SPELLING REFORM. (EINE REFORM DER RECHTSCHREIBUNG.) "Herr Archer besteht auf der Ratsamkeit, nein, der Notwendigkeit einer definitiven Stellungnahme zur Rechtschreibreform durch ein spezielles Gremium, das so zusammengesetzt ist, dass es den Respekt der gesamten englischsprachigen Welt genießt. Die Frage sollte an eine internationale Konferenz, einen Kongress oder eine Kommission verwiesen werden, die unter fairer Vertretung aller Gemeinschaften und aller betroffenen Interessen mit einer möglichst nahen Annäherung an die Autorität sprechen sollte, wie es in unserer demokratischen Welt möglich oder wünschenswert ist. Diese Konferenz könnte Präsident Roosevelt zu einem Treffen in Washington einladen, und Delegierte von den Britischen Inseln, den Britischen Kolonien und den Vereinigten Staaten sollten daran teilnehmen. Die phonetische Schreibweise ist offensichtlich unmöglich, weil das, was Aberdeen für phonetisch hält, London nicht tut, und (leider) könnte Australien dies jetzt auch kaum tun. Vielleicht aber kann im Laufe der Nivellierung der Jahrhunderte durch phonetisches Training und Reisen " eine zusammengesetzte internationale Aussprache entstehen, die die gesamte englischsprachige Welt beherrschen wird"." MR. FREDERIC HARRISON'S VIEW. (MR. FREDERIC HARRISON'S SICHT.) "Herr Frederic Harrison schreibt in der Positivist Review:— Es gibt natürlich vieles in der englischen Rechtschreibung, was ärgerlich und absurd ist. .... Etwas, durch eine plötzliche öffentliche Ordnung ein ganz neues Wörterbuch einzuführen, wäre, selbst wenn es erfolgreich wäre, eine Ursache für endlose Verwirrung und Spaltung in der Lesewelt. Die ältere Generation würde niemals einwilligen, eine neue Sprache zu lernen, .... Wir mögen viele Dinge von Amerika lernen, aber ihre Literatur ist das Letzte, was wir uns zum Vorbild nehmen sollten." ENGLISH-SPEAKING REUNION—JINGOISM ! (ENGLISCHSPRACHIGE WIEDERVEREINIGUNG—JINGOISMUS!) Harrison:— "Es bleibt eine weitaus tiefere Frage. Dieser Traum, sich in das ganze englischsprachige Volk einzufügen, ist eine gefährliche und rückschrittliche Utopie, voller Unfug und falschem Rassenstolz. Es ist eine subtilere und unheimlichere Form des Jingoismus. Wir alle müssen unsere nationalen Fehler und Schwächen durch Freundschaft mit denen anderer Ideale und ohne unsere besonderen Versuchungen korrigiert werden. Die englische Rasse ist bereits zu herrschsüchtig, ehrgeizig und egozentrisch. Eine Kombination mit Amerika würde unsere Laster, unsere Schwierigkeiten - und unsere Rivalen - stimulieren. Aber das ist ein zu großes Thema, um es in einem Absatz zu behandeln. Sicherlich wird damit ein falscher Weg eingeschlagen! ...."
THE GREAT ESPERANTO CONGRESS. (DER GROßE ESPERANTO-KONGRESS.) Die wachsenden Beweise für die Bedeutung der Sprache. "Der zweite Esperanto-Kongress gehört nun der Vergangenheit an, und wenn man ruhig zurückblickt, scheint die Besonderheit des Genfer Kongresses die kontinuierliche Arbeit der verschiedenen Sonderausschüsse zu sein. Offiziell gab es nur die Generalversammlungen aller Esperantisten, die Sitzungen des Sprachausschusses, dessen Mitglieder letztes Jahr in Boulogne gewählt wurden, und des Sonderausschusses des Kongresses, der am Eröffnungstag gewählt wurde, aber diese offiziellen Sitzungen wurden durch inoffizielle in einer solchen Zahl ergänzt, dass eine detaillierte Darstellung unmöglich ist. Die Geschäfte des Esperanto-Kongresses betrafen ausschließlich Esperanto als Sprache, aber wenn man sich daran erinnert, dass seine Mitglieder zu den führenden Intellektuellen in allen Teilen der Welt gehörten und dass diese Männer und Frauen im Gefolge der fortschrittlichen Streitkräfte stehen, kann man leicht erkennen, dass eine solche Zusammenkunft genutzt werden würde, um die Sonderorganisationen voranzubringen, für deren Förderung eine Sprache wie Esperanto so nützlich ist. Unter uns waren Pazifisten, gute Templer, christliche Verfechter, Freimaurer, Sozialisten, Musiker, Mathematiker, Mitglieder der Gesellschaft des Roten Kreuzes usw. usw., die alle ihre eigenen speziellen Versammlungen hatten.
Da es nicht möglich war, alles in einem Gebäude zu erledigen, war die Aula der Universität Schauplatz der Generalversammlungen; die Ausstellung fand im Beaux-Arts-Gebäude statt; die allgemeinen Arbeiten, Sekretariatsarbeiten und andere, und die meisten inoffiziellen Versammlungen fanden in der Ecole de Commerce statt; während für gesellschaftliche Versammlungen und Unterhaltungen die Salle des Amis d Instruction, das Theater und die Victoria Hall genutzt wurden. Alle Gebäude befanden sich in der Nähe desselben Ortes, aber gerade hier fühlten sich diejenigen von uns, die in Boulogne gewesen waren, nicht sehr wohl. Wir waren weiter voneinander entfernt, so dass der Charme eines Arbeitstages und eines abendlichen Vergnügungsabends, bei dem alle in Kontakt waren, nicht so empfunden wurde; in Boulogne schien es auch, als ob jeder Esperanto beherrschte, während in Genf selbst die Zahl der Esperantisten sehr gering war.
Für diejenigen, die nicht anwesend waren, gebe ich hier einige Blätter aus dem Tagebuch eines Esperantisten.
Genf, Montag, 27. August. — Welch ein Segen wird es sein, wenn alle zweisprachig sind. Wie um alles in der Welt hätte ich in diesem ausländischen Bahnhof ankommen und mein Gepäck im Voraus verschicken lassen sollen, wenn ich kein Französisch gesprochen hätte? Wir hatten zwar viel Spaß auf der Reise gehabt, aber es wäre äußerst unangenehm gewesen, wenn wir nicht bereit gewesen wären, die Dinge so zu nehmen, wie sie kamen, denn obwohl die Eisenbahnbehörden uns zwei Salonwagen zur Verfügung gestellt hatten, wollten wir bei unserer großen Zahl drei, und an einem stechend heißen Tag, mit (einem Aufschlag / einer Zusatzperson?) auf jedem Sitzplatz, und der Korridor war bis auf den letzten Platz gefüllt, kein Wunder, dass wir müde waren (nach zehn Stunden), so dass die Suche nach Gepäck Zimmer für Zimmer, in denen sich Kisten und Pakete jeder Art stapelten, keine erfreuliche Aufgabe war.
Dienstag. — Keine Zeit zum Auspacken; verpflichtet, sich sofort auf den Weg zu machen, um unseren Treffpunkt zu finden, Namen und Adresse zu registrieren und die grüne Eintrittskarte zu sichern.
Wir fanden die Ecole de Commerce ohne Schwierigkeiten, und dort im ersten Stock war unser geliebter Arzt. Ich bin wieder einmal erstaunt über diesen wunderbaren Mann, der, obwohl er seit unserem letzten Treffen so viele Menschen gesehen hat, mich sofort mit Namen ansprach und mich daran erinnerte, dass ich ihm in Boulogne den ersten Englischen Handschlag gegeben hatte. Die Räume waren ziemlich voll, und mit einer gegenseitigen Anerkennung nach der anderen durch Russen, Schweden, Franzosen, Deutschen usw. verging die Zeit so schnell, dass ich daran erinnert werden musste, dass es notwendig war, vor der ersten Sitzung eine Mahlzeit einzunehmen. Hier kam einer der kleinen Nachteile unseres Aufenthalts in Genf. Wir hatten zu verschiedenen Zeiten Räume in sechs verschiedenen Gebäuden, und für Fremde in der Stadt war dies ein wenig verwirrend. Auch hier erkannten wir den Vorteil einer kleinen Stadt gegenüber einer großen für unsere Zusammenkunft. In Boulogne waren alle auf der Suche nach Esperantisten, und jeder konnte sie dirigieren. Aber in Genf, wie so oft in so großen Städten, kannten nicht einmal die Einwohner die Namen aller Straßen, so dass sie uns nicht leiten konnten; und wir fanden den Salle des Amis d'lnstruction gerade noch rechtzeitig vor der Eröffnungsfeier. Da das Treffen ausschließlich Esperantisten mit Stimmrecht vorbehalten war, wurden nur grüne Eintrittskarten zugelassen, aber der Saal war ausgestattet, mit Galerien und allem Drum und Dran. Die erste Zeremonie war der Rücktritt des Organisationskomitees und die Ernennung eines neuen Kongressausschusses, in dem, wie bei jedem künftigen Kongress, der Präsident und der Vizepräsident aus dem Land stammen müssen, in dem der Kongress stattfindet. Dann wurde die in Boulogne abgegebene Erklärung über das Wesen des Esperanto und seine Neutralität formell bestätigt. Nachdem Dr. Zamenhof zunächst den Kongress offiziell für eröffnet erklärt hatte, wurde er wie immer begeistert empfangen. Am Abend begab er sich zur öffentlichen Sitzung in die Victoria Hall. Herr Moschelles befand sich natürlich zusammen mit den zahlreichen anderen Komitee-Mitgliedern auf dem Podium und hatte erwartet, dass sich seine Frau zu ihm gesellen würde; aber wir wurden zurückgewiesen, da wir nicht im amtierenden Komitee waren, und so beschlossen wir, frech genug zu sein, uns in eine der reservierten Logen zu setzen. Hier machte Frau Moschelles, während ich damit beschäftigt war, Notizen über das Verfahren zu machen, einige entzückende Skizzen von den intellektuellen Gesichtern, die uns auf der Plattform direkt gegenüberstanden. Es wäre schwierig für diejenigen, die noch nie bei einem solchen Kongress anwesend waren, die Anziehungskraft des Anblicks dieser vierzig oder fünfzig Idealisten aus achtzehn bis zwanzig Nationen zu erkennen, und vor allem, wenn man sich daran erinnerte, dass unter ihnen Offiziere der deutschen, französischen, schwedischen und anderen Armeen, Katholiken und Protestanten der entschlossensten und gegensätzlichsten Standortansichten waren. Sozialisten und Freidenker mit den stärksten Meinungen, doch Esperanto hatte sie zusammengebracht, als wären sie Brüder.
Mittwoch Morgen. — Um 9.30 Uhr war es glühend heiß, doch die Aula der Universität war voll. Lange und ernsthafte Diskussionen über die verschiedenen Berichte der Sprach- und Handlungsausschüsse fanden statt. Mittags wurden wir in den Bastionen zum großen Mittagessen (Déjeûner) erwartet, an dem etwa achthundert Gäste Platz nahmen, aber auf dem Weg wurde für ein Foto angehalten, das noch gemacht werden sollte. Die Gruppe auf den Stufen der Universität war ein bemerkenswerter Anblick. Eine hübsche junge Dame in weißer Bluse hatte direkt hinter einem Herrn posiert, dessen schönes weißes Haar immer auffällt, so dass sie mit einem schwarz gekleideten Mann unter viel Gelächter den Platz wechseln musste. Es sind diese freudvollen kleinen Familienereignisse, die unsere Esperanto-Treffen so beglückend machen wie die Weihnachtsfeiern früherer Zeiten. Nach dem Mittagessen, mit seinen Reden, Telegrammen, Witzen und Musik (wir alle machten den Esperanto-Ruf, zum Erstaunen einiger anwesender Reporter), war die Zeit mit inoffiziellen Sonderkomitees voll besetzt, und, leider! Ich wollte unbedingt bei zweien dabei sein, die zur gleichen Stunde stattfanden — dem Rotkreuz — und dem Lehrerkomitee — und verpasste doch beide, denn der eine war oben in der Universität, der andere in der Handelsschule. Da kein Plakat angeschlagen war, habe ich auch keines gefunden. Musiker, Mathematiker, Sozialisten, Katholiken usw. usw. trafen sich alle in speziellen Räumen, und die britische Sektion ergriff die eine unbesetzte halbe Stunde von 6 bis 6.30 Uhr, um zwei wichtige Punkte zu besprechen — die B.E.A.-Anmeldung und den Ort des nächsten Kongresses. Ein Enthusiast rief, dass Esperanto verwendet werden müsse, aber die "Neins" wurden angenommen. Stellen Sie sich vor, achtzig Menschen mit einer eigenen Zunge versuchen, in einer halben Stunde in einer immerhin fremden Sprache über zwei solcher Themen zu diskutieren. Es wurde beschlossen, dass wir mutig sein und den Kongress nächstes Jahr nach England einladen müssen, und dann eilten wir los, um uns auf den Abend im Theater vorzubereiten, wo eine charmante kleine Komödie — "A Letter of Recommendation" — von einem Russen, einem Franzosen und einem Portugiesen gespielt wurde, gefolgt von einer Tragödie von "Edmond de Amicis", übersetzt von Mme. Junck — und in der sie die Hauptdarstellerin war.
Freitag. — Keine Zeit, gestern zu schreiben, denn wir mussten um 8.30 Uhr am Kai sein, um nach Vevey zu fahren. Hatte schon einmal ein Schiff eine so kosmopolitische Menschenmenge? "Wo wird Esperanto sein, wenn unser Schiff untergeht", sagte ein Esperantist. "Ah!" war die Antwort", unsere Sache ist sicher. Wenn wir alle ertrinken, werden unsere Freunde überall nur umso härter arbeiten und sich enger an die Regeln halten, die wir aufgestellt haben"." Und das gilt ganz natürlich weiterhin. Was auch in einzelnen Staaten der Welt passiert. Wie auch immer die einzelnen Gesellschaften über Esperanto denken, ob Esperanto bekämpft oder gefördert wird, die Sprache bleibt und lebt weiter. ""Es ist der Tag meines Lebens", hörte ich jemanden sagen, "mit der Schönheit der Landschaft, der lebhaften Farbgebung, den reizvollen kleinen Gesprächskreisen aller Art, die sich bildeten und auflösten und dann Teile anderer solcher kleiner Gruppen bildeten." "Haben Sie M. Deshays gesehen? — Zeigen Sie auf ihn — ich muss nach seinem Lied fragen." "Wer kennt Dr. Mybs? — Ich habe mit ihm korrespondiert, aber ich kenne ihn nicht vom Sehen", und so weiter, und so weiter; und schließlich haben einige von uns genau die Person verfehlt, die sie unbedingt kennen lernen wollten. Ein rührender Vorfall war das Betreten des Schiffes in Ouchy durch zwei blinde Mädchen, die von weit her gekommen waren, um Dr. Zamenhof zu treffen. Sie sprachen charmant Esperanto, und die Jüngere sagte zum Doktor: "Darf ich Sie nicht küssen, lieber Meister? Niemals kann ich ausdrücken, was Sie für mich getan haben." Heute bei der zweiten Generalversammlung wurde die britische Einladung angekündigt und mit Begeisterung aufgenommen. Ich fragte einen Herrn, was wir tun sollten, wenn wir unseren Freunden nicht die leichten Weine geben könnten, an die sie gewöhnt waren? Er sagte: "Tun Sie das!" Und er sagte: "Warum, wir werden alle Tee trinken." In dieser Vormittagssitzung wurde ein offizieller Brief des Papstes verlesen, in dem es hieß, dass er den "Espero Katolika" erhalten werde. Die Ankündigung wurde mit begeistertem Beifall aufgenommen. Heute Abend konnten wir leider nicht mehr ins Theater gehen, und die Räume, in denen wir uns trafen, waren viel zu klein, sei es zuerst für das Konzert oder später für den Ball. Auch damals war der Tag für viele von uns durch die traurige Nachricht von Dr. Lloyds Verschwinden betrübt.
Samstag. 1. August. — Früh zur Aula für die Sprachdiskussion. Es wurde definitiv beschlossen, dass das Prinzip der Sprache so bleiben sollte, wie es von Dr. Zamenhof im "Fundemento de Esperanto" festgelegt worden war. Für Fachvokabulare müssen sie derzeit der Privatinitiative überlassen werden und später dem Sprachausschuss vorgelegt werden. M. Boriac, der seinen Bericht beendete, ersetzte die Leitung des provisorischen Komitees in den Händen von Dr. Zamenhof, der daraufhin erklärte, "dass er im Interesse von Esperanto das Sprachkomitee dazu veranlasst hat, seine Arbeit auf Dauer fortzusetzen". Diese Erklärung wurde mit dem herzlichsten Applaus aufgenommen und voll und ganz gebilligt. Das Zentralbüro wird für mehrere Jahre wie bisher in Paris bleiben, und dies wird durch ein großartiges Geschenk von £3000 (für die Miete des Gebäudes und die Gehälter der Sekretärinnen) von zwei französischen Esperantisten ermöglicht, die anonym bleiben wollen. Ein Schweizer Blinder erhob sich, um dem Kongress im Namen der blinden Esperantisten zu danken, denen durch das Medium Esperanto neue Freude gekommen war. Unter anderem wurde beschlossen, dass die verschiedenen Nationalitäten so bald wie möglich Lehrbücher über die Grammatik ihrer eigenen Nationen in Esperanto verfassen sollten; so konnte ein spanischer Esperantist, der English lernen wollte, dieses mittels Esperanto lernen, oder wenn er Französisch oder Deutsch lernen wollte, standen ihm die gleichen Mittel zur Verfügung. Esperantisten wollen nur die Muttersprache kultivieren und haben nie die Absicht gehabt, Esperanto universell, sondern nur international zu machen. Am Ende der Sitzung beschrieb der Marquis de Beaufront einen Besuch, den er gerade dem altgedienten Professor Naville abgestattet hatte, der erneut seine tiefe Sympathie mit der Esperanto-Bewegung zum Ausdruck bringen wollte, und, da er selbst nicht in der Lage war, sich aktiv an den Pflichten des Lebens zu beteiligen, wünschte er M. de Beaufront von ihm den Freundschaftskuss an Dr. Zamenhof zu geben, und unter begeisterten Rufen "Viva Zamenhof!" wurde die offizielle Sitzung für beendet erklärt; die Herren Micheaux, Mudie, Mybs, Hanauer, General Sebert, Oberst Pollen und Pfarrer Schmeberger wurden zum Organisationskomitee für den nächsten Kongress ernannt. Heute Abend war die Victoria Hall Schauplatz der öffentlichen Abschlußveranstaltung, als Berichte verlesen wurden, Telegramme eintrafen und zwei Schweizerinnen in ihren Nationaltrachten einen Blumenstrauss an Dr. Zamenhof überreichten. Um viertel vor zehn Uhr präsentierte Kommandeur Lemaire eine großartige Beschreibung des Kongo, illustriert durch Ansichten im Rampenlicht. Der Vortrag würde, wenn er gedruckt würde, einen wertvollen Beitrag zur Esperanto-Literatur leisten.
Sonntagmorgen. — Gerade zurück vom Esperanto-Gottesdienst in L'Auditoire, der alten Kapelle, in der Johannes Knox in Genf gepredigt hat. Pastor Schmeberger übernahm den Gottesdienst, wobei die Lesung die Beschreibung des Turms von Babel war. Pfarrer G. Rust aus Cambridge hielt eine Predigt aus dem Text: "Die Erde ist des Herrn und ihre Fülle". Die Gesänge waren schön, und die Musik für die Lobpreisung wurde von Herrn Rowe (Nottingham) verfasst. Zur gleichen Stunde fand auch ein Gottesdienst für Katholiken statt, und die Sozialisten trafen sich; aber die feierliche und schöne Zeit im Auditoire hinterließ einen Eindruck, den niemand von uns Anwesenden vergessen wird. Die Gemeinde füllte die Kapelle, und sie kamen natürlich aus vielen Nationen. Morgen wird ein grosser Teil der Esperantisten zu einer dreitägigen Schweiz-Reise aufbrechen.
Der Kongress ist vorbei, und nun müssen wir alle unsere Anstrengungen darauf richten, dass der nächste ebenso erfolgreich verlaufen kann. Wir müssen lernen, fliessend zu sprechen, und dürfen uns nicht mit schlüpfriger Unbestimmtheit zufrieden geben. Gesang, Deklamation und vor allem Höflichkeit müssen geübt werden; auch Stenographen werden für Pressearbeit benötigt. Ob das Treffen in Cambridge oder anderswo stattfindet, in Großbritannien wird es mit Sicherheit stattfinden. Deutschland beansprucht für sich, das nächste zu haben, dann werden wahrscheinlich Schweden; Belgien und Böhmen folgen."
ANSWERS TO CORRESPONDENTS. (ANTWORTEN AN KORRESPONDENTEN.) "F.G.G. (Nelson. N.Z.) — Es ist immer schwierig, die Aussprache mit irgendeiner schriftlichen Methode darzustellen, wenn es darum geht, genaue Laute zu definieren, aber wenn man verschiedene Erklärungen in Betracht zieht, die alle mehr oder weniger angemessen sind, kann man der Wahrheit nahe kommen. Die ideale Aussprache des Esperanto ist eine, bei der jeder Buchstabe nur und immer ein und denselben Laut hat, aber das ist in jeder Landessprache sehr ungewöhnlich. Wenn wir im vorliegenden Fall sagen, dass "j" gleich dem englischen "y" ist, was annähernd zutrifft, stoßen wir auf die Schwierigkeit, dass "y" in "boy" nicht genau den gleichen Klang hat wie "y" in "yoke". Dies spielt am Ende und am Anfang von Wörtern keine große Rolle, aber in der Mitte von Wörtern wie "vojo" gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen "vo-jo" (die letzte Silbe wie "yo" im Joch) und "voj-o" (die erste Silbe wie "oy" im "boy"). Die ideale Aussprache von "j" in Esperanto ist so, dass es keinen Unterschied zwischen "vo-jo" und "voj-o" gäbe, wobei das "j" in der Nähe der Laute von "y" in "boy" und in "young" liegen würde, aber nicht genau in einem von beiden. "O, wie in Sturm", wird zweifellos verwendet, um die Andeutung eines diphthongalen Charakters zu vermeiden, der manchmal im Zusammenhang mit dem englischen langen offenen "o" auftreten kann. Aber es scheint uns ein eher unbestätigtes Beispiel zu sein, da sich der Konsonant "r" fast wie ein anderer Vokal mit Vokalen vermischt, und es ist schwierig, genau zu analysieren, welcher Teil des Lautes wirklich auf das "o" und welcher auf das folgende "r" zurückzuführen ist. "Along" wird mit "laulonge" gut wiedergegeben. Beachten Sie die akzentuierten Buchstaben. Wir waren bisher nicht in der Lage, eine Lieferung von Drucktypen zu erhalten, so dass wir diese "sursignitoj" nicht korrekt drucken konnten. Gleichzeitig sind wir uns einer starken und wachsenden Abneigung der Esperantisten gegen die hässliche Darstellung des Akzentes durch ein folgendes "h" bewusst. Wir werden daher in Zukunft das Zeichen über den Buchstaben einfach weglassen und es dem Kontext überlassen, zu entscheiden, ob "ci" oder "chi" usw... gemeint ist, außer in Fällen wirklicher Unanwendbarkeit, wenn ein "h" eingefügt wird. Eine internationale Sprache wird heute so allgemein als eine Notwendigkeit anerkannt, dass es nur selten notwendig ist, die Idee selbst zu verteidigen; aber englischsprachige Menschen erklären so häufig, dass alle Welt erkennt, dass English das notwendige Medium sein muss, dass es mir aufgefallen ist, "dass unsere Leser in diesem Punkt eine Gegenüberstellung der französischen und englischen Ideen wünschen". Das Argument für Englisch stammt aus Munsey's Magazine, und ist von Brander Matthews, dem bekannten Amerikaner Literaten das von M. de la Grasserie für Französisch aus Concordia Geschriebene, vermutlich nicht als seine eigene Überzeugung, sondern als die Meinung, die er zu hören gewohnt ist, ausgedrückt. Merkwürdigerweise halten es beide Schriftsteller für eine feststehende Tatsache, dass diese Weltsprache die Muttersprachen der verschiedenen Völker ersetzen und universell sein muss; dies deckt sich mit einigen der Verweigerern des Esperanto, die der Meinung sind, dass es so leicht zu erlernen ist, dass die Menschen es ihrer eigenen Sprache vorziehen werden: sicherlich eine absurde Idee, denn solange die Welt geographisch gesehen so bleibt, wie sie gegenwärtig konstituiert ist, werden die Menschen der verschiedenen Nationen unterschiedlich bleiben und ihre eigene Sprache behalten, denn eine Sprache ist Teil einer Nationalität und charakteristisch für diese."" Es ist eben diese weitverbreitete national orientierte Meinung, die Esperanto und Weiterentwicklung behindert. Selbst unausgesprochen scheint es, diesen Verlust-Gedanken im Verborgenen zu geben. Doch vielleicht ist es nur die unangebrachte Angst, einen Vorteil gegenüber dem Rest der welt zu verlieren. Zumal die eigene Bevölkerung mehr von der sie umgebenen Welt wahrnehmen würde. Esperanto hat natürlich keine Dialekte. Eben weil diese Sprache eine weltweite Funktion hat, genauso wie Hochsprachen wie zum Beispiel Hochdeutsch für einen Sprachraum gelten. Daneben exisiteren die Dialekte für ihrem Raum.
"Nachdem Herr Matthews von der Notwendigkeit einer allen Menschen vertrauten Sprache gesprochen und seine Meinung zum Ausdruck gebracht hat, dass "nichts sicherer sein kann, als dass die Mehrheit der Menschheit niemals dazu gebracht werden kann, eine künstliche Sprache zu lernen", fährt er fort: "Bis zum Sonnenuntergang von Waterloo stand das Französische an erster Stelle: und dann verlor es für immer seine Chance, sich endlich als Weltsprache zu etablieren. .. Die Geschichte zeigt uns, dass eine Sprache sich nicht aufgrund ihrer eigenen Vortrefflichkeit im Ausland verbreitet und von immer mehr Millionen Menschen gesprochen wird ... es muss die Muttersprache einer meisterhaften Rasse sein, die bis in die Winkel der Erde reicht. ... Wenn es in Zukunft eine Weltsprache geben soll, dann wird es Englisch sein. So viel ist sicher. ... Wenn es kein Englisch gibt, dann wird es auch keine Weltsprache geben. ... Wenn unsere eigene Sprache die Weltsprache der Zukunft werden soll, dann nicht aufgrund ihrer eigenen Verdienste, sondern aufgrund der Vitalität und der Energie der Völker, die sie sprechen. Dennoch ist es eine Tatsache. Englisch ist im Großen und Ganzen besser für diese Ehre geeignet als jede andere bürgerliche Sprache. Es ist eine Sprache von überragendem Reichtum, sie hat eine wunderbare Fähigkeit, die benötigten Wörter aus jeder anderen Sprache, tot oder lebendig, aufzunehmen. Sie hat die Gabe, sich zu erfrischen, sich immer fit zu halten für all die verschiedenen Verwendungen einer Rasse, die gleichzeitig intensiv praktisch und grundlegend einfallsreich ist. Vor allem ist sie die Sprache, die in ihrer Struktur am weitesten fortgeschritten ist, dem Ziel der Einfachheit viel näher kommt als jeder ihrer Rivalen und daher leicht nach Gehör, durch Mundverbreitung zu erlernen ist. Auf dem europäischen Kontinent scheint Englisch langsam an die Stelle von Französisch als jener zweiten Sprache zu treten, ohne die sich ein Mensch nicht als gebildet betrachten kann. Es ist unsere Rechtschreibung, die das Haupthindernis für die Annahme des Englischen ist".
M. de la Grasserie ist der Meinung, dass eine künstliche Sprache perfekt und vollkommen logisch sein muss, der getreue Spiegel des Denkens und der Dinge, aber wenn sich das Denken und die Dinge ändern, müsste sie modifiziert werden, würde bald ihre Perfektion verlieren, und außerdem wäre sie nicht menschlich; die Sprache muss national sein. Nicht Englisch, denn obwohl es ein erhabener Jargon ist, mit einer einfachen Grammatik, machen seine Aussprache und die außerordentlichen Unregelmäßigkeiten in der Position seiner Akzente es zur Verzweiflung für Fremde, weil es eine so lange Praxis fordert, bevor es gebraucht werden kann. Das Französische ist aufgrund seiner Literatur die Königin der Welt — es hat seine Fehler —  aber seine brillanten Eigenschaften kompensieren es, die Qualität der Sprache, die Qualität des Ausdrucks und des Stils. Artikel: Thema: ergänzt direkt, indirekt und umstandsbezogen: in einer immer gleichen, festen und erstaunlich klaren Reihenfolge. Es ist analytisch bis zum Exzess, und so in der vollen Linie des Fortschritts reichen seine Qualitäten aus, um dem Französischen den ersten Platz zu sichern. Sein Titel dazu ist zudem historisch: in England war Französisch jahrhundertelang die einzige Sprache der regierenden Klassen. Überall, wo die Sprache der Gerichte gesprochen wurde, wurde sie immer als Sprache der Diplomatie verstanden und wird es lange Zeit bleiben. Daher kann Französisch nicht nur zur internationalen, sondern zur universellen Sprache werden, d.h. es wird alle anderen Sprachen ersetzen. Dies ist keine Utopie, auch wenn die Idee vielleicht verfrüht ist. Aber es bleibt ein schwerwiegender Einwand: der Nationalstolz. Wird sich ein Deutscher jemals damit abfinden, seine eigene Sprache aufzugeben und in Zukunft nur noch Französisch zu sprechen? Würde es ihm nicht so vorkommen, dass er seine Nationalität selbst aufgibt? . . . Vielleicht wird die Zukunft darauf antworten. Wir glauben, dass sich Frankreich durchsetzen wird, wenn die Wahl getroffen wird.
Hier gibt es zwei gegensätzliche Meinungen, zu denen die Tatsache hinzugefügt werden kann, dass die kultiviertesten Franzosen sagen, dass die Sprache des Englischen ihre gute Qualität ist, weil sie international ist, aber die Aussprache muss radikal reformiert werden. Man muss auch daran erinnern, dass die Esperantisten jede gute Qualität beider Sprachen beanspruchen, einschließlich des Stils, der Einfachheit und der Fähigkeit, alle benötigten neuen Wörter aufzunehmen, während ihr Gebrauch der Panzerung eines jeden Landes nicht schaden würde. Ich habe vergeblich nach einer deutschen Meinungsäußerung gesucht, dass ihre Sprache zur Weltsprache wird. Sie waren enttäuscht über Volapük und denken offenbar, dass eine gemeinsame internationale Sprache "wegen dieser Enttäuschung und für einen Deutschen nicht praktikabel ist. Englisch oder Französisch als Weltsprache ist undenkbar. In der Zwischenzeit kommen zum Deutschen Esperanto-Verein rasch neue Gruppen hinzu, und Frankfurt beantragt, dass der Kongress von 1907 dort abgehalten werden kann."
DeepL.com/Translator hat sich als gute Hilfe beim Übersetzen herausgestellt

THE BRITISH FAILURE AT THE HAGUE. (DAS BRITISCHE VERSAGEN IN DEN HAAG.) A Liberal Protest. (Ein liberaler Protest.) "Die Albany Review bringt die Enttäuschung und das Unbehagen der Liberalen über die Rolle unserer Delegierten in Den Haag und die Abdankung Englands als Führer der friedliebenden Nationen zum Ausdruck. Es wäre bedauerlich, wenn die größte Chance unserer Generation zur Förderung des Friedens vertan würde:— Es läßt sich nicht leugnen, daß ein Gefühl des Unbehagens über die Stellung der englischen Vertreter in Den Haag im Ausland herrscht. Die Diskussionen ziehen sich hin, während die großen Gegenstände, um die sich das Volk kümmert, in einem Labyrinth diplomatischer Formalitäten verloren zu gehen scheinen. .... Etwas mehr Offenheit und ein gelegentlicher Appell an die Gefühle der Nationen sind wesentlich für eine Diplomatie, die alles für den Fortschritt Europas und der Welt bewirken will." A Feeble Squeak. (Ein schwaches Quietschen.) "Herr Edward Dicey schreibt über den Zusammenbruch der Haager Konferenz in der Empire Review: Er sagt, dass die Mitglieder der Konferenz eine Reihe von genialen Vorrichtungen zur Beilegung internationaler Streitigkeiten vorgeschlagen haben, aber sie sind alle wertlos, solange nicht einige praktische Maßnahmen vorgeschlagen werden, mit denen diese Regeln im Falle der Nichteinhaltung durch eine widerspenstige Nation durchgesetzt werden sollen. Er bezieht sich verächtlich auf die Resolution über die Rüstung, die von den britischen Delegierten vorgelegt werden soll:— ...."
A FLAG FOR UNITED EUROPE. (EINE FLAGGE FÜR DAS VEREINTE EUROPA.) "In der Albany Review spricht William Archer ein Plädoyer für die Vereinigten Staaten von Europa, mit einer Skizze für eine Friedensfahne. Er ist der Meinung, dass der inspirierende Reiz der Flagge nicht länger ein kriegerischer sein sollte. Er ist der Meinung, dass wir in Europa unser neues Jahrhundert einleiten könnten, indem wir eine neue Flagge hissen, das Banner der Vereinigten Staaten von Europa, das unverwechselbar und charakteristisch die Flagge des Friedens sein sollte. Es könnte Seite an Seite mit jeder Nationalflagge wehen, denn es würde keinerlei Illoyalität gegenüber diesem Symbol bedeuten. Er schliesst:— Ich bin weder Künstler, noch hatte ich Zeit, mich mit Gestaltern zu beraten. Aber ich schlage vor, dass in der Form der Flagge die Analogie zu den Stars and Stripes betont werden sollte. Der Stern ist das wunderbarste aller sichtbaren Dinge und das schönste aller Symbole, und ich habe die Vision eines Sterns der Sterne — eines Sternhaufens, der so gruppiert ist, dass sie einen einzigen Stern bilden — was meiner Meinung nach vielleicht dem Zweck dienen könnte. Zu diesem Stern könnten wir und unsere Kinder schnell lernen, mit Stolz, mit Hoffnung, mit Ehrfurcht aufzublicken. Unter der Führung dieses Sterns sollten wir zu einer neuen Welt aufbrechen, befreit von der schrecklichen Last, der erbärmlichen Dummheit des Krieges; denn er wäre ein Stern des liebenswerten Einflusses, der in Wahrheit den Geist des Friedens auf Erden und des guten Willens gegenüber den Menschen ausstrahlen würde."
THE WORSHIP OF THE GOP OF WAR. (DIE HULDIGUNG DES KRIEGSGOTTESDIENSTES.) By Lord Avebury. (Von Lord Avebury.) "Die Zeitschrift Review of Internationalism für Juni enthält ein Papier von Lord Avebury mit dem Titel "Was ist das Beste: Frieden oder Krieg? "Er schätzt die Gesamtausgaben Europas für Militär- und Marinefragen auf vierhundert Millionen Pfund Sterling pro Jahr. Die Schulden der Welt belaufen sich auf sechstausend Millionen Pfund Sterling. Der größte Teil dieser Summe ist für Krieg und Kriegsvorbereitung verschwendet worden. Er sagt:— Der Zustand Europas kann nicht ohne Beunruhigung betrachtet werden. Rußland ist durch den Nihilismus vergiftet, Deutschland durch den Sozialismus beunruhigt, Frankreich von Anarchie heimgesucht. Es gibt keine Rechtfertigung für die jüngsten anarchistischen Verbrechen, aber nichts geschieht in dieser Welt ohne einen Grund. Die Arbeiter auf dem Kontinent arbeiten furchtbar lange für sehr niedrige Löhne. Wenn jemand die jüngsten Berichte aus Italien liest, wird er den miserablen Zustand der Landarbeiter in diesem Land sehen; die Löhne der Arbeiter in den kontinentalen Ländern sind sehr niedrig und ihre Arbeitsstunden sehr lang: während es den Kleinunternehmern in Frankreich und anderswo nicht besser geht. Ich sympathisiere sehr mit dem Wunsch nach einem Acht-Stunden-Tag, aber wenn er überhaupt angenommen wird, muss er international sein. Wenn jedoch das gegenwärtige Militärsystem beibehalten wird, ist keine Lockerung der Stundenzahl möglich. Die einzige Möglichkeit, die "acht Stunden" zu sichern, besteht darin, die Militär- und Marineausgaben zu verringern. Die Besteuerung, die zur Unterstützung von Heer und Marine notwendig ist, zwingt jeden Mann und jede Frau in Europa dazu, vielleicht eine Stunde pro Tag mehr zu arbeiten, als sie sonst brauchen. Tatsächlich ist die Religion Europas nicht das Christentum, sondern die Anbetung des Kriegsgottes." THIS WAY REVOLUTION LIES. (SO IST DIE REVOLUTIONÄRE LAGE.) "Er stellt einen wirkungsvollen Kontrast zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika mit 90 Millionen Einwohnern und Rüstungsausgaben von 40 Millionen auf der einen Seite und den uneinigen Staaten Europas mit einer Bevölkerung von 350 Millionen Einwohnern, die jährlich 200 Millionen Pfund Sterling für Armeen und Flotten ausgeben, auf der anderen Seite dar. Dies ist die Last des Militarismus, die beseitigt werden muss, bevor es einen Wettbewerb zwischen den europäischen Herstellern und denen der Vereinigten Staaten zu gleichen Bedingungen geben kann. Die Leiden und Nöte der Arbeiterklasse, die nicht verringert werden können, solange die gegenwärtigen Ausgaben beibehalten werden, führen zu einer raschen Entwicklung des Sozialismus:— Wenn nichts unternommen wird, wird sich die Lage der Armen in Europa immer weiter verschlechtern. Es hat keinen Sinn, die Augen zu verschließen. Die Revolution kommt vielleicht nicht bald, wahrscheinlich nicht in unserer Zeit, aber sie wird kommen, und so sicher wie das Schicksal ist, wird es eine Explosion geben, wie sie die Welt noch nie gesehen hat."
MR. FREDERIC HARRISON ON FRENCH DECADENCE. (MR. FREDERIC HARRISON ÜBER DIE FRANZÖSISCHE DEKADENZ.) "Jahrhundert stellt Herr Frederic Harrison Paris, wie er es 1851 zum ersten Mal sah, dem Paris von 1907 gegenüber. Bei seinem letzten Besuch wurde er wegen des Fiebers in seiner Familie aus der Gesellschaft seiner Freunde ausgeschlossen, und er verbrachte die Zeit damit, die Museen, Galerien und andere öffentliche Einrichtungen zu besuchen. Er zeugt von den enormen Veränderungen und den immensen Ergänzungen der nationalen Museen. Aber er spricht sehr streng von der allgemeinen Dekadenz in der Kunst. Er sagt:— .... Der Fluch des modernen Lebens — der Durst nach Neuem, wenn die Wut aus der alten Haut weicht — ist der Schandfleck unserer Literatur, unserer Kunst, unseres Dramas, unserer Manieren, ja sogar unserer Moral. Es ist eine Leidenschaft ohne Ziel, ohne Überzeugung, ohne Gefühl — ein bloßes ruheloses Jucken, sich von alten Gewohnheiten zu befreien und sich auf etwas Ungewöhnliches einzulassen, es spielt keine Rolle, was, wenn es sich nur als "unkonventionell" ankündigen kann. .... Er wagt zu behaupten, dass Herr Rodin selbst ein typisches Beispiel für Dekadenz ist und so viel für deren Lehre und Förderung getan hat wie jeder andere Mensch auch. Die Kunst der Karikatur war noch nie so lebendig, so begehrt und so gut bezahlt. Wie das übrige Europa wird auch Frankreich rasch amerikanisiert. ...."
The Coming of Esperanto: The Cambridge Congress. (Die Ankunft des Esperanto: Der Kongress von Cambridge.) "Kein Mitglied der Haager Konferenz hat es gewagt, ein Wort für die Anerkennung des Esperanto als die universelle lingua franca oder Schlüsselsprache der Welt einzulegen. Aber es gibt wahrscheinlich zwei Drittel dieser illustren Versammlung, die sich durch die Verwendung von Französisch als Diskussionssprache schwer behindert fühlen. Es stimmt, dass derzeit keine andere Sprache möglich ist. Aber alle sind der Meinung, dass die Verwendung des Französischen den Franzosen, Belgiern und Russen, für die Französisch praktisch eine Muttersprache ist, einen unfairen Vorteil verschafft. Die übrigen Delegierten müssen in einer Fremdsprache sprechen. Wenn sie alle Esperanto benutzen würden, würden sie alle fair beginnen. So wie es aussieht, sind viele der Delegierten fast unverständlich, wenn sie versuchen, Französisch zu sprechen. Herr Choate versuchte tapfer, es zu meistern, indem er im Alter von sechsundsiebzig Jahren Unterricht nahm, aber er fand es notwendig, ins Englische zurückzukehren. Herr Kriege, der zweite deutsche Delegierte, spricht auf Deutsch. Spanisch ist die Muttersprache von mehr Delegierten als diejenigen, die irgendeine andere Einzelsprache sprechen, aber bisher hat sich noch kein Südamerikaner an die Konferenz auf Spanisch gewagt. M. D'Estournelles de Constant erwägt, eine Resolution zugunsten eines allgemeineren Studiums von Fremdsprachen vorzuschlagen. Aber schon in kleinen Ländern müssen Kinder drei oder vier Sprachen lernen, und solange es keine einzige Schlüsselsprache gibt, besteht keine große Hoffnung auf Fortschritte in dieser Richtung. Es ist zu bedauern, dass sich die britische Regierung der internationalen Bedeutung von Esperanto viel weniger lebendig gezeigt hat als die französische Regierung. Eine gewisse Scheu, den Wert neuer Ideen anzuerkennen, ist eine unserer nationalen Schwächen, und die Bevormundung dessen, was von den Uninformierten als Modeerscheinung angesehen wird, ist für den Ruf eines britischen Staatsmannes fast tödlich. Es ist jedoch gut, dass die Esperantisten in der Guildhall willkommen geheißen werden und dass ihr Kongress in Cambridge ein immenser Erfolg zu werden verspricht."
PROGRAMME OF THE THIRD INTERNATIONAL ESPERANTO CONGRESS. (PROGRAMM DES DRITTEN INTERNATIONALEN ESPERANTO-KONGRESSES.)
Cambridge, August 10TH.—17TH, 1907. (Cambridge, 10.—17. August, 1907.)
Sonnabend, 10.August — Registrierung und Unterbringung. Private Empfänge und pastorales Spiel in der Merton Hall
Montag, 12.August — Anmeldung und Unterbringung. Vorläufige Ausschusssitzungen - Kongress, Nationale und Sektionssitzungen. Besuche an Colleges von 10-12 Uhr. Offizieller Empfang des Ehrenpräsidenten, Dr. Zamenhof, bei seiner Ankunft durch den Bürgermeister, Stadtrat George Stace, um 14.00 Uhr (Mitglieder des Kongresses werden gebeten, akademische Kleidung oder Uniform zu tragen, wenn sie dazu berechtigt sind). Besuch des Fitzwilliam-Museums und Empfang durch den Vizekanzler der Universität Cambridge um 14.30 Uhr. Grosses Gruppenfoto der Kongressmitglieder im Nevile's Court, Trinity College, um 15.40 Uhr. Offizielle Eröffnung des Kongresses im Neuen Theater um 20.15 Uhr. Empfang der internationalen Delegierten; Ansprache von Dr. Zamenhofs. Esperantomusik, vorgetragen vom Chor unter der Leitung von C. B. Rootham, MA, Mus. Bac. Präsentation des Banners durch britische Esperantisten der British Esperantist Association.
Dienstag, 13.August — Erste Generalversammlung, 10-12 Uhr Berichte. Sekretariat-Bericht. Ansprache des Präsidenten. Sonderexkursionen und Empfang in der Gartenstadt (Letchworth), von Ebenezer Howard. Treffen der Sektionen und Gesellschaften um 14.15 Uhr. Erster populärer Vortrag für Nicht-Esperantisten. Jahreskongress-Vortrag von Oberst Pollen, mit Rampenlicht-Illustrationen. Konzert. Dramatische Aufführung auf Esperanto, von 8.15 bis 10.30 Uhr. Theaterstück. "Boks and Koks" ("Box and Cox").
Mittwoch, 14.August — Zweite Generalversammlung, 10-12 Uhr. Halbjahresberichte und Diskussion. Sitzungen der Sektionen und Gesellschaften, 14.15 Uhr. Exkursion nach Ely. Militärisches Turnier (Legion der Grenzbewohner). Zweite Volksvorlesung für Nicht-Esperantisten. Gartenparty am Girton College, Theater von 20.15 bis 22.30 Uhr. Dramatisches Unterhaltungsspiel, "Bardell kontraŭ Pickwick".
Donnerstag, 15.August — Dritte Generalversammlung. Berichte der Sektionen. Glockengeläut in Great St. Mary's, Volles Läuten, von 13.00-17.00 Uhr, unter der Leitung von Pfarrer A. H. F. Boughey, Senior-Dekan des Trinity College, Generalversammlung der Internationalen Wissenschafts-Vereinigung von 14.00 bis 15.30 Uhr, im Debattiersaal der Unionsgesellschaft. Athletischer Polizeisport von 14.00 bis 18.00 Uhr. Ley's Schulgelände. Beleuchteter Garten Féte der Associated Friendly Societies, im Garten der Fellows des Trinity College, 19 bis 22 Uhr.
Freitag, 16.August — Vierte Generalversammlung, 10-12. Berichte der Sektionen. Lokale Exkursionen nach St. Ives, etc. von 14-17 Uhr. Sitzungen der Sektionen. Dritter Volksvortrag für Nicht-Esperantisten. Internationale Gruppen-Bankette von 19.00-21.00 Uhr Empfang von Dr. Zamenhof von Esperantisten in Nationaltracht und Ball in der Zunfthalle und Getreidebörse—21.00 Uhr.
Samstag, 17.August, — Abschließende Generalversammlung, 10.-12. August, in der Gildenhalle. Féte of La Revuo, Preisverleihung durch Dr. Zamenhof im Gildehaus. Musik usw., 14.30-16.00 Uhr.
Etwa sechsundzwanzig internationale Gesellschaften, die mit Esperanto assoziiert sind, wie z.B. Ärzte, Journalisten, Lehrer, Blindenhelfer, Rotes Kreuz, Mathematiker, Frieden, Drucker usw., werden während des Kongresses ihre unabhängigen Sitzungen abhalten. London Post-Congress Arrangements. (Londoner Nachkongress-Regelungen) Es ist zu hoffen, dass viele der englischsprachigen Esperantisten nach London kommen werden, da ihre Hilfe und Zusammenarbeit als Anleiter für die erwarteten fünfhundert Ausländer benötigt wird. Alle Einzelheiten werden in Cambridge bekanntgegeben, und Listen mit denjenigen, die durch London fahren oder berühmte Gebäude besichtigen wollen, werden erstellt, so dass man sich einigermaßen sicher sein kann, dass die Anzahl der benötigten Wagen, die Anzahl der benötigten Führer usw. mehr als 0 ist. Das allgemeine Programm ist:—
Sonntag, 18.August, — Gottesdienst, mit freundlicher Genehmigung von Pfarrer J. J. Pennington, in St. Clement Danes, Strand, um 9.45. Gottesdienst (Rev. A. W. Kearney) und Predigt (Rev. A. Poynder, von Cheltenham) auf Esperanto. Anschließend Kew, der Zoo, Empfang von Herrn Moscheles, mit Abendessen im Polyglot Club.
Montag, 19.August, — Empfang in der Guildhall durch Stadtrat Sir Vezey Strong, in der unvermeidlichen Abwesenheit des Oberbürgermeisters. Zu den Programmpunkten gehören u.a. die folgenden:— Esperanto-Chor: "L'Espero". Begrüßungsrede auf Englisch, mit Esperanto-Übersetzung. Sir Vezey Strong und Herr Mudie. Erklärungsrede über die Esperanto-Sprache. Herr Ellis aus Keighley. Esperanto-Lied: "Home, Sweet Home". Frau Mudie. Rede von Dr. Zamenhof; mit englischer Zusammenfassung von Herrn Cox, Lied von Frau Esther Palliser. Stück: Szenen aus "She Stoops to Conquer", auf Esperanto (die elf Darsteller repräsentieren elf Nationalitäten), Miss E. Stead für England, mit Vertretern von Holland, Österreich, Frankreich, Bayern, Russland, Italien, Armenien, Dänemark, Spanien, Schweiz. Harfensolo von Montagu Butler. Esperanto-Rezitation von M. Gosset. Chor auf Esperanto. Esperanto-Version von "Gott schütze den König". Karten erhalten Sie bei Miss Lawrence, 14, Norfolk Street, Strand. Fahrten und Museen am Montag und Dienstag.
Am Dienstagabend eine Konversation und Tanz im Restaurant Holbom. Anträge für die begrenzte Anzahl verfügbarer Eintrittskarten sind an Herrn G. Cox, The Homestead, Westover Road, Wandsworth, zu richten, der einer der Organisatoren ist, und müssen den Preis der Eintrittskarte, 2s, enthalten. 6d. pro Stück enthalten. Hier werden die Briten die Gastgeber und unsere Besucher die Gäste sein. Am Freitagabend das übliche Treffen des Londoner Clubs im St. Bride's Institute, Bride Lane, Fleet Street. Karten für das Abendessen im Imperial Hotel, Russell Square, W., am Sonntag, den 8. August, Preis 2s. 6d., können von Herrn Geo. Young, Hon. sec. des Polyglot Club, i und 4, Clement's Inn, Strand, London, W.C. ; Dr. Zamenhof. wird hoffentlich anwesend sein.
The Esperanto Congress at Cambridge (Der Esperanto-Kongress in Cambridge) The Impressions of an English Delegate. (Die Eindrücke eines englischen Delegierten.) Adrian Tuffield. "WENN die Welt immer noch daran zweifelt, dass Esperanto existiert, dass es eine lebendige Sprache ist, harmonisch, leicht verständlich und, was noch wichtiger ist, von allen Völkern der Erde fast genau gleich ausgesprochen wird, so muss es daran liegen, dass die Welt nicht nach Cambridge gegangen ist. Der Vertreter einer wichtigen Londoner Zeitung, der hingegangen ist, drückte die Gedanken vieler aus, als er sagte: "Ich gestehe, dass ich nach Cambridge gegangen bin, um mich über Esperanto lustig zu machen, aber ich bin konvertiert zurückgekehrt und meine, mich an die Arbeit zu machen und die Sprache zu lernen. In Cambridge, während der Kongress dauerte, war es wie in den Tagen, als die Menschen in den Ebenen von Shiner wohnten, "die ganze Erde bestand aus einer Sprache und einer Rede". Die Barriere der Sprachverwirrung wurde beseitigt, und Vertreter von dreißig verschiedenen Nationalitäten trafen sich im freundschaftlichen Umgang miteinander, vereint durch ihr gemeinsames Interesse an einer gemeinsamen Sprache."
DELEGATES FROM THIRTY NATIONS. (DELEGIERTE AUS DREIßIG NATIONEN.) "Der malerischste der Vertreter der dreißig Nationen, die sich in unserem alten Sitz des Lernens verbrüdert haben, war sicherlich der Delegierte aus Venezuela. Nestor Volcan ist kaum vierzehn Jahre alt, beherrscht bereits vier Sprachen — Spanisch, Französisch, Portugiesisch und Esperanto — und, wie er naiv bemerkte, "wird bald noch ein paar mehr lernen". Da er sich in Frankreich aufhält, wurde er zum Vertreter der Esperanto-Gruppen seines Heimatlandes delegiert. Als er am Eröffnungstag des Kongresses zusammen mit den anderen Delegierten seine Rede hielt, nahmen viele an, dass er sie einfach auswendig gelernt habe. Aber diejenigen, die ihn danach auf den Straßen und bei verschiedenen Zusammenkünften trafen, stellten fest, dass er Esperanto perfekt beherrschte und es mit erstaunlicher Präzision und Eleganz benutzte, was zweifellos weitgehend darauf zurückzuführen ist, dass sein Geist nicht, wie es bei älteren Menschen oft der Fall ist, mit nationalen Idiomen und Ausdrucksgewohnheiten gesättigt ist. In auffallendem Kontrast zu diesem jugendlichen Delegierten stand Leutnant Kardinal, der offizielle Vertreter der belgischen Regierung, ein großer und stämmiger Mann in Uniform, ebenfalls ein fließend sprechender Esperantist. Es ist so viel über die Gewissheit der Vielfalt in der Aussprache der Sprache durch die verschiedenen Nationalitäten gesagt worden, dass die Tatsache, dass sich die Aussprache dieser beiden aus weit voneinander entfernten Ländern stammenden Personen nur in der Weise unterschied, wie es zwei Personen derselben Nationalität tun könnten — d.h. der Venezolaner klang sein "r" klanglich und musikalisch, während die des Belgiers etwas kehllautig klangen. Der erste Kongress in Boulogne bewies überzeugend, dass es diese vielbeschworene Vielfalt in der Aussprache des Esperanto in einer Sprache, die nur fünf Vokale besitzt, nicht gab und nicht geben kann. Der Kongress von Cambridge hat diese Tatsache einfach bestätigt. Sergeant Gates zum Beispiel, der berühmte Cambridge-Polizist, ein typischer Engländer, der nie sein eigenes Land verlassen hat, zieht seine "O's" und "E's" heraus, aber das hinderte einen der Delegierten nicht daran, ihn so gründlich zu verstehen, dass er in seiner Freude seine Hände wie einen Pumpengriff auf und ab schüttelte. Nach einer Reise von fast sechsunddreißig Stunden und einer verwirrenden Durchquerung Londons von Victoria nach King's Cross war er in Cambridge angekommen, müde und hungrig, zusammen mit einer Schar anderer Esperantisten. Es war ziemlich dunkel. Wie sollte er seine Unterkunft in dieser fremden Stadt finden? Seine Erleichterung war in der Tat groß, als Sergeant Gates, der sich in fließendem Esperanto an ihn wandte, ihm sorgfältig erklärte, wohin er gehen sollte, und ihn mit einem Führer und seinem Gepäck zu seiner Unterkunft schickte."
CHURCH SERVICES IN ESPERANTO. (GOTTESDIENSTE IN ESPERANTO.) "Das Programm der Konferenz wurde in der letzten Nummer der Rezension gegeben, und es wird nicht notwendig sein, hier auf Einzelheiten einzugehen. Alles wurde wie vereinbart durchgeführt. Die Gottesdienste in den Kirchen am Sonntag vor der Eröffnung des Kongresses waren sehr beeindruckend. Die Geistlichen würden sich im Allgemeinen freuen, wenn in ihren Kirchen die Reaktionen so bereitwillig, die Hymnen so herzlich und die Aufmerksamkeit so groß wäre. Die Gottesdienste waren natürlich vollständig auf Esperanto. In Great St. Mary's (der Universitätskirche) predigte Pfarrer J. C. Rust aus Epheser i.9: "Nachdem er uns das Geheimnis seines Willens kundgetan hat, gemäß seinem Wohlgefallen, den er in sich selbst beabsichtigt hat". In der römisch-katholischen Kathedrale nahm der belgische Abt Richardson (in der unvermeidlichen Abwesenheit von Monsignore Giarabene) für seinen Untertanen an: "Und es wird eine Herde und einen Hirten geben. Der Text von Pfarrer W. B. Selbie, von der Kongregationskirche, lautete: "Wenn jemand seinen Willen tut, so soll er von der Lehre wissen, sei es von Gott, sei es, dass ich von mir selbst spreche" (Johannes vii.17)."
A TRIUMPHANT ENTRY. (EIN TRIUMPHALER EINZUG.) "Am Montag, dem 12., wurde der triumphale Einzug von Dr. Zamenhof in Cambridge gefeiert. Wie die meisten Menschen wissen, ist der Doktor ein empfindlicher Mann, und um eine Übermüdung zu vermeiden, hatte er in Folkestone bei M. Michaux übernachtet und reiste am Montag von dort nach Cambridge, wo er um zwei Uhr nachmittags am Bahnhof ankam. Dort wurde er vom Bürgermeister und einer Menge angesehener Esperantisten empfangen. Entlang der Streckenmeile zwischen dem Bahnhof und dem Fitz-William-Museum waren die Straßen von begeisterten Zuschauern gesäumt, die ihre Gefühle mit "vivu's" und Anfeuerungsrufen lösten, während im Bahnhof selbst die Lokomotive mit Schaulustigen besetzt war. Während er auf den Doktor wartete, bemerkte ein Herr, der an der Straße stand, einen kleinen Jungen, der auf dem Zaun saß, und fragte ihn: "Worauf wartest du hier?" Mit höchster Verachtung blickte der kleine Junge nach unten und sagte: "Um den König zu sehen, natürlich". "Welchen König?", sagte mein Freund. "Den König von Esperanto." Der kleine Bursche war leicht verwirrt bezüglich seiner Geographie. Im Fitzwilliam Museum empfing der Vizekanzler (Rev. E. S. Roberts) Dr. Zamenhof im Namen der Universität, und ein siebenjähriger Junge, Adrian Tuffield, überreichte Frau Zamenhof einen Blumenstrauss, "En la nomo de la infanaro de Cambridge". Die Szene war verwirrend. Die edle Marmortreppe hinauf strömte die Menge zur Galerie, wo Dr. Zamenhof stand, um sie zu empfangen. Zwei Abzeichen-Rosetten zeichneten die Besucher aus: Die Briten trugen Rot, Weiß und Blau, die ausländischen Esperantisten hellblau, so dass die Gäste schon beim Anblick wussten, an wen sie sich für einen Übersetzer wenden konnten, wenn Englisch nötig war. Vom Fitzwilliam aus begaben sich unsere angesehenen Gäste zum Trinity College, wo sie in mehreren Gruppen fotografiert wurden, von denen eine hier zusammen mit den Namen einiger der "Eminentuloj" abgebildet ist."
THE OPENING SCENES. (DIE ERÖFFNUNGSSZENEN.) "Die formelle Eröffnung des Kongresses fand am selben Abend im Neuen Theater statt. Der Bürgermeister und die Bürgermeisterin sprachen beide auf Esperanto. Nachdem Pfarrer Schneeberger den Vorsitz an Oberst Pollen übergeben hatte, überreichte dieser im Namen der Britischen Esperanto-Vereinigung ein prächtig prangendes Banner, das ein ewiger Besitz der Esperanto-Kongresse sein sollte. Dr. Zamenhof begann seine Rede mit einem herzlichen Dank an die Universität und die Stadt Cambridge und sprach über die im Laufe des Jahres erzielten Fortschritte. "Unsere Gegner", sagte er, "haben schon einmal aufgeschrien: Ach! Sie werden niemals die Unterstützung des englischen Volkes erhalten", und nun sehen Sie, dass wir hier sind!" Dann zählte er, wie üblich, unsere Verluste durch den Tod auf, und die Halle der Esperantisten erhob sich zu Ehren der Aktiven, die "von uns gegangen sind". Dr. Zamenhof definierte dann die Rolle der Esperanto-Kongresse und die Beziehung, die sie zu der inneren Idee des Esperanto  — genannt Esperantismus, haben. "Wir können", sagte er, "das Privileg, sich selbst als Esperantist zu bezeichnen, keinem Menschen verweigern, der die Esperanto-Sprache kennt und benutzt, ob er nun ein Heiliger oder ein Verbrecher ist. Aber nur diejenigen, die den durchdringenden Geist der Einsatzfreude für ein gemeinsames Ideal einer geeinten Menschheit haben, gehören zum wahren Esperantismus und marschieren unter den Falten unseres symbolischen Hoffnungsmaßstabs von Erfolg zu Erfolg weiter". Nach Dr. Zamenhof folgten die Reden von etwa dreißig Delegierten aus ebenso vielen Nationen. Sie wurden in umgekehrter alphabetischer Reihenfolge aufgenommen, so dass der junge Venezolaner Nestor Volcan als erster nach dem Empfang des von der belgischen Regierung gesandten Sonderdelegierten das Wort ergriff."
THE WORK ACCOMPLISHED. (DIE GELEISTETE ARBEIT.) "Es ist in der Tat schwierig zu versuchen, die ernsten und amüsanten Szenen zu beschreiben, die sich von Tag zu Tag abspielten. Im Ratssaal, in dem der Agada-Ausschuss tagte — und der, da er für alle offen war, während der zweieinhalb Stunden der Sitzung täglich gefüllt war — wurde viel gute Arbeit geleistet. Es wurden praktische Details für die Umsetzung der Empfehlungen der Delegierten und des Sprachausschusses festgelegt. Die Arbeit der Konsule, von denen es jetzt 203 gibt, wurde klarer definiert, und der Arbeitsplan für das folgende Jahr wurde skizziert. Die Beratungen wurden oft durch interessante Begebenheiten abwechslungsreich gestaltet, wie zum Beispiel als Professor Mayor, der gelehrteste unter den lebenden Lateingelehrten und seit 1872 Professor in Cambridge, aufstand, um seine erste Rede auf Esperanto zu halten. Da er dreiundachtzig Jahre alt ist, braucht niemand zu sagen, er sei zu alt, um die Sprache zu lernen. Der Sprachenausschuss stand natürlich nur seinen Mitgliedern offen. Die Arbeit des vergangenen Jahres, die hauptsächlich auf dem Korrespondenzweg stattfand, war anstrengend, aber die Ergebnisse sind bewundernswert. Was die neuen Fachbegriffe betrifft, so wird vorgeschlagen, dass der Sprachenausschuss selbst die Liste erstellt, die unter der Schirmherrschaft des Zentralausschusses gedruckt und als offizieller Zusatz zum Fundamento herausgegeben wird, das natürlich selbst unangetastet bleiben muss. Es ist mir unmöglich, alle inoffiziellen Zusatzausschüsse auch nur zu erwähnen, ihre Zahl war so groß. Es genügt zu sagen, dass definitiv eine internationale wissenschaftliche Vereinigung gegründet worden ist, "mit Männern wie Professor Bourlet, Réné de Saussure, und Herrn Thomson, Professor für Experimentalphysik (Cambridge), als Führungspersönlichkeiten, und auch internationale Gesellschaften für Blindenhilfe (von denen etwa sechzehn aus sechs Ländern in Cambridge anwesend waren), Verhütung von Tierquälerei, Schutz von Frauen und Kindern, usw., usw. Zur Erörterung der Übersetzung der Bibel wurde eine Sitzung einberufen, an der etwa 200 Delegierte teilnahmen."
PLEASANT GOODFELLOWSHIP. (ANGENEHME KAMERADSCHAFT.) "Die trockenen Geschäftsangelegenheiten haben so viel Platz eingenommen, dass von den angenehmen Ausflügen oder den herrlichen Theaterabenden und dem komischen Schauspiel von "Box und Cox" (Esperantisiert, natürlich) oder der berühmten Probeszene von "Bardell gegen Pickwick" (warum vergaß Serjeant Buzfuz zu bemerken, dass Tomaten früher "Liebesäpfel" genannt wurden?), in der Oscar Browning selbst zu den aus neun verschiedenen Nationen versammelten Spielern gezählt wurde, kaum noch etwas zu erzählen ist. Dann war der nationale Kostüm-Ball, als sich die Guildhall und die Getreidebörse vereinten, Schauplatz von unkonventionellem Glück, hübschen Kleidern und Gesellschaftstänzen. Wahrscheinlich noch nie zuvor haben sich achthundert Personen aus dreißig Nationen Tag für Tag bei fröhlichen Mahlzeiten in einer großen Halle getroffen, wie es in der Cambridge Corn Exchange der Fall war. Die Konventionalität geriet völlig in Vergessenheit, Spaß und gute Laune waren an der Tagesordnung — wie wenn ein fröhlicher spanischer Abt darum bat, dass jemand versuchen möge, für ihn die Karikatur zu finden, in der er im Gespräch mit dem großen, dünnen, zwei Meter großen Tiroler abgebildet war, mit der Legende darunter — "Der Kreis, der die Linie umarmt". Wir bemerkten kaum die angenehme, gute Gemeinschaft dieser Kongressversammlungen, bis sie vorbei waren, und wir Engländer, die wir die gleichen Säle verließen und im gleichen Eisenbahnwaggon reisten, saßen uns stofflich gegenüber, schweigsam und ängstlich, auch nur ein einziges Wort auszutauschen."
GATHERINGS IN LONDON. (VERSAMMLUNGEN IN LONDON.) "Eines der letzten Treffen in Cambridge war die glänzende Zusammenkunft im Fellows' Garden des Kings College, bei der Lord und Lady Clifden, Colonel und Mrs. Harding sowie der Bürgermeister und Mrs. Stace einige 1000 Gäste empfingen, wobei die Kapelle der Scots Guards anwesend war und liebliche Musik zur Gesprächsbegleitung brachte. Zu den letzten Ankündigungen gehörten die des Telegramms des Königs und die Nachricht, dass Lord Roberts eingewilligt hat, Vizepräsident der britischen Esperanto-Vereinigung zu werden. Nachdem Deutschland als Ort des nächsten Kongresses festgelegt worden war, reisten viele der Mitglieder am Samstag nach London, denn viele unserer ausländischen Gäste waren zum ersten Mal in England. Am folgenden Sonntagmorgen fand der Esperanto-Gottesdienst in St. Clement Dane's in the Strand statt, mit freundlicher Genehmigung von Pfarrer J. S. Pennington. Pfarrer A. Poynder hielt die Predigt, und Herr Trickett führte den Vorsitz an der Orgel. Am Nachmittag wurden Kew und die Zoologischen Gärten besucht, und Herr Moscheles gab einen Empfang in seinem schönen Atelier. Dr. Zamenhof erzählte uns, wie er, ein Fremder, noch "zu Hause" war, und Fräulein Esther Palliser sang einige entzückende Esperanto-Lieder — "Esperanto", sagt sie, "verbindet die Schönheit und Flüssigkeit der italienischen Vokale mit der Kraft und Männlichkeit der deutschen Sprache". Später fand eine Demonstration im Hyde Park und ein Abendessen im Polyglot Club statt."
THE IDEALS OF ESPERANTISTS. (DIE IDEALE DER ESPERANTISTEN.) "Montag war der Tag des großen Treffens in der Guildhall, an dem Stadtrat Sir T. Vezey Strong in der unvermeidlichen Abwesenheit des Oberbürgermeisters empfangen wurde. Der riesige Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt, und man konnte nur befürchten, dass viele Anwesende die Redner nicht hören konnten, obwohl die Sänger — Miss Esther Palliser, Mrs. Bolingbroke Mudie, Mr. Fames und Madame Guivey — herzlichen Beifall bekamen und viele erklärten, dass sie kein einziges Wort versäumt hätten, das Miss Palliser sang. Die Begrüßungsrede von Sir Vezey Strong wurde auf Englisch gehalten und von Herrn Mudie Satz für Satz geschickt ins Esperanto übersetzt. Dr. Zamenhof sprach dann auf Esperanto, Herr G. J. Cox gab danach das folgende Resümee zugunsten der anwesenden Nicht-Esperantisten:— Es ist mir eine große Freude, die Gelegenheit zu haben, das britische Volk in seiner großen Hauptstadt zu begrüßen. Ich komme gerade aus Cambridge, wo unsere britischen Mitarbeiter mit der größten Sorgfalt und Gastfreundschaft für uns ein großartiges Fest vorbereitet haben, bei dem nicht nur die Esperantisten, sondern auch die noch nicht aspirierte Stadt alles dafür getan haben, dass wir von diesem schönen Ort des Lernens die schönsten Erinnerungen mitnehmen sollten. Daher müssen meine ersten Worte ein aufrichtiger Dank für die Gastfreundschaft sein, die wir genossen haben. Dies ist das zweite Mal, dass wir britische Gastfreundschaft empfangen haben, und sicherlich können wir den freundlichen Empfang, der uns vor zwei Jahren in Folkestone und Dover zuteil wurde, nie vergessen. Der Saal, in dem wir uns bis zum Abend befinden, ist bekannt für die wichtigen Gäste, die von Zeit zu Zeit hier empfangen wurden. Jetzt empfängt der gleiche Saal die Menschen aus allen Ländern, die die Esperanto-Welt repräsentieren. Wer sind diese neuen Gäste? Was ist es, das sie repräsentieren? Der Esperantismus zielt auf gegenseitiges Verständnis und die daraus resultierende Wertschätzung und Liebe zwischen allen Nationen ab. Aber dieses Ziel ist oft falsch dargestellt worden. Uns sind zwei Dinge vorgeworfen worden: erstens, dass wir hartnäckig alle Lösungen des internationalen Sprachenproblems außer Esperanto ablehnen. Viele Male habe ich wiederholt — und in Boulogne wurde es offiziell verkündet — dass der Esperantismus nur auf die Verständigung zwischen den Nationen abzielt. Das Medium, das für dieses Verständnis benutzt wird, ist für mich persönlich eine gleichgültige Angelegenheit. Aber wir haben beschlossen, uns für Esperanto zu entscheiden und ausschließlich dafür zu arbeiten, anstatt ständig und auf unbestimmte Zeit Experimente zu machen; nicht, weil es die Sprache Zamenhofs ist, der nicht Papst werden will, was eine Unwahrheit ist, die im Ausland verbreitet wurde, sondern nur, damit die gemachten Experimente und die gesammelten Erfahrungen nicht vergeudet werden dürfen. Die Verbesserungen, auf die uns viele drängen, würden zum jetzigen Zeitpunkt unser Ziel verfehlen und die Ergebnisse von zwanzig Jahren disziplinierter und erfolgreicher Arbeit zunichte machen. Der zweite Vorwurf, von dem wir oft hören, ist, dass wir Esperantisten schlechte Patrioten sind, weil alle Esperantisten die Idee der gegenseitigen Gerechtigkeit und Brüderlichkeit unter den Menschen predigen, das Gegenteil jenes chauvinistischen Patriotismus, der in Unfreundlichkeit gegenüber allem besteht, was nicht zu ihrer eigenen besonderen Nation gehört. Gegen diese unwürdige Unwahrheit und diesen falschen Patriotismus, der durch den Chauvinismus repräsentiert wird, der den gemeinsamen Hass hervorruft, protestieren wir mit aller Kraft und mit jeder Faser unseres Herzens. Wahrer Patriotismus ist ein Teil jener großen universellen Liebe, die überall Glück schafft, bewahrt und verströmt; und wenn diese glückliche Zeit kommt, in der sich, statt jeder für sich selbst zu leben, Menschen mit einem Einverständnis zusammenschließen, um einander zu helfen und zu lieben, dann wird sie die Frucht der ständigen und unermüdlichen Arbeit von Männern und Frauen sein, wie jene, die Sie in diesem Saal vor sich sehen und die unter dem bisher sehr wenig bekannten und wenig geschätzten Namen Esperantisten bekannt sind. Dr. Zamenhof wurde begeistert applaudiert, und der Abend endete mit Szenen aus "She Stoops to Conquer" auf Esperanto, mit Schauspielern aus elf Nationen. Alle, die es sahen, gestanden, dass es reizend inszeniert und charmant gespielt war. Am Dienstag wurde Dr. Zamenhof offiziell auf der Terrasse des Unterhauses von Herrn Herbert Samuel, dem Unterstaatssekretär des Innenministeriums, in Vertretung von Herrn Gladstone empfangen, der sich um die Angelegenheiten des Hauses kümmern musste. Mehrere der Mitglieder führten ein langes und interessantes Gespräch mit dem Doktor. Am Abend fand ein Ball im Restaurant Holbom statt. Am Freitag statteten Dr. und Frau Zamenhof dem Londoner Club einen Besuch ab und verließen am Samstag die Victoria Station auf ihrer Rückreise. Hätten die Esperantisten nur getanzt, gegessen und sich amüsiert, was dazu diente, unter ihnen das Gefühl menschlicher Brüderlichkeit zu wecken, hätte die Zeit nicht als verloren angesehen werden können. Aber es ist noch viel mehr getan worden, und nur die Zukunft wird das Ergebnis dieser internationalen Zusammenkunft von Soldaten und Matrosen, Rotkreuz und Pazifisten, Sozialisten und Musikern, Lehrern, Religiösen, Männern und Frauen aller Art und Voraussetzungen aus allen zivilisierten Nationen der Welt zeigen."
THE SECOND CONFERENCE AT THE HAGUE. (DIE ZWEITE KONFERENZ IN DEN HAAG.) THE CHRONICLE OF THE SECOND MONTH. (DIE CHRONIK DES ZWEITEN MONATS.) 31. August 1907.
"DIE Konferenz, die seit zwei Wochen zu Ende gehen sollte, wird erst dann zu Ende sein, wenn diese Seiten dem Leser ins Auge fallen — wenn überhaupt. Das Wetter war schlecht, die Enttäuschungen waren zahlreich, aber es war von Anfang bis Ende eine hochinteressante Zeit, interessanter als die erste Konferenz, aber auch enttäuschender. Möglicherweise, wenn ich den patriotischen Wunsch, mein eigenes Land an der Spitze zu sehen, ein Gefühl, das vielleicht nur eine verherrlichte egoistische Einbildung ist, nur mit Füßen treten könnte, wäre ich in diesem Jahr zufriedener gewesen als 1899. In beiden Jahren fand der Vorschlag zur Begrenzung der Rüstung ein vorzeitiges Ende. Aber 1899 gab es zumindest den Anschein einer ernsthaften Diskussion, und die für das Fiasko verantwortliche Macht war nicht England. In diesem Jahr gab es nicht einmal den Anschein einer ernsthaften Diskussion, und die für die traurige Farce verantwortliche Macht war nicht England. Daher ist mein Herz traurig, denn ich liebe mein Land und bin eifersüchtig auf seine Ehre und seinen Platz als Führer der Nationen, auf den es stolz und ruhmreich ist. Im Jahre 1899 führte England die Welt an. Im Jahre 1907 war es die Enttäuschung und die Verwunderung ihrer Freunde, während diejenigen von uns, die gehofft hatten, dass die brillanten Leistungen von 1899 übertroffen würden, nur in Scham und Verwirrung den Kopf hängen lassen können. Es war, als wären wir in der Erwartung losgezogen, die Lorbeeren eines friedlichen Trafalgar zu erringen, und als wären wir vom angeschlagenen Feld von Colenso zurückgekehrt. Und das Merkwürdige ist, dass die Engländer sich gewundert haben, dass wir unsere Enttäuschung nicht im Schweigen ersticken konnten. Das Alter, welches den philosophischen Verstand mit sich bringt, hat, so fürchte ich, den leidenschaftlichen Patriotismus, der mich dreißig Jahre lang dazu gebracht hat, immer wieder kompromisslosen Widerstand gegen diejenigen zu leisten, die den schönen Namen Englands durch ungerechten Krieg befleckt haben, noch nicht durch einen idealen Kosmopolitismus ersetzt. Und wenn ich gesehen habe, wie eine Chance nach der anderen verpasst wurde, wenn immer wieder eine mutige Initiative alle fortschrittlichen Elemente in den Vereinigten Staaten der Welt auf unsere Seite gezogen hätte und wenn ein ausländischer Botschafter eingreifen musste, um unser Land vor der unaussprechlichen Schande zu bewahren, sich den Bemühungen um eine kleine Rate eines obligatorischen Schiedsverfahrens zu widersetzen, dann hoffe ich, dass man mir meine Wut verzeihen kann. Wenn der Frieden seine Siege nicht weniger bekannt hat als der Krieg, so hat der Frieden auch seine Niederlagen, die ebenso schändlich und katastrophal sind." I.—THE SOCIAL SIDE OF THE CONFERENCE. (I.—DIE SOZIALE SEITE DER KONFERENZ.) "Abgesehen von diesen melancholischen Reflexionen gab es im vergangenen Monat in Den Haag vieles, was uns dazu veranlasst hat, Gott zu danken und Mut zu fassen. Die Konferenz selbst, je länger sie dauert, erfüllt mich mit Zuversicht. Es ist keine Kleinigkeit, dass repräsentative Männer aus jedem Viertel der Welt zwei ganze Monate lang die Schultern aneinander gerieben haben, ohne dass ein einziger persönlicher Streit die Harmonie der Versammlung beeinträchtigt hätte. .... Krieger, wenn sie ihr Schwert in die Scheide stecken, finden in ihren ehemaligen Feinden oft ihre wärmsten Freunde. Aber das Wunderbare daran ist, dass rivalisierende Professoren des internationalen Rechts, Pedanten der Rechtswissenschaft, die Nachfahren der Gelehrten, die sich wegen ihrer Theorien über unregelmäßige Verben verflucht haben, sich darauf einigen, sich zu unterscheiden und zu speisen, als ob es keine rivalisierenden Rechtssysteme gäbe und als ob alle Verfassungen und Institutionen gleich wären. Und Weiße und Farbige, Gelbe und Braune und Schwarze, treffen sich und mischen sich im Sitzungssaal und im Festsaal, als ob es wirklich wahr wäre, dass alle Menschen gleich wären, und die Lehre, dass Gott alle Nationen, die auf Erden wohnen, aus einem Blut gemacht hätte, endlich unter den Menschen Akzeptanz gefunden hätte. An zwei Dinge werde ich mich immer mit Freude erinnern. Das eine war der Anblick des Londoner Oberbürgermeisters, der die Sozialdemokratin Madame Braun zu einem Abendessen im Herrenhaus vor Seiner Exzellenz Graf Metternich, dem Vertreter des deutschen Kaisers, einlud, und das andere war der Anblick einer farbigen Dame aus Hayti, die Seite an Seite mit den stolzesten und blaublütigsten Aristokraten Europas bei einem gesellschaftlichen Empfang in Den Haag saß." THE CONFERENCE DINNER. (DAS KONFERENZDINNER.) "Ein Konferenzdinner — und es gibt jeden Abend ein Abendessen — ist eines der Merkmale des Weltparlaments. "Ich bin des obligatorischen Abendessens und des Dauerlachses überdrüssig", sagte Dr. Drago; aber die Abendessen, ob obligatorisch oder nicht, sind genauso wichtig wie die Ausschüsse. Jede Delegation gibt ihrerseits ein Abendessen. Einige geben mehrere. In der Regel essen etwa fünfzig bis sechzig Personen gemeinsam zu Abend. Die Einladungen beschränken sich in der Regel auf die Delegierten, mit einem Hauch von Aussenstehenden. .... Normalerweise gibt es während des Abendessens Musik. Wenn Sie in Ihrem Nachbarn rechts und links Glück haben, geht alles gut. Wenn man jedoch fehl am Platz ist und sich unter Leute begibt, die nicht Ihre Sprache sprechen, dann ist es ziemlich langweilig. Nach dem Abendessen gibt es eine Vertagung in den Raucher- oder Ballsaal, und dann hat man die beste Gelegenheit, diejenigen zu sehen, die man sehen möchte, und zu besprechen, wie es läuft." A CURIOUS POLYGLOT WORLD. (EINE MERKWÜRDIGE POLYGLOTTE WELT.) "Es ist eine eigene merkwürdige polyglotte Welt, in der man Menschen von überall her trifft und sie in allen wesentlichen Aspekten der menschlichen Natur so ähnlich findet, dass man, wenn man blind wäre und sie alle Esperanto sprechen ließe, nicht wüsste, ob sie nicht alle seine eigenen Landsleute wären. Die meisten von ihnen sind angenehmer in dem Sinne, dass sie weniger zurückhaltend sind als die Engländer, aber die Quellen der menschlichen Natur sind überall identisch. Zu den genialsten Delegierten gehören die Chinesen, die Japaner, die Südamerikaner, einige der Russen, die meisten Amerikaner, Baron Marschall und die meisten Vertreter der kleineren Staaten. Die Perser können leider kein Englisch sprechen. Ebenso wenig wie Turkhan Pascha, der einer der beliebtesten Männer der Konferenz ist. Unter den Frauen gibt es ein oder zwei Schönheiten aus Südamerika. Graf Prosor hat zwei Töchter, von denen die eine wunderbar französisch rezitiert und die andere ausgezeichnet schön ist. Aber unter den Ehefrauen und Töchtern der Delegierten gibt es keine politischen Frauen." A TYPICAL DINNER TABLE. (EIN TYPISCHER ESSTISCH.) "Ein Konferenzdinner ist ein unvergesslicher Anblick. Blicken Sie auf die langen blumengeschmückten Tische, die in Form eines Hufeisens angeordnet sind und um die herum fünfzig oder sechzig Delegierte essen und trinken und sich unterhalten. Das Gemurmel so vieler Stimmen, die zum größten Teil Französisch sprechen, steigt in einer kontinuierlichen, wechselnden Klangbild zum Dach empor, durch die sich die Stämme des entfernten Bandes mühsam ihren Weg bahnen. ...." THE RELATIONS WITH THE PRESS. (DAS VERHÄLTNIS ZUR PRESSE.) "Die Abendessen und die Proch Verbals — welche Arbeit letztere mit sich bringen! "Es bringt mich um", sagte einer der Sekretäre aus Konstantinopel, ein Experte auf dem Gebiet des internationalen Rechts, der die fähige Zweitbesetzung von M. de Martens ist. "Bis zum Abend, nach dem Abendessen, werde ich fünf Stunden lang arbeiten müssen, um meine Notizen zu schreiben, Korrekturen vorzunehmen und den compte rendu der séance vorzubereiten." Jeder Delegierte erhält von jedem offiziellen Papier und jedem compte rendu drei Korrekturabzüge des ersten Korrekturabzugs. Diese werden korrigiert, als zweiter Korrekturabzug zurückgeschickt, und dann wird endlich die endgültige Fassung in Umlauf gebracht. In einer Hinsicht, und nicht nur in einer, stellt die jetzige Konferenz eine immense Verbesserung gegenüber ihrer Vorgängerkonferenz dar. Die erste war unglücklich in ihrer Verbindung von Generalsekretär und Sekretär. Diese Konferenz hat in beiden Fällen großes Glück gehabt. Sie sind wie zuvor - der erste Niederländer, der zweite Russe, und sie haben die gleichen Ämter inne. Damit endet die Ähnlichkeit. Auf der ersten Konferenz herrschte der Wahn, dass es möglich und richtig war, die Öffentlichkeit im Dunkeln zu lassen, was im Haus ten Bosch vor sich ging. Das Sekretariat betrachteten die Journalisten daher als Wildhüter, die als Wilderer gelten. Diese Konferenz hat die Absurdität dieses Vorspiels der Geheimhaltung erkannt, und das Sekretariat behandelt die Presse als ihre Freunde und Verbündeten und nicht als ihre Feinde. Nach jeder Kommission sammelt Graf Prosor die Vertreter der Presse um sich und diktiert ihnen eine Zusammenfassung des Verfahrens, die uns alle darüber informiert, was im Ridderzaal beschlossen wurde. In den Plenarsitzungen, zu denen die Presse zugelassen wird, sind wir immer noch weitgehend von Graf Prosor abhängig, wenn es um Informationen darüber geht, was mehr oder weniger in stummer Show vor unseren Augen passiert ist. ...." II.— THE WORK OF THE CONFERENCE. (II.- DIE ARBEIT DER KONFERENZ.) "Die Konferenz wurde inmitten eines großen Krieges einberufen, der die Gefahren in den Vordergrund gerückt hatte, die sich daraus ergaben, dass die Kriegsparteien Operationen durchführten, die die Sicherheit und das Eigentum der Neutralen ohne jeglichen Völkerrechtskodex direkt beeinträchtigten. England und Rußland wurden durch eine Meinungsverschiedenheit zwischen ihren beiden Regierungen über die Bedingungen, unter denen der Krieg geführt werden sollte, sehr nahe an den Rand eines Krieges gebracht. ...." CODIFYING THE LAW OF NATIONS. (DIE KODIFIZIERUNG DES VÖLKERRECHTS.) "Diese und andere Fragen veranlassten Präsident Roosevelt, dem Appell der Interparlamentarischen Union, die zweite Haager Konferenz einzuberufen, umso bereitwilliger zuzustimmen. Ziel der Union war es, einen Fortschritt in Richtung Frieden zu machen. Das Ziel von Präsident Roosevelt und dem Zar von Russland, der die Konferenz einberief, bestand darin, die Schwierigkeiten zu beseitigen, die das Gebiet der Feindseligkeiten nach Ausbruch des Krieges vergrößern könnten. Der Verlauf der Konferenz zeigt die Spuren dieses Ursprungs. ...." AN IMPORTANT FIRST STEP. (EIN WICHTIGER ERSTER SCHRITT.) "Es ist unmöglich, in diesem Artikel den Versuch zu unternehmen, alle Änderungen, die durch die verschiedenen Übereinkommen, die die Konferenz ausgearbeitet hat, im internationalen Recht vorgenommen wurden, im Detail zu beschreiben. In den meisten Fällen handelt es sich um nicht viel mehr als die Kodifizierung oder die Verankerung von Grundsätzen, die in mehr oder weniger unbestimmter Form durch die Gepflogenheiten der Nationen anerkannt worden sind. Es gab einen gewissen Konflikt zwischen den Auffassungen der verschiedenen Mächte, aber im Großen und Ganzen ist es der Konferenz in hohem Maße gelungen, ein allgemeines Einvernehmen über die Rechte und Pflichten der Neutralen und die Grenzen, innerhalb derer die Kriegsparteien ihre Operationen durchführen sollten, zu erzielen. ...." THE REGULATION OF FLOATING MINKS. (DIE REGULATION DER SCHWIMMENDEN NERZE.) Der gleiche Trend der zivilisierten Meinung ist in allen anderen Konventionen sichtbar, ob sie nun die Rechte der Neutralen definieren oder Bedingungen für die Ausübung der Privilegien der Kriegsparteien festlegen. Nehmen Sie zum Beispiel die (Frage der Verlegung von Treibminen. Zur Frage der Sprengminen in der Seekriegsführung hatte das Völkerrecht nichts zu sagen. ...." III.— WORK FOR PEACE. (III.- ARBEIT FÜR DEN FRIEDEN.) "Alle im vorhergehenden Abschnitt behandelten Themen sind zwar wichtig, aber keine Themen, die in erster Linie die große Öffentlichkeit interessieren. Was die Völker wissen wollten, war erstens, ob etwas getan werden kann, um den Druck der Rüstung zu mindern; zweitens, welche Schritte in Richtung einer Föderation der Welt auf dem Weg der Schlichtung und Vermittlung unternommen werden können. Der zweite Teil der Arbeit der Konferenz war, was die Rüstung betrifft, absolut enttäuschend. Es gibt nichts, was man tun könnte, um die fortschreitende Zunahme der Rüstung sofort zu verringern oder gar aufzuhalten. Das einzige Ergebnis der tapferen Bemühungen von Sir Edward Grey um eine ernsthafte Bildungsdebatte zu diesem Thema war der Nachweis, dass keine Regierung, nicht einmal eine Delegation, mit Ausnahme der englischen, überhaupt den Wunsch hatte, über dieses Thema zu diskutieren. Unter diesen Umständen war alles, was man tun konnte, dem Thema ein erstklassiges Begräbnis zu gewähren. Dies wurde durch die Annahme eines frommen Wunsches, dass die Mächte die Frage untersuchen würden, gebührend erfüllt. Die Resolution war vollkommen bedeutungslos und wurde erklärtermaßen zu keinem anderen Zweck eingebracht als dem, das Gesicht Englands zu wahren, indem wir so taten, als würden wir die Flagge noch immer wehen lassen. Wir haben sie vielleicht weiter wehen lassen, aber sie war halbmasthoch. ...." GERMANY AND ARBITRATION. (DEUTSCHLAND UND SCHIEDSGERICHTSBARKEIT.) "Damit wurde die Frage der Rüstung aus dem Weg geräumt, das Feld frei gelassen, um etwas in Richtung Schiedsgerichtsbarkeit zu tun. Leider wurden die Hoffnungen, die durch die mutige und nachdrückliche Erklärung von Baron Marschall zugunsten eines obligatorischen Schiedsverfahrens und eines ständigen Gerichts in der fünften Woche der Konferenz geweckt worden waren, durch das weitere Vorgehen der deutschen Delegierten etwas enttäuscht. Auf der ersten Sitzung des Ausschusses, der mit der Prüfung des von Portugal eingeführten Projekts eines obligatorischen Schiedsverfahrens beauftragt war, hielt der Preuße Kriege, der im Auswärtigen Amt in Berlin tätig ist und der zweite deutsche Delegierte ist, eine Rede, die tiefe Bestürzung auslöste. Innerhalb einer Woche nach dem Manifest von Baron Marschall, das sich für eine obligatorische Schiedsgerichtsbarkeit aussprach, erklärte Herr Kriege kategorisch, dass "die deutsche Delegation keinem Projekt ihre Aufmerksamkeit schenken kann, das darauf abzielt, eine obligatorische und universelle Schiedsgerichtsbarkeit für alle Fragen juristischer Natur oder in Bezug auf die Auslegung von Verträgen einzuführen. Die deutsche Delegation wird gegen diese Vorschläge stimmen". Der Bericht über seine Rede wurde erst einen Monat später in Umlauf gebracht, aber der Eindruck, den er hervorrief, war weit verbreitet. Baron Marschall bemühte sich, diesen Eindruck durch Zusicherungen zu beseitigen, die eine vorübergehende Wirkung hatten. Leider war dies nur vorübergehend. Denn Baron Marschall selbst schien bald mit Schadenfreude die Hoffnungen zu zerstören, die auf seiner Juli-Rede aufgebaut worden waren. Sein Verhalten weist große Ähnlichkeit mit dem von Herrn Balfour auf. Was für Mr. Balfour Freihandel war, war für Baron Marschall obligatorische Schlichtung. Marschall Niemand hätte ihn in seiner Hingabe an das Prinzip übertreffen können; aber wann immer praktische Schritte zur Verankerung dieses Prinzips im Absatz eines Konvents vorgeschlagen wurden, stimmte er mit der mechanischen Regelmäßigkeit eines Automaten dagegen." THE PERMANENT COURT OF ARBITRATION. (DAS STÄNDIGE SCHIEDSGERICHT.) "Die Konferenz war den ganzen Monat damit beschäftigt, zwei Phasen der Schiedsgerichtsfrage zu erörtern. Die eine war die vorgeschlagene Verfassung des Ständigen Gerichtshofs, die andere die Inkraftsetzung eines allgemeinen Vertrags über die obligatorische Schiedsgerichtsbarkeit. Die erste Macht, die die Idee eines Ständigen Gerichtshofs zur Sprache brachte, war Russland. M. de Martens schlug vor, dass die Richter des bestehenden Obersten Gerichts einmal im Jahr zusammenkommen sollten, um drei Richter zu wählen, die ständig in Den Haag sitzen könnten, um alle Streitigkeiten zu behandeln, die für ein Schiedsverfahren in Frage kämen. Dies stellte die Amerikaner nicht zufrieden, die ein weitaus ehrgeizigeres Programm einführten. Sie schlugen vor, einen Ständigen Gerichtshof mit siebzehn Richtern zu schaffen, von denen neun beschlussfähig sein sollten. Diese Richter würden für zwölf Jahre gewählt. Elf Sitze sollten an die sechs Großmächte Europas — Japan, die Vereinigten Staaten, China, Holland und die Türkei — vergeben werden. Das amerikanische Schema für die Verteilung der Richter wurde nie gedruckt, und es war häufigen Änderungen unterworfen - etwa als man vorschlug, Spanien auf die Liste der Großmächte zu setzen, so dass nur noch fünf Sitze auf alle verbleibenden kleineren Mächte verteilt werden sollten. Dann wiederum wurde vorgeschlagen, die Sitze auf fünfzehn zu reduzieren und sie nach Kontinenten zu verteilen, wobei Amerika vier, Asien zwei und Europa neun Sitze erhalten sollte." THE DIFFICULTY ABOUT THE JUDGES. (DIE SCHWIERIGKEITEN MIT DEN RICHTERN.) "Keines dieser Vorhaben stieß bei den kleineren Mächten auf Akzeptanz. Die Amerikaner berieten sich mit Deutschland und Großbritannien, und ihr Schema wurde als gemeinsame Arbeit der drei Delegationen eingeführt. Die wichtigste Bestimmung wurde aus dem russischen Vorschlag übernommen. .... Das Ergebnis war, dass der amerikanisch-deutsch-britische Plan zur Einrichtung eines Ständigen Gerichtshofs, in dem die Vertreter der Großmächte den überwiegenden Einfluss ausüben sollten, hoffnungslos gestrandet war." HANGING IN THE BALANCE. (HÄNGT IN DER SCHWEBE.) "Es wurde bald klar, dass, wenn die Großmächte einen Ständigen Gerichtshof haben wollten, in dem sie vorherrschend waren, es ein Ständiger Gerichtshof sein würde, mit dem die kleineren Mächte nichts zu tun haben würden. Es ist auch zweifelhaft, ob viele der Großmächte dazukommen würden. Japan war anfangs fast sicher, dass es sich zurückhalten würde. Die Unterstützung Frankreichs und Russlands hing vom Erfolg irgendeines allgemeinen Vertrages über ein obligatorisches Schiedsverfahren ab. Doch obwohl Baron Marschall sehr am Ständigen Gerichtshof der Großmächte interessiert war, schien er einem allgemeinen Vertrag über ein obligatorisches Schiedsverfahren ebenso ablehnend gegenüberzustehen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt scheint es, als bestünde zumindest die geringste Chance, dass beide Systeme an diesem Haken scheitern. ...." HONOUR TO WHOM HONOUR IS DUE. (EHRE, WEM EHRE GEBÜHRT.) "Ich schließe diese sehr bruchstückhafte Skizze des zweiten Monats der Konferenz, indem ich dem Marquis von So vera! meinen Dank dafür ausspreche, dass er dazu beigetragen hat, dass die britische Regierung und die britische Delegation eine Politik beschlossen haben, die für England mehr wert ist als die, die sie verfolgten. Es ist zweifellos ziemlich erniedrigend, gestehen zu müssen, daß der gemeinsame Einfluß der Inter-Parlamentarischen Union, der Freikirchenföderation und der Friedens- und Schlichtungsgesellschaften unserem Auswärtigen Amt keinerlei Bewußtsein dafür vermittelt hat, wie wichtig es ist, die britische Delegation zur Förderung von Frieden und Schlichtung in Den Haag zu nutzen. Sir Edward Grey schien bis Ende Juli nie ein Gefühl für die Pflicht Englands zu bekommen. ...." W. T. Stead.
AN INTERNATIONAL PARLIAMENT, A.D. 2000. (EIN INTERNATIONALES PARLAMENT, A.D. 2000.) Scheme by Professor H. Stanley Jevons. (Schema von Professor H. Stanley Jevons.) "In der Contemporary Review befasst sich Professor H. Stanley Jevons mit der Entwicklung eines internationalen Parlaments. Nach einem kurzen Überblick über die gegenwärtige internationale Situation fragt der Autor, wie die Beziehungen der Staaten so entwickelt werden können, dass sie den Frieden sichern und Abrüstung möglich machen. Die drei Haupttatsachen sind das gegenseitige Misstrauen zwischen den Nationen, das enorme ruinöse Wachstum der Rüstung, die Gründung eines ständigen Justizapparates durch die erste Haager Konferenz. Der nächste Schritt ist die Stärkung dieses Schiedsgerichts, die obligatorische Einführung eines Schiedsverfahrens in bestimmten Fällen, dann später in allen Fällen und schließlich die Einsetzung einer internationalen Exekutivregierung. Dies ist seiner Meinung nach die einzige Möglichkeit, Frieden und das für die Entwaffnung notwendige Vertrauen zu sichern. Die Entwicklung der internationalen Angelegenheiten weist in die Richtung der Perfektionierung der Schiedsgerichtsbarkeit und der letztendlichen Errichtung einer internationalen Regierung. Dieses Ziel wird, so meint er, durch Versuche, es vorherzusagen, beschleunigt werden. Daher fährt er fort, eine weltweite Bundesregierung zu entwerfen, die seiner Meinung nach in etwa siebzig oder achtzig Jahren aus der heutigen Zeit entstehen könnte, vorausgesetzt, dass die Freunde des Friedens vernünftige Anstrengungen unternehmen, um das natürliche Tempo der Entwicklung zu beschleunigen. Dies ist sein Bild:— Die internationale Regierung, die in ihren eigenen Parlamentsgebäuden und Regierungsbüros in Den Haag angesiedelt ist, besteht aus drei Zweigen - der gesetzgebenden Körperschaft oder dem Senat, der Exekutivregierung und der Justiz. Der Senat ist im direkten Sinne die oberste oder souveräne Macht; er wählt per Urabstimmung den Premierminister, der die anderen Minister praktisch in Übereinstimmung mit seinen Wünschen auswählt; und die Regierung muss zurücktreten, wenn er eine negative Abstimmung erhalten hat, die an einem zweiten Tag wiederholt wird. ...." THE SENATE AS REDISTRIBUTOR OF LANDS. (DER SENAT ALS UMVERTEILER VON LAND.) "Der Senat muss nach fünf Jahren aufgelöst werden, kann aber jederzeit vom Premierminister mit Zustimmung der Mehrheit der vertretenen Regierungen aufgelöst werden. .... Der Senat veranlasst die Neuordnung der Grenzen oder die Übertragung von Territorien aus folgenden Gründen .... Solche Veränderungen wurden bisher durch den Krieg herbeigeführt, werden nun aber per Gesetz durchgesetzt. Das Verfahren des Senats entspricht praktisch dem des englischen Unterhauses. Die Reden werden auf Französisch oder Esperanto gehalten oder, falls nicht, vom Sekretär des Senats in einer dieser Sprachen zusammengefasst." THE COERCIVE POWER. (DIE ZWANGSGEWALT.) "Die Exekutive wird von einem Kabinett mit fünf Mitgliedern kontrolliert .... Die ständige Truppe, die ihr zur Verfügung steht, besteht aus Teilen der Armeen aller Nationen, die unter der direkten Kontrolle eines internationalen Armeestabs stehen und den Befehlen des Kabinetts unterstehen. Jede der Großmächte ist verpflichtet, der Internationalen Regierung ständig ein Armeekorps, etwa 40.000 Mann, und nach einmonatiger Vorankündigung zwei weitere Armeekorps zur Verfügung zu stellen. Jedes der kleineren Länder kann aufgefordert werden, 10.000 Mann zur Verfügung zu stellen. Teile der nationalen Marinen stehen dem Marinestab in ähnlicher Weise zur Verfügung. .... Außerordentliche Ausgaben im Zusammenhang mit militärischen Operationen werden durch Darlehen gedeckt, auf die sich die Zinsen und der Sinkende Fonds auf fast eine Million pro Jahr belaufen. Der Autor zeigt, wie die jüngsten Streitigkeiten durch eine solche Weltkontrolle hätten beigelegt werden können."
THE DANGER OF ISOLATING GERMANY. (DIE GEFAHR DER ISOLIERUNG DEUTSCHLANDS.) "Eine französische Warnung an die britische Diplomatie. "In La Reime vom 15. August schreibt ein ehemaliger französischer Botschafter den ersten Teil eines wichtigen Artikels mit dem Titel "Das Europa von morgen", in dem er die Auswirkungen der verschiedenen Absprachen und ententes diskutiert, die Großbritannien auf Kosten Deutschlands getroffen hat. THE failure of DIPLOMACY. (Das Scheitern der DIPLOMATIE.) Der Verfasser führt sein Thema mit einigen Bemerkungen zur Diplomatie ein, die, wie er sagt, früher als die Kunst der Autokraten angesehen wurde, die sich gegenseitig täuschen. In unserer heutigen demokratischeren Ära ist die Diplomatie zur Kunst geworden, Schwierigkeiten zwischen den Nationen zu glätten, oder zur Kunst der Friedenserhaltung. Die Absicht ist gut, aber die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die Idee anmaßend ist. Die Diplomatie hat sich als absolut unfähig erwiesen, die Stimme der Nationen in internationalen Angelegenheiten zum Ausdruck zu bringen, und deshalb ist sie im Wesentlichen unpopulär, sie hat ihre Formeln nie geändert. Ihre Methoden sind die gleichen geblieben, auch wenn der Organismus des nationalen Lebens stark verändert worden ist. Ihr erstes Prinzip ist es, niemals offen und ehrlich zu sein. Bündnisse werden nicht für etwas geschlossen, sondern gegen jemanden, und die Diplomatie schließt immer Frieden gegen jemanden. Darüber hinaus hat sie eine verhängnisvolle Art, diesen Frieden durch Einschüchterung, durch Verärgerung anderer herbeizuführen, selbst wenn sie in der friedlichsten Stimmung ist. Kurz gesagt, sie erhält den Frieden, indem sie sich auf den Krieg vorbereitet, und sie ist geeignet, zu enden, indem sie den Krieg provoziert. Dies ist genau das Bild, das die englischen ententes und die fortschreitende Isolierung Deutschlands zeichnen, behauptet der Schriftsteller, und er geht so weit, kategorisch zu sagen, dass, wenn die Isolierung Deutschlands vollendet ist, der Kelch des Friedens zerbrochen sein wird."
DIARY AND OBITUARY FOR AUGUST. PRINCIPAL EVENTS OF THE MONTH. (TAGEBUCH UND NACHTRAG FÜR AUGUST. WICHTIGSTE EREIGNISSE DES MONATS.) "10. August. — In Oxford findet eine Konferenz von Arbeiter- und Bildungsorganisationen statt; den Vorsitz führt der Bischof von Birmingham. Ein Ausschuss wird für die weitere Zusammenarbeit zwischen der Universität Oxford und der Workers' Educational Association ernannt ... Es gibt ein großes Treffen der Streikenden in Belfast ... Der Internationale Esperanto-Kongress wird in Cambridge eröffnet ... Herr Bell, M.P., spricht bei einem Massentreffen der Eisenbahner in Newport ... Am 12. August ... - Dr. Zamenhof aus Warschau, der Gründer von Esperanto, wird vom Bürgermeister und der Corporation von Cambridge empfangen und begrüßt; er hält seine Antrittsrede vor dem Kongress ... Die Transvaal-Regierung zieht ihre Gesetzesvorlage zur einheimischen Verwaltung zurück ... Die britischen Indianer in der Transvaal-Regierung widersetzen sich dem Registrierungsgesetz ... Die marokkanischen Stammesangehörigen greifen das französische Lager bei Casa Blanca an und werden von den Kanonen der französischen Kriegsschiffe schwer bombardiert und von der französischen Infanterie angegriffen, was schreckliche Verluste an Menschenleben zur Folge hat. Der Gouverneur von Casa Blanca wird von den Franzosen gefangen genommen."
THE HARVEST OF THE HAGUE (DIE ERNTE VON DEN HAAG) Den Haag, 30. September 1907. "DIE Konferenz tagt noch immer, und wir sind noch nicht einmal in der Lage, unsere Heimernte zu feiern. Aber das Ende nähert sich, und wir sind in einer besseren Position als im vergangenen Monat, um den Wert der Ernte zu schätzen." I.— WHAT HAS BEEN GARNERED AND THE PERMANENT COURT. (I.— WAS GESAMMELT WURDE UND DER STÄNDIGE GERICHTSHOF.) "Die einzige herausragende Tatsache, die in dem Monat, der jetzt zu Ende geht, zur Ankündigung aufruft, ist das Eingeständnis der Konferenz, dass sie das Problem nicht lösen kann, wie ein ständiger Internationaler Gerichtshof geschaffen werden kann, der das Vertrauen der notleidenden Nationen genießen würde. Die Amerikaner, deren gesamter geistiger Horizont von ihrem eigenen Obersten Gerichtshof überschattet wird, einer der wenigen Institutionen in der Welt, von der alle Menschen gut reden, haben beharrlich die Verfassung in Den Haag gefordert, nicht so sehr die eines Schiedsgerichts als eines Gerichtshofs. ...."
THE NOUVELLE REVUE. (DIE NOUVELLE REVUE.) "Raqueni, der einen Artikel über Italien und Österreich veröffentlicht hat, sagt .... Italien sollte sich für die Versöhnung aller Balkanstaaten einsetzen. Abschließend sagt Raqueni, dass Italien nicht der Verbündete von irgendjemandem, sondern der Freund der ganzen Welt sein sollte. Die Politik der Bündnisse ist für den Krieg gemacht, den die Nationen nicht wollen. Alle Regierungen sollten daher die Politik der Allianzen durch eine Politik der ententes cordiales — eine Politik der Freundschaften im Interesse des Friedens — ersetzen und so den Weg für die Vereinigung Europas bereiten. Ost und West ist voll von sehr interessanten, lesenswerten Themen, die jedoch keine gesonderte Erwähnung beanspruchen."
ESPERANTO. "Der Dritte Internationale Kongress ist vorbei, und wir sind noch nicht außer Reichweite seines Nachhalls, aber schon jetzt blicken uns Postkarten ins Gesicht mit der Legende: "Erleben Sie Dresden während des Kongresses von 1908 und machen Sie sich jetzt bereit". Vielleicht waren während des Kongresses die Versammlungen, die viele Menschen am meisten beeindruckten, die vollen Kirchen, die herrliche Gemeindemusik und die Predigten, die in höchstem Maße spirituell, aber auch praktisch waren. .... Dass die Friedensfreunde dies entdeckt haben, beweisen zwei der Resolutionen, die im September auf dem Internationalen Kongress in München verabschiedet wurden: Der Kongress hört mit Freude, dass fünfunddreißig Friedensgesellschaften vereinbart haben, mittels Esperanto zu korrespondieren, und vertraut darauf, dass andere ihrem Beispiel folgen werden. Die zweite Resolution ist eine Folge der ersten; darin "drückt der Kongress den Wunsch aus, dass Esperanto in den Schulen als internationale Hilfssprache unterrichtet wird, und bittet das Internationale Friedensbüro, diesen Wunsch an die verschiedenen Regierungen weiterzuleiten". Dass der Kongress in Cambridge aus propagandistischer Sicht ein Erfolg war, steht außer Zweifel. Wie ein bekannter Wissenschaftler sagte: "Wir haben weder Zeit noch die Neigung, uns mit unbewiesenen Behauptungen zu befassen — und bisher haben wir Esperanto in diesem Licht betrachtet —, aber Cambridge ist eine erschütternde Tatsache." LETERO DE LA MAJSTRO. (Translation.) "Hotel Bull, Cambridge, 13. August 1907. Im Namen der Esperantisten erlaube ich mir, der Stadt Cambridge, die uns so gastfreundlich empfängt, meinen herzlichsten Dank auszusprechen, insbesondere dem verehrten Bürgermeister und der verehrten Bürgermeisterin sowie den Vertretern der Universität Cambridge. Der große Empfang, den sie uns zu Ehren gegeben haben, war sehr ermutigend für die Sache, die wir vertreten. Ich hoffe, dass ich nicht gegen den Wunsch der Kongressmitglieder handle, wenn ich öffentlich unseren herzlichen Dank an die Organisatoren zum Ausdruck bringe — an Colonel Pollen, an Dr. Cunningham und an den unermüdlichen und überaus arbeitsamen und in allen Dingen sorgfältigsten Herrn H. Bolingbroke Mudie. L. L. Zamenhof."
INTERNATIONAL LANGUAGE: "Past/- Present and Future, With Specimens of Esperanto and Grammar. By W.J.CLARK, M.A.(Oxon.), PH.D.(Leipzig). Licencié-ès-Lettres, Bachelier-en-Droit (Paris). Umfang und Ziel des Buches. — Viele Menschen scheinen zu denken, dass die internationale Sprache lediglich ein billiges kommerzielles Schema oder eine vorübergehende Verrücktheit ist, die mit dem Schwenken grüner Flaggen und dem Tragen grüner Abzeichen in Verbindung gebracht wird. Dies ist nicht wahr. Internationale Sprache ist ein ernsthaftes Projekt. Es zielt darauf ab, den Fortschritt in der mündlichen und schriftlichen Kommunikation mit dem Fortschritt in den physischen Kommunikationsmitteln und in der Wissenschaft in Einklang zu bringen und den sprachlichen Rückstand der Welt aufzuholen. Dieses Buch richtet sich an die Öffentlichkeit, aber auch an Wissenschaftler und seriöse Studenten. Es ist eine wissenschaftliche Darstellung des Sachverhalts. TEIL I.—Allgemeines. TEIL II.—Historischer Teil. TEIL III.—Der Anspruch des Esperanto, ernst genommen zu werden. TEIL IV.—Beispiele für Esperanto, mit Grammatik und Vokabular. Dieses Buch ist erhältlich bei — Stead's Publishing House, 89, Whitefriars St., E.C. Eine internationale Sprache: DAS PROBLEM UND SEINE LÖSUNG. (Esenco kaj estonteco de la ideo de lingvo intemacia. / Wesen und Zukunft der Idee der Internationalen Sprache) Esperanto-Text von UNUEL. Übersetzt aus "Fundamenta Krestomatio" von Alfred E. Wackrill. Preis 6d.; per Post, 7d."
THE EDINBURGH REVIEW. (DER EDINBURGH-RÜCKBLICK.) "Ein Papier über die Bagdader Eisenbahn ist in freundschaftlichem Geiste zu deutschen Plänen angedacht. Deutschland soll sich um eine Europäisierung der Türkei in Asien bemühen, so wie Großbritannien Ägypten europäisiert und Frankreich Tunis. Deutschland verwirklicht die Politik der friedlichen Durchdringung von innen heraus und nicht die britische Gepäck- und Reisegepäckpolitik. In der deutschen Politik nichts als nationalen Egoismus zu sehen, bedeutet, eine intellektuelle Minderwertigkeit zu zeigen, die wir in ähnlicher Kritik an unseren eigenen Durchsetzungsleistungen übel nehmen."
THE DUTCH REVIEWS. (DIE HOLLÄNDISCHEN REZENSIONEN.) ".... Dieselbe Rezension enthält mehrere andere interessante Beiträge. Der Artikel über die mitteleuropäische Zeit zeigt das Durcheinander, in das die Niederländer durch die Änderung der Standardzeit geraten sind. Die nationale Zeit entspricht weder der Greenwich-Zeit noch der mitteleuropäischen Standardzeit, doch müssen beide Zeiten unter bestimmten Umständen berücksichtigt werden? Es gibt jetzt einen Vorschlag, die mitteleuropäische Zeit im ganzen Land zu übernehmen, und dies stößt auf Widerstand von vielen, die der Meinung sind, dass die Greenwich- oder westeuropäische Zeit übernommen werden sollte. Die Einführung der mitteleuropäischen Zeit würde bedeuten, dass die Arbeiten später als jetzt beginnen würden, und ein Hersteller rechnet damit, dass er dadurch 4 Prozent seiner Gasrechnung einsparen würde. Elsevier ist sowohl für die Vortrefflichkeit seiner Illustrationen als auch für die Lesbarkeit seines Textes zu loben."
ESPERANTO. "Die North American Review, die einen Delegierten zum Kongress in Cambridge schickte, nur um sich davon zu überzeugen, dass Esperanto für die Interkommunikation zwischen den Menschen vieler Länder so gut geeignet ist, wie behauptet wurde, war mit dem Bericht ihres Delegierten so zufrieden, dass bekanntlich während der Sitzung des Kongresses ein dringender Antrag per Telegramm gestellt wurde, der Kongress solle nächstes Jahr in den Vereinigten Staaten tagen. In der Ausgabe des letzten Monats nahm Esperanto zehn Seiten ein, und es wird angekündigt, dass seine eigene besondere Gesellschaft 1.400 Mitglieder zählt, wobei fast alle Staaten und Territorien vertreten sind. Die North American Review kündigt nun an, dass die Zeit für eine umfassendere Organisation gekommen ist, und fordert, dass in jedem Staat zwei Mitglieder als Präsident und Sekretär gewählt werden, um diesen speziellen Abschnitt zu organisieren. M. de Beaufront trägt einen sehr interessanten Artikel über Cambridge bei. Er vergleicht ihn mit Boulogne im Jahre 1905 und sagt:— "Damals gingen nur bestimmte Redner und bestimmte Laienschauspieler das Risiko ein, öffentlich zu sprechen. In Cambridge gab es sozusagen eine Überfülle; es war notwendig, die Redezeit zu begrenzen und manchmal den Redner zu stoppen, bevor er fertig gesprochen hatte — ein hervorragendes Zeichen, denn es beweist, dass Esperanto so einfach zu handhaben geworden ist, dass man um das Urteil eines Publikums in dieser Sprache wirbt, auch um diejenigen, die sich nicht trauen würden, es in ihrer Muttersprache zu tun. Der Artikel von Henry James Forman, der aus der Sicht eines amerikanischen Journalisten verfasst wurde, der die Sprache noch nicht sehr lange studiert hat, geht in seiner Begeisterung über M. de Beaufront hinaus; denn er ging, um zu kritisieren und kehrte zurück, um zu segnen und, mehr noch, um für Esperanto zu kämpfen, er endete: "So sehen wir, dass Esperanto eine reiche und lebendige Sprache ist, in der die Menschen alle möglichen Ideen zu jedem erdenklichen Thema vermitteln können, in der sie singen und Theaterstücke aufführen können und mit der sie den ganzen Alltag ihres Lebens steuern können." Die Leser dürfen die eine illustrierte Esperanto-Zeitschrift, Tra la Mondo, nicht vergessen. Die August-September-Ausgabe enthält eine vollständige Darstellung des Cambridge-Kongresses mit siebzehn Illustrationen, die interessantesten Berichte über nationale Bräuche, lokale Interessen und Denkmäler aus vielen Ländern sowie ein besonderes Interesse an allen Bildungsfragen. Das Abonnement beträgt 6s. 8d. pro Jahr und ist bei der British Esperanto Association, 13, Arundel Street, Strand, erhältlich. Herr Wilson aus Glasgow hat gerade eine charmante kleine Broschüre herausgegeben, die den Dritten Esperanto-Kongress beschreibt (Preis 6d.). Es enthält zweiunddreißig fotografische Abbildungen und viele interessante Informationen. La Revuo ist wie immer reich an interessanten Themen. Die Ausgaben von Schillers "Die Räuber" von Dr. Zamenhof werden fortgesetzt, und auch seine "Antworten" auf verschiedene sprachliche Fragen. In der Oktobernummer war unter den Antworten eine von grossem Interesse mit dem Titel "Pri la stilo en miaj lastaj verkoj"."
"EUROPE IN TRANSFORMATION." ("EUROPA IM WANDEL".) The Teuton Star Paling Before the Slav. (Der Germanenstern verblasst vor den Slawen.) "Unter dem Titel "Europa im Wandel" macht sich Herr A. R. Colquhoun daran, die Leser der North American Review davon zu überzeugen, dass Europa weder erschöpft noch ausgespielt ist. Sie zeigt eine unerschöpfliche Vitalität und beständige Jugendlichkeit. Europa sei immer noch die Heimat jener frischen und primitiven Gefühle, die als Nationalstolz und Rassensympathie bekannt sind. Sie zeigt eher den Individualismus des Kindergartens und des Schulzimmers als den studierten Kollektivismus des Erwachsenenlebens. Zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts dominierte die lateinischsprachige Macht Frankreichs Europa. Die nächste Periode, fast das ganze neunzehnte Jahrhundert hindurch, war die allmähliche Apotheose des Germanen". Diese beginnt nun, laut Herrn Colquhoun, der slawischen Erweckung nachzugeben. Die Balkanstaaten sind der Schauplatz des Kampfes zwischen Germanen und Slawen. Bismarcks Politik, die Geschicke Europas durch ein kompliziertes Bündnissystem zu lenken, war, so der Schriftsteller, für den ungestümen Kaiser mit seiner Vorliebe für Telegramme, die diplomatische Geheimnisse ausplaudern, nicht möglich. Während Wilhelm II. darauf drängt, mit Großbritannien um die Vorherrschaft des Meeres zu kämpfen, und Frankreich durch seine enormen militärischen Vorbereitungen auf der Folterbank hält, untergräbt die slawische Wiedergeburt an den Flanken seines Reiches ständig die germanische Herrschaft. Zugleich ist der demokratische Sozialismus seiner Meinung nach geeignet, auf nationale Rivalitäten zu reagieren."
ESPERANTO. "Nach dem Kongress kommen stetige Fortschritte, was in der Regel bedeutet, dass es keine besonderen Neuigkeiten zu berichten gibt. Der Sultan von Sansibar teilte Dr. John Pollen in einem langen Interview mit, dass sein Sekretär Esperanto kenne, und er selbst habe sich in der Angelegenheit erkundigt und werde die Verwendung von Esperanto in jeder Hinsicht fördern, denn in seinem Herrschaftsbereich gibt es eine solche Sprachenvielfalt unter den Einwohnern und Besuchern, dass ein einfaches und leichtes Kommunikationsmittel absolut notwendig sei."
DeepL.com/Translator hat sich als gute Hilfe beim Übersetzen herausgestellt

HOW TO GAG THE JINGO PRESS. (WIE MAN DIE JINGO-PRESSE KNEBELT.) Ein Appell an die Autoren. "Herr Matthew Davoren vom Weltwerk macht in einem Artikel mit dem Titel "Languages and Peace" (Sprachen und Frieden) einen etwas verblüffenden Vorschlag. Matthew Davoren plädiert ernsthaft dafür, dass jedes Kind mindestens eine Fremdsprache lernen sollte. Er behauptet, dass es diesbezüglich keine Schwierigkeiten gibt, sagt aber:— Sprachen, die im einfachen, gesprächigen Stil gelehrt werden, fallen unter dieses Kapitel, und sechs Monate Unterricht würden, wie ich aus Erfahrung weiß, völlig ausreichen, um kleinen Kindern zu ermöglichen, sich so viel Vertrautheit mit einer Fremdsprache anzueignen, wie es ihnen ermöglichen würde, sich intelligent unter den Menschen, die diese Sprache sprechen, zurechtzufinden und das weitere Studium zu einem Vergnügen statt zu einer Arbeit zu machen. Die Anzahl der Wörter im gewöhnlichen Sprachgebrauch ist sehr gering, und wenn die idiomatischen Ausdrucksformen einmal mit der Zunge verheiratet sind, wird der Rest leicht. Ein muttersprachlicher Lehrer wäre natürlich eine Notwendigkeit, aber man könnte ihn für drei oder sogar ein halbes Dutzend Schulen einsetzen. Dann könnte man den Phonographen als Hilfsmittel heranziehen, um mit den Kindern Französisch oder Deutsch mit einem ausgezeichneten Akzent zu sprechen und ihnen sogar angenehme kleine Lieder in denselben Zungen zu singen. Er räumt ein, dass das bewundernswerte Experiment einer neuen Sprache, das der Erfinder und Verbreiter des Esperanto gemacht hat, aller Ermutigung würdig ist; aber es besitzt weder historischen Glanz noch eine Originalliteratur, und darüber hinaus hat die Frage eine psychologische Seite, die alles in Form einer neuen Sprache völlig außer Konkurrenz setzt, wenn eines der Ziele der Studie der internationale Frieden ist. Woraus man schließen könnte, dass Herr Davoren das Thema, mit dem er sich beschäftigt, nur unvollkommen beherrscht. Wenn in allen Schulen der Welt jedem Kind Esperanto beigebracht würde, würde dies sicherlich mehr zum Weltfrieden beitragen, als durch den bloßen Unterricht in einer der vorhandenen Sprachen, die zufällig aus den vom zivilisierten Menschen benutzten Sprachen ausgewählt wurden, erreicht werden könnte. Aber dies nebenbei bemerkt. Der mutige und originelle Vorschlag, der das Merkmal von Herrn Davorens Artikel ist, ist der, in dem er vorschlägt, die Autoren der Welt als Mittel zur Überprüfung ihrer Jingo-Redakteure einzusetzen. Er sagt:— Ich nehme nur einen Beruf, nämlich den der Autoren, der Männer, die sowohl die schlimmsten als auch die besten Worte, die für die Veröffentlichung in der Welt geschrieben wurden, in Klarschrift verfasst haben, und will sehen, wieviel sie, wenn sie so bereit wären, für die Herbeiführung eines universellen Friedens tun könnten. Wie zuvor nehme ich Deutschland als das repräsentative Ausland und gehe davon aus, dass die Autoren dieser aufgeklärten Nation in der Lage waren, einen freundschaftlichen Briefwechsel mit dieser hochintelligenten Gruppe von Männern, den britischen Autoren, zu führen. Sie paaren sich, in Partner aufgeteilt, ein Engländer schreibt an einen Deutschen, und dieser erwidert die Höflichkeit; sie tauschen Versprechen aus, daß jeder in seinem Bereich alles in seiner Macht Stehende im Interesse des Friedens tun wird, daß er sich alles unterlassen wird, was einen Krieg zwischen den beiden Nationen zu provozieren droht. Wenn sie sich nur der Macht bewusst wären, die in ihren Händen liegt, könnten die Autoren der Welt mit den Kabinetten um den Einfluss wetteifern, den sie auf die politischen Ereignisse ausüben könnten! Gut organisiert, mit einer eigenständigen Politik, die in einer Verfassung definiert ist, mit Regeln, die auf jede mögliche Eventualität berechnet und auf Schwarz-Weiß reduziert sind, und vor allem mit einer Mitgliedschaft, die von der überwältigenden Bedeutung des Friedens für das Glück der Welt durchdrungen ist — die Autoren hätten es in der Hand, im kritischen Moment das Schweigen der Brandstifter auf beiden Seiten zu erzwingen, damit nur die moderierende Stimme gehört werden kann. Die Idee, die Autoren zur Zensur der Presse zu machen, ist natürlich eine revolutionär, und für einige wird sie zweifellos fantastisch erscheinen; aber warum sollte es schließlich erlaubt sein, dass die Meinung einiger Redakteure, die vielleicht durch einen Unfall in eine Machtposition gebracht wurden, die Meinung tausender anderer, oft ebenso intelligenter Pressearbeiter, die alle gleichermaßen an der letztendlichen Frage interessiert sind, überlagert? Jeder, der moderne Geschichte studiert hat, wird sich an mehr als einen Fall erinnern, in dem das Schweigen der Zeitungen, wie auch immer herbeigeführt, einen Krieg hätte abwenden können, und es ist überhaupt nicht schwer, einen Zustand vorherzusehen, in dem das Geschrei der Zeitungen einen Krieg provozieren würde. Eine beherzte Außenpolitik, die laut Leslie Stephen einfach bedeutet, "uns lächerlich zu machen", wird ihre Gefolgsleute immer in einer bestimmten Klasse von Redakteuren oder Eigentümern finden, die in Krisenmomenten mit den besten Absichten stets bereit sind, um der Herstellung einer Zeitung willen das Risiko einzugehen, eine Nation zu ruinieren. Die Idee, Autoren in Zensoren umzuwandeln, ist nicht ganz neu. Als ich vor zwei Jahren in St. Petersburg war, haben sich die Autoren einiger russischer Zeitungen tatsächlich das Recht angemaßt, zu diktieren, was in die Zeitung kommen sollte, indem sie sich absolut weigerten, Artikel zu verfassen, von denen sie dachten, sie seien der Sache des Volkes feindlich gesinnt. Die Machtergreifung dauerte nicht lange, aber solange sie andauerte, war sie sicherlich sehr effektiv."
ESPERANTO. "Dresden ist nun endgültig als Ort für den nächsten Esperanto-Kongress festgelegt. Die angesetzte Zeit ist vom 16. bis 22. August, da es für die meisten am günstigsten ist. Ein reizvoller Vorschlag, eine hübsche Ortschaft nicht weit von Dresden als Schauplatz für einen Erholungskuraufenthalt vor oder nach der Arbeit des Kongresses zu wählen, ist sehr gut angenommen worden, und es gibt bereits Pläne für Musik, dramatische Unterhaltungen usw.. Unnötig zu sagen, dass auch "Außerhalb der Kongresse" — die Pädagogen, Pazifisten und dergleichen — ihr Programm vorbereiten. Am 9. Dezember fand in der AEolian Hall ein Konzert statt, das in den Annalen des Berufsstandes sicherlich einzigartig sein dürfte. Frau Bendix war die Pianistin, Paul Schmedes, der berühmte dänische Tenor, der Sänger, und die meisten seiner Lieder waren in Esperanto. Das Publikum zeigte große Wertschätzung und applaudierte herzlich, wobei Nicht-Esperantisten anmerkten, dass die Sprache so schön wie das Italienische für den Gesang sei. Natürlich wurde eine englische Version der Lieder gegeben". Diejenigen, die ausgewählt wurden, waren die "Kapelo", "En Monte" und "Rondedanco". Die Partitur stammt von Professor Bendix. Unter den letzten neuen Büchern ist La Faraono bemerkenswert; von dieser Übersetzung des bekannten Werkes von Prus sind bisher nur zwei Bände erschienen; der dritte soll folgen. Es liegt eine subtile Freude in solch lebensnahen Bildern unserer alten Bekannten, der Pharaonen, sozusagen durch eine polnische Brille gesehen, die von Esperanto grün getönt ist. Sicher ist, dass nur wenige von uns in der Lage gewesen wären, den Autor im Original zu lesen, aber die wenigen, die es sind, versichern uns, dass die Geschichte in der Übersetzung nichts verliert. Ein anderes entzückendes kleines Werk heißt "The First Reading Book" — die Geschichten sind natürlich interessanter als der gewöhnliche englische "Reader", weil der Kompilator und Übersetzer, Dr. Bein, sich auf die Bücher der Welt stützen konnte. Mr. Wackrills "Concordance to the Ekzercaro", so der Preis, ist von unschätzbarem Wert; kein Stilschüler sollte ohne es sein. Dieser Index enthält jedes wichtige Wort mit einem nummerierten Hinweis auf die Übung, der es entnommen ist. Die Dezember-Ausgabe von La Revuo, dem Esperanto-Literaturblatt, ist eine sehr gute Ausgabe. Sie beginnt mit dem ersten Teil von Dr. Zamenhofs Übersetzung der Psalmen. Da der Doktor bekanntlich ein bedeutender hebräischer Gelehrter ist, wurde eifrig nach seiner Übersetzung gesucht. Pujula Valjes hat einen entzückenden Monolog über die "Einsamkeit". Gaston Moch steuert eine Übersetzung von Anatole France bei. Die Psalmen werden in der Ausgabe dieses Monats fortgesetzt. Zwei Wettbewerbe werden angekündigt. Für den ersten (siehe die November-Ausgabe) ist der Preis £5, letzter Eingangstermin 1. März. Der Wettbewerbsteilnehmer muss eine unvollendete Geschichte beenden. Der Preis für den zweiten ist £2, und der Teilnehmer muss nur drei Fragen beantworten (siehe die Dezember-Ausgabe)." 
THE POLYGLOT CLUB. (DER POLYGLOTTE CLUB.) "Wir haben das Programm für das aktuelle "Trimestre" des Polyglotten Clubs, London, erhalten, das achtzehn Vorträge und drei Debatten in verschiedenen Sprachen umfasst, darunter Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch, Russisch und Esperanto, für die jetzt eine Sektion des Clubs gebildet wurde. .... Das Hauptziel des Clubs ist es, Damen und Herren, die zwei oder mehr Sprachen sprechen können, zusammenzubringen und einen Treffpunkt für ausländische Besucher bereitzustellen. SCHOOL (SCHULE) Die Schule widmet in diesem Monat einen großen Teil ihres Raumes Artikeln über den Sprachunterricht, Herr James Drever von der Universität Edinburgh, der nachdrücklich darauf hinweist, dass weder Französisch noch Latein, sondern Deutsch die erste untersuchte Sprache sein sollte, nach dem Prinzip, mit dem Nahem zu beginnen und zum Fernliegenden überzugehen; und auch, dass ein Kontrast auf der Grundlage der Ähnlichkeit wünschenswert ist. Deutsch, sagt er, sei im Grunde genommen dem Englischen viel ähnlicher als dem Französischen. Professor Armstrongs reizvoller Artikel betont, wie wichtig es ist, den Gelehrten im Gebrauch seiner Muttersprache zu schulen und ihn dazu zu bringen, am Anfang zu denken und dann seine Handlungen und Gedanken klar und prägnant auszudrücken und die Worte genau zu verwenden."
ESPERANTO. "Die Nachrichten aus den Vereinigten Staaten sind sehr ermutigend. M. Privat, der junge Schweizer Universitätsstudent, der den Genfer Kongress organisierte, ging im November nach New York. und lehrt seitdem an verschiedenen Orten. Er ist natürlich unzählige Male interviewt worden, und seine Jugend, seine Energie, seine Eloquenz und sein allgemeines Entgegenkommen scheinen selbst die amerikanischen Interviewer beeindruckt zu haben. Die Tatsache, dass amerikanische Esperantisten, die noch nie zuvor die Gelegenheit hatten, einen Ausländer Esperanto sprechen zu hören, den Reden von M. Privat dennoch bereitwillig folgen konnten, machte einen großen Eindruck. Sein Unterricht wird nach dem modernen Plan des Bilderunterrichts erteilt, mit so wenig wie möglich von der Muttersprache. In Deutschland lautet die Notiz überall "Antauen". Jemand hat vor kurzem bemerkt, dass in jedem Land das Wort für "Vorwärts" einen inspirierenden Klang hat. Sicherlich fehlt es in dieser Weise nicht an seinem Esperanto-Äquivalent — wie die Organisatoren des kommenden Kongresses feststellen. Leipzig, Braunschweig, Hamburg, Berlin, Dresden und viele andere Städte nutzen jede Methode für Studien und Propaganda. Wir mögen dem Cambridge-Kongress nicht ebenbürtig sein, schreiben meine Korrespondenten, aber es wird aus Mangel an Macht sein, nicht aus Mangel an Bemühung; und dann wird die Frage gestellt: "Werden Engländer, die englische Freunde in Dresden haben, sich bemühen, sie für das Geschehen zu interessieren?" für die deutschen Organisatoren viel Hoffnung, dass das englische Viertel nicht abseits stehen wird. Die Esperanto-Literatur und ihre Musiksammlung nimmt so schnell zu, dass es sich nur wenige (denn Esperantisten gehören nicht zu den Reichen dieser Welt) leisten können, die gesamte ständige Ausgabe neuer Bücher zu kaufen. Der Londoner Club hat deshalb für seine Mitglieder eine Leihbibliothek eingerichtet, und Buchspenden werden gerne entgegengenommen. ...."
Werbung: "Esperanto! Esperanto! Esperanto! THE NEW AUXILIARY INTERNATIONAL LANGUAGE. (DIE NEUE INTERNATIONALE HILFSSPRACHE.) Esperanto, das von Dr. Zamenhof erfunden wurde, hat heute aufgrund seiner einfachen Struktur und seiner wunderbaren Anpassungsfähigkeit an neue Ausdrücke seinen festen Platz als gemeinsame internationale Hilfssprache für alle internationalen Zwecke. Wer Esperanto studieren möchte (und es kann in vergleichsweise kurzer Zeit erworben werden), sollte mit der einfachsten und nützlichsten Fibel beginnen, die den Titel "Esperanto für die Million" trägt. ...."
SPAIN'S CONSTITUTIONAL SOVEREIGN. (DER VERFASSUNGSMÄßIGE SOUVERÄN SPANIENS.) "In einem Artikel über Spanien, den Robert Meynadier für die erste Februarausgabe der Nouvdle Revue beisteuert, sagt der Schriftsteller in Bezug auf Alfonso XIII, .... wenn es jemanden gibt, der durch ein rechtzeitiges Eingreifen offene Fragen klären kann, dann scheint es der König zu sein. Trotz der Ängste der Schüchternen begab sich der König, der alle seine Untertanen sehen und sich ihnen zeigen wollte, nach Katalonien und erschien in Barcelona ruhig und zuversichtlich. Die Leute sprachen offiziell in katalanischer Sprache mit ihm, und er antwortete, indem er den Titel König von Katalonien annahm, und wurde mit so viel Leidenschaft bejubelt, dass man eine Zeit lang glaubte, Alfons XIII. habe durch seine bloße Anwesenheit die Katalonienfrage zum Verschwinden gebracht. Er hat sich unter die Arbeiterklasse begeben, und in mehreren Städten ist er ohne Begleitung in den Vierteln des Volkes umhergegangen. Sowohl seine Taten als auch sein V. oder Is haben bewiesen, dass er jede san* Maßnahme des sozialen Fortschritts unterstützen will. Der spanische Sozialismus greift den König nicht an; vielleicht findet er seine Hoffnung im König. Spanier aller politischen Glaubensrichtungen sind sich einig, dass Alfonso ein konstitutioneller Souverän ist, der sich an seine eigenen Regeln hält, und dass er sich in drei Jahren zu einer der größten moralischen Kräfte in Spanien gemacht hat."
THE WORLD'S WORK. (DIE ARBEIT DER WELT.) "Die Februar-Nummer des Weltwerks enthält mehrere weit über dem Durchschnitt liegende Beiträge. .... Ein Autor über "Englisch als Weltsprache" rechnet vor, dass innerhalb des Jahrhunderts das Englische, das gegenwärtig von einem Zehntel der Weltbevölkerung gesprochen wird, die Sprache eines Viertels sein wird, und dass es von der Hälfte statt von einem Viertel der Menschen gelesen werden wird, die lesen können."
ESPERANTO. "Der britische Esperantist (3d. monatlich) für März enthält einen wertvollen Brief von Dr. Zamenhof, geschrieben als Antwort auf Anfragen aus verschiedenen Ländern über die Delegation und ihre Arbeit. Briefe aus Indien kündigen an, dass Oberst Pollen immer noch "die Fahne trägt" und nach Persien gereist ist, um Esperanto zu predigen, wo immer er hingeht. Die Berichte über die Fortschritte in alle Richtungen, die durch die Idee einer gemeinsamen internationalen Schlüsselsprache erzielt wurden, sind immer interessant und manchmal amüsant. Am Hastings-Gymnasium gibt es einen Debattierclub, und eines der zur Diskussion gestellten Themen lautete: Ist die Verwendung von Esperanto wünschenswert? Bei der Auszählung der Stimmen am Ende der Sitzung waren zehn Jungen dafür und zehn dagegen, und da der Klassenlehrer die entscheidende Stimme hatte, gab er diese für Esperanto. .... Brief des Herausgebers der Alnwick County Gazette. Er schreibt:— Ich hatte keine Ahnung, dass die Esperanto-Bewegung das fortgeschrittene Stadium erreicht hat, in dem sie sich befindet. Vor nicht allzu langer Zeit war es mein Schicksal, zu einer Gruppe nordenglischer Journalisten zu gehören, die auf der neuen Route Hull-Zeebrügge in Belgien auf Tournee waren. Wenn jemals das Bedürfnis nach einer gemeinsamen Sprache empfunden wurde, dann war es damals. Bei einem Bankett, an dem Mitglieder der kontinentalen Presse teilnahmen, war es meine Aufgabe, auf einen Trinkspruch zu antworten; und ich wagte es, prophetisch zu sein, indem ich sagte, dass in nicht allzu ferner Zukunft eine Sprache entwickelt und universell angenommen werden würde, in der wir unsere Ansichten und Gefühle ohne Schwierigkeiten einander mitteilen und gegenseitig verstanden werden könnten. Damals wusste ich so gut wie nichts über die Esperanto-Bewegung, und umso mehr freue ich mich, dass sie so weit vorangeschritten ist."
Esperanto Advancing (Esperanto auf dem Vormarsch) "Ein weiteres gutes Zeichen für Fortschritte ist in diesem Monat beim Fortschritt des Esperanto zu verzeichnen. Das Papier, das gerade für die örtlichen Prüfungen in Oxford im nächsten Jahr herausgegeben wurde, sieht zum ersten Mal die Prüfung in Esperanto vor. Am Freitag, dem 23. Juli, von neun bis halb elf werden die Oberstufenschüler in Ausländischer Geschichte und Esperanto geprüft. Diese Prüfung wird eine Übersetzung aus dem Englischen und ins Englische umfassen. Langsam aber sicher setzt sich der Bedarf an einer anerkannten Sprache für die internationale Kommunikation durch, und es ist zu hoffen, dass M. Moch und andere auf der bevorstehenden Tagung des Friedenskongresses, die im Juli in England stattfinden wird, dafür sorgen werden, dass die Ansprüche des Esperanto gebührend anerkannt werden."
ESPERANTO. "Die Vorbereitungen für den Kongress in Dresden gehen zügig voran. In diesem Jahr müssen zusätzlich zum offiziellen Kongress, dessen erstes Ziel immer die Sprache selbst ist, vierzig inoffizielle internationale Treffen zum Schutz der Frauen, zur Bildung, Wissenschaft, zum Frieden, zur Medizin, zur Musik usw. usw. organisiert werden. In Cambridge waren es achtundzwanzig. Daher werden die Präsidenten dieser Versammlungen gebeten, nach Möglichkeit eine Woche vor der offiziellen Eröffnung nach Dresden zu reisen. Der Weiße Hirsch, ein bekannter Kurort in der Nähe von Dresden, wird als geeignete Raststation für eine Art familiäres Zusammenleben ausgewählt — als Entspannung nach den Anstrengungen des Kongresses; und die ganze Gemeinde scheint hart am Esperanto zu arbeiten, um gastfreundlich bereit zu sein. Herr Mudie sammelt Informationen über die beste und günstigste Route für die englische Sektion. Ausführliche Informationen finden Sie in der März-Ausgabe des britischen Esperantisten. La Revuo (6d. monatlich) für den Monat März enthielt die Psalmen 46 bis 63, als die Ankündigung, dass die abschließenden Psalmen eine Zeit lang zurückgehalten werden sollten, nicht ernst gemeint war. Die April-Nummer enthält die entzückende Hans-Andersen-Geschichte "Die Nachtigall", die von Dr. Zamenhof selbst übersetzt wurde; die zweite Preisarbeit des letztjährigen Wettbewerbs, die von Herrn John Ellis geschickt wurde, dessen interessanter und humorvoller Stil bekannt ist; und einen Artikel über den Weißen Hirsch, neben anderen sehr interessanten Themen. Der dritte Band des "Faraono" ist jetzt fertig. Es wird manchmal gesagt, dass Esperanto nicht viel wert sei, weil wir bisher nur wenige brillante Originalschriftsteller haben. Aber wenn wir solche Übersetzungen bekommen können, wie Dr. Bein sie uns gibt, wo können wir uns dann beschweren? Ist das Englische nichts wert, weil die Bibel nicht von Engländern geschrieben wurde, so dass wir sie nur durch Übersetzer bekommen? Dieser letzte Abschnitt der gewaltigen Geschichte, die Prus seinen Mit-Polen gab, enthält vielleicht die dramatischsten Szenen des ganzen Romans und endet mit dem Tod Ramses. Dr. Zamenhofs Übersetzung von Schillers "Räuber" wird jetzt separat veröffentlicht; sie umfasst 144 Seiten. Sprachschüler sollten die verschiedenen nationalen Zeitschriften interessant finden. La Verda Standardo ist der Titel der ungarischen Zeitschrift. Die polnische hat einen ähnlichen Titel wie unsere eigene Zeitschrift und ist vielleicht nach der Germana Esperantisto, die in diesem Jahr mit ihren Kongressinformationen an erster Stelle steht, von größtem Interesse. Die Britische Esperanto-Vereinigung ist aus ihren alten Räumen herausgewachsen und ist in die Gebäude der Museumsstation, 133, High Holborn (Museumsröhre), umgezogen. Dort gibt es nun einen angenehmen Lesesaal für die Mitglieder, einen geräumigen Verkaufsraum und Platz für den Sekretär und seine Assistenten sowie die Redakteure der Zeitschrift. Alle Esperantisten, die sich in London aufhalten oder die Stadt besuchen, sollten dafür zahlen."
ESPERANTO. "Ein bekanntes russisches Magazin, Vjestnik Znama, mit einer Auflage von hunderttausend Exemplaren, verschickt eine kostenlose Esperanto-Version an Abonnenten. Es wäre gut, wenn Espero englische Unterstützung bekäme — nicht nur, weil der Herausgeber auf diese Weise seine mühsame Arbeit fortsetzen könnte, die so gut für die Sache ist, sondern wir selbst sollten gewinnen — wir wissen so wenig wirklich über die Haltung der gewöhnlichen Russen im Landesinneren gegenüber ihrem Land und ihrer Regierung. Politik ist in den nationalen Esperanto-Zeitschriften, die zur Verbreitung der Sprache gegründet wurden, verboten; aber Espero behandelt alles — Politik, Literatur, Wissenschaft usw., und seine Geschichten zeigen mehr als alles andere, warum Religion und Fortschritt in Russland so oft in Opposition zueinander stehen." Ein Beispiel, wie Esperanto und Politik gelegentlich zueinander stehen. Eine nationale Politik bestimmt, daß Politik in einer Esperantozeitschrift nichts zu suchen hat. Die Gesellschaften sind dann so beschaffen, daß auch die Esperantisten nicht mit Politik in Verbindung gebracht werden wollen. "Auf dem Dresdner Kongress werden professionelle und nicht nur Amateurstücke aufgeführt; Amateurtheaterstücke, sagen die Deutschen, würden unserem Volk nicht gefallen. Das ausgewählte Stück ist "Iphigenie in Aulis", und Dr. Zamenhof selbst bereitet die Übersetzung ins Esperanto vor. Herr Reicher vom Lessing-Theater in Berlin und seine Compagnie werden es vertreten, und obwohl der Preis für die Sitze jeweils ein Pfund beträgt, sind bereits 150 verkauft worden, und das mehr als drei Monate vorher. Was passieren wird, wenn der Zeitpunkt näher rückt, weiß ich nicht. Für Reisevorbereitungen, Unterkünfte siehe den britischen Esperantisten (3d. monatlich). Ein sehr amüsantes Ergebnis hat sich nach der Veröffentlichung eines schrecklichen Angriffs auf Esperanto durch M. Novikow in der Revue des Deux Mondes ergeben. In der Schule ist eine Übersetzung mit Kommentaren erschienen, in deren Verlauf die Engländer aufgefordert werden, gegen Esperanto zu kämpfen, welches verhindern wird, dass Englisch die internationale Sprache der Zukunft wird; aber eine Teilübersetzung mit Kommentaren wurde auch in der Zeitschrift für Erziehung veröffentlicht; in dieser letzteren werden wir jedoch aufgefordert, gegen Esperanto zu kämpfen, weil es verhindern wird, dass Französisch die internationale Sprache wird. Es bedarf nur eines Kommentars aus Deutschland, der besagt, dass Deutsch jetzt die am meisten benötigte Sprache ist, um den Witz komplett zu machen. ...."
WHICH SHALL BE THE UNIVERSAL LANGUAGE? (WELCHE SOLL DIE UNIVERSELLE SPRACHE SEIN?) "Aus einer Notiz in der ersten Mai-Nummer von La Revue erfahren wir, dass Französisch den vierten Platz in der Liste der Sprachen der Welt einnimmt. Englisch steht mit 136 Millionen Menschen, die diese Sprache sprechen, oder siebenundzwanzig Prozent der Weltbevölkerung, an der Spitze der Liste. Deutsch wird von zweiundachtzig Millionen Menschen oder sechzehn Prozent, Chinesisch von vierzehn Prozent und Französisch von achtundzwanzig Millionen Menschen oder etwa vierzehn Prozent der Weltbevölkerung gesprochen. Es folgen Russisch, Arabisch, Italienisch, Spanisch und die skandinavischen Sprachen. In einer anderen Notiz wird uns gesagt, dass wir möglicherweise bald das genaue Ausmass der gelben Gefahr kennen werden, denn die regierende Dynastie Chinas schlägt vor, das alte auf den Steuern basierende Volkszählungssystem aufzugeben, und man schätzt, dass die Bevölkerung Chinas fast 500 Millionen betragen wird! In diesem Fall würde China die Sprachenliste anführen."
ESPERANTO. "Ein sehr bemerkenswertes Ereignis fand am 22. Mai im Londoner Club statt. Ein bedeutender japanischer Gentleman, Dr. Kroita, Professor für Geschichte an der Universität Tokio, war auf dem Weg nach Paris auf der Durchreise durch London, und da er die englischen Esperantisten treffen wollte, schickte ihm Herr Clegg eine Nachricht über das wöchentliche Treffen. Er wurde natürlich gebeten, das Wort zu ergreifen, und zögerte zunächst und sagte, dass er in Japan nur unter seinen eigenen Landsleuten Esperanto gesprochen habe und es nicht gewohnt sei, in der Öffentlichkeit zu sprechen. Alle im Saal waren natürlich sehr gespannt darauf, ihn zu hören, und so begann er in langsamen, vorsichtigen Sätzen zu erzählen, dass er sich in den zwei Wochen, die er in London verbracht hatte, einsam gefühlt hatte, als ob er zehn Jahre lang Englisch gelernt hätte, und dass er nicht sprechen könne, um verstanden zu werden. Esperanto hatte er etwa ebenso viele Monate lang gelernt, und zu seinem eigenen Erstaunen stellte er fest, dass ihn ein englisches Publikum verstehen konnte. Esperanto hatte viele Gemeinsamkeiten mit dem Japanischen, wie etwa die besonderen adjektivischen Endungen und die Verwendung von Aufbausilben. Was die Sprachen anbelangt, so sind die Japaner stark behindert; Zeit ist für sie wie für uns ein Objekt der Begierde; wirtschaftlich und politisch müssen sie nicht nur mit Deutschen oder Engländern, sondern mit Menschen vieler anderer Nationalitäten kommunizieren. Weit entfernt von Europa, wie sie es sind, ist es unmöglich, viele Sprachen zu lernen, und deshalb begrüßen sie Esperanto sehr gerne. Zufälligerweise war am selben Abend ein Italiener, Signor Bracci, anwesend; auch er konnte nicht nur nicht sprechen, sondern kann nicht einmal Englisch. Auch er lehnte es zunächst ab, vor der Versammlung zu sprechen, da er aus einem isolierten italienischen Ort kam und Esperanto nur aus Büchern gelernt hatte. Als er weiterhin diese .... und auch einige italienische Schwierigkeiten erklärte, entdeckte er plötzlich zu seinem eigenen Erstaunen und zu seiner eigenen Belustigung, dass er seine Rede wirklich gehalten hatte. Die beiden Herren aus so weit auseinander liegenden Ländern stellten mit Freude fest, dass sie sich perfekt verstehen konnten. Der bekannte musikalische Entertainer, Mr. Harrison Hill, war zufällig aus Neugierde gekommen und trug zur Belustigung bei, indem er sang und einen Sketch vortrug, den er geschrieben hatte, um Esperanto lächerlich zu machen, inmitten des Gelächters seines Publikums, dem auch er sich anschloss, indem er sagte, dass er nun beabsichtige, die Sprache zu studieren. Werden sich alle unsere "Freunde des Friedens" überall daran erinnern, dass dieses Jahr der Internationale Friedenskongress in London stattfindet und die Treffen am 27. Juli in der Caxton Hall beginnen werden? Bis jetzt sind wir in unseren Bemühungen gescheitert, die Führungskräfte der Organisation davon zu überzeugen, dass die Verwendung von Esperanto bei den jährlichen Treffen erlaubt werden sollte. Werden Esperantisten, die Personen kennen, die bei den Treffen anwesend sein wollen, ihr Bestes tun, um sie davon zu überzeugen, uns zu helfen? .... Die Vorbereitungen für den Esperanto-Kongress in Dresden schreiten stetig voran. Es sollen Bücher mit Esperanto-Worten, die für die deutschen Volkslieder arrangiert wurden, gekauft werden. Das Stück "Iphigenie" wurde von Dr. Zamenhof übersetzt und wird in Kürze gedruckt. Polizisten und Pförtner lernen Esperanto, und in Dresden und Weisser-Hirsch werden alle Anstrengungen unternommen, um den Kongress zu einem Erfolg zu machen. Die Mitglieder des Sprachausschusses werden gebeten, sich vor dem Eröffnungstag, dem 16. August, einzufinden, ebenso die Organisatoren der mehr als vierzig inoffiziellen Treffen. Herr Mudie hat die Reise nach Dresden auf den billigsten Linien organisiert und stellt fest, dass die Kosten für zwei Wochen (inklusive) bei etwa £10 10s liegen werden. Die Gesellschaft, die er besonders betreuen wird, reist mit dem Unionsschloss-Schiff Gascon nach Hamburg, schließt sich dem Schiff am Freitagabend, dem 7. August, an und kommt am Sonntagabend in Hamburg an. An Bord werden Spiele, Konzerte usw. stattfinden, und es wird einen besonderen Sonntagsgottesdienst geben. Ein Aufenthalt von zwei Tagen wird in Berlin stattfinden — die Gruppe wird drei Tage vor der Eröffnung des Kongresses in Dresden eintreffen. Für die Rückreise gibt es je nach der zur Verfügung stehenden Zeit verschiedene Pläne."
Time Zones and the Daylight Bill. (Zeitzonen und das Tageslichtgesetz.) "Early to Bed and Early to Rise" etc. ("Früh zu Bett und früh aufstehen" etc.) DER Vorschlag, die Uhr so zu verstellen, dass wir alle im Sommer eine Stunde und zwanzig Minuten früher aufstehen als im Winter, hat in diesem Monat in London viel Aufmerksamkeit erregt. Das so genannte Daylight Saving Bill (Tageslichtspar-Gesetzesvorschlag) schlägt vor, dass die Uhr jedes Jahr vor- und zurückgestellt werden soll, so dass wir im Sommer nicht wie im Winter um acht Uhr frühstücken, sondern im Sommer um zwanzig Minuten vor sieben, wobei die Uhr in Raten vor- und im Herbst in entsprechenden Raten zurückgestellt wird. Viele haben sich vor einem Sonderausschuss des Unterhauses für die Änderung ausgesprochen. Die Argumente dafür sind, dass es besser ist, in dieser hellen Sommerzeit morgens früh aufzustehen und die Arbeit am Nachmittag früher zu unterbrechen, um einen längeren Abend zur Erholung oder zum Studium zu haben. Wir sollten auch weniger Gas verbrauchen, wenn wir früher zu Bett gehen und früher aufstehen würden. Benjamin Franklin berechnete, wenn ich mich recht erinnere, dass wir mit den Kosten für die Kerzen und Lampen, die eingespart würden, wenn wir bei Sonnenuntergang zu Bett gingen und bei Sonnenaufgang aufstanden, eine Staatsschuld begleichen könnten. Ich glaube nicht, dass auch nur die geringste Chance besteht, dass der Gesetzentwurf verabschiedet wird. Es würde zu einer unentwirrbaren Verwirrung führen, mit der die Kapkolonie einige Erfahrungen gemacht hat, als sie ein ähnliches Experiment versuchte. Gegenwärtig werden in Holland große Anstrengungen unternommen, um das Ärgernis loszuwerden, das sich aus der Existenz von zwei der unterschiedlichen Uhrzeiten im Königreich der Niederlande ergibt. Ein geschätzter Korrespondent in den Niederlanden schickte mir zur Veröffentlichung einen Artikel zu diesem Thema, der für unsere letzte Ausgabe vorbereitet worden war, aber aus der Druckpresse des Platzes verdrängt wurde, jedoch nicht bevor Probedrucke davon freigestellt worden waren, um an diejenigen verteilt zu werden, die sich besonders für dieses Thema interessierten. Der Druck auf unseren Bereich hält auch in diesem Monat an, was eine Verdichtung des Artikels erforderlich macht, was jedoch, wie ich hoffe, die Kraft der Argumentation unseres geschätzten Beitragenden nicht beeinträchtigen wird. Es waren die Vereinigten Staaten, in denen das Problem der Zeitvereinheitlichung zum ersten Mal in der Praxis gelöst wurde. In Europa wurde die Frage erst 1892 der breiten Öffentlichkeit vorgelegt. In jenem Jahr schlug der "Verein deutscher Eisenbahn-Verwaltungen" den verschiedenen Regierungen die Einführung von Zeitzonen auch in Europa für Eisenbahnen, Post- und Telegraphendienst und — wenn möglich — für das öffentliche Leben vor. Am 1. Mai 1892 veröffentlichten die Eisenbahnen in Norddeutschland, Belgien und Holland gleichzeitig ihre Fahrpläne nach dem neuen System. Belgien und Holland waren vom Verein aufgefordert worden, die Greenwich-Zeit zu nehmen; Deutschland, Österreich, Ungarn und die Schweiz nahmen die mitteleuropäische Zeit, die sich um eine volle Stunde von der Greenwich-Zeit unterschied. Dennoch ist die Angelegenheit noch lange nicht vollständig geklärt. Die Zone, die  7 1/2° E. und W. von Greenwich umfasst, die eigentliche Greenwich-Zone (siehe Abb.3), ist nicht vereinheitlicht, da Frankreich nach wie vor den Paris- gegenüber den Greenwich-Meridian bevorzugt. Spanien hat im Gegenteil die Greenwich-Zeit in seinen Fahrplänen der Eisenbahnen eingeführt; Portugal hält noch an der Lissabon-Zeit fest. Belgien und die Niederlande sind im Westen durch die Nordsee vom britischen Eisenbahnnetz getrennt und werden niemals mit diesem Netz verbunden sein, sondern nur durch eine Dampferkommunikation über das Meer. Diese Kommunikation kann niemals so pünktlich sein, dass es von Vorteil wäre, eine einheitliche Zeit mit den Britischen Inseln zu haben. Im Gegenteil, sowohl für Belgien als auch für die Niederlande wäre es zweifellos von Vorteil, eine einheitliche Zeit von der Nordseeküste bis zur russischen Grenze zu haben, und der Vorteil ist um so greifbarer, als (da die Bürozeiten in diesem ganzen Gebiet praktisch gleichzeitig sind) der Austausch von Geschäftstelegrammen und Telefonnachrichten während der Bürozeiten eine volle Stunde länger möglich wäre. In Belgien haben nicht nur Eisenbahnen, Telegrafen- und Postämter die Greenwich-Zeit übernommen, sondern ein Gesetz hat sie sogar als offizielle Zeit des Landes ins öffentliche Leben eingeführt. In den Niederlanden unternahm die Regierung von 1892 einen Versuch in die gleiche Richtung. Aber die Öffentlichkeit hatte die Augen offen: Sie sah den Vorteil, der sich aus der Zeitvereinigung mit den östlichen Nachbarn ergeben könnte, als überlegen gegenüber den südlichen Nachbarn an und lehnte es ab, die Greenwich-Zeit für das gesellschaftliche Leben zu akzeptieren. Dies hat den Niederländern einen nun schon fünfzehn Jahre währenden Kampf zwischen Ortszeit und Eisenbahnzeit beschert, wobei der Unterschied zwischen beiden etwa zwanzig Minuten betrug. Nicht nur die Niederländer selbst, sondern auch ausländische Besucher, die das Land durchqueren oder sich vorübergehend im Land aufhalten, haben unter den Unannehmlichkeiten dieses Zustands gelitten, und erst vor kurzem hat die Regierung einen Gesetzentwurf eingebracht, in dem eine Vereinheitlichung der Zeit auf dem mitteleuropäischen Plan vorgeschlagen wird. Es kann kein Zweifel daran bestehen, welche der beiden Zeitzonen diejenige sein sollte, an die sich Holland anpassen sollte. Die mitteleuropäische Zeit würde diesem Land nicht nur die Vereinigung von seiner westlichen Grenze an der Nordsee bis zur russischen Grenze bringen, sondern gleichzeitig dem Land den unerwarteten und kostenlosen Segen von mehr Sonnenlicht und weniger künstlichem Licht bringen, was direkte Wirtschaft und gleichzeitig wichtige hygienische Vorteile bedeutet. Jeder Landstreifen, der in jeder Zeitzone weit westlich liegt, erhält diese Vorteile. Da Holland die freie Wahl zwischen den Nachteilen der Greenwich-Zeit und den Vorteilen der mitteleuropäischen Zeit hat, war es ein kluger Entschluss der Regierung, diese unerwartete Ernte einzusammeln, und es ist zu hoffen, dass die lokale und isolierte Unzufriedenheit, auf die vor allem angespielt wurde, die Generalstaaten nicht daran hindern wird, das "Zeitgesetz" mit starker Mehrheit zu verabschieden."
DeepL.com/Translator hat sich als gute Hilfe beim Übersetzen herausgestellt

Die Ausgaben von The Review Of Reviews sind im Internet nur teilweise lesbar. Von 1907 und 1908 liegen zur Zeit nur die jeweils ersten Halbjahre vor. Wie es zum Beispiel mit den Esperanto-Weltkongressen weiterging, läßt sich durch viele Veröffentlichungen leicht herausfinden. Weitere Recherchen speziell bei The Review Of Reviews werden künftig sicher auch weitere Ergebnisse bringen. Der Sprung in das Jahr 1912 ist möglich, sinnvoll und für den Moment auch ausreichend. 
JUNI — 1912 "Diese Ausgabe der "Review" enthält die letzte Arbeit des verstorbenen Herrn W. T. Stead. Die Artikel darin sind das letzte literarische Werk, das er vor seiner Reise nach Amerika verfasst hat. Die Juli-Ausgabe wird eine Gedenknummer sein. Wenn die Ausgabe infolgedessen etwas später als gewöhnlich erfolgt, werden die Leser der "Review of Reviews" das verstehen."
JUNI — LONDON 1. April 1912 The Progress of the World (Der Fortschritt der Welt) .... Die Weiterentwicklung von Menschheit und Religion .... "Es spricht alle unsere Leser an, weil es ein Versuch ist, die Ideale unserer alten bürgerlichen Kirche auf nationaler Ebene zu verwirklichen, und dazu noch ein deutlich evangelistisches Element, das der bürgerlichen Kirchenbewegung fehlte. Es interessiert und überrascht mich, dass fast keine direkte oder indirekte Anspielung auf die Tatsache der Existenz nach dem Tod enthalten ist. Das Komitee war so freundlich, mich zu bitten, auf einer unter seiner Schirmherrschaft abgehaltenen Tagung über den "Weltfrieden" in der Carnegie Hall, New York, am 21. April zu sprechen, auf der Präsident Taft und andere zu den Rednern gehören werden. Ich werde voraussichtlich am 10. April mit der Titanic abreisen und hoffe, dass ich im Mai wieder in London sein werde. ...."
Schon beängstigend weitsichtig zeigte sich William Thomas Stead bei der Betrachtung künftiger Schiffsunglücke. Plätze in den Rettungsbooten waren wohl Mangelware. Beim Durcheinander wären übrigens mehr Plätze als Passagiere sicher gut. Jedenfalls hat es ihn vielleicht nicht einmal verwundert, daß genau dieses Platz-Problem auch auf seiner Reise mit der Titanic auftrat. Er war für den 21. April 1912 zu einer Friedenskonferenz nach New York (Carnegie Hall) eingeladen und mußte seine schlimmen Ahnungen erleben. Vermisst seit Untergang der Titanic. Offiziell gestorben am 15. April 1912. Es gibt verschiedene Meldungen über sein Ende. Man soll nicht spekulieren. Was dachte Stead in so einer extremen unmenschlichen Situation? Zu hoffen ist, daß er sich an die Begebenheit während einer Schiffsfahrt beim Genfer Esperanto-Kongreß 1912 erinnerte. "Hatte schon einmal ein Schiff eine so kosmopolitische Menschenmenge? "Wo wird Esperanto sein, wenn unser Schiff untergeht", sagte ein Esperantist. "Ah!" war die Antwort", unsere Sache ist sicher. Wenn wir alle ertrinken, werden unsere Freunde überall nur umso härter arbeiten und sich enger an die Regeln halten, die wir aufgestellt haben"." Vielleicht konnte ihn diese wahrhaftige Aussage etwas trösten.
An der speziellen Überschrift "Die Weiterentwicklung von Menschheit und Religion" wird die Komplexität der Person Steads noch einmal deutlich. Ganz sicher wäre seine Arbeit auch für Esperanto und sicher auch für ein geeintes Europa weitergegangen. Die Zeit war noch nicht ganz reif, diese Fragen in ein politisches Programm einzubinden.

Einige ausgewählte Veröffentlichungen des Jahres 1912 sind hier in linearer Reihenfolge zu lesen. Damit wird dieser Abschnitt der Geschichte um W. T. Stead abgerundet.
FEBRUAR — An Interesting Suggestion. (Ein interessanter Vorschlag.) "Es ist eine interessante Tatsache, dass Englisch als die Sprache des wissenschaftlichen Unterrichts in China angenommen wurde und dass alle Fahrkarten der chinesischen Eisenbahnen sowohl in Englisch als auch in Chinesisch gedruckt sind. Wenn die Dinge so weitergehen wie bisher, wird die nächste Generation Japan, China und Indien als integrale Bestandteile der englischsprachigen Welt sehen. Das würde bedeuten, dass deutlich mehr als die Hälfte der Bewohner dieses Planeten Englisch als erste oder zweite Sprache haben würde. Kein Wunder, dass ein angesehener deutscher Gelehrter, dem zweimal der Posten des Unterrichtsministers in Preussen verweigert wurde, als er über die Möglichkeiten einer Weltsprache diskutierte, kurz antwortete: "Die wahre Weltsprache ist Englisch, aber" mit einem Augenzwinkern: "Englisch ist nur ein deutscher Dialekt." Wenn nur dieser Geist seine Landsleute durchdringen würde, dann könnten die Deutschen aus patriotischen wie auch wirtschaftlichen Gründen die Einbeziehung der achthundert Millionen Menschen des Ostens unter den Sprechern dieses "deutschen Dialekts" mit Freude begrüßen."
FEBRUAR — 1912 LONDON, 1.Dezember 1911 "Ich sage das, wovon ich weiß. Diese Männer, die Sir Edward Grey so formen, wie Ton in den Händen des Wählers geformt wird, machen keinen Hehl aus ihren Überzeugungen. Einer von ihnen erzählte mir ohne das geringste Zögern, dass die gesamte europäische Situation von den übertriebenen skrupellosen Ambitionen Deutschlands beherrscht wird. "Deutschland", sagte er, "hat nur ein Ziel. Es will unsere Vormachtstellung auf See zerstören, um unsere Kolonien zu erobern. Statt von Frieden und einer Reduzierung der Rüstung zu schwadronieren, bestand unsere einzige Pflicht darin, unsere Rüstung zu erhöhen, um ihren unvermeidlichen Angriff abzuwehren, und eine mächtige Armee zu haben, mit der wir den Franzosen an Land helfen können." Ich erinnere mich an dieses Gespräch, weil es mich so sehr beeindruckt hat, dass ich es Wort für Wort gegenüber Sir H. Campbell-Bannernian wiederholte, der einfach entsetzt war. Aber selbst Sir Henry Campbell-Bannernian war machtlos. Sir Edward Grey war Autokrat des Auswärtigen Amtes, und er duldete nicht einmal die Einmischung von Premierministern bei der Wahl seiner Berater und Agenten."  
FEBRUAR — THE GENESIS OF GERMANOPHOBIA. (DIE ENTSTEHUNG DER GERMANOPHOBIE.) "Die ganze Mühe Europas seit 1870, so Morier, sei — direkt darauf zurückzuführen, dass Deutschland das heimtückische Laster der Menschen, die es erobert hat, gelernt und übertrieben habe. Denn es lässt sich nicht leugnen, dass die Krankheit, unter der Europa gegenwärtig leidet, durch den deutschen Chauvinismus verursacht wird, eine neue und weitaus schlimmere Form der Krankheit als die französische, denn sie ist nicht krampfhaft und undiszipliniert, sondern methodisch, berechnend, kaltblütig und in sich geschlossen." Die internationalen Stimmungen zeigten immer deutlicher: Der Erste Weltkrieg steht vor der Tür.
MÄRZ — "Die Revuo für Januar enthält eine Mitteilung des Herausgebers mit folgendem Inhalt: "M. Andre Michelin, der glaubt, dass die Revolution, die jetzt durch die Luftfahrt und das Flugzeug im Gange ist, uns zwingt, alle unsere Kräfte für die Verbreitung von Esperanto einzusetzen", nahm an einer Sitzung der Pariser Esperanto-Gruppe teil und verkündete, dass er und sein Bruder dem Aufruf des MM gefolgt seien. ...."
MÄRZ — THE PATRIOT SONGS OF INDIA. (DIE PATRIOTISCHEN LIEDER INDIENS.)
"Die Durbar-Nummer des Hindustan Review ist bemerkenswert, weil sie Zeugnis ablegt von der Blüte der Poesie in Indien. Es gibt eine Krönungsode von Ragbubir Narayana, die Ihre kaiserlichen Majestäten willkommen heißt. Es gibt eine Rezension von Herrn K.H.D. Cecils Krönungsgedicht und Liebesliedern, wobei Herr Cecil von seiner Nationalität her ein Inder und von seiner Religion her ein Parsi ist. Hier sind zwei Strophen aus der Krönungs-Ode:—
England, du hast die Ketten von den Händen des Sklaven gelöst,  
England, du hast das Land erobert und die unbesiegbare Welle gehalten,
Mutter von Söhnen, deren Herzen stark sind wie die Sonne und tapfer, England, England für immer!
England, du Schenker vieler Gaben und Sämann von Samen, dessen Ernte Blumen und Blüten der Taten ohne Tadel sind, England, du Mutter aller und Mörder von Kasten und Kredos, England, England in Ewigkeit!
Der Rezensent fügt eine Würdigung hinzu, die es wert ist, von unseren indischen Mitunterzeichnern reproduziert zu werden:—
Es ist bemerkt worden, daß es keine Sprache gibt, die sich so gut für den Ausdruck lyrischer Emotionen, für die freie Ausgießung der tiefsten Tiefen der menschlichen Seele eignet wie die englische; es gibt keine Literatur, die eine Gruppe von Schriftstellern hervorgebracht hat, die sich in dieser Hinsicht mit Wordsworth und Shelley, Keats und Byron, Ilood und Campbell, Tennyson und lirovning, Coleridge und Uossetli vergleichen kann."
Ist da ein selbstverleugnender Klang zu hören? Es ist klar, eine weitverbreitete Sprache wird von einer Vielzahl von Individuen benutzt. Unter ihnen befinden sich dann auch relativ viele außergewöhnliche Schreiber, die dann die Sprache aufwerten. Dies ist bei Englisch sicher der Fall. Aber das ist nicht der Grund, sondern die Folge der Verbreitung. Verbreitet wurde die Sprache durch Macht und Unterdrückung. Doch das gibt keine Sicherheit für alle Zeiten. Bereits vor Englisch waren andere Sprachen in unserem Weltteil dominierend, Griechich, dann Latein, dann Französisch, und diese waren auch durch außergewöhnliche Schreiber aufgewertet. Die bis heute bei vielen Menschen gültige Fehlinterpretation von Sprache, besonders der englischen ist, daß es eine in sich begründete besonders geeignete Sprache für große Geister gibt. Selbst sonst rational denkende Menschen werden bei diesem Thema schnell zu Mythikern. Wird eine gemeinsame in der Grammatik aufgeräumte neutrale Hochsprache verwendet, dann können sich noch mehr Menschen an deren Entwicklung beteiligen. Das ist die optimale Voraussetzung für eine wahrhaftig tiefsinnig für alle Muttersprachler nutzbare Sprache. Sprache lebt von solchen Nutzern, welche über dieses Medium wesentliche Inhalte vermitteln. "Die großen Schriftsteller sind so angesehen, weil sie die Gefühle einer weltweiten Menschheit zum Ausdruck bringen und nicht nur die einer besonderen Nationalität." (1905 ESPERANTO. BREVITIES.)
MAI — Who Are the Twenty Greatest Men? — II (Wer sind die zwanzig größten Männer? - II)
MR. FREDERIC HARRISON SUMS UP. (MR. FREDERIC HARRISON FASST ZUSAMMEN.)
More About the Twenty Greatest Men. (Mehr über die zwanzig größten Männer.)
"Herr Andrew Carnegie, dessen Liste der zwanzig Ersten die Untersuchung darüber einleitete, wer die zwanzig Größten waren, schickt mir folgenden Brief:— "Sehr geehrter Herr Redakteur,- Die Liste der 'Zwanzig Größten Männer', die Sie durch die Zeitschrift 'Review of Reviews' weit verbreitet haben, wurde von mir nicht als solche gegeben. .... Vielleicht können Sie einen weiteren Ball starten, der durch die Presse rollt, die sich der englischen Sprache bedient - und vielleicht zu ähnlich interessanter Kritik Anlass gibt. Ihr Andrew Carnegie." Ich hatte nicht die Absicht, weitere Beiträge zu veröffentlichen, .... Der Strand gibt ein Symposium von mehr als einem Dutzend Beiträgen über die zwanzig größten Männer, wobei die Liste von Herrn Carnegie als Text verwendet wird, und liefert das Ergebnis in der folgenden Liste der am häufigsten gewählten Namen und der Anzahl der Stimmen, die jeder von ihnen erhalten hat. Es fällt auf, dass die Liste mehr als zwanzig Namen enthält, da nicht weniger als neun von ihnen jeweils vier Stimmen erhalten haben:— ...."
HOW THE CARNEGIE PEACE MONEY WILL BE SPENT.
(WIE DAS CARNEGIE-FRIEDENSGELD AUSGEGEBEN WERDEN SOLL.)
Details of the European Organisation. (Einzelheiten über die Europäische Organisation.)
"La Paix par le Droit for January loth veröffentlicht einen Artikel über die Carnegie-Stiftung für internationalen Frieden, in dem es heißt:— Das Europäische Büro der Carnegie-Stiftung ist seit dem 1. Januar 1912 in Paris, Rue Pierre Curie 24 (Tel. 838.03 und 839.32), sehr schlicht eingerichtet, in einigen Zimmerfluchten eines Gebäudes im 5. Bezirk, in der Nachbarschaft des Ozeanographischen Instituts und der Laboratorien, die der Witwe des großen Gelehrten, der wir die Entdeckung des Radiums verdanken, zugeteilt wurden, im Zentrum jenes Schulviertels, das durch das überbordende Leben der Universität Paris belebt wird. Ausgestattet mit den Arbeitsinstrumenten eines modernen "Büros" wird das Büro für Europa und zu gegebener Zeit für Asien und Afrika das ausführende Organ der Entscheidungen der Dritten Abteilung der Carnegie-Stiftung sein. Ihre Aufgabe wird darin bestehen, die Mitteilungen dieser Abteilung an die interessierten Organisationen oder Persönlichkeiten weiterzuleiten, ihre Antworten zu sammeln und die Vorschläge bezüglich der Propaganda zu prüfen. Sie wird der Sitz der Tagungen des Europäischen Rates sein. Ich werde ihn in seiner Funktion unterstützen, .... Um den Leser mit den Resolutionen der Washinglon Trustees vertraut zu machen, machen wir einige letzte Auszüge aus dem Bericht des New York Times: "Die Propagandaarbeit in Europa wird von der Berner Internationalen Friedensbüros mit Hilfe von Zuschüssen, die sie von der Carnegie-Stiftung erhält, durchgeführt. . . . Die beachtliche Tätigkeit des Zentralbüros der Internationalen Vereinigungen, das in Brüssel unter der Leitung von M.H. La Fontaine eingerichtet wurde, wird ebenfalls finanziell gefördert und unterstützt. Die Stiftung wird den wichtigsten Organen der pazifistischen Presse in Europa ihre Unterstützung gewähren. ...."
MAI — LANGUAGES AND LETTER-WRITING. (SPRACHEN UND BRIEFESCHREIBEN.) ESPERANTO.
"Wie immer gibt es so viel zu berichten, und unser Platz ist so begrenzt, dass wir nie die Hälfte hineinbekommen. Letzten Monat wurde ein äußerst erfolgreiches Treffen in Manchester ausgelassen. Es wurde von Herrn Rhodes Marriott organisiert, Oberst Pollen kam aus Deutschland, um den Zuhörern Esperanto vorzustellen, und der Dekan von Manchester (Bischof Welldon) war anwesend und protestierte, dass Englisch die Weltsprache sein müsse und schnell zur Weltsprache werde. Die Esperantisten waren auf der richtigen Spur, als sie versuchten, die große Barriere zur menschlichen Sympathie zu überwinden, aber Esperanto sei so schwierig zu lernen wie jede andere Sprache. Er glaubte, es sei praktisch unmöglich, eine Sprache durch einen willkürlichen Prozess zu bilden; einer solchen Sprache müsse es an feinen Bedeutungsschattierungen mangeln. Es überrascht ihn nicht, dass es auf Esperanto keine Literatur gab; er glaubte nicht, dass es jemals eine Literatur geben würde. Unnötig zu sagen, dass Dr. Pollen in der Lage war, solche falschen Aussagen zu widerlegen, und das große Publikum applaudierte ihm herzlich. Mr. Marriott kann sich über den Erfolg seiner Bemühungen durchaus freuen. Wenn Bischof Welldon oder andere, die wie er denken, der Britischen Esperanto-Vereinigung einen Besuch abstatten würden, wären sie erstaunt über die Menge an Literatur, die in so kurzer Zeit produziert wurde. Der entzückende Originalroman "Paulo Debenham" (2s. netto) ist unter den Romanen des Monats aufgefallen. .... Das jährliche Abendessen der Britischen Esperanto-Vereinigung findet am 17. Februar statt. Die Pläne von M. Privat sind noch nicht festgelegt; er wird wahrscheinlich im März in London einen Vortrag halten. Vor kurzem hat er dem König von Italien eine Esperanto-Stunde gegeben. ...."
MAI — Anzeige: Mr. Stead's Appeal to His Readers, July, 1906. (Der Appell von Herrn Stead an seine Leser, Juli 1906.)
"Ich appelliere an alle, die wie ich jung und stark im Glauben und voller Liebe zu ihren Mitmenschen sind, sich bei dem Versuch anzuschließen, eines der folgenden Ideale zu verwirklichen, für die "The Review of Reviews" seit ihrer Gründung Exponent und Verfechter ist:—
1. Internationale Brüderlichkeit auf der Grundlage von Gerechtigkeit und nationaler Freiheit, die sich in der universellen entente cordiale, der anglo-amerikanischen Wiedervereinigung, der interkolonialen Intimität und hilfreichen Sympathie mit den Untertanenrassen sowie in der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit manifestiert.
2. Die Wiedervereinigung aller Religionen auf der zweifachen Grundlage der Vereinigung aller Liebenden im Dienste aller Leidenden und die wissenschaftliche Untersuchung des Gesetzes Gottes, wie es sich in der materiellen und geistigen Welt offenbart.
3. Die Anerkennung der Menschlichkeit und der Bürgerschaft der Frau, verkörpert in dem Sprichwort. Was immer ihr wollt, dass diese Frau euch tut, das tut ihr auch ihr gegenüber.
4. Die Verbesserung des Zustands des Volkes, mit dem Leitsatz: "Versetze dich in ihre Lage und überlege, wie du es gerne hättest.
5. Die Belebung und Inspiration des Lebens, durch die Förderung des Lesens, des körperlichen Trainings, der Spiele im Freien usw."
MAI — THE LATE WILLIAM THOMAS STEAD, (DER VERSTORBENE WILLIAM THOMAS STEAD.)
By his "Friend and Colleague" in Australia," W. H. Judkins. (Von seinem "Freund und Kollegen in Australien", W. H. Judkins.)
"In Ermangelung konkreter Nachrichten über seine Sicherheit ist zu befürchten, dass der geliebte und verehrte Inhaber und Chefredakteur von "The Review of Reviews" in der schrecklichen Tragödie der "Titanic"-Katastrophe den Tod gefunden hat. Die spannungsgeladenen Tage haben keine Erleichterung gebracht. Ohne jeden Zweifel ist er unter denen, die in dieser irrwitzigen Untergangskatastrophe dem grausamen Tod in einer seiner grausamsten und schrecklichsten Form gegenüberstanden. Es scheint unmöglich zu glauben, dass er nicht am Leben ist. Seine Persönlichkeit war so beeindruckend, dass ihr Einfluss die Atmosphäre durchdrang. Er war so bekannt, sein Name war ein bekanntes Wort für jeden Mann, der ihn lesen konnte, dass er überall anwesend war, wo auch immer, in einer sehr realistischen Weise.
Und es wird noch lange dauern, bis wir uns an die Tatsache gewöhnen können, dass er gegangen ist. Mit vielen Jahren nutzbaren Lebens vor ihm, wurde er auf so plötzliche und erbarmungslose Art und Weise abgeschnitten; seine Sinne sind betäubt.
Er war ein Mann von Welt. Es war nichts kleinkariert an W. T. Stead. Er konnte nicht in engen Kreisen denken. Im Zusammenhang mit allem, was er unternahm, schienen ihm immer die weitesten Horizonte offenzustehen. Er war ein großer Mann, im größten Sinne des Wortes. Er sinnierte in Kontinenten.
Er war der führende Journalist der Welt und sprach zur Gesellschaft als ein Mann, der ein Genie dafür hatte, Situationen zu erfassen, die Dinge in ihrer richtigen Perspektive zu betrachten und intuitiv den Weg zu den erhabensten Urteilen zu finden. Er begann seine Karriere früh. Im Alter von zweiundzwanzig Jahren übernahm er seinen ersten Redakteursstuhl und veränderte den Charakter des "Northern Echo" in Darlington vollständig. Neun Jahre später wurde er Redaktionsassistent der "Pall Mall Cazette" unter Mr. John Morley und übernahm drei Jahre nach seinem Eintritt in den Stab die Redaktion. Im Jahr 1890 gründete er "The Review of Reviews", die eine so große Rolle in der Geschichtsschreibung gespielt hat und zu einer Macht geworden ist, nicht nur in Großbritannien, sondern auch in Amerika und Australasien, in beiden Ländern werden separate Ausgaben veröffentlicht, sowie auf dem europäischen Kontinent. Was für eine Macht er mit seiner Zeitschrift war, wissen alle unsere Leser. Die Charakterskizzen berühmter Männer und Frauen, die regelmäßig Monat für Monat erschienen, sind Meisterwerke. Nichts Vergleichbares ist je gedruckt worden. Hell, informativ, und mit einem subtilen Einblick in den Charakter der Person, deren Charakter wurde skelettiert, und die Zusammenfassung der dominierenden Eigenschaften in einem Satz oder zwei, sie oeepy einen einzigartigen Platz in der Literatur. ....
Er war ein Gigant der Reform. Seine persönliche Güte, sein Sinn für Gerechtigkeit, seine Leidenschaft für Rechtschaffenheit machten ihn zu einem tödlichen Feind in jedem Kampf mit dem Unrecht, den er aufnahm. Wenn er loszog, um zu kämpfen, trug er kein Gepäck bei sich und ging mit dem einzigen Ziel hinein, das Unrecht, das er angriff, zu bekämpfen. Weil seine Vision des Ideals so klar war, konnte er nicht bei halben Sachen bleiben. Für ihn war das Unrecht eine Sache, mit der man keine Kompromisse eingehen durfte, sondern die man zerstören musste. Unnötig zu sagen, dass er manchmal zu außergewöhnlichen Mitteln greifen musste, um seine Ziele zu erreichen; aber er schreckte nie vor irgendeiner Tortur zurück, egal wie schwer sie war. ....
Er hatte die Vision eines Sehers. Er war ein moderner Prophet, und diejenigen, die sich nach der Verwirklichung der höchsten Ideale sehnen, national und persönlich, werden ihn schmerzlich vermissen. Für ihn war die Frage. "Ist es richtig?" an erster Stelle. "Ist es zweckmäßig?" kannte keinen Platz in seinem Wesen. ....
Es war diese klare Sicht der Dinge, die ihn im Zusammenhang mit dem Ausbau der deutschen Marine auf der Regel "Zwei Kiele auf einen" beharren ließ; und doch gab es keinen wahreren Freund Deutschlands als ihn und keinen größeren Gegner der antideutschen Stimmung, die so häufig, so hartnäckig und so bösartig von Jingo-Journalisten erzeugt wurde. Seine "Wahrheit über die Marine" erregte großes Aufsehen. Es war die ruhige Aussage eines Mannes, der die Tatsachen kannte, und der eine nationale Schwäche bloßstellte, damit die Effizienz eintreten konnte. ....
Und er ist gegangen, in der Haltung eines Ackerbauern, mit der Hand am Pflug und mit dem Auge am Ende der Furche. Wie wenige Menschen hat er seiner Zeit und seiner Generation gedient. Und nun ist er "in den Schlaf gefallen". Was in dieser schrecklichen Stunde der Tragödie geschah, werden wir nie wirklich begreifen können. Eines aber ist sicher: Er würde beiseite treten, damit ein anderer sich in Sicherheit bringen kann, und der Tod würde ihn nicht schrecken. Er würde ihm mit Ruhe und Gelassenheit inmitten des furchtbaren Chaos begegnen. Es gibt niemanden, der den gleichen hohen Stellenwert im Journalismus einnehmen kann, wie er es tat. Die Natur ist nicht verschwenderisch in ihren Gaben solcher seltenen Charaktere, und in jeder Generation können sie nur in ein und zwei gefunden werden. Er war ein echter Prophet wie andere Propheten aus alten Zeiten, und die Welt wird seine rechtschaffenen Äußerungen und seinen warnenden Ton vermissen, der immer auf die edelsten Dinge gerichtet war. Überall auf der Welt gibt es Tausende, die stolz darauf waren, seine "Helfer" genannt zu werden, die versuchten, auf ihre kleine Weise die großen Dinge, für die er stand, zu verwirklichen. In seinem Namen rufe ich sie auf, sein Werk weiterzuführen und zu versuchen, seine Ideale zu erfüllen. ...."
Character Sketch. LORD PIRRIE. (Charakter-Skizze. HERR PIRRIE.) SIR EDWARD HARLAND. WHAT HE DID FOR SHIPBUILDING. THE WHITE STAR LINE. (SIR EDWARD HARLAND. WAS ER FÜR DEN SCHIFFBAU GETAN HAT. DIE WEIßE STERNLINIE.) "Es wird manchmal gesagt, dass die White Star Line das Vermögen von Harland und Wolff gebildet hat. Aber, wie Professor Oldham betont, Tatsache ist, dass es genau umgekehrt war. Die Geschwister Ismay und Fletcher gründeten 1869 die Oceanic Steam Navigation Company, weil sie sahen, dass Harland und Wolff einen Schiffstyp erfunden hatten, der sowohl schnell als auch wirtschaftlich war. THE queen's island SHIPYARD. (DIE KÖNIGINSEL SHIPYARD.) .... Für das Fundament der Rutschen, auf denen die Olympic und die Titanic gebaut wurden, waren Ausgaben in Höhe von 250.000 Pfund erforderlich. ...."
PEACE BY ARMAMENTS — IN EUROPE. (The Next Great Word in the Evolution of Peace. A PLEA FOR A DEVELOPMENT OF THE MONROE DOCTRINE.) FRIEDEN DURCH RÜSTUNG — IN EUROPA. (Das nächste große Wort in der Entwicklung des Friedens. EIN PLÄDOYER FÜR EINE WEITERENTWICKLUNG DER MONROE-DOKTRIN). "Militärische Gewalt gilt nach wie vor als die Grundlage nationaler Größe. Die Mächte Europas haben sich in zwei verschiedene Gruppen konstituiert, deren erklärtes Hauptziel die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts der Kräfte und die Sicherung des Friedens in Europa ist. Es ist eine Begebenheit der Geschichte, dass in den letzten vierzig Jahren kein Krieg den Boden Mitteleuropas rot gefärbt hat. Die Nationen auf dem Kontinent können, so wie sie sind, jede einzelne von ihnen wie eine riesige Kaserne sein. Die persönliche Loyalität des Einzelnen kann durch einen verlängerten Militärdienst eingeschränkt werden; die Massen können durch die Auflagen, die für die gewaltige Rüstung unerläßlich sind, bis an den Rand des Existenzminimums gedrängt werden; das Wachstum eines allgegenwärtigen Proletariats, das von Elend unterdrückt wird und an Verzweiflung und blinde Revolte grenzt, mag gefördert worden sein; all das mag sein, aber Tatsache bleibt, daß Mitteleuropa seit vierzig Jahren frei von Krieg ist — ein wunderbares Ereignis, das in der bisherigen Geschichte seinesgleichen sucht."
EXPANSION BY WAR — OUTSIDE EUROPE. (EXPANSION DURCH KRIEG — AUSSERHALB EUROPAS.) "Frieden in Europa bedeutet nicht Frieden in der übrigen Welt oder dass die europäischen Nationen mit anderen Menschen Frieden geschlossen haben. Die Periode der Expansion, d.h. der Gebietseroberung im Ausland, die zu einem früheren Zeitpunkt begonnen hatte, hat sich mit den gleichen vierzig Jahren des Friedens in Europa synchronisiert. Die Expansion hat in jedem Fall Krieg bedeutet. So bedauerlich es für die kaiserlichen Großmächte, Völker und Nationen ist, so schwach sie auch sein mögen und wie verloren ihre Hoffnungen auf Widerstand sind, sie haben noch nicht gelernt, ihre Freiheiten, ihren Reichtum, ihren Boden kampflos einem mächtigen Eindringling zu überlassen. Die Mächte könnten durchaus auf die perverse Sturheit der Invasionsnationen als wahre Ursache für die unvermeidlichen Kriege hinweisen. ...."
THE STATUS QUO AS IT IS. (DEN STATUS QUO, SO WIE ER IST.) "Die Situation stellt sich also, kurz gesagt, wie folgt dar: Die beiden Mächtekombinationen haben es geschafft, den Frieden in Europa zu erhalten; Dieser Frieden ist in Wirklichkeit ein Zustand latenter Kriegsführung, die täglich die Steuerlasten erhöht und die Existenz etablierter sozialer Institutionen bedroht, sowohl in konstitutionellen Ländern als auch in despotischen Imperien; Während in Europa Frieden herrscht, haben die Mächte Eroberungskriege geführt und außerhalb Europas Besitz und Kontrolle über riesige Gebiete erworben; Die Methoden der Assimilierung — d.h. der Eroberung — haben von Jahr zu Jahr an Gewalt und Rücksichtslosigkeit zugenommen; ....
Die Schwachen haben nichts vom Wohl der liberalen Mächte zu erhoffen, die ja in Wirklichkeit Partner bei den Unternehmungen sind."
A FORECAST OF THE FUTURE. (EINE PROGNOSE FÜR DIE ZUKUNFT.) "Führende Denker und bedeutende Staatsmänner halten die Exzellenz des Systems und die Notwendigkeit seines Fortbestands gleichermaßen aufrecht. Angesichts all dessen kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass die Expansion weitergehen wird, dass die Wucht der Umstände dazu führen wird, dass alle Gebiete, die in schwachen Händen gehalten werden, durchsucht werden, selbst in Regionen, die bis heute als außerhalb der Reichweite der verfügbaren Streitkräfte liegend betrachtet wurden. In diesem Kampf zählen Gerechtigkeit und menschliche Freiheit nichts; es ist die Politik des Dschungels: der Tiger, der das schwächere Tier zerreißt und verschlingt. Europa, wie es heute regiert wird, ist nicht der Hüter, sondern der Feind der Demokratie und der menschlichen Freiheit, wenn sie nicht hinter großen Armeen und mächtigen Marinen verschanzt sind. ...."
THE BLOODSTAINED CLAW OF EUROPE. (DIE BLUTBEFLECKTE KRALLE EUROPAS.) "Die soeben beschriebenen Bedingungen, die es rechtfertigen würden, Europa — symbolisch — als eine riesige blutbefleckte Klaue auf der eifrigen Suche nach neuen Opfern zu beschreiben, sind weder zufällig noch sporadisch; sie sind normal endemisch. Regierende Staatsmänner tragen nicht unbedingt eine direkte Verantwortung. Sie sind so machtlos wie; schwimmende Baumstämme in der Strömung; auch wenn sie sonst dünner werden), ansonsten macht sie die Loyalität gegenüber dem System, dem sie dienen, hilflos und zwingt sie nicht selten dazu, in direktem Widerspruch zu ihren eigenen Überzeugungen zu handeln. ...."
THE INDEPENDENCE OF PAN-AMERICA — (DIE UNABHÄNGIGKEIT PANAMERIKAS —) "Die politische Unabhängigkeit des amerikanischen Kontinents von Europa ist praktisch abgeschlossen. England, Frankreich und Holland besitzen noch einige Besitztümer von geringer Größe und Bedeutung. Kanada und die anderen selbstverwalteten britischen Kolonien sind in jeder Hinsicht souveräne Nationen, die sich zu einer hochmütigen und bewussten, wenn nicht gar aufsässigen Loyalität gegenüber dem britischen Empire bekennen, die in erster Linie auf einem Gefühl der Loyalität gegenüber den gemeinsamen Idealen von Freiheit und Demokratie beruht und durch die Bequemlichkeit der Kolonien selbst begrenzt wird. ...."
— STRENGTHENED BY EUROPEAN IMMIGRATION. (— GESTÄRKT DURCH EUROPÄISCHE EINWANDERUNG.) "Die Emanzipation hat sich als förderlich für die Schaffung neuer Beziehungen zwischen Europa und Amerika erwiesen. Blut und Schätze sind während des neunzehnten Jahrhunderts ständig von Europa nach Amerika geflossen, .... Solche Geschehnisse können in den alten Reichen Europas nicht mit Gleichmut betrachtet werden, wo man zweifellos davon ausgeht, dass die nationalen Wanderer in ferne Länder sich dort sozusagen zu einer Verlängerung des Mutterlandes konstituieren, zu dessen Ansehen und politischer Macht sie beitragen, und nicht in der Bevölkerung einer anderen Nation, vielleicht eines potentiellen Rivalen in der Zukunft, aufgehen sollten. Es ist durchaus vorstellbar, dass die Vereinigten Staaten eines Tages das Bollwerk der Freiheiten des amerikanischen Kontinents gegen die deutsche Expansion sein könnten, und doch würden die Vereinigten Staaten für weit weniger stehen, als sie es in der Reihe der Weltreiche tun, wenn es möglich wäre, das deutsche Element aus dem Leben der Nation zu eliminieren. Die Anziehungskraft der Neuen Welt ist für die europäischen Massen so unwiderstehlich wie die Gezeiten des Ozeans, begrenzt allein durch den Mangel an Informationen oder durch schiere materielle Möglichkeiten der Auswanderung. ...."
THE HEAVY BURDEN OF THE EUROPEAN. (DIE SCHWERE LAST DES EUROPÄERS.) "Alle Europäer, sowohl im Vereinigten Königreich als auch auf dem Kontinent, werden mit einer Steuerlast geboren, die die Wechselfälle vergangener Generationen repräsentiert. Die Kosten der napoleonischen Kriege und aller Kriege, die Europa seitdem im In- und Ausland geführt hat, erwarten den europäischen Säugling an der Wiege und begleiten ihn durch sein Leben, schränken seine wirtschaftliche Unabhängigkeit und das Ergebnis seiner Energien ein. Zweifellos kann man argumentieren, dass dies der Lohn des Imperiums und der Größe und die Wohltaten der Zivilisation sind, die, in unterschiedlichem Maße, die verschiedenen europäischen Nationen segnen; dennoch bleibt die Tatsache bestehen, dass eine solche Last in keiner der amerikanischen Nationen existiert. Die Staatsverschuldung stellt dort eine einträgliche Leistung dar, und die wenigen gelegentlichen Ausnahmen von dieser Regel ändern nichts an der Sache. Der Prunk und Prunk der Monarchie, das militärische Geschick zu Land und zu Wasser, die klangvollen Namen der Aristokraten und die ruhmreichen Traditionen der Kriegsführung und des Sieges müssen sicherlich den mühsamen und lebenslangen Preis kompensieren, der den Millionen von Massen jenseits aller schmutzigen Vorschriften auferlegt wird. Doch sie scheinen nicht so zu denken; sie wandern aus, wann immer sie können, in Länder aus, in denen man den Glanz der Tradition aus der Ferne betrachten und nicht als Joch empfinden kann. Der Prozess der Entwicklung und Stärkung der Nationen Amerikas mit europäischem Reichtum und europäischen Einwanderern wird zwangsläufig in den bisherigen Bahnen weitergehen, es sei denn, es kommt zu einer grundlegenden Veränderung der bestehenden Verhältnisse, die nicht didaktisch zu konzipieren ist und die durch die Umstände möglich wird. ...."
MAI — A Musical Despot. (Ein musikalischer Despot.) "In einem sehr interessanten Artikel, der in der Revue de Paris im Februar erschienen ist, erzählt Hr. Romain Rolland die musikalische Lebensgeschichte Friedrichs des Großen. Er schreibt über die frühe Leidenschaft des großen Königs für die Musik.
Die Musik war also der beste Freund des Königs, der einzige Freund, der ihn nie betrogen hatte, während seine Flöte "Meine Prinzessin" genannt wurde, und er schwor, dass er niemals eine andere Liebe als diese Prinzessin haben würde. Wir haben einen Bericht über die Opern, die vom König in französischer Sprache geschrieben wurden. Der Hofdichter übersetzte sie ins Italienische, und ein anderer Dichter übersetzte sie vom Italienischen ins Deutsche. Der König hatte keine Liebe zu deutscher Poesie und Literatur. Graun komponierte die Musik, denn der König, obwohl Komponist, hatte seine Grenzen. Dann kam der Siebenjährige Krieg, der das Wesen des Königs völlig veränderte. Während des Krieges spielte er weiterhin seine Flöte, aber bevor der Krieg vorbei war, war er ein alter Mann geworden. Sein künstlerischer Sinn schien versteinert zu werden. Am schlimmsten war, dass sein musikalischer Despotismus überlebte, als er jedes wirkliche Interesse an der Musik verlor. Er wurde streng und tyrannisch gegenüber seinen Musikern. Einer der Hauptfiguren, La Mara, sagte einmal, sie könne nicht singen, und um sie zu bestrafen, wurde ihr Mann in einer Festung gefangen gehalten. Sie beharrte darauf, dass sie krank sei und nicht singen könne. Zwei Stunden vor der Aufführung kam eine Kutsche, begleitet von acht Reitern, vor ihrer Tür an. Die Schauspielerin lag im Bett, aber der Hauptmann, der eintrat, sagte, er habe den Befehl, sie tot oder lebendig in die Oper zu bringen, und er werde sie mit ihrem Bett fortbringen. Sie war gezwungen zu gehen und zu singen. Hr. Rolland hat Mitleid mit den grossen, aber armen Musikern, die gezwungen waren, ihre besten Jahre am Hof zu verbringen, insbesondere mit Philip Emmanuel Bach und Franz Benda." Romain Rollands Beiträge zu Musik und Musikern erschienen gelegentlich über viele Jahre bei The Review of Reviews. Besonders nach den Erfahrungen des Ersten Weltkrieges wird er sich dann in seinen Schriften zu den Problemen Europas und zur Bedeutung von Esperanto äußern.
MAI — LANGUAGES AND LETTER-WRITING. (SPRACHEN UND BRIEFESCHREIBEN.) THE annual meeting of the Modern Language (DAS Jahrestreffen der Modernen Sprache) "Die Vereinigung fand dieses Jahr in Birmingham statt, und es wurde über einen erfreulichen Anstieg der Mitgliederzahlen berichtet. Professor Wichmann sprach über die Bedeutung von Deutschkenntnissen für alle, die im Handel tätig sind, und nicht nur das. Freundschaft ohne eine gemeinsame Sprache ist nicht praktikabel. Seine Aussage, dass der deutsche Schulmeister im vergangenen Sommer den Frieden in Europa gerettet hat, hat in der Tat zweifellos eine Grundlage, aber wir Briten dürfen uns nicht zurückhalten und die Dinge dem deutschen Schulmeister überlassen. Unter meinen letzten Briefen sind drei von jungen Deutschen, die mit jungen Engländern korrespondieren wollen. Werden einige meiner Leser diese Tatsache erwähnen, damit ich in die Lage versetzt werde, die Briefe an Engländer weiterzuleiten, die bereit sind zu antworten und auf diese einfache Art und Weise eine bessere Kenntnis der deutschen Sprache erlangen möchten? Zwei der anderen Redner auf der Tagung "Moderne Sprache" betonten die erhöhte Schwierigkeit des Studiums einer Fremdsprache für Kinder, denen keine Grammatik beigebracht wurde und die daher einfache grammatikalische Begriffe nicht verstehen. Eine Lehrerin in einer Mädchenschule (Altona) hat hundert Mädchen, die mit englischen Mädchen korrespondieren würden."
ESPERANTO. "Das jährliche Abendessen der britischen Esperanto-Vereinigung war ein uneingeschränkter Erfolg. Besucher aus abgelegenen Orten hatten eine gute Gelegenheit zum Informationsaustausch; das Streichquartett war zwar eine Amateurleistung, aber nicht amateurhaft; Miss Maud hatte eine schöne Stimme, und das Harfen-Solo von Herrn Butler war unvergesslich. Die, wenn auch kurze, Rede von M. Privat war sehr sachlich, und er forderte die Briten kühn auf, ihre Hüften zu umgürten, damit sie im Rennen nicht geschlagen werden. Er warb für M. Michelins großartige Gabe von 20.000 Francs, die für die Verleihung der Schulpreise für Esperanto in Frankreich verwendet werden sollten, und drängte darauf, dass die Esperantisten sich bemühen sollten, einen ähnlichen Wohltäter in Großbritannien zu finden. Vor allem dürfen sie nicht den Fehler machen, anzunehmen, dass es patriotisch sei, zu folgern, dass Englisch das internationale Medium für den Verkehr sein müsse; bei all seinen Reisen in Österreich, Polen, Russland usw., mit Erstaunen festgestellt hatte, dass weder Französisch noch Englisch von Nutzen war; sogar in St. Petersburg selbst fand er nur einen einzigen wortgewandten Russen im Französischen, und das war der Premierminister, während er in Bezug auf Englisch keinen einzigen Menschen traf, der unsere Sprache benutzte; so dass viele Firmen festgestellt haben, dass sie ihre Geschäfte in Russland am besten durch die Verwendung von Esperanto vorantreiben können. Herr und Frau Moscheles hatten am Sonntag davor ein "Zu Hause" gegeben, damit Nicht-Esperantisten M. Privat und seine Braut treffen konnten, die mit ihm weit und breit reist, um die Kenntnisse von Esperanto zu verbreiten. Das Ergebnis war nicht nur ein angenehmer Abend, sondern auch das Versprechen einiger Gäste, ernsthaft über eine so wichtige Angelegenheit nachzudenken.
Der Tod war leider in letzter Zeit in unseren Reihen sehr beschäftigt. M. Van der Beist, der Förderer und Präsident des Antwerpener Kongresses, wurde mitten in einer Arbeit abberufen, die vielleicht niemand sonst übernehmen kann. Herr Lederer war ein bekannter und engagierter deutscher Arbeiter; und jetzt haben wir M. Robin verloren, einen vergleichsweise jungen Mann, der eine Witwe und zwei kleine Kinder hinterlässt. Als Herausgeber von "Danubo" leistete er großartige Arbeit in den Balkanländern.
Die Vorbereitungen für den achten Kongress schreiten zügig voran. Der galizische Minister ist voll und ganz dafür. Die alte polnische Hauptstadt ist nicht nur schön, sondern auch voller Interesse, während, wie bereits gesagt wurde, der Westen Europas mit dem Osten in Kontakt gebracht werden muss, und niemals werden Menschen mit geringen Mitteln eine bessere Chance haben, persönliche Kenntnisse über einige der besten polnischen, tschechischen und russischen Völker zu erlangen. Der gemeinsame Treffpunkt wird in der Handelsakademie sein, die dem Kongress zur Verfügung gestellt wird. Da viele arme Studenten erwartet werden, werden Vorkehrungen für die Nutzung von Schulen als Internatsplätze getroffen. Zwei, die jeweils Platz für hundert Personen bieten, sind möglich, die Kosten werden etwa 2s.6d. für die sechs Tage betragen. Für uns in England werden die Reisekosten die große Schwierigkeit sein; aber da im Jahre 1912 das Datum des fünfundzwanzigsten Jahrestages der ersten Veröffentlichung von Esperanto fällt, und da befürchtet wird, dass dies die letzte persönliche Anwesenheit von Dr. Zamenhof sein könnte, werden sich viele bemühen, einen Platz zu bekommen. Werden unsere Leser auf die Esperanto-Bücher aufmerksam werden, die wir veröffentlichen? Ein stark vernachlässigter ist der Nachdruck von Dr. Zamenhofs eigenem Artikel, vollgepackt mit Artikeln über "Das Problem einer internationalen Sprache", der mit der englischen Übersetzung von Herrn Wackrill in parallelen Spalten plaziert wurde, um dem Lernenden das bestmögliche Modell für die Komposition, eine Leselektion und Übersetzungsübungen zu geben. Es wurde auf besonderen Wunsch von Dr. Zamenhof gedruckt, kostet sechs Pence und ist bei Uniel als "Eine internationale Sprache" bekannt. ...."
MAI — INSURANCE NOTES. (VERSICHERUNGSHINWEISE.) "Ein entsetzliches Schiffsunglück hat den Monat geprägt. Der 45000 Tonnen schwere White Star Liner "Titanic" kollidierte auf seiner Jungfernfahrt von Southampton nach New York am Sonntag, dem 14. d.M., zwanzig Minuten vor Mitternacht mit einem Eisberg. Das Schiff hatte zu diesem Zeitpunkt insgesamt 24300 Passagiere und Besatzungsmitglieder an Bord, und obwohl sofort der Befehl gegeben wurde, die Boote zu besetzen, hielten viele an Bord es für unwahrscheinlich, dass das Schiff sinken würde. Frauen und Kinder hatten Vorrang und wurden schnell von dem beschädigten Schiff gebracht. Das Schiff war so schwer beschädigt, dass es zwei Stunden und vierzig Minuten nach der Kollision in den Fluten verschwand und über 1600 Menschen ihr Leben verloren. Keine andere Schiffskatastrophe war jemals von solchem Ausmaß, nicht nur wegen des schrecklichen Verlustes an Menschenleben, darunter viele namhafte Männer von Weltruhm, sondern auch vom finanziellen Aspekt her. Der Bau der "Titanic" kostete 1.250.000 Pfund, und das Schiff und die Ladung waren für 2.350.000 Pfund versichert. Dazu kommt noch das persönliche Gepäck der 2400 Personen an Bord. Unter den Passagieren befanden sich viele Millionäre und ihre Ehefrauen, deren Diamanten und andere Wertgegenstände eine große Summe ausmachen würden. Die Lebensversicherungen auf viele der Passagiere würden sich auf riesige Summen belaufen. Hinzu kommt die Entschädigung für die Besatzung, für die die White Star Co. haftet. ...."
JUNI — THE HISTORY OF THE MONTH, The Late Mr. W. T. Stead. (DIE GESCHICHTE DES MONATS, Der verstorbene Mr. W. T. Stead.)
"Melbourne. 24. Mai 1912. Es gibt keinen Zweifel am Tod von Mr. W. T. Stead. Es ist erschütternd, den Absatz auf Seite 350 dieser Ausgabe zu lesen, in dem er von seiner geplanten Reise nach Amerika erzählt. Mit der Post der letzten Woche erhielt ich einen Brief von ihm, der kurz vor seiner Abreise nach Amerika geschrieben wurde und in dem er mitteilte, dass er bei der letzten großen Versammlung des Kongresses der Men and Religion-Bewegung in New Vork sprechen würde. Die "Review"-Leser werden sich daran erinnern, dass er in der von ihm geschriebenen Geschichte des Monats häufig auf diese große Bewegung hingewiesen hat, die sich in Amerika so schnell bewegt. Er sagte auch: "Ich frage mich oft, wann ich es schaffen werde, nach Australien zu kommen, um Sie zu sehen."
So verblassen unsere Erwartungen und unsere Pläne ändern sich und verschwinden vor den Tragödien des Lebens. Es war eine der großen Erwartungen meines Lebens, dass ich eines Tages dem Häuptling, den ich für seinen Wert, seine Größe und für das, was er für mich persönlich war, von Angesicht zu Angesicht gegenübertreten sollte. Es wird ein Trost für seine Familie sein, zu wissen, dass mir so viele unserer Leser mit Botschaften ihrer Trauer und ihres Mitgefühls geschrieben haben. Diese Ausgabe der "Review " wird von vielen als Erinnerung an ihn gehalten werden, da sie die letzten Dinge enthält, die aus seiner Feder stammen. Ich erlaube mir, noch einmal an unsere Leser zu appellieren, alles zu tun, was in ihnen liegt, um das große Programm des Guten, das er als sein Ideal vor Augen hatte, auszuführen. In den Kabeln wurde berichtet, dass einer der Stewards bei seiner Aussage sagte, dass Mr. Stead in der Gruppe war, der er Rettungswesten gab, und dass Mr. Stead der letzte war, der eine nahm. Das ist genau das, was man von ihm erwarten würde. Und dieselben tief sitzenden Prinzipien in ihm, die ihn zu dem großherzigen Philanthropen machten, der er war, mit immer offenen Augen für die Bedürfnisse seiner Mitmenschen, ließen ihn in der Stunde des Todes beiseite stehen. Wir werden seinesgleichen nicht wiedersehen, denn niemand steht am Horizont wie er. Aber wir können seine Arbeit fortführen."
JUNI — "Diese Ausgabe der "Review" enthält die letzte Arbeit des verstorbenen Herrn W. T. Stead. Die Artikel darin sind das letzte literarische Werk, das er vor seiner Reise nach Amerika verfasst hat. Die Juli-Ausgabe wird eine Gedenknummer sein. Wenn die Ausgabe infolgedessen etwas später als gewöhnlich erfolgt, werden die Leser der "Review of Reviews" das verstehen."
JUNI — LONDON 1. April 1912 The Progress of the World (Der Fortschritt der Welt) .... Die Weiterentwicklung von Menschheit und Religion .... "Es spricht alle unsere Leser an, weil es ein Versuch ist, die Ideale unserer alten bürgerlichen Kirche auf nationaler Ebene zu verwirklichen, und dazu noch ein deutlich evangelistisches Element, das der bürgerlichen Kirchenbewegung fehlte. Es interessiert und überrascht mich, dass fast keine direkte oder indirekte Anspielung auf die Tatsache der Existenz nach dem Tod enthalten ist. Das Komitee war so freundlich, mich zu bitten, auf einer unter seiner Schirmherrschaft abgehaltenen Tagung über den "Weltfrieden" in der Carnegie Hall, New York, am 21. April zu sprechen, auf der Präsident Taft und andere zu den Rednern gehören werden. Ich werde voraussichtlich am 10. April mit der Titanic abreisen und hoffe, dass ich im Mai wieder in London sein werde. ...."
JUNI — WILL SPAIN BECOME A REPUBLIC? (WIRD SPANIEN EINE REPUBLIK WERDEN?) "Dr. E.J. Dillon fragt in T.P.'s Magazin für März: Ist die spanische Monarchie dem Untergang geweiht? Ist sie als die nächste europäische Republik vorgesehen? und bietet viele Gründe für eine Verneinung der Frage. Viele Spanier, räumt er ein, seien mit der Regierung unzufrieden, aber der Kontrast zwischen Portugal vor der Revolution und Spanien sei so groß, dass keine Rückschlüsse aus dem einen auf das andere gezogen werden könnten. ...."
JUNI — THE NATIONAL REVIEW. (DER NATIONALE RÜCKBLICK.) "In der April-Ausgabe steht die Germanophobie wieder im Vordergrund. .... "Ignotus" ist der Meinung, dass er die Kampagne gegen die Triple Entente, die in England geführt wird, nicht länger ignorieren kann .... Deutschland ist der einzige Feind des Friedens in Europa."
JULI — W. T. STEAD. "DIE Welt hat einen ihrer großen Männer verloren. Der Journalismus hat einen Führer und ein Vorbild verloren. Alle großen Anliegen haben eine Kraft für den Fortschritt verloren. Alle unterdrückten Nationen und Völker haben ihren tapfersten und rückhaltlosesten Fürsprecher verloren. Jeder freundlose Mann, jede freundlose Frau und jedes freundlose Kind hat einen Freund und Ratgeber verloren. Diese Zeitschrift hat ihren Gründer, Inspirator und Herausgeber verloren. Wir haben verloren, was alle verloren haben, und noch mehr. Die Welt hat leider(!) nur sehr wenige Männer, die Triebkräfte sind, welche die Menschheit bewegen, Männer, die nicht an ihre Größe glauben, sondern an die Größe ihrer Überzeugungen und ihrer Arbeit. Aber während wir den Verlust betrauern, während wir das Ausscheiden meines Vaters aus dem aktiven Wirken bedauern, sind wir überzeugt, dass er als Kraft fortbesteht, und dass sein Beispiel nur als ein Gewinn für die Menschheit bestehen bleiben kann. Das Gute, das die Menschen tun, lebt nach ihnen; und wie die Japaner glauben, so glauben auch wir, dass ein Mensch erst dann zu leben beginnt, wenn er aufhört zu leben, denn seither inspiriert und stärkt sein Examen die kommenden Generationen, ohne jede der Begrenzungen des menschlichen Fleisches. Das glauben wir, und in diesem Glauben werden wir sein Werk so weit fortsetzen, wie es in uns liegt, in der Überzeugung, dass die Welt nur durch das Leben und den Tod, das lebendige Werk und das unsterbliche Beispiel eines gütigen, guten und großen Menschen freundlicher, besser und weiter von der Kleinheit entfernt geworden sein kann. Inspiriert durch sein Beispiel, ermutigt durch seinen unbegrenzten Mut, werden wir seine Ideale verfolgen und seine Arbeit in dieser Zeitschrift fortsetzen, ohne von den Ideen abzuweichen, auf denen sie vor etwa zweiundzwanzig Jahren gegründet wurde. Wir sind der Meinung, dass wir nichts Besseres tun können, als das ursprüngliche Programm des Gründers genau so wiederzugeben, wie es in der ersten Nummer erschien:—  
An alle Englisch sprechenden Menschen
Es gibt zur Zeit keine Institution, die auch nur anstrebt, für die englischsprachige Welt das zu sein, was die katholische Kirche in ihrer Blütezeit für die Intelligenz des Christentums war. Die Aufmerksamkeit auf die Notwendigkeit einer solchen Institution zu lenken, die natürlich an die veränderten Umstände der Neuen Ära angepasst ist, die Mitarbeit all derer zu gewinnen, die auf die Schaffung eines solchen gemeinsamen Zentrums für den Austausch von Ideen und die universelle Verbreitung der festgestellten Ergebnisse menschlicher Erfahrung in einer für alle Menschen zugänglichen Form hinarbeiten werden, sind die letztendlichen Ziele, für die diese Zeitschrift geschaffen wurde. Eine Tageszeitung ist jenseits der vierundzwanzig Stunden Bahnfahrt von ihrer Druckerei praktisch nicht mehr lesbar. Selbst eine Wochenzeitung ist, obwohl sie eine größere Verbreitung finden kann, als zirkulierendes Medium des Denkens in allen Kontinenten von geringem Nutzen. Wenn etwas, was in London veröffentlicht wird, in der gesamten englischsprachigen Welt gelesen werden soll, muss es monatlich erscheinen. Es muss auch zu einem Preis veröffentlicht werden, der für alle erschwinglich ist, und es muss die besten und reifsten Gedanken der führenden Denker unserer Zeit in einem überschaubaren Kompass zusammenfassen. .... Auch wenn diese Zeitschrift vorerst kein farbloses Abbild der öffentlichen Meinung sein wird, so wird sie sicherlich kein Parteiorgan sein. Keine der beiden Parteien verfügt im Augenblick über einen ausgeprägten Lehrkörper, kein gut durchdachtes Glaubenssystem, das es rechtfertigen würde, dieses neue Monatsheft mit einem Partei-Abzeichen zu versehen. .... wir beobachten die Kämpfe der streitenden Parteien vom Standpunkt eines konsistenten Lehrkörpers aus und versuchen ständig, alle Parteien für die Verwirklichung unserer Ideale zu nutzen. Diese Ideale werden unmissverständlich durch den Aufwärtstrend des menschlichen Fortschritts und unsere Stellung in der bestehenden Weltwirtschaft angezeigt. Von allen Agenturen für die Gestaltung der Zukunft der Menschheit scheint keine heute und auch in Zukunft so mächtig zu sein wie der englischsprachige Mann. Er beginnt bereits, die Welt zu beherrschen. Das Empire und die Republik umfassen innerhalb ihrer Grenzen fast das gesamte Territorium, Das Imperium und die Republik umfassen innerhalb ihrer Grenzen fast das gesamte Gebiet, das für den Zustrom der Welt frei geblieben ist. Ihre Bürger, mit all ihren Fehlern, führen den Transporter der Zivilisation an, und wenn große Verbesserungen im Zustand der Menschheit erreicht werden sollen, werden sie notwendigerweise führende Instrumente in der Arbeit sein. Daher wird unser erster Ausgangspunkt eine tiefe und fast ehrfürchtige Achtung vor dem Schicksal der englischsprachigen Menschen sein. Um Miltons berühmten Satz zu verwenden: Der Glaube an "God's Englishmen" wird unser inspirierendes Prinzip sein. Den Engländer seiner unermesslichen Berufung würdig zu machen und gleichzeitig die politischen Ticks zusammenzuhalten und zu stärken, die gegenwärtig alle englischsprachigen Gemeinschaften außer einer einzigen in einer Union verbinden, die jede Furcht vor einem internen Krieg verbannt, mit allen Mitteln eine brüderliche Union mit der amerikanischen Republik zu fördern, für das Empire zu arbeiten, zu versuchen, es zu stärken, zu entwickeln und, wenn nötig, auszuweiten — das werden unsere schlichtesten Aufgaben sein. Aber wie? Weder durch irgendwelche Versuche, in die unseren Kolonien bereits zugestandenen Freiheiten einzugreifen, noch durch irgendwelche wilden Bestrebungen nach einer unmöglichen Zentralisierung. Wir müssen uns in die entgegengesetzte Richtung bewegen. Um das englische Empire zu retten, müssen wir seine Verfassung weitgehend amerikanisieren, und der erste Schritt in Richtung dieser notwendigen Entwicklung besteht darin, die Iren zu zwingen, die Verantwortung für die Verwaltung ihrer eigenen Angelegenheiten unter der obersten Autorität des Imperial-Parlaments zu übernehmen. .... Aus dieser grundlegenden Auffassung von der Größe und Bedeutung der Arbeit der englischsprachigen Rasse in der Welt ergibt sich, dass ein entschlossenes Bemühen unternommen werden sollte, den einzelnen Bürger besser für seinen Anteil an dieser Arbeit auszurüsten. .... Wie sehr wir auch die englischsprachige Welt als Hauptgegenstand unserer Aufmerksamkeit vor uns stellen mögen, kein selbstverleugnender Befehl unserer Staatsmänner kann uns daran hindern, Einfluss auf europäische Angelegenheiten zu nehmen. Die Schrumpfung der Welt und die Entwicklung der Kolonialpolitik Deutschlands, Frankreichs und Italiens machen eine Politik der Nichteinmischung unmöglich, selbst wenn sie wünschenswert wäre. Aber sie ist nicht wünschenswert. Der friedfertige, aber konstante Druck einer großen Föderation englischsprachiger Commonwealths würde die Entwicklung eines ähnlichen föderalen Systems in Europa sehr stark begünstigen. Das Konzert von Europa, das sich ständig weiterentwickelt, wird zu den Vereinigten Staaten von Europa führen; und auf dieses Ziel sollte die Politik Englands ständig ausgerichtet werden. All der alte Unsinn über die Aufrechterhaltung des Machtgleichgewichts in Europa, über die Entsendung von Armeen zur Verteidigung Konstantinopels, ist jetzt fast explodiert, sogar auf dem Platz der Druckerei. Wir haben innerhalb unseres eigenen Reiches zu viel zu tun, um das Reich der Türken zu stärken; und es wird Zeit genug sein, von der Entsendung einer Armee auf den Kontinent zu sprechen, wenn unsere Flotte stark genug ist, um unseren Handel auf dem Meer zu schützen.
Wir glauben an Gott, an England und an die Menschheit!
Die englischsprachige Rasse ist eines der Oberhäupter der von Gott auserwählten Vertreter für die Durchführung kommender Verbesserungen im Los der Menschheit. Wenn alle, die das sehen, in eine herzliche Vereinigung gebracht werden könnten, um all denen zu helfen, die dazu neigen, diese Rasse fitter zu machen, damit sie ihre providentielle Mission erfüllen kann, und um all das zu bekämpfen, was diese Arbeit behindert oder beeinträchtigt, dann würde eine solche Vereinigung oder säkulare Ordnung einen Kern oder einen Sammelpunkt für all das darstellen, was in der englischsprachigen Welt am lebenswichtigsten ist, und dessen letztendlichen Einfluss man kaum überschätzen könnte. .... Ein predigender Mönch lässt sich in jedem Dorf nieder und baut eine Kanzel, die er Zeitung nennt. Von dort aus predigt er das, was in ihm für die Rettung des Menschen die bedeutsamste Lehre ist; und hörst du nicht zu und glaubst du nicht? Sieh gut hin; du siehst überall einen neuen Klerus des Bettelordens, manche barfuß, manche fast barfuß, der sich in Form bringt, und lehrst und predigst eifrig genug für kupferne Almosen und Gottesliebe". Diesen Brüdern müssen wir die Wiederbelebung des bürgerlichen Glaubens zutrauen, der die englischsprachige Rasse retten wird. Für andere Hoffnungen auf Erlösung von der ungebildeten Demokratie, die mit den Lasten des Imperiums belastet und von ihren eigenen schreienden Wünschen und Bedürfnissen abgelenkt ist, ist es schwer zu erkennen. Das, was wir wirklich unter unseren Lesern finden wollen, ist in Wahrheit eine bürgerliche Kirche, in der jedes Mitglied eifrig den wahren Glauben predigen und sich bemühen sollte, ihn in den Herzen und Köpfen seiner Nachbarn wirksam werden zu lassen. .... Eine Zeitschrift zu gründen, die in der gesamten englischsprachigen Welt, mit ihren Mitgliedern oder Mitarbeitern in jeder Stadt und ihren Korrespondenten in jedem Dorf, die so gelesen werden, wie die Menschen früher ihre Bibeln lasen, zirkuliert, nicht, um eine müßig vergeudete Stunde zu vergeuden, sondern um den Willen Gottes und ihre Pflicht gegenüber den Menschen zu entdecken — deren Mitarbeiter und Leser gleichermaßen durch einen gemeinsamen Glauben und die Bereitschaft, einen gemeinsamen Dienst für ein gemeinsames Ziel zu leisten, miteinander verbunden sind —, ist in der Tat ein Ziel, für das es sich lohnt, einige Opfer zu bringen. Eine solche so unterstützte Publikation wäre gleichzeitig eine Bildung und eine Inspiration; und wer kann sagen, wenn man sich den gegenwärtigen Zustand Englands und Amerikas ansieht, dass sie nicht gebraucht wird? Dies ist unser Programm, und wir vertrauen darauf, dass wir in Zukunft vielleicht in der Lage sein werden, so zu schreiben, wie derjenige, der dieses Programm gezeichnet hat, als er nach einundzwanzig Jahren sagte: "Auch kann niemand in diesen zweiundvierzig Bänden eine Seite entdecken, die nicht getreu dem Grundton klingt, der in der ersten Nummer des Review erklingt". In seine Fussstapfen zu treten, seine Ideale zu verwirklichen, ist unsere würdige und inspirierende Ambition — eine Ambition, von der wir fest überzeugt sind, dass wir sie mit seinem Beispiel verwirklichen können und damit dem Ziel näher kommen, auf das er sich anfangs eingelassen und auf das er sein ganzes Leben lang hingearbeitet hat.  Alfred Stead (siehe Artikelanfang)
JULI — LONDON, 1. Mai 1912. The Progress of the World. (Der Fortschritt der Welt.) Forward! (Vorwärts!)
"Gott begräbt seine Arbeiter, führt aber sein Werk fort". John Wesleys Ausspruch passt auf unseren Fall. Der Fortschritt der Welt wird nicht mehr durch die Hand unseres Chefs nachgezeichnet. Dieser Fortschritt wird nicht mehr auf der sichtbaren Ebene durch die anstrengende Energie seiner unermüdlichen Persönlichkeit beschleunigt und erweitert. Aber der Stoß seines Willens ist immer noch auf uns gerichtet. Die von ihm angestoßenen Bewegungen sind nach wie vor mit "Volldampf voraus" unterwegs. Und sein eigenes Organ bleibt, um seinen Geist zu bewahren und sein Werk zu fortzusetzen. Der Fortschritt der Welt wird hier von dem Standpunkt aus betrachtet werden, den er errichtet hat, und wird, wenn auch nicht mit seiner Feder, so doch mit seiner Absicht aufgezeichnet werden.
The "Titanic." ("Die Titanic.") An erster Stelle in der Reihe denkwürdiger Ereignisse, die den Fortschritt im April 1912 beschleunigt haben, muss das tragische Ereignis stehen, das fortan für immer mit seinem Namen verbunden ist. Der Untergang der Titanic war eine Ansammlung von Schrecken. Während die Geschichte langsam aufgerollt wird, vertiefen sich die Schrecken. Sie alle zu begreifen und zu erzählen, würde die Phantasie eines Dante erfordern. Welches Inferno könnte es mit jener verwirrten Masse von fünfzehnhundert Männern und Frauen und Kindern aufnehmen, die mehr als eine Stunde lang im eiskalten Wasser kämpften und vergeblich Hilferufe in den Himmel schickten, deren Rufe und Stöhnen sich zu einem langgezogenen Chor von Angst vermischten, der langsam in die Stille des Todes versank? Es gab auch nicht die Sehnsucht nach einem großen Schimmer des Paradieses. Die Katastrophe hat sich wie mit einem Schwert Gottes bis in den Kern des Herzens der Menschheit gespalten und neben den schwarzen Streifen einer fast unglaublichen Niedertracht die reichen roten Beweise moralischer Größe offenbart.
Life Through Death. (Leben über den Tod hinaus.) Aber dieses menschliches Golgatha ist ein Golgatha der Erlösung. Diese fünfzehnhundert Seelen sind nicht umsonst durch die Schmerzen des Todes gegangen. Für jedes in dieser Katastrophe verlorene Leben werden Hunderte — oder Tausende — anderer Leben gerettet. Die Arroganz einer falschen Sicherheit ist gedemütigt worden. Unzählige Vorsichtsmaßnahmen werden vorgeschlagen, viele werden bereits ergriffen, wodurch die Risiken von Seereisen verringert werden. Alle Nationen werden sich zusammenschließen, um die Mittel der Zusammenführung und Befreiung zu perfektionieren. Nie wieder dürfen die Funktionäre privater Unternehmen es in ihrer Macht haben, aus der Qual der Hoffnungen, die durch das Zurückhalten von Nachrichten aufgeschoben werden, Geld zu prägen. Ebenso wenig werden private Nachrichten Vorrang vor den Listen der Geretteten und Vermissten haben. Der Ozean wird schneller internationalisiert werden als jedes Land oder jeder Kanal bisher. Im Kampf mit den großen Gewässern werden alle Menschen Kameraden und Verbündete sein. Das große Leid der Menschen, durch das wir hindurchgehen, wird die Triebkraft für eine Bruderschaft wie die weltweite sein. Und die Bewegung für die Reform unserer Handelsmarine, für die Verbesserung der Bedingungen, unter denen Seeleute gewöhnlich arbeiten, für die Emanzipation der Leibeigenen der See wird nach dieser Taufe des mannigfaltigen Todes auf ihrem Siegeszug vorwärts stürzen. Auf diese traurige Geschichte und ihre unumgängliche Fortsetzung in Form von Reformpunkten wird an anderer Stelle in dieser Zeitschrift Bezug genommen. Es genügt nun zu sagen, dass der Verlust der Titanic, auch wenn es den Herzen weh tut, die ihn einräumen, ein roter Meilenstein auf dem Weg des Fortschritts sein wird. Es wird die Ära sein, von der aus der Mensch seine neue Bruderschaft in der Beherrschung des Meeres datieren wird.
Irish Home Rule (Irische Selbstverwaltung.) Eine weitere große Sache, für die unser Chef einer der frühesten und unerschrockensten Befürworter war, trat im vergangenen Monat an der ersten der versprochenen letzten Etappen des Sieges ein. Der Home Rule Hill wurde zum ersten Mal im Unterhaus verlesen. Die Debatte entbrannte, als unser Chef gerade aus dem Ärmelkanal herausfuhr. Und in der Woche nach ihrem Ende war ein weiterer Führer der Bewegung ins Unsichtbare übergegangen. Justin McCarthy und W. T. Stead durften das lange versprochene Land der selbstverwalteten irischen Nation nicht betreten, aber beide hatten "dort gestanden, wo Moses stand". Die letzte allgemeine Wahl war ihre Pisgah, und ihre Augen waren froh, "die Landschaft zu sehen". "Aller guten Dinge sind drei" lautet ein Sprichwort aus dem Norden; und sicherlich hat das dritte Gesetz zur Selbstverwaltung Erfolgsaussichten, die weit über die seiner Vorgänger hinausgehen. Es stimmt, dass er nicht, wie unsere Kolonialverfassungen, zum ersten Mal auf einem Nationalkonvent formuliert wurde — eine Methode, die unser Chef seit langem befürwortet hatte. Aber der nächstbeste Schritt wurde getan. Die Maßnahme wurde nach der ersten Lesung dem irischen Nationalkonvent vorgelegt und mit völliger Einstimmigkeit sowie mit großer Begeisterung angenommen. Die Kurzsichtigkeit, mit der ein ähnlicher Konvent ein früheres Projekt der irischen Selbstverwaltung behandelte, machte dieses Ergebnis keinesfalls zu einer beschlossenen irischen Selbstverwaltung. ....
The Progress of the World. (Der Fortschritt der Welt.) Never to Fire a Shot. (Niemals einen Schuss abgeben.)
Zu diesem Thema äußert sich unser Chef in einem Artikel, der gerade in der Neuen Freien Presse in Wien erschienen ist. Mr. Stead schrieb:— Diese Marinerüstungen sind eine echte Plage, und die Irritation, die sie verursachen, wird nur durch den Trost gemildert, dass sie sich einem Ende nähern. Ich bin überzeugt, dass keine dieser Schlachtschiffe oder Super-Schlachtschiffe jemals einen Schuss in einem echten Krieg abgeben werden. Sie sind wie die drückende mittelalterliche Rüstung, die gerade dann an Gewicht zunahm, als die Erfindung des Schießpulvers nahte, die diese Rüstung wertlos machte. Das Luftschiff und das Flugzeug werden den Bau und die Reparatur dieser Riesen unmöglich machen. Diese neuen Maschinen werden die Grenzen abschaffen, Festungen unhaltbar machen und die Häfen zerstören, in denen Seestreitkräfte bewaffnet sind. Wenn jemals ein großer europäischer Krieg ausbrechen sollte, wird er nicht durch Armeen oder Seestreitkräfte entschieden werden, sondern durch den Hunger; durch die Millionen von Nichtkämpfern, die durch die Unterbrechung der Eisenbahnen, Schiffen, etc. der Nahrung beraubt werden.
The World Pays Its Tribute. (Die Welt erweist ihren Tribut.)
Wir wissen, wie stark sein Mut und sein Glaube sind:
So stark, dass sie ihn am Ende nicht enttäuschen konnten:
Und als er auf hoher See den Tod fand,
Er muss ihn als einen vertrauenswürdigen Freund begrüßt haben,
der aus einem Land kommt, dem er vertraut und sehr lieb ist;
Deshalb haben wir das Gefühl, dass sein Ableben keine Furcht vor ihm auslöste.
Ella Wheeler Wilcox.
Wir bekennen uns zu einem Gefühl der Schwierigkeit, welches fast schon an Unmöglichkeit grenzt, eine Auswahl für diese Gedenknummer unter den Ehrerbietungen zu treffen, die die Welt dem Andenken an einen Mann erwiesen hat, der vielleicht allgemein bekannter und geliebter war als jeder andere Mann seiner Zeit. Von hoch und niedrig, von gekrönten Häuptern und von Nationen, von Staatsmännern und alltäglichen Männern und Frauen, Huldigungen hagelnd; kommen Sie. Die Presse der Welt, der Spiegel und die Stimme des Geistes des Volkes, hat ihren Kranz der Bewunderung und Würdigung desjenigen dargebracht, der die Presse nicht nur groß gemacht, sondern auch das Niveau des Guten in der Welt spürbar angehoben hat. Auch wenn der Platz selbst den Versuch eines angemessenen repräsentativen Zitats verhindert, worauf kommt es an? - er gehörte der Welt, und die Welt, die trauert, zollt ihm Tribut.
"THE TIMES." ("DIE ZEIT(EN)".) William Thomas Stead, dessen "gefürchtete journalistische Karriere" (um Lord Morleys Ausdruck zu verwenden) durch den Untergang der Titanic abrupt beendet wurde, wurde 1849 geboren, sein Vater war Pfarrer der Kongregation in Howdon-on-Tyne, ein paar Meilen von Newcastle entfernt. Er erhielt den gesamten regulären Schulunterricht, den er in Silcoates (Wakefield) erhielt, einer Schule, die von den Söhnen der Kongregationsseelsorger häufig besucht wird. Er pflegte zu sagen, dass er dort eine Eigenschaft erwarb, die ihm im späteren Leben von großem Nutzen war — er war in der Schule als der Junge mit den härtesten Schienbeinen bekannt. .... Im Jahre 1871, als Herr Stead zweiundzwanzig Jahre alt war, gab es eine freie Stelle in der Redaktion des Northern Echo, Darlington. Er war seit langem ein gelegentlicher (und unbezahlter) Mitarbeiter der Kolumnen; der Eigentümer der Zeitung hatte in diesen Briefen und Artikeln Anzeichen von ungewöhnlichem Elan und Können entdeckt, und er bot dem jungen Kaufmannsbeamten den Posten des Chefredakteurs an. Stead empfand — vielleicht zum letzten Mal in seinem Leben — große Zurückhaltung; aber das Experiment war ein voller Erfolg. Seine große Chance kam mit der Ostfrage und Herrn Gladstones Aufregung über die Gräueltaten in Bulgarien. Zu dieser Zeit war er ein enger Freund von Frau de Novikoff geworden, und die bulgarische Bewegung appellierte mit zwingender Kraft an sein glühendes Temperament und seine religiösen Instinkte. Er kam nach London, um sich mit den Anführern des Kreuzzuges in Verbindung zu setzen. Er sah unter anderem Carlyle, der von ihm als "dieser gute Mann, Stead" zu sprechen pflegte. Seine Freundschaft mit Canon Liddon geht auf die gleichen Ereignisse zurück. Als Stead sich in London niederließ, war er der ständige Begleiter Canon's bei seinen Nachmittagsspaziergängen auf dem Uferweg. In der Zwischenzeit wurde sein Blatt zum mächtigsten Organ der Agitation in Nordengland, und ein "Kurfürstenkatechismus", den er 1880 als erstes von vielen Kurfürstenblättern dieser Art herausgab, hatte eine sehr hohe Auflage.
THE "PALL MALL GAZETTE." (DIE "PALL MALL GAZETTE".) Der ausgezeichnete Dienst, den Stead in der Presse geleistet hatte, entging den führenden Liberalen in London nicht, und da Herr Morley 1880 die Redaktion der Pall Mall Gazelle übernahm, wählte er Stead als seinen Assistenzredakteur. Die Kombination der beiden Männer, die diese Zeitschrift drei Jahre lang regierten, war eine starke Kombination. Es war eine Verbindung von klassischer Strenge mit der rohen Kraft eines Gotikers. Herr Morley war politischer Direktor und schrieb die meisten Leitartikel. Stead kümmerte sich um den Rest der Zeitung und war fruchtbar für Vorschläge. Mr. Morley pflegte Stead als "den Unbezähmbaren" zu bezeichnen, aber in der Realität wurde der Redaktionsassistent in diesen Jahren erfolgreich gezähmt. Wenn es eine potente Individualität an der Spitze einer Zeitung gibt, fangen seine Instrumente die dominante Note ein; und so mancher Artikel, in dem Außenstehende glaubten, den Stil und das Temperament von Mr. Morley zu erkennen, war das Werk von Stead. 1883 zog sich Mr. Morley aus der Redaktion zurück, und Stead folgte ihm nach. Die sechs Jahre, die folgten, waren jene, in denen er, wie Stead in der für ihn charakteristischen Weise zu sagen pflegte, damit beschäftigt war, "das Britische Empire von der Northumberland-Street aus zu leiten". Er machte seine Zeitung zweifellos zu einer großen politischen Kraft, und machte durch eine Reihe von Schocks oder Erschütterungen ihr tägliches Tun zum Stadtgespräch. .... Steads Übernahme der Redaktion der Pall Mall Gazette fiel mit der Veröffentlichung von Seeleys "Expansion of England" zusammen, und er war in jenen Tagen ein hartnäckiger "liberaler Imperialist". Er erfand die Phrasen "Cut and Run!" und "Scuttle", um seine Verachtung für die Politik der "Little Englanders" auszudrücken. Eine jüngere Generation sollte sich daran erinnern, dass es keinen Mann gab, der mehr in der Presse die imperiale Idee populärer machen wollte, als Stead, dem Pro-Buren der späteren Tage. Der Imperialismus (wie er ihn verstand) machte ihn "zu einem Hausherrn vor Mr. Gladstone"; und der Führer der Liberalen, der von Steads Spötteleien über "die Politik der Versenkung" getroffen und angegriffen wurde, schickte ihm eine öffentliche Botschaft der Versöhnung und Zustimmung zur Zeit der Hausherrschaft "Home Rule". Aber Mr. Gladstones Zufriedenheit mit seinem widerspenstigen Anhänger war nur von kurzer Dauer. .... 1889 trat er von der Redaktion der Pall Mall Gazelle zurück, um die Review of Reviews zu gründen. Dies ermöglichte Stead eine mächtige Kanzel. Wahrscheinlich hätte er sich politisch noch mehr profiliert, wenn er sich nicht im Spiritismus versucht hätte. Seine "Borderland"- und "Letters from Julia"-Briefe trugen viel dazu bei, seinen Einfluss zu untergraben; aber auch hier machte er in einer Richtung so viele Anhänger, wie er in einer anderen verlor, und "Julias Büro" wurde belagert. Von seinen politischen Bemühungen, die nicht bereits erwähnt wurden, war die beständigste das Eintreten für eine gute Verständigung mit Russland. Im Jahre 1885 hatte er sich gegen die Idee eines Streites wegen des Penjdeh-Vorfalles gewandt; seine Artikel und Flugschriften, bei deren Zusammenstellung er von dem verstorbenen M. Lessar unterstützt wurde, trugen nicht wenig zu einer freundlichen Einigung bei. Seine "Wahrheit über Russland" (1888) versuchte, viele Missverständnisse zu korrigieren. Das Buch (zuerst in der Herbst-Mall Gazelle veröffentlicht) war das Ergebnis eines Besuchs in Russland, bei dem er von Alexander III. empfangen wurde. Im Jahre 1898 besuchte er Russland erneut, um eine Audienz bei Nikolaus II. zu erhalten.
Stead pflegte zu erzählen, wie er, nachdem er einem vorbildlichen Zuhörer sein volles Mitspracherecht eingeräumt hatte, sich zu verabschieden begann, mit der Bemerkung, dass er den Zar nicht länger festhalten werde, da er sicher sei, dass seine Majestät den Wunsch haben müsse, seine gute Frau und die Kinder zu begleiten. Der Zar schüttelte die Hand und sagte mit einem gutmütigen Lächeln, dass dies seine erste Erfahrung sei, aus einer Audienz entlassen zu werden. Nach diesem Gespräch mit dem Zaren begann Stead mit dem "Friedenskreuzzug", der einen Großteil seiner späteren Jahre beanspruchte. Er gründete und redigierte eine Wochenzeitung, Krieg gegen Krieg. Er nahm an den Haager Konferenzen teil und stürzte sich in die Schiedsgerichtspropaganda. Dies war wahrscheinlich ein Hauptgrund für seine starke Opposition gegen den südafrikanischen Krieg. Er war der militanteste und kompromissloseste aller Pro-Buren. Seine Linie war umso ausgeprägter, als sie offensichtlich im Konflikt mit Personen und Politiken in Südafrika stand, mit denen er früher sympathisiert hatte. Lord Milner war einige Jahre lang sein Assistent bei der Pall Mall Gazette gewesen, und Stead hatte sein Vertrauen in das Urteil seines Freundes bekundet. Darüber hinaus war er ein Entschuldiger für den Jameson-Raubzug gewesen. Er war auch ein großer Freund von Cecil Rhodes. Mowbray House am Ufer der Themse, wo die "Review of Reviews" ihre Büros hatte, war immer einer der ersten Orte, zu dem Rhodes bei seinen Besuchen in London Zuflucht nahm, um sich von einem sympathischen und kongenialen Geist inspirieren zu lassen. Stead war immer fruchtbar an Ideen, und je grandioser die Konzeption, desto mehr gefiel sie ihm. Der Wille von Cecil Rhodes beeindruckte jeden mit seinen Zeichen von Originalität und Phantasie; es ist nicht so allgemein bekannt, dass die Ideen zu einem großen Teil von Stead stammten, obwohl es aktenkundig ist, dass Rhodes einmal beabsichtigte, Stead zu seinem einzigen Treuhänder zu ernennen. Stead fuhr fort, die Review of Reviews mit großem Nachdruck zu leiten. Seine "Charakterskizzen" und Chroniken des Monats hatten all die Originalität, Kraft und Frische, die seine Arbeit als Tagesjournalist kennzeichneten. Er fuhr fort, überall hinzugehen und jeden zu sehen, und die Menge der verschiedenen Arbeiten, die er vollbrachte, nahm mit dem Fortschreiten der Jahre nicht ab. Er hatte auch ein sehr erfolgreiches amerikanisches Review of Reviews gegründet, und obwohl in späteren Jahren die Kontrolle darüber in die Hände von Dr. Albert Shaw überging, behielt Stead eine finanzielle Beteiligung daran. Er interessierte sich zutiefst für amerikanische Politik und Probleme, wie seine Werke "If Christ came to Chicago", "The Labour War in the United States" und andere zeigen. Er war an Bord der Titanic gegangen, um in New York eine Ansprache zum Thema "Weltfrieden" zu halten und an der "Men and Religion Forward Movement" teilzunehmen.
HIS INFLUENCE ON JOURNALISM. (SEIN EINFLUSS AUF DEN JOURNALISMUS.) Der Einfluss von W. T. Stead auf den Tagesjournalismus in England war groß. Er hat eine persönliche Note angeschlagen. Er hat das "Interview" eingeführt. Er entwickelte die "Kreuzköpfe". Er erweiterte den Umfang des Spezialartikels und des signierten Beitrags. Er führte die bildhafte Darstellungsweise ein. All dies waren die äußerlichen Zeichen der Strömung von frischer Kraft und größerer Lebendigkeit der Darstellung, die Ausdruck seiner Persönlichkeit waren. Sein Geschmack war nicht unfehlbar; aber er verfügte über einen Reichtum an Anspielungen, und er war ein Meister der nervösen, lebendigen Sprache. Er hatte einen höchst einfallsreichen und fruchtbaren Geist; er war ein subtiler Dialektiker; und seine Fülle war ungeheuerlich. Er war für jeden zugänglich, auch wenn am unteren Ende der Treppe ein Schild hing, auf dem stand: "Da die Anrufer zahlreich sind und die Zeit knapp ist, werden die ersteren gebeten, mit den letzteren zu haushalten". Seine Korrespondenz war enorm, und er behielt alle seine Briefe. Er schrieb nicht stenografisch — eine unnötige Leistung eines Menschen, der über ein ungewöhnlich gutes Gedächtnis verfügte. Er wurde von allen geliebt, die mit ihm arbeiteten, denn er war immer hilfsbereit und nachsichtig, und sein Fluss guter Laune war unfehlbar. Seine Konversation war geeignet, ein Monolog zu sein, aber er war ein brillanter und höchst unterhaltsamer Redner — voller Lebendigkeit, Spontaneität und malerischer Phrasierung. Er war, offen gesagt, egoistisch; aber er hatte einen ausgeprägten Sinn für Spaß, er genoss nichts mehr als ein Lachen über sich selbst, und diejenigen, die den Mann aus nächster Nähe kannten, mochten ihn am liebsten. Seine Grosszügigkeit war grenzenlos, und sein Tod wird von einer grossen Zahl von Personen aller Art und unter allen Umständen betrauert werden, mit denen er sich angefreundet, die er gefördert und angeregt hatte.
VISCOUNT MILNER (GRAF MILNER) Ich freue mich, ein paar Erinnerungen zu Ihrer Gedenknummer beitragen zu können. .... Die eigentliche Wahrheit war, dass er es liebte, seine Ideen dialektisch zu entwickeln, im Gespräch mit jemandem, der ihm persönlich sympathisch war, dessen Geistesgewohnheiten aber seinen eigenen so unähnlich wie möglich waren. Wie gut ich mich an diese täglichen Konflikte erinnere. Sie gehörten zu den lebendigsten Erfahrungen meines Lebens. .... Er hat nie nachgelassen. Obwohl er viele Sackgassen hinauflief, hielt er seinen Vormarsch wunderbar durchs Leben. Es ist eine merkwürdige und erniedrigende Überlegung, dass ein so uneigennütziger und patriotischer Mann vierzig Jahre lang inbrünstig für alles, was im Leben seines Landes das Edelste und Beste ist, eintreten konnte, ohne ein öffentliches Ansehen oder die Anerkennung seiner nationalen und imperialen Arbeit. .... Während der dreißig Jahre unserer Freundschaft hatten wir viele starke Meinungsverschiedenheiten, aber es gab kein noch so lieb gewonnenes Thema, über das er mit einem Kritiker diskutieren konnte, denn er gab jedem Mann die Ehre, die Wahrheit herausfinden zu wollen. .... Bis zum Ende seiner Tage gab es keine gerechte Sache, vor der sein Herz verschlossen war, und keine neue Idee, vor der sein Verstand zurückschreckte. Er war jung bis zu seinem Sterbetag — ein glorreicher Nachruf. Ein Instinkt sagte ihm, dass er "in seinen Stiefeln" sterben würde. Das sagte er gerne. Und das tat er auch. Mir ging es immer um seine praktische Seite, und er war der hilfsbereiteste Mann, den ich je gekannt habe. Man konnte nicht vergeblich an ihn appellieren. Er gab Ihnen nicht nur, was er hatte, sondern er gab Ihnen das Beste, was er hatte. Seine mystische Seite — ich spreche nicht von seinem einfachen Glauben, sondern von der geistigen Welt, an die er glaubte — machte mich müde, und das habe ich ihm oft gesagt. Er zeigte nie Ressentiments.
EARL GREY (Speaking at the Press Fund Dinner). EARL GREY (in seiner Rede beim Press Fund Dinner). Es gibt einen bedeutenden Journalisten, auf den ich mich gerne beziehen möchte, da er vielleicht mehr als jeder andere die Eigenschaften des journalistischen Kreuzfahrers verkörpert hat. Ich beziehe mich auf W. T. Stead, der seine letzte Ruhestätte dort gefunden hat, wo Mr. Clarvin mit einem Hauch von Genie gesagt hat, dass er selbst es vorgezogen hätte - auf halbem Weg zwischen Amerika und England. .... Ich erinnere mich auch daran, wie er direkt vom Friedenskongress in New York nach Deutschland fuhr, um den Behörden in Berlin zu sagen, wie vergeblich und nutzlos jede Ausgabe ihrerseits für den Bau neuer Schiffe wäre, da die Erfordernisse unserer nationalen Sicherheit uns zwingen würden, für jedes von Deutschland festgelegte Schiff zwei Kiele vorzusehen. Disraeli hat in einem seiner Romane unter Bezugnahme auf den Beruf des Journalisten, für den wir heute Abend plädieren, die Bemerkung gemacht, dass die Welt nicht von Staatsmännern, Diplomaten und Oberbefehlshabern regiert wird, sondern von obskuren kleinen Männern, die in hinteren Dachböden leben. Herr Stead veranschaulichte durch seine eigene Person und durch seine eigenen Leistungen den Wahrheitsgehalt dieser Bemerkung.
SIR T. VESEY STRONG, late Lord Mayor of London. (SIR T. VESEY STRONG, verstorbener Oberbürgermeister von London.) Die lange Freundschaft, die ich mit ihm genoss und die sich über fünfundzwanzig Jahre erstreckte, mein Respekt für seinen hohen Charakter und mein beständiges Gespür für den Wert seiner herausragenden öffentlichen Dienste veranlassen mich zu dem Wunsch, diesen Diensten mein demütiges Zeugnis hinzuzufügen und meine Bewunderung für den hingebungsvollen und aufopferungsvollen Geist, in dem sie in jeder Phase und Periode von Herrn Steads anstrengendem und denkwürdigem Leben geleistet wurden, zu bekunden. ....
MR. ANDREW CARNEGIE. (HERR. ANDREW CARNEGIE.) Mir war bis jetzt nicht klar, wie nah, wie sehr nah er mc stand, und was für ein Mann er wirklich war, vor allem in seiner eigenen Linie — ein Original. Lord Morley war sich seiner Vormachtstellung als öffentlicher Schriftsteller stets bewusst und nannte ihn oft als den größten Journalisten seiner Zeit.
MISS MARY I. STEAD. (FRÄULEIN MARY I. STEAD.) In dem letzten Brief, den mir mein lieber Bruder kurz vor seiner Abreise schrieb, hieß es: — "Ich bin wie immer sehr hoffnungsvoll in Bezug auf alles. Das Schöne ist, weiter zu glauben, zu vertrauen und weiterzumachen." Diese Gefühle beherrschten sein ganzes Leben. Inmitten unserer großen Trauer regen sie uns an und helfen uns. ....
DR. E. J. DILLON W. T. Stead, wie er demjenigen erschien, der oft sein Widersacher war. Meine erste Bekanntschaft mit W. T. Stead kam zustande, als er Herausgeber der Pall Mall Gazette war und ich Professor für Vergleichende Philologie an der Imperial University of Kharkoff war. .... In einem Brief vom 21. November 1906 versichert mir Stead, dass er weiß und immer gewusst hat, dass ich unsere Freundschaft für vereinbar halte "mit dem herzlichsten anstoßen und der offensten Kritik an den Ansichten, die wir jeweils vertreten". Bei ihm konnte man es nicht anders gut machen. Er war unfähig, gegen irgendjemanden einen Groll zu hegen. .... Wir dürfen nicht zulassen, dass unsere Trauer uns erdrückt — in der Hoffnung, im Glauben, im Vertrauen, inspiriert von seinem großen Heldenleben, müssen wir "weitermachen". "Weitermachen", wie er es getan hat, für die Leidenden arbeiten, die Schwachen stärken und die Unterdrückten verteidigen. Sein großes, liebevolles, zartes Herz war immer auf den Schrei solcher Menschen ausgerichtet. .... Im März 1890, stellte er mir eine schwierige Aufgabe - die Übersetzung von Tolstois "Kreutzersonate", die in wenigen Stunden fertig sein sollte. Kurz zuvor hatte ich mich bei Graf Leo Tolstoi in Jassnaja Poljana aufgehalten und einen Bericht über eine Geschichte von ihm verfasst, die noch nicht ans Licht gekommen war, um deren Übersetzung mich der Autor aber gebeten hatte. Herr Stead war von meinem Artikel beeindruckt, erfreut über seine eigene Idee der Geschichte und empört darüber, dass das Werk eines so erhabenen Moralisten wie Tolstoi, "der das Genie Shakespeares mit dem moralischen Eifer eines hebräischen Sehers verband", "die reifste Frucht seines Genies", die in Russland "verboten ist", als zu ungeeignet für eine Veröffentlichung sein sollte. Also schickte er mir ein Telegramm, in dem er mich bat, das Buch für das Review ins Englische zu übersetzen, wobei er nichts unterdrückte, und ihm das Manuskript bis zur nächsten Post zu übergeben. Ich antwortete, dass ich das tun würde. Offensichtlich war er entschlossen, den russischen Behörden eine Lektion zu erteilen und Tolstoi einen großen und dankbaren Leserkreis zur Verfügung zu stellen. Aber als er das Manuskript durchgelesen hatte, wurden seine Augen für Tatsachen geöffnet, die er nicht vermutet hatte, und sein Verstand wurde den weisen Ratschlägen der Umsicht zugänglich. "Dann", sagt er, "habe ich die Verurteilung verstanden." Nichtsdestotrotz war er bestrebt, die Geschichte mit so wenig Bowlerei wie möglich zu veröffentlichen. Aber Newnes, dem damals die "Review of Reviews" gehörte, hielt an den Einwänden der russischen Zensur fest und lehnte es ab, die "Kreutzersonate" erscheinen zu lassen, auch wenn sie beschnitten und beschönigt wurde. Dann eilte Herr Stead — wie er mir danach sagte — zu einem Freund, erhielt von ihm ein Darlehen von dem Geld, das notwendig war, um Newnes auszukaufen, und die "Kreutzersonate" erschien in englischer Sprache ohne meinen Namen. So ging die Rezension der Rezensionen ganz in die Hände seines mutigen Herausgebers über. Russland hatte schon immer eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf Stead; nicht so sehr für das, was er sich darunter vorstellte, für das, was er sich vorstellte, was es werden könnte. .... Ich war bei der ersten Haager Konferenz sehr erfreut, als ich sah, wie er auf die fünftklassigen Delegierten zuging, sie mit grenzenlosem Selbstvertrauen inspirierte und sie veranlasste, einen eigenen Reformvorschlag zu unterbreiten, von dem sie glaubten, sie hätten ihn selbst ausgearbeitet. In diesem Geiste, so glaube ich, trat Herr Stead an den gegenwärtigen Sultan der Türkei heran, den er veranlasste, sich in den Heiligen Krieg gegen den Krieg zu stürzen und einen Beitrag zu den Kosten der geplanten Delegation, die die europäischen Hauptstädte besuchen sollte, zu versprechen. .... Im letzten Winter trafen Mr. Stead und ich uns häufig in Konstantinopel, während er sich bemühte, "Dampf zu machen" für den damals geplanten Krieg. Und die Leichtigkeit, mit der sein Glaube Berge von Schwierigkeiten bewegte, hat mich erstaunt. .... Unser letztes Treffen fand am 3. Januar dieses Jahres statt. Er, meine Sekretärin und ich aßen zusammen im Restaurant Holborn zu Mittag. Während des Mittagessens erzählte er mir die spannende Geschichte einer Erscheinung von Katharina der Großen und des plötzlichen Auftauchens eines Talismans aus Polanti, der allen, die ihn besaßen, Unglück brachte. "Jetzt habe ich ihn", fuhr er fort, "und ich bin gespannt, ob mir Unheil widerfährt, und wenn ja, welche Form es annehmen wird. Ist das nicht aufregend?" Bevor das Mittagessen zu Ende war, ging es darum, dass ich den Talisman (den ich nie gesehen habe) eine Zeit lang behielt, um seine tödliche Wirkkraft zu testen. Aber ich lehnte ab. Das war das letzte, was ich von W. T. Stead sah. Fast drei Monate später, am 21. März, verfasste er seinen letzten Brief an mich. .... Im Umgang mit seinen eigenen Plänen benutzte er das folgende prophetische Wort—: Ich werde vielleicht am 2. April nach Amerika gehen. Ich habe im letzten Monat mehr als einmal über eine Fahrt nach St. Petersburg nachgedacht, aber das Schicksal scheint sich für Amerika entschieden zu haben. Schicksal! Das Schicksal entschied, dass W. T. Stead so sterben sollte, wie er gelebt hatte, als einer der führenden Verfechter der aufbauenden Kräfte, die sich gegen die Elemente der Zerstörung auflehnen, und den Tod durch den Tod selbst besiegen sollten. Sein Ende war, wie sein Leben, grandios, heroisch, die frohe Botschaft, gleichzeitig traurig und seelenbewegend, ein Jammern, das über die Drähte blitzte, das eine tief empfundene Atmung von einem Ende Russlands zum anderen hervorrief. Mitglieder aller Parteien, aller Klassen, aller Glaubensrichtungen und Nationalitäten gedachten Stead mit Dankbarkeit und Stolz: "Der Fürst der europäischen Journalisten", ein Publizist bezeichnet ihn: "die Seele der Sozialreform" und der Begriff, den ein anderer auf ihn anwendet, ist "der echte Freund Russlands". In den entlegensten Städten ist sein Name familiär. In Teilen Finnlands ist er ein Begriff, der in aller Munde ist. Er wird in die Weltgeschichte eingehen.
J. L. GARVIN. Um ein paar Worte im letzten Augenblick gebeten, kann ich mich nicht darauf beschränken, dem Andenken eines außergewöhnlichen Mannes eine abgewogene und befohlene Ehrung zu erweisen. .... Als ich um die Mittagszeit in der Oxford Street spazieren ging, als der Verlust der Titanic sicher war, war der einzige Name, den ich von den Gruppen auf dem Bürgersteig genannt hörte, sein Name, und das war an sich schon bezeichnend für das Ausmaß, in dem er seinen Namen zu einem nationalen und internationalen Wort gemacht hatte. Ein paar Tage vor seiner Abreise hatte ich von ihm im Büro der Pall Mall Gazette einen umfangreichen Glückwunschbrief zu meiner Amtszeit als Vorsitzender erhalten, den er berühmter machte. Eine meiner ersten Handlungen war es, genau den Stuhl, auf dem er saß, ausfindig zu machen und wieder zu benutzen, und ich werde nie auf ihm sitzen, ohne das Gefühl zu haben, dass ein Schatten von ihm in der Nähe ist. Unsere Freundschaft begann spät. Vielleicht war es nicht an der Zeit, intim oder völlig verständnisvoll zu werden, aber sie war trotz der akuten politischen Schwierigkeiten in den letzten paar Jahren echt. Sie beruhte auf dem Wunsch, die Flotte über der Partei zu halten und sie als Bedingung für ihre Freiheit und ihr Leben und für alle lebenswichtigen Aktivitäten der englischsprachigen Welt in Erinnerung zu behalten, ohne dabei an Aggression zu denken. .... Wenn eine mächtige und vielseitige Karriere zu Ende ist, können Männer verschiedene Aspekte dieser Karriere betonen, je nachdem, was sie denken. Für mich war W. T. Stead vor allem W. T. Stead. .... Er war nicht nur ein Mann des Genies; er war von Ideen besessen, wie nur ein Mann von starkem Genie sein kann. Das war sein Hindernis in mehrfacher Hinsicht, aber es war das, was ihn ausmachte. Man könnte wagen zu sagen, ohne sehr weit vom Ziel entfernt zu sein, dass sein Platz in der Praxis des Journalismus dem von Mr. Gladstone in der Praxis der Politik entsprach. Sein Grab befindet sich dort, wo er es sich ausgesucht haben könnte, auf halbem Weg zwischen England und Amerika, unter dem vollen Strom ihres Verkehrs; und ich komme nicht umhin zu denken, dass sein Tod in Übereinstimmung mit seiner Sicht der Dinge war. Er bezeugte die großen Realitäten, die den gemeinsamen Bewegungen unseres Lebens zugrunde liegen.
J. A. SPENDER in the "Westminster Gazette." (J. A. SPENDER in der "Westminster Gazette".) Ich denke an eine Freundschaft mit Herrn Stead, die sich über fünfundzwanzig Jahre erstreckte, und ich finde es unmöglich zu erkennen, dass er nicht mehr unter uns weilt. Ich habe ihn am Tag vor seiner Abreise gesehen, und er war voll von seiner bevorstehenden Amerika-Tournee und der "großartigen Gelegenheit", mit der Titanic auf ihrer ersten Reise überzusetzen. Sein Hauptanliegen war es, eine Rede auf einer internationalen Friedenskonferenz zu halten, bei der, glaube ich, Präsident Taft anwesend sein sollte; aber charakteristischerweise hatte er geplant, einen großen Teil des amerikanischen Kontinents in einer vierzehntägigen Reise zu durchqueren, und als ich ihn verließ, diskutierte er noch darüber, ob er nach San Francisco weiterreisen würde oder nicht. Ich glaube nicht, dass es für irgendeinen Historiker in Zukunft möglich sein wird, die Geschichte dieser Zeit ohne häufige Erwähnung von Steads Namen zu schreiben. Ein Teil der jüngeren Generation hatte ihn — zu Unrecht — als einen verbrauchten Vulkan betrachtet, und er baute sicherlich eine reiche Ernte von Dingen an, die die Unvorsichtigen als "Modeerscheinungen" bezeichnen; aber sein Verstand war so aufmerksam und genial wie eh und je, und er hatte eine ganz außergewöhnliche Verbindung zu fremden Ländern und Bewegungen hergestellt. Kein englischer Journalist und nur sehr wenige englische Männer des öffentlichen Lebens waren in den Vereinigten Staaten, Deutschland und Russland so bekannt wie Stead. In seinen letzten Jahren schien er in informellen Missionen ständig von Hauptstadt zu Hauptstadt zu huschen, Souveräne und Staatsmänner zu interviewen, Ansichten und Fakten zu sammeln, die der Diplomatie entgehen, und einen unaufhörlichen Strom von Journalismus auszuschütten, von dem leider ein großer Teil anderswo als in diesem Land veröffentlicht wurde. Stead war ein ausgezeichneter Sonderkorrespondent, und ich glaube nicht, dass es in letzter Zeit ein feineres Stück Journalismus gegeben hat als seine Darstellung seiner Mission in Konstantinopel, als er den Switan interviewte und getreu mit dem C "ommittee sprach. Er hatte diese eigentümliche Mischung aus dem Pittoresken und dem Praktischen und diese bemerkenswerte Fähigkeit, komplizierte Dinge in klaren und positiven Umrissen zu sehen, die seine Arbeit am besten charakterisierten. Aber die heutige Generation kann die Macht, die er in den achtziger Jahren hatte, nicht erkennen. Er hatte einen neuen Stil des Journalismus erfunden, die Entscheidungen der Kabinette beeinflußt, sich fast selbst zu einer Partei im Land gemacht. .... Geben Sie ihm den größten Blauen Hupen (Schlag), und er hätte in einer halben Stunde den Kopf frei, und eine leuchtende Zusammenfassung, die nichts Wichtiges auslässt und innerhalb einer Stunde in Druck geht. Seine Artikel waren wie das Hauen eines geraden Weges durch einen verworrenen Wald. Es mag rechts und links von ihm Wälder und Sümpfe geben, aber er beunruhigte sich nicht darüber, solange sein eigener Weg klar war, Sein Sprechen trug der Komplexität der Dinge viel mehr Rechnung als sein Schreiben, und es gab in London keine bessere Kritik an den Ansichten anderer Leute. Wenn er eine Frage stellte, sprach er sie aus einem Dutzend von Gesichtspunkten mit dem schärfsten Gespür für ihre Komplikationen aus. ....
DR. CLIFFORD Anlässlich eines Gedenkgottesdienstes, Westminster Chapel, am 25. April 1912. In dieser Stunde der Trauer stützt uns ein starker Trost. Wir sind sicher, dass unser geliebter Freund William Thomas Stead, bis in den Tod treu war, und dass er die Krone des Lebens erhalten hat. Obwohl er der tragischen Katastrophe vom vorletzten Sonntagabend zum Opfer gefallen ist, sind wir uns absolut sicher, dass er sein Ende als Sieger gefunden hat. .... Der vermutlich letzte Brief, der ihm von der Titanic geschrieben wurde, lautet: — Ich werde nach Amerika reisen, um eine Rede zu halten. Aber ich habe das Gefühl, dass dies nur die Esel waren, die Saul suchte, als er zum König von Israel gekrönt wurde. Was ich sonst noch tun soll, weiß ich nicht. Etwas wartet auf mich, eine wichtige Arbeit, deren Art mir rechtzeitig offenbart wird. Aber was es ist, ob journalistisch, spirituell, sozial oder politisch, weiß ich nicht. Ich warte auf meinen Marschbefehl, in der Gewissheit, dass Er, der mich berufen hat, seinen guten Willen und sein Wohlgefallen zur rechten Zeit kundtun wird. Da ist die Haltung des Mannes, der mit lauschendem Ohr auf seinen "Marschbefehl" wartet, alle begierig darauf, ihn zu befolgen. .... Die Breite seiner Interessen manifestierte sich in seinen anhaltenden Bemühungen um die Verschmelzung der gesamten englischsprachigen Rasse, in seiner großen Sympathie für kleine Nationalitäten, in seiner geduldigen und beharrlichen Arbeit für den internationalen und universellen Frieden und in all den Organisationen, die die universelle Brüderlichkeit und den guten Willen fördern. Daher ist es nicht verwunderlich, dass von all jenen, deren Verlust wir in dieser traurigen Stunde so tief betrauern, die zivilisierte Welt in erster Linie an unseren lieben Freund denken sollte. ....

JULI — The Life and Death of the "Titanic." (Das Leben und der Tod der "Titanic".)
THE IGNORANCE OF SENATOR SMITH AND THE KNOWLEDGE OF MR. ISMAY. (DIE IGNORANZ VON SENATOR SMITH UND DAS WISSEN VON MR. ISMAY.) "WIR ziehen die Unwissenheit von Senator Smith dem Wissen von Mr. Ismay vor! Aber lassen Sie uns erklären, was wir meinen. Als der gigantische Liner Titanic am 14. April mit voller Geschwindigkeit in den verhängnisvollen Eisberg raste, erschütterte er nicht nur sich selbst, sondern auch das Sicherheitsgefühl der reisenden Öffentlichkeit im Seeverkehr völlig. Und heutzutage ist die reisende Öffentlichkeit praktisch ein Synonym für die menschliche Rasse, und jedes Jahr wird es mehr. So schrecklich die Katastrophe auch war, was den unmittelbaren Verlust von Menschenleben angeht, so ist sie vielleicht noch schrecklicher, weil sie einen der festesten Glaubenssätze, die die Welt hegte, aus dem Weg räumte — die Sicherheit von Seereisen. Passagiere auf Hochseeschiffen, besonders auf den modernsten Linienschiffen, haben es als selbstverständlich angesehen, dass ihre Sicherheit voll berücksichtigt wurde. Sie dachten oder träumten nie davon, dass die wunderbaren Annehmlichkeiten moderner Ozeanreisen nicht ein zusätzliches Indiz für Sicherheit waren. Die Menschen glaubten, dass die Titanic nicht sinken konnte."
THE BELIEF IN UNSINKABILITY. (DER GLAUBE AN DIE UNSINKBARKEIT.) "Dieser Glaube an die Unsinkbarkeit von modernen Schiffen war über Jahre hinweg immer stärker geworden. Bereits 1838 wurden Querschotten eingeführt, die es ermöglichten, Dampfer in fünf Sektionen zu unterteilen, von denen man glaubte, dass drei davon ausreichen würden, um das Schiff über Wasser zu halten. In den über siebzig Jahren seither wurde alles getan, um diesen Glauben in den Köpfen der Öffentlichkeit zu stärken. Die Presseartikel über die Olympic, die Titanic und andere der heutigen Monsterschiffe tendierten alle in die gleiche Richtung, und die Passagiere warteten, um mit einem größeren, neueren Schiff zu fahren und mehr Sicherheit und Komfort zu haben. ...."

RESUMO (ZUSAMMENFASSUNG)
Wie läßt sich das Werk des begabten Journalisten William Thomas Stead bewerten? Mit Phantasie und Empathie schrieb er über die Dinge der Zeit, über Meinungen und Ereignisse. Doch wie kann EDE ihn bewerten? Hat er sich klar im dem Sinn, man brauche ein geeintes Europa, in dem die Internationale Sprache benutzt wird, geäußert?
Herr Stead war ein Vollblutjournalist, er wollte eine Vielfältigkeit der Gesellschaften abbilden. So benannte er das Mögliche, aber auch Prophezeihungen. Diese erfüllen sich aber oft nur zum Teil. Worauf es eigentlich ankommt, ist die Auseinandersetzung mit einem Problem. So kommt man zu neuen Erkenntnissen. Daraus entstehen benennbare nötige Wünsche, daraus entwickeln sich Forderungen. Ob diese sich dann erfüllen, ist dabei weniger die Frage. Wichtig ist, ob die neuen Bedürfnisse in ihrem Wesen verständlich und für den Entwicklungsstand der Gesellschaften zeitgemäß sind. So konnten Prophezeiungen vielleicht manchmal ausreichen, aber für EDE sind die formulierten Forderungen Steads ausschlaggebend. Stead war ein Sonderfall für Medien, denn er nahm Esperanto und die Idee wahr und erkannte auch die Bedeutung dieses Sprach-Mediums. Und dies, obwohl man das auf den ersten Blick nicht von einem Angehörigen der englischsprachigen Welt erwarten muß.
Trotzdem blieb Stead sehr in seiner Sprachwelt verhaftet. Aus seiner Sicht war eine Vereinigung der englischsprachigen Staaten vielleicht nachvollziehbar. Schließlich entwickelte sich deren ehemalige britische Kolonie, die USA, schon wegen des gemäßigten Klimas zum einflußreichsten Staat. Doch die Welt ist größer, schon aus der Perspektive der anderen europäischen Mächte. Auch die anderen Atlantikanrainer wie zum Beispiel Frankreich, Spanien und Portugal nahmen weite Gebiete in Besitz. Nicht zu vergessen die Kolonisatoren im Osten. Diese anderen Mächte könnten ebenfalls auf das Recht eines jeweils eigenen Staatenverbundes ihrer Gebiete bestehen. Doch so ließe sich kein geeintes Europa errichten. Nicht zufällig kam später zeitlich die beginnende Einigung Europas mit der Unabhängigkeit der Kolonien zusammen. Zu Steads Zeit hallte der französiche Spracheinfluß noch stark nach. Die Macht verschob sich bereits hin zu den englischsprachigen Staaten, besonders den USA. Großbritannien konnte noch davon profitieren, obwohl der eigene Einfluß als Weltmacht sank. Bis heute scheint ein Teil der Engländer von der längst verlorenen Weltmacht zu träumen und es werden neue Fehler gemacht (Brexit). Wenn es aber so ist, daß Sprache von Macht abhängig ist, dann müssen wir uns auch und gerade heute mit dieser Frage beschäftigen und endlich die richtigen Schlüsse ziehen. Bereits Stead war auf dem Weg. Möglicherweise in Ansätzen ein Vorläufer der EDE-Vorläufer? Unmittelbar nach seinem Tod hatte die Welt eine Informationsquelle weniger. Esperanto blieb, aber eben hauptsächlich in den speziellen Zeitschriften. Die breiteren Gesellschaften nahm das Geschaffene nicht auf und an.
Der Begriff der Rasse - Kein Mensch darf wegen Herkunft, Alter und Geschlecht benachteiligt werden. Niemand darf pauschalisieren, selbst wenn es in bestimmten Situationen nachvollziehbare Problem-Häufungen bei manchen Gruppen von Menschen gibt. Das Individuum darf nie vorverurteilt werden! Auf dieser Grundlage kommt es dann auch nicht zu Rassismus. Im Moment (2020) wird in unseren Gesellschaften diskutiert, wie Begriffe gedeutet werden sollen. Es besteht leicht die Gefahr, mißverstanden zu werden, zumal manche Gruppen der Gesellschaft ihre spezielle (ideologisch vorgeprägte) -Sprache- nutzen. Verschiedene Gruppen setzen den Begriff Rasse unterschiedlich ein. Darum ist mit Bedacht zu sprechen und zu schreiben. Bei alledem kommt es schon manchmal zu Verwirrungen, wenn man mit einem Text von Anfang des 20. Jahrhunderts konfrontiert ist. Je nach Geschichte der Sprachräume wird das Wort der Rasse unterschiedlich belegt oder überhaupt verwendet. Im englischen Sprachraum ist der Worteinsatz verbreitet und es war zu Steads Zeiten völlig normal, von einer English-speaking race (Englischsprachige Rasse) oder Anglo-Saxon race (Angelsächsische Rasse) und weiteren wie z.B. den Latin races zu sprechen. Manches klingt aus heutiger (und deutscher) Sicht befremdlich. Der Rasse-Begriff in Steads Texten kann nicht mehr zeitgemäß sein. Klar ist längst, daß die geografische Lage, die klimatischen Verhältnisse und Bodenschätze eine Grundlage für den Zivilisierungsgrad bilden. Statt angenommener besonderer Rasse-Vorzüge (von Ethnien) handelt es sich also um eine durch die Umstände gewachsene Kultur. Und manchmal wurde mit "Rasse" wirklich die Kultur gemeint. Damals gab es wohl schon sehr unterschiedliche Ansichten zum Zweck und zu den Zielen eines First Universal Races Congress (Erster Universaler Rassenkongress), welcher 1912(?) in London stattfand. Es gab durchaus humanistische wohlmeinende und möglicherweise falsch verstandene Erwartungen: "Der Erste Kongress der universellen Rassen ist der Ansicht, dass das Ziel des Kongresses darin besteht, die verschiedenen Rassen und Nationalitäten der Erde zu einem besseren Verständnis und gegenseitiger Wertschätzung zusammenzubringen und auf diese Weise zusammenzuarbeiten, jeder auf seine Weise, um eine vollkommenere Art von Menschlichkeit zu schaffen." Heute wird allerdings auch der Begriff "Erster eugenischer Weltkongress" verwendet. Man begibt sich hier leicht auf dünnes Eis, eine tiefergehende Recherche und Bewertung ist sicher noch nötig.
Kann Esperanto politisch neutral sein? - Am Anfang gab es eine Hoffnung, die Idee Esperanto würde sich wegen der logischen Begründung in der Folge durch Nutzung in den Gesellschaften allgemein verbreiten, also wie nebenbei auch bis in die etablierten politischen Parteien dringen und Bestandteil des internationalen Handelns werden. Doch bis heute (2020) existiert keine etablierte Partei, in der die Esperanto-Unterstützer eine Mehrheit bilden. Dort möchte man möglichst nichts von dem Thema hören, vielleicht aus Angst, Wähler zu verschrecken. Stattdessen bildeten sich parallel zu sozialen und umweltorientierten Parteien eigenständige Esperanto-Vereinigungen. SAT (Arbeiter-Esperantobewegung 1921) sieht sich nicht als "parteipolitische, sondern nur" als "eine bildende, aufklärende und kulturelle Organisation". Die Verduloj (Grüne 1984) sind international vernetzt und bestehen aus Esperanto sprechenden Mitgliedern Grüner Parteien. Die genannten sind aber immer Organisiationen neben(!) den etablierten Parteien. Und solange der Zustand so ist, ist eine politische Vereinigung, die unmittelbar politisch mitwirken möchte, und für die reale europäische Öffentlichkeit steht, notwendig und zeitgemäß.
Esperanto für geeintes Europa? - Ist W.T. Stead wenigstens ein Vorläufer von EDE-Vorläufern? Nicht allem, was er von sich gab, kann man zustimmen. Aber er sah Dinge, die manchen Menschen verborgen bleiben. Und er hatte den guten Willen, er wollte eine friedliche Welt. "Der Vergleich, Satz für Satz, des Vaterunsers in drei Sprachen wird es dem Leser ermöglichen, sich eine Vorstellung von den Ansprüchen der drei Konkurrenten zu machen. Latein war die Schlüsselsprache der westlichen Welt, Englisch ist die Schlüsselsprache der englischsprachigen Welt, Esperanto wird die Schlüsselsprache der ganzen Welt sein." Doch wie kann EDE ihn bewerten? Hat er sich klar im dem Sinn, man brauche ein geeintes Europa, in dem die Internationale Sprache benutzt wird, geäußert? Vielleicht war die Zeit noch nicht ganz reif. Vielleicht hatte die Welt noch einige schlimmen Erfahrungen zu wenig gemacht. Aber wann reichen der Welt solche Erfahrungen aus?
2020072120210114SE

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catalog.hathitrust.org The United States of Europe on the eve of the parliament of peace
archive.org americanizationo01stea The Americanisation of the World
Memore al William Thomas Stead | La usonigo de la mondo 2011 Henri Masson
en.wikipedia.org/wiki Review of Reviews Übersicht Ausgaben
archive.org The Review of Reviews V25 1902
esperanto.de Esperanto aktuell 202013-5 S.19 El la historio: W. T. Stead. Roland Schnell PDF
informilo.wordpress.com W. T. Stead und die Katastrophe der RMS Titanic 2012 Roland Schnell