Frühe Ansätze - William Thomas Stead

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[[File:W.T. Stead by Mills, 1905.png|W.T. Stead by Mills, 1905]]

1899 Die Vereinigten Staaten von Europa vor Beginn des Friedensparlaments
1901 DIE AMERIKANISIERUNG DER WELT
1902 EINE INTERNATIONALE SPRACHE: IST DAS MÖGLICH?
DIE AMERIKANISIERUNG DER WELT (Reaktionen)
SPRACHEN LERNEN DURCH BRIEFE SCHREIBEN.
GESUCHT: EINE INTERNATIONALE SPRACHE! EIN PLÄDOYER FÜR DAS STUDIUM VON ESPERANTO.
Carnegies Idee - Der deutsche Kaiser als Begründer Europas?
KORRESPONDENZ PER PHONOGRAPH und mehr
1903 Europa ist jetzt reif für DIE KOMMENDE FÖDERATION.
1904 WAS WIR TUN KÖNNEN
1905 Der Erste Esperanto-Weltkongreß (Vorbereitungen)
I. DR. ZAMENHOF, DER AUTOR VON ESPERANTO. ESPERANTO ZUR RETTUNG. (Interview)
II. DER ERFINDER DES ESPERANTO.
III. DIE SCHLÜSSELSPRACHE DER WELT.
IV. DER INTERNATIONALE KONGRESS.
DIE PLANUNG DER WELTHAUPTSTADT.
1906 Der europäische Ausblick.

Verbindung gesucht: Die gemeinsame Sprache in dem geeinten Europa

Zu denen sich dem Gemeinsinn verpflichteten Menschen gehörte William Thomas Stead (1849-1912). Er formulierte relativ früh, was auch uns bei EDE bewegt und was für die Gesellschaften notwendig ist. Über viele bei ihm zusammenlaufende Interessen kam er auch zu Schlußfolgerungen, die er dann selbst als Journalist veröffentlichen konnte.

1899 Die Vereinigten Staaten von Europa vor Beginn des Friedensparlaments
Von "Vereinigten Staaten von Europa" mag vereinzelt schon vor Stead gesprochen worden sein, volkstümlich verbreitet war der Begriff bei den europäischen Völkern noch lange nicht. Aus Anlaß der bevorstehenden Ersten Haager Friedenskonferenz, angeregt durch Zar Nikolaus II., unternahm Stead 1898 eine Europareise um sich einen Eindruck zur Lage zu verschaffen. Danach brachte er 1899 eine Schrift mit diesem Titel heraus:
The United States of Europe on the eve of the parliament of peace
(Die Vereinigten Staaten von Europa vor Beginn des Friedensparlaments)
Stead sah sich als Brite mit engen Verbindungen zur USA. Der Begriff der Vereinigten Staaten von Europa verwies in der Vorstellung auf die bereits exisiterenden USA. Von USE sollte nicht nur geträumt werden, jetzt wurde zu einem Parlament des Friedens geladen. Einige Bereiche wie Post und Telefonsystem waren längst international organisiert. Dagegen waren die Monarchien mit ihren engen Verwandtschaften wohl nicht mehr zeitgemäß. Doch würden sie wohl "nicht untergehen, bevor sie die Menschheit mit der Vorstellung einer internationalen Familiengruppe vertraut gemacht haben, die praktisch eine gemeinsame Sprache spricht, und in der Lage ist, sich von innen heraus zu verstehen". (S.17) Die monarchischen Staaten sahen sich als halb-weltbürgerliche europäische Familie und waren natürlich am Machterhalt interessiert.
Stead erkannte interessante Voraussetzungen im Bereich der internationalen europäischen Institutionen. Die in Europa entstandenen Internationalen Büros konnten, wenn man es so sehen wollte, bereits als eine "Prophezeihung" der kommenden Vereinigten Staaten von Europa betrachtet werden. Die Donau wurde bereits international mit einem Rotationsprinzip verwaltet. Das internationale Büro für Metrische Gewichte und Maße war (und ist) in Paris ansässig. In Berlin hatte das Geodäsie-Büro seinen Sitz. In Bern befanden sich u.a. die Internationale Post-Union (heute Weltpostverein), die Telegraphen-Union und das Internationale Eisenbahnbüro. Der Kopf dieses Büros, M. Numa Droz, äußerte sich in einem Papier: "Es bringt nichts, die Zollmauern so dicht und so hoch wie möglich zu machen. Handel hat eine expansive Kraft und eine subtile Durchdringung, die so groß ist, daß am Ende immer der Erfolg stehen wird und die Hindernisse überwunden werden. Was den Handel betrifft, so stellt die Vielfalt der Sprachen kein Hindernis dar, so sie gelehrt werden; die Entfernung wird aufgehoben oder zumindest auf ihre engsten Grenzen reduziert." (S.28) Stead ging davon aus, daß das Prinzip dieser Büros (als Avantgarde-Kuriere fungierend) auf die USE angewendet werden wird. Bern sah er dabei als eine beginnende Hauptstadt der Vereinigten Staaten von Europa. Am Beispiel der deutschen Geschichte war der Weg bereits gut zu erkennen. Nach dem Sturz Napoleons entstand ein Bund aus dem sich ein gemeinsames Parlament entwickelte. Übrigens trifft diese geopolitische Aufgabe auch auf die Sprachenfrage zu. Ein neues politisches Gebilde braucht immer auch eine möglichst neutrale Hochsprache. Doch für diese speziell auf Europa bezogene Idee war die Zeit wohl noch nicht ganz reif, auch Stead hatte gerade einen anderen Gedanken. "Wie lange wird es wohl noch dauern, fragte ich mich, als ich durch das Reichstagsgebäude wandelte, bis das vereinte Europa sein Parlamentsgebäude hat und bis die Föderation Europas einen Sitz und die ständige Vertreterversammlung einen Ort hat? Was Deutschland tat, kann Europa tun." (S.56)
Doch wo sah er den Platz Großbritanniens? Stead formulierte bereits 1880 seine Vorstellung von der englischen Außenpolitik mit der Frage, was die Mission Englands im Ausland ist. Das Europakonzert als Keim der Vereinigten Staaten von Europa sollte gegen isolierte Aktionen aufrechterhalten werden. Daneben sah er allerdings einen angelsächsischen Bund und damit doch eine (Sonder-)Rolle Großbritanniens vor. (S.60) Aber sollte und könnte dieser Zustand in solcher Form in einem geeinten Europa dauerhaft bestehen bleiben? Bis heute fällt den Beteiligten die Antwort schwer. Sicher, alle Teile sollen ihre spezifischen Kompetenzen einbringen, aber alle Teile müssen auch gemeinsame politische Lösungen akzeptieren. Dies funktionierte jedenfalls bis heute (2020) noch nicht zufriedenstellend. Seine Einschätzung, daß die Europäische Union gerade von England und Deutschland gebildet werden wird (S.78), verwirklichte sich nicht. Doch ".... was könnten wir von Europa ohne England denken? .... Europa ohne England wäre Europa ohne seine Flügel, .... Die Europäische Föderation im gegenwärtigen Moment ist wie ein Embryo in der späten Reifephase. Sie ist noch nicht bereit, geboren zu werden." Nun haben wir aber die EU. Und scheinbar immer noch die Probleme der Vergangenheit. Dabei sollte doch eine neue Friedensordnung errichtet werden.
Viele europäische Staaten nahm Stead unter die Lupe und er kam zu seinen sehr persönlichen Schlüssen. "Wir stimmen vielleicht nicht mit Victor Hugo überein, wenn er Paris als die Hauptstadt der Zivilisation, als die Stadt des Lichts bezeichnet, aber Europa ist ohne Frankreich undenkbar. .... Frankreich ist der Dolmetscher für den Kontinent der Ideen, die in Deutschland konzipiert oder in den englischsprachigen Ländern praktisch ausgearbeitet wurden." (S.75)
In dieser Schrift werden so viele Persönlichkeiten aufgezählt, mit ihren Stärken und Schwächen. Jede Zeit hat ihre Öffentlichkeit und Darsteller, sie wechseln sich ab wie das Wasser im Fluß. Was aber geblieben ist, ist die Aufgabe, es in der eigenen Zeit gut zu machen, die Gesellschaften friedlich über die Zeit zu bringen. Am Ende können keine Wunder erwartet werden. Das zeigt die Geschichte drastisch beim weiteren Verlauf aller Friedensbemühungen. Stead besuchte Personen der Zeit und zeichnete deren Meinung auf. So kam es in Livadia zu einer Audienz beim Zaren. Obwohl Nikolaus II. körperlich nicht an seinen Vater heranreichte, soll er doch eine glaubwürdige ehrliche Person mit einem ernsten Willen gewesen sein. Seine Absicht war, die Mächtigen zusammenzubringen, bevor es immer nur zu weiteren Kriegen kommt. Die Diplomaten bereiteten also ein Treffen vor, in dem die Rüstung begrenzt und reduziert werden soll. Der Status quo und ein Waffenstillstand müsse für eine Laufzeit von fünf oder zehn Jahren gelten. Die Form von Vermittlung und Schlichtung war anzusprechen. "Schlichtet immer, bevor ihr kämpft" war auch ein Gedanke von Stead. Die Streitparteien sollten sich verpflichten, keinen Krieg zu erklären, bevor sich nicht eine Vermittlung befreundeter Mächte genutzt haben. Ein internationales Abkommen aller Mächte war an der Zeit, denn viele Menschen hätten noch nicht begriffen, "dass der moderne Krieg etwas ganz anderes ist als alle Kriege, die seit Beginn der Welt gekämpft wurden". (M.de Bloch S.311) Zu jener Zeit wurde eingeschätzt, daß bei Einsatz der neuen Waffen mit ihrer Tödlichkeit und Zerstörungskraft "selbst ein Sieg nur der Auftakt zum Triumph des revolutionären Anarchismus" sei.
Bei alldem ist Stead die Rolle der englischsprachigen Welt, also vor allem die der beiden Imperien wichtig. Sie stehen mit ihrer kriegerischen Politik sicher oft nicht im besten Licht, haben aber die Möglichkeit und die Aufgabe, in ihrem gemeinsamen Handeln den Frieden zu fördern. Kleinere Nationen würden sich zur Unterstützung der englischsprachigen Initiative annähern. Positiv wäre ebenfalls eine dauerhafte gute Beziehung zwischen dem Slawischen und dem Angloamerikanischen. Doch nun kam die Zeit der Umsetzung. Am 18. Mai würden sich in Den Haag die Regierungen der zivilisierten Welt treffen. In der Konferenz wird auf den Appell des Zaren geantwortet werden. Gefragt würden dann "die Vernunft und das Gewissen der Menschheit" sein.
Die Schrift behandelte neben Europa die aktuelle Weltlage, welche damals noch stark durch die europäische Lage bestimmt wurde. Der Rasse-Begriff in Steads Texten kann nicht mehr zeitgemäß sein. Klar ist längst, daß die geografische Lage, die klimatischen Verhältnisse und Bodenschätze eine Grundlage für den Zivilisierungsgrad bilden. Statt angenommener besonderer Rasse-Vorzüge handelt es sich also um eine durch die Umstände gewachsene Kultur. All diese Ausführungen liegen schon eine Zeit zurück. Inzwischen zeigte die Geschichte, daß sie Platz für weitere Konflikte hat. Es scheint, als ob es den Gesellschaften leichter fällt, Weltkriege zu führen und Diktaturen mit Esperantoverboten zu erleben, als die Voraussetzungen für Frieden zu erkennen und dafür tätig zu sein. Heute ist längst nicht alles gut, z.B. wenn es um eine Einführung des Esperanto-Unterrichts in der EU geht, um ganz "nebenbei" etwas für eine friedlichere Welt zu tun. Monarchien sind nicht mehr zeitgemäß. Die Friedensinitiative von Zar Nikolaus II. hat historisch doch eine Bedeutung, ihr folgten internationale Institutionen. Trotzdem scheint dieses Handeln des Zaren in der Geschichtsschreibung unwichtig (siehe Wikipedia zu Nikolaus II.) zu sein. Vielleicht so unwichtig, wie man sich früher im Ostblock mit der Ermordung eben dieser Zarenfamilie auseinandersetzte. Kein Thema im Geschichtsunterricht.

1901 DIE AMERIKANISIERUNG DER WELT
1901 veröffentlichte William Thomas Stead sein Buch "Die Amerikanisierung der Welt".
Teil I: Die Vereinigten Staaten und das britische Imperium
Teil II: Der Rest der Welt
Teil III: Wie Amerika amerikanisiert (wird)
Teil IV: Die Zusammenfassung
Aus Steads Sicht war eine Vereinigung der englischsprachigen Staaten vielleicht nachvollziehbar. Schließlich entwickelte sich deren ehemalige britische Kolonie, die USA, schon wegen des gemäßigten Klimas zum einflußreichsten Staat. Doch die Welt ist größer, schon aus der Perspektive der anderen europäischen Mächte. Auch die anderen Atlantikanrainer wie zum Beispiel Frankreich, Spanien und Portugal nahmen weite Gebiete in Besitz. Nicht zu vergessen die Kolonisatoren im Osten. Diese anderen Mächte könnten ebenfalls auf das Recht eines jeweils eigenen Staatenverbundes ihrer Gebiete bestehen. Doch so ließe sich kein geeintes Europa errichten. Nicht zufällig kam später zeitlich die beginnende Einigung Europas mit der Unabhängigkeit der Kolonien zusammen. Am mächtigsten sträubt sich heute der englischsprachige Raum, Stichwort Brexit.
Recherchen sind noch nötig.

1902 EINE INTERNATIONALE SPRACHE: IST DAS MÖGLICH?
Stead war gerade noch auf der Suche nach einer gemeinsamen Sprache der Weltbürger. Er wußte zu diesem Zeitpunkt noch nicht, daß einige Jahre zuvor L.L. Zamenhof seine ersten Lehrbücher mit der Internationalen Sprache des Doktor Esperanto veröffentlichte. Damals verbreitete sich Wissen oft noch langsamer als heute gewohnt. Mit einem gewissen Zeitverzug erhielt Stead erst 1902 einen Hinweis auf die von ihm erwartete Sprache. Seit jenem Jahr (ab Oktober) war sie in seiner Zeitschrift "The Review of Reviews" mit Zusammenfassungen von Zeitschriftenbeiträgen ein wiederkehrendes Thema in Rubriken mit wechselnden Namen.
(creativecommons.org/publicdomain)
Das Jahr 1902 begann Stead darin unter dem Titel "The Progress of the World." mit folgenden Gedanken: Große Versprechen des alten Jahres sollten eingelöst werden. "Die rasante Entwicklung der drahtlosen Telegraphie, die eine der wichtigsten wissenschaftlichen Errungenschaften des alten Jahres darstellt, gipfelte im Dezember in der Bekanntmachung von Signor Marconi über die erfolgreiche Übertragung drahtloser Nachrichten ...." Dabei ging es um eine offiziell unbestätigte transatlantische Funkübertragung von der Halbinsel The Lizard in Cornwall nach St. John’s in Nordamerika. Stead sah große Möglichkeiten für eine fortschrittliche geopolitische Weltpolitik. Marconis Funktechnik wird später auf der Titanic eine Rolle spielen. Weitere Bemerkungen mit dem Bezug zu Stead am Ende des Beitrags. Warum sollte nicht auch drahtlos Telefonie möglich werden? Heute ist das Alltag (Mobiltelefon). Wenn Romeo in London eine Julia auf ihrem Balkon in Konstantinopel ansprichen kann, dann wäre es "zweifellos eine Anregung für die Bewegung zugunsten einer universellen Sprache". Fremdsprachen ließen sich mit dieser Technologie leichter erlernen. Voller Vorfreude sah Stead schon für die nahe Zukunft die Möglichkeit, neben dem Telefonton auch ein Bild des Gesprächspartners zu erhalten. Der Zusammenhang zwischen Sprache und Macht wird in mehreren Beiträgen der Zeitschrift deutlich. Da geht es zum Beispiel um einen Protest des Regierungsrats von Malta gegen eine vorgesehenen Regelung nicht nur wegen der Besteuerung sondern auch gegen eine Einführung der englischen Sprache im Bildungsbereich. (S.31) Ein Dr. Shaw (Progress of the World) stellt zur philippinischen Frage fest, "dass alles getan wird, um die englische Sprache auf jede erdenkliche Weise an die Front zu bringen". Diese Welthandelssprache würde sich verbreiten und Vorteile bringen. Die Philippinen sollten als ständiger Besitz gehalten werden. ".... vorläufig ist er jedoch mit dem philippinischen Zolltarif zufrieden". (S.67)
Unter der Rubrik LEARNING LANGUAGES BY LETTER-WRITING. (SPRACHEN LERNEN DURCH BRIEFE SCHREIBEN.) sollte eine internationale Verständigung über Briefkontakte ermöglicht werden. Institutionen wie Universitäten aber auch einzelne Korrespondenten wurden im Netzwerk zusammengefasst. Mr. Magill (Vorsitzender des Amerikanischen Büros für Internationale Korrespondenz) erzählte, "dass einige Ausländer sich vorstellen, dass die Amerikaner statt Englisch eine Art Patois sprechen, .... zur Aufgabe der internationalen Korrespondenz gehöre, solche antiken Ideen zu korrigieren." Interessant sind kleine Leserbriefe. ".... sehr viel Hauch der englischen Zivilisation hat meine Heimat besucht. Sie sehen, mein Englisch ist noch nicht richtig. Glauben Sie, dass ein Engländer oder eine Engländerin im nächsten Frühjahr meinen Platz in meiner Familie einnehmen würde?" "Sehr geehrter Herr, - zwei junge Damen, Schülerinnen von mir, möchten für einige Zeit in einer englischen Familie leben und möchten im Gegenzug ein englisches Mädchen bei sich aufnehmen. Halten Sie ein solches Arrangement in irgendeiner Weise für möglich? - Mit freundlichen Grüßen" "Ein Italienischlehrer hofft, dass ihn jemand in den Oster- oder Sommerferien empfangen möchte."
DER VERSTORBENE M. JEAN BLOCH. "DER Tod von Herrn Bloch ist ein europäisches Unglück." Stead traf M. Bloch 1898 in St. Petersburg. Über Bloch schrieb Stead im Buch über "Die Vereinigten Staaten von Europa". Siehe oben. Im Krieg sah Bloch eine Torheit, das sah er auch aus Sicht eines Wirtschaftswissenschaftlers so. "Das letzte Mal sah ich M. Bloch, als er im Mai letzten Jahres mit seiner Tochter nach London kam ...."  (S.141)
AN INTERNATIONAL LANGUAGE : IS IT POSSIBLE? (EINE INTERNATIONALE SPRACHE: IST DAS MÖGLICH?)
"Ja, sagt M. Leon Bollack, nicht nur möglich, sondern höchst wünschenswert; .... Eine solche Sprache muss in Wort und Schrift beherrscht werden können." Nicht eine "universelle" Sprache, die die anderen verdrängen sollte, war gemeint. Nein, es ging um die Nutzung als Zweitsprache. "Jede Nation wird nach wie vor ihre eigene besondere Sprache behalten, angepasst an ihre eigenen Gewohnheiten des Denkens und Fühlens." Nach Bollacks Meinung brauchte die hier vorgeschlagene Sprache "nicht literarisch, sondern lediglich utilitaristisch sein." Er wollte sie in einem gewissen Sinn simpel haben und sah zwei Richtungen, so eine Sprache zu entwickeln. Unpraktikabel wäre, sie "aus dem Bestand der vorhandenen Sprachen" zu formen. Wenn er die diversen Regelungen in Grammatik oder Aussprache meint, ist das sicher nachvollziehbar. Er hatte vielleicht auch Vorbehalte gegenüber der Idee, man könne eine "künstliche" Sprache schaffen, schlug aber eine solche vor. Mit etwa zwanzig Buchstaben im Alphabet und einem Laut pro Buchstaben. "M. Bollack selbst ist der Schöpfer einer vermeintlich universellen Sprache - La Langue Bteue. In Paris gibt es bereits eine Gesellschaft, deren Ziel die Übernahme einer internationalen Sprachform ist." Hier war Esperanto also noch kein Thema, obwohl es bereits exisiterte. Das änderte sich bald. (S.241)

DIE AMERIKANISIERUNG DER WELT
William Thomas Stead war ein so vielfältig denkender Mensch, daß es einzelnen Menschen schwerfiel und schwerfällt, seine innovativen Gedanken als Ganzes zu erfassen. Was war sein Ziel, als er 1901 in einem Buch die Amerikanisierung der Welt vorschlug? Es widerspricht doch dem Ansatz, ein geeintes Europa mit einer neutralen Sprache zu wünschen. Kann man diese beiden Weltsichten überhaupt in einem Menschen vorfinden? Alle Fragen können in diesem Abschnitt wohl nicht beantwortet werden. Ein tieferes Eindringen ist dafür noch nötig. Damit eine gewisse Linearität in den "Review of Reviews" bleibt, sind hier einige Reaktionen auf sein Buch aus den Monaten Februar bis Mai 1902 zusammengefaßt.
THE AMERICANISATION OF THE WORLD. (DIE AMERIKANISIERUNG DER WELT)
Februar: WAS DIE BRITISCHE PRESSE ÜBER DIE PROPHEZEIUNG DENKT. Staed machte also scheinbar eine "Vorhersage über die bevorstehende Wiedervereinigung der englischsprachigen Welt". Ein amerikanischer Botschafter wurde dadurch in Erstaunen versetzt. "Es scheint unmöglich, dass ein solches Werk von einem Engländer, aber nicht von einem Amerikaner geschrieben worden sein könnte." schrieb ein Anwalt aus Philadelphia. Für den "Morning Leader" letztlich "unheilvoll langweilig". "Unter dem Titel "Mr. Stead's Dream" erklärt der Star (Stern) im Gegensatz zum Leader, dass das Buch "ein sehr interessanter und lehrreicher Donnerschlag ist, .... Aber der Star protestiert, dass die Bildung der Vereinigten Staaten der Welt sehr schlecht für die Welt wäre." "Das Echo veröffentlichte ein langes Interview mit mir zu diesem Thema, in dem der Herausgeber (Mr. Percy Alden) deutlich machte, dass ich glaube, dass Amerika endlich der vorherrschende Partner in der englischsprachigen Welt werden muss, ...." "Die Investors Review sagt: Die Aussicht, Uncle Sam dabei helfen zu dürfen, die Welt zu beherrschen, hat für uns keine Anziehungskraft, und die Alternative von Herrn Stead, der "Abstieg" auf die Position Hollands oder Belgiens, ist für uns kein Grauen." Pfarrer Hugh Price Hughes: "Worte können kaum die Vorteile für uns und die Menschheit ausdrücken, die einer so gesegneten Vollendung wie der Wiedervereinigung der englischsprachigen Welt folgen würden. .... Wir sind füreinander notwendig, wenn das höchste Ideal der anglo-keltischen Welt verwirklicht werden soll." Die Licensed Victuallers: "Nachdem man sie (die Broschüre) gelesen hat, kann man sich des Unbehagens nicht erwehren, dass es, wenn Großbritannien sich nicht aufrafft, in Kürze das Niveau einer amerikanischen Kolonie erreichen wird." The Ironmonger sagt: "Der Grossteil von Mr. Steads fröhlichem Jahrbuch ist dem Beweis gewidmet, dass die Welt vor unserer Nase amerikanisiert wird. .... Die Welt ist heute keineswegs so amerikanisiert, wie sie einst französisiert wurde. Wo steht Frankreich?" "Irland, so das Freeman's Journal, wäre sicherlich lieber ein Freistaat in der Amerikanischen Union als eine Vasallenprovinz im Britischen Empire. Aber wenn die Vereinigten Staaten ihren eigenen Kontinent nicht amerikanisieren können, wie können sie dann die Welt amerikanisieren?" Liverpool Daily Post: "Herr Stead sucht die Rettung für Amerika. Er ist ein Mann mit starker Vorstellungskraft und großen Ideen, aber leider zerstören seine Ideen und seine Vorstellungskraft seinen Mut und jeden Sinn für Perspektive." Northern Echo: "Wir hoffen, dass die Welt nicht amerikanisiert wird. Wir hoffen, dass sie nicht anglisiert wird. Wir hoffen sehr wohl, dass sie zivilisiert, humanisiert und christianisiert wird." Ein sehr hochrangiger russischer General schrieb aus St. Petersburg: "Vielleicht haben Sie Recht, wenn Sie die Amerikanisierung der Welt voraussehen, aber ich denke, die alten Kontinente müssen vorher eine ganze Demokratisierung durchlaufen. Wir gehen mit voller Geschwindigkeit auf dieses Ziel zu."
März: ERSTE EINDRÜCKE AMERIKANISCHER JOURNALISTEN. New York: "Mit amerikanischen Redakteuren und Geschäftsmanagern, die ihre Zeitungen führen, dürfte es nicht sehr viele Jahre dauern, bis die aggressiven Westler die britische Öffentlichkeit so weit aufhetzen, daß sie die Annexion der Insel an die Vereinigten Staaten fordern wird." Rochester Union: "Die Zukunft, die bisher nur wenige außer den Amerikanern sehen konnten, ist jetzt so nahe an der Gegenwart, daß nur der Blinde sie verfehlen kann. Aber für die Europäer hat ihre Annäherung den Effekt einer plötzlichen und unheilvollen Erscheinung." Littletown Independent: "In der Tat kommt die Zeit, in der England eines Tages eine amerikanische Insel sein wird. Die Prophezeiung erregt Aufsehen, aber es ist nur das, was Ben Franklin den Engländern vor über hundertfünfundzwanzig Jahren sagte." Chicago Tribune: "Natürlich ist es keine Neuigkeit für die Amerikaner, dieser gewaltige Prozess der "Amerikanisierung der Welt"; nur hier wird eine frische und eindrucksvollere Darstellung der Fakten in diesem Fall gegeben als je zuvor." Minneapolis Journal: "Wenn die Vereinigung der Englischsprachigen freiwillig kommen soll, solange England noch eine Grossmacht ist, muss sie auf englische Initiative hin kommen." Kansas-Stern: "Ein Jahrhundert ist eher eine kurze Zeit, in der das Nationalgefühl in dem Maße nachlassen kann, wie es für die Vollendung eines solchen Plans erforderlich ist. Die englischen Kolonien sind der Krone trotz ihrer demokratischen Institutionen zutiefst ergeben." Sioux Falls Argus: "Möglicherweise ist Mr. Stead ein kluger Prophet. Möglicherweise wird Tennysons "Föderation der Welt" unter dem amerikanischen Sternenbanner regieren. Aber niemand muss eine so heftige Erschütterung der nationalen Beziehungen für ein oder zwei Generationen befürchten." San Francisco Examiner: "Das Buch von Herrn Stead wird die Menschen auf beiden Seiten des Atlantiks zum Nachdenken anregen, und wenn wir jemals einen wiedervereinigten Staat der englischsprachigen Welt haben werden, wird der Autor dieses aufrüttelnden Werkes sicherlich eine Nische in seiner Hall of Fame unter seinen Vätern finden."
April: DIE ALTE WELT. "Die Hamburger Nachrichten ist wütend. Sie beginnt damit, dass sie Herrn Stead als einen Propheten gröbsten Kalibers und einen Zukunftsträumer bezeichnet, .... Ein weiterer Schwachpunkt des Pamphlets ist, daß dem Rest der Welt, der kein Englisch spricht, viel zu wenig Bedeutung beigemessen wird und seine Widerstandskraft stark unterschätzt wird, ...." "Der Londoner Korrespondent von Vorwärts beglückwünscht den Autoren zu seinem umfassenden Verständnis des Themas der wachsenden Macht Amerikas und insbesondere zu seiner Behandlung der Haltung Deutschlands gegenüber den Vereinigten Staaten, merkt aber an, dass der Gedanke an eine Wiedervereinigung bis jetzt "Zukunftsmusik" sei, und wenn es tatsächlich zu solchen Verhandlungen zwischen England und den Staaten gekommen sei, dann müssten Deutschland und Irland etwas zu sagen haben, und zwar eine ganze Menge." Londoner Korrespondent der Mannheimer Landes-Zeitung: "Der Präsident der angelsächsischen Vereinigten Staaten von Herrn Stead würde eines Tages" handeln "um jene Mission der Anglisierung der Welt zu erfüllen, die nach der Meinung jedes Angelsachsen von der Vorsehung speziell für seine Rasse vorgesehen ist." Les Quatre Langues (20.02.), unter dem Titel "Die Welt für die Amerikaner", Mons. A. Vincent fragt: "Was wird aus den Nationalitäten werden, die am Ende des neunzehnten Jahrhunderts so schmerzlich zu ihrer Bildung gekommen sind, und insbesondere, was wird aus Frankreich werden? .... Sie gehören nicht zu denen, die mit leichtem Herzen das Verschwinden sehen würden - mit seinen Traditionen, seiner Sprache, seinem grosszügigen Ideal, der Nation, die von allen anderen zur Befreiung der amerikanischen Nation beigetragen hat - diese zukünftigen Herren der Welt."
Mai: EINIGE FRANZÖSISCHE KRITIKEN. | M. FINOT'S EINWÄNDE: "Die Amerikanisierung der Welt, so M. Finot, ist zweifellos das eloquenteste und vollständigste Plädoyer, das je zu diesem Thema erschienen ist. Sein Autor ist nicht nur einer der fähigsten und am meisten bewunderten Publizisten in der zivilisierten Welt, sondern er ist auch eine der mutigsten und edelsten Persönlichkeiten, die das England unserer Tage besitzt. .... Die stark zurückgegangene Geburtenrate Großbritanniens wird es ihr nicht erlauben, überschüssige Bevölkerung in die Vereinigten Staaten zu schicken, und während slawische, deutsche, italienische und skandinavische Einwanderer die Neue Welt erobern, werden die Engländer dort allmählich eine Art kleine Insel bilden, die mehr und mehr von den immer größer werdenden Wellen der Invasion feindseliger oder gleichgültiger Völker überfallen wird. .... Es bleibt eine gemeinsame Sprache. Sie ist gleichzeitig zu viel und zu wenig." Europén (Paris): "In Wahrheit ist es schwierig, sich ein Werk vorzustellen, das subjektiver und von der Persönlichkeit seines Autors stärker durchdrungen ist als dieses letzte Werk von Herrn Stead. Wie der Dichter, der überall Reime hört und die Natur nur als göttliches Gedicht begreifen kann, findet Mr. Stead überall auf unserem Globus nichts als Amerikanismen, denn er hat damit begonnen, selbst (im Geiste) ein eingebürgerter Amerikaner zu sein."
Recherchen sind noch nötig. Sprachfragen sind Machtfragen. Welche Haltung hatte Stead nun tatsächlich zu einer Englisch-Amerikanischen Weltvorherrschaft? Wie nah steht er Winston Churchill, der ein geeintes Europa unter Ausschluß Großbritanniens wollte oder zu Boris Johnson, dem ein uneiniges zersplittertes Europa noch mehr entgegen kommt?

LEARNING LANGUAGES BY LETTER-WRITING. (SPRACHEN LERNEN DURCH BRIEFE SCHREIBEN.)
Weitere Stimmen zur Stimmung der Zeit: DER PHONOGRAPH ALS LEHRER. "Angenommen, ein Student befindet sich an einem einsamen Ort, wo es keine Chance auf einen Sprachlehrer gibt - und ich habe Briefe von vielen solchen erhalten - ist es durchaus möglich, die Aussprache mit Hilfe des Phonographen zu studieren. .... Ihre Phonographen haben spezielle Anhänge, obwohl jeder die Arbeit erledigen kann; aber Herr Rees hat der Sache seit Jahren Zeit und Gedanken gewidmet, und seine Bücher und Aufzeichnungen passen." ".... die Entdeckung einer Idee vermitteln, die letztendlich zur Beendigung aller Kriege und zu einer einzigen Sprache in der ganzen Welt geführt hat ...." Dr. Antonio R. Jurado, ehemaliger Bildungskommissar in Manila: "Die Amerikaner werden die Eingeborenen von ihren Posten vertreiben .... All dies wird getan, um die englische Sprache einzuführen. Dr. Jurado protestiert dagegen und argumentiert, dass der beste Dienst, den die Amerikaner für die Bildung auf den Inseln leisten könnten, darin bestünde, industrielle und technische Schulen zu eröffnen und die Grundschulbildung in Ruhe zu lassen." Im Mai 1902 erschien ein neues Wort bei "The Review of Reviews"! Stead wurde auf Esperanto aufmerksam (gemacht) und setzte sich ab diesem Moment damit auseinander.
UNIFICATION. OF SPEECH. (VEREINHEITLICHUNG. DES SPRECHENS.)
Dampf und Elektrizität veränderten die Welt. "Wer, außer unter Botschaftern und dergleichen, hatte damals das Bedürfnis nach einer gemeinsamen Sprache? Für den einfachen Bürger von Oakham zum Beispiel hätte sich die Idee einer einwöchigen Reise nach Paris, Antwerpen oder Hamburg nicht einmal vorstellen können .... Es ist nicht verwunderlich, dass der Perspektivenwechsel Diskussionen über die Notwendigkeit einer universellen Sprache ausgelöst hat, und dass die Hauptrede lautet: Was ist das machbare Schema? Sollen wir eine künstliche Zunge haben, wie Esperanto oder die langue bleue von M. Bolak, oder soll eine natürliche Sprache gewählt werden? .... Jede Zeitung greift das Thema nacheinander auf. Eine künstliche Sprache ist so leicht zu erlernen! In drei Wochen kann man sich ihrer bedienen! ...." doch "zieht ein Mensch instinktiv eine Sprache vor, die das Herz eines Volkes verkörpert. Aber eine vorherrschende Sprache könnte einen Machtzuwachs bedeuten, und welches Land wird den Machtzuwachs bei einem Rivalen fördern?" Dann gibt es noch Versuche eine Nationalsprache oder modifiziertes Latein zu nutzen. Ein Cecil Rhodes und ein M. Chapellier handelten in diesem Sinn: "Internationale Studenten in Oxford würden wie früher Rom beeinflussen, indem sie Studenten aus allen Teilen der Welt zusammenbringen und sie wieder aussenden .... Es stimmt, dass die einzigen fremdsprachigen Studenten, die er einlädt, Deutsche sind; aber wir dürfen nicht vergessen, dass seine Absicht nur darin bestand, denjenigen den Weg zu weisen, die, da sie einen Überschuss an Gütern dieser Welt besitzen, diesen Überschuss nach seiner Art investieren möchten. Die Einladung nach Deutschland ist nur ein Anfang und wurde bestimmt durch die Entscheidung des Kaisers, Englisch zum Pflichtfach zu machen." Die Karriere scheint zu allen Zeiten eine große Rolle zu spielen. Auch die geopolitischen Fragen blieben im neuen Halbjahr präsent: ".... und das französisch-italienische Abkommen über den Mittelmeerraum, tendieren zur Wiederherstellung des Europäischen Konzerts, ohne Großbritannien. Die englischsprachige Welt ist, wenn sie sich vereinigen würde, stark genug, um allein zu bestehen. "
LEARNING LANGUAGES BY LETTER-WRITING. (SPRACHEN LERNEN DURCH BRIEFE SCHREIBEN.)
"ES ist merkwürdig, wenn wir ab und zu aufgescheucht werden, um dann festzustellen, wie langsam wir einfachen Leute die vielen Absurditäten bemerken, die auf unserem täglichen Weg liegen. Zum Beispiel höre ich immer wieder, dass für den Sprachunterricht das phonetische System einer der Königswege zum raschen Erwerb einer neuen Sprache ist. Ich habe zugehört und erkannt, dass jene, die sprachen, Vernunft hatten, ich habe in phonetische Bücher geschaut, und da ich, wie die meisten von uns, voll beschäftigt bin, habe ich mich damit begnügt zu sagen: "Das ist zweifellos gut, aber ich verstehe es nicht und habe keine Zeit, Phonetik zu studieren". Plötzlich, àpropos etwas ganz anderes, bemerke ich aus irgendeinem Grund den Klang des Buchstabens "g"; und blitzschnell sehe ich, wie seltsam es ist, einem Kind beizubringen, der Buchstabe sei "ge" auszusprechen und "globe" buchstabiert "globe"*. Von jetzt an ist die Phonetik für mich von großem Interesse."
ESPERANTO.
"Die Phonetik war in meinen Gedanken präsent, als ich eine Abhandlung über Esperanto aufgriff. Darauf drängten mich zwei Freunde, die sich in letzter Zeit für die Studie begeistern, Männer, die wirklich Studenten und keine Schaumschläger auf der Oberfläche sind, und auch hier musste ich richtig ansetzen. Ihre Argumente waren folgende: "Es wird zugestanden, dass eine internationale Hilfssprache wünschenswert ist. Sie sagen, dass eine lebende Sprache, sei es Englisch, Französisch oder Deutsch, gewählt werden sollte, oder vielleicht zwei alternative Sprachen. Aber Ihr Plan ist ein klarer Nachteil für jene Nationalitäten, die, da sie in Größe und Bevölkerung kleiner sind, nicht durch die Notwendigkeit, drei statt zwei Sprachen zu lernen, behindert werden sollten. Nehmen wir zum Beispiel an, dass Englisch und Französisch die Auserwählten sind; warum sollte ein Engländer nur Französisch studieren müssen, während ein Schwede Englisch und Französisch lernen müsste? Ich brauche dem Argument nicht weiter nachzugehen, welches mir die Gerechtigkeit der Behauptung meiner Freunde zeigte, dass die Hilfssprache um der anderen willen doch eine künstliche Sprache sein sollte.
Esperanto wurde vorgeschlagen, weil es so schnell erlernt werden kann und nur den zehnten Teil der Zeit benötigt, die die meisten Sprachen benötigen. Mein Freund sagte, dass er in vier Tagen genügend Esperanto gelernt habe, um eine kleine Abhandlung lesen zu können. Das sind die Grundzüge der Abhandlung. Ein Wort ist ein Symbol** für eine Sache. Für die meisten "Dinge" haben mindestens drei europäische Zungen ein etwas ähnliches Symbol - wie zum Beispiel Kammer, Fisch, Nase. Der polnische Erfinder des Esperanto, Dr. Zamenhof, hat daher solche Wörter gewählt, und er hat durchgehend nach diesem Prinzip gehandelt - nämlich, dass die Wörter, die am ähnlichsten waren, Teil seines Wortschatzes sein sollten. Da die Einfachheit von wesentlicher Bedeutung ist, enden alle Substantive auf o - cambro, fisho, naso - alle Adjektive auf a, Adverbien auf e, usw., usw., und Männer und Frauen werden stets durch das Einfügen von in vor dem o des Substantivs unterschieden. Der Vater ist patro, die Mutter ist patrino; filo ist der Sohn, filino die Tochter. Adjektive werden, wie viele von uns, mit einem charakteristischen Wort verglichen, das auf unser "mehr", "am meisten" antwortet.*** Kurz gesagt, ich habe so viel Bewundernswertes gefunden, dass ich allen, die Französisch können, empfehle, sich sofort an die Herren Hachette aus der King William Street, Charing Cross, zu wenden, um ein Exemplar des kleinen Buches "L'Esperanto en dix lecons", Preis 1s zu erhalten. Aber zu diesem Zeitpunkt kam das erste Hindernis, denn ich konnte kein englisches Esperanto-Wörterbuch finden - obwohl mir seither gesagt wurde, dass der Touring Club of France, 10, Place de la Bourse, Paris, ein kleines Wörterbuch zum Preis von sieben Pence hat, portofrei. Mein alter Protest drängte sich in meinen Kopf: "Eine echte internationale Sprache kann nicht das Produkt eines einzigen Geistes sein; wenn alle akzeptieren sollen, müssen alle zu ihrer Bildung konsultiert werden"."
AN APPEAL TO ENGLISH STUDENTS. (EIN APPELL AN ENGLISCHE STUDENTEN.)
"Gerade an diesem kritischen Punkt kam mir eine kleine Broschüre von M. le Dr. Coutourat, einem Professor der Universität Toulouse, in die Hände. Seine Gründe für die Notwendigkeit einer Hilfssprache sind bewundernswert dargelegt; er plädiert ernsthaft dafür, dass in allen Ländern alle Studenten diese Angelegenheit in Betracht ziehen werden. Diese Broschüre kann auch bei Hachette bezogen werden, sie trägt den Titel "Pour la Langue Internationale" und kostet 1-1/2d. Er berichtet von der Bildung einer Delegation als Ergebnis eines Kongresses im Jahre 1900 von etwa neun Gesellschaften, von denen eine der Touring Club of France war. Diese Delegation soll ein repräsentatives Komitee wählen, dessen Ziel es sein soll, alle Teilnehmer einer Hilfssprache in einer Meinungsäußerung zu vereinen und durch ein internationales Abkommen und eine Art Schiedsverfahren zu einer definitiven und allgemein akzeptierten Lösung zu gelangen. In dieser Zwischenzeit ist die Adresse von M. Coutourat 7, Rue Nicole, Paris, V. Abschließend möchte ich hinzufügen, dass mein großer Einwand gegen jede internationale Sprache die Schwierigkeit einer einheitlichen Aussprache war. Diese Schwierigkeit besteht nicht mehr. Der Phonograph hat sie gelöst - denn das Komitee, das befugt ist, über die Sprache zu entscheiden, kann mit Hilfe von Phonographenwalzen auch eine autoritative Aussprache zu Protokoll geben. Man mag darauf bestehen, dass die Idee eines Komitees, das über eine Sprache entscheiden soll, utopisch ist; ich verweise auf Seite 26 der Broschüre von M. Coutourat auf solche Einwände."
* "globe" buchstabiert "globe" Wer kann bei Interpretation helfen?
** Mit Symbol ist wahrscheinlich eine verwandte Benennung gemeint.
*** Dabei handelt es sich wahrscheinlich um Steigerungen wie pli und plej.
In der Frühzeit wurde gelegentlich von einer Kunstsprache gesprochen. Esperanto hat sich längst zu einer natürlichen Sprache entwickelt.
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WANTED: AN INTERNATIONAL LANGUAGE ! A PLEA FOR THE STUDY OF ESPERANTO.
(GESUCHT: EINE INTERNATIONALE SPRACHE! EIN PLÄDOYER FÜR DAS STUDIUM VON ESPERANTO.)
(Topics of THE Month. Themen des Monats. III.) Oktoberausgabe
(creativecommons.org/publicdomain)
"Neulich wurde in Den Haag vor dem Internationalen Hohen Schiedsgerichtshof der erste internationale Streitfall, welcher im Rahmen der Haager Konvention verhandelt wurde, zur Verhandlung gebracht. Es handelte sich um eine Frage, die das der römisch-katholischen Kirche, deren Amtssprache Latein ist, überlassene Eigentum betraf. Die Verteilung dieses Eigentums war zwischen der Regierung von Washington, die Englisch spricht, und der Regierung von Mexiko, die Spanisch spricht, umstritten. Der Fall wird vor einem Gericht mit fünf Richtern verhandelt, von denen einer (der Präsident) Dänisch spricht, während zwei der anderen Richter Niederländisch, einer Englisch und der andere Russisch spricht.
Jede Seite erhält zudem einen Rechtsbeistand in der Person eines Belgiers, der Französisch spricht. Es ist ein Miniaturturm zu Babel. In diesem einen Streitfall über die Frage der Verteilung des Eigentums, welches nicht mehr als £150.000 beträgt, gibt es Richter, Rechtsbeistand oder Prozessparteien, deren Muttersprachen Englisch, Spanisch, Französisch, Niederländisch, Russisch und Dänisch sind, ohne das Latein zu berücksichtigen, welches als Muttersprache der Kirche angesehen werden kann, welcher das Eigentum gehört. Es ist eine Lehrstunde in der Notwendigkeit einer Lingua franca, eine von vielen, die wahrscheinlich zunehmen und sich vervielfachen werden, wenn der Gerichtshof in Den Haag immer mehr zur Beilegung von Streitigkeiten zwischen Nationen eingesetzt wird.
Die rasche Zunahme des internationalen Verkehrs macht die Schaffung einer internationalen Sprache immer unentbehrlicher. Wenn Menschen darüber sprechen, vergessen sie dabei, dass Europa über viele Jahrhunderte hinweg zumindest eine gemeinsame Sprache in Form des Lateinischen, der lingua franca des Christentums, hatte.
In jüngerer Zeit war Französisch praktisch die Universalsprache der Diplomatie. Erst in jüngster Zeit haben wir den Nutzen eines internationalen Mediums für den Gedankenaustausch verloren, und, was die Sache noch schlimmer macht, dieser Verlust ist gleichzeitig mit einer immensen Zunahme des Gefühls für seine Notwendigkeit eingetreten. Wir reisen mehr denn je. Die Vereinigten Staaten von Europa kommen schnell in Form; die internationalen Büros und Gesellschaften vervielfachen sich jedes Jahr; die Menschheit wird immer mehr zu einer Familie, und doch hat der menschliche Verstand noch keine Sprache entwickelt, deren Worte gemeinsame Gegenstücke des Austauschs zwischen allen zivilisierten Menschen sein werden.
Es stimmt, dass das Bedürfnis nach einer solchen Sprache in England weniger ausgeprägt ist als in den meisten Ländern. Erstens sind wir durch das bittere Salz, das das Meer von Menschen trennt, die unsere Muttersprache nicht verstehen, völlig abgeschnitten; und zweitens haben wir die Welt weit und breit kolonialisiert, und unsere Schiffe decken jedes Meer ab, so dass Englisch auf dem größten Teil der Erdoberfläche eine sehr nützliche internationale Sprache ist.
Doch wer sich vorstellt, wie es einige zu tun scheinen, dass, weil die englische Sprache weit verbreitet ist und in den Vereinigten Staaten von Amerika und im gesamten Britischen Empire verstanden wird, es daher keiner weiteren gemeinsamen Sprache bedarf, der irrt sich gewaltig. Sogar für die Engländer, wenn sie ins Ausland reisen, ist das Bedürfnis nach einem einfachen Medium für den sprachlichen Austausch sehr groß, während für andere Nationen, insbesondere für die kleineren Nationen, wie die skandinavischen, niederländischen und ungarischen, &c., die Übernahme einer internationalen Sprache fast unerlässlich ist, wenn sie sich vom Commonwealth der Welt befreien wollen. Niemand schlägt vor, eine universelle Sprache zu schaffen. Jede Nation wird ihre eigene Sprache und ihre eigene Literatur behalten, aber es sollte ein allgemein anerkanntes Ausdrucksmittel geben, auf dessen Annahme sich die Menschen in allen Nationen einigen könnten. Natürlich besteht die Schwierigkeit darin, sie zur Zustimmung zu bewegen, und das liegt an der Hauptschwierigkeit, sie überhaupt zum Nachdenken über das Thema zu bewegen.
Dennoch gibt es Grund zu der Annahme, dass das Thema allmählich Aufmerksamkeit erregt. Radfahrer-Tourenclubs und die Einführung des Automobils stimulieren in hohem Maße die Nachfrage nach einer internationalen Sprache, und im übernächsten Jahr findet in London eine wichtige Konferenz statt, auf der nach ausführlicher Diskussion entschieden werden soll, welche Sprache als universelles internationales Kommunikationsmedium angenommen werden soll.
Worüber diese Konferenz entscheiden wird, ist derzeit natürlich fraglich. Sir Frederick Bramwell verlas im vergangenen Monat vor der British Association ein Papier, in dem er nachdrücklich die Annahme des Italienischen als Weltsprache empfiehlt. Viele behaupten, dass es nichts Vergleichbares zum Englischen gibt, aber der mit den Voruntersuchungen beauftragte Ausschuss hat zweifellos Recht, wenn er erklärt, dass eine der unabdingbaren Voraussetzungen für jede Hilfssprache darin besteht, dass es sich nicht um eine der Landessprachen handeln darf. Englisch oder Italienisch oder irgendeine andere Sprache als internationale Verkehrssprache anzunehmen, würde bedeuten, dem Land, dessen Sprache eine so einzigartige Vorrangstellung einnimmt, eine so einzigartige Vorrangstellung zu geben, dass es völlig ausreichen würde, die Ablehnung der Sprache durch andere Nationen zu veranlassen. Außerdem sollten diejenigen, die für die Annahme des Englischen als internationale Sprache plädierten, daran denken, dass wir selbst hoffnungslos den Weg für jeden Fortschritt in dieser Richtung versperren, indem wir auf unserem gegenwärtigen absurden System der Rechtschreibung bestehen. Wenn die englische Sprache so buchstabiert würde, wie sie ausgesprochen wird, in Übereinstimmung mit dem allgemeinen phonetischen Prinzip, das von anderen Nationen übernommen wurde, dann würden wir der Verbreitung unserer Sprache auf dem Kontinent einen immensen Impuls geben; aber gegenwärtig scheint es, dass wir nicht bereit sind, den Preis dafür zu zahlen. Wir ziehen das Aussehen unserer Sprache mit all ihren Nachteilen dem barbarischen Schock vor, den unsere Augen empfinden würden, wenn wir Shakespeare oder die Bibel im englischen Wortlaut so lesen würden, wie er ausgesprochen wird.
Würden wir unsere Rechtschreibung radikal reformieren, könnten wir die Möglichkeit eines kühnen Versuchs diskutieren, unseren Nachbarn unsere Sprache als bestes Kommunikationsmittel unterzujubeln, aber solange die Rechtschreibreform noch nicht abgeschlossen ist, gilt: Je weniger wir über das Englische als Universalsprache sagen, desto besser. Was als gemeinsamer Nenner aller Sprachen angestrebt wird, ist erstens eine Sprache, die derzeit nicht die einer bestimmten Nationalität ist, und zweitens eine Sprache, die sehr einfach und leicht zu erlernen ist, auf phonetischen Prinzipien beruht und in ihrer Grammatik möglichst wenig kompliziert ist.
Es ist etwa acht Jahre her, dass Graf Tolstoi seiner Überzeugung Ausdruck verlieh, dass die Annahme einer inoffiziellen einfachen internationalen Sprache die vernünftigste, seriöseste und praktikabelste aller Methoden zur Behandlung dieser Frage sei. Es gibt nicht mehr christliche Wissenschaft, sagt der große Russe, als das Studium der Sprachen; und die Verbreitung eines gemeinsamen internationalen Denkmediums ist mit Sicherheit eine christliche Arbeit, die das Kommen des Reiches Gottes beschleunigt, das das Ziel, ja das einzige Ziel des menschlichen Lebens ist.
Wenn dies gewährt wird, stellt sich sofort die Frage, was die internationale Sprache sein soll. Das ist die Frage, die 1904 entschieden werden muss, aber in der Zwischenzeit kann das Thema nicht allzu breit diskutiert werden, und ich bin froh zu wissen, dass die Frage im Morning Leader, in der Daily News, in der Daily Mail, im Speaker und in anderen Zeitungen von vielen Korrespondenten große Aufmerksamkeit erregt hat. Als Nettoergebnis aller Mitteilungen gibt es keinen Zweifel daran, dass die als Esperanto bekannte artifizielle Sprache nun das Feld beherrscht. Ihre einzig mögliche Rivalin ist das modernisierte Latein. Herr Henderson, ein geschäftstüchtiger Verleger in London, der dem Thema viel Aufmerksamkeit geschenkt hat, ging sogar so weit, eine Ausgabe eines Comic-Papiers zu veröffentlichen, in dem alle modernen englischen Scherze in umgangssprachliches Latein übertragen wurden, aber die Nachteile des Lateinischen sind groß. Im ersten Fall müssten so viele neue Begriffe eingeführt werden, um den Erfordernissen des modernen Lebens gerecht zu werden, dass mindestens 30 Prozent der Begriffe für die alten Römer oder mittelalterlichen Kirchenmänner unverständlich wären; und im zweiten Fall ist Latein schwierig und komplex. Volapük, der erste Ansatz in einer künstlichen Sprache, war schwierig und ist durch allgemeines Einvernehmen außer Gebrauch geraten. Andere künstliche Systeme haben wenig Unterstützung gefunden, aber Esperanto gewinnt ständig an Popularität und Beliebtheit. Gegenwärtig soll es 80.000 über den Kontinent verstreute Personen geben, die in Esperanto schreiben können, und die Zahl kann auf unbestimmte Zeit noch steigen. Graf Tolstoi erklärt, er habe in zwei Stunden Esperanto ausreichend beherrschen können, um die Sprache fließend zu lesen, und obwohl ein durchschnittlicher Mensch zwölf Stunden brauchen würde, wo Graf Tolstoi zwei Stunden brauchte, ist es eine Wohltat, sich ein Kommunikationsmittel anzueignen, das es ermöglicht, mit Männern aller Nationalitäten zu korrespondieren und zu reisen, eine Wohltat, die auf keine andere Weise erreicht werden kann. Wie einige schwedische Studenten bemerkten, fanden sie sich, nachdem sie mit Hilfe von "Esperanto" durch Russland gereist waren, in der Lage, mit ihren russischen Gastgebern ohne die geringste Peinlichkeit auf beiden Seiten zu kommunizieren. "Wir fühlten uns", sagen sie, "wie zwei Brüder, die von Geburt an durch unüberwindbare Mauern getrennt waren und die sie im Nu verschwinden sahen".
Die Vorteile, die sich aus der Übernahme eines solchen Systems als Teil der universellen geistigen Ausrüstung gebildeter Männer ergeben würden, sind einfach nicht kalkulierbar. Sie sind so groß, dass ich zu hoffen wage, dass wir am Beginn eines kräftigen Wachstums des Esperantismus in Großbritannien stehen.
Die Esperantisten in allen Ländern bilden eine Art Band von Brüdern, die durch den Besitz einer gemeinsamen Sprache vereint sind, die ihnen einen Schlüssel zu den Gedanken, Informationen und Erfahrungen der Esperantisten in allen anderen Ländern gibt. Die Mitglieder der Radfahrer-Tourenvereine finden sie bei Reisen durch das Land von unschätzbarem Wert. Herr Rhodes aus Keighley, der ein begeisterter Esperantist ist, sagt, dass er seit der Annahme dieses Esperanto zweihundert Postkarten und Briefe in Esperanto aus allen Teilen der zivilisierten Welt von Korrespondenten erhalten hat, deren Muttersprache für ihn wie eine Schikane wäre. Er hat es im Geschäftsleben und im Studium als äußerst nützlich empfunden; und seine Erfahrung würde wahrscheinlich von jedem anderen wiederholt werden, der sich entschloss, sich diesem Thema zu widmen.
Damit das Studium von Esperanto erleichtert wird, würde ich mich freuen, von jedem meiner Leser zu hören, der sehen möchte, was man tun kann, um dieses internationale Kommunikationsmedium anzunehmen.
Zum Schluss möchte ich nur noch sagen, um sie zu ermutigen, dass in Esperanto jedes Wort genau so gelesen wird, wie es geschrieben ist. Es gibt keine stummen Buchstaben; die Vokallaute sind diejenigen, die jeder Sprache mit Ausnahme des Englischen gemeinsam sind, d.h. a, e, i, o, u werden so ausgesprochen, wie sie in Vater, Bär, Marine, Note und Nahrung ausgesprochen werden. Der Akzent fällt immer auf die vorletzte Silbe. Die Grammatik ist sehr einfach, und die Wörter sind alle nach wissenschaftlichen Prinzipien gebildet, leicht zu erfassen und anzuwenden."
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AN AUXILIARY LANGUAGE. (EINE HILFSSPRACHE.) "Aus der Ferne betrachtet mag ein internationales Hilfskommunikationsmittel unnötig oder absurd, ja sogar gefährlich erscheinen. Aber wenn man es genau betrachtet und genau untersucht, wird es, wie Esperanto, zu einer faszinierenden Beschäftigung, die in keiner Weise das Studium irgendeiner Landessprache behindert, sondern das Interesse an ihr stark steigert. Er eröffnet Aussichten, die nur vom nationalen Standpunkt aus richtig erforscht werden können."
THE FORTHCOMING CONFERENCE. (DIE BEVORSTEHENDE KONFERENZ.) "Die Ausgaben des Morgenländers für die zweite Septemberwoche enthielten viele Briefe von Interesse zu diesem Thema. Die Erklärung hat folgende Präambel:-
Eine internationale Hilfssprache ist nicht dazu bestimmt, im individuellen Leben eines jeden Volkes das nationale Idiom zu ersetzen, sondern sie soll als Medium für das Sprechen und Schreiben zwischen Personen dienen, deren Muttersprache eine andere ist. Sie sollte daher folgende Bedingungen erfüllen: -
1. Sie muss den Gepflogenheiten des gesellschaftlichen Lebens, dem kommerziellen Austausch sowie wissenschaftlichen und philosophischen Berichten angepasst sein.
2. Sie muß für den normalen Menschen leicht zu erwerben sein.
3. Es darf keine Nationalsprache sein.
Die Delegation schlägt vor, alle Verfechter einer solchen internationalen Sprache zu vereinen und so zu einer maßgeblichen und allgemein akzeptierten Lösung dieser Frage zu gelangen."
"M. Coutourat schreibt:- Man kann gut verstehen, dass viele Englisch als internationale Sprache bevorzugen würden, während viele andere Französisch bevorzugen würden; aber auf der einen Seite nationale Eifersüchteleien lassend, haben die Engländer keine Ahnung von den Schwierigkeiten, die ihre Sprache für Ausländer mit sich bringt. Es stimmt, die Grammatik ist einfach - sogar zu einfach, denn sie erlaubt Äquivogues - aber die große Schwierigkeit ist die Aussprache."
MOWBRAY HOUSE "AT HOMES" (MOWBRAY HAUS "ZU HAUSE") Herr und Frau Stead werden "zu Hause" sein für alle Freunde, Abonnenten, Helfer und Korrespondenten der "Review of Reviews", die jeden Freitag im Büro, Mowbray House, Norfolk Street, London, W.C., anrufen können. Das erste dieses "At Homes" fand am Freitag, dem 17. Oktober, statt. Unter den Anwesenden waren Besucher aus Russland, Frankreich, den Vereinigten Staaten, Australien und Südafrika. Diese Zusammenkünfte waren bisher sehr angenehm, informell, gesellig und kosmopolitisch. Neben den Lesern der Zeitschrift freuen wir uns, alle Fremden in London willkommen zu heißen, die sich entweder für das Erlernen von Sprachen durch Korrespondenz, für das Studium von Esperanto oder für die Internationale Union interessieren. 
MR. CARNEGIE AND THE FUTURE OF THE WORLD. (MR. CARNEGIE UND DIE ZUKUNFT DER WELT.)
Carnegies Idee - Der deutsche Kaiser als Begründer Europas?
Der US-Amerikanische Großindustrielle Andrew Carnegie war zu seiner Zeit eine geachtete Persönlichkeit. Zum Beispiel wurde die bekannte Carnegie Hall durch ihn finanziert. Die gesellschaftlichen Fragen waren für Ihn von Interesse. In einer illustrierte Beilage von "Review of Reviews" (Nr.17) vom 15. November 1902 wurde "MR. CARNEGIE UND DIE ZUKUNFT DER WELT." thematisiert. Dort sprach er über die "wirtschaftlichen Veränderungen, die in die relative Stellung und Macht der Nationen gekommen sind und kommen." Die materielle Vorherrschaft wurde "Großbritannien aus der Hand gerissen", aber "bleibt in der Familie". "Er besteht zunächst auf der entscheidenden Tatsache, dass die mächtigste Waffe zur Eroberung ausländischer Märkte ein profitabler Heimatmarkt ist." Der Binnenhandel sei viel stärker als der Außenhandel. Aus Carnegies Sicht sind amerikanische Arbeiter effizienter als die britischen. "Er befürchtet, dass dem britischen Volk Jahre schmerzhafter Lektionen bevorstehen, aber die Lektionen werden heilsam sein. .... Die Vereinigten Staaten sind bereits jetzt jeder Industrienation so weit voraus, dass man sie nicht mit Frankreich, Deutschland oder Russland, sondern mit dem gesamten Kontinent vergleichen muss. .... In Europa muss der Hersteller auf einem Kontinent Handel treiben, der in feindliche und kriegführende Staaten geteilt ist, mit unterschiedlichen Gesetzen und Zöllen an jeder Grenze, und die Angst vor einem Krieg überzieht alle, in den Vereinigten Staaten ermöglichen die Binnenschifffahrt und die Eisenbahn den Transport zu Raten, die in diesem Land unbekannt sind. .... Daher ist Europa im Wettbewerb mit Amerika hoffnungslos benachteiligt."
"Was, fragt Herr Carnegie, muss Europa tun, um seine Position zu verbessern? Er sagt, es gebe nur eine Antwort. Europa arbeitet vergeblich, bis es irgendeine Form einer politischen und industriellen Union erreicht hat, durch welche Frieden und freier Austausch zwischen allen seinen Einheiten gesichert werden können. Ohne diese kann nichts von Bedeutung gewonnen werden. Herr Carnegie freut sich über die Einrichtung des Haager Tribunals, dank der Initiative des aufgeklärten, friedliebenden Zars von Russland. .... Doch obwohl das Haager Tribunal eine Methode zur Beilegung internationaler Differenzen bietet, ist etwas mehr nötig. Es muss ein Bündnis zur Sicherung des internationalen Friedens geben, das der europäischen Föderation vorausgehen muss. Ein großer Mann, sagt Herr Carnegie, ist in Deutschland aufgestiegen - nämlich der Kaiser. Hier ist eine Persönlichkeit, eine Macht, mächtig für Gut und Böse in der Welt. Er ist nicht nur der Kaiser, sondern er ist "die vitale Kraft des Reiches", sagt Herr Carnegie. Herr Carnegie fragt sich, ob der Kaiser nicht inspiriert werden könnte, sich dem weiteren Ausbau der deutschen Verfassung zu widmen. Alles, was Deutschland durch die Konsolidierung zu einem Kaiserreich gewonnen hat, würde Europa gewinnen, und noch mehr durch den Zusammenschluss zu einem Reich."
"Eine Kombination der deutschen und amerikanischen Verfassungen scheint nicht unwahrscheinlich zu sein. Die kleineren zusammengeschlossenen Nationen würden wenig verlieren und viel gewinnen, wenn sie Teil größerer Gebiete würden. Solche Konsolidierungen werden mit Sicherheit kommen. Wenn die europäischen Mächte, mit Ausnahme Russlands, sich weigern, sich auf friedliche Sicherheit und freien Handel untereinander zu einigen und als Union zu handeln, werden sie sich wie so viele Liliputaner um den Riesen Gulliver drehen müssen, die amerikanische Union, die bald 200.000.000 Menschen englischsprachiger Rasse umfassen wird, die in der Lage sind, die meisten Bedürfnisse der Welt zu den niedrigsten und dennoch profitablen Preisen zu befriedigen. Die zuversichtlichsten Vorhersagen in Bezug auf die Vorteile und kommenden Triumphe der Vereinigten Staaten in Industrie und Handel sind nach dem ruhigen Urteil von Herrn Carnegie wahrscheinlich dazu bestimmt, übertroffen zu werden. Daher geht er davon aus, dass Kontinentaleuropa endlich gezwungen sein wird, wenn nicht gar föderalisiert, Mittel zur Sicherung des Friedens untereinander zu ergreifen, die zu einer Art Föderation unter Freihandel führen würden."
"Da kommt die letzte Frage von allen, nämlich: Wie wird die Position des Britischen Empire aussehen, wenn ein föderales Europa einem föderierten Amerika gegenübersteht? Herr Carnegie sagt: -
Es stellt sich die Frage, was Großbritannien tun würde, wenn es Kontinentaleuropa von inneren Gefahren befreien und unter Freihandel den unentbehrlichen Heimatmarkt besäße und schließlich zu einer Zollverein- oder Großmacht zusammengeschlossen würde.
Würde es ein kleiner separater Inselstaat von fünfundvierzig oder fünfzig Millionen bleiben, gegen die Hunderten von Millionen auf dem Kontinent?
Oder würde es, wenn es dazu eingeladen würde, Mitglied der europäischen Vereinigung werden ...."
S.570 "Der bemerkenswerte und gewagte Vorschlag von Herrn Carnegie an den Kaiser hat natürlich sowohl in der Alten als auch in der Neuen Welt Aufmerksamkeit erregt."
(creativecommons.org/publicdomain)
(Lustige Blätter) "Voila une idée!" Carnegie: "Bin ich mit Berlin verbunden? Ja? Hier ist Carnegie. Es ist mir gerade noch einmal eingefallen: die Vereinigten Staaten von Europa, - der Friede der Welt, - die totale Abrüstung, - die Unterdrückung von Trusts usw. Wie soll das gehen?"
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In den Leitartikeln (Leading Articles in the Reviews.) der Dezember-Ausgabe bringt Stead eine englisch-französische Union als Grundlage eines zu schaffenden geeinten Europas ins Spiel. "M. Finots Artikel, in denen er sich für dieses Schema ausspricht, werden in La Revue am 1. und 15. November veröffentlicht. Dass wir uns mit jemandem vereinen müssen, sieht M. Finot deutlich; aber er glaubt nicht, dass die Vereinigten Staaten unsere natürliche Hoffnung und Zuflucht sind. Das ist in einem Bündnis mit Frankreich zu suchen, einem Bündnis, das zunächst durch einen Vertrag über ein obligatorisches Schiedsverfahren und schließlich durch eine engere Union gekennzeichnet ist, die zur Bildung eines Nukleus für die Vereinigten Staaten von Europa und der Welt führen wird." M. Finot bezeichnet die Feindschaft zwischen Frankreich und England als Mythos. "Aber da die Vereinigten Staaten von Europa gerade jetzt nicht praktikabel sind, müssen wir uns damit zufrieden geben, eine Union zwischen den einflussreichsten europäischen Staaten zu schaffen. Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet wäre eine anglo-französische Union der Vorläufer des Friedens und eine Garantie für Sicherheit. Bevor man versucht, eine Europäische Union zu verwirklichen, ist es notwendig, mit der Gruppierung der Teilstaaten zu beginnen. Die anglo-französische Union wäre lediglich der Ausgangspunkt."
ESPERANTO: EINE INTERNATIONALE HILFSSPRACHE. (SPRACHEN LERNEN DURCH BRIEFE SCHREIBEN) Wie wird das Erlernen einer Fremdsprache anschaulicher? "Die umstrittene Frage lautet: Sollten die Professoren Zeitschriften und Zeitungen als Vehikel benutzen, um die von den Behörden geforderten Angaben zu machen?" Natürlich wären sie eine Hilfe.
CORRESPONDENCE BY PHONOGRAPH. (KORRESPONDENZ PER PHONOGRAPH.)
"Vor einiger Zeit bat ein junger Ire, der gerade im Land lebt, um Korrespondenz mit einem Franzosen, beide zum Austausch von Walzen für Phonographen. Der folgende Brief des französischen Partners stammt aus Quatre Langues. Wenn der irische Herr dies sieht, wird er mir hoffentlich sagen, ob der Plan auch seine Erwartungen erfüllt hat: —
Sehr geehrter Herr, - ich möchte Ihnen für die freundliche Zusammenarbeit danken, die Sie für mich gefunden haben. Bis zum heutigen Tag schien er von der phonographischen Methode ebenso begeistert zu sein wie ich. Wir haben mehrere Briefe und je zwei Walzen mit dem Text unserer Briefe ausgetauscht. Die ersten beiden Walzen waren für uns beide schwer zu verstehen, da keiner von uns die Möglichkeit hatte, mit einem Einheimischen des anderen Landes zu sprechen; aber als die zweite Walze ankam, verstanden wir fast sofort. .... Die große Schwierigkeit ist die Beförderung der Wachszylinder. .... Aber mein irischer Korrespondent hat nicht so viel Glück. Wenn er per Buchpost verschickt wird, müssen die Enden der Walze unbedeckt bleiben, und die erste war beschädigt ...."  
BERICHT AUS LEIPZIG. "Professor Martin Hartmann hat soeben seine Mittheilungen der Deutschen Zentralstelle für Int. Briefwechsel herausgegeben ...." und er bemerkt unter anderem: "Englische Schüler, die Deutsch lernen, sind weniger als Deutsche, die Englisch lernen."
ESPERANTO: AN AUXILIARY INTERNATIONAL LANGUAGE. (ESPERANTO: EINE INTERNATIONALE HILFSSPRACHE.) Gründung der ersten Esperanto-Gesellschaft in England
"ICH KANN die Gründung der ersten Esperanto-Gesellschaft in England ankündigen. Dies fand am Freitag, dem 7. November, in Keighley in Yorkshire statt, ein passender Ort, da die Handelskammer von Keighley die erste in England war, die sich der Delegation für die Förderung einer internationalen Hilfssprache anschloss. Bei der Eröffnungssitzung wurde Dr. Zamenhof zum Ehrenpräsidenten und J. Rhodes zum Präsidenten gewählt; Herr Beavers, der Präsident der Handelskammer, ist zusammen mit anderen Persönlichkeiten Vizepräsident, und die bereits dreiundvierzig Mitglieder sind eingeschrieben." Es wurden Faltblätter verteilt, um den Aufbau weiterer Einrichtungen zu unterstützen. "Wir alle - Engländer, Franzosen, Deutsche, Russen, Schweden oder Ungarn - treffen uns auf dem gleichen Niveau. Wenn wir alle diese gewählte Sprache gleichermassen studieren mussten, ist das eine dem anderen nicht überlegen, und das gibt sofort ein Gefühl der Kameradschaft. .... Mit Hilfe des kleinen Wörterbuchs in Nr. 52 konnte ich die Briefe lesen, die von Dr. Zamenhof, MM, gekommen sind."  Auszug aus dem Faltblatt.
Vokabular für Übungen ....
Patro Father
Frato Brother
Knabo Boy
Hundo Dog ....
Einige Korrespondenten sind der Meinung, dass Esperanto wissenschaftliche Begriffe nicht mit der notwendigen Genauigkeit wiedergeben wird. Möglicherweise hat die Betonung, die wir auf seine grammatikalische Einfachheit gelegt haben, zu diesem Gedanken Anlass gegeben. Ich selbst bin nicht in der Lage, auf diesen Vorwurf zu antworten, aber mir versichern Wissenschaftler, die verstehen, dass Esperanto sich in alle Richtungen ausbreiten kann, und da die wissenschaftlichen Begriffe bereits weitgehend international sind, die Schwierigkeit beim Nachdenken nicht so groß ist. .... Lassen Sie mich abschließend das Zeugnis von M. Bréon aus Concordia heranziehen: - "Schon mehrmals haben sich Esperantisten aus verschiedenen Ländern getroffen; sie konnten sich leicht verstehen und ihre Eindrücke bequem austauschen, allein mit Hilfe des Esperanto. Ich selbst habe diese Erfahrung gemacht."

1903 Europa ist jetzt reif für DIE KOMMENDE FÖDERATION.
THE MOWBRAY HOUSE FRIDAY AT HOMES (DAS MOWBRAYHAUS FREITAGS ZU HAUSE) "DAS im Oktober begonnene Experiment, Freunde, Helfer, Korrespondenten sowie ausländische und koloniale Abonnenten einzuladen, Herrn und Frau Stead jeden Freitagnachmittag von vier bis sechs Uhr zum Tee in Mowbray House zu treffen, ist glänzend gelungen. Sie wurden ohne die Unterbrechung eines einzigen Freitags aufrechterhalten. Selbst am zweiten Weihnachtsfeiertag hatten wir etwa dreißig Besucher. Sie werden im neuen Jahr fortgesetzt."
Interessant sind auch Artikel über die geopolitische Lage. Themen sind: "DEUTSCHLANDOPHOBIE" oder "IST ENGLAND IN KRIEGSGEFAHR?". Die Realität zeigt(e) ein uneiniges Europa.
ESPERANTO: THE AUXILIARY INTERNATIONAL LANGUAGE. (ESPERANTO: DIE INTERNATIONALE HILFSSPRACHE.) "DIE Geschichte der Geburt und Entwicklung dieser teilweise künstlichen Sprache ist die Romantik selbst. Ihr Schöpfer, Dr. Zamenhof, hat selbst die Einzelheiten fast vergessen, aber die Bestandteile sind diese. Er wurde vor fast fünfzig Jahren in Białystok geboren, einer Stadt im polnischen Russland, deren Einwohner in verschiedenen Branchen tätig waren und verschiedenen Nationalitäten angehörten. .... Er kam zu dem Schluss, dass ihre Missverständnisse oft durch den Mangel an einer gemeinsamen Sprache verursacht wurden; und so kam es, dass der Traum seines Lebens darin bestand, diesen Mangel zu beheben. Von Anfang an war er davon überzeugt, dass es sich um eine neutrale Sprache handeln müsse, denn sonst würden sich die Streitigkeiten nur noch verschärfen. .... 1878 war die Sprache in seinen Gedanken mehr oder weniger vollständig, und jetzt spricht er frei darüber mit seinen Gefährten, von denen einige auch zu Enthusiasten werden, und sie verfassen Verse in der neuen Sprache über den Anbruch der gegenseitigen Liebe zwischen den Nationen. .... In der Zwischenzeit machte er seinen Abschluss als Doktor der Medizin, und gerade als er zu begreifen begann, dass der Moment gekommen war, der Welt das Geschenk zu machen, das er für sie bereit hielt, hörte er von Volapük und legte, damals wie heute bescheiden, seine eigene Erfindung beiseite. Aber ich habe keinen Platz, um von seinen Kämpfen und Schwierigkeiten zu erzählen, wie lange es dauerte, bis er genug Geld verdiente, um seinen ersten Bericht zu drucken, und wie er schließlich, wie er selbst sagt, "den Rubikon überquerte" und 1887 sein erstes esperanto-polnisches Werk veröffentlichte."
THE PENNY "EXERCISE" LEAFLETS. (DIE PENNY-"ÜBUNGS"-FLUGBLÄTTER.) wurden nachgefragt und schnell verteilt. Darunter die Ausspracheregeln. "Jeder Buchstabe wird ausgesprochen und hat immer den gleichen Klang - tatsächlich ist die Sprache vollständig phonetisch."
FRIDAY "AT HOM ES" AT MOWBRAY HOUSE. (FREITAG "ZU HAUSE" IN MOWBRAY HOUSE.) Als für die letzte halbe Stunde der Treffen eine informelle Diskussion eingeführt wurde, reichte die Zeit nicht aus. Veranstaltungsende war statt 06 Uhr abends erst kurz vor 07 Uhr. J. O'Connor leitete das Thema Esperanto. Ergebnis war eine Überfüllung der Esperanto-Klassen am darauf folgenden Montag. Am 23.01. wurde das Thema Internationale Union behandelt. Der Jahrestag der Haager Konferenz am 8. Mai war Anlaß.
Geopolitische Themen waren u.a. DIE DOKTRIN VON 1903. (USA zu europäischen Einmischungen), SPANIEN UND DIE EUROPÄISCHEN ALLIANZEN. (Verlust der Kolonien aber wirtschaftlicher Aufstieg im Inland) und EIN FRANZÖSISCH-SPANISCHES BÜNDNIS..
ESPERANTO. Ein altes Phänomen. Unsere Medien, ob damals ob heute, haben eine relativ enge Sicht aus einer gewissen Mitte der Gesellschaft heraus. So ist in der Geschichte an den Medien-Machern so manche "Grüne Stern-Stunde" unbemerkt vorbeigegangen. "WENN nur ein Reporter im Mowbray House am letzten Januar (19.) anwesend gewesen wäre, hätte er mitreißend über die stattgefundenen Treffen oder eine Reihe von Treffen berichtet. Es war eine Ausschuß-Sitzung der neu gegründeten Londoner Gesellschaft angekündigt worden, auf die einige Gratisstunden von Herrn O'Connor und M. Motteau folgen sollten." Neben den Mitgliedern kamen statt der erwarteten zehn ungefähr siebzig Studenten. Ergebnis waren überfüllte Räume. "Wahrscheinlich dank der freundlichen Mitteilung in der Daily Mail, kamen sie aus allen Teilen Londons - aus dem äußersten Norden, dem äußersten Süden, dem Osten und Westen."
FOR AND AGAINST. (DAFÜR UND DAGEGEN.) Natürlich existiert die Esperantokritik (spätestens) seit dem Moment des Erscheinens von Esperanto. "Wie üblich waren die Zeitungskommentare unterhaltsam gegensätzlich. .... Eine andere Zeitung beschwert sich darüber, dass Esperanto viel zu leicht und daher für eine internationale Sprache, die abstruse wissenschaftliche Begriffe besitzen muss, ziemlich nutzlos ist. .... Der Esperantist antwortet, dass die Sprache so einfach ist, dass ein ungebildeter Mensch sie mit einem Hundertstel der Mühe lernen kann, die das Erlernen einer beliebigen fremden Nationalsprache kosten würde, und wenn er sie gelernt hat, kann er sich mit allen Nationalitäten unterhalten, während sie andererseits so subtil aufgebaut ist, dass sie sich in jede Richtung ausbreiten kann, und wissenschaftliche Begriffe, die zumeist schon international sind, sofort ihren Platz in ihrem Schema finden werden. .... Dies ist eine große Notwendigkeit. Alle, die ein wenig Esperanto können, sollten ihren Namen an Dr. Zamenhof schicken, damit er ihn in das Adressbuch von 1904 einträgt."
SOCIETIES. (GESELLSCHAFTEN.) An dieser Meldung zeigt sich, wie ernst es W. T. Stead mit Esperanto war und wie konsequent er handelte. "Die Londoner Gesellschaft wurde am 12. Januar dieses Jahres ordnungsgemäß gegründet. Ihr Präsident ist Felix Moscheles; Schatzmeister, W. T. Stead; Sekretär, E. A. Lawrence. Die Briefe sind vorläufig an Mowbray House, Norfolk Street, Strand, zu richten. Der Mitgliedsbeitrag wird voraussichtlich 2s 6d. betragen, aber wir hoffen, dass sich einige Gönner mit mehr Geld wie in Keighley präsentieren werden. Es muss ein Raum für den kostenlosen Unterricht genommen werden, da die Prüfungsbüros nicht groß genug für alle sind, die kommen."
A LETTER FROM BOURNEMOUTH (EIN BRIEF AUS BOURNEMOUTH) Neuerungen haben es oft schwer. Gerade, wenn die Mächtigen ihre alten Normen verteidigen. Seien es ihre Sprache oder ihre Maße und Gewichte. "15.Feb.1903. Sehr geehrter Herr,- ich bin mit der Grammatik sehr zufrieden. .... Wir müssen hier eine Esperanto-Gesellschaft schaffen. Ich werde die Arbeit erledigen, wenn Sie die Menschen mit mir in Verbindung bringen. Ich arbeite auch hart für das "Metrische System", und es wird kommen. Ich lege Ihnen ein kleines Buch bei, das Sie sehr nützlich finden werden."
EXTRACT FROM THE STOCKHOLM LETTER. (AUSZUG AUS DEM STOCKHOLMER BRIEF.) Natürlich gibt es Esperantisten auch in den englischsprachigen Ländern. Dort ist es eine besondere Herausforderung, sich für eine gerechtere Verständigung auszusprechen. Hier ein Brief aus Stockholm. Der esperantosprachige Text wurde übrigens mit den korrekten Zeichen gedruckt (zumindest das Ĉĉ).
"Vi demandas min ĉu mi gratulos vin je viaj progresoj. Jes, certege! Ĉia progreso en la anglcparolantaj landoj estas argumento forte batante la skeptikulojn. Granda kaj gravega sukceso estas la aligo al esperanto de Henderson, la nialnova bonkonata mondlingvisto. En la oriento vidigas krepusko de nova tago, ne konsistanta cl horoj kaj minutoj, sed de pensoj kaj sentoj ni salutu gin. Vivu la nova tago.
Sie fragen mich, ob ich Ihnen zu Ihren Fortschritten gratulieren soll. Ja, ganz bestimmt! Alle Fortschritte in den englischsprachigen Ländern sind ein starkes Kampfargument gegen die Skeptiker. Ein großer und gewichtigster Erfolg ist die Anziehungskraft, die Herr Henderson, ein bekannter internationaler Fürsprecher der Sprache, auf Esperanto ausübt. Das Erscheinen im Osten ist der Anbruch eines neuen Tages, der nicht aus Stunden und Minuten besteht, sondern aus Gedanken und Gefühlen; lassen Sie uns ihn begrüßen. Lang lebe der neue Tag!"
Mr. Silvester Home as a Cyclist "Herr Silvester zu Hause als Radfahrer" In einem Artikel eines Silvester Horne wird über eine Aufführung von Jedermann in der Central Hall nachgedacht. "Die Musik ist eine universelle Sprache, viel populärer als Esperanto; und der Zentrale Saal, der sich inmitten einer kosmopolitischen Bevölkerung aller Nationalitäten befindet, wird die eine Art der Anziehungskraft nutzen, die nicht die Beherrschung der englischen Sprache voraussetzt."
ANOTHER OBJECTION. (EIN WEITERER EINWAND.) Wie jede Sprache wird auch Esperanto gepflegt. Dies tun ganz natürlich ihre Nutzer, begleitet durch Institutionen. "Private Gesellschaften können natürlich nicht anderen eine internationale Sprache aufzwingen; was gebraucht wird und wofür man sich arrangiert, ist ein großes internationales Gremium, das sich aus Politikern und Pädagogen aller Länder zusammensetzt, das, wenn es zu bestimmten Zeiten zusammenkommt, über das Wörterbuch der Sprache und die Aufnahme neuer Wörter entscheidet, so wie es die Französische Akademie bereits für die französische Nation tut; und das, ergänzt durch den Gebrauch des Phonographen, der über die Aussprache entscheidet, eifersüchtig über die Reinheit des ihnen auferlegten Auftrags wachen und die Einheitlichkeit gewährleisten würde."
The Game of Grab. "Schnapp-Spiel." In den jungen USA wollte man eine Unabhängigkeit von Europa erreichen. Die Monroe-Doktrin formulierte eine Existenz zweier politischer Sphären. Also auf der einen Seite die USA und auf der anderen Seite die europäischen Mächte, die sich nicht mehr mit ihrer Kolonialpolitik einmischen sollten. Inzwischen hat sie die Welt aber verändert und heute (2020) geht es eher um die Frage, wie weit die USA Einfluß auf andere Staaten, darunter Europa nehmen dürften.
(creativecommons.org/publicdomain)
"Uncle Sam (an die europäischen Mächte): "Schnappen Sie sich alles, was Sie zum Seufzen bringt, Gentlemen, aber treten Sie mir nicht auf die Füße."
ESPERANTO AND THE BLIND. (ESPERANTO UND DIE BLINDEN.) "Ich gebe Ihnen hier den Brief von Herrn Thilander, den ich im vergangenen Monat erwähnte. ...." "Deshalb war ich sehr froh, von "Volapük" zu hören. Ich begann, diese Sprache zu studieren, aber sie wurde sehr bald abgelehnt; ich hatte keine Zeit, mich mit einer Sprache zu beschäftigen, die ziemlich künstlich und ohne wirklichen Grund war. Ich studierte die französische und die lateinische Sprache, aber sie waren für die Blinden insgesamt zu schwierig. Dann erzählte mir jemand von der internationalen Sprache "Esperanto". Ich dachte, es handele sich um ein neues "Volapük", aber ich nahm davon keine Notiz, bis mir ein Freund ein Exemplar des Esperanto-Schwedisch-Wörterbuchs in Brailleschrift schickte und mich bat, es mir anzusehen. Dabei konnte ich es nicht lassen, auszurufen: "Aber Esperanto ist kaum eine künstliche Sprache. Ich habe vielleicht die internationale Sprache für Blinde gefunden, die ich gesucht habe". Es machte mich in wenigen Stunden zum Meister der Esperanto-Sprache, da ich bereits ein wenig Französisch und Englisch beherrschte." 
NEWS IN BRIEF. (NACHRICHTEN IN KÜRZE.) ESPERANTO AND COMMERCE. (ESPERANTO UND HANDEL.) A New Factor in the Federation of the World. (Ein neuer Faktor in der Föderation der Welt.) Tiffany Blake veröffentlichte in der Chicago Evening Post einen Artikel über das Handbuch für Esperanto von Herrn J. C. O'Connor. Blake nennt u.a. die Vorteile für den Handel. "Wenn Esperanto erst einmal im Handel akzeptiert ist, sind die Möglichkeiten des Esperanto, so scheint es, unbegrenzt. Wir träumen von einer "Föderation der Welt". Der Handel tut mehr, um diesen Traum zu verwirklichen, als die Politik es je tun wird. .... Es ist sogar denkbar, dass Esperanto auf der Flut einer anglo-amerikanischen Modeerscheinung zum Welterfolg gelangt." Am Ende versprechen sich die Händler vielleicht doch mehr davon, wenn alles bleibt wie es ist. Auch heute scheint es, als müsse jede Neuerung aus den USA kommen, um hier wahrgenommen und nachgeahmt zu werden. Der Anteil europäischer Esperantisten ist zwar hoch, aber das sieht die breite Öffentlichkeit kaum. Doch wie soll sich Europa weiterentwickeln (und die Welt), wenn es sich die nötigen Impulse nicht selbst gibt? Amerikanische Händler sind nicht nur Händler sondern eben auch Amerikaner.
Esperanto: The International Key Language. (Esperanto: Die internationale Schlüsselsprache.) TWO OBJECTIONS TO ESPERANTO. (ZWEI EINWÄNDE GEGEN ESPERANTO.) "Es wurde mehrfach festgestellt, dass Esperanto fehlerhaft ist, weil es für eine Schreibmaschine schwierig zu schreiben und unmöglich zu telegraphieren ist. Natürlich bezieht sich der Einwand vom Schreibmaschinenstandpunkt aus auf die Akzente, aber da die Hammond Typewriter Company ein spezielles Esperanto-Schiffchen mit einem vollständigen Satz von sowohl Englisch- als auch Esperanto-Kursen auf den Markt gebracht hat, können die akzentuierten Buchstaben zusammen mit dem Akzent auf einen Schlag in einer bewundernswert klaren Schrift geschrieben werden: damit ist ein weiterer der Einwände gegen Esperanto aus dem Weg geräumt. Was die telegraphischen Mitteilungen betrifft, so sind in letzter Zeit mehrere eingegangen. .... Die Musiker erkennen jetzt, dass Esperanto ein gutes Medium für Gesang ist. Dr. Zamenhofs "La Vojo", vertont von R. Deshays, ist aus Paris erhältlich ...." Da Esperanto weiterhin eher vernachlässigt wird, folgen die technischen Anpassungen etwas verzögert. Doch längst sind die frühen Schwierigkeiten bei der Zeichen-Darstellung an PC und den üblichen Geräten überwunden. Und wer möchte, kann sich heute Esperanto-Musik mit geringem Aufwand besorgen.
ESPERANTISTS IN LONDON. (ESPERANTISTEN IN LONDON.) planten ab Herbst eine Esperanto-Zeitschrift für die englischsprachigen Völker.
ESPERANTISTS AT HAVRE. (ESPERANTISTEN IN HAVRE.) Bei einem Treffen in Havre wurde Esperanto gelebt. "Esperanto war die verwendete Sprache, und es war seltsam zu hören, wie Engländer, Franzosen und andere bei diesen Zusammenkünften jedes Thema unter der Sonne diskutierten."
ESPERANTO AND PATRIOTISM. (ESPERANTO UND PATRIOTISMUS.) "Die schlimmste Bemerkung ist natürlich das Schweigen, .... und in diesem Schweigen verharrt die Gesamtheit der Bildungszeitschriften; damit zeigt sich ein Kontrast zu Frankreich, in dem die Sprachprofessoren die Hauptprofessoren sind. In England wird als Begründung angeführt, dass die Lehrer patriotisch sein müssen, und dass die internationale Sprache der Zukunft Englisch sein muss. Aber der Französischlehrer ist auch patriotisch .... aber da er voraussieht, dass früher oder später eine Schlüsselsprache kommen wird, handelt er weiser als wir ...."
THE NEW JOURNAL (DIE NEUE ZEITSCHRIFT.) Esperanto-Journale entstanden. "Die Lingva Internacia und die LEsperantiste sind von unschätzbarem Wert, aber es ist mehr vonnöten, .... Die erste Ausgabe wird im Oktober erscheinen, und das vorgeschlagene Abonnement beträgt 3s. pro Jahr. Die Zeitschrift wird wahrscheinlich Esperanto heißen."
NOTICES. (ANMERKUNGEN.) "Letzten Monat haben wir auf die Tatsache hingewiesen, dass die Hammond-Schreibmaschinen an Esperanto angepasst wurden. Wir freuen uns zu hören, dass sowohl die Remington- als auch die Yost-Maschinen in ähnlicher Weise angepasst worden sind."
A Chance for Esperanto. (Eine Chance für Esperanto.) Für Österreich-Ungarn wäre Esperanto interessant. Konflikte ließen sich besser lösen. "In einer solchen polyglotten Agglomeration von Nationen und Sprachen ist es unabdingbar, dass eine gemeinsame Sprache angenommen wird, und sei es auch nur für die Erteilung von Befehlswörtern, und da das Deutsche das Feld hält, wird es wahrscheinlich auch das Feld halten. Aber die magyarischen Extremisten sind sehr wütend. Kann nicht irgendein genialer Mensch dem Kaiser und den Ungarn vorschlagen, dass der einfachste Ausweg die Annahme von Esperanto sei? Diese neutrale Zunge von Cosmopolis hat keine Nationalität, sie ist leichter zu erlernen als Deutsch, und in einem einzigen Jahr würden Esperanto-Drillbücher und Taschenwörterbücher die Schwierigkeit lösen."
Esperanto: The International Key Language. (Esperanto: Die internationale Schlüsselsprache.) "Es ist jetzt erst ein Jahr her, dass wir den ersten Bericht über Esperanto in der Zeitschrift "Review" veröffentlicht haben, und ich denke, ein paar Worte zu seinem Fortschritt sind nicht fehl am Platz. Kurz bevor dieser Artikel geschrieben wurde, hatte ein bekannter Journalist erklärt, dass es in London niemanden gäbe, der auch nur das geringste Interesse an einem solchen Thema hätte. .... Auch wenn es unmöglich ist, sehr genaue Zahlenangaben zu machen, so haben doch mindestens zweitausend Menschen in Großbritannien im Laufe des Jahres Esperanto-Kenntnisse erworben; und in den meisten Fällen haben diejenigen, die mit dem Studium des Esperanto begonnen haben, es fortgesetzt, und selbst dort, wo ein geschäftiges Leben sie gezwungen hat, es beiseite zu schieben, ist es nur für eine gewisse Zeit gewesen."
PROGRESS ABROAD. (FORTSCHRITTE IM AUSLAND.) "Vor zwei Jahren zählten die ausländischen esperantistischen Gruppen neun, heute sind es mehr als hundert. Der französische Touring-Club berichtet über eine Untersuchung, die von der Gruppe aus Lyon mit Hilfe des adresaro eingeleitet wurde. .... Die Gesamtheit der Antworten bestätigt die Wahrheit der so häufig gemachten Aussagen, dass für diejenigen, die neben ihrer eigenen auch nur eine moderne Sprache oder Latein beherrschen, Esperanto nur ein Spiel ist, obwohl es für diejenigen, die außer ihrer Muttersprache keine andere Sprache beherrschen, sicherlich schwieriger zu erlernen ist."
ATTITUDE OF ENGLISH TEACHERS. (HALTUNG DER ENGLISCHLEHRER.) "Aus irgendeinem Grund hat die Bildungspresse bis zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Artikels merkwürdigerweise ein strenges Schweigen bewahrt. In anderen Ländern waren es die Lehrer, die die Bewegung ins Leben gerufen haben. Hier ist es genau das Gegenteil. .... Zwei einzelne Lehrer haben mir gesagt, dass sie Esperanto um des Gewissens willen ignorieren. Sie sind sicher, dass Englisch die Weltsprache sein wird, und sie wagen es nicht, das zu verhindern, .... Aber Esperanto ist nicht als Weltsprache gedacht, ...."
NOTICES. (ANMERKUNGEN.) / THE NEW JOURNAL. (DIE NEUE ZEITSCHRIFT.) Jetzt war die Zeit reif für eine britische Esperanto-Zeitschrift. "Die erste Nummer des Esperantisten wird etwa am 24. Oktober erscheinen." Esperanto- und Englischversion standen sich gegenüber. Eine kleine Zusammenfassung der Grammatik gehörte dazu, verschiedene Themen wurden angesprochen, auch Dr. Zamenhofs Hymne "Espero" war abgedruckt.
THE UNITED STATES OF EUROPE. (DIE VEREINIGTEN STAATEN VON EUROPA.)
In der Geschichte scheint manchmal ein Ziel sehr nah, doch oft kommt etwas dazwischen. Zum Beispiel zwei Weltkriege. "Angesichts der Führungen der Monarchen, der Parlamentarier und der Schiedsverträge sah die Sache der internationalen Union nie so rosig aus wie heute. .... Mrs. Emily Crawford verkündet es laut in der Dezemberausgabe der Fortnightly Review. Mrs. Crawford erklärt, dass Europa jetzt reif für eine Föderation sei, und sie deutet an, dass es ohne den Krieg von 1870 schon früher verwirklicht worden wäre."
THE INTERNATIONALISATION OF THOUGHT. (DIE INTERNATIONALISIERUNG DES DENKENS.) "Europa, so Frau Crawford, ist nicht halb so gespalten wie seine Staatsmänner:- Das europäische Bürgertum ist vereint im wissenschaftlichen Wissen und im Glauben. Sie haben eine fast identische Hochschul- und Universitätsausbildung erhalten. Ihre unterschiedlichen Patriotismen - diese Bemerkung möchte ich besonders hervorheben - sind von ähnlicher Qualität; ideal und historisch, ganz anders als der realistische Patriotismus der neueren Länder. Die Europäer werden immer kosmopolitischer; ein Franzose und ein Engländer sind sich ähnlicher als ihre Väter. Sie sind enger denn je durch Geschäftsbeziehungen miteinander verbunden und sehen einander auf ihren Urlaubsreisen. Sie lesen in allen Hauptstädten die Nachrichten des Tages, die per Telegraf aus ihrem eigenen Land gesendet wurden. .... Der Eisenbahnverkehr leidet unter den Staatsgrenzen, und die Aktionäre wären froh, wenn sie ausgelöscht würden. Die Belastung durch riesige Armeen und Marinen wird für alle Klassen unerträglich. ...."
THE COMING FEDERATION. (DIE KOMMENDE FÖDERATION.) "Meine Prognose für Europa lautet Föderation. .... Europa ist offenkundig dabei, sein Gleichgewicht wiederzufinden. .... Die Franzosen beginnen das Gefühl zu haben, dass sie zu gut für die raue Kolonialarbeit der Welt sind .... Die Amerikaner sollten sich nicht vorstellen, dass die Europäer ihre Untermenschen sind. Die Nationen der alten Welt sind gefesselt .... von der Uneinigkeit unter den europäischen Völkern, die große Armeen erforderlich macht. .... Die Emanzipation Europas vom militärischen Inkubus würde sein Genie befreien, ihm Flügel verleihen und es in ungeahnte Höhen schweben lassen. .... Nobel, dessen Friedenspreise die Bemühungen von Fréderic Passy und Ducommun belohnt haben, war ein Schwede. Er freute sich auf ein föderales Europa, hoffte aber nie darauf, es zu sehen. ...." Und wie so oft kann aus heutiger Sicht manche Aussage der Gesamttextes nicht mehr bestehen. Deutlich wird aber der Wunsch, eine bessere Welt zu erleben. Dies geht nicht ohne eigenes Handeln.
Esperanto: The International Key Language. "Esperanto: Die internationale Schlüsselsprache."
Der Nutzen für Blinde ist erkennbar. Braille-Literatur ist teuer in der Herstellung. Weltweiter Gebrauch wird über Esperanto beherrschbar. "Letzten Monat beharrte La Lumo darauf, dass Großbuchstaben am Anfang eines Satzes lästig seien; kurz bevor sie eine höchst interessante Diskussion über Ortsnamen begann. Ich darf hinzufügen, dass die Damen der Virina Klubo Progreso, Nr. 79, Rue St. Christophe, Montreal, Postkarten dankbar annehmen und zurückschicken werden." Interessant, daß sich diese kanadische Zeitschrift -la lumo.-, also -Das Licht- nannte.
VISITS. (BESUCHE.) Im Artikel werden Esperantoregeln besprochen. Wie man ordnend mit Sprachfragen umgeht, sollte auf Kongressen behandelt werden. "Für diese und all diese Fragen wird darauf hingewiesen, dass es kaum möglich wäre, dass Privatpersonen oder Regierungen autoritativ entscheiden. Es muss notwendigerweise einen internationalen Kongress geben, wie z.B. den Kongress der Elektriker, der 1881 über bestimmte strittige Themen autoritativ entscheidet. Ein solcher Kongress, der angemessene Vertreter aller europäischen Nationalitäten versammelt, wäre in der Lage, nicht nur über das Thema einer Hilfssprache zu entscheiden, sondern von Zeit zu Zeit auch Streitpunkte zu schlichten. Volapük scheiterte nicht nur an inhärenten Mängeln, sondern vor allem an den unterschiedlichen Bedürfnissen der verschiedenen Länder. Wer sich für die Idee eines Kongresses interessiert, sollte an M. Leau, 6, Rue Vavin, Paris, schreiben." In historisch kurzer Zeit wurde dies Realität.
A UNIVERSAL LANGUAGE. "EINE UNIVERSELLE SPRACHE." Hier wird ein französisches Buch vorgestellt, daß sich mit dem langen Weg hin zur praktikablen internationalen Sprache Esperanto beschäftigt.

1904 the omnipotent kaiser. (der allmächtige Kaiser.)
Die Zeitschrift "The Review of Reviews" liegt in Archiven wohl oft als gebundene Halbjahresausgabe vor. Sicher auch irgendwo die Ausgabe von Anfang 1904. Im Netz fehlen manche Ausgaben. Doch hier steht vor allem ein groberer Überblick im Vordergrund, als Anregung für eigene Recherchen. Dazu gehört u.a. die Sicht auf die politische Situation in europäischen Staaten. "Die Zeitgenössische Zeitschrift für Juli enthält unter dem Titel "Persönliche Regierung in Deutschland" eine interessante Analyse des Wachstums der kaiserlichen Autorität in allen Abteilungen des nationalen Lebens. Der Kaiser, sagt der Schriftsteller, ist der einzige wirkliche Alleinherrscher in der Wüste:- Es gibt nur ein Land, in dem persönliche Herrschaft keine Fiktion ist - Deutschland; ein Mann, der nicht nur das legitime Titularoberhaupt seines Volkes und der Armee ist, sondern der eigentliche souveräne Herrscher von beiden - der deutsche Kaiser. .... kein moderner Herrscher ist so buchstäblich "Herr über alles, was er überblickt" wie der Kaiser Wilhelm II. von Deutschland. In keinem anderen europäischen Staat ist die Kontrolle über die Angelegenheiten, ob im In- oder Ausland, so vollständig einem einzigen Mann übertragen. In keinem anderen Land ist die Regierung im wahrsten Sinne des Wortes so persönlich, die Persönlichkeit des Herrschers so ausgeprägt oder so unantastbar; sein Wille zu regieren ist stärker oder seine Macht so absolut. DICTATOR IN EVERYTHING. (DIKTATOR IN ALLEM.) The Kaiser controls everything:— (Der Kaiser kontrolliert alles:—) .... Seine Majestät wendet sich persönlich gegen die sogenannte impressionistische Malerschule, gegen die morbide Tendenz der Dramen Gerhard Hauptmanns, gegen den Proletarismus Sudermanns, gegen dieses Buch oder jenes Buch, dieses Bild oder jenen Künstler - und Buch und Künstler sind verboten. Die "sezessionistische" Schule, der Kaiser hat es gesagt, leistet "Gossenarbeit". Die "Rinnsteinarbeiter" waren folglich von der Teilnahme an den deutschen Exponaten der St. Louis-Ausstellung ausgeschlossen. Hauptmann hat den alle drei Jahre vergebenen Schillerpreis, der ihm von der literarischen Expertenkommission fair und ehrlich zugesprochen wurde, noch nie erhalten, weil der Kaiser dies missbilligte. Seine Majestät bevorzugt prachtvolle allegorische Statuen, eine Architektur, die man als "Hohenzollernstil" bezeichnen könnte, .... eine besondere Sichtweise - ....  in Bezug auf die Kunst dieses Mannes oder die Ideen jenes Mannes - und es genügt; der Kaiser hat seinen Willen. Die Deutschen, sagt der Schriftsteller, haben nichts dagegen, denn sie lassen sich gerne mit der geballten Faust regieren. Aber jede Initiative in der Nation wird erstickt. "Das Ergebnis ist der Triumph der Mittelmäßigkeit. Mächtige Intellekte, mächtige Talente, mächtige Persönlichkeiten, Genie, können nicht an der Seite eines Kaisers existieren, der allen zum Verhängnis wird."
ESPERANTO. "Es ist sechs Uhr an einem angenehmen Sommertag. Die Stadt hat bereits den Laden geschlossen, und Männer und Frauen eilen zu ihren Häusern in den Vororten, aber eine kleine Menschenmenge eilt in die Bishopsgate Street Within, und bei Nr. 5, dem Club Café, hält man in dem angenehmen kleinen Raum mit seinen Sofalounges und kleinen Teetischen. Obwohl die Stunde gerade erst geschlagen hat, gibt es ein angenehmes Geräuschgewirr, und jeder Fremde, der hereinkommt, würde denken:
"Was in aller Welt sagen sie?" denn die Sprache ist nicht Englisch, obwohl die meisten Stimmen es sind, sondern Esperanto. Die Londoner Mitglieder des Esperanto-Clubs trinken eine gesellige Tasse Tee und jeder Neuankömmling wird mit einem Willkommensgruß empfangen, wie z.B. "Mi plezuras vidi vin," oder "Ho! vi alkondukas amikoj, kiel vi estas bone". Nach dem Tee und dem Gespräch begeben sich die Freunde in die Gracechurch Street 100, wo ihnen die Remington Typewriter Company einen Raum zur Verfügung gestellt hat und wo wunderbare Pläne geschmiedet und Geschäftspläne studiert werden, die die Esperanto-Kenntnisse weit und breit tragen können. Natürlich ist das Club Café für alle offen, und wenn Sie am Montagabend um sechs Uhr Esperantisten treffen möchten, werden Sie dort eine große Anzahl von ihnen finden. ...."
JOHN BULL'S DANGER. (JOHN BULLS GEFAHR. Nr.37. Bestandteil "Review of Reviews" Juli 1904) Das Jahr 2020 bietet viele Nachrichten. Der Terror winkt aus einer vergangen geglaubten Zeit, eine Pandemie fordert weltweit viele Opfer und so mancher Diktator erhält durch ein Virus Konkurrenz. Und Großbritannien verläßt die Europäische Union. Die öffentliche Meinung in den europäischen Gesellschaften folgt dem Glauben, das reale Europa wäre als eine Konsequenz nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges entstanden, wie aus dem Nichts. Oft wird diese sicher unvollkommene und unfertige EU eher abgelehnt oder deren Sinn in Zweifel gezogen. Für Großbritannien waren die Zweifel groß genug. Doch darin liegt Tradition. Hier kann man sich einen Eindruck verschaffen. "In der Diskussion über die Frage, ob wir Englands kontinuierlichen Wohlstand mit Zuversicht vorhersagen können, sagt der Autor, dass England, nachdem es einst geographisch und politisch eine Insel war, nun eine politische Halbinsel ist. Sie kann nicht länger die Rolle des Schiedsrichters spielen und sich nicht mehr von europäischen Streitigkeiten fernhalten. Sie kann jetzt nicht mehr, selbst wenn sie es wäre, herrlich isoliert sein. Sie muss mit einer Kontinentalmacht verbündet sein, und gerade ihr Imperialismus ist ein Hindernis für ein solches Bündnis:- Aber der britische Imperialismus wird sehr große Nachteile überwinden müssen, .... THE KING AGAINST JINGOISM. (DER KÖNIG GEGEN DEN JINGOISMUS.) .... Wir mögen unsere Position beibehalten und festigen, aber Dr. Reich scheint nicht zu glauben, dass wir mehr als das erreichen werden. Wir werden nicht mehr als jede andere Nation zu einem allgemeinen Zivilisationsmodell werden, und Englisch wird wahrscheinlich nicht im Geringsten jemals die Weltsprache werden." Alles hat seine Zeit. Englisch erlangte eine gewisse Macht, aber nicht weil man es in Großbritannien spricht, genausowenig wird Halloween in Europa nachgeahmt, weil die Wurzeln in Irland liegen.
UNCLE SAM NO GOOD ! (ONKEL SAM NICHT GUT!) ""Vielleicht", sagt Dr. Reich, "abgesehen von der zufälligen Identität der Sprache, sind keine zwei Nationen so absolut und unversöhnlich unähnlich wie die Amerikaner und die Engländer", und die Idee einer zukünftigen Amerikanisierung Europas, geschweige denn der Welt, hält er für phantastisch und absurd:- Es ist schwierig für den Europäer, sich ausreichend in die amerikanische Geisteshaltung hineinzuversetzen, eine Vorstellung davon zu haben, was die wirkliche amerikanische Geisteshaltung gegenüber Europa ist. Der Amerikaner schaut auf die europäischen Großmächte sehr ähnlich wie wir Europäer auf die kleinen Staaten der Halbinsel Balkan. Er kann sich nicht vorstellen, dass Europa, wenn es nicht zu einer Art Vereinigten Europäischen Staaten zusammengeschlossen ist, in der Lage sein sollte, den amerikanischen Angriffen Widerstand zu leisten. Er hat keine Ahnung von der Individualität und damit der Vitalität jedes Landes des modernen Europas, noch weniger sieht er, dass diese Individualisierung der verschiedenen Teile Europas ein zunehmendes und nicht ein abnehmendes Phänomen ist und dass Europa dadurch nur an Stärke zunimmt. Wir können nicht leugnen, dass uns eine eingehende Studie der amerikanischen Geschichte und der amerikanischen Institutionen mit weit größeren Befürchtungen hinsichtlich einer gesunden Entwicklung Amerikas in der Zukunft erfüllt als mit einer Angst um die Geschicke Europas. Der Weg Amerikas ist übersät mit Stolpersteinen, deren Umgehung oder Überwindung seinen größten Einfallsreichtum erfordern wird."
ESPERANTO. "Einige Esperantisten hatten ein komisches Erlebnis. Drei von ihnen unterhielten sich eifrig und tauschten, wie es ihre Gewohnheit ist, während der täglichen Zugfahrt ihre Notizen aus, da sie darauf bedacht waren, sich fließend zu unterhalten. Ein Mitreisender, der gegenüber saß, lauschte eine Zeit lang den unbekannten Geräuschen, und schließlich rief er mit entrüstetem Blick aus: "Diese elenden Ausländer sollte man erschießen." Die Geschichte handelt von einem Stück mit dem des Franzosen, der, als er hörte, dass Englisch gelernt werden müsse, ausrief: "Wie dumm doch die Menschen sind. Wenn Gott dachte, Französisch sei gut genug, um die Bibel zu schreiben, dann ist es sicher gut genug, dass es alle Menschen sprechen können". ...."
Esperanto: The Next Step. (Esperanto: Der nächste Schritt.) "Die Zeit ist reif für eine universelle Schlüsselsprache, die alle anderen Sprachen ergänzt. .... Ein immenser Vorteil, den Esperanto gegenüber jeder anderen Sprache besitzt, ist, dass niemand, der es zu sprechen beginnt, das Gefühl hat, er wagt sich an die Muttersprache der Menschen, an die er sich wendet." BUSINESS. (UNTERNEHMEN.) "Es besteht wenig Diskussionsbedarf. Wir Engländer lieben es nicht, Sprachen zu lernen, und deshalb verlieren wir in der Geschäftswelt, anstatt zu gewinnen. Was Esperanto betrifft, so ist es eine sehr merkwürdige Tatsache, dass in Frankreich, Russland usw. sein Hauptfortschritt bei Pädagogen, Schulprofessoren usw. zu verzeichnen ist, die seine ideale Seite sehen, während in England die Geschäftsleute und Wissenschaftler seine großen Vorteile voraussehen und in unseren großen Städten dafür eintreten." WHAT WE CAN DO. (WAS WIR TUN KÖNNEN.) "Die Bewegung schreitet kontinuierlich voran, und jetzt ist die Zeit gekommen, in der die Esperantisten Großbritanniens und Irlands ihre Kräfte bündeln und ein zentrales Gremium bilden müssen, mit Gruppen in jeder Stadt als angeschlossene Mitglieder."
THE WORLD-MOVEMENT TOWARDS PEACE. (DIE WELTBEWEGUNG FÜR DEN FRIEDEN.) "Herr Walter Wellman trägt zur "American Review of Reviews" bei, .... Er beschreibt, dass die herrschenden Völker den Krieg mehr und mehr als Barbarei und Anachronismus betrachten." Und er bennent die AGENDA FOR THE HAGUE. (TAGESORDNUNG FÜR DEN HAAG.) "Ein Übereinkommen über die Gesetze und Gebräuche des Krieges an Land; Anpassung der "Grundsätze der Genfer Konvention" an den Seekrieg; das Verbot des Werfens von Geschossen aus Ballons, des Gebrauchs von Geschossen, ...." undsoweiter. Den guten Willen gibt es zu allen Zeiten.
ESPERANTO. ".... die Schulwelt für November enthält einen Artikel, in dem der Schriftsteller Paul Mathews sagt: "Eine Sprache wie Esperanto, so einfach, so leicht, so logisch, besitzt einen großen erzieherischen Wert und kann mit Vorteil .... als Unterrichtsfach in den Schullehrplan aufgenommen werden. Er fährt fort: "Für eine grosse Zahl von Schülern in unseren Schulen sind Latein, Französisch und Deutsch Fächer, die einen sehr geringen praktischen Wert zu haben scheinen. Wenn diese Fächer durch Esperanto ersetzt werden (in den unteren Fächern, in denen mit den Sprachen begonnen wird), ergibt sich eine Zeitersparnis (denn Esperanto erfordert nicht so viel wie die beiden Fächer), und auf dem Stundenplan wird mehr Platz für andere Fächer zur Verfügung stehen, für die wegen der Vielzahl der Anforderungen derzeit nicht genügend Zeit zur Verfügung steht. Esperanto ist in mindestens einer englischen Schule als Unterrichtsfach angenommen worden, und der Lehrer spricht begeistert von dem Interesse, das seine Wortbildungseinrichtungen bei den Schülern wecken. Darüber hinaus kann man mit Überzeugung behaupten, dass jemand, der einen Esperanto-Kurs absolviert hat, besser in der Lage sein wird, Fortschritte in Latein oder einer modernen Sprache zu machen als Schüler, die diesen Vorteil nicht hatten. ...." Bis heute (2020) wird die wissenschaftlich bestätigte propädeutische Wirkung eines vorangestellten Esperantounterrichts von den Verantwortlichen verdrängt oder mit Scheinargumenten abgewiesen.

1905 ESPERANTO. "Als ich in der "Educational Times" eine Rede von Prof. J. McFadyen über den Wert der lateinischen Sprache als erzieherische Kraft las, fand ich folgende Worte:- Latein ist eine geistige Disziplin höchsten Ranges, man kann erst dann mit der Übersetzung vom Englischen ins Lateinische beginnen, wenn man den Gedanken, den man auszudrücken hat, perfekt und klar beherrscht. .... Jedes Wort dieses Zitats ist auf Esperanto ebenso absolut zutreffend wie auf Latein; und so werden wir mit einer Tatsache konfrontiert, die manchmal vernachlässigt wird. Für den Esperanto-Anfänger ist die Seite des Esperanto, die ihn unwiderstehlich anzieht, die Leichtigkeit, mit der seine Prinzipien, Grundregeln und die synthetische Wortschöpfung erfasst werden können. Alles, was über diese Fähigkeit gesagt wird, ist absolut wahr. Sie können innerhalb weniger Stunden Bücher und Briefe lesen: aber wenn Sie anfangen, Esperanto zu schreiben, denken Sie, Sie müssen denken, denn auf Esperanto, wie auf Latein, müssen Sie klar denken, bevor Sie sich klar ausdrücken können. ...."
ESPERANTO. BREVITIES. "Die Abhandlung von Herrn Bardlyli hat viele amüsante Kommentare hervorgerufen. In der Chronique de Londres ruft M. Hamonet alle Franzosen auf, sich mit ihm zu versammeln und dabei zu helfen, "diese machiavellianische Esperanto-Verschwörung abzuwehren - deren einziges Ziel es ist, jene französische Sprache zu zerstören, die der höchste Ausdruck der Zivilisation ist". In seiner Antwort weist M. Hugon zu Recht darauf hin, dass es ein Fehler ist, Shakespeare und Schiller Charme zuzutrauen, weil sie nationale Gefühle ausdrücken. Die großen Schriftsteller sind so angesehen, weil sie die Gefühle einer weltweiten Menschheit zum Ausdruck bringen und nicht nur die einer besonderen Nationalität. Die Friedensgesellschaften sind sich jedenfalls bewusst, dass eine internationale Sprache von Wert ist. Auf Seite 302 des Berichts des letzten Weltkongresses wird die Frage an das Berner Büro mit Handlungsvollmacht verwiesen ...."
A PLEA FOR AN ANGLO-FRENCH ALLIANCE. (EIN PLÄDOYER FÜR EIN ANGLO-FRANZÖSISCHES BÜNDNIS.) "Im 19. Jahrhundert diskutiert Herr O. Eltzbacher über die Machtverhältnisse in Europa. Er behauptet, wenn der Kontinent von einer Macht beherrscht wird, werde Großbritannien seine Freiheit verlieren. Die Erhaltung des Machtgleichgewichts in Europa ist für Großbritannien wichtiger als die Monroe-Doktrin für die Vereinigten Staaten. Unsere Sicherheit, so argumentiert er, liegt bei den schwächeren Mächten Europas, und es ist unsere Politik, der Maxime zu folgen: "Unterstütze immer die schwächere Macht oder die schwächeren Mächte Europas gegenüber den stärkeren". .... Zur Erhaltung des Status quo in Europa und zur Wahrung des Friedens ist eine anglo-französische Verständigung gut, aber eine anglo-französische Allianz wäre besser. .... "
ESPERANTO. #ErsterEsperantoWeltkongreß "Die Vorbereitungen für den großen Kongress in Boulogne am 1. August gehen zügig voran, aber M. Michaux, der mit Korrespondenz überhäuft wird, würde sehr gerne die nationalen Anfragen zentralisieren, und Herr C. Reeve, 40, Crofton Road, Camberwell, hat eingewilligt, alle britischen Anfragen nach Eintrittskarten und Zimmern entgegenzunehmen und weiterzuleiten. Die Eintrittskarten für all die verschiedenen Diskussionen usw. für die zehn Tage werden 2s 6d betragen; mit dem vollständig beschreibenden "Guide to the Congress " (der Porträts, Stadtplan, Hotels, Unterkünfte, usw., usw. enthalten wird) fünf Franken. Die Eintrittskarten und der Führer werden hoffentlich in der ersten Juliwoche fertig sein, doch können die Anträge sofort eingereicht werden, da es wünschenswert ist, die Anzahl der benötigten Eintrittskarten und Führer zu schätzen."
THE HAGUE THE CAPITAL OF THE WORLD. (DEN HAAG DIE HAUPTSTADT DER WELT.) "James F. Barnett drängt die Vereinigten Staaten, das berühmte Haus De Witt, das so genannt wird, weil es unmittelbar vor der Ermordung der Brüder De Witt ihr Zuhause war, für ihre Gesandtschaft in Den Haag zu kaufen. Es wird als ein geräumiges Haus mit fünfundzwanzig Zimmern beschrieben, das sich für diesen Zweck in der besten und günstigsten Lage der Stadt befindet. Die Innenausstattung wird als in schöner alter Eiche ausgeführt beschrieben. .... "
Languages and Letter-writing, (Sprachen und Briefeschreiben,) DR. ZAMENHOF AND THE ESPERANTO CONGRESS. (DR. ZAMENHOF UND DER ESPERANTO-KONGRESS.) #ErsterEsperantoWeltkongreß
"Der Doktor hat soeben einen Brief verschickt, der in gewisser Weise als offiziell angesehen werden kann. Viele haben von dem großen internationalen Kongress gehört, der vom 3. bis zum 15. August in Boulogne stattfinden wird. Ein erwartetes Ergebnis ist die Bildung eines Zentralkomitees für die Kontrolle der mit der Sprache verbundenen Angelegenheiten. Wenn das gegenwärtige Fortschrittstempo beibehalten wird, kann unmöglich ein einziger Mann weiterhin die vielfältigen Angelegenheiten regeln, die sich unaufhörlich ergeben, und es muss daran erinnert werden, dass wahrscheinlich jeder Esperantist, sogar der Arzt selbst, sich erst dann um diese Angelegenheiten kümmern kann, wenn die Broterwerbsarbeit des Tages beendet ist. .... Seit langem hat er erkannt, dass die Ernennung eines Zentralausschusses eine Notwendigkeit ist. .... "
LITERATUR "Unser Bestand wird ständig erweitert. .... Es ist gesagt worden, dass Esperanto-Literatur ein Original und niemals eine Übersetzung sein sollte. Aber Jules Verne starb, bevor er mehr tun konnte als planen (er war Präsident der Amiens-Gruppe), und außer Dr. Zamenhof selbst haben wir bisher nur wenige prominente Autoren in unseren Reihen. Diese werden noch kommen. In der Zwischenzeit haben wir die Schätze der Welt zu übersetzen, .... "
NOTICES. (ANMERKUNGEN.) Auf dem Internationalen Lithographenkongress in Mailand im vergangenen Jahr wurde beschlossen: "Der Fünfte Internationale Lithographenkongress wünscht, dass in allen Sektionen der verschiedenen nationalen Verbände eine aktive Propaganda für die Verbreitung der internationalen Sprache Esperanto betrieben wird, damit sich die Arbeiter auf der ganzen Welt ohne die Hilfe von Dolmetschern verständigen können". Britische Esperantisten, die die Hoffnung haben, an dem Kongress in Boulogne teilnehmen zu können, werden gebeten, der Vereinigung ihren Wunsch mitzuteilen. Die üblichen Tarife von London nach Boulogne betragen für den Bankfeiertag im August 10s. 6d. mit Rückfahrt. .... "
The Tower of Babel : More Languages in Austria-Hungary. (Der Turmbau zu Babel: Mehr Sprachen in Österreich-Ungarn.) In den europäischen Reichen krieselte es. "Die Ungarn haben bereits in der Armee auf ihre eigene Sprache bestanden. Jetzt beharren die Kroaten auf ihrer. Es fängt an, Sprachen zu regnen." Manche fordern "die Notwendigkeit einer Vereinbarung, eines Bündnisses mit Russland .... und sei es auch nur, um an den Ostgrenzen Deutschlands das für das Gleichgewicht der Kräfte unerlässliche Gegengewicht wieder herzustellen."
The Progress of Esperanto. The Progress of the World. (Der Fortschritt des Esperanto. Der Fortschritt der Welt.) #ErsterEsperantoWeltkongreß "Eine bequeme Schlüsselsprache für die Menschheit. Nächsten August trifft sich eine Konferenz von Esperantisten aus allen Ländern in Boulogne, um den Erfinder des Esperanto, Dr. Zamenhof aus Warschau, zu begrüßen. Es ist leicht, über Esperanto zu spotten, vor allem, wenn man es nie gelernt hat, und es ist ganz natürlich, dass die Briten auf der Insel behaupten, dass Englisch die Sprache des Planeten sein sollte. Aber jeder, der jemals die Erfahrung gemacht hat, wie schwierig es ist, eine wirklich internationale Konferenz abzuhalten, muss mit Hochachtung und Dankbarkeit das Genie betrachten, dem es gelungen ist, eine rein künstliche, absolut logische und konsistente Schlüsselsprache zu entwerfen, die es Männern aller Sprachen ermöglicht, sich problemlos in einer Lingua franca miteinander zu unterhalten. Es sind viele Versuche unternommen worden, eine Schlüsselsprache zu konstruieren. Keiner von ihnen hat auch nur annähernd den Erfolg von Dr. Zamenhof erreicht, weder bei der Rahmung der Sprache auf einfachsten Linien noch bei der Sicherstellung ihrer Übernahme durch so viele lebende Völker. Die Konferenz in Boulogne, die eine Woche dauern wird und am 5. August beginnt, verspricht eine der interessantesten internationalen Konferenzen des Jahres zu werden. Ich hoffe, dass ich dort sein werde, und freue mich darauf, so viele meiner Freunde wie möglich zu sehen."
WANTED, A GREAT ANTI-GERMAN LEAGUE. (ERWÜNSCHT, EINE GROßE ANTIDEUTSCHE LIGA.)
Konflikte innerhalb Europas, welche später in den ersten Weltkrieg mündeten, wurden offensichtlich. "Das Problem für England ist daher, wie kann es die gefährlichen Tendenzen Wilhelms II. eindämmen?— An erster Stelle stehen die Partner Preußens im Deutschen Reich, wie Sachsen und Bayern, und an zweiter Stelle die Verbündeten Deutschlands im Dreierbund, nämlich Kaiser Franz Joseph und der König von Italien. Werden sie nicht eingreifen und Europa vor der Potsdamer Gefahr retten, die eine unendlich größere Bedrohung für das Wohlergehen der zivilisierten Welt darstellt .... ? .... Wenn es in Europa eine konstruktive Staatskunst gibt, dann sollten wir die Bildung eines großen Friedensbundes erleben, der all jene Nationen umfasst, die nicht nach den Gütern ihres Nachbarn verlangen. Die Krise verlangt nach einer Kombination. Vielleicht ist Frankreich heute an der Reihe, aber morgen sind wir an der Reihe. Jede Hauptstadt in Europa, von Christiania bis Den Haag, von Den Haag bis Madrid, von Madrid bis Budapest und von Budapest bis St. Petersburg, ist gemeinsam und einzeln daran interessiert, die verschlingenden Ambitionen, die in Potsdam im Mittelpunkt stehen, zu überwachen. .... Es ist offensichtlich, dass der große rote Drache der Apokalypse kein anderer als das Deutsche Reich sein kann." Die Frage, wer am Ersten Weltkrieg Schuld hatte, läßt sich nicht so einfach mit einem einzigen Schuldigen beantworten. Alle Nationalstaaten waren sehr auf sich fixiert. Die einen koloniserten die Welt, andere waren in Reiche integriert, welche nicht wirklich ihre waren. Und dazwischen Deutschland, das sich besonders benachteiligt fühlte. Zu jenen, die keinen eigenständigen Staat auf den Landkarten vorweisen konnten, gehörten die Polen."
THE RUSSIAN POLES OF TO DAY. Their Grievances and their Hopes. (DIE RUSSISCHEN POLEN VON HEUTE. Ihre Klagen und ihre Hoffnungen.) "Herr David Bell Macgowan trägt zum Juli-Jahrhundert einen sehr interessanten Bericht über das russische Polen in seiner heutigen Form bei. Er nennt seinen Artikel "Die Zukunft Polens", aber wichtiger ist, was darin über den "gegenwärtigen Zustand des Landes" gesagt wird. Er zitiert die folgende Aussage des polnischen Verfahrens gegen Russland aus dem Mund eines professionellen Mannes, der ein einflussreiches Mitglied der Nationalen Demokratie ist."
THE GRIEVANCES OF THE POLES. (DIE KLAGEN DER POLEN.) "Warum sollten die Polen loyal sein? fragte er:- Obwohl wir nur ein Zwölftel der Bevölkerung des Reiches ausmachen, versorgen wir heute, im Dezember 1904, vierzig Prozent der Truppen in der Mandschurei. Unsere Grundsteuern sind achtmal so hoch wie in Russland. Der Eisenbahntarif für Getreide beträgt fünfundsiebzig Kopeken von Odessa bis Warschau, zweiundneunzig Kopeken von Lublin, einer polnischen Stadt an derselben Eisenbahnlinie, und nur ein Fünftel bis Odessa. .... "
WHAT THE POLES WANT. (WAS DIE POLEN WOLLEN.) "Die Nationale Demokratie weigert sich, die Verpflichtungen der dreigliedrigen Loyalität anzuerkennen. Wir wollen zukünftige Unabhängigkeit, wie Ungarn. Für die Gegenwart fordern wir die Anerkennung rationaler Rechte, während wir im Russischen Reich bleiben. Dies ist das Programm der übergroßen Mehrheit des polnischen Volkes. Die Nationale Demokratie ist das wichtigste Organ für die Unterweisung des Volkes, insbesondere der Bauern und Handwerker, in der Geschichtsgeographie. Sie verbreitet eine immense Anzahl von Zeitungen, die in Galicien gedruckt werden. Es gibt spezielle Organe für die gebildeten Klassen, die Bauern, die Schulkinder. .... "
WHAT THE POLES ASK FOR. (WAS DIE POLEN VERLANGEN.) "Letztes Jahr wurden die Polen aufgefordert, anzugeben, was sie von der Regierung Russlands erhalten sollen:- ....
1. Die Verwendung der polnischen Sprache in den Schulen, an den Höfen und in den öffentlichen Ämtern.
2. Die Ernennung von Polen in allen öffentlichen Ämtern.
3. Selbstverwaltung auf Wahlbasis in Stadt und Land, ....
4. Gewissensfreiheit. ....
Die Forderungen der litauischen Polen, die etwa zur gleichen Zeit in Petitionen an Fürst Mirsky gestellt wurden, betrafen daher die Rechte einer Minderheitsbevölkerung. Sie bitten darum, Polnisch frei sprechen zu dürfen, auf Privatkosten Schulen in polnischer Sprache zu halten, ihren Gottesdienst frei von Belästigung zu verrichten sowie Land zu besitzen und Geschäfte zu den gleichen Bedingungen wie andere russische Untertanen zu betreiben. Mit anderen Worten, sie fordern die gleichen Privilegien, die deutsche Untertanen und Bewohner des Reiches bereits frei genießen."
WHAT HAS BEEN GIVEN THEM ? (WAS HAT MAN IHNEN GEGEBEN?) "Der Herausgeber des Jahrhunderts fügt dem Artikel von Herrn Macgowan die folgende Notiz bei:- Da der obige Artikel der Presse zur Verfügung gestellt wurde, hat der Zar in einem Reskript vom 16.(?) Mai 1905, viele der restriktiven Verordnungen, unter denen Polen gelitten hat, aufgehoben. Es wird die Erlaubnis erteilt, die polnische und litauische Sprache in den Grund- und Mittelschulen einzuführen; die Versammlungen der polnischen Adligen werden wieder eingerichtet; der Landkauf durch katholische Bauern ist erlaubt; und diese Maßnahmen, so versteht sich, sind von der örtlichen Selbstverwaltung durch den Zemstvo zu befolgen. Sollten diese Reformen in Kraft gesetzt werden, wird das Ergebnis eine völlige Umkehr der russischen Politik in Polen bedeuten."
PROGRESS OF ESPERANTO. (FORTSCHRITTE VON ESPERANTO.) .... Dr. Zamenhof selbst wird natürlich in Boulogne sein. ....
"DER ERSTE ESPERANTO-WELTKONGRESS" #ErsterEsperantoWeltkongreß ESPERANTO. In unserer Juli-Nummer enthielt "Progress" eine Mitteilung über den Kongress von Boulogne (der noch vor Erscheinen dieser Nummer abgeschlossen sein wird). Diese wurde ins Esperanto übersetzt, und da unsere Korrespondenten oft um ein Sprachexemplar bitten, gebe ich den Auszug aus der Boulogne Times vom 20. Juli wieder. Die Juli-Rundschau wird natürlich den Schlüssel liefern:- La Progresado de Esperanto.
Dum kiam regnestaro en la mondo sin konstante okupas pri la preparado de la milito, la idealistoj, kiuj tamen konservas por revo al paco, daurigadas sian laboradon en la mallumeco. .... "Werden unsere Leser, anstatt sich empört von dem obigen Absatz abzuwenden oder sich über ihn lustig zu machen, einen Moment innehalten und darüber nachdenken, ob es für Einheimische aus mindestens sechzig Ländern, die sich die Mühe gemacht haben, eine Woche lang Esperanto zu lernen, verständlich ist, ob nicht nur die Gelehrten, sondern auch das einfache Volk es lernen kann, und darüber nachdenken, dass ein in dieser Sprache herausgegebenes Manifest ein ungeheures Instrument für den Mann sein wird, der etwas über die Tendenz unserer Zeit zu gemeinsamen Anstrengungen für jede große Sache weiß.

I.— DR. ZAMENHOF, THE AUTHOR OF ESPERANTO. (DR. ZAMENHOF, DER AUTOR VON ESPERANTO.)
I.— ESPERANTO TO THE RESCUE. (ESPERANTO ZUR RETTUNG.)
II.— THE INVENTOR OF ESPERANTO. (DER ERFINDER DES ESPERANTO.)
III. — THE KEY-LANGUAGE OF THE WORLD. (DIE SCHLÜSSELSPRACHE DER WELT.)
IV.— THE INTERNATIONAL CONGRESS. (DER INTERNATIONALE KONGRESS.)
Ein Interview mit Zamenhof
I.— DR. ZAMENHOF, THE AUTHOR OF ESPERANTO. (DR. ZAMENHOF, DER AUTOR VON ESPERANTO.)
I.— ESPERANTO TO THE RESCUE. (ESPERANTO ZUR RETTUNG.)
"Erklären Sie mir, Herr Dr. Zamenhof", sagte ich zu dem bescheidenen Erfinder der neuen Schlüsselsprache der Welt, "sind Sie bereit, sind Sie bereit, den Versuch zu unternehmen, Österreich-Ungarn vor dem Ruin zu retten?"
"Wie?"sagte Dr. Zamenhof in einem Interview. Die Idee schien ihn nicht zu erschrecken, nicht einmal grotesk genug, um ein Lächeln zu provozieren. Für Esperantisten sind alle Dinge möglich. Dr. Zamenhof wartete geduldig auf eine Erklärung.
"Ich glaube, Sie können es schaffen", sagte ich. "Wenn Sie es nicht tun können, kann es niemand tun. Sie wissen natürlich, dass der Fels, an dem der Doppelstaat, das Imperium-Königreich, zerbricht, die Sprachenfrage ist. Die Magyaren rebellieren gegen die Verwendung des Deutschen als Militärsprache, in der das Befehlswort in der ungarischen Armee gegeben wird. Es ist Deutsch gewesen, und der Kaiser besteht darauf, dass es bis zum Ende der Zeit Deutsch bleiben muss. Die Ungarn schwören, dass ihre Soldaten von nun an kein deutsches Wort mehr verstehen werden. Sie müssen in Magyar oder gar nicht herumkommandiert werden. Die Dinge sind in einer Sackgasse. Und gegenwärtig geht es am menschlichen Verstand vorbei, sich einen Ausweg aus der Sackgasse auszudenken."
"Stimmt", sagte Dr. Zamenhof, "und es gibt keinen Ausweg. Sie werden sich trennen."
"Es sei denn," rief ich aus, "Sie kommen mit Esperanto zur Rettung. Es ist die letzte Hoffnung des großen mitteleuropäischen Reiches - des Königreiches. Die beiden Völkerschaften werden sich niemals darauf einigen, die Sprache des jeweils anderen als Verkehrssprache der Armee zu übernehmen. Die Deutschen behaupten, dass die Ersetzung der Magyaren in der Befehlsgewalt nur das Verlassen der Hoheitsgewässer bedeuten würde. Andere Nationalitäten würden dasselbe Privileg beanspruchen, und wir sollten anstelle einer Armee eine polyglotte Anarchie haben.
Wenn der Staat nicht zusammenbrechen soll, muss es eine einheitliche Sprache geben, in der alle Kommandowörter gegeben werden können. Das ist eine conditio sine qua non Nummer eins. Und diese Sprache muss eine Sprache sein, die keine nationalen oder rassischen Feindseligkeiten hervorruft. Deutsch ist das Symbol der Aszendenz. Ungarisch ist das Zeichen der sprachlichen Anarchie. Es scheint mir, in nüchternem Ernst gesprochen, dass in Esperanto, und nur in Esperanto, die einzige Hoffnung liegt, das österreichische Kaiserreich vor dem Zerfall zu retten. Esperanto erregt keine Vorurteile. Es ist das Symbol für keine Rassenherrschaft. Seine Annahme würde den Schrecken des sprachlichen Chaos für immer abwenden. Esperanto würde sofort die Einheit der militärischen Kommandowörter sichern und alle Befürworter der Desintegration entwaffnen, indem es einen einfachen, offensichtlichen, funktionierenden Kompromiss bietet, bei dem - durch die einheitlichen Notwendigkeiten der königlichen und kaiserlichen Armee mit den sensiblen, die die Eifersüchteleien aller verschiedenen Volksgruppen besitzenden Autoritäten der Habsburger moniert werden könnten".
Dr. Zamenhof schüttelte den Kopf. "Es wäre vielleicht machbar, sagte er, "wenn die Magyaren mit etwas anderem als ihrer eigenen Sprache zufrieden wären. Sie wollen nicht nur die deutsche Sprache ablegen, sondern die ungarische Sprache aufwerten. Esperanto könnte ihnen vielleicht Deutsch nehmen*, aber es würde ihr Streben nach der Etablierung des Ungarischen nicht befriedigen. Ich weiß, wie intensiv der Kampf um die Sprache ist. Habe ich es in Polen nicht gesehen? Nichts weniger als die Akzeptanz der eigenen Sprache befriedigt die revoltierende Nationalität".
Ich war widerwillig gezwungen, zuzugeben, dass der Doktor vielleicht Recht haben könnte. Sprache ist wie die Flagge. Sie ist ein Symbol, ein Sammlungspunkt. Das Oiflarnme der kämpfenden Nationalitäten ist ihre Sprache. Die Wiederbelebung des Bulgarischen ging der Befreiung Bulgariens voraus. Die Wiederbelebung der fast vergessenen irischen Sprache ist das bemerkenswerteste Zeichen der keltischen Wiederbelebung in Irland.
Wenn eine Nationalität beginnt, ihr Recht auf eine unabhängige Existenz geltend zu machen, besinnt sie sich auf ihre Muttersprache als Talisman des Sieges. Grammatiken und Wörterbücher sind die Waffen der philologischen Rebellion, und die Leidenschaft des Volkes teilt die wilde Begeisterung des mittelalterlichen Grammatikers für korrekte Theorien unregelmäßiger Verben. Aber ich konnte die letzte Hoffnung auf eine österreichisch-ungarische Rettung nicht so leicht aufgeben.
"Es mag so sein", sagte ich zu Dr. Zamenhof. "Das Schicksal Österreichs mag im Buch der Schicksale geschrieben stehen. Aber wenn der Fall nicht so verzweifelt ist, dann bietet Esperanto eine goldene Brücke über die Kluft, die sich vor dem Kaiserkönig auftut."
"Haben Sie entweder Österreicher oder Ungarn zu diesem Thema befragt?" fragte Dr. Zamenhof.
"Der einzige Untertan und Freund des Kaiser-Königs, mit dem ich die Frage diskutierte, war wütend. Er war ein Botschafter, ein großer Philologe, der den Schlüsselsprachen aller Art viel Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Als Philologe bevorzugte er Volapük und verabscheute Esperanto. Aber als Staatsmann gab er vorbehaltlos zu, dass die fast unvorstellbare Leichtigkeit, mit der Esperanto erworben werden konnte, einen neuen Faktor in die Beziehungen zwischen Staaten und Nationalitäten einführte".
"Ich erinnere mich", sagte Dr. Zamenhof, "seine Hauptbeschwerde gegen Esperanto war, dass es so leicht zu erlernen war, dass, um seine eigenen Worte zu zitieren, schurkische Anarchisten mit einer Grammatik und einem Wörterbuch in einem halben Dutzend Lektionen ganz ausreichend Esperanto erwerben konnten, um auf der ganzen Welt miteinander kommunizieren zu können".
"Ja", antwortete ich. "'Eine Sprache der Diebe' nannte er sie, die als Gefahr für die Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung in Europa unterdrückt werden sollte. Volapük, sagte er, sei viel höher in der Skala. Es sei ebenso schwer zu erlernen wie jede andere Sprache, ob alt oder modern.
Aber Esperanto - es war so einfach zu lesen, so konsequent, - so elementar, dass es jeder in einem Monat lernen konnte; und wo wäre dann die nutzlose Barriere der sprachlichen Unterschiede, die gegenwärtig die internationalen Träume der Sozialisten undurchführbar macht? Aber der gute Diplomat sah nicht, dass Esperanto in seinem eigenen Staat ein Instrument bot, das im Interesse des Souveräns so eingesetzt werden konnte, wie er befürchtete, dass es im Interesse der kosmopolitischen Revolution eingesetzt werden könnte".
"Nun", sagte Dr. Zamenhof, "was könnte man tun?"
"Gesucht wird ein militärisches Lehrbuch in drei Sprachen - Deutsch, Esperanto und Ungarisch.
Wenn alle Befehlswörter in parallelen Spalten nebeneinander gedruckt sind - Esperanto in der Mitte, Deutsch und Ungarisch auf beiden Seiten - dann können die Staatsmänner von Wien und Budapest mit der Diskussion der Frage beginnen. Produzieren Sie Ihr Lehrbuch!" rief ich aus.
"Lassen Sie Ihren besten magyarischen Militär-Esperantisten eine so kleine Broschüre zusammenstellen und die Sache wird für sich selbst sprechen. Vorurteile und Apathie sind vielleicht zu stark. Aber Sie werden Ihre Pflicht getan haben, auch wenn Sie scheitern. Wenn Sie Erfolg haben, wird eine große europäische Krise durch Esperanto abgewendet worden sein, dessen Name und Ruhm bis an die äußersten Enden der Erde reichen wird".
Ich bin nicht ohne Hoffnungen, dass Dr. Zamenhof auf diese Anregung hin handeln kann. Welchen Empfang sie bei den streitenden Parteinehmern in Wien und Budapest finden wird, lässt sich nicht sagen. Aber die bloße Erörterung einer solchen Lösung bringt Esperanto als einen möglichen Faktor von erster Bedeutung in den politischen und militärischen Angelegenheiten des zwanzigsten Jahrhunderts ins Spiel.

II.— THE INVENTOR OF ESPERANTO. (DER ERFINDER DES ESPERANTO.) #ErsterEsperantoWeltkongreß
Dr. Zamenhof, der gestern noch als Spinner angesehen wurde, erlangt heute weltweite Anerkennung als weltweiter Wohltäter. Der Kongress der Esperantisten in Boulogne im vergangenen Monat markiert den Übergang von der Periode der Unklarheit und des Spottes zu einer festen Grundlage für die allgemeine Anerkennung. Eine neue Maschine für den Personen- oder Gütertransport zu erfinden, das Teleskop zu verbessern oder zu entdecken, wie man die Leistung des Mikroskops steigern kann - all dies sind bemerkenswerte Errungenschaften auf ihre Art. Aber um wieviel größer die Aufgabe, der sich Dr. Zamenhof nicht erfolglos widmete! Eine Sprache für die universelle Menschheitsfamilie zu schaffen, aus den unzähligen Dialekten der menschlichen Rasse ein gemeinsames Vehikel für den Austausch von Gedanken, für den Ausdruck von Emotionen zusammenzusetzen - das war sicherlich ein ebenso kühnes Unterfangen, wie es ehrgeizige Menschenkinder immer wieder in die Vernichtung gelockt hat. Und doch hat Dr. Zamenhof dieses wunderbare, fast unglaubliche Werk vollbracht, mit einem Erfolg und einer Vollständigkeit, die fast unglaubwürdig ist.
Eine solche Aufgabe in der Kindheit zu übernehmen, sie inmitten aller möglichen Entmutigungen im Erwachsenenleben unbeirrt zu verfolgen und nun zu sehen, wie sein Esperanto mit einhelliger Begeisterung von einem großen internationalen Kongreß begrüßt wurde, der von Tag zu Tag den Nutzen der neuen Sprache als Schlüssel zu allen Sprachen unter dem Himmel bewies - das war Dr. Zamenhofs glückliches Glück. Die Geschichte einer solchen Romanze unserer letzten Tage ist es wert, erzählt zu werden.
Dr. Zamenhof ist ein Russe aus Litauen. Er wurde in Białystok, einer Kleinstadt in Grodno, geboren, drei Jahre nach dem Ende des Krimkrieges, in dem Jahr, als Napoleon in seinen italienischen Feldzügen dem Prinzip der Nationalität die Schutzherrschaft des Reiches übertrug. Er ist daher heute erst sechsundvierzig Jahre alt. Seine Eltern scheinen sich in vergleichsweise einfachen Verhältnissen befunden zu haben. Sie waren jedenfalls wohlhabend genug, um den jungen Zamenhof zunächst auf das Gymnasium und danach auf die Universität zu schicken.
Die ursprüngliche Inspiration, die ihn dazu brachte, sein Leben der Bildung von Esperanto zu widmen, führt er auf das Spektakel zurück, mit dem er in den Straßen seiner Geburtsstadt ständig konfrontiert wurde. Am Knie seiner Mutter wurde ihm im Heiligtum der Heimat gelehrt, dass alle Menschen Brüder seien - dass Gott alle Völker, die auf Erden wohnen, aus einem Blut gemacht habe, dass Brüderlichkeit und Menschlichkeit die großen Worte des 19. Jahrhunderts. Doch als er über die Schwelle trat, fand er sich in einer Welt wieder, die auf der Verleugnung dieser grundlegenden Elemente der christlichen Religion beruhte. Białystok war von Russen, Polen, Deutschen und Juden bewohnt. Jede dieser vier Völkerschaften lebte für sich allein. Für die Polen waren die Russen Ausländer.
Die Juden hatten keinen Umgang mit den Deutschen. Dass alle einander angehörten, war das Letzte, was den vier Völkern Białystoks bewusst war. Vielmehr waren sie alle untereinander verfeindet, Rivalen zumindest, wenn nicht sogar Feinde, und jeder war in das tägliche Studium vertieft, wie er seine eigenen Interessen auf Kosten seiner schwächeren Nachbarn verteidigen konnte. Zamenhof war verblüfft über den Kontrast zwischen den Realitäten in Białystok und den ethischen Idealen seiner Heimat. Wie ein Kind sinnierte er viel über die Ursachen dieses Kontrastes. Er sah, dass irgendwo etwas nicht stimmte. Aber wie oder warum die Dinge so gegensätzlich zu dem waren, was sie sein sollten, konnte er nicht entdecken. Endlich schien es dem grübelnden Kind, dass der Unterschied in der Sprache, durch den sich jede der vier Sektionen seiner Mitbürger wie hinter einem Wall verschloss, das Zeichen, wenn nicht gar der Ursprung des Mangels an Brüderlichkeit war, der ihm so schrecklich erschien. Seine Schlussfolgerung, die bei jedem Schritt bestätigt wurde, war, dass die Vielfalt der Sprache die einzige oder zumindest die Hauptursache ist, die die Menschheitsfamilie trennt und in feindliche Lager spaltet. Ob richtig oder falsch, der Junge glaubte, er habe den Teufel und den wahren authentischen Antichristen der Welt gefunden.
Die Zungenverwirrung, die das Alte Testament mit dem Turmbau zu Babel verbindet, schien ihm eine Art zweiter Sündenfall zu sein. Durch Evas Übertretung fiel der Mensch, aber durch die Sprachverwirrung verlor die Menschheit ihre Einheit und wurde kopfüber auf den abwärts führenden Weg zu endlosem Streit getrieben. Wie es oft bei glühenden Naturen geschieht, geht die Weihe des Lebens an hohe Bestrebungen auf eine klare Wahrnehmung konkreten Unrechts zurück. Der Kampf um die Erlangung des Himmels wird oft durch eine schrecklich lebendige Vision der Hölle eingeleitet, und der Teufel hat auf diesem Weg oft als unfreiwilliger Schulmeister gehandelt, um die Menschen zu Christus zu führen. Der junge Zamenhof hat seinen Teufel ausfindig gemacht. "Bist du da, o mein Feind?
So nimm denn, übler Schurke! "So weise war er schon als Jugendlicher auf dem Kriegspfad, und auf dieser Linie kämpft er bis heute.
Und mit der Vision des grässlichen Hasses und der vergeudeten Unzufriedenheit, die durch die Verwirrung der Zungen entstand, kam ihm eine frohe Prophezeiung über einen möglichen Sieg.
In "A Glance Behind the Curtain" legt Lowell dem Cromwell einige Überlegungen in den Mund, die für den prophetischen Instinkt des Jungen Zamenhof so relevant sind, dass ich mich nicht entschuldigen muss, sie ausführlich zu zitieren:-
Möglicherweise
Bin ich einer, der vom allmächtigen Arm erhoben wird
Um der ganzen Welt eine große Wahrheit zu bezeugen.  ....
Ob Dr. Zamenhof ein religiöser Mann im herkömmlichen Sinne des Wortes ist oder nicht, weiß ich nicht.
Dass er, nachdem er die Verheißung des Kommens der Stadt Gottes, in der die Menschen in einer Rede sprechen und in Einheit zusammenleben werden, schon in weiter Ferne gesehen hat, sehr tapfer nach vorne drängte, um seinen Teil zur Verwirklichung seines Ideals beizutragen, kann nicht geleugnet werden. Wie diejenigen, die die Verheißungen empfangen hatten, wandelte er im Glauben, als sähe er die Dinge unsichtbar. Als Junge, so erzählt er uns naiv, glaubte er, dass "Erwachsene" allmächtige Macht besäßen, und er versprach sich selbst, dass er, wenn auch er erwachsen sei, dieses Übel der gegenseitig unverständlichen Sprachen völlig zerstreuen würde. Die schöne Vision verblasste. Als er in seine Jugendjahre kam, erkannte er, dass die Allmacht der Erwachsenen stark eingeschränkt war. "Eine nach der anderen warf ich meine verschiedenen kindlichen Utopien beiseite, aber den Traum von einer einzigen Sprache für die ganze Menschheit konnte ich nie zerstreuen. Auf düstere Art und Weise, ohne festgelegten Plan, lockte er mich in gewisser Weise an. Dr. Zamenhof folgte dem Glanz. Er absolvierte das Gymnasium mit Kenntnissen in Russisch, Polnisch, Französisch und Deutsch.
"Ich spreche kein Englisch", sagte Dr. Zamenhof.
"Aber als Schriftsprache ist sie mir nicht unbekannt.
Ich übersetzte 'Hamlet' ins Esperanto, und in der Tat verdankt Esperanto der englischen Sprache viel".
"Es ist der Erbe aller Sprachen", sagte ich. "Ein Esperantist bewies mir beim Frühstück, dass seine Wurzeln unvoreingenommen den lateinischen, germanischen und russischen Sprachen entlehnt sind. Aber in welcher besonderen Weise hat Englisch geholfen?"
"Es war, als ich in der fünften Klasse des Gymnasiums war", sagte Dr. Zamenhof, "als ich nach langem mühsamen Durchackern der griechischen und lateinischen und französischen und deutschen Grammatiken zum ersten Mal auf Ihre englische Sprache stieß. Ah, was für eine Erleichterung! Die Einfachheit Ihrer Grammatik hat mich verzaubert. Ich sah, dass die ungeheure Komplexität der grammatikalischen Formen keine Notwendigkeit war, sondern lediglich das blinde Ergebnis einer zufälligen Geschichte. Das gab mir den Hinweis auf die Vereinfachung der Sprache; auf die Eliminierung aller unnötigen Formen, die Reduktion der Wissenschaft der Sprache auf ihre rudimentären Elemente; und führte mich schließlich zu der winzigen esperantistische Grammatik, die nur wenige Seiten füllt".
"Der erste Lichtstrahl, haben Sie gesagt, war englisch. Was war der zweite?"
"Russisch. Es kam, als ich in der sechsten oder siebten Klasse am Gymnasium war. Eines Tages bemerkte ich die Schilder an den Schaufenstern. Es gab einen Getränkeladen, einen Süßwarenladen und so weiter. Plötzlich dämmerte es mir, dass ich mit Hilfe von Suffixen aus einem Wortstamm eine unendliche Anzahl von Wörtern machen könnte. Ich spürte den Boden unter meinen Füßen. 'Heureka!' Ich weinte, und von diesem Moment an arbeitete ich hart an der Idee der Suffixe.
Endlich stand der Mechanismus der Sprache vor mir, als läge er auf meiner Handfläche, und inspiriert von Liebe und Hoffnung begann ich, systematisch zu arbeiten.
"Wann wurde die Sprachbombe ausgelöst?"
"Wir betrachten den 5. Dezember 1878 als den Geburtstag.
Ich war damals in der achten Klasse des Gymnasiums, und wir feierten mit meinen Mitschülern die Geburt der neuen Sprache und sangen eine Hymne, deren einleitende Worte die Hoffnung, die in uns lag, hinreichend deutlich machen.
Und hier, um dem Leser die neue Sprache im Originaltext, in dem der Gründer seine Bestrebungen verkörperte, vorzustellen, drucke ich in Esperanto die erste Strophe des esperantistischen Hymnus nach, eine Art internationale "Marseillaise", die in Boulogne immer wieder gesungen wurde, .... ;-
    "La Espero" in Esperanto.
En la mondon venis nova sento,
Tra la mondo iras forta voko ;
Per flugiloj de facila vento
Nun de loko fluju gi al loko.  ....
Da haben Sie den Grundton des Esperanto. Es ist der verkörperte Ausdruck der Hoffnung des Menschen, der artikulierte Schrei der Menschheit nach der Verwirklichung jener "lieben und zukunftsweisenden Vision, die eifrige Herzen erwarten", wenn von Mensch zu Mensch die ganze Welt von Brüdern .... sein soll.
Doch obwohl er dem Schein über Bergketten gigantischer Lexika und durch Sumpfgebiete von Grammatiken folgte, verlor er manchmal den Mut. Die Sprache der Menschen schien ihm manchmal ein so kolossales und doch so verräterisches Instrument zu sein, dass er oft ausrief: "Weg mit den Träumen! Diese Arbeit ist jenseits der menschlichen Kräfte." Aber trotz alledem kehrte er immer wieder zu seinem Traum zurück. Er hielt ihn, wie die Suche nach dem Heiligen Gral die Ritter am Hofe König Artus' einschränkte. Auch durfte er nie lange den Wanderfeuern folgen.
Über die Zeit, als er vom Gymnasium in die zweite Klassische Schule in Warschau wechselte, erzählt er uns: "Ich war eine Zeitlang von den toten Sprachen verführt und träumte, dass ich eines Tages durch die Welt reisen und die Menschheit mit flammenden Worten dazu bewegen würde, eine dieser Sprachen für den allgemeinen Gebrauch wiederzubeleben.
Später, ich weiß nicht mehr, wie, kam die Überzeugung zu mir, dass das unmöglich sei, und ich begann undeutlich von einer neuen und künstlichen Sprache zu träumen.
Herr Malthus Holyoake, so scheint es, schwelgt immer noch in dem vergeblichen Traum, dass alle Nationen dazu gebracht werden können, sich darauf zu einigen, eine ihrer eigenen Sprachen als lingua franca der Menschenvölker anzunehmen. Es ist der vergeblichste aller vergeblichen Träume.
Kein Volk ist so allgemein vertraut und geliebt, dass es auf die Annahme seiner Sprache als Schlüsselsprache der Welt hofft. Solche "Wanderfeuer" eitler Phantasie mögen andere in die Irre führen, aber Dr. Zamenhof kehrte bald zum wahren Glauben zurück.
Doch obwohl er seiner Entdeckung treu blieb, schreckte er anfangs vor der Arbeit der Propaganda zurück. Nachdem er 1878 den Geburtstag der Sprache gefeiert hatte, ging er an die Universität, wo er, da er sah, dass er in einer glorreichen Minderheit war, und nichts anderes als Spott und Verfolgung voraussah, beschloss, seine Arbeit vor den Augen aller zu verbergen:-
Fünfeinhalb Jahre lang, während ich an der Universität war, habe ich mit niemandem darüber gesprochen. Das war eine sehr schwierige Zeit für mich. Die Geheimniskrämerei quälte mich. Da ich gezwungen war, meine Gedanken und Pläne sorgfältig zu verbergen, ging ich kaum irgendwo hin, nahm an nichts teil, und die angenehmste Zeit des Lebens - die Studentenjahre - war für mich die traurigste. Manchmal bemühte ich mich, Ablenkung in der Gesellschaft zu finden, aber ich fühlte mich als Fremder, seufzte und ging weg, und von Zeit zu Zeit erleichterte ich mein Herz, indem ich Gedichte in der Sprache schrieb, die ich erwählte.
Dieser Aufenthalt in der Einöde wurde nicht verworfen.
Er entdeckte viele Möglichkeiten, seine Sprache noch weiter zu vereinfachen, und was noch wichtiger war, das Werk seiner Hand begann zu leben. Er erzählt uns, dass er einige Zeit, nachdem er aufgehört hatte, wörtliche Übersetzungen anzufertigen, und begonnen hatte, in Esperanto zu denken.
"Ich bemerkte, dass die Sprache, mit der ich mich beschäftigte, nicht mehr nur ein schemenhaftes Abbild der Sprache war, aus der ich zufällig übersetzte, und dass sie von ihrem eigenen Leben durchdrungen und von einem eigenen Geist durchdrungen wurde und eine Physiognomie annahm, die richtig definiert, klar ausgedrückt und unabhängig von jedem anderen Einfluss war. Meine Rede floss aus sich selbst heraus, flexibel, anmutig und völlig ungehemmt, genau wie meine lebende Muttersprache.
"Ich versuchte 1885 zu lehren, sobald ich die Universität verlassen hatte, und begann mein Leben als Arzt. Zwei Jahre lang suchte ich vergeblich nach einem Verleger. Endlich fand ich einen, der es zunächst versprochen hatte, aber nach sechs Monaten lehnte er die Veröffentlichung ab. Im Juli 1887 veröffentlichte ich auf eigene Kosten mein erstes Flugblatt. Es trug den Titel
'Eine internationale Sprache. Von Dr. Esperanto'
"Bevor ich diese Broschüre veröffentlichte, war ich sehr verblüfft - ich hatte das Gefühl, dass ich vor dem Rubikon stand.
Ich wusste, was für ein Schicksal einem Arzt widerfährt, der auf die Öffentlichkeit angewiesen ist, wenn diese ihn für einen Visionär hält, oder für einen Mann, der sich mit Nebensächlichkeiten beschäftigt. Ich fühlte, dass es meinen ganzen zukünftigen Seelenfrieden, meinen Lebensunterhalt und den meiner Familie aufs Spiel setzte, aber ich konnte die Idee nicht aufgeben, die in meinen Körper und mein Blut eingedrungen war, und . . . Ich überquerte diesen Rubikon."
Der Erfolg war anfangs gering. Das Wissen, dass der junge Arzt ein kleiner Spinner war, sprach in seiner Praxis gegen ihn.  Jahrelang gab er jeden erdenklichen Pfennig für die Veröffentlichung seiner Bücher aus. Bis zum heutigen Tag widmet er seine ganze Zeit, nachdem er sechs Stunden in seinem Beruf als Spezialist für Augenkrankheiten verbracht hat, der Verbreitung der Botschaft. Aber in diesen Tagen der Entbehrungen und Anfechtungen hat er unerschrocken weitergemacht. Er ist ein großartiger Typus eines bescheidenen, pensionierten, wissenschaftlichen Professors, der sich mit Leib und Seele der Förderung der Aufgabe, der er sein Leben gewidmet hat, geweiht hat. M. Gaston Moch von den Pariser Pacifiques, der jetzt eine Esperantistische Friedensgesellschaft gegründet hat, war einer seiner frühesten und enthusiastischsten Konvertiten. M. Moch wird diesen Herbst auf Esperanto vor dem Friedenskongress in Luzern sprechen und in derselben Stadt eine Konferenz der Esperantistischen Pazifisten abhalten, auf der Delegierte aus allen Ländern über die Verfassung der neuen Gesellschaft auf Esperanto debattieren werden.
"Ich bin ein Weltbürger", sagt M. Moch, "ich spreche Esperanto, das die Sprache meines Landes ist. Ich bin in der Provinz Frankreichs geboren, deren Provinzdialekt ich auch verwenden kann, aber ich ziehe die Sprache der Welt vor", sagt M. Moch.
Dr. Zamenhof ist ein zerstreuter Professor des alten deutschen Typs. Er ist bescheiden, anspruchslos, genial und bescheiden. Er hat die meiste Zeit seines Lebens in Warschau verbracht.
Bis zu diesem Jahr hatte er noch nie Westeuropa besucht, und bis zu seinem Besuch in Folkestone im vergangenen Monat hatte er noch nie eine Seereise unternommen. Sein ganzes Leben lang lebte, dachte, träumte und schuftete er in der Verfolgung seines großen Ideals - einer Schlüsselsprache, die einfach genug ist, um von allen Nationen der Welt leicht erlernt zu werden. Seine Idee ist seine reale Welt. Große Welthauptstädte, prächtige Paläste, stattliche Monumente - all das sind nur Schatten im Land der Idee, ein Mann von mittlerer Statur, mit Schläfen, die sich groß über den Augenbrauen erheben, erinnert er mich an eine seltsame Kombination zwischen M. Bloch und Dr. Dillon. Ein Bart, kurz geschnitten und mit mit den Jahren ergraut, oben auf dem Kopf unschuldig behaart, mit einer Brille, die nie auf seiner Nase fehlt, und oft eine Zigarette zwischen den Lippen, so war also der große kleine Mann, der letzten Monat in Paris und Boulogne als einer der Helden und Wohltäter seines Alters begrüßt wurde.

III. — THE KEY-LANGUAGE OF THE WORLD. (DIE SCHLÜSSELSPRACHE DER WELT.)
Nichts kann törichter sein, als den Esperantismus anzugreifen, als ob sich die Esperantisten auf eine Mission der Zerstörung gegen alle existierenden Sprachen begeben würden. Der Befürworter einer transkontinentalen durchgehenden Eisenbahnverbindung denkt nicht an den Ruin der nationalen und lokalen Eisenbahnen. Ebenso wenig verunglimpft Dr. Zamenhof in seinem Eintreten für Esperanto als universelle Zweitsprache jeder Nation die Sprachen, in denen die Literatur der Welt geschrieben worden ist.
In dem Jahrtausend, das Dr. Zamenhof voraussieht, wird die Menschheit universell zweisprachig sein. Jeder wird seine eigene provinzielle Sprache pflegen, aber jeder wird Esperanto als internationales Idiom beherrschen, das, ohne sich in die inneren Angelegenheiten oder das Privatleben der Nationen einzumischen, zur wissenschaftlichen Amts- und Handelssprache der ganzen Menschheitsfamilie werden würde.
Bisher war Esperanto den lokalen Sprachen nicht feindlich gesinnt, sondern hat bereits dazu beigetragen, diejenigen anzuregen und zu ermutigen, die versuchen, den Gebrauch so alter Sprachen wie dem Irischen wiederzubeleben. Als ich in Boulogne war, erhielt ich ein Rundschreiben der irischen Nationalversammlung, das in parallelen Spalten in Irisch und Esperanto gedruckt wurde. Die Existenz einer neutralen, unabhängigen, universellen, gemeinsamen Verkehrssprache gibt all den kleinen Sprachen der kleinen Völker, die von der Auslöschung bedroht waren, neues Leben. Esperanto wird von den kleinen Nationalitäten viel mehr geschätzt als von den großen Sprachgruppen. Es besteht zumindest eine Chance, dass Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch oder Russisch als Zweitsprache angenommen wird, aber wer träumt davon, jemanden zu finden, der Irisch, Walisisch, Flämisch, Baskisch oder Bulgarisch annimmt? Wenn diese kleinen Nationalitäten ihre Sprache bewahren wollen, ohne gleichzeitig entweder ihre Selbstachtung opfern oder sich dem internationalen Haushalt entfremden zu müssen, ist Esperanto ihre einzige Hoffnung.
Was ist dann Esperanto? Es wird als die am leichtesten zu erlernende Sprache der ganzen Welt bezeichnet. Es ist das flexibelste, einfachste und leichteste Instrument für den Ausdruck menschlicher Gedanken und Gefühle, das der Mensch bisher erfunden hat. Laut Dr. Zamenhof kann "meine gesamte Grammatik in einer Stunde perfekt gelernt werden".
Durch ein ausgeklügeltes, aber perfekt verständliches System von Präfixen und Suffixen hat er die Sprache so vereinfacht, dass die ganze Arbeit des Lernens darin besteht, sich etwa 2.000 Wörter zu merken. Er stellt fest, dass "der Erwerb dieser reichen, wohlklingenden, universell verständlichen Sprache keine Angelegenheit von Jahren mühsamer Studien ist, sondern nur die leichte Belustigung einiger Wochen".
Wie wird dieses Wunder erreicht? Dr. Zamenhof erzählt uns, dass er Jahre damit verbrachte, die Sprache auf ihre letzten Elemente zu reduzieren. Er sagt:- "Ich habe eine vollständige Zerlegung von Ideen in unabhängige Wörter eingeführt, so dass die gesamte Sprache nicht aus Wörtern in verschiedenen grammatikalischen Beugungszuständen, sondern aus unveränderlichen Wörtern besteht. Er wählte aus dem Griechischen, dem Lateinischen, dem Deutschen, dem Russischen und dem Englischen die Wurzeln der Wörter aus, und auf diesen Grundlagen, von denen viele allen Sprachen gemeinsam sind, baute er eine Sprache auf, die in der Lage ist, in der Übersetzung alle Ideen auszudrücken, die Shakespeare in "Hamlet" oder Dickens in seinem "Weihnachtslied" zum Ausdruck brachte."
Die Form und Aussprache dieser Stammwörter variieren nie. Dr. Zamenhof fügt ihnen entweder vor oder hinter den Wörtern solche Zusätze hinzu, die notwendig sind, um die verschiedenen Bedeutungsschattierungen auszudrücken. Er hat dies so weit getragen, dass sein internationaler Wortschatz, mit dessen Hilfe jeder alles auf Esperanto lesen kann, aufgrund der hochsynthetischen Struktur der Sprache ein bloßes Flugblatt ist, das in einem Notizbuch oder in der Westentasche mitgeführt werden kann.
Es gibt achtundzwanzig Buchstaben auf Esperanto - zwei Cs, zwei Gs, zwei Hs, zwei Js, Ss und zwei Us. Es gibt weder Q, X noch Y. Jeder Buchstabe hat seinen eigenen Klang.
Jedes Wort wird genau so ausgesprochen, wie es geschrieben wird.
Es gibt keine stummen Buchstaben; wo h geschrieben wird, wird es ausgesprochen. Jedes Wort wird auf der vorletzten Silbe akzentuiert. Es gibt keine unregelmäßigen Verben.
Es gibt keinen unbestimmten Artikel; der bestimmte Artikel la ist unveränderlich. Die Wortteile sind am Schlussvokal zu erkennen. Der Vater ist Patro. O ist das Substantiv. A (Patra) macht das Adjektiv väterlich; e (Patre) ist das Adverb väterlich. Der Infinitiv des Verbs wird gebildet durch i (Patri), zum Vater. Die Vokale A, E, I, O, die zur gemeinsamen Wurzel hinzugefügt werden, bilden Adjektiv, Adverb, Verb bzw. Substantiv. Indem wir die Vokale regelmäßig wechseln, erhalten wir die Konjugation des Verbs. Aus Ami (lieben) wird Mi amas (ich liebe); Mi amis (ich liebte); Mi amos (ich werde lieben); Mi amus (ich würde lieben); Amu (gebieterische Liebe). So verhält es sich mit den Partizipien, wobei Amanta, Aminta, Amonta steht für lieben, geliebt haben, im Begriff zu lieben; und Amata, Amita und Amota für gegenwärtige, vergangene und zukünftige passive Partizipien. Es gibt nur eine Konjugation, mit Aktiv- und Passivformen, und alle Verben werden gleich konjugiert.
Die Aussprache, die einheitlich ist, folgt der allgemeinen kontinentalen Aussprache der Vokale; die weichen c, g, h, j und s werden durch einen Zirkumflex unterschieden, oder wenn der Drucker keine Akzente hat, können sie ch, gh, hh, jh und sh geschrieben werden. J wird für y verwendet; mit einer Zirkumflex wird es wie s in Vision ausgesprochen, und hh wird wie ch in loch ausgesprochen.
Wer Esperanto studieren möchte, findet am Ende des Artikels eine Liste von Lehrbüchern.
Hier kann es jedoch gut sein, das Vaterunser zu drucken, in Esperanto, Latein und Englisch : -
Esperanto. Patro nia, kiu estas en la ĉielo,
Latin. Pater noster qui es in coelis.
English. Our Father which art in Heaven.  (Vater unser, der du bist im Himmel.) ....
Der Vergleich, Satz für Satz, des Vaterunsers in drei Sprachen wird es dem Leser ermöglichen, sich eine Vorstellung von den Ansprüchen der drei Konkurrenten zu machen. Latein war die Schlüsselsprache der westlichen Welt, Englisch ist die Schlüsselsprache der englischsprachigen Welt, Esperanto wird die Schlüsselsprache der ganzen Welt sein. In den Augen der Engländer ist es durch seine fremdsprachliche Aussprache, seine Zirkumflexe und Akzente und auch durch die Verwendung von j für y beeinträchtigt. Aber in Fragen der Aussprache haben die Engländer selbst nicht ein Wort zu sagen, und wenn die Einheitlichkeit der Aussprache unabdingbar ist, sind Akzente und Zirkumflexe unvermeidlich.

IV.— THE INTERNATIONAL CONGRESS. (DER INTERNATIONALE KONGRESS.)
"Alles schön und gut", spotteten die Skeptiker, "die Sprache scheint einfach und konsistent genug. Aber niemand wird sich die Mühe machen, eine Sprache ohne Literatur zu lernen, und keine Bemühung, die mit Akzenten und Hinweisen unternommen werden kann, kann die vielfältigste Art der Aussprache verhindern". Die Antwort auf diese Einwände ist der Kongress, der gerade in Boulogne stattgefunden hat. Er war die wirksamste und schlüssigste Widerlegung all des Gequäkels der Ungläubigen. Der Kongress, der eine Woche dauerte, war von Anfang bis Ende ein glänzender Erfolg. Der führende Avocat von Boulogne, M. Michaux, der Gastgeber von Dr. Zamenhof war, muss zu der bewundernswerten Art und Weise beglückwünscht werden, in der das Verfahren von der ersten bis zur letzten Minute reibungslos durchgeführt wurde. Die Stadtverwaltung, das Rathaus, das Casino, das Theater standen den Gästen zur Verfügung. Boulogne war en féte.
Die grüne Fahne der Esperantisten und der grüne Stern der Esperantisten waren überall als "Beweis" zu sehen. Hunderte von Delegierten aus zweiundzwanzig verschiedenen Ländern verbrüderten sich mit außergewöhnlichem Enthusiasmus. Dr. Zamenhof stand natürlich im Mittelpunkt der ganzen Demonstration. Seine Frau, eine angenehme und liebenswürdige Dame, die keine andere Sprache als Russisch" und Esperanto sprach, wurde respektvoll begrüßt und sprach fließend mit Männern und Frauen verschiedener Nationalitäten. Ihre Erfahrung war die jedes anderen Kongressmitglieds. Die Leichtigkeit, mit der sich Fremde unterhielten, war unglaublich. Die vielbeschworenen Unterschiede im Akzent und in der Aussprache gab es nicht. Für das geschickte Ohr war es zweifellos möglich zu erkennen, ob die Esperantistin Engländerin oder Italienerin, Deutsche oder Russin war. Aber der Unterschied zwischen ihren jeweiligen Aussprachen war nicht mehr als der Unterschied zwischen dem englischen und dem amerikanischen Akzent und weniger als der Unterschied zwischen der Sprache der Männer von Rouen und der der Männer von Marseille. Wenn man bedenkt, dass sich die Kongressisten zum ersten Mal trafen und dass es für viele das erste Mal war, dass sie es wagten, Esperanto für Konversationszwecke außer mit Mitgliedern ihrer eigenen nationalen Gruppe zu benutzen, war es außergewöhnlich, wie leicht sich die neue Sprache als ein Instrument erwies. Für das Oratorium, für die Poesie, für Disputationen, für Musik, für Heiterkeit und zum Flirten wurde Esperanto auf die Probe gestellt, und nicht für mangelhaft befunden.
Es ist keine schöne Sprache, mit englischen Augen betrachtet; es gibt zu viele J's, als dass sie anders wäre als eifersüchtig. Aber wenn sie gesprochen wird, ist sie so musikalisch wie das Italienische.
Im Theater hatten wir ausgiebig Gelegenheit, das neue Instrument des menschlichen Zusammenlebens zu erkunden. Wir hatten Bühnenstücke, Rezitationen, Reden, Lieder, Dialoge, und sie liefen alle gut. Das Publikum verfolgte alles mit dem größten Interesse und der größten Wertschätzung.
Beim Bankett sprachen die Vertreter von achtzehn verschiedenen Nationalitäten achtzehn Toasts aus, und alle standen einander gegenüber. Eine kluge kleine Komödietta, "Heirat per Telefon", wurde von zwei jungen Pariser Delegierten, die erst im letzten Jahr begonnen hatten, Esperanto zu lernen, bewundernswert vorgetragen. Die absolute Leichtigkeit und Sprachbeherrschung, die sie an den Tag legten, hätte kaum übertroffen werden können, wenn es ihre Muttersprache gewesen wäre. Eine von Molières Komödien wurde von einer Truppe esperantistischer Amateure aus neun Nationalitäten, die sich vor dem Kongress noch nie getroffen hatten und von denen die meisten Molières nicht im Original lesen konnten, mit großem Elan gespielt. Eine esperantistische Übersetzung einer klassischen französischen Komödie nach nur einer Probe auf den Brettern eines französischen Theaters zu spielen und keine unerträgliche Sauerei daraus zu machen, war ein großer Kraftakt. Von den Schauspielerinnen war eine Italienerin, eine Schwedin und die dritte Russin. Von den Schauspielern waren nur zwei Franzosen. Die anderen waren Kanadierinnen, Norwegerinnen, Engländerinnen, Deutsche und Belgierinnen. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass der erste internationale Kongress, der sich der internationalen Schlüsselsprache der Zukunft bediente, ein immenser Erfolg war.
Die Leichtigkeit, mit der sich Männer und Frauen aller Nationen und Sprachen zum ersten Mal ohne Hilfe eines Dolmetschers verständigen konnten, verblüffte alle, vor allem aber die Mitglieder des Kongresses. Sie kamen in Angst und Zittern. Sie zogen voller Freude und Dankbarkeit ab. Die Schwierigkeiten verschwanden wie von Zauberhand. Gefahren, die die Harmonie bedrohten, verschwanden. Alles ging gut.
Vom Ersten bis zum Letzten gab es nirgendwo einen Zwischenfall.
Das Treffen gelang von morgens bis Mitternacht, und alle Treffen waren erfolgreich. Jede Veranstaltung des Festivals wurde von eifrigen, begeisterten Menschenmengen besucht.
Jeder war mit jedem befreundet, und Männer und Frauen, die ohne das gemeinsame Band einer neuen Sprache völlig Fremde geblieben wären, schienen plötzlich lebenslange Freunde geworden zu sein. Ich habe nichts Vergleichbares gesehen, außer bei religiösen Erweckungen, und dort sind die Elemente der Ehrfurcht und der Buße zu stark ausgeprägt, als dass das Gefühl der menschlichen Brüderlichkeit unbestreitbar das Feld beherrschen könnte. Aber in Boulogne stand die Brüderlichkeit an erster Stelle.
Beim Betrachten dieses willkommenen, aber etwas überraschenden Phänomens wurde mir klar, dass Esperanto seinen Namen rechtfertigt. Seine Wurzel ist Espero - "Hoffnung". Und diese Esperantisten haben ihrer Hoffnung einen Glauben hinzugefügt, der über Unmögliches lacht und sagt, es soll einsam sein, und eine Nächstenliebe, die nichts Böses von Mann oder Frau denkt, solange sie den esperantistischen Knopf tragen und die esperantistische Zunge sprechen. Und der Mann, der eine neue Hoffnung in den Herzen seiner Art erzeugt, ist ein Wohltäter der Menschheit.
Man sollte auch nicht für einen Moment annehmen, dass die Kongressteilnehmer ein Rudel von federharten Enthusiasten waren.
Wissenschaftliche Männer - vor allem Ärzte - waren sehr auffällig. Offiziere der Armee nahmen an den Debatten regen Anteil. Sechzig der größten Städte Frankreichs waren direkt vertreten. Rechtsanwälte - an ihrer Spitze M. Michaux -, Verleger, Journalisten und Pazifisten waren ganz vorne mit dabei. Geschäftsleute, die Esperanto in ihrer Auslandskorrespondenz nützlich finden, waren ebenfalls vertreten; und Lehrer und Pädagogen aller Art. General Sebert vertrat die Akademie der Wissenschaften, Dr. Javal die Akademie der Medizin. M. Benoit, der Direktor des Internationalen Büros für Maße und Gewichte, welcher kam, den Kongress zu segnen, schlug vor, den Internationalisierungsbüros von Bern eine internationale Sprache zur Verfügung zu stellen. Unser eigener Herr Felix Moscheles malte auf der Vorderseite das Porträt von Dr. Zamenhofs, und nicht weniger auffallend war Oberst Pollen, der Präsident der British Esperantist Association.
Professor Cart, M. Boirac, Rektor der Akademie von Dijon - all diese und viele andere gehörten zu der Menge, die den esperantistischen Stern trugen und Esperanto sprachen und Loblieder auf Dr. Zamenhof sangen.
Der erste Internationale Kongress, der in der Bibel aufgezeichnet ist, sagte einer der Redner, brach wegen der Sprachverwirrung am Turmbau zu Babel in Unordnung auseinander. Der letzte Internationale Kongress traf sich in Boulogne, um nach Kräften die Entdeckung eines Heilmittels für die Katastrophe zu verkünden, die damals über die Menschheit hereinbrach. Die Hoffnungen eifriger Enthusiasten werden nur selten erfüllt. Aber das Genie von Akhbar erwies sich als angemessen für die Schaffung von Hindostam, dem Esperanto Indiens über Jahrhunderte hinweg, und es mag sein, dass das Genie von Dr. Zamenhof entdeckt hat, wonach die Welt so lange gesucht hat - eine neutrale, einfache, leicht verständliche Schlüsselsprache, die es allen Menschen aller Rassen und Zungen ermöglicht, sich mit einem Minimum an Arbeit und Mühe gemeinsam zu unterhalten. Die Stuckateure von Grenoble, die eine internationale Konferenz ohne eine internationale Sprache für unmöglich hielten, verabschiedeten Resolutionen zugunsten von Esperanto.
Es ist zu erwarten, dass so etwas passieren wird: Auf allen internationalen Konferenzen wird eine ständig wachsende Zahl von Rednern Esperanto verwenden.
Mehrere der dem Berner Büro angeschlossenen Friedensgesellschaften haben sich bereits jetzt bereit erklärt, ihre internationale Korrespondenz in Esperanto zu führen. Dann, nach einiger Zeit, wird Esperanto als das gemeinsame Medium anerkannt werden, in das bei allen solchen Kongressen die in anderen Sprachen gehaltenen Reden übersetzt werden. Das letzte Stadium wird erreicht sein, wenn der Gebrauch von Esperanto so allgemein wird, dass alle internationalen Kongresse in dieser Sprache abgehalten werden, da bisher alle diplomatischen Konferenzen in Französisch abgehalten wurden.
Dr. Zamenhof wurde während seines kurzen Aufenthalts in Paris geehrt, da nur die Franzosen zu wissen scheinen, wie man Auszeichnungen in jeder Lebenslinie ehrt. Dr. Zamenhof wurde offiziell vom französischen Erziehungsminister empfangen und reichlich gelobt. Der Gemeinderat erwies ihm die Ehre des Hotel de Ville.
Bei dem ihm zu Ehren gegebenen Bankett auf der Tour Eiffel saß M. Berthelor, der bedeutendste Mann der Wissenschaft in Frankreich, zu seiner Rechten, und fast eine ganze Reihe der bedeutendsten Franzosen der Wissenschaft waren unter den Gästen. Professor Carnot deutete an, dass er darüber nachdenke, das Studium des Esperanto in die staatliche Bergbauschule einzuführen. Es ist offensichtlich, dass Esperanto angekommen ist, und dass es gekommen ist, um zu bleiben. Ob es die österreichisch-ungarische Union zu retten vermag oder nicht, es hat der Menschheit eine neue Hoffnung gegeben.
Ich schließe diese allzu unvollständige Würdigung des Genies von Dr. Zamenhof, indem ich seine eigenen Bemerkungen zitiere, als er Esperanto der Öffentlichkeit bekannt machte:-
Wie viel Zeit und Arbeit wir für das Erlernen fremder Sprachen aufwenden, und doch sind wir bei Reisen in fremde Länder in der Regel nicht in der Lage, uns mit anderen Menschen in ihrer eigenen Sprache zu unterhalten. Wieviel Zeit, Arbeit und Geld wird verschwendet, um die literarischen Produktionen einer Nation in die Sprache einer anderen zu übersetzen, und doch können wir, wenn wir uns allein auf Übersetzungen verlassen, nur einen Zehnten der ausländischen Literatur kennenlernen. Wenn es nur eine internationale Sprache gäbe, würden alle Übersetzungen nur in diese Sprache, wie in eine für alle verständliche Sprache, gemacht, und Werke mit internationalem Charakter würden in erster Linie in dieser Sprache geschrieben werden.
Die chinesische Mauer, die die Literaturen trennt, würde verschwinden, und die Werke anderer Nationen wären für uns ebenso leicht verständlich wie die unserer eigenen Autoren. Da die Bücher für alle gleich wären, wären auch die Bildung, die Ideale, die Überzeugungen, die Ziele gleich, und alle Nationen wären in einer gemeinsamen Brüderlichkeit vereint.
Kein Opfer wäre zu groß, wenn wir dadurch eine universelle Sprache erhalten könnten. Es ist daher unbedingt erforderlich, dass auch nur das geringste Versäumnis in dieser Richtung beachtet wird. Die besten Jahre meines Lebens habe ich dieser bedeutsamen Sache gewidmet.
Diejenigen unter meinen Lesern, die an diesem Thema interessiert sind, sollten sich mit dem britischen Zweig dieser weltweiten Organisation in Verbindung setzen, dessen Adresse 13, Arundel Street, W.C., lautet.
Die britische Esperanto-Vereinigung hatte einen schwierigen Kampf gegen die Apathie und Exklusivität, die uns immer dann auszeichnet, wenn wir mit irgendeiner Neuheit, insbesondere einer ausländischen Neuheit, konfrontiert werden.
DeepL.com/Translator hat sich als gute Hilfe beim Übersetzen herausgestellt

The Beginnings of Internationalism. (Die Anfänge des Internationalismus.) PLANNING THE WORLD'S CAPITAL. (DIE PLANUNG DER WELTHAUPTSTADT.) Von DR. P. H. EIJKMAN.
"Wir haben die Sklaverei in zivilisierten Ländern abgeschafft - das Besitzen von Mensch durch Mensch. Der nächste große Schritt, den die Welt tun kann, ist die Abschaffung des Krieges - das Töten von Menschen durch Menschen" - Andrew Carnegie.
DAS Ende des neunzehnten Jahrhunderts gab einen schimmernden Eindruck von den Errungenschaften, die der Menschheit in diesem zwanzigsten Jahrhundert möglich wurden. Die Gründung des Internationalen Schiedsgerichtshofs in Den Haag, der gegründet wurde, um die Schrecken des Krieges zu beseitigen, war der erste Schritt, der für die vollständige Verwirklichung der Prophezeiung von Andrew Carnegie unerlässlich war. Ein überaus wichtiger Schritt, und doch nur ein kleiner Fortschritt auf dem Weg zur Errichtung des Königreichs des Friedensfürsten; denn während die Schlichtung nun möglich ist, muss die Diplomatie durch die gebildete öffentliche Meinung der Nationen geschult werden, damit sie ihre Möglichkeiten besser nutzen kann. Dass dieses Gefühl zur Zeit machtlos ist, beweist der Konflikt im Fernen Osten auf traurige Weise, aber mit der Welthauptstadt, mit ihrer Möglichkeit des internationalen Verkehrs, ist der Weg für gegenseitiges Verständnis und materiellen Fortschritt geebnet."
Dr. Albert Gobat aus der Schweiz sagte es so: Die Haager Konferenz wurde als ein Ausgangspunkt für eine Enwicklung hin zu einer Brüderlichkeit der Völker angesehen. Die Zeit war längst reif für internationale Institutionen. Temporäre Kongresse in verschiedenen Ländern nach Rotationsprinzip reichten nicht, es wurde ein gemeinsames Zentrum, "ein ständiger Wohnsitz", gebraucht. Gedacht war an die "Errichtung einer Welthauptstadt nach den liberalsten Grundsätzen". Stead nanne es so: "Lokalisieren Sie die graue Substanz des Gehirns des internationalen Organismus in einem geeigneten Zentrum". Die nötigen Institutionen sollten sich in unmittelbarer Nähe befinden. Das vieldeutige Wort "Internationalismus" sollte eine neue Bedeutung erhalten. Nun ging es um die Auswahl des Ortes. Die Interparlamentarische Union errichtete bereits den Internationalen Schiedsgerichtshof. Der Abgeordnete Hon. Richard Bartholdt, Missouri nannte Entwicklungen: Ein Parlament der Parlamente, bestehend aus Gesetzgebern der verschiedenen Länder gab es im Ansatz schon 1888. Franreich, England und die USA diskutierten das Projekt eines Schiedsvertrages. Während der Pariser Welt-Ausstellung 1889 fand die erste "Interparlamentarische Konferenz" statt. Übrigens nutzt später der Esperantist Zauner den Begriff "Parlament der Parlamente" im Zusammenhang mit der Schaffung der Vereigten Staaten von Europa. Richard Bartholdt: "Und damit komme ich zum erfolgreichsten Treffen, das jemals in den Annalen der Union stattgefunden hat, nämlich im September letzten Jahres in den Vereinigten Staaten. Ich sage, die erfolgreichste, weil ihr Ergebnis das Schreiben von tatsächlicher Geschichte war. Die wahren Freunde der Schiedsgerichtsbarkeit in Europa haben das wunderbare Wachstum und die Entwicklung unseres Landes mit unerbittlicher Bewunderung verfolgt. Sie sind unsere Freunde, nicht unsere Neider. Sie wissen, dass wir unsere große Macht nicht für Eroberung oder Krieg missbrauchen werden, und sie sind zufrieden, dass die Mission dieser großen Nation eine Mission des Friedens und des guten Willens für alle Menschen ist. Nach dem, was ich von ihnen weiß, bin ich sicher, dass, wenn diese traditionelle amerikanische Politik jemals umgekehrt würde, wenn wir uns jemals verpflichten würden, der Alten Welt in der militärischen Aufrüstung Konkurrenz zu machen, sie für immer das Licht der Hoffnung in den Herzen der Besten und Edelsten überall auslöschen würde." Eine zweite Konferenz der Nationen wurde in Den Haag einberufen. "In erster Linie müssen wir Bildung, Hygiene und Wirtschaft, die reif für eine sofortige Organisation sind, auf eine internationale Basis stellen. In den wichtigsten Abteilungen für Kunst und Wirtschaft ist viel getan worden, um eine solche Zusammenarbeit zu ermöglichen, aber zugegebenermaßen erfordern die Hauptanliegen der Öffentlichkeit - Bildung, Gesundheit und soziale Lage - sofortige Aufmerksamkeit und so wertvolle Hilfe, wie sie sich aus der Einrichtung ständiger internationaler Institutionen ergeben kann. Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass es zur Sicherung des größtmöglichen Nutzens unerlässlich ist, solche Institutionen so weit wie möglich zusammenzufassen. In diesem Zusammenhang wird es notwendig, gegen die Entscheidung des Vorstands der Carnegie-Stiftung, das kleine Grundstück an der Ecke des Zorgvliet-Parks als Standort für den Friedenstempel auszuwählen, heftig zu protestieren. .... " Hier sehen wir also die Vorläufer von Völkerbund und später der UNO. Ohne gemeinsame Institutionen kann die moderne Welt nicht mehr exisiteren. Es ist klar, ein Zentralismus darf bei allem nicht angestrebt werden. Gemeint ist der Zentralismus, welcher einer abgehobenen Gruppe eine große Macht gibt und dann die Allgemeinheit darunter leiden muß. Beispiele gibt es in der Geschichte genug. Ziel muß sein: Gemeinschaftlich statt zentralistisch. Was alle betrifft, soll gemeinsam geregelt werden. Auch wenn aus historischen Gründen Parallelen zwischen der Entwicklung von Welt- und Europainstitutionen entstanden, so gibt es auch deutliche Unterschiede. Realität ist, daß Europa ein weiterentwickeltes politisches Gebilde ist, welches jetzt das gemeinsame neutrale Verständigungsmittel braucht, damit Europa sich überhaupt weiterentwickeln kann.
ESPERANTO. "Die Geschichte von Dr. Zamenhof findet sich so ausführlich in einem anderen Teil dieser Ausgabe, dass ich sie nicht erweitern muss. Der Anführer der Times des 8. August war positiv gestimmt, aber die explodierte Idee, dass Esperanto andere Sprachen verdrängen sollte, wurde als Argument gegen die Bevorzugung von Esperanto vorgebracht. Später wurden Briefe veröffentlicht, die den Irrtum dieser Vermutung entlarvten. Auch die Provinzpresse gab gute Hinweise auf den Kongress, und etwa 120 britische Zeitschriften nahmen darauf Bezug. .... Felix Moscheles präsentiert im August Concord eine weitere in seiner unvergleichlich lebendigen Art, ....  Concord ist, wie die meisten Menschen wissen, die Zeitschrift der Arbitration Association (41, Outer Temple, Strand); und obwohl Esperanto nur eine Sprache ist und nichts mit irgendeiner politischen oder sozialen Vereinigung zu tun hat, so ist doch, wie "Hoffnung" ihr Name ist, "Concord" (Eintracht) ihr Begleiter." Ein gewisser Einwand ist angebracht. Die weitere Geschichte, darunter die Ereignisse des Ersten Weltkrieges, hat klar gezeigt, daß politische Vereinigungen für Esperanto (und Europa) doch zwingend notwendig sind. Es verging weiter Zeit, bis dies durch Josef Zauner in den 20er Jahren konkret formuliert wurde. Ein anderer Weg scheint nicht realistisch, denn ohne organisiertes Auftreten in der Politik wurden und werden die berechtigten Forderungen der Esperantisten in den Gesellschaften meist verdrängt. Manche Politiker bekämpften Esperanto und andere politische Vereinigungen verschließen sich dem Thema bis heute (2020). Deren Esperanto-Freunde sind dort eine Minderheit und sie können in ihren Parteien nichts für die Sache erreichen. Zum vergangenen Weltkongreß: "Herr Moscheles war ebenso wie ich beeindruckt von der freundlichen Atmosphäre, in der wir während dieser denkwürdigen Woche geatmet und uns bewegt haben. Wer von uns hatte zuvor die Möglichkeit gehabt, mit den intelligentesten Männern und Frauen von zweiundzwanzig Nationen frei zu sprechen? Während sich der "grüne Stern" in Boulogne befand, wurde die übliche Reihenfolge der Dinge umgekehrt und die Konventionalitäten aufgehoben, denn grüne Sterne wurden von allen möglichen Arten und Bedingungen getragen. Sie fragten nach dem Weg eines Werftarbeiters, und dieser berührte Ihren Stern und gab sich Mühe, Ihnen zu zeigen, was Sie wollten, und gab Ihnen auf Esperanto alle möglichen Informationen. Sie setzten sich neben einen anderen grünen Stern auf den Sand und kamen sofort ins Gespräch; Sie gingen in ein Geschäft, und die Verkäuferin sprang buchstäblich auf, um Ihnen zu helfen; und im Straßenbahnwagen und im Zug, nun ja, Leute, die absolute Stille wollten, stiegen an der nächsten Station aus, denn als Griechin und Perser, Italiener und Franzose, Engländerin und Spanier, zusammen mit einigen anderen Nationalitäten, ein Abteil füllten, fand man Esperanto als ausdrucksstarke Sprache, und es herrschte keine Stille, wohl aber Eintracht."
RESULTS OF THE CONGRESS IN GREAT BRITAIN. (ERGEBNISSE DES KONGRESSES IN GROSSBRITANNIEN.) "Überall großes Interesse, die mögliche Veröffentlichung von Esperanto-Absätzen durch eine englische Tageszeitung und die Anwendbarkeit der Sprache für alle kommerziellen und wissenschaftlichen Zwecke sind nachgewiesen worden. Die Herren Cassell und Co. haben mit Erlaubnis von Dr. Zamenhof beschlossen, eine Reihe von "Lektionen auf Esperanto" in die kommende Ausgabe ihres Volkspädagogen aufzunehmen, die Ende dieses Monats erscheinen wird. .... "
PRINCIPAL EVENTS OF THE MONTH. (HAUPTEREIGNISSE DES MONATS.)
5. August - .... Aus verschiedenen Städten Russlands werden neue Streiks und Unruhen gemeldet ... Der Esperanto-Kongress wird in Boulogne unter dem Vorsitz von Dr. Zamenhof, dem Begründer der Sprache, eröffnet; dreiundzwanzig Länder sind vertreten.
8. August - Ein großes Eingeborenentreffen in Kalkutta fasst Beschlüsse gegen die Teilung Bengalens in zwei Provinzen ... Der Bericht der Königlichen Kommission über die Lebensmittelversorgung in Kriegszeiten wird veröffentlicht .... Die auf der Esperanto-Konferenz in Boulogne versammelten Freimaurer gründen einen Internationalen Freimaurer-Club mit dem Titel "Esperanto Framasonara".
9. August - Der König überprüft die kombinierte französische und englische Flotte vor Cowes ... Der Jahresbericht des Generalpostmeisters wird veröffentlicht. 4.479.500.000 Postpakete sind im Vereinigten Königreich im Laufe des Jahres zugestellt worden .... Der neu gewählte Bürgermeister von Odessa wird vom Generalgouverneur ohne Angabe von Gründen ins Exil geschickt ... Die französische Regierung macht Dr. Zamenhof, den Begründer der Esperanto-Sprache, zum Ritter der Ehrenlegion.
ESPERANTO. "Die erste Nummer des illustrierten Monatsblatts, Tra la Mondo, erschien kurz vor dem Kongress, und die zweite ist jetzt erschienen. Sie enthält ein interessantes Interview mit Dr. Zamenhof, ein Faksimile der MS. des Gedichtes, mit dem er den Kongress eröffnete, eine interessante Beschreibung eines kuriosen österreichischen Brauchs, Nachrichten aus allen Ecken usw. Die Zeitschrift ist ganz in Esperanto, und das Abonnement 6s. 6d. pro Jahr. Die Sitzung des Internationalen Friedenskongresses, die soeben in Luzern zu Ende gegangen ist, war bemerkenswert für die Entscheidung, dass Esperanto im nächsten Jahr eine der offiziellen Sprachen werden soll; dies ist ein Schritt in die richtige Richtung. In Aberdeen erlaubt und fördert der Schulrat den Esperanto-Unterricht; da es sich aber noch nicht um ein gefördertes Fach handelt, wird er für die Lehrer finanziell nicht verantwortlich sein. Das Lingvo Internacia vom 15. August gibt einen großartigen Esperanto-Bericht über den Kongress. .... Diese Nummer enthält eine vollständige illustrierte Beschreibung des Kongresses und unter anderem die sechzehn grammatikalischen Regeln, auf denen alle nationalen Grammatiken basieren. Sie ist in bewundernswerter Weise für Propagandazwecke angepasst. Dem Organisationskomitee des Kongresses gehören Dr. Zamenhof, General Sebert, Prof. Boirac, Seftor Codornu, Oberst Pollen, Dr. Mybs und M. Michaux an, die aus fünf Ländern stammen, während das Sprachkomitee siebenundzwanzig Nationen zu seinen Mitgliedern zählt. Die erste Frage, über die das Organisationskomitee entscheiden muss, ist der Ort des nächsten Kongresses, und das Angebot der Genfer Gruppe kann akzeptiert werden." Und natürlich finden auch heute die jährlichen Esperanto-Weltkongresse statt, nur unterbrochen durch weltweite Katastrophen-Jahre. Allerdings halten sich die Medien mit der Berichterstattung weitgehend zurück. Diese Welt-Ereignisse erscheinen dann in Regional- und Lokalteilen.
The Progress of the World. (Der Fortschritt der Welt.) L'Entente Municipale. (Der Gemeindevertrag.)
"In der Neuen Welt gehen diese Pilgerreisen des Friedens von Staat zu Staat oder von Provinz zu Provinz innerhalb des größeren föderalen Ganzen. In der Alten Welt gehen sie von Nation zu Nation innerhalb des Kreises der nicht Vereinigten Staaten von Europa. So besuchte Präsident Loubet die Monarchen von Spanien und Portugal und wurde mit jeder Demonstration freundlicher Begeisterung empfangen. .... Aber der bemerkenswerteste Akt internationaler Harmonie war die fröhliche Feier der Entente Municipale zwischen Paris und London. Auf Einladung des Londoner Grafschaftsrates, der in diesem Fall seinen ersten großen Sprung in die internationale Gastfreundschaft gemacht hat, haben achtzig Mitglieder der Pariser Stadtverwaltung eine Woche lang in der britischen Hauptstadt ein Fest mit großem Andrang gefeiert. .... "
Leading Articles in the Reviews. (Führende Artikel in den Zeitschriften.) "Dr. Dillon gibt daher kurz an, was er für den richtigen Weg hält:— Wenn es wahr ist, wie die Franzosen und viele Russen behaupten, dass es das stetige Ziel des Kaisers ist, Deutschland in die Lage zu versetzen, in Europa die Rolle zu spielen, die Preußen in Deutschland spielt, dann sollten natürlich die Gebote des Europäismus, die mit den Beweggründen aufgeklärter nationaler Interessen identisch sind, seine geplante Koalition behindern. .... "
ESPERANTO. "Es scheint ziemlich sicher zu sein, dass der nächste Kongress im August in Genf stattfinden wird, und die Entscheidung wird angekündigt worden sein, bevor sie erscheint. Der Fortschritt in jede Richtung ist kontinuierlich. Die Amerikaner haben bereits den Zentralverband mit Sitz in Boston. New York hat seine Gesellschaft, und weitere bilden sich in den Staaten. Zu Hause geht es genauso weiter, .... "
NEWSPAPERS AND JOURNALS. (ZEITUNGEN UND ZEITSCHRIFTEN.) "Das ist das Schlimmste an Esperanto. Seine Grammatik ist so schnell durchlaufen. Das heißt nicht, dass es als Sprache kein Studium erfordert. Ein falscher Eindruck, der sich aus der Schnelligkeit ergibt, mit der es gelesen werden kann. Ein paar Stunden Studium und ein Wörterbuch werden es jedem ermöglichen, dies zu tun. Aber um sich einen eleganten Schreibstil anzueignen, muss man viel lesen, logisch denken und vor allem das "Krestomatio" studieren, jenes Kompendium der besten Schriften der besten Esperantisten."
NOTICES. (ANMERKUNGEN.) "Der Esperantist wird wahrscheinlich im nächsten Jahr mit dem britischen Esperantisten vereinigt werden, da Herr Mudie keine Zeit mehr hat, seine redaktionelle Arbeit allein fortzusetzen. Er wird dem Zeitschriftenkomitee beitreten, und es wird vorgeschlagen, dass die Zeitschrift, so wie sie zur Zeit herausgegeben wird, zum jetzigen Zeitpunkt erscheinen soll. .... "

1906 The European Outlook. (Der europäische Ausblick.) "In letzter Zeit gab es sowohl in Deutschland als auch in Großbritannien eine besonnene Bewegung hin zu einer gesünderen Sicht auf die Beziehungen der beiden großen Nationen. Aber es gibt immer noch ein ungerechtfertigtes Maß an Beunruhigung in manchen Köpfen hinsichtlich des möglichen Ausbruchs eines Auslandskrieges. Deutschland, so wird behauptet, wolle die durch die Auslöschung Russlands gebotene Gelegenheit nutzen, um Frankreich anzugreifen, und es wird ferner behauptet, dass der Kaiser in der Marokko-Konferenz einen Vorwand für die Verletzung Frankreichs finden werde." Doch die Verantwortlichen wurden als vernünftig genug eingeschätzt. THE RUSSIAN REVOLUTION. (DIE RUSSISCHE REVOLUTION.) "Graf Tolstoi zählt auf ihre Bedeutung. Der russische Prophet beginnt im vierzehntägigen Rückblick für Januar seine Interpretation des Ursprungs, der Bedeutung und der letzten Frage der russischen Revolution. ...." EINE UNIVERSELLE REVOLUTION. "Graf Tolstoi betrachtet die Revolution in Russland als den Beginn einer Revolution, die kurz vor dem Ende aller Dinge steht, nicht nur in Russland, sondern in der ganzen christlichen Welt. ...." DIE URSACHE DER REVOLUTION. "Graf Tolstoi sagt: - In der Verzerrung des höheren Gesetzes des gegenseitigen Dienstes und des Gebotes der Widerstandslosigkeit durch die christliche Lehre, die dieses Gesetz möglich macht, liegt die grundlegende religiöse Ursache der bevorstehenden Revolution. Der Krieg mit Japan brachte Konflikte, die zu Ereignissen führten: ".... in der Weigerung der Reservisten, in die Armee einzutreten; in der Desertion aus der Armee; in der Weigerung, zu schießen und zu kämpfen, insbesondere in der Weigerung, bei der Niederschlagung von Aufständen auf seine Kameraden zu schießen; und vor allem in der ständig wachsenden Zahl von Fällen der Weigerung, den Eid zu leisten und in den Militärdienst einzutreten. .... In dieser unter der russischen Nation aufgeworfenen Frage liegt eine der Ursachen der großen Revolution, die vor der Tür steht und vielleicht schon begonnen hat." Bemerkenswert ist die Bezeichnug "Russische Revolution". Einige Jahre später gab es dann eine so genannte. Sie hatte aber andere Ziele. ENGLAND MUST BE FRIENDS WITH GERMANY OR — (ENGLAND MUSS MIT DEUTSCHLAND BEFREUNDET SEIN ODER —) "Der französische Premierminister, der noch nicht lange im Amt war, war sich dieser neuen Stimmung bewusst und forderte daher eine Politik der beständigen, ereignislosen Beziehungen zu Deutschland. ...." — FORFEIT THE ENTENTE. (— DIE ENTENTE VERWIRKEN.) ".... Sir Thomas geht noch weiter und sagt:- Dies ist die Politik, die wir verfolgen müssen, um unsere guten Beziehungen zu Frankreich zu erhalten; und ob sie nun die Kontinuität der Außenpolitik der verstorbenen Regierung darstellt oder nicht, sie wird verfolgt werden müssen, denn sie liegt im gemeinsamen Interesse der drei großen Völker Westeuropas." 
ESPERANTO. "Wie immer ist es nur möglich, die außerordentlichen Fortschritte, die Esperanto nach allgemeiner Einschätzung gemacht hat, zusammenzufassen. Ein Beispiel ist die Tatsache, dass es eines der Diskussionsthemen auf der Generalversammlung der Modern Language Association war. .... Es war sehr eigenartig, die Reden beim M.L.A.-Dinner zur Kenntnis zu nehmen und zu erkennen, wie bestimmte Bedingungen für den richtigen Sprachunterricht Argumente für die Verwendung einer solchen Sprache wie Esperanto sind. .... Dr. Heath behauptete, dass die Modern Language Association die Hand an den Pflug gelegt habe, als es nicht gerade populär war, sich für den korrekten Unterricht moderner Sprachen einzusetzen. .... Ich wage zu denken, dass Esperantisten gegen wesentlich mehr Spott und Widerstand pflügen mussten." MAGAZINES USING ESPERANTO AND NEW BOOKS. (ZEITSCHRIFTEN MIT ESPERANTO UND NEUE BÜCHER.) ".... Wie alle wissen, hat die Daily News ihren regelmäßigen kurzen Esperanto-Nachrichtenartikel. Esperantisten nehmen das Unternehmen dieser weltbekannten Zeitung zur Kenntnis und lassen es ihr an Neuigkeiten nicht mangeln. ...."
WORLD-WIDE RESULTS. (WELTWEITE ERGEBNISSE.) "Eine Russische Revolution würde ergeben: ".... die Forderung nach dem Manneswahlrecht mit einem Ansturm in Preußen, Österreich, Sachsen und Ungarn .... Neben anderen Ergebnissen erwähnt Herr Stead die Anregung zur Bildung ähnlicher Staaten auf der Grundlage der Nationalität. "Wenige Dinge sind flüchtiger als Imperien, wenige Dinge sind unzerstörbarer als Nationalitäten". .... Herr Stead sagt, dass es natürlich möglich ist, dass es zu revolutionären Exzessen kommt, die eine Welle konservativer Reaktion rund um die Welt auslösen werden." HOW ENGLISH THEY ARE! (WIE ENGLISCH SIE SIND!) ".... Admiral Cyprian Bridge trägt zum Neunzehnten Jahrhundert für Februar einen sehr bemerkenswerten Artikel über den "Moralischen Umbruch in Amerika" bei. Der Titel ist eine Fehlbezeichnung. Was der Artikel wirklich zu sein scheint, ist ein naiver Ausdruck der überraschten Freude darüber, dass die Amerikaner "so sehr englisch" sind. ...." Mit Englisch als ihrer Sprache, der klassischen englischen Literatur als ihrem Besitz und dem englischen Recht als Grundlage ihres eigenen, leben die Amerikaner in einem von England geerbten und im Wesentlichen gleichen Gemeinwesen. Ungeachtet solcher Unterschiede ähnelt das politische Leben in Amerika dem des Vereinigten Königreichs viel mehr als das jedes anderen Landes. .... Jüngste Kommentatoren amerikanischer Angelegenheiten haben den Fortschritt - wenn es denn ein Fortschritt ist - hin zu aristokratischen Verhältnissen im Land bemerkt. Die Beweise dafür sind vielgestaltig. .... Die obigen Zahlen beweisen entweder, dass der englische Anteil an der Bevölkerung der amerikanischen Republik den Rest bei weitem übertrifft, was angesichts der vielfältigen Einwanderung des letzten halben Jahrhunderts auf eine überlegene ethnische Vitalität hindeuten würde, oder dass der englische Anteil, wenn nicht zahlenmäßig stärker, so doch unvergleichlich einflussreicher sein muss. Dieses Merkmal wird mehr und nicht weniger englisch. ...."
ESPERANTO. "Die Mitgliederversammlung des Londoner Esperanto-Clubs war ein großer Erfolg, ob man es nun an der Größe und Begeisterung des Publikums oder an der Aufmerksamkeit der Tagespresse misst. .... Die Daily-News berichtete nicht nur sehr gut, sondern gab ihr in ihrem Leitartikel auch noch Platz mit anderen Themen. Die Telegraphie bezweifelt jedoch, dass Esperanto von Nutzen sein kann: "Der Ungebildete kennt den Ausländer nicht und will ihn nicht kennen; der Geschäftsmann lernt stattdessen Spanisch und Französisch; mit diesen beiden Sprachen braucht ein Geschäftsmann keine weitere. Die Esperantisten werden jedoch die Tatsache, dass der Telegraph dem Thema eine dreiviertel Kolumne gewidmet hat, gegen seine etwas seltsamen Vorstellungen von den Bedürfnissen eines Geschäftsmannes abwägen; und die Engländer im Allgemeinen sind geistig sicherlich nicht so eingeschränkt, wie der Telegraph es darstellt. Ich kenne viele arbeitende Männer, die nicht nur über fremde Länder nachdenken, sondern ihren hart verdienten Groschen sparen, um sie zu besuchen. Wie auch immer, es war eine heitere und fröhliche Party, die sich am 22. in St. Bride's versammelte, das Programm beinhaltete Soli, Chöre, Rezitationen und Mr. Noake's schöne Violinsolos." 
europe's ruinous handicap. (das ruinöse handicap europas.) "Jahrhundert bringt Lord Avebury die feierliche Warnung, die Graf Goluchowski vor vielen Jahren ausgesprochen hat, auf den neuesten Stand. Sein Thema ist die Zukunft Europas." SCHUTZ. "Die Vereinigten Staaten von Amerika .... stehen den uneinigen Staaten von Europa .... gegenüber, und zwar in einer Weise, die für die Zukunft Europas, so wie Europa sich jetzt verhält, ein schlechtes Vorzeichen hat. Die Vereinigten Staaten sind die größte Freihandelszone der Welt. Europa ist durch künstliche Barrieren und Schutzzölle gesäumt und vernarbt. In den internationalen Wettbewerben wird Europa durch die Absurditäten seiner Steuersysteme stark behindert." MILITARISMUS. "Das zweite schwere Handicap wird von den militärischen Systemen Europas geliefert. .... :- In der Tat befinden sich auf der einen Seite des Atlantiks die Vereinigten Staaten von Amerika, auf der anderen Seite eine Reihe getrennter Staaten, die nicht nur nicht geeint, sondern in einigen Fällen sogar feindlich gesinnt sind, zerrissen von Eifersucht und Misstrauen, Hass und Missgunst; bis an die Zähne bewaffnet und mehr oder weniger wie mittelalterliche Ritter durch ihre eigene Rüstung belastet. Patriotismus - Nationalgefühl - ist eine großartige Eigenschaft, aber es gibt etwas, wenn nicht noch edler, so doch auf jeden Fall weiter und großzügiger, im gegenwärtigen Zustand der Welt notwendiger, und doch leider viel seltener, und das ist ein international positives Gefühl. .. GERMANOPHOBE. (..DEUTSCHFEIND.) Lord Avebury setzt sich dann für die Bewegung zur Förderung eines besseren Gefühls zwischen den großen Nationen Europas ein. Er freut sich über die entente eordiale und entlarvt die antideutsche Anprangerung der Erhöhung der deutschen Marineausgaben. .... REFORM NOW, OR REVOLUTION LATER. (REFORM JETZT, ODER REVOLUTION SPÄTER.) "Lord Avebury erklärt dann mit Nachdruck, dass sich die Lage der Armen in Europa immer weiter verschlechtern wird, wenn nicht etwas unternommen wird. "Die Revolution wird vielleicht nicht bald kommen, aber sie wird kommen, und sicher wird es schicksalhaft eine Explosion geben, wie sie die Welt noch nie gesehen hat. Er hofft jedoch, dass Lord Salisburys Plädoyer für die Föderation Europas und Sir H. Campbell-Banners Hoffnung, dass Großbritannien an der Spitze einer großen Liga des Friedens steht, diese Katastrophe abwenden wird. Er sagt:- Es gibt guten Grund zu der Annahme, daß auf dem nächsten Internationalen Friedenskongress in Den Haag die Frage eines Internationalen Bundesrates durch Resolutionen der Vereinigten Staaten von Amerika und auch Großbritanniens formell vor den Kongreß gebracht werden wird. ...."
ESPERANTO. "Als der Londoner Grafschaftsrat der Pariser Stadtverwaltung seinen berühmten Gegenbesuch abstattete, waren zwölf der Ratsmitglieder gut genug, um die einzige freie halbe Stunde, die sie hatten, mit der Pariser Esperanto-Gruppe zu verbringen. Lord Elcho brachte unter anderem seine Freude über ihren Empfang zum Ausdruck und äußerte sich sehr positiv über die Idee einer gemeinsamen Hilfssprache für internationale Bedürfnisse. Dies geschieht häufig bei internationalen Kongressen, insbesondere wenn die Kongressteilnehmer zu jenen Klassen gehören, die keine Muße hatten, sich fließend in einer Fremdsprache zu unterhalten. ...." Bis heute scheint es ungerechtfertigte Einschränkungen in der freien Entfaltung der eigenen Fähigkeiten zu geben. Chancen für Bildung und Privilegien sind ungleich verteilt. So sind es wohl die Gutgebildeten, die die Kongresse in Besitz nehmen. Und wer dazu gehören möchte, passt sich an die vorgegebenen Verhaltensweisen in der Gesellschaft an. Dazu gehört, die Sprache der Mächtigen zu benutzen. Esperanto bleibt den Esperanto-Kongressen vorbehalten. Ein klassischer Kongreß findet also weiter so statt: "Daraus ergibt sich, dass in der Halle die gesamte Arbeit von Übersetzern erledigt werden muss. Für soziale Zwecke muss sich jede Nation für sich selbst versammeln oder sich um einen Dolmetscher scharen. Außerdem können die Delegierten nicht aufgrund ihrer besonderen Kenntnisse ausgewählt werden, sondern müssen nach ihrer Fähigkeit, Französisch zu sprechen, ausgewählt werden. .... Wie anders wäre es doch, wenn Esperanto seinen richtigen Platz einnimmt! Und darauf müssen wir vielleicht nicht lange warten. In vielen Grundschulen, sogar in England, lernen Lehrer und Kinder außerhalb der Schulstunden. In einigen Sekundarschulen ist es bereits Teil des Lehrplans, und in anderen ist es fraglich, wie bald es angenommen werden soll. Vor mir habe ich indische, afrikanische und japanische Zeitschriften, in denen die Verwendung von Esperanto stark befürwortet wird."
A DEMOCRATIC GERMANY (EIN DEMOKRATISCHES DEUTSCHLAND.) "In der ersten März-Nummer von La Revue hat E. Reybel eine Studie über die demokratische Entwicklung Deutschlands veröffentlicht." ALCOHOLIC LETHARGY. (ALKOHOLISCHE LETHARGIE.) "Der Schriftsteller stellt fest, dass im Jahr 1905 eine Welle von Unruhen und Reformen über die meisten europäischen Staaten hinweggegangen ist, aber Deutschland allein schien sich nicht zu rühren. Er nennt verschiedene Gründe für die scheinbare Passivität des deutschen Volkes, die darauf hindeuten, dass es vielleicht noch nicht genügend unzufrieden geworden ist, um sich zu bewegen, oder dass seine Geduld noch nicht ganz erschöpft ist. Bier und Alkohol, meint der Schriftsteller, haben wahrscheinlich viel damit zu tun, dass das Volk loyal geblieben ist. Nicht, dass sie gewohnheitsmäßige Trinker sind, sondern dass der tägliche Alkoholkonsum Lethargie an Geist und Körper verursacht. Ein weiterer Faktor sind religiöse Gefühle, und ein dritter ist die Tatsache, dass sich die Deutschen bisher nicht so aktiv am politischen Geschehen beteiligt haben wie die Menschen in den meisten anderen Ländern. ...." THE DEMOCRATIC PROVINCES. (DIE DEMOKRATISCHEN PROVINZEN.) "Die demokratische Entwicklung manifestiert sich jedoch nicht in allen Teilen des Deutschen Reiches in gleichem Maße. Sie ist im Süden und im Westen viel stärker ausgeprägt als im Nordosten, und die Staaten des Südens und Westens sind viel weiter fortgeschritten als Preußen. .... Dennoch ist der Siegeszug der Demokratie in Deutschland sicher. Sie hat bereits die Armee und die Bürokratie angegriffen. .... Ein neues demokratisches Deutschland ist in Sicht." After "Quiet Sunday." (Nach dem "Stillen Sonntag".) "Der Verfasser des Briefes aus Berlin in der "North American Review for March" schreibt:- .... Im Großherzogtum Baden ist erst vor kurzem ein liberaleres Wahlrecht in Kraft getreten; in Bayern steht die Einführung des Manneswahlrechts kurz bevor; in Sachsen hat die Regierung ihre Entschlossenheit angekündigt, das Wahlgesetz, das sie vor drei Jahren in Übereinstimmung mit dem reaktionären preußischen Modell erlassen hat, nach modernen Gesichtspunkten zu überarbeiten; und das Großherzogtum bereitet sich nun darauf vor, das Beispiel Badens nachzuahmen. Unter diesen Umständen kann es trotz des Rückschritts der Republik Hamburg nur eine Frage der Zeit sein, bis das Königreich Preußen dem von den Sozialdemokraten erhobenen Reformschrei nachgibt."
ESPERANTO. "Der erste Schritt zur offiziellen Anerkennung in England ist durch die Aktion der Londoner Handelskammer getan worden, die angekündigt hat, dass Prüfungen in Esperanto auf der gleichen Grundlage wie in anderen modernen Sprachen am 30. Mai nächsten Jahres stattfinden werden."
THE ENGLISH LANGUAGE AS A SPADE. (DIE ENGLISCHE SPRACHE ALS SPATEN.) "In Indien verlief der Prozess langsam, aber stetig, und jetzt hat sich unter den indischen Völkern ein ausgeprägtes Nationalgefühl entwickelt, das, so scheint es, hauptsächlich durch die Verbreitung der englischen Sprache entstanden ist. Die indische Welt im Februar, ein Zitat aus dem Pioneer sagt:- .... die Einheit, die durch den Gebrauch der englischen Sprache herbeigeführt wird, scheint dazu verurteilt zu sein, gegen diejenigen verwendet zu werden, deren Muttersprache das Englische ist. Das neue Gefühl der indischen Nationalität, das in seiner Reichweite die Burman und die Mech, die Kol und die Santhal, die Naga und die Cossyah sowie die alten zivilisierten Rassen Indiens umfaßt, ist ein sehr bemerkenswertes und interessantes Ergebnis der Stärke und Effizienz der britischen Herrschaft in Indien."
ESPERANTO. "Die Grundzüge des Programms für den nächsten Kongress, der vom 28. August bis 6. September in Genf stattfinden wird, sind bereits bekannt gegeben worden; Einzelheiten werden später ergänzt. Die offizielle Eröffnung findet am Dienstagabend statt, und am Mittwochmorgen treffen sich die verschiedenen Nationen getrennt, um die letzten Vorbereitungen zu treffen. Am Nachmittag folgt der erste Generalkongress und am Abend eine Unterhaltung im Theater. Am Donnerstag wird es eine Exkursion auf dem Genfer See und einen Empfang in Vevey geben. Generalversammlungen, Empfänge und Unterhaltungen folgen zu gegebener Zeit. Am Samstagabend findet der offizielle Abschluss der Geschäftsgespräche statt, danach werden Führungen zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten in der Schweiz organisiert. Eines ist ganz sicher: Alle, die am Kongress in Boulogne teilgenommen haben, die es sich möglicherweise leisten können und die Zeit dafür haben, werden auch in Genf sein. ...."
The Need of a Key Language (Die Notwendigkeit einer Schlüsselsprache) wurde auch in der australischen Ausgabe von "REVIEW OF REVIEWS," mit Sitz Melbourne besprochen. Im Netz sind momentan nicht alle Ausgaben auffindbar. Aber auch mit den unvollständigen Quellen rundet sich das Bild. Zu Ostern fand in London ein Treffen (Federation Internationale des Employes) statt. Man einigte sich auf: "In der Erwägung, dass die internationalen Beziehungen die Tendenz haben, sich ständig zu erweitern, und dass die Annahme einer gemeinsamen Hilfssprache, die den großen Zeitverlust und die Ermüdung durch Übersetzungen bei internationalen Zusammenkünften vermeiden würde, viel gewinnen würde, bringt dieser Kongress seinen Wunsch zum Ausdruck, dass Esperanto bei allen künftigen internationalen Diskussionen als offizielle Sprache angenommen wird, und dass die verschiedenen Verbände, die am Kongress in London teilnehmen, ihr Möglichstes tun sollten, damit ihre jeweiligen Regierungen Esperanto unter die Sprachen einschreiben, die in ihren Primar- und Sekundarschulen unterrichtet werden sollen, und dass ihre Gruppen überall dort, wo es sie nicht gibt, eingeladen werden, Esperanto-Gruppen zu bilden, die den Auftrag haben, das Studium des Esperanto in den Erwachsenenklassen zu verbreiten." Anzeige: To Esperanto Students. (An Esperantoschüler.) LIMITED SUPPLY. SEND AT ONCE. (BEGRENZTES ANGEBOT. EINMAL SENDEN.) Lernen Sie die kommende universelle Weltsprache, die auf dem jüngsten Kongress in Boulogne von Menschen mit 22 Nationalitäten verwendet wird. Senden an "REVIEW OF REVIEWS." ("REZENSION VON REZENSIONEN") Equitable Building (Gerechtigkeitsgebäude), Melbourne.
ESPERANTO. "Die offizielle Eröffnung der Genfer Konferenz findet am 28. August statt. Sie wird bis zum 6. September dauern. Es wird eine Ausstellung am Genfer See und ein Empfang in Vévey stattfinden. Generalversammlungen, Empfänge und Unterhaltungen folgen zu gegebener Zeit. Am Samstagabend findet die offizielle Schlussveranstaltung der Geschäftsgespräche statt, nach denen Führungen zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten in der Schweiz organisiert werden. Eines ist ganz sicher: Alle, die am Kongress in Boulogne teilgenommen haben, die es sich möglicherweise leisten können und die Zeit dafür haben, werden auch in Genf sein. Esperanto schreitet so schnell voran, dass es unmöglich ist, in unserem kleinen Raum über alle Geschehnisse zu berichten. ...." ESPERANTA KLUBO, MELBOURNA. "Das monatliche Treffen des Klubs fand am Freitag, den 3. August, zur gewohnten Zeit und am gewohnten Ort statt. .... Der Zweite Esperanto-Chor, der Ende dieses Monats in Genf, Schweiz, stattfinden wird, verspricht, sogar den inzwischen berühmten "Ersten" Kongress in Bolougne-sur-Mer in den Schatten zu stellen. In allen Esperanto-Blättern werden alle Einzelheiten über Treffen, Ausflüge, Eintrittspreise usw. veröffentlicht."
THE PEACE MOVEMENT. (DIE FRIEDENSBEWEGUNG.) "In der Westminster Review schreibt Herr Herman Scheffauer über die Kräfte, die den Frieden erhalten. Er plädiert für ein Abkommen zwischen Großbritannien und Deutschland, als Determinante des Krieges und des Friedens zwischen den Nachbarn zu fungieren. Eine enge Freundschaft dieser Art würde, so behauptet er, eine Union von solch uneinnehmbarer Stärke bilden, daß sie jene Politik und jenen Zustand des universellen Friedens diktieren und erreichen könnte, den alle Nationen als unerläßlich erachten. Großbritannien und Deutschland sind natürliche Verbündete. .... Der Seemacht England und der Landmacht Deutschland entgegenzutreten, wäre zwecklos. Vereint würden sie den mächtigsten Arbeiter im Kreuzzug für den Frieden bilden. .... Harry Hodgson im Hinblick auf die kommende Haager Konferenz .... :- Um den Rückgriff auf die Schlichtung durch die Nationen zu einem Erfolg zu machen, sollte es eine fähige, unparteiische und stabile Justizbehörde geben. .... Für den offiziellen Gebrauch des Gerichtshofs sollte eine neutrale Sprache gewählt werden. Die Verbreitung von Esperanto in mehreren Nationen in den letzten Jahren beweist, dass eine solche Sprache, die für alle Zwecke geeignet ist, ohne große Schwierigkeiten erlernt werden kann. Jede Vertragsnation sollte sich verpflichten, dem Gerichtshof alle Differenzen zwischen ihr und den anderen Vertragsnationen vorzulegen, die sie nicht auf diplomatischem Wege beilegen kann; und sie sollten vereinbaren, die Autorität des Gerichtshofs gemeinsam aufrechtzuerhalten."
English or American? (Engländer oder Amerikaner?) "Leute, insbesondere die New Yorker Redakteure machen sich über Präsident Roosevelt lustig, .... Die Annahme der Empfehlungen der vereinfachten Rechtschreibempfehlung ist eine neue Unabhängigkeitserklärung, eine subtilere und tödlichere Revolte als jene, die das Empire im achtzehnten Jahrhundert zerbrach. Denn wenn sie Erfolg hat - und sie wird Erfolg haben, wenn wir nicht einer Katastrophe zuvorkommen, indem wir selbst Schritte unternehmen, um an ihrem Erfolg teilzuhaben - wird das eine große Band, das die englischsprachige Welt eint, verschwinden. Die Amerikaner werden die englische Sprache nicht mehr sprechen. Sie werden amerikanisch schreiben und sprechen. Und von dem Tag an, an dem sie ein phonetisches System der englischen Rechtschreibung einführen, wird nicht mehr Englisch, sondern Amerikanisch die lingua franca der Welt sein. Sogar jetzt noch hat Englisch, trotz unserer Gewohnheit, das Wort "chair" (Stuhl) zu schreiben und es "table" (Tisch) auszusprechen, was jeden Ausländer dazu zwingt, es zweimal zu lernen, einmal am Ohr und einmal am Auge, solche Signalverdienste, dass es alle Konkurrenten distanziert. Aber wenn zu diesen natürlichen Vorteilen noch ein einfaches System der rationalen Rechtschreibung hinzukäme, würde in hundert Jahren die ganze Welt Englisch sprechen. Wenn wir unsere Rechtschreibung nicht reformieren, wird die ganze Welt Amerikanisch sprechen, und Englisch, wie es auf Englisch geschrieben wird, wird für den Rest der Menschheit so unverständlich sein wie das Angelsächsische. ...." Es kam später nicht so. Amerikanisches Englisch blieb in seiner Schreibform genauso andersaussprechlich wie das europäische Englisch. Und trotzdem wird heute weltweit Englisch gesprochen, aben weil man es in den USA spricht. Denn bei Sprachnutzungen geht es doch immer um Machtfragen. Die Geschichte zeigt: Wechselt die Macht, dann wechselt auch die Sprache.
ESPERANTO. ESPERANTISTS AT GENEVA. (ESPERANTISTEN IN GENF.) (Geschrieben während des Kongresses). "Um eine angemessene Vorstellung von einem solchen Treffen wie dem zweiten Esperanto-Kongress in Genf zu bekommen, genügt nicht weniger als ein Besuch (schreibt ein Korrespondent). Niemand soll sich vorstellen, dass die Mitglieder zur Belustigung da sind. Seit Montagmorgen sind sie bei der Arbeit: Schon vor der offiziellen Eröffnung wurden zahlreiche Treffen organisiert. .... All dies führte jedoch zur formellen öffentlichen Eröffnung am Dienstagabend, als die Victoria Hall, die etwa 1800 Personen fasst, bis auf die oberste Galerie gefüllt war. .... Der Eingang von Doktor Zamenhof war das Signal für einen stürmischen Empfang, und so ruhig und bescheiden der Herr auch sein mag, er muss inzwischen gelernt haben, das zu genießen, was man nur als liebevolle Begrüßung bezeichnen kann. .... Dann erhob sich Dr. Zamenhof, und nachdem es die Rufe von "Vivu Zamenhof" ermöglichten, begann er mit ein paar anmutigen Dankesworten an die gastfreundliche Stadt, die den Kongress empfangen hatte. Er fuhr fort und sagte, dass er wirklich nur als Privatmann dort sei, denn der Zustand seines unglücklichen Landes habe ihn daran gehindert, sich aktiv an den erzielten Fortschritten zu beteiligen. Mit Pathos sprach er von seiner Heimatstadt (Białystok) und dem Herabsteigen wilder Horden auf sie, die Unschuldige und Hilflose getötet hätten. Die Russen seien nicht von Natur aus grausam, rief er aus; das Einzige, was sie sich wünschen, sei, dass man sie in Ruhe ihren Weg gehen lasse. Krieg ist zu jeder Zeit schrecklich, aber wenn das Blutvergießen und das Gemetzel zwischen denen stattfindet, die am selben Ort wohnen, geteilt durch Rassen- und Religionsunterschiede, dann ist es weitaus schrecklicher, denn dann wird Freund gegen Freund aufgereiht, und selbst die Frauen und Kinder werden nicht verschont. Dr. Zamenhof sprach dann von der Ansicht, dass Esperanto nur eine Sprache sei, solch ein Gedanke, rief er; wenn das wahr wäre, würde ich meinen grünen Stern abreißen und nie wieder ein Wort davon sprechen. Zwanzig Jahre lang habe ich gekämpft und gekämpft, aber nicht für eine Sprache: es ist für ein Ideal. Ich kämpfe für den Geist der gegenseitigen Hilfsbereitschaft, der der ganzen Menschheit eine bessere Zukunft sichern soll. Die inbrünstige Rede erhielt einen ebenso inbrünstigen Beifall, und dann folgte eine Rede nach der anderen von den verschiedenen Delegierten .... M. Cart sprach gut und eindringlich über die Freude, die Esperanto den Blinden bereitete, und M. Michaux beendete seine Rede mit einer geistreichen Rede in Französisch. Er erzählte von einem Laden, in dem ein Phonograph lautstark auftrat und vor dem ein Mann stand, der darauf bestand, dass der laut trompetende Phonograph keine Tatsache, sondern nur eine Sinnestäuschung sei, und führte zu der Erklärung, der ganze Abend in der Victoria Hall sei eine Täuschung und eine Falle gewesen, und alle Esperanto-Reden trügen; dass die Ausländer ihre Reden vorbereitet und sie allen anderen erzählt hätten; und dass es in Wirklichkeit von Anfang bis Ende ein ziemlicher Betrug gewesen sei, und sogar der Däne, der direkt vom Bahnhof in die Halle gekommen war, sei im Zug trainiert worden. Inmitten der Lachsalven der Anwesenden, die Französisch verstanden, schloss der Abend um 11.30 Uhr. .... Am Mittwochabend wird die Aufführung im Theater stattfinden, wo auf dem Programm "Ein Empfehlungsschreiben" von Max Maurey stehen wird. ...." TRANSLATION. (ÜBERSETZUNG.) (6) Neutralität und Toleranz. "Lassen Sie uns überall und immer der Welt das schöne Schauspiel vor Augen führen, das während des Kongresses geboten wurde und bei dem in Wahrheit jedes Mitglied aus Höflichkeit gegenüber seinem Nachbarn darauf verzichtete, ihn über seine Religion oder seine Meinungen zu befragen. Es genügte zu wissen, dass er ein Esperantist war. Nun, unsere Gruppen und andere Vereinigungen sollen endlich die gegenseitige Höflichkeit und Genialität reproduzieren, die das Glück aller im Kongress ausmachte. Seien wir Esperantisten und keine Sektierer, denn im "Esperanto-Land" verdrängen sich beide Dinge zwangsläufig gegenseitig; und da wir Esperantisten sind, sollten wir die Religion und die Politik der anderen so respektieren und tolerieren, wie wir es für unsere eigene Religion und Politik wünschen. Andernfalls ist unsere Neutralität nur Schein". Es gibt tatsächlich einen Streitpunkt unter den Esperanto-Freunden, genaugenommen auch in den weiteren Gesellschaften. Zu Neutralität und Toleranz gehört sicher, die andere Weltsicht zu kennen, um sie dann überhaupt "ertragen" zu können. Dazu gehört auch die politische Ansicht. Diese ist unter Esperantisten durchaus unterschiedlich. Gestritten wird aber oft, ob Esperanto ein Thema für die Politik sein kann, also ob Esperanto politisch ist. Ist die Aussage Zamenhofs politisch neutral? Es handele sich nicht nur um eine Sprache, er würde seinen "grünen Stern abreißen und nie wieder ein Wort davon sprechen .... Ich kämpfe für den Geist der gegenseitigen Hilfsbereitschaft, der der ganzen Menschheit eine bessere Zukunft sichern soll." Wenn das nicht politisch ist, was dann? Ganz abstrakt sind Esperantisten für die Sprachnutzung weltweit und natürlich europaweit. Das ist so in Ordnung. Wenn aber eine konkrete Anwendung in einem politischen Gebilde wie ein geeintes Europa an der Zeit ist, dann kann nur in der Politik gehandelt werden. EDE wurde zu diesem Zweck gegründet.
PRESIDENT ROOSEVELT AND SPELLING REFORM.
(PRÄSIDENT ROOSEVELT UND DIE RECHTSCHREIBREFORM.) "In der vierzehntägigen Revue schrieb er (William Archer) über "The President's English" ....:- .... Ich glaube, dass die Zukunft der englischen Sprache in der Schwebe hängt und dass in den nächsten Jahren eine Entscheidung von welthistorischer Tragweite ansteht." A STAND OP SPELLING REFORM. (EINE REFORM DER RECHTSCHREIBUNG.) "Herr Archer besteht auf der Ratsamkeit, nein, der Notwendigkeit einer definitiven Stellungnahme zur Rechtschreibreform durch ein spezielles Gremium, das so zusammengesetzt ist, dass es den Respekt der gesamten englischsprachigen Welt genießt. Die Frage sollte an eine internationale Konferenz, einen Kongress oder eine Kommission verwiesen werden, die unter fairer Vertretung aller Gemeinschaften und aller betroffenen Interessen mit einer möglichst nahen Annäherung an die Autorität sprechen sollte, wie es in unserer demokratischen Welt möglich oder wünschenswert ist. Diese Konferenz könnte Präsident Roosevelt zu einem Treffen in Washington einladen, und Delegierte von den Britischen Inseln, den Britischen Kolonien und den Vereinigten Staaten sollten daran teilnehmen. Die phonetische Schreibweise ist offensichtlich unmöglich, weil das, was Aberdeen für phonetisch hält, London nicht tut, und (leider) könnte Australien dies jetzt auch kaum tun. Vielleicht aber kann im Laufe der Nivellierung der Jahrhunderte durch phonetisches Training und Reisen " eine zusammengesetzte internationale Aussprache entstehen, die die gesamte englischsprachige Welt beherrschen wird"." MR. FREDERIC HARRISON'S VIEW. (MR. FREDERIC HARRISON'S SICHT.) "Herr Frederic Harrison schreibt in der Positivist Review:- Es gibt natürlich vieles in der englischen Rechtschreibung, was ärgerlich und absurd ist. .... Etwas, durch eine plötzliche öffentliche Ordnung ein ganz neues Wörterbuch einzuführen, wäre, selbst wenn es erfolgreich wäre, eine Ursache für endlose Verwirrung und Spaltung in der Lesewelt. Die ältere Generation würde niemals einwilligen, eine neue Sprache zu lernen, .... Wir mögen viele Dinge von Amerika lernen, aber ihre Literatur ist das Letzte, was wir uns zum Vorbild nehmen sollten." ENGLISH-SPEAKING REUNION—JINGOISM ! (ENGLISCHSPRACHIGE WIEDERVEREINIGUNG—JINGOISMUS!) Harrison:- "Es bleibt eine weitaus tiefere Frage. Dieser Traum, sich in das ganze englischsprachige Volk einzufügen, ist eine gefährliche und rückschrittliche Utopie, voller Unfug und falschem Rassenstolz. Es ist eine subtilere und unheimlichere Form des Jingoismus. Wir alle müssen unsere nationalen Fehler und Schwächen durch Freundschaft mit denen anderer Ideale und ohne unsere besonderen Versuchungen korrigiert werden. Die englische Rasse ist bereits zu herrschsüchtig, ehrgeizig und egozentrisch. Eine Kombination mit Amerika würde unsere Laster, unsere Schwierigkeiten - und unsere Rivalen - stimulieren. Aber das ist ein zu großes Thema, um es in einem Absatz zu behandeln. Sicherlich wird damit ein falscher Weg eingeschlagen! ...."
THE GREAT ESPERANTO CONGRESS. (DER GROßE ESPERANTO-KONGRESS.) Die wachsenden Beweise für die Bedeutung der Sprache. "Der zweite Esperanto-Kongress gehört nun der Vergangenheit an, und wenn man ruhig zurückblickt, scheint die Besonderheit des Genfer Kongresses die kontinuierliche Arbeit der verschiedenen Sonderausschüsse zu sein. Offiziell gab es nur die Generalversammlungen aller Esperantisten, die Sitzungen des Sprachausschusses, dessen Mitglieder letztes Jahr in Boulogne gewählt wurden, und des Sonderausschusses des Kongresses, der am Eröffnungstag gewählt wurde, aber diese offiziellen Sitzungen wurden durch inoffizielle in einer solchen Zahl ergänzt, dass eine detaillierte Darstellung unmöglich ist. Die Geschäfte des Esperanto-Kongresses betrafen ausschließlich Esperanto als Sprache, aber wenn man sich daran erinnert, dass seine Mitglieder zu den führenden Intellektuellen in allen Teilen der Welt gehörten und dass diese Männer und Frauen im Gefolge der fortschrittlichen Streitkräfte stehen, kann man leicht erkennen, dass eine solche Zusammenkunft genutzt werden würde, um die Sonderorganisationen voranzubringen, für deren Förderung eine Sprache wie Esperanto so nützlich ist. Unter uns waren Pazifisten. Gute Templer, christliche Verfechter, Freimaurer, Sozialisten, Musiker, Mathematiker, Mitglieder der Gesellschaft des Roten Kreuzes usw. usw., die alle ihre eigenen speziellen Versammlungen hatten. ...."

RESUMO (ZUSAMMENFASSUNG) ....
Schon beängstigend weitsichtig zeigte sich William Thomas Stead bei der Betrachtung künftiger Schiffsunglücke. Plätze in den Rettungsbooten waren wohl Mangelware. Beim Durcheinander wären übrigens mehr Plätze als Passagiere sicher gut. Jedenfalls hat es ihn vielleicht nicht einmal verwundert, daß genau dieses Platz-Problem auch auf seiner Reise mit der Titanic auftrat. Er war für den 21. April 1912 zu einer Friedenskonferenz nach New York (Carnegie Hall) eingeladen und mußte seine schlimmen Ahnungen erleben. Vermisst seit Untergang der Titanic. Offiziell gestorben am 15. April 1912.
2020072120201119SE
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eo.wikipedia.org/wiki William Thomas Stead
legacy.esperanto.org.uk arkivo W. T. Stead kaj ni
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de.wikipedia.org/wiki Nikolaus II. Außenpolitik
catalog.hathitrust.org The United States of Europe on the eve of the parliament of peace
archive.org americanizationo01stea The Americanisation of the World
Memore al William Thomas Stead | La usonigo de la mondo 2011 Henri Masson
en.wikipedia.org/wiki Review of Reviews Übersicht Ausgaben
archive.org The Review of Reviews V25 1902
esperanto.de Esperanto aktuell 202013-5 S.19 El la historio: W. T. Stead. Roland Schnell PDF