E-D-E-Vorläufer

Politische Wurzeln
L.L. Zamenhof
Frühe Ansätze W.T.Stead
W.T.Stead Referenz-Seite
Aufruf an die Europäer
Zeitverzug ins Deutsche
Romain Rolland — Den hingeschlachteten Völkern!

Romain Rolland empfahl...
Romain Rolland — auf welche Weise war er politisch?

1915 Ludwig L. Zamenhof Aufruf an die Diplomaten
Josef Zauners Ansatz
1923 Josef Zauner Der Weg zur Europa-Partei
Politischer Druck für Josef Zauner
1932 Gründung Klub der UŜE-Freunde
Politischer Überdruck

1935 / 1947 Churchills geopolitische Ansprüche

Hat Esperanto politische Wurzeln?

Gezeigt werden Herkünfte, Bedingungen und Voraussetzungen, die zur Gründung von E-D-E führten. Diese Geschichte beginnt noch vor den Weltkriegen hin zur Schaffung eines geeinten Europa und setzt sich bis in die Jetzt-Zeit fort.


Ist Esperanto politisch? Esperantofreunde wurden in der Geschichte manchmal angehalten, ihre Freizeitinteressen im Rahmen zu lassen. Allzuschnell störte die Idee die politisch Agierenden. Sicher ist es legitim, wenn Menschen das facettenreiche Esperanto als Hobby auffassen und das soll auch so bleiben. Vielen "Normalbürgern" ist nicht klar, welche Möglichkeiten der Völkerverständigung bestehen und wieviele reale Treffen selbst im Bereich der eigenen Region stattfinden. Es ist bei der Medienlage schwer zu vermitteln, daß Esperanto eigentlich für eine größere Breite in der Gesellschaft bereitsteht. Was bleibt dann anders als Amateur (im besten Sinn) zu sein? So sind auch jene Amateur-Menschentypen bei Esperanto stark vertreten. Die Breit-Gesellschaft kann somit großzügig darüber hinwegsehen und braucht nicht zuhören. Dabei fällt auf, wie einerseits die "richtige" Politik das Thema Esperanto immer wieder streift, bei Konfliktbewältigungsversuchen mit resultierenden Kriegs-und Friedensordnungen sowie das daraus entstandene Projekt Europa. Die frühe Herausbildung einer neutralen Sprache und deren Potential in Europa ist nicht etwa ein Ausdruck europäischer Weltherrschaftsideen sondern entspringt dem historischen Entwicklungsstand. Mit den Grundlagen der Sprache und etwa tausend Wortstämmen waren alle Menschen der Welt eingeladen, diese Sprache weiterzuentwickeln. Europa ist also nur Vorreiter. Hier besteht heute die Möglichkeit, eine Gesellschaft neben den Nationalgesellschaften auszubauen, eine kooperative europäische Gesellschaft. Das ist nicht gegen andere Völker der Welt gerichtet. Wir müssen hier in Europa unsere Hausaufgaben machen, nur so können wir Vorbild sein. Ähnliche Bünde sind auf anderen Erdteilen zu erwarten, ob z.B. in Mittel-/ Südamerika oder in Ostasien. Dort sieht man auch besonders interessiert auf uns. Es kommt immer auf den Betrachtungswinkel an. Damit ist bei offenem Blick auch die Vorgeschichte erkennbar, die zu Europa-Demokratie-Esperanto führte.

1887 L.L. Zamenhof

 


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Plej bone estus, se anstataŭ diversaj grandaj kaj malgrandaj eŭropaj regnoj ni havus iam proporcie kaj geografie aranĝitajn "Unuigitajn Ŝtatojn de Eŭropo".

Am besten wäre, wenn wir einstmals anstelle verschiedener großer und kleiner europäischer Staaten im Verhältnis und geographisch eingerichtete "Vereinigte Staaten von Europa" hätten.
1915 Ludwig L. Zamenhof | Aufruf an die Diplomaten
Ludwig L. Zamenhof veröffentlichte 1887 die inzwischen längst benötigte Internationale Sprache Esperanto. Als weltweite Sprache ist sie auch für ein geeintes Europa sehr gut geeignet und es liegt nahe, sie hier angemessen zu nutzen. Das war auch für Zamenhof eine klare Sache.
Dr. Zamenhof, der Autor von Esperanto. Interview mit William Thomas Stead 1905
Geschichte EDE-Vorläufer 1915 Ludwig L. Zamenhof Spezialseite 1915
Ludwig L. Zamenhof Individuelle Gedanken

 

Als die moderne Welt ab Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum ersten Weltkrieg durch die beschleunigte Industrialisierung große soziale Umbrüche erlebte, entstanden viele gesellschaftsreformerische Bewegungen. Denn die Lebensweise musste sich ändern, um mit den neuen Gegebenheiten der Globalisierung zurechtzukommen. Manche der visionären Menschen sind vergessen. Doch auch heute noch bekannte Persönlichkeiten machten sich dabei verdient. Der Schriftsteller und Politiker Victor Hugo schrieb 1855 über künftige Vereinigte Staaten von Europa mit einer gemeinsamen Währung. Sebastian Kneipp, Friedrich Eduard Bilz und Karl August Lingner (Gesundheit, Hygiene) – Bertha von Suttner "Die Waffen nieder!" und Alfred Nobel (Friedensbewegung) – Johann Martin Schleyer und L.L. Zamenhof (weltweite neutrale Hochsprache) – bis hin zu Josef Zauner (Esperanto als Faktor für Vereinigte Staaten von Europa). Und es gab weitere noch heute moderne politische Strömungen, deren Grundlagen in dieser Zeit gelegt wurden. In der Gegenwart wird in den öffentlichen Gesellschaften leicht übersehen, daß Völkerverständigung mittels Esperanto ein Bestandteil dieses Aufbruchs ist. Gern werden in Biografien historischer Personen sogar die Esperanto-Bezüge weggelassen.


Frühe Ansätze - William Thomas Stead
Ein Vorläufer der EDE-Vorläufer?

 



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[[File:W.T. Stead by Mills, 1905.png|W.T. Stead by Mills, 1905]]

1899 Die Vereinigten Staaten von Europa vor Beginn des Friedensparlaments
1901 DIE AMERIKANISIERUNG DER WELT
1902 EINE INTERNATIONALE SPRACHE: IST DAS MÖGLICH?
DIE AMERIKANISIERUNG DER WELT (Reaktionen)
SPRACHEN LERNEN DURCH BRIEFE SCHREIBEN.
GESUCHT: EINE INTERNATIONALE SPRACHE! EIN PLÄDOYER FÜR DAS STUDIUM VON ESPERANTO.
Carnegies Idee - Der deutsche Kaiser als Begründer Europas?
KORRESPONDENZ PER PHONOGRAPH und mehr
1903 Europa ist jetzt reif für DIE KOMMENDE FÖDERATION.
1904 WAS WIR TUN KÖNNEN
1905 Der Erste Esperanto-Weltkongreß (Vorbereitungen auf Boulogne)
I. DR. ZAMENHOF, DER AUTOR VON ESPERANTO. ESPERANTO ZUR RETTUNG. (Interview)
II. DER ERFINDER DES ESPERANTO.
III. DIE SCHLÜSSELSPRACHE DER WELT.
IV. DER INTERNATIONALE KONGRESS.
DIE PLANUNG DER WELTHAUPTSTADT.
1906 Der europäische Ausblick.
1906 Der Zweite Esperanto-Weltkongreß (Genf)
 1907 Der Dritte Esperanto-Weltkongreß (Cambridge)
Blick auf 1908 Der Vierte Esperanto-Weltkongreß (Dresden)
WIE MAN DIE JINGO-PRESSE KNEBELT.
1912 Letzte Meldung
RESUMO Verbindung gesucht: Die gemeinsame Sprache in dem geeinten Europa

Zu denen sich dem Gemeinsinn verpflichteten Menschen gehörte William Thomas Stead (1849-1912). Er formulierte relativ früh, was auch uns bei EDE bewegt und was für die Gesellschaften notwendig ist. Über viele bei ihm zusammenlaufende Interessen kam er auch zu Schlußfolgerungen, die er dann selbst als Journalist veröffentlichen konnte. Diese Seite zeigt die allgemeine Geschichte der EDE-Vorläufer. Es hat sich beim Erfassen der Texte herausgestellt, daß eine detaillierte Darstellung auf dieser Geschichts-Seite zu umfangreich wäre. Darum wird hier nur eine Essenz (in Stichworten/Stichwortsammlungen) vorgestellt und für tiefergehende Informationen auf die Referenzseite verwiesen. (2021032420210608SE)
Referenz-Seite Geschichte EDE-Vorläufer 1902 W.T.Stead

1899 Die Vereinigten Staaten von Europa vor Beginn des Friedensparlaments
Von "Vereinigten Staaten von Europa" mag vereinzelt schon vor Stead gesprochen worden sein, volkstümlich verbreitet war der Begriff bei den europäischen Völkern noch lange nicht. Aus Anlaß der bevorstehenden Ersten Haager Friedenskonferenz, angeregt durch Zar Nikolaus II., unternahm Stead 1898 eine Europareise um sich einen Eindruck zur Lage zu verschaffen. Danach brachte er 1899 eine Schrift mit diesem Titel heraus:
The United States of Europe on the eve of the parliament of peace
(Die Vereinigten Staaten von Europa vor Beginn des Friedensparlaments)
Stead sah sich als Brite mit engen Verbindungen zur USA. Der Begriff der Vereinigten Staaten von Europa verwies in der Vorstellung auf die bereits existierenden USA. Von USE sollte nicht nur geträumt werden, jetzt wurde zu einem Parlament des Friedens geladen. Ein neues politisches Gebilde braucht immer auch eine möglichst neutrale Hochsprache. Doch für diese speziell auf Europa bezogene Idee war die Zeit wohl noch nicht ganz reif, auch Stead hatte gerade einen anderen Gedanken. "Wie lange wird es wohl noch dauern, fragte ich mich, als ich durch das Reichstagsgebäude wandelte, bis das vereinte Europa sein Parlamentsgebäude hat und bis die Föderation Europas einen Sitz und die ständige Vertreterversammlung einen Ort hat? Was Deutschland tat, kann Europa tun.""Schlichtet immer, bevor ihr kämpft"
Referenz-Seite 1899 Die Vereinigten Staaten von Europa vor Beginn des Friedensparlaments

1901 DIE AMERIKANISIERUNG DER WELT
1901 veröffentlichte William Thomas Stead sein Buch "Die Amerikanisierung der Welt". Aus Steads Sicht war eine Vereinigung der englischsprachigen Staaten vielleicht nachvollziehbar. Schließlich entwickelte sich deren ehemalige britische Kolonie, die USA, schon wegen des gemäßigten Klimas zum einflußreichsten Staat. Doch die Welt ist größer, schon aus der Perspektive der anderen europäischen Mächte. Auch die anderen Atlantikanrainer wie zum Beispiel Frankreich, Spanien und Portugal nahmen weite Gebiete in Besitz. Nicht zu vergessen die Kolonisatoren im Osten. Diese anderen Mächte könnten ebenfalls auf das Recht eines jeweils eigenen Staatenverbundes ihrer Gebiete bestehen. Doch so ließe sich kein geeintes Europa errichten. Nicht zufällig kam später zeitlich die beginnende Einigung Europas mit der Unabhängigkeit der Kolonien zusammen. Am mächtigsten sträubt sich heute der englischsprachige Raum, Stichwort Brexit.
TEIL I - DIE VEREINIGTEN STAATEN UND DAS BRITISCHE IMPERIUM
I/I Erster Teil - Erstes Kapitel - Die englischsprachige Welt — "Die Amerikanisierung der Welt ist ein Schlagwort, das in Großbritannien völlig unnötigerweise einige Ressentiments hervorruft. — Ihre wahre Bestimmung ist es natürlich, anglisiert zu werden. — Der Löwenanteil der Welt gehört uns — Wir sind so räuberisch wie die schlimmsten unserer Nachbarn — eine Kombination der gesamten englischsprachigen Rasse? — Vereinigung von Völkern, die dieselbe Sprache sprechen. — Unser glorreiches angelsächsisches Volk Wird für immer den höchsten Platz der Erde einnehmen, Die Sonne wird nie mehr untergehen Auf englischen Tempeln, Türmen und Städten"
I/II Erster Teil - Zweites Kapitel - Die Grundlage für die Wiedervereinigung — "Herstellung der englischsprachigen Einheit eine Sache — sowohl im Interesse des Weltfriedens als auch der Freiheiten der Menschheit — unsere Institutionen amerikanisieren"
I/III Erster Teil - Drittes Kapitel - Amerikanisierung von Irland — "Gesetz der Gravitation, das in der politischen Welt wirkt. — Mehrheit des irischen Volkes fügt sich mürrisch — nicht stolz auf die britische Staatsbürgerschaft — Was Amerika den Iren gegeben hat, ist etwas viel Wertvolleres als Dollars — Engländer, Waliser und Schotten sind völlig amerikanisiert — Nur die Iren bleiben eigenständig."
I/IV Erster Teil - Viertes Kapitel - Über Südafrika — "Das Afrikanische Commonwealth kann sich vom Britischen Empire abspalten — nicht unbedingt, dass es sich unter Stars and Stripes aufstellen wird"
I/V Erster Teil - Fünftes Kapitel - Über die Westindischen Inseln und darüber hinaus — "britische Flagge weht derzeit über Reihe von kleinen Inselgruppen — vor der Haustür der Vereinigten Staaten"
I/VI Erster Teil - Sechstes Kapitel - Über Neufundland und Kanada — "Kanada — Union, wenn sie zustande kommt — mächtige Wirkung des allmächtigen Dollars. — Provinz Quebec ist im Wesentlichen französisch — fremde Nation innerhalb eines britischen Herrschaftsgebietes — Existenz verkompliziert die zu betrachtende Frage wesentlich — Französisch-Kanada allmählich, aber stetig zum allgemeinen Gebrauch der englischen Sprache bekehren — amerikanische als auch die kanadische Verfassung auf föderalen Prinzip beruhend — erhebliche Unterschiede in Art und Weise, wie dieses Prinzip angewandt wird."
I/VII Erster Teil - Siebentes Kapitel - Über Australien — "Eine der interessantesten Fragen der Zukunft — ob die Australier der Zukunft Englisch oder Deutsch sprechen werden"
I/VIII Erster Teil - Achtes Kapitel - Ein Schmelztiegel der Nationen — "Amerikaner — kein bloßer Engländer — Wir sind alle Konglomerate, mit unendlich unterschiedlichen Bestandteilen. Aber wir haben wenigstens eine gemeinsame Sprache, und wir alle halten Shakespeare die Treue — sieben der Elemente — gemeinsame: Sprache / Regierungsformen / Kultur / Geschichte / Religion / Interessen."
Referenz-Seite TEIL I - DIE VEREINIGTEN STAATEN UND DAS BRITISCHE IMPERIUM
TEIL II - DER REST DER WELT
II/I Zweiter Teil - Erstes Kapitel - Europa — "Wenn wir in England — Amerikanisierung der Welt mit Genugtuung — betrachten — subtilen und durchdringenden Einfluss von Ideen — die zumindest in englischer Sprache vermittelt werden — Kein solcher Trost wird jedoch den Nationen Europas zuteil — gegen ihren Willen und ohne ihre Erlaubnis Prozess der Amerikanisierung unterworfen — Zentrum des Widerstands gegen amerikanische Prinzipien in Europa liegt in Berlin — Deutsch-Amerikaner unterscheidet zwischen Vaterland und Kaiser — Kaiser — hartnäckig in Verfolgung seiner Ziele — Gescheitert — den Zaren für eine große europäische Vereinigung zu gewinnen — Dr. Wilhelm Vendlandt — schlagen vor, für gesamteuropäische Union zu arbeiten — amerikanische Invasion die Europäer ein wenig verängstigt hat — Prinz Albert von Belgien 1898 von seiner Amerikareise zurück — Ach, ihr Amerikaner werdet uns alle auffressen — gegen die Vereinigten Staaten von Amerika verteidigen — Vereinigte Staaten von Europa — geht Prozess der Amerikanisierung in allen anderen Ländern unaufhaltsam weiter." 

II/II Zweiter Teil - Zweites Kapitel - Das Osmanische Reich — "Ruf der mazedonischen Männer: "Kommt herüber und helft uns!"

II/III Zweiter Teil - Drittes Kapitel - Asien — "Amerikaner in sehr wichtigen Angelegenheit englische Ideen übernommen — Grenzen der Vereinigten Staaten bis zur Küstenlinie ihrer Feinde und Rivalen"
II/IV Zweiter Teil - Viertes Kapitel - Mittel- und Südamerika — "wenige Teile der Welt — weniger amerikanisiert sind als das südliche Amerika — Während Amerikaner England amerikanisieren"
II/V Zweiter Teil - Fünftes Kapitel - Die Monroe-Doktrin — eher anti-monarchisch als anti-europäisch — "Wir wollen ihr Territorium ebenso wenig, wie wir die Berge des Mondes begehren.""
II/VI Zweiter Teil - Sechstes Kapitel - Über die internationale Schiedsgerichtsbarkeit — "zugunsten der Sache des Fortschritts und der Zivilisation — Mr. Carnegie — Schiedsgerichtsbarkeit das Einzige auf der Welt — Friedenskonferenz in Den Haag"
Referenz-Seite TEIL II - DER REST DER WELT
TEIL III - WIE AMERIKA AMERIKANISIERT
III/I Erstes Kapitel - Religion — Beispiel der Vereinigten Staaten hat Vorstellungen der Alten Welt von Notwendigkeit einer untrennbaren Verbindung zwischen Kirche und Staat — aufgelöst — Prinzipien des Amerikanismus Teil des heiligen Schatzes der Wahrheit"
 III/II Zweites Kapitel - Literatur und Journalismus — "Mode, zu leugnen, dass Amerika überhaupt Literatur hervorgebracht hat — Amerikanisierung der englischen Sprache — Tendenz, überflüssige Buchstaben zu eliminieren — das einzige große Hindernis, das der allgemeinen Annahme der englischen Sprache als Kommunikationsmittel zwischen Mensch und Mensch im Wege steht — Rechtschreibung — Änderung der Rechtschreibung gleichzeitig im gesamten Gebiet der englischsprachigen Welt"
 III/III Drittes Kapitel - Kunst, Wissenschaft und Musik — "amerikanische Kunst — ungläubiges Lächeln — auf wissenschaftlichem Gebiet — beide Geschlechter anziehen — "Washington Post March" — in die Ohren der ganzen Welt getrommelt"

 III/IV Viertes Kapitel - Heirat und Gesellschaft — "Ausmaß, in dem der diplomatische Dienst durch den Einfluss der Heirat amerikanisiert ist —  heiratet jedes Jahr eine wachsende Zahl amerikanischer Erbinnen in europäische Familien ein" 
III/V Fünftes Kapitel - Sport — "Sportarten — vor zwanzig Jahren fast ausschließlich national — jetzt international"
 III/VI Sechstes Kapitel - "Die amerikanische Invasion" — "Ende des letzten Jahrhunderts — Vereinigten Staaten die kommerzielle Vormachtstellung in der Welt — Erwerb durch das Recht des Stärkeren — Versorgung mit Nahrungsmitteln — Amerikaner haben uns eine Menge genialer Erfindungen und bewundernswert perfektionierter Maschinen gebracht"
III/VII Siebentes Kapitel - Eisenbahnen, Schifffahrt und Trusts — "Eisenbahn selbst nur eine Sache von gestern — Brücken und den Schienen — bei den amerikanischen Lokomotiven noch auffälliger"
Referenz-Seite TEIL III - WIE AMERIKA AMERIKANISIERT
TEIL IV - DIE ZUSAMMENFASSUNG
IV/I Erstes Kapitel - Was ist das Geheimnis des amerikanischen Erfolgs? — "Bildung — erhöhte Anreize für Produktion — Demokratie — Wenn Wissen Macht — dann müssen die Amerikaner unweigerlich das mächtigste Volk der Welt werden  — verbesserte Produktionsmethoden — offenen Annahme und konsequenten Anwendung des Prinzips der Demokratie"
IV/II Zweites Kapitel - Ein Blick voraus — "Schlussfolgerung — Großbritannien — Wahl zwischen zwei Alternativen — Existenz des Britischen Reiches in den Vereinigten Staaten der englischsprachigen Welt zu verschmelzen — Bestandteil der größten aller Weltmächte"
IV/III Drittes Kapitel - Schritte auf dem Weg zur Wiedervereinigung — "unbedingte Voraussetzung — Freiheit der nationalen Selbstverwaltung und uneingeschränkte Souveränität — mit Ausnahme derjenigen, die ausdrücklich der Zentralbehörde überlassen werden — Einführung des dezimalen Systems von Gewichten, Maßen und Münzen — Allgemeiner Rat von den englischsprachigen Nationen — Um Friedens und Abrüstung willen — überlegene Macht — Vorherrschaft der wahrscheinlich reichsten Sprache — Bruderschaft der Menschen — Es ist gut, dass das letzte Wort in den Angelegenheiten der Welt bei uns liegt, und dass es in klarem Englisch gesprochen wird — Herrschaft über die Welt — sollte kein Ehrgeiz von uns sein, die Welt zu beherrschen, außer durch den Einfluss von Ideen und die Kraft unseres Beispiels"

IV/IV Viertes Kapitel - Das Ende davon — "Überblick — große Frage, ob die Prozesse — zum Fortschritt und zur Verbesserung der Welt beitragen werden — Gegensatz zu dem ruhigen, philosophischen Gedankenleben, das das Ideal des östlichen Weisen ist! —  Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt und seine eigene Seele verliert?"
Referenz-Seite TEIL IV - DIE ZUSAMMENFASSUNG
Referenz-Seite 1901 DIE AMERIKANISIERUNG DER WELT

1902 EINE INTERNATIONALE SPRACHE: IST DAS MÖGLICH?
Stead war gerade noch auf der Suche nach einer gemeinsamen Sprache der Weltbürger. Er wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, daß einige Jahre zuvor L.L. Zamenhof seine ersten Lehrbücher mit der Internationalen Sprache des Doktor Esperanto veröffentlichte. Damals verbreitete sich Wissen oft noch langsamer als heute gewohnt. Mit einem gewissen Zeitverzug erhielt Stead erst 1902 einen Hinweis auf die von ihm erwartete Sprache. Seit jenem Jahr (ab Oktober) war sie in seiner Zeitschrift "The Review of Reviews" mit Zusammenfassungen von Zeitschriftenbeiträgen ein wiederkehrendes Thema in Rubriken mit wechselnden Namen.
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Das Jahr 1902 begann Stead darin unter dem Titel "The Progress of the World." mit folgenden Gedanken: Große Versprechen des alten Jahres sollten eingelöst werden. "Die rasante Entwicklung der drahtlosen Telegraphie — "Wenn Romeo in London eine Julia auf ihrem Balkon in Konstantinopel ansprechen kann, dann wäre es "zweifellos eine Anregung für die Bewegung zugunsten einer universellen Sprache" — SPRACHEN LERNEN DURCH BRIEFE SCHREIBEN.
EINE INTERNATIONALE SPRACHE: IST DAS MÖGLICH? — "Ja, sagt M. Leon Bollack, nicht nur möglich, sondern höchst wünschenswert; .... Eine solche Sprache muss in Wort und Schrift beherrscht werden können. — Jede Nation wird nach wie vor ihre eigene besondere Sprache behalten, angepasst an ihre eigenen Gewohnheiten des Denkens und Fühlens." — Unpraktikabel wäre, sie "aus dem Bestand der vorhandenen Sprachen" zu formen. Wenn er die diversen Regelungen in Grammatik oder Aussprache meint, ist das sicher nachvollziehbar. Er hatte vielleicht auch Vorbehalte gegenüber der Idee, man könne eine "künstliche" Sprache schaffen, schlug aber eine solche vor. .... Hier war Esperanto also noch kein Thema, obwohl es bereits existierte. Das änderte sich bald. (S.241)
Referenz-Seite 1902 EINE INTERNATIONALE SPRACHE: IST DAS MÖGLICH?

DIE AMERIKANISIERUNG DER WELT — William Thomas Stead war ein so vielfältig denkender Mensch, daß es einzelnen Menschen schwerfiel und schwerfällt, seine innovativen Gedanken als Ganzes zu erfassen. Was war sein Ziel, als er 1901 in einem Buch die Amerikanisierung der Welt vorschlug? Es widerspricht doch dem Ansatz, ein geeintes Europa mit einer neutralen Sprache zu wünschen. Kann man diese beiden Weltsichten überhaupt in einem Menschen vorfinden? Alle Fragen können in diesem Abschnitt wohl nicht beantwortet werden. Ein tieferes Eindringen ist dafür noch nötig. Damit eine gewisse Linearität in den "Review of Reviews" bleibt, sind hier einige Reaktionen auf sein Buch aus den Monaten Februar bis Mai 1902 zusammengefasst. — "Vorhersage über die bevorstehende Wiedervereinigung der englischsprachigen Welt"— "Bildung der Vereinigten Staaten der Welt sehr schlecht für die Welt" — "In der Tat kommt die Zeit, in der England eines Tages eine amerikanische Insel sein wird." — "Ein weiterer Schwachpunkt des Pamphlets ist, daß dem Rest der Welt, der kein Englisch spricht, viel zu wenig Bedeutung beigemessen wird und seine Widerstandskraft stark unterschätzt wird, ...." — "Die Amerikanisierung der Welt, so M. Finot, ist zweifellos das eloquenteste und vollständigste Plädoyer, das je zu diesem Thema erschienen ist." — Sprachfragen sind Machtfragen. Welche Haltung hatte Stead nun tatsächlich zu einer Englisch-Amerikanischen Weltvorherrschaft? Wie nah steht er Winston Churchill, der ein geeintes Europa unter Ausschluß Großbritanniens wollte oder zu Boris Johnson, dem ein uneiniges zersplittertes Europa noch mehr entgegen kommt?
Referenz-Seite DIE AMERIKANISIERUNG DER WELT (Reaktionen)

SPRACHEN LERNEN DURCH BRIEFE SCHREIBEN. — Weitere Stimmen zur Stimmung der Zeit: DER PHONOGRAPH ALS LEHRER. .... Dr. Antonio R. Jurado, ehemaliger Bildungskommissar in Manila: "Die Amerikaner werden die Eingeborenen von ihren Posten vertreiben .... All dies wird getan, um die englische Sprache einzuführen. — Im Mai 1902 erschien ein neues Wort bei "The Review of Reviews"! Stead wurde auf Esperanto aufmerksam (gemacht) und setzte sich ab diesem Moment damit auseinander.
VEREINHEITLICHUNG. DES SPRECHENS. "Wer, außer unter Botschaftern und dergleichen, hatte damals das Bedürfnis nach einer gemeinsamen Sprache? - Sollen wir eine künstliche Zunge haben....?
SPRACHEN LERNEN DURCH BRIEFE SCHREIBEN. "Zum Beispiel höre ich immer wieder, dass für den Sprachunterricht das phonetische System einer der Königswege zum raschen Erwerb einer neuen Sprache ist." - "Das ist zweifellos gut, aber ich verstehe es nicht und habe keine Zeit, Phonetik zu studieren"...."
ESPERANTO. "Die Phonetik war in meinen Gedanken präsent, als ich eine Abhandlung über Esperanto aufgriff. Darauf drängten mich zwei Freunde, die sich in letzter Zeit für die Studie begeistern, ...." - "Der polnische Erfinder des Esperanto, Dr. Zamenhof, hat daher solche Wörter gewählt, und er hat durchgehend nach diesem Prinzip gehandelt - nämlich, dass die Wörter, die am ähnlichsten waren, Teil seines Wortschatzes sein sollten.".... In der Frühzeit wurde gelegentlich von einer Kunstsprache gesprochen. Esperanto hat sich längst zu einer natürlichen Sprache entwickelt.
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Referenz-Seite SPRACHEN LERNEN DURCH BRIEFE SCHREIBEN.

GESUCHT: EINE INTERNATIONALE SPRACHE! EIN PLÄDOYER FÜR DAS STUDIUM VON ESPERANTO.
(Topics of THE Month. Themen des Monats. III.) Oktoberausgabe
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"Neulich wurde in Den Haag vor dem Internationalen Hohen Schiedsgerichtshof der erste internationale Streitfall .... zur Verhandlung gebracht. — römisch-katholischen Kirche, deren Amtssprache Latein ist — Englisch / Spanisch / Dänisch / Niederländisch / Englisch / Russisch — Miniaturturm zu Babel. — Die rasche Zunahme des internationalen Verkehrs macht die Schaffung einer internationalen Sprache immer unentbehrlicher. — Würden wir unsere Rechtschreibung radikal reformieren — das Englische als Universalsprache — gibt es keinen Zweifel daran, dass die als Esperanto bekannte artifizielle Sprache nun das Feld beherrscht. Ihre einzig mögliche Rivalin ist das modernisierte Latein. — jedes Wort genau so gelesen wird, wie es geschrieben ist. - Die Grammatik ist sehr einfach, und die Wörter sind alle nach wissenschaftlichen Prinzipien gebildet, leicht zu erfassen und anzuwenden."
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Referenz-Seite GESUCHT: EINE INTERNATIONALE SPRACHE!
EIN PLÄDOYER FÜR DAS STUDIUM VON ESPERANTO.


EINE HILFSSPRACHE. "Aus der Ferne betrachtet mag ein internationales Hilfskommunikationsmittel unnötig oder absurd, ja sogar gefährlich erscheinen. Aber wenn man es genau betrachtet und genau untersucht, wird es, wie Esperanto, zu einer faszinierenden Beschäftigung, die in keiner Weise das Studium irgendeiner Landessprache behindert, sondern das Interesse an ihr stark steigert."
DIE BEVORSTEHENDE KONFERENZ. "Die Ausgaben des Morgenländers:— Eine internationale Hilfssprache ist nicht dazu bestimmt, im individuellen Leben eines jeden Volkes das nationale Idiom zu ersetzen, sondern sie soll als Medium für das Sprechen und Schreiben zwischen Personen dienen, deren Muttersprache eine andere ist. — Die Delegation schlägt vor, alle Verfechter einer solchen internationalen Sprache zu vereinen und so zu einer maßgeblichen und allgemein akzeptierten Lösung dieser Frage zu gelangen." — "M. Coutourat schreibt:— aber — haben die Engländer keine Ahnung von den Schwierigkeiten, die ihre Sprache für Ausländer mit sich bringt. Es stimmt, die Grammatik ist einfach — aber die große Schwierigkeit ist die Aussprache."
MOWBRAY HAUS "ZU HAUSE" Herr und Frau Stead werden "zu Hause" sein für alle Freunde, Abonnenten, Helfer und Korrespondenten der "Review of Reviews", die jeden Freitag im Büro, Mowbray House, Norfolk Street, London, W.C., anrufen können. — Diese Zusammenkünfte waren bisher sehr angenehm, informell, gesellig und kosmopolitisch. 
MR. CARNEGIE UND DIE ZUKUNFT DER WELT. Carnegies Idee - Der deutsche Kaiser als Begründer Europas? .... In einer illustrierte Beilage von "Review of Reviews" (Nr.17) vom 15. November 1902 wurde "MR. CARNEGIE UND DIE ZUKUNFT DER WELT." thematisiert. Dort sprach er über die materielle Vorherrschaft, sie wurde "Großbritannien aus der Hand gerissen", aber "bleibt in der Familie" — "Was, fragt Herr Carnegie, muss Europa tun, um seine Position zu verbessern? — Es muss ein Bündnis zur Sicherung des internationalen Friedens geben, das der europäischen Föderation vorausgehen muss. — die letzte Frage von allen, nämlich: Wie wird die Position des Britischen Empire aussehen, wenn ein föderales Europa einem föderierten Amerika gegenübersteht? Herr Carnegie sagt:— Würde es ein kleiner separater Inselstaat von fünfundvierzig oder fünfzig Millionen bleiben, gegen die Hunderten von Millionen auf dem Kontinent? Oder würde es, wenn es dazu eingeladen würde, Mitglied der europäischen Vereinigung werden ...." S.570 "Der bemerkenswerte und gewagte Vorschlag von Herrn Carnegie an den Kaiser...."
(creativecommons.org/publicdomain)
(Lustige Blätter) "Voila une idée!" Carnegie: "Bin ich mit Berlin verbunden? Ja? Hier ist Carnegie. Es ist mir gerade noch einmal eingefallen: die Vereinigten Staaten von Europa, — der Friede der Welt, — die totale Abrüstung, - die Unterdrückung von Trusts usw. Wie soll das gehen?"
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Referenz-Seite Carnegies Idee - Der deutsche Kaiser als Begründer Europas?

In den Leitartikeln (Leading Articles in the Reviews.) der Dezember-Ausgabe bringt Stead eine englisch-französische Union als Grundlage eines zu schaffenden geeinten Europas ins Spiel. "M. Finots Artikel — Bündnis mit Frankreich zu suchen — zur Bildung eines Nukleus für die Vereinigten Staaten von Europa und der Welt führen — gerade jetzt nicht praktikabel — Union zwischen den einflussreichsten europäischen Staaten zu schaffen — anglo-französische Union der Vorläufer des Friedens — Bevor man versucht, eine Europäische Union zu verwirklichen, ist es notwendig, mit der Gruppierung der Teilstaaten zu beginnen. Die anglo-französische Union wäre lediglich der Ausgangspunkt."
ESPERANTO: EINE INTERNATIONALE HILFSSPRACHE. (SPRACHEN LERNEN DURCH BRIEFE SCHREIBEN) — KORRESPONDENZ PER PHONOGRAPH. "Vor einiger Zeit bat ein junger Ire, der gerade im Land lebt, um Korrespondenz mit einem Franzosen, beide zum Austausch von Walzen für Phonographen."
BERICHT AUS LEIPZIG. "Professor Martin Hartmann hat soeben seine Mittheilungen der Deutschen Zentralstelle für Int. Briefwechsel herausgegeben .... Englische Schüler, die Deutsch lernen, sind weniger als Deutsche, die Englisch lernen."
ESPERANTO: EINE INTERNATIONALE HILFSSPRACHE. Gründung der ersten Esperanto-Gesellschaft in England
Referenz-Seite KORRESPONDENZ PER PHONOGRAPH und mehr

1903 Europa ist jetzt reif für DIE KOMMENDE FÖDERATION. DAS MOWBRAYHAUS FREITAGS ZU HAUSE "DAS im Oktober begonnene Experiment, Freunde, Helfer, Korrespondenten sowie ausländische und koloniale Abonnenten einzuladen, Herrn und Frau Stead jeden Freitagnachmittag von vier bis sechs Uhr zum Tee in Mowbray House zu treffen, ist glänzend gelungen. — "DEUTSCHLANDOPHOBIE" — "IST ENGLAND IN KRIEGSGEFAHR?".
ESPERANTO: DIE INTERNATIONALE HILFSSPRACHE. "DIE Geschichte der Geburt und Entwicklung dieser teilweise künstlichen Sprache ist die Romantik selbst. Ihr Schöpfer, Dr. Zamenhof,  — Er kam zu dem Schluss, dass ihre Missverständnisse oft durch den Mangel an einer gemeinsamen Sprache verursacht wurden"
DIE PENNY-"ÜBUNGS"-FLUGBLÄTTER. wurden nachgefragt und schnell verteilt. Darunter die Ausspracheregeln. "Jeder Buchstabe wird ausgesprochen und hat immer den gleichen Klang .... vollständig phonetisch."
FREITAG "ZU HAUSE" IN MOWBRAY HOUSE. .... Ergebnis war eine Überfüllung der Esperanto-Klassen am darauf folgenden Montag. Am 23.01. wurde das Thema Internationale Union behandelt. Der Jahrestag der Haager Konferenz am 8. Mai war Anlaß.
Geopolitische Themen waren u.a. DIE DOKTRIN VON 1903. (USA zu europäischen Einmischungen), SPANIEN UND DIE EUROPÄISCHEN ALLIANZEN. (Verlust der Kolonien aber wirtschaftlicher Aufstieg im Inland)
ESPERANTO. — "WENN nur ein Reporter im Mowbray House am letzten Januar (19.) anwesend gewesen wäre, hätte er mitreißend über die stattgefundenen Treffen oder eine Reihe von Treffen berichtet. — Neben den Mitgliedern kamen statt der erwarteten zehn ungefähr siebzig Studenten. Ergebnis waren überfüllte Räume.
DAFÜR UND DAGEGEN. Natürlich existiert die Esperantokritik (spätestens) seit dem Moment des Erscheinens von Esperanto. "Wie üblich waren die Zeitungskommentare unterhaltsam gegensätzlich. ...."
GESELLSCHAFTEN. An dieser Meldung zeigt sich, wie ernst es W. T. Stead mit Esperanto war und wie konsequent er handelte. "Die Londoner Gesellschaft wurde am 12. Januar dieses Jahres ordnungsgemäß gegründet. Ihr Präsident ist Felix Moscheles; Schatzmeister, W. T. Stead ...."
EIN WEITERER EINWAND. — was gebraucht wird — großes internationales Gremium — Wörterbuch der Sprache und die Aufnahme neuer Wörter  — ergänzt durch den Gebrauch des Phonographen, der über die Aussprache entscheidet"
The Game of Grab. "Schnapp-Spiel." In den jungen USA wollte man eine Unabhängigkeit von Europa erreichen. Die Monroe-Doktrin formulierte eine Existenz zweier politischer Sphären. — Inzwischen hat sie die Welt aber verändert und heute (2020) geht es eher um die Frage, wie weit die USA Einfluß auf andere Staaten, darunter Europa nehmen dürften.
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"Uncle Sam (an die europäischen Mächte): "Schnappen Sie sich alles, was Sie zum Seufzen bringt, Gentlemen, aber treten Sie mir nicht auf die Füße."
ESPERANTO UND DIE BLINDEN. "Deshalb war ich sehr froh, von "Volapük" zu hören. —  aber sie wurde sehr bald abgelehnt — Dann erzählte mir jemand von der internationalen Sprache "Esperanto"." 
NACHRICHTEN IN KÜRZE. ESPERANTO UND HANDEL. — Tiffany Blake — nennt u.a. die Vorteile für den Handel. " — Es ist sogar denkbar, dass Esperanto auf der Flut einer anglo-amerikanischen Modeerscheinung zum Welterfolg gelangt."
Esperanto: Die internationale Schlüsselsprache. ZWEI EINWÄNDE GEGEN ESPERANTO. — fehlerhaft — Einwand vom Schreibmaschinenstandpunkt aus auf die Akzente, aber da die Hammond Typewriter Company ein spezielles Esperanto-Schiffchen  — ein weiterer der Einwände gegen Esperanto aus dem Weg geräumt.
ESPERANTO UND PATRIOTISMUS. "Schweigen, — und in diesem Schweigen verharrt die Gesamtheit der Bildungszeitschriften; damit zeigt sich ein Kontrast zu Frankreich, in dem die Sprachprofessoren die Hauptprofessoren sind. In England wird als Begründung angeführt, dass die Lehrer patriotisch sein müssen, und dass die internationale Sprache der Zukunft Englisch sein muss. Aber der Französischlehrer ist auch patriotisch — aber da er voraussieht, dass früher oder später eine Schlüsselsprache kommen wird, handelt er weiser als wir ...."
ANMERKUNGEN. "Hammond-Schreibmaschinen an Esperanto angepasst .... Wir freuen uns zu hören, dass sowohl die Remington- als auch die Yost-Maschinen in ähnlicher Weise angepasst worden sind." — Esperanto: Die internationale Schlüsselsprache. "Es ist jetzt erst ein Jahr her, dass wir den ersten Bericht über Esperanto in der Zeitschrift "Review" veröffentlicht haben, ...."
FORTSCHRITTE IM AUSLAND. "Vor zwei Jahren zählten die ausländischen esperantistischen Gruppen neun, heute sind es mehr als hundert. ...."
HALTUNG DER ENGLISCHLEHRER. "Aus irgendeinem Grund hat die Bildungspresse bis zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Artikels merkwürdigerweise ein strenges Schweigen bewahrt. In anderen Ländern waren es die Lehrer, die die Bewegung ins Leben gerufen haben. Hier ist es genau das Gegenteil. — Zwei einzelne Lehrer haben mir gesagt, dass sie Esperanto um des Gewissens willen ignorieren. Sie sind sicher, dass Englisch die Weltsprache sein wird, und sie wagen es nicht, das zu verhindern, ...." — ANMERKUNGEN. / DIE NEUE ZEITSCHRIFT.
DIE VEREINIGTEN STAATEN VON EUROPA.
In der Geschichte scheint manchmal ein Ziel sehr nah, doch oft kommt etwas dazwischen. Zum Beispiel zwei Weltkriege. "Angesichts der Führungen der Monarchen, der Parlamentarier und der Schiedsverträge sah die Sache der internationalen Union nie so rosig aus wie heute. — Mrs. Emily Crawford verkündet es laut in der Dezemberausgabe der Fortnightly Review. Mrs. Crawford erklärt, dass Europa jetzt reif für eine Föderation sei, und sie deutet an, dass es ohne den Krieg von 1870 schon früher verwirklicht worden wäre."
DIE INTERNATIONALISIERUNG DES DENKENS. "Europa, so Frau Crawford, ist nicht halb so gespalten wie seine Staatsmänner:— Europäer werden immer kosmopolitischer — Eisenbahnverkehr leidet unter Staatsgrenzen — Belastung durch riesige Armeen und Marinen — unerträglich."
DIE KOMMENDE FÖDERATION. "Meine Prognose für Europa lautet Föderation. — Europa ist offenkundig dabei, sein Gleichgewicht wiederzufinden. — Die Amerikaner sollten sich nicht vorstellen, dass die Europäer ihre Untermenschen sind. Die Nationen der alten Welt sind gefesselt — von der Uneinigkeit unter den europäischen Völkern, die große Armeen erforderlich macht. — Emanzipation Europas vom militärischen Inkubus — Nobel — Er freute sich auf ein föderales Europa, hoffte aber nie darauf, es zu sehen."
Esperanto: Die internationale Schlüsselsprache. — BESUCHE. — Es muss notwendigerweise einen internationalen Kongress geben — Volapük scheiterte nicht nur an inhärenten Mängeln, sondern vor allem an den unterschiedlichen Bedürfnissen der verschiedenen Länder."
EINE UNIVERSELLE SPRACHE. Hier wird ein französisches Buch vorgestellt, daß sich mit dem langen Weg hin zur praktikablen internationalen Sprache Esperanto beschäftigt.
Referenz-Seite 1903 Europa ist jetzt reif für DIE KOMMENDE FÖDERATION.

1904 der allmächtige Kaiser. — Zeitgenössische Zeitschrift für Juli — der einzige wirkliche Alleinherrscher
ESPERANTO. "Es ist sechs Uhr an einem angenehmen Sommertag. .... eine kleine Menschenmenge eilt in die Bishopsgate Street Within, und bei Nr. 5, dem Club Café, hält man in dem angenehmen kleinen Raum mit seinen Sofalounges und kleinen Teetischen. — "Was in aller Welt sagen sie?" denn die Sprache ist nicht Englisch, obwohl die meisten Stimmen es sind, sondern Esperanto."
JOHN BULLS GEFAHR. Nr.37. (Bestandteil "Review of Reviews" Juli 1904) — "In der Diskussion — sagt der Autor, dass England — nun eine politische Halbinsel ist. — Sie muss mit einer Kontinentalmacht verbündet sein — DER KÖNIG GEGEN DEN JINGOISMUS. — Wir werden nicht mehr als jede andere Nation zu einem allgemeinen Zivilisationsmodell werden, und Englisch wird wahrscheinlich nicht im Geringsten jemals die Weltsprache werden." — ONKEL SAM NICHT GUT!"
ESPERANTO. "Einige Esperantisten hatten ein komisches Erlebnis. — "Diese elenden Ausländer sollte man ...." — Esperanto: Der nächste Schritt. "Die Zeit ist reif für eine universelle Schlüsselsprache, die alle anderen Sprachen ergänzt. — UNTERNEHMEN. "Es besteht wenig Diskussionsbedarf. Wir Engländer lieben es nicht, Sprachen zu lernen" — WAS WIR TUN KÖNNEN. "Die Bewegung schreitet kontinuierlich voran, und jetzt ist die Zeit gekommen, in der die Esperantisten Großbritanniens und Irlands ihre Kräfte bündeln"
DIE WELTBEWEGUNG FÜR DEN FRIEDEN. — TAGESORDNUNG FÜR DEN HAAG. — ESPERANTO. — die Schulwelt für November enthält einen Artikel, in dem der Schriftsteller Paul Mathews sagt: "Eine Sprache wie Esperanto, so einfach, so leicht, so logisch, besitzt einen großen erzieherischen Wert — Unterrichtsfach in den Schullehrplan — Zeitersparnis (denn Esperanto erfordert nicht so viel wie die beiden Fächer) — Esperanto ist in mindestens einer englischen Schule als Unterrichtsfach angenommen worden"
Referenz-Seite 1904 WAS WIR TUN KÖNNEN

1905 Der Erste Esperanto-Weltkongreß (Vorbereitungen) 1905 ESPERANTO. — Educational Times — Prof. J. McFadyen — "Latein ist eine geistige Disziplin höchsten Ranges" — auf Esperanto ebenso absolut zutreffend — ESPERANTO. BREVITIES. ".... ruft M. Hamonet alle Franzosen auf, "diese machiavellianische Esperanto-Verschwörung abzuwehren — deren einziges Ziel es ist, jene französische Sprache zu zerstören, die der höchste Ausdruck der Zivilisation ist". — Die Friedensgesellschaften sind sich jedenfalls bewusst, dass eine internationale Sprache von Wert ist."
EIN PLÄDOYER FÜR EIN ANGLO-FRANZÖSISCHES BÜNDNIS. "Herr O. Eltzbacher — behauptet, wenn der Kontinent von einer Macht beherrscht wird, werde Großbritannien seine Freiheit verlieren."
ESPERANTO. #ErsterEsperantoWeltkongreß "Die Vorbereitungen für den großen Kongress in Boulogne am 1. August gehen zügig voran,...."
DEN HAAG DIE HAUPTSTADT DER WELT. "James F. Barnett drängt die Vereinigten Staaten, das berühmte Haus De Witt — für ihre Gesandtschaft in Den Haag zu kaufen. — geräumiges Haus — in der besten und günstigsten Lage der Stadt"
Sprachen und Briefeschreiben. DR. ZAMENHOF UND DER ESPERANTO-KONGRESS. — "Der Doktor hat soeben einen Brief verschickt, der in gewisser Weise als offiziell angesehen werden kann. Viele haben von dem großen internationalen Kongress gehört, der vom 3. bis zum 15. August in Boulogne stattfinden wird."
LITERATUR "Unser Bestand wird ständig erweitert. — Es ist gesagt worden, dass Esperanto-Literatur ein Original und niemals eine Übersetzung sein sollte. Aber Jules Verne starb, bevor er mehr tun konnte als planen — außer Dr. Zamenhof selbst haben wir bisher nur wenige prominente Autoren in unseren Reihen. Diese werden noch kommen."
ANMERKUNGEN. — Der Fünfte Internationale Lithographenkongress wünscht, dass in allen Sektionen — eine aktive Propaganda für die Verbreitung der internationalen Sprache Esperanto betrieben wird, damit sich die Arbeiter auf der ganzen Welt ohne die Hilfe von Dolmetschern verständigen können"." — Der Turmbau zu Babel: Mehr Sprachen in Österreich-Ungarn. In den europäischen Reichen krieselte es. "Die Ungarn haben bereits in der Armee auf ihre eigene Sprache bestanden. Jetzt beharren die Kroaten auf ihrer. Es fängt an, Sprachen zu regnen."
Der Fortschritt des Esperanto. Der Fortschritt der Welt. "Eine bequeme Schlüsselsprache für die Menschheit. — Nächsten August trifft sich eine Konferenz von Esperantisten aus allen Ländern in Boulogne, um den Erfinder des Esperanto, Dr. Zamenhof aus Warschau, zu begrüßen. Es ist leicht, über Esperanto zu spotten, vor allem, wenn man es nie gelernt hat, und es ist ganz natürlich, dass die Briten auf der Insel behaupten, dass Englisch die Sprache des Planeten sein sollte. — Konferenz in Boulogne — verspricht eine der interessantesten internationalen Konferenzen des Jahres zu werden."
ERWÜNSCHT, EINE GROßE ANTIDEUTSCHE LIGA. — "Das Problem für England ist daher, wie kann es die gefährlichen Tendenzen Wilhelms II. eindämmen? — Wenn es in Europa eine konstruktive Staatskunst gibt, dann sollten wir die Bildung eines großen Friedensbundes erleben, der all jene Nationen umfasst, die nicht nach den Gütern ihres Nachbarn verlangen."
FORTSCHRITTE VON ESPERANTO. "Dr. Zamenhof selbst wird natürlich in Boulogne sein."
DER ERSTE ESPERANTO-WELTKONGRESS ESPERANTO. "In unserer Juli-Nummer enthielt "Progress" eine Mitteilung über den Kongress von Boulogne"
Referenz-Seite 1905 Der Erste Esperanto-Weltkongreß (Vorbereitungen)

I. DR. ZAMENHOF, DER AUTOR VON ESPERANTO. ESPERANTO ZUR RETTUNG. (Interview) "sind Sie bereit, sind Sie bereit, den Versuch zu unternehmen, Österreich-Ungarn vor dem Ruin zu retten?" "Wie?"sagte Dr. Zamenhof in einem Interview. .... Dr. Zamenhof wartete geduldig auf eine Erklärung. "Haben Sie entweder Österreicher oder Ungarn zu diesem Thema befragt?" fragte Dr. Zamenhof.
Referenz-Seite I. DR. ZAMENHOF, DER AUTOR VON ESPERANTO. ESPERANTO ZUR RETTUNG. (Interview)

II. DER ERFINDER DES ESPERANTO. "Dr. Zamenhof, der gestern noch als Spinner angesehen wurde, erlangt heute weltweite Anerkennung als weltweiter Wohltäter. Der Kongress der Esperantisten in Boulogne im vergangenen Monat markiert den Übergang von der Periode der Unklarheit und des Spottes zu einer festen Grundlage für die allgemeine Anerkennung. — Dr. Zamenhof ist ein Russe aus Litauen. — Białystok war von Russen, Polen, Deutschen und Juden bewohnt. Jede dieser vier Völkerschaften lebte für sich allein. Für die Polen waren die Russen Ausländer. — Zamenhof war verblüfft über den Kontrast zwischen den Realitäten in Białystok und den ethischen Idealen seiner Heimat. Wie ein Kind sinnierte er viel über die Ursachen dieses Kontrastes. Er sah, dass irgendwo etwas nicht stimmte. — Endlich stand der Mechanismus der Sprache vor mir, als läge er auf meiner Handfläche, und inspiriert von Liebe und Hoffnung begann ich, systematisch zu arbeiten." — Er erzählt uns, dass er einige Zeit, nachdem er aufgehört hatte, wörtliche Übersetzungen anzufertigen, und begonnen hatte, in Esperanto zu denken. — Im Juli 1887 veröffentlichte ich auf eigene Kosten mein erstes Flugblatt. Es trug den Titel 'Eine internationale Sprache. Von Dr. Esperanto'" — Ein Bart, kurz geschnitten und mit mit den Jahren ergraut, oben auf dem Kopf unschuldig behaart, mit einer Brille, die nie auf seiner Nase fehlt, und oft eine Zigarette zwischen den Lippen, so war also der große kleine Mann, der letzten Monat in Paris und Boulogne als einer der Helden und Wohltäter seines Alters begrüßt wurde."
Referenz-Seite II. DER ERFINDER DES ESPERANTO.

III. DIE SCHLÜSSELSPRACHE DER WELT. Nichts kann törichter sein, als den Esperantismus anzugreifen, als ob sich die Esperantisten auf eine Mission der Zerstörung gegen alle existierenden Sprachen begeben würden. — In dem Jahrtausend, das Dr. Zamenhof voraussieht, wird die Menschheit universell zweisprachig sein. Jeder wird seine eigene provinzielle Sprache pflegen, aber jeder wird Esperanto als internationales Idiom beherrschen — Esperanto wird von den kleinen Nationalitäten viel mehr geschätzt als von den großen Sprachgruppen. — Wenn diese kleinen Nationalitäten ihre Sprache bewahren wollen, ohne gleichzeitig entweder ihre Selbstachtung opfern oder sich dem internationalen Haushalt entfremden zu müssen, ist Esperanto ihre einzige Hoffnung. Was ist dann Esperanto? Es wird als die am leichtesten zu erlernende Sprache der ganzen Welt bezeichnet. — Durch ein ausgeklügeltes, aber perfekt verständliches System von Präfixen und Suffixen hat er die Sprache so vereinfacht, dass die ganze Arbeit des Lernens darin besteht, sich etwa 2.000 Wörter zu merken. — Dr. Zamenhof erzählt uns, dass er Jahre damit verbrachte, die Sprache auf ihre letzten Elemente zu reduzieren. Er sagt:— "Ich habe eine vollständige Zerlegung von Ideen in unabhängige Wörter eingeführt, so dass die gesamte Sprache nicht aus Wörtern in verschiedenen grammatikalischen Beugungszuständen, sondern aus unveränderlichen Wörtern besteht." — in Fragen der Aussprache haben die Engländer selbst nicht ein Wort zu sagen, und wenn die Einheitlichkeit der Aussprache unabdingbar ist, sind Akzente und Zirkumflexe unvermeidlich.
Referenz-Seite III. DIE SCHLÜSSELSPRACHE DER WELT.

IV. DER INTERNATIONALE KONGRESS. ""Alles schön und gut", spotteten die Skeptiker, "die Sprache scheint einfach und konsistent genug. Aber niemand wird sich die Mühe machen, eine Sprache ohne Literatur zu lernen, und keine Bemühung, die mit Akzenten und Hinweisen unternommen werden kann, kann die vielfältigste Art der Aussprache verhindern". Die Antwort auf diese Einwände ist der Kongress, der gerade in Boulogne stattgefunden hat. — Die grüne Fahne der Esperantisten und der grüne Stern der Esperantisten waren überall als "Beweis" zu sehen. — Eine kluge kleine Komödietta, "Heirat per Telefon", wurde von zwei jungen Pariser Delegierten, die erst im letzten Jahr begonnen hatten, Esperanto zu lernen, bewundernswert vorgetragen. — Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass der erste internationale Kongress, der sich der internationalen Schlüsselsprache der Zukunft bediente, ein immenser Erfolg war. — Mehrere der dem Berner Büro angeschlossenen Friedensgesellschaften haben sich bereits jetzt bereit erklärt, ihre internationale Korrespondenz in Esperanto zu führen. — Die chinesische Mauer, die die Literaturen trennt, würde verschwinden, und die Werke anderer Nationen wären für uns ebenso leicht verständlich wie die unserer eigenen Autoren. Da die Bücher für alle gleich wären, wären auch die Bildung, die Ideale, die Überzeugungen, die Ziele gleich, und alle Nationen wären in einer gemeinsamen Brüderlichkeit vereint."
Referenz-Seite IV. DER INTERNATIONALE KONGRESS.

DIE PLANUNG DER WELTHAUPTSTADT. Von DR. P. H. EIJKMAN. ""Wir haben die Sklaverei in zivilisierten Ländern abgeschafft — das Besitzen von Mensch durch Mensch. Der nächste große Schritt, den die Welt tun kann, ist die Abschaffung des Krieges — das Töten von Menschen durch Menschen" — Andrew Carnegie. — "Interparlamentarische Konferenz" — "In erster Linie müssen wir Bildung, Hygiene und Wirtschaft, die reif für eine sofortige Organisation sind, auf eine internationale Basis stellen."
ESPERANTO. "Der Anführer der Times des 8. August war positiv gestimmt, aber die explodierte Idee, dass Esperanto andere Sprachen verdrängen sollte, wurde als Argument gegen die Bevorzugung von Esperanto vorgebracht. Später wurden Briefe veröffentlicht, die den Irrtum dieser Vermutung entlarvten."
ERGEBNISSE DES KONGRESSES IN GROSSBRITANNIEN. "Überall großes Interesse, die mögliche Veröffentlichung von Esperanto-Absätzen durch eine englische Tageszeitung und die Anwendbarkeit der Sprache für alle kommerziellen und wissenschaftlichen Zwecke sind nachgewiesen worden."
HAUPTEREIGNISSE DES MONATS. 5. August — Der Esperanto-Kongress wird in Boulogne unter dem Vorsitz von Dr. Zamenhof, dem Begründer der Sprache, eröffnet; dreiundzwanzig Länder sind vertreten. 8. August — Die auf der Esperanto-Konferenz in Boulogne versammelten Freimaurer gründen einen Internationalen Freimaurer-Club mit dem Titel "Esperanto Framasonara". 9. August — Die französische Regierung macht Dr. Zamenhof, den Begründer der Esperanto-Sprache, zum Ritter der Ehrenlegion.
ESPERANTO. "Die erste Nummer des illustrierten Monatsblatts, Tra la Mondo, erschien kurz vor dem Kongress, und die zweite ist jetzt erschienen. Sie enthält ein interessantes Interview mit Dr. Zamenhof"
Der Fortschritt der Welt. Der Gemeindevertrag. "In der Neuen Welt gehen diese Pilgerreisen des Friedens von Staat zu Staat oder von Provinz zu Provinz innerhalb des größeren föderalen Ganzen. In der Alten Welt gehen sie von Nation zu Nation innerhalb des Kreises der nicht Vereinigten Staaten von Europa."
Führende Artikel in den Zeitschriften. "Dr. Dillon gibt daher kurz an, was er für den richtigen Weg hält:— Wenn es wahr ist, wie die Franzosen und viele Russen behaupten, dass es das stetige Ziel des Kaisers ist, Deutschland in die Lage zu versetzen, in Europa die Rolle zu spielen, die Preußen in Deutschland spielt, dann sollten natürlich die Gebote des Europäismus, die mit den Beweggründen aufgeklärter nationaler Interessen identisch sind, seine geplante Koalition behindern."
ESPERANTO. "Es scheint ziemlich sicher zu sein, dass der nächste Kongress im August in Genf stattfinden wird,...."
ZEITUNGEN UND ZEITSCHRIFTEN. "Das ist das Schlimmste an Esperanto. Seine Grammatik ist so schnell durchlaufen. Das heißt nicht, dass es als Sprache kein Studium erfordert. Ein falscher Eindruck, der sich aus der Schnelligkeit ergibt, mit der es gelesen werden kann."
Referenz-Seite DIE PLANUNG DER WELTHAUPTSTADT.

1906 Der europäische Ausblick. "In letzter Zeit gab es sowohl in Deutschland als auch in Großbritannien eine besonnene Bewegung hin zu einer gesünderen Sicht auf die Beziehungen der beiden großen Nationen. Aber es gibt immer noch ein ungerechtfertigtes Maß an Beunruhigung in manchen Köpfen hinsichtlich des möglichen Ausbruchs eines Auslandskrieges."
DIE RUSSISCHE REVOLUTION. "Graf Tolstoi zählt auf ihre Bedeutung. Der russische Prophet beginnt im vierzehntägigen Rückblick für Januar seine Interpretation des Ursprungs, der Bedeutung und der letzten Frage der russischen Revolution." Einige Jahre später gab es dann eine so genannte. Sie hatte aber andere Ziele. ENGLAND MUSS MIT DEUTSCHLAND BEFREUNDET SEIN ODER — "Der französische Premierminister — forderte daher eine Politik der beständigen, ereignislosen Beziehungen zu Deutschland." — DIE ENTENTE VERWIRKEN. — "Sir Thomas geht noch weiter und sagt:— Dies ist die Politik, die wir verfolgen müssen — denn sie liegt im gemeinsamen Interesse der drei großen Völker Westeuropas." 
ESPERANTO. "Wie immer ist es nur möglich, die außerordentlichen Fortschritte, die Esperanto nach allgemeiner Einschätzung gemacht hat, zusammenzufassen." ZEITSCHRIFTEN MIT ESPERANTO UND NEUE BÜCHER. "Wie alle wissen, hat die Daily News ihren regelmäßigen kurzen Esperanto-Nachrichtenartikel."
WELTWEITE ERGEBNISSE. "Eine Russische Revolution würde ergeben: ".... die Forderung nach dem Manneswahlrecht mit einem Ansturm in Preußen, Österreich, Sachsen und Ungarn .... Neben anderen Ergebnissen erwähnt Herr Stead die Anregung zur Bildung ähnlicher Staaten auf der Grundlage der Nationalität. "Wenige Dinge sind flüchtiger als Imperien, wenige Dinge sind unzerstörbarer als Nationalitäten". WIE ENGLISCH SIE SIND! "Mit Englisch als ihrer Sprache, der klassischen englischen Literatur als ihrem Besitz und dem englischen Recht als Grundlage ihres eigenen, leben die Amerikaner in einem von England geerbten und im Wesentlichen gleichen Gemeinwesen."
ESPERANTO. "Die Mitgliederversammlung des Londoner Esperanto-Clubs war ein großer Erfolg, ob man es nun an der Größe und Begeisterung des Publikums oder an der Aufmerksamkeit der Tagespresse misst. — Die Telegraphie bezweifelt jedoch, dass Esperanto von Nutzen sein kann: "Der Ungebildete kennt den Ausländer nicht und will ihn nicht kennen; der Geschäftsmann lernt stattdessen Spanisch und Französisch; mit diesen beiden Sprachen braucht ein Geschäftsmann keine weitere." 
das ruinöse handicap europas. "Jahrhundert bringt Lord Avebury die feierliche Warnung, die Graf Goluchowski vor vielen Jahren ausgesprochen hat, auf den neuesten Stand. Sein Thema ist die Zukunft Europas." SCHUTZ. "Die Vereinigten Staaten von Amerika .... stehen den uneinigen Staaten von Europa .... gegenüber,...." MILITARISMUS. "Das zweite schwere Handicap wird von den militärischen Systemen Europas geliefert. .... Patriotismus — Nationalgefühl — ist eine großartige Eigenschaft, aber es gibt etwas — notwendiger — seltener — ein international positives Gefühl." DEUTSCHFEIND. "Lord Avebury setzt sich dann für die Bewegung zur Förderung eines besseren Gefühls zwischen den großen Nationen Europas ein." REFORM JETZT, ODER REVOLUTION SPÄTER. "Lord Avebury erklärt dann mit Nachdruck, dass sich die Lage der Armen in Europa immer weiter verschlechtern wird, wenn nicht etwas unternommen wird."
EIN DEMOKRATISCHES DEUTSCHLAND. "In der ersten März-Nummer von La Revue hat E. Reybel eine Studie über die demokratische Entwicklung Deutschlands veröffentlicht." ALKOHOLISCHE LETHARGIE. — Bier und Alkohol, meint der Schriftsteller, haben wahrscheinlich viel damit zu tun, dass das Volk loyal geblieben ist." DIE DEMOKRATISCHEN PROVINZEN. "Die demokratische Entwicklung manifestiert sich jedoch nicht in allen Teilen des Deutschen Reiches in gleichem Maße. — Ein neues demokratisches Deutschland ist in Sicht."
ESPERANTO. "Der erste Schritt zur offiziellen Anerkennung in England ist durch die Aktion der Londoner Handelskammer getan worden, die angekündigt hat, dass Prüfungen in Esperanto auf der gleichen Grundlage wie in anderen modernen Sprachen am 30. Mai nächsten Jahres stattfinden werden."
DIE ENGLISCHE SPRACHE ALS SPATEN. "jetzt hat sich unter den indischen Völkern ein ausgeprägtes Nationalgefühl entwickelt, das, so scheint es, hauptsächlich durch die Verbreitung der englischen Sprache entstanden ist. — ein sehr bemerkenswertes und interessantes Ergebnis der Stärke und Effizienz der britischen Herrschaft in Indien."
ESPERANTO. "Die Grundzüge des Programms für den nächsten Kongress, der vom 28. August bis 6. September in Genf stattfinden wird, sind bereits bekannt gegeben worden — Alle, die am Kongress in Boulogne teilgenommen haben, die es sich möglicherweise leisten können und die Zeit dafür haben, werden auch in Genf sein."
Die Notwendigkeit einer Schlüsselsprache – Zu Ostern fand in London ein Treffen (Federation Internationale des Employes) statt. Man einigte sich auf: ".... die Annahme einer gemeinsamen Hilfssprache, .... bringt dieser Kongress seinen Wunsch zum Ausdruck, dass Esperanto bei allen künftigen internationalen Diskussionen als offizielle Sprache angenommen wird, ...." Anzeige: An Esperantoschüler. BEGRENZTES ANGEBOT. EINMAL SENDEN. Lernen Sie die kommende universelle Weltsprache, die auf dem jüngsten Kongress in Boulogne von Menschen mit 22 Nationalitäten verwendet wird. Senden an "REVIEW OF REVIEWS." Gerechtigkeitsgebäude, Melbourne.
ESPERANTO. "Die offizielle Eröffnung der Genfer Konferenz findet am 28. August statt. — Es wird eine Ausstellung am Genfer See und ein Empfang in Vévey stattfinden. Generalversammlungen, Empfänge und Unterhaltungen folgen zu gegebener Zeit. — Esperanto schreitet so schnell voran, dass es unmöglich ist, in unserem kleinen Raum über alle Geschehnisse zu berichten." ESPERANTA KLUBO, MELBOURNA. "Das monatliche Treffen des Klubs fand am Freitag, den 3. August, zur gewohnten Zeit und am gewohnten Ort statt."
DIE FRIEDENSBEWEGUNG. "In der Westminster Review schreibt Herr Herman Scheffauer über die Kräfte, die den Frieden erhalten. Er plädiert für ein Abkommen zwischen Großbritannien und Deutschland — Für den offiziellen Gebrauch des Gerichtshofs sollte eine neutrale Sprache gewählt werden. Die Verbreitung von Esperanto in mehreren Nationen in den letzten Jahren beweist, dass eine solche Sprache, die für alle Zwecke geeignet ist, ohne große Schwierigkeiten erlernt werden kann."
Engländer oder Amerikaner? "Leute, insbesondere die New Yorker Redakteure machen sich über Präsident Roosevelt lustig — Die Annahme der Empfehlungen der vereinfachten Rechtschreibempfehlung ist eine neue Unabhängigkeitserklärung, .... — Die Amerikaner werden die englische Sprache nicht mehr sprechen. Sie werden amerikanisch schreiben und sprechen. Und von dem Tag an, an dem sie ein phonetisches System der englischen Rechtschreibung einführen, wird nicht mehr Englisch, sondern Amerikanisch die lingua franca der Welt sein. — Aber wenn zu diesen natürlichen Vorteilen noch ein einfaches System der rationalen Rechtschreibung hinzukäme, würde in hundert Jahren die ganze Welt Englisch sprechen. Wenn wir unsere Rechtschreibung nicht reformieren, wird die ganze Welt Amerikanisch sprechen, und Englisch, wie es auf Englisch geschrieben wird, wird für den Rest der Menschheit so unverständlich sein wie das Angelsächsische." Es kam später nicht so. Amerikanisches Englisch blieb in seiner Schreibform genauso andersaussprechlich wie das europäische Englisch. Und trotzdem wird heute weltweit Englisch gesprochen, aben weil man es in den USA spricht. Denn bei Sprachnutzungen geht es doch immer um Machtfragen. Die Geschichte zeigt: Wechselt die Macht, dann wechselt auch die Sprache.
Referenz-Seite 1906 Der europäische Ausblick.

1906 Der Zweite Esperanto-Weltkongreß (Genf) ESPERANTO. ESPERANTISTEN IN GENF. (Geschrieben während des Kongresses). "Um eine angemessene Vorstellung von einem solchen Treffen wie dem zweiten Esperanto-Kongress in Genf zu bekommen, genügt nicht weniger als ein Besuch (schreibt ein Korrespondent). Niemand soll sich vorstellen, dass die Mitglieder zur Belustigung da sind. — Dr. Zamenhof sprach dann von der Ansicht, dass Esperanto nur eine Sprache sei, solch ein Gedanke, rief er; wenn das wahr wäre, würde ich meinen grünen Stern abreißen und nie wieder ein Wort davon sprechen. Zwanzig Jahre lang habe ich gekämpft und gekämpft, aber nicht für eine Sprache: es ist für ein Ideal. Ich kämpfe für den Geist der gegenseitigen Hilfsbereitschaft, der der ganzen Menschheit eine bessere Zukunft sichern soll. —" ÜBERSETZUNG. (6) Neutralität und Toleranz. "Lassen Sie uns überall und immer der Welt das schöne Schauspiel vor Augen führen, das während des Kongresses geboten wurde — da wir Esperantisten sind, sollten wir die Religion und die Politik der anderen so respektieren und tolerieren, wie wir es für unsere eigene Religion und Politik wünschen. Andernfalls ist unsere Neutralität nur Schein". Es gibt tatsächlich einen Streitpunkt unter den Esperanto-Freunden, genaugenommen auch in den weiteren Gesellschaften. Zu Neutralität und Toleranz gehört sicher, die andere Weltsicht zu kennen, um sie dann überhaupt "ertragen" zu können. Dazu gehört auch die politische Ansicht. Diese ist unter Esperantisten durchaus unterschiedlich. Gestritten wird aber oft, ob Esperanto ein Thema für die Politik sein kann, also ob Esperanto politisch ist. Ist die Aussage Zamenhofs politisch neutral? Es handele sich nicht nur um eine Sprache, er würde seinen "grünen Stern abreißen und nie wieder ein Wort davon sprechen — Ich kämpfe für den Geist der gegenseitigen Hilfsbereitschaft, der der ganzen Menschheit eine bessere Zukunft sichern soll." Wenn das nicht politisch ist, was dann? Ganz abstrakt sind Esperantisten für die Sprachnutzung weltweit und natürlich europaweit. Das ist so in Ordnung. Wenn aber eine konkrete Anwendung in einem politischen Gebilde wie ein geeintes Europa an der Zeit ist, dann kann nur in der Politik gehandelt werden. EDE wurde zu diesem Zweck gegründet.
PRÄSIDENT ROOSEVELT UND DIE RECHTSCHREIBREFORM. "Herr Archer besteht auf der Ratsamkeit, nein, der Notwendigkeit einer definitiven Stellungnahme zur Rechtschreibreform durch ein spezielles Gremium, — Die phonetische Schreibweise ist offensichtlich unmöglich" MR. FREDERIC HARRISON'S SICHT. "Herr Frederic Harrison schreibt in der Positivist Review:— Es gibt natürlich vieles in der englischen Rechtschreibung, was ärgerlich und absurd ist. — Die ältere Generation würde niemals einwilligen, eine neue Sprache zu lernen" ENGLISCHSPRACHIGE WIEDERVEREINIGUNG—JINGOISMUS! Harrison:— "Die englische Rasse ist bereits zu herrschsüchtig, ehrgeizig und egozentrisch. Eine Kombination mit Amerika würde unsere Laster, unsere Schwierigkeiten — und unsere Rivalen — stimulieren."
DER GROßE ESPERANTO-KONGRESS. Die wachsenden Beweise für die Bedeutung der Sprache. "Der zweite Esperanto-Kongress gehört nun der Vergangenheit an — Hatte schon einmal ein Schiff eine so kosmopolitische Menschenmenge? "Wo wird Esperanto sein, wenn unser Schiff untergeht", sagte ein Esperantist. "Ah!" war die Antwort", unsere Sache ist sicher. Wenn wir alle ertrinken, werden unsere Freunde überall nur umso härter arbeiten und sich enger an die Regeln halten, die wir aufgestellt haben"." Und das gilt ganz natürlich weiterhin. Was auch in einzelnen Staaten der Welt passiert. Wie auch immer die einzelnen Gesellschaften über Esperanto denken, ob Esperanto bekämpft oder gefördert wird, die Sprache bleibt und lebt weiter. — Samstag. 1. August. — Es wurde definitiv beschlossen, dass das Prinzip der Sprache so bleiben sollte, wie es von Dr. Zamenhof im "Fundamento de Esperanto" festgelegt worden war. Für Fachvokabulare müssen sie derzeit der Privatinitiative überlassen werden und später dem Sprachausschuss vorgelegt werden. — Der Kongress ist vorbei, und nun müssen wir alle unsere Anstrengungen darauf richten, dass der nächste ebenso erfolgreich verlaufen kann. Wir müssen lernen, fliessend zu sprechen, und dürfen uns nicht mit schlüpfriger Unbestimmtheit zufrieden geben. — Ob das Treffen in Cambridge oder anderswo stattfindet, in Großbritannien wird es mit Sicherheit stattfinden. Deutschland beansprucht für sich, das nächste zu haben"

ANTWORTEN AN KORRESPONDENTEN. "F.G.G. (Nelson. N.Z.) — Die ideale Aussprache des Esperanto ist eine, bei der jeder Buchstabe nur und immer ein und denselben Laut hat, aber das ist in jeder Landessprache sehr ungewöhnlich. — Eine internationale Sprache wird heute so allgemein als eine Notwendigkeit anerkannt, dass es nur selten notwendig ist, die Idee selbst zu verteidigen; aber englischsprachige Menschen erklären so häufig, dass alle Welt erkennt, dass English das notwendige Medium sein muss, — "Nachdem Herr Matthews von der Notwendigkeit einer allen Menschen vertrauten Sprache gesprochen und seine Meinung zum Ausdruck gebracht hat, dass "nichts sicherer sein kann, als dass die Mehrheit der Menschheit niemals dazu gebracht werden kann, eine künstliche Sprache zu lernen", fährt er fort: "Bis zum Sonnenuntergang von Waterloo stand das Französische an erster Stelle: und dann verlor es für immer seine Chance, sich endlich als Weltsprache zu etablieren. — Die Geschichte zeigt uns, dass eine Sprache sich nicht aufgrund ihrer eigenen Vortrefflichkeit im Ausland verbreitet und von immer mehr Millionen Menschen gesprochen wird — es muss die Muttersprache einer meisterhaften Rasse sein, die bis in die Winkel der Erde reicht. — Wenn es in Zukunft eine Weltsprache geben soll, dann wird es Englisch sein. So viel ist sicher. — Wenn es kein Englisch gibt, dann wird es auch keine Weltsprache geben. — Auf dem europäischen Kontinent scheint Englisch langsam an die Stelle von Französisch als jener zweiten Sprache zu treten, ohne die sich ein Mensch nicht als gebildet betrachten kann. Es ist unsere Rechtschreibung, die das Haupthindernis für die Annahme des Englischen ist". — der Nationalstolz. — Ich habe vergeblich nach einer deutschen Meinungsäußerung gesucht, dass ihre Sprache zur Weltsprache wird. Sie waren enttäuscht über Volapük und denken offenbar, dass eine gemeinsame internationale Sprache "wegen dieser Enttäuschung und für einen Deutschen nicht praktikabel ist. Englisch oder Französisch als Weltsprache ist undenkbar. In der Zwischenzeit kommen zum Deutschen Esperanto-Verein rasch neue Gruppen hinzu, und Frankfurt beantragt, dass der Kongress von 1907 dort abgehalten werden kann."
Referenz-Seite 1906 Der Zweite Esperanto-Weltkongreß (Genf)

1907 Der Dritte Esperanto-Weltkongreß (Cambridge) DAS BRITISCHE VERSAGEN IN DEN HAAG. Ein liberaler Protest. "Die Albany Review bringt die Enttäuschung und das Unbehagen der Liberalen über die Rolle unserer Delegierten in Den Haag und die Abdankung Englands als Führer der friedliebenden Nationen zum Ausdruck. — Zusammenbruch der Haager Konferenz"
EINE FLAGGE FÜR DAS VEREINTE EUROPA. "In der Albany Review spricht William Archer ein Plädoyer für die Vereinigten Staaten von Europa, mit einer Skizze für eine Friedensfahne. Er ist der Meinung, dass der inspirierende Reiz der Flagge nicht länger ein kriegerischer sein sollte. Er ist der Meinung, dass wir in Europa unser neues Jahrhundert einleiten könnten, indem wir eine neue Flagge hissen, das Banner der Vereinigten Staaten von Europa, das unverwechselbar und charakteristisch die Flagge des Friedens sein sollte. Es könnte Seite an Seite mit jeder Nationalflagge wehen, denn es würde keinerlei Illoyalität gegenüber diesem Symbol bedeuten.
Etwa so? ©20210606 St.Eitner
Er schliesst:— Ich bin weder Künstler, noch hatte ich Zeit, mich mit Gestaltern zu beraten. Aber ich schlage vor, dass in der Form der Flagge die Analogie zu den Stars and Stripes betont werden sollte. Der Stern ist das wunderbarste aller sichtbaren Dinge und das schönste aller Symbole, und ich habe die Vision eines Sterns der Sterne — eines Sternhaufens, der so gruppiert ist, dass sie einen einzigen Stern bilden — was meiner Meinung nach vielleicht dem Zweck dienen könnte. Zu diesem Stern könnten wir und unsere Kinder schnell lernen, mit Stolz, mit Hoffnung, mit Ehrfurcht aufzublicken. Unter der Führung dieses Sterns sollten wir zu einer neuen Welt aufbrechen, befreit von der schrecklichen Last, der erbärmlichen Dummheit des Krieges; denn er wäre ein Stern des liebenswerten Einflußes, der in Wahrheit den Geist des Friedens auf Erden und des guten Willens gegenüber den Menschen ausstrahlen würde."
A FLAG OF PEACE – A PLEA FOR THE UNITED STATES OF EUROPE (THE ALBANY REVIEW)
DIE HULDIGUNG DES KRIEGSGOTTESDIENSTES. Von Lord Avebury. "Die Zeitschrift Review of Internationalism für Juni enthält ein Papier von Lord Avebury mit dem Titel "Was ist das Beste: Frieden oder Krieg? — Der Zustand Europas kann nicht ohne Beunruhigung betrachtet werden." — SO IST DIE REVOLUTIONÄRE LAGE. "Die Revolution kommt vielleicht nicht bald, wahrscheinlich nicht in unserer Zeit, aber sie wird kommen, und so sicher wie das Schicksal ist, wird es eine Explosion geben, wie sie die Welt noch nie gesehen hat."
MR. FREDERIC HARRISON ÜBER DIE FRANZÖSISCHE DEKADENZ. "Herr Frederic Harrison — "Die Kunst der Karikatur war noch nie so lebendig, so begehrt und so gut bezahlt. Wie das übrige Europa wird auch Frankreich rasch amerikanisiert."
Die Ankunft des Esperanto: Der Kongress von Cambridge. "Kein Mitglied der Haager Konferenz hat es gewagt, ein Wort für die Anerkennung des Esperanto als die universelle lingua franca oder Schlüsselsprache der Welt einzulegen. — Wenn sie alle Esperanto benutzen würden, würden sie alle fair beginnen. — Aber schon in kleinen Ländern müssen Kinder drei oder vier Sprachen lernen, und solange es keine einzige Schlüsselsprache gibt, besteht keine große Hoffnung auf Fortschritte in dieser Richtung."
PROGRAMM DES DRITTEN INTERNATIONALEN ESPERANTO-KONGRESSES. "Cambridge, 10.—17. August, 1907. Sonnabend, 10.August — Registrierung und Unterbringung. Private Empfänge und pastorales Spiel in der Merton Hall — Montag, 12.August — Etwa sechsundzwanzig internationale Gesellschaften, die mit Esperanto assoziiert sind, wie z.B. Ärzte, Journalisten, Lehrer, Blindenhelfer, Rotes Kreuz, Mathematiker, Frieden, Drucker usw., werden während des Kongresses ihre unabhängigen Sitzungen abhalten.
Der Esperanto-Kongress in Cambridge — Vertreter einer wichtigen Londoner Zeitung — "Ich gestehe, dass ich nach Cambridge gegangen bin, um mich über Esperanto lustig zu machen, aber ich bin konvertiert zurückgekehrt und meine, mich an die Arbeit zu machen und die Sprache zu lernen. — "die ganze Erde bestand aus einer Sprache und einer Rede". Die Barriere der Sprachverwirrung wurde beseitigt,...." DELEGIERTE AUS DREIßIG NATIONEN. "Der erste Kongress in Boulogne bewies überzeugend, dass es diese vielbeschworene Vielfalt in der Aussprache des Esperanto in einer Sprache, die nur fünf Vokale besitzt, nicht gab und nicht geben kann." EIN TRIUMPHALER EINZUG. "Am Montag, dem 12., wurde der triumphale Einzug von Dr. Zamenhof in Cambridge gefeiert." DIE ERÖFFNUNGSSZENEN. "Die formelle Eröffnung des Kongresses fand am selben Abend im Neuen Theater statt. Der Bürgermeister und die Bürgermeisterin sprachen beide auf Esperanto. — Dr. Zamenhof definierte dann die Rolle der Esperanto-Kongresse und die Beziehung, die sie zu der inneren Idee des Esperanto  — genannt Esperantismus, haben. "Wir können", sagte er, "das Privileg, sich selbst als Esperantist zu bezeichnen, keinem Menschen verweigern, der die Esperanto-Sprache kennt und benutzt, ob er nun ein Heiliger oder ein Verbrecher ist. Aber nur diejenigen, die den durchdringenden Geist der Einsatzfreude für ein gemeinsames Ideal einer geeinten Menschheit haben, gehören zum wahren Esperantismus...."." DIE GELEISTETE ARBEIT. "Es ist in der Tat schwierig zu versuchen, die ernsten und amüsanten Szenen zu beschreiben, die sich von Tag zu Tag abspielten. — Es genügt zu sagen, dass definitiv eine internationale wissenschaftliche Vereinigung gegründet worden ist — Blindenhilfe / Verhütung von Tierquälerei / Schutz von Frauen und Kindern, usw., usw." ANGENEHME KAMERADSCHAFT. "Die Konventionalität geriet völlig in Vergessenheit, Spaß und gute Laune waren an der Tagesordnung...." VERSAMMLUNGEN IN LONDON. "Eines der letzten Treffen in Cambridge war die glänzende Zusammenkunft im Fellows' Garden des Kings College,.... Nachdem Deutschland als Ort des nächsten Kongresses festgelegt worden war, reisten viele der Mitglieder am Samstag nach London, denn viele unserer ausländischen Gäste waren zum ersten Mal in England." DIE IDEALE DER ESPERANTISTEN. "Montag war der Tag des großen Treffens in der Guildhall — Am Freitag statteten Dr. und Frau Zamenhof dem Londoner Club einen Besuch ab und verließen am Samstag die Victoria Station auf ihrer Rückreise. Hätten die Esperantisten nur getanzt, gegessen und sich amüsiert — Aber es ist noch viel mehr getan worden,...."
DIE ZWEITE KONFERENZ IN DEN HAAG. DIE CHRONIK DES ZWEITEN MONATS. 31. August 1907. "DIE Konferenz, die seit zwei Wochen zu Ende gehen sollte, wird erst dann zu Ende sein, wenn diese Seiten dem Leser ins Auge fallen — wenn überhaupt. — Daher ist mein Herz traurig, denn ich liebe mein Land .... EINE MERKWÜRDIGE POLYGLOTTE WELT. "in der man Menschen von überall her trifft und sie in allen wesentlichen Aspekten der menschlichen Natur so ähnlich findet, dass man, wenn man blind wäre und sie alle Esperanto sprechen ließe, nicht wüsste, ob sie nicht alle seine eigenen Landsleute wären. — Aber unter den Ehefrauen und Töchtern der Delegierten gibt es keine politischen Frauen." III.— ARBEIT FÜR DEN FRIEDEN. "Die Resolution war vollkommen bedeutungslos." DAS STÄNDIGE SCHIEDSGERICHT. "Es wurde bald klar, dass, wenn die Großmächte einen Ständigen Gerichtshof haben wollten, in dem sie vorherrschend waren, es ein Ständiger Gerichtshof sein würde, mit dem die kleineren Mächte nichts zu tun haben würden." W. T. Stead.
EIN INTERNATIONALES PARLAMENT, A.D. 2000. Schema von Professor H. Stanley Jevons. "In der Contemporary Review befasst sich Professor H. Stanley Jevons mit der Entwicklung eines internationalen Parlaments." DER SENAT ALS UMVERTEILER VON LAND. — Solche Veränderungen wurden bisher durch den Krieg herbeigeführt, werden nun aber per Gesetz durchgesetzt. — Die Reden werden auf Französisch oder Esperanto gehalten oder, falls nicht, vom Sekretär des Senats in einer dieser Sprachen zusammengefasst." DIE ZWANGSGEWALT. "Die Exekutive wird von einem Kabinett mit fünf Mitgliedern kontrolliert — Der Autor zeigt, wie die jüngsten Streitigkeiten durch eine solche Weltkontrolle hätten beigelegt werden können."
DIE GEFAHR DER ISOLIERUNG DEUTSCHLANDS. Eine französische Warnung an die britische Diplomatie. "In La Reime vom 15. August schreibt ein ehemaliger französischer Botschafter den ersten Teil eines wichtigen Artikels mit dem Titel "Das Europa von morgen",.... Das Scheitern der DIPLOMATIE. Der Verfasser führt sein Thema mit einigen Bemerkungen zur Diplomatie ein,...."
DIE NOUVELLE REVUE. "Raqueni — Italien sollte sich für die Versöhnung aller Balkanstaaten einsetzen. — Alle Regierungen sollten daher die Politik der Allianzen durch eine Politik der ententes cordiales — eine Politik der Freundschaften im Interesse des Friedens — ersetzen und so den Weg für die Vereinigung Europas bereiten. Ost und West ist voll von sehr interessanten, lesenswerten Themen"
Referenz-Seite 1907 Der Dritte Esperanto-Weltkongreß (Cambridge)

Der Vierte Esperanto-Weltkongreß (Dresden) ESPERANTO. "Der Dritte Internationale Kongress ist vorbei, und wir sind noch nicht außer Reichweite seines Nachhalls, aber schon jetzt blicken uns Postkarten ins Gesicht mit der Legende: "Erleben Sie Dresden während des Kongresses von 1908 und machen Sie sich jetzt bereit". — darin "drückt der Kongress den Wunsch aus, dass Esperanto in den Schulen als internationale Hilfssprache unterrichtet wird, und bittet das Internationale Friedensbüro, diesen Wunsch an die verschiedenen Regierungen weiterzuleiten". — DIE HOLLÄNDISCHEN REZENSIONEN. "Der Artikel über die mitteleuropäische Zeit zeigt das Durcheinander, in das die Niederländer durch die Änderung der Standardzeit geraten sind." — "EUROPA IM WANDEL". Der Germanenstern verblasst vor den Slawen. — "Europa im Wandel" — ESPERANTO. "Sultan von Sansibar teilte — mit, dass sein Sekretär Esperanto kenne,...."
Referenz-Seite Blick auf 1908 Der Vierte Esperanto-Weltkongreß (Dresden)

WIE MAN DIE JINGO-PRESSE KNEBELT. Ein Appell an die Autoren. "Herr Matthew Davoren vom Weltwerk macht in einem Artikel mit dem Titel "Languages and Peace" (Sprachen und Frieden) einen etwas verblüffenden Vorschlag. Matthew Davoren plädiert ernsthaft dafür, dass jedes Kind mindestens eine Fremdsprache lernen sollte. — Wenn in allen Schulen der Welt jedem Kind Esperanto beigebracht würde, würde dies sicherlich mehr zum Weltfrieden beitragen, als durch den bloßen Unterricht in einer der vorhandenen Sprachen"
ESPERANTO. "Dresden ist nun endgültig als Ort für den nächsten Esperanto-Kongress festgelegt. Die angesetzte Zeit ist vom 16. bis 22. August — Pläne für Musik, dramatische Unterhaltungen usw.." 
DER POLYGLOTTE CLUB. "Hauptziel des Clubs — Treffpunkt für ausländische Besucher"
ESPERANTO. "Nachrichten aus den Vereinigten Staaten — M. Privat, der junge Schweizer Universitätsstudent — ging im November nach New York. — "Werden Engländer, die englische Freunde in Dresden haben, sich bemühen, sie für das Geschehen zu interessieren?" Hoffnung, dass das englische Viertel nicht abseits stehen wird."
Werbung: "Esperanto! Esperanto! Esperanto! DIE NEUE INTERNATIONALE HILFSSPRACHE.
DIE ARBEIT DER WELT. "Februar-Nummer des Weltwerks — Autor über "Englisch als Weltsprache" — innerhalb des Jahrhunderts das Englische — die Sprache eines Viertels sein wird"
Esperanto auf dem Vormarsch — "für die örtlichen Prüfungen in Oxford im nächsten Jahr — sieht zum ersten Mal die Prüfung in Esperanto vor."
ESPERANTO. "Die Vorbereitungen für den Kongress in Dresden gehen zügig voran. — vierzig inoffizielle internationale Treffen — Schutz der Frauen / Bildung / Wissenschaft / Frieden / Medizin / Musik usw. usw. organisiert — Der dritte Band des "Faraono" ist jetzt fertig. — Ist das Englische nichts wert, weil die Bibel nicht von Engländern geschrieben wurde, so dass wir sie nur durch Übersetzer bekommen? — Prus — Dr. Zamenhofs Übersetzung von Schillers "Räuber""
ESPERANTO. "Ein bekanntes russisches Magazin, Vjestnik Znama, mit einer Auflage von hunderttausend Exemplaren, verschickt eine kostenlose Esperanto-Version an Abonnenten. Es wäre gut, wenn Espero englische Unterstützung bekäme — Politik ist in den nationalen Esperanto-Zeitschriften, die zur Verbreitung der Sprache gegründet wurden, verboten; aber Espero behandelt alles — Politik, Literatur, Wissenschaft usw., und seine Geschichten zeigen mehr als alles andere, warum Religion und Fortschritt in Russland so oft in Opposition zueinander stehen." Ein Beispiel, wie Esperanto und Politik gelegentlich zueinander stehen. Eine nationale Politik bestimmt, daß Politik in einer Esperantozeitschrift nichts zu suchen hat. Die Gesellschaften sind dann so beschaffen, daß auch die Esperantisten nicht mit Politik in Verbindung gebracht werden wollen. [se] "Ein sehr amüsantes Ergebnis hat sich nach der Veröffentlichung eines schrecklichen Angriffs auf Esperanto durch M. Novikow in der Revue des Deux Mondes ergeben. In der Schule ist eine Übersetzung mit Kommentaren erschienen, in deren Verlauf die Engländer aufgefordert werden, gegen Esperanto zu kämpfen, welches verhindern wird, dass Englisch die internationale Sprache der Zukunft wird; aber eine Teilübersetzung mit Kommentaren wurde auch in der Zeitschrift für Erziehung veröffentlicht; in dieser letzteren werden wir jedoch aufgefordert, gegen Esperanto zu kämpfen, weil es verhindern wird, dass Französisch die internationale Sprache wird. Es bedarf nur eines Kommentars aus Deutschland, der besagt, dass Deutsch jetzt die am meisten benötigte Sprache ist, um den Witz komplett zu machen."
ESPERANTO. "Ein sehr bemerkenswertes Ereignis fand am 22. Mai im Londoner Club statt. — Die Vorbereitungen für den Esperanto-Kongress in Dresden schreiten stetig voran. Es sollen Bücher mit Esperanto-Worten, die für die deutschen Volkslieder arrangiert wurden, gekauft werden. Das Stück "Iphigenie" wurde von Dr. Zamenhof übersetzt und wird in Kürze gedruckt. Polizisten und Pförtner lernen Esperanto, und in Dresden und Weisser-Hirsch werden alle Anstrengungen unternommen, um den Kongress zu einem Erfolg zu machen."
Zeitzonen und das Tageslichtgesetz. "Früh zu Bett und früh aufstehen" etc. DER Vorschlag, die Uhr so zu verstellen, dass wir alle im Sommer eine Stunde und zwanzig Minuten früher aufstehen als im Winter, hat in diesem Monat in London viel Aufmerksamkeit erregt."
Referenz-Seite WIE MAN DIE JINGO-PRESSE KNEBELT.

1912 Letzte Meldung
JUNI — 1912 Diese Ausgabe der "Review" enthält die letzte Arbeit des verstorbenen Herrn W. T. Stead. Die Artikel darin sind das letzte literarische Werk, das er vor seiner Reise nach Amerika verfasst hat. Die Juli-Ausgabe wird eine Gedenknummer sein. Wenn die Ausgabe infolgedessen etwas später als gewöhnlich erfolgt, werden die Leser der "Review of Reviews" das verstehen.
JUNI — LONDON 1. April 1912 Der Fortschritt der Welt — Die Weiterentwicklung von Menschheit und Religion — "Das Komitee war so freundlich, mich zu bitten, auf einer unter seiner Schirmherrschaft abgehaltenen Tagung über den "Weltfrieden" in der Carnegie Hall, New York, am 21. April zu sprechen, auf der Präsident Taft und andere zu den Rednern gehören werden. Ich werde voraussichtlich am 10. April mit der Titanic abreisen und hoffe, dass ich im Mai wieder in London sein werde."
Schon beängstigend weitsichtig zeigte sich William Thomas Stead bei der Betrachtung künftiger Schiffsunglücke. Plätze in den Rettungsbooten waren wohl Mangelware. — Vermisst seit Untergang der Titanic. Offiziell gestorben am 15. April 1912. Es gibt verschiedene Meldungen über sein Ende. Man soll nicht spekulieren. Was dachte Stead in so einer extremen unmenschlichen Situation? Zu hoffen ist, daß er sich an die Begebenheit während einer Schiffsfahrt beim Genfer Esperanto-Kongreß 1912 erinnerte. "Hatte schon einmal ein Schiff eine so kosmopolitische Menschenmenge? "Wo wird Esperanto sein, wenn unser Schiff untergeht", sagte ein Esperantist. "Ah!" war die Antwort", unsere Sache ist sicher. Wenn wir alle ertrinken, werden unsere Freunde überall nur umso härter arbeiten und sich enger an die Regeln halten, die wir aufgestellt haben"." Vielleicht konnte ihn diese wahrhaftige Aussage etwas trösten.
An der speziellen Überschrift "Die Weiterentwicklung von Menschheit und Religion" wird die Komplexität der Person Steads noch einmal deutlich. Ganz sicher wäre seine Arbeit auch für Esperanto und sicher auch für ein geeintes Europa weitergegangen. Die Zeit war noch nicht ganz reif, diese Fragen in ein politisches Programm einzubinden.

Einige ausgewählte Veröffentlichungen des Jahres 1912 sind hier in linearer Reihenfolge zu lesen. Damit wird dieser Abschnitt der Geschichte um W. T. Stead abgerundet.
FEBRUAR — Die wahre Weltsprache ist Englisch — Deutschland — will unsere Vormachtstellung auf See zerstören, um unsere Kolonien zu erobern. Die internationalen Stimmungen zeigten immer deutlicher: Der Erste Weltkrieg steht vor der Tür.
MÄRZ — M. Andre Michelin — glaubt, dass die Revolution, die jetzt durch die Luftfahrt und das Flugzeug im Gange ist, uns zwingt, alle unsere Kräfte für die Verbreitung von Esperanto einzusetzen — DIE PATRIOTISCHEN LIEDER INDIENS. — England, du hast die Ketten von den Händen des Sklaven gelöst — England, England in Ewigkeit! — keine Sprache — so gut — wie die englische
MAI — Andrew Carnegie — Europäische Organisation. — Carnegie-Stiftung — wird den wichtigsten Organen der pazifistischen Presse in Europa ihre Unterstützung gewähren. SPRACHEN UND BRIEFESCHREIBEN. ESPERANTO. Dekan von Manchester (Bischof Welldon) war anwesend und protestierte, dass Englisch die Weltsprache sein müsse und schnell zur Weltsprache werde. — Dr. Pollen in der Lage — solche falschen Aussagen zu widerlegen — Anzeige: Der Appell von Herrn Stead — Internationale Brüderlichkeit — Wiedervereinigung aller Religionen — Anerkennung Bürgerschaft der Frau — Verbesserung des Zustands des Volkes — Belebung und Inspiration des Lebens — DER VERSTORBENE WILLIAM THOMAS STEAD. Von seinem "Freund und Kollegen in Australien", W. H. Judkins. "In Ermangelung konkreter Nachrichten über seine Sicherheit ist zu befürchten, dass der geliebte und verehrte Inhaber und Chefredakteur von "The Review of Reviews" in der schrecklichen Tragödie der "Titanic"-Katastrophe den Tod gefunden hat." DIE WEIßE STERNLINIE. — FRIEDEN DURCH RÜSTUNG — IN EUROPA. Militärische Gewalt nach wie vor Grundlage nationaler Größe. EXPANSION DURCH KRIEG — AUSSERHALB EUROPAS. "Frieden in Europa bedeutet nicht Frieden in der übrigen Welt — in Wirklichkeit ein Zustand latenter Kriegsführung PROGNOSE FÜR DIE ZUKUNFT. Europa, wie es heute regiert wird, ist nicht der Hüter, sondern der Feind der Demokratie — Ein musikalischer Despot. in der Revue de Paris im Februar erschienen — erzählt Hr. Romain Rolland die musikalische Lebensgeschichte Friedrichs des Großen. Er schreibt über die frühe Leidenschaft des großen Königs für die Musik." Romain Rollands Beiträge zu Musik und Musikern erschienen gelegentlich über viele Jahre bei The Review of Reviews. Besonders nach den Erfahrungen des Ersten Weltkrieges wird er sich dann in seinen Schriften zu den Problemen Europas und zur Bedeutung von Esperanto äußern.
JUNI — DIE GESCHICHTE DES MONATS, Der verstorbene Mr. W. T. Stead. "Melbourne. 24. Mai 1912. Es gibt keinen Zweifel am Tod von Mr. W. T. Stead.
JULI — W. T. STEAD. "DIE Welt hat einen ihrer großen Männer verloren. Der Journalismus hat einen Führer und ein Vorbild verloren. Alle großen Anliegen haben eine Kraft für den Fortschritt verloren. — das ursprüngliche Programm des Gründers — An alle Englisch sprechenden Menschen — englischsprachige Rasse ist eines der Oberhäupter der von Gott auserwählten Vertreter — Untergang der Titanic war eine Ansammlung von Schrecken. — Irische Selbstverwaltung. — Home Rule Hill — DIE ZEIT(EN) — William Thomas Stead — wurde 1849 geboren, sein Vater war Pfarrer der Kongregation in Howdon-on-Tyne, ein paar Meilen von Newcastle entfernt. — PALL MALL GAZETTE — Er war an Bord der Titanic gegangen, um in New York eine Ansprache zum Thema "Weltfrieden" zu halten — DR. E. J. DILLON — Er wird in die Weltgeschichte eingehen. — GEDENKFEIER DER FORTSCHRITTSBEWEGUNG MENSCH UND RELIGION — Die Menschen glaubten, dass die Titanic nicht sinken konnte." — "Die Passagiere gingen wieder ins Bett, Matrosen und Offiziere scherzten, die Funker nahmen es nicht ernst." — WER IST VERANTWORTLICH? — Es ist das Handelsministerium, das für den Verlust der Titanic verantwortlich ist, und für den Verlust von Hunderten von Menschen,...."
AUGUST — Der große Pazifist, EINE AUTOBIOGRAPHISCHE CHARAKTERSKIZZE. — "Dieser Artikel, der in seinen eigenen Worten einen bemerkenswerten Überblick über ein dem Frieden gewidmetes Leben gibt, enthält einige der letzten Arbeiten von Mr. W. T. Stead, wobei der letzte Teil nur wenige Tage vor seiner Abfahrt auf der "Titanic" diktiert worden war — Dabei hat er leider nicht alle nach 1901 dazukommenden Aspekte aufgenommen, wie die wesentliche Frage nach einer neutralen Internationalen Sprache. Zumindest auf den ersten Blick waren keine Notizen zu Esperanto in den weiteren Veröffentlichungen von "Review of Reviews" zu finden. In manchen Nummern des Folgejahres erscheint Esperanto nur noch im Zusammenhang mit Werbung für Sprachliteratur. Und es zeigt sich, daß nach ihm das Thema aus dieser Zeitschrift und damit auch in der allgemeinen Medienlandschaft weitgehend verschwand. Ausnahmen waren die Esperanto-Spezialzeitschriften. Damit wird aber das Thema von den Gesellschaften separiert. — Stimmung für die Schaffung der Vereinigten Staaten von Europa — WIEDERVEREINIGUNG DER ENGLISCHSPRACHIGEN RASSE. — Im Herbst 1898 erließ der Kaiser von Russland sein berühmtes Friedensreskript — Ich machte eine Reise durch Europa ....." — DIE ERSTE HAAGER KONFERENZ.
— IMMER AUF DEN WELTSTAAT HINWIRKEN. — "Dies ist ein kurzer Überblick über meine Aktivitäten in der Sache des internationalen oder inneren Friedens — England muss stark sein! Unsere Pflicht als Polizist des Friedens. "Die FRIEDENSKRÄFTE müssen STÄRKER sein als die KRIEGSKRÄFTE — das ist die einzige und zweifellos solide Grundlage, auf der alle Arbeit für den Frieden ruht; es ist der Grundstein des NEUEN PAZIFISMUS. — ein von Jingos beherrschtes Großbritannien mit einer überwältigenden Flotte ist nicht länger ein Weltpolizist, sondern ein mörderischer Irrer auf freiem Fuß." Trotz aller Differenzierung hat Stead noch eine nationale Sicht. Doch was sich eine Nation erlaubt, wollen sich auch die anderen Nationen erlauben dürfen. Auf Dauer würde keine Sonderrolle einer Nation geduldet werden können. Das Prinzip Gleichheit soll für alle -Teilnehmer- eines geeinten Systems gelten. Um das Jahr 2020 hat Großbritannien den Moment hin zu einem geeinteren Europa verpasst und damit allen proeuropäischen Kräften und letztlich der Sicherheit aller geschadet. — Was würden Sie tun, Stead, wenn Sie eine Million Geld hätten?" — "Ich würde eine englische Zeitung gründen, wie sie England noch nie gesehen hat, und eine andere für den Kontinent, die man sich in Europa nie hätte vorstellen können." Und Rhodes antwortete ihm — "Starten Sie Ihre zwei Journale; ich werde Ihnen die Million zur Verfügung stellen." Welches neue und faszinierende Konzept würde nötig sein, ....?" Heute braucht man gemeinsame europäische Medien. Nichtstaatliche Ansätze gibt es längst. Josef Zauner war bereits auf dem Weg. Der Ansatz euronews ist interessant, auch eine unabhängige Nachrichtenorganisation auf europäischer Ebene ringt um eine Etablierung. Klar ist, daß so ein Angebot erst nach allgemeiner Einführung von Esperanto wirklich beständig werden kann.
SEPTEMBER — THE REVIEW OF REVIEWS FOR AUSTRALASIA. (Annual Subscription, 8/6.)
W. T. STEAD, Late Editor English "Review of Reviews." WILLAM H. JUDKINS, Editor "Review of Reviews for Australasia." DR. ALBERT SHAW, Editor American "Review of Reviews."
Werbung Lehrbücher: ESPERANTO STUDENTS. Esperanto Manual, Indispensable ....
DIE "TITANIC"-UNTERSUCHUNG. — DER ENGLÄNDER. Von Ella Wheeler Wilcox. "Geboren in Fleisch und Blut, ..... Und stirbt - wie ein Engländer." (Geschrieben an Bord der "Olympic", 18. April 1912, nach der "Titanic"-Katastrophe.) — DIE EUROPÄISCHE SITUATION. — IST EIN ENGLISCH-DEUTSCHES DUELL UNVERMEIDLICH? — DIE ENTENTE UND DER FRIEDEN DER WELT. — der deutsche Englandhaß weniger eine geistige Verirrung — Ausdruck einer ökonomisch begründeten Empörung der wohlhabenden Klassen Deutschlands über die ungeheure Ausdehnung des britischen Empire in den letzten Jahrzehnten, durch die deutsche Industrieexporte auf allen afrikanischen und asiatischen Märkten, die Großbritannien annektiert hat, praktisch von der freien Konkurrenz ausgeschlossen sind."
OKTOBER — THE REVIEW OF REVIEWS FOR AUSTRALASIA (Annual Subscription, 8/6.) DER VERSTORBENE MR. W. H. JUDKINS. EIN ST. GEORGE DES NEUEREN RITTERTUMS. Von Rev. K. Ditterich. "Der Herausgeber dieser Zeitschrift überlebte seinen englischen Chef, Mr. W. T. Stead, nicht lange."
OKTOBER — DIE GESCHICHTE DES MONATS. Der neue Herausgeber. Melbourne, September 30, 1912. "Der Tod von Herrn Judkins hat die Redaktion der australasiatischen Ausgabe der Review of Reviews vorübergehend unbesetzt gelassen. Es ist uns eine Freude, bekannt zu geben, dass die Position zum frühestmöglichen Zeitpunkt von Herrn Henry Stead, einem Sohn des Gründers dieser Zeitschrift, dem verstorbenen William Thomas Stead, ausgefüllt werden wird."
WAS IRLAND FÜR IRLAND ZU TUN HAT. — "Wenn wir eine freie Nation sein wollen, müssen wir unsere Sprache und alles, was sie beinhaltet, wiederbeleben." — AMERIKA WAR NIE EINE DEMOKRATIE. — es gibt weit weniger freie Rede — und weit weniger freie Schrift, sowohl in Büchern als auch in Zeitungen. — In Wirklichkeit wird es von einer kleinen Gruppe mächtiger Finanziers und Geschäftsleute regiert, die aufgrund des Schutzes, den ihnen die komplizierte Struktur der scheinbaren Regierung bietet, Immunität genießen."
NOVEMBER — THE REVIEW OF REVIEWS FOR AUSTRALASIA (Annual Subscription, 8/6.) Bulgarien und das mazedonische Problem. — ständigen Bedrohung des Friedens in Europa" — Oper in englischer Sprache — Kurzum, das Englische muss so gut sein wie das Französische an der Opera Comique oder das Deutsche — DIE ITALIENISCHE REZENSION. — "Scifio Sighele — G. Posta beschreibt die militärische Bereitschaft Deutschlands bzw. Frankreichs, wobei er einen für letzteres sehr ungünstigen Vergleich anstellt, und resümiert zugunsten der Wahrscheinlichkeit eines europäischen Krieges in nicht allzu ferner Zukunft"
DEZEMBER — Der Fortschritt der Welt. — Der Aufschrei der Schiffseigner. — DER KAISER. — Preußen zur stärksten Macht auf dem europäischen Kontinent gemacht — Es ist erstaunlich, wie viele Männer in Europa ihre Überzeugung bekunden, dass ein Krieg zwischen den beiden Ländern unvermeidlich und nahe bevorsteht. — VERSCHIEDENES. Der deutsche Kaiser und der Frieden der Welt. — Viele Male hat der Kaiser von einem "Friedensbündnis" gesprochen, das unter den zivilisierten Völkern möglich sei — Sobald das Thema Frieden angesprochen wird, ist immer, auch heute, in den Gesellschaften eine gewisse Gleichgültigkeit spürbar. Manche meinen, das wird nicht so schlimm kommen, manche meinen, es soll ruhig passieren, manchen scheint es egal. Obwohl heute mehr internationale Institutionen bestehen als vor dem Ersten Weltkrieg, bestehen immernoch genügend unnötige Barrieren, die eine Verständigung zwischen verschiedenen Gesellschaften erschweren. So bleiben sie sich fremd genug, um im Krisenfall gegeneinander zu stehen.
Referenz-Seite 1912 Letzte Meldung

RESUMO (ZUSAMMENFASSUNG)
Wie lässt sich das Werk des begabten Journalisten William Thomas Stead bewerten? Mit Phantasie und Empathie schrieb er über die Dinge der Zeit, über Meinungen und Ereignisse. Doch wie kann EDE ihn bewerten? Hat er sich klar im dem Sinn, man brauche ein geeintes Europa, in dem die Internationale Sprache benutzt wird, geäußert? Menschen mit Brüchen in der Identität können sich verschieden entwickeln. — Hier wird ein Mensch thematisiert, der sich viele Gedanken machte. W. T. Stead war ein Vollblutjournalist, er wollte eine Vielfältigkeit der Gesellschaften abbilden. So benannte er das Mögliche, aber auch Prophezeiungen. Diese erfüllen sich aber oft nur zum Teil. Worauf es eigentlich ankommt, ist die Auseinandersetzung mit einem Problem. — So konnten Prophezeiungen vielleicht manchmal ausreichen, aber für EDE sind die formulierten Forderungen Steads ausschlaggebend. Stead war ein Sonderfall für Medien, denn er nahm Esperanto und die Idee wahr und erkannte auch die Bedeutung dieses Sprach-Mediums. Und dies, obwohl man das auf den ersten Blick nicht von einem Angehörigen der englischsprachigen Welt erwarten muß. Stead betrachtete eine Realität, in der andere Nationen beanspruchten, was England bereits für sich entwickelt hatte. Vielleicht entstand aus dieser realen Macht nebenbei etwas universelles, das auch für alle anderen gilt. Vielleicht war die Entwicklung so weit, daß Verantwortung auch für andere weniger entwickelte Weltregionen zu tragen an der Zeit war. Doch auf Dauer wäre so ein System der Vorherrschaft in einer gleichberechtigten Gruppe verschiedener Gesellschaften zum Scheitern verurteilt. Wir erleben aktuell im Denken der Bürger nationale Rückzüge, bei den großen Staaten in Richtung Großmacht, verständlicherweise bei den kleinen Staaten in Richtung Unabhängigkeit von den Großen. Wir brauchen ein System der Gleichwertigkeit.
Trotz allem Nachdenken blieb Stead sehr in seiner Sprachwelt verhaftet. Aus seiner Sicht war eine Vereinigung der englischsprachigen Staaten vielleicht nachvollziehbar. Schließlich entwickelte sich deren ehemalige britische Kolonie, die USA, schon wegen des gemäßigten Klimas zum einflußreichsten Staat. — Die Welt ist größer als die englischsprachige, schon aus der Perspektive der anderen europäischen Mächte. Auch Atlantikanrainer wie zum Beispiel Frankreich, Spanien und Portugal nahmen weite Gebiete in Besitz. Nicht zu vergessen die Kolonisatoren im Osten. Diese anderen Mächte könnten ebenfalls auf das Recht eines jeweils eigenen Staatenverbundes ihrer Gebiete bestehen. Doch so ließe sich kein geeintes Europa errichten. Nicht zufällig kam später zeitlich die beginnende Einigung Europas mit der Unabhängigkeit der Kolonien zusammen. Zu Steads Zeit hallte der französische Spracheinfluß noch stark nach. Die Macht verschob sich bereits hin zu den englischsprachigen Staaten, besonders den USA. Großbritannien konnte noch davon profitieren, obwohl der eigene Einfluß als Weltmacht sank. Bis heute scheint ein Teil der Engländer von der längst verlorenen Weltmacht zu träumen und es werden neue Fehler gemacht (Brexit). Wenn es aber so ist, daß Sprache von Macht abhängig ist, dann müssen wir uns auch und gerade heute mit dieser Frage beschäftigen und endlich die richtigen Schlüsse ziehen. Bereits Stead war auf dem Weg. Möglicherweise in Ansätzen ein Vorläufer der EDE-Vorläufer?
Dabei hat er in seinen am Ende veröffentlichten Betrachtungen über seine Lebensarbeit leider nicht alle nach 1901 dazukommenden Aspekte aufgenommen, wie die wesentliche Frage nach einer neutralen Internationalen Sprache. Denn ihm war die neutrale Internationale Sprache durchaus wichtig. Zumindest auf den ersten Blick waren keine Notizen zu Esperanto in den weiteren Veröffentlichungen von "Review of Reviews" nach seinem Tod 1912 zu finden. In manchen Nummern des Folgejahres erscheint Esperanto nur noch im Zusammenhang mit Werbung für Sprachliteratur. Es zeigt sich, daß nach ihm das Thema aus dieser Zeitschrift und damit auch in der allgemeinen Medienlandschaft weitgehend verschwand. Nach Steads Tod hatte die Welt einfach eine Informationsquelle weniger. Die breiteren Gesellschaften nahm das Geschaffene nicht auf und an. Auch in der englischsprachigen "Welt" existieren Medien, z.B. Zeitschriften für Esperantofreunde, so der "Brita Esperantisto". Doch für eine breitere Öffentlichkeit sind kaum solche Medien mit Esperantothemen bekannt. So scheint in der Mediengeschichte die Review of Reviews in ihrer Breite schon fast ein Sonderfall zu sein. Humanistische Aufklärung beinhaltet aber auch heute den Gebrauch der Internationalen Sprache Esperanto. Medien sollten also besser informieren. Trotz aller Träume einer dominanten englischsprachigen Union hatte Stead zumindest einen Blick für eine gerechtere Welt. In diesem Sinn hätten die Medien offen bleiben sollen und müssen. Nach Stead brach dieser Zugang für die Allgemeinheit sehr schnell weg. Damit wird aber das Thema von den breiteren Gesellschaften separiert. Fachzeitschriften blieben, niemand brauchte weiter behelligt werden, die Esperantisten mussten wieder weitgehend parallel zu den Gesellschaften für die Idee arbeiten und leben. Von manchen Esperanto-Freunden wurde und wird Stead geehrt, eben weil er sich für die Sprache einsetzte. Die klassischen Ideologien des 19. und 20. Jahrhunderts in ihrer eindimensionalen politischen Facettierung haben sich generell von der Thematik einer gerechten internationalen Verständigung distanziert. Dies gilt nicht nur für Medien, selbst sich als progressiv und sogar als Europapartei bezeichnende Parteien hängen an dieser alten Denkweise.
Die Strukturen müssen stimmen! — Großbritannien wie die USA wollen weltweit ihre Sonderrolle spielen. Die bereits von Stead angestrebten internationalen Institutionen, die sich tatsächlich immer nach den Weltkriegen bildeten, werden zu oft von den Englischsprachigen gemieden, nicht ordentlich finanziert und höchstens benutzt. Die letzten Jahre waren ein Tiefpunkt der Geschichte. Großbritannien verließ die EU, die USA wurde von einem extremen Egoisten regiert. — Die Amerikanisierung (GB spiel dabei weniger eine Rolle) ist weiter fortgeschritten als zu Steads Zeiten. Vordergründig sicht- und hörbar ist sie in Werbung und bei Begrifflichkeiten. Wer durch Arbeit und Freizeit an Institutionen aller Art gebunden ist, erlebt bewußt oder unbewußt, wie im Hintergrund quasi "englisches Denken" zum Maßstab gemacht wird. Das Ergebnis ist Selbstverleugnung. Natürlich fragen sich Mensch immer nach ihren Bezug zur Umwelt. Dieses Identifizieren, "Wer bin ich, zu wem gehöre ich", ist legitim. Natürlich gehört man Gesellschaften an, die sich im örtlichen Nahbereich bis hin zum Weltweiten befinden. Schwierig wird es dann, wenn zu viele europäische Bürger zum Teil irgendwie zum englisch-amerikanischen System gehören möchten. Dabei muß doch das real hier zu einigende Europa unterstützt werden. Manche, die pro-englisch-amerikanisch denken, denken auch allgemein sehr nationalistisch und wollen die eigene kleine europäische Nation "wieder groß machen". Dies sind nur die alten Reflexe. Manche Menschen die sich als eine Art US-Amerikaner fühlen, schimpfen eher auf die nationale Regierung und meistens auf "Europa". Ein Hoffen auf den besseren amerikanischen Präsidenten mag verständlich sein, aber wir Europäer haben hier unsere Hausaufgaben zu machen. Leider werden oft nicht die nötigen Aufgaben gestellt. Dazu gehört die Schaffung eines durch Verständigung auf Augenhöhe wachsendes weltweites und europäisches Bewußtsein. All die vor Nationalismus warnenden Worte werden einigen Lesern von sich heraus gar nicht so schlimm klingen. "Einer muß ja der Anführer sein". Mit nur wenig Abstand sieht das bereits ganz anders aus. Die Strukturen müssen stimmen! Sie müssen so beschaffen sein, daß Amtsmißbrauch erschwert wird. Macht muß geteilt werden. Die Geschichte ist voll von Machtkämpfen. Mächte bilden Zentren und diese Zentren erzeugen Probleme. Hauptstädte können zu viele Kräfte an sich binden, in manchen Fällen bilden sich Hauptvölker, deren Hauptstadt dann ein Zentrum anderer Völker bildet. Solche Konstellationen tragen oft schwer lösbare Spannungen in sich. Regionalhauptstätte und über Polyzentrismus thematisch verteilte Zentren entspannen die Situation. Bei Dominanz-Systemen ist Machtmißbrauch vorprogrammiert, zudem bringen die jeweiligen Herrscher ihr eingeschränktes Geschichtsbild mit. Stattdessen brauchen wir den Versuch, universelle Werte über eine spezielle internationale und europäische Geschichtsschreibung zu vermitteln. Stead empfand die englisch-amerikanischen Privilegien irgendwie als gerechtfertigt, hoffte aber auf Verantwortung der Agierenden. Er sah den Unterschied zwischen seinen Idealen und der Realität, in welcher die "Jingoisten" agierten, und empörte sich über diesen "Jingoismus", also über Leute, die nur auf ihren persönliche Vorteil bedacht waren. Doch so ist die Realität. Und deswegen muß Macht geteilt werden. Dann ist auch wirkliche Demokratie möglich. Nach außen wirkt eine angloamerikanische Weltmacht (nicht als einzige) als zentralistische Struktur. Völker stehen über Völkern. Und wo sich Völker einigen wollen, kommt es zu Spaltungsversuchen, siehe Europa. Auch heute würde Stead das Handeln dieser Personengruppe deutlich wahrnehmen können. Solch ein nationales Denken und Handeln ließe sich nicht in einem einigermaßen geeinten Europa (EU) durchstehen.
 Der Begriff der Rasse — Kein Mensch darf wegen Herkunft, Alter und Geschlecht benachteiligt werden. Niemand darf pauschalisieren, selbst wenn es in bestimmten Situationen nachvollziehbare Problem-Häufungen bei manchen Gruppen von Menschen gibt. Das Individuum darf nie vorverurteilt werden! — Bei alledem kommt es schon manchmal zu Verwirrungen, wenn man mit einem Text von Anfang des 20. Jahrhunderts konfrontiert ist. Je nach Geschichte der Sprachräume wird das Wort der Rasse unterschiedlich belegt oder überhaupt verwendet.
 Kann Esperanto politisch neutral sein? – Am Anfang gab es eine Hoffnung, die Idee Esperanto würde sich wegen der logischen Begründung in der Folge durch Nutzung in den Gesellschaften allgemein verbreiten, also wie nebenbei auch bis in die etablierten politischen Parteien dringen und Bestandteil des internationalen Handelns werden. Doch bis heute (2020) existiert keine etablierte Partei, in der die Esperanto-Unterstützer eine Mehrheit bilden. Dort möchte man möglichst nichts von dem Thema hören, vielleicht aus Angst, Wähler zu verschrecken. Stattdessen bildeten sich parallel zu sozialen und umweltorientierten Parteien eigenständige Esperanto-Vereinigungen. SAT (Arbeiter-Esperantobewegung 1921) sieht sich nicht als "parteipolitische, sondern nur" als "eine bildende, aufklärende und kulturelle Organisation". Die Verduloj (Grüne 1984) sind international vernetzt und bestehen aus Esperanto sprechenden Mitgliedern Grüner Parteien. Die genannten sind aber immer Organisationen neben(!) den etablierten Parteien. Und solange der Zustand so ist, ist eine politische Vereinigung, die unmittelbar politisch mitwirken möchte, und für die reale europäische Öffentlichkeit steht, notwendig und zeitgemäß. Und die nennt sich Europa-Demokratie-Esperanto.
 Esperanto für geeintes Europa? — Ist W.T. Stead wenigstens ein Vorläufer von EDE-Vorläufern? Nicht allem, was er von sich gab, kann man zustimmen. Aber er sah Dinge, die manchen Menschen verborgen bleiben. Und er hatte den guten Willen, er wollte eine friedliche Welt. "Der Vergleich, Satz für Satz, des Vaterunsers in drei Sprachen wird es dem Leser ermöglichen, sich eine Vorstellung von den Ansprüchen der drei Konkurrenten zu machen. Latein war die Schlüsselsprache der westlichen Welt, Englisch ist die Schlüsselsprache der englischsprachigen Welt, Esperanto wird die Schlüsselsprache der ganzen Welt sein." Doch wie kann EDE ihn bewerten? Hat er sich klar im dem Sinn, man brauche ein geeintes Europa, in dem die Internationale Sprache benutzt wird, geäußert? Vielleicht war die Zeit noch nicht ganz reif. Vielleicht hatte die Welt noch einige schlimmen Erfahrungen zu wenig gemacht. Aber wann reichen der Welt solche Erfahrungen aus?
Referenz-Seite RESUMO
2020072120210623SE (Aranĝita en pandemia tempo.) 20220209KürzungenSE

DeepL.com/Translator hat sich als gute Hilfe beim Übersetzen herausgestellt
de.wikipedia.org/wiki William T. Stead #Esperanto
en.wikipedia.org/wiki W. T. Stead #Review of Reviews ....
eo.wikipedia.org/wiki William Thomas Stead
legacy.esperanto.org.uk arkivo W. T. Stead kaj ni
de.wikipedia.org/wiki Haager Friedenskonferenzen
de.wikipedia.org/wiki Nikolaus II. Außenpolitik
catalog.hathitrust.org The United States of Europe on the eve of the parliament of peace
archive.org americanizationo01stea The Americanisation of the World
Memore al William Thomas Stead | La usonigo de la mondo 2011 Henri Masson
en.wikipedia.org/wiki Review of Reviews Übersicht Ausgaben
archive.org The Review of Reviews V25 1902
esperanto.de Esperanto aktuell 202013-5 S.19 El la historio: W. T. Stead. Roland Schnell PDF

 

1914 Aufruf an die Europäer

Als Reaktion auf einen Aufruf deutscher Intellektueller im Oktober 1914 verfasste Georg Friedrich Nicolai den "Aufruf an die Europäer". Darin wird der aktuelle Krieg bereits als Quelle weiterer Kriege gesehen. Ein einheitlicher Europabund wird klar als Notwendigkeit genannt. Albert Einstein, Otto Buek und Wilhelm Foerster waren Mitunterzeichner, ob auch Romain Rolland? Das ist noch zu prüfen. Eine Mehrheit von "Prominenten" war dagegen in Kriegsstimmung.
20201229SE
de.wikipedia.org/wiki Aufruf an die Europäer
web.archive.org/web philoscience.unibe.ch/documents AufrufEuropaer.pdf

 

Zeitverzug ins Deutsche

Es fällt auf, daß Texte zum Ersten Weltkrieg von Persönlichkeiten wie Zamenhof und Rolland lange Zeit nicht ins Deutsche übersetzt wurden. Hatten und haben die "Dichter und Denker" zu wenig Interesse? Wo ist das Problem?
"Aufruf an die Diplomaten" von Ludwig L. Zamenhof vom Jahr 1915 ist ein Beispiel. Früher als viele andere spricht er sich dort für Vereinigte Staaten von Europa aus.
Ein weiteres Beispiel zeigt auch der Hinweis bei Wikipedia zu der Artikelserie Romain Rollands "Audessus de la mêlée" ("Über dem Schlachtgetümmel" oder "Über dem Getümmel" oder "Über den Gräben" Aus den Tagebüchern 1914-1919). "Sie wurde nun rasch in mehrere europäische Sprachen übersetzt – allerdings nicht ins Deutsche – und hatte neben dem Roman Jean-Christophe großen Anteil daran, dass Rolland 1916 für eine nachträgliche Vergabe des Literaturnobelpreises von 1915 ausersehen wurde." Seit 2015 ist erstmals eine Auswahl der "Über den Gräben" geschaffenen Aufzeichnungen in deutsch als Buch verfügbar.
20200808SE
de.wikipedia.org/wiki/Romain Rolland #Rolland im Ersten Weltkrieg
chbeck.de/rolland-ueber-graeben Über den Gräben - München C.H. Beck 2015

 

Romain Rolland

Den hingeschlachteten Völkern!
Gegenüber den kriegshandelnden europäischen Nationen hatte Romain Rolland nur noch mit Verachtung reagieren können. Hohe Ideale wurden geopfert.
"Im vergangenen Juni hat es auf der kaiserlichen Universität in Tokio Rabindranath Tagore, der grosse Hindu, deutlich ausgesprochen: "Die europäische Zivilisation ist eine Zerstörungsmaschine. Sie verbraucht die Völker, die sie erobert. Sie rottet die Rassen aus und zerstört, die seinen Siegesschritt hemmen. Sie ist eine kannibalische Zivilisation, sie unterdrückt die Schwachen und bereichert sich auf ihre Kosten. .... Dies darf nicht immer so fortdauern." Hört ihr, Europäer? Ihr verstopft euch die Ohren. Nun, so hört in euch selber hinein! .... Die wichtigste Tatsache, die wichtigste Erkenntnis vor allem: Europa ist nicht frei. Die Stimme seiner Völker ist erstickt. Und in der Weltgeschichte werden diese Jahre einst als jene der grossen Knechtschaft gelten. Eine Hälfte Europas bekämpft die andere im Namen der Freiheit. Und für diesen Kampf haben beide Hälften Europas auf die Freiheit Verzicht geleistet. .... Die Völker, die sich hinopfern, sterben für Ideen. Aber diejenigen, die sie hinopfern, leben für den Gewinn. .... Völker, Völker, vereinigt euch! .... Vergesst eure Streitigkeiten, an denen ihr zu Grunde geht! ....  
Tut ihr dies aber nicht, bringt dieser Krieg nicht als erste Frucht eine soziale Erneuerung aller Nationen — dann leb wohl, Europa, Königin des Gedankens, Führerin der Menschlichkeit! Du hast deinen Weg verloren, du bist in einen Kirchhof hineingetappt. Dort ist dein rechter Platz. Leg dich hin zu den Toten! Und andere mögen der Welt gebieten!"
Romain Rolland veröffentlichte diesen Aufruf am 02.11.1916, in deutsch (Stefan Zweig) erschien er 1918 bei Max Rascher, Verlag, A.-G. Zürich und die Esperantoversion (Georg Mahn) folgte 1920. Es schien, als seien Europa oder sogar die gesamte Welt nicht mehr zu retten. Doch nach diesem Krieg kam auch wieder eine neue Zeit der Chancen. Romain Rolland nutzte sie und sprach sich für eine friedlichere Welt mit Esperanto aus.
20201230SE
1918 Deutsch (idb.ub.uni-tuebingen.de)
1920 Esperanto Al la forbuĉataj popoloj (eo.wikipedia.org/wiki)
Romain Rolland empfahl...
(Romain Rolland: 1866-1944, französischer Schriftsteller; kämpfte für eine übernationale Verständigung und Gemeinschaft im Geiste reiner Menschlichkeit. Nobelpreis 1915) Im Folgenden einige übersetzte Zitate Romain Rolands:
"Damit die Völker sich einigen können, müssen sie sich zunächst einmal gegenseitig verstehen. Zu diesem Zweck müssen sie eine gemeinsame Sprache haben. Und deswegen müssen wir alles tun, damit Esperanto die Sprache der Menschheit wird, Verständigungsmittel von von einem Volk zum anderen. Für die Völker, von denen jedes jahrhundertelang auf die Grenzen seiner Sprache beschränkt und in den Mauern seiner Nationalität eingeschlossen war, muss Esperanto eine Brücke der gegenseitigen Verständigung und Annäherung werden.
Esperanto muß man in jeder Mittelschule als Pflichtfach unterrichten. Unmöglich sind feste, wichtige internationale Beziehungen ohne Esperanto. Esperanto gibt den tauben Menschen, die ganze Jahrhunderte lang im Gefängnis ihrer nationalen Sprachen eingemauert blieben, das Gehör..." (1919)
"Ich konnte mir der Harmonie des Esperanto und des Genies seines Urhebers bewusst werden." (11.11.1920)
"Von allen Revolutionen der Menschheit ist die Weltsprache gleichzeitig die friedlichste und die aktivste, die gewaltloseste und die wirksamste. Sie ist weitaus tiefgreifender als eine politische Revolution.
Nun, diese Weltsprache gibt es schon; sie wurde vom Genie eines Menschen geschaffen, der vor Liebe zur Menschheit glühte. Was die Größe des Schöpfers des Esperanto ausmacht, ist, dass Zamenhof, wie jedes wahre Genie, nicht der Erfinder einer nicht natürlichen Sprache und Bewegung war, sondern der hellsichtige Wegbereiter und der perfekte Interpret eines mächtigen neuen Bedürfnisses.
Vergebens bemühte man sich, den Erfolg des Esperanto zu leugnen, ihn herunterzuspielen. Vergebens behaupteten die gewöhnlichen Verteidiger des "ewig Gestrigen", wie Schiller sagt, die trägen Traditionshüter, die vom immerwährenden Status quo profitieren, dass die Existenz einer ganz und gar erschaffenen Sprache, die nicht dem blinden Schicksal der Volksstämme, sondern dem bewussten und vernünftigen Willen entstammt, a priori unmöglich und absurd sei. So bewiesen sie nur ihre Ahnungslosigkeit über die Bedingungen, unter denen die Mehrheit unserer europäischen Sprachen entstand.
Aber wozu Zeit verlieren für eine überflüssige Verteidigung? Die Weltsprache gibt es. Und ihre Verbreitung erstreckt sich nun über die ganze Erde." (Juli 1922)

Anstelle eines Kommentars: Im gleichen Jahr (1922) wurde in Frankreich und seinen Kolonien der Esperanto-Unterricht vom französischen Kultusminister Léon Bérard verboten.
Benoît Philippe Aktikel aus Verda Saksofono (SEBa kandelo 1/2003) vom Januar 2003
Romain Rolland — auf welche Weise war er politisch?
Nach dem 1. Weltkrieg setzte er sich für die internationale Verständigung besonders der Esperantolehrer ein. Während des 2. SAT-Kongresses in Frankfurt/Main 1922 war er Ehrenpräsident. Die weltweite Organisation Sennacieca Asocio Tutmonda (SAT) sieht sich bis heute nicht parteipolitisch und auch nur parallel zu den eher sozial ausgerichteten Parteien. SAT soll kulturell aufklärend wirken und nutzt dabei Esperanto, ohne sich für dessen Verbreitung einzusetzen. Der Begriff Neutralität bezog und bezieht sich also auf die Sprache aber eben dazu auf die politischen Realitäten in den verschiedenen Ländern. Auch die Verduloj (Grüne 1984) sind international vernetzt und bestehen aus Esperanto sprechenden Mitgliedern Grüner Parteien. Die genannten sind aber immer Organisationen neben(!) den etablierten Parteien. So kann die Frage, worauf sich Neutralität bezieht, unterschiedlich beantwortet werden.
Was bedeutet es für verschiedene Esperanto-Unterstützer, wenn über etwas "politisch neutrales" gesprochen wird? Wird da ganz allgemein unpolitisch gedacht, da ja Esperanto nichts politisches ist? Ist die Sprache nicht politisch, weil Esperanto-Freunde unterschiedliche politische Meinungen haben? Oder ist Esperanto zwar politisch, aber neutral in Bezug auf die gerade in Parlamenten und Regierungen bestehenden Machtverhältnisse?
Der Begriff der Rasse bringt Komplikationen, und William Thomas Stead hat ihn häufig benutzt. Wie hätte das Romain Rolland gesehen? Was hätte er Stead zu dessen Idee einer amerikanisierten Welt gesagt? Und wie weit ging bei Rolland die Vorstellung, daß die französischsprachige Welt irgendwie zusammengehört? Wahrscheinlich dachte er eher nicht sehr national.
Esperanto für geeintes Europa? - Ist Romain Rolland dann eher ein Vorläufer von EDE-Vorläufern? Oder kann man ihn bereits EDE-Vorläufer nennen? Wenn er nicht mehr so wie Stead auf eine besondere Machtrolle der eigenen weltweiten Sprachgruppe drängt, und man seine Aussagen zu Europa und Esperanto betrachtet, dann ist sein Weg schon beachtlich. Doch hat er an eine politische Aufgabe für ein geeintes Europa mit der gemeinsamen neutralen und gerechten Sprache Esperanto gedacht? In seiner Zeit hätte er von Josef Zauner erfahren können. Erfuhr er von diesen Ideen?
eo.wikipedia.org/wiki 2-a SAT-Kongreso1922
20210216SE

 

1920-1923 Sternstunden * Der frühe Zauner

 


©

Quelle: Thomz twitter.com/pacabatalanto
CC BY-NC-SA

Anpassung: St.Eitner 20211123
Da noch kein Foto verfügbar ist, erscheint hier
eine Zeichnung aus der Fantasie. Danke Thomz!

Im Lauf des Jahres 1920 muß es für Europa eine Sternstunde gegeben haben. Josef Zauner verweist rückblickend auf dieses Jahr, in welchem er in seinem Konzept erstmals gemeinsam die Vereinigten Staaten von Europa in Esperanto benannte (Unuiĝintaj Ŝtatoj de Eŭropo) und Esperanto als gemeinsame europäische Sprache für ein geeintes Europa vorsah. 1923 soll dazu eine erste Broschüre "La elvojo UŜE" (Der Ausweg UŜE) erschienen sein. Praktisch waren damit unsere drei Ansätze (EDE) miteinander verbunden. Es wuchs zusammen was zusammen gehört, zumindest in der Theorie. Weitere Recherchen sind nötig. Das zeigt sich gerade jetzt, da neue Daten dazukamen. Wir werden Zauner in einen frühen und in einen späten Zauner aufteilen müssen. Er veröffentlichte die Zeitschrift UŜE-EĤO noch so lange bis in die schwierige Epoche der Diktaturen hinein, daß manche Aussagen wohl nicht zu tolerieren sind. Weitere Recherchen und Aufarbeitungen sind nötig. Unabhängig vom Ergebnis bleibt Zauner ein Geber von Diskussionsstoff. Für eine Werbung kann er so jedenfalls nicht weiter verwendet werden.
2021061320220324SE


Der Euro - eine Erfindung der Esperanto-Bewegung?

Eurogeld und Eurosprache: Die Idee der gemeinsamen Währung ist eng mit dem Gedanken einer gemeinsamen europäischen Sprache verbunden.
 Einleitung
 1. Victor Hugo und die "absurde Vielfalt der Währungen"
 2. Die erste neutrale internationale Währung: der Speso (1907)
 3. Josef Zauner - Pionier des Euro und der Europäischen Union
3.1. Das UŜE-Programm und die gemeinsame Währung
3.2. Die UŜE und die Paneuropa-Union
3.3. Zauners Konzept von einer gemeinsamen Europäischen Sprache
 4. Von der gemeinsamen Währung zur gemeinsamen Sprache
(UM)

 

Einleitung

"Die Idee für eine gemeinsame europäische Währung gibt es seit über 30 Jahren", schrieb der "Spiegel" am 9. August 2001(link http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,144578,00.html).
Wenig bekannt ist, dass die Idee des Euro nicht erst nach dem zweiten Weltkrieg geboren wurde. Bereits Victor Hugo (1802-1885) träumte von einer gemeinsamen europäischen Währung, und ab dem Jahr 1920 engagierte sich der rumäniendeutsche Verleger Josef Zauner (1895-?) für deren Einführung. (UM)
www.spiegel.de/wirtschaft (09.08.2001)

 

1. Victor Hugo und die "absurde Vielfalt der Währungen" 

Victor Hugo gilt als Urheber der Idee der "Vereinigten Staaten von Europa". In einem Brief aus dem Jahr 1855 sprach er auch von der Idee einer gemeinsamen europäischen Währung. Ein link Artikel aus der Zeitung "Le Monde" vom 22.11.2001 beginnt mit den folgenden Worten:
"Une monnaie continentale ayant pour point d'appui le capital Europe tout entier et pour moteur l'activité libre de 200 millions d'habitants. Cette monnaie unique remplacerait et résorberait toutes les absurdes variétés monétaires d'aujourd'hui, effigies de princes, figures de misères, variétés, qui sont autant de cause d'appauvrissement." Qui prononce ces mots? Valéry Giscard d'Estaing? Helmut Kohl? Jacques Delors? Non. Victor Hugo, en 1855, dans une lettre aux exilés après le coup d'Etat de Napoléon III.
(UM)
www.lemonde.fr/imprimer_article (22.11.2001)

 

2. Die erste neutrale internationale Währung: der Speso (1907) 

Im Jahr 1907 schlug der französische Mathematiker René de Saussure die Einführung einer internationalen dezimalen Währung vor. Ein in England lebender deutscher Chemiker, Herbert F. Höveler (1859-1918) griff die Idee auf und gründete die "Chekbanko Esperantista" in London, die Überweisungen zwischen über 40 Ländern zu günstigen Konditionen ermöglichte. Sämtliche eingehenden Zahlungen wurden in die neutrale Währung "Speso" bzw. "Spesmilo" umgerechnet. Ein Spesmilo sind 10 Spescentoj, 100 Spesdekoj oder 1.000 Spesoj, entsprechend den Esperanto-Wörtern "mil" (tausend), "cent" (hundert) und "dek" (zehn).
Am 30. April 1914 verwaltete die Chekbanko Esperantistadie Konten von 730 Personen in 43 Ländern. Der erste Weltkrieg brachte jedoch die Aktivitäten dieser internationalen Bank weitgehend zum Erliegen, und nach dem Tod Hövelers am 1. September 1918 fand sich niemand, der seine Arbeit fortsetzte. (Quelle: Enciklopedio de Esperanto, Budapest 1933, S. 96-97, 224, 499) (UM)

 

3. Josef Zauner - Pionier des Euro und der Europäischen Union

Schon der Erfinder des Esperanto, Ludwig Zamenhof (1859-1917), hatte sich 1915 während des ersten Weltkriegs in seinem "Aufruf an die Diplomaten" für die Schaffung der "Vereinigten Staaten von Europa" ausgesprochen:
Plej bone estus, se anstatau diversaj grandaj kaj malgrandaj europaj regnoj ni havus iam proporcie kaj geografie aranghitajn "Unuigitajn Shtatojn de Europo".
Es wäre am besten, wenn wir anstelle von verschiedenen großen und kleinen europäischen Staaten einmal entsprechend ihrer Größe geographisch angeordnete "Vereinigte Staaten von Europa" hätten. (L. L. Zamenhof, Originala Verkaro, hrg. J. Dietterle, Leipzig 1929, S. 355).
Die Idee der "Vereinigten Staaten von Europa" wurde im Jahr 1920 von Josef Zauner, einem deutschrumänischen Verleger und engagierten Esperanto-Sprecher, aufgegriffen. Zauner wurde am 18. November 1895 in link Engelsbrunn bei Arad, Rumänien, geboren. Er entwarf ein Programm, das er "Vereinigte Staaten Europas" bzw. auf Esperanto "Unuighintaj Shtatoj de Europo", kurz "USE" nannte. 1921 gründete er den USE-Verlag in Leipzig, dessen Aktivitäten allerdings bald darauf nach Timisoara (Rumänien) verlagert wurden. 1923 veröffentlichte er seine Ideen sowohl auf Esperanto als auch auf Deutsch jeweils in Form einer Broschüre mit dem Titel "La elvojo USE" bzw. "Der Ausweg USE". Beide Ausgaben der Broschüre, erwähnt in der 1933 in Budapest erschienenen "Enciklopedio de Esperanto" (S. 586), sind heute verschollen.
Die link Deutsche Esperanto-Bibliothek in Aalen besitzt jedoch ein Originalexemplar der 1931 in Timisoara (Rumänien) erschienenen aktualisierten Version "Der Weg zur Europa-Partei. (Der Ausweg USE)".
(UM)

 

3.1. Das UŜE-Programm und die gemeinsame Währung 

In dieser 36-seitigen Broschüre wird eingangs das UŜE-Programm vorgestellt: Die Leitsätze des UŜE-Programms sind:
1. Das Hauptprinzip: die Schaffung je größerer Wirtschaftsgebiete
2. Es ist für Europa eine Notwendigkeit, dass im vereinigten europäischen Wirtschaftsgebiete sowohl Großbritannien, wie auch Russland mitinbegriffen sei.
3. Die Basis der administrativen Organisation der UŜE sei die größtmögliche Autonomie der einzelnen Staaten, Provinzen und Städte.
4. Einheitlich, bzw. gemeinsam sei in den UŜE:
das Geld
die Armee,
die Zoll- und
Außenpolitik.
5. Die offizielle Hilfssprache für Europa sei die "europäische" Sprache (Esperanto).
Auf Seite 11-12 erläutert Zauner: Um zu einer gemeinsamen einheitlichen europäischen Valuta zu kommen (derzeit mehr als 20!), muss Europa sich vorher politisch finden. Dass das europäische Valuta-Chaos eine einheitliche Valuta ablösen wird, ist wahrscheinlich, weil auch eine wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit unausbleiblich ist. Ein Ansatz zu einer Europäischen Zentral-Staatsbank bedeutet die Gründung der B. I. Z. (Bank für Internationale Zahlungen), deren Aufgabe derzeit zwar eine andere ist, aber in der Zukunft geeignet erscheint, die Rolle der Zentral Notenbank Europas zu spielen.
Ebenfalls um das Jahr 1930 herum gab Zauner eine Postkarte heraus, in der er die Europäer in Esperanto aufrief, neben einer gemeinsamen europäischen Wirtschaftszone und einem europäischen Parlament auch eine gemeinsame europäische Währung zu fordern. Ein 1934 abgestempeltes Exemplar dieser Postkarte wurde von der Vereinigung PROMEURO im Internet veröffentlicht ("Illustration 1"):
link http://www.promeuro.org/en/products_annexes.asp
Diese Postkarte ist der älteste bekannte Aufruf für eine gemeinsame europäische Währung.
(UM)
www.promeuro.org 01.pdf (1934 gestempelt)

 

3.2 Die UŜE und die Paneuropa-Union

edexgeopolitik Die Organisation UŜE, die von 1930 bis ca. 1935 auch eine eigene Zeitschrift mit dem Titel "USE-EHO" herausgab, ist als Gegenbewegung zur Paneuropa-Union zu sehen. Deren Gründer, Graf Richard Coudenhove-Kalergi (1894-1972), hatte sich für eine europäische Einigung ohne Großbritannien und Russland ausgesprochen. Während Coudenhove-Kalergi einer Zusammenarbeit mit Russland skeptisch gegenüberstand - er sprach vom elementaren Hass Sowjetrusslands gegen die gesamte europäische Lebensform - empfand Zauner trotz des "Terrors" der Sowjetregierung Sympathie für das russische Volk und wünschte nicht zuletzt auch im Hinblick auf die "40 % Minderheiten" unter den 150 Millionen Bewohnern der Sowjetunion einen Anschluss dieses Reiches an die Vereinigten Staaten von Europa. Wenn das übrige Europa aufgrund seines wirtschaftlichen Zusammenwachsens einen Aufschwung erlebe, könne bald auch "die allgemeine Unzufriedenheit - die Nahrung des Kommunismus - verschwinden", was der Vereinigung mit Russland den Weg ebne.
Doch nicht nur in diesem Punkt äußerte sich Zauner kritisch über die Paneuropa-Union. In der Einleitung zu seiner Broschüre schreibt er:
Wie weit das Paneuropa-Programm bisher gediehen ist, ist allgemein bekannt. Auch das, dass die Paneuropa-Bewegung in eine Sackgasse geraten ist, weil man die Vorbedingungen der Lösung des europäischen Problems außer acht ließ. Man begann das Haus vom Dach aus zu bauen. Man vergass, dass die derzeitigen Führer Europas von Staatsbürgern gewählt wurden, deren Gesinnung noch überwiegend landesnational und nicht "europäisch" (im politischen Sinne) ist. Verlangt man von den gewählten aktiven Politikern, dass sie eine "europäische" Politik betreiben, so verlangt man eben Unmögliches, da sie nur allzu sehr von ihren Wählern und ihrer Partei abhängig sind.
Um schon hier auf den Leitgedanken dieser Broschüre hinzuweisen, sei erwähnt, dass, meiner Ansicht nach, die Lösung des europäischen Problems von "unten" aus, bei den Wähler-Massen - dem Fundament jeder demokratischen Politik - begonnen werden muss.
Ein nicht weniger bedeutender Grund für die Skepsis Zauners gegenüber der Paneuropa-Union lag jedoch darin, dass sich Coudenhove-Kalergi nicht für die Idee einer neutralen Zweitsprache für die Europäer erwärmen konnte. So erklärte dieser in einer Rede am 06.05.1930 in Budapest, die Verschiedenheit der Sprachen sei kein unüberwindbares Hindernis für die europäische Einigung; Esperanto wolle er nur dann als offizielle Sprache der Paneuropa-Union akzeptieren, wenn breite Bevölkerungsschichten dies fordern. (UM)


3.3 Zauners Konzept von einer gemeinsamen Europäischen Sprache

Zauner sah in der "europäischen Sprache", wie er Esperanto nannte, eine entscheidendes Hilfsmittel auf dem Weg zur europäischen Einigung:
Wenn irgendwo eine gegenseitige Verständigung der Nationen eine Notwendigkeit ist, so gilt dies für Europa im höchsten Grade. Nirgends feiert der Chauvinismus so grenzenlos seine Triumphe, wie auf unserem Kontinent. Nirgends kennt man einen solchen Hass, geschürt von ganz wenigen, wie er noch in manchen Teilen Europas anzutreffen ist.
Diese für viele Nicht-Europäer unerklärlichen nationalen Verhältnisse sollen nun mit Hilfe der "europäischen" Sprache verschwinden. Die "Giftzähne" der Chauvinisten sollen mit Hilfe dieser Sprache gezogen und dadurch die Wege einer europäischen Zusammenarbeit geebnet werden. (...)
Ohne eine einheitlich übergeordnete Hilfssprache dürfte es schwerlich möglich sein, die Europäer zu einer Zusammenarbeit zu bringen; die wichtigste Aufgabe dieser Hilfssprache ist, die unerlässliche Vorbedingung der europäischen Kooperation zu schaffen: die europäische Solidarität, die europäische Gesinnung.

Zauner erwähnt, dass es unrealistisch ist, dass eine einzige Sprache zur offiziellen europäischen Sprache erklärt wird, und führt fort:
Sollte dennoch eine nationale Sprache als "europäische" bestimmt werden, so bedeutet dies für die Beherrscher dieser Sprache Vorteile, die zuletzt zu einer Art Vorherrschaft der entsprechenden Nation ausarten könnten. Auch würde die unausbleibliche Aufoktoyierung einer fremden nationalen Kultur nicht naturgemäß wirken.
Das Allerschlimmste bei einer derartigen Lösung des Sprachenproblems wäre aber der Umstand, dass die kleinen Nationen "en bloc" zu Minderheiten werden würden, die selbst durch eine rasche Erlernung der auserwählten Sprache den Vorsprung der Bevorzugten nicht einholen könnten.
Von einer gerechten Lösung könnte also in einem solchen Falle nicht gesprochen werden.
Zauner legte bereits Wert auf die Feststellung, dass Esperanto als europäische Sprache die kulturelle Vielfalt bewahrt: Die Hilfssprache "ist übergeordnet und spielt die Rolle einer Hilfssprache. Verdrängt also nicht die nationalen Sprachen und Kulturen." (UM)

 

4. Von der gemeinsamen Währung zur gemeinsamen Sprache

Zauner bezeichnete sich als Optimisten: "Ich glaube an die Macht der Ideen und bin überzeugt, dass, trotz der vielen Skeptiker, Pessimisten, Miesmacher sich doch ein positivgerichteter, schaffensfreudiger Geist ins Leben rufen lässt, der stark genug sein wird, um all das aus dem Weg zu räumen, was die Gründung der Vereinigten Staaten von Europa hemmen oder verhindern würde. (...) Ich kann nicht umhin, trotz Spengler und anderen Schwarzsehern, glaube ich an die große Zukunft Europas."
Zauners Vision von einer gemeinsamen europäischen Währung ist Wirklichkeit geworden. Eine gemeinsame neutrale Sprache fehlt hingegen bislang noch.
Einige Politiker der Nationalstaaten wie etwa der frühere deutsche Bildungsminister Jürgen Rüttgers auf seiner link Rede auf dem ZEI-Europaforum am 16.09.1998 sehen einen Ausweg im Englischen, das für die Europäer keine Fremdsprache bleiben, sondern selbstverständliche Zweitsprache werden soll. Europa-Politiker plädieren hingegen gewöhnlich für die Nutzung zahlreicher gleichberechtigter Amtssprachen, da sie in einer noch stärkeren Fixierung auf das Englische eine Gefahr für die Gleichberechtigung der europäischen Völker oder für die kulturelle Vielfalt sehen. Auch wenn sie es vielleicht nicht gerne zugeben, halten auch sie es für akzeptabel, wenn aus pragmatischen Gründen die englische Sprache in der EU immer wieder bevorzugt wird.
Auf der Abschlusskonferenz des "Europäischen Jahrs der Sprachen" am 16.11.2001 in Berlin erklärte Prof. Dr. Jürgen Trabant von der Freien Universität Berlin: (...) Denn die kommunikative Ungerechtigkeit ist eines der gravierenden Probleme - vielleicht das unerträglichste - in der sich abzeichnenden aktuellen europäischen Sprachen-Situation. Der Besitz des Englischen als Muttersprache im heutigen Europa ist ebenso ungerecht wie der Adel im alten Regime: ein durch kein Verdienst gerechtfertigtes Privileg. Ein schwerer Geburtsfehler Europas, auf den ich im folgenden nicht eingehen werde.
Esperanto scheint der einzige praktikable Ausweg aus der kommunikativen Ungerechtigkeit zu sein. Die erfolgreiche Einführung des Euro entkräftet nun einige Argumente, die gegen Esperanto vorgebracht werden. "Der Euro ist ein Ungeld wie das Esperanto eine Unsprache ist", schrieb der Schriftsteller Martin Walser im Juli 2001 in der "Welt". Doch die Vorteile eines neutralen, internationalen Zahlungsmittels überwiegen das gelegentlich beklagte Fehlen eines "kulturellen Hintergrunds". Auch die Geschichte und Kultur des Esperanto ist bislang nicht so reich wie diejenige nationaler Sprachen - doch könnten die Europäer sich rasch an Esperanto gewöhnen. Und sie würden wenig vermissen, da Esperanto - während der Euro die nationalen Währungen ersetzt - die nationalen Kulturen nicht verdrängen will.
Auf dem Heidelberger Pädagogischen Kongress im Jahre 1992 hielten Pädagogen Esperanto als Schulfach für ungeeignet, da der Sprache "der landeskundliche Hintergrund" fehle. Esperanto-Lehrbücher haben gewöhnlich nicht einfach ein bestimmtes Land oder einen bestimmten Kulturkreis zum Thema. So werden in dem populären, in Ungarn herausgegebenen Esperanto-Lehrwerk "Tendaraj tagoj" verschiedene Länder wie Belgien, die Schweiz oder Japan näher vorgestellt, und als Währung wird dort in den Auflagen von 1991 und 1993 u.A. der "Stelo" benutzt, eine nach dem zweiten Weltkrieg von Esperanto-Sprechern vorgeschlagene internationale Esperanto-Währung (in der es tatsächlich auch Münzen gibt, 1960 von der Universala Ligo herausgegeben). Eine bessere Vorbereitung auf ein vereinigtes Europa war kaum denkbar.
Zu wünschen ist, dass der Erfolg des Euro die Europäer ermutigt, auch in sprachlicher Hinsicht einen Schritt aufeinander zuzugehen. Es gibt viel zu gewinnen: eine europäischen Solidarität und eine europäische Gesinnung, wie bereits Zauner es formulierte. Esperanto, neutral und leicht erlernbar, steht für grenzenlose Verständigung und grenzenlose Chancengleichheit.
Wiesbaden, 26. Januar 2002 (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. ehemals aktiv bei EDE)
www.zei.de/download ruettgers.pdf (16.09.1998)

 

Politischer Druck

Josef Zauner gründete den Verlag "LIBRO" 1921 in Leipzig, weitergeführt in Temeswar/Timiŝoara (Rumänien). Er war auch Herausgeber und Redakteur. Seine Broschüre "La elvojo UŜE" (auch in deutsch) soll bereits 1923 erschienen sein. Bekannt ist uns "Der Weg zur Europa-Partei" mit dem Untertitel "DER AUSWEG UŜE" von 1931.
Mehr auf unserer Geschichtsseite 1931 Josef Zauner | Der Weg zur Europa-Partei
Bewertet wurde der Ansatz damals folgendermaßen. Lange nicht öffentlich bekannt war die UŜE-Idee, die neben der Paneuropa-Bewegung (Paneŭropa-movado) entstand. Unterschiedliche Ansichten sind dabei: Die Zahl der künftigen "Weltmächte". Paneuropa sieht fünf (USA, Großbritanien, Paneuropa, Japan, UdSSR), bei UŜE gibt es eine westliche und eine östliche Hemisphäre (UŜE). Zu UŜE würden aus verschiedenen geopolitischen und sozialen Gründen auch Großbritanien und Rußland gehören. Paneuropa bevorzugt englisch. Dagegen ist UŜE bei Esperanto. UŜE schlägt eine gemeinsame Armee und gemeinsames Geld vor. Nötig ist eine Partei mit der Aufgabe, das UŜE-Programm parlamentarisch umzusetzen. Die Esperantisten werden für die Umsetzung gebraucht.

Referenz-Seite Josef Zauner Politischer Druck

1930: UŜE-EĤO

Die Zeitschrift UŜE-EĤO (organo de la eŭropan­ismo) sollte die Esperantisten über die Realisierung der angestrebten Vereinigten Staaten von Europa informieren. Nummer Eins mit sechs Seiten erschien im Januar 1930, nach einem Jahr in verändertem Format mit vier Seiten. Bis zum Dezember 1937 waren es 43 Ausgaben. Sie wurden geschätzt wegen ihrer lebhaften Form, den interessanten Artikeln und den Illustrationen zum europäischen Problem wie auch für die Verbreitung der UŜE-Idee.


UŜE-EĤO 01 (1930) - UŜE-EĤO 43 (1937)

1930 -01- (Jan)

1930 -02- (Apr) 

1930 -03- (Jul)

1930 -04- (Okt)

   
1931 -05- (Jan)  1931 -06- (Apr)
1931 -07- (Jul)      
1932 -08- (Jan)  1932 -09- (Jul)
       
1933 -10- (Mar)
1933 -11- (Maj)
1933 -12- (Jul)
1933 -13- (Sep)
1933 -14- (Nov)
 
1934 -15- (Jan)
1934 -16- (Mar)
1934 -17- (Maj)
1934 -18- (Jul)
1934 -19- (Sep) 
1934 -20- (Nov)
1935 -21- (Jan)
1935 -22- (Mar) 1935 -23- (Maj) 1935 -24- (Jul) 1935 -25- (Sep) 1935 -26- (Nov)
1936 -27- (Jan)
1936 -28- (Mar)
1936 -29- ?
1936 -30- (Jul)
1936 -31- (Sep)
1936 -32- (Nov)
1937 -33- (Jan)
1937 -34- (Feb)
1937 -35- (Mar) 
1937 -36- (Apr)
1937 -37- (Maj)
1937 -38- (Jun)
1937 -39- (Jul)
1937 -40- (Aŭg)
1937 -41- (Sep)
1937 -42- (Okt)
1937 -43- (Dec)
 

Hier soll es zügig weiter gehen. Eine Frage der Zeit. Hoffen wir, daß die Zeit für eine tiefergehende Analyse bleibt. Leider ähnelt der aktuelle Weltmoment teilweise dem hier dokumentierten. Natürlich muß mit Kritik gerechnet werden. Das ist normal. Wir brauchen die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, wie es eigentlich auch die Gesellschaften nötig haben. Und vielleicht kommt sogar hilfreiche Kritik an. 2022030420220323SE

© 20210705 SE
Leider ist auch wenig über die genauen Orte des Verlags und der Buchhandlung "Libro" bekannt. Herr Schässburger schrieb, daß sich die Buchhandlung am Domplatz in Temesvar befunden haben soll. Der Verlag "Libro" wird in den Schriften mit der Str. Lonovici 1 angegeben, allerdings erscheint dort auch die Hausnummer 4. Heute findet man auf dem Stadtplan aber nur eine Straße "Episcop Joseph Lonovici". Herr Neurohr vollzog die Änderungen nach. Die ehemalige Lonovits-Straße heißt jetzt Episcop Augustin Pacha. Wahrscheinlich begannen die Straßennummern vom Domplatz aus, damit auch am Eckhaus Lonovits-Straße 1 (google.com/maps). 2019071520220218SE

Referenz-Seite Josef Zauner 1930 UŜE-EĤO


Abbildung


EUROPÄER!
01. Trotz allem, glaube an die Europa-Union.
 - Damit meinte Zauner die Idee eines geeinten Europas.
02. Anläßlich Wahlen, stimme nur auf jene Partei, die für die Schaffung eines einheitliches europäischen Wirtschaftsgebietes kämpft. 
 - Inzwischen Realität. Leider wird zu wenig an die Europabürger gedacht.
03. Propagiere die Schaffung eines Parlamentes der europäischen Parlamente. 
 - Dies deutet auf ein inzwischen reales Europäisches Parlament hin.
04. Fordere die Aufstellung einer gemeinsamen europäischen Armee und die Einführung einer einheitlichen europäischen Valuta. 
 - Was sollen denn heute die nebeneinander stehenden nationalen Armeen? Valuta: Gemeint ist die einheitliche Währung.
05. Fordere für Länder, Provinzen und Städte in den Vereinigten Staaten von Europa weitestgehende, naturbedingte Autonomie. 
 - Subsidiarität nennt man das heute. Was nicht gemeinsam beschlossen werden muß, kann man besser am Ort lösen.
06. Erlerne die Sprache "Europäisch". 
 - Alles klar, damit ist die internationale weltweite Sprache Esperanto gemeint. Europa ist ein starker Anwendungsfall.
07. Ehre und schätze das Volkstum der Anderen. 
 - Vielfalt der Kulturen und Toleranz gegenüber den Anderen nennt man das jetzt.
08. Kämpfe für die Entbürokratisierung (Entstaatlichung und Entmonopolisierung) der Wirtschaft. 
 - Gilt auch immer und bleibt aktuell. Allerdings zeigt der heutige Umgang mit Bahn und Post Probleme.
09. Kämpfe für Gesetze und Institutionen die - ein soziales Wachsen - einen freien, natürlichen, sozialen Schichtenwechsel ermöglichen. 
 - Gemeint ist die Chancengleichheit. Thema ungelöst!
10. Wer für die Vereinigung Europas kämpft, fördert den Weltfrieden. 
 - Das wird leider gern übersehen! Nichts ist einfach so sicher. Thema aktuell! (SE20180625..)

Referenz-Seite Josef Zauner Abbildungen 


1932: Gründung Klub der UŜE-Freunde (Klubo de la UŜE-amikoj)

edexorganiform Ein großes Ziel braucht Mitstreiter und muß organisiert werden. Freunde von UŜE fanden sich 1932 in einem Klub von UŜE-amikoj zusammen. In gewisser Weise ähnelt der Ansatz schon dem neuen von EDE. Inhaltlich gibt es eine große Nähe. Einige Aktivitäten um UŜE und UŜE-amikoj sind überliefert. Über die Gründung wird in der Enciklopedio de Esperanto 1933 Seite 1059 berichtet. 1934 wurde die März-Ausgabe von UŜE-EĤO in der spanischen Esperanto-Zeitschrift "Hispana Esperanto-Gazeto" (Nr.36) erwähnt.
Referenz-Seite 1932: Gründung Klub der UŜE-Freunde (Klubo de la UŜE-amikoj)


1936: GENF ODER EŬROPA-CENTRO?

Angesichts der politischen Verhältnisse sah Zauner keine Möglichkeit mehr, eine Partei in einer Demokratie zu etablieren. So versuchte er parallel zu den "unduldsamen Regimen" denkbare Strukturen für ein kommendes Europa zu entwickeln. Gemäß der damals vorherrschenden Meinung verglich er Europa mit einer Nation, also ähnlich den nationalen Staaten, aber auf einer anderen Ebene. Auch heute geht es immer noch darum, die eine europäische Allgemeinheit betreffenden Kompetenzen nicht den einzelnen Nationalstaaten zu überlassen. Über diese Fragen schrieb er 1936 in "GENF ODER EŬROPA-CENTRO?" Darin nahm er die Situation in Europa an, versuchte aber zusätzlich den europäischen Gedanken in einen technisch-organisatorischen Bereich zu führen. Wie könnte der europäische Luftverkehr optimiert werden? Für bestimmte Fälle mit einem zentralen Flughafen auf einem gemeinsamen zentraleuropäischen Territorium. Heute nennt man das Logistik. Berührt wird aber auch die Frage, wie dezentral, zentral oder gemeinschaftlich etwas zu organisieren ist. Damals war Genf die Stadt des Völkerbundes, praktisch dem Vorläufer der UNO. Daneben wäre auch eine europäische Hauptstadt notwendig geworden. In einem Imaginären Gespräch zwischen ihm und einem Zweifler erklärt er seine Absichten. Hier einige Auszüge:

WO SOLL "EŬROPA-CENTRO" GEGRÜNDET WERDEN?
 - ZW: Wie würden Sie den geographischen Ort für "Eŭropa-Centro" bestimmen?
 - ZA: Dies ist keine allzuschwere Sache.
 - ZW: Wie doch?!
 - ZA: Man verbindet auf den Landkarten die Städte London-Ankara, Moskva-Madrid u. Oslo-Roma. Der Schnittpunkt dieser Linien bildet für uns den geographischen Mittelpunkt von Europa.  ....  ....  
WER SOLL DAS PROJEKT VERWIRKLICHEN?
 - ZW: Und Sie glauben, dass Sie für "Eŭropa-Centro" Interessenten finden?
 - ZA: Warum nicht?  ....  ....  
 - ZW: Was für einen Sinn haben dann die Bemühungen um die Europa-Union?
 - ZA: Die Europa-Union soll den europäischen Innenkrieg unmöglich machen, soll eine Rationalisierung und dadurch Herabsetzung der Rüstungen ermöglichen.  ....  .... 
 - ZW: Gut, propagieren Sie nur Ihr "Eŭropa-Centro".
 - ZA: Das werde ich auch tun mit der Devise: Genf und Europa-Centro!
© Entwurf Josef Zauner | Bearbeitung 20210624 St.Eitner
"Unsere Flagge: Weißes Feld, roter Rand in der Mitte die Buchstaben: UŜE in blauen Linien ausgeführt."
Referenz-Seite Josef Zauner 1936 GENF ODER EŬROPA-CENTRO?


Politischer Überdruck

Trotz aller Schwierigkeiten blieb Zauner länger optimistisch als die allermeisten Bewohner Europas. Heute ist auch nur ein Teil des europäischen Traumes realisiert und die Gefahr des Zerbrechens besteht wegen der schlechten Völkerverständigung trotz aller aufgebauten Europainsitutionen weiter. Auch heute gibt es noch nicht ausreichend "EDE-amikoj", die stark genug für eine Reform des sich einigenden Europa sind. Kein Grund, sich nicht verantwortlich zu fühlen. Am Ende werden in Institutionen Menschen gebraucht, welche Esperanto offen gegenüber stehen und dieses Mittel anwenden. Ein guter Anlaufpunkt ist natürlich EDE, dies ist ja genau unser Bereich. Wer in der Mitte der 30er Jahre genau Mitglied bei den UŜE-amikoj war, lässt sich jetzt nicht ermitteln. Sicher war es Zauner, wahrscheinlich auch der als UŜE-EĤO-Mitglied aktive Francisko Azorín (s.u.) und noch einige ziemlich unbekannte Personen. Diese kleine Gruppe zeigt aber, daß nicht ganz Europa, voran Deutschland, in einen engstirnigen Wahn verfallen ist. Einige wenige Menschen dachten weiter und verhalfen der Menschheit gewissermaßen zu ihrer "Ehrenrettung".
"Hispana Esperanto-Gazeto" berichtete in der Nummer 61, dies war die letzte Ausgabe, über den 11. Spanischen Esperanto-Kongreß im Juni 1936. Hier eine grobe Übernahme des Zeitungstextes (Gern wird noch Hilfe bei der Interpretation entgegengenommen):
"Am 07.06.1936 fand eine spezielle und gutbesuchte Zusammenkunft der UŜE-amikoj statt (Ateneo Barcelonés). Der spanische Delegierte Jozefo Anglada (Vizepräsident Kongreß-Komitee zu Beginn des Kongresses durch Ältesten-Komitee gewählt) verlas ein Telegramm der Zeitung UŜE-EĤO, welche die Erste UŜE-Versammlung begrüßt. "S-ro Anglada legas telegramon de la gazeto UŜE-EĤO (EKo de la Unuiĝintaj Statoj de Eüropo), el Timiŝoara (Rumanujo), kiu salutas la Unuan UŜE-Kunvenon." Dann erläutert er die Hauptpunkte der UŜE-Bewegung, die auf ein Überwinden der moralischen und materiellen Landesgrenzen zielt. Diese selbst begründete Krise (der Abgrenzung) schadet auch der Esperanto-Bewegung, droht Esperanto nahezu unnutzbar zu machen und sorgt für die Unmöglichkeit von internationalem Verkehr und Beziehungen."
 Collage HEG Juli 1936
"Er zeigt, wie das UŜE-Programm von Herrn Josef Zauner sich von jenem von "Paneuropa" des Grafen Coudenhove-Kalergi unterscheidet, da letzteres nicht die sprachlichen Schwierigkeiten beachtet und Britanien und Rußland aus dem Rahmen der Vereinigung herauslässt. Er betonte auch die Verschiedenheit zum Projekt von Herrn Briand, weil jenes ein politisches Arrangement war, welches "von oben" aufgezwungen werden musste, während das Projekt von Herrn Zauner beabsichtigt, bei der Masse das Bewußtsein für die Konzeption des Europäismus auf der Grundlage von Esperanto (in welcher er die Europäische Sprache wiedererkennt) und von ihrer internen Idee zu beleben. Auch sagt er, daß die Europa-Union eine unausbleiblich erforderliche Grundlage des Friedens zwischen den Völkern der ganzen Welt ist. Es gab verschiedene lesenswerte Dokumente, unter ihnen das UŜE-Programm und Die Zehn Pflichten der Eŭropanoj. Auch wurden einige Werbe-Bestrebungen der Barcelona-Gruppen anläßlich des Denkschrift von Herrn Briand erwähnt.
Herr Anglada bittet die Anwesenden, daß sie ihre Meinung über die Angelegenheit der Zusammenkunft vorbringen.
Herr Roca äußert einige Zweifel. Er befürchtet, daß der übertriebene Nationalismus die Vereinigung unmöglich macht. Er nennt ein Beispiel, wo der Nationalismus sich widersetze, vorausgesetzt daß Esperanto in einem internationalen Kongress angenommen sei, und er befürchtet, wenn irgendwann eine Vereinigung stattfinden würde, die Menschen sich selbst von neuem entvereinigen würden. Letztlich daß die Idee ihm als eine Utopie erscheint. Auch befürchtet er daß Menschen aus anderen Kontinenten wegen der Neubenennung "Europa-Sprache", etwas neu kreieren oder andere internationale Sprachen mit dem Namen "Amerika, Azia, k.t.p." annehmen würden.
Herr Francisko Azorín (Ex-Abgeordneter), selbst Mitglied von UŜE-EĤO, sagt, daß wir als Esperantisten nicht das Recht haben die Angelegenheit so zu betrachten, daß Esperanto auch als Utopie angesehen wird. Und daß wir jene darauf hinzielende Ideen immer mit Sympathie sehen müssen und mithelfen, so wie bei UŜE, die starken Mauern, welche die Nationen aufteilen, zu zerstören. Hauptsächlich wird hier die Schaffung eines großen europäischen ökonomisch verbundenen Territoriums thematisiert, so wie es einstmals der "Zollverein" in Deutschland erreichte, welcher der Vereinigung Wohlstand brachte.
Auch sprach Herr Julio Mangada (Vorsitzender Ältesten-Komitee) mit Sympathie zum UŜE-Projekt, und er erinnerte nochmals, daß er in seiner Broschüre über den Homaranismus Fragmente aus dem Werk "Civitanoj de la Mondo" ("Bürger der Welt") des Türken Yervant H. Iskender veröffentlichte, wie auch das Projekt des Neuseeländers H.E.Hyde über Föderation der Staaten. (Über letztes sprach er während UDKEILO im "Ateneo Barcelonés"). Beide zielten auf das selbe, das heißt die Vereinigung der Völker, wie auch das höher entwickelte Projekt von UŜE, und als Angehöriger der Menschheit ist er bereit, alles zu unterstützen, was darauf aus ist, Frieden und Eintracht zwischen den Völkern herbeizuholen.
Zusammenfassend brachte Herr Anglada die folgenden Fakten vor (gekürzt):
Wenn die Europäische Sprache die Synthese von Sprachen zu etwas wird, was auch im amerikanischen und in anderen Kontinenten mit der europäischen Zivilisation gilt. Wenn das Projekt von Herrn Zauner wie eine Norm der natürlichen Entwicklung "von unten nach oben" angenommen ist und es nicht nur das Rechtliche beachtet, sondern zugleich die ökonomischen Grundlagen (Währungen, Zoll, Alleinherstellungsrechte, freie ökonomische Entwicklung, Gemeinschaft und Reduzierung der Armee, usw.). Vorausgesetzt, dass die Entwicklungsrichtung der Menschheit vereinigender ist, als zerfallend, und vorausgesetzt dass es als Hauptgrundlage die nationalsprachliche Gemeinschaft hat. (Beispielsweise, Spanien, Italien, Deutschland, Tschechoslowakei, USA, UdSSR, Brasilien, usw.).
Also, wenn das Entstehen und die Existenz der nationalen Sprachen das nationale Bewußtsein bei den Völkern erweckten, gibt es keinen Grund, daß wir Europäer, nicht den Sinn von unserer Nationalität mittels der Europäischen Sprache, für das Wohl zunächst von unserem erbärmlichen Europa und nachher von der ganzen Welt erweitern dürfen.
Diese Zusammenkunft, wo so wichtige Probleme debattiert wurden, und die so großes Interesse weckte, veranschaulicht, daß sich die Saat, aus welcher weltweiter Frieden und ökonomischer Wohlstand sprießen sollen nicht anderswo befindet, als bei der Verbreitung des Geistes der europäischen Verbundenheit, basierend auf der gemeinschaftlichen helfenden Sprache Esperanto. Die Zusammenkunft endete 20:30 Uhr."
Diese Übersetzung kann speziell bei den Aussagen des spanischen Delegierten Jozefo Anglada noch mißverständlich sein. Möglicherweise hat er sich an das Denken der Zeit angepasst. Dies ist noch zu klären.
Genau zu dieser Zeit begann der Spanischen Bürgerkrieg (1936–1939). Im März des Jahres war es in Deutschland kaum noch möglich, sich zu organisieren. Ein Gruppenleiter vom Deutschen-Esperanto-Bund sagte damals zu den restlichen Mitgliedern: "Wir, die wir noch zusammen kommen können, arbeiten weiter für unser Esperanto, solange man uns lässt". Und bis zum 15. Juli mussten sich dann alle Esperanto-Gruppen auflösen. In Rumänien wurde 1930 Carol II. (Karl II.) König, der 1938 eine Königsdiktatur errichtete. Betroffen war damit auch Zauners Verlag. Die politische Realität zwang Zauner bereits vorher, von der Europapartei auf andere Formen wie Initiativen auszuweichen. In "GENF ODER EŬROPA-CENTRO?" (1936) ging die Richtung ja zusätzlich auch in einen technisch-organisatorischen Bereich. Und wie weit kann man sich überhaupt an eine massenhafte gesellschaftliche Fehlstellung anpassen ohne sich zu sehr zu verbiegen? Irgendwann war das nicht mehr möglich. Leider sind die genaueren Umstände schlecht nachzuvollziehen. In den letzten bekannten Veröffentlichungen 1939 und 1941 behandelte der vielinteressierte Zauner andere unauffälligere Themen zu Schwingenflug und Schlagflächengesetz. Sicher interessant. Bedenkt man aber die hohe Bedeutung der Aufgabe UŜE, kann man nur staunen, wie gedankenlos die Gesellschaften zeitgemäße Ideen und Potentiale wegdrücken. 2019071520191008SE
Referenz-Seite Josef Zauner Politischer Überdruck
de.wikipedia.org Josef Zauner (Verleger)
eo.wikipedia.org UŜE-EĤO
Enciklopedio de Esperanto 1933 Seite 1059 (Klubo de la UŜE-amikoj 1932) Große Datei!
Hispana Esperanto-Gazeto n036 (majo 1934)
Hispana Esperanto Gazeto n061 (julio 1936)
es.wikipedia.org Ateneo Barcelonés  ca.wikipedia.org Ateneo Barcelonés
link Josef Zauner (engelsbrunn.de)


Wiederholt sich die Geschichte?

Die Ausgaben von UŜE-EĤO aus den 1930er Jahren liegen erst seit kurzer Zeit vor. Leider scheint es nach einer ersten groben Durchsicht irgendeine Annäherung Zauners an die bestehenden Verhältnisse der Epoche gegeben zu haben. Aber das kann genauso gut täuschen. Vielleicht wollte er zu Lebzeiten noch etwas erreichen und suchte nach Kompromissen. War die Nähe zu schon zu groß und war eine solche Nähe den Mächtigen nicht groß genug? Wie weit eine Annäherung ging, ist noch in Prüfung. Und diese Prüfung braucht Geduld. Über die Zeit entstand imUŜE-EĤO ein Trend hin zu stärkeren Tönen. In der vorletzten Ausgabe vom Oktober 1937 (Die Novemberausgabe entfiel) meldete sich ein empörter Leser aus einem damals noch freien und natürlich noch unbesetzten Land zu Wort. Sinngemäß verglich er Vereinigte Staaten von Europa mit den aufgekommenen Diktaturen. Diese Diktatur-Unterstellung gibt es auch heute noch gegenüber der sicher noch nicht ausgereiften EU. Von wem? Man gibt sich nicht klar zu erkennen. Sicher vertreten jene eine nationalistische Ansicht. Viele Nationalisten in den europäischen Staaten, vor allem im mittel-osteuropäischen Bereich, wollen einerseits eine Abspaltung von der EU. Andererseits wollen sie vielleicht doch nicht zurück in ein russisch dominiertes Machtsystem. Doch sie leben in ihrer Sieger-Verlierer-Mentalität. Demnach soll der Stärkste gewinnen. Leider ist dies Ideologie überall Standard. Johnsons (!) Großbritannien ist ohnehin keiner Rede mehr wert. Egoismus und Kurzsichtigkeit. Es ist in sich widersprüchlich, von Nationalisten eine über das Nationale hinausgehende Gerechtigkeit zu erwarten. Nationalismus war immer auch auf Zentralismus und Ungerechtigkeiten angelegt. Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als daß Nationalisten ein geeintes demokratisches Europa anstreben. Zauner hatte sich mit vielen Baustellen herumzuschlagen. In der Leserzuschrift sollte Esperanto nur als weltweite Sprache gesehen werden, statt einer Sprache der Europäer. Die Wahrheit liegt absolut sicher dazwischen. Esperanto als weltweite Sprache findet eben auch eine reale Anwendung in Europa und hat Bedeutung für die Zukunft Europas.

Doch wie sich Zauner gegenüber den Mächtigen verhielt, ist eben noch genauer zu erforschen. Es wäre tragisch, wenn Zauner wichtige Grundsätze verlassen hätte. Ist es denn nun richtig, wenn sich die im Jahr 2003 entstandene Föderation Europa-Demokratie-Esperanto (EDE) überhaupt mit Josef Zauner auseinandersetzt? Schließlich hat sich EDE aus sich heraus ohne besonderes Wissen um davor Geschehenes gegründet, eben weil die Zeit dafür überreif ist. So eine Auseinandersetzung mit der Geschichte kann jedoch nie falsch sein. Bis zu einem zu findenden Zeitpunkt des frühen Zauners kann man wohl auch heute mitgehen, auch beim Streit, ob Esperanto entweder für die Welt oder für Europa da ist. Beide Aspekte haben ihre Argumente. Problematisch ist, wenn Zauner in der Zeit der Diktaturen noch auf sein Ziel hoffte und versuchte, sich an die Zeit anzupassen. Letztlich rettet dieses Verhalten nichts.

Wenn es auch viele nicht wahrhaben wollen, auch heute ist nationales Denken in den politischen Parteien und Strömungen die Regel! Und aus dieser gemütlichen Position heraus wird argumentiert. Von den mehrheitlich national denkenden Bürgern und ihren Medien kann auch heute niemand erwarten, daß sie für ein geeintes Europa mit wirklich gleichberechtigten Bürgern eintreten. Dort wirken die alten gefestigten Ideologien, die aus den nationalen Geschichts-Erzählungen vor allem aus dem 19.Jahrhundert weiterwirken. Zauner hätte wohl einige Nummern eher aufhören sollen, schon um sein Gewissen reinhalten zu können. Und irgendetwas, das noch zu erforschen ist, passierte und es erschien ab 1938 keine Ausgabe mehr. Woran lag das? Wurde zu wenig Geld überwiesen? Sank die Zahl der Leser, weil immer mehr Diktaturen den Zugang sperrten? Oder wurde die Zeitschrift in Rumänien verboten, weil sie immer noch zu liberal war? Zu viele Fragen bleiben unbeantwortet und eigentlich sollten unsere europäischen Gesellschaften ihre wissenschaftliche Arbeit leisten! Doch sie bemerken nicht, wie sehr sie selbst noch in den nationalen Kategorien denken. Sie bleiben national ausgerichtet, trotz aller Weltoffenheits-Tünche. Nur Krisen wie Kriege führen zu einem kurzzeitigen hastigen Zusammenflicken der europäischen Teile. Die europäischen Gesellschaften stellen weiterhin latent die Idee Esperanto in Frage, betrachten sie skeptisch, lehnen sie ab oder bekämpfen sie. Dies nur, weil es nicht in ihre Ideologien passt. Dafür bringen sie meist keine oder schwache Behauptungen vor. Wer ist neutral und gefestigt genug, um sich der Erforschung zu stellen und kann eine verantwortungsvolle Analyse betreiben, liebe Fachleute? Soll, kann und muß EDE diese Bewältigung für die Gesellschaften übernehmen? Gesellschaften, die einen Teil der Geschichte ausblenden? Zum Beispiel, daß es vor 1945 bereits Pro-Europa-Entwicklungen gab?

Die Auswertung zu Zauners Aussagen wird also zwangsläufig noch etwas Zeit brauchen. Längst brauchten wir dieses wahrhaft geeinte Europa in Vielfalt. In der Praxis verbreiten sich nationalistische Ansichten, Diktatoren können wieder in Europa Kriege führen. Man hat viel zu wenig aus der Geschichte gelernt. Seit es Esperanto gibt, werden immer wieder Esperantisten zum Stillhalten gezwungen. Sollten sie ihre Ideale zu lange weiterverfolgen und nicht rechtzeitig Ruhe geben, geraten sie in die Konflikte der gesamten Gesellschaften. Möglich, daß auch hier irgendwann politische Meinungen stummgeschaltet werden. Immerhin ist es sogar in der EU schwer, die Idee Esperanto für Europa öffentlich zu machen. Bevor wir Europäer uns in den dann natürlich nationalen Diktaturen wiederfinden, müssen wir laut genug sein, übrigens auch viele Esperantisten. Wenn es dann wiedermal zu spät sein würde, können wir nur noch schweigen. Doch wer schon jetzt schweigt, muß das später mit seinem Gewissen abmachen. Bei all dem stellt sich im aktuellen Zustand eines gegen die weltweiten und europäischen Werte gerichteten Krieges folgende Frage: Wie geht es im Moment den unpolitischen Esperantisten in Russland?
Es folgt ein sehr aktuell klingender Auszug des frühen Zauner aus der Maiausgabe 1933 des UŜE-EĤO:

ALVOKO / AUFRUF
In den letzten Wochen entwickelte sich das politische Leben viel aktiver. ....
Millionen von Europäern fühlen, daß der Europanismus kommen muss. Millionen Europäer wissen, daß er den gangbaren Weg für alle bedeutet. Das, was bis jetzt fehlte, war der Weg zum Europanismus. Es fehlte seine Beschreibung, |Definition|, und sein Haupt-Ausdrucksmittel war nicht bekannt. Nur wenige wissen heute, daß der Europanismus hauptsächlich durch die Europäische Sprache ausgedrückt wird. Sie ist dieses hörbare und sichtbare Symbol. Auch nur wenige wissen, daß die erste Station des Weges zum Europanismus die Europäische Sprache ist. Nur sehr wenige wissen dieses, und nicht die Massen der Europäer. ....
20220308SE


 

1935 - 1947: Churchills geopolitische Ansprüche

Macht und Weltmacht:  Es wundert wohl niemanden, daß Esperanto von Hitler abgelehnt und verboten wurde. Und auch Stalin handelte so. Allgemein sind Vertreter von "Weltmächten" nicht sehr an einer auf Gleichwertigkeit basierenden Verständigung zwischen Staaten und Völkern interessiert. Es zählt ein in aller Welt wirkender Heimvorteil. Sowohl die Umsetzung hin zu einem geeinten Europa wie auch zu der dazu notwendigen gemeinsamen Sprache Esperanto werden bis heute mehr oder weniger offen bekämpft, im freundlichen Fall ignoriert. Von den "Weltmächten" wie von ihren Verbündeten.
In den Medien wird Churchill (kein EDE-Vorläufer) zu einem Gründervater der EU erhoben, er hätte sich früh für "Vereinigte Staaten von Europa" eingesetzt. Gern berufen sich Institutionen der EU auf Churchill, man findet dort nur positive Worte zu seinen Europavisionen, z.B. die Rede zu einem künftigen Europa 1946 an der Universität von Zürich. Täuscht man sich damit bei den EU-Institutionen nicht selbst oder sollte man es nicht eher besser wissen?
Pioniere der EU (europa.eu) Pioniere der EU (europa.eu Winston Churchill PDF)
"Auch die Idee der Schaffung einer "Europäischen Armee" geht auf Churchill zurück." Noch so ein "Mißverständnis". Zauner forderte dies bereits zwischen den Weltkriegen. Der Weg zur Europa-Partei (Josef Zauner de.e-d-e.eu)
War Churchill wirklich so ein früher Verfechter eines geeinten Europa? Und sah er eine Verbindung zur Sprachenpolitik als Machtfaktor? Wieviel sprachliche Gerechtigkeit und Neutralität ließ er zu? Finden sich bei ihm solche entwickelten Ideen zu Europa wie bei Zauner?
Churchills Absicht war es zu keinem Moment, Großbritannien in einem geeinten Europa zu integrieren, er sah sein Land in einer Welt-Sonderrolle. Zauner sah übrigens in den frühen 30er Jahren dieses geopolitische Problem Großbritanniens und wusste, daß eine Integration schwer zu haben sein wird. "Man kann es von den Engländern nicht erwarten, dass sie sich allzuschnell für die "Europa-Idee" entschliessen." Der Weg zur Europa-Partei (Josef Zauner de.e-d-e.eu)
"Churchill war eben "kein überzeugter Befürworter eines vereinten Europa, sondern der Interessenpolitiker instrumentalisierte diesen Gedanken, um die britische Position als Moderator zwischen den Supermächten aufzuwerten und das Überleben Großbritanniens als Weltmacht zu sichern"" Lasst Europa auferstehen - aber ohne uns Briten (Michael Gehler diepresse.com) Er selbst hat vorgeführt, wie man leider zu häufig in Großbritannien denkt. So muß man sich heute auch nicht über den Brexit wundern. Er schadet einfach allen sehr. Zu vieles fehlt noch für ein europäisches Bewußtsein, egal auf welcher Seite des Kanals.

Macht und Sprache:  Macht und Sprache hängen immer zusammen, auch wenn dieser Fakt gern übersehen wird. Und natürlich beschäftigte sich Churchill auch mit beidem. 1935 veröffentlichte Charles K. Ogden einen Versuch einer vereinfachten englischen Sprache.
UŜE-EĤO 1933 -11- (Majo) Seite 3 1933 berichtete UŜE-EĤO: Estas jam tempo... (Es ist an der Zeit...) "Oder mag es möglicherweise schon eine Regel sein, daß vierteljährlich eine modische "Quartals"-Welthilfs-Sprache auftauchen muß? – – – Achtbare Erfinder-Väter sollen nicht theoretisieren; der heutige Lebens-Fluß zieht die Menschen zu den praktischen Anwendung. Sie haben allerdings keine Zeit für Theorien!"
Detlev Blanke (de.e-d-e.eu/ /individuelle-gedanken) setzt sich so mit dem Thema auseinander:
"Aber auch das wohl bekanntere Basic English von Charles K. Ogden (1932), eine grammatisch leicht bearbeitete und lexikalisch stark reduzierte Form des Englischen und als Plansprache klassifizierbar, hat letztlich einen nationalistischen Hintergrund. Nicht ohne Grund empfahl Winston Churchill 1943 dem Britischen Kabinett, Basic English zu unterstützen, da er in dieser Sprache eine Möglichkeit sah, die Position der englischen Sprache in der Welt auszubauen."
Sprachenpolitik und Sprachkultur (Detlev Blanke S.212 books.google.de)
Sprachenpolitik und Sprachkultur (Detlev Blanke S.212 books.google.de PDF)
Auch beauftragte er 1947 sein Erziehungsministerium mit der Umsetzung. Churchill wollte in Europa keine andere Macht als Großbritannien zulassen, sei es nun Deutschland oder Frankreich, die es als Großmacht zu verhindern gelte. Sehr sicher denken viele Europäer heute noch in diesen nationalen Kategorien. Und gerade von der Insel kommen kaum Impulse für Europa! Allerdings wird heute die Vorherrschaft des Englischen mit den USA begründet.
Bei Basic-English handelt es sich sicht- und hörbar um eine Vorherrschaftsidee. Unter der deutschen Käseglocke mag Englisch einfach nur als Verständigungsmittel angesehen sein, es bildet aber auf lange Zeit einen großen Vorteil für die mächtigen Muttersprachler. Entweder wird das Problem einfach nicht gesehen oder die Menschen haben den Zustand einer fremden kulturellen Dominanz bereits gern verinnerlicht. Man hat sich doch so schön mit Englisch eingerichtet. Jede Änderung oder Nachdenken stört. Die im Verhältnis einfache Aufgabe, einen Trend Richtung Esperanto zu gehen, wird im Alltag "überschrieben".
Gebrochene Identitäten sind auf Dauer allerdings problematisch. Ein "englisches" Europa ist schwer vorstellbar. Ein Riß durch den Kontinent würde fundamentiert. Das Ziel Europas, zu sich zu finden und eben nicht Anhängsel einer "westlich" anglo-amerikanischen Welt zu sein ist existenziell notwendig.
2009072320221223SE

Winston Churchill: Aufruf zu den Vereinigten Staaten von Europa (europa.eu)
Pioniere der EU (europa.eu Winston Churchill PDF)
Der Weg zur Europa-Partei (Josef Zauner de.e-d-e.eu)
Lasst Europa auferstehen - aber ohne uns Briten (Michael Gehler diepresse.com)
UŜE-EĤO 1933 -11- (Majo) Seite 3 (Redaktion)
Detlev Blanke (de.e-d-e.eu/ /individuelle-gedanken)
Sprachenpolitik und Sprachkultur (Detlev Blanke S.212 books.google.de)
Sprachenpolitik und Sprachkultur (Detlev Blanke S.212 books.google.de PDF)