Vorläufer von Europa - Demokratie - Esperanto

Politische Wurzeln

Die einzelnen Themengruppen zu grundlegenden Herkünften, Bedingungen und Voraussetzungen, die zur Gründung von E-D-E führten, setzen sich hier bis zur neueren Zeit fort, um die Weltkriegszeiten hin zur Schaffung eines geeinten Europa.

Es wäre am besten, wenn wir anstelle von verschiedenen großen und kleinen europäischen Staaten einmal...  ..."Vereinigte Staaten von Europa" hätten. (L.L.Zamenhof -Aufruf an die Diplomaten 1915- link U. Matthias)

Ist Esperanto politisch?


Esperantofreunde wurden in der Geschichte manchmal angehalten, ihre Freizeitinteressen im Rahmen zu lassen. Allzuschnell störte die Idee die politisch Agierenden. Sicher ist es legitim, wenn Menschen das facettenreiche Esperanto als Hobby auffassen und das soll auch so bleiben. Vielen "Normalbürgern" ist nicht klar, welche Möglichkeiten der Völkerverständigung bestehen und wieviele reale Treffen selbst im Bereich der eigenen Region stattfinden. Es ist bei der Medienlage schwer zu vermitteln, daß Esperanto eigentlich für eine größere Breite in der Gesellschaft bereitsteht. Was bleibt dann anders als Amateur (im besten Sinn) zu sein? So sind auch jene Amateur-Menschentypen bei Esperto stark vertreten. Die Breit-Gesellschaft kann somit großzügig darüber hinwegsehen und braucht nicht zuhören. Dabei fällt auf, wie einerseits die "richtige" Politik das Thema Esperanto immer wieder streift, bei Konfliktbewältigungsversuchen mit resultierenden Kriegs-und Friedensordnungen sowie das daraus entstandene Projekt Europa. Die frühe Herausbildung einer neutralen Sprache und deren Potential in Europa ist nicht etwa ein Ausdruck europäischer Weltherrschaftsideen sondern entspringt dem historischen Entwicklungsstand. Mit den Grundlagen der Sprache und etwa tausend Wortstämmen waren alle Menschen der Welt eingeladen, diese Sprache weiterzuentwickeln. Europa ist also nur Vorreiter. Hier besteht heute die Möglichkeit, eine Gesellschaft neben den Nationalgesellschaften auszubauen, eine kooperative europäische Gesellschaft. Das ist nicht gegen andere Völker der Welt gerichtet. Wir müssen hier in Europa unsere Hausaufgaben machen, nur so können wir Vorbild sein. Ähnliche Bünde sind auf anderen Erdteilen zu erwarten, ob z.B. in Mittel-/ Südamerika oder in Ostasien. Dort sieht man auch besonders interessiert auf uns. Es kommt immer auf den Betrachtungswinkel an. Damit ist bei offenem Blick auch die Vorgeschichte erkennbar, die zu Europa-Demokratie-Esperanto führte.

 

Romain Rolland empfahl...

(Romain Rolland: 1866-1944, französischer Schriftsteller; kämpfte für eine übernationale Verständigung und Gemeinschaft im Geiste reiner Menschlichkeit. Nobelpreis 1915) Im Folgenden einige übersetzte Zitate Romain Rolands:
“Damit die Völker sich einigen können, müssen sie sich zunächst einmal gegenseitig verstehen. Zu diesem Zweck müssen sie eine gemeinsame Sprache haben. Und deswegen müssen wir alles tun, damit Esperanto die Sprache der Menschheit wird, Verständigungsmittel von von einem Volk zum anderen. Für die Völker, von denen jedes jahrhundertelang auf die Grenzen seiner Sprache beschränkt und in den Mauern seiner Nationalität eingeschlossen war, muss Esperanto eine Brücke der gegenseitigen Verständigung und Annäherung werden.
Esperanto muß man in jeder Mittelschule als Pflichtfach unterrichten. Unmöglich sind feste, wichtige internationale Beziehungen ohne Esperanto. Esperanto gibt den tauben Menschen, die ganze Jahrhunderte lang im Gefängnis ihrer nationalen Sprachen eingemauert blieben, das Gehör...” (1919)
“Ich konnte mir der Harmonie des Esperanto und des Genies seines Urhebers bewusst werden.” (11.11.1920)
“Von allen Revolutionen der Menschheit ist die Weltsprache gleichzeitig die friedlichste und die aktivste, die gewaltloseste und die wirksamste. Sie ist weitaus tiefgreifender als eine politische Revolution.
Nun, diese Weltsprache gibt es schon; sie wurde vom Genie eines Menschen geschaffen, der vor Liebe zur Menschheit glühte. Was die Größe des Schöpfers des Esperanto ausmacht, ist, dass Zamenhof, wie jedes wahre Genie, nicht der Erfinder einer nicht natürlichen Sprache und Bewegung war, sondern der hellsichtige Wegbereiter und der perfekte Interpret eines mächtigen neuen Bedürfnisses.
Vergebens bemühte man sich, den Erfolg des Esperanto zu leugnen, ihn herunterzuspielen. Vergebens behaupteten die gewöhnlichen Verteidiger des “ewig Gestrigen”, wie Schiller sagt, die trägen Traditionshüter, die vom immerwährenden Status quo profitieren, dass die Existenz einer ganz und gar erschaffenen Sprache, die nicht dem blinden Schicksal der Volksstämme, sondern dem bewussten und vernünftigen Willen entstammt, a priori unmöglich und absurd sei. So bewiesen sie nur ihre Ahnungslosigkeit über die Bedingungen, unter denen die Mehrheit unserer europäischen Sprachen entstand.
Aber wozu Zeit verlieren für eine überflüssige Verteidigung? Die Weltsprache gibt es. Und ihre Verbreitung erstreckt sich nun über die ganze Erde.” (Juli 1922)
Anstelle eines Kommentars: Im gleichen Jahr (1922) wurde in Frankreich und seinen Kolonien der Esperanto-Unterricht vom französischen Kultusminister Léon Bérard verboten.
Benoît Philippe Aktikel aus Verda Saksofono (SEBa kandelo 1/2003) vom Januar 2003

 

Der Euro - eine Erfindung der Esperanto-Bewegung?

Eurogeld und Eurosprache: Die Idee der gemeinsamen Währung ist eng mit dem Gedanken einer gemeinsamen europäischen Sprache verbunden.
Einleitung
1. Victor Hugo und die "absurde Vielfalt der Währungen"
2. Die erste neutrale internationale Währung: der Speso (1907)
3. Josef Zauner - Pionier des Euro und der Europäischen Union
4. Von der gemeinsamen Währung zur gemeinsamen Sprache

 

Einleitung

"Die Idee für eine gemeinsame europäische Währung gibt es seit über 30 Jahren", schrieb der "Spiegel" am 9. August 2001(link http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,144578,00.html).
Wenig bekannt ist, dass die Idee des Euro nicht erst nach dem zweiten Weltkrieg geboren wurde. Bereits Victor Hugo (1802-1885) träumte von einer gemeinsamen europäischen Währung, und ab dem Jahr 1920 engagierte sich der rumäniendeutsche Verleger Josef Zauner (1895-?) für deren Einführung.

 

1. Victor Hugo und die "absurde Vielfalt der Währungen" 

Victor Hugo gilt als Urheber der Idee der "Vereinigten Staaten von Europa". In einem Brief aus dem Jahr 1855 sprach er auch von der Idee einer gemeinsamen europäischen Währung. Ein link Artikel aus der Zeitung "Le Monde" vom 22.11.2001 beginnt mit den folgenden Worten:
"Une monnaie continentale ayant pour point d'appui le capital Europe tout entier et pour moteur l'activité libre de 200 millions d'habitants. Cette monnaie unique remplacerait et résorberait toutes les absurdes variétés monétaires d'aujourd'hui, effigies de princes, figures de misères, variétés, qui sont autant de cause d'appauvrissement." Qui prononce ces mots? Valéry Giscard d'Estaing? Helmut Kohl? Jacques Delors? Non. Victor Hugo, en 1855, dans une lettre aux exilés après le coup d'Etat de Napoléon III.

 

2. Die erste neutrale internationale Währung: der Speso (1907) 

Im Jahr 1907 schlug der französische Mathematiker René de Saussure die Einführung einer internationalen dezimalen Währung vor. Ein in England lebender deutscher Chemiker, Herbert F. Höveler (1859-1918) griff die Idee auf und gründete die "Chekbanko Esperantista" in London, die Überweisungen zwischen über 40 Ländern zu günstigen Konditionen ermöglichte. Sämtliche eingehenden Zahlungen wurden in die neutrale Währung "Speso" bzw. "Spesmilo" umgerechnet. Ein Spesmilo sind 10 Spescentoj, 100 Spesdekoj oder 1.000 Spesoj, entsprechend den Esperanto-Wörtern "mil" (tausend), "cent" (hundert) und "dek" (zehn).
Am 30. April 1914 verwaltete die Chekbanko Esperantistadie Konten von 730 Personen in 43 Ländern. Der erste Weltkrieg brachte jedoch die Aktivitäten dieser internationalen Bank weitgehend zum Erliegen, und nach dem Tod Hövelers am 1. September 1918 fand sich niemand, der seine Arbeit fortsetzte. (Quelle: Enciklopedio de Esperanto, Budapest 1933, S. 96-97, 224, 499)

 

3. Josef Zauner - Pionier des Euro und der Europäischen Union

Schon der Erfinder des Esperanto, Ludwig Zamenhof (1859-1917), hatte sich 1915 während des ersten Weltkriegs in seinem "Aufruf an die Diplomaten" für die Schaffung der "Vereinigten Staaten von Europa" ausgesprochen:
Plej bone estus, se anstatau diversaj grandaj kaj malgrandaj europaj regnoj ni havus iam proporcie kaj geografie aranghitajn "Unuigitajn Shtatojn de Europo".
Es wäre am besten, wenn wir anstelle von verschiedenen großen und kleinen europäischen Staaten einmal entsprechend ihrer Größe geographisch angeordnete "Vereinigte Staaten von Europa" hätten. (L. L. Zamenhof, Originala Verkaro, hrg. J. Dietterle, Leipzig 1929, S. 355).
Die Idee der "Vereinigten Staaten von Europa" wurde im Jahr 1920 von Josef Zauner, einem deutschrumänischen Verleger und engagierten Esperanto-Sprecher, aufgegriffen. Zauner wurde am 18. November 1895 in link Engelsbrunn bei Arad, Rumänien, geboren. Er entwarf ein Programm, das er "Vereinigte Staaten Europas" bzw. auf Esperanto "Unuighintaj Shtatoj de Europo", kurz "USE" nannte. 1921 gründete er den USE-Verlag in Leipzig, dessen Aktivitäten allerdings bald darauf nach Timisoara (Rumänien) verlagert wurden. 1923 veröffentlichte er seine Ideen sowohl auf Esperanto als auch auf Deutsch jeweils in Form einer Broschüre mit dem Titel "La elvojo USE" bzw. "Der Ausweg USE". Beide Ausgaben der Broschüre, erwähnt in der 1933 in Budapest erschienenen "Enciklopedio de Esperanto" (S. 586), sind heute verschollen.
Die link Deutsche Esperanto-Bibliothek in Aalen besitzt jedoch ein Originalexemplar der 1931 in Timisoara (Rumänien) erschienenen aktualisierten Version "Der Weg zur Europa-Partei. (Der Ausweg USE)".

 

3.1. Das UŜE-Programm und die gemeinsame Währung 

In dieser 36-seitigen Broschüre wird eingangs das UŜE-Programm vorgestellt: Die Leitsätze des UŜE-Programms sind:
1. Das Hauptprinzip: die Schaffung je größerer Wirtschaftsgebiete
2. Es ist für Europa eine Notwendigkeit, dass im vereinigten europäischen Wirtschaftsgebiete sowohl Großbritannien, wie auch Russland mitinbegriffen sei.
3. Die Basis der administrativen Organisation der UŜE sei die größtmögliche Autonomie der einzelnen Staaten, Provinzen und Städte.
4. Einheitlich, bzw. gemeinsam sei in den UŜE:
das Geld
die Armee,
die Zoll- und
Außenpolitik.
5. Die offizielle Hilfssprache für Europa sei die "europäische" Sprache (Esperanto).
Auf Seite 11-12 erläutert Zauner: Um zu einer gemeinsamen einheitlichen europäischen Valuta zu kommen (derzeit mehr als 20!), muss Europa sich vorher politisch finden. Dass das europäische Valuta-Chaos eine einheitliche Valuta ablösen wird, ist wahrscheinlich, weil auch eine wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit unausbleiblich ist. Ein Ansatz zu einer Europäischen Zentral-Staatsbank bedeutet die Gründung der B. I. Z. (Bank für Internationale Zahlungen), deren Aufgabe derzeit zwar eine andere ist, aber in der Zukunft geeignet erscheint, die Rolle der Zentral Notenbank Europas zu spielen.
Ebenfalls um das Jahr 1930 herum gab Zauner eine Postkarte heraus, in der er die Europäer in Esperanto aufrief, neben einer gemeinsamen europäischen Wirtschaftszone und einem europäischen Parlament auch eine gemeinsame europäische Währung zu fordern. Ein 1934 abgestempeltes Exemplar dieser Postkarte wurde von der Vereinigung PROMEURO im Internet veröffentlicht ("Illustration 1"):
link http://www.promeuro.org/en/products_annexes.asp
Diese Postkarte ist der älteste bekannte Aufruf für eine gemeinsame europäische Währung.

 

3.2 Die UŜE und die Paneuropa-Union

Die Organisation UŜE, die von 1930 bis ca. 1935 auch eine eigene Zeitschrift mit dem Titel "USE-EHO" herausgab, ist als Gegenbewegung zur Paneuropa-Union zu sehen. Deren Gründer, Graf Richard Coudenhove-Kalergi (1894-1972), hatte sich für eine europäische Einigung ohne Großbritannien und Russland ausgesprochen. Während Coudenhove-Kalergi einer Zusammenarbeit mit Russland skeptisch gegenüberstand - er sprach vom elementaren Hass Sowjetrusslands gegen die gesamte europäische Lebensform - empfand Zauner trotz des "Terrors" der Sowjetregierung Sympathie für das russische Volk und wünschte nicht zuletzt auch im Hinblick auf die "40 % Minderheiten" unter den 150 Millionen Bewohnern der Sowjetunion einen Anschluss dieses Reiches an die Vereinigten Staaten von Europa. Wenn das übrige Europa aufgrund seines wirtschaftlichen Zusammenwachsens einen Aufschwung erlebe, könne bald auch "die allgemeine Unzufriedenheit - die Nahrung des Kommunismus - verschwinden", was der Vereinigung mit Russland den Weg ebne.
Doch nicht nur in diesem Punkt äußerte sich Zauner kritisch über die Paneuropa-Union. In der Einleitung zu seiner Broschüre schreibt er:
Wie weit das Paneuropa-Programm bisher gediehen ist, ist allgemein bekannt. Auch das, dass die Paneuropa-Bewegung in eine Sackgasse geraten ist, weil man die Vorbedingungen der Lösung des europäischen Problems außer acht ließ. Man begann das Haus vom Dach aus zu bauen. Man vergass, dass die derzeitigen Führer Europas von Staatsbürgern gewählt wurden, deren Gesinnung noch überwiegend landesnational und nicht "europäisch" (im politischen Sinne) ist. Verlangt man von den gewählten aktiven Politikern, dass sie eine "europäische" Politik betreiben, so verlangt man eben Unmögliches, da sie nur allzu sehr von ihren Wählern und ihrer Partei abhängig sind.
Um schon hier auf den Leitgedanken dieser Broschüre hinzuweisen, sei erwähnt, dass, meiner Ansicht nach, die Lösung des europäischen Problems von "unten" aus, bei den Wähler-Massen - dem Fundament jeder demokratischen Politik - begonnen werden muss.
Ein nicht weniger bedeutender Grund für die Skepsis Zauners gegenüber der Paneuropa-Union lag jedoch darin, dass sich Coudenhove-Kalergi nicht für die Idee einer neutralen Zweitsprache für die Europäer erwärmen konnte. So erklärte dieser in einer Rede am 06.05.1930 in Budapest, die Verschiedenheit der Sprachen sei kein unüberwindbares Hindernis für die europäische Einigung; Esperanto wolle er nur dann als offizielle Sprache der Paneuropa-Union akzeptieren, wenn breite Bevölkerungsschichten dies fordern.

 

3.3 Zauners Konzept von einer gemeinsamen Europäischen Sprache

Zauner sah in der "europäischen Sprache", wie er Esperanto nannte, eine entscheidendes Hilfsmittel auf dem Weg zur europäischen Einigung:
Wenn irgendwo eine gegenseitige Verständigung der Nationen eine Notwendigkeit ist, so gilt dies für Europa im höchsten Grade. Nirgends feiert der Chauvinismus so grenzenlos seine Triumphe, wie auf unserem Kontinent. Nirgends kennt man einen solchen Hass, geschürt von ganz wenigen, wie er noch in manchen Teilen Europas anzutreffen ist.
Diese für viele Nicht-Europäer unerklärlichen nationalen Verhältnisse sollen nun mit Hilfe der "europäischen" Sprache verschwinden. Die "Giftzähne" der Chauvinisten sollen mit Hilfe dieser Sprache gezogen und dadurch die Wege einer europäischen Zusammenarbeit geebnet werden. (...)
Ohne eine einheitlich übergeordnete Hilfssprache dürfte es schwerlich möglich sein, die Europäer zu einer Zusammenarbeit zu bringen; die wichtigste Aufgabe dieser Hilfssprache ist, die unerlässliche Vorbedingung der europäischen Kooperation zu schaffen: die europäische Solidarität, die europäische Gesinnung.
Zauner erwähnt, dass es unrealistisch ist, dass eine einzige Sprache zur offiziellen europäischen Sprache erklärt wird, und führt fort:
Sollte dennoch eine nationale Sprache als "europäische" bestimmt werden, so bedeutet dies für die Beherrscher dieser Sprache Vorteile, die zuletzt zu einer Art Vorherrschaft der entsprechenden Nation ausarten könnten. Auch würde die unausbleibliche Aufoktoyierung einer fremden nationalen Kultur nicht naturgemäß wirken.
Das Allerschlimmste bei einer derartigen Lösung des Sprachenproblems wäre aber der Umstand, dass die kleinen Nationen "en bloc" zu Minderheiten werden würden, die selbst durch eine rasche Erlernung der auserwählten Sprache den Vorsprung der Bevorzugten nicht einholen könnten.
Von einer gerechten Lösung könnte also in einem solchen Falle nicht gesprochen werden.
Zauner legte bereits Wert auf die Feststellung, dass Esperanto als europäische Sprache die kulturelle Vielfalt bewahrt: Die Hilfssprache "ist übergeordnet und spielt die Rolle einer Hilfssprache. Verdrängt also nicht die nationalen Sprachen und Kulturen."

 

4. Von der gemeinsamen Währung zur gemeinsamen Sprache

Zauner bezeichnete sich als Optimisten: "Ich glaube an die Macht der Ideen und bin überzeugt, dass, trotz der vielen Skeptiker, Pessimisten, Miesmacher sich doch ein positivgerichteter, schaffensfreudiger Geist ins Leben rufen lässt, der stark genug sein wird, um all das aus dem Weg zu räumen, was die Gründung der Vereinigten Staaten von Europa hemmen oder verhindern würde. (...) Ich kann nicht umhin, trotz Spengler und anderen Schwarzsehern, glaube ich an die große Zukunft Europas."
Zauners Vision von einer gemeinsamen europäischen Währung ist Wirklichkeit geworden. Eine gemeinsame neutrale Sprache fehlt hingegen bislang noch.
Einige Politiker der Nationalstaaten wie etwa der frühere deutsche Bildungsminister Jürgen Rüttgers auf seiner link Rede auf dem ZEI-Europaforum am 16.09.1998 sehen einen Ausweg im Englischen, das für die Europäer keine Fremdsprache bleiben, sondern selbstverständliche Zweitsprache werden soll. Europa-Politiker plädieren hingegen gewöhnlich für die Nutzung zahlreicher gleichberechtigter Amtssprachen, da sie in einer noch stärkeren Fixierung auf das Englische eine Gefahr für die Gleichberechtigung der europäischen Völker oder für die kulturelle Vielfalt sehen. Auch wenn sie es vielleicht nicht gerne zugeben, halten auch sie es für akzeptabel, wenn aus pragmatischen Gründen die englische Sprache in der EU immer wieder bevorzugt wird.
Auf der Abschlusskonferenz des "Europäischen Jahrs der Sprachen" am 16.11.2001 in Berlin erklärte Prof. Dr. Jürgen Trabant von der Freien Universität Berlin: (...) Denn die kommunikative Ungerechtigkeit ist eines der gravierenden Probleme - vielleicht das unerträglichste - in der sich abzeichnenden aktuellen europäischen Sprachen-Situation. Der Besitz des Englischen als Muttersprache im heutigen Europa ist ebenso ungerecht wie der Adel im alten Regime: ein durch kein Verdienst gerechtfertigtes Privileg. Ein schwerer Geburtsfehler Europas, auf den ich im folgenden nicht eingehen werde.
Esperanto scheint der einzige praktikable Ausweg aus der kommunikativen Ungerechtigkeit zu sein. Die erfolgreiche Einführung des Euro entkräftet nun einige Argumente, die gegen Esperanto vorgebracht werden. "Der Euro ist ein Ungeld wie das Esperanto eine Unsprache ist", schrieb der Schriftsteller Martin Walser im Juli 2001 in der "Welt". Doch die Vorteile eines neutralen, internationalen Zahlungsmittels überwiegen das gelegentlich beklagte Fehlen eines "kulturellen Hintergrunds". Auch die Geschichte und Kultur des Esperanto ist bislang nicht so reich wie diejenige nationaler Sprachen - doch könnten die Europäer sich rasch an Esperanto gewöhnen. Und sie würden wenig vermissen, da Esperanto - während der Euro die nationalen Währungen ersetzt - die nationalen Kulturen nicht verdrängen will.
Auf dem Heidelberger Pädagogischen Kongress im Jahre 1992 hielten Pädagogen Esperanto als Schulfach für ungeeignet, da der Sprache "der landeskundliche Hintergrund" fehle. Esperanto-Lehrbücher haben gewöhnlich nicht einfach ein bestimmtes Land oder einen bestimmten Kulturkreis zum Thema. So werden in dem populären, in Ungarn herausgegebenen Esperanto-Lehrwerk "Tendaraj tagoj" verschiedene Länder wie Belgien, die Schweiz oder Japan näher vorgestellt, und als Währung wird dort in den Auflagen von 1991 und 1993 u.A. der "Stelo" benutzt, eine nach dem zweiten Weltkrieg von Esperanto-Sprechern vorgeschlagene internationale Esperanto-Währung (in der es tatsächlich auch Münzen gibt, 1960 von der Universala Ligo herausgegeben). Eine bessere Vorbereitung auf ein vereinigtes Europa war kaum denkbar.
Zu wünschen ist, dass der Erfolg des Euro die Europäer ermutigt, auch in sprachlicher Hinsicht einen Schritt aufeinander zuzugehen. Es gibt viel zu gewinnen: eine europäischen Solidarität und eine europäische Gesinnung, wie bereits Zauner es formulierte. Esperanto, neutral und leicht erlernbar, steht für grenzenlose Verständigung und grenzenlose Chancengleichheit.
Wiesbaden, 26. Januar 2002 (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)
link Josef Zauner (wikipedia) link Josef Zauner (www.banaterra.eu)

 

1935 / 1947: Churchills geopolitische Ansprüche

1935 veröffentlichte Charles K. Ogden einen Versuch einer vereinfachten englischen Sprache, in gewisser Weise ist das eine Plansprache, allerdings keine auf Neutralität zielende. Sprachlich bleibt die Diskrepanz zwischen Gesprochenem und Geschriebenem, die Grammatik bietet keine Vorteile gegenüber Esperanto, auch nicht die kleine Wortliste. Schon lange waren die Vorzüge von Esperanto bekannt, da meldete sich Winston Churchill zu Wort. Um auf sprachlichem Weg eine Vorherrschaft Großbritanniens zu sichern, unterstützte er Bestrebungen, dieses vereinfachte Englisch (Basic-English) einzuführen. Er empfahl 1943 dem britischen Kabinett die Unterstützung und beauftragte dann 1947 sein Erziehungsministerium mit der Umsetzung. Churchill hatte vor, in Europa keine andere Macht als Großbritannien zuzulassen, sei es nun Deutschland oder Frankreich, die es als Großmacht zu verhindern gelte. Sehr sicher denken viele Europäer heute noch in diesen nationalen Kategorien. Und gerade von der Insel kommen kaum Impulse für Europa! Allerdings wird heute die Vorherrschaft des Englischen mit den USA begründet.
Bei Basic-English handelt es sich sicht- und hörbar um eine Vorherrschaftsidee. Unter der deutschen Käseglocke mag Englisch einfach nur als Verständigungsmittel angesehen sein, aber politische Motivation ist der Vorteil für die mächtigen Muttersprachler. Entweder wird das Problem einfach nicht gesehen oder die Menschen haben den Zustand einer fremden kulturellen Dominanz bereits gern verinnerlicht. Gebrochene Identitäten sind aber auf Dauer problematisch. Esperantisten sprechen sich jedenfalls nicht gegen Englisch aus, allerdings ist die praktizierte Einseitigkeit auf Kosten der anderen Völker mit ihren Kulturen letztlich nicht erwünscht.
Das "englische" Europa ist schwer vorstellbar. Ein Riß durch den Kontinent würde fundamentiert. Existenziell ist das Ziel Europas, zu sich zu finden und eben nicht Anhängsel einer "westlich" anglo-amerikanischen Welt zu werden. Entweder wir Europäer bauen an einem Modell der Vielfalt und Gleichberechtigung oder wir lassen uns wieder zwischen den alten und neuen Weltmächtlern spalten. (SE 23.07.2009)

 

Esperanto zwischen den Mächten


Nach dem zweiten Weltkrieg wurde in Dresden eine Zeit des Aufbruchs wahrgenommen. Die Esperantisten waren froh, wieder für ihre Ideen demonstrieren zu dürfen, was sie dann am 1. Mai 1948 auch taten. Im "Zentralverordnungsblatt" vom 12. Januar 1949 wurde die Auflösung aller Vereinigungen und die Einstellung von Esperanto-Sprachecken in Zeitungen und Zeitschriften erklärt. Bis 1965 war es dann schwer, sich zu Esperanto zu bekennen. Autoritäre Systeme haben wohl ein Problem mit der Sprache und deren Einfluß wirkt bis heute nach.
ESPERANTO - DIE BRÜCKE ZU ALLEN VÖLKERN, das gilt auch in der EU.


1980: Nachdenken über Europa

Im Bleicher-Verlag erschienen Bücher wie "Europäische Hochsprache oder Sprachimerialismus?" von Richard Schulz. Seine Ausführungen mögen umstritten sein, ich finde die Grundidee jedenfalls überzeugend. Im Vortrag link "Europa und Esperanto" vor der Gesellschaft für deutsche Sprache (25.03.1980) macht er die Problematik deutlich und zeigt die Lösung auf.

 

2001 / 2002: Welches Europa wollen wir / Weltoffenes Dresden

Thematische Veranstaltungen besuchte ich gern auch schon vor der EDE-Gründung. Am Freitag, dem 21.09.2001 20:00 Uhr wurde in der Unterkirche der Frauenkirche ein Podiumsgespräch zum Thema Europa geführt."Welches Europa wollen wir" wurde kirchlich und städtisch für Jugendliche aus Partnerstädten organisiert. Sehr voll war es nicht, außer den jugendlichen Teilnehmern gab es nur wenige Gäste. Unser CDU-Europabeauftragter aus Dresden war beteiligt. Als ich über meine Identitäten sprach, bekam ich von seiner Tischnachbarin aus München sogar Applaus. Das Problem einer fehlenden gemeinsamen Sprache wurde bereits benannt. Ich ging darauf ein und sagte, diese Sprache gibt es schon. Da wurde noch interessiert zugehört. Als das "Un-"Wort Esperanto fiel, fielen auch die Jalousien der Zuhörer. Eine Jugendliche wollte lieber mit Händen und Füßen sprechen und fanden die Idee Esperanto gar nicht toll. Der Dolmetscher sagte mir danach recht nachvollziehbar, es läge an den wirtschaftlichen Bedingungen. Naja, wir wissen das. Die Beteiligten empfanden das Thema als Störung, trotz (oder wegen) der großen Nähe.
"Weltoffenes Dresden" war Thema einer Diskussionsrunde am Donnerstag, dem 07.03.2002 19:00-22:00 Uhr. Zur Gemeinschaftsinitiative von Lokale Agenda 21 für Dresden e.V. und Infineon Technologies waren hochrangige Diskussionspartner eingeladen. Oberbürgermeister Roßbergs Forderung lautete: "Dringend brauchen wir mehr Öffnung nach Europa und ein wirklich weltoffenes Dresden". Ziel war, unterschiedlichste Vertreter und Disziplinen zusammenzuführen und auf diese Weise nachhaltige Projekte und Initiativen zu entwickeln. Daß Esperanto sowohl zur Geschichte der Stadt gehört als auch ein Zeichen für Weltoffenheit ist, konnte ich einbringen. Aber auch dort fehlte das tiefere Verständnis, trotzdem ein passender Ort und eine passende Zeit. (SE 12.07.2009)

 

Ein kritischer Blick auf die EU

Mit welcher Ratlosigkeit die EU-Offiziellen für die eigentlich gute Idee eines geeinten Europas argumentieren, ist erschreckend. Daher folgende Reaktion auf diese EU-Werbung:
Blumen - Die schönste Sprache der Welt
Mit Unterstützung der Europäischen Gemeinschaft

Das ist die Antwort der Europäischen Union auf das Verständigungsproblem in Europa. Weitergedacht bedeutet das:
Esperanto - Die "gemeinsamste" Sprache der Welt
OHNE Unterstützung der Europäischen Gemeinschaft

Neben dem reflexartigen Abwehrverhalten bei den EU-Politkern finden sich aber nachdenkliche Bürger, die das Angebot der Zweitsprache Esperanto als Alternative zur bis jetzt verfehlten Sprachenpolitik der EU sehen.

 

Europa - Demokratie - Esperanto

Starke Bestrebungen die politische Dimension der Sprache hervorzuheben findet man in Frankreich, letztlich aber überall in Europa. Einen erneuten Anlauf wird es sicher auch 2009 geben, dann wird man hoffentlich auch in Deutschland ankreuzen können. Zum Thema erschien ein Beitrag in der Mai-Ausgabe (2/2004) von VERDA_SAKSOFONO, dem Informationsblatt des Sächsischen Esperanto-Verbandes.

Zuerst fiel mir Ende 2003 ein Hinweis bei gxangalo.com auf. Da gibt es nun also wirklich die Bestrebung, den politischen Aspekt der Sprache herauszustellen. Gut, dachte ich, eigentlich sehe ich in der Sache einen politischen Hintergrund, nicht ohne Grund wurde Esperanto von Politikern bekämpft, manchmal sogar gefördert. Das aber aus Machtinteressen wohl weniger. Eine Zuordnung ins klassische eindimensionale Links-Rechts-Spektrum erscheint aber schwierig. Die Welt hat sich weiterentwickelt, worauf die Gesellschaften ja oft mit 100 Jahren Verzögerung reagieren. Das Prinzip eines Autos ist doch auch noch das selbe, wie zur Entstehungszeit und Wunder dauern etwas länger.
Immer häufiger fragen sich durchaus gebildete Europäer, auf welche Weise eine künftige Gesellschaft über Grenzen hinweg kommunizieren müsse. So entstehen Vorschläge, wie das Nutzen einer gemeinsamen Sprache, welche natürlich nur Englisch sein könne. Daneben soll eine Adoptiv-Sprache gebraucht werden. Träumereien gibts allerseits. Eine bessere Allgemeinbildung seitens der Bildungsbürger wäre hilfreich.
Anfang des Jahres wurde die Initiative des Vereins Europa-Demokratie-Esperanto e.V. neben Frankreich nun auch in Deutschland aktiv. In kurzer Zeit waren 4000 Unterschriften pro EDE zu sammeln. Im Nahbereich wurde die notwendige Papierarbeit von Heinz Hoffmann in Radebeul, Helga Lorenz in Dresden und vielen weiteren Helfern erledigt. Im Raum Mittel-Ost-Sachsen dürfte das Ergebnis im knappen dreistelligen Bereich liegen. Deutschlandweit wurden um die zweitausend Unterschriften gesammelt.
Ja, es gibt stärkere Interessengruppen in Deutschland. So wird zum Beispiel anläßlich der Europawahl in Zeitungsaufmachung ein Stopp der EU-Osterweiterung gefordert. Aber das würde letztlich zu einer gefährlichen gegenseitigen Abschottung führen. Den Spagat zwischen unseren Idenditäten können wir dank Esperanto bewältigen.
Zur Zeit ist eine politische Kraft für Esperanto in Europa im Entstehen. Auch wenn diesmal die Zahl der erfassten Befürworter für die Europawahl nicht reichte, ein Anfang ist gemacht. Bis zu den nächsten Wahlen ist genug zu tun, gerade im Bereich der Aufklärung. Die erstarrten Medien müssen geöffnet werden. Warum nicht einmal Unterschriften sammeln und damit den europäischen deutsch-französischen Kulturkanal ARTE wachrütteln? Vor Jahren machten sich diese "ARTISTEN" über Anfragen zur Thematisierung z.B. mittels Themenabend lustig. Bei genügend öffentlichem Druck sollte doch eine neue Sichtweise bei den Medienmachern denkbar sein. Warum nicht eine Seite im Videotext? Warum nicht eine monatliche Fünf-Minuten-Sendung mit Informationen in und über Esperanto mit den jeweiligen Untertitelungen?
Früher fragte ich noch nach wenn und aber, ob es alles richtig so ist, sollte ich diese oder lieber jene Partei unterstützen. Die dürfen nicht zu stark, die anderen nicht zu schwach werden. Auch jetzt bin ich unsicher, in welcher Partei die aufgeschlossensten Menschen zu finden sind. Sicher ist jedoch, dass Europa ohne die Kraft Esperanto nicht erfolgreich vor der Geschichte bestehen kann.
Steffen Eitner (Dresden)

 

Mitreden über Europa?

Damit die Idee Europa gelingen kann, müssen die Bürger einfach, gerecht und neutral kommunizieren können. Diese Meinung äußerte ich in der Veranstaltung "mitreden über europa" am 25. Januar im Dresdner Rathaus. Und sicher gibt es auch andere Ansichten. Ich informierte über den Stammtisch, der am Freitag stattfinden wird, auch daß es die Politik der Sprache nicht immer leicht machte. Es gab schon gute Ansätze z.B. in den 20er Jahren in Sachsen. Meine Erwartungen sind hoch, darum meine Frage, ob die Europa-Politiker nicht ihre Verantwortung wahrnehmen sollten und mehr für die Bekanntheit der Sprache Esperanto und Nutzung an Schulen tun sollten. Zu hart formuliert?
Doch die Antworten auf die Frage gingen in andere Richtungen. Meine Überzeugung, daß die Bürger Europas gut miteinander kommunizieren können MÜSSEN, wurde völlig uminterpretiert. Unterstellt wurde nun die Absicht, Esperanto solle Pflicht für alle sein, was doch absolutistisch und undemokratisch sei. Esperanto wäre der Versuch einer Einheitssprache. So etwas wie Esperanto an den Schulen müsse von den Bürgern kommen und so etwas wollen sie sicher nicht. Manchen Zuhörern kamen diese beruhigenden Worte sicher recht, damit brauchten sie sich nicht mehr mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Die wirklich Interessierten hatten da wenig Antrieb, sich offen zu zeigen. Erst eine Zeit nach der Veranstaltung fanden Gespräche statt.
Einigen Europa-Politiker-Aussagen stimme ich gern zu, doch waren sie als Gegenargument gemeint? Daß die Sprachenvielfalt in Europa ein zu wahrender kultureller Schatz ist, daß die deutsche Sprache in der EU zu fördern ist, ja natürlich.
Hätten sich die Politiker informiert, wüssten sie beispielsweise gerade über das Interesse kleiner Sprachgemeinschaften an Esperanto. Warum also diese Distanz? Daß die Verantwortlichen auch nach einer Recherche wirklich ihre Meinung aufrechterhalten würden, möchte ich ihnen nicht unterstellen.
Noch einmal ganz klar. Esperanto war nie als Konkurrenz zu den Muttersprachen gedacht, sondern als neutrale leicht erlernbare Zweitsprache, eben um die sprachliche und kulturelle Vielfalt zu erhalten.
Demokratie bedeutet, auch Minderheitenmeinungen mit Respekt und Ernsthaftigkeit zu behandeln. Es sollte einen echten Dialog geben. Nicht unten fragen dürfen und oben antworten lassen. Nicht von oben den Leuten einreden, sie könnten ja frei entscheiden, wenn dazu unhaltbare Behauptungen in den Raum gestellt werden.
SE 26.01.2007
link Rückblick der Veranstalter
link euroblog bei dradio

 

Regionales Bürgerforum

Die Veranstaltung Regionales Bürgerforum in Dresden fand am 22. Mai 2007 von 13:00-19:00 statt. Sicher, das Interesse an der Teilnahme hielt sich bei einem Teil der zufällig ausgewählten Bürger in Grenzen. Denn nicht jeder lebt für die Politik. Weit verbreitet ist auch das Gefühl, man könne ja nicht viel tun. So wurde es möglich, noch weitere interessierte Bürger in die Veranstaltung einzubinden, was das Niveau sicher erhöhte.
Vorgegeben waren drei Themenbereiche, sicher eine Einschränkung, haben wir doch recht konkrete Vorstellungen zu dem, was noch zu tun ist. Die Esperantisten standen also gut mit einem Text und Infomaterial ausgestattet bereit.
In Gruppen wurden verschiedene Bereiche behandelt, so auch in der nur möglichen Kürze das Thema Esperanto. Die Gespräche waren offen. Kleinere Fragezeichen bei den Beteiligten sind wir gewohnt.
Unter dem Hauptthema -Familie und soziale Sicherung- konnten wir unser Anliegen unter dem Punkt 6 (Identifikation mit Europa) anbringen. Im offiziellen Text erscheint Esperanto zwar am Rande, aber es erscheint. Festgemacht wurden Schlagwörter unter Maßnahmen auf EU-Ebene. Einerseits: "- Kommunikation auf der Augenhöhe" andererseits: "- Esperanto fördern".
Klar, das sieht nach sechs Stunden mager aus. Doch eine gewisse Aufmerksamkeit erregt sicher sogar diese Erwähnung. Es gibt da aber noch unseren Text, als Anhang (s.u.) behandelt. Was wird daraus? Wir werden es beobachten. Am Ende ist es gut, dabei gewesen zu sein. Und im Verhältnis zur Europaveranstaltung im Januar am gleichen Ort eine deutlich bessere Stimmung. Die EU-Politiker von damals, ständig mit ihrer Einflusswahrung beschäftigt, waren nicht anwesend.
SE 23.05.2007
link Europäische Bürgerkonferenzen
link Regionale Bürgererklärung zur Zukunft Europas - Dresden

"Anhang" zur Veranstaltung Regionales Bürgerforum
_DRESDNER BÜRGERPETITION
_ZUR EUROPÄISCHEN BÜRGERERKLÄRUNG 2007

Bürgerbeteiligung auf europäischer Ebene
erfordert eine gemeinsame Sprache,
die keine Nation und keine nationale Kultur bevorteilt.
Um das sicherzustellen, fordern wir die offizielle Förderung der länderneutralen, seit 120 Jahren sich entwickelnden
Plansprache Esperanto,
mit dem Ziel, sich menschenwürdig und direkt auf Augenhöhe verständigen zu können, weil nur so sich die EU-Bürger als Europäer fühlen und an den Entwicklungen der EU teilhaben können.
Kein Mitgliedsland der EU zieht bei dieser Lösung des Kommunikationsproblems einen einseitigen Vorteil auf Kosten der anderen Mitgliedsländer, weil die Plansprache Esperanto länderneutral ist.
Alle Nationalsprachen in der EU werden auch in der Praxis gleichberechtigt und sollen gleich geschützt und gefördert werden.

Zur Realisierung werden folgende Schritte vorgeschlagen:
1. Alle EU-Dokumente werden AUCH in Esperanto übersetzt.
2. Alle Universitäten in der EU nehmen Esperanto (ab 2015) als Fremdsprache in ihr Programm auf.
3. Die Ausbildung von Esperantolehrern wird gefördert.
4. Alle öffentlichen Schilder und Beschriftungen erhalten (ab 2015) nach dem Deutschen bzw. der Nationalsprache die Esperanto-Übersetzung.
5. Die EU-Entscheidungsträger lernen und benutzen (ab 2015) schrittweise Esperanto.
6. Die Medien informieren sachkundig über Esperanto als neutrale Sprache und weisen in geeigneter Weise auf die Esperanto-Kurse im Internet hin.
7. Bei der Personalauswahl werden nicht mehr Englisch-Muttersprachler bevorzugt, sondern Esperanto-Kenntnisse vorausgesetzt (ab 2015).
8. Alle Kinder lernen in der Grundschule zwei Jahre Esperanto (u.a. als Lernhilfe für nationale Fremdsprachen) und erhalten anschliessend fakultative Angebote.
Esperanto.net / Esperanto.de / esperanto-dresden.de