Programm | Individuelle Gedanken

Menschen entwickeln Grundhaltungen, die zur Esperanto-Idee führen können. Diese Grundhaltung bedeutet eben viel mehr, als sich für "irgendsoeine Sprache" einzusetzen! Neben den vielen anderen zu bewältigenden Aufgaben der Politik bewegt uns der einfache Fakt, daß die Sprache ein wichtiges Identitätsmerkmal ist. So kann zum Beispiel Europa ohne eine klare Kommunikation auf Augenhöhe auf Dauer nicht friedlich und erfolgreich exisieren. Die umfassende Idee hinter der neutralen gemeinsamen Sprache wird gern übersehen. Es fällt schwer, die eigenen Befindlichkeiten und Zugehörigkeiten unaufgeregt aus einem gewissen Abstand wahrzunehmen und sich mit den Konsequenzen auseinanderzusetzen.

Esperanto als das am besten geeignete Mittel für gleichberechtigte "selbstredende" Europa-Bürger ist seit 2003 ein Alleinstellungsmerkmal von E-D-E. Das bedeutet nicht, daß wir sonst nichts zu sagen haben. Die selbe Grundhaltung, die uns zu Esperanto brachte, bedeutet eine weit darüber hinausreichende Denkrichtung. Die Verbindung von Ökonomie und Ökologie, die Nachhaltigkeit, die soziale Gerechtigkeit, die sinnvolle Verwendung gemeinsamer Normen (wo nötig), das sind nur einige unserer Themen. Trotzdem halten wir unser Programm kurz.

Die Idee eines geeinten Europas in Verbindung mit der gemeinsamen neutralen Zweitsprache Esperanto gab es bereits vor den verheerenden Weltkriegen. Die zukunftsorientierte politische Gruppe Europa-Demokratie-Esperanto mit seiner natürlich humanistischen Ausrichtung ist ein neuer Ansatz und der europäischen Politik. So manche Medienmächtige beschwören etwas, was wir längst vertreten, eine europäische Öffentlichkeit. Doch ist sie von allen Meinungsträgern gewünscht? Hoffen wir auf ein Europa der Einheit in Vielfalt mit Bürgern, die Demokratie auf allen Ebenen erleben und gestalten können und wollen.

Wir sind Individuen und haben somit durchaus unterschiedliche Ansichten zu den vielfältigen Fragen der Welt. Im Programm sind wir geeint. Es soll bewußt auf das Wesentliche beschränkt sein. Auf dieser Seite fassen wir nach und nach Meinungen von Personen mit großer Nähe zu E-D-E zusammen. Historische Vorläufer sind im entsprechenden Bereich zur Vorgeschichte zu finden.

 


Gedanken mit Nähe zu Europa-Demokratie-Esperanto

Gerhard Hein  vision-europa.de (web.archive.org)

Stiftung Europaverständigung  stiftung-europaverstaendigung.de (web.archive.org)

Reinhard Selten  Reinhard Selten (Wikipedia)  Reinhard Selten (Interview Video)

Richard Schulz  Richard Schulz (Wikipedia)  Richard Schulz (Vortrag)

Claude Piron  Offener Brief an Leonard Orban (egalite.hu)

Hans Malv  Eine Welt, in der alle Menschen sich verstehen, ist eine bessere Welt (web.archive.org)

Nitobe-Zentrum für sprachliche Gleichheit in der EU  de.nitobe.info (web.archive.org)

Europas Sprachlosigkeit  piotrowski.de (web.archive.org) kopaed.de

Paderborner Impulse  paderborner-impulse.de (web.archive.org)

Dietrich Michael Weidmann   Europäische Bundesverfassung

Europäische Esperanto-Union  europo.eu

Europa-Union  die-europa-union.de (web.archive.org)

Die Verlinkungen innerhalb von web.archive.org funktionieren nicht vollständig! Auch wenn sich die Verfasser zum Teil auf andere Organisationen als Europa-Demokratie-Esperanto beziehen, sind sie unseren Zielen doch nah.

 

Gedanken von St. Eitner (E-D-E) hier unten und auf persönlicher E-D-E-Seite

  Bildung |Anerkennung bei Wettbewerben| |Europäisches Basiswissen|
  Geopolitik - territoriale Ordnung und Zugehörigkeiten der Bürger in Europa
  Soziales / Lebensqualität
  Medien |Inhalte|
  Medien |Technologie|
  Verkehr |Technik|
  Verkehr |Organisation und Vernetzung|
  Umweltpolitik | Energietechnologie

 

Bildung |Anerkennung bei Wettbewerben| |Europäisches Basiswissen|

Eine bescheidene Forderung ist die Anerkennung der Sprache Esperanto bei europaweiten Sprachwettbewerben. Immer wieder wird die besondere Eigenschaft der neutralen nichtnationalen Zweitsprache benutzt, um die Sprache nicht zuzulassen. Diese Benachteiligung muß aufhören! Europa ist zu wichtig, als daß wir von oben verordnet nur auf Nationalsprachen angewiesen sein sollen!
Bildung ist Ländersache, in Deutschland also Regionalsache. Ich empfinde mich auch als Regionalist. Der Föderalismus sollte wegen Schwierigkeiten bei der Anerkennung von Schulabschlüssen in Nachbarländern nicht verdammt werden. Trotzdem wünsche ich mir eine Mitarbeit aller europäischen Regionen und Staaten bei der Schaffung einer längst überfälligen gemeinsamen Wissensgrundlage. Selbst deren Inhalt ändert sich dann dynamisch. Kein Land brauchte ein Problem damit haben, wenn ein allgemein gültiges grundlegendes "Wissenspaket" zum Einsatz in den eigenen Schulen kommt. Das Wissen sollte für alle lernenden
Altersgruppen strukturiert werden, also für Kindergartenkinder bis hin zu Studenten und Berufsschülern.
Da es sich dabei um ein Basiswissen handelt, etwa ein Viertel des zu vermittelnden Wissens, bleibt den Ländern genügend Freiraum beim Auffüllen der Lehrpläne. Viel bekannter Stoff findet sich auch dort wieder. Die Bürger Europas hätten umsomehr die Chance, sich über die grundlegenden Inhalte austauschen zu können. Eines der größten Herausforderungen stellt der Geschichtsunterricht dar, da in jeder Kultur und Sprache ein eigenes Welt- und Geschichtsbild vorherrscht. Es sollte also neben den gegebenen Varianten auch das Europäische
Basiswissen Geschichte vermittelt werden. Weitere grundlegende Aufgaben sind gleichwertige naturwissenschaftliche und musische Fächer, das Beherrschen der Muttersprache, sowie ein vorgeschalteter Sprachgrundkurs.
Da sich die neutrale klar geordnete Sprache Esperanto vorzüglich als erste zu erlernende Sprache eignet (Propädeutik), würde der Einsatz in dem ersten Jahr einen positiven Lerneffekt hervorrufen. Weitere Sprachen werden danach deutlich besser gelernt, der Zeitaufwand wird reduziert. Nach dem Esperantojahr ist eine Esperanto-AG in der Schule empfehlenswert, da dann internationale / europäische Kontakte besser gepflegt werden können.

Geopolitik - territoriale Ordnung und Zugehörigkeiten der Bürger in Europa
Friedenspolitik - gelungene Sprachen- und damit Identitätspolitik

EDE setzt sich in besonderer Weise mit der Fragestellung des gleichberechtigten Zusammenlebens der Europäer auseinander und ist bei Bewertung und Lösungsansatz den anderen europäischen Vereinigungen voraus. Esperanto selbst ist keine Sprache einer Elite, zumal nicht der Geld-und-Macht-Elite der Bundesrepublik, sondern kann eher als eine sich für die Gesellschaft verantwortlich fühlende Pro-Europa-Avantgarde verstanden werden.
Wenn sich im Fernsehen die Bürger zu Europa äußern, fallen scheinbar widersprüchliche Aussagen. Man wünscht keine Bevormundung durch ein fernes Brüssel, das ja die konkrete Situation nicht kennt. Andererseits wird gefragt, ob nicht wie bei den nationalen Nachbarn auch auf Deutschlands Autobahnen eine spezielle PKW-Maut einzuführen ist. Wer soll also wofür kompetent sein, was kann jeder am Ort entscheiden (Subsidiarität), was sollte einheitlich geschehen? Was zeichnet eigentlich ein allgemeingültiges Gesetz aus? Muß jede Nation eigene Gesetze haben? Was ist die Aufgabe eines Bundeslandes? Ist der Aufbau der BRD optimal, wenn der Bundesrat durch zentrale bestimmte Parteienpolitik überlagert wird? Und wie kann Europa der Regionen geschaffen werden?
Was ist höher zu bewerten, die historische Einheit eines politischen Gebildes oder die tatsächliche ethnisch-kulturelle Zusammensetzung eines Gebietes. Ein Beispiel. Was ist besser? Der Kosovo ist wegen seiner Bevölkerung eigenständig oder ein dort bereits bestehender serbischer Staat übt die Macht aus? Eine einfache Antwort ist nicht zu finden. Um nach außen stark zu sein, entstanden Nationen, relativ früh am Atlantik. Dabei mußten unterlegene Völker (im Inneren) einen Teil ihrer Identität aufgeben. Darum sind auch heute solche Fragen aktuell, zum Beispiel wieviel Autonomie die Katalanen haben dürfen. Oder wie ist es in Ostsachsen? Nachdem Slawen einwanderten, kamen dann auch die Deutschen, gründeten Städte, aber auch einen Staat. Bestrebungen, einen sorbischen Staat zu gründen, gab es immer mal wieder. Er würde sich aber auf einem Gebiet befinden, auf dem sich historisch gewachsene politische Gebilde, heute Bundesländer, befinden. Erschwert wird die Sache durch das Ergebnis des Wiener Kongresses 1815, als Sachsen zwischen den großen ostorientierten deutschen Mächten Preussen und Österreich fast beseitigt wurde. Am Ende wurde die Fläche halbiert und die nördlichen Teile auf drei preussische Provinzen verteilt. So kommt es, das sich heute die Görlitzer als Schlesier fühlen. Da aber die Grenze Preussens durch die Oberlausitz gezogen wurde, fühlen sich die Oberlausitzer auf der westlicheren Seite eher als Sachsen und mögen die künstliche Teilung der Oberlausitz nicht. Nicht zu vergessen ist die Auflösung Preussens 1947, wodurch die südwestlichen Gebiete Schlesiens (Görlitz) wieder zu Sachsen kamen. Auf jeden Fall ist das Heimatgefühl in manchen Dingen im Osten Sachsens doch wieder recht verwandt, trotz unterschiedlichster Vorzeichen.
Ein anderes die Region berührendes Thema ist die offiziell geäußerte Ansicht, es sei immer effizienter, die Zahl der Bundesländer zu reduzieren. So gibt es Kräfte, die Leipzig zu einer Hauptstadt eines Phantasielandes Mitteldeutschland machen wollen. Ein ehemaliger Bürgermeister der Stadt, später deutscher Verkehrsminister, möchte dies auch und so passt die Vernachlässigung der europäischen Anbindung im Raum in Richtung Polen und Tschechien zu dieser Aussage. Selbst die offizielle Politik Sachsens und des Raumes Dresden protestierte gegen die Vernachlässigung der Bahnanbindung. Das alte nationale Denken wird weitergeführt, hauptsächlich die Verbindung Westdeutschlands zu (West-)Berlin wird vorangetrieben. Mitten in Europa wird hier ein Randgebilde konstruiert. Das ist kontraproduktiv und schadet Europa!
Sieht man sich im ZDF die heute-Sendung an, dann erkennt man, daß Europa keine Rolle spielt. Im Hintergrund ist eine Weltkarte der Einflußbereiche zu sehen. Ein paar westeuropäische Nationen stehen für sich allein herum, vor Polen ist wohl schon das Ende der Welt erreicht. Will man sich dort einer erhofften Entwicklung hingeben? Kann man soetwas hoffen?
http://www.heute.de
Und was meint Frau Merkel bei ihrer Zwischenbilanz vor der Sommerpause (21.07.2010) zu den künftigen Militärausgaben? "....daß sich die Sicherheitslage auch potentiell immer wieder verändern kann. Ich kann ja nicht vom heutigen Status ausgehend sagen: das wird für alle Zeit so bleiben, sondern ich muß eine Komponente immer im Auge haben, zum Beispiel die sagt: Vielleicht muß ich auch mal wieder Landesverteidigung im klassischen Sinne machen. Das können wir nie ausschließen. Das ist, heute erscheint das jetzt nicht als der wahrscheinlichste Fall, aber völlig ausschließen kann ich es nicht...."
http://www.bundeskanzlerin.de/Content/DE/Artikel/2010/07/2010-07-21-merkel-bpk.html
Die Frage ist, was man unter Pazifismus versteht. Aber friedliebend sollte die Grundhaltung jeglicher Politik sein. Krieg führen ist bereits ein Versagen. Fest steht: Wenn sich die Menschen nicht mit einer Gemeinschaft identifizieren, kann es unter ihnen leichter zu gewaltsamen Auseinandersetzungen führen. Wenn wir Europäer den Spagat zwischen Einheit und Vielfalt nicht schaffen, kann es zum Auseinanderdriften mit all den damit verbundenen Gefahren kommen. Um das Problem lösen zu können, muß man zuerst sehr rational bewerten und sich immer fragen, ob das Ergebnis gerecht ist.
Die Geschichte der Kulturräume ist vielfältig. Das ist ein Reichtum. Aber warum soll jedes überall entstehende Problem überall anders bewältigt werden? Ist es nicht besser, die Erfahrung aller teilnehmenden Länder zu prüfen und gemeinsame Normen zu finden? Nicht alles muß gemeinsam geregelt werden, aber wer legt fest, wo es sinnvoll ist? Die Bürger wollen manchmal Eigenständigkeit, aber auch eine gemeinsamme Regelung zwischen Nationen.
Zu schaffen ist also eine nachvollziehbare Regel, die alle Bürger der EU leben können. Dazu bedarf es nicht der Quadratur des Kreises! Der Mensch ist die Grundlage der Politik. Ohne Zugehörigkeitsgefühl und Vertrauen kann sich die beste Währung nicht voll entfalten. Nötig ist also eine Identität als Europäer. Ein Mensch ordnet sich einem Umfeld zu und erkennt sich darin wieder. Ob im unmittelbaren Bereich, ob in der Heimatstadt, der Subregion, dem Land, dem Nationalstaat oder Sprachraum, dem Kultur-Kontinent, der Erde - immer braucht der Mensch das gute Gefühl einer Zugehörigkeit. Natürlich arbeitet EDE mit einer weltweiten Idee, konkret ist die EU das politische Feld. Die verschiedenen Ebenen, also Kommunen, Bundesländer, Staaten und die Behörden der EU haben ihren speziellen Aufgabenbereich. Nun sollten aber alle Ebenen direkt, also quer, ihre typischen Fragen bewerten und sich austauschen. Hierarchien sind flachzuhalten. Es ist immer besser, auf einer Ebene wird ein Ergebnis erzielt, als daß von "oben" irgendein Druck ausgeübt wird. Subsidiarität wird so verstanden, daß Probleme möglichst am Ort, an dem sie auftreten, auch gelöst werden. Aufgrund ähnlicher Themen sollten also Bürger und Kommunen, Regionen, Staaten sowie Europa alle Fragen angehen. Natürlich sind überall dort gewählte Parlamente nötig. Wobei bei einer konsequenten Zuweisung der Zuständigkeiten insgesamt der bürokratische Aufwand sinkt. Unnötig gewordene nationale Institutionen werden an die kompetenteren Ebenen überwiesen.
Jeglicher Zentralismus soll und kann vermieden werden. Auch wenn für Europa gemeinsame Gesetze und Regeln geschaffen werden sollen, es ist ein Unterschied, ob eine ferne Zentrale unter Umständen weltentrückt eine Entscheidung trifft, oder ob sie durch eine Gemeinschaft der betroffenen Ebene entsteht. Zentralismusargumente von Europagegnern oder Skeptikern sollen keinen realen Nährboden mehr vorfinden! Bei sehr speziellen territorialen Besonderheiten sind neben den Kernregelungen immer auch individuelle Lösungen umzusetzen. Trotzdem wird Europa nicht ohne einheitliche Gesetze dauerhaft funktionieren. Wie aber all das ohne eine direkt gleichberechtige Kommunikation gehen soll, kann ich mir nicht vorstellen. Wird die Chance Europa genutzt, dann mit Esperanto.

Soziales / Lebensqualität

Nicht zu vernachlässigen ist eine gesunde Lebensführung. So sollte im Interesse der Gesundheit der Bevölkerung die Sommerzeit abgeschafft werden. Eine Mehrheit wäre dafür. Die internationale Kommunikation wäre übersichtlicher.
Ideen zu Grundeinkommen und dabei trotzdem noch attraktiven Lohnangeboten für das gewisse Mehr im Leben sind für den Erhalt eines gesellschaftlichen Friedens notwendig. Inzwischen protestieren Gewerkschaften gegen EU-Arbeitszeitrichtlinien (65-Stundenwoche), auch gibt es Initiativen für eine kürzere Arbeitszeit, um die vorhandene Arbeit und das Einkommen besser und gerechter zu verteilen. Solche Projekte sind unterstützenswert. Allerdings gibt es unter anderem die recht abenteuerliche Vorstellung, daß das Grundeinkommen neben dem gewohnten Lohn zu zahlen sei. Ich sehe das Grundeinkommen aber als einen Sockelbetrag, der jedem Bürger für seine Lebenserhaltung zustehen soll. Natürlich würde dann ein Unternehmer abhängig von den Gesamtarbeitszeit der Arbeitnehmer eine Steuer zahlen. Diese Ausgaben würden verrechnet und der jeweilige Lohn natürlich geringer ausfallen. Ein solches Grundeinkommen könnte viele Bereiche revolutionieren. Warum eigentlich ein eigenes Rentensystem, dieser und jener Zuschlag, dieser und jener Abzug, wenn jedem ein seiner Situation entsprechender ausreichender Grundeinkommenssatz zusteht? Zusätzliche Einkünfte sind je nach Bedingung weiterhin wie heute möglich, nur das Risiko eines zu geringen Einkommens sollte entfallen. So ist als Nebeneffekt die Arbeitszeit besser auf die Bevölkerung verteilbar.

Medien |Inhalte|

Einerseits soll es Medien geben, die einen gesamtgesellschaftlichen Auftrag haben. Dabei handelt es sich um den klassischen nationalen Rundfunk, aber auch um Programme von Europäern für Europäer. Noch heute werden wie in der Anfangszeit des Satellitenempfangs einzelne TV-Sendungen aus rechtlichen Gründen verschlüsselt. Dies ist nicht mehr zeitgemäß.
Notwendig ist die Förderung der vernachlässigten Auslandsdienste. Vor Jahren wurde besser und mehr aus Ländern für Hörer im Ausland informiert. Auch die deutschsprachigen Sendungen aus aller Welt wurden reduziert. Bündel-Programme wie WRN3 werden von den europäischen Institutionen praktisch nicht unterstützt. Stattdessen erweist sich zum Beispiel die Europäische Rundfunk-Union im Internet als eine in Deutsch nicht ansprechbare Institution. Der jährliche Sängerwettstreit ist ohnehin auch sprachpolitisch eine Katastrophe und hat mit einer europäischen Dimension weniger als vermutet, zu tun. Gewonnen hat übrigens eine Vertreterin der größten Muttersprache mit der Sprache des Letztplazierten.
Damit die Informationsfreiheit sowie ein Kulturauftrag gewährleistet sein kann, müssen allgemeine frei empfangbare Rundfunkangebote aus der Gesellschaft heraus ermöglicht werden. Dies ist sowohl im Inhalt von Sendungen als auch in der technischen Verbreitung sicherzustellen.
Die Sächsische Medienanstalt unterstützt die Gründung einer privaten Privaten Medienhochschule Leipzig. Für diesen Zweck soll es sogar Mittel aus den Rundfunkgebühren geben. Anstatt endlich die Medienstadt Dresden zu etablieren, wird die Leipziglastigkeit weiter erhöht. Und nicht zu vergessen, für eine Übernahme von Leitungskosten der Freien Radios fühlt sich dagegen niemand zuständig. Man mag über die Qualität und Aussagen der einzelnen Beiträge unterschiedlich denken, im Rundfunk sollte das Spektrum der Gesellschaft abgebildet sein, solange keine verfassungsrechtlichen Bedenken bestehen und eine humanistische Grundhaltung zu erkennen ist. Die öffentlich-rechtlichen Veranstalter haben einen Grundversorungsauftrag. Ich sehe die Notwendigkeit, dort auch Minderheitenmeinungen in eine breite Öffentlichkeit zu bringen. Naheliegend ist die Einrichtung von Programmzeitfenstern (eventuell eigene Kanäle) in öffentlich-rechtlichen Programmen. Da die Journalisten nicht jedes Thema überschauen können, sollte das speziell gekennzeichnete Programm von den Minderheiten selbst erstellt werden. Anfallende Leitungskosten sollten nicht die Ehrenamtler auch noch zahlen, sondern die Hörer, so wie das bereits üblich ist. Versuche, die Frequenzen der kommerziellen Radios mitzuverwenden, werden zwangsläufig immer zu Konflikten führen. Die Intentionen sind unterschiedlich, die einen wollen Geld verdienen, die anderen Inhalte verbreiten. Also: Geld der Bürger nicht für Privatmedienschulen sondern für Freies Radio.


Medien |Technologie|

Während ehemalige Rundfunkbereiche (untere TV-Kanäle) unter dem Begriff Digitale Dividente für die privaten Mobilfunkanbieter umgenutzt wird, ist die Umstellung von Analog- zu Digitalradio schon aus politischer Sicht schwierig. 2010 plante man die vollständige UKW-Abschaltung. Das haben viele Nutzer der Uralt-, Weck-, Auto-, Küchen-, Schlafzimmerradios noch nicht realisiert. Darum spreche ich mich für einen -Sanften Umstieg- aus. Ein wichtiger Schritt ist das Vorantreiben der weltweiten System-Familie DRM und DRM+. Die gewachsenen Rundfunkbereiche Langwelle, Mittelwelle, Kurzwelle und Ultrakurzwelle werden als solche weiter genutzt, nur daß einzelne Sender statt Analogsendungen die Digitalnorm nutzen. Abhängig von der Zielgruppe kann jeder Sender für sich entscheiden, wann eine Umstellung an der Zeit ist. Solange sind Altradios nutzbar. Die neuen Radios bieten dann Analog- und Digitalempfang auf diesen Wellen. Solche Digitalsendungen gibt es bereits, allerdings interessieren sich viele Medienmacher und Politiker eher nur für DAB(+). Sicher wird auch diese Technologie genutzt werden, jedoch auf anderen Wellenbereichen und nur in Form des harten Umstiegs.
Meine Forderung ist, daß die Verantwortlichen aus den Medien- und Politikbereichen sich für das Mehrsystemradio (analog/digital: lw,mw,kw,ukw plus digital: dab-kanäle) und entsprechende Programm-Angebote einsetzen. Im Handel können dann endlich auch verkaufbare digital/analog-Radiokombinationen angeboten werden, sie bieten mehr Programme und neue Möglichkeiten auch auf den üblichen Radiowellenbereichen.
In der EU werden Gesetze beschlossen, die jedem Land freistellen, welche Nachfolgetechnologien für Radioempfang eingeführt werden. Das führt zu einer eingeschränkten Empfangbarkeit in Europa. Wer heute noch mit einem Autoradio durch Europa fährt und überall Sender empfängt, muss sich in Zukunft länderabhängige Radios auf die Reise mitnehmen. Ein unhaltbarer Zustand. Europa-Normen, die den Bürgern das Leben erleichtern sollen, sind bei Neueinführung unbedingt einheitlich und logisch klar begründet einzuführen. Zu empfehlen sind die bereits zum Teil eingeführten Systeme DRM/DRM+ ab Langwelle bis etwa 100 MHz und DAB/DAB+ ab etwa 100 MHz. Aus Marktpolitischen Gründen auf ein amerikanisches Konkurrenzsystem zu warten, ist nicht im Interesse der Allgemeinheit und auch nicht im Sinne der weltweiten Normung.
Gegen eine Informations-Abschottung des Rundfunks muss vorgegangen werden.
Bsp.: (WorldDMB begrüßt in seiner aktuellen Pressemeldung die Aussagen von EU-Kommissarin Reding bzgl. Regulierung seitens der EU beim Thema Standardisierung. Ein derartiges Eingreifen in den Medienbereich würde die technologische Innovation gefährden, die Auswahl für den Konsumenten beschneiden und die europäische Radioindustrie gefährden. www.digitalradio-nord.de)
Ein unkoordiniertes Handeln führt mit Sicherheit zu einer unüberschaubaren und unbeherrschbaren Systemvielfalt. Der scheinbare Vorteil einer Auswahl des Konsumenten bei gleichzeitig diversen nationalen Regelungen gefährdet die Informationsfreiheit und führt zu einer weiteren Abschottung und Filterung von Informationen aus dem europäischen Ausland. Dagegen ist es notwendig mit Hilfe politischer Institutionen koordiniert moderne Radiosysteme auszuhandeln.

Verkehr |Technik|

Die Vielfalt des Lebens muß sich auch in der Vielfalt der Verkehrsmittel zeigen. Relativ neu ist die Flugzeugtechnologie, Erfahrungen mit Vulkanausbrüchen und entstehenden Wolken sind gering. Früher fuhr man einfach mit der Eisenbahn, dabei spielte ein Vulkan praktisch keine Rolle. Wieder wird über die Wichtigkeit der Eisenbahn in Europa gesprochen. Die Interoperabilität, also die Überwindung der Barrieren wegen der Normenvielfalt wird als Thema wahrgenommen. Unterschiedliche Spurweiten sind die eine Fragestellung, eine andere ist die Energieversorgung der Fahrzeuge. Es bietet sich aber die Möglichkeit, ein einheitliches System zu den vorhandenen einzuführen und so die alten Systeme sanft abzulösen. Ein System, dass die Energie aus dem Gleisbereich mittels Induktion bezieht, kann in allen Ländern einheitlich eingeführt werden. Die Nutzung bei einer Europabahn ist zu prüfen. Konkret wird an der Induktionsübertragung bei Straßenbahnen gearbeitet. Einige Zeit war eine Neubau-Teststrecke in Dresden im Gespräch.
Zukunftsweisende Technologien sind nicht weiter zu behindern. Europa soll wieder Triebkraft bei neuen Verkehrssystemen sein. Magnetbahnsysteme und Luftschiffe sind eher zu fördern als Pkws. Elektromobile brauchen neue konstruktive Lösungen.

Verkehr |Organisation und Vernetzung|

Wir Europäer sollten mit der Bahn ohne technologische und organisatorische Bremsen unseren Kontinent bereisen können. Eine Eisenbahn-Institution ist nötig. Daneben haben natürlich die Regionalbahnen und regionalen Verkehrsgesellschaften weiterhin ihre Existenberechtigung. Sowohl Kontinentalisierung als auch Regionalisierung sind im Eisenbahnwesen sinnvoll. Das gilt für Strecken wie Fahrzeuge.
Verkehrsverbindungen nach Osten und Süden. Zur Zeit werden Verkehrsprojekte, die den Raum Sachsen betreffen, hinausgezögert. Nur Leipzig wird wegen der Verbindung zwischen Südwestdeutschland und Berlin in der nötigen Kapazität beachtet. Der ehemalige Leipziger Bürgermeister trug als Verkehrsminister dazu bei, daß die Barrieren nach Mittel-Osteuropa bestehen blieben. Eine Elektrifizierung steht aus, auch eine allgemeine Kapazitätserweiterung und schnellere sowie häufigere Verbindungen. Allerdings sollte bei der Elektrisierung auf die neue Entwicklung gemeinsamer Normen geachtet werden. (Europäisches Induktionsversorgungssystem)

Umweltpolitik | Energietechnologie

Nachhaltige Energieerzeugung, oft mit "Erneuerbare Energien" umschrieben, also in der Natur anfallende Kräfte (Wind, Wasser, Erdwärme) haben Vorrang. Fossile Rohstoffe sind zu schonen, zumal sie auch zur stofflichen Gewinnung interessant bleiben. Kernspaltung stellt auf Dauer ein zu großes Risiko dar. Dagegen sollte die Kernfusion weiterentwickelt werden. Dort sind die Risiken deutlich überschaubarer. Die Entwicklung der Wasserstofftechnologie ist weiterzuführen. Es ist denkbar, Trockengebiete mit Meerwasserentsalzung, solarenergetischer Wasserspaltung (in Wasserstoff) und Landwirtschaft zu verbinden.
Der größte Energieverbrauchsposten in Haushalten ist die Heizung! Dagegen fällt der Beleuchtungsaufwand recht gering aus. Ob ein Verbot von Glühlampen in der EU die Intention der Umweltschonung wirklich unterstützt, bezweifle ich. Stattdessen sollten neue energiesparende Leuchtmittel-Technologien (z.B. auf Halbleiterbasis mit Multifrequenzfunktion) durch die EU gefördert werden. Die Vorteile dieser Leuchtmittel werden natürlich die Glühlampen zurückdrängen.
Vernunft ist auch beim Energieverbrauch notwendig. Selbst wenn es eine unerschöpfliche Quelle gäbe, sinnloser Verbrauch hat immer unnötige Nebenwirkungen (Thermische Nebenproduktion). So sollte konsequent anfallende Wärme genutzt werden, auch im Hinblick auf saisonale Wärmespeicherung.
Beim 6. Markt für Dresdner Geschichte und Geschichten (27./28.03.2010) stellte ich meine Gedanken zum Saisonalen Großwärmespeicher Dresden Reick vor. Dabei geht es um die Verbindung von Erhalt eines Denkmals und einer umweltfreundlichen Wärmespeichertechnologie. Es ist zum Beispiel möglich, die Wärme des Sommers für den Winter aufzubewahren.
Weitere Informationen zu den Themen Medien und Verkehr (Pecha-Kucha-Nacht), sowie Umwelt (Saisonaler Großwärmespeicher) auf meiner Seite. (Zeitraum 24.07.2010 SE)