Referenz-Seite zu Beiträgen (Josef Zauner) innerhalb der Vorgeschichte von EDE. 


Josef Zauners Ansatz 1920-1923 Sternstunden*
Der Euro - eine Erfindung der Esperanto-Bewegung?

1923 Josef Zauner Der Weg zur Europa-Partei (Der Ausweg UŜE) | Broschüre 1931 Neudruck (01-35)

Politischer Druck für Josef Zauner
1930: UŜE-EĤO 01 (1930) - UŜE-EĤO 43 (1937)
UŜE-EĤO-Themen-Verzeichnis
Abbildung Aufruf an Europäer

1932 Gründung Klub der UŜE-Freunde (Klubo de la UŜE-amikoj)
1936: GENF ODER EŬROPA-CENTRO?

Politischer Überdruck 


1920-1923 Sternstunden * Der frühe Zauner

 


©

Quelle: Thomz twitter.com/pacabatalanto
CC BY-NC-SA

Anpassung: St.Eitner 20211123
Da noch kein Foto verfügbar ist, erscheint hier
eine Zeichnung aus der Fantasie. Danke Thomz!

Im Lauf des Jahres 1920 muß es für Europa eine Sternstunde gegeben haben. Josef Zauner verweist rückblickend auf dieses Jahr, in welchem er in seinem Konzept erstmals gemeinsam die Vereinigten Staaten von Europa in Esperanto benannte (Unuiĝintaj Ŝtatoj de Eŭropo) und Esperanto als gemeinsame europäische Sprache für ein geeintes Europa vorsah. 1923 erschien dazu eine erste Broschüre "La elvojo UŜE" (Der Ausweg UŜE) wohl in Esperanto. Eine Anzeige für die Neuauflage in Deutsch erschien in der Ausgabe 8 des UŜE-EĤO im Jahr 1932. Geplant waren Ausgaben in Deutsch und Französisch. Sie sollten anstatt einer Oktober-Ausgabe des UŜE-EĤO im eigenen Verlag veröffentlicht werden. In der Ausgabe 2 des UŜE-EĤO erschien bereits der Inhalt des UŜE-Programms in Esperanto.
Praktisch waren damit unsere drei Ansätze (EDE) miteinander verbunden. Es wuchs zusammen was zusammen gehört, zumindest in der Theorie. Weitere Recherchen sind nötig. Das zeigt sich gerade jetzt, da neue Daten dazukamen. Wir werden Zauner in einen frühen und in einen späten Zauner aufteilen müssen. Er veröffentlichte die Zeitschrift UŜE-EĤO noch so lange bis in die schwierige Epoche der Diktaturen hinein, daß vielleicht manche Aussagen wohl nicht zu tolerieren sind und auch nicht in die Zeit passen. Weitere Recherchen und Aufarbeitungen sind nötig. Unabhängig vom Ergebnis bleibt Zauner ein Geber von Diskussionsstoff. Für eine Werbung könnte er so jedenfalls nicht leichtfertig weiter verwendet werden. Man wird sehen.

2021061320221006SE


Der Euro - eine Erfindung der Esperanto-Bewegung?

Eurogeld und Eurosprache: Die Idee der gemeinsamen Währung ist eng mit dem Gedanken einer gemeinsamen europäischen Sprache verbunden. .... Dieser Beitrag befindet sich direkt auf der Seite E-D-E-Vorläufer.
Der Euro - eine Erfindung der Esperanto-Bewegung?



link VERLAG LIBRO
(1923) 1931 Josef Zauner | Der Weg zur Europa-Partei (Der Ausweg UŜE) | Broschüre

 

"Europa ist auf der Suche nach einem Ausweg."

Vorbemerkung
Liest man heute in einer Schrift, die vor Generationen verfasst wurde, dann weiß man vieles besser. Man weiß besser, was inzwischen passiert ist. Niemand kann wirklich im Detail die Zukunft vorhersehen. Die Gedankengänge Zauners lassen sich nicht mehr eins zu eins auf die Zeit von Europäischer Union und Europa-Demokratie-Esperanto übertragen. Was aber einmal notwendig sein wird, lässt sich schon lange vor der Zeit erkennen.
Josef Zauner gehört zu jenen, die Notwendigkeiten und notwendige Schritte in Richtung geeintes Europa benennen. Das ist selten. Darum sollte man seine Texte nicht wegen inzwischen unzeitgemäßer Begriffe und nicht mehr aktueller Verhältnisse im Detail verdammen. Auch geht es nicht um eine Rundum- "Heiligsprechung" Zauners, zumal viel zu wenig über sein Leben auch nach seiner aktiven Pro-Europa-Phase bekannt ist. Europa-Demokratie-Esperanto hat sich aus einem Bedürfnis heraus entwickelt, Fragen werden bis heute immer wieder formuliert und Antworten gefunden. Doch es ist ein gutes Gefühl, auf diesem Weg Vordenker neu entdeckt zu haben und einen historischen Bezug herzustellen. Wir setzen uns mit dem Material auseinander und denken folgerichtig.
Der Text der Broschüre wird hier nicht im Original wiedergegeben. Zitate und Kommentare helfen, einen Überblick über die Denkweise Zauners und unsere (Europa-Demokratie-Esperanto) Ansichten zu erhalten.
>2016120220180416SE (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.)

 

-00a-    Der Weg zur Europa-Partei
    (DER AUSWEG UŜE)
    VON JOSEF ZAUNER
 

-00b-    DER WEG ZUR EUROPA-PARTEI (DER AUSWEG UŜE)
    VON JOSEF ZAUNER
    HERAUSGEBER DES UŜE-EĤO
    VERLAG: "LIBRO"
    TIMISOARA (TEMESVAR) STRADA LONOVICI 1
    RUMÄNIEN-BANAT

-00c-    INHALTSVERZEICHNIS:

-00d-    1. Einleitung.
    Europa ist auf der Suche nach einem Ausweg.

Zwischen den Weltkriegen sahen bereits verschiedene Kräfte im Zusammenschluß der europäischen Staaten eine Lösung der Probleme. Zauner nennt als Beispiel die Paneuropa-Bewegung. Aber "Vorbedingungen" fehlten, da die Politik nicht europäisch, sondern national betrieben wird.  Die "Lösung des europäischen Problems" müsse "von "unten" aus, bei den Wähler-Massen .... begonnen werden". 
20180416SE


-04-    II. Der Ausweg UŜE.

    1. Das UŜE-Programm.*)
edexgeopolitik
Ziel ist, größere Wirtschaftsgebiete zu schaffen. Auch Grossbritannien und Rußland sollten "mitinbegriffen" sein. Die UŜE soll grösstmögliche Autonomie der Staaten, Provinzen und Städte einerseits ermöglichen, aber andererseits gemeinsames Geld, Armee, Zoll- und Aussenpolitik haben.
"Die offizielle Hilfssprache für Europa sei die "europäische" Sprache (-Esperanto)." 
"Der Name UŜE leitet sich vom "europäischen" Unuiĝintaj Ŝtatoj de Eŭropo (Vereinigte Staaten Europas) ab."
Für Zauner ist der wesentliche Unterschied zu Nordamerika (USA) das Sprachenproblem.
20180416SE
 

-05-    2. Grössere Wirtschaftsgebiete.
edexgeopolitik
Europa war längst nicht mehr so modern, es entstanden weltweit große Wirtschaftsgebiete. Versuche, Europa nur wirtschaftlich zu einigen gab es, aber: "Ein wirtschaftlich vereinigtes Europa, ohne politische einheitliche Leitung, ist meiner Ansicht nach eine Unmöglichkeit. Wirtschaft und Politik sind untrennbar verwachsen."
So sah Zauner in einem künftigen geeinten Europa auch Zollgrenzen und selbständige Armeen als überflüssig an.
20180416SE


-06-    3. Mit Grossbritannien und Russland,
edexgeopolitik
Es scheint, daß eine Geschichte als kolonialer Staat eine Einordnung in Organisationen von Völkern generell erschwert. Ich glaube, daß der Brexit nur ein Zeichen für Weltmachtsnostalgie ist. Und irgendwie hat ja auch Rußland so eine Geschichte.
Zauner hat da sehr weitreichende Vorschläge und denkt an eine "Östliche Hemisphäre, unter der Leitung Europas". Aber diese Idee scheint kaum realistisch und könnte auch kulturell und geographisch an die Grenzen des Vorstellbaren führen. In anderer Form mußten später allerdings die Europäer ihre Teilung in Ost- und Westhemisphäre schmerzlich erfahren. 
20180416SE

-07-  edexgeopolitik
"Europa und England werden sich gegenseitig brauchen." Damit hat er natürlich Recht! Eine Einbeziehung Russlands wird auch mit der Vermeidung eines russisch-europäischen Krieges begründet. Das ist sicher zu bedenken.
"Der wirtschaftliche Vorsprung der USA und der Umstand, dass Jahrzehnte hindurch Zahlungen an sie, von den europäischen Staaten geleistet werden müssen, machen es zwangsläufig notwendig, dass .... ein europäischer Zusammenschluss erfolge ...."
Das zersplitterte Europa befand sich also schon damals "Zwischen zwei Dampfwalzen"!
20180416SE

-08-    Warum mit Grossbritannien?
edexgeopolitik
Eigentlich schien bereits alles geklärt! Grossbritannien gehört schon wegen seiner geographischen Lage zur Europäischen Union. Zauner sah die Schwierigkeiten zwischen den Nationen und die alte deutsch-englische Vorkriegs-Spannung. Entweder würde England mit Europa zusammenarbeiten oder eine Vereinigung Europas nicht zulassen. "Die vitalsten Interessen Grossbritanniens diktieren dies." Damals stellten die Kolonien noch ein zusätzliches Problem dar.
"Man kann es von den Engländern nicht erwarten, dass sie sich allzuschnell für die "Europa-Idee" entschliessen."
20180416SE

-09-    Warum mit Russland?
edexgeopolitik
Zauner sieht keine natürliche Grenze zwischen Europa und Russland und erkennt eher die Gefahren: ".... die Reibungsflächen wären zu rauh, um nicht einen Funken zum Europäisch-Russischen Krieg zu erzeugen." Allerdings sehe ich eine zu wenig beachtete Form natürlicher Grenzen. Es ist die Klimagrenze! Je nach Klima entwickeln sich "Reiche" in bestimmten "Be-Reichen". Im Mittelalter gab es im europäischen Raum eine Bewegung von Westen hin zum nördlichen Osten. So entstand ein erweitertes deutsches Staatsgebiet im mittleren und östlichen Europa. Auch Rußland hat diese Bewegung durchgemacht. Ehemals auch von den Römern gemiedene kalte Gebiete boten Platz für die Gründung zivilisierter Staaten. Ganz sicher muß das geeinte Europa besondere und zumindest freundliche Beziehungen gerade zu Rußland und dem russischen Volk pflegen. Das ist auch im Sinn der Esperanto-Nutzer und von E-D-E. Zauner sah jedenfalls eine Menge Potential im europaorientierten Russland.
2018041620180421SE

 -10-    4. Autonomie.

Durch die "Nationalstaats-Ideologie" kommt es zu einer "administrativen und erzieherischen Bevormundung der Europäer". Vor allem die Kriegsminister sind gegen Regionalismus.
20180416SE

-11-  Es ist "die nationalpolitische Struktur Europas" die "noch keine zufriedenstellende Autonomie" möglich macht. In einem Vereinigten Europa gäbe es eine Berufsarmee. Der Zentralismus der Staaten wäre geringer und Autonomiebestrebungen würden umgesetzt. "In den UŜE fällt daher den geschlossenen Volksgruppen oder den geographisch bedingten Provinz-Gebieten die ersehnte Autonomie zu." 
20180416SE

    5. Gemeinsame Valuta, Armee, Zoll- und Aussenpolitik.
 

-12-  Als Voraussetzung muß sich Europa politisch finden. Stichworte: "einheitliche Valuta, Europäische Zentral-Staatsbank, Gemeinsames Heer und Marine, Zollschranken abgebaut"
20180416SE

-13-  "Wenn durch die Schaffung einer europäischen gemeinsamen Armee, die Kriegsmöglichkeiten vermindert werden, so muss schon deshalb jeder aufrichtige Friedensfreund einer derartigen Lösung des Problems zustimmen." Nicht etwa die Abwendung vom und die Meidung des Themas Militär hilft weiter. Ich lehne Waffengewalt ab. Trotzdem ist klar, daß weniger Armeen in Europa mehr Entspannung zwischen den Völkern hervorbringt. Und wer kämpft schon gegen die "eigenen Leute". Gern auch weltweit gedacht!
Kritisch geht Zauner mit dem europäischen "Krankheitsherd der derzeitigen Weltwirtschaftskrise (1931)" um. Eine Gesundung der "chaotischen Wirtschaftsverhältnisse" ist nötig.
20180416SE

-14-  Die diversen "Liliput-Wirtschafts-einheiten" führen zu einer Abhängigkeit. Dagegen ist eine "einheitliche europäische Wirtschaftspolitik" notwendig, um einem "Zur-Kolonie-werden Europas" entgegenzuwirken. Binnenzölle sind aufzuheben. "Der Weg zur gemeinsamen europäischen Zollpolitik führt auch zur einheitlichen Aussenpolitik." Ein "Parlament der europäischen Parlamente" ist zu schaffen. 
20180416SE

    6. Das Sprachenproblem Europas.

Auch zu Zauners Zeiten bestand das Dauerproblem, das Sprachenproblem und dessen Lösungsansätze bzw. Lösungen nicht ernstzunehmen. Das liegt natürlich an der Sichtweise der in ihren Lebensumständen verhafteten Betrachter. Schließlich sieht man die Welt aus nationaler Sicht und Europäer kann man ja auch noch ein bissel sein. "Für die UŜE-Bewegung ist die Lösung des Sprachenproblems eine Hauptaufgabe, selbst der Ausgangspunkt bei der Verwirklichung des UŜE-Programmes."
Vor allem handelt es sich um wirtschaftliche Gründe, denn ohne "eine einheitliche übergeordnete Sprache" gab es in der Geschichte kaum große Wirtschaftsgebiete.
20180416SE

-15-  Ein Normalfall der Geschichte ist eine "zuerst sprachliche, dann wirtschaftliche und zuletzt politische Vereinigung". Jedenfalls ist aus meiner Sicht ein geeintes Europa erst dann wirklich erreicht, wenn sich die Bürger auf Augenhöhe mittels neutraler gemeinsamer europäischer Hochsprache unterhalten können. Zauner erwähnt die "unmöglichen europäischen Sprachverhältnisse". "Das UŜE-Programm will mit derselben Energie, mit der das jetzige Sprachenchaos gehalten und gefördert wird, dahin trachten, auch sprachlich in Europa Ordnung zu schaffen." Englisch hat aber nicht die Merkmale, die eine gemeinsame Sprache braucht. Auf die Probleme wird im Text eingegangen. 
20180416SE

-16-  Eine nationale Sprache als „europäische" brächte dem Muttersprachler einfach zu viele Vorteile, kleine Völker wären nur noch benachteiligte Minderheiten. Die Praxis in der EU zeigt heute diese Problematik. Da gehts nur um Masse und Einfluß. Der Dolmetscherdienst hilft auch nur den Abgeordneten im Parlament, aber noch lange nicht den Bürgern Europas. Selbst die mehrsprachige Schweiz kann schon wegen der überschaubaren Anzahl Sprachen nicht Beispiel für Europa sein. Lernen kann man aber schon von der Schweiz und den für die Situation gefundenen Lösungen, welche bis in die Typographie wirken.
20180416SE

-17-  Erfahrungen der Österreich-Ungarischen Monarchie sind auch gerade wegen der Konflikte zu beachten. "Ziehen wir aus alldem hier angeführten die Lehre und versuchen wir eine natürliche und gerechte Lösung des wichtigen Sprachenproblems zu finden." Statt einer ungerechten Nationalsprache braucht Europa "eine offizielle Hilfssprache". "Wie schon bei der Bekanntgabe des UŜE-Programms sei auch hier festgestellt: "Europäisch" (Esperanto) ist dazu prädestiniert, die offizielle Hilfssprache Europas zu werden." Für Zauner ist Zamenhofs Vorgehen gut nachvollziehbar. Wie bei der Schaffung des Hochdeutschen wurden möglichst Wörter mit großer Verbreitung gewählt.
20180417SE

 

-18-  Die gesellschaftlichen Bedingungen machen die Einführung einer solchen Sprache notwendig. "Nur Unkenntnis der Sachlage kann dazu veranlassen, über Esperanto als etwas Unnatürliches, Gekünsteltes zu sprechen." Dagegen handelt es sich um die Synthese der europäischen Sprachen. Die Kriterien werden erfüllt. Neutralität, Erhalt der sprachlichen Vielfalt und leichte Erlernbarkeit! Bei einerseits klarer festgeschriebener Grammatik kann sich "Europäisch" frei weiterentwickeln.
20180417SE

-19-  "Von vielen wurde bisher Esperanto als Sprach-Sport angesehen." Leider gibt es diese Tendenzen immer wieder. Wer sich heute (2018) aktiv für eine Politik mit Esperanto ausspricht, kann selbst bei Esperantisten Zurückhaltung spüren. Man sieht sich zur Zeit eher nicht mehr als Bewegung, stattdessen als Sprach-Gemeinschaft. Aber es gibt auch jene bewußten Esperantofreunde und Europäer, z.B. bei E-D-E, die am Thema dranbleiben.
Erwähnt wird im Text das Sprachenchaos, durch welches viel Weltwissen verloren geht. Selbst im heutigen Wikipedia gibt es unterschiedliches Sprachwissen. Esperanto ist dort vertreten. Die Chance ist, daß möglichst viele Muttersprachler auch an den Esperantoversionen mitarbeiten. Direkter geht es nicht.
20180417SE

-20-  Besonders Europa leidet unter dem Nationalismus. Andere Erdteile haben das Sprachenproblem viel weniger. "Es wäre unpraktisch auf diesen Kontinenten mit der Propagierung der Lösung des Sprachenproblems zu beginnen." So bleibt eine notwendige Initiative für Esperanto wohl Europa vorbehalten. Die "europäische Solidarität, die europäische Gesinnung" scheint doch ohne "einheitlich übergeordnete Hilfssprache" geringe Chancen zu haben.
20180417SE

21    7. Abrüstung.

Zauner glaubt nicht an eine vollkommene Abrüstung. Die Form des Verteidigungswesens ist allerdings nicht mehr zeitgemäß. Während die Wirtschaft zusammenarbeitet, leistet sich Europa die diversen hohen Armeeausgaben. Zusammenarbeit und Verschmelzung ist das Ziel. Der Völkerbund könnte gestärkt werden. Heute durchaus auch die UNO! Aus meiner Sicht sollte die europäische Armee allerdings eine reine Verteidigungsarmee sein. Die vielen unterschiedlichen Geschichten der Völker würden zudem zu sehr unterschiedlichen Reaktionen bei den immer wieder stattfindenden unklaren weltweiten Zwischenfällen führen. Ein gemeinsames Armee-Budget wäre nach Zauner angebracht und "das psychologisch Wichtigste: ein Krieg zwischen den europäischen Staaten würde zu einer Unmöglichkeit." Er erkennt auch die Problematik für Amerika, mit dem man natürlich weiterhin wirtschaftlich gut zusammenarbeiten würde. 
20180418SE

-22-  Wieweit Ostasien sich zu einer eigenen Gruppe in der Welt bis heute entwickelt hat, konnte Zauner noch nicht so vorhersehen. Aber eine Zusammenarbeit mit den UŜE ist richtig gedacht.
20180418SE

    8. Minderheitenfrage.

Problem in manchen Staaten ist die Klassifizierung der Staatsbürger, darunter hauptsächlich die Vertreter von Minderheiten als Angehöriger zweiter Klasse. So gibt es sowohl einen Nationalismus der Staaten als auch einen der unterdrückten Minderheiten, die dem ungleichen Kampf gewachsen sein müssen. "Die Hoffnungen der Minderheiten auf Genf, sind grösstenteils Hoffnungen geblieben." "Gerade die Lösung der Sprachenfrage im UŜE-Programm nimmt den Chauvinisten die Argumentation aus der Hand" Wir sehen, daß die politischen Gegebenheiten und Ansichten bei aller Entwicklung nicht so viel anders sind als 1931!
20180418SE

-23-    9. Souveränität.

Natürlich kann "es ohne Preisgabe so mancher Souveränitäts-Position keine europäische Vereinigung geben". Manche Journalisten schrieben damals von einer Kolonie Europa, zumindest sah Zauner die Möglichkeit einer allmählichen "Versklavung durch Verschuldung".  Ein Verzicht auf einige Souveränitätsrechte im Sinne eines geeinten Europa sind da angebracht.
20180418SE

    10. Soziales.

Zauner tritt für "einen natürlichen sozialen Schichtenwechsel" ein. Das bedeutet letztlich -Gleiches Recht für alle-. Es zählt die Fähigkeit der Person und nicht Erbeinfluß. Die gegenwärtigen Verhältnisse ähneln zur Zeit immer mehr denen des Textes, die Armen werden ärmer, die Reichen reicher.
20180418SE

-24-  Ein klassenloser Staat bleibt aus Zauners Sicht Wunschtraum. Für ihn bewegen sich die Schichten durch ein soziales Wachsen von unten nach oben, bis sie an der Macht sind.
Das russische Volk wird nicht verurteilt, so wie es in der Zeit verbreitet ist.
Wegen des engen regionalen Bezugs Europas ist das Paneuropa-Programm ungeeignet, eine Informationspolitik für Rußland zu entwickeln. 
20180418SE

-25-  Dagegen erwähnt Zauner die Aktivitäten Rußlands im Rundfunk. Dort wird in "allen möglichen nationalen Sprachen" gesendet. Ähnlichkeiten zu heute gibt es. Bedauerlich ist, wie viele Stimmen aus aller Welt nicht mehr zu hören sind! Das Internet ersetzt hier nicht den Auslandsrundfunk. Auch wenn man den Verlautbarungen der Staaten skeptisch gegenüberstehen sollte, der Bildung hat die Form der direkten Hörens an der Quelle gut getan. Und man konnte hören, ohne daß jemand oder etwas "abhört".
Aber bevor es zu einem Beitritt Rußlands käme, müsse erstmal zu Hause Ordnung geschaffen werden. Zauner sieht die aktuelle Sowjetunion jedenfalls als für ein geeintes Europa ungeeignet an. Mehr im Text. 
20180421SE

-26-  Rußlands Rückständigkeit wird als Grund für die dortige Revolution gesehen, die man ja im Westen bereits mehrere Jahrzehnte früher durchgemacht habe. Etwas erinnert der Vorschlag Zauners an eine soziale Marktwirtschaft. Ein großes europäisches Wirtschaftsgebiet ohne Binnen-Zollgrenzen brächte am Ende mehr Wohlstand. Ob es so einfach ist? Man mag da verschiedener Meinung sein. Sicher sind noch weitere Schritte notwendig, damit eine Gesellschaft sozial gerecht agiert.
20180421SE

-27-  Aber ohne ihn so schon nennen zu können, sieht Zauner die Probleme eines später einmal tatsächlich existierenden "realen Sozialismus". Seine Schlagworte sind die Züchtung von: "Bedürfnislosigkeit, Gleichgültigkeit und Verantwortungslosigkeit."
20180421SE

-28-    III. Das "Wie".

    1. Kampf  unerlässlich.

"Ohne Kampf wird das Ziel UŜE nicht zu erreichen sein." Zauner hat absolut Recht, wenn er eine „europäische" Einstellung, eine „europäische" Gesinnung fordert! Heute sagen wir dazu, daß wir Bürger mit europäischem Bewußtsein brauchen. Diese Herangehensweise ist sehr anders als die vieler heute selbst im Europaparlament sitzender Politiker! Sie glauben, daß mit ihrer eigenen Karriere schon alles andere auch gut wird. Und ein Teil der Abgeordneten sitzt sogar dort, um gegen Europa zu arbeiten.
Erst wenn die Voraussetzungen stimmen, kann doch Europa funktionieren. Im UŜE-Programm hat "europäisch" (Esperanto) als offizielle Hilfssprache Europas einen hohen Stellenwert. Diese Grundlage entwickelt erst ein klareres Verständnis für alle Bürger Europas, also Verständnis für sich selbst! Und dort stimmen wir von Europa-Demokratie-Esperanto voll mit Zauner überein. Eine nationale Sprache, die nur der Macht wegen übergestülpt wurde, kann das Europagefühl nicht wirklich herstellen. Auch wenn sich manche Nutzer darin schön eingerichtet haben.
"Durch die beeinflusste Presse werden die Völker in dem Glauben gehalten, dass es bessere Zustände in Europa nicht geben könne." Das erinnert mich an die rein national ausgerichteten Medien in der EU. Wir haben es bis heute in Europa nicht geschafft, echte europäische Medien zu errichten! Und selbst ein grüner Politiker sagte mir, daß europäische Medien nicht gut wären. Zauner benennt weiterhin die große Unzufriedenheit in den Gesellschaften. Krisenstimmung.
20180421SE

-29-    2. Der Weg zum Ziele.

edexorganiform Zur Zeit (2018) scheinen sich Proeuropäer "in einer einheitlichen politischen Organisation" zu sammeln, wie es Zauner bereits wollte. Allerdings vergessen die heute aus ihren langwierig gültigen Verhältnissen kommenden Aktiven zu oft noch den wichtigen Faktor Sprache, oder sie nehmen die Probleme einer Nationalsprache für alle nicht wahr.
"Wenn wir es nicht haben wollen, dass die Europäische Union ein frommer Wunsch bleibe, ist die Gründung einer politischen Europa-Partei eine Notwendigkeit." Aus heutiger Sicht scheint das Ziel erfüllt. Aber es ist wie mit einem schlecht zusammengewachsenen Knochen nach einem Bruch. Es braucht auch heute noch "UŜE-Gründer", also "UŜE-Fondantoj"! Da kenne ich gegenwärtig nur E-D-E. Ohne sich gleich bewußt zu sein, welche Vordenker es schon gab, entwickelte sich die Sache neu. Und bei Bedarf würde soetwas auch immer wieder neu entstehen. Denn wir gehen weiter, als das, was heute so recht und schlecht praktiziert wird. Zauner wollte, daß die Anhänger Abgeordnete in Staats- und Städteparlamenten werden. Aus rein praktischen Gründen geht E-D-E heute den Weg über Europawahlen (Frankreich, Deutschland), die es ja damals nicht gab.
"Ich wüsste nicht, warum es keine „Europa-Partei" sollte geben können." Ja, eine richtige Idee. Aber heute nennen sich alle möglichen nationalen Parteien zusätzlich Europapartei und treten lautstark wie nebenbei auch bei den Europawahlen an.
"Den Esperantisten in Europa, die für Politik Sinn haben, fällt bei der Gründung der Organisation der „UŜE-Fondantoj" eine wichtige Rolle zu." Vielleicht liegt es an der oft irrational aufgeheizten Stimmung in den Gesellschaften, daß sich die Anhänger der Sprache zu oft aus der Politik heraushalten. Aber wenn mit der Zeit mehr Bürger mitmachen, dann sind sicher auch wieder mehr Esperantisten bereit, sich in den politisch denkenden Gesellschaften zu engagieren. 
20180421SE

-30-  Als Beispiel sieht Zauner eine gute Zusammenarbeit zwischen deutschen und französischen Esperantisten. Siehe E-D-E! Es würde vorangehen, wenn die Ideen-Synthese zwischen Europäische-Unions-Bestrebungen und Esperanto wirksam wären. Eine Gründung der UŜE-Partei würde für Optimismus auf dem Kontinent sorgen. Natürlich wird mit Abneigung gerechnet. Aber damit steigt die Möglichkeit einer inhaltlichen Auseinandersetzung.
20180421SE

-31-    4. Das Parlament der europäischen Parlamente.

Heute ist die Ebene des Europaparlaments vorhanden! Damit ist noch nicht alles in Europa demokratisch. So finden die Europawahlen nach diversen nationalen Wahlregelungen statt. Ein gemeinsames Wahlrecht sollte auf jeden Fall Vielfalt ermöglichen! Denn Inhalte sind relevanter als nur die Masse. Also auch kleine Gruppen berücksichtigen! Die Größe bestimmt nicht, welcher Platz im eindimensionalen klassischen Parteienspektrum besetzt wird. Aber leider wird oft so argumentiert. Ein europäisches Parlament, wie viel früher gewünscht, wurde leider erst nach einem weiteren Weltkrieg realisiert.
20180421SE

-32-    IV. Quo vadis Europa?

"Es ist eine undankbare Sache zu prophezeien." Vier mögliche Baupläne werden benannt.

1. Faktor. Nationalpolitisches Europa.
So schnell werden sich die Verhältnisse nicht ändern.

20180421SE

-33-   2. (Europäischer Entwicklungsfaktor) USSR.
edexgeopolitik
Was wäre, wenn sich europäische Staaten anschließen? Dort werden Szenarien benannt, wie wir sie aus unserer neueren Vergangenheit durchaus wiedererkennen können.
20180421SE

-34-   3. Faktor. Als ein weiterer Ausweg wurde Paneuropa propagiert.
Positiv zu sehen sind eine Diskussion um die Lösung des europäischen Problems sowie ein durch Persönlichkeiten aus der Politik hervorgerufener gewisser offizieller Charakter. Aber das Programm macht Halt vor entscheidenden Punkten. Ohne jede Einschränkung von Souveränität kann letztlich nicht gut gemeinsam entschieden werden. Eine einheitliche europäische Zweitsprache wie Esperanto ist nicht vorgesehen. Die Kleinen würden weiter benachteiligt. So kann keine Gesellschaft zusammenwachsen. Und nationale Armeen wären doch auch unzeitgemäß.
20180421SE

-35-   4. Lösungsvorschlag, UŜE ....
Die Paneuropa-Bewegung kann mit den aktiven Staatsmännern eine europäische Vereinigung nicht erreichen. Dagegen hat die UŜE-Bewegung "neue, frische, ungebrauchte Kräfte".
Paneuropa will das Problem von oben lösen. "Durch die UŜE-Bewegung soll den Europäern das Vertrauen zu sich selbst wiedergegeben werden." "Eine Schaffung der Vereinigten Staaten Europas" würde den Völkerbund stärken. Heute ist es die UNO. Die Triebkraft zu den UŜE ist der Entwicklungsfaktor Not. Ja, leider ist es oft so.

    V. Schlusswort.

Nach den nationalen Kulturen sollte sich eine gemeinsame betont europäischen Kultur bilden. Natürlich sehe ich die Zukunft in der Vielfalt nebeneinander existierender (insbesondere europäisch orientierter) Kulturen im geeinten Europa. Es käme zu einer "Hochblütezeit". Wir sollten wie Zauner an eine große Zukunft Europas glauben. 
20180421SE

    UŜE

HUNYADI-DRUCKEREI, GRAPHISCHE KUNSTANSTALT, TIMIŞOARA

 

DER WEG ZUR EUROPA-PARTEI (DER AUSWEG UŜE) VON JOSEF ZAUNER
HERAUSGEBER DES UŜE-EĤO VERLAG: "LIBRO"
TIMISOARA (TEMESVAR) STRADA LONOVICI 1 RUMÄNIEN-BANAT
HUNYADI-DRUCKEREI, GRAPHISCHE KUNSTANSTALT, TIMIŞOARA

Durch jede gute Buchhandlung oder direkt beim VERLAG nicht erhältlich

Der hier angeführte VERLAG existiert nicht mehr.
Zur Geschichte: link Beispiel Verlag (wikipedia.org)
Auskünfte über den Autoren: Josef Zauner (Verleger) bei wikipedia.org
Europa-Demokratie-Esperanto e.V. sieht sich als "inhaltlicher Nachfolger" des Textes. Die Schrift hat eine Funktion als Diskussionsgrundlage. Trotz intensiver Recherche konnte kein aktueller Rechteinhaber gefunden werden. Wer Informationen dazu geben kann, soll dies gern tun.

 


Politischer Druck

Josef Zauner gründete den Verlag "LIBRO" 1921 in Leipzig, weitergeführt in Temeswar/Timiŝoara (Rumänien). Er war auch Herausgeber und Redakteur. Seine Broschüre "La elvojo UŜE" (auch in deutsch) ist wohl 1923 erschienen. Bekannt ist uns "Der Weg zur Europa-Partei" mit dem Untertitel "DER AUSWEG UŜE" von 1931.
Bewertet wurde der Ansatz damals folgendermaßen. Lange nicht öffentlich bekannt war die UŜE-Idee, die neben der Paneuropa-Bewegung (Paneŭropa-movado) entstand. Unterschiedliche Ansichten sind dabei: Die Zahl der künftigen "Weltmächte". Paneuropa sieht fünf (USA, Großbritanien, Paneuropa, Japan, UdSSR), bei UŜE gibt es eine westliche und eine östliche Hemisphäre (UŜE). Zu UŜE würden aus verschiedenen geopolitischen und sozialen Gründen auch Großbritanien und Rußland gehören. Paneuropa bevorzugt englisch. Dagegen ist UŜE bei Esperanto. UŜE schlägt eine gemeinsame Armee und gemeinsames Geld vor. Nötig ist eine Partei mit der Aufgabe, das UŜE-Programm parlamentarisch umzusetzen. Die Esperantisten werden für die Umsetzung gebraucht.

EDE-Vorläufer-Seite | Politischer Druck


1930: UŜE-EĤO

Die Zeitschrift UŜE-EĤO (organo de la eŭropan­ismo) sollte die Esperantisten über die Realisierung der angestrebten Vereinigten Staaten von Europa informieren. In Zauner treffen sich zwei Menschen. Einer mit einem Zukunftsblick, mit Visionen, ohne die jede Gesellschaft lebensunfähig ist. Und dann der Mensch welcher versucht, aus den Gegebenheiten, auch wenn sie zum Verzweifeln sind, noch zu Lebzeiten das Beste zu machen. Wie weit würde er mit seiner Zeitschrift kommen? Nummer Eins mit sechs Seiten erschien im Januar 1930, nach einem Jahr in verändertem Format mit vier Seiten. Bis zum Dezember 1937 waren es 43 Ausgaben. Sie wurden geschätzt wegen ihrer lebhaften Form, den interessanten Artikeln und den Illustrationen zum europäischen Problem wie auch für die Verbreitung der UŜE-Idee.
Eine Seite wie diese soll die Ausgaben des UŜE-EĤO aufbereiten, also Titel aufzeigen und Aussagen kommentieren. Doch das wird einige Zeit dauern. Der Inhalt scheint jedenfalls zeitgemäßer als oft vermutet. Zu beachten ist, daß Zauner zwar wichtig für die Geschichtsbewertung aus der EDE-Sicht ist, seine Aussagen aber sicher nicht automatisch die von EDE sein können. Er war noch zu Beginn einer sehr schwierigen Zeit aktiv. Wir beginnen erst, eine Thematik zu bewältigen, die den Gesellschaften, darunter vielen Pro-Europäern, noch weitgehend fremd ist. Zuerst (Anfang 2022) also eine grobe Erfassung der Ausgaben.
Natürlich muß mit Kritik gerechnet werden. Das ist normal. Doch möchte ich die Gegner warnen, die jedes Wort umdeuten und EDE irgendetwas unterstellen wollen. Es können Gegner der gemeinsamen Sprache Esperanto sein, genauso auch manche Esperantosprecher, die lieber nicht mit Politik verbunden werden wollen. Sicher gibt es eine ganze Reihe von politisch fixierten Personen, denen unser Ansatz nicht ins Konzept, also in die Ideologie passt. Aber wir brauchen die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, wie es eigentlich auch die Gesellschaften nötig haben. Und vielleicht kommt sogar hilfreiche Kritik an.
Die Zeiten wurden im Verlauf der Veröffentlichungen schlechter. Aus dem zu Beginn bequemen Pfad mit heute noch nachvollziehbaren AUSSAGEN heraus scheint es bis 1937 in Richtung eines inhaltlichen Minenfeldes zu gehen. Es gilt, herauszufinden, wie Zauner "tickte", wie sein Profil beschaffen ist. Auch, ob es sich über die Zeit verschoben haben könnte. Zu fragen ist, welches INTERESSE er an der Veröffentlichung der Texte hatte. Was sollten sie bewirken? Mal war er Verfasser, mal waren es Stimmen anderer Personen. Der jeweils zu vermittelnde Inhalt stand für eine grundlegende IDEE. Veröffentlicht wurde sie mit einer bestimmten ABSICHT. Die Veröffentlichung einer AUSSAGE selbst war eine HANDLUNG, an der man möglicherweise die ABSICHT erkennen kann. 2019071520231102SE


UŜE-EĤO 01 (1930) - UŜE-EĤO 43 (1937)

1930 -01- (Jan)  1930 -02- (Apr)  | 1930 -03- (Jul)  1930 -04- (Okt) |
1931 -05- (Jan)  1931 -06- (Apr)
| 1931 -07- (Jul)  | |
1932 -08- (Jan)  | | 1932 -09- (Jul)  UŜE-Brosch. (Okt) |
| 1933 -10- (Mar) 1933 -11- (Maj) 1933 -12- (Jul)  1933 -13- (Sep) 1933 -14- (Nov)
1934 -15- (Jan)
1934 -16- (Mar)
1934 -17- (Maj)
1934 -18- (Jul) 
1934 -19- (Sep) 
1934 -20- (Nov)
1935 -21- (Jan)
1935 -22- (Mar) 1935 -23- (Maj) 1935 -24- (Jul)  1935 -25- (Sep) 1935 -26- (Nov)
1936 -27- (Jan)
1936 -28- (Mar)
1936 -29- ?
1936 -30- (Jul) 
1936 -31- (Sep)
1936 -32- (Nov)
1937 -33- (Jan)
1937 -34- (Feb)
1937 -35- (Mar) 
1937 -36- (Apr) 
1937 -37- (Maj)
1937 -38- (Jun)
1937 -39- (Jul)
1937 -40- (Aŭg)
1937 -41- (Sep)
1937 -42- (Okt) 
| 1937 -43- (Dec)

 

UŜE-EĤO 1930  -01-  (Januaro)
paĝo 1 / Seite 1
ESPERANTISTOJ! REALIGU U.Ŝ.E. (Unuiĝintaj Ŝtatoj de Eŭropo)
(ESPERANTISTEN! VERWIRKLICHT U.Ŝ.E. (Vereinigte Staaten von Europa))
en kiu Esperanto estu la ĝenerala helpa lingvo! J.Düa.
(in welchen Esperanto die allgemeine Hilfssprache sein soll! J.Düa.)
ilustraĵo / Abbildung: La eŭropano (Der Europäer)
paĝo 2 / Seite 2
[Nur formon, efektivigeblan formon mi volas doni al la ideo.]
 La "KIELO" (Das "WIE")
"Wir alle wissen, daß sich Europa in einer großen Krise befindet. Pessimisten verkünden seit vielen Jahren den Zusammenbruch des Westens. Und viele der Europäer glauben ihnen. Nicht grundlos. Das Chaos in Europa ist so groß und so allgemein, daß man bereits eine große Portion von Optimismus haben muß, um an die bessere Zukunft von Europa zu glauben. Unter den seltenen Optimisten findet man einige, die Lösungen vorschlugen und Wege zeigten, welche aus dem Chaos führen. Bereits vor Jahren beschäftigten sich auch Berufspolitiker mit diesem Problem. Die Politiker mit größerer Auffassung (Briand usw.) verstehen, daß die heutige europäische ökonomische Organisation auf Dauer unhaltbar ist. Immer, beständig, hört man von ihnen, daß die einzige Rettung für Europa die Vereinigung der europäischen Staaten ist.
Dieser Gedanke, diese Idee befand sich seit 1919 in der Luft und sie wurde von verschiedenen Seiten verbreitet."
Hier zeigt sich, daß Josef Zauner wie sicher viele andere Menschen, nichts über die Vorgeschichte wussten oder wissen konnten. Die Recherchemöglichkeiten waren eingeschränkter als heute. Jedenfalls ging er dann aber weiter als die Vorgänger. [se]
"Unter diesen Vorkämpfern, Pionieren, hat Herr Graf Coudenhove-Kalergi mit seiner Paneuropa-Bewegung den größten Erfolg.
Die Idee von Paneuropa ist sehr groß und sehr schön. Diese Idee war und ist der Traum vieler Europäer. Herr Graf Coudenhove-Kalergi und seine Mitarbeiter bewirkten folglich für Europa einen großen Dienst. Nun, nach meiner Meinung ist die Idee von Paneuropa gut, aber das Paneuropa-Programm ist in der heutigen Form nicht realisierbar.
Warum?
Darum, weil die Einheitlichkeit darin fehlt.
Bereits der Hauptgedanke des Paneuropa-Konzepts rechnet nicht mit der realen Situation. Coudenhove-Kalergi teilt die Welt in fünf Mächte auf. Britisches Imperium, Vereinigte Staaten von Amerika, Union der Sowjet-Republiken, Japan und Paneuropa. Diese Eingruppierung der Weltmächte ist bereits heute gegenstandslos, weil die ökonomische Übermacht der USA "Vereinigte Staaten von Amerika" bereits jetzt so groß ist und infolge der rationellsten Produktionssysteme und nahezu grenzenlosen Produktionsfähigkeit so großen Vorsprung hat, daß sich in Zukunft das Weltpotential teilen wird – die Machtbilanz erfordert das – in nur zwei Teile.
Das Bestreben der Evolution weist uns darauf hin, daß die Aufteilung des Weltpotentials gemäß den Hemisphären sein wird.
Nämlich:
Der östlichen Hemisphäre (bestehend aus Europa, Asien, Afrika und Australien) angeleitet von den Vereinigten Staaten von Europa.
und der
westlichen Hemisphäre (Nord- und Südamerika), bereits heute von den USA angeführt.
Abgesehen davon herrscht in dem paneuropäischen Programm Unklarheit in Bezug auf Britannien und Russland.
Auch das Sprachenproblem ist im paneuropäischen Programm nicht gelöst: Eine Staatenunion mit mehr als 300 Millionen Einwohnern ohne einheitliche Sprache ist eine Unmöglichkeit.
Hier soll nun der andere Lösungsvorschlag das europäische Problem betreffend, welcher aus dem Jahr 1920 stammt, öffentlich gemacht werden.
Dieser ist benannt: U.Ŝ.E. (Unuiĝintaj Ŝtatoj de Eŭropo.) (Vereinigte Staaten von Europa)
Hier die Hauptgedanken des U.Ŝ.E-Programms:
1. Das Hauptprinzip ist ein Vereinigen von den meist-möglichen Wirtschaftsterritorien, einheitlich geleitet, politisch als Zollunion.
Warum?
Darum, weil je größer das einheitlich geleitete Land ist, um so größer muß die Arbeitsteilung sein. Folglich werden sich durch die Arbeitsspezialisierung die Konsumartikel verbilligen und es wird sich damit generell die Lebensweise verbessern.
2. Es ist erforderlich, daß auch Britannien und Russland im Rahmen der U.Ŝ.E. zusammenkommen müssen.
Weil es Britannien nicht tolerieren kann – dessen Lebensinteressen erlauben es nicht – daß sich das kontinentale Europa ohne Britannien vereinigen soll. Andererseits wird das industriereiche Europa Russlands Konsumterritorium brauchen.
Die Hauptaufgabe des U.Ŝ.E.-Programms ist, die scheinbaren Kontraste vom kontinentalen Europa, Britannien und Russland zu überbrücken. (Die ökonomische Vormacht der USA wird sicher dabei mithelfen!) Die Vereinigung des kontinentalen Europas, Britanniens und Russlands im Rahmen der U.Ŝ.E. würde die Aufteilung des Weltpotentials auf zwei Teile bedeuten. Diese Aufteilung würde naturgemäß sein und gemäß der Geopolitik, weil die östliche und westliche Hemisphäre durch die großen Ozeane geteilt sind. Möglich, daß diese Gruppierung des Weltpotenzials den Weltfrieden auf lange Zeiten garantieren werden."
Neben den kontinental vorgegebenen vertikalen Lebensbereichen wirken aber auch die horizontalen Klimazonen mit ihren angepassten Lebensweisen und Kulturen. Diese ähneln sich in manchen Bereichen auch über große Distanzen. Auch diese Ausrichtung gehört zu den natürlichen Gegebenheiten, die für eine friedensstiftende Geopolitik Voraussetzung sind. Doch während sich die ehemaligen Kolonien der Atlantikanrainer in Amerika längst von den Kolonisatoren befreien konnten, hat das im Osten Europas so nicht stattfinden können. Es besteht ein geografisch begründetes Dauerproblem in Russland. [se]
"3. Die Grundlage für die Verwaltungsorganisation der U.Ŝ.E. ist die freieste Autonomie für die einzelnen Länder und Verwaltungsgebiete gemäß dem jetzigen Status.
[Eŭropanoj! Se vi volas ....] [Europäer! Wenn Sie einander verstehen wollen, lernen Sie Esperanto!]
paĝo 3 / Seite 3
ilustraĵo / Abbildung: La mondpotenco disiĝos en du partoj (Das Weltpotential wird sich in zwei Teile zergliedern.)
4. Einheitlich sei in der U.Ŝ.E. nur:
das Geld
die Armee
die Zoll- und
die Außenpolitik
5. Esperanto sei die offizielle Sprache für:
a) die Verwaltung der U.Ŝ.E.
b) das U.Ŝ.E.-Parlament
c) die U.Ŝ.E.-Armee
d) außerdem soll Esperanto die Zwischenkommunikationssprache von der U.Ŝ.E. und nationalen Verwaltungen sein.
e) Esperanto sei für alle Mittel- und Hochschulen obligatorisches Lehrobjekt und
f) Esperanto sei für alle Europäer die allgemeine helfende Sprache.
Warum Esperanto?
Nur deshalb, weil Esperanto eine neutrale und die am leichtesten erlernbare Sprache ist!
Nun, wer würde das U.Ŝ.E.-Programm verwirklichen können?
Die Esperantisten in Europa sind ausersehen, die Vereinigten Staaten von Europa zu verwirklichen."
Die Realität zeigt, die Verteilung von Kompetenzen auf die dafür geeignetsten Ebenen wird ein Dauerthema bleiben. Die Regeln müssen logisch nachvollziehbar sein und von allen Beteiligten wirklich eingehalten werden. Streitfälle sind zu klären. Denn es ist nicht immer einfach zu erkennen, was für wen gut oder schlecht ist. Das Interesse der Allgemeinheit muß dabei großes Gewicht haben. [se]
"Warum die Esperantisten?
1. Darum, weil sie infolge der "internen Idee" der Esperanto-Bewegung bereits Angehörige der gleichen Idee sind, gute Europäer sind, das heißt Europäer, welche keinen Chauvinismus, nationalen Hass und unproduktive Rivalität kennen.
2. Weil die Rahmenorganisation der Esperantisten die angemessenste Grundlage für den Beginn der U.Ŝ.E.-Bewegung ist. Weil man überall, in allen Städten und Kleinstädten mehr oder weniger Esperantisten vorfindet und sie aus allen Nationen und sozialen Klassen heraus rekrutiert werden.
3. Weil mittels der Ideen-Verbindung: "Vereinigte Staaten von Europa" und "Esperanto", beide Bewegungen mehr Begeisterung und Kraft erhalten. Die Esperantistenschaft wird ein hohes Ziel haben, jeder Gleichgesinnte wird wissen, daß das Studium der Hilfssprache nicht ohne praktisches Ziel ist, und Europa wird einen Weg finden, welcher aus dem Chaos führt.
4. Weil sich unter den Esperantisten, nach unserer Meinung, viele Idealisten befinden, welche in sich so viel von Zusatzstärken haben, daß sie außer ihrer Berufstätigkeit noch Zeit und Eifer finden, einer neuen Idee zu dienen."
[La ĝisnuna senutileco de Esperanto en la ĉiutaga vivo estis la kaŭzo, kial Esperanto ne divastiĝis tiel, kiel ĝi meritas. Nun la U.Ŝ.E.-ideo donas al Esperanto la eblecon por ĝia ĝenerala praktika aplikado.]
[Die bisherige Nichtnutzung von Esperanto im täglichen Leben war der Grund, warum Esperanto sich nicht so verbreitete – wie es das verdient.
Jetzt gibt die U.Ŝ.E-Idee dem Esperanto die Möglichkeit für seine allgemeine praktische Anwendung.]
paĝo 4 / Seite 4
 SAMIDEANOJ! (GLEICHGESINNTE!)
"Vieles verlangt man von euch. Nicht weniger, als daß ihr die Protagonisten, Vorkämpfer, Pioniere der U.Ŝ.E-Idee sein werden müsst. Von der U.Ŝ.E-Idee, deren Programmziel ist, für die Europäer die Initiative in der Fortentwicklung der Welt wiederzuerlangen. Weil sich zur Zeit die ökonomische Entschlusskraft in den Händen der US-Amerikaner befindet und die politische Entschlusskraft bei den Sowjet-Angehörigen. 
Wenn die Europäer die ungünstige Entwicklungstendenz nicht sehen werden und wenn sie nicht rechtzeitig vereinigt sind, dann wird sich Europa ökonomisch zu den USA und politisch zur USSR verkleinern.
Es ist möglich, damit die heutigen Politiker einen europäischen Staatenbund gründen, verwirklichen, werden sogar dann die Esperantisten jene sein, welche erstrangig bestimmt sind, die Staatenvereinigung zu kräftigen und zusammenzuhalten. Auch bei dieser Gelegenheit werden die Politiker den großen Wert und Kraft der "inneren Idee" in der Esperantobewegung sehen und sie werden sie sicherlich bei der Gründung der Vereinigten Staaten von Europa benötigen und nutzen.
Aber, wenn die tätigen Politiker diese große Idee nicht werden verwirklichen können, dann wird nur der lange und mühevolle Weg des U.Ŝ.E-Programms bleiben. Dieser Weg erfordert viel Energie, Hartnäckigkeit und Selbstvertrauen. Wir vermuten, daß man diese Qualitäten, Eigenschaften erstrangig bei den Esperantisten findet und darum glauben wir, daß die Esperantisten die Anführenden und Wegweisenden aus der Masse bei der Gründung der Vereinigten Staaten von Europa sein werden."
 SAMIDEANOJ! (GLEICHGESINNTE!)
"Ihr habt eine große Aufgabe. Eine Aufgabe, welche, wenn ihr sie verwirklicht, das Schicksal aller Europäer und sogar der gesamten Menschheit beeinflussen wird. Ergreift Mut und widmet eure Zusatzkräfte diesem großen Programm. Ihr habt die Aufgabe, alle Freunde der Esperanto-Bewegung und alle guten Europäer für die Verwirklichung der Vereinigten Staaten von Europa zu wecken und einzuladen. J.DÜA"
 REFLEKTORO. La vera suvereneco. (REFLEKTOR. Die wirkliche Souveränität)
"Die wirkliche Souveränität der Staaten erfordert vor allem die finanzielle Unabhängigkeit. ...."
Für Zauner sind diverse autonome Staaten innerhalb der UŜE viel unabhängiger und der finanzielle Status günstiger. Aktuell schadet gerade der Börsenkrach den USA. Um den fehlenden inländische Konsum auszugleichen, suchen sich die USA neue Konsumterritorien in Europa. [se]
"Graf Coudenhove-Kalergi behauptet, daß ein Sprachenproblem für Europa nicht besteht und stellt die Schweiz als Beispiel auf, in dem kleinen Land existieren drei offizielle Sprachen zur Zufriedenheit aller. Nun, dieses Beispiel ist unzureichend. Denn für nahezu alle großen Staaten in diesem Staatenbund (welcher U.Ŝ.E werden will) ist das Problem der einheitlichen Sprache eine Existenz-Bedingung. Ein sehr lehrsames Beispiel ist die ehemalige Österreich-Ungarische Monarchie, welche in den letzten Jahrzehnten das Regieren in vielen Sprachen (deutsch, ungarisch, kroatisch usw.) versuchte.
Und was war das Ergebnis?
Allerdings, das Sprachenproblem war ein bedeutsamer Grund von den vielen, aus welchen der Untergang der Monarchie resultierte."
[Samideanoj estas petataj sendi al ni eltranĉaĵojn kaj bildojn el naciaj gazetoj kaj revuoj pri la eŭropa problemo.]
[Gleichgesinnte werden gebeten, uns Ausschnitte und Abbildungen aus nationalen Zeitungen über das europäische Problem zu senden.]
paĝo 5 / Seite 5
El: (Aus: "Deutsche Wirtschafts-Illustrierte") Die amerikanischen Finanz- und Industrie-Kreise haben große Pläne für den ökonomischen Erwerb Europas. Der Export soll stark ausgebaut werden, es wurde bereits zu "Dumping"-Preisen geliefert. Europa wird als Konsumterritorium erobert. Inzwischen (2022) hat diese Welt-Rolle ein anderes Land übernommen. [se]
La struto kaj la Esperanto-movado. (Der Strauß und die Esperanto-Bewegung.)
"Man kann behaupten, daß in der Esperanto-Bewegung die Methode des Vogel Strauß herrscht: Vieles will man nicht sehen und wahrnehmen! Viele der Gleichgesinnten fürchten scheinbar die Wahrheit.
Zum Beispiel: Warum will man nicht die jetzige Interessenlosigkeit unter den Esperantisten an unserer Bewegung
bemerken?
War Budapest nicht ein "memento"?
Ist man nicht berechtigt dies zu fragen, als der Kongress von niemandem für 1930 eingeladen wurde?
Warum suchte man nicht den Grund?
Fehlte der Glaube an den Sieg?
Oder, ist die übertriebene Neutralität der Grund?
Fehlt der Esperantistenschaft das Vertrauen und die Treue?
Sicher gibt es viele Gründe, und wir glauben, der hauptsächliche Grund die bis jetzt vorhandene praktische Nutzenlosigkeit war.
Denkt also darüber nach ..."
Ist man nicht berechtigt dies zu fragen, als der Kongress von niemandem für 1930 eingeladen wurde? Möglicherweise wird der Satz falsch verstanden. Vielleicht meldeten sich UŜE-Vertreter an, die dann aber von den Kongress-Veranstaltern nicht eingeladen wurden. Was passierte also im Schatten der Geschichte? Das bleibt vorerst Spekulation und ist noch zu recherchieren.
21. Esperanto-Weltkongress 02.-09.08.1929 Budapest
22. Esperanto-Weltkongress 02.-08.08.1930 Oxford [se]
La timo de Moskvo pri projekto de Briand (Die Furcht Moskaus in Bezug auf das Projekt von Briand.)
"Wie die Zeitungen melden, stimmt die sowjetische Presse mit dem Projekt von Briand bezogen auf die europäische Vereinigung nicht überein. Man betrachtet gewöhnlich den Plan als Kampffront gegen die Sowjetunion."
Ameriko armas sin. (Amerika rüstet sich.)
"London. Dezember: Das amerikanische Marinekomitee fordert, daß die Union unverzüglich Flugzeugtragende Schiffe von 130.000 Tonnen zu bauen hat, zu welchem es gemäß dem Vertrag von Washington berechtigt ist. Das Komitee begründet diese Forderung damit, daß Britannien bis jetzt 108.000 Tonnen baute, während die USA nur 42.000 haben."
"Wie viele Europäer wären in die USA eingewandert, wenn nicht die Quote eingeführt wäre?"
La neŭtraleco. (Die Neutralität.)
"Einer der Leitgedanken der Esperanto-Bewegung ist die politische Neutralität. Es wäre untersuchenswert, ob die heutige übertriebene Neutralität der Anführer die Sache befördert oder nicht?
Oder hilft Esperanto mehr zu verbreiten diesen Organisationen, welche die Sprache nur als Mittel nutzen?
Auch die USA haben ein Interesse an der Vereinigung der europäischen Staaten. Weil das an die einzelnen Staaten geliehene Geld einfacher von den Staaten rückzahlbar ist, welche durch die Einigung reicher und zahlungsfähiger werden."
La 10 kaŭzoj de la eŭropa ĥaoso. (Die zehn Gründe des europäischen Chaos.)
 1. Die Zollgrenzen.
 2. Die verschiedenen Währungen.
 3. Die abgesonderte Außenpolitik der einzelnen Staaten.
 4. Das Fehlen der einheitlichen Sprache.
 5. Die abgesonderten staatlichen Armeebudgets.
 6. Die schlechte Organisation der Produktion.
 7. Die schlechte Organisation des Verkehrswesens.
 8. Die allgemeine Überpolitisierung.
 9. Die zu große Staatsmonopolisierung der Ökonomie.
10. Die übertriebene Staatsverwaltungs-Sorge über die Bürger.
RESPONDOJ (ANTWORTEN)
[SAMIDEANOJ!] [(GLEICHGESINNTE!)]
paĝo 6 / Seite 6
Spegulo de la eŭropa problemo (Spiegel des europäischen Problems)
ilustraĵoj / Abbildungen
In der Mitte: Die amerikanische Katze und die europäischen Mäuse.
Die Katze: Spielt nur, meine Kleinen, letztlich werde ich euch trotzdem fressen.
[MENDILO] [Bonvolu atendi!] [(BESTELLUNG)] [(Bitte gedulden!)]
Eldonisto kaj resp. redaktoro: JOZEFO ZAUNER, Timișoara (Rumanio-Banato) // HELICON, Timișoara 36773
2022032420220406SE
UŜE-EĤO 1930 -01- (Januaro) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek


UŜE-EĤO 1930  -02-  (Aprilo)
paĝo 1 / Seite 1
 USA - UŜE
Eŭropo estus pli riĉa ol USA, se ĝi estus pli bone organizita! (Europa wäre reicher als die USA, wäre es besser organisiert!)
"Wir sind uns unseres Mutes bewusst, bereits heute die UŜE mit den USA zu vergleichen.
Umso mehr, weil wir unter UŜE die Vereinigung von Kontinentaleuropa, Britannien, und Russland verstehen. Aber bereits in der ersten Nummer von "UŜE-EĤO" machten wir klar, daß eine andere Lösung des europäischen Problems als UŜE, nur die halb verrichtete Arbeit bedeuten würde.
Statistische Zahlen zeigen uns, daß UŜE territorial größer als die USA sein würde und auch mehr Einwohner hätte. Es ist nun interessant, festzustellen, daß die selben "Europäer", welche diesen großen allgemeinen Erfolg schufen, sich zuhause in Europa noch heute gegeneinander behindern. Denn die Einwohner von UŜE und USA gehören größtenteils zur selben Ethnie*, und auch der natürliche Reichtum der Länder ist nahezu gleich und dennoch besteht ein großer Unterschied in ihrem Erfolg, dann muß es sicher auch einen großen Unterschied in der Organisation dieser Staaten geben.  
Und wirklich, groß ist der Unterschied!
Wir wollen nun diese Entwicklungs-Faktoren finden, welche in den USA während kurzer Zeit unvergleichbaren wirtschaftlichen Erfolg und politische Macht ergaben.
Wir glauben, sie in dem Folgenden zu finden:
1. Einheitliche Wirtschaft.
2. Einheitliche Außenpolitik.
3. Gemeinsames Armee- und Marine-Budget.
4. Einheitliche Währung.
5. Einheitliche offizielle Sprache.
6. Wirtschaft, frei von den staatlichen Monopolen."
ilustraĵo / Abbildung: La vetkurado: USA - Eŭropo (Der Wettlauf: USA - Europa)

Europa und EU sind in einem Selbstfindungsprozess, in dem verschiedene Stadien nebeneinander existieren. Die angepasste Darstellung für das Jahr 2022 kann daher nur als grobe Verallgemeinerung verstanden werden. [se]
paĝo 2 / Seite 2
Bei gleichen Voraussetzungen, bei einer Übernahme erprobter Institutionen, würde Europa besser dastehen. Trotzdem bedeutet das nicht, daß alles zu übernehmen ist. Die folgenden Faktoren sind wichtig.
1. Eine einheitliche Wirtschaft ohne Zollgrenzen würde in der Folge auch soziale Probleme lösen.
2. Europa braucht eine einheitliche Außenpolitik. Innere Angelegenheiten sollen die Staaten selbst bearbeiten, das Gemeinsame gehört in ein Parlament der europäischen Parlamente.
3. Ohne gemeinsame Armee- und Marine-Haushalte wird eine wirkliche Zusammenarbeit nicht gelingen. Ein Paneuropa könnte die Ausgaben nicht reduzieren, da Britannien und Russland außerhalb dieses Rahmens blieben. Die UŜE würde die Kriegsgefahr verringern.
4./5. Dagegen sind einheitliche Währung und einheitliche Sprache einfacher umsetzbar.
6. Bei geringeren Rüstungskosten brauchte der Staat keine Monopol-Unternehmen. [se]
"Nun, zu lösende Aufgaben gibt es ausreichende, wenn man ernsthaft beabsichtigt, das UŜE-Programm zu verwirklichen. Große und schwerwiegende Probleme erwarten ihre Meister.
Aber wie beginnen, was tun?"
Anstataŭ politiko – hom-ekonomion! (Anstelle von Politik – Mensch-Wirtschaft!)
"Wir wollen neue Wege gehen um unser fernes Ziel zu erreichen. Die heutige Politik ist bereits mehr oder weniger veraltet. Nur noch wenige der Menschen haben Interesse an großen politischen Problemen. Sie sind zumeist bereits gleichgültig gegenüber jeder Konferenz, Sitzung, Rede und Ankündigung. Sie wurden anspruchslos gemacht und nicht sehr viel von den Politikern erwartend, damit sie danach nicht zu sehr enttäuscht würden. Wir beabsichtigen bei der Umsetzung des UŜE-Programms die Politik mit der Mensch-Wirtschaft zu ersetzen.
Aber was soll man unter Mensch-Wirtschaft verstehen?
Kurz: Die Mensch-Wirtschaft zielt auf ein Organisieren der Gesellschaft in vernünftiger und harmonischer Zusammenarbeit. Tiefgründiger erklärt: Erschaffen solcher wirtschaftlicher Situationen, welche es auf diese Weise den Individuen wie auch den Nationen freieste Fortentwicklung für den eigenen Vorteil und auch den Vorteil der ganzen Gesellschaft erlauben.
Im heutigen Europa ist die Entwicklungsmöglichkeit für Individuen und auch Nationen mehr oder weniger versperrt. Teils die Ausdehnungsbeschränkung der einzelnen Staaten, teils das wechselseitige Misstrauen verursachen eine Einschränkung der Entwicklung.
Und trotzdem fordert die Masse vor allem ein allgemeine freie Entwicklungsmöglichkeit. Individuen und Nationen wollen einen freien Weg haben. Ohne irgendeine staatliche Überfürsorge, bei freier Entwicklungsmöglichkeit, sicher würde jede Nation und jedes Individuum in dem Grenzenbefreiten Europa diesen Platz im Rahmen der Gesellschaft, welchen sie naturgegeben würdig sind, finden. 
So wie in irgendeiner großen Fabrik alles nur dann gelingt, wenn alle Mitarbeiter, beginnend von Transporteur bis Generaldirektor, jenes arbeiten, was ihren Fähigkeiten, Neigungen und Erziehungen entspricht, so ist auch irgendein großer Staatenbund nur dann erfolgreich, wenn jede Nation den für sie unter den Nationen ausersehenen Posten einnimmt.
Die erste Aufgabe der Mensch-Wirtschaft ist also, die öffentliche Aufmerksamkeit auf die wirtschaftlichen Probleme zu lenken und sie auf solche Weise zu lösen, daß eine Entwicklungsmöglichkeit für alle geschaffen wird.
Die Wirtschaft soll also in Zukunft die Hauptangelegenheit bei der Beherrschung haben, und nicht die Politik, die bis heute bestimmt.
Um die Mensch-Wirtschaft verständlicher zu machen, wollen wir auch erwähnen: Jede Nation besitzt besondere Neigungen und Fähigkeiten, welche sie von anderen unterscheiden und auszeichnen. Diese nationalen Qualitäten vervollständigen sich gleichsam wechselseitig und sie erbringen sicher mehr Wert und Achtung in jeder großen Staaten-Vereinigung als in den heutigen engen Ländern."
[Eŭropanoj! Esperanto devos esti la ĝenerala helpa lingvo en la venontaj Unuiĝintaj Ŝtatoj de Eŭropo, tial: lernu ĝin!]
[Europäer! Esperanto wird die allgemeine helfende Sprache in den kommenden Vereinigten Staaten von Europa sein müssen, darum lernt sie!]
paĝo 3 / Seite 3
ilustraĵo / Abbildung: La eŭropaj dogan-muroj (Die europäischen Zoll-Mauern.)
"UŜE-FONDANTOJ" ("UŜE-GRÜNDER")
"Das Programm ist aufgestellt, die Taktik geklärt, bleibt nur noch die Organisierung zu beschreiben, welche bestimmt sein wird, um das UŜE-Programm zu realisieren.
Wie man weiß, bestehen in allen europäischen Ländern viele Parteien mit unterschiedlichsten Programmen. Warum können sich nicht die Freunde der UŜE-Idee organisieren um die Vereinigten Staaten von Europa zu verwirklichen? Warum könnte man nicht sofort beginnen? Soll man nur weiter reden, wie bis jetzt? Wurde die Sache nicht auch ausreichend behandelt? Existieren noch aktive fähige Politiker, welche die Notwendigkeit der Vereinigten Staaten von Europa verleugnen? Liest man nicht genügend oft in den Zeitungen, daß nur die Vereinigung der europäischen Staaten die europäischen Probleme lösen wird?
Nun, wenn das Ziel klar ist, warum zögern?
Die UŜE-Freunde sollten die Initiatoren bei der Gründung der Organisation "UŜE-Gründer" sein. Wir wollen diese Organisation nicht UŜE-Partei nennen, weil wir keineswegs beabsichtigen, Methoden der bis jetzt geltenden Politik anzuwenden. Bewusst schlagen wir "UŜE-Gründer" als Namen vor, damit bereits der Name zeigen soll, daß diese Organisation positive Tendenzen hat: gründen wollen, aufbauen und nicht zerstören.
Es sei betont, daß diese Organisation nicht einen üblichen "Verein", "Gesellschaft" herstellen soll. Die Grundlagen dieser Organisationen sind unserem Ziel nicht angemessen. Entscheidungen dieser Gesellschaften werden von der Masse regelrecht ignoriert. Unsere Absicht ist vor allem, Abgeordnete dorthin zu entsenden, wo sie Teilnahme-berechtigt an Disputen über öffentliche Angelegenheiten sind und die Möglichkeit haben, die Entscheidungen zu beeinflussen. In einem Wort, wir beabsichtigen unsere Abgeordneten in Parlamente und Stadträte zu entsenden. Dort hätten die UŜE-Gründer vornehmlich die Aufgabe, die Öffentlichkeit über die Notwendigkeit ein vernünftiges Europa zu organisieren, aufzuklären; weiterhin müssten sie gegen die Volks-Intriganten und andere negative Staatselemente kämpfen. Darum ist es nötig, daß die UŜE-Freunde an den Wahlen teilnehmen sollen – Kommunalwahlen und Landtagswahlen – und auch ihre Kandidaten aufstellen.
Die Gleichgesinnten werden dieses sicher etwas mutig finden. Aber bitte über die Sache nachdenken. Gründlich darüber nachdenken. Sie werden sicher finden, daß die zu UŜE Gehörenden nur positive Ziele haben und in allen europäischen Ländern die Entwicklung nur positiv beeinflussen wollen. Sie werden sicher auch Gegner in den Parlamenten haben. Aber ohne Kämpfe gelingen große Ideen nicht."
 SAMIDEANOJ! (GLEICHGESINNTE!)
"Europa erlitt während der vergangenen Jahre bereits genug. Sogar heute hört man größtenteils nur Klage. In allen Teilen Europas stellt man Stillstand und Rückwärts-Entwicklung fest. Wir versuchten einen Weg zu zeigen, welcher, nach unserer entschlossenen Meinung, sicher aus dem Chaos führt und welcher die jetzigen tödlichen Zustände beendet. Es komme letztlich die Zeit von positiver Arbeit und Weiterentwicklung!
Ihr, Gleichgesinnte, seid bestimmt, die UŜE zu gründen, aufzubauen, zu beleben und zu beschützen. Ihr habt die Aufgabe von Parlament zu Parlament die Schwierigkeiten zu überbrücken und auf diese Weise die Europäer gegenseitig einander anzunähern. Eurer bekannter Optimismus verstärke die Hoffnung in den Europäern an eine bessere Zukunft. Sagt den Pessimisten mutig, daß es noch eine kleine Schar von Europäern gibt, die an die große Zukunft Europas glauben. J.Z."
[Ni volas nur daŭrigi la grandan verkon de Zamenhof: Kiel li kunigis en Esperanto la eŭropajn lingvojn, tiel ni volas – laŭ lia denco – unuigi en la kadro de UŜE la eŭropajn naciojn.]
[Wir wollen nur das große Werk von Zamenhof fortführen: Wie er in Esperanto die europäischen Sprachen zusammenbrachte, so wollen wir – in seinem Sinn –  die europäischen Nationen im Rahmen von UŜE vereinigen.]
paĝo 4 / Seite 4
 Reflektoro (Reflektor)
La teĥnikistoj superis la politikistojn (Die Techniker übertrafen die Politiker)
"Während der feierlichen Eröffnung der Marine-Konferenz in London, konnte man per Radio beinahe in der ganzen Welt die Rede vom englischen König hören.
Die Journalisten meldeten danach, daß etwa 100 Millionen Menschen die wichtigen Worte von diesem seltenen Sprecher vor dem Mikrofon hörten.
Die Radiotechnik triumphierte.
Etwa 100 Millionen Menschen hörten die Stimme des großen Königs. Ob auch alle die Rede verstanden?
Gewiss nicht!
War dieser Anlass nicht auch ein Argument für die Notwendigkeit einer einheitlicher Weltsprache?
Bewies es nicht, daß die Techniker die Politiker übertrafen?
Warum können nicht auch Politiker diese große Entwicklung so wie die Techniker vollbringen, welche die Welt in den letzten Jahrzehnten so "verkleinerten"?
Sie erfanden und konstruierten das Automobil, Telefon, Flugzeug, Radio usw.
Mittels dieser Werkzeuge näherten sich die Völker an.
Und was taten unterdessen die Politiker?"
Mallongaj sciigoj (Kurze Mitteilungen)
""GENERAL MOTORS" kaufte "OPEL" ...."
Aufzählung weiterer von USA aufgekaufter europäischer Firmen [se]
Rusujo intencas enkonduki la latinan alfabeton (Russland beabsichtigt, das lateinische Alphabet einzuführen.)
"Die Sowjet-Regierung beabsichtigt, ...." Die verschiedenen kaukasischen Völker hätten bereits Kenntnisse des lateinischen Alphabets. Auch die große slawische Nation könnte die lateinischen Buchstaben nutzen. Zuerst wären Propaganda-Bücher zu drucken. [se]
 Eŭropaĵoj (Europäisches)
"(Die Gleichgesinnten werden gebeten uns authentische Ereignisse über das europäische Chaos mitzuteilen. Vor allem über Schwierigkeiten von Verkehr, Passwesen, Währung, Zoll usw. Mit ihnen wollen wir das allgemeine Interesse auf solche Mittelalterlichen Verhältnisse konzentrieren.)"
La praktika turkino (Die praktische Türkin)
Am Beispiel wird die Umständlichkeit einer Reise wegen der vielen Währungen und Sprachen gezeigt. [se]
IU, KIU SEN SALAJRO VOLAS LABORI 20 HOROJN ĈIUTAGE
(JEMAND, DER OHNE LOHN 20 STUNDEN TÄGLICH ARBEITEN WILL)
In einer Annonce wird die Arbeitskraft allein für bescheidene Ernährung angeboten. [se]
Radikala solvo (Radikale Lösung)
Da wegen der Wirtschaftslage viele Selbstmorde durch zum Reinigen gedachtes Stein-Soda geschehen, wird anstatt die wirtschaftliche Misere zu lösen, der freie Verkauf untersagt. [se]
[Samideanoj! Se vi volas disvastigi la UŜE-ideojn, bonvolu traduki el "UŜE-EĤO" tekston en vian nacian lingvon kaj publici ĝin en viaj gazetoj!]
[Gleichgesinnte! Wenn ihr die UŜE-Ideen verbreiten wollt, bitte aus UŜE-EĤO einen Text in eure nationale Sprache übersetzen und ihn in euren Zeitungen veröffentlichen!]
Doch selbst im Jahr 2022 ist das nur schwer zu realisieren. Die Trennung von allgemein öffentlicher Information und Esperantothemen in den Medien ist bis auf wenige Ausnahmen in der Geschichte (s. Stead) auch heute üblich. [se]
paĝo 5 / Seite 5
INTER NI (UNTER UNS )
"LINGVO-SPORTO" ("SPRACH-SPORT")
"Man konnte von dem größten Teil der Menschen nicht fordern, daß sie Esperanto lernen sollen, weil sie nach ihrer Meinung nicht die Zeit für Ausüben von Sprach-Sport haben. Ihre tägliche Kümmernisse im Lebenskampf erlaubt ihnen nicht diesen "Luxus". Wenn sie zufällig etwas über Esperanto hören, dann loben und bemerken sie regelmäßig: "Esperanto ist genial und schön, auch tauglich, aber ich brauche es nicht, weil ich keine Gelegenheit für seine Anwendung habe."
Die Esperantisten sind in den Augen der Masse nur Angehörige irgendeines Sprach-Sports und Träumer mit Utopien.
Die erforderliche Zeit der Sprach-Erschaffung in der Esperanto-Bewegung ergab die zweifelsfreie Tauglichkeit von Esperanto. Während vieler Jahrzehnte legten Zamenhof und seine Anhänger das Felsenfeste Fundament der künftigen helfenden Sprache für alle.
Nun ende die Zeit des Sprach-Sports und es komme die Periode der allgemeinen Anwendung!
Die Esperantisten finden in dem UŜE-Programm die Möglichkeit vor, die Europäer über die Tauglichkeit und den Nutzen von Esperanto zu überzeugen."
PRI LA ABON-PREZO (DEN ABON-PREIS BETREFFEND)
"In dem europäischen Währungs-Chaos versuchen wir uns selbst zu helfen. Wir wollen eine neue Methode für das bezahlen eines Abonnement ausprobieren. Um die Landesgemäße Preisfestlegung von UŜE-EĤO zu vereinfachen, führen wir den "apselo" als Preis-Einheit ein.
1 "apselo" gleicht 1 Frankierung für einen einfachen normal-schweren Auslandsbrief, wo mehr als ein Tarif für Auslandsbriefe gilt, dort gilt die höchste Frankierung.
Es ist richtig, daß Wert-Unterschiede zwischen den verschiedenen Frankier-Tarifen bestehen, doch diese sind nicht so schwerwiegend für unseren Verlag (weil sie sich zueinander ausgleichen), als der Vorteil, welcher den Abonnenten die Methode verschafft, den Abo-Preis entsprechend "apselo" festzulegen.
Antwortscheine der Post passen nicht als Abonnier-Zahlungsmittel für alle, weil ihr Kaufpreis höher als die tatsächliche Währung ist."
Samideano! (Gleichgesinnter!)
"Wenn du Interesse an unserer Zeitung hast, dann lege bitteschön mit deinem Bestell-Formular einige jetzt-gültige unbenutzte Briefmarken deines Landes (sie bitte nicht aufkleben) in ein Kuvert hinein, mache deren Währung gleich 4.– apselo, schreibe auf den Briefumschlag die Adresse:
"UŜE-EĤO"
Verlag: "LIBRO"
TEMESWAR 1, Strada Lonovici 1
(Rumänien - Banat)
danach zur Post bringen – und da ist deine Abonnement-Bezahlung für 1930 schon eingerichtet."
[Ĉu vi havas bonajn ideojn?] [(Hast du gute Ideen?)
Versuche, dir wirksame Werbe*-Zeichnungen für das UŜE-Programm auszudenken!
Wir können sie anwenden.
Sende uns deine Zeichnungen oder darüber aufgeschriebene Ideen (welche unser Zeichner zeichnen würde) und wir vergüten alle passenden originalen Zeichnungen mit 5 .– Dollar
und textliche Ideen mit 3.– Dollar
Die nicht angenommenen Zeichnungen und Texte werden zurückgesandt.
"UŜE-EĤO", "LIBRO"]
[Respondoj] [(Rückantworten)
Alle, welche uns Adressen von UŜE-Freunden sendeten, bitte nehmt unsere herzlichen Danksagungen entgegen]
"F.B. in Heilbronn. Ich danke vielmals Ihren Glückwünschen. Ihr Abonnement merkten wir für die Nummern 1 bis 5 vor. ...."
 [Samideanoj!] [(Gleichgesinnte!)
Bitte vermerkt hier unten Adressen von guten Europäern, welche Interesse an der UŜE-Idee haben. Sie werden ein Probeexemplar von "UŜE-EĤO" empfangen.
Name | Adresse ....]
Ausschneide-Formular auf gegenüberliegender Seite 6 (MENDILO) [se]
paĝo 6 / Seite 6
Spegulo de la eŭropa problemo (Spiegel des europäischen Problems)
ilustraĵoj / Abbildungen
Bsp. "Amerika: "Europa ist für mich bereits vereint" (durch die Kriegsschulden)."
[MENDILO] [(Bestellungsformular)
Ich abonniere die dreimonatige Zeitung "UŜE-EĤO" und sende Ihnen für 1930 anbei in jetzt gültigen unbenutzten Briefmarken:
(Bitte nicht aufkleben!)
Adresse: ....
Bitte dieses Bestellformular ausschneiden und mit der Abonnement-Zahlung in einem verschlossenen Kuvert an den Verlag von "UŜE-EĤO" senden.
"LIBRO" ("BUCH") Temeswar 1, Str. Lonovici 1 (Rumänien-Banat)
Sieh die Rückseite an!]
Ausschneide-Formular auf gegenüberliegender Seite 5 (Gleichgesinnte) [se]
[La abonprezo de "UŜE-EĤO" estas por 1930 ....]
[Der Abonnement-Preis von "UŜE-EĤO" ist für 1930 (4 Nummern): 4.– "apselo" ....]
Eldonisto .... Herausgeber und jeweiliger Redakteur: JOSEF ZAUNER, TEMESWAR (Rumänien-Banat) :: Druckerei: PAUL GÖRING, Magdeburg-N. (Deutschland)
Ab der Nummer 2 (außer Nr. 4) wird die Druckerei Paul Göring angegeben. Dies blieb so bis zur Nummer 9. Ab 1933 fiel diese Angabe zur Druckerei weg. Sicher führte der Machtwechsel in Deutschland dazu. Paul Göring konnte später in der DDR noch drucken, allerdings blieb es schwierig, Esperanto-Texte und vor allem freie Inhalte zu verbreiten. [se]
2022040620220421SE
UŜE-EĤO 1930 -02- (Aprilo) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek


UŜE-EĤO 1930  -03-  (Julio)
paĝo 1 / Seite 1
ilustraĵo / Abbildung: ESPERANTISOJ! REALIGU U.Ŝ.E. (UNUIĜINTAJ ....)
ESPERANTISTEN! VERWIRKLICHT U.Ŝ.E. (VEREINIGTE STAATEN VON EUROPA)
QUO VADIS EŬROPO? (WOHIN GEHST DU EUROPA?)
"Die Entwicklung irgendeines Kontinents, wie beispielsweise die Europas vorherzusagen, ist nahezu eine Unmöglichkeit. Was man tun kann ist: aus vielen, mehreren wichtigen Faktoren diese herausfinden, welche die Entwicklung von Europa beeinflussen, sie gemäß ihrem Nutzen untersuchen und auf diese Weise versuchen, den Weg des künftigen Westens festzulegen. Vier Faktoren scheinen gesetzgebende in der Weg-Bereitung von Europa zu sein. Gewissermaßen vier Konstruktionspläne existieren, aber welcher von ihnen wird verwirklicht werden, das ist eine große Frage. Wir wollen diese – entsprechend dem Alter gruppierten – Faktoren genau untersuchen.
1._Nationalstaatliches Europa. Das ist der heutige politische Zustand Europas. Sicher der stärkste Faktor in der Entwicklung unseres Kontinents, weil jedem einzelnen Staat übereinstimmende Macht-Mittel zur Verfügung stehen um die gegenwärtige nationalstaatliche Gruppierungs-Bildung zu bewahren und auszubauen.
Mehrere Beweggründe plädieren für diese Entwicklungs-Faktoren:
A)_Die nationalen Bestrebungen der Europäer sind größtenteils erreicht, aber die Zeit war bis jetzt zu kurz, damit sie auch zufriedenstellend sei. Dies bedeutet: Mit dem sich Aufstellen der neuen Nationalstaaten fand in einem großen Teil Europas auch ein sozialer Klassen-Wechsel statt. Die neuen angeführten sozialen Klassen hatten nicht einmal die Zeit, die nationalen Pläne voll auszubauen und ihre nationalen Kräfte (Nationale Armee, nationale Industrie, usw.) zufriedenstellend funktionieren zu lassen.
B)_Das selbe gilt für Staaten, welche mittels Revolution einen Wechsel der sozialen Klassen durchliefen und die neuen Elemente in der Staatsführung ihr Programm noch nicht voll und ganz effektivieren konnten. Es ist also ganz nachvollziehbar, daß ein großer Teil der Europäer ein Interesse hat, die jetzige Gruppenbildung unseres Kontinents zu erhalten.
C)_Auch der "Rhythmus der Geschichte" tritt noch für das national-staatliche Europa ein. Nach einem großen Welt-Ereignis, welches der Weltkrieg war, ist nicht wahrscheinlich, daß nach kurzer Zeit ein so gleich bedeutendes kommen wird, wie es die Vereinigung Europas sein würde.
Gegen das nationalstaatliche Europa sprechen folgende Gründe:
a)_Die Konkurrenz der USA, welche für Europa einen kaum erreichbaren Vorsprung erlangte.
b)_Die politische Propaganda* Russlands, welche das europäische Chaos als passendes Territorium betrachtet, um kommunistische Ideale zu verbreiten*.
c)_Die allgemeine veraltete Staatspolitische Organisierung in Europa.
d)_Arbeitslosigkeit, welche letztlich aus dem heutigen europäischen Zollsystem ableitbar ist.
e)_Problem der Minderheiten. (Siehe auch die "Zehn Gründe der europäischen Chaos" in der ersten Nummer von "UŜE-EĤO".)
Gründe gegen das national-staatliche Europa scheinen stärker zu sein als jene, welche dafür plädieren. Also, es ist nicht verwunderlich, wenn man für das jetzige ungleich gesinnte, wirtschaftlich und politisch außerordentlich geschwächte Europa einen Ausweg sucht, welcher eine Wiedergeburt und Erstarkung ermöglicht. Man empfiehlt sogar mehrere solcher Auswege. Aus diesen seien folgende erwähnt:
paĝo 2 / Seite 2
_2. (Faktor) U.d.S.S.R., das heißt Union der Sozialistischen Sowjet-Republiken, deren bekanntes Programm zuallererst auf die Revolutionierung der europäischen Staaten zielt. Ihr Programm ist klar: sozial "erweichen" und in einem passenden Moment, mit einer Revolution einen Staat nach dem anderen an die Union der S.S.R. anschließen.
Für diesen Entwicklungs-Faktor plädiert:
A)_Die Wirtschaftliche Misere Europas treibt sehr viele Unzufriedene in der Reihen der Kommunisten, welche mittels Revolution einen Wechsel der sozialen Klassen herbeizukommen beabsichtigen, damit sie ihren Lebenshunger und ihre Agilität beruhigen können.
B)_Die politische Ungleich-Gesinnung und Feindschaft der Europäer unter sich, und der, davon angeborene angespannte politische Zustand.
C)_Einheit und Zielwissen der Sowjet-Regierung bei der Verwirklichung des kommunistischen Programms.
D)_Jahrhundertelang unterdrückte Volkskraft der Russen fanden nun Wirk- und Entwicklungs-Möglichkeiten.
E)_Kinder-Reichtum Russlands (verglichen mit großteils Kinderarmen Europa).
Gegen den Faktor der UdSSR als etwaiger künftiger Eroberer von Europa sprechen folgende Gründe:
a)_Ein Sieg der kommunistischen Pläne in Europa würde nur eine teilweise Lösung des europäischen Problems bedeuten. Das "proletarische Paradies" würde noch lange nicht für alle ein Paradies sein.
b)_Die russische Revolution ist noch betrachtbar als Stoßwelle der großen französischen Revolution. (Mehr als ein Jahrhundert dauerte es, bis diese Welle Russland erreichte.) Mit etwas Mut kann behauptet werden, daß sich Russland mittels dieser Revolution gleichsam europäisiert. Nicht beachtender Parallele zwischen französischer und russischer Revolution, sei vornehmlich betont, daß die sowjetischen Führer von Russland nach der Revolution, vor der russischen Masse eine USA – nach Rabindranath Tagore "ermächtigtes Europa" – als nachgeahmte Staats-Organisierung  errichteten.* Nachrevolutionäre Führer der Sowjetunion beabsichtigen das Bildungs-Niveau des russischen Volkes bis auf das europäische Niveau zu erhöhen. Eine Revolution, welche Russen im Jahr 1917 machten, fand bei den europäischen Staaten großteils bereits früher statt. Weil Europa bereits nicht mehr solche politischen Umstände kennt, die in Russland vor 1917 herrschten, ist nicht wahrscheinlich, daß sich die Ideologie* der Russen übermäßig bei uns verwurzeln wird.
c)_In der UdSSR betrachtet man das Konfessionsproblem als Hauptpunkt der Staatspolitik. Das ist, in weitem Sinn des Wortes "Luxus". Solange die USA 100-prozentige Wirtschaftspolitik machen werden, wird allen anderen Staaten der Erde aufgenötigt sein das selbe zu tun. USA ist nun Wegbereiter der Entwicklung. Europa und Russland können sich keinen Glaubens-Krieg gestatten (wie es beispielsweise der 30-jährige Krieg war).
d)_Ein Staat mit bürokratischer Wirtschafts-Führung kann diese nicht dauerhaft bewahren. Die übermäßige Staats-Verwaltungs-Einmischung in den Angelegenheiten der Bürger und das Unterdrücken der Privatinitiative bedeutet: keinen Nutzen aus den Volksstärken zu ziehen. Die moderne Staats-Kunst dagegen fordert von allen Volksstärken einen Nutzen zu ziehen und eine volle Aufwertung."
Im Prinzip stufen Imperien ihre "angeschlossenen Gebiete" je nach kultureller Nähe ab. Hitler wie Stalin bildeten praktisch Vasallenstaaten. Die Idee des Sozialismus bot Stalin eine Möglichkeit, die imperiale Weltherrschafts-Idee zu verbergen. Nach dem Tod Stalins wurde in der UdSSR und damit auch in Osteuropa ein Teil der Vergangenheit bewältigt. Man fand, alle Probleme hingen wohl mit dem Personenkult um Stalin zusammen. Und tatsächlich wurde der "real existierende Sozialismus" danach milder. Doch die Ursache des Personenkults wurde bis in die Gegenwart nicht wirklich aufgearbeitet. Es ist die Struktur an sich. Zur Geschichte Russlands gesellt sich die UdSSR-Geschichte. Sie ordnet sich in die Tradition des zentralistisch geführten Kolonialgebildes ein. Umgekehrt nutzt Russland heute (2022) das Wissen aus der vergangenen Sowjetunion. Die von der UdSSR nach der Theorie erhofften Revolutionen im eigentlichen Sinn blieben aus. Tatsächlich wurden östliche Staaten Europas vom Nationalsozialismus befreit. Diese Erzählung wird heute von Putin für den Überfall auf die souveräne Ukraine übertragen, entstellt und missbraucht. Statt durch Revolutionen entstanden auf den von der UdSSR nach dem Krieg besetzten Gebieten weitgehend Satellitenstaaten, auch wenn nicht alle Staaten in Osteuropa automatisch zu Sowjetrepubliken wurden. Den späteren Verlust können die russischen Rassisten, Imperialisten, Nationalisten nicht verschmerzen.
Auch diese Idee ist in Umlauf: "Wo ein Russe ist, ist Russland". Wenn es also der Zentrale in Russland ermöglicht wird, holt sie sich in der Konsequenz die ganze Welt. Das Problem liegt nicht in der allgemeinen Kultur, es liegt eben in der Struktur, die dann natürlich auch auf die Kultur zurückwirkt. Eine Reaktion auf diese Umstände war die Adaption des Zentralismus und die resultierende Idee Lenins eines "demokratischen Zentralismus". Man würde das heute eine Verschlimm-besserung nennen. Tatsächlich gibt es heute sogenannte Linke, die insgeheim von einem durch Russland zwangseingeführten "Sozialismus" träumen. Dabei geht es doch Russland allein um Macht. [se]

"Bekanntester Vorschlag um das europäische Problem zu lösen nennt sich (dies ist der 3. Faktor)
Paneuropa
Mit Freude kann man in Zeitungen über Fortschritte dieser Bewegung lesen. Briand, Minister für Außenangelegenheiten in Frankreich, sendete an 27 europäische Staaten einen Fragenkatalog zur Lösung der drängendsten europäischen Probleme. Coudenhove-Kalergie veröffentlichte ein Projekt für einen Paneuropa-Pakt.
Weniger erfreulich sind die praktischen Ergebnisse der letzten Zoll-Konferenz. Wegen vieler Vorbehalte der Genfer Zoll-Übereinkunft, verschwand jede Aussicht um baldige Beseitigung der Zoll-Grenzen. Tatsächlich sind die Zoll-Tarife erhöht, als wenn in Genf nichts zu veranlassen sei.
Zu unseren Erklärungen in den vorherigen Nummern von UŜE-EĤO wollen wir noch auf folgende Argumente aufmerksam machen, welche für und gegen Paneuropa eintreten.
Dafür spricht:
A)_Daß aktive Politiker, wie beispielsweise Briand und andere bedeutende Persönlichkeiten sich mit der Angelegenheit beschäftigen.
B)_Daß mittels der Verbreitung von Paneuropa-Ideen das europäische Problem in den Vorderbereich der Diskussionen gestoßen wird.
Dagegen spricht:
a)_Wenn man versucht das paneuropäische Programm zu Ende zu denken, dann wird klar, daß dessen Verwirklichung sich nach irgendeinem gewissen Punkt nicht weiter entwickeln wird. (Bis zum Problem der Beziehung von Britannien und Russland zu Paneuropa.)
b)_Das Paneuropa-Projekt zielt nicht darauf, die Souveränitäts-Ansprüche der einzelnen Staaten zu verkleinern, aber ohne dieses wird doch eine Vereinigung von Europa nicht bestehen.
c)_Werden in Paneuropa die kleinen Staaten – ohne gemeinsame Hilfssprache – nicht zu unbeachtet sein? Spielen sie nicht bezogen auf die Großstaaten die selbe Rolle, wie die jetzigen Minderheiten?
d)_Größter Gegner Paneuropas ist die sogenannte "Nationale Industrie", besser gesagt "Geschützte Industrie". Unter der Devise "um die volle wirtschaftliche Unabhängigkeit bezogen zum Ausland, auch während eines etwaigen Krieges sicherzustellen" sind mittels Zoll-Tarifen, irgendwelche, für alle Anlässe vorbereitete eigene Industrie und ganz unabhängige Wirtschaft bezogen zum Ausland geschützt, sogar in kleinen Staaten, Industrien, welche keineswegs  ein Existenzrecht haben.
Locheur, französischer Minister, machte in Zeitungsartikeln sehr verständlich die "Bindung zwischen selbständiger Armee und Zollgrenzen" klar. Bis unabhängige Armeen bestehen werden, solange wird man sich bemühen, im Interesse der nationalen Selbstverteidigung, mit Zoll-Tarifen, irgendeine, für alle Anlässe vorbereitete eigene Industrie und ganz unabhängige Wirtschaft bezogen zum Ausland zu erlangen.
Neben einer Beseitigung von Zoll-Grenzen muß man die Spezialisierung der Produktion (so wie wir dies bereits mehrmals erwähnten) aufrechnen, welche sich an die geographischen Lage lehnt. (In der Nähe von Metall-Lagerstätten wird sich Metall-Industrie entwickeln, in geeigneten Regionen Weizenerzeugung usw.) Durch diese örtliche Zergliederung der Produktion kann es geschehen, daß beispielsweise Länder nahezu ohne Eisen-Produktion bestehen würden, ohne Weizen usw., welcher Umstand bei einem möglichen Krieg katastrophale Resultate haben würde."

Die Europäische Union (EU) hat wohl bei den hier angeführten Modellen die größte Nähe zu Paneuropa. Im normalen Leben sehen sich aber die meisten Einwohner nur als Bürger in einem national-staatlichen Europa so wie im Modell 1. Sie empfinden die EU als etwas übergestülptes fremdes. Noch immer sprechen die nationalen Regierungen von Landesverteidigung, wo es doch keinen Krieg untereinander  geben soll. Längst ist eine europäische Armee nötig. Vielen Bürgern ist nicht klar, daß die gemeinsame Währung und die Koordinierung in vielen Bereichen bereits schlimmeres verhindert hat. Die Gurkenkrümmung war eine Forderung der Wirtschaft. Der "Teuro" ist ein internes deutschsprachiges Wortspiel, nur für Deutsche. Es ist an der Zeit, daß die nationalen Bürger bewußte Europäer werden. [se]
[Streĉon sekvas malstreĉo. Se tiu ĉi natur-leĝo ankoraŭ havas valoron, tiam – post la granda milito kaj malriĉiĝo de Eŭropo devas sekvi nova epoko, en kiu Eŭropo unuiĝos, saniĝos, fariĝos potenca kaj gvidanta en la mondo.]
[Spannung folgt Lockerung. Wenn dieses Naturgesetz noch einen Wert hat, dann – muß nach dem großen Krieg und einer Verarmung Europas eine neue Epoche folgen, in welcher Europa sich vereinigen, gesunden, sich mächtig und führend in der Welt machen wird.]
Natürlich hat (2022) ein sich einigendes Europa nicht mehr das Ziel, über andere Weltregionen zu herrschen. Längst ist die Zeit der Kolonisierung durch Europa vorbei und längst wirkten die ehemaligen kolonialen Mächte auf Europa zurück. Politische Verspätungen sind eher bei Nicht-EU-mitgliedern wie Britannien oder Russland festzustellen. Heute gilt es, sich in der Welt als Gleiches unter Gleichen zu behaupten. Dies ist nach der Zeit der Kolonisierung von anderen Erdteilen an der Zeit, zumal jetzt ein Prozess der Selbstfindung dringend notwendig wird. [se]
paĝo 3 / Seite 3
"Als vierten Faktor der Europa-Entwicklung wollen wir UŜE zitieren. Noch unbekannt und fremd, in einem Anfang der allgemeinen Entwicklung. Das Ziel – die basierende, tiefschürfende Idee – ist bei Paneuropa und UŜE die selbe, nur die Wege hin zu diesen, das "wie", ist anders.
Hier jene Unterschiede der Taktik:
Paneuropa beabsichtigt das Ziel mittels Zusammenarbeit der jetzigen Staaten-Führer zu erreichen. Nach unserer Meinung wurzeln diese Volks-Anführer geistig – von ihrer Aktivität bis jetzt – auf diese Weise in die Vergangenheit, daß sie nicht ganzen Herzens der Vereinigung Europas dienen können. Das UŜE-Programm glaubt mit neuen, frischen ungenutzten Kräften das Ziel früher zu erreichen. Kurz, man muß den Unterschied so ausdrücken: Paneuropa beabsichtigt, das Ziel "von oben" zu erreichen, UŜE "von unten", oder Paneuropa wählt den "steilen" und UŜE den langen, "wenig steilen" Weg.
Dadurch, daß die Paneuropa-Bewegung hauptsächlich abzielt, Kontinental-Europa zu vereinigen, macht sie gewissermaßen eine große Vorarbeit für die kommende U.Ŝ.E.  Wie bekannt, stellt das UŜE-Programm sich die Aufgabe, einen Staatsrahmen für eine Zusammenarbeit der drei Staaten-Gruppen zu erschaffen: Britannien, Paneuropa und Russland. Zwei künftige Teilnehmer dieser geplanten mächtigen Staaten-Vereinigung sind bereits organisiert, fehlt noch der dritte in dem Bund, der heißt Paneuropa, dessen Zusammentun die Aufgabe der Paneuropa-Bewegung ist.
Das UŜE-Programm hat nun die interessante Aufgabe, das Paneuropa-Programm aus diesem Stadium seiner Entwicklung fortzuführen wenn es sich selbst nicht mehr weiterentwickeln kann.
Kurz: Die Paneuropa-Bewegung ist gewissermaßen das "praeludium (Vorspiel)" zum UŜE-Programm.
Der Unterschied zwischen Bundes-Staaten und vereinigten Staaten ist am besten verständlich zu machen, wenn man die USA vor und nach 1788 vergleicht. Nur nachdem man den "USA-Staatsbürger" erschuf, erhielt der ganze Staat sein einheitliches Aussehen. Ebenso könnte man auch auf unserem Kontinent nur dann eine Vereinigung erreichen, wenn es Erfolg haben würde einen "Europäer" zu erschaffen, welcher die europäische Interessen über die seiner nationalen stellt. Das UŜE-Programm glaubt, dieses mit Esperanto zu erreichen. Nicht in Betracht ziehend die einfache Erlernbarkeit dieser Sprache, mittels der "darin-liegenden Idee", ist der große Teil ihrer Anhängerschaft toleranter im nationalen Verhältnis."
Für EDE steht heute die Aufgabe, auf den Zusammenhang zwischen Europäischem Bewußtsein und gemeinsamer Sprache hinzuweisen. Den Gesellschaften fehlt das Verständnis und damit die Chance, Europa weiterzuentwickeln. Der Teufelskreis muß durchbrochen werden. [se]
"Die gewünschte freundschaftliche Grundlage für die europäische Zusammenarbeit findet man bereits im Kleinen unter der Esperantisten-Schaft verwirklicht. Schätzt ein aufrichtiger Esperantist wirklich Gleichgesinnte entsprechend ihrer Nationalität? Gilt nicht bei Gleichgesinnten nur die Fähigkeit, die Arbeit? Soll das nicht auch die Stimmung der zukünftigen Europäer sein? Auf welche Weise ist es möglich, diese Stimmung früher zu erreichen, ob mittels Staaten-Bund, oder über vertrautere vereinigte Staaten?
Auf welche Weise soll der Angehörige irgendeiner kleinen Nation in dem neuen Europa Erfolg haben, wenn die jetzige bewahrt bleibt?
Wäre es nicht vorzuziehen, eine neutrale Hilfs-Sprache zu wählen, als zweite für alle, zu welcher alle europäischen Nationen gleich entfernt sind? Muß nicht jeder überzeugte Esperantist erkennen, daß nun die Zeit ist, Esperanto als die allgemeine Hilfs-Sprache für alle Europäer zu empfehlen? Wir meinen, daß dieses nicht den Programmpunkt der Esperanto-Bewegung behindern würde – eine Welt-Hilfs-Sprache zu machen – wenn man mit der Verwirklichung dieses Programm-Punktes gerade in der Heimat von Esperanto, in Europa beginnen wird. Dies würde nicht unmöglich machen, daß andere Kontinente Europa folgen.
Wesentliche Vorbedingungen des europäischen Zusammentuns ist das psychologische, seelische und geistige wechselseitige Verständnis. Wenn man heutige führende Zeitungen in Europa liest, überzeugt man sich, daß die "Europäisierung" des jetzigen allgemeinen Stimmungs-Zustandes noch einen sehr starken Kampf erfordert. Denkt man darüber nach, welche starken Kämpfe beispielsweise die Einigung von Italien oder Deutschland kosteten, dann kann man sich die Größe des beachtlichen Kampfes vorstellen. Wir wählen als ausgehenden Punkt für die Lösung des europäischen Problems die Esperanto-Bewegung, weil wir darin bereits faktisch den gewünschten Staats-Stimmungs-Zustand finden und nur deren Steigerung und Verallgemeinerung zu vollziehen übrig bleiben wird – Der große Kampf für die Vereinigten Staaten von Europa wird nicht vergebens sein. Generationen und Generationen werden die Früchte genießen.
Welcher der genannten vier Faktoren nun entscheidend die Entwicklung Europas beeinflussen wird, dies wird zeigen – die Zeit. J. Zauner"
ilustraĵo / Abbildung: Kiun vojon elektos Eŭropo? (Welchen Weg wird Europa wählen?)
Europa -
- Nationalstaatliches Europa
- UdSSR
- Paneuropa
- U.Ŝ.E.
Ĉe-Instituto en Hago ("Tsche"-Institut in Den Haag)
"Die Esperanto-Presse berichtete, daß man am 24. Mai das Internationale Ĉe*-Institut ("Tsche") einweihte, dessen Ziel die weltweite Verbreitung von Esperanto im großen Maßstab mittels Ĉe-Methode-Lehrgängen, und die Organisation von internationalen Ĉe-Kursen von Esperanto für die verschiedenen nationalen weltweiten Lehrer ist.
– Den Haag ...
Vor dem Krieg baute man den Friedens-Palast in Den Haag. Mit ihm demonstrierte man für den Welt-Frieden, die Beseitigung der Kriege beabsichtigend. Und was war das Ergebnis der schönen Bestrebung?
– Krieg in der Zeit von 1914 - 1918; der grausamste Krieg der Welt!
Nun, Esperantisten begannen ein Institut in Den Haag zu schaffen, dessen Leiter – nach unserer Meinung – günstigere Aussichten in der Welt haben werden, als es die erfolglose Den Haager Friedensbewegung hatte, weil mit ihrer neu untermauerten Arbeit die wirkliche, praktische Epoche der Friedensbewegung begonnen wird: sie ist der Grenz-Stein zwischen den alten und neuen Zeiten.
[Kian oferon postulas la UŜE-programo de l' eŭropanoj? Nur tion, ke ili lernu la help-lingvon Esperanto]
[Welches Opfer fordert das UŜE-Programm von den Europäern? Nur dies, daß sie die Hilfs-Sprache Esperanto lernen sollen.]
paĝo 4 / Seite 4
– Ja, ja, ihr habt Recht Gründer dieses Instituts: ihr marschiert auf einem guten Weg; die Esperanto-Bewegung wird dann triumphieren, wenn eure Methode, ihre Aufgabe erfüllen wird! Ergebnisreich vermag eure Methode zu werden, gemäß welcher ihr den verschieden-nationalen Lehrern die Sprache Esperanto lehren wollt, damit sie mit der Sprache und der Bewegung* bekannt werden, und sie hinterher die große Idee unter den Kindern verstreuen, damit bereits die Bildung der Kinder im Geist der "inneren Idee" beginnend. Und so harmonisch und sehr schön könnte die internationale Erziehung der Menschheit sein, wenn diese Lehrer – vermögend über die Sprache und über den Geist des Esperantismus Bescheid zu wissen – wechselseitig sich verstehend, den einheitlichen internationalen Erziehungs- und Lehr-Plan zusammentragen würden! Esperanto schenkt es – durch sich selbst – mittels des möglichen sprachlichen Verständnisses untereinander: der Esperantismus durch die Möglichkeit des geistigen Verständnisses untereinander! Wenn sich dies verwirklichen würde, wäre das große Ziel bereits erlangt worden.
Wir fragen: Ist nicht der "Ĉe-Weg" der rechte, welcher beabsichtigt die Menschheit mittels der esperantistischen Lehrer zu versöhnen, welche die Arbeit mit der internationalen Bildung von Esperanto und Esperantismus schon bei den Kindern beginnen werden?
Wir wünschen dem Ĉe-Institut ein gutes erfolgreiches Wirken! Julio Csapô"
[Al Oxford - Bonan laboron - UŜE-EĤO] [An Oxford - Gute Arbeit - UŜE-EĤO]
Reflektoro (Reflektor)
"Simplified Practice" ("Vereinfachte Praxis (Anwendung)")
"Wissen Sie, was diese Wörter bedeuten?
"Simplifies Practice" ist die Devise von Herbert Clark Hoover, Präsident der USA, welcher mit dieser Bewegung beabsichtigt, das Aussehen der ganzen Welt zu verändern. Die "Vereinfachte Praxis"-Bewegung – dies bedeuten wörtlich die englischen Wörter – will Ordnung in der Anarchie der Lebensweisen machen: überflüssige Energie-Verschwendung entfernen, aussondern. Hoover "standard"-isierte bereits mit dieser Devise viele Handelsartikel. Beispielsweise: die Herstellung verminderte die Parkett-Typen von 66 auf 4, die Typen der Milchflaschen von 49 auf 9, In Glas-Artikel in Hotels von 700 auf 160 und die Typen der Särge auf 2. Diese Bewegung erleichtert und vereinfacht die überflüssigen Schwierigkeiten des alltäglichen Lebens und bringt auch Einsparungen. (In den USA im ersten Jahr 300 Millionen Dollar.)
Will man in Europa irgendeine amerikanische Bewegung nachahmen, dann soll diese die erste sein. Es gibt wahrlich genug zu vereinheitlichende Einrichtungen und Handels-Artikel. Unser ganzes wirtschaftliches System müssen wir reformieren. Soviel von der produktiven Arbeit würde eine Erleichterung des alltäglichen Lebens bedeuten. Lieber Europäer: versuchen Sie sich vorzustellen, was der Fakt bedeuten würde, wenn Sie durch ganz Europa ohne Pass und Sichtvermerk reisen könnten; in ganz Europa würde nur ein Geld-System bestehen und vergessen Sie nicht, daß man Sie überall, in allen Teilen Europas verstünde, wenn Sie hilfssprachig* sprechen würden. (Pessimisten verzeihen Sie mir.) Stellen Sie sich vor, lieber Zeitgenosse, daß der Staat ihre Steuer gesenkt hat, weil man eine gemeinsame europäische Armee und ein Armee-Budget erschuf, und dafür die einzelnen Staats-Kassen bereits nicht mehr benötigt. Gewiss, ein nahezu unglaublicher Traum! Jedoch ...
Könnte man nicht das selbe System von "Simplifies Practice" auf das Geistesleben anwenden? Beispielsweise, wieviel des unglücklichen Missverständnisses kommt aus der Verschiedensprachigkeit der Menschen? Wieviel der geistigen Energien gehen infolge sprachlicher Schranken verloren?
Die Tendenz der Entwicklung ist, die Welt zu vereinen. Äußerlich passiert eine Vereinheitlichung schon (Kleidung, Reise-Verhaltensweisen usw.), hinterher wird bestimmt die geistige folgen. Die Esperanto-Bewegung kann bei dieser großen Vereinheitlichung der Welt eine große Aufgabe vollbringen."
Koncernas nian program-punkton: Esperanto estu la ĝenerala helplingvo en la UŜE
(Betrifft unseren Programm-Punkt: Esperanto sei die allgemeine Hilfssprache* in der UŜE)
"In Wells: "Weltgeschichte" kann man lesen (Kapitel 36): "Es ist eine sehr beschwerliche Aufgabe diese Völker, die nicht die gleiche Sprache sprechen, gemeinsam zu regieren, demgemäß ungleiche literarische Werke lesen und ungleiche Ideale haben ...""
Ford kontraŭulo de l' usona altdogan-tarifo (Ford ein Gegner des USA-Hochzoll-Tarifs)
"Das neue Zollgesetz könnte – nach seiner Meinung – der USA-Industrie nur schaden und würde die Zahl der Arbeitslosen dadurch vergrößern, daß es den Welt-Handel beschränken würde. Zoll-Tarife – sagte er – gehören in die Vergangenheit. Somit ist er Gegner des neuen Zoll-Projekts und empfiehlt ein allgemeines Verschwinden der Zoll-Schranken."
Modernaj akiraĵoj de la teĥniko ne povas evolui grandmaniere en la nuna Eŭropo.
(Moderne Errungenschaften der Technik können sich im heutigen Europa nicht großartig entfalten.)
Taks-aeroplanoj en Germanujo. (Taxi-Flugzeuge in Deutschland.)
"Die deutsche "Lufthansa" entschied ab 1.Mai 1930 der großen Öffentlichkeit 180 Flugmaschinen für einen privaten Gebrauch zur Verfügung zu stellen."
Ein Flug-Kilometer würde unabhängig von der Personenzahl 1,10 RM kosten. Doch technische Neuerungen fordern auch Neuerungen im Zusammenleben der Europäer. Bei Wegfall der Grenz-Sperren würde durch den vervielfachten Verkehr auch die Arbeitslosigkeit zurückgehen. [se] 
[Pligrandigu per UŜE-propagando la nombrojn de l' esperantistoj]
[Vergrößert durch UŜE-Idee-Verbreitung* die Zahl der Esperantisten]
paĝo 5 / Seite 5
Eŭropaĵoj (Europäisches)
Pasport-vizoj. (Pass-Sichtvermerke.)
"Pass-Sichtvermerke erhöhen in Europa oft sehr die Reise-Ausgaben. Ganz grundlos. ...."
Wenigstens einige Staaten schafften dieses Überflüssige ab. [se]
Altinstruitaj strat-balaistoj en Budapeŝt. (Hochausgebildete Straßen-Kehrer in Budapest) .... (Zeitungs-Ausschnitt)
Unter jenen Straßen-Kehrern, die keine andere Arbeit finden, befindet sich eine Anzahl von sehr gut Ausgebildeten. [se] 
Ligo batalas jam kontraŭ sinmortigo (Eine Liga kämpft bereits gegen Selbstmord)
Da in Berlin täglich 10 bis 16 Selbstmorde geschehen, gründete sich eine Liga. [se] 
Nom-analizo. (Namens-Analyse)
"In einigen europäischen Nationalstaaten ist die Namens-Analyse eine bedeutende Angelegenheit. Oft beschäftigen sich sogar Minister damit.
Nämlich: Aus Namen von Staatsbürgern bemüht man sich auf die Nationalität zu schließen. In einigen Städten, mit verschiedensprachigen Schulen, müssen Schüler die Schulen der Nation besuchen, zu welcher sie gehören. Nicht die Eltern entscheiden das. Wenn man an der Nationalität eines Schülers zweifelt, dann stellt man das Namens-analytisch fest. Aber das ist nicht immer eine einfache Sache. Insbesondere nicht in Südost-Europa.
Hier ein alltägliches Beispiel: Zu welcher Nationalität gehört hier jener Junge, der deutsch, rumänisch und ungarisch spricht?
Sein Name: Frecôt
Die Namen der Eltern: Schmidt – Frecôt
Die Namen der Großeltern: Katona – Schmidt – Mihailoviĉ – Frecôt
(Ungarin) – (Deutscher) – (Serbin) – (Nachkomme eines französischen Siedlers)
Aber nicht nur in Südost-Europa, auch in anderen Teilen unseres Kontinents, vermischten sich die Nationen in der Folge der schnellen Verkehrs-Entwicklung auf solche Weise, daß es oft eine schwere Mühsal ist, die richtige Nationalität festzustellen."
 [Paneŭropo kaj UŜE (Paneuropa und UŜE)
"Um in Europa die gegenwärtigen sehr schlechten wirtschaftlichen Umstände zu beenden, ist notwendig, daß man die Produktion rationalisiert.
Rationalisierung der Produktion fordert größtmögliche Spezialisierung.
Produktions-Spezialisierung ist nur dann vernünftig und Wettbewerbs-fähig, wenn sie sich auf natürliche geografische Gebiete stützt.
Diese natürliche Raumverteilung der Produktion fordert eine Beseitigung der europäischen Zoll-Grenzen.
Eine Beseitigung der Zoll-Grenzen würde einigen europäischen Staaten die Möglichkeit nehmen, eine umfassende wirtschaftliche Produktion zu bewahren.
In Staaten mit unvollständiger Wirtschafts-Produktion fehlt die Möglichkeit, aus Anlaß eines Krieges, sich erfolgreich zu verteidigen. (Einige Handels-Artikel würden fehlen, welche man nicht in dem eigenen Land herstellt, und die man nicht einführen könnte, wären die Landesgrenzen geschlossen.)
Wenn eine nationale Verteidigung sich als nutzlos erweist, dann werden nationale Armeen überflüssig gemacht und man muß sie in einer paneuropäischen Armee zusammenschließen.
Was würde Britannien zu dieser Macht-Gruppierung sagen?
Und Russland?
Ist dieser Weg nicht zu gefährlich, um das europäische Problem zu lösen?
Wird die wirtschaftliche, finanzielle und politische Überlegenheit Amerikas nicht unseren Kontinent zwingen einen weniger gefährlichen Weg zu wählen um Europa zu heilen?
Esperantisten! Empfehlt daher Paneuropa-Bewegung als Vorarbeit zur kommenden UŜE und verbreitet* UŜE, als Weg, welcher eine Lösung des europäischen Problems ohne gefahrvolle politische Anspannung ermöglicht.
"]
 La Eĥo de "UŜE-EĤO" (Das Echo von "USchE-EChO")
Hier-darunter veröffentlichen wir einige Teile aus den Briefen, welche die Redaktion erhielt:
".... Ich empfing Ihr 'UŜE-EĤO' und las es mit großem Interesse durch. Möglicherweise schließe ich mich UŜE an. Schon lange sympathisiere ich mit der Idee der Vereingten Staaten von Europa. Ich studierte die Schriften von Coudenhove-Kalergie (Wien) durch und stimme ganz mit seinen Vorschlägen überein. Die Paneuropa-Bewegung von Coudenhove-Kalergie scheint mir sehr gut angeleitet und ich bedaure, daß der Autor selbst bis jetzt Esperanto nicht einmal empfahl. Darum freue ich mich, daß Sie so sehr Esperanto betonen, als Sprache von UŜE"  F.W.M. en R-g. ....
"Wahrlich, Ihre Zeitschrift fehlte noch in unserer Epoche und ich gratuliere Ihnen, daß Sie mutig waren jene als erster herauszugeben ..."  V.J. en S-m.
Genau dieselben Probleme haben wir 2022 mit dem Quasi-Nachfolger der Paneuropa-Idee, der existierenden EU. Sie ist noch nicht so krisenfest wie nötig, da sehr vielen Bürgern das europäische Bewusstsein fehlt. Man grübelt in den EU-Chef-Etagen, wie man die Bürger bewegen soll, Europäer zu sein. Gleichzeitig lehnt man dort praktisch unseren Ansatz ab. Ohne Esperanto wird jedenfalls die EU nicht lange genug überleben. [se]
Respondoj (Antworten)
Alle, die uns Adressen von UŜE-Freunden und Zeitungs-Ausschnitte schickten, wollen bitte unseren herzlichen Dank entgegen nehmen – ".... W.K. en D-t.  Herzliche Dankesgrüße. ...."
paĝo 6 / Seite 6
Spegulo de la eŭropa problemo (Spiegel des europäischen Problems)
ilustraĵoj / Abbildungen
Bsp.: "Zoll-Konferenz. Sie können nicht übereinkommen, die Mauern sind (viel) zu hoch."
[Pri la abonpago.] [Den Abo-Preis betreffend – Du kannst Abo-zahlen ....]
[Abonprezo de "UŜE-EĤO" estas por 1930 ....] [Abo-Preis von UŜE-EĤO ist für 1930 (4 Nummern): 4,– "apseloj" ....]
2022042120220526SE
UŜE-EĤO 1930 -03- (Julio) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek


UŜE-EĤO 1930  -04-  (Oktobro)
paĝo 1 / Seite 1
UŜE-vojo (UŜE-Weg)
"Ein Staat schuldet seine Existenz den Menschen mit gemeinsamen Interessen und gleichen Ideen. Religiöse, nationale und soziale Vorstellungen, immer mehr oder weniger durchdrungen von materiellen Interessen, können zu einer Staats-Gründung führen. Vorbedingung davon ist eine starke Schar von Gleich-Interessierten.
Dies zu Europa in Betracht ziehend, kann man feststellen, das zur jetzigen Zeit eine große Zahl von Europäern unzufrieden ist und sich nach einer allgemeinen Verbesserung des jetzigen Zustandes sehnt. Also, wir finden in Europa eine beträchtliche Schar mit dem selben Wunsch, dem selben Ziel. Diese Gleich-Interessierten sind in allen Staaten Europas zu finden. (Die europäische Wirtschafts-Krise beeinflusst auch unvorteilhaft die gesamte wirtschaftliche Welt-Situation, in der Folge von einer Konsum-Einschränkung von etwa 500 Millionen Menschen.) Also, bei einer Heilung der europäischen Krise muß man die Genesung überstaatlich tun. Als Ausweg verbreitet man die Idee einer Vereinigung von Europa, welche scheinbar die alleinige Möglichkeit der Genesung bedeutet."  
ilustraĵo / Abbildung:
Estraroj (Behörden)
 1 centra (zentrale)
 2 landaj (nationalstaatliche)
 3 provincaj (regionale)
 4 lokaj (kommunale)
| esperantistoj (Esperantisten)
| ne-esperantistoj (Nicht-Esperantisten)
Die Abbildung zeigt die vier Behörden-Ebenen in einem geeinten Europa. Weitere Ausführungen siehe unten. [se]
paĝo 2 / Seite 2
Neceseco de fundamenta, unueca eŭropa parlamenta organizaĵo
(Notwendigkeit einer grundlegenden, einheitlichen europäischen parlamentarischen Organisation)
"Wissend, daß die Vereinigten Staaten von Europa europäische Probleme lösen könnten, ist nachdenkenswert, welcher Weg – möglichst ungefährlich – zu ihnen führt. Nach unserer Meinung ist es am natürlichsten, die Arbeit am Fundament zu beginnen, das heißt diese Europäer zusammentun, organisieren, welche die gleichen Interessen und Ideale haben. Sie sollen zu den ersten Mitgliedern einer einheitlichen europäischen parlamentarischen Organisation werden, deren Aufgabe es ist, für eine Verwirklichung der Vereinigten Staaten von Europa zu wirken und zu kämpfen.
In Europa besteht eine Vielzahl von Parteien, die einzelne Landes-Interessen verteidigen und unter diesen befinden sich solche, die für verschiedene nationale, soziale und religiöse Klassen eintreten, aber bis jetzt existiert keine einheitliche europäische Organisation, dessen Abgeordnete in nationalen Parlamenten die europäischen allgemeinen Interessen vertreten würden.
Zur Zeit, nahezu ausnahmslos, behandelt man in Parlamenten nur nationale Angelegenheiten, welche sich natürlich mit denen von anderen Staaten kreuzen müssen, die Vielzahl und Verschiedenheit der europäischen Staaten
in Betracht ziehend.
Es fehlt auch eine nennenswerte "europäische" Presse: Zeitungen, welche für europäische Interessen kämpfen würden. Eine heutige nationalsprachige Presse verteidigt allergrößtenteils nur eigennationale Probleme, darum behindert sie auch sehr die Entstehung eines europäischen geistigen Sich-Verstehens.
Also, wir benötigen dringend eine europäische überstaatliche Organisation, in welcher sich alle der Mitarbeit willigen Europäer zusammentun. Während des Organisierens würden sich Europäer nach und nach in zwei Teile trennen: Unterstützer und Gegner. Jetzige wirtschaftliche und politische Umstände bedeuten für viele Zufriedenheit, für einige sogar allerhöchste Zufriedenheit. Diese Zufriedenen werden sicher alles tun um Gründung und Gedeihen der genannten Organisation zu behindern. Aber dauerhaft werden sie wahrscheinlich nicht erfolgreich sein, weil zu viele der Faktoren für eine europäische Einigung werben.
Schon in der zweiten Ausgabe von UŜE-EĤO erwähnten wir die geplante Organisation – UŜE-Gründer –, deren Gründung die bedeutendste Aufgabe unserer Arbeit sein soll."
Selbst im Jahr 2022 sind kaum europäische Medien zu finden. Außer einem französisch-deutschen Kulturkanal (Arte) und einem europäischen Nachrichtenkanal (euronews), sowie einem Netzanbieter (voxeurop) ist nicht viel zu haben. Die nationalen Gesellschaften bleiben hauptsächlich unter sich. Ein verheerender Zustand für Europa. Früher war es ein W.T.Stead, der zumindest eine positive Einstellung zu künftigen Vereinigten Staaten von Europa wie auch gegenüber Esperanto hatte. Doch leider konnte er nur ein englischsprachiges Medium anbieten, zudem hing er an der zweifelhaften Idee einer sogenannten Amerikanisierung der Welt. Erst Josef Zauner schaffte den Sprung hin zu einem europäischen Medienangebot. Doch leider verbrachte er mit seiner Zeitschrift so lange in der Realität mit ihren Vorbereitungen zum 2.Weltkrieg, daß seine späten Veröffentlichungen mit Vorsicht zu betrachten sind. Die Gesellschaften waren und sind wohl noch nicht ganz reif. [se]
Strukturo de UŜE-organizaĵoj (Struktur der UŜE-Organisatoren)
"In den vorherigen Nummern wiesen wir auf die bedeutende Rolle hin, welche wir den Esperantisten in dieser UŜE-Bewegung widmeten. Auch wollen wir nun unsere Überzeugung betonen, daß sie bestimmt sind Urheber und Pioniere bei der Verwirklichung der Vereinigten Staaten von Europa zu werden.
Die Zeichnung auf der ersten Seite dieser Nummer macht den Hauptgedanken der UŜE-Organisationen verständlich. Es ist: Esperantisten sollen den Kern in Behörden der UŜE-Organisationen ausbilden. Sie sollen Gründer aller UŜE-Organisationen sein und sie sollen den "Geist" der ganzen Bewegung zustande kommen lassen. In den Behörden der UŜE-Organisationen sollen auch Nicht-Esperantisten sitzen, aber immer soviele Esperantisten, die darin erfolgreich einen "europäischen Geist" garantieren können und die sich durch ihre Sprachkenntnis um Beziehungen mit anderen UŜE-Organisationen kümmern können.
Relation zwischen Esperantisten und Nicht-Esperantisten sollen in Behörden, höher entsprechend Bedeutung, immer vorteilhafter für Esperantisten sein. Unsere Zeichnung zeigt dies hier:
 in kommunalen Behörden etwa  1/4 Esperantisten  –  3/4 Nicht-Esperantisten
 in regionalen Behörden etwa  2/4 Esperantisten  –  2/4 Nicht-Esperantisten
 in in (nationalen) Ländern etwa  3/4 Esperantisten  –  1/4 Nicht-Esperantisten
 in zentraler Behörde  4/4 Esperantisten  –  – Nicht-Esperantisten
Nur ein Prinzip wollen diese Zahlen zeigen. Mit Ausnahme der zentralen Behörde, zu welcher nur Esperantisten gehören würden, wird es sicher nicht möglich sein, diese Einteilung in anderen Behörden in der Praxis exakt anwenden zu können.
Mit unserer Zeichnung wollen wir betonen, daß Esperantisten alle UŜE-Organisationen durchdringen sollen, sie sollen außer einem Fundament auch ein Stahl-Gerüst formen, welches das große Bauwerk zusammenhält."
Die Abbildung der ersten Seite zeigt die vier Regierungs-Ebenen in einem geeinten Europa. Aus heutiger Sicht ist der Begriff Zentrale unglücklich gewählt. Denn man verbindet das Wort mit Zentralismus, dieser ist natürlich abzulehnen. Dagegen geht es doch um eine gerecht abgestimmte Lösung im Zusammenspiel aller Ebenen. Die gesamteuropäische Ebene würde also Esperanto-sprachig sein. Dabei ist nicht zu vergessen, daß die Politiker doch mindestens auch ihre Muttersprache beherrschen. Am Anfang würde die gesamteuropäische Ebene also von Esperantisten besetzt. Mit der Zeit rücken Esperantosprecher aus den Schulen nach. Zu den Ebenen der Länder, Regionen und Kommunen hin würde der Anteil jeweiliger gebietstypischer Sprachennutzer ohne Esperanto-Kenntnisse steigen.
Heutige Politiker mögen sich bei der Forderung benachteiligt fühlen. Doch sollten sie sich nicht weiter der Zukunft in den Weg stellen. Esperanto-Unterricht gehört an die Schulen. Unter den Schülern befinden sich künftige europäische Politiker. Bald sollte auch in den EU-Behörden begonnen werden, Esperanto zu akzeptieren und aufzunehmen. Außerschulische Seiteneinsteiger mit Esperanto-Kenntnissen werden verfügbar sein, wenn sich die Politik öffnet. Und keine Angst um den aktuellen Posten, die Sache braucht etwas Zeit. [se]
Vojo al la organizaĵo UŜE-fondantoj kaj al la Unuiĝintaj Ŝtatoj de Eŭropo
(Weg zur UŜE-Gründer-Organisation und zu Vereinigten Staaten von Europa)
"Auf dem Weg aller Organisationen ist der Anfang der schwierigste Teil. Menschen sind gegenüber neuen Bewegungen gewöhnlich vorsichtig und zurückhaltend. Ihre Devise ist abwarten, in welcher Weise sich die Angelegenheit entwickeln wird. Ganz richtig! Aber die, welche eine zum Leben erwachte Organisation mit alten bereits existierenden vergleichen wollen, diese sollen ein verhältnismäßiges Messgerät verwenden. Fast alle großen und gründlich Wurzeln schlagenden Organisationen entwickelten sich langsam und oft kämpfend. Schnell-Entstehendes kann scheinbar nicht lange andauern.
Dies mussten wir zuvor erwähnen, unsere Absicht verständlich machend: den UŜE-Organisationen ein zuverlässiges, andauerndes Fundament geben.
Es wäre seltsam bereits die erste Organisations-Form UŜE-Gründer zu nennen. Dieser Name würde nicht ganz die Fakten beantworten. Bereits der Name dieser Organisation deutet an, daß ihm ihre Mitglieder würdig sein sollen. Es ist also notwendig, daß wir einige Vor-Organisationen zu schaffen haben, welche gewissermaßen einzelne Entwicklungs-Phasen bilden."
Schema auf dritter Seite will diesen Weg veranschaulichen, welcher nach unserer Meinung zum Ziel führt.
[En la Zamenhofa Esperanto la eŭropaj lingvoj estas simpligitaj je ilia komuna denominatoro.]
[In Zamenhofs Esperanto sind die europäischen Sprachen auf ihren gemeinsamen Nenner vereinfacht.]
paĝo 3 / Seite 3
Schema UŜE-vojo (UŜE-Weg) beginnend von unten:
| UŜE
| UŜE-Regierung  
| UŜE-Parlament
| UŜE-Abgeordnete in nationalen Parlamenten
| UŜE-Gründer
| UŜE-Mitglieder
| UŜE-Initiatoren
| UŜE-Freunde
| UŜE-Verbreitung
"Ausgangs-Punkt ist UŜE-Propaganda. Wir wollen überhaupt nicht die verschiedenen Verbreitungsmöglichkeiten zitieren, weil die Esperantisten diese schon aus der Esperanto-Bewegung kennen. Daß wir dabei bestrebt sind, die modernsten Mittel der Verbreitung von Ideen anzuwenden, dies ist selbstverständlich.
Haupt-Ziel der Propaganda* ist die UŜE-Idee zu verbreiten und Anhänger für die Bewegung* zu gewinnen. Gewiss ist es wichtig zu wissen, wo man diese UŜE-Freunde finden kann. Wir vermuten, daß sie vor allem unter Esperantisten auffindbar sind. Aber die Zahl von Esperantisten ist – heute – bedauerlicherweise – klein. Man zählte offiziell etwa 100.000 Esperantisten in Europa. Sehr Weniges für einen Kontinent von 500 Millionen Einwohnern.
Auch jene ehemaligen Esperantisten müssen wir versuchen zurückzugewinnen, welche – aus Gründen, die wir hier nicht behandeln wollen – passiv und interessenlos bei der Esperanto-Bewegung sind.
Dazu besteht noch ein riesiges zu propagierendes* Gebiet, das sind diese vielen Esperanto-Freunde, welche unsere Sprache nur zu lernen begannen und das Studium beendeten, weil sie kein praktisches Ziel und Sinn fanden, um es zu Ende zu lernen. All diese erkennen den Nutzen und die Tauglichkeit von Esperanto wieder, sie erwarten nur eine praktische Nutzbarkeit. Wir hoffen durch eine UŜE-Propaganda einige der "Halb"-Esperantisten zurückzugewinnen. Die Zahl dieser Europäer, welche sich irgendwann mit Esperanto beschäftigten und nun nicht an der Bewegung teilnehmen, könnte auch 100.000 erreichen.
Viel größer ist die Zahl jener Europäer, die bis jetzt keine Beziehungen zu Esperanto hatten, aber an die Vereinigten Staaten von Europa glauben. Ein Sprachen-Problem ist für sie eine zweitrangige Angelegenheit, sie sehen in einer Vereinigung von Europa einen Ausweg, welcher aus dem wirtschaftlichen Chaos führt. Diese Kreise für die UŜE-Bewegung zu gewinnen ist schwierig, aber die dankbarste Aufgabe der UŜE-Werbung*.
Kurz: für einen Beginn können wir drei Propaganda-Bereiche unterscheiden:
 Esperantisten,
 ehemalige Esperantisten und die
 Freunde der europäischen Einigung.
Als folgende Organisations-Stufe der UŜE-Bewegung betrachten wir UŜE-Initiatoren. Diese sind gewissermaßen territoriale Repräsentanten der UŜE-Bewegung. Sie sind – vergleichend gesagt – territoriale Zwischen-Sendestationen der UŜE-Verbreitung*. Je mehr der arbeitswillige Gleichgesinnte sich als UŜE-Initiatoren hinzugesellt haben, um so stärker kann unsere Ideen-Verbreitung gemacht werden.
Der Name der UŜE-Initiatoren weist bereits auf ihre Hauptaufgaben.
Eine ihrer wichtigsten Arbeit ist die Gründung von UŜE-Klubs. Wir meinen, daß diese Form der Organisierung am angemessensten für unser Ziel ist. Diese UŜE-Klubs werden das Zentrum von lokalen, regionalen und Landes-Bewegungen* gestalten müssen.
Klubmitglieder können sich andernfalls auch UŜE-Anhänger nennen.
Die nächste Entwicklungs-Stufe sind UŜE-Gründer. Diese Organisation muß zum "Rückgrat" der ganzen UŜE-Bewegung gemacht werden, zentraler Sammelpunkt für alle UŜE-Faktoren. Aus ihrer Mitte wird man UŜE-Abzuordnende für nationale Parlamente und – wenn die Umstände dies auch fordern – auch Mitglieder des UŜE-Parlaments und UŜE-Regierung erwählen müssen. Aber das ist noch weit und welchen Weg unser Programm gehen muß ist ein großes Problem. Niemals ist ratsam, Pläne zu veröffentlichen, weil sie sich nur zu oft nicht erfüllen können oder nicht gemäß einer geplanten Gestalt verwirklicht werden. Dessen ungeachtet glauben wir, daß es unsere Pflicht ist, ganz freimütig den Weg zu zeigen, welchen wir gehen, alle Freunde der europäischen Zusammenarbeit einzuladen.* Wir sind überzeugt, daß dieser Weg richtig ist und wir glauben entschlossen, daß er zum Ziel führt.
UŜE-Organisationen werden nur dann zu gesunden, starken und andauernden werden, wenn sie sich organisch entwickeln.
Wir wollen nicht an Illusionen glauben: auch wir erlangen unser Ziel nur durch eine Ziel-wissende Arbeit!* J.Zauner"
Was hat sich eigentlich im Jahr 2022 geändert? Viel ist in der Zwischenzeit passiert. Aber wieder laufen ähnliche Entwicklungen wir zu Zauners Zeiten ab. Zu Erkenntnissen kommt man im Leben nur in einzelnen kleinen für sich stimmigen Schritten. Dazu kommen die sich immer verändernden äußeren Einflüsse. Man kann sich ihnen nicht entziehen, darf sich ihnen aber auch nicht um jeden Preis unterordnen. Vielleicht hat das Zauner später versucht. Der Weg zur hier vorgebrachten Erkenntnis, auch welche Form die Ideen-Umsetzung haben sollte, ist ein Weg, der nicht allen gleich offensichtlich scheint und den man etwas suchen muß. Inzwischen verging viel Zeit, in der kaum jemand den Faden wieder aufnahm. Dazu brauchte es Perioden des Friedens und der Freiheit, um zur Besinnung zu kommen. Die Bedingungen sind andere als damals, eigentlich noch gute. Doch viel weiter sind wir nicht gekommen. Aber im Moment sind Entwicklungen noch möglich. [se]
[UŜE-iniciatantoj ....] [UŜE-Initiatoren
"Die Hauptaufgaben der UŜE-Initiatoren wollen wir hier zusammenfassen:
A) Verbreiten der UŜE-Idee.
B) Beobachten das ganze politische Leben bezogen auf europäisches Problem.
C) Beobachten die Presse auch diesbezüglich.
D) Beobachten, welche Parteien für die europäische Einigung sympathisieren.
E) Beobachten verschiedener Organisationen, Faktoren: sind sie für oder gegen UŜE.
F) Vor-Arbeiten tun, um die UŜE-Freunde zusammenzuschließen, zu organisieren."]
[Demandu la interesulojn: Kiu lingvo fariĝu la oficiala lingvo de la venontaj Unuiĝintaj Ŝtatoj de Eŭropo?]
[Frage die Interessierten:
Welche Sprache soll zur offiziellen Sprache der kommenden Vereinigten Staaten von Europa werden?]
paĝo 4 / Seite 4
SURVOJE... (UNTERWEGS ... )
Sinaia, Warschau, Genf ...
"Um die europäische Entwicklung ereignete sich in letzter Zeit viel Günstiges. Wichtigstes Ereignis war die Erhöhung des USA-Zolltarifs. Durch Hochzoll-Schutz veränderte sich die USA gleichsam in eine "Zoll-Festung". Die hohe Zoll-Mauer ermöglicht keinen Export nach Amerika und erschwert, hemmt für Europa sogar die Bezahlung von Kriegs-Schulden mittels Handelsartikeln.
Die Reaktion dieser wirtschaftlichen "Isolation" der USA war sehr stark. Protest-Demonstrationen in Schweiz, Belgien, Italien usw., Proteste von nahezu allen europäischen Regierungen: einige ergriffen "Repressalien", beispielsweise erhöhte Italien den Zolltarif für amerikanische Automobile auf 300-400 Prozent, in der Schweiz schlug man während einer Protest-Demonstration einen Boykott von amerikanischen Waren vor, die europäische Automobil-Industrie, welche scharf gegen die amerikanische Konkurrenz kämpft, sucht angemessene Wege um sich für eine vernünftige Zusammenarbeit zu organisieren.
Das Gleiche taten und tun europäische Agrar-Staaten welche sehr vieles wegen der amerikanischen und russischen Dumping-Exporte von Agrar-Produkten erleiden.
Mit wahrer Freude kann man nun den gesunden Ehrgeiz zwischen führenden Politikern der Agrar-Staaten feststellen, um die Landwirtschaft zu retten. Mit überraschenden Mut ergriff die Regierung von Rumänien eine Anregung – möglicherweise darum, daß ja in Rumänien das Elend verhältnismäßig am größten ist – und lud die Nachbar-Staaten Jugoslawien und Ungarn dazu ein, die gemeinsamen Wirtschafts-Interessen zu behandeln. Zur Zeit berichteten Zeitungen viel über ein günstiges Ergebnis dieser Konferenzen in Bukarest und Sinaia und die betreffenden Staaten begrüßten mit wahrem Optimismus den "Agrar-Block". Danach konnte man sogar über eine geplante Zoll-Union zwischen Jugoslawien und Rumänien (gemeinsame Währung usw.) lesen.
Hier der offizielle Beschluß der Konferenz in Sinaia:
"Rumänien und Jugoslawien entsandten ihre Repräsentanten zur gemeinsamen Wirtschafts-Konferenz in Sinaia (31.12.1930). Die Mitglieder der Delegationen behandelten die zwischenstaatlichen Wirtschafts-Situationen detailliert und grundlegend und vor allem beabsichtigten sie zu bestätigen, wie man in beiden Staaten die Wirkungen der wirtschaftliche Krise wahrnimmt. Nachdem sie auch die wirtschaftlichen Strukturen von Rumänien und Jugoslawien untersuchten, stellen sie fest, daß es nützlich, zweckmäßig und möglich ist zwischen beiden Staaten eine Zoll-Union und intensive wirtschaftliche Zusammenarbeit zu verwirklichen. Gleichzeitig verständigten sich die Delegierten über ein gemeinsames Wirtschafts-Programm und beschlossen über Vorauszahlungs-Mittel, welche benötigt sein werden um dieses Programm zu verwirklichen. Für all das erwartet man eine umgehende Billigung von den Regierungen. Außerdem entschied die Konferenz ein gemeinsames Rumänisch-Jugoslawisches Komitee zu schaffen, welches sich beständig um Verstärkung und um Belebung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Staaten kümmern muß, damit eine beschlossene Zoll-Union auch bald in der Praxis existieren soll.  
Die prinzipielle Bedeutung dieses Beschlusses ist riesig. Durch diese Entscheidung wurden die europäischen Zoll-Mauern teilweise erschüttert!
Polen führte sofort die Organisation der Agrar-Staaten und veranstaltete Ende August eine Konferenz aller Ost-europäischen Agrar-Staaten. Die bedeutendsten Beschlüsse dieser Konferenz sind:
Europäische Staaten, die Brot-Getreide und andere Agrar-Produkte einführen, sollen für Produkte aus Europa bevorzugte Bedingungen anwenden. Die Beseitigung der "Meistbegünstigungs-Klausel" in Wirtschafts-Verträgen ist das wirksamste Mittel um die Agrar-Situation zu verbessern.
Jährlich soll mindestens einmal eine Agrar-Konferenz stattfinden, abwechselnd in einer anderen Hauptstadt der teilnehmenden Staaten.
Zu Agrar-Problemen führen die Konferenz-Staaten ständige Beziehungen untereinander und mit den Organen der Liga der Nationen* ein.
Unmittelbar nach der Warschauer Konferenz übergaben die Regierungen von Rumänien, Jugoslawien und Ungarn Notizen mit gleichem Inhalt an den allgemeinen Sekretär der Liga der Nationen, in welchem sie vorschlugen:
1. Schaffung von bevorzugten Zöllen für Haupteinfuhr-Staaten von Europa.
2. Festlegung eines annehmbaren Preis-Niveaus für Agrar-Produkte.
3. Beseitigung von unnatürlichen Einfuhr-Hindernissen und umgehen jedes günstigen Vorteils betreffend einer über-ozeanische Einfuhr zu europäischen Agrar-Staaten.*
Alle diese Konferenzen und andere Anstrengungen tendieren dahin europäische Agrar-Staaten zu organisieren, damit sie teils ihre wirtschaftliche Krise beseitigen, teils, daß sie einheitlich bei einer Neuorganisation von Europa mit den, schon gut organisierten Industriestaaten zusammenarbeiten können.*
Eine Vereinigung von Europa ist bereits unterwegs, trotz dem, daß die erste Europäische Konferenz in Genf nicht so erfolgreich war, wie man dies allgemein erwartete, Briand behandelte während dieser historischen  Zusammenkunft sein/ihr(?)* Paneuropäisches Projekt und die erhaltenen Antworten der europäischen Staaten auf die Paneuropäische Denkschrift."
[La "patriota koro" de la nunaj eŭropanoj devas plilarĝiĝi!]
[Das "patriotische Herz" der jetzigen Europäer muß verbreitert werden!]
Leicht wird das falsch verstanden. Man könnte auch heute genauso die Bewohner der Nationalstaaten auffordern, nicht nur national zu denken, sondern auch mal über ihren Tellerrand zu sehen. [se]
paĝo 5 / Seite 5
"Nach kurzer Diskussion nahm man diese Beschlussfassung an:
Die europäischen Mitglieds-Staaten der Liga der Nationen kamen am 3.September 1929* in Genf zusammen, wo sie die Ergebnisse der Antworten bezogen auf die Denkschrift zum Staaten-Bündnis von Europa erfuhren und sind überzeugt, daß eine lebhafte Zusammenarbeit der europäischen Regierungen in allen Bereichen der internationalen Aktivität eine hervorragende Bedeutung hat.
Aber sie sind auch diesbezüglich der gleichen Meinung, daß eine Verwirklichung jeder Zusammenarbeit mit der Liga der Nationen und mit allen Prinzipien, welche der Pakt der Liga der Nationen beinhaltet übereinstimmen soll. Sie entscheiden das Problem während Sitzungen der Liga der Nationen zu behandeln.
Am Ende der Liga-Sitzungen ließ der Präsident wissen, daß die Liga der Nationen einen Ausschuß delegierte, dessen Aufgabe sein wird während kommender Sitzung über Lösungs-Möglichkeiten des europäischen Problems zu berichten.
Zu diesen Fakten wollen wir nur anmerken, daß das ganze Paneuropäische Projekt die "Bahn-Schienen" wechselte. Der Weg, das Projekt von Briand war ein anderer. Es ist nun eine große Frage, wohin dieser neue Weg führen wird. Ob zu der Verwirklichung, oder ist dieser Weg nur einer von den bekannten verkehrslosen "toten" Gleisen?"
Ĉu vi jam parolas "eŭrope"? – Nacilingva dialogo
(Sprichst du schon "europäisch"? – Nationalsprachiger Dialog)

"zwischen zwei guten Freunden. Einer ist ein Progressiver, selbstverständlich Esperantist, der andere mehr ein Skeptiker, welcher noch nicht weder über Esperanto, noch über UŜE entschied.
P(rogressiver): Lieber Freund, sprichst du schon "europäisch"?
S(keptiker): Was für eine neue Sprache ist das? Ich glaubte, du bist ein Esperantist.
P.: Ganz recht, ich hoffe sogar, daß du bald auch "europäisch" lernen wirst.
S.: Welche Sprache ist das?
P.: Esperanto. Diese Sprache muß zur einheitlichen Hilfssprache der Vereinigten Staaten von Europa werden.
S.: Guter Freund, ich glaube, das ist zu viel Optimismus.
P.: Möglich.
S.: Glaubst du ernsthaft, daß Europa geeint sein wird?
P.: Ja!
S.: Du kannst dir Europa mit einer einheitlichen Sprache vorstellen?
P.: Ja!
S.: Sogar dies, daß dieses offizielle Verständigungsmittel eine kunstgemachte Sprache sein kann?
P.: Zweifellos!
S.: Dann ... leb‘ wohl ... ich muß heimgehen.
P. (ironisch): Willst du das Lernen von Esperanto so schnell beginnen?
S.: Das nicht ... niemals!
P.: Dennoch, was willst du zuhause machen? Ich bin neugierig womit du dich während deiner freien Stunden beschäftigst, weil wir Esperantisten immer unsere Freizeit nutzen.
S.: Ich habe keine freien Stunden, ich kenne nur Arbeit und Sorgen.
P.: Auch andere haben diese.
S.: Sicher, aber nicht soviele. Ich arbeite täglich 10-12 Stunden, ich arbeite sonntags und feiertags und das Ergebnis ist: Sorgen, endlose Sorgen.
P.: Du sparst sicher nicht!
S.: Ich kann schon nicht bescheidener leben.
P.: Nun, was kann der Grund sein, daß du nicht erfolgreich sein kannst?
S.: Nicht nur ich bin nicht erfolgreich, der größte Teil der Inländer befindet sich in derselben unglücklichen Situation.
P.: Und was sagen sie zu der Ursache der elenden wirtschaftlichen Umstände?
S.: Zu viel sind die Steuern und alles ist teuer.
P.: Gut, und was kann der Grund dieser allgemeinen Teuerung sein?
S.: Ich verstehe dich, du spielst auf die überflüssigen Zoll-Grenzen, unterschiedlichen Währungen, Armeen usw. an. Ich akzeptiere, daß Europa ohne innere Zoll-Grenzen, mit einheitlicher Währung, gemeinsamer Armee, usw. allen leichtere Lebens-Möglichkeiten verschaffen würde, aber ich glaube, daß alldas Unerreichbarkeiten sind.  
P.: Warum?
S.: Wir betrachten überhaupt nicht die tatsächlichen Umstände in dem jetzigen Europa. Anscheinend siehst du nicht den Chauvinismus, gegenseitigen Hass, du liest anscheinend nichts über die Stärkung der nationalen Armeen, usw. Kannst du dir irgendetwas vorstellen, was diese feindlichen Staaten zusammenbringen könnte?
P.: Ja!
S.: Was ist das?
P.: Das Elend und die todbringende wirtschaftliche Konkurrenz wird sie zwingen sich zu vereinigen. Das Elend wird sie sicher lehren, zwischen wichtigen und unwichtigeren politischen Angelegenheiten zu unterscheiden. Und sie werden sicher das gegenseitige Verständnis suchen.
S.: Nach deiner Meinung gewiss durch Esperanto.
P.: Ganz richtig.
S.: Glaube nur ... ich bleibe ein Skeptiker."
[La nuntempaj eŭropaj internaj dogan-limoj signifas ....]
[Die heutigen europäischen inneren Zoll-Grenzen bedeuten für wenige: einen gigantischen Profit, und für die Massen: Hindernisse!
Europa ohne innere Zoll-Mauern: würden allen helfen!]
paĝo 6 / Seite 6
Spegulo de la eŭropa problemo (Spiegel des europäischen Problems)
ilustraĵoj / Abbildungen
Bsp.: Paneuropa nach deutscher Meinung
[Respondoj)] [(Antworten)
"Herzlichen Dank an alle, welche einen "UŜE-EĤO"-Text für nationale Zeitungen übersetzten und die uns Zeitungs-Ausschnitte, Idee-verbreitende* Bilder und Adressen von Esperantisten schickten. Wir würden uns sehr freuen, auch Adressen von Nicht-Esperantisten zu empfangen, die ein Interesse für die Lösung des europäischen Problems haben.
Trotzdem wir den Abo-Preis nicht schon in der zweiten Nummer festmachten, sendeten viele Gleichgesinnte Überzahlungen. Es waren auch solche, die für weitere Jahre abonierten. Herzlich danken wir freigiebig gespendeten Überzahlungen, und das Vertrauen, das uns sehr ermunterte."]
[Abonprezo de "UŜE-EĤO" estas por 1930 ....]
[(Abo-Preis von UŜE-EĤO ist für 1930 (4 Nummern): 4.– "apseloj". "...."]
2022051820220526SE
UŜE-EĤO 1930 -04- (Oktobro) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek


UŜE-EĤO 1931 -05- (Januaro)
paĝo 1 / Seite 1
[Esperantistoj! Realigu UŜE! (Unuiĝintaj Ŝtatoj de Eŭropo)
Eldonejo: "LIBRO", Timișoara I, Strada Lonovici 1 (Rumanio-Banato))
La komuna denominatoro UŜE (Der gemeinsame Nenner UŜE)
"Vor kurzem drängte der Londoner Botschafter von Rumänien, Minister Titulescu, während einer großen Rede bei einem Bankett des Londoner Verbands der Liga der Nationen, daß die Liga der Nationen die Krise der Welt-Wirtschaft lösen muß. Das würde ein Studium der Bedürfnisse einzelner Staaten-Gruppen und eine allgemeine Finanz-Konferenz erfordern. "Wenn nicht rechtzeitig eine internationale Zusammenarbeit realisiert wird, dann wird eine große Katastrophe nach Europa hinein riskiert" – endete Titulescu seine Rede – "weil verzweifelte Menschen die Endlinie des Leidens erreichen." Mit diesen Worten drückte Titulescu Gedanken von Millionen Europäern aus. Chaos vergrößert sich immer und eine Hoffnung auf Verbesserung der Situation wird immer fruchtloser. Also, es ist gar nicht verwunderlich, daß Massen gegenüber neuen Ideen gleichgültig werden, daß Ziellosigkeit und Ratlosigkeit herrschen. Europäische Regierungen können die Staats-Bürger bereits nicht mehr geistig regieren: Massen verloren scheinbar das Vertrauen an ein Führungs-Vermögen der Staats-Führer*.
Unter diesen Umständen einen Ausweg zu verbreiten, ist keine einfache Sache. Schon von vornherein beabsichtigt man nicht, sich mit neuen Ideen, neuen Bewegungen bekannt zu machen. Ein scharfer Kampf um die Existenz erfordert alle Kräfte, die sogar bei starken Naturen ganz verzehrt werden und deshalb geht die geistige Verständnis-Fähigkeit zurück.
Ungeachtet alledem fühlen wir uns gezwungen den Ausweg UŜE aufzuzeigen. Je größer das politische Chaos ist, umso stärker wird in uns der Glauben, daß Vereinigte Staaten von Europa dieser Ausweg sein werden, der aus dem Chaos führt. UŜE ist gleichsam der gemeinsame Nenner, mit dessen Hilfe europäische Probleme lösbar gemacht werden.
Bereits in vorherigen Nummern von UŜE-EĤO wiesen wir auf Problem-Lösungen. Hier noch einige:
Unter verschiedenen politischen Bewegungen führt in Europa zur Zeit der Nationalismus. Alle großen und kleinen Nationen fordern eine freie nationale Entwicklungs-Möglichkeit. Ganz zu Recht. Ein benötigter Rahmen zu dieser nationalen Wohlstands-Besserung ist auch bereits geschaffen: es sind die jetzigen nationalen Staaten. Was noch zu ihrer Blüte fehlt ist die gesicherte wirtschaftliche Grundlage. Sie brauchen vor allem stabile Wirtschafts-Verhältnisse: solche, welche eine Wirtschaftsplanung auf lange Dauer, und deren ruhige Verwirklichung erlauben.
Stabile Wirtschafts-Verhältnisse fordern stabile politische Beziehungen. Diese braucht Europa sehr dringend. Grund allgemeiner europäischer politischer Unsicherheit ist die Überschätzung der staatlichen Souveränität. Kann eine politische Situation in Europa stabil und zufriedenstellend sein, wenn mehr als 20 Staaten ihre unabhängige eigene Politik haben? Gänzlich unabhängige, mit eigener Armee, nationalen Währungen, eigenem Zoll-Territorium usw. Weshalb braucht Europa beispielsweise soviel selbständige Heere? Armeen, die Europa täglich 6 Millionen Dollar kosten? Und das Schlimmste: Ein Rüstungs-Wettbewerb zwischen europäischen Staaten fordert immer mehr und mehr Steuern.
Bezogen auf Rüstung bestehen zur Zeit zwei-artige Staaten in Europa: aufgerüstete und abgerüstete. Letzte – Deutschland, Österreich, Ungarn und Bulgarien – fordern nun auch von anderen Staaten Abrüstung. Sie sagen, wenn gerüstete Staaten nicht ihre Armeen reduzieren werden, wie das der Vertrag von Versailles bestimmt, dann haben auch sie den Anspruch wieder aufzurüsten. Wir können nicht an eine baldige europäische Abrüstung glauben. Tatsächlich darüber nachdenkend kann man dies überhaupt nicht fordern. Aber was wir als verwirklichbar betrachten ist: einen Krieg dadurch unmöglich machen, daß Europa seine gemeinsame Armee erschaffe! Wir sollen nicht Abrüstung oder Aufrüstung propagieren, weil ein europäisches Rüstungs-Problem auf diese Art nicht lösbar ist. Je mehr von selbständigen Armeen bestehen, umso größer ist eine Möglichkeit des Krieges. Wenn wir beabsichtigen, einen Krieg unmöglich zu machen, müssen wir nur die Zahlen von unabhängigen Armeen verringern. Erreichbar ist das, wenn man die Armeen vereint, eine gemeinsame schaffend.
Also, statt Abrüstung oder Aufrüstung müssen wir die Idee einer gemeinsamen Armee für Europa verbreiten. Verwirklichte sich dieser Traum, Europa und die ganze Welt würden einen bis jetzt nicht gekannten Frieden erlangen. Ein Budget des Kriegsministers würden nicht ein Drittel des ganzen Budgets ausmachen und eine gemeinsame Armee könnte trotzdem die stärkste der Welt sein.
Jeder mit dem gleichen Ziel, der die Bedeutung dieses Gedankens versteht, soll ihn verbreiten, auch dann, wenn ihm bewußt ist, daß er nur nach Jahren das schon so lange erwartete europäische Rüstungsproblem beherrschen und lösen wird. Es ist möglich, daß ausgerechnet durch diesen Vorschlag die Lösung des ganzen europäischen Problems begonnen wird.
Nicht weniger wichtig ist die Frage der Minderheiten. In Europa existieren zur Zeit 30 bis 40 Millionen Angehörige von Minderheiten, welche mit viel Energie und Beharrlichkeit für Gleichberechtigung kämpfen. – Ohne viel Aussicht! Die heutige Grundlage dieses Kampfes ergibt keinen Erfolg und wir betrachten ihn als Energie-Verschwendung. Minderheiten werden ihre Ziele nur im Rahmen von Vereinigten Staaten von Europa erreichen. Wir glauben, daß gerade Angehörige von Minderheiten ein Interesse an der Realisierung von UŜE haben und wenn sie gleich-energisch und -begeistert für die Realisierung der Vereinigung von Europa kämpfen würden, wie sie dies für ihre nationalen Programme tun, sie würden das Ziel früher erreichen. Dies, daß gerade unsere neutrale Sprache die angemessene Sprache für eine Zwischen-Verständigung ist, betonten wir schon oft.
In einigen Staaten herrschen zwischen Volks-Gruppen starke Bestrebungen nach Autonomie im Rahmen der jetzigen Staatsordnungen. Heute ist es nicht leicht autonome Regionen zu erschaffen, weil National-Staaten mehr oder weniger gezwungene sind zentral zu regieren. Haupt-Ziel für Anführer* von National-Staaten ist: ein einheitlicher Staats-Geist soll die ganze Einwohnerschaft durchdringen und dieser Geist muß einen agilen Patriotismus ergeben. Man vermutet, daß dem Staat ein Regionalismus im Kriegs-Fall hinderlich ist, darum können einige Klein-Nationen, welche es gern haben würden ihr Volks-individuelles Leben zu genießen, dies nicht, weil ihnen die volle Autonomie fehlt.
Bei einer Verwirklichung von UŜE ist auch dieses Problem lösbar. Autonomie aller großen und kleinen Völker und einheitliche Leitung der Vereinigten Staaten von Europa sind durchaus gut übereinstimmbar.
Außer diesen oben beschriebenen Problemen bestehen noch einige, welche im Rahmen von UŜE auch lösbar sind. Zusammengefasst: Heutige europäische politische Struktur ist nicht brauchbar. Ein Kontinent, auf welchem sich noch überallhin im Abstand von 200 bis 300 Kilometern Zoll-Grenzen befinden, ist gewiss nicht modern eingerichtet. Glauben Sie den Verteidigern dieser Struktur nicht, daß das so sein muß! Materielle Interessen zwingen sie den souveränen nationalen Staat zu beschützen: sie können sich nicht vorstellen, daß ihnen ein vereinigtes Europa wahrscheinlich mehr der Vorteile geben würde.
Je tiefer man in das europäische Problem eindringt, um so klarer wird, daß ein großes Ziel UŜE eine niemals vorher-verspürte Höher-Entwicklung der Menschen-Kultur ermöglicht.
J. Zauner"

UŜE-iniciatantoj (UŜE-Initiatoren)
"In der vierten Nummer von UŜE-EĤO machten wir bereits die Hauptaufgaben von UŜE-Initiatoren bekannt, Aufgaben, welche wahrscheinlich neue Interessen-Gebiete für viele Gleichgesinnte sein werden. Sicher beobachteten viele bis jetzt nicht die darauf bezogene allgemeine Entwicklung, aber auch diese Bereiche des Lebens sind sehr interessant, umso mehr, daß das Thema immer das wirkliche Leben selbst ist.
Erfolgreich für UŜE-Initiatoren eine ausreichende Schar von UŜE-Freunden zu erhalten, ist es ihnen zweckmäßig, sie in Form von Klubs zu organisieren. Diese UŜE-Klubs müssen Brennpunkt der lokalen Bewegungen werden, wo man in der Lage sein wird, verschiedene Berichterstattungen, Anregungen, Diskussionen und Erfahrungen aufzuwerten. Aber vor allem soll bei ihnen ein "europäischer Geist" gepflegt werden. Durch harmonische Zusammenarbeit sollen die Klubmitglieder den Massen zeigen, daß sich verschiedene Nationen und soziale Klassen ganz gut untereinander verständigen können. In UŜE-Klubs muß man dann folglich Vorarbeiten für die Haupt-Organisation tun: UŜE-Gründer.
Wir können annehmen, daß jetzige Zeit für einen Beginn der UŜE-Organisierung nicht ungünstig ist, weil das europäische Problem in der Mitte der öffentlichen Diskussionen steht. Für viele Nicht-Esperantisten ist die Sprachen-Lösung im UŜE-Programm sicher fremd. Esperanto als offizielle Hilfssprache zu empfehlen überrascht viele, die bis jetzt nicht einmal ernsthaft über Esperanto nachdachten. Jene können wir nur zu Esperanto umstimmen, wenn wir bei jedem möglichen Anlass hilfssprachig sprechen werden. Wenn sie mehrmalig dessen Eignung und Zweckmäßigkeit hören und sehen werden, werden sie vielleicht die Sache überdenken.
Von der Handlung der UŜE-Initiatoren wird abhängen, ob man die europäische Öffentlichkeit erfolgreich auf Esperanto als einheitliche Hilfssprache für UŜE aufmerksam machen wird.
Viele leidenschaftliche Gleichgesinnte gaben schon aus eigenem Anstoß ein nachahmenswertes Beispiel als UŜE-Initiatoren. Wir erhielten aus allen Teilen Europas individuelle und allgemeine Ansichten über die UŜE-Idee, Zeitungs-Ausschnitte, Propaganda*-Bilder usw. Sie wurden interessiert durch vielzählige Fragen über Organisierungs-Formen, über UŜE-Weg usw. Das ist ein Beweis, daß das Interesse lebhaft ist und eine Mitarbeitslust besteht.
Um die Vor-Arbeiten zu systematisieren, wollen wir bei der Redaktion von UŜE-EĤO schaffen:
ein provisorisches Sekretariat
der UŜE-Bewegung,
dessen Aufgabe ist, sich bekanntgemachte UŜE-Initiatoren einzutragen, für die ganze Bewegung Berichte, Anregungen und Vorschläge zu sammeln und aufzuwerten usw.
Wir laden herzlich alle uneigennützigen Gleichzielenden ein, die über etwas freie Zeit verfügen und bereit sind, sich der UŜE-Idee zu geben, UŜE-Initiatoren zu werden.
Esperantisten, welche man größtenteils als Idealisten betrachtet, haben nun die Möglichkeit durch eine praktische Handlung einen großen Dienst an Europa zu tun. Ihre Mithilfe bei der Lösung des europäischen Problems kann sehr entscheidend werden und wird auch Esperanto zu dem verdienten Sieg verhelfen können.
J. Z."
Ab der Ausgabe Nummer 5 erschien die Zeitschrift im neuen 4-Seiten-Format. Letztmalig wurde auf Seite 1 zweispaltig gedruckt, ab Seite 2 ging es bis zum Ende vierspaltig weiter. [se]
ilustraĵo / Abbildung: Ĉu la homo ne devas envii la birdon?
(Muß der Mensch den Vogel nicht beneiden?) Übergang streng verboten / Grenze (Skrowronski)

paĝo 2 / Seite 2
Esperantistoj kaj Eŭropa problemo (Esperantisten und Europäisches Problem)
"Als Friedens-Freunde interessierten sich Esperantisten immer über Bewegungen, welche die Welt friedlicher werden lassen können. Darum ist verständlich, daß sie sich auch für eine Lösung des europäischen Problems interessieren. Viele wurden zu Freunden der Vereinigten Staaten von Europa, wahrscheinlich aus denselben Gründen wie Herr Franz Doering, Delegierter von UEA in Freiburg (Baden), der ganz richtig an uns schrieb:"... ohne Paneuropa ist und bleibt jegliche Art von Pazifismus eine Kinderei".
Groß war die Namensliste von jenen Gleichgesinnten, die der Paneuropa-Bewegung beitraten und die die Ideen von dem bedeutenden Grafen Coudenhove-Kalergie verbreiteten. Es ist nicht unsere Pflicht über ihre verdienstvolle Arbeit zu berichten, wir beabsichtigen nur jenes aus ihrem Handeln zu besprechen, was sich auf UŜE-Programm bezieht.
Unter ihnen ist erstrangig Herr Dr. Edmund Sós nennenswert, der hochgeschätzte Repräsentant von der "Esperanto-Abteilung der Paneuropa Union", der bereits seit Jahren die Hauptartikel von Coudenhove-Kalergie nach Esperanto übersetzt, und schwung-voll für die große Idee kämpft. Mit aufrichtiger Freude konnten wir einen Haupt-Artikel von H.d.E. lesen (42, 1930), in welchem Dr. Sós für Esperanto als offizielle zwischenstaatliche Sprache von Paneuropa warb. Bedauernswert ist nur, daß das Paneuropa-Programm diesen Punkt nicht enthält. Für Haupt-Anführer der Paneuropa-Bewegung ist Esperanto noch nicht genügend verbreitet. Gemäß Coudenhove-Kalergie, beabsichtigen sie Esperanto nur dann als offizielle Sprache zu akzeptieren, wenn dies Massen fordern würden. (Aus einer Rede in Budapest 6.5.1930.)
Einen besonderen Dank schuldet die Esperantistenschaft dem verdienstvollen sozusagen Herausgeber von "Literatura Mondo", Herrn Ludoviko Kökény, der in Budapest und Oxford Fachsitzungen veranstaltete, in welchen Esperanto bereits als einheitliches Hilfssprache von UŜE beworben war.
In "Hispana Esperanto", Nummer 9 (Oktober 1930) kann man lesen:
"An seine Durchlaucht* dem Herzog von Alba, Spanischer Minister für Auslands-Angelegenheiten, wurde von "Esperantanara Fajro" aus Barcelona eine umfangreiche und interessante Mitteilung über die unausbleibliche Notwendigkeit gerichtet sich Esperanto bei Errichtung der Europäischen Konföderation zu eigen zu machen mit projektierten Staaten von seiner ministeriellen Durchlaucht* Herrn Aristido Briand, Bevollmächtigter zu Auslands-Angelegenheiten in Frankreich.* Es endet die Offizialisierung der gewünschten Sprache vorschlagend, ähnlich hierzu was das dezimal-metrischen System betreffend von der Übereinkunft gemacht wurde, seinerzeit in Paris zusammengekommen und eine Übernahme von den verschiedenen Staaten nach und nach verallgemeinert wird.*
Zum Sprachenproblem selbst, schreiben unsere leidenschaftlichen Gleichgesinnten im Dokument: "Nur eine Sprache unabhängig von der Souveränität der Staaten kann jene des Europäischen Staaten-Bunds in dessen offiziellen Beziehungen sein. Nur eine einfache und genaue, Falsch-Verständnisse umgehende Sprache, soll angenommen werden. Aber immer im Rahmen von Unabhängigkeit der Staatshoheiten; sich immer an einen allgemeinen menschlichen Charakter anpassend. Und immer das Sinnbild der eigenen nationalen Sprache respektierend und unbeirrt hochhaltend.
Es besteht schon jetzt ein gemeinsames Verständigungsmittel ohne Vorherrschaft noch Vasallen-Abhängigkeit. Was man Jahrhunderte hindurch als unlösbares Problem betrachtete; das hat unberechenbare Bedeutung für das moralische Leben der Völker; was das Studium von berühmten Philosophen und Philologen würdig war, das hatte bereits eine glänzende und vollständige Lösung durch die geniale Erfindung von Dr. Zamenhof inne. Es existiert also eine Sprache, die ist niemandes seine, ist eines jeden.* Es existiert eine von der Souveränität der Staaten unabhängige Sprache und die wegen dieser Bedingung, jegliche Idee von Sklaverei und von Überherrschaft vertreibt. Sie ist die einzigartige und angepasste, geschmiedet für ein solches Ziel, genährt von Idealen des Pazifismus, wechselseitiger Liebe und Verständnis der Völker und Menschen. Und diese Sprache ist: Esperanto."
Jeder Esperantist kann unseren Gleichzielenden nur gratulieren, die Staaten-Anführer so mutig und energisch auf Esperanto aufmerksam machten. Insbesondere die Empfehlung von Esperanto als Sprache einer geplanten Europäischen Konföderation müssen wir betonen. Umso mehr, weil nicht alle Esperantisten den Mut haben, dies zu verbreiten.
Hier einige Randbemerkungen zur lobenswerten Aktivität von "Esperantanara Fajro" in Barcelona: Mit Bitten, Wünschen und Forderungen machen wir Sachverständige nur über Esperanto aufmerksam. Es ist möglich, daß diese Handlungs-Weise auch Erfolge hervorbringt. Aber den großen Sieg, welchen wirkliche Esperantisten träumen erlangen wir wahrscheinlich nicht auf diesem Weg. Das ist auch verständlich. Wir können überhaupt nicht von irgendeinem Minister erwarten, daß er Esperanto in den Schulen einführen soll, wenn er selbst nicht unserer Bewegung angehört. Er würde das wahrscheinlich nur dann tun, wenn er wie ein Esperantist über Nutzen und Anwendung und andere Werte von Esperanto überzeugt wäre. Wenn wir ernsthaft beabsichtigen Esperanto allgemein akzeptiert werden zu lassen, dann müssen wir uns bemühen, daß Esperantisten Staats-Führungspositionen einnehmen sollen in welchen sie die Möglichkeit und Macht haben die allgemeine Verbreitung der Welt-Hilfssprache zu verwirklichen.
Um Haupt-Ämter beim Staat aufmerksam zu machen, müssen wir uns organisieren und für sie kämpfen. Vor allem müssen wir selbst an Bedeutung und Größe unseres Ziels glauben. Oder, ist die allgemeine Einführung von Esperanto als Hilfssprache nicht solch ein bedeutender Programm-Punkt, wie irgendein beliebiger Punkt aus Programmen anderer Parteien? Massen werden nur dann an Esperanto glauben, wenn wir Esperantisten selbst, es als kampfwürdig betrachten.
Kurz: statt zu bitten, müssen wir uns bemühen uns zu organisieren und auf solche Weise Führungspositionen bei den Staaten erreichen und selbst unser Programm verwirklichen.
Außer oben genannter Gleichgesinnter verbreiteten einige aus eigener Entschlusskraft die Idee Esperanto als Hilfssprache des Europäischen Zusammenschlusses. Die Idee befand sich quasi in der Luft und wir glauben, daß wir sie rechtzeitig als Haupt-Punkt in das UŜE-Programm eingereiht haben. Z."
Auch heute rechnen Europa-Politiker nicht mit Anfragen zu unserem Thema. Und wenn, dann fürchten sie solche europapolitischen Ansätze wie der Teufel das Weihwasser. Denn sie sind darauf aus, möglichst viel Zustimmung zu erhalten und da stören gewisse Abweichungen vom üblichen Denken. Und wer politische Karriere machen möchte, stellt sich früh auf das Übliche ein. [se]
[Eŭropanoj! Liberigu vin de viaj ....] [Europäer! Befreit euch von euren gemeinsamen:
-Sorgen, -Budget-Defiziten, -Staats-Schulden, Arbeitslosigkeit usw.
durch gemeinsame:
-Armee, -Geld, -Außen- und Zoll-Politik.]
[Ĉu ankaŭ vi .... UŜE-EĤO ....] [Wünschst auch du daß UŜE-EĤO erfolgreich sei?]
Eŭropaĵoj (Europäische Dinge) 
Nova profesio (Neues Gewerbe)
Hier wird beschrieben, wie eine junge Frau wegen eines neuen Gesetzes nicht mehr beim Staat beschäftigt werden kann, da sie keine Staatsangehörige ist. Ihre Eltern kamen aus Nachbarstaaten. Innerhalb von drei Monaten muß sie die Staatsangehörigkeit erlangen. Nach dem Gesetzt wäre sie es, wenn sie heiraten würde. Damit alles seine Richtigkeit hat, wird geheiratet und wieder geschieden. Alles eine Frage der Vergütung. [se]
Doganumenda bukedo. (Verzollter Blumenstrauß)
Um bei der Einreise nach Deutschland nicht Zoll zahlen zu müssen, warf eine Frau den Blumenstrauß aus dem Postbus. Da er auf die deutsche Seite fiel und sie deshalb zahlen sollte, nahm sie den Strauß und warf ihn zurück nach Österreich, was den Mitfahrenden gefiel. [se]
Esperantisto kiel interpretanto. (Esperantist als Dolmetscher.)
Nach dem Esperanto-Weltkongress in Budapest kommt es im Zug zu Verständigungsproblemen mit dem Schaffner. Informationen werden über mehrere Sprachen weitergegeben: Ungarisch - Deutsch - Esperanto - Englisch [se]
"Ist also wahr, daß man mit dem englischen als universelle Sprache überall Erfolg hat?"
Dr. W. Reichel, Kamenz
Penseroj (Gedankensplitter)
Während Esperanto-Kongressen wird zu viel applaudiert, selbst wenn jemand nicht verstanden wird. [se]
"Ein neuer USA-Einwanderer beginnt sofort "amerikanisch" zu lernen. Dies fordert sein materielles Interesse. Sollten Europäer nicht "europäisch" lernen, wissend, daß eine einheitliche Hilfssprache eine Vereinigung der europäischen Staaten befördert und auf diese Weise auch die materiellen Interessen von allen?
Tumulte während Parlaments-Sitzungen sind die Abkömmlinge von ehemals kleinen Kriegen.
Mittelgroße Talente, die gegenwärtig als nationale Genies wiedererkannt werden, würden in einem Europa mit einheitlicher Hilfssprache vieles aus ihren Ruhmeskronen verlieren. Heute achtet man in ihren Werken mehr ihre Nationalität als das Werk selbst.
In der Folge der Vergleichs-Möglichkeit, würden in einem Europa mit einheitlicher Hilfssprache nur wirklich große Talente Erfolge haben. Das wäre vor allem vorteilhaft für kleinere Nationen, bei welchen heute große Talente aus sprachlichen Gründen nicht richtig gedeihen können.
Muß jeder, der mit den jetzigen Verhältnissen in Europa nicht zufrieden ist, ein Kommunist sein?
Unterschied zwischen Nationen: Beispiel:
Die Kraft von Italien: ein Mensch.
Die Kraft von Deutschland: die Masse.
Sollte der Staat nicht auch jene Unternehmer unterstützen, die mit neuen Ideen, neuen Tätigkeits-Möglichkeiten, Beschäftigung geben, also den heutigen Arbeitslosen eine Lebens-Möglichkeit?
Tendenz der Entwicklung.
Staaten führen ein:
erstens: die einheitlichen internationalen Messwerkzeuge,
zweitens: das einheitliche internationale Alphabet,
drittens: die einheitliche internationale Sprache."
Reflektoro (Reflektor)
Latinaj literoj kaj ilia akompananto. (Lateinische Buchstaben und ihr Begleiter.) "In den letzten Jahren konnte man über Triumph der lateinischen Buchstaben lesen. In Türkei, Russland, Japan usw. führt man ein lateinisches Alphabet ein. Überall sind es praktische Gründe. Lateinischen Buchstaben sind nicht nur leicht lehr- und erlernbar, sondern sie sind auch bereits als international offizielle (Post) akzeptiert. Neben den nationalen Buchstaben (falls solche noch existieren), wird nahezu in allen Ländern der Erde auch das lateinische Alphabet gelehrt. Sein Welt-Siegeszug ist bereits auf dem Weg.
Viel half hierzu auch die große Verbreitung der Schreib-Maschinen.
Es ist möglich, daß die neue große Industrie, der Ton-Film, die Verbreitung des Begleiters der lateinischen Buchstaben: die moderne lateinische Sprache, Esperanto beschleunigen wird.
In Ländern, wo nationale Buchstaben noch verwendet werden, kennen die Intellektuellen auch das lateinische Alphabet. Kann man sich dies nicht vorstellen, daß jeder Intellektuelle neben seiner Eltern-Sprache nach Jahren auch die einheitliche Weltsprache sprechen soll?"
Ameriko suferas pro Eŭropo (Amerika leidet wegen Europa) "Sensationell war für amerikanische Wirtschafts-Kreise die Nachricht über einen Rückgang des Exports. ...."
Gegenüber 1929 sank der Export in den ersten neun Monaten des Jahres 1930. Als Grund wird die europäische Konsum-Krise gesehen. [se]
Zwei–zwo. (Zwei – zwo.) "Das Wort zwo, für Ziffer zwei, ist bewusst eingeführt. Man verwendet es in Deutschland, wo noch keine Automaten existieren, bei Telefon-Anrufen, anstatt zwei (welches Wort sehr ähnlich zu drei = 3 klingt) um Missverständnis und Falsch-Verbindungen zu vermeiden. Das praktische Leben forderte die Rationalisierung der Sprache.
Auch bei einer internationalen Zusammenarbeit fordert das praktische Leben eine Beseitigung der sprachlichen Hindernisse. Vornehmlich aus praktischen Gründen in östlicher Hemisphäre, weil das sprachliche Problem in Amerika mehr oder weniger gelöst ist. Am drängendsten ist die Angelegenheit für Europa selbst. Wirtschaftliche Gründe zwingen diesen Kontinent zu harmonischer Zusammenarbeit und Verständnis untereinander. Geeignetstes Werkzeug dafür ist Esperanto, welches die zusammengeschlossenen und zweckmäßig gemachten europäischen Sprachen repräsentiert. Deshalb müssen wir eine Esperanto-Offensive ganz mit Recht erstrangig in Europa anregen, weil andere Kontinente wahrscheinlich nur dann Esperanto akzeptieren werden, wenn dieses bereits in Europa allgemein eingeführt und verwendet wird."  

paĝo 3 / Seite 3
Reflektoro (Reflektor) Fortsetzung
Eŭropo armita. (Gerüstetes Europa.)
Von der Liga der Nationen* wurden Daten über die europäischen Armeen veröffentlicht. Zusammengenommen waren es 3.906.900 bewaffnete Soldaten. [se]
La unuiĝo de Eŭropo kaj la "malhelpo". (Die Vereinigung von Europa und das "Hindernis") "Senator Reed aus Missouri, der aussichtsreichste Präsidenten-Kandidat der Demokratischen Partei, plädierend in einem Werk, veröffentlicht in einer Dresdner Zeitung, erwähnt zu einer Vereinigung von europäischen Staaten, entsprechend eines Projekts von Briand: "Aber wir sehen auch die dagegen-stehenden Schwierigkeiten zur Verwirklichung der Briand-Idee. Diese Schwierigkeiten befinden sich nicht nur auf einem rein politischen Territorium, sondern nach meiner Ansicht vornehmlich im sprachlichen. Die Verschiedenheit der einzelnen Sprachen ist das größte Hindernis der allgemeinen Verständigung untereinander."
(Zugesandt von Dr.W.R., Kamenz)
Or-provizo de l' mondo. (Gold-Versorgung der Welt)
Im zweiten Halbjahr von 1929 erhöhte sich die Gold-Förderung weiter. [se]
Socialdemokratoj kaj lingva problemo. (Sozialdemokraten und Sprachen-Problem.) "Es ist ein bekannter Fakt, was für eine starke Organisation die Sozialdemokratische Partei schon vor dem Krieg war. Zu Europäern, die damals einen Krieg vorhersagten, antworteten Sozialdemokraten: das wird eine Unmöglichkeit sein, weil die Sozialdemokratische Partei in Haupt-Staaten bereits so stark ist, daß sie den Krieg unmöglich machen werden; sie werden nämlich die Kriegs-Kredite nicht annehmen und auf diese Weise den Krieg selbst unmöglich machen.
Das Gebaren von Sozialdemokraten 1914 ist auch bekannt: sie lehnten überhaupt nicht ab, sondern stimmten den Kriegs-Krediten zu. Durch diese Entscheidungen zeigte sich, daß eine Solidarität zwischen europäischen Sozialdemokraten nicht so stark war, wie man das vermutete und internationale Zusammenarbeit zwischen ihnen nicht so intensiv, wie das behauptet wurde. Und ungeachtet dessen, daß Programm-Punkte von ihren Parteien für alle Staaten nahezu dieselben sind, fehlte zwischen ihnen ein einheitlicher Geist.
Der Grund: zwischen ihnen fehlte die gemeinsame Sprache
– die Voraussetzung von geistiger Verständigung untereinander.

Registraro por plifaciligo de l' vivo. (Regierung für eine Erleichterung des Lebens.)
In einer Konferenz mit rumänischen Wirtschafts-Organisationen und der Regierung wurde die Lage besprochen. Inländische Industrie und Handel werden unterstützt. Doch statt die Lebensbedingungen im Blick zu haben, ziehen einige Profit aus der staatlichen Förderung auf Kosten der Allgemeinheit. Die Regierung entschied, gegen den Missbrauch der Förderung zu kämpfen. [se]
120 lingvoj en Eŭropo. (120 Sprachen in Europa) "Allerletzte Forschungen zeigen, daß in Europa insgesamt 120 verschiedene Sprachen existieren, aber davon werden nur 68 von mehr als 100.000 und nur 37 von mehr als 1.000.000 Menschen gesprochen."

[Ĉeno ....] [Kette
Wirtschaft – Kapital – Sicherheit – stabile wirtschaftliche Verhältnisse – politischer Frieden –
internationale Verständigung – Lösungen gemeinsamer Probleme
erfordern
Kapital, Sicherheit, stabile wirtschaftliche Verhältnisse, politischen Frieden,
internationale Verständigung, Lösungen gemeinsamer Probleme, Vereinigung von Europa.]
Rezultoj de la dua Eŭropo-Konferenco (Ergebnisse der zweiten Europa-Konferenz)
"Mitte Januar fand in Genf die zweite Europa-Konferenz statt, über welche die europäische Presse detailliert berichtete. Wir beabsichtigen nicht die Nachrichten von dieser Zusammenkunft zu wiederholen, wir wollen nur auf deren denkwürdige Ergebnisse hinweisen.
Sensationell war der große Aufruf vom ehemaligen niederländischen Finanz-Minister Coljin, welcher er an die anwesenden Minister richtete. Er wies ganz freimütig auf die große Gefahr hin, in welcher sich Europa wegen seiner chaotischen wirtschaftlichen Organisation befindet.
Die einzelnen Interessen, – sagte er –, sind doch ehrenwerte und die, welche für sie eintreten, tun ihre Pflichten. Aber ein Mehr kann man von ihnen nicht fordern! Es ist die Pflicht der Regierungen, der verantwortlichen Regierungen, für eine bessere wirtschaftliche Organisation in Europa zu sorgen. Coljin betonte vielmals, die Herabsetzung der Zoll-Tarife, als sehr drängende Erleichterung der Wirtschaft.*
Die zweite wichtige Begebenheit der Europa-Konferenz war der Vorschlag von Dr. Curtius und Grandi, gemäß dem die Europa-Konferenz auch Russland und Türkei einladen soll.
Insbesondere Grandi, der italienische Minister für Außen-Angelegenheiten, plädierte für die Einladung von diesen Staaten. Europäische Solidarität – erklärte er – fordert dringend die Zusammenarbeit aller europäischen Staaten. Ein gesonderter Ausschuß entschied über diesen Vorschlag und nahm ihn an.
Zwischenzeitlich konnte man aus der Presse informiert werden, daß der Sekretär der Liga der Nationen bereits Russland, Türkei und Island einlud um an der kommenden Konferenz teilzunehmen, die in den ersten Tagen des Mai stattfinden wird. Gleichzeitig bat man sie den Sekretär zu informieren, ob sie diese Einladung annehmen oder nicht.
Ganz unabhängig vom Fakt, ob sie – insbesondere Russland – teilnehmen werden oder nicht, ist feststellbar, daß durch die Einladung selbst, die Europa-Konferenz Europäer schon teilweise beruhigte.
Für UŜE-Freunde ist mit besonderer Freude festzustellen, daß auch Russland in Genf offiziell eingeladen ist und die Europa-Konferenz auf diese Weise versuchen wird alle europäischen Staats-Mächte zu vernünftiger Zusammenarbeit zusammenzubringen. Zu Beginn muß man nicht viel von diesen Konferenzen erwarten, aber dies wird bereits ein vorteilhaftes Ergebnis sein, wenn erfolgreich alle europäischen Staaten zu gemeinsamen Behandlung von europäischen Problemen zusammenkommen werden.
Zum Ende der Konferenz wurde folgende Verkündung publiziert:
Wir sehen klar, daß die großen Hemmungen für die wirtschaftliche Neu-Organisation der Mangel von Zuversicht an die Zukunft und die Unruhe im politischen Leben sind, wen diese verursacht, die über Kriegs-Möglichkeiten sprechen.*
Wir bekennen, daß politische Hindernisse existieren, aber diese sind nur Folgen der wirtschaftlichen Misere. Also, das größte Wohl, das wir tun können, ist, die wirtschaftliche Lage zu verbessern. Wir, die Minister für Auslands-Angelegenheiten in Europa, verkünden, daß wir entschlossen entschieden, daß wir mit der Mithilfe der Organe der Liga der Nationen jegliche Entstehung von Gewaltanwendung hemmen wollen.
Am Ende interessiert uns das Sprachenproblem. Während der letzten Europa-Konferenz sprach man in den vier Hauptsprachen: französisch, englisch, deutsch und italienisch. Wie die Tageszeitungen berichteten, war die Übersetzung für die Anwesenden eine sehr langweilige Angelegenheit.
Wäre die schlichteste Lösung des Sprachenproblems nicht: in einer Europa-Konferenz "europäisch" zu sprechen?
– Heute noch ein Traum!"
DEBATEJO (DEBATTIERORT)
"Unter den Briefen, welche die Redaktion von UŜE-EĤO erhielt, befinden sich viele, welche ein allgemeines Interesse innehaben. Der unten folgende Brief von Herrn Dr. Goedecke aus Soenderborg. wird unsere Leser sicher interessieren, so die Gleich-, wie auch die Gegen-Meinenden.
Ja, jede geistige Entwicklung kommt nur "von unten", weil die allermeisten Länder mehr oder weniger reaktionär regiert werden. Eine "oberhalb" reaktionäre Regierung ...."
So eine Regierung akzeptiert nur Arbeitsergebnisse einzelner. Selbst menschliches Handeln beruht auf Naturgesetzen, wie auch die Gesetze der Staaten. Bei Nichtbeachtung dieser Gesetzmäßigkeiten entstehen Schwierigkeiten. Ein Text, der es verdient, noch genauer untersucht zu werden. [se]
"Wir sollten befreit die Moral und Denken herrschen lassen, dieses Bündnis wird nicht widerständig werden.* Ihm müssen wir "von unten" den Weg bereiten, mit der Souveränität unseres Geistes und Moral die reaktionären Weg-Barrieren wegschieben.   
UŜE-EĤO lebe, wachse, blühe! Unsere Enkel werden seine Opfer-Energie segnen, weil nicht sie, nur wir die heute nötige Arbeit vollbringen können!
Mit gut-europäer-ischem* Gruß
ihr
Dr. A. GOEDECKE Präsident von Soenderborg
Esperantoforening (Dänemark)"
Reflektoro (Reflektor) Fortsetzung
(Gehört eventuell bereits zu Spegulo de la eŭropa problemo auf Seite 4)
Voĉ-dono pri german-franca unio. (Stimmen-Abgabe über eine deutsch-französische Union.) "Herausgeber von "Matin" Henri de Jouvenel, schlug in deutsch-französischen "Stimmen" vor, deutsche und französische Völker über Gedanken von französisch-deutscher Union abstimmen zu lassen. Seine Hauptgedanken sind: das Kern-Problem der Vereinigten Staaten von Europa ist eine Frage von Annäherung zwischen Deutschland und Frankreich. Nur die Politik von Briand-Stresemann kann die beiden Nationen retten, und auf diese Weise auch Europa.

[Samideano! ....] [Gleichgesinnter! Bitte hier darunter Adressen von guten Europäern .... aufschreiben ....] 
paĝo 4 / Seite 4
Reflektoro (Reflektor) Fortsetzung
"Ich bin sicher", schreibt Jouvenel, "daß eine Stimmen-Abgabe in Frankreich nahezu einstimmig für den Plan resultieren würde und ich wollte wissen, welcherart darüber die Deutschen denken""
Po 30% germanoj, latinaj popoloj kaj slavoj en UŜE. (Zu 30% Deutsche, lateinische Völker und Slawen in UŜE.) "Wenn man die verschiedenen europäischen Nationen rassengemäß* gruppiert, dann findet man das zufriedenstellende Ergebnis vor, daß die Haupt-Ethnien* von Europa im Rahmen von UŜE verhältnismäßig zueinander wären. Die Einwohner von UŜE würden aus etwa 30% Deutschen, lateinischen Völkern und Slawen bestehen.
Ein Europäischer Zusammenschluss ohne Russland wäre national unvorteilhaft für die Slawen."
Agrikulturo en Eŭropo. (Landwirtschaft in Europa.) "Nur wenige wissen, daß Landwirtschaft die Haupt-Beschäftigung auf unserem Kontinent ist. Von der ganzen Zahl der Arbeiter in Europa gehören gerundet 187 Millionen Menschen, das sind 59,8 Prozent, zu den Landwirten und Waldarbeitern und nur 66 Millionen, das heißt 20,9 Prozent, arbeiten in der Industrie und Bergbau.
Staaten, in welchen Landwirtschaft überwiegt, sind diese: in Prozenten:
Rumänien 80,0  Jugoslawien 80,0  Litauen 79,4  Bulgarien 75,4  Lettland 68,0
Finnland 65,1  Polen 64,3  Estland 59,0  Portugal 57,5  Ungarn 56,7  Spanien 56,3  usw."
Internacia agado kontraŭ historiaj mensogoj en la lerno-libroj. (Internationales Handeln gegen historische Lügen in den Schul-Büchern.) "Das internationale Komitee für Geschichts-Wissenschaft, zu welchem Historiker aus 40 Ländern gehören, entschied, aus allen Schul-Büchern für Geschichte die historischen Fälschungen, Unrichtigkeiten zu beseitigen.
Man wählte unter Leitung des Historikers von der Pariser Sorbonne, Herrn Professor Glotz, einen gesonderten Ausschuß, dessen Aufgabe vor allem die kritische Erforschung der Schul-Bücher für Volksschulen und nachher auch von denen der höheren Schulen ist.
40 Staaten, deren Repräsentanten zu dem ernannten Ausschuß gehören, verpflichteten sich, die Kritiken der internationalen amtlichen Prüfung anzunehmen. Bei anderen Staaten hofft man dies auf diplomatischem Weg akzeptiert werden zu lassen."
Ankaŭ japanoj enkondukas la latinan alfabeton. (Auch Japaner führen das lateinische Alphabet ein.) "Der Delegierte von Japan erklärte in Genf, daß Japan baldigst lateinische Buchstaben verwenden wird. Jetzt besteht das alte japanische Schriftsystem aus nicht weniger als 53000 Zeichen und sogar ein Japaner mit mittlerer Vorbildung muß 4000 Schriftzeichen kennen, deswegen ist die Zahl der Analphabeten groß. Nach der Einführung der lateinischen Schreib-Weise wird sich die Zahl der Analphabeten verringern."
Kiom da bolŝevikoj ekzistas? (Wie viele Bolschewiken existieren?) "Auf Grund einer Statistik, die vor kurzem erschien, gehören zur Kommunistischen Partei von Russland, als eingetragene Mitglieder: .... Insgesamt 1.731.000
Voraussetzend, daß Russland 150 Millionen Einwohner zählt, dann macht die Zahl der von Kommunisten nur etwas mehr als ein Prozent der ganzen Einwohnerschaft aus."
Winston Churchill, (Winston Churchill,) "ehemaliger englischer Finanz-Kanzler, schreibt in "Neue Freie Presse" (Wien, 11.1.1931) über europäisches Problem, unter anderem: Sie (die Gegner der Paneuropa-Idee) sind ebenso wenig gegen die Idee einer Münze, wenn auch mit verschiedenen Aufschriften, von einer Briefmarke, wenn auch mit verschiedenen Gestaltungen, von einer Zoll-Union, wenn auch mit lokalen Tarifen. – wie sie auch nicht mögen eine gemeinsame Sprache zu lernen, ob Volapük oder Esperanto.
Großartig als Theorie, nicht mehr möglich als für ein Prinzip, leidenschaftlich als Ziel! Aber heute? Nein – wir danken!"
Winston Churchill tauchte über große Zeiträume gelegentlich immer wieder in den Medien auf. Nicht alle Beiträge waren außerordentlich konstruktiv. Später sprach er sich als Förderer eines vereinfachten Welt-Englisch, aber auch für ein zu einigendes Europa ohne Großbritannien aus. [se]
Spegulo de la eŭropa problemo (Spiegel des europäischen Problems)
ilustraĵoj / Abbildungen Bsp.: Young-Plan.
"In den ersten 36 Jahren zahlt Deutschland gemäß dem Young-Plan jährlich durchschnittlich 2205 Millionen Mark, von welcher Summe Amerika direkt oder indirekt 1482 Millionen empfängt. (Aus deutschen Zeitungen)"
RIDETU (LÄCHLE)
Eŭropo (De Jo Hanns Roesler) Europa (Von Jo Hanns Roesler)
"Erinnerst du dich nach an angenehme Stunden, ...."
Politiker halten auch bei der Liga der Nationen zu lange ernsthafte Reden. Dann werden Eigenschaften verschiedener Völker verglichen. Übersetzung eines deutschen Originaltextes. [se]
[Mendilo ....] [Bestellung UŜE-EĤO, Verlag "LIBRO" ....]
[Literatura Mondo ....] [Literaturwelt
Literatur- und Kultur-Zeitschrift in Esperanto
Chefredakteur: Dr. Kolomano de Kalocsay und Julio Baghy. Verantwortlicher Herausgeber: Ludoviko Kökény
Redaktion und Verwaltung: Vilhelmo Bleier, Budapest 9 Boráros tér 6.4.11., Ungarn
Abo-Preis je Jahr .... Bitte um ausführlichen Prospekt!] 
[Abonpreco de ....] [Abo-Preis von UŜE-EĤO ist für 1931 (4 Nummern): 4.– "apseloj" ....]
2022053120220715SE
UŜE-EĤO 1931 -05- (Januaro) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek


UŜE-EĤO 1931 -06- (Aprilo)
paĝo 1 / Seite 1
[Eldonejo: "LIBRO"....]
Optimismon ni propagandu! (Optimismus müssen wir verbreiten!)
"Europäer scheinen ihr Selbstvertrauen zu verlieren. Allgemeine Ziellosigkeit und Hoffnungslosigkeit verstärken mehr und mehr einen Pessimismus. Bereits bei einem Individuum bedeutet die Willenlosigkeit, Ziellosigkeit eine Schwächung, bei Nationen und Staaten ist sie als ein Untergangs-Hang anzusehen. Es ist durchaus nicht möglich zu glauben, daß Europäer einen Verfall schon so hochgradig erleiden würden, daß sie nicht Kraft und Vermögen haben würden, um sich neue ferne Ziele, Aufgaben zu errichten. Wir glauben fest an eine erfolgreiche Selbsthilfe, Neu-Organisation und Genesung.
Europa leidet hauptsächlich wegen einer Vertrauens-Krise. Es ist eine der vielen Krankheits-Ursachen, ein reiner psychischer Faktor. Es fehlt das Vertrauen aller zu allen. Die unsichere politische Lage, die instabilen wirtschaftlichen Umstände, die immer mehr und mehr schwieriger werdenden Existenz-Möglichkeiten führen eine "Psychose" herbei, die allen Erfolgslosigkeiten entsprechend ihrer Wirkung Macht ausübt.*
Unternehmens-Neigung und Gründungs-Neigung, beide Brot-Geber halfen den tausenden Arbeitern nicht, die machtlosen Wirtschafts-Initiatoren demgemäß von einer verständlichen Vorsicht der Kapitalisten.* Seltsam ist der Fakt, daß Banken über reichlich Geld verfügen, aber dieses nur ungenügend ausleihen. Es fehlt das Vertrauen, nicht das zu Personen, aber das an die wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse. Sie meinen, daß der politische Horizont unklar, umwölkt ist. Möglich, daß die Erfahrungen der letzten Zeit  diese Ansicht und Handeln ausreichend begründen.
Ziehen wir die jetzigen Lebens-Verhältnisse in Betracht als eine  Übergangszeit. Fachleute meinen, daß wir bereits den höchstgelegenen Punkt der Krise durchritten haben und sich schon Vorboten zeigen, die eine Schluss-Folgerung zu einer Verbesserung der Lage erlauben.
Eine Anpassung des Verbrauchs an die Produktions-Möglichkeiten und Kapazität ergibt die jetzige opferreiche Krise. Diese Übergangszeit erleidet hauptsächlich Europa. Auf unserem Kontinent befinden sich soviel der Entwicklungs-Hindernisse, daß es keine leichte Arbeit sein wird allgemein annehmbare Lebensbedingungen zu schaffen.
Die schwierige Genesung wird die Beseitigung der Wirtschaftshilfen sicher beschleunigen und die jetzigen kaum tragbaren Verhältnisse werden sicher unterstützen, eine wirtschaftliche Vereinigung zu erschaffen.
Also, wir müssen bei der Lösung der Wirtschaftskrise auch die Beseitigung der Zoll-Mauern und anderer Wirtschafts-Hindernisse verbreiten.
Die Verminderung von Zoll-Grenzen würde tatsächlich eine Pionierarbeit bedeuten. Eine europäische Neu-Organisation könnte nur mit der Beseitigung der Wirtschafts-Hindernisse beginnen.
Gegen die vielen Verteidiger der jetzigen Wirtschafts-Struktur Europas, müssen wir eine gleich starke Kämpferschar aufstellen, welche die Vereinheitlichung der europäischen Wirtschaft fordern muß. Gegen die vielen Pessimisten müssen wir eine Organisation des Optimismus erschaffen.
UŜE-Programm ermöglicht uns Optimismus zu verbreiten. Wenn solche Parteien bestehen, die – zumeist im Stillen – Hass unter europäischen Nationen säen, könnten sicher auch solche geschäftige Organisationen und Politiker existieren, welche zielbewusst für europäische Verständigung und gegenseitige Zusammenarbeit arbeiten.
Aufgabe der UŜE-Freunde ist eine bedeutende und verantwortliche. Es reicht ihnen nicht aus die heutigen Fakten festzustellen, sie müssen nach Möglichkeit auch die Faktoren beeinflussen, welche die jetzige Entwicklung begründen.
Die erste ihrer Aufgaben ist rein psychisch: durch Verbreitung und Propagierung* des UŜE-Programms, bei Europäern Selbstvertrauen wecken. Selbstvertrauen gebiert Optimismus und Optimismus ist auch "ansteckend". Massensuggestion, eine reale Grundlage besitzend, muß neue, frische Schaffens-Lust und Lebenslust hervorzaubern.
Einige Skeptiker werden sicher anmerken, daß man von einer kleinen Schar Esperantisten einen solchen großen und wichtigen Dienst für Europa nicht erwarten kann. Richtig, ihre heutige Anzahl ist nicht groß, aber ihre örtliche Verteilung ist so günstig, daß man eine bessere nicht wünschen kann. In allen Ecken Europas begegnet man ihnen. Überall zeichnen sie sich mehr oder weniger als "Utopisten" aus. Nun ausgerechnet diese ihre utopistische Neigung enthält Handlungsmöglichkeiten, die ganz reale Früchte ergeben.
Propagieren* wir, also, das Vertrauen von "Europäern" an sich selbst; unsere Begeisterung für die große Idee soll die Massen aus der Gleichgültigkeit wecken. Geben wir den Europäern die Entschlußkraft zurück, die sie Jahrhunderte hindurch hatten.
Tun wir über alle staatlichen und sozialen Grenzen hinweg alle Europäer zusammen, welche noch an die große Zukunft glauben.
– Und niemals dürfen wir vergessen: Ideen waren immer mächtige Entwicklungsfaktoren, darum sollen wir immer an unser fernes Endziel denken und wir müssen wachsam den nächsten Schritt vorwärts tun!
J. Zauner"
ilustraĵo / Abbildung: "Dumping"!

Bildunterschrift: "Dumping"! Des.: Várady
Grenze zwischen den Niederlanden und Deutschland wurde versehentlich vergessen. [se]
"Zwei Faktoren, welche eine Vereinigung Europas erzwingen werden!
Abwehr-Möglichkeiten:
Gegenüber UdSSR: Viele Gründe fordern eine wirtschaftliche Vereinigung von Europa und Russland. Siehe hier:
Eine Nachbarschaft zweier sehr großer Wirtschafts-Territorien, welche UdSSR und Europa wären, würde immer den Welt-Frieden gefährden.
Europa ohne Russland ist derart bewohnt wie auch wirtschaftlich mehr oder weniger gesättigt: darum die Entwicklungs-Möglichkeiten zu begrenzt.
Das Weltmacht-bezogene Gleichgewicht (USA-UŜE) fordert auch diese wirtschaftliche Vereinigung.
Gegenüber USA: Wenn notwendig sein wird die USA nachzuahmen: sich durch eine Zoll-Politik Gesamt-Europas wirtschaftlich behaupten." 
Sicher hatte der Zeichner eine Grenze unbeabsichtigt übersehen. Sie wurde hier zurückhaltend nachgetragen.
Die in den angrenzenden gleichen Breiten entstandenen Kolonialgebilde (USA, Russland) stellten sich längst gegen ihr früheres Herkunftsgebiet. Der Zenit der kolonialen Epoche Europas war bereits überschritten. Nach den beiden Weltkriegen verlor das ehemalige Kolonialgeflecht Europas seinen Einfluß. Schritt für Schritt und über eine lange Zeit zerfielen in Osteuropa die wenigen großen Reiche oder sie wurden zurückgedrängt. Es entstanden eigenständige Staaten. Spätestens nach dem ersten Weltkrieg nahm diese Entwicklung Fahrt auf und sie dauert bis heute an.
1931 war eine andere Zeit als 2022, aber die verschiedenen Potentiale bestehen heute weiter. Das eine, die sich von Britannien unabhängig gemachte USA wirkte wirtschaftlich ein, das andere, die UdSSR, verbreitete ihre Ideologie. Die USA warfen billige Güter auf den Kontinent, die UdSSR versprach den Europäern eine bessere Welt.
Nach dem 2.Weltkrieg teilten sich Welt und Europa neu. Nach der politischen Wende von 1989/1990 konnte sich ein größerer Teil Europas neu formieren. Sicher mit einem großen Einfluß durch die USA. Doch das Ziel eines emanzipierten geeinten Europas ist ein altes europäisches.
2014/2022 begann Russland, den "Westen" zu überfallen. Die unnötig starke Abhängigkeit von russischen fossilen Rohstoffen wurde ausgenutzt. Zur Rechtfertigung des Überfalls werden Ideologische Begründungen erfunden. Internationale Sicherheits-Organisationen wie die NATO demonstrieren ihre Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit.
Die abgebildete Karte ist logischerweise nicht mehr zeitgemäß. Im Osten sind einige Länder eigenständig, andere tauchen nicht auf, da sie zur Sowjetunion gehörten. Geändert hat sich das nach dem 2.Weltkrieg und nach der politischen Wende 1989/1990. Traditionell stellt sich der Kreml gegen die Freiheit. Man ist es dort gewohnt, Grenzen und Völker nach belieben zu verschieben und Menschen zu deportieren. Von dieser "Praxis" will man dort auch 2022 nicht ablassen. Heute ist anders als 1931 z.B. die Ukraine auf den Landkarten zu sehen. So soll es auch bleiben. Die Ukraine wird zum Bestandteil einer Gemeinschaft von Völkern. Leider gibt es Europakarten, die nicht so weit in den Osten reichen und leider werden in Medien Karten mit abgespalteter Krim verbreitet. [se]
Hom-ekonomiaj Observoj (Menschen-Wirtschaftliche Beobachtungen)
"Während des letzten Jahrzehnts bediente man in der Wirtschaft in solchem Grade die "Materie", daß der Mensch selbst zu einem zweitgeordneten Faktor gemacht wurde. Die Überbewertung des materiellen Stoffes, zeigt gerade heute ihre fatalen Folgen und die Staats- als auch die Wirtschafts-Führer sind nun auf diese Weise gezwungen mit dem Menschen selbst zu wirtschaften. Immer mehr und mehr wird der Mensch selbst zum Zentrum jedes wirtschaftlichen und politischen Handelns. Diese Neu-Orientierung erzwang die bekannte und vieldiskutierte Wirtschafts-Krise.
Gründe:
In den letzten Jahren wandelten sich die Produktions-Methoden vollends. Überall wurde die Maschine eine vorherrschende und immer mehr und mehr Menschen-Hände wurden zu freien, unbeschäftigten."
In der Nachkriegszeit revolutionierte sich die Produktion, doch der Weltmarkt war gesättigt. Es kam zu Massenentlassungen. Die Preisbildung bei Industrie-Artikeln erfolgte willkürlich über Kartelle und andere Organisationen. Staaten wie Kartelle schützten ihre Interessen. Es wurde um eine Bewahrung der Preise bei Kontingentierung der Produktion gerungen. Die Preise in der Landwirtschaft hingen natürlich von weniger beeinflussbaren Faktoren ab. Normale Verbraucher waren nicht organisiert und mussten praktisch ihren Verbrauch einschränken. Viel wurde geopfert, die Staatenvertreter und die Wirtschaft mussten Auswege bieten. Zauner schlug vor: Schaffung von mehr Arbeitsplätzen durch Verkürzung der Arbeitszeit. Auch die technische Produktivitäts-Steigerung war zu beachten. Ein längeres Wochenende erschien als sinnvoll. Statt die Arbeitszeit wieder zu erhöhen, sei eine bessere Verteilung des Einkommens anzustreben. Die Staaten sahen es als schwierig an, wenn Menschen zu lange arbeitslos sind, da sie ihre Bedürfnisse einschränken. Der Krise sollte durch eine Verringerung von Arbeiterinnen, deren Männer beschäftigt sind, entgegengewirkt werden. Dies würde heute allerdings auch in Krisen schlecht ankommen und wäre nicht unterstützenswert. Eine allgemeine Verlängerung der Lernzeit um ein Jahr wurde vorgeschlagen. Die schwierigste Aufgabe der Regierungen sei die gegen die gängige Preisgestaltung für die verschiedenen Artikel. Eine Verbilligung würde zu mehr Kaufkraft und Beschäftigung führen. Arbeitgeber wollten Sozialabgaben klein halten.
Diese wirtschaftliche Krise bestand in Europa unter anderem wegen des Fehlens eines großen einheitlichen europäischen Wirtschaftsraumes. Das UŜE-Programm verlangte bereits die Zollunion. Sie würde zur Genesung beitragen. Die vorhandenen Wirtschaftsräume waren längst zu klein. Massen-Verbrauch und Massen-Produktion sollten richtig organisiert werden. [se]
paĝo 2 / Seite 2
"In sehr großen Staaten-Vereinigungen erleichtern, begünstigen auch die Wirtschafts-Organisationen (Trusts, Kartelle usw.) die Lebens-Bedingungen. In Staaten mit großer Fähigkeit im Verbrauch hat auch das Kapital ein Interesse die Lebensbedürfnisse zu vermehren und zu erhöhen und auf diese Weise den Verbrauch zu erhöhen, weil eine vernünftige Massen-Produktion – sogar bei niedrigen Preisen – einen beträchtlichen Profit ergibt."
Europa konnte die bekannten Produktionsmethoden nicht vollständig anwenden. Das gemeinsame Konsum-Territorium fehlte. Die Verteilung war zu umständlich. Nicht nur überseeische Märkte, auch die europäischen gingen verloren. Ein Mensch-Wirtschaften in einem großen Wirtschafts-Raum UŜE würde allen europäischen Nationen nützen. [se]
[Ankaŭ ....] [Auch Europäer könnten die Methoden der verbreiteten, billigen Massen-Produktion anwenden, wenn nicht die Möglichkeit zu Massenverbrauch fehlen würde. Europäische Zoll-Tarife verteuern die Erzeugnisse und verhindern deren billigen Austausch untereinander. Also, sie machen einen Massen-Konsum unmöglich.] 
Survoje (Unterwegs)
"Unerwartete Impulse erhielt die ganze europäische Politik. Die Mitteilung über einen Wirtschafts--Vertrag zwischen Deutschland und Österreich – nach welchem die jetzigen wirtschaftlichen Hindernisse dieser Staaten beseitigt sein werden – alarmierte die Politiker so, wie auch die Führer der Wirtschaft. Eine starke Angespanntheit wurde hervorgerufen, die die jetzigen Staats-Anführer sicher dazu zwingen wird, über eine Lösung des europäischen Problems zu entscheiden.
Sachverständige Handelsvertreter wissen, daß die Verzweiflung die deutsche Regierung zwang (mehr als vier Millionen Arbeitslose!) die praktische Lösung der wirtschaftlichen Krise einzuführen. Daß eine europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit ausgerechnet bei diesen Staaten begann, ist verständlich, wenn man das ganze Problem objektiv überdenkt. Alle Vorbedingungen einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit waren bereits erfüllt: gemeinsame wirtschaftliche Interessen, gemeinsame Sprache, gemeinsame Kultur usw.
Wenn eine ähnliche Zusammenarbeit zwischen anderen Staaten bis jetzt nicht reifte, beweist das nur, daß die Vorbedingungen fehlen. Noch herrscht teils der vor und während des Krieges bestehende Geist, der ein Verstehen untereinander behindert und einen Ausweg nicht ermöglicht.
Neue Leit-Ideen braucht Europa!
Die starken Proteste gegen die deutsch-österreichischen Zoll-Formierung zeigen, daß schon nicht nur teil-europäische Fragen weiter bestehen. Das Problem ist grundlegend, für lange Dauer nur gesamteuropäisch basiert lösbar.
Das UŜE-Programm ist, nach unserer Überzeugung, der langandauernde und ferne Weg, welcher zum Ziel führt. Durch die Verbreitung der gemeinsamen europäischen Hilfssprache beabsichtigen wir die grundlegenden Bedingungen der Europa-Vereinigung zu erschaffen: den europäischen Geist*. Andere Vorbedingungen sind teils bereits erfüllt: gemeinsame wirtschaftliche Interessen und gemeinsame Kultur.
Jedoch, wir glauben, daß jetzige Politiker vorankommen werden Europa aus der Verzweiflung zu retten. Wir können nicht glauben, daß die vieljährigen Bemühungen in Genf vergeblich sein würden. Zu groß war die Hoffnung von Millionen, zu stark der Glaube an die Aufrichtigkeit von Staats-Anführern.
Nach einigen Wochen wird das Europa-Komitee in Genf zusammensitzen. Tätigen Sie diese Behandlung des europäischen Problems sehr hart – nur das bringt Ihnen Positiv-Ergebnisse.*
Kein Kriegszeit-Hass, keine krankhafte Missgunst, nicht das Herz, sondern der Kopf herrsche in dieser sehr bedeutsamen Sitzung.
Zwischen-europäische Vorherrschafts-Probleme wurden schon seit langem zu zweitrangigen Angelegenheiten gemacht. Viel bedeutendere Probleme erwarten Lösungen.
Wir werden sehen: werden Klugheit oder Gefühl entscheiden? Z."
[Ĉu .... UŜE-EĤO ....] [Wünschst auch du, daß USchE-EChO gelingen soll?]
Bibliografio (Bibliografie)

"Edouard Herriot: Vereinigte Staaten von Europa. Edition Rieder, Paris 1930. Deutsche Ausgabe: Paul List Verlag, Leipzig 1930.
Unter vielzähligen Büchern und anderen Erscheinungen, die das europäische Problem behandeln, ist das aktuelle Werk von Herriot als wichtigstes feststellbar. Nicht nur die sehr übersichtliche und klare Abhandlung des ganzen Problems ist der Grund dieser Bedeutung, sondern besonders dies, daß Herriot der Hauptmitarbeiter Briands ist. Bereits seit Jahren verbreitet Herriot die Idee einer Europa-Föderation, über das wichtige Thema in den Hauptstädten Europas redend. Damit das große Publikum auch über das sehr bedeutenden Problem interessiert wird lies er ein Buch erscheinen. Eine Ideen-Verbreitung* über Bücher ist notwendig, weil, – wie der deutsche Herausgeber treffend schreibt – "nicht allein die Politiker, sondern hauptsächlich die Völker die Vereinigten Staaten von Europa verwirklichen können".
Das soeben erwähnte Werk ist in zwölf Kapitel aufgeteilt, in welchen sich mehrere mit wirtschaftlichen Fragen und einige mit bereits bestehenden internationalen Organisationen beschäftigen. Ansichten Herriots, über die heiklen Punkte des europäischen Problems zitieren wir sinngemäß, damit wir seine Ideen am objektivsten erkennen:
Beziehungen zwischen Europa und Amerika betreffend:
Wir beabsichtigen überhaupt nicht einen europäischen Imperialismus gegen das wie man sagt amerikanische zu schaffen. Wir zielen nicht darauf einen Kampf zu organisieren, aber ein Gleichgewicht zu errichten.
Beziehungen zu Britannien betreffend:
Sicher wird es erfolgreich sein, die mächtige englische Nation zur Zusammenarbeit an sich zu bringen.
Würde Britannien sich anschließen, es würde einen Anspruch auf "imperiale Rücklagen" erheben.
Russland betreffend:
Russland benötigt Europa und Europa Russland. Sicher wird der Tag kommen, zu welcher Zeit die unnatürlichen Gebilde der Politik, in Folge eines Lebens-Drucks, immer Entwicklung und Organisierung fordernd, zerstört, zerfallen werden. Eine Europa-Föderation sollte die Türen für Russland geöffnet lassen, unbesorgt gegenüber von verschiedenen Seiten kommenden lächerlichen Protesten.
Paneuropa oder Vereinigte Staaten von Europa? Latein-amerikanische Republiken benötigen die finanziellen Unterstützungen von den USA sehr um nach dem Anschein ganz unabhängig zu sein. Nordamerikanische Vermögen, die in diesen Republiken investiert sind, summierten sich am 30. Oktober 1927 um etwa 5 Milliarden Dollar, gegenüber 3,5 Milliarden, welche in Europa investiert wurden.
Geschichtliche Beispiele von einer Vereinigung:
In Frankreich ging die politische Vereinigung der wirtschaftlichen voraus, in Deutschland umgekehrt: einer Zoll-Union folgte das politische Deutsche Reich.
Obwohl Angelsachsen in den USA die sehr große Mehrheit repräsentieren, sind dennoch alle Ethnien* anzutreffen: sehr verschiedene Kulturen existieren eine neben der anderen.
Sicher war die Verwirklichung des Werkes (USA) langwierig und mühevoll ... und aus dem Gesichtspunkt eines Historikers noch nicht perfekt. Aber diese Perfektionierung hängt bereits nur von der Zeit ab – sie ist schon nicht mehr zurück zu halten. Seit dem Tag, an welchem die schützenden Barrieren zwischen USA-Staaten beseitigt wurden und gleichzeitig umso stärker errichtete Zollgrenzen gegenüber dem Ausland entstanden, wurden sie unbesiegbar gemacht.
Zusammen mit dem wirtschaftlichen Erfolg der USA entwickelte sich spontan das gemeinsame nationale Gefühl, der Patriotismus. Es wurde keine Revolution und ein großer Lärm benötigt um eine nationale Einheit zu schaffen. Es begann in der Folge eines gemeinsamen Zoll-Tarifs zu entstehen.
Wirtschaft betreffend:
Obwohl zwischen-europäische Kartelle nicht den Frieden garantieren (vor 1914 existierten bereits internationale Kartelle), dennoch ermöglichten sie nach und nach eine Beseitigung der Zoll-Tarife.
Das ganze Problem ist zu wissen, ob die Staats-Führer soviel Entschluss-Kraft und Intelligenz besitzen, wie Privatleute, außerdem, ob sich die Politik mit den bis jetzt gültigen Methoden begnügt und nicht die Erkenntnisse der sehr großen Umformung verwenden wird, welche ganz lautlos eine neue Welt erschafft.
Souveränität betreffend:
Wir in Europa werden in der Folge historischer Barrieren von Souveränität belästigt. Diesbezüglich zitiert Herriot den bekannten Partei-Anführer Leon Blum, der meint: Ein gründliches Nachdenken lässt offenkundig werden, daß zwischen dem alleinig darin liegenden verkündeten Projekt, die europäischen Staaten zu vereinigen und der gleich alleinig darin verkündeten Pflicht, die nationalen Souveränitäten zu bewahren, ein unüberwindlicher Kontrast besteht.
Am gleichen Ort ist auch die Ansicht von Graf Coudenhove-Kalergi zu erwähnen, der in einer Denkschrift, die er am 25. Februar 1930 in Berlin veröffentlichte, für die Bewahrung der vollen Souveränität der einzelnen europäischen Staaten plädiert.
Sprachen-Problem: Eines der größten Hindernisse einer Europäischen Föderation ist der Reichtum der Sprachen: Europa hat 26 offizielle Sprachen. Deshalb ist man bereit irgendein sprachliches Zentrum zu akzeptieren.
Betreffs europäischer Geist: "Spezielle Zeitungen und Zeitschriften könnten helfen diesen europäischen Geist zu schaffen, welcher – ich gestehe – heute noch nicht existiert.""
Penseroj (Gedankensplitter)
"Interessante Beobachtungen kann man in vielsprachigen Provinzen und Verwaltungs-Bezirken machen. Die Einwohnerschaft nutzt sprechend außer ihrer Muttersprache auch Wörter, Phrasen, insbesondere Sprichwörter anderer Sprachen, welche in dem selben Distrikt gesprochen werden. Erfahrungsgemäß gebrauchen sie die fremden Wörter oder Sprichwörter nur dann, wenn sie ihre Gedanken und Gefühle durch die fremde Sprache klarer und verständlicher ausdrücken können.
Daraus ist zu schlussfolgern, daß für sie der Klang beim untereinander Verstehen gar nichts bedeuten, wie es auch nicht wichtig für objektive national schreibende Menschen ist, ob sie die nationalen (falls diese noch existieren) oder die lateinischen Buchstaben nutzen. Eine hauptsächliche Angelegenheit bleibt immer, so früh für einen schreibenden, wie auch für einen Sprechenden: auf welche Weise kann man sich untereinander am treffendsten verständlich machen?
In einigen europäischen Staaten machen Professoren und Lehrer hauptsächlich die Politik, während in anderen vornehmlich Advokaten.
Wären die Gründe und Folgen nicht untersuchenswert?
Eine Folge der jetzigen europäischen Staats-Politik ist unter anderem, daß entlang der Landesgrenzen auch harte Sprachgrenzen entstehen.
Wer wird der Schriftsteller eines Romans oder Theaterstückes sein, womit jene Europäer mit wohlwollender Ironie verspottet werden, die politisch nur bis zu den eigenen Landesgrenzen sehen?
Europäer ertragen wegen der selben guten Eigenschaft: Patriotismus! In der Folge von aufgeteilten Patriotismus behelligen sie sich wechselseitig."
Reflektoro (Reflektor)
Internacia Komerca Ĉambro (Internationale Handelskammer)
"veröffentlichte 13 Ursachen der Weltwirtschaftlichen Krise:
1. Produktion wächst schneller als Einwohnerschaft und deren Kaufkraft.
2. Landwirtschaftliche Krise.
3. Fortwährende Preis-Prämie mit plötzlichem Preisabfall, welcher die Preis-Bildung auf Jahrzehnte verzögert.
4. Unterschiedliche Währungen sind sehr unterschiedlich stabilisierte.
5. Zu große Prozent-Differenz zwischen langdauernden und kurzdauernden Krediten verursachen eine Kapital-Erstarrung.
6. Streik der Käufer.
7. Silber-Einsturz, Goldmangel.
8. Teilweiser oder voller Mangel von wichtigen Welt-Märkten.
9. Dumping-Preise von Russland wegen einer Vorbereitung der Welt für Kommunismus.
10. Wachsen von öffentlichen – staatlichen und kommunalen – Unternehmen. Einmischung verschiedenener Staaten in Privat-Wirtschaft.
11. Unmöglichkeit von privater Kapital-Entstehung in mehreren Industriestaaten, folglich Kapitalmangel und Verschuldung.
12. Hohe Steuern um die nationalen und internationalen Schulden zu begleichen.
13. Zwei Drittel der Menschheit leben in politischer Unsicherheit und Gefahr."
Pri mondhelp-lingvo Esperanto kiel "eŭropa" lingvo. (Betreffs Welthilfs-Sprache Esperanto als "europäische" Sprache.)
"Aus "Leakey´s Introduction to Esperanto. La lingvo internacia" schöpften wir folgendes:
Esperanto als Indo-Europäische Sprache.
(Annahme aus "Geschichte der Sprache Esperanto" von Dr. E. Privat.)
Unter den verschiedenen Sprachen "europäische" genannt besteht eine große Ungleichheit, welche selber Esperanto für ein internationales Verständnis notwendig macht, doch existiert auch eine bemerkenswerte Ähnlichkeit, aus der Esperanto sein Fundament erhielt und unaufhörlich seinen reichgemachten Wortschatz zieht.
Vieles aus diesen Sprachen studiert habend, findet man eine Verwandtschaft zwischen einigen von ihnen, und dieser Verwandtschaft gemäß teilte man Sprachen in große Familien ein.
Eine von ihnen, die Indo-europäische, umfasst die persische, sanskritische, griechische, lateinische, französische, englische, deutsche und russische Sprache, und aus dieser Gruppe wählte Dr. Zamenhof die Wörter für Esperanto.
Esperanto repräsentierte also die gemeinsamen Elemente der Indo-Europäischen Sprachen."
Aus "Pola Esperantisto", Nr.6 (1930), Artikel von Professor Dr. Odo Bujwid: Mia printempa vojaĝo (an Niederlande).
"... Ich sprach doch immer über verschiedene spezielle wissenschaftliche Themen ..."

paĝo 3 / Seite 3
Reflektoro (Reflektor) Fortsetzung
"Eine wunderbare Angelegenheit. Esperanto ist eine so geeignete Spache für alle Ausdrücke, daß ich nach einigen Minuten bereits so gewöhnt war um vor einer großen Zuhörerschaft intelligenter Leute ohne zu zögern und wie man mir rückmeldete, für alle ganz verständlich zu sprechen. Es ist wert hinzuzufügen, daß nach einigen von mir gesagten Sätzen, Frau Isbruecker umgehend ins holländische übersetzte. Doch einige Zuhörer sagten danach, daß die Übersetzung nicht notwendig war, weil die Hörerschaft größtenteils während des Kurses von Herrn Cseh sehr gut unterrichtet war, welcher vor meinem Vortrag einen Esperanto-Kurs in einigen holländischen Städten leitete. Nur ist notwendig langsam unterscheidbar zu sprechen, Wort für Wort und Sie werden sogar solche verstehen, die noch nicht gesprochen sind und sogar in der Esperanto-Sprache nicht gelernt wurden.
Wirklich genial ersonnen, begründet auf den europäischen Sprachen, für alle verständlich, wenn man schon einige Sprachen kennt ..."
Aus "Balkana Konkordo", Nr.2 (1931). Ivo Rotkviĉ schreibt in einem Artikel "Por Esperanto kaj por la paco" (Für Esperanto und für den Frieden") unter anderem folgendes:
"... Europa hat die Schlüssel des Friedens an seinem Gürtel. Es muß nur verstehen, die Schlüssel zu gebrauchen. Einer der hauptsächlichen Schlüssel ist gerade unsere Esperanto-Bewegung. Deswegen gibt ihm der Wert-Maßstab vom Heute eine größere Bedeutung als irgendwann vorher.
In den letzten Jahren glitten wir Esperantisten, aufrichtig bekennend, etwas ab. Irgendwelche verloren schon Mut, irgendwelche verrieten weglaufend die Standarte. Nicht wichtig, weil auch viele treu auf Posten beharrten. Sie vergiftete Pessimismus nicht.
Die Treuen wussten gut, daß jede Idee ihre Gezeiten hat. Da erhebt es sich gewaltig und siegeslärmend, hier geht es fallend verloren. Aber nach einem Fall muß unausbleiblich eine Erhebung zurückkommen. Erfolge müssen zurückkommen, Triumphe müssen wiederholt werden ..."
Hitler: (Hitler:)
"– Hemmt die friedliche Lösung des europäischen Problems.
– Er ist eine versprochene Hoffnung für Millionen Deutsche – und für die Sowjet-Führer.
– In Amerika stärkt er jene Bewegung, welche die Herabsetzung europäischer Kriegsschulden propagiert."
Wie könnte das gemeint sein? Eine Recherche ist angebracht. [se]
Kroniko de Esperanto. (Chronik von Esperanto) "Spanien. Barcelona. Vor einigen Wochen wurde das "Zamenhof-Institut" gegründet, durch welches man auf eine wirksame Verbreitung von Esperanto und seiner inneren Idee zielt, und auch einer Entfaltung von UEA. Die Mitglieder nennen sich Zamenhof-Anhänger, darum weil sie wünschen die Ratschläge und Orientierungen von Dr. Zamenhof zu verfolgen, um den Dienst von zwischenmenschlicher Brüderlichkeit, durch eine internationale Sprache.
Das Komitte besteht aus: Präsident Anĝelo Valdepenas (ehemals Präsident von K.E.F. und von der Gruppe "Barcelona Stelo"), Vize-Präsident Francisko Gorgues (Ex-Delegierter von UEA), Sekretär Jozefo Anglada, Vize-Sekretär Francisko Vila, Kassierer Johano Campdelacreu, Kalkulator Emanuelo Corredò, Bibliothekar Jozefo Lòpez und Abstimm-Geberin Sara Ullastres.
Das Institut, dessen provisorisches zentrales Büro sich beim Sekretär befindet, Straße Sitjas 8-30, organisierte einen Informations-Dienst werktags abends, realisiert eine wirksame Verbreitung durch die Tageszeitung und wickelt einen erfolgreichen Esperanto-Kurs durch Korrespondenz ab."
"Prezo-tondilo". ("Preis-Schere".) "Mehrere europäische Regierungen haben Sorgen wegen der sogenannten "Preis-Schere". Dieser Ausdruck stammt von der grafischen Gestalt der Preis-Änderungen, Preis-Bewegungen von gewissen Erzeugnis-Gruppen. Beispielsweise: jetzt sind die Preisverhältnisse zwischen Industrie- und Landwirtschafts-Erzeugnissen in einigen Staaten sehr auseinandergehend. Das heißt während die Preise von Industrie-Artikeln bis jetzt blieben oder erhöht wurden, sanken mittlerweile jene von Landwirtschafts-Kulturen.
 – von Industrie-Erzeugnissen 
Preise < 
 – von Landwirtschafts-Produkten 
Die Ursache dieser "Schere" ist unter anderem, daß die Industrie-Preise größtenteils Kartelle oder andere Verbände regulieren und die Preise von Bodenprodukten nahezu vollends "freie" sind. Industrie-Verbände können die Produktion selbst regeln und auf diese Weise die Preis-Entwicklung – wie wir bereits erwähnten – beeinflussen, bei Landwirtschaft ist das beinahe eine Unmöglichkeit, weil ein wichtiger Faktor der Erzeugung das Wetter ist, das zu beherrschen bis jetzt noch nicht erfolgreich war."
Internaciaj aŭtobus-linioj tra Eŭropo. (Internationale Autobus-Linien durch Europa.) "Entsprechend Mitteilungen, beabsichtigen maßgebende amerikanische Finanz- und Fachkreise – man nennt unter anderem auch den Namen Ford – ein neues Syndikat zu gründen, dessen Zentrum in Paris sein soll. Dieses Syndikat plant durch Gesamt-Europa ständige Autobus-Linien zu organisieren. Die Zirkulation von Autobussen sollte ordnungsgemäß – so, wie bei Eisenbahn – stattfinden und vornehmlich durch Zentren mit Fremdenverkehr und durch die Metropolen der einzelnen Staaten führen."
Germana junularo. (Deutsche Jugend.) "Herr Kayser, der Politiker für Außen-Angelegenheiten von "Republique", Organ der französischen Radikalen Partei, besuchte die größten deutschen Städte und zurückkehrend ließ er seine Eindrücke in einem Artikel "La dramo de germana junularo" erscheinen. Nach diesem haben deutsche Jugendliche weder Arbeit, noch Hoffnungen. Obwohl sie arbeiten wollen und geneigt dazu sind, sind sie gezwungen ohne Arbeit zu leben. Also, ist es nicht ganz verwunderlich, wenn sie sich extremen Parteien anschließen, welche ein Umstürzen des jetzigen Regierungs-Systems, von dem die Jugend nichts erwarten kann, erlauben.
Keiner kann für sie das einzige Mittel gegen den Radikalismus erlangen: Arbeit. Nicht ausreichende Nahrungsmittel, ohne Arbeit, ohne Hoffnung, das ist das Los eines zwanzigjährigen Deutschen."
Ankaŭ telefono postulas internacian lingvon. (Auch Telefon erfordert eine internationale Sprache.) "Zwischenstaatliche Telefon-Gespräche werden Tag für Tag immer mehr. Der Mangel eines gemeinsamen Verständigungsmittels hemmt auch diesbezüglich den Wohlstand. __Es ist nicht wahrscheinlich, daß die triumphieren werdende Telefon-Technik warten wird, bis irgendeine National-Sprache eine Welt-Sprache werden wird.__ Dagegen ist vermutbar, daß sie die Lösung des sprachlichen Problems suchen und finden wird.
Wie aktuell diese Frage ist, zeigt am klarsten die letzte englische Welt-Statistik des Telefons (31.12.1929).
Um dieses Datum bestanden in der Welt insgesamt 34.400.000 Telefone. Ihre Anzahl wuchs in dem letzten statistischen Jahr um 1,75 Millionen. Zu dieser Vergrößerung trug Europa durch 8,4 und Nordamerika durch 3,9 Prozent bei. Um das Jahresende 1929 besaßen Asien 1.205.000 und Afrika 224.000 Telefone. In den letzten neun Jahren wurden die Telefone in Amerika von 14.355.000 (1920) auf 22.500.000 (1929) vermehrt: die Vergrößerung war mehr als 50-prozentig. Aber größer war die prozentuale Steigerung in Europa. Nach sachverständigen Schätzungen hat Europa etwa 10 Millionen Telefone, diese Zahl bedeutet ein 100-prozentiges Wachstum seit 1920.
Nun, welches Land ist relativ am Telefon-reichsten? Gemäß Statistik verfügen von 1000 Einwohnern
in den USA über 169 Telefone, – .... – in Argentinien je 24 Telefone
Unter Städten, hat New York – absolutzahlig – die meisten Telefone: 1.800.000; relativzahlig San Francisko, wo 100 Städter über 34 Telefon-Apparate verfügen."
Kiom da loĝantoj havas Eŭropo? (Wieviele Bewohner hat Europa?) "Während des letzten Jahrhunderts verdoppelte sich die Zahl von Europäern. Gleich wachsend, nach weiteren hundert Jahren, würden auf unserem Kontinent, statt der heutigen 525 Millionen, insgesamt 1050 Millionen Menschen leben. Vergleichend müssen wir hinzufügen, daß man die weltweite Schar der Einwohner jetzt auf etwa 1950 Millionen schätzt. 26 Prozent von ihnen leben in einem relativ kleinen Europa, während Amerika, das fünffach größer ist, nur 247 Millionen Bewohner zählt. Man berechnete, daß in Amerika Platz für 3500 Millionen sein würde, während in Europa gerade noch für 75 Millionen Menschen."
Aero-flotoj. (Luft-Flotten.) "Militärische Flugmaschinen haben:
Russland 1800 – .... – Belgien 234" 
Kinejoj (Kinos) "befinden sich in Europa (nach einer Statistik von 1930) 34870 mit etwa 14 Millionen Stühlen." 
[Pri komercaj kontraktoj. (Handelsverträge betreffend.)
"Die einzelnen europäischen Staaten haben so viele gesonderte Interessen und Wünsche, daß es eine ganz unmögliche Sache ist jeden ideal zufriedenzustellen.
Wäre nicht die allgemeine Lösung empfehlenswert: ein Gesamt-Europa als organischen einheitliches Wirtschafts-Raum einrichten?"]

Penseroj (Gedankensplitter)
"Manche technischen Erfindungen veränderten das äußerliche Leben der Menschen gänzlich. Könnte die geniale Erfindung Esperanto nicht die Menschen "innerlich", charakterlich entsprechend, geistgemäß verändern?"
"Irgendwo Zollgrenzen und stehende Heere errichtend, bestehen umgehend bereits Konkurrenten und Feinde."
"Ein über Industrie-Kartelle sprechender Ökonomie-Professor, könnte seinen Vortrag ironisch beginnen: Es war einmal, vor vielen vielen Jahren, eine Zeit, in der die Preise von Industrie-Artikeln über Angebot und Nachfrage geregelt wurden ..."
"Europa hat zu viele Personen mit einem mühelos-einträglichen Amt."
DEBATEJO / DEBATTIERORT
Pri hegemonio-problemo en Eŭropo (Vorherrschafts-Problem in Europa betreffend.)
"Heikel, aber ein darüber zu diskutierendes Thema. Umso mehr, weil es eines der grundlegenden Probleme ist.
Wir müssen unterscheiden:
Manche Staats-Führer und Staatsangehörige befürchten eine französische, andere eine deutsche Vorherrschaft. Politiker kleiner Staaten behaupten, daß Besitz und Reichtum unter europäischen Nationen ungleich verteilt sind. Landwirtschafts-Staaten glauben, daß eine Europäische Vereinigung mehr Vorteile für Industriestaaten haben würde. Arbeiter sehen darin den Endsieg* des Kapitalismus usw.
Frage der Vorherrschaft war einer der hauptsächlichen Gründe des Weltkrieges. Noch heute herrscht dieses Vorherrschafts-Problem vor, es kann sogar erneut zu einem Grund eines neuen Krieges gemacht werden. Ursachen sind also ausreichend, welche die Lösung dieses Problems veranlassen.
Für UŜE-Zugehörige ist die Lösung einfach: wir müssen uns in Zukunft nicht nur als Angehörige irgendeiner Nation betrachten, sondern hauptsächlich als Europäer in einem politischen Sinn. Dieser Lösungs-Vorschlag ist zu simpel, wahrscheinlich deswegen auch sehr schwierig zu verwirklichen.
Verschiedene Verhältnisse zeigen, daß die Zeit der Klein-Staaten vorbeigegangen ist. Zu viele großmächtige Staaten-Vereinigungen bestehen bereits, welche die europäischen Staaten zu einer Vereinigung nötigen. Dem muß die geistige Europäisierung der verschiedenen Nationen voranstehen.
Wir müssen nicht die wechselseitige Vorherrschaft befürchten. Die Missgunst und andere negative Eigenschaften müssen unterdrückt werden und die europäische Solidarität soll unser höchstes Ideal sein.
Insbesondere kleine Nationen haben ein Interesse an dieser Solidarität. Obwohl sie zur Zeit bei Konferenzen als gleichberechtigte Staaten betrachtet werden, ist diese Gleichberechtigung dennoch nur rein theoretisch. Auf Papier, auch bei nicht wichtigen öffentlichen Reden erscheinen sie voll berechtigt, aber in Haupt-Angelegenheiten entscheiden tatsächliche die Großmächte.
Ganz anders könnten die Verhältnisse für kleine Nationen in Vereinigten Staaten von Europa werden, wo die hauptsächlichen gemeinsamen Angelegenheiten in einem gemeinsamen UŜE-Parlament diskutiert würden.
Möglich ist, daß die heutige Struktur Europas hilft – dank des nationalen Schutzzoll-Systems – hin zu einer Bereicherung kleiner Staaten, doch das bedeutet noch nicht politische Gleichberechtigung in der Ansammlung europäischer Staaten.
Wir betonen auch individuelle Entwicklungsmöglichkeiten für Angehörige von Mittel- und Kleinstaaten in UŜE zu beabsichtigen. Heutige Verhältnisse behindern ihre freie Entwicklung. Oft fehlen nicht die Begabung oder Fähigkeit, doch die Umgebung, die technischen Voraussetzungen und die benötigten Organisationen. Jene können sich arme Staaten ihren Staatsangehörigen niemals verschaffen, wie dieses Großnationen ermöglicht ist.
Individuelle Fähigkeiten, Neigungen und Begabungen können besser in einer weiträumigen Umgebung gedeihen.
Nur ein Beispiel will ich erwähnen: Würde die Welt nun die Erfindungen von Pupin nutzbar machen können, wenn er in seinem Heimatland Jugoslawien geblieben wäre? Ermöglichte ihm die USA-Umgebung nicht die bedeutenden Erfindungen? Und doch blieb er ein guter Serbe, ein guter Patriot. (Siehe das Buch "De paŝisto al inventisto" Biografie de Pupin.) ("Vom Viehhirten zum Erfinder" Biografie von Pupin.)
Gute Europa-Haftigkeit macht einen guten Nationalismus gar nicht unmöglich. Erneut muß ich auf ein Beispiel in den USA zeigen. Nahezu alle europäischen Nationen werden in Amerika repräsentiert, und nahezu alle sind auch auf nationaler Grundlage organisiert. Einige dieser nationalen Organisationen sind gleich groß, wie solche daheim. Manche europäischen kleinen Nationen haben in Amerika stärkere Zeitungen als daheim, ihre nationalen Feiern sind in Amerika oft pompösere und das allgemeine Kulturleben ist höher als im Heimatland. Interessieren Sie sich nur über dortige Nationalfeiern, Gesangsvereinigungen, Zeitungen usw. und Sie werden überzeugt werden.
Die heimische allgemeine Entwicklungsmöglichkeit entwickelt und stärkt alle nationalen Neigungen und Fähigkeiten, die einen materiellen und geistigen Erfolg ermöglichen.
In Europa ist alles das nicht in diesem Grad möglich, weil der Entwicklung die wirtschaftliche Grundlage fehlt. Der jetzige nationale Rahmen der Staats-Organisation begrenzt auf diese Weise die wirtschaftliche, wie auch die kulturelle Entwicklung. Gerade die politischen und wirtschaftlichen Grenzen der National-Staaten behindern die gerechte Aufteilung des Besitzes in Europa. Die natürliche Zirkulation der Wirtschaft wird durch die Zollgrenzen und andere Handels-Hemmnisse unmöglich gemacht.
In West-Europa beispielsweise sind die offiziellen Rück-Prozente* drei bis vier, in Südost-Europa sieben bis neun. Die Rechts-Systeme sind in den verschiedenen Ländern ungleich, darum auch ungleich die Bürgschaften und Kredite usw. Für weniger reiche europäische Staaten würde die Europäische Vereinigung mehr oder weniger einen Ertrag durch vorteilhafte Heirat bedeuten, welche eine naturgemäße Verteilung und Gebrauch der Besitztümer ermöglichen würde.
Nach einer kurz dauernden Neuorganisation würden die Vereinigten Staaten von Europa ein erstaunliches Aufblühen und Wohlstand zeigen, welchen Europa schon seit langem wünscht.
Also, was wir zu predigen haben, soll sein: Europäer müssen versuchen "europäischer" als national zu denken und zu empfinden. Man muß versuchen auch die Situation und Umstände von seinen Nachbarn zu verstehen und muß überdenken, ob die verschiedenen Interessen nicht in Übereinstimmung zu bringen sein könnten?"  Z.

[Nia konvinko ....] [Unsere Überzeugung: Esperanto wird über den UŜE-Weg siegen!]
[Samideano! ....] [Gleichgesinnter! Bitte darunter Adressen notieren ....]  
paĝo 4 / Seite 4
Spegulo de la eŭropa problemo (Spiegel des europäischen Problems)
ilustraĵoj / Abbildungen Bsp.:
Nachgeahmtes Beispiel für europäische Staaten: auch sie müssen sich solidarisch gegen die Vorherrschaft Amerikas verteidigen
" Albert Wiggon, bedeutender amerikanischer Wirtschaftsführer, erklärte den Londoner Journalisten, daß Amerika ein gutes Geschäft machen würde, wenn es die Kriegsschulden der "Entente" und dadurch auch die Reparations-Schuld Deutschlands absenken würde. Wiggon meint, daß eine der Hauptursachen der weltwirtschaftlichen Krise die große Verschuldung der europäischen Staaten in Amerika ist.
Dazu wurde Sir Josiath Stamp, Direktor einer sehr großen englischen Bank aufmerksam gemacht, daß eine Ermäßigung von Kriegsschulden der "Entente" ein Erblühen Deutschlands und dies auch von den anderen europäischen Staaten bedeuten würde. Im übrigen verstand Amerika bereits, daß je größer die Verschuldung Europas an Amerika ist, sich umso schlechter die Bilanz für einen Auslands-Handel der USA bildet.
W. Ostwald, der namhafte Wissenschaftler, sagte während einer Rede in Wien (siehe "Neue Freie Presse, 7.3.1931) über eine Pyramide der Wissenschaften" unter anderem folgendes: "Zu der Soziologie gehören alle Wissenschaften" vom Geist, unter ihnen die Philologie. Am besten ist, wenn sie eine allgemein verständliche Sprache erschaffen könnte (Wir sind überzeugt, daß Dr. Zamenhof bereits dieses Problem löste. Red.) welche neben den nationalen Sprachen verwendet würde. Ohne sie würde auch die Paneuropa-Idee, welche Coudenhove propagiert, nicht gelingen können."
Ein Fachmann äußerte sich in der Belgrader "Politika" zur Krise. Das in jugoslawischen Banken liegende Sparkapital solle für Investitionen genutzt werden, um die Wirtschaft zu beleben. [se]

" Lord Newton, London: Wenn europäische Regierungen Sowjet-Russland mit Krediten oder Aufträgen fördern, richten sie sich nur selbst wirtschaftlich und politisch zu Grunde. Der "Pjatiletka" (Fünfjahr-Plan) ist ein Kampf zwischen Kommunismus und westlicher Zivilisation und es ist dringend nötig, daß sich europäische Staaten gegen diese gemeinsame Gefahr verbünden müssen.
Die dritte Zoll-Konferenz in Genf scheiterte.
Entsprechend "Kreuzzeitung" waren deutsche nationale und katholische Parteiführer in Paris, wo sie – wie man sagt – eine etwaige französisch-deutsche Zusammenarbeit besprachen.
Dietrich Graf Wolkenstein-Trostburg:".... Europa und Sowjetunion bilden, neben ihrer geographischen, auch eine natürliche wirtschaftliche Einheitlichkeit. Sie stellen eins autarkes das heißt wirtschaftlich, von außen gänzlich unabhängiges Reichsgebilde dar.
Eine zweite Konferenz der Balkan-Staaten wird in Stambul stattfinden. Carnegie-Stiftung spendete 10.000 Dollar für die Vergünstigung von Balkan-Konferenzen.
Der Post-Ausschuß der Internationalen Handelskammer beschäftigte sich unter Vorsitz des französischen Ministers Durand mit dem Gedanken eines einheitlichen Posttarifs. Die Konferenz verständigte sich über diese praktische Idee, die vor einigen Jahren bereits Briand und Stresemann propagierten. Ziel und Aufgabe ist, die einzelnen Verträge im Rahmen der Internationalen Post-Union zusammenzubringen und zu vereinheitlichen."
Mussolini: Die Militär-Budgets von Britannien und Frankreich bestehen aus etwa 1/4 der Staats-Einnahmen. Italien liegt darunter und die USA hat das größte Armee-Budget der Welt. Italien könnte durch Einsparungen auch für jede Familie eine größere Kaufkraft schaffen und wirtschaftliches Gleichgewicht erhalten.
Wie sind Zitate Mussolinis und die der anderen Diktatoren rückblickend zu beurteilen? Hätte Zauner auf deren Zitate verzichten oder sich auf eindeutige negative Äußerungen beschränken sollen? Was bringt es, einen politischen Gegner zu Wort kommen zu lassen? Die größten Grausamkeiten standen allerdings erst noch bevor. Es ist allerdings auch heute üblich, Diktatoren in den eigenen Medien Raum zu geben. Wir Freunde eines freien, gerechten und geeinten Europas haben viele Gegner aus dem klassischen politischen Spektrum, die jedes Wort umdrehen. Das gilt immer und muß bedacht werden.
In UŜE-EĤO wurden u.a. negativ belastete Personen der Zeitgeschichte (z.B. Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen usw.) zitiert. Darunter sind positiv scheinende Aussagen enthalten, die einen zu freundlichen Eindruck vermitteln könnten. Soweit nicht für ein Verstehen des Kontextes benötigt, werden hier solche belasteten Texte ausgelassen. Natürlich sind diese Aussagen in den Quellen verfügbar. Die Personen kommen hier also nach bestem Wissen und Gewissen zu Wort. Möglicherweise sind noch nicht alle als problematisch erfasst worden. [se] 

" "Illusion ist der Hass zwischen Völkern." Wir schöpfen aus der französischen Zeitung "Europe" folgendes: Ein Volk ist kein selbständiges Lebewesen, aber eine Gruppe einzelner, deren Gefühle , gegenüber anderen Gruppen einzelner, in einem anderen Land wohnend und oft eine andere Sprache sprechend bedauerlicherweise beeinflussbar sind. Wäre es möglich allen verständlich zu machen, daß ein Mensch überall ein Mensch ist, ebenso hier, wie auch jenseits der Grenze, würde das einen Krieg sicher unmöglich machen. Auf dieser Idee gründet sich das System des französisch-deutschen Austauschs von Schülern. Ein junger deutscher Schüler genießt kostenlos die selben Lebensbedingungen bei einer französischen Familie wie daheim. Er erlebt seine Ferien wie ein Kind der Familie. Auf gleiche Weise kümmert sich die Familie des deutschen Jungen während der Freizeit um einen französischen Studenten.
Entsprechend Zahlen des französisch-deutschen Ausschusses für Schüler-Austausch wurden folgende Austausche realisiert: 1926: 40 .... 1930: 401; insgesamt 1107. Bei gleichen Anlässen lernten mehr als tausend Jungen die Sprachen von Nachbarn."
[Mendilo ....] [Bestellung UŜE-EĤO, Verlag "LIBRO" ....]
[Ĝustigo ....] [Anpassung
Im hier folgenden Teil des Briefes von Herrn Dr.A.Goedecke, in unserer letzten Nummer, in der dritten Spalte von "Debatejo" veröffentlicht, passen wir folgendes an: "Was Gesetzgeber anbelangt, sagt er: ich bin souverän, folglich jedes Gesetz, das allein gemäß des Willens von Parlament und Staats-Chef entsteht, gilt, verbindlich. Nach solchem Schwur..."  
Respondoj Antworten
Alle, die an uns Adressen von UŜE-Freunden, Zeitungs-Ausschnitte, Abbildungen usw. schickten, werden gebeten unsere herzlichen Dankesgrüße entgegenzunehmen.
J.A.,B-a. – Dank wegen Verbreitung und ABO-Zahlungen. Erfolg an neues Institut!]
[Abonprezo de "UŜE-EĤO" estas por 1931 ....] [Abonnement-Preis von "UŜE-EĤO" ist für 1931 (4 Nummern): 4.– "apselo" ....]
20220602820220727SE
UŜE-EĤO 1931 -06- (Aprilo) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek


UŜE-EĤO 1931 -07- (Julio)
paĝo 1 / Seite 1
[Eldonejo: "LIBRO", Timişoara I, Strada Lonovici 1 (Rumanio-Banato)]
Nacie aŭ racie (National oder rational) 
"Europäer werden entscheiden müssen: den Weg wirtschaftlicher Verständigung zu gehen. Die heutigen europäischen Umstände fordern dies.
Immer mehr und mehr wird offenkundig, daß eine nationale Grundlage europäische Zusammenarbeit unmöglich macht. Obwohl Europa jetzt allgemein die nationalen Politiker beherrschen, wird ihnen nicht möglich sein andauernd gegen die natürlichen ökonomischen Gesetze zu handeln.
Die heutige Übermäßigkeit des Nationalismus, der Chauvinismus, ergab sich aus der europäischen Wirtschafts-Struktur, ganz unnatürlich. Es existiert nicht genügend Macht um jene kranke Ordnung Europas zu bewahren. Die klügsten Politiker, die gerissensten Diplomaten werden machtlose sein, wenn sie gegen den Natur-Willen kämpfen: Vereinheitlichung der wirtschaftlichen Verhältnisse in Europa. Gerade heute ist nötig dies hervorzuheben, weil Europa zur Zeit von neuem eine gefährliche nationale Welle durchlebt.
Nationale Programme beinhalten mehrere negative Punkte. Unter ihnen der Hauptsächliche: der Chauvinismus. Ist wirklich unbedingt nötig, die Menschen gegenüber der Landesgrenzen zu verachten und für immer zu hassen? Dadurch, daß einige Nationen um eine Korrektur von Landesgrenzen kämpfen werden sie nicht ihre Heimatländer noch Europa retten. Wenn die Landesgrenzen bleiben, ob einige Kilometer mehr östlich oder mehr westlich, das ist für die gesamt-europäischen Wirtschafts-Verhältnisse unbedeutend. Nicht um Landesgrenzen-Korrekturen haben wir zu kämpfen: Eine Beseitigung von internen europäischen ökonomischen Grenzen soll unsere Devise werden.
Eine einfache Mühe wird es nicht sein, die allgemeine nationale Denkweise zu ändern. Zu tief wurzelt sie noch in uns, als daß wir uns während kurzer Zeit von ihr befreien könnten. Die täglichen Zeitungen und das öffentliche Leben nähren noch diesen Nationalismus. Und wenn wir vorhaben, sie (diese Denkweise [se]) zu unterdrücken, muß die Klugheit stark gegen die Gefühle kämpfen.
Wunder sollen wir nicht von europäischen Nationen erwarten. Es ist nicht möglich von ihnen plötzlich eine europäische Denkweise zu verlangen. Aber möglich ist uns eine solche zu verbreiten, als Grundlage bei einer europäischen Neu-Organisation. Nicht nationale, sondern vor allem wirtschaftliche Fragen müssen in künftiger Politik darüber herrschen. Nicht nur das Schicksal unserer eigenen Nation, sondern auch die europäische Solidarität treibe uns an.
Die Lösung des europäischen Sprachen-Problems ist keine zweitrangige Angelegenheit, wie das einige Paneuropäer propagieren, weil die Wurzel von nahezu jedem europäischem Nachkriegs-Unglück von der national-staatlichen Struktur Europas abstammt, also gewöhnlich von der National-Politik. Und woher kommt dieser Nationalismus? Ob nicht von den Sprachen, welche die Europäer hauptsächlich national-entsprechend trennen? Beweis: nahezu jede europäische Nation hat ihre eigene Sprache und hauptsächlich durch ihre National-Sprachen leben sie ihre nationalen Leben.
Obwohl wirtschaftliche Fragen bei einer Neu-Organisation Europas dominieren müssen, trotzdem ist die Solidarität, die nur durch eine gemeinsame offizielle Hilfssprache erreichbar ist, auch Bedingung für andauernde Zusammenarbeit."
ilustraĵo / Abbildung:
ESPERANTO  La ŝlosilo, per kies helpo la eŭropa problemo estos solvebla.
(ESPERANTO  Der Schlüssel, mit dessen Hilfe das europäische Problem lösbar sein wird.)
Venis nia tempo (.... Kam unsere Zeit)
"Die letzten Ereignisse der europäischen Politik beweisen, daß der Weg, welchen heutige Politiker wählten, Europa nicht heilen wird. Sogar der größte Optimist muß dies bestätigen. Fragen, welche für Gesamt-Europa zweit-rangig sind, herrschen vor und erlauben keine natürliche umsichtige Lösung der Hauptprobleme.
"Von oben" scheinen schon nicht viel Aussichten für eine dauerhafte und grundlegende Gesundung Europas zu sein. Übrig bleibt der Weg "von unten". Die Verhältnisse bestätigen unsere Vermutung und früher als wir dies erwarteten, haben wir die Möglichkeit die planungsgemäße Verwirklichung unseres Planes zu beginnen.
Bevor wir ausführliche Fragen zu einer organisatorischen Struktur der UŜE-Bewegung behandeln, ist notwendig, einige Leitgedanken für die allernächste Zeit festzulegen.
Für den Anfang bestehe unser Verbreitungs-Programm aus drei Punkten:
1. Die erste unserer Aufgaben ist: veranstalten einer Esperanto-Offensive. Ihr Endzweck* ist, Esperanto – wenigstens für Europa, – aus seiner bisherigen Unwichtigkeit für die Massen herausheben. Dies bedeutet hauptsächlich Arbeit für UŜE-Initiatoren. Sie müssen gewissermaßen die Angriffs-Truppen für Esperanto werden. Für die kommende Winter-Saison haben sie die Aufgabe Verbreitungs-Pläne* auszuarbeiten und sich um deren Verwirklichung zu kümmern. Uns ist nicht möglich ausführliche Programme zu geben, überall müssen sich die Anführer* der Verbreitung an die lokalen Umstände anpassen. Man soll uns dennoch gestatten, daß wir zu einigen Anreizen für die Propaganda-Aufrufe raten:
Beispielsweise einer unter anderen: Infolge allgemeiner Bemühungen, in Europa die Wirtschafts-Räume zu vergrößern, wurde auch das Sprachen-Problem und dessen Lösung aktuell gemacht. Also parallel mit der Lösung des europäischen Wirtschafts-Problems verbreiten wir, um das Sprachen-Problem zu lösen, die Einführung von Esperanto als offizielle Hilfssprache. Warum ausgerechnet Esperanto und nicht irgendeine nationale, die diesbezüglichen Argumente für Esperanto kennen die Gleichgesinnten bereits.
Außerdem ist empfehlenswert die Devise anzuwenden: Der Weg zu "Europ-ismus" führt über die "europäische" Sprache, über Esperanto. Also, von allen guten Europäern können wir mit Recht das Erlernen der gemeinsamen Hilfs-Sprache fordern. Daß diese Sprache auch gleichzeitig als Welt-Hilfssprache propagiert* wird, das beweist nur, daß Europa von neuem ein Initiator wird und den anderen Kontinenten vorangeht.
Nötig zu erwähnen, daß sich die anhaltende Verbreitung von Esperanto durch die UŜE-Initiatoren etwas von den bis jetzigen Esperantistischen Methoden unterscheiden muß. Durch höherliegende Veranlassungen wird das schon von selbst offenkundig. Möglicherweise werden einige Esperantisten nicht unseren Argumenten zustimmen, aber das hat uns nicht zu stören. Mittels neuer Argumente, die wir verwenden, haben wir die Möglichkeit neue Freunde für Esperanto zu bekommen, aus Kreisen, welche begreifen werden, daß es nur durch eine neutrale Sprache möglich ist die nationale Intoleranz zu schwächen, und die Freunde von einer europäischen Zusammenarbeit sind.
Kurzgefasst: Die Esperanto-Offensive zielt darauf bei Massen das Interesse für Esperanto zu wecken.
2. Um die Werbende Arbeit vernünftig zu gestalten ist ratsam, die UŜE-Freunde in UŜE-Gruppen oder UŜE-Klubs zu organisieren. Diese haben die Aufgabe die Arbeit der UŜE-Initiatoren fortzuführen und auszuweiten. Durch diese Organisation ist es möglich die systematische Arbeit zu garantieren und der ganzen Bewegung eine materielle Grundlage zu geben. Von niemandem können wir eine finanzielle Unterstützung erwarten. Damit die Bewegung unabhängig bleibt, sollen wir diese auch nicht suchen. Die Selbsthilfe muß diesbezüglich zu unserer Devise gemacht werden.
3. Unsere weitere Aufgabe wird sein die UŜE-Anhänger (UŜE-Gruppen, -Klubs) in irgendeinem Rahmen für Ganz-Europa zu organisieren. Nur bei angespannter, einheitlicher Leitung kann irgendeine Organisation wirksam sein. Doppelt erforderlich ist diese einheitliche Leitung bei UŜE-Organisationen, weil UŜE-Anhänger sich aus sehr verschiedenen nationalen und sozialen Kreisen rekrutieren.
Das große Territorium Gesamt-Europas zwingt uns, es in mehrere Organisations-Teile zu gliedern. Der Leitgedanke bei dieser Gruppierung soll immer ein der Geografie entsprechender sein. Es ist die natürlichste. Wir nehmen an, daß für UŜE-Freunde bereits keine politikgemäße Europa-Teilung existiert. Unser Ausgangs-Gedanke ist: die Nachbarstaaten gruppieren, unbeachtet der heutigen politischen Verhältnisse, ob diese Beziehungen zwischen den Nachbar-Staaten mehr oder weniger freundschaftlich sind. UŜE-Anhänger können und müssen dies ignorieren.
Die natürliche Einteilung Europas zeigen bereits die nationalen Ausdrücke selbst: Man spricht von Nord-Europäern, West-Europäern, von Mittel-Europäern usw. Diese natürliche Eingruppierung Europas empfiehlt sich selbst für unser gesamt-europäisches Organisations-Projekt. Wir schlagen also vor, Europa in sechs Organisations-Territorien einzuteilen:
1. Nord-Europa:
zusammengesetzt aus Dänemark, Estland, Finnland, Island, Lettland, Litauen, Norwegen und Schweden.
2. West-Europa:
Belgien, Britannien, Frankreich und Niederlande mit Kolonien.
3. Süd-Europa:
Spanien, Italien und Portugal mit Kolonien.
4. Südost-Europa:
(Balkan): Albanien, Bulgarien, Griechenland, Jugoslawien, Rumänien und Türkei.
5. Ost-Europa:
UdSSR.
6. Mittel-Europa:
Österreich, Tschechoslowakei, Danzig, Deutschland, Ungarn, Polen, Saargebiet und Schweiz.
Dieser Vorschlag ist rein organisatorisch, zielt also nicht auf eine politische oder wirtschaftliche Eingruppierung. Er will nur die organisatorische Arbeit erleichtern und mehr die Übersicht der gesamten Organisation erleichtern. Selbstverständlich fordert diese Eingruppierung  verschiedene Unterteilungen bis zu den lokalen Gruppen. Durch den obigen Vorschlag wird beabsichtigt die Zersplitterung in der organisatorischen Arbeit zu vermeiden, wie wir dies nur zu oft bei der landesgemäßen organisatorischen Arbeit in der Esperanto-Bewegung feststellen müssen. Für UŜE-Anhänger ist diese Eingruppierung auch darum empfehlenswert, weil damit möglich ist vor Massen zu zeigen, daß die europäischen Landesgrenzen für UŜE-Anhänger bereits keine "chinesische Mauern" bedeuten. J.Z."

paĝo 2 / Seite 2
Alvoko (Zuruf)
"Es vergingen schon 12 Jahre seit Beendigung des grausamen und entsetzlichen Weltkriegs. Während dieser 12 Jahre kämpfte man beharrlich und tapfer mittels der Zeitungen und einer Menge von Büchern gegen den Krieg, trotzdem nähert er sich von Tag zu Tag von neuem. Täglich lesen wir in den nationalen Zeitungen über Friedensliebe von den einzelnen Regierungen, täglich hören wir aus den Mündern von den bedeutenden und federführenden Faktoren*, daß Regierungen insgesamt und einzeln nach Frieden dürsten. Oft finden für den Frieden festliche Sitzungen statt, sehr oft ertönen in verschiedenen Ländern sehr schöne Reden für den Frieden, aber trotzdem wir alle, die die Zeitung lesen, überzeugen sich mehr und mehr, daß der Frieden stirbt.
Ist notwendig, daß wir uns freimütig fragen müssen: Haben wir nicht die Pflicht möglichst alles brauchbare zu unterstützen um den Krieg zu vermeiden?
Sicher ja, aber wie?
Bereits allgemein erkannt ist der Fakt, daß eine wirtschaftliche Krise, welche von unvernünftig organisierter europäischer Wirtschaft herkommt, der Hauptgrund von einer Kriegsgefahr ist. Würden wir den Hauptgrund beseitigen, danach die anderen Gründe, welche zusammen das europäische Chaos ergeben, würde er von selbst verschwinden.
Also, was müssen wir tun? – Der Ausweg ist einfach: UŜE verwirklichen!
Außer den in jeder Nummer von "UŜE-EĤO" veröffentlichten politischen und materiellen Vorteilen, könnten wir auch das meist-begehrte erlangen: den Frieden zwischen uns Europäern.
Glaube nicht, daß die verschiedene Anti-Kriegs-Propaganda das gewünschte Ergebnis haben wird. Ganz und gar nicht. Eine Masse der Menschen laß und liest die verschiedenen Propaganda-Werke und betrachtete die Antikriegs-Filme, dennoch, wenn die Plakat-Anschläge rufen werden, werden wir alle lautlos in den Kasernen vorgestellt. Ich will nicht sagen, daß die Antikriegs-Propaganda-Werke ganz ohne Wirkung bei der Menschheit bleiben, aber diese Wirkung ist nicht die gewünschte.
Der Krieg muß behindert werden. Aber dieses muß man vorher tun als wenn es zu spät sein würde.*
Die UŜE-Idee greift die heutige Ordnung nicht an. Sie steht auf der Grundlage von Respekt zum Kapital, zu eigenem Bauernland und zu Ordnung, weil man sich nur dort aller individuellen Rechte erfreuen kann, wo man diese respektiert.
Deshalb ist die UŜE die Waffe, mit deren Hilfe man den Frieden verwirklichen können wird. Die verschiedenen Friedens-Verträge können den Krieg nur aufschieben, aber ihn beseitigen, niemals.
Also müssen wir in jedem Land und entsprechend möglich in jeder Stadt Europas UŜE-Gruppen gründen, die zusammenarbeitend Europa von den Grausamkeiten eines neuen Krieges bewahren wollen, oder die die Ausbreitung von den destruktiven Ideen behindern wollen.
Europäer sind allergrößten-teils Demokraten, welche die heutige Regierungsform bevorzugen, darum glaube ich, daß der Erfolg, sich sicher zu unserer Bewegung gesellen würde, wenn wir entschieden die Gründung von UŜE-Gruppen beginnen werden.
Stefano Recsányi, Timiŝoura"
Survoje (Unterwegs)
"Das letzte Quartal desillusionierte viele Freunde der Esperanto-Bewegung. Die Politk, aber vornehmlich das wirtschaftliche Chaos wurde größer gemacht und die allgemeine Unsicherheit wuchs von neuem und hat bereits gefährliche Anblicke.
Die Massen ersehnen sehr stabile Verhältnisse, jeder lechzt nach Entspannung.
Scheint, daß der Krieg noch nicht beendet wurde: lesen wir nicht nahezu täglich "Verlustlisten"? Verlustlisten über Menschen (Selbstmörder: die gegenwärtig beständige Rubrik von Zeitungen) und über Wirtschaft? Erträgt ein großer Teil von Europäern nicht gleich viel, wie während des Krieges?
Alle möglichen Rettungs-Pläne erscheinen um schnell in dem großen Chaos zu verschwinden. Durch oberflächliche, provisorisch heilende Methoden will man Europa sanieren, anstatt durch eine tiefgreifende Behandlung.
Nach und nach überzeugt man sich, daß von jetzigen Staatsführern nicht möglich ist eine hundertprozentige "europäische Politik" zu fordern. Die Minister in Europa sind erstrangig Minister für Britannien, Frankreich, Deutschland, Italien usw. Folglich, müssen sie in Genf vor allem die eigen-ländischen Interessen verteidigen, weil sie für ihre Handlungen gegenüber der heimischen Wählerschaft verantwortlich sind.
Wenn man beabsichtigt das Problem auf Dauer zu lösen, ist ratsam die Arbeit bei der Grundlage zu beginnen. Für jede demokratische Politik ist die Wählerschaft die Grundlage, also müssen wir die Arbeit bei den Massen beginnen. Erforderlich sie zu überzeugen, daß "europäische" Politik mehr Vorteile liefert als die bisherige isolierte, nationale.
Nur jene Politiker werden hundertprozentig für die allgemein-europäischen Interessen kämpfen können, die von einer Wählerschaft in der Folge eines "Europa-Programms" ausgewählt sein werden.
Was ist also zu tun?
Unser Hauptziel ist nun: Vorarbeiten tun um eine einheitliche europäische parlamentarische Organisation zu gründen, deren Aufgabe sein wird in Europa standhafte, sichere Wirtschafts-Verhältnisse zu erschaffen und UŜE zu verwirklichen."
[UŜE-amikoj! fondu UŜE-grupojn!] [UŜE-Freunde! gründet UŜE-Gruppen!]
[La malfrua, eble ....] [Das späte, möglich sehr späte Ergebnis des großen europäischen Krieges 1914-18 wird die Vereinigung Europas sein!]
Kroniko (Chronik)
"Graf Coudenhove-Calergie sprach während der letzten Konferenz vor der Liga der Nationen in Genf, wo er mit großem Erfolg für die Paneuropa-Idee warb. Nach seiner Rede, antwortete er gewandt in drei Weltsprachen (englisch, französisch, deutsch) auf die verschiedenen Fragen, die an ihn von den Anwesenden gerichtet wurden.
Eine wissbegierige Person fragte ihn, ob man Esperanto oder Volapük (?) als Sprache für Paneuropa akzeptieren würde.
Die Antwort von Coudenhove-Calergie war klar: "Es würde ein sehr großes Unglück sein, mit diesen Sprachen zu experimentieren. Als amtliche Sprache von Paneuropa werden wir das englische einführen."
Ob es Glück oder Unglück sein wird, daß wir Esperanto als Sprache von Vereinigten Staaten von Europa verbreiten, das können gegebenenfalls nur unsere Nachkommen feststellen. Die hier oben gegebene Meinung des Führers der Paneuropäischen Bewegung ist sicher seine private Ansicht – und irren ...
Ob die englische Sprache, als Sprache von Paneuropa taugt oder nicht taugt, über derartiges will ich nicht debattieren. Diese Frage wird schon oft in den Esperanto-Zeitschriften erörtert. Nur muß ich erneut hervorheben, daß Esperanto, oder wie ich diese Sprache auch verbreite, die "europäische" Sprache unter anderem auch ein Mittel ist um die notwendige europäische Denkweise zu erschaffen. Ob das durch irgendeine nationale Sprache auch in solchem Grade möglich ist?
Gewiß, Esperanto als offizielle Hilfssprache von UŜE, ist heute noch für viele eine Utopie, aber auch die Paneuropäische Idee von Coudenhove-Calergie war vor einigen Jahren (oder ist bei vielen auch heute) eine Utopie."
Der Vergleich zu 2022 lohnt sich. Alte Fehler werden immer offensichtlicher. Heutige Pro-Europäer sind quasi meistens, ohne sich bewusst zu sein, klassische Paneuropäer. Sicher bringen sie zeitgemäße Forderungen zur Demokratisierung der EU vor. Doch sie bleiben in der Entwicklung bei Paneuropa stehen, bei einem Staatenbund, der jederzeit auseinanderfallen kann. Momentan ereignen sich gehäuft Krisen, die durchaus einen Zusammenhalt schaffen, andererseits können sie auch die Spaltung beschleunigen. Risse sind ja zu sehen. Gerade verließ UK (Vereinigtes Königreich) die Union, obwohl der Trend in Richtung Beitritte östlicher Staaten nicht beendet ist. Doch dort schürt Russland weiter Spannungen, eben um Europa zu spalten. Was hat das alles mit Sprache zu tun? Sehr viel. Sie ist wesentlicher Ausdruck nationaler Macht. Selbst viele Pro-Europäer möchten nicht wahrhaben, daß man ein angestrebtes geeintes Europa nicht mit der Sprache einer Nation zusammenhalten kann. Nicht mit dem Englisch eines noch von der Weltmacht träumenden Englands und auch nicht durch eine mörderisch aufgezwungene Russifizierung der Völker Osteuropas durch ein von der Weltmacht träumenden Russland. In Europa wollen große Staaten ihren sprachlichen Einfluss bewahren, kleinere Staaten wollen nicht noch mehr verlieren. Ein wirklicher Kompromiss ist nötig. Die im Text gewünschte europäische Denkweise ist die Grundlage eines geeinten Europas mit den Bürgern. Sie ist mit der verbreiteten Paneuropa-Idee nicht zu bekommen. Esperanto abzuhaken, um mehr Wähler zu erreichen, ist kontraproduktiv. EDE hat jedenfalls wohl zuerst unbewusst den UŜE-Ansatz übernommen und versteckt Esperanto nicht. [se]

Prof. Théophile Cart. †. (Prof. Théophile Cart †.) "Die Esperanto-Bewegung erleidet einen sehr großen Verlust wegen des Todes unseres bedeutenden Pioniers Prof. Cart in Paris. Die gesamte Esperantistenschaft trauert." 
Internacia Cseh-Instituto de Esperanto. – La Esperanto-domo en Arnhem.
(Internationales Cseh-Institut von Esperanto. – Das Esperanto-Haus in Arnhem.) "Die offizielle feierliche Einweihung des Esperanto-Hauses in Arnhem wird diesjährig am 11. August im Rahmen eines Festes mit Teilnahme der Bürgermeister von Arnhem stattfinden. Zu dieser Feierlichkeit ist die weltweite Esperantistenschaft herzlich eingeladen."
Loterio. (Lotterie.) "Weil die Einrichtung und Möblierung des Esperanto-Hauses in Arnhem dem Institut beträchtliche Ausgaben verursachen, entschied die Direktion eine große Lotterie zu veranstalten, welche die Genehmigung des Niederländischen Ministers für Justiz erhielt.
Man übergab 25.000 Los-Karten zum Preis zu je einem niederländischen Gulden. Der erste Haupt-Preis ist ein Fünf-Personen 6-Zylinder Automobil NASH, allerneuestes Modell. Es sind weitere neuen Haupt-Preise und im ganzen Tausend Prämien, alle wertvolle zweckmäßige Gegenstände; unter ihnen mehr als hundert elektrische Haushalts-Apparate, außerdem Reise-Koffer, Fahrräder, Schreibmaschinen usw. Bitten um Information zur Lotterie und Bestellungen von Los-Karten adressiert man bitte an: Fräulein J.E.Rikkers, Anton de Haenstraat, 122, den HAAG (Niederlande)."
Festo de fideleco. (Fest der Treue.) "Zu Pfingsten feierte die Temeswarer Esperantistenschaft während eines heiteren Abendessens die 25-jährige Wiederkehr der Esperantist-Werdung von Herrn Alfred Bambach, welcher auch seit 20 Jahren der Delegierte der UEA für Temeswar ist."
Dro L.L.Zamenhof vivas ankoraŭ... (Dr. L.L.Zamenhof lebt noch...) "Die transsilvanische (in Rumänien) ungarische Zeitung "Brassoi Lapok" lies am 24. Mai 1931 einen Artikel über Esperanto erscheinen, in welchem man folgendes lesen konnte:
"Die Erfindung des wissenschaftsgeneigten Gymnasiasten (jetzt Arzt in Warschau) entwickelte bereits solchermaßen, daß es seit dem 1902 (?) Kongreß praktisch von verschiedenen Nationen als Hilfssprache angewendet wird."
Der veröffentlichte Artikel erschien wahrscheinlich erstmals vor dem Krieg, und er ist ein Beweis von Uninformiertheit über Esperanto auch unter Journalisten."
Bis zum Jahr 2022 hat sich verhältnismäßig wenig geändert. Die allgemeinen Medien meiden das Thema, parallel zu ihnen sind natürlich alle Informationen abrufbar. Bei den Journalisten scheint es eine sogenannte Blaupause zu geben. Oft wird über eine Kunstsprache geschrieben, die dann aber irgendwie doch nicht als Gefahr gesehen wird, weil sie sich ja nicht durchgesetzt hat. [se]
Hungara Esperanto-jarlibro 1931. (Ungarisches Esperanto-Jahrbuch 1931.) "Limitierte Ausgabe. Der landesgemäße nationalsprachliche kurzgefasste Bericht über die Esperanto-Bewegung ist sicher ein wirksames Verbreitungsmittel. Herr L. Kökény, der Herausgeber des Ungarischen Esperanto-Jahrbuchs, berichtete sachlich über die lebhafte letztjährige Esperanto-Bewegung in Ungarn und kurzgefasst über die weltweite."
"Studentske Novine" ("Studentische Zeitung") "in Zagreb (Jugoslawien) veröffentlichte einen Artikel über "Problem von Sprache zwischen Völkern", in welchem der Verfasser, cand. med. Arsen Ŝkatariĉ, treffend schreibt:
"... Man soll nicht nur über die Bedürfnisse von Diplomaten und Wissenschaftlern nachdenken, welche doch unter anderem so einige Sprachen sprechen. Heute müssen wir zuerst Wünsche und Ansprüche von Millionen Menschen beherzigen, weil ihre Forderungen wichtig und die aktuellsten Forderungen von heute sind ...
Aber sei es wie es sei, gemeinsame Interessen fordern, daß sich die Völker untereinander verstehen sollen, daß sich ihre gegenseitigen Beziehungen verbessern müssen und die Politik zwischen den Völkern zu ordnen ist. Das ist umso mehr notwendig, weil man überall über Anfreundung untereinander, über Vereinigungen spricht, – alles das würde doch auf diese Art in naher Zukunft verwirklicht werden.
Meiner Ansicht nach, müssen wir Studenten die ersten sein, welche in diese Richtung intensivere Arbeit unternehmen sollten.""

DEBATEJO / DEBATTIERORT
UŜE kaj la laboristaro (UŜE und die Arbeiterschaft)
"Herr Robert Graetz in Rostock (Deutschland), widmete in Nummer 5 (1931) von "Arbeiter-Esperantist" zu "UŜE-EĤO" einen Artikel, in welchem er unter anderem folgendes schreibt:
Das UŜE-Programm besprechend warnt der Verfasser die Leser (Arbeiter) betreffs der großen Gefahr, welche UŜE für die Arbeiterschaft bedeutet. UŜE-Mitglieder hoffen – schreibt Herr Graetz – die wirtschaftliche Krise in Europa einzuschränken, aber sie verstehen das Wirtschafts-System durchaus nicht. Die Krise würde durch Paneuropa sicher gemäßigt, aber danach würde sie um so stärker herrschen. Weil wir faktisch wegen Über-Produktion leiden.
Jeder nachdenkliche Mensch muß zwischen kapitalistischem und sozialistischem System wählen. Die Paneuropa-Idee würde sicher viele von der Erkenntnis abbringen, gleichso, wie das mit der nationalsozialistischen Idee (Hitler) geschah. Außerdem würde sich die Kriegs-Möglichkeit gegen Sowjetunion vermittels Paneuropa nur verstärken.
"Deshalb kann kein Arbeiter hinkommen sich der Paneuropa-Idee anschließen, sie bedeutet nur eine Reform in kapitalistischem Sinn. Wir Arbeiter-Esperantisten werden mit allen unseren Kräften auf die Gefahr hinweisen und gemeinsam für die Herrschaft des Proletariats kämpfen, weil Esperanto nur in einem sozialistischen Europa siegen wird."
Herr Graetz kennt scheinbar nicht den Unterschied zwischen den Paneuropa- und UŜE-Programmen, sonst würde er wissen, was wir in unserem Programm besonders betonen, ist, durch das UŜE-PRogramm nach Möglichkeit einen Krieg zwischen Paneuropa und Russland zu vermeiden. (Siehe Nummern 2 und 6 von "UŜE-EĤO".)
Auch diesbezüglich gilt unsere Überzeugung, daß zwischen Europa und Russland die Esperantisten – UŜE-Mitglieder – die Aufgabe haben werden die Zusammenarbeit anzuregen und die Kontraste zu überbrücken. Heute scheinen diese Kontraste nahezu unüberbrückbare zu sein, aber künftig ... Schon heute kann man Mitteilungen aus Russland lesen, welche berichten, daß das gesamte ökonomische System nach und nach die kapitalistischen Methoden anwendet. Haupt-Unterschied ist nur noch, daß nicht der Privat-Kapitalismus herrscht, sondern der Staat selbst, oder besser, die russische Kommunistische Partei, ist der Kapitalist. Der Staats-Kapitalismus kann auch zu etwas gefährlichem werden, sogar sehr, weil, während Privat-Kapitalismus Dumping hauptsächlich als wirtschaftliche Waffe kennt, die Bolschewisten Dumping-Preise auch aus politischen Gründen anwenden. (Die ausländische Produktion tot-konkurrieren und auf diese Weise die Zahl der Arbeitslosen vergrößern, weil Arbeitslose für eine Revolution, welche sie vorbereiten, benötigt werden.)
Ich kann keineswegs die Devise des "Arbeiter-Esperantist" akzeptieren, welcher agitiert: "Klasse gegen Klasse". Erleidet Europa (und die Welt) nicht bereits genug wegen der politischen, wirtschaftlichen, sprachlichen und religiösen Grenzen?
Während der Entwicklung des Sozialismus, kam aus dem Klassen-Bewußtsein der Arbeiterschaft ein Klassen-Patriotismus zustande und jetzt begegnet man oft bereits einem Klassen-Chauvinismus. Intoleranz bleibt Intoleranz, sie kann von jeder Seite kommen.
Unsere Devise ist nicht Klasse gegen Klasse, aber, wie wir dies bereits oft sagten: vernünftige Zusammenarbeit von allen Nationen und sozialen Klassen.
Ich kann mir einen Staat ohne verschiedene soziale Klassen nicht vorstellen – möglicherweise vorübergehend, doch nicht für die Dauer – genauso, wie ich mir einen Staat, in welchem beispielsweise nur Dreißig-Jährige leben, nicht vorstellen kann. Jede soziale Klasse stellt ein gewisses soziales Alter dar. Wenn die Entwicklungs-Möglichkeiten frei sind, dann reguliert sich der soziale Klassen-Wechsel von selbst. ("Thee generations from overall to overall".) Dieser Klassen-Wechsel war beispielsweise in Russland kein freier.
Reden wir also künftig nicht über Proletariate, treffender scheint für sie die Benennung zu sein: sozial junge Klasse. Es ist eine ganz natürliche Angelegenheit, wenn sozial junge Klassen auf eine Klassen-Erhöhung zielen und darum auch verständlich, daß sich fast alle großen sozialen Bewegungen auf junge soziale Klassen gründen.
Auch die UŜE-Bewegung muß diese Tatsache beobachten.
Doch, während die Bolschewisten für den Klassen-Wechsel der jetzigen Generation (Diktatur des Proletariats) kämpfen, ist das Ziel von einer Mensch-Wirtschaft mittels UŜE-Programm solche Verhältnisse zu erschaffen, welche ganz freie und natürliche Klassen-Wechsel für die Dauer ermöglichen.
Die Führer des Bolschewismus wissen genau, daß, wenn die Lebensmöglichkeiten allgemein leichter werden würden, dann würden sie die Anhänger, die Massen verlieren. Darum sind sie gegen die Vereinigung von europäischen Staaten. UŜE bedeutet also nicht Gefahr für die europäische Arbeiterschaft, vielleicht nur eine Gefahr für die jetzigen Anführer der Arbeiter.
Wie in der Esperanto-Bewegung fast alle Klassen repräsentiert sind, so beabsichtigen wir auch die Freunde aller Nationen und sozialer Klassen zu einer europäischen Arbeit harmonisch zusammenzutun. Die Begeisterung von jungen sozialen Klassen und die Erfahrung der alten sozialen Klassen kann sich harmonisch vervollständigen.
Schließlich, daß in einem sozialistischen Europa Esperanto siegen würde, das ist sehr fraglich. Aus Russland heraus, wo das (ehemalige) Proletariat hundertprozentig über die Staatsgewalt verfügt, kann man nichts über allgemeine Einführung von Esperanto, als Lehr-Objekt, in den Schulen verkünden. Sicher ist Esperanto von jetzigen Führern in der Sowjetunion begünstigt worden, aber das selbe kann man auch in anderen Staaten beobachten.
Die Esperantistenschaft könnte mich Recht von Sowjetunion die offizielle Erkenntnis und Einführung von Esperanto erwarten, weil in Russland selbst genügend von nationalen Minderheiten leben. Aber scheinbar zielt man in Russland nicht ernsthaft auf die Lösung des Sprachen-Problems, weil die Russen jenseits der russischen Grenzen (insbesondere in Deutschland) intensiv und systematisch die Einführung der russischen Sprache in den Schulen propagieren* und fordern." 
Während der Zeit des sogenannten Realen Sozialismus gab es z.B. in der DDR keine Russifizierung im engen Sinn. Zumindest nach dem Tod Stalins in den 50er Jahren konnten neue Generationen ein wenig ungezwungener heranwachsen. Und es gab tatsächlich eine Annäherung zwischen ehemaligen Klassen oder Schichten im täglichen Leben der Gesellschaften. So gab es praktisch Quoten, damit "Arbeiterkinder" studieren konnten. Führte das aber zur Auflösung sozialer Klassen? Zauner wollte, was im Sinn der Aufklärung ist, ein individuelles Recht auf Chancengleichheit für jeden Bürger, unabhängig von dessen Herkunft. Und wurde, wie von manchen erhofft, im Sozialismus Esperanto eingeführt? Zuerst verboten, dann geduldet und damit in die offiziellen Organisationen überführt. Doch wie im UŜE-EĤO bereits erwartet kam das Pflichtfach Russisch in die Schulen. [se]
"Herr R.P. in M-n schrieb an uns:
"Ich danke Ihnen sehr für Zusendung von "UŜE-EĤO". Mit großem Interesse las ich es, aber die Nummer 4 enthält eine Abbildung auf Seite 6. welche mich als Deutschen kränkt. Dieses Bild stellt Paneuropa entsprechend deutscher Ansicht dar (von "Mucha" in Warschau). Ich staunte, daß eine esperantistische Zeitung, die für Paneuropa wirbt, nicht besser entsprechend der internen Idee von unserem teuren Meister Zamenhof arbeitet. Ich und viele Deutsche sind gute Pazifisten und Anhänger von Paneuropa, aber dieses Bild, vielmehr der Verfasser, ist arrogant. Und ich protestiere als Deutscher und Esperantist gegen diese Weise."
Wir erwiderten:
Ich danke Ihnen, daß Sie Ihre Ansicht so freimütig ausdrückten. Aber Sie haben die Abbildung wahrscheinlich missverstanden. Solch eine Zeichnung hier wäre sicher nicht veröffentlicht, wenn ich nicht in der selben Nummer von "UŜE-EĤO" auch die vier Bilder auf Seite 6 hineingesetzt hätte. Das heißt:"

paĝo 3 / Seite 3
DEBATEJO (DEBATTIERORT) Fortsetzung 
""Die gewünschten Vereinigten Staaten von Europa nach Herrn Briand" von "Guerrin Mescino" in Mailand. Zufolge Zeichnungen aus Warschau, fürchtet Polen eine deutsche Vorherrschaft und gemäß solchen aus Mailand, Italien eine französische Übermacht. (Siehe das vierte Bild: jedes Land repräsentiert "Marianne" mit den französischen Staatsbuchstaben RF.)
Hierdurch, daß ich beide Bilder auf der selben Seite veröffentlichte, beabsichtigte ich auf die Denkweise der Chauvinisten hinzuweisen.
Notwendig, daß Europäer zu verkünden haben, auf welche Weise die verschiedenen Nationen und unter jenen die verschiedenen Parteien über die Paneuropa-Idee denken. __Gewiss bestehen auch in Polen und Italien Gruppen, welche die Paneuropäische Idee zu bevorzugen.__
"UŜE-EĤO" beabsichtigt nicht nur über günstige Mitteilungen der Europa-Bewegung zu informieren. Die Tragweite der UŜE-Idee fordert von uns, daß wir so stark sein sollen, daß sogar unangenehme Fakten uns gar nicht verzagen lassen!"
Von Herrn D.T. in R-g empfingen wir folgenden Brief:
"Ich bin überhaupt nicht mit Ihrem Ziel einverstanden. Obwohl es beinahe chancenlos ist eine bereits begonnene Sache von ihrem Weg abweichen zu lassen, versuche ich trotzdem Sie meine erheblichen Gewissensbisse wissenzulassen.
Ich selbst bin Paneuropäer und benötige keine Erwähnung, daß ich mich als Esperantist sehr freuen würde, wenn Esperanto zu der verbindenden Sprache in Europa wird. Aber es soll keineswegs zur europäische Sprache gemacht werden. Es muß die internationale Welt-Hilfssprache bleiben. Fürwahr, die Sprache Esperanto verbreitet sich möglicherweise schneller, aber ihre Idee wird untergehen. Paneuropa ist nur ein Übergang von dem kleinen Nationalismus zu dem Homaranismus*. Der selbe Grund, welcher beispielsweise gegen die englische Sprache als Welt-Hilfssprache spricht, nämlich, daß sie eine nationale Sprache ist und schon zu zwei Völkern gehört, der selbe Grund widerspricht Esperanto als Welt-Hilfssprache, wenn es schon zu einem Kontinent zugehört, ist es die europäische Sprache.
Zusammengefasst: Als Welt-Hilfssprache sei Esperanto in allen internationalen Bewegungen eingeführt, auch in der Paneuropäischen. Aber sie würde niemals zu der europäischen Sprache gemacht werden. Es soll untersagt sein zu fragen: Sprichst du schon europäisch?"
Antwort:
Überflüssig zu erwähnen, daß ich die ganze Sache gut überdachte, bevor ich den nationalsprachigen Satz zu verbreiten begann: "Sprichst du schon europäisch?" Meine Absicht war und ist die Massen in irgendeiner Weise auf Esperanto aufmerksam zu machen, welches jetzt – zu welcher Zeit verschiedene Bestrebungen darauf zielen größere Wirtschafts-Räume zu gründen – günstige Aussichten hat zu siegen. Notwendig ist auf irgendeine Weise die vielbesprochene allgemeine Gleichgültigkeit für Esperanto aufzurütteln. Alle Mittel sind anzuwendend, wenn sie nur etwas Erfolg versprechen. Ganz freimütig müssen wir bekennen, daß die Massen durch ein kleines Abwinken  eine Ansicht betreffs der ganzen Esperanto-Bewegung abschließen. Wenn man geneigt ist sich für die Grund dieser Ansicht zu interessieren, ist oft feststellbar, daß die Sache für sie nicht so ernsthaftig ist, also haben sie auch kein Interesse darüber zu diskutieren. Andere entgegnen mit Argumenten, welche oft berechtigt sind. Sehr unangenehm ist beispielsweise auf die Frage zu antworten: "Welche von den künstlichen Sprachen wird eine allgemein akzeptierte sein? Gestern hatte Volapük einen Erfolg, heute Esperanto, und morgen, welche der vielen künstlichen Welt-Hilfssprachen-Projekte? Weil beinahe in regelmäßigen Zwischenzeiten neue Weltsprachen-Schöpfungen erscheinen. Vergebens bemüht man sich zu beweisen, daß Esperanto alle überleben wird – sie bleiben Skeptiker.
Die Kunstgemachtheit von Esperanto ist einer von vielen Gründen, welche viele zurückhält es zu lernen. Nun wollte ich der Sprache durch das Wort "europäisch" einen zweiten, natürlicheren Namen geben, weil Esperanto tatsächlich die vereinigten europäischen Sprachen repräsentiert. Dieser Hilfs-Name wird Esperanto sicher nicht von seinem originalen Programm abweichen lassen: zu einer Welt-Hilfssprache zu werden. So wie man schon jetzt behaupten kann, daß unter vielen Alphabeten das lateinische die Welt erobern wird, so ist man auch berechtigt vorhersagen, daß, wenn irgendeine Sprache zu einer Weltsprache gemacht wird, gehört diese sicher zu den indo-europäischen Sprachen. Die lateinischen Buchstaben kommen auch aus Europa und trotzdem akzeptiert sie nahezu die ganze Welt. Andere Kontinente haben sicher nicht ein Interesse zu untersuchen auf welche Weise man diese Sprache nennt, welche siegen wird, ob Esperanto oder europäisch: sie prüfen nur ihre Verbreitung, Tauglichkeit und Nutzen.
Durch das Wort "europäische" Sprache, sei Esperanto unter den vielen Hilfssprachen-Projekten unterschieden. Ich beabsichtigte betonter auf die Wurzeln von Esperanto, auf das gesamte natürlichen Wesen hinzuweisen, welches gleichsam einen bewussten Entwicklungsweg zu den indo-europäischen Sprachen gibt, genauso, wie man oft Bäche in gemeinsamen künstlich geschaffenen Fluß-Betten zusammentut um ihnen eine bewusste Richtung zu geben.
Erfragt bitte nicht von Esperantisten, sondern hauptsächlich von euren Nicht-Esperantistischen Bekannten nationalsprachig: "Sprichst du schon europäisch?"; also besonders die Teilnahmslosen wollen wir auf diese Weise auf Esperanto aufmerksam machen. (Interessant ist, daß der große Teil von Befragten sogleich wusste, daß nur Esperanto diese Sprache sein kann.) Das Wort "europäische" Sprache soll quasi das Lockmittel werden, mit dessen Hilfe wir unsere Runden vergrößern können.
Mein Ausgangspunkt war: wenn ich Esperanto die "europäische" Sprache nenne, dann, vorausgesetzt, sind in Europa mehr Interessenten zu finden. Erwägend, wenn sich unter Europäern beispielsweise 1% für Esperanto interessieren, sind möglicherweise 5-10% zu finden, welche sich für eine europäische Sprache interessieren werden. Sicher ist auch diese Zahl noch immer nicht groß, aber wenn wir erfolgreich das allgemeine Interesse wecken werden, dann tat das Wort "europäisch" bereits seine Schuldigkeit."
Esperanto wurde hauptsächlich von den Nutzern weiterentwickelt und das waren Europäer, wofür sie nichts können. Logischerweise konnten die vielen kleinen heute teilweise indigene Völker genannt werdenden bis heute nicht direkt miteinander eine relativ neutrale Weltsprache erschaffen. Und wie sollte sie dann beschaffen sein? EDE trägt im Namen Esperanto. Natürlich könnte bei einer breiteren Anwendung innerhalb eines geeinten Europas umgangssprachig zu Esperanto auch (quasi) europäisch gesagt werden, aber eher parallel zu Esperanto, nur in bestimmten Zusammenhängen. Es könnte ja auch passieren, daß künftig tatsächlich weitere Begriffe eher aus anderen Teilen der Welt dazufließen. [se]
Reflektoro (Reflektor)
La gazetaro de la mondo en nombroj. (Die Presse der Welt in Zahlen) "Die USA ist der Staat, wo die Auflagen-Zahl von den einzelnen Zeitungen insgesamt die größte ist. Aber die Auflagen-Zahl der einzelnen Zeitungen erreicht nicht die Höhe europäischer Zeitungen. Größte Anzahl der Ausgaben unter Zeitungen hat die englische "Daily Mail" mit 1.930.000 Exemplaren; folgend "Daily Express" mit 1.700.000 und "News Chronicle" mit 1.300.000 Exemplaren. In Frankreich: "Le petit Parisien": 1.600.000, "Matin": 900.000, ...."
Die Ausgaben folgender weiterer Länder werden aufgezählt: USA, Japan, Italien, Deutschland (dazu Regional-Zeitungen). [se]
Prez-redukto. (Preis-Ermäßigung) "Große Preis-Stürze wurden in Warengattungen angekündigt, welche den vorrangigen Lebensbedürfnissen gar nicht angehören. Und wenn man die Angelegenheit näher untersucht, ist feststellbar, daß man den Preis hauptsächlich von Artikeln verringerte, bei welchen der Profit so groß sein würde, daß es wert ist, als Beispiel, die Herstellungs- und die Verkaufs-Preise zu veröffentlichen:
Herstellungs-Preise RM / Verkaufs-Preise RM
Elektro-Lampen 0,10 1/2 / 1,50-2,00
Staubsauger 45,00 / 200,00
Reise-Grammophon 12,00 / 120,00
Grammophon-Platten 0,35-0,50 / 3,50-5,00
(Aus den Zeitschriften "Die Tat", "Die Auslese")"
Plezur-vojaĝo el Wien al Abbazia. (Vergnügungs-Reise von Wien nach Abbazia.) ""Ein Polizeibeamter schrieb an "Neue Freie Presse", Wien folgendes: Den 16. April, abends um 7.10 Uhr begann ich mit einem D-Zug von Wien nach Abbazia zu reisen. Mit Freude stellte ich fest, daß mit meiner Vorbereitung ein Halb-Abteil der zweiten Klasse besteht, also werde ich die nächtliche Reise gut durchschlafen können. Das war bedauerlicherweise nicht erfolgreich, weil man mich bis morgens um die neunte Stunde sogar dreizehn mal durch verschiedene Überprüfungen belästigte. Nämlich: Vor Wiener Neustadt Überprüfung von Fahrkarten von dem österreichischen Schaffner; um die zwölfte nachts, zwischen Graz und Spielfeld, österreichische Paß-Kontrolle; um 12.30 in Marburg jugoslawische Zoll-Kontrolle; um die erste Stunde Abnahme von Paß und Zahlung von 10 Dinar als Durchfahr-Gebühr; um 1.30 Uhr kontrollierte ein jugoslawischer Schaffner Fahrkarten: um die fünfte Stunde morgens (vor Rakek) Rückgabe der Pässe mit jugoslawischer Stempelung; 5.30: Überprüfung von zwei jugoslawischen Beamten wegen Dinaren (mehr als 100 Dinar mitzubringen ist nicht erlaubt); 6.15 Uhr: in Postumia (Italien) Paß-Kontrolle; 6.30 Uhr: italienische Zoll-Kontrolle; 7.00 Uhr: ein italienischer Schaffner kontrolliert die Fahrkarten; 7.30: Kontrolle von Faschisten wegen Zeitungen (vor St. Pietro); 8.00 Uhr: Kontrolle der Pässe teilweise von Carabinieri; 8.30 morgens: abermals Kontrolle von Fahrkarten bei Sapiane. – Ob dieses 13 Jahre nach dem Ende des Krieges sein muß? Die Paß- und die Zoll-Kontrollen sind doch nur scheinbare Tätigkeiten ..."
Braucht dies einen Kommentar?"
9.785.000 judoj en Eŭropo. (9.785.000 Juden in Europa) "J. Koralnik veröffentlichte eine Untersuchung über die Anzahl von Juden in Europa. Nach dieser Statistik leben (zu Beginn von 1931): in Polen ...."
Die jeweiligen Zahlen werden für die einzelnen Staaten angegeben. Aus heutiger Sicht, nachdem das nationalsozialistische System Hitlers so viele Verbrechen begangen hat, könnte es Leute geben, die in den Artikel etwas hineininterpretieren wollen. Das sollten sie lassen. Bleiben wir achtsam. [se]
Nombroj parolas ... (Zahlen sprechen ...) "Aus dem Werk von Professor Elmér Hantos (Budapest) entnehmen wir folgende Statistik:
Getreide-Export –– aus den Donau-Staaten Waggons / aus den überseeischen Staaten Waggons
nach Österreich 29.000 / 6.300 –– ....
Insgesamt Waggons 162.271 / 525.050
Interessant ist die verhältnismäßige Bedeutung von den europäischen und überseeischen Agrar-Staaten, als Konsum-Gebiete für die europäischen Industrie-Staaten. Nach Statistik sind die überseeischen Agrar-Staaten für Deutschland 1,7-fach bedeutender, für Italien 3,47-fach, für Schweiz 3,55-fach, für Frankreich 7,4-fach, für Belgien 20,8-fach wichtiger als die vier europäischen Agrar-Staaten: Ungarn, Jugoslawien, Polen und Rumänien."
Duspecaj laboristoj en Rusujo. (Zweierlei Arbeiter in Russland) "Entsprechend Zeitungs-Mitteilungen beabsichtigt die Sowjet-Regierung die Ernährung von Arbeitern zu reformieren. Der Grundsatz, gemäß dem man beabsichtigt die Arbeiterschaft einzugruppieren, ist: wer mehr arbeitet, bekommt auch mehr zu essen."
Oficialaj diskont-procentoj en Eŭropo (Amtliche Diskont-Zinsen in Europa) "Zum Ende vom Mai 1931 in Prozenten: Amsterdam 2; .... Sofia 9. – Inzwischen in mehreren Staaten verändert, am meisten erhöhte sich der Diskont – ein Zeichen von instabilen Wirtschafts-Bedingungen."
La kvin punktoj de l' Briand-plano: (Die vier Punkte des Briand-Planes:)
"1. Staatliche Organisierung des Getreide-Kaufs, um die südost-europäischen Agrar-Staaten zu unterstützen.
2. Bevorzugte Import-Zölle für das Getreide aus den südost-europäischen Staaten.
3. Gründung eines zwischenstaatlichen Kredit-Instituts um die Landwirtschaft zu unterstützen.
4. Allgemeine größere Verbilligung der Kredite.
5. Schaffung von zwischenstaatlichen Industrie-Kartellen, damit europäische Industrien nicht gegeneinander konkurrieren müssen."
Fluganta aviadilejo. (Fliegender Flugzeugträger) "Die USA konstruierte ein riesiges Luftschiff, welches die doppelte Größe von "Graf Zeppelin" hat. Es wird "Akron" genannt und ist wie man sagt eine wahrhaftige fliegende Festung. Das Luftschiff kann viermal den Ozean überfliegen ohne Gas und Benzin nachzufüllen. Auf dem Rücken befinden sich Flugbereiche für Flugzeuge, welche an diesem Ort ausreichend Raum zum anlanden und starten haben. Die Herstellungs-Kosten waren rund sieben Millionen Dollar. "Akron" ist ein Kriegs-Luftschiff, aber man beabsichtigt auch gleichgroße Zeppeline für den Passagier-Verkehr zu bauen."
50.000 sin-mortigintoj jare en Eŭropo. (Jährlich 50.000 Selbstmörder in Europa.) "Die Liga der Nationen ließ eine Statistik über europäische Selbstmorde erscheinen. Entsprechend dieser töteten sich letztjährig etwa 50.000 Europäer. Größte Anzahl zeigten Ungarn und Tschechoslowakei. In  diesen Ländern ist die Zahl von Selbstmördern für 100.000 Einwohner 26; in Deutschland 23, in Österreich 22, in Frankreich 17. Der häufigste Grund, überall: Arbeitslosigkeit und Elend."
Kiom da homoj laboras en Eŭropo? (Wieviele Menschen arbeiten in Europa?) "Aus allerletzten Statistiken wird offenkundig, daß unter 350 Millionen Einwohnern in Europa rund 170 Millionen arbeiten. Nichtarbeitende sind vor allem Kinder, Jugendliche, Alte und Arbeitslose." Unter 1000 Menschen arbeiten: in Spanien und Griechenland 372, Norwegen 405, Britannien 453, Italien 476, Deutschland 513, Polen 524, Frankreich 559."
La armeoj de la malgranda "Entente" kaj Polujo. (Die Heere von der kleinen "Entente" und Polen.) "Während einer Besprechung über das italienische Armee-Budget, berichtete General Baistrocci auch über die Rüstungs-Ausgaben von Frankreich und von der Klein-Entente zusammen mit Polen. Nach diesem Bericht verfügen Polen, Tschechoslowakei, Jugoslawien und Rumänien über 89 Divisionen, welche in der Folge einer einheitlichen Bewaffnung und von einheitlichen Lehr-Methoden immer vorbereitet sind mit der französischen Armee zusammenzuarbeiten. Ermöglicht wird diese Zusammenarbeit vermittels: a) koordinierte Haupt-Führung von einem hochrangigen französischen Offizier; b) Teilnahme vieler hochrangiger Personen aus diesen Armeen bei Lehrgängen von französischen Militär-Schulen und bei wichtigen Manövern; c) organische Organisation von Militärgerät und Munitions-Herstellung von Schneider-Creuzot, welche systematisch die großen Škoda-Fabriken bezwingen und jetzt auch in Rumänien und Jugoslawien Militärgerät-Fabriken aufbauen."
[UŜE-Bilanco ....] [UŜE-Bilanz
Gegen / Für
Faktoren (Punkte) / Faktoren (Punkte)
Regierende und Militaristen (50) / Demokraten und Sozialisten (45)
Chauvinisten (25) / Kapitalisten (30)
Kapitalisten (15) / Minderheiten (15)
Esperantisten (2) / Esperantisten (10)
Beamte Grenz-, Zoll-, Paß-Stelle und sonstige (1) / Die Zeit (das heißt das wirtschaftliche Chaos, Verkehr, Luftfahrt, drahtlose Telegrafie und Telefonie und sonstige) (10)
Gegen (93) / Für (110)
Aus dem Heftchen: J. Düa (Pseudonym von J.Z.): Der Ausweg UŜE welches in dem Jahr 1923 erschien.
Erhältlich bei "LIBRO", Temeswar 1, Strada Lonovici 1 (Rumänien-Banat)
Preis: 3 apseloj inklusive Portokosten.]
In Ausgabe 8 wird Zauner auf die Neuauflage von "Der Ausweg UŜE" hinweisen. [se]
[Samideano! ....] [Gleichgesinnter! Bitte darunter Adressen notieren .... Siehe die Rückseite]  
paĝo 4 / Seite 4
Spegulo de la eŭropa problemo (Spiegel des europäischen Problems)
ilustraĵoj / Abbildungen Beispiele: Fenomeno de estonto. .... (Phänomen der Zukunft)  Mensch, der niemals ein Arbeitsloser war.
"Vi estas ŝtono kaj sur tio ĉi ŝtono ni konstruos" ... niajn financojn." "Du bist ein Stein und auf diesem Stein werden wir erbauen" ... unsere Finanzen.
Abgebildet ist eine Grundsteinlegung für ein Palais der Liga der Nationen (Völkerbund). [se]
Svisaj bankoj (Schweizer Banken) "sind so ausgiebig mit Geld-Angeboten aus dem Ausland versorgt, daß sie keinen Zins für Erspartes (Spar-Einlagen) zahlen. Einige Institute berechnen sogar Deponier-Beiträge für Geld aus dem Ausland."
Laŭ Beneŝ (Beneŝ zufolge) "wird die europäische Wirtschaft folgendermaßen gesunden: a) Stabilisierung von Industrie-Zolltarifen, b) nach und nach Verringerung von Zöllen und c) Angleichung der Tarife die Haupt-Produkte."
Dum la Internacia (Während des Internationalen) "Kongresses von Handels-Kammern in Washington, erklärte ein bedeutender britischer Wirtschafts-Führer, daß Europa seine Türen für Industrie-Produkte aus den USA schließen wird, wenn diese nicht europäische Industrie-Produkte akzeptieren wird. Der hohe USA-Zoll-Tarif macht es unmöglich in die USA zu exportieren und hemmt die Bezahlung der internationalen Schulden "in Natur", welches das einzige Mittel einer internationalen Schulden-Zahlung ist."
Usonaĵoj: (USA-Dinge:) "Das vollständige Produktions-Vermögen der USA-Automobil-Produktion ist jährlich 8.000.000 und der Bedarf der ganzen Welt war im Jahr 1929 nur 6.000.000.
In New York wurde ein "Komitee für Zoll-Senkungen" gegründet, dieser Organisation schlossen sich bedeutende Wirtschafts-Führer und bekannte Personen des öffentlichen Lebens an.
Hoover, der Präsident der USA, in einem Zeitungs-Artikel: "Unsere Einnahmen repräsentieren jetzt eine Trillion der weltweiten Einnahmen und die Folge davon ist, daß wir die wirtschaftliche Oberherrschaft erlangten."
Greno-pliaĵoj (Getreide-Vermehrungen) "für die ganze Welt ist gemäß Broomhall in Millionen "bushel" (27,1 Kilogramm) zum 1.Mai 1925: 169.020; .... 1930: 378.900."
Mussolini: (Mussolini:) "Einem italienischen Standpunkt zufolge ...."
In UŜE-EĤO wurden u.a. negativ belastete Personen der Zeitgeschichte (z.B. Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen usw.) zitiert. Darunter sind positiv scheinende Aussagen enthalten, die einen zu freundlichen Eindruck vermitteln könnten. Soweit nicht für ein Verstehen des Kontextes benötigt, werden hier solche belasteten Texte ausgelassen. Natürlich sind diese Aussagen in den Quellen verfügbar. Die Personen kommen hier also nach bestem Wissen und Gewissen zu Wort. Möglicherweise sind noch nicht alle als problematisch erfasst worden. [se]
42% de rusaj (42% der russischen) "Bauern-Wirtschaften wurden kollektiviert. Den 1.April bestanden in der Sowjetunion insgesamt 10.514.500 kollektivierte Feld-Wirtschaften, das heißt 42 Prozent aller Bauern-Wirtschaften."
Curtius, (Curtius,) "der deutsche Minister für Auslands-Angelegenheiten: Der Ausweg aus der jetzigen Situation ist: Nach und nach* Vergrößerung der Wirtschafts-Gebiete. Zwei Arbeits-Methoden sollten wir gleichzeitig, eine neben der anderen anwenden. Zuerst sind allgemeine Bemühungen erforderlich um die gesamteuropäischen Interessen zu regeln; der zweite Weg sollte sein regional bezogene Übereinkommen zu schaffen."
Léon Blum, (Léon Blum,) "Anführer der Sozialisten in Frankreich, über Bolschewismus: "Das, was in der Sowjetunion stattfand, müssen wir nicht als Sozialismus betrachten, weil die Unterdrückung des Proletariats kein Sozialismus ist. Der Erfolg oder Nichterfolg des Fünfjahr-Planes kann kein ausschlaggebender Beweis sein, weil man mit einer genügend großen Schar von Sklaven immer Pyramiden errichten kann."
En Polujo, (In Polen,) "werden einer neuesten Wirtschafts-Statistik entsprechend, täglich etwa 30.000 Versteigerungen verkündet. (Und wie viel in anderen europäischen Staaten?)"
Colonel Sir James Lithgow, (Colonel Sir James Lithgow,) "Präsident der Vereinigung der Britischen Industrien: Zweifellos werden die kontinentalen Staaten gegen eine, von uns geforderte Aufstellung von britischen Schutz-Zoll-Tarifen protestieren müssen. Aber ich bin überzeugt, daß man die Notwendigkeit unserer Handlung verstehen wird und auch dies, daß sie selbst diese Forderung verursachten. Wenn in Europa ein "Wirtschafts-Parlament" bestehen würde, würde Europa schon lange eine wirtschaftliche Einheit sein. Deren Entstehung zu unterstützen ist unsere vornehmste Aufgabe.
Bedauerlicherweise hatte man bis jetzt keinen Erfolg ein Fundament für eine gemeinsame Zusammenarbeit zu erschaffen."
El Simplicissimus, (El Simplicissimus,) "Die deutschen Industrie-Führer, aus Russland zurückgekehrt: "Diese Bolschewisten sind bewundernswert. Sie übergaben uns große Aufträge und obendrein zeigten sie uns, daß politische Ideale eine gute Arbeitsvergütung an Arbeiter kompensieren.""
La pola dogan-projekto. (Das polnische Zoll-Projekt.) "Ein Sejm-Ausschuß verfertigte soeben das neue Zolltarif-Projekt. Es enthält ein gänzlich neues Bezeichnungssystem und hat nur höchste Gebühren*. Die Tarif-Nummern zählen im ganzen 5.200 gegenüber den bisherigen 1742. Der Tarif erhöhte sich so bei Agrar-Erzeugnissen wie auch bei Industrie-Artikeln. (Bemerkenswert ist, daß gleichzeitig auch andere Staaten die Zoll-Tarife erhöhten.)"
Moskva: (Moskau:) "Neben der staatlichen Plan-Wirtschaft-Kommission bildete sich unter Vorsitz von Kuibyschek, ein Komitee, dessen Aufgabe ist einen zweiten Fünfjahr-Plan zu erarbeiten."
La Banko por Internaciaj Pagoj (Die Bank für internationale Zahlungen) "in Basel lehnte den Vorschlag der deutschen Entsandten Dr. Luther und Dr. Melchior ab, sowjetische Wechsel zu verkaufen."
Sovetio (Sowjetunion) "beabsichtigt, in den kommenden Jahren, die jährliche Eisenproduktion um Millionen Tonnen (das ist die jetzige Produktion der USA) zu erhöhen."

Respondoj (Antworten)
"An alle*. – Nachdruck, Übersetzung und Reproduktion von Abbildungen aus "UŜE-EĤO" sind gestattet."
Herr R. Ch. in M-e-R. – "Zu Ihrer Ansicht, daß "UŜE-EĤO" interessant ist, aber es erscheint zu selten "um sich zu auszuwirken", ich zitiere, als Antwort, das treffende Anschreiben eines finnischen Gleichgesinnten, Herrn M. S, in K-i: "Die Idee ihrer Zeitung nahm ich mit ganzer Seele an. Aber bedauerlicherweise dauert es sehr lange ehe es sich verwirklichen wird, weil nur manche Mächtige diese Angelegenheit ausreichend seelisch umfassend* betrachten. Und wenn die Sprach-Lösung erwägt wird, ist die Zahl der Eingeweihten der Lehre noch klein. Aber – dennoch ist jeder Fortschritt die Verwirklichung von Wolken-Schlössern."
De nia Parto. – (Von unserem Teil. –) "Es ist eine bekannte Sache, um eine Zeitung erscheinen zu lassen, benötigt man eine gewisse Anzahl von Gleich-Interessierten, welche ganz selbstverständlich auch Gleich-Sprachige sein müssen. Freunde einer europäischen Zusammenarbeit befinden sich in Europa bereits in beträchtlicher Zahl, aber wenn man die europäische Vereinigung in irgendeiner nationalen Sprache verbreitet, können Angehörige anderer Sprachen misstrauisch gemacht werden und über-begehrliche Neigungen befürchten.
Bleibt unser neutrales Esperanto um diese Idee zu verbreiten. Aber jetzt ist die Zahl der Esperantisten nicht ausreichend groß um beispielsweise herausgegebene Zeitungen, öfter als wöchentlich erscheinen zu lassen. Und wenn man berücksichtigt, daß die Esperanto-Bewegung bereits genügend Zeitungen hat, bleibt für eine neue Zeitung, wie "UŜE-EĤO", nur diese kleine Schar von Esperantisten, welche ein Interesse außer der Esperanto-Bewegung auch für Verwirklichung von Vereinigten Staaten von Europa haben.
Wir sollen nicht vergessen, daß ein großer Teil Gleichgesinnter noch verschiedenen politischen Parteien angehört, welche sie nicht plötzlich verlassen können. Materielle Interessen binden sie an verschiedene Organisationen, und die parteiischen täglichen Zeitungen besorgen die intellektuelle Ernährung.
Viel würde der UŜE-Bewegung helfen, wenn man durch nationalsprachige Tages-Zeitungen das UŜE-Programm verbreiten könnte. Aber in welcher Sprache soll diese Zeitung erscheinen? Ein Weg würde existieren um das nationale Vorherrschafts-Problem auf irgendeine Weise zu beseitigen, wenn diese Zeitung gleichzeitig in mindestens vier Sprachen (englisch, französisch, deutsch und russisch) erscheinen würde. Aber wo existiert der Großkapitalist, welcher dieses Projekt unterstützen würde? Selbst denken kann man nicht daran.
Bleibt der Weg, welchen wir verbreiten: die Zahlen von Esperantisten und von UŜE-Freunden vergrößern.
Auch ich weiß gut, daß "UŜE-EĤO" schwach ist, aber – seien wir aufrichtig –, ist die heutige europäische Solidarität stark?"
[Mendilo ....]
[Abonprezo de "UŜE-EĤO" estas por 1931 ....] [Abonnement-Preis von "UŜE-EĤO" ist für 1931 (4 Nummern): 4.– "apselo" ....]

2022072720220824SE
UŜE-EĤO 1931 -07- (Julio) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek


UŜE-EĤO 1932 -08- (Januaro)
paĝo 1 / Seite 1
[Eldonejo: "LIBRO"....]
Ŝtatigo de l' armad-industrio (Verstaatlichung der Rüstungsindustrie) 
Anlässlich der Abrüstungs-Konferenz
"Die Rolle der Rüstungs-Industrie, welche sie im Leben der Staaten spielt, ist bekannt. Man weiß, daß diese Industrie mit gigantischen Gewinnen arbeitet. Geschäft bleibt Geschäft, wenn sein Gegenstand auch die Waffen sind. Die Rüstungsindustrie beliefert Freund und Feind, nur zahlungsfähig müssen sie sein. Das ist ja doch für Geschäftemacher eine ganz verständliche Sache. Das Interesse an der Rüstungs-Industrie war schon immer rege, denn sie bedeutet fast immer ein nicht schadendes* Geschäft: Die Zahler sind ja die Bewunderer, welche man nach Belieben mit Steuern belasten kann. Ja, nach Belieben besteuern, wenn man eine genügend große Partei im Parlament hat. Dies ist auch erreichbar, wenn Sie über genügend Geld verfügen, um diese Partei und Parteipresse zu organisieren. Der Profit der Rüstungs-Industrie ist freilich so groß, daß genug Geldmittel übrig bleiben, um die parlamentarische Organisation zu finanzieren.
Es ist völlig verständlich, daß solche Parteien und Parteiorgane kein Interesse haben, die Kriegsursachen zwischen den Staaten zu beseitigen. Es wäre vielleicht übertrieben, wenn ich sagen würde, daß sie die Kriegs-Gründe suchen oder begünstigen müssen. Aber oft wird auch das behauptet.
Daß nicht nur die Rüstungsindustrie Anstifter von Kriegen ist, beweist die Tatsache, daß es in der Antike noch keine Rüstungsindustrie im heutigen Sinne gab, aber nicht weniger Kriege als in unserer Zeit stattfanden. Jedoch nützt die moderne Rüstungsindustrie nur wenigen. Die schädlichen Folgen dieser Industrie entsprechen nicht ihren wenigen nützlichen Folgen (z. B. sie verschafft Arbeit). Die Führer der Rüstungsindustrie bleiben die Impulsgeber in der Politik, die oft einen entscheidenden Einfluss haben. Für sie sind – leider zu oft – die aktiven Politiker Marionetten, welche sie dirigieren."

Kiamaniere oni povus sin liberigi de sub ilia potenco? (Wie könnte man sich von ihrer Macht befreien?)
"Worauf ich abziele, ist eine Idee zu initiieren, welche möglicherweise helfen wird, die Macht dieser Intriganten zu schwächen. Nach meiner Ansicht ist die gegenwärtige absolute Abrüstung noch unerreichbar. Also, setzen wir uns ein Ziel, das möglichst zum Frieden führen wird. Ein erreichbares Ziel scheint die Verstaatlichung der Rüstungsindustrie zu sein. Durch die Verstaatlichung dieser Industrie wäre zwar die Kriegsgefahr noch nicht vollständig beseitigt, aber die Hauptverschwörer würden geschwächt sein. Sie könnten die gegenseitige Verständigung der Völker nicht mehr behindern, weil ihnen die finanziellen Mittel fehlen würden. Wäre die Rüstungsindustrie verstaatlicht, blieben die Gewinne der Unternehmen in den Staatskassen und die Staatsoberhäupter hätten kein so großes Interesse am Gedeihen der Rüstungsindustrie.
Eine Verstaatlichung der gesamten Wirtschaft würde die allgemeine Entwicklung verlangsamen; die bürokratische Staatswirtschaft hat niemals so günstige Ergebnisse, welche die freie Wirtschaft erreicht. Also, im Allgemeinen ist die freie Wirtschaft vorzuziehen. Als einzige Ausnahme soll nur die Verstaatlichung der Rüstungsindustrie zustande kommen.
J.Z."
Auch wenn Staatsbetriebe als weniger effizient gelten, bestimmte Bereiche wie Post oder Bahn scheinen beim Staat besser aufgehoben zu sein, wie es die neueren Erfahrungen deutlich machen. Die Rüstungsindustrie könnte dazugehören. Wichtig ist, daß alle auf dem Territorium Europas bestehenden Rüstungsbetriebe für Europa und nicht für Feinde Europas produzieren. Natürlich braucht Europa eine eigene Verteidigungsarmee. Weltweite Einsätze sollten im Rahmen der UNO stattfinden. Daß die NATO eben doch ein wichtiger Schutz ist, zeigt die Gegenwart 2022. [se]
ilustraĵo / Abbildung: EŬROPO-UNIO kaj ESPERANTO (1932: Europa-Union und Esperanto)

EŬROPO-UNIO moviĝos per ESPERANTO (EUROPA-UNION wird sich durch ESPERANTO bewegen) 20220901SE
RAPORTO (RAPORT)
La unuaj UŜE-organizanĵoj (Die ersten UŜE-Organisationen)
"Herr Jozef Anglada berichtete aus Barcelona (Spanien), daß die dortigen UŜE-Freunde eine Gruppe gegründet hätten, um die UŜE-Idee zu fördern. Sie druckten auf Katalanisch ein Propagandamaterial mit dem Ziel, vor allem unter Nicht-Esperantisten für die UŜE-Bewegung zu werben. Ihre Flugblätter waren das erste nationalsprachige Werbeinstrument der UŜE-Idee. Die Gruppe verschickte zudem Nachrichten über UŜE und UŜE-EĤO über den Zeitungsdienst "Kroniko pri Esperanto" des lokalen "Zamenhof-Instituts" an rund 300 Zeitungen in spanischer und katalanischer Sprache.
Ihre energische Propaganda und Werbung ist nachahmenswert.
Der zeitweilige Zentralsekretär der UŜE-Bewegung bestätigte Herrn Jozefo Anglada Sitjas 8, 3er, Barcelona, ​​​​als Sekretär für die UŜE-Bewegung in Spanien.
Am 3. Oktober 1931 fand das Organisationstreffen der UŜE-Freunde in Timisoara (Rumänien, Banat) statt. Bei der Besprechung des Winterprogramms wurde beschlossen:
a) organisieren der UŜE-Initiatoren,
b) gründen eines UŜE-Klubs,
c) organisieren einer Esperanto-Offensive in Temeswar und im Banat (durch Kurse, Flugblätter, Zeitungs-Werbung usw.)
Herr Ŝtefan Recsânyi, der leidenschaftliche UŜE-Freund, entwickelte die folgenden Leit-Gedanken für organisierte UŜE-Initiatoren:
Gvid-pensoj por UŜE-iniciatoroj (Anleitungsgedanken für UŜE-Initiatoren)
als Vorbereitungs-Komitee des
Klubs der UŜE-Freunde
in ............
1.
Die Freunde der UŜE-Idee versammeln sich unter dem Namen "UŜE-Initiatoren", als Vorbereitungs-Komitee des Klubs der UŜE-Freunde in ........."
2.
Das Ziel des Vorbereitungs-Komitees ist: die UŜE-Freunde zu vereinen und wenn die gesetzliche Mitgliederzahl bereits erreicht ist, den Klub der UŜE-Freunde zu gründen.
Bis zur Gründung dieses Vereins übernimmt das Vorbereitungs-Komitee die Aufgabe, die internationale Hilfssprache Esperanto durch aufeinanderfolgende Kurse, durch Veranstaltung von Esperanto-Abenden, Vorträgen usw. zu verbreiten.
3.
Enspezoj (Einnahmen) des Vorbereitungs-Komitees. In Anbetracht dessen, daß die zu betreibende Propaganda bestimmte materielle Mittel erfordert, ist das Vorbereitungs-Komitees verpflichtet, von seinen Mitgliedern eine Gebühr zu erheben.
Eine jährliche Mindestgebühr ist
1 US-Dollar
den man auch in 4 Raten bezahlen kann, aber immer im Voraus. Oberhalb dieser Mindestgebühr kann jeder seine Gebühr entsprechend seiner finanziellen Situation festlegen.
Die freiwillige Prämie kann sich von Jahr zu Jahr ändern. Da ein großer Teil der europäischen Währungen auf einem unsicheren Fundament basiert, akzeptiert die UŜE-Bewegung daher bis zu neuen Bestimmungen den amerikanischen Dollar als einheitliche Währung.
Weitere Einnahmen des Vorbereitungs-Komitees sind noch die eventuellen Nettogewinne, die durch die Organisation von Laienspielen, Feiern, Freundschafts-Abende usw. erzielt werden. Schließlich etwaige Geschenke.
4.
Membroj de la prepar-komitato: (Mitglieder des Vorbereitungs-Komitees:) Mitglied kann jeder Erwachsene sein, unabhängig von Geschlecht, Nationalität, Religion und politischer Überzeugung. Ein makelloses Vorleben ist erwünscht. Politische Strafen sind kein Hindernis, aber extreme Elemente (Bolschewisten und Chauvinisten) sollten nach Möglichkeit abgehalten werden.
Die Registrierung der Mitglieder erfolgt durch das Vorbereitungs-Komitee auf mündlichen oder schriftlichen Antrag der Bewerber.
Jedes Mitglied des Vorbereitungskomitees ist verpflichtet, die Sprache Esperanto zu lernen.
Über die Mitglieder ist ein Verzeichnis zu führen.
Bei den Beratungen des Vorbereitungskomitees haben alle Landessprachen gleiche Rechte, jedoch müssen die Protokolle, Register, Berichte Esperanto-sprachig erstellt werden. Ebenso Esperanto-sprachig ist auch die offizielle Korrespondenz mit den eventuell zu gründenden ähnlichen UŜE-Organisationen.
Die Anzahl der Mitglieder eines Vorbereitungs-Komitees kann maximal 25 betragen. Hat das Vorbereitungs-Komitee diese Anzahl erreicht, wird das Vorbereitungs-Komitee in einen "Club der UŜE-Freunde" umgewandelt.
5.
Das Vorbereitungs-Komitee wählt unter sich vorläufig:
1. Sekretär-Schatzmeister,
2. Schriftführer, die die Sprache Esperanto perfekt beherrschen müssen.
Das Vorbereitungs-Komitee berät sich nach Bedarf, jedoch alle zwei Wochen mindestens ein mal. Über die Gespräche wird ein Protokoll verfasst.
Die wichtigeren Beratungen werden vom amtierenden Präsidenten geleitet und im Falle einer Abstimmung entscheidet die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen.
6.
Damit die UŜE-Bewegung auf dem jetzigen Weg vorankommt, ist es notwendig, daß die ersten UŜE-Initiatoren – die wohl den Kern der UŜE-Organisationen bilden werden – in den weiteren Phasen der Bewegung mehr Rechte besitzen als die anderen Anhänger. Diese Rechte beziehen sich hauptsächlich auf die Wahlen zum Präsidium und zum Komitee sowie auf die Kommunal-, Regional-, Landes- und Zentralen Wahlen. Und so, daß in den ersten 5 Jahren in erster Reihe UŜE-Initiatoren in den Vorstand gewählt werden sollen.
Die UŜE-Initiatoren versprechen sich gegenseitig, daß sie diesen oben genannten Grundsatz in der zu erarbeitenden Satzung zu fixieren.
7.
Damit in der UŜE-Bewegung Einheit herrscht, empfehlen die Timisoara UŜE-Initiatoren die obigen Leit-Gedanken allen lokalen Initiatoren der UŜE-Bewegung.
Diese Leit-Gedanken wurden von den Anwesenden einstimmig angenommen. Alters-Präsident ist Dr. Ladislaŭ Löcsey. Ma wählte Herrn Ŝtefano Recsányi als Sekretär, als Protokollführer Herren Desiderio Tövissy und Julio Csapó.
Gleichzeitig wurde beschlossen, die folgenden von "Libro" herausgegeben deutschsprachigen und rumänischsprachigen Flugblätter zu verbreiten, um Interesse für unsere Sprache und Bewegung zu wecken. Hier ist der Text:"
Ĉu vi jam parolas "eŭrope"? (Sprichst du schon "europäisch"?)
"Frei ist der Weg für Polyglotte!"
"Die Vorteile, welche sich aus dem Besitz mehrerer Sprachen ergeben, veranlassen Massen durch Erlernen einer neuen Sprache ihre Sprachkenntnisse zu erweitern.
Doch für Sprachinteressierte ist es keine leichte Angelegenheit, sich für eine der vielen zu lernenden Landessprachen zu entscheiden. Wenn man sich für eine entscheidet, dann nach Kenntnisnahme hat man noch nicht alle Sprachschwierigkeiten beseitigt, die uns im Alltag behindern. Die hochentwickelte Verkehrs-Technik (Eisenbahn-, Schiffs-, Bus- und Flugverkehr) vermischt die verschiedenen Nationalitäten derart, daß selbst die Kenntnis der drei Weltsprachen zur gegenseitigen Verständigung nicht ausreicht. Es genügt einige hundert Kilometer in einem Hochgeschwindigkeitszug durch Europa zu fahren um sich davon zu überzeugen. Mindestens 5 bis 8 Sprachen muß man sprechen, um den sprachlichen Anforderungen der Gegenwart einigermaßen gerecht zu werden. (Nur in Europa existieren mehr als 20 Amtssprachen.) Aber das Erlernen so vieler Sprachen ist für die Masse eine Unmöglichkeit. Vor allem, wenn man bedenkt, daß das Erlernen der Landessprachen außer handfesten Ressourcen, auch viel Zeit und Mühe erfordert. Über mehrere Jahre hindurch muß man fleißig lernen, die Sprache studieren, bis man sie perfekt beherrscht. Sogar nach mühevollem Erlernen einer Landessprache kann man immer noch Überraschungen erleben. Z.B. Wenn man nach vielen Jahren des Englischlernens das Vergnügen hat, einen englischen Tonfilm im Kino zu sehen, dann ist man überrascht, wie wenig man von den Dialogen und Reden des Films versteht. Weil man in Hollywood, wo man die meisten Tonfilme produziert, eine andere englische Sprache als beispielsweise in London spricht.
Für alle, die sich den Luxus nicht erlauben können, eine Sprache in vielen Jahren des Studiums zu lernen, aber dennoch beabsichtigen eine Verständigung zu beherrschen, welche überall anzutreffen ist, gibt es eine Sprache, die in kurzer Zeit erlernt werden kann.
Ja, Sie haben bereits erraten, daß Esperanto diese Sprache ist. Vor mehr als 40 Jahren gelang dem begabten Sprachschöpfer Dr. L. Zamenhof, die europäischen Sprachen zu einer unkomplizierten Sprache zu vereinen. In Esperanto fanden die europäischen Sprachen gewissermaßen ihren gemeinsamen Nenner. Deshalb nennen wir es auch "europäisch".
Hier ist der Vorteil der "europäischen" Sprache:
a) die Grammatik, die Struktur der Sprache, ist sehr einfach.
b) der Wortschatz ist den Europäern bereits mehr oder weniger bekannt.
c) die Sprache ist heute schon so weit verbreitet, daß man sie bei Auslandsreisen sinnvoll verwenden kann. (In fast allen europäischen Städten gibt es Esperantisten.)"

paĝo 2
/
Seite 2
"d) Esperanto will nur eine Hilfssprache, eine neutrale gegenseitige Verständigung sein und die Landessprachen nicht entthronen.
Besonders bemerkenswert ist die leichte Erlernbarkeit dieser Sprache. Das ist sicherlich der Hauptgrund, warum sie sich trotz Weltkrieg und Wirtschafts-Krise immer weiter ausbreitet.
Auch Sie sollten mit der Zeit Fortschritte machen und sich für diese Sprache interessieren, damit auch Sie zu bald zu jenen Europäern gehören, die außer ihrer Mutter- und Landessprache auch "europäisch" sprechen.
Lehrbücher, Wörterbücher, Literatur und Adressen von Esperanto-Lehrern durch..."
Nach Vorbereitung der Öffentlichkeit durch diese Handzettel, wirbt man nun mit folgendem Aufruf (auf Rumänisch, Deutsch, Ungarisch und Esperanto) um Mitglieder für den UŜE-Klub:"

Alvoko por fondi la Klubon de l' UŜE-amikoj en Banato.
(Aufruf zur Gründung des Clubs der UŜE-Freunde im Banat.)

"Es ist allgemein bekannt, daß die führenden Politiker Europas nach einem Ausweg suchen, der Europa aus der heute herrschenden schweren Wirtschaftskrise retten muß. Mehr und mehr erstarkt das Bewußtsein, daß man die Wirtschaftskrise nur dann dauerhaft beseitigen kann, wenn man ein größeres einheitliches Wirtschaftsgebiet organisiert. Für Europa ist das umso notwendiger, weil wegen der Zerstückelung seiner Wirtschaftsgebiete andere, größere und rationaler organisierte Wirtschafts-Zusammenschlüsse (z. B. die USA und die UdSSR) immer mehr und mehr Europa vom Weltmarkt entfernen und damit die europäischen Staaten wirtschaftlich, finanziell und politisch ständig geschwächt werden.
Parallel zu den Bestrebungen, ein größeres, einheitlich geführtes europäisches Wirtschafts-Gebiet zu organisieren, halten wir es für notwendig, eine einheitliche Sprache für dieses Wirtschafts-Gebiet einzuführen. Die Geschichte lehrt uns, daß die großen Wirtschafts-Gebiete, wenn nicht von einer einzigen, so doch von einer übergeordneten einheitlichen Sprache verwaltet und beherrscht werden. (Römisches Reich, USA, UdSSR etc.)
Daß es unter den heute dominierenden Sprachen Europas nicht möglich ist, auch nur eine als europäische Sprache zu akzeptieren, das ist offensichtlich. Dies erlaubt die bestehende nationale Konkurrenz zwischen den großen Nationen Europas nicht. Und das völlig zu Recht, denn würde man eine der nationalen, wichtigeren Sprachen zur europäischen Staatssprache erklären, würde das große Vorteile für jene Völker bedeuten, welche diese verlautbart-akzeptierte Nationalsprache sprechen würden, und es würde gleichsam die Unterdrückung der anderen Nationen bedeuten.
In Anbetracht dessen bleibt für Europa keine andere Lösung übrig, als eine neutrale Sprache zu wählen, welche ihre für sie zugedachte Rolle in jeder Hinsicht erfüllen muß.
Für diesen Zweck wäre – nach unserer Meinung – die allgemein bekannte Esperanto-Sprache durchaus angebracht. Diese neutrale Hilfssprache ist in der Tat die einheitliche und vereinfachte Form der verschiedenen europäischen Sprachen. Zu Recht können wir diese brillante, leicht zu erlernende Sprache als "europäisch" bezeichnen.
Für Europa ist das Sprachenproblem besonders wichtig. Ein Kontinent, auf dem nicht weniger als 27 Amtssprachen existieren, kann in einem Zeitalter erstaunlich entwickelter Technologie nicht ohne irgendeine Hilfssprache weiter gedeihen. Umso weniger dann, wenn dieses Territorium wirtschaftlich einheitlich organisiert wäre.
Daß in diesem Zeichen in erster Reihe im Banat Bemühungen und Einweihungen stattfinden, ist durch die besondere ethnographischen Situation des Banats erklärbar. Auf dem kleinen Gebiet des Banats sind fast alle Volks-Ethnien Europas vertreten: nämlich Rumänen, Deutsche, Slawen, Ungarn, Juden usw. Nicht weniger als vier Sprachen haben sich gleichermaßen verbreitet: Rumänisch, Deutsch, Ungarisch und Serbisch. So wie es dort fast unmöglich ist, die gemeinsamen Angelegenheiten praktisch zu regeln, so wäre es auch in den Gründungsstaaten der Vereinigten Staaten von Europa (UŜE) unmöglich, ohne eine einheitliche Hilfssprache zu regieren.
Nun beabsichtigt man einen Club für die Banater Freunde der UŜE-Idee zu organisieren, dessen Aufgabe es ist, Esperanto als die einigende europäische Hilfssprache zu bewerben. Das würde bedeuten, daß jeder Europäer neben seiner Mutter- und Staatssprache auch "europäisch" lernen sollte.
Wenn Sie diese Bewegung interessiert, tragen Sie – unverbindlich – Ihren Namen und Ihre Adresse in die beigefügte Liste ein. Anlässlich der Gründung des UŜE Clubs laden wir Sie zum Gründungstreffen ein.
Die UŜE-Initiatoren in Timisoara.
Der vorläufige Zentralsekretär der UŜE-Bewegung bestätigte den Sekretär der UŜE-Bewegung in Rumänien Herrn Stefano Recsányi, Eisenbahnbeamter, Timisoara, IV Strada E. Gojdu 10.*
Erwähnenswert ist auch, daß mehrere Freunde der UŜE-Idee, insbesondere in Frankreich, in nationalen Zeitungen Artikel und Bilder aus dem UŜE-EĤO veröffentlichten.
Eine neue Bewegung entsteht. Ein bescheidener Anfang, wenn man das wichtige und ferne Endziel des UŜE-Programms bedenkt. Wenn die Idee gesund ist, muß sie – wenn auch langsam – wachsen.
Für den vorläufigen Zentralsekretär der UŜE-Bewegung:
Der Schriftleiter."
[Zamenhof kaj UŜE (Zamenhof und UŜE)
"Wir alle wissen, daß Zamenhof bereits 1915 in seinem "Aufruf an die Diplomaten" die Vereinigten Staaten von Europa als die beste Lösung für den Frieden ansah. Tatsächlich, als er für die europäischen Reiche die Notwendigkeit proklamiert hatte, sich als solche eine offizielle und voll garantierte Entscheidung zu etablieren, das elementar natürliche, aber bisher leider nicht eingehaltene Prinzip: "Jedes Land gehört moralisch und materiell allen seinen Kindern mit vollen gleichen Rechten", sagt er: "Am besten wäre es, wenn wir statt verschiedener großer und kleiner europäischer Reiche bereits proportional und geographisch angeordnet Vereinigte Staaten von Europa hätten.* Aber wenn es jetzt noch zu früh ist, darüber zu sprechen, müssen wir wenigstens durch eine offizielle und vereinbarte Annahme des oben genannten Prinzips dieses enorme Übel beseitigen, diese endlose Quelle ständiger Kämpfe, die durch die Identifizierung von einem Land mit einem Volk präsentiert wird." Die Tatsache, daß ein so bedeutender Pazifist und Kosmopolit wie Zamenhof die Existenz von UŜE als die beste proklamierte, zeigt, daß er sie nicht als Macht gegen den Rest der Welt betrachtete, sondern als Grundstein für der Aufbau einer harmonisch lebenden ganzen Menschheit."
J. Anglada, Barcelona]
Ni pensadu ... (Denken wir nach)
"Die globale Wirtschaftskrise hat verständlicherweise alle Regierungen nervös gemacht. Der Stillstand des Wirtschafts-Lebens führt zu großen Schäden und allgemeiner Armut in der ganzen Welt. Um diese verzweifelte Situation zu beenden, muß sich die ganze Welt gegenseitig helfen. Die hilfreichen Ratschläge sind sehr vielfältig. Einer der vielen zum Beispiel das "Lass uns sparen..."
Lass uns sparen ...! Dies ist immerhin eine sehr weise Devise, würde man sie zur rechten Zeit anwenden. Aber nun – verspätet – erwachen überall Angst, Misstrauen, Unzufriedenheit ..., ja sogar Hass, weil man teilweise daran denkt, die Situation durch Personal- und Lohnabbau zu retten.
Es ist tatsächlich so, daß man durch die Gehaltskürzung etwas wirtschaften kann, aber nur vorübergehend, denn die Folge des Personalabbaus ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit. Der Lebensstandard der Massen wurde bereits auf ein äußerstes Limit reduziert. Es ist also eine sehr große Gefahr, die Lebens-Möglichkeit durch die Gehaltskürzung zu verschlechtern. In der Folge dessen wird das allgemeine Elend zunehmen und wie wir alle wissen, das Elend ist das geeignetste Erdreich für destruktive Ideen.
Die allgemeine Meinung kann berechtigt fragen, warum man die Sparmaßnahmen beispielsweise bei den Armeen nicht durchführt. Wenn es stimmt, wie wir in den Tageszeitungen lesen können, daß weder Frankreich noch England, noch Deutschland, weder die große noch die kleine Entente einen weiteren Krieg wollen, dann ist es ja doch sehr leicht, die Besoldung der Armee zu kürzen und der Bewaffnung Einhalt zu gebieten. An dieser Stelle könnte die bedeutungsvollste Einsparung gemacht werden.
Der Handel sind die Adern der Welt. Es wäre notwendig gewesen, diese Venen nach dem Krieg von den Bandagen zu befreien, damit der Körper wieder aufleben kann. Aber was ist passierte? Der Chauvinismus errichtete hohe Mauern zwischen den Ländern, die den Blutkreislauf behinderten und schließlich unterbrachen. Jedes Land befördert die Exporte, Importe will niemand gestatten, sodaß der internationale Handel mehr und mehr ausgebremst wird und schließlich fast zum Erliegen kommt. Mit Hilfe hoher Zölle wollen sich alle Länder landwirtschaftlich und industriell selbst aufrichten. In der Folge entstand ein großes Chaos, welches drohte das Wirtschaftsleben unterzugehen zu lassen. Heute können weder die Industrie- noch die Agrarstaaten ihre Produkte verkaufen. Alles steht still und fast jedem Land droht furchtbar der Staatsbankrott.
Die Lage ist fast verzweifelt, denn mit der ständigen Kreditaufnahme kann man den Staatsbankrott nur hinauszögern, aber nicht dauerhaft vermeiden.
Aber dennoch gibt es Hoffnung ...
Schon jetzt sieht man überall deutlich, daß es notwendig ist, ein riesiges Wirtschafts-Territorium zu gründen, um sich radikal und dauerhaft aus der Krise zu retten. Doch wie man den Zeitungen entnehmen kann, wird dies nur eine Teillösung sein, denn statt die Vereinigung aller europäischen Staaten vorzuschlagen, beabsichtigt man nur einige wenige zu vereinen, welche dann gemeinsam über die anderen herrschen würden. Dies ist keine zufriedenstellende Lösung, darum wird sie hoffentlich auch nicht erfolgreich sein. Die einzige Lösung ist die Vereinigung aller europäischen Staaten, das heißt U.Ŝ.E.
Würden wir UŜE realisieren, wir wären von unseren größten Sorgen befreit, denn die gemeinsame Armee, gemeinsame Währung, gemeinsame Außen- und Zollpolitik würden die Haushalts-Unterschiede, die Arbeitslosigkeit beenden und allgemein die Lebens-Möglichkeiten erleichtern.
Und das sind die Sehnsüchte der Europäer! F–o."
DEBATEJO (DEBATTIERORT)
"Die Bewegung"
"Ich las den Bericht "Über die Arbeits-Sitzungen in Krakau" des bedeutenden Chefredakteurs von "Heroldo de Esperanto", Herrn Teo Jung. Das interessanteste Kapitel war für mich das unter dem Titel: Die Bewegung.
Ja, die Esperanto-Bewegung interessiert jeden wirklich begeisterten "Ritter vom grünen Stern". Wir warten alle schon ungeduldig darauf, daß sich die internationale Hilfssprache verbreitet, so verbreitet, daß wir eine Armee von Esperantisten haben. Unsere Würdenträger versuchen immer und überall mit all ihrem Vermögen, das Interesse der Massen für die große und mächtige Idee einer internationalen Sprache zu wecken. Aber 40 Jahre nach der Geburt des Esperanto müssen wir feststellen, daß es nicht in dem erwarteten Maße erfolgreich war, wie man erwartete.
Wieso?
Die Antwort verneint zugleich die Sichtweise von "Herold". (Nr. 21-VIII-1931). Nach meiner Meinung ist die bloße Idee einer internationalen Sprache ohne eine zusätzliche Idee nicht imstande, vollends auszureichen, um alle erforderlichen guten Eigenschaften zu wecken, die für den hingebungsvollsten Kampf für unsere Sache erforderlich sind.
Ohne jede weitere Idee ähnelt unsere Bewegung wohltätigen, Anti-Alkohol- und ähnlichen Vereinen.
Ist das unser Ziel?
Aber das kann auch nicht unser letztliches Ziel sein, daß wir zum Beispiel Shakespeare, den ich schon in meiner Muttersprache kenne, auch auf Esperanto lesen.
Ich bin als Esperantist stolz auf die Esperanto-Literatur, die Sprachakademie, die Presse und die weltweite Esperanto-Organisation. All dies sichert das Leben und die Entwicklung der Welthilfssprache. Aber das Wichtigste, die Verbreitung, die wir auch so nennen können, die Massen fehlen. Und ohne Menschen-Massen ähnelt das Ganze einem luxuriösen, pompösen Hotel – ohne Gäste.
Die Esperantisten sind sicherlich der gleichen Meinung, daß wir in solcher so erstklassigen Organisation, wie sie die Esperanto-Bewegung hat, einige Millionen Mitglieder haben sollten und nicht nur einige Zehntausend, soviel wir heute haben. Offensichtlich war also die derzeitige Verbreitung von Esperanto nicht die richtige. Bisher basierte man die Bewegung auf der Zamenhof-Idee, das heißt auf puren enthusiastischen Idealismus. Diese Basis ist freilich sehr wertvoll, denn ihr Ziel war, ist und wird die Verbrüderung der Menschheit verschiedener Nationalitäten sein. Aber auf dieser alleinigen Grundlage erzielt unsere Bewegung – im Verhältnis zu den Massen – das gleiche Ergebnis wie irgendeine wohltätige Gesellschaft. Aber wir alle wünschen uns von ganzem Herzen, daß wir statt der heutigen mehreren zehntausend Anhänger mehrere Millionen Esperantisten haben würden.
Um dies zu erreichen, ist es notwendig, daß wir die Zamenhof-Menschenliebe mit einer ähnlichen politischen Idee verbinden.
Die Politik ist das Gebiet, wo die Ideen schneller vorankommen.
Heute im 20. Jahrhundert, als die verschiedenen Kommunikations-Mittel die Distanz beseitigten, kann die Situation nicht mehr bestehen, daß die Menschheit an einen Ort gekettet ist. Ist es nicht ziemlich traurig, daß wenn man ins Ausland reisen möchte, für 5-8 Tage verschiedene Ämter aufsuchen muß, um die erforderlichen Bescheinigungen, Ateste und Genehmigungen zu erhalten. Oder ist es nicht lächerlich, wenn der Reisende während einer 24-Stunden-Fahrt 5-10-mal von Zollbeamten belästigt wird usw.
Diese Tatsache, daß der Mensch im 20. Jahrhundert generell nur innerhalb der von Menschen nach politischen Gesichtspunkten gesetzten Grenzen leben und sterben soll, ähnelt sehr einem Kerker. Also müssen wir versuchen, diese Situation zu beenden, natürlich auf der Grundlage der Achtung der Gesetze, der persönlichen Sicherheit und der des Besitzes. Wir müssen versuchen, ein wenn möglich sehr ausgedehntes Wirtschafts-Gebiet zu schaffen; das bedeutet, daß sich die Staaten zusammenschließen müssen.
Wir alle konnten uns überzeugen, daß die Paneuropa-Idee für die Umsetzung dieser Idee nicht geeignet war. Die Teilung Europas in mehrere Teile ist keine gesunde Idee. Es bleibt also nur die Vereinigung aller europäischen Staaten.
Und jetzt sind wir bei der Idee angelangt, welche wie wir meinen mit der Esperanto-Bewegung verbunden ist. Denken Sie gut über die Idee nach und Sie werden überzeugt sein, daß das Erste ohne das Zweite nicht gelingen kann und umgekehrt.
Wir müssen über die Vereinigten Staaten von Europa (UŜE) sprechen, wie über die Idee, die für diese Verbindung, diese Synthese tauglich sein wird. Wir müssen die Menschheit davon überzeugen, daß ohne die internationale Hilfssprache diese Vereinigung nicht durchführbar sein wird. Daher sollte jeder die Sprache lernen, unabhängig davon, ob unser Freund oder Nachbar sie lernt oder nicht. Umso mehr, weil von den heute lebenden National-Sprachen – infolge bekannter Gründe – auch nicht eine einzige zur offiziellen Hilfssprache wird. Auf diese Weise wird es möglich sein, daß die Verwirklichung der wichtigen politischen Idee (UŜE) auch die Zahl der Esperantisten erhöht.
Stefan Recsányi."
Zu beachten ist, daß die heutige EU eben noch nicht das angestrebte robuste konsequent geeinte Europa verkörpert. Die EU scheint sich am Leitbild Paneuropa zu orientieren. Wir erleben gerade im Jahr 2022 mit diesem Anti-Europa-Krieg Russlands, daß dieses Nebeneinanderher der Nationalstaaten mit den immer noch separierten Völkern scheitern kann. Noch immer fehlt sehr vielen Einwohnern das Europäische Bewußtsein. [se]

BIBLIOGRAFIO (BIBLIOGRAFIE)
La spirita strukturo de la politikaj partioj en Eŭropo
(Die geistige Struktur der politischen Parteien Europas)
Herausgeber: Kurt O. Fr. Metzner
Verleger: Pan-Verlagsgesellschaft m. b. H.,
Berlin W. 9
"Vor einigen Monaten begann eine Buchreihe unter obigem Titel zu erscheinen. Es zielt darauf ab, die Europäer unvoreingenommen über die Parteien zu orientieren, die das Schicksal Europas beeinflussen. Das System, mit dem der Verlag dies tut, ist lobenswert und nachahmenswert. Jede wichtige Partei schreibt dieses Büchlein selbst – durch ein prominentes Mitglied der Organisation – und der Interessierte hat die Möglichkeit, sich direkt mit der spirituellen Struktur und dem Programm der Partei bekannt zu machen.
Hier das Herausgeber-Programm des Verlages (die Werke erscheinen der Reihe nach, wie die Manuskripte eintreffen): Die Gruppe Deutschland enthält Werke über das "Zentrum", National-Sozialismus (Hitler), Deutsch-Nationale Volkspartei (Hugenberg), Sozialdemokraten, Deutsche Volkspartei, Staats-Partei und Demokraten und Kommunismus. Unter anderen europäischen Staaten werden genannt: England, Frankreich, Italien, Österreich, Schweiz, Russland, Türkei usw.
UŜE-Freunden ist diese Buchreihe besonders willkommen. UŜE-EĤO beabsichtigt, über die einzelnen Hefte zu berichten, damit auch diejenigen mit gleichem Ziel, welche die deutschsprachigen Werke nicht lesen können, über diese wichtige Sammlung informiert werden."
Auch heute wäre so eine Veröffentlichung über die gesamte Breite des politischen Spektrums problematisch. Einerseits ist es gut zu wissen, wie sich die Akteure in der Öffentlichkeit selbst sehen. Andererseits soll hier keine Propaganda gemacht werden. Da sich alle Interessierten gut informieren können, sind hier kleine Kürzungen legitim. [se]
La "Centro" (Das Zentrum), von Fr. Dessauer – Preis: RM 1,80
"Die katholischen Gruppierungen in den ehemaligen süddeutschen Landtagen waren die Vorgänger-Organisationen des Zentrums. Der wahre Gründer ...."

paĝo 3 / Seite 3
(Der wahre Gründer) "dieser Partei war Bismarck gegen seinen Willen. In Folge seines Wirkens schlossen sich die verschiedenen katholischen Gruppierungen zusammen und schufen eine große Partei, die bereits seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle im Leben des Deutschen Reiches spielt.
Das Zentrum ist die bewusste religiöse Partei und vertritt keine Interessen-Gruppe.
Tatsächlich sind die meisten Parteimitglieder Katholiken. Aber sie kämpfen auch für den Schutz und die Freiheit anderer Religionen. Sie hatte fast immer auch evangelische Abgeordnete, selbst bei den letzten Wahlen kandidierte für sie ein Jude in Berlin. Das Zentrum arbeitet für die Nation, aber es dient niemals dem Nationalismus.
Die Haupt-Punkte des Parteiprogramms sind:
Kulturpolitisch fordert es die konfessionellen Schulen. Kämpft für die Erhaltung bewährter Institutionen, Umgangsformen, auch in Bezug auf Familie und Ehe, für die Kultivierung von Autorität.
La Centro (Das Zentrum) kennt keinen Rassenhass und die Klassen-Gegnerschaft. Antisemitismus zum Beispiel entspricht überhaupt nicht dem Charakter der Partei. Ihre Haltung gegenüber anderen Nationen ist positiv.
Ökonomisch fordert sie die Anerkennung individueller Initiative und die prinzipielle Anerkennung von Eigentum.
Interessant sind die finanziellen Angelegenheiten der Partei. "Man kann sagen", – schreibt der Autor – , "daß wir solche fast nicht haben. Unsere Propaganda wird meistens ehrenamtlich getan. Wir würden fast nie Geld haben, wenn uns nicht jemand etwas spenden würde. Wenn wir sammeln, bekommen wir es von den armen Leuten, oft von völlig Fremden, die ideologisch mit uns sympathisieren.... Ich glaube, daß man mit viel Geld eine Partei gründen und viel Propaganda machen kann. Ich glaube auch, daß die Sache für einige Zeit Erfolg hat. Aber es hält nicht so lange, wie das Fundament der geistigen und charakterlichen Dynamik, das sich in unserem sozusagen ewigen und daher unbesiegbaren Prinzip befindet.*"
Naci-socialismo (National-Sozialismus)
von Pidder Lüng — Preis: RM 1,80
"Der zweite Name der Nationalsozialisten ist "Popoluloj" (Die Voelkischen). .... Der Nationalsozialismus .... betrachtet das Volk als Organismus ...."
German-nacia Popol-partio (Deutschnationale Volkspartei) von Ex-Ministerin Freytagh-Loringhoven — Preis: RM 2,40
"Der Kurzname der Partei lautet: "Deutsch-Nationale". Ein großer Teil der Parteimitglieder spielte im Vorkriegs-Deutschland eine wichtige Rolle. Ganz offen berichtet der Autor, daß die Partei auch heute noch mit der Monarchie sympathisiert.
Politisch versammeln sich daher vor allem die konservativen Elemente unter dem Banner der Deutsch-Nationalen. Beruflich gehört die Mehrheit der Landwirtschaft und der Großindustrie an. Man könnte die Nationalisten in Deutschland differenzieren: Die besitzenden Klassen gehören hauptsächlich zu den Deutsch-Nationalen und die Arbeiterklasse unter ihnen sind meist Hitleristen. Die Deutsch-Nationalen, die gedanklich am ehesten dem Vorkriegsreich zugehören, und die National-Sozialisten, die ein sogenanntes Drittes Deutsches Reich gründen wollen.
Auch die Deutsch-Nationalen sind, wie die Hitleristen, Gegner des Marxismus, des Internationalismus, des Pazifismus und der Demokratie. Der souveräne mächtige Nationalstaat ist ihr Ideal.
Hugenberg ist der Führer der Partei. Von 1909 bis 1919 leitete er als Präsident des Vorstandes die weltberühmte a. s.-n.* Krupp in Essen. Danach verwaltete er die Finanzen des bekannten Verlages Scherl und organisierte die nationale Presse. Seine gesamte Tätigkeit finanziert die west-deutsche Industrie. Die Spenden-Summen verwaltet ein 12-köpfiger Ausschuß, welchem Hugenberg eine Vollmacht erteilt hat.
Als Gegengewicht zur demokratischen Presse in Deutschland (Ullstein und Mosse) organisierte der Verlag Scherl die nationale Presse sowohl in der Hauptstadt Berlin als auch in der Provinz ganz gezielt. "Der Tag", "Berliner Lokalanzeiger" und die "Nachtausgabe" sind die bekanntesten Organe. Hugenberg gründete auch einen nationalen Zeitungsdienst: "Telegraphen-Union".
1927 erwarb der Scherl-Konzern die weltberühmte Filmgesellschaft UFA. Ihre deutsch-nationalen und weiteren Filme sind fast in ganz Europa bekannt.
Hugenberg gründete damit für den Nationalismus die modernste Propaganda-Möglichkeiten.
Das ist das ultimative Ziel der Partei: den freien, großen und starken Staat zu schaffen, der die gesamte deutsche Nation umfassen wird."
[Claude Joseph Gignoux:
"Präsident des Deutsch-Französischen Wirtschafts-Komitees:
Wenn ich früher auch Gegner der Planer war, so gibt es doch ein Projekt, für welches ich einen bedingungslosen Glauben habe. Das ist der Plan Briands:
Die Vereinigten Staaten von Europa. Sie werden nicht morgen verwirklicht, auch nicht zu einer bestimmten Frist. Trotzdem geben Sie ein Ziel vor, für das wir arbeiten müssen. Nicht nur, daß es ein schönes, ideales Ziel ist, vor allem, weil es ein erreichbares Ziel ist! Wie es verwirklicht wird, kann ich nicht vorhersagen, aber in allen Phasen der täglichen Politik müssen wir nach diesem Endziel streben."
Aus einem Interview für N.F. Presse]
[Ĉu ankaŭ vi deziras ke UŜE-EĤO prosperu? (Willst auch du, daß UŜE-EĤO gelingt?)]
Reflektoro (Reflektor)
"Marx und Zamenhof
Materialismus – Idealismus
Destruktiv – Konstruktiv
Hass – Verständnis
Stellt unsichtbare Grenzen zwischen Menschen auf – Beseitigt die verschiedenen Grenzen zwischen Menschen
Bewegt die Massen durch negative Eigenschaften – Weckt die positiven Eigenschaften in den Massen
Sein Einfluss, seine historische Rolle überschritt bereits den Höhepunkt – Zamenhof steht vor seiner historischen Mission."
Sicher würden das Marxisten anders beurteilen. In der Realität ist es immer leichter, Menschen gegen etwas auf die Straße zu bringen statt für etwas. Na und da stellen konstruktive Ideen für die Gesellschaften eine Herausforderung dar. Klar ist, daß Esperanto historisch neuer, also moderner ist, als das was die alten National-Sprachen-Rezepte bieten. [se]
Limoj lingvaj kaj ekonomiaj (Sprachliche und ökonomische Grenzen) "erstrecken sich parallel. Für viele ist es sicherlich unverständlich, warum UŜE-EĤO so stark die Notwendigkeit betont, das Sprachproblem zu lösen. Die Wichtigkeit dieser Frage wird sofort verständlich gemacht, wenn man auf die Verflechtungen von den wirtschaftlichen und sprachlichen Grenzen hinweist, wenn man sich vor Augen führt, daß die sprachlichen und wirtschaftlichen Grenzen fast in ganz Europa parallel verlaufen. Der Zusammenhang ist klar: Die Angehörigen derselben Sprache forderten einen unabhängigen Nationalstaat. Somit war die politische und wirtschaftliche Grenze entlang der Sprachgrenze festgelegt.
Wenn wir auf den Abbau der internen Wirtschafts-Grenzen in Europa abzielen, dann müssen wir die Arbeit bei der Wurzel ansetzen: bei der Lösung des Sprachenproblems."
Interesa enketo. (Interessante Umfrage.) "Das Deutsche Institut für Wirtschafts-Forschung organisierte während der Leipziger Messe eine Erhebung über die Frage, ob die Abschaffung der Zölle in allen europäischen Staaten den eigenen Geschäften nützen oder schaden würde. Unter den Befragten 1772 ausstellenden Unternehmen, waren genau 95 Prozent für die Europäische Zollunion."
Lingvo-Babelo en la mez-lernejoj. (Sprachen-Babel in den Mittelschulen.) "Aus Bukarest berichtet man: Nach dem neuesten Lehrprogramm lernen Gymnasiasten die folgenden Sprachen: in der 7. und 8. Klasse Griechisch, ab der 3. Klasse Latein, von der 4. Klasse an Französisch, Deutsch ab der 5. und Englisch in der letzten (8.) Klasse. Außerdem ist noch eine slawische Sprache verbindliches Unterrichts-Fach, und je nach geografischer Lage der Schule kann der Direktor zwischen der tschechischen, serbischen, polnischen und bulgarischen Sprache wählen."
Simbolo... (Symbol...) "Die Grenze zwischen den USA und Kanada wird eine wunderschöne Ausschmückung bekommen: in beiden Staaten werden derzeit Spenden-Sammlungen organisiert, um die Grenze über ihre gesamte Länge mit Blumengärten zu schmücken."
Kial ne ...? (Warum nicht ...?)
"Hier einige Vorschläge für europäische Staats-Oberhäupter, durch welche sie die derzeitige Trennungs-Politik fortsetzen können:
Warum führt man nicht für alle europäischen Staaten landes-gemäße Maßsysteme ein?
Warum baut man keine Eisenbahnen mit landes-entsprechenden unterschiedlichen Spurweiten? (Würde die Verteidigungsmöglichkeiten stark befördern!)
Warum macht man es nicht den Russen nach, welche den Staatsangehörigen verboten haben, ins Ausland zu reisen und Geld über die Grenzen zu schicken? (Einige Staaten tun das auch bereits.)
Wie viele Möglichkeiten würde den Staatsmännern die Zerstörung der heutigen idealen internationalen Post-Organisation verschaffen? (Wie lange wird es ideal bleiben?)
Warum zwingt man nicht die Bürger, sich nur in National-Tracht zu kleiden?
Warum setzt man die Propaganda "Gute Patrioten kaufen nur inländische Produkte" nicht solchermaßen fort, damit es so ist " – Provinz-Angehörige, kauft nur – Provinzprodukte", oder lokal-patriotisch: "– Städter, kauft nur Produkte aus unserer Stadt!"
Und schließlich, warum baut man nicht entlang der Grenzen hohe Mauern um jedes europäische Land?
Man verzeihe meine Frage: Sind die heutigen Staatsmänner in Europa noch Europäer?"
Lloyd George (Lloyd George) in einem Zeitungsartikel: "Während die Vereinigten Staaten sich etwa 35 Prozent des Welteinkommens aufteilen, werden nur weniger als 17 Prozent der weltweiten Militärausgaben ausgegeben. Ganz Europa, das etwa die gleiche Summe einnimmt, aber aus diesem Einkommen eine Bevölkerung ernährt, die dreimal so groß ist wie die der USA, gibt mehr als 66 Prozent der weltweiten Militär-Kosten aus."
Konfido kaj kredit-krizoj en Europo. (Vertrauen und Kredit-Krisen in Europa.) "Der Europäische Ausschuß des Völkerbundes hat einen Bericht über internationale Kredit-Probleme veröffentlicht. Danach hat die Wirtschafts-Krise zu einer schweren Währungs-Krise geführt, die Kredit-Verhandlungen behindert. Das fehlende gegenseitige Vertrauen verhindert jede einigermaßen große Initiative. Obwohl das nötige Kapital vorhanden ist, ist es nicht möglich dies hier reifen zu lassen, bis das Vertrauen allgemein erneut herrscht. Der Bericht betont, daß die Kommission kein Recht hat, politische Vorschläge zu machen, welche eine Verbesserung der Umstände bewirken könnte."
Doganoj. (Zölle.) "Es ist schade, daß manche Leute noch glauben, die Zölle helfen dem Land. Ergebnisse des letzt-jährigen Versuchs der amerikanischen Regierung, die Zolltarife zu erhöhen, bewiesen sicherlich das Gegenteil, und bedeutende Ökonomen und Finanz-Experten führen hauptsächlich die wachsende Arbeitslosigkeit und die allgemeine Krise des erwähnten bis vor nicht allzu langer Zeit so wohlhabenden Landes auf diese Zoll-Erhöhung zurück, selbst der Besitz der Hälfte der Goldvorräte der Welt hilft nicht."
J. A.
Inteligenta kelnero. (Intelligenter Kellner.) "Ein Mitglied des englischen Oberhauses besuchte Spanien, um persönlich die politische Lage des Landes zu studieren. Er übernachtete in einem erstklassigen Hotel. Dort tischte man für ihm als Frühstück schwarzen Kaffee und eine Portion Pilze auf. Der Gast wünschte sich vom Kellner dann eine zweite Portion Pilze und etwas Milch für den Kaffee. Die spanische Sprache nicht beherrschend, zeichnete er zwei Pilze und eine Kuh auf ein Papier. Der Herr war überhaupt kein hervorragender Zeichner, doch der Kellner verstand ihn.
Nach ein paar Minuten kam der Kellner zurück und brachte mit seinem charmantesten Lächeln – zwei Sonnenschirme und eine Eintrittskarte für den Stierkampf."
Usonaj radio-kompanioj (Amerikanische Radiogesellschaften) "beschlossen, ein einheitliches englisches Aussprache-Wörterbuch zu verfassen, das für alle Radiosender verpflichtend wird. Bis jetzt sprachen selbst die Radio-"Herolde" die englische Sprache sehr unterschiedlich aus."
Landlimoj. (Grenzen.) "Wenngleich es schwierig ist, die Grenzen aufzuheben, ist es noch schwieriger, neue zu errichten oder die alten zur Zufriedenheit aller zu bewahren. Das beweist fast jede Grenze in Europa, deren Gerechtigkeit von Seiten ungnädiger Nachbarn kritisiert wird. Deshalb tragen wir zum Beseitigung von Barrieren bei und lösen auf diese Weise für immer das drückende Problem der nationalen Minderheiten."
J. A.
Pripensindaĵo. (Nachdenkenswertes.) "Der "Manchester Guardian" verkündet in einem Bericht über China, daß die chinesischen Bürger-Kriege bereits seit langem beendet wären, wenn die europäischen Staaten nicht versucht hätten, an diesen zu verdienen. Die großen europäischen Waffen-Fabriken konkurrieren miteinander, um die gegnerischen Armeen zu beliefern."
Akademianoj kaj aristokratoj (Akademiker und Aristokraten) "als Auto-Taxi-Chauffeure. Nach Angaben aus Berlin befinden sich unter den Chauffeuren in einer der größten Auto-Droschken-Gesellschaften 50 Prozent Akademiker und Aristokraten."
 ilustraĵo / Abbildung:

[La 31. 1. 1932 fondis la ....]
[Den 31. 1. 1932 gründeten die UŜE-Initiatoren in Temeswar den
Rumänischen Klub
der UŜE-Freunde]
Dieses Datum sollte man sich merken. Wie auch immer die Mitglieder dachten, ob genauso wie Josef Zauner oder irgendwie auch anders. Sie taten genau das richtige, sie kamen zusammen um eine bis heute grundlegend wichtige Forderung für ein zu schaffendes modernes robustes Europa zu stellen. Möglicherweise waren sich die Gründer von Europa-Demokratie-Esperanto im Jahr 2003 nicht bewußt, daß es bereits solche realen Vorläufer auf ihrem Weg gab. Der 31. Januar 1932 markiert einen Punkt in der Geschichte, welcher einen anderen friedlicheren Weg aufzeigt, statt immer wieder in dieselben Fallen zu laufen. Esperanto ist nicht alles, aber ein Europa ohne Esperanto geht eben auch nicht. [se] 

paĝo 4 / Seite 4
Spegulo de la eŭropa problemo (Spiegel des europäischen Problems)
ilustraĵoj / Abbildungen Bsp.:
En Genève: La metamorfozo de l' malarmado.
"Ni atendu la rezulton." ("Warten wir das Ergebnis ab.")
In Anbetracht der UŜE-Broschüre "Der Weg zur Europa-Partei" schrieb "Heroldo de Esperanto" unter anderem:
"Als offizielle Hilfssprache von UŜE schlägt Zauner Esperanto vor. Und er denkt, daß Esperantisten in erster Linie Mitglieder der zu gründenden "Europa-Partei" sein werden. Aber ob bereits mit der Gründung einer UŜE-Partei und ihrer allgemeinen Propaganda eine beruhigende Welle über die europäische Wirtschaft geht und einen natürlich motivierten Optimismus hervorruft" (wie Z. meint), das ist stark anzuzweifeln. So schnell glauben die Leute nicht; selbst Esperantisten sind skeptisch. Warten wir das Ergebnis ab."
Es ist nicht möglich von allen Esperantisten zu verlangen, daß sie an eine Europa-Union glauben. Aber dies kann man wohl mit Recht bei allen Zamenhof-Mitgliedern voraussetzen, daß sie vom endgültigen Sieg des Esperanto überzeugt sind. Sonst wäre die ganze Arbeit ja doch umsonst gemacht.
Nun ist meine feste Überzeugung, daß dieser Sieg von Esperanto auf UŜE-Weg erreichbar ist. Ganz verständlich nur dann, wenn die Esperantisten selbst bereit sind, für die Umsetzung dieses Programms zu kämpfen. Das heutige europäische Chaos ist gewissermaßen eine niemals wiederkehrende vorteilhafte Gelegenheit um die Träume Zamenhofs zu verwirklichen.
Wir müssen nun fragen: Wer soll für die allgemeine Anerkennung unserer Sprache kämpfen? Ob die Esperantisten oder sollten wir warten, bis sie Nicht-Esperantisten offizialisieren? Wer sollte sie als offizielle Hilfssprache einführen, wenn nicht wir selbst? Sollten Esperantisten der UŜE-Bewegung nur dann beitreten, wenn sie bereits organisiert sind, oder sollten sich hauptsächlich Esperantisten selbst organisieren?*
Ich weiß gut, daß es keine einfache Sache ist, Mitarbeiter für irgendeine neue Bewegung zu finden. Umso weniger, wenn diese Bewegung solche "utopischen" Ziele hat, wie z.B. UŜE eine ist. Dennoch nahm ich gerade an, daß vor allem unter Esperantisten jene Mitkämpfer für die Initiierung der Bewegung zu finden sind, welche verstehen, worum es sich bei der UŜE-Idee handelt.
Anregungen aus verschiedenen Teilen Europas ermutigen uns in unserer Arbeit, welche letztlich nichts anderes als eine Initiative sein kann. Den Anstoß, eine neue Bewegung ins Leben zu rufen, darin sehen wir unsere Hauptaufgabe.
Es ist ein sehr bequemes Motto "auf das Ergebnis zu warten". Aber auf solche Weise wird Esperanto bleiben, was es sogar noch heute für viele ist: ein Sprachsport.
Also lasst uns nicht warten, sondern handeln!"
Esperanto-Enciklopedio. (Esperanto-Enzyklopädie.) "In den letzten Jahren erschienen einige sehr wichtige Werke in Esperanto. Eine Bibliographie von P. Stojan, das Plena Vortaro de Esperanto (Vollständiger Wortschatz von Esperanto), das Originala Verkaro de Zamenhof (Gesamtwerk Zamenhofs) und andere beeindruckende Veröffentlichungen sind Dokumente dafür, daß Esperanto bereits diese Reife erreicht hat, wenn verschiedene Verlage keine Angst haben, Werke zu veröffentlichen, die selbst den größten National-Literaturen würdig sind. 
In dieser Reihe hat sich der Verlag Literatura Mondo (Literarische Welt) entschlossen, eine Esperanto-Enzyklopädie herauszugeben, ein massenhaft benötigtes Werk für Esperantisten, welches alles Wichtige über die Bewegung, Geschichte, Literatur, Propaganda, teilhabende Anführer usw. zu Esperanto enthalten wird. Das große Werk, dessen Grundlage das wertvolle Manuskript von Herrn I. Ŝirjaev, Russland ist und das von Herrn V. Bleier, K. Kalocsay und L. Kökény bearbeitet wird, möchte ein Modell für gemeinsames Schaffen durch die Gleichgesinnten aus der ganzen Welt sein. Darum rufen die Redakteure alle an dieser ernsthaften Arbeit interessierten Esperantisten dazu auf, der Redaktion ihre Meinungen, Ideen, ja sogar Artikel vorzulegen. Jede Meinung und Idee wird im Interesse des Werkes gut recherchiert und beobachtet. Die Redaktion antwortet allen in einem gesonderten Bereich von Literatura Mondo ab der Ausgabe vom Januar 1932. Daher sollte niemand eine individuelle Antwort erwarten."
Senden Sie die gesamte Korrespondenz an:
Literatura Mondo (Literarische Welt), Budapest IX,
Mester-u. 53, V. 7 (Ungarn)
für Enzyklopädie."
[Ĵus aperis ....] [Gerade erschien die erste Ausgabe einer neuen
Kämpfer für ein neues Europa:
Joung-Eŭropa
Offizielles Monatsorgan in niederländischer Sprache
Herausgegeben von Herrn W. A. ​​​​Ruysch :: Adresse:
Rietzangerlaan 2, s’Gravenhage]
[Vor kurzem erschien eine deutschsprachige UŜE-Broschüre:
La vojo al la Eŭropo-partio (La elvojo UŜE)
de J. Zauner
(Der Weg zur Europa-Partei (Der Ausweg UŜE))
von J. Zauner
Preis: Dollar 0,12. Werbe-Exemplare kosten:
z.B. 5 – 10 – 25
Dollar 0,54 – 1,02 – 2,25
zuzüglich 10 %; Versandkosten
Bestellbar: Postscheck: Konto "LIBRO" in Leipzig Nr. 28052 ::: Post-
beauftragt: von "LIBRO", Timiŝoara I, Strada Lonovici 1 (Rumänien-Banat)]
Hier handelt es sich sicher um die Neuauflage der 1923 herausgegebenen Schrift. [se]
Por nova gazeto (Für eine neue Zeitung)
ist es nicht möglich eine Vorauszahlung des Bezugspreises zu verlangen. Insbesondere nicht für eine Esperanto-Zeitung. Die Gründe kennt jeder. Aber wir glauben, daß wir berechtigt sind, nach dem Erscheinen der 8. Ausgabe all diejenigen Empfänger des UŜE-EĤO, welche ihr Abonnement noch nicht bezahlten, höflich zu bitten, das Abonnement-Konto auszugleichen.
Mit Rücksicht darauf, daß es in letzter Zeit nur noch schwer möglich ist, postfrische Briefmarken zu bewerten, bitten wir Sie, den Abopreis per Post-Scheck oder Post-Anweisung zu übersenden.
Unsere Werbemethode ist: Probe-Ausgaben an ausgewählte und empfohlene Adressen versenden. Und in allen aktuellen Ausgaben von UŜE-EĤO baten wir diejenigen mit den gleichen Zielen, welche kein Interesse an der UŜE-Idee haben, die Zeitung bitte zurück zu senden. Wir betonten das (ungeachtet dessen, daß dies eine allgemeine Sitte ist), damit wir später keine Unannehmlichkeiten haben müssen.
Auch für die kommende Zeit bitten wir die Empfänger von Probe-Heften, daß sie die zweite Ausgabe zurücksenden, wenn sie nicht beabsichtigen die Zeitung zu abonnieren.
Gleichzeitig bitten wir unsere Gleichgesinnten, die UŜE-Idee zu verbreiten. Für zugesandte Adressen ernsthafter Interessenten bedanken wir uns bereits im voraus herzlich.
Respondoj (Antworten)
"Fr. K. in S—g. Wie Sie gut wissen, stagniert die von Herrn Coudenhove-Kalergi initiierte Paneuropa-Bewegung. Diese Tatsache berührte auch die UŜE-Bewegung, da viele Gleichgesinnte glaubten, daß Paneuropa und UŜE dasselbe seien. Das Scheitern von Coudenhove-Kalergi verhindert nun allgemein alle Bemühungen, die Europäer für eine Zusammenarbeit zu gewinnen.
Da der Initiator der Paneuropa-Bewegung seine Ideen vornehmlich in deutscher Sprache verbreitete, war es notwendig, in derselben Sprache auf die grundlegenden Fehler dieser Bewegung hinzuweisen. Wohl wissend, was für eine "gefährliche" Sache es ist, die erste UŜE-Broschüre auf Deutsch zu veröffentlichen, versuchte ich, sie gleichzeitig in mindestens zwei Sprachen zu veröffentlichen: Deutsch und Französisch, auf diese Weise hatte ich vor die Sache zu "neutralisieren". Aber sowohl die französischen als auch die deutschen Verleger, an die ich mich aufgrund der "schlechten wirtschaftlichen Lage" wandte, waren momentan nicht geneigt, das Werk zu veröffentlichen.
Deshalb entschied ich mich, anstatt der Oktober-Ausgabe von UŜE-EĤO, die Broschüre herauszugeben.
Verständlicherweise würde ich mich sehr freuen, wenn Gleichgesinnte es ganz oder teilweise in andere Sprachen übersetzen. Das  Veröffentlichen derselben Broschüre in Esperanto ist nach meiner Meinung überflüssig, da das gesamte UŜE-Programm bereits im UŜE-EĤO Esperanto-sprachig erschien und diskutiert wurde. Man hätte auch auf der ersten Seite der Broschüre die Bemerkung machen können: Übersetzt aus Esperanto."
[Der Abonnementpreis für UŜE-EĤO
ist
US-Dollar 0,25
für 4 Nummern.
Bitte abonnieren: Post-Scheck: Konto Leipzig (Deutschland) 28052
oder per Post-Anweisung: "BOOK", Strada Lonovici 1, Temeswar (Rumänien-Banato)]

2022090120220929SE
Dialect/GoogleTranslate hat sich als gute Hilfe beim Übersetzen herausgestellt (ab Ausgabe 8)
UŜE-EĤO 1932 -08- (Januaro) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek


UŜE-EĤO 1932 -09- (Julio)
paĝo 1 / Seite 1
[Eldonejo: "LIBRO"....]
Malburokratigo de ekonomio (Entbürokratisierung der Wirtschaft) 
"Tag für Tag wird die Wirtschaft bürokratisiert. In manchen Staaten mehr, in manchen weniger. Dieses Vorgehen hat sich in den letzten Monaten beschleunigt und bereits gefährliche Ausmaße erreicht.
Die Bürokratisierung der Wirtschaft ist hauptsächlich ein Ergebnis von Verstaatlichung der Wirtschaft. Vergesellschaftung der Wirtschaft bedeutet immer Verkettung von Kräften, Einengung der Aktivität, Verzögerung in der Ausführung, Verkomplizierung der Dinge und oft ein negatives Ergebnis.
Die Verstaatlichung der Wirtschaft ist eine Folge der Überpolitisierung. Solange die Politik die aussichtsreichsten Karrieren verschafft, die Möglichkeiten zur schnellen Bereicherung gibt und keine persönliche und materielle Verantwortlichkeit für politische Aktivitäten fordert, solange hat dieser Beruf einen großen Zulauf.
Für die sich ständig vergrößernde Parteianhängerschaft ist es notwendig, immer mehr und mehr Ämter zu schaffen. Oft reichen Verwaltungs-, Militär- und Staatsfinanz-Ämter nicht aus, um den Zustrom von Antragstellern aufzufangen. Um neuen Parteimitgliedern Ämter zur Verfügung zu stellen (man denke an Regierungswechsel!) ist es notwendig, den Handlungsspielraum der Regierung zu erweitern. In diesem Fall ist es für jede Regierung am angemessensten, in das Wirtschaftsgebiet einzudringen. Eine Monopolisierung von einigen wenigen Artikeln reicht aus, um Tausende zufrieden zu stellen. Diese Ausweitung des Handlungsspielraums von Regierungen ist so lange dauerhaft möglich, bis die Bürokratisierung der Wirtschaft bereits einen solchen Grad erreicht hat, welcher den gesamten Staatsapparat erstickt. (Siehe heutige Situation!)
Die gegenwärtige Überpolitisierung ist ein Ergebnis einer veralteten Wirtschafts-Struktur Europas. Die derzeitige wirtschaftliche Zerstückelung unseres Kontinents ermöglicht keine großräumigen Betriebe und Unternehmen. Was auch immer man anfängt, man wird durch die Enge des Konsumgebiets behindert.
Keine Beschäftigungs- und Karriere-Möglichkeiten im Wirtschaftsgebiet vorfindend, versuchen viele ihr Glück in der Politik.
Die Situation würde sich ändern, wenn man erfolgreich dabei sein würde, ein einheitliches europäisches Wirtschaftsgebiet zu schaffen. Dann würden die groß angelegten Tätigkeits- und Karriere-Möglichkeiten einen großen Teil von ambitionierten Menschen auf das Wirtschafts-Gebiet locken. Damit mehr Menschen dort Beschäftigung finden, müssten sie die Befreiung der Wirtschaft einfordern. Folge davon wäre eine entwickelte gedeihliche Wirtschaft, die schließlich auch die staatlichen Monopole angreifen würde, um sie an sich zu bringen. Mit einem Wort, man würde die Rück-Befreiung durchleben, die Entstaatlichung der Wirtschaft. Und Entstaatlichung würde auch Entbürokratisierung bedeuten.
Die Gegner einer freien Wirtschaft bewerten die Herrschaft von Trusts und Kartellen über. Der staatliche Eingriff in den Kampf zwischen Produzenten und Konsumenten behindert oft nur. Verbraucher haben auch die Möglichkeit, sich zu organisieren und sich durch einen Verbraucher-Streik und andere Mittel zu wehren. Eine Einigung zwischen Produzenten und Konsumenten geschieht schneller und gerechter, wenn der Staat nicht die Rolle des Vermittlers spielt.
Wenngleich solche gigantischen Wirtschafts-Organisationen wie Trusts und ähnliche auch etwas bürokratisch verwalten müssen, ähnelt das durchaus nicht der staatlichen Bürokratie. In einem privaten Unternehmen, mit wenigen Ausnahmen, ist eines jeden Arbeit das tatsächlich geleistete wert; nicht wie beim Staat, wo nur allzu oft Schutz und Zugehörigkeit zu irgendeiner Partei ausreichen, um eine wichtige Position einzunehmen. Wenn in irgendeinem privaten Unternehmen jemand seine Aufgaben nicht zufriedenstellend erfüllt, ist es keine schwierige Sache, ihn zu entlassen, während in staatlichen Unternehmen die Entlassung von unproduktiven Elementen fast unmöglich ist.
Die wirtschaftlichen Verhältnisse werden nie ideal geraten. Aber wenn es möglich ist, zwischen bürokratisierter und befreiter Wirtschaft zu wählen, dann scheint die freie Wirtschaft geeigneter zu sein, vor allem weil sie mehr menschliche Lebens-Möglichkeiten bietet.
Ĉu Danubo-Konfederacio estos ebla? (Wird ein Donaubund möglich sein?)
Begrüßenswert ist jeder Versuch, Vorschlag oder Plan, der darauf abzielt, die Lebens-Möglichkeiten zu verbessern. Vor allem in den Donau-Staaten wurde die Beseitigung der wirtschaftlichen Anarchie dringlich. Ein großer Teil der Einwohner in diesen Staaten kann sich nicht an den niedrigen Lebens-Standard, an die eingeschränkten Geschäfts-Möglichkeiten gewöhnen, welche sich durch die Zerteilung des Donau-Wirtschafts-Gebietes ergab.
Vor allem in Agrarstaaten wurde das Elend gefährlich und aus diesen kommen die stärksten Rufe nach Hilfe.
Es ist eine Frage, was die fünf Donau-Staaten (Österreich, Tschechoslowakei, Ungarn, Jugoslawien und Rumänien) dauerhaft verbinden, zusammenhalten könnte. Es ist tatsächlich so, daß sie unter sich einen schwunghaften Wirtschafts-Verkehr haben, aber das reicht nicht, um sie als einheitliches Wirtschafts-Gebiet zu organisieren.
Das wichtigste Problem bleibt, Käufer für die agrarstaatlichen Produkte zu finden. Von diesem Punkt hängt die Lösung des ganzen Problems ab.
Es bleibt die Frage, ob die bevorzugten Zölle, die man beabsichtigt einzuführen ausreichen werden, um die Anforderungen der Agrarstaaten zu befriedigen. Die Donau-Staaten selbst sind nicht in der Lage, den gesamten Agrarüberschuss aufzunehmen.
Notwendig wäre das bevorzugte System auch für andere, insbesondere Agar-importierende Staaten auszuweiten. Auf diese Weise durchdringt der Lösungs-Vorschlag bereits die Donau-Basis und wird europäisch.
Zum Ende das ganze Problem betrachtend macht deutlich, daß bereits kein Donauproblem mehr besteht, sondern vor allem ein gesamt-europäisches. Der Lösungs-Vorschlag soll auch für Europa gelten.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit wird nicht ohne politische Übereinkunft möglich sein. Eine gemeinsame Wirtschafts-Politik erfordert zudem eine gemeinsame Armee, eine einheitliche Währung. Wenn sich das alles in Donau-Raum verwirklichen würde, hätte man nicht die Vorkriegs-Zwietracht? Darum, wären Anstrengungen und Mühen in solche Richtung nicht vergebens? Wäre es nicht vorzuziehen, anstatt Donau-Raum als einheitliches Wirtschafts-Gebiet zu organisieren, eine Europäische Union zu schaffen?
Um die europäische Einigung zu erreichen, ist es vor allem notwendig, eine europäische politische Organisation zu schaffen, die die Aufgabe haben wird, gerecht ein einigermaßen einheitliches europäisches Wirtschafts-Gebiet zu verwirklichen. Solange es kein starkes europäisches politisches Zentrum geben wird, dessen Anführer nicht von irgendeiner nationalen Seite behindert werden, so lange wird es nicht möglich sein, eine "europäische" Politik durchzuführen.
Die Gründung einer europäischen Partei bleibt nach unserer Meinung der erste zu tuende Schritt für eine dauerhafte und abschließende Lösung des europäischen Problems.
Eŭropano! (Europäer!)
1. Trotz allem: Glaube an die Europa-Union.
2. Stimme bei Landes-Wahlen nur für die Begünstigung jener Partei, welche für die Schaffung eines einheitlichen europäischen Wirtschaftsraumes kämpft.
3. Werbe für die Schaffung eines Parlaments der europäischen Parlamente.
4. Fordere die Errichtung einer gemeinsamen Europäischen Armee und die Einführung einer einheitlichen europäischen Währung.
5. Fordere Autonomie für die Staaten, Provinzen und Städte in Vereinigten Staaten von Europa.
6. Lerne "europäisch".
7. Respektiere auch die Nationalität anderer.
8. Kämpfe für die Entbürokratisierung (Entstaatlichung und Entmonopolisierung) der Wirtschaft.
9. Kämpfe für Gesetze und Institutionen, welche ein freies gesellschaftliches Wachstum ermöglichen, also einen natürlichen gesellschaftlichen Klassen-Wechsel.
10. Wer für die europäische Einigung kämpft, befördert den Welt-Frieden.
Das Original weicht von der deutschen Flugblatt-Übersetzung Zauners ab. [se]
ilustraĵo / Abbildung: De dekstre al maldekstre (Von rechts nach links)
Gegenwärtige politische Gruppierung der europäischen Staaten
(in einem imaginären Europäischen Parlament)

RUSSLAND – DEUTSCHLAND – ÖSTERREICH – BULGARIEN – FINNLAND – SCHWEDEN – NORWEGEN – TÜRKEI – UNGARN – LILIPUT-STAATEN – NIEDERLANDE – SPANIEN – SCHWEIZ – GRIECHENLAND – PORTUGAL – DÄNEMARK – BALTISCHE STAATEN – ITALIEN – GROSSBRITANNIEN – RUMÄNIEN – JUGOSLAWIEN – BELGIEN – FRANKREICH – TSCHECHOSLOWAKEI – POLEN
EĤOJ (ECHOS)
UŜE-amikoj en Oelsnitz i. E. (UŜE-Freunde in Oelsnitz i. E.) (Deutschland). Aufgrund der bekannten wirtschaftlichen Umstände, die vor allem in Europa Elend um Elend verursachen, fühlte sich die Oelsnitzer Esperantistenschaft dazu genötigt die UŜE-Idee zu favorisieren und bildete sich bereits eine Gruppe als UŜE-Freunde in Oelsnitz i. E. in Sachsen. UŜE-Freund Roberto Rosner leitet entsprechend der UŜE-Idee und dem Programm die beigetretenen UŜE-Freunde an. Um Korrespondenz wird gebeten unter der Adresse: Roberto Rosner, Lugauer Str. 87, Oelsnitz i. E. (Deutschland).
Hier erscheint also der Hinweis auf eine zweite UŜE-Gruppe. [se]
Publika parolado pri UŜE. (Öffentlicher Vortrag über UŜE.) Herr Jozef Anglada, der Sekretär der UŜE-Bewegung in Spanien, berichtet aus Barcelona: Vor kurzem hielt das Vorstandsmitglied des Zamenhof-Instituts, Herr Juan Campdelacreu, eine Rede im "Ateneo Republicano Federal del Distrito VII" in Barcelona über die Vereinigten Staaten von Europa, in welchem er klar und genau die Idee und das Programm von UŜE beschrieb, von dem einer der Punkte die offizielle Annahme von Esperanto als Hilfssprache ist.
El Protokolo. (Aus dem Protokoll.) Geschrieben in der allgemeinen Gründungssitzung des UŜE-Klubs, welche in Timisoara stattfand, am Vormittag des 31. Januar 1932, in einem separaten Raum des Restaurants Novotny.
Herr Dr. Ladislau Löcsey, der Vorsitzende der Vorbereitungs-Kommission, begrüßt die Anwesenden, eröffnet die Sitzung und bittet einen Präsidenten zu wählen. Die Anwesenden wählen einstimmig ihn, Herrn Dr. L. Löcsey, als Präsidenten.
Der Präsident bittet Herrn Desiderio Tövissy, das Protokoll der Gründungsversammlung zu schreiben.
Herr Präsident bedankt sich für das Vertrauen und liest seine sehr eloquente Rede auf Rumänisch vor, über die Entstehung der Idee für die Notwendigkeit einer internationalen Hilfssprache, über diverse Versuche einer internationalen Sprache, bis hin zur Entstehung der Sprache Esperanto und ihrer Verbreitung. Er weist auf die besondere Bedeutung von Esperanto im europäischen Wirtschafts-Leben hin. Die Rede war ein großer Erfolg und erhielt starken Applaus.
Der zweite Redner, Herr Ŝtefano Récsányi, überbrachte ebenso erfolgreich die Lösung des Problems einer gemeinsamen europäischen Sprache. Er sprach Deutsch mit einem brillanten Stil.
Der dritte Redner, Herr Dez. Tövissy, zeigte die Ursachen der ungünstigen wirtschaftlichen Lage Europas und deren möglichen Ausweg und Lösung durch eine gemeinsame "europäische" Sprache auf. Die Anwesenden zeigten sich mit Applaus dankbar.
Der vierte Redner war Herr Béla Weiner, der sein Konzept über Propaganda-Möglichkeiten für Rumänien mittels Esperanto vorlas. Er erwähnt die Söhne unseres Landes, Herrn Andreo Cseh, Tiberio Morariu, Sigismundo Pragano und andere, die als Lehrer des Internationalen Cseh-Instituts umfangreiche Propaganda für unser Land in ganz Europa betreiben. Seine Rede war sehr angenehm und erfolgreich.
Nach den Rednern fragt Herr Dr. Löcsey die Anwesenden, wollen sie den UŜE-Klub gründen? Einmütig, einstimmig und sehr begeistert erklärte man, daß man den Klub gründen will. Nach dieser Erklärung verliest Dr. L. Löcsey das Konzept des Statuts, aus dem wir die folgenden Haupt-Abschnitte entnehmen:
Nomo: (Name:) Der Name des Vereins lautet: Landes-Klub der USxE-Freunde in Rumänien.
Celo: (Ziel:) Das Ziel des Vereins ist: Bewerben der internationalen Hilfs-Sprache Esperanto, als offizielle Hilfs-Sprache in den zu gründenden Vereinigten Staaten von Europa (UŜE) und sie als "europäische" Sprache verbreiten." ....

paĝo 2 / Seite 2
Membreco: (Mitgliedschaft:) "Mitglied des Clubs kann jeder rumänische Staatsbürger werden. Gefordert wird ein makelloses von Vorstrafen freies Leben und Reife."   
La kotizo (Der Beitrag) "liegt im eigenem Ermessen, aber der kleinste beträgt 1 US-Dollar jährlich (168,– Lei), dieser Betrag ist auch vierteljährlich zahlbar, jedoch immer vorher."
La organoj (Die Organe) "des Vereins sind:
1. Der Präsident,
2. das Komitee,
3. die Hauptversammlung.
Der Präsident und der Vorstand werden immer für eine Amtszeit von drei Jahren gewählt. Bei Neuwahlen können die alten Vorstandsmitglieder wiedergewählt werden."
Pri la disvastigo de la klubo: (Zur Verbreitung des Klubs:) "Wenn der Klub irgendwo mindestens 25 Mitglieder hat, können diese einen untergeordneten lokalen Klub gemäß den Bedingungen des entsprechenden Gesetzes formieren. Fünf lokale Klubs können einen Provinz-Klub gründen, der auch eine Filiale des Landes-Klubs ist und folglich keine eigene Satzung haben muß.
Die Satzung wird als Ganzes und einstimmig angenommen.
Herr Dr. Löcsey bedankt sich für das Interesse und die Aufmerksamkeit und bittet um die Erlaubnis, einige Personen der Anwesenden als Nominierungs-Ausschuß zu benennen, um Vorschläge für die Wahl des Vorstands zu machen. Delegierte sind: Herr Julio Csapo, Juan Vitican, Stefano Récsányi, Francisco Kiss, Ferdinando Mereszkov, welcher den Plenarsaal verließ, um den Vorschlag zu machen. Für diese Zeit schließt der Präsident die Sitzung.
Nach einer 15-minütigen Pause wird die Sitzung wiedereröffnet und Herr Dr. Löcsey bittet den Präsidenten des Nominierungs-Ausschusses, die Vorschläge für die Wahl des Vorstands zu machen.
Vorgeschlagen und einstimmig als Präsident angenommen werden: Herr Josef Zauner, Sekretäre: 1. Herr Ŝtefano Récsányi, 2. Herr Julio Csapó, Protokollführer: Herr Desiderio Tövissy und Emeriko Gyenge, Schatzmeister: Herr Francisco Kiss, Bibliothekar: Herr Lukacs Balint, Verwalter: Herr Bela Weiner, Prüfer: Herr Juan Vitican und Ferdinando Kleininger, Klub-Redakteur: Herr Jozefo Kutyik.
Komitee-Mitglieder: Dr. Ladislau Löcsey, Francisco Engelmann, Antonio Gáspár, Juan Kiss, Ferdinando Mereszko, Moiŝe Cocoŝ, Petro Jójárt, Ferdinand Grill und Fräulein Mimi Breith.
Nach der Wahl des Vorstands übergibt Herr Dr. L. Löcsey den Platz an den neu gewählten Präsidenten, Herrn Josef Zauner, der sich im Namen des Vorstands für das Vertrauen bedankt. Wir danken den örtlichen Beamten der königlichen Regierung, die uns freundlicherweise die Möglichkeit gegeben haben, unseren UŜE-Klub zu gründen; die örtliche Presse, die freundlicherweise unsere Aufrufe zur Gründungs-Versammlung des Vereins bekannt machte.
Er teilt den Anwesenden mit, daß er nach den offiziellen Formalitäten: Registrierung des Klubs, Erlaubnis des Betriebs, den Vorstands-Mitgliedern und Mitgliedern über den nächsten Termin des ersten Arbeitstreffens informieren wird.
Er bittet alle Mitglieder, das Gründungs-Dokument zu unterzeichnen und dankt den Anwesenden für ihre freundliche Aufmerksamkeit und schließt die Versammlung."
D. Tövissy
Esperanto en la lernejoj. (Esperanto in den Schulen.) "Vor kurzem, hielt bei der Gemeinderats-Sitzung in Dordrecht (Niederlande), ein Mitglied eine halbstündige Rede zugunsten von Esperanto. Am Ende legte er folgenden Vorschlag vor, der ebenfalls von zwei weiteren Mitgliedern unterzeichnet wurde:
Der Rat bittet das Kollegium des Bürgermeisters und Gehilfen: zu untersuchen, inwieweit und in welchen Schulen in Dordrecht Esperanto eingeführt werden kann, und über das Ergebnis zu berichten und dem Bericht möglicherweise Vorschläge hinzuzufügen.
Der Rat stimmte dem Vorschlag einstimmig zu."
[Briand
"War es möglich, mehr von Briand in Bezug auf Vereinigte Staaten von Europa zu erwarten, als er wahrhaftig tat? Er war ja doch mit dem nationalen Parlament verbunden, das letztlich die Grundlage seiner Tätigkeit war. Ob ein Mitglied irgendeiner nationalen Regierung in Europa überhaupt so eine hundert-prozentige "europäische" Politik machen Kann?* Ebenso wie Stresemann setzte er hundert-prozentig die machbare Politik in der gegenwärtigen Situation um."]
L' Amerique paie tout! (Amerika zahlt für alles!)
– "Wie können Sie das behaupten?
– Ich bin überzeugt, daß der Kampf von Hitler einen großen Teil Europas von den Kriegs-Schulden befreien wird.
– Aber er kämpft hauptsächlich nur für die Abschaffung der Reparationen von Deutschland.
– Aber sicher haben auch Sie schon von dem Zusammenhang von Reparationen und Kriegsschulden der Entente gegenüber Amerika gehört.
– Und Sie glauben, daß Amerika die Kriegsschulden reduziert oder tilgt?
– Können Sie voraussetzen, daß die Entente Amerikas Kriegsschulden bezahlen wird, wenn Deutschland keine Reparationen zahlt?
– Gut, dann ist das Hauptproblem der Welt nicht das französisch-deutsche, sondern das amerikanisch-europäische.
– Sie haben Recht. Frühe Anzeichen für eine solche Aufstellung des Problems konnte man bereits beobachten, zu lesen in italienischen Zeitungen über die "Europäische Schuldner-Front".
– Und Sie glauben, daß diese gemeinsame Front entstehen wird?
– Mehrere Faktoren werden dazu führen. Es ist sogar zu hoffen, daß diese gemeinsame Handlung eine Annäherung der europäischen Staaten begünstigt.
– Wie stellen Sie sich das vor?
– Schon heute sind die Vereinigten Staaten sehr unnachgiebig gegenüber Europa in Bezug auf Kriegsschulden. Washington will nichts von einem Erlass der Kriegsschulden hören, denn im Gegenzug würden die USA für diese große Geste fast nichts bekommen.
– Was wäre also der Ausweg aus diesem Problem?
– Je härter die Vereinigten Staaten gegen Europa vorgehen werden, desto schneller würde das Europa-USA-Problem gelöst.
– Wie?
– Die Vereinigten Staaten könnten möglicherweise die Kriegsschulden reduzieren oder erlassen, wenn sie Gelegenheit hätten, in Europa großangelegte Geschäfte zu machen.
– Wäre diese möglich?
– Ja, sie wären möglich, wenn man Europa als einheitliches Wirtschaftsgebiet organisieren würde.
– – –
– Demnach würde der Kampf in Deutschland gegen die Reparationen letztlich auch die Entente von den Kriegsschulden befreien.
– Sicherlich, aber so einfach läuft die Sache nicht, es gibt noch zu viele unbekannte Faktoren, die möglicherweise die allgemeine Entwicklung beeinflussen könnten.
– Gut, aber glauben Sie, daß die Kämpfer in Deutschland ihre zweite Rolle als Löscher der Entente-Kriegsschulden kennen?
– Ich nehme an, das wissen sie nicht, und das ist völlig in Ordnung.
– Warum?
– Weil die Angelegenheit auf andere Weise möglicherweise nicht erfolgreich sein würde."
Zwei Leute führen hier ein Gespräch. Meinungen werden vorgetragen. Wie sich in der Folge deutlich zeigte, war jede Erwartung gegenüber einem Deutschland mit dem aufkommenden Führer völlig grund- und sinnlos.
In UŜE-EĤO wurden u.a. negativ belastete Personen der Zeitgeschichte (z.B. Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen usw.) zitiert. Darunter sind positiv scheinende Aussagen enthalten, die einen zu freundlichen Eindruck vermitteln könnten. Soweit nicht für ein Verstehen des Kontextes benötigt, werden hier solche belasteten Texte ausgelassen. Natürlich sind diese Aussagen in den Quellen verfügbar. Die Personen kommen hier also nach bestem Wissen und Gewissen zu Wort. Möglicherweise sind noch nicht alle als problematisch erfasst worden. [se]

SELEKTO (AUSLESE)
BRIAND kaj ZAMENHOF (BRIAND und ZAMENHOF)
"Aus der Märzausgabe der Zeitschrift des XXIV. Weltkongresses für Esperanto (Chefredakteur: Raymond Schwartz) entnehmen wir den folgenden Artikel von Joseph Nels:
Ein Mann ist gestorben, dessen Name innig mit der Idee des Friedens, der Menschlichkeit, dem gesamteuropäischen Gemeinwesen verbunden ist. Obwohl sein Wirken nicht den gleichen Wegen folgte wie jenen der Esperantisten, diente er doch dem gleichen hohen Ideal, das auch uns leitet.
Für jeden aufrichtigen Esperantisten war Briands Tod sicherlich so schmerzhaft, als wäre er einer unserer beliebtesten Anführer. Und es ist angemessen, daß wir, Friedens-Kämpfer, Schüler eines anderen leidenschaftlichen Friedens-Liebhabers, unsere Häupter über dem frischen Grab verneigen.
Und in diesem Moment ist es vielleicht für unsere neuen Gleichgesinnten interessant daran zu erinnern, welche die Zamenhof-Philosophie nicht kennen, unmittelbare Merkmale, die darin Vorboten der neuen Nachkriegs-Beschleunigung in der Organisation der Welt waren und so erstaunlich verwandt mit den Ideen von Wilson und Briand sind.*
Der eigentliche Ursprung von Esperanto tritt in den Worten unseres Meisters in Erscheinung, die er während der Eröffnungsrede auf dem Zweiten Weltkongress in Genf äußerte: "Wir alle sind uns sehr wohl bewusst, daß uns zur Arbeit für Esperanto nicht der Gedanke über einen praktischen Nutzen ermuntert, sondern nur ein Gedanke an die heilige, große und wichtige Idee, die eine internationale Sprache enthält. Diese Idee – sie alle fühlen es sehr gut – ist Brüderlichkeit und Gerechtigkeit zwischen allen Völkern." Das ist eine Ideenquelle, aus der die Sprache Esperanto so stark und so eifrig hervorgegangen ist.
Aber dieser "Esperantismus" war in den ersten Zeiten ein eher undefiniertes Gefühl. Nach und nach konkretisierte es sich und nahm seine abschließende Form an. Daraus wurde: "Homaranismo" ("Humanismus"). Tatsächlich veröffentlichte Dr. Zamenhof, nachdem er auf jede offizielle Rolle in Esperanto verzichtet hatte, ab jetzt völlig frei, im Mai 1913 eine "Erklärung zum Humanismus", die er als ausschließlich seinen persönlichen Glauben vorstellte.
Diese Erklärung sollte jeden Esperantisten nachsinnen lassen. Es gibt keinen Platz in diesem Artikel, um es zu zitieren. Ich weise nur auf die außerordentliche Ähnlichkeit dieses Dokuments mit den Haupt-Themen hin, die zum "Völkerbund" und zu all den Bemühungen in Briands letzten Jahren geführt haben. Ja, die letzte Periode von Briands Tätigkeit war – aufgrund der Funktionen, die er innehatte, in viel größerem Umfang – Dienst an derselben erhabenen Idee, die alle Momente von Zamenhof in Anspruch nahm. Und wenn Briand es nicht geschafft hat, sein Ziel vollständig zu erreichen, schuld ist nur menschliches Unverständnis, ebenso wie es an den Schwierigkeiten schuld ist, auf die die Bemühungen der Esperantistenschaft stoßen. Aber unausbleiblich und sicher werden beide Bewegungen, so nahe, so selbst-ergänzend, den bösen und ungerechten Widerstand der blinden Menschheit überwinden. Lasst uns inzwischen in tiefem Respekt die Erinnerung an unseren Meister und die an Briand vereinen."
Propaganda sugesto (Propagandavorschlag) 
"Für unsere Sache kämpfend und sie verbreitend, müssen wir immer dem Motto folgen: unaufhörlich nach neuen Wegen im Handeln suchen, nach neuen Mitteln und neuen Ideen suchen, um auf diese Weise nicht nur immer intern in die Bewegung, sondern auch um uns herum etwas Frische zu bringen, und die Musterhaftigkeit und eine Art Müdigkeit und Langeweile vermeiden, welche gewöhnlich durch die Wiederholung von Altem entsteht.
Gestehen Sie sich ein, daß wir bei der täglichen Verbreitung von Esperanto immer nur einen unserer Meinung nach wichtigsten Weg angewendet haben: Kurse, Kurse und Kurse. Letztere sind das Alpha und Omega unserer Propaganda-Arbeit (mit sehr wenigen Ausnahmen) und das Fundament unserer Bewegung, denn schließlich kann ein Mensch, der kein Esperanto lernt, nicht Esperantist genannt werden. Aber uns fehlt der Mut zu größeren Propaganda-Unternehmungen, und wir haben Angst, den beschränkten Rahmen der Kurse zu verlassen. Das macht den Eindruck, wir selbst hätten unbewusst Angst vor einem gewissen Risiko, daß wir lächerliche Schritte tun, daß wir scheitern werden. Nun, es ist eine Wahrheit, daß uns viele als verspottens-würdige Utopisten ansehen, aber wenn wir für etwas Pionierarbeit leisten, müssen wir auch genügend eigensinnig und hartnäckig sein, um (es zu ertragen und auszuhalten) .... SELEKTO weiter auf Seite 3
Bibliografio (Bibliographie)
Francoj pri aktualaj problemoj (Franzosen über aktuelle Themen)
"Die Zeitschrift "Berichte zur Kultur- und Zeitgeschichte", herausgegeben von Nik. Hovorka, Reinhold-Verlag, Wien, veröffentlichte in den Nrn. 116-190 einen Überblick über die zeitgenössische französische wirtschafts-politische Literatur.
Deshalb beabsichtigen wir im Telegramm-Stil über den sehr interessanten Artikel zu reflektieren:
In "La Revue des Vivants", Paris, erschien eine Artikelserie über:
Desarroi économigue (Konfuzo ekonomia) (Wirtschaftliche Verwirrung)  von Daniel Serruys.
"Ursachen des wirtschaftlichen Chaos:
Zu frühe Auflösung von einheitlicher Wirtschafts-Struktur der Allianz. Noch im Mai 1918 erklärte Lord Derby im Namen Englands, daß Großbritannien alle seine Rohstoff-Quellen für Frankreich nach dem Krieg drei Jahre lang zur Verfügung stellen werde. Die Bedingung war: Amerika muß mitwirken. Aber die USA stimmten nicht überein. Folge: Wiederanerkennung des Prinzips des freien Wettbewerbs in Produktion und Handel. Für ein neu aufgebautes Europa bedeutete dieser gegenseitige Wettbewerb eine wirtschaftliche Verwirrung voller Gefahren.
Ausweg: Schaffung von politischer Stabilität."
Desarroi politique (Politische Verwirrung) von Alain.
"Der wahre Anführer ist ein Mann der Entscheidung, nicht der Vernunft; des Willens, nicht dem klaren Verstand."
Desarroi européen (Europäische Verwirrung) von Daniel Rops.
"Die Herkunft unserer Krise ist nicht der Weltkrieg, sondern die vorherige Entwicklung unserer Zivilisation:
1. Das nationale Prinzip wird, wenn es sich nicht irgendeinem Gesetz unterordnet (sei es religiöser Universalismus oder internationale Zusammenarbeit für die Wirtschaft), zu gefährlichem Egoismus übergehen. 2. Das Rechtsprinzip wird, wenn es als Selbstziel betrachtet wird und von keinem moralischen System abhängt, leicht zum "Gesetz der Faust" geraten. 3. Das ökonomische Prinzip endet mit brutalen Schlachten, wenn es auf dem heutigen Kult der persönlichen Befriedigung basiert. 4. Das humanitäre Prinzip (sei es Wilsonismus oder die anderen Arten von Pazifismus und Internationalismus) bleibt immer bei bloßen Abstraktionen.
Vielfalt und Instabilität von Staats-Systemen: 1. Russische republik-demokratische Formel (Konzept von Rousseau). 2. Der Faschismus stützt sich auf den "Willen zur Macht". 3. Der Kommunismus basiert auf dem Wirtschafts-Menschen, der sich durch seine materiellen Bedürfnisse und sein Streben nach materieller Befriedigung definiert.
Die soziale Unordnung.
Die drohende Gefahr von Revolution hat zwei Ursachen: 1. Brutales Verlangen nach materieller Befriedigung: 2. weil der Mensch sich selbst als Endziel betrachtet, verzichtet er auf jede übersinnliche Interpretation des Lebens.
Heute bedeutet "Unterwerfung unter die Ökonomie" schon eine Leugnung der Spiritualität. Das grundlegende Problem der aktuellen Krise ist also letztlich ein moralisches.
Der Ausweg:
Die aktuelle Krise ist eine Warnung. Es reicht nicht, Ordnung in Europa zu schaffen. Nur innere Ordnung sichert wahren Frieden."
André Duboscq: Recherche du lien spirituel d'une communauté européenne (Spirita ligilo de eŭropa komuneco) (Geistliches Band der europäischen Gemeinschaft). Le Correspondant C III: "Man kann sagen, daß der Katholizismus derzeit eine der wichtigsten Kräfte Frankreichs ist..."
Paul Valéry: Regards sur le monde actuel (Rigardoj sur la mondon aktualan) (Ansichten zur aktuellen Welt). "Paris: Librairie Stock 1931. Die ganze Welt ist heute bereits erforscht und besetzt. Die Ära der freien Expansion ist vorbei. Es beginnt die Zeit einer begrenzten Welt! Europa machte keine Politik aus seinem Nachdenken."
Loucien Souchon: De Sedan à Locarno (Von Sedan bis Locarno), "Paris: A. Fayard et Co. 1931. Ein französischer Nationalist, der eine Renaissance des französischen Militärgeistes fordert!"
Gustav Hervé: Interfratiĝo aŭ milito? (Versöhnung oder Krieg?), "Stuttgart 1931, Union Deutsche Verlagsgesellschaft. Hervé war vor dem Krieg ein fanatischer Sozialist, der versuchte, eine Entspannung zwischen Frankreich und Deutschland zu erreichen. Damals schlug er ein Tausch-Geschäft vor: Deutschland sollte Elsass-Lothringen an Frankreich abgeben und im Gegenzug solle Deutschland von Frankreich Madagaskar erhalten. Die deutschen Sozialisten schienen seine Bemühungen nicht sehr zu beachten.
Während des Krieges wurde Hervé ein fanatischer Nationalist. Auch heute ist er Nationalist, und richtig, auf welche Weise er derartig glaubt bestimmt zu sein, jenes zu erreichen, was er als Sozialist vergeblich versucht hat: die "zwei Zentren der Zivilisation" zu versöhnen, die das Fundament der Vereinigten Staaten von Europa werden könnten.* Vom Völkerbund erwartet er nicht viel, auch nicht viel von der radikalen Abrüstung, solange die Rote Armee existiert.
Er besitzt seine eigene Zeitung "La Victoire" (La Venko) (Der Sieg). Darin bemüht er sich mit brennendem Enthusiasmus sowohl die französischen als auch die deutschen Nationalisten davon zu überzeugen: daß nur sie die Macht hätten, sein Programm zu verwirklichen. Das Echo war bis heute weder in Deutschland noch in Frankreich stark. Hitler antwortete im "Völkischen Beobachter", aber ausweichend. Desgleichen "Stahlhelm". Hugenberg und die Führer der Volkspartei haben bisher nicht reagiert." ....  Bibliografio weiter auf SEITE 3

paĝo 3 / Seite 3
SELEKTO weiter von Seite 2
"(Nun, es ist eine Wahrheit, daß uns viele als verspottens-würdige Utopisten ansehen, aber wenn wir für etwas Pionierarbeit leisten, müssen wir auch genügend eigensinnig und hartnäckig sein, um ....) all diese Verhöhnungen und Lachen zu ertragen und auszuhalten. Ich denke, daß die beste Reaktion, das trefflichste Argument gegen das lächerliche Verhalten derer, die uns verspotten oder uns gegenüber gleichgültig sind, eine Manifestation unserer Macht ist: der Gesellschaft die Größe und den Einfluss unserer Sache zu zeigen.
I. Lejzerowicz"
en Pola Esperantisto no. 3/1932
Intervencionismo. (Interventionismus.) "Von A. Eber. Interventionismus ist jenes Wirtschafts-System, in welchem das freie wirtschaftliche Handeln des Einzelwesens nicht mehr wertgeschätzt wird, in welchem die erste grundlegende Bedingung, die Freiheit des Marktes nicht mehr wertgeschätzt wird und in das sich ein Staat oder Städte weiterhin durch Verwaltungs-Verordnungen in das Produktions-System einmischen.
Obwohl ein Staat oder eine Stadt den Rahmen eines individuellen Wirtschafts-Systems aufrechterhält, errichtet er monopolistische oder wettbewerbsfähige Unternehmen, welche die Formen eines kapitalistischen Systems bewahrend faktisch die öffentliche Wirtschaft der Privatwirtschaft gegenüberstellen. Leider werden die tödlichen Folgen dieses Interventionismus von den Massen gespürt. Ein Interventionismus beraubt das individuelle kapitalistische Produktions-System seiner Vorteile und entschädigt sie mit nichts.  
Pesti Naplo, Budapest"
Reflektoro (Reflektor)
Pri: (Betreffend:)
La XXIV-a Universala Kongreso de Esperanto
Paris, 30 Julio—6 Aŭgusto 1932
(Der XXIV. Weltkongress des Esperanto
Paris, 30. Juli — 6. August 1932)
Kongresa Oficejo (Kongressbüro) (Adresse für jegliche Korrespondenz): "Der XXIV. Esperanto-Weltkongress, La Maison de la Mutualité, 24, rue Saint-Victor Paris V. Nach dem letzten Bericht (Mai) meldeten sich 405 Kongressmitglieder aus 20 Ländern an."
Juristoj! (Juristen!) "Während des Kongresses in Paris werden Treffen der Internationalen Gesellschaft der Esperanto-Juristen stattfinden. Der Ort und die Zeit dieser Treffen werden zu gegebener Zeit bekannt gegeben. Bereits entschieden ist die folgende zu diskutierende Frage: "Der Jurist in den verschiedenen Kulturländern; seine rechtlichen, wirtschaftlichen und sozialen Situationen". Um alle Bekanntmachungen zu erhalten, wenden Sie sich an Herrn Anwalt Chapron, 32 rue des Champs, Le Mans (Frankreich)."
Drezen skribas en sia verko "Zamenhof" i.a.: (Drezen schreibt in seinem Werk "Zamenhof" u.a.:)
""Als talentiertes Kind und Jugendlicher war L. L. Zamenhof stark beeindruckt vom zwischen-ethnischen Kampf in seiner Geburtsstadt Bialystok und seinem Heimatland Polen. Die Sprach-Kenntnisse, welche er von seinem polyglotten Vater erbte, führten zu seiner Sehnsucht nach der Welt-Sprachen-Idee, die seiner Meinung nach diesen zwischen-ethnischen Hass lindern könnte. Zamenhof vereinte in seinem Geist zwei Ideen: 1. von einer rationalen internationalen Sprache und 2. von einem bestimmten politisch-philosophischen Prinzip-Werk um das Problem ethnischer Konflikte zu lösen.
Seine erste Idee ist ihm glänzend gelungen. Er scheiterte in der zweiten."
Ist es nicht mutig, heute zu behaupten, daß die zweite Zamenhof-Idee gescheitert sei? Wenn man bis heute nicht vorankam das Problem von einem ethnischen Schlagabtausch zu lösen, bedeutet das nicht, daß das politisch-philosophische Prinzip-Werk von Zamenhof nicht richtig und realisierbar ist.
Die heutige Frische der Zamenhof'schen Ideen, also selbst nach Jahrzehnten, beweist ihre Tauglichkeit. Daß Zamenhof ein gleichbegabter Politiker wie auch ein Sprach-Wissenschaftler war, zeigt die Einteilung seiner Ideen: die Taktik bei der Verwirklichung seines Programms.
Genial wies er auf die Wurzel der zwischen-europäischen Gefahren hin und genial schuf er selbst ein Verbrüderungs-Instrument, mit dessen Hilfe man sicher erfolgreich diese beständigen Gefahren beseitigen wird.
Esperanto bereitet gewissermaßen die Menschen vor, schafft die erforderlichen Vorbedingungen für eine harmonische Zusammenarbeit.
Die zweite Idee Zamenhofs scheiterte nicht, im Gegenteil, offenbar kam die Zeit für ihre Verwirklichung. Vielleicht wird Zamenhof bald genauso gelobt und bekämpft werden wie andere Pioniere. Niemand ist befugt, die Zamenhof-Mission zu beurteilen, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat."
La nova ebeno. (Die neue Ebene.) "Die derzeitige politische Grundlage für  Europa das nationale ist ungerecht. Wenn man nicht das Problem der Minderheiten und die Unterscheidung zwischen großen und kleinen Nationen beachtet, wird man niemals wirkliche Gleichberechtigung ermöglichen.
Nur durch Schaffung von einer neuen politischen Grundlage, von einer "europäischen Ebene" wäre es möglich, die Ungleich-Berechtigung der Nationen und das Problem der Minderheiten zu beseitigen."
Armad-industrio kaj publikaj entreprenoj. (Rüstungsindustrie und öffentliche Unternehmen.) "Unter diesem Titel hielt Alexander Fleissig, Vizepräsident und General-Direktor der Englisch-Ungarischen Bank, eine Rede in der Budapester Cobden-Gesellschaft. Vor einer ausgezeichneten Zuhörerschaft nahm Vizepräsident Fleissig über die gerade herrschenden Kriegspsychose Stellung. Theoretische Diskussionen und Resolutionen konnten den Frieden nicht sichern. Man sollte aufhören zu hoffen, durch theoretische Debatten das Ziel zu erreichen. Es wäre besser durch eine persönliche Veranlassung eine praktische Lösung des Problems anzustreben. Aufrichtige Friedens-Bemühungen behindert heutzutage noch fortwährend die Rüstungsindustrie, welche im Krieg und in Zeiten internationaler politischer Spannungen Milliarden profitiert. Diesen Staat könnte man nur abschaffen, wenn die Rüstungs-Industrie kein privates Unternehmen wäre. Die Rüstungs-Industrie sollte von den Interessen der Privatpersonen auf die des Staates übertragen werden. Die Möglichkeit einer solchen Transaktion ist keineswegs eine Utopie. Es wäre ein Tauschgeschäft. Der Staat würde die öffentlichen Unternehmen (Monopole) in die Hände der Privatwirtschaft überführen und als Ausgleich würde der Staat das Eigentum an der Rüstungsindustrie übernehmen."
Pliorientiĝo (Aziiĝo) de Eŭropo. (Mehr Orientierung (Asianisierung) Europas.)
"Otto Most untersucht im "New-York Herald" die internationale Entwicklung von Einwohnern in der Nachkriegszeit und schließt auf die zukünftige Entwicklung. Bedeutsamste Tatsache dieser Entwicklung ist die unaufhörliche Gravitation des Schwerpunkts nach Asien.
Es ist anzunehmen, daß die Bevölkerung Asiens während der Jahre 1913 bis 1930 um ein Fünftel zunahm, während die Europas nur um ein Zwanzigstel. In Europa selbst verschob sich die Gravitation des Schwerpunkts der Bevölkerungs-Entwicklung von den lateinischen Nationen hin zu den deutsch-slawischen Nationen und in den letzten Jahren setzt sich dieser Prozeß zugunsten der Slawen fort.
Bei Fortführung der derzeitigen Entwicklung wird die Bevölkerung ganz Europas nach einer Generation nur noch etwas mehr als ein Drittel aus West-, Mittel- und Nordeuropäern rekrutiert; die südlichen Latein-Abkömmlinge werden um rund 14 Prozent beteiligt sein und Tschechoslowakei, Ungarn und die Balkan-Staaten werden ihren derzeitigen Anteil an der Gesamt-Bevölkerung von 10 Prozent halten. Aber die osteuropäischen Staaten, vor allem Russland, werden ihre Quoten ebenso erhöhen wie diese West-, Mittel- und Nordeuropa verlieren werden. Darum kann man ganz richtig in absehbarer Zeit bevölkerungs-politisch über eine "Mehr-Veröstlichung von Europa" sprechen."
Laboro. (Arbeit.)
"Albert Thomas, der Direktor des Internationalen Arbeits-Büros (†),  veröffentlichte mehrere Antworten, welche Staaten an seine Rundschreiben schickten, welche die aktuellen Beschäftigungs-Möglichkeiten und die Beseitigung der Arbeitslosigkeit thematisieren.
Die deutsche Regierung schlug vor:
1) Straßenbau, 2) Fertigstellung des Stromnetzes, Verbesserung des Feldbodens und 3) Bau von Dämmen gegen Hochwasser. All diese Arbeiten würden einen Kredit von rund 100 Millionen Mark erfordern und vier bis fünf Millionen Arbeitstage bedeuten.
Österreich könnte zehn Jahre lang Arbeit für 10.000 Arbeiter im Straßenbau (Kosten 100 Millionen Schilling) und in der Kanalisierung von Flüssen beschaffen. Ein Hoch-Spannungs-Netz von Europa würde 350 Millionen Schilling kosten und für 10.000 Menschen sechs Jahre lang Arbeit bedeuten.
Auch Polen schlägt große Aufbau-Programme vor. Im Straßen- und Brückenbau würden 34.000 Menschen für fünf Jahre Arbeit finden; bei Wasser-Bauten 28.000 Menschen; bei Elektrifizierung 13.000, beim Bau kleiner Häuser 53.000 Arbeiter, bei der Eisenbahn 37.000. Polnische Pläne würden drei Milliarden Zloty erfordern.
Rumänien, Bulgarien, Türkei und Spanien haben große Aufbau-Pläne, wenn man sie durch internationale Kredite ermöglicht.
Belgien legte diesbezüglich noch keine Zahlen vor, aber es schlug den Bau von Auto-Fernstraßen nach Paris und Amsterdam vor; Elektrifizierung der Eisenbahnen, Bau eines europäischen Elektrizitäts-Netzes und schließlich den Rhein-Antwerpen-Kanal."
Du-trionoj de la homaro analfabetoj. (Zwei Drittel der Menschheit Analphabeten.) "Laut einer neuen amerikanischen Statistik, vermögen 62 Prozent der über zehnjährigen Menschen nicht zu lesen und zu schreiben. In 18 Ländern beträgt die Zahl der Analphabeten mehr als 50 Prozent, ihre Einwohnerschaft erreicht die Zahl von 618 Millionen. In den 45 Staaten, in denen die Zahl der Analphabeten weniger als 50 Prozent ausmacht, leben 1468 Millionen. Unter den 1364 Millionen Menschen, die älter als 10 Jahre sind, kennen mehr als 850 Millionen das Alphabet nicht."
Ŝtat-ŝuldoj. (Staats-Schulden.) "Die amerikanische Statistik beinhaltete Ende Dezember 1931 Staats-Schulden (in Millionen Dollar): Argentinien 1155, Australien 2637,57, ...., Tschechoslowakei 1.072, Ungarn 254.789 und die USA 15.921."
Washington. "Mills, der amerikanische Staatssekretär für Finanzen, erklärte, daß die USA die Kriegsschulden nicht erlassen oder reduzieren könnten und erwartet durchaus, daß die europäischen Staaten ihre Verpflichtungen nach dem Ende des Hoover-Moratoriums erfüllen werden. Die USA rechnen demnach im Juli mit der Summe von 260 Millionen Dollar."
Masaryk. Der Präsident der Tschechoslowakischen Republik, Sir Wrench ein Interview gebend, sagte unter anderem:
"Vor allem muß eine Übereinkunft zwischen den fünf oder sechs Donaustaaten entstehen, damit wir beginnen, uns wirtschaftlich zu stärken. Aufrichtigerweise gesagt fürchteten wir die deutsche Konkurrenz und die Bedeutung von Deutschland, wenn es auch zur Donau gehören würde.
Ebenso wären wir gegen die Einmischung anderer Großmächte in unsere Union. Dieser mittel-europäische Block würde nicht gegen Deutschland aufgestellt werden; hingegen glauben wir, daß ihr Erfolg auch Wohlstand für Deutschland bedeuten würde."
[De kiu flanko oni komemcu solvi la eŭropan problemom?
(Von welcher Seite sollte man mit der Lösung des europäischen Problems beginnen?
)
"Von der wirtschaftlichen Seite? (Versuch: Europäische Zoll-Union)
Von Seiten der Politik? (Siehe: Europäisches Komitee des Völkerbundes)
Von Seiten des Militärs? (Tardieu-Vorschlag der Internationalen Armee)
Nach unserer Überzeugung kann der natürliche Ausgangspunkt der Lösung des europäischen Problems nur ein geistiger sein, der sich in Form von Sprache präsentiert."]
Bibliografio (Bibliographie) Fortsetzung von Seite 2 (Gustav Hervé: Interfratiĝo aŭ milito?)
"Trotz allem blieb Hervé ein Optimist, der an den endgültigen Sieg glaubt."
Jean Guénenno: La paix se paie (Paco signifas profiton) (Frieden bedeutet Profit), "Europa", Paris 1930-96.
"Eine der größten Gefahren unserer Zeit besteht darin, daß jeder glaubt, ein Pazifist zu sein, obwohl er es in Wirklichkeit nicht ist. Der Pazifismus wird wertloses Gerede bleiben, solange er nur unter wohlwollenden, aber schwachen Gemütern Anhänger findet.
Der wahre Pazifismus beginnt bei Erforschung des Bewußtseins. Es wird kein "Europa" geben, bis Franzosen, Engländer u. a. das Elend in Berlin oder Moskau nicht als eigenes empfinden werden und umgekehrt. Nur solche Gefühle werden Europa erschaffen. Jener ist noch kein guter Europäer, welchen der Wohlstand seines eigenen Landes zufriedenstellt."
La nova kapitalismo (Der neue Kapitalismus)
Ein kleiner Artikel aus dem Werk von E. A. Filene: "Reichtum für alle":
"Während der Herrschaft des alten Kapitalismus galt Reichtum als etwas, den man gewann, indem man ihn jemand anderem nahm. Nur wenige besaßen großen Reichtum. Jeder Kapitalist, jeder Geschäftsmann wünschte diesen Reichtum zu erringen. Die Reichen waren für ihn die wichtigen Käufer, Kunden. Aber am Ende wurde offensichtlich, daß man größere Gewinne erzielen kann, wenn an eine größere Gruppe von Menschen mehr Waren verkaufbar sind.
Der neue Kapitalismus trachtet nach dem gleichen Profit wie der alte, aber er sucht die Profite mit völlig entgegengesetzten Methoden. Um selbst zu gedeihen, erfordert es, daß es der große Verbraucher-Öffentlichkeit allgemein gut geht. Es braucht den Wohlstand der Verbraucher.
Damit die neue Wirtschaft gut funktioniert, reichen niedrige Preise und hohe Löhne nicht aus. Es ist notwendig, daß der Verbraucher auch mehr Bedürfnisse zu haben hat.
Nur durch die moderne wissenschaftliche Massen-Produktion ist klar geworden, daß die Wirtschaft niemanden von ihren Vorteilen ausschließen kann, wenn sie Käufer haben will, die sich die Überschuß-Produktion auch wirklich leisten können."
Laŭdinda (Lobenswert) "und zu beglückwünschen ist die Unternehmung der Spanischen Esperanto-Zeitschrift (Hispana Esperanto-Gazeto), welche mit seiner Januarausgabe von 1932 begann, ein Architektur-Fach-Wortschatz von Herrn Francisko Azorin herauszugeben. Die Fach-Terminologie mit vielen erklärenden Zeichnungen und Bildern erscheinen auf 16 Seiten, eine Beilage zur Spanischen Esperanto-Zeitschrift, welche man nach der endgültigen Veröffentlichung zu einem Buchband binden kann.
Wir schätzen es wert eine solche Fach-Publikation zu sehen und wir sind der Ansicht, daß sie das Interesse der Fachwelt, nicht nur der Esperantisten, weckt."
Glosoj (Glossen)
"Ein Unternehmen, das ständig mit einem Defizit arbeitet, wird vergeblich mit Krediten versorgt.
(Zum Donau-Problem.)
Nur der Druck von unten wird die europäischen Staatsmänner zu einer konstruktiven Zusammenarbeit bewegen.
Der Terror wird in der UdSSR so lange andauern, bis die neue herrschende Klasse, das ehemalige Proletariat, materiell und mental stark und mächtig genug ist, um den Staat ohne Terror zu führen, das heißt bis sie keine seitwärtige Entmachtung mehr fürchten müssen.*
Der Kapitalismus führt von Zeit zu Zeit zu Krisen. Bedeutet Staats-Kapitalismus nicht eine beständige Krise?
Die Zollgrenzen, in erster Reihe in den "Köpfen" der Europäer sind abzubauen.
Ob es für Europäer nicht möglich ist, über 500 Millionen Menschen zu herrschen, wenn dies den Chinesen mehrere Jahrhunderte lang gelang."
Grava diferenco. (Beträchtlicher Unterschied.) "In Privatunternehmen werden die Leiter nicht allzu oft gewechselt; Jahrzehnte, oft über eine ganze Generation hinweg, ist die Richtung einheitlich, weil der verantwortliche Chef während dieser Zeit derselbe ist.
In dem Staat, als Unternehmen betrachtet, kann die Führung nicht so fest und einig sein, weil die Anführer aufgrund der regelmäßigen Wahlen ständig wechseln. Dieser häufige Richtungs-Wechsel von Staaten beeinflusst zudem die Entwicklung ungut, um so mehr, weil für die Führung keine strikte Verantwortung besteht."
La tro-loĝata Eŭropo bezonas prosperon. (Das überbevölkerte Europa braucht Wohlstand.) "Um einer dichtgedrängten Einwohnerschaft in Europa Lebens-Möglichkeiten zu bieten, ist es notwendig, allgemeinen Wohlstand zu schaffen. Je niedriger der Lebensstandard wird, desto mehr werden arbeitslos. Bei einer vernünftigen Politik und wirtschaftlichen Organisation ganz Europas würden die Europäer nicht nur den Lebens-Standard beispielsweise der US-Amerikaner erreichen, sondern ihn nach den vorliegenden Fakten möglicherweise sogar übertreffen."
Laboro sporta. (Sportliche Arbeit.) "Es wäre vorstellbar, daß es im Neuen Europa die heute noch beschwerliche, mühselige Arbeit nicht mehr geben wird. In Folge der technischen Entwicklung kann selbst die heutige schwere Arbeit zur sportlichen Arbeit werden, wie man dies beispielsweise bei Feldarbeiten in Kulturstaaten bereits heute beobachten können.
Ob durch einen Kommunismus die Entwicklung stehenbleiben wird? Ob nicht neue Führungs-Ideen entstehen und vorwärtskommen können?"

....
paĝo 4 / Seite 4
Reflektoro (Reflektor) Masaryk. weiter von Seite 3 ("....Ob durch einen Kommunismus die Entwicklung stehenbleiben wird? Ob nicht neue Führungs-Ideen entstehen und vorwärtskommen können?")
"Wir benötigen ein "Europäisches Verbund-System", als alleinige Grundlage für einen europäischen Frieden.
Ich bin überzeugt, daß die Ursache der momentanen Aufgeregtheit die Angst von 40 Millionen Franzosen um 80 Millionen Deutscher willen ist.
Ich glaube und hoffe, daß Kulturnationen wie Franzosen, Deutsche, Engländer und Italiener bald davon überzeugt sein werden, wie widersinnig es ist, gegeneinander zu kämpfen, anstatt zusammenzuarbeiten."
Economist: (Wirtschafter:) "Ein balkanisiertes Europa kann in einer amerikanisierten Welt nicht existieren. Der Druck der überseeischen Staaten wird die europäischen Staaten zur Annäherung zwingen."
Bronislaw Huberman: "Paneuropa zu realisieren mittels heutiger politischer und wirtschaftlicher Faktoren wäre dasselbe, als wenn man von Post-Ausfahrern Genehmigungen für das Erbauen von Eisenbahnen beantragt hätte. Daß der Führer der Paneuropa-Bewegung den Versuch mit den heutigen 'Post-Ausfahrern' gemacht hatte war für mich persönlich schon von Beginn an chancenlos.
Mit diesen meinen Zweifeln an der Tauglichkeit des Coudenhove-Kalergi-igen 'modus procedendi' (Vorgehensweise) beabsichtige ich zum Ausdruck zu bringen: Coudenhove selbst hat seine Reformen zu niedrig eingeschätzt, wähnend sie mit Hilfe der derzeitigen Regierungen zu verwirklichen. Paneuropa strebt in seinen letzten Konsequenzen eine neue Ära in der Geschichte der europäischen Völker an, und es wäre ahistorisch anzunehmen, daß bei der Errichtung eines neuen Regimes 'L'ancien regime'* helfen könnte.
Ich glaube, bei fairer Überlegung hat man nicht das Recht, die Regierungen wegen ihrer schlecht verborgenen Opposition gegen Paneuropa zu verunglimpfen. Ich habe den Mut zu behaupten, daß ein loyales Handeln der Regierungen für Paneuropa mit ihrem Eid und ihren Pflichten als Diener und Beschützer der heutigen Ordnung nicht in Übereinstimmung zu bringen wäre – eher Unordnung."  Aus einer Rede in Wien.
Kapitalismo kaj socialismo. (Kapitalismus und Sozialismus.) "Wie steht es um die Lebens-Fähigkeit des Sozialismus? Sollten wir vielleicht Stalin oder Macdonald fragen, die beiden Gekreuzigten links und rechts von Karl Marx? Die erste beseitigte praktisch die Arbeiterklasse und ersetzte sie durch Zwangsarbeiter: und die zweite lernte die Arbeiterklasse hauptsächlich in Form einer Arbeitslosen-Klasse kennen. Tatsache bleibt, daß Stalin vor dem Kongreß ein Eingeständnis (über ein anwendbares kapitalistisches System) ablegen musste und Macdonald in seiner Verlegenheit und Angst in den Kreis seiner Feinde lief.
Der Sozialismus leidet schwer unter dem Schicksals-Schlag, die Macht erlangt zu haben."
Henri de Jouvenel in einem Zeitungs-Artikel
Grava decido en Brno (Brünn) Bedeutsame Entscheidung in Brno (Brünn) "Erfolge Hitlers bei den Wahlen 1930 führten zu einer Stagnation der europäischen Kooperations-Bestrebungen (Briand: Europäisches Komitee). Zwischenzeitlich wurden die politischen, wirtschaftlichen, Währungs- und Finanz-Verhältnisse in einigen Staaten (insbesondere im Donau-Gebiet) anarchisch. Nicht nötig zu erwähnen die Handels-, Verkehrs- und Währungs-Hindernisse, welche derzeit selbst die übrige Wirtschaftstätigkeit abwürgen.
Diese verzweifelte Lage zwang einige Staatsmänner aus den Donau-Staaten zu konferieren. Erstmals traf man sich in Budapest und nachher in Brünn (Tschechoslowakei).
Ein Beschluß der Brünner Delegation beeinflusste die europäische Politik stark. Die Resolution lautet unter anderem folgendermaßen:
Die Donau-Staaten müssen die Tatsache der immer größer werdenden wirtschaftlichen Anarchie bestätigen, weshalb sie erklären, nicht länger zu warten, bis sich Frankreich und Deutschland versöhnen und beschließen, daß sie selbständig nach Wegen der Selbst-Hilfe zu suchen.
Diese Entscheidung, die in zurückhaltender Form in der Zeitungs-Landschaft erschien, hatte wundersame Folgen. Es dauerte nicht lange, und die Donau-Politik wurde aktuell."
5 B-politiko. (5 B-Politik.) "Budapester behandeln alle aktuellen Ereignisse humoristisch. Auch ein hier folgender Dialog beweist dies.
– Wissen Sie schon, was Hantos (Pionier des Donau-Bundes) anstrebt?
– Irgendetwas hörte ich bereits, aber...
– Er macht eine 5-B-Politik.
– Nun, was bedeutet 5 B?
– Er bemüht sich, eine Politik der wirtschaftlichen Zusammenarbeit der Donaustaaten zu beleben, deren Hauptstädte sind: B(udapest), B(ukarest), B(elgrad), B(écs) und – Brága).
(Bécs ist der ungarische Name für Wien; Praha auf Ungarisch Braga.)"
Spegulo de la eŭropa problemo (Spiegel des europäischen Problems)
ilustraĵoj / Abbildungen Bsp.:
"Block der Donaustaaten
Wie sich dies die Großmächte vorstellen!"
Curentul, Bukarest
Jen laboro por jardekoj: (Hier ist Arbeit für Jahrzehnte:)
ilustraĵo / Abbildung:
"Plan der europäischen Automobil-Linien, gebaut, eifrig studiert oder projektiert."
L’Ilustration, Paris
Mez-Eŭropo kiel Komerc-politika Unueco (Mitteleuropa als handels-politische Einheit)
"Handels-Bilanzen in Millionen Dollar:  
Aus: Neue Freie Presse, Wien
Österreich | Tschechoslowakei | Ungarn | Polen | Jugoslawien | Rumänien | Deutschland | Italien | Mittel-Europa insgesamt | Alle anderen Staaten | %-Anteil von Mitteleuropa | %-Anteil von Deutschland
Importiert aus
Österreich | Tschechoslowakei | Ungarn | Polen | Jugoslawien | Rumänien
Exportiert nach
Österreich | Tschechoslowakei | Ungarn | Polen | Jugoslawien | Rumänien"
La Eŭropano (Der Europäer)
Mosaik
(So sind sie)
El Austrio. (Aus Österreich.) "Das kleine Dorf Sulz-Stangau (in Nieder-Österreich) traf eine strenge Anordnung, der eine Ausgaben-Reduzierung anordnete. Danach sollte der alte Postbote des Dorfes – natürlich gegen seinen Willen – in den Ruhestand versetzt und stattdessen als Bediensteter mit geringerem Gehalt angestellt werden.
Unter den Konkurrenten für die neue Bediensteten-Stelle befindet sich auch die Frau des alten Postboten. Die Wahl trifft sie. – Aber das Postboten-Ehepaar findet es richtiger und viel praktischer, wenn die Frau sich weiterhin um den Haushalt und den bereits pensionierten Ehemann kümmert, statt ihrer so wie schon seit vierzig Jahren weiterhin den Postboten-Dienst besorgen zu lassen.*
Die Einspar-Anordnung hatte jedoch die folgenden Konsequenzen:
1. Die Sulz-Stangau-er haben auch ihren alten Postboten weiter.
2. Das Einkommen der Postboten-Familie stieg etwas, weil die Rente des Mannes und der Postdienst-Lohn der Frau zusammen etwas mehr sind als es zuvor das Postboten-Gehalt war.
3. Die Ausgaben des Staates sind natürlich auch etwas gestiegen.
Dennoch, über diese Angelegenheit wird in Österreich als Einsparung diskutiert."
Aus "Simplicissimus"
La ĉeho kaj slovako. (Der Tscheche und Slowake.) "Die illustrierte Zeitschrift "Pestry Tyden" versuchte die Unterschiede zwischen einem Tschechen und einem Slowaken durch folgenden Vergleich zu charakterisieren:
Der Slowake geht in ein Gasthaus, er hat keinen roten Heller in der Tasche, er isst gut, trinkt guten Wein, erfreut sich, tanzt gern, zeigt sich laut, bleibt im Wirtshaus bis zum Einbruch der Dämmerung, vollbringt einen 100 Kronen Preis, natürlich auf Schulden. Den nächsten Tag schläft er gut und ist für eine ganze Woche fröhlich, erfrischt, voller guten Willen, und selbst wenn er die ganze Woche trockenes Brot kaut, spart er trotzdem noch die 100 Kronen.
Der Tscheche geht in ein Wirtshaus, hat einen 100-Kronen-Schein in der Tasche, isst schlecht, trinkt keinen Wein, sondern nur vom Trinkwasser-Sprudler*, er sitzt traurig in einer Ecke, ist allein, ist stumm, tanzt nicht, versteht es ja doch nicht, weil er es nicht gelernt hat, bleibt im Wirtshaus bis zehn Uhr, geht nach Hause um sich satt zu schlafen, wie es sich für einen ordentlichen Menschen geziemt. Sein Verbrauch beträgt zehn Kronen, die er bezahlt, sogar dreißig Heller Trinkgeld dazu und ist am nächsten Tag melancholisch, macht sich Vorwürfe, weil er zehn Kronen ausgab, und ist noch über die ganze Woche traurig und übelgelaunt."
La regalemo de hungaro. (Die Gastfreundschaft eines Ungarn.) "Alexander Börzsök, der Bürgermeister von Derecske (einer Gemeinde in der Nähe von Debreczen in Ungarn), heiratete kürzlich Ĵuĵi (ungarischer Kosename von Susano), die Tochter des wohlhabenden Dorfbewohners Andreo Porkolab. Ein ungarischer Brauch ist, beim Ereignis einer Hochzeits-Feier eine möglichst große Anzahl von Teilnehmern zu bewirten. Bei dieser Gelegenheit war die Zahl der hochzeitsfeiernden Gäste ziemlich groß: an der Hochzeits-Feier nahmen 1.000 Gäste teil, und man tischte dort einen Ochsen auf, zwei Schweine, zweihundert Hasen, fünfhundert Hof-Geflügel und man trank dreitausend Liter des guten ungarischen Weins."
Übersetzung J. Gs.
Gazetara servo. (Pressedienst.)
"Ich suche Mitarbeiter aus nicht-deutschen Ländern für Berichterstattung und Unterrichtung von Zeitungen.
F. W. Mischke, Herausgeber, Radeberg, Sa., (dt.)
[Der Abonnementpreis für UŜE-EĤO
ist
US-Dollar 0,25
für 4 Ausgaben.
Bitte abonnieren: Postscheck: Konto Leipzig (Deutschland) 28052 oder Zahlungsanweisung: "LIBRO", Strada Lonovici 1, Timișoara (Rumänien-Banato)"]

2022092820221027SE
Dialect/GoogleTranslate hat sich als gute Hilfe beim Übersetzen herausgestellt (ab Ausgabe 8)
UŜE-EĤO 1932 -09- (Julio) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek 



UŜE-EĤO 1933 -10- (Marto)
paĝo 1 / Seite 1
Eŭropanismo (Europanismus (Europäer-ismus))
"Unter den verschiedenen Welt-Anschauungen, die derzeit in Europa herrschen, scheint keine dafür zu taugen, die sich immer mehr verschärfenden wirtschaftlichen, politischen und sozialen Hindernisse zu überbrücken.
Die national-chauvinistische, wie auch die marxistische Denkweise – damit man nur die beiden wichtigsten erwähnen muß – werden nicht ermöglichen, Wirtschaft und Politik zu befrieden.
Die national-chauvinistische Denkweise ist vor allem aus drei Gründen zum Anachronismus geworden:
Erstens wegen der entwickelten Technik. Dank moderner Technik und Verkehr ist es möglich geworden, den Rahmen von den Staaten und Staats-Verbänden ständig auszudehnen und auf diese Weise die Lebens-Möglichkeiten zu erleichtern, den Lebens-Standard zu heben und den Krieg seltener zu machen. In Europa hemmte die national-chauvinistische Denkweise diese Entwicklung. Diese Welt-Anschauung führte zu einer wirtschafts-politischen Struktur, die wegen der bereits bestehenden Großmacht-Staaten und Staatsverbände nicht lebensfähig ist, welche in der Folge eines gigantisches Wirtschafts-Gebietes, alle Vergünstigungen der modernen Massen-Produktion und anderer Technik hundertprozentig aufbrauchen können.
Der zweite Grund: Übertriebener intoleranter Nationalismus als Grundlage einer staatsbildenden Politik ermöglicht nicht, erlaubt nicht, die Einteilung der europäischen Nationen in große und kleine Staaten aufzuheben. Diese politische Einordnung der Europäer macht eine tatsächliche Gleichberechtigung nicht möglich und führt zu einer ständigen Unzufriedenheit und Spannung.
Der dritte, natürlichere Grund für den Anachronismus einer national-chauvinistischen Weltanschauung ist die Tatsache, daß man in einem beträchtlichen Teil Europas vergeblich nach nicht vermischten Nationen sucht. In Mittel-Europa, aber insbesondere in Südost-Europa, sind in den letzten Jahrhunderten die Nationen so gemischt geworden, daß es oft nicht möglich ist, die richtige Nationalität festzustellen. Lächerlich sind die Bemühungen, die verschieden-nationalen Einwohner der selben Nationalität zuzuordnen. Diese Bemühungen ergeben möglicherweise gleich-nationale Familien-Namen im Land, aber biologisch bleibt die vielfältige und gemischte Nationalität bestehen. Oft mutet es sich als Bedürfnis an, für die vielen gemischten Nationalitäten eine neue gemeinsame nationale oder ethnische* Bezeichnung zu finden und anzuwenden. Welche andere Bezeichnung könnte man für diese gemischten Nationen akzeptieren, wenn nicht die der "Europäer"?
Der Marxismus scheint seine historische Hauptrolle zu Ende gespielt zu haben. Es gelang ihm, die Verwirklichung französischer freiheitlicher Ideen fortzusetzen und den Feudalismus zu beseitigen. Es wird ihm nicht gelingen, das gegenwärtige sowjetische Wirtschafts-System zu erhalten und es in andere Länder zu transplantieren.
Marxismus als klassen-kämpferische Denkweise kann niemals eine Grundlage für eine Staatsgründung aufbringen. Zugehörigkeit zu irgend einer sozialen Klasse ist etwas mit Veränderung-Möglichkeit.* Selbst in der Sowjetunion ist es möglich, einige Jahre lang eine ganze Reihe von Gesellschaftsschichten zu durchlaufen, die man vergeblich beabsichtigte zu beseitigen. Für die Gründung eines Staates braucht man festere Eigenschaften als die Klassen-Zugehörigkeit. Wenn man nicht auf die Dauer durch Terror regieren will, ist es erforderlich, nach einer allgemeineren, geeigneteren Grundlage zu suchen.
Eine solche feste und brauchbare Grundlage bietet der
Eŭropanismo (Europanismus (Europäer-ismus))
Der Europanismus ist ein toleranter Nationalismus im europäischen Sinne mit einem europäischem Horizont.
Die derzeit vorherrschenden Denkweisen werden den Europanismus überflügeln müssen, als natürliche Evolutions-Stufe auf dem alten Kontinent.*
Die Europäer werden sich auf der neuen Ebene des Europanismus wiederfinden müssen, auf der sie die historische Rolle der weißen Rasse erfolgreich weiterführen können.
Was bietet der Europanismus? Der Europanismus gibt allen europäischen Staaten Sicherheit:
Er ermöglicht die faktische Gleichberechtigung zu allen Nationen.
Europanismus ermöglicht wirtschaftliche Zusammenarbeit.
Er schafft Beschäftigungs-Möglichkeiten, also Ordnung und Wohlstand.
Kiamaniere ekviviĝu l' eŭropanismo? (Auf welche Weise läßt sich der Europanismus beleben?)
Damit sich der Europanismus in irgendeiner Weise ausdrücken kann, ist es nötig dafür ein sichtbares und hörbares kennzeichnendes Zeichen, ein Symbol, zu finden.
So wie sich Nationalismus durch die Nationalsprachen ausdrückt, so sollte auch Europanismus mit der "europäischen" Sprache verbunden werden.
Kurz gesagt: Der Europanismus, der sich mittels der europäischen Sprache ausdrückt, hat die Aufgabe, Europa zu versöhnen."
2022: 2022: Putin (folgt teilweise Hitlers Pfad und) spricht von einer neuen Realität, Bundeskanzler Scholz von Zeitenwende. Auch am Jahr 1933 könnte man eine Zeitenwende oder Zäsur erkennen. Ganz sicher für Deutschland, wohl auch für Europa. Dabei ist zu bedenken, daß Josef Zauner kein deutscher Staatsangehöriger war, er gehörte der deutschen Minderheit in Rumänien an. Doch auch in diesem Staat gab es zu dieser Zeit politische Spannungen. Diesen Hintergrund sollten wir bei der Betrachtung und Bewältigung nie vergessen. Die Ausgabe Nummer 10 stellt vielleicht einen Übergang dar.
Aussagen zum Europanismus (Eŭropanismo) sind heute sicher schwer verdaulich. Der Begriff "toleranter Nationalismus" würde allgemein auch "im europäischen Sinne" als Nationalismus verstanden werden. Daß ein gesamteuropäisches Staatsgebilde auch Komponenten eines ehemaliges nationalstaatlichen Systems in sich tragen würde, wie Parlament und Ministerien, ist eine ganz andere Frage. Klar ist auch, daß die Europäer endlich auch zu bewußten Europäern werden müssen. Doch auch dafür braucht es keinen Nationalismus. Daß man aus der Geschichte heraus ganz natürlich Vergleiche zur Entwicklung der Nationalstaaten zieht, ist nur naheliegend. Doch schnell wird einem zu einigenden Europa von Gegnern Nationalismus unterstellt oder ein "Europzentrismus" beschworen.
Die Europäer haben auch keine "historische Rolle der weißen Rasse" weiterzuführen. Koloniale Zeiten sollten weltweit vorbei sein, Menschenrechte haben zu gelten. Aber natürlich hat Europa nicht zufällig eine bedeutsame Geschichte, es gab und gibt hier Fortschritt, die günstigen Umweltbedingungen halfen dabei. Zuerst bedeutet dies eine Verpflichtung, Europa in einen friedlichen Ort zu wandeln und eine Vorbildwirkung zu haben. Dazu brauchen wir allerdings das geeinte Europa mit seinen Bürgern. Wir haben in der Realität der Europäischen Union noch nicht einmal die Phase eines "toleranten Nationalismus im europäischen Sinne mit einem europäischem Horizont" erreicht. Noch stehen Nationen nebeneinander, die sich nur dort, wo es absolut nicht mehr alleine geht, miteinander verabreden. Noch bleiben die Bürger im engen Nationalen stecken. Manche sind auch so an die Freiheit gewöhnt, daß sie empfinden, es wäre überall so. Aber Freiheit muß erkämpft werden, Gesetze müssen sie gewährleisten und Gesetze werden in Territorien angewendet. So ein Territorium soll Europa sein. [se] 

La unua kurso de la eŭropa lingvo (Der erste Kurs der Europäischen Sprache)
"Nach langen Vorbereitungs-Arbeiten ist es uns gelungen, mit der Umsetzung des Winter-Programms der UŜE-Freunde zu beginnen, als wir in Temeswar den ersten Kurs der Europäischen Sprache eröffneten.
Die UŜE-Freunde versammelten sich und beschlossen, die Werbe-Verbreitung des neuen Klubs mit gänzlich neuen Methoden zu organisieren. Es propagiert die Sprache durch moderne Wahrnehmung und lehrt die Sprache durch die moderne Cseh-Methode.
Die Vor-Bewerbung des ersten Kurses begann bereits zu Beginn des letzt-jährigen Dezembers mit einem interessanten dreisprachigen Plakat über die "Europäische Sprache" und mit interessanten, größeren Plakaten, eigens gemalt, welche das Publikum ansprachen:
Ĉu vi volas marŝi kun la progreso? Se jes, lernu eŭrope.
(Möchtest du mit dem Fortschritt marschieren? Wenn ja, lerne europäisch.)
Gleichzeitig begannen alle lokalen Zeitungen: die rumänischen, deutschen und ungarischen, den Kurs mit aufeinander folgenden, vielfältigen Ansprache-Texten anzukündigen. Die ungarischen Zeitungen veröffentlichten sogar einzelne, größere Artikel, teilweise völlig selbst angeregt. Die Propaganda-Form führte zu einem sogar gültigen, geistig hochstehenden Vorstudien-Artikel in der Zeitung Temesvári Hirlap. (Die Übersetzung des Artikels findet der Leser anderswo.)
La provleciono. (Die Probelektion.)
Unter günstigen Vorzeichen erreichte uns also der Tag der Probelektion. Sie fand am 26. Dezember 1932 vormittags im großen Saal des Industrie-Unternehmens-Verbands statt.
Vor der Probelektion hielt Herr Dr. Ladislao Löcsey, Hauptbuchhalter der hiesigen staatlichen Tabakfabrik, im Namen der Veranstalter eine Eröffnungsrede in den drei National-Sprachen. Die geisthaltige Rede auf hohem Niveau löste großen Applaus im Publikum aus.
Rund 90 Personen waren anwesend, welche lebhaft an der Cseh-Methoden-Konversation teilnahmen. Am folgenden Tag kommentierten die Zeitungen die erfolgreiche Probelektion aufgeweckt und stellten fest, daß die Teilnehmer in dieser Stunde der direkten Konversations-Methode sicherlich größere Fortschritte in der europäischen Sprache gemacht hätten, als sie die gleichen Fortschritte in irgendeiner nationalen Sprache in der gleichen Zeit-Dauer hätten machen können.
Bis zur Eröffnung des Kurses, das heißt: ​​bis zum 5. Januar 1933 ergab sich genügend Zeit für die Verstärkung der Werbung. Die Zeitungen halfen tatkräftig mit und der Erfolg blieb nicht aus.
ilustraĵo / Abbildung:

"Partoprenantoj de la unua kurso ...."
"Teilnehmer des ersten Kurses der Europäischen Sprache, geleitet von Herrn Julio Csapó (Mitte)."
La malfermo de la unua kurso. (Die Eröffnung des ersten Kurses.)
Am 5. Januar 1933, abends um 8 Uhr, wurde der Kurs in dem bequemen, schönen und eleganten Kursraum des Unternehmens-Verbands eröffnet. Der Raum war voll durch die Interessierten und eine lebhafte Aufmerksamkeit schwebte zwischen ihnen. Unser Kursleiter, Herr Julio Csapó, dolmetschte sein Gesagtes in den ersten Stunden auch in die drei Landessprachen, aber später in den folgenden Stunden natürlich nur noch ausschließlich europäisch. Die Teilnehmerzahl wuchs auf 50 Personen an. Unter der Schülerschaft befindet sich auch der Chefredakteur und Zeitungsbesitzer Eugeno Hajdu, der ein warmherziger Europäer wurde und durch Artikel in seinen eigenen Zeitungen aktiv für unseren ersten Studiengang und die europäische Sprache wirbt. Er besitzt Tageszeitungen, in denen er schon mehrfach einen eigenen Artikel über den Kurs schrieb. Er hat auch eine wöchentliche Radiozeitung, in der er hauptsächlich Artikel über das Radio, den Pfadfinder-Weltkongreß und die europäische Sprache schrieb.
Bis jetzt, bis zum Schreiben dieser Zeilen vergingen bereits mehrere Kursstunden und die herzliche Atmosphäre zwischen der Schülerschaft und dem Kursleiter wird immer lebendiger. Dank der Methode mangelt es nicht an interessanten, ein Lachen erzeugenden gutlaunigen Episoden und Redewendungen während des Gesprächs und demgemäß vergrößert sich das Interesse der Teilnehmer fast von Stunde zu Stunde. Die Fragebögen und die Konversations-Literatur treffen voll das Ziel. Unser Kursleiter wendet auch eine Neuerung in den Kursstunden an: Fast stündlich führt er am Ende der Kursstunde einen kleinen Vortrag zu interessanten und nützlichen Themen aus der Bewegung in der Landessprache durch. Bisher hat er bereits über den Autor und die Geschichte der Sprache gesprochen, über die Pioniere, die gegenwärtigen Organisationen, über die Methode, das Institut und die Lehrer von Cseh, und andere wichtige Themen werden folgen. Der Zweck der kleinen Vorträge ist es, die Anwendbarkeit und Praktikabilität unserer Sprache zu beweisen; zu zeigen, daß man damit schon eine Karriere erarbeitet hat, und daß es einigen schon eine solide – in begrenztem Sinne – gewisse Zukunft gegeben hat. Tatsachen zeigen also, daß die Sprache schon heute ihren Anhängern belebende Perspektiven geben und vollbringen kann. Sie ist schon heute ein Weltfaktor; eine kulturelle, zivilisatorische Tatsache. Die Aussichten von und durch sie sind also bereits vielversprechend. – Diese untereinander gesprochenen kleinen Vorträge haben bisher großes Interesse geweckt.
Die neue Werbe-Methode erweist sich auch als angemessen und wirksam. Die Schüler verwenden selbstbewußt und elegant den Ausdruck "europäisch". Wir bewerben die Sprache nicht als künstlich gemachte, sondern als natürliche, weil ihre Elemente – wie erwiesen – den indogermanischen Sprachen entnommen sind. Die europäische Sprache ist also eine lebendige, natürliche Sprache, deren Brauchbarkeit umso natürlicher und selbsterklärender ist. Dies erhärtet gewissermaßen die Bemerkung eines Teilnehmers, von Herrn Dr. Markus, der erklärte, daß er bis jetzt (nach der 12. Kurs-Stunde) auf kein Wort traf, dessen Herkunft er nicht hätte feststellen können. Er kannte fast alle Wörter und verstand sie."

paĝo 2 / Seite 2
La eŭropa lingvo (Die europäische Sprache)
– Julio Bach –
"Während der Werbe-Arbeiten des ersten Kurses der Europäischen Sprache erschien der unten folgende Artikel in Temesvári Hirlap, der größten ungarisch-sprachigen Tageszeitung des Banats. Der Schriftsteller Julio Bach ist ihr redaktioneller Mitarbeiter, der als guter Europäer bekannt ist.
Sehr bald wird ein Kurs der Europäischen Sprache beginnen. Jeder weiß, daß man unter dem Namen "Europäische Sprache" die Sprache Esperanto verstehen muß, welche der Arzt Zamenhof mit jenem Ziel schuf, daß sie die Kommunikation zwischen den Menschen erleichtern soll.
Diese europäische Sprache, beziehungsweise dieser Versuch, welcher die durch sprachliche Unterschiede entstandenen Schwierigkeiten zwischen den Menschen beseitigen will, zeigt die traurige Tatsache, wie viele Umstände und Gegensätze die Menschen trennen. Nationalität, Religion, Beruf, Zugehörigkeit zu einer sozialen Klasse, Weltanschauung, Besitz-Unterschiede, Rivalitäten zwischen Städten. Keine zwei Menschen existieren in einer Familie, deren Meinungen zu derselben Sache gleich wären, welche gleich fühlen und denken würden. Von der Gemeinsamkeit zwischen Menschen zu sprechen, ist eine Utopie nicht nur im europäischen, sondern auch im enger beschränkten nationalen Sinn. Wir haben uns unterschieden, wir haben uns auf erschreckende Weise so voneinander getrennt, daß selbst diejenigen, welche sich selbst als Gefährten der gleichen Weltanschauung, als Gefährten innerhalb derselben Fraktion oder Gesellschaft bezeichnen, zu so einem tötungsgeneigten bekämpfen wegen unbedeutender und unwichtiger Verschiedenheiten von Meinungen fähig sind.
Viel hatte ich schon darüber nachgedacht, ob sich zwei Menschen wirklich und tatsächlich verstehen können? Die Bedeutung der Worte, Gedanken, Gesten variiert je nachdem, wer sie ausdrückt und wessen Macht sie formt. Was ich für eine einfache Höflichkeit hielt, kann die Person, an die ich jene richtete, als verbindliches Versprechen betrachten; und oft wird der unschuldigste Witz in den Augen anderer vielleicht als die tragischste Kränkung angesehen. Es ist ganz sicher, daß der Italiener unter dem Begriff "Liebe" etwas ganz anderes versteht als der Franzose oder der Engländer; die Auffassung des Ungarn über die Ehrenhaftigkeit und Freundschaft wird vom kühlen, apathischen und stoischen Westen als übertrieben angesehen. Das Kriterium der Ausschweifung ist in Österreich anders als bei den Serben, das Schönheits-Ideal ist bei den Spaniern anders als bei den ruhigblütigen Dänen oder Schweden. Wenn der Deutsche das Wort "Musik" ausspricht, läßt es ganz andere Akkorde in seiner Seele ertönen als in jener der Söhne der Provence oder Portugals.
Nein, zwei Menschen werden sich niemals wirklich verstehen können. Auch nicht dann, wenn die alles brennende Glut der Liebe die verbietenden Warnungen der zwischen ihnen hochstehenden Gegensätze vernichtet. Irgendwann lebte der Mensch tatsächlich in einer Gemeinschaft, kannte kein Privat-Eigentum, keine Ehe, aber heute schon, nach der Entwicklung durch hunderttausend und hunderttausende von Jahren, ist das was ihn in Gemeinschaft zwingt, nur ein abgeschwächtes Gefühl; – im Grunde seiner Seele ist er Individualist und Egoist.
– Ich sterbe für die französische Nation – sagte einmal ein großer französischer Schriftsteller – aber, daß ich mit einem anderem Franzosen in dem selben Zimmer zusammenwohnen müsste, dies niemals!
In diesem charakteristischen Spruch befindet sich die Fotografie des europäischen Menschen. Wie sehr versuchte dieser Europäer, daß er sich möglichst absondert und sein "Selbst" aus der Menge herauszuheben! "Mein Haus ist meine Burg", verfügte der Engländer und drückte mit dieser Aussage den Wunsch des Menschen aus, so viel wie möglich und möglichst ungezwungen allein zu sein. Der zivilisierte Westen umgab die Wohnung mit einer Menge von Verboten: Die Empfangs-Tage sind nicht dafür da, daß uns Gäste besuchen, sondern man macht diese wohl eher, damit man an den anderen Tagen in der intimen Einsamkeit unserer Wohnung nicht gestört wird. Und je weiter wir westwärts gehen, desto mehr finden wir diesen Zufluchtsort weg von der Masse, von dem Alltag, von der Kommunikation mit den "Menschenbrüdern" entwickelt. Der Individualismus ist tatsächlich die Zurückweisung von jedem Prinzip einer ankündigenden Gemeinschaft. Wer die Freiheit seiner Individualität verteidigt, lehnt die Solidarität mit der Masse und mit gemeinschaftlichen Ideen ab.
Die europäische Sprache versucht, diese beschädigte Gemeinsamkeit wiederherzustellen – wenn auch nur im sprachlichen Bereich. Wie viel von Hindernis, Barriere und Gegensatz werden wir noch zerschlagen müssen, damit wir alle am Ende wahre und wahrhaftig Europäer sein können?
Aus dem Ungarischen übersetzt: Julio Csapó."
Ĉu la revizio-propagando utilos? (Wird die Revisions-Propaganda nützlich sein?)
"Nein!... Gewiss nicht!
Diese Propaganda entzündet nur den Kriegs-andauernden Hass, stärkt das gegenseitige Misstrauen, vergrößert das wirtschaftliche Chaos und vervielfacht die Zahl der Arbeitslosen.
So ausgerichtete Propaganda kommt von Staats-Männern, deren geistiger Horizont nicht über den der Vorkriegs-Diplomaten hinausgeht.
Würden die Verschiebung von Grenzen um einige Kilometer alle europäischen Probleme lösen? Würden Grenz-Korrekturen zu einem schwunghafteren internationalen Handel führen, wenn die Zoll-Mauern bestehen bleiben? Wenn internationale Wirtschafts-Barrieren fortbestehen, ob mehr Arbeitnehmer eine Beschäftigung finden werden?
Die ganze territoriale Revisions-Propaganda scheint eine große Verschwendung von Energie und Geld zu sein. Vergebliche Bemühungen von – zweifellos wohlmeinenden Patrioten.
Aber bedeutet diese Sichtweise bezogen auf die revisionistische Propaganda Zufriedenheit mit den aktuellen Verhältnissen?
Nein!... Sicher nicht!
Wer kann mit der heutigen Wirtschafts-Vegetation zufrieden sein? Wer kann die aktuelle wirtschaftliche Situation rechtfertigen? Die bekannten Gewerbe-, Währungs- etc. Hindernisse erschweren in Europa die Lebens-Möglichkeiten so sehr, daß sie für die weiße Rasse bereits beschämend wurden.
Revisions-Propaganda kann keine Hilfe, keine Lösung verschaffen. Nach unserer Überzeugung wird keine territoriale Revision, sondern eine Revision der Denkweise benötigt. Es wird nämlich ein europäisches Denken gebraucht, das künftig als gestaltende politische Kraft in einem gesamt-europäischen Rahmen allen Völkern bestmögliche nationale Entwicklung ermöglichen wird."
Unuiĝinta Eŭropo kiel solvo (Vereinigtes Europa als Lösung)
"Verlautbarung von Dr. Eduardo Beneŝ, tschechoslowakischer Außenminister
Das ernsthafteste Problem von heute besteht darin, eine Lösung für die wirtschaftliche Krise zu finden. Dies ist eine Frage der Rationalisierung der Produktion, einer Neuorganisation der nationalen und internationalen Wirtschaft, neuer Wege in der Handels-Politik und einer Zusammenarbeit auf breiter Basis zwischen den europäischen Staaten und der ganzen Welt. Für die Lösung dieses Problems ist es unwichtig, wenn sich das Territorium eines Staates um einige hundert Quadrat-Kilometer vergrößert oder verkleinert. Selbst die politische Konsolidierung hängt nicht von irgendeiner territorialen Revision ab. Das Problem der politischen Konsolidierung und des Friedens ist ein Problem der Demokratie, eine innere Angelegenheit von Staaten, und es ist ein Problem der gerechten Sozial-Politik, des gerechten Umgangs gegenüber den Minderheiten in gemischten Staaten und vor allem ist es das Problem des guten Willens und Wunsches nach Frieden und internationaler Zusammenarbeit.
Ich glaube an die Möglichkeit und Notwendigkeit des vereinten Europas. In diesem vereinten Europa werden alle Fragen nach Friedensverträgen und anderen Verträgen für beide Seiten in einem völlig anderen Licht erscheinen. Ich betrachte dies als eine wahrhaftige und gerechte Lösung, die weder auf einer noch auf anderer Seite zu Konflikten führen wird. Deshalb bin ich ein redlicher, aufrichtiger und bedingungsloser Freund eines vereinten Europas."
"Unsere Deutschen müssen ins Reich fortgehen und sie werden auf alle Fälle fortgehen." Ja, das sagte Edvard Beneš im Jahr 1945. Die Kränkungen waren wohl zu groß. [se]
BIBLIOGRAFIO (BIBLIOGRAPHIE)
Plebiscito pri Unuiĝintaj Ŝtatoj de Eŭropo en 1934. (Volksbegehren über die Vereinigten Staaten von Europa 1934.) "Coudenhove-Kalergi verbreitet über einen Appell einen neuen Plan. Er schlägt vor, anlässlich des 20. Jahrestages des Kriegs-Ausbruchs, dem 29. Juli 1934, ein europaweites Volksbegehren über den Zusammenschluß der europäischen Staaten zu veranstalten."
Julien Benda pri "eŭropa nacio" (Julien Benda über eine "Europäische Nation"). "Julien Benda, der berühmte französische idealistische Philosoph, stellte ein neues Werk fertig, das jetzt von der Nouvelle Revue Française veröffentlicht wird. Der Titel des neuen Werkes lautet: Rede an die "Europäische Nation". Der Autor merkt im Vorwort an, daß er sich mit seiner Rede nur an jene Europäer richtet, welche die Einigung Europas aufrichtig wünschen. Auf einer ganz idealen Basis behandelt er die Möglichkeit dieser Vereinigung. Nach seiner Meinung sind nicht die wirtschaftlichen und politischen Veränderungen wichtig, sondern die moralische Revolution hauptsächlich, weil nur diese die wirtschaftlichen und politischen Transformationen bewirken und festigen würden. Nicht der Zollverein (Deutsche Zoll-Union) führte – schreibt Benda – zur deutschen Einheit, sondern die Reden Fichtes."
Bronislaw Huberman: "Vaterland Europa". (Patrujo Eŭropo). "Der weltbekannte Geigenvirtuose veröffentlichte im Verlag der Kulturpolitik (Berlin) unter obigem Titel ein Buch, in dem er mit großem Enthusiasmus für die Notwendigkeit europäischer Zusammenarbeit wirbt."
 Sub la pluvombrelo. (Unter dem Regenschirm.)
"Von Bruno H. Bürgel.
Ein Deutscher, ein Franzose und ein Engländer lernten sich bei einer Vergnügungs-Reise in Italien kennen.
Der Deutsche brachte als vorsichtiger Mensch einen Regenschirm mit, den der Franzose schon mehrfach spottete, weil er auf den Triumph der Sonne und auf Glück vertraute. Der Engländer war ein Stoiker, welcher gleichmütig Regen wie Sonnenschein gleichermaßen akzeptiert hätte und darauf beharrt, daß es weder gutes noch schlechtes Wetter gibt, sondern nur gute und schlechte Kleidung und das bedeutet: Schönwetter-Kleidung. ....
"Habe ich nicht recht, verehrte Herren? Hat nicht die ganze Welt an der Herstellung dieses einfachen Regenschirms mitgearbeitet? Waren nicht die emsigen Bauern, die Züchter, Bergleute, Holz-Lieferanten, Metall-Arbeiter, Weber, Chemiker, Schlosser, Schneider, das eifrige Schiffs- und Hafen-Personal, die Kaufleute, die weißen, gelben, braunen und schwarzen Menschen, um es zu produzieren, und noch Millionen mehr von ihnen! Sie dienten uns, wir ihnen; wir alle leben füreinander. Und so kann uns dieser einfache Schirm lehren, unter dem wir nun fest aneinander gedrückt sind – daß wir alle Arbeiter im selben Weinberg sind und Brüder auf Leben und Tod – und das, meine Herren, wollte ich Ihnen beweisen" aus dem deutschen übersetzt St. Recsányi"
Hier ein neues Beispiel für einen stark verkürzten Beitrag. Denkbar, daß spätere Überarbeitungen die vollständige Übersetzung anbieten. [se]
Letero al UŜE-EĤO (Brief an UŜE-EĤO)
"Einen Dank für die gesendeten Testnummern von UŜE-EĤO. Da mich das gesetzte Ziel begeistert, bitte ich um Zusendung kommender Ausgaben, für die ich 3 Antwortscheine beifüge.
Obwohl auch ich das gesetzte Ziel anstrebe: UŜE, zweifle ich dennoch über dessen Machbarkeit mit den in den zugesendeten Zeitungen aufgezeigten Mitteln. Bloße Sehnsucht verwirklicht nicht die Idee. Auch die Mittel, Zufälligkeiten, Gegenziele verwirklichen sie nicht. Vor allem, wenn Zusammenzuarbeit notwendig ist, von vielen verschieden-artigen Menschen mit unterschiedlichen Verständnissen, Gewohnheiten, Überlegungen, Absichten. Jedes Ziel erfordert einen Kampf um seine Verwirklichung. Das Unsere ist sehr hartnäckig und langfristig. Für den Kampf wird eine Armee gebraucht und für den Sieg eine begeisterte, aufopferungsvolle, starke, gut gerüstete und organisierte Armee. Um eine solche Armee zu schaffen und unter ihrem Banner Kämpfer und Freiwillige zu sammeln, ist es zunächst notwendig, das Ziel klar zu verkünden. Damit jeder verstehen und sehen kann, warum und für wen wir kämpfen. Leider ist dies vielen bisher unklar oder lässt sich unterschiedlich verstehen. Vereinigte Staaten in Europa? Europa-Union? Einheitliches europäisches Wirtschafts-Gebiet? Freie Wirtschaft? Esperanto? Diese sind die erwähnten und diskutierten Probleme in den Zeitungen. ...." weiter auf Seite 3

paĝo 3 / Seite 3
Letero al UŜE-EĤO (Rest) weiter von Seite 2 -ataj kaj temataj en la gazetoj. (.... erwähnten und diskutierten .... in den Zeitungen.)
".... Muß man sie alle als Ziele einnehmen? Aber ob alle miteinander übereinstimmen? Beispielsweise, würde irgendein Sozialist einer freien Wirtschaft zustimmen oder ein Monarchist, der in einem Europäischen Parlament neben dem Demokraten sitzt! Solche Umrisse* erscheinen bereits in zwei Ausgaben von EĤO. In einem Hauptartikel wirbt man für eine freie Wirtschaft ("Entbürokratisierung der Wirtschaft"), in einem zweiten ist ein Titel "Verstaatlichung der Rüstungsindustrie". Ich glaube, daß kein Industrieller mit dem letzten übereinstimmt und wenige Politiker, Verbraucher, sogar Esperantisten mit dem ersten übereinstimmen. Und womit verbinden wir diese Menschen mit widersprüchlichen Interessen? Der Terminus "UŜE" ist ja nur eine Form, in welche wir ganz unterschiedliche Inhalte hineinlegen können. Es ist nötig genauer zu definieren, wer und was dort hineingehen darf und was dort nicht hinein gehört. Für ein bloßes Wort UŜE werden wir keinen Kämpfer finden, der das gleiche gemeinsame Ziel hätte.
Ich bin der Ansicht, daß Sie, Herr Redakteur, ebenso wie ich, mittels der UŜE auf eine Verwirklichung der internen Idee von Esperanto oder auf die Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen abzielen. Wenn die Sache wirklich so ist, dann sollte man das auch auf das Banner schreiben. Und wenn die "innere Idee" des Esperanto bis jetzt wenig vorangeschritten ist, dann vor allem darum, weil man nicht vermochte es genauer und klar verständlich zu machen. Die erste Aufgabe ist also, die Idee zu definieren und sie zu verkünden. Die Sprache ist nur ein Werkzeug, ein Mittel, und dies ist nicht das einzige. Danach ist es erforderlich, das Programm zu überarbeiten. Da dies eine sehr schwierige Arbeit ist, muß man dort lange innehalten. Nach meiner Ansicht würden Sie dem Fortschritt einen großen Dienst erweisen, wenn Sie sich mit Ihrer Zeitung dieser Aufgabe widmen und alle aufrufen würden mitzuhelfen. Aus Gedankenaustausch, Diskussionen, vielleicht sogar Streitgesprächen werden sich dann die richtigen Thesen heraus-kristallisieren, eine Basis und ein Fundament, auf dem man weiter aufbauen kann.
Verzeihen Sie mir, wenn ich mir erlaubt habe, meine Gedanken zu äußern, vielleicht sogar die Zeitung zu kritisieren, aber glauben Sie, daß mich der aufrichtige Wunsch antrieb: eine gemeinsame Sache voranzubringen und zu unterstützen." K.R. Tallinn (Estland).
Respondo (Antwort)
"Gestatten Sie mir zunächst, daß ich Ihnen herzlich für Ihren aufrichtigen Brief danke. Er zeigt, daß Sie die Themen, veröffentlicht in den letzten beiden Ausgaben von UŜE-EĤO, ernsthaft überdacht haben.
Leider ist es mir nicht möglich, Ihnen auch die anderen bisher erschienen Nummern zu schicken (sie sind ausgeschöpft), aus denen Sie ausführlicher sowohl die Leit-Gedanken, wie auch den Weg der UŜE-Bewegung erfahren könnten.
Das Endziel der UŜE-Bewegung ist die Schaffung eines einheitlichen europäischen Wirtschafts-Gebietes. Um dieses Ziel zu erreichen, ist notwendig die Voraussetzungen zu erfüllen.
Eine solche Voraussetzung ist u. a. die Schaffung einer europäischen Denkweise, Weltanschauung.
Die neue Denkweise erfordert die Schaffung einer neuen geistig-politischen Ebene, auf der sich die Europäer zum gemeinsamen Handeln befinden. Diese neue Ebene wollen wir "Europanismus" nennen. Ausdrucksmittel dieser Denkweise soll die europäische Sprache sein.
Die Verbreitung der sprachlich-geistigen Lösung ist also der Ausgangspunkt unserer Bewegung. Die gemeinsame europäische Sprache und Denkweise muß gleichso wie ein geistiger Kitt die Europäer "mit unterschiedlichen Auffassungen, Gebräuchen, Überlegungen, Interessen" zusammenhalten.
Hier ist der UŜE-Weg:
Mittels gemeinsamer europäischer Sprache UŜE-Freunde finden. Unter ihnen werden die UŜE-Initiatoren die Aufgabe haben, die UŜE-Organisationen (UŜE-Klubs, UŜE-Partei) zu gründen, deren Hauptaufgabe es sein wird, das UŜE-Programm zu verwirklichen.
Der Hauptpunkt des UŜE-Programms ist – wie bereits erwähnt – die Gründung eines größt-möglichen einheitlichen europäischen Wirtschafts-Gebietes. Wir haben bis jetzt auch hinlänglich klar betont, daß wir Anhänger einer freien Wirtschaft sind; eine Ausnahme soll nur die Verstaatlichung der Rüstungs-Industrie machen. Es wird kein großes Unglück und Hindernis sein, wenn in einem künftigen Europa-Parlament neben einem Monarchisten, ein Sozialist und neben diesem ein Demokrat sitzen wird. Wichtig wird sein, daß sie unter einem gemeinsamen Dach arbeiten müssen, notfalls sogar in Parlament-Weise kämpfend. Auch in nationalen Parlamenten von demokratischen Staaten sind Monarchisten, Demokraten, Kommunisten usw. anzutreffen. Wichtig wird sein, daß die Mehrheit der europäischen Volkes und seiner Vertreter Mitglieder eines einheitlichen europäischen Wirtschafts-Raumes sind.
Wir sind davon überzeugt, daß nur die größeren Wirtschafts-Gebiete bessere, menschlichere Lebens-Bedingungen ermöglichen und nur diese den Krieg selten machen können. Und das ist, wie Sie dies treffend betonten, auch das Endziel der inneren Idee.
Erfreulich ist Ihre Anregung, alle Gleichgesinnten zur Mithilfe aufzurufen. Bis Ende 1932 war scheinbar noch nicht die Zeit dafür gekommen, dies in großem Umfang zu tun. Das wirtschaftliche Chaos war noch nicht groß genug, damit man erfolgreich die Arbeit beginnen kann. Aber heute stimmen selbst die Politiker und Diplomaten überein, daß die derzeitigen anarchischen wirtschaftlichen Verhältnisse nicht lange anhalten können.
Also, es kam die Zeit um zu handeln! Wir erwarten auch Sie. J.Z."
REFLEKTORO (REFLEKTOR) 
 Al la legantoj! (An die Leser!) 
"UŜE-EĤO konnte nahezu ein ganzes Jahr nicht erscheinen. Es war nicht möglich, die Genehmigung zu erhalten, für ausländische Drucke zu bezahlen. Mit Bedauern mussten wir den Druck der Zeitung bei Herrn Paul Göring in Magdeburg einstellen.
Zwischenzeitlich kaufte "LIBRO" Druckbuchstaben, aber wegen der Esperanto-Überzeichen hat sich die Fertigung sehr verspätet.
Genau die derzeitigen internationalen wirtschaftlichen und gewerblichen Hindernisse beweisen die Notwendigkeit eines Organs, welches hauptsächlich für eine Befreiung der Wirtschaft kämpft."
Leider ist viel zu wenig über die Hintergründe bekannt. Die wirtschaftlichen Behinderungen zwischen den Nationalstaaten waren bedeutend. Dazu kam aber sicher auch die allgemeine politische Lage in Europa. Esperanto wurde von der neuen Führung in Deutschland nicht gemocht und für einen Esperanto-Druckhersteller wie Paul Göring brachen schwere Zeiten an. Von ihm ist bekannt, daß er auch später in der DDR deswegen wieder Probleme hatte. Nach dem Esperanto-Verbot von 1949 versuchte der Magdeburger Esperantist Franz Tischer mit einer Petition (16.05.1965) beim Staat eine Druckgenehmigung für die Zeitschrift "Paco" bei der Druckerei Paul Göring zu erhalten. Der Druckerei wäre während der Zeit des Nationalsozialismus großer Schaden zugeführt worden. (siehe "Esperanto in der DDR: Zwischen Verbot und Duldung" Hartwig Wischendorf Seite 20) Doch auch die Geschichte Rumäniens ist kompliziert. Kam es dort zu einer verschärften Gesetzgebung? Bis zur Ausgabe 9 wurden auf der letzten Seite unten Herausgeber und Druckerei in Esperanto angegeben, ab der Ausgabe 10 erscheinen die Angaben in Rumänisch, Esperanto steht in Klammern. Wo sind die neuen europäischen Historiker, die sich über das wirklich interessante Feld hermachen? Müssen sie mit Esperanto aufgewachsen sein, um sich für ihre Geschichte zu interessieren? [se]
Iu, kiu volas forgesi la ŝovinismon. (Jemand, der den Chauvinismus vergessen will.) "Einen seltsamen Gast hatte Belgrad. Der pensionierte britische Admiral John Weston kam mit seiner Frau, seinem Sohn und zwei Töchtern in seinem eigenen Reise-Automobil an. Er erklärte den Journalisten, daß der Zweck seiner Reise die Erziehung seiner Kinder ist. Die heutigen Schulen sind nicht geeignet, um junge Menschen auf das Leben vorzubereiten. Er möchte, daß seine Kinder selbst vom Leben lernen. Mit dem eigenen Auto reiste die Familie des alten Soldaten durch Kapland, Südafrika, Kongo, Sudan, Ägypten, Palästina, Irak, Türkei, Bulgarien und Jugoslawien. Von Jugoslawien reisen sie über Italien, die Schweiz und Frankreich zurück nach England. "Meine Kinder", sagte der Admiral, "sollen viele Länder, Völker und Religionen kennenlernen. Wir bleiben, wo wir wollen, und schließen einen Bund mit der Bevölkerung und nicht mit den offiziellen Vertretern. Ich kann Ihnen versichern, daß die Völker, vor allem die Landbewohner überall gut, rechtschaffend und friedliebend sind. Über die Führer der Völker kann ich dies – leider – nicht immer bestätigen. Vor allem – endete der weise Mann seine Rede – möchte ich meine Kinder vor dem Chauvinismus schützen, welcher uns alte Menschen vergiftete und der das größte Übel der heutigen Zeit ist. Ich möchte es vergessen wird und meine Kinder sollen es nie erfahren.""
La internacia lingvo de la fervojoj. (Die internationale Sprache der Eisenbahnen.) "Die internationalen Eisenbahn-Verwaltungen haben die Einführung von international gültigen Beschilderungen in Bahnhöfen ausgehandelt. Bis jetzt bewilligte man folgende Zeichen. Das Fragezeichen bedeutet die amtliche Auskunfts-Stelle, ein offener Koffer zeigt das Zollamt, ein geschlossener Koffer den Gepäck-Versand, ein Handkoffer das Gepäck-Depot, Gabel und Messer gekreuzt zeigen das Restaurant, ein großer Pfeil den Ausgang, drei Münzen die Geld-Wechselstube, ein Briefumschlag das Eisenbahn-Postamt, eine auf eine Lokomotive zeigende Hand zeigt den Bahnsteig, Stock und Regenschirm gekreuzt zeigen den Aufbewahrungsort für die gefundenen Gegenstände. (Frage: Auf welche Weise verständigt man sich in den Waggons während einer langen öden Fahrt? Vielleicht mit Fingersprache?)"
 "Kern-ŝtatoj" ("Kern-Staaten")
"Die politische Sensation der letzten Wochen ist die politische und wirtschaftliche Übereinkunft der Klein-Entente. Diesen Schritt verursachte, wie bekannt, teils die Revisions-Propaganda, teils der Wille zur Unabhängigkeit der Kleinen Entente. Beneŝ sagte dies klar und entschieden: "Durch diesen Pakt beabsichtigt die Entente auch zum Ausdruck zu bringen, daß sie ihre Machtposition in Mitteleuropa mit eigenen Kräften verteidigen kann."
Titulescu betonte besonders die positive Seite des Vertrages, aussagend, daß es der erste Schritt zu der Verwirklichung der Vereinigten Staaten von Europa sei.
Die Völker haben sich schon seit langem an die versprochenen Aussagen der Staatsmänner gewöhnt; und nur wenige glauben an sie. Aber wenn die Symptome nicht täuschen, wird der aktuelle Schachzug die europäische politische Situation gänzlich verändern. Die Bedeutung des Paktes beweist das große Echo in der europaweiten Zeitungs-Landschaft.
Die Grund-Gedanke des Vertrags war die Verteidigung, aber das Abkommen enthält auch eine starke konstruktive, schöpferische Initiative. Das ist, was uns hauptsächlich interessiert.
Hoffentlich gelingt es den Ministern der drei mittel-europäischen Staaten, diesen positiven Gedanken immer mehr und mehr zu verwirklichen und die anderen europäischen Staaten zur Zusammenarbeit und Einigung zu ermutigen.
Durch die Neu-Organisation der Klein-Entente wäre es empfehlenswert, auch den Namen dieses Staaten-Bundes zu ändern. Das Wort Entente erinnert zu sehr an den Weltkrieg, an die Vergangenheit. Man sollte ihm einen neuen Namen geben. Akzeptabel wäre die Benennung von Minister Titulescu, der mal sagte, daß die Zusammenarbeit der Donau-Staaten den Kern der künftigen Europa-Union ausbilden solle. Das Wort "Kern-Staaten" würde mehr in die Zukunft weisen, auf das künftige europäische Zusammenwirken."
EKONOMIO (WIRTSCHAFT)
Decidoj de Internacia Komerca Ĉambro (Beschlüsse der Internationalen Handelskammer)
"Aus Paris berichtete man: Die Verwaltung der Internationalen Handels-Kammer veranstaltete eine Diskussion, in der man wichtige Entscheidungen annahm. In erster Linie lehnt die Verwaltung jeden staatlichen Eingriff in die Privat-Wirtschaft ab, betonend, daß das wirtschaftliche Leben nicht unter Strangulationen leiden könne, wie solche in manchen Staaten getan werden. Außerdem kämpft die Internationale Handels-Kammer energisch gegen die Import- und Export-Kontingente. Man begründete diese Entscheidung damit, daß Mengenbezogen des Imports und Exports immer von den Bedürfnissen der Einwohner abhängt, die Kontingentierung also eine Zwangsmaßnahme ist, welche den Weg von Handel und Industrie in ihrer freien Handlung versperrt. Man schlug vor, daß alle Noten-Ausgabe-Banken von Europa Auszüge über die privaten und öffentlichen Schulden anfertigen, damit man ein klares Bild davon haben kann.
Interessant ist die Feststellung der Verwaltung, wonach die Waren-Preise niemals durch eine unnatürliche Erhöhung des "Devisen"-Umlaufs beeinflusst werden können. Man fordert die Senkung der Einzelhandelspreise*, damit der Konsum wachse. Die Internationale Handels-Kammer erkannte später, daß nur eine stabile Währung sowohl für den Handel wie auch für die gesamte Wirtschaft nützlich ist."
Unue politika kaj poste financa stabileco. (Zuerst politische und danach finanzielle Stabilität.) "Anlässlich des Abschieds-Banketts zu Ehren von Herrn Tanaka, einem japanischen Delegierten, einem ehemaligen Mitglied des Verwaltungsrats* der Bank für Internationale Zahlungen, machte man interessante Verlautbarungen teils von versammelten Bankiers und Mitgliedern des Direktions-Rates, hinsichtlich der Stabilisierung der internationalen Zahlungs-Mittel. Das englische Pfund wertete mit 25 Prozent ab, der Yen – den Ereignissen in der Mandschurei folgend – mit 46 Prozent, die norwegische und schwedische Krone mit 32 Prozent. Außerdem ereigneten sich große Wertverluste bei einzelnen mitteleuropäischen Währungen. Die Urteile sind darin übereinstimmend, daß das Gold die Basis eines internationalen Werte-Systems bleiben muß und zudem die Heilung der internationalen Zahlungs-Mittel nur dann beginnen kann, wenn die politische Stabilität bereits erreicht ist. Auch darin gab es diesbezüglich keine Meinungs-Verschiedenheit, daß die Heilung der internationalen Zahlungs-Mittel nach der Stabilisierung des Pfunds beginnen wird. Engländer schlugen den Umzug der Bank von Basel nach London vor."
Moderna fabelo: Mono estas en abundo. (Modernes Märchen: Geld gibt es im Überfluß.) "Die Vereinigten Staaten von Amerika stellten für die Industrie und für die Landwirtschaft in drei großen Raten riesige öffentliche Mittel in Milliardenhöhe bereit, jedoch wurde es zur grotesken Situation, daß die amerikanische Regierung mit ihrem Geld allein blieb. Von den 7.000.000.000, welche der Wirtschaft als zweite Rate gegeben wurden, beanspruchte man nur 20 Prozent. Nun bildete man eine Kommission aus angesehenen Bankiers und Landwirten, deren Verpflichtung es sein sollte, das Geld unter die Leute zu bringen. Dies zeigte ganz klar: Die Wirtschafts-Krise ist eine Vertrauens-Krise und keine Finanz-Krise. Geld gibt es in New York, London, Paris, Amsterdam und in Zürich im Überfluß. Aber dieses Geld in den Händen allzu zaghafter Kapitalisten zeigt keinerlei Neigung durch irgendeine ernsthafte Bemächtigung, sei dies die Industrie, der Handel oder die Landwirtschaft.* Für dieses Geld zahlen die Banken eineinhalb Prozent und auf diese Weise ist für die Kontoinhaber fast nichts zu profitieren. Während auf der einen Seite außergewöhnlicher Geld-Überfluss herrscht, droht Mitteleuropa eine wirtschaftliche Katastrophe unerhörten Ausmaßes und viele Staaten Almosen-betteln um Anleihen."
La dormanta mon-lavango en Francujo. (Die ruhende Geldlawine in Frankreich.) ""Matin" stellt die Frage, wie viele französische Banknoten sind aufgestapelt? Seit sechs Jahren werden Banknoten mit hohem Wert (1000 Franken) für 26,5 Milliarden ausgegeben. Es ist nicht übertrieben zu behaupten, daß von dieser Summe 20 Milliarden von Franzosen und Ausländern aufgestapelt und beiseite gelegt werden. Infolgedessen ergibt sich die Frage: Was passiert an jenem Tag, wenn diese versteckten Banknoten wieder in den Umlauf zurückkehren werden? Was wird passieren? Darüber ist es wert nachzudenken! Geschieht das, was in Deutschland geschah, als während der großen Inflation die schlafende Geld-Lawine erwachte und mit immer zunehmender Wucht von dem Berg hinunterstürzte, sich in die Wirtschaft schleuderte und dort alles mit sich wegriss: Standhaftigkeit, Berechenbarkeit, Ruhe, Nerven, Vertrauen und Glauben."
1500 loĝantoj kaj 4000 akciaj societoj. (1500 Einwohner und 4000 Aktien-Gesellschaften.) "Das kleine Herzogtum Liechtenstein, kaum größer als eine Handfläche, ein unabhängiger Staat in der Mitte von Europa, hat sich in den letzten Jahren stark aus seiner Bedeutungslosigkeit erhoben. Die Reichen nämlich aus den verschiedenen Ländern haben es sehr bevorzugt, weil sie dort ihren Besitz aufbewahren. Die Hauptstadt von Liechtenstein ist Vaduz, welches knapp 1.500 Einwohner hat, aber derzeit gibt es in der Stadt wenigstens 4.000 verschiedene Aktien-Gesellschaften."
Sovetrusujo konstruas silojn en Bratislava. (Ĉeĥoslovakujo) (Sowjetrussland baut Silos in Bratislava (Tschechoslowakei).) "Die tschechoslowakische Regierung erlaubte, daß Sowjetrussland in Bratislava große Getreidespeicher und Lagerhäuser baut, in denen russisches Getreide und andere Dumping-Waren gelagert werden. Das Personal, derzeit nur wenige Kontrolleure und Arbeiter, sind ausnahmslos Russen. Die Inhalts-Kapazität beträgt 1000 Waggons. Die Regierung erklärte das Bauwerk zum steuerfreien Standort. Es herrschen auch Nachrichten, gemäß denen Sowjetrussland beabsichtigt, eine russische Donau-Schifffahrts-Gesellschaft zu gründen, deren Sitz ebenfalls in Bratislava sein solle."
[Sekve de konstantaj interkruciĝoj, .... (In Folge von beständiger Vermischung wird aus den europäischen Nationen eine Mischrasse entstehen müssen, jene des europäischen Menschen. Nietzsche.)]
[Ni petas adresojn ....
(Wir ersuchen um
Adressen von
U.Ŝ.E.-Freunden.)]

paĝo 4 / Seite 4
Spegulo de l' eŭropa problemo (Spiegel des europäischen Problems)

Beispiele:
"Zuerst das Einmaleins, – dann – die höhere Mathematik
Lernu fremdajn lingvojn! Sed antaŭ ĉio lernu la eŭropan, kiu faciligas al vi la pluan lingvo-studon.
(Lernen Sie fremde Sprachen! Vor allem erlernen Sie aber die "Europäische", die Ihnen jedes weitere Sprachstudium erleichtert.)
Vor allem die einfache Modell-Sprache "Europäisch" – dann – die komplizierten Sprachen."
TITULESCU POR EŬROPO-UNIO. (TITULESCU FÜR EINE EUROPA-UNION.)
"Titulescu, der rumänische Außenminister, gab während eines Interviews den Anstoß zu einer Wirtschafts-Übereinkunft zwischen der Klein-Entente und Ungarn und betonte, daß diese Zusammenarbeit den Kern der zukünftigen Europa-Union bilden könnte."
Ameriko bojkotas la eŭropajn varojn. (Amerika boykottiert die europäische Waren.) "Aus Washington berichtet man, daß in Amerika eine große Bewegung gegen die europäischen Waren beginnt. Zunächst boykottiert man die französischen Luxusartikel. Aber bald werden auch die deutschen und tschechischen Artikel boykottiert. In den Läden suchen die Käufer lediglich amerikanische Waren."
Nederlando, Belgujo kai Luksemburgo forigas la doganojn. (Niederlande, Belgien und Luxemburg schaffen die Zölle ab.) "Zwischen den Niederlanden, Belgien und Luxemburg fanden – wie bekannt – Konferenzen zur Lösung des Zollproblems statt, die auf Anregung des belgischen Königs erfolgreich endeten. Die genannten drei Länder verpflichten sich, daß sie untereinander keine neuen Zölle einzuführen werden und daß sie die derzeit gültigen Zolltarife jährlich um 10 Prozent vermindern, so lange man nicht neue
freiere Vereinbarungen findet."
Kvinjara plano de Coty kaj la Danubo. (Fünfjahrplan von Coty und die Donau.) "Aus Paris berichtete man: Der bekannte Parfüm- und Zeitungs-König Coty initiierte in seinen Zeitungen einen Fünfjahrplan um die Arbeitslosigkeit in Europa zu bekämpfen. Darin leitet ihn der Gedanke, daß man eine riesige Schifffahrts-Route vom Atlantik bis zum Schwarzen Meer erschaffen muß, deren Ausgangspunkt Nantes an der Loire-Mündung und deren Ende Constanta am Schwarzen Meer sein sollte. Zu dieser 4000 km langen Wasserstraße würde der schiffbare Teil der Donau von Passau bis zum Schwarzen Meer gehören, also 2225 Kilometer; der Verbindungs-Kanal würde von Nantes nach Regensburg führen. Auf französischem Staatsgebiet ist der geeignete Kanal zwischen Basel und Noillet-sur-Chers schon fast fertig, also 280 Kilometer, auf diese Weise bliebe also nur noch der Komplettausbau des 500 km langen Verbindungs-Kanals zwischen Noillet und Nantes. Auf deutschem Staatsgebiet steht das schiffbare Kanalnetz bereits zur Verfügung. Diese neue Wasser-Straße würde die Transport-Ausgaben – nach Berechnung von Coty – um 15 bis 20 Prozent senken."
Ameriko timas la konkurencon de Eŭropo. (Amerika befürchtet die Konkurrenz von Europa.) "Times berichtet aus Washington: Der demokratische Senator Pat. Harrison (Mississippi), welcher im künftigen Finanz-Ausschuß des Senats der Präsident sein wird, sagte per Radio, daß anlässlich eines vollständigen Streichens der Kriegsschulden die Hinterlassenschaften des Krieges, d.h. die Schulden von 54 Milliarden Dollar wie folgt aufgeteilt werden: Deutschland bewahrt sich vermutlich mit 1 Prozent, Italien zahlt nur 2, Frankreich 8, USA 39 und Großbritannien 50 Prozent."
Eŭropa legitimacia karto. (Europäischer Legitimations-Ausweis.) "Auf der internationalen Konferenz zum Auslandsverkehr in Nizza schlug man die Einführung eines europäischen Identitäts-Legitimations-Ausweises vor, der unter Aufsicht der zuständigen Polizei-Dienststelle von einem zu diesem Zweck zu schaffenden Amt ausgestellt werden soll und dem gewöhnlichen Reisepass hinzugefügt wird."
Sensacia radio-parolo de la amerika gazetreĝo. (Eine sensationelle Radiorede des amerikanischen Zeitungskönigs.) "Der Zeitungs-Magnat Walter R. Hearst hielt im Radio eine großartige Rede, die durch die gesamten USA ausgestrahlt wurde und außerordentlich scharfe Angriffe gegen die europäischen Schuldner enthielt. Die Europäer, sagte Hearst, kämpften mehrere Jahre lang wie wilde Tiere, bis ihre Kräfte erschöpft und ihre Ressourcen ruiniert waren. Dann riefen sie die Amerikaner um zu helfen, die für sich selbst und für die Allianz gewannen. Deshalb haben die USA viele Milliarden Dollar verausgabt und außerdem mehrere Milliarden an die Europäer geliehen. Für die Rückzahlung gaben die Schuldner ihr Ehrenwort. Die europäischen Nationen einigten sich auf ein "Gentlemen Agreement", dessen Ziel ist, die Vereinigten Staaten von Amerika zum Erlass der Kriegs-Schulden zu zwingen."
Beneŝ kontraŭ "diktaturo" de grandpotencoj. (Beneŝ gegen eine "Diktatur" von Großmächten.) "Die Großmächte müssen anerkennen, daß die Kleinstaaten selbstberechtigt sind. In der "České slovo" schrieb Außenminister Beneŝ einen Artikel über die Abrüstungs-Konferenz und über die Politik der Klein-Entente. In der Einleitung weist er auf die aktuellen grundlegenden Prinzipien der Abrüstungs-Konferenz hin, unter ihnen auf die Feststellung des grundlegenden Prinzips, daß Deutschland auf dem Gebiet der Rüstung gleichberechtigt ist. Dieses grundlegende Prinzip ist untrennbar mit der Sicherheit aller Völker der Welt verbunden. Dieses Ergebnis ist nicht großartig, aber man kann hoffen, daß die Abrüstungs-Konferenz schließlich trotzdem voller Ergebnisse enden wird. Die kleine Entente wird das Projekt von Herriòt - Paul Boncour annehmen. Das neue Organ des Friedens muß die Macht und Diktatur der Großmächte unterbrechen und sie müssen die Gleichberechtigung der kleinen und mittleren Staaten anerkennen. Die kleinen Staaten erkennen die größere Verantwortung der großen Staaten an, aber auch die großen Staaten müssen dies akzeptieren, daß die kleinen Staaten nicht nur Objekte der internationalen Politik sind, sondern daß sie autonom sind. In diesen Fragen haben die kleinen Staaten freie Hand. Die Belgrader Konferenz nahm das Grundprinzip an, daß die kleine Entente wünscht friedlich mit allen ihren Nachbarn zusammen zu arbeiten und sich energisch gegen jede Änderung der gegenwärtigen Ordnung wendet."
Roosevelt pri la "Eŭropa Bloko". (Roosevelt über den "Europäischen Block".) "Franklin Roosevelt erklärte, daß sich Frankreich, Deutschland und England in der Reparations-Frage relativ einig seien und drückte seine Befürchtung aus, daß diese drei europäischen Großmächte einen Block gegen die Vereinigten Staaten von Amerika bilden würden, damit sie gemeinsam gegen den von Amerika eingerichteten Zoll kämpfen."
Akcepto de projekto por Balkan-pakto. (Annahme des Projekts für einen Balkan-Pakt.) "Während der letzten Balkankonferenz wurde das Projekt für den Balkan-Pakt angenommen und Belgrad als Konferenzstadt ausgewählt. Außerdem entschied man auch eine Balkan-Handels-Kammer zu gründen und man beauftragte mit der Ausarbeitung dieser Vorschläge eine eigene Kommission. In der Besprechung betonte der Präsident Cicio Pop die Notwendigkeit von Harmonie und Zusammenarbeit zwischen den Völkern des Balkans."
Forstreko de militŝuldoj — nur kontraŭ import-permeso. (Streichung von Kriegsschulden – nur gegen Einfuhr-Erlaubnis.) "Präsident Hoover erklärte, daß Amerika bereit sei, seine Kriegsschulden zu reduzieren oder zu streichen, vorausgesetzt, daß es eine nicht-militärische Import-Genehmigung für Getreide und Maschinen nach Europa erhalten wird."
Balta dogan-federacio. (Baltischer Zollbund.) "In politischen Kreisen wird laut, daß zwischen den Regierungen Lettlands, Litauens und Estlands Gespräche über eine Realisierung eines baltischen Zollbundes stattfanden. Die Verhandlung werden offenbar bald vorteilhaft enden."
Ŝipar-armigo de Ameriko. (Amerikas Flotten-Bewaffnung.) "Aus Washington berichtet man: Das Navigations-Ministerium hat eine Denkschrift veröffentlicht, welche die Haupt-Grundsätze der Marinepolitik der USA enthält. Man betont, daß das Ziel der Marinepolitik die Schaffung schneller und breiter Angriffs-Flotten ist. Durch den endgültigen Aufbau der Flotte, welche bis zum Jahre 1945 auf gleichem Niveau mit der englischen Flotte sein muß, wird weder eine Konkurrenz mit anderen Staaten hergestellt, noch werden die gültigen Verträge angegriffen. Die Kosten des Schiffbau-Programms bis zum Jahr 1945 werden auf eine Milliarde Dollar beziffert."
Projekto de Sudamerika doganunuiĝo. (Projekt einer Südamerikanischen Zoll-Vereinigung.) "Wie der "Manchester Guardian" berichtet, wurde das Projekt für die südamerikanische Zoll-Vereinigung, entworfen von Herrn Ross, Finanzminister von Chile, an die Regierungen der Nachbarländer übergeben."
La signo de la tempo. (Das Zeichen der Zeit.) "Amerikanische Kurz-Mitteilungen, die für die heutigen Zeiten besonders charakteristisch sind: a) In Amerika wünscht man zu lachen. Nur lachen. Das Gehalt der amerikanischen Komiker erhöhte man in allen Theatern und Varietés – verglichen zum vorjährigen Gehalt – um das Doppelte. b) Ein Kino in Chicago, welches unter den Besuchern bisher Automobile und Juwelen verlost hat, verschenkt jetzt an jeden fünfzigsten Besucher ein Paar hochwertige Schuhe und an jeden zehnten Besucher 15 kg Mehl."
Karolo Czapek pri la historia destino de la aŭstro-hungara monarĥio. (Karolo Czapek über das historische Schicksal der österreichisch-ungarischen Monarchie.) "In der Zeitschrift "Prítomnos" schrieb der tschechische Schriftsteller und Journalist Karolo Czapek über das historische Schicksal der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie. Es ist eine historische Frage, ob die Rolle ein Zufall war, welche Böhmen im Heiligen Römischen Reich und in der ehemaligen Monarchie spielte, oder ob es das wiederkehrende politische Programm des böhmischen Staatslebens war. Die Tschechen haben eine Tradition in einer bestimmten europäischen Rolle, eine Tradition, welche auch heute noch etwas zu sagen hätte. Heute sind es wirklich nicht Dynastien und Regierungen, die Organisationen schaffen, sondern wirtschaftliche Bedürfnisse und soziale Solidarität. Nicht irgendein Adler-Wappen wird die Nationen zusammen-schmieden, sondern eine reale und zugleich ideelle Idee. Diese gemeinsame Handlung hat bereits begonnen, und für die Tschechen ist es ein Vorteil, daß sie bereits eine gewisse historische Erfahrung haben, eine tausendjährige Praxis darin, daß sie in einer Gesellschaft anderer Nationen leben, und es kann sein, daß dies direkt ihre Vorbestimmung ist."
10 sv. frankoj (300 leoj) salajro post 3-monata senpaga laboro. (10 sw. Franken (300 Lei) Gehalt nach 3 Monaten unbezahlter Arbeit.) "In Transsilvanien ereignete sich folgendes: Vor kurzem stellte sich bei irgendeinem Unternehmen unter vielen anderen, auch die 20-jährige Tochter eines arbeitslosen Privat-Angestellten vor. Die Angestellte arbeitete bereits mehrere Jahre in einem Unternehmen und ist laut diversen Zeugnissen in den betreffenden Branchen perfekt ausgebildet. Der Vorgesetzte sagte zu ihr, daß er zwar eine Anfängerin als Hilfs-Angestellte suche, trotzdem kann er auch eine bereits perfektionierte Bewerberin akzeptieren, wenn sie den Bedingungen zustimme. Diese sind: drei Monate unbezahlte Arbeit und danach einen Monatslohn von 300 Lei (rund 10 Schweizer Franken). Die Bewerberin erklärte völlig überrascht, daß sie lieber den Platz eines Dienstmädchens einnehmen würde, das neben dem Essen und Unterkunft auch noch 800 Lei verdient. Darauf bemerkte der Vorgesetzte, daß kein Mangel an Aspiranten bestehe, welche bereitwillig die oben genannten Bedingungen akzeptieren würden."
Interkonatiĝ-vojaĝoj. (Kennenlern-Reisen.) "In den letzten Monaten kamen etwa 30.000 Menschen mit sogenannten "Austausch-Zügen" nach Budapest. Nicht Genf hat das getan, selbst Konferenzen von Diplomaten entschieden nicht darüber. Der Schrei des Lebens brachte die Austausch-Züge in Gang; das Bedürfnis und die Realität. Für diese Reise wurden die Bahnkosten gesenkt, die Zoll-Kontrolle gemildert und der Erwerb des Visums erleichtert. Der "Gegen-Austausch-Zug" machte sich ebenso voll auf den Weg nach Siebenbürgen (Rumänien). Diese Tatsache spricht deutlicher als jede diplomatische Raffinesse. Man muß die Beziehungen zwischen den Nationen erleichtern, natürlicher gestalten, man muß die Kosten der Kommunikation zwischeneinander weiter senken, das Leben befragen und nicht die leblosen Paragraphen und dann werden die Nationen wieder zueinander finden und die "Austausch-Züge" werden täglich die Reisenden massenhaft von einem Land ins andere bringen und es wird kein wundersames Ereignis sein."
Ni volas disvastigi (Wir wollen verbreiten) "eine Sprache, die den Landessprachen an innerer Bedeutung in nichts nachsteht. Wir missachten den Titel "Hilfssprache", weil er die Vorstellung eines Ersatzes vermittelt.
Georg SIECHE, Hirschberg.
In ESPERANTO Genf, 1. 1933."

2022102620221125SE
Dialect/GoogleTranslate hat sich als gute Hilfe beim Übersetzen herausgestellt (ab Ausgabe 8)
UŜE-EĤO 1933 -10- (Marto) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek


UŜE-EĤO 1933 -11- (Majo)
paĝo 1 / Seite 1
ilustraĵo / Abbildung: EŬROPANOJ LERNU EŬROPE! (EUROPÄER LERNT EUROPÄISCH!)

Die hier enthaltene Druckvorlage wurde sehr wahrscheinlich bereits in der UŜE-Broschüre "Der Weg zur Europa-Partei (Der Ausweg UŜE)" mit dem Neudruck des UŜE-Programms (Oktober 1932) verwendet. [se]

 ALVOKO! (ZURUF!)

"In den letzten Wochen wurde das politische Leben aktiver. Aus dem Schützengraben heraus wurde Politik bewegt.* Die anarchischen wirtschaftlichen Verhältnisse zwangen die Staatsmänner, dringend einen Ausweg zu suchen. Diplomaten reisen öfter als sonst, halten Konferenzen ab, machen Projekte, (oft nur für 2-3 Wochen) diskutieren, streiten, drohen, attackieren und verteidigen aufgeregt. Europa brodelt!
Wenn die Naturgesetze noch gelten, dann muß dem großen Krieg eine gleichgroße Positivität folgen. Es ist nicht vorstellbar, daß solch eine große Erschütterung welche der Weltkrieg war, ohne positive Reaktion bliebe; diese muß kommen, um den Krieg zu beseitigen und Europa zu befrieden.
Die politische Situation untersuchend, muß man feststellen, daß die positive Folge des großen Krieges der Europanismus sein wird. Dies wird der nächste natürliche politische Entwicklungs-Schritt unseres Kontinents sein; eine Forderung der modernen Technik und Biologie.
Millionen von Europäern spüren, daß der Europanismus kommen muß. Millionen Europäer wissen, daß er den gangbaren Weg für alle bedeutet. Das, was bis jetzt fehlte, war der Weg zum Europanismus. Es fehlte seine Beschreibung, Definition, und sein Haupt-Ausdrucksmittel war nicht bekannt. Nur wenige wissen heute, daß der Europanismus hauptsächlich durch die Europäische Sprache ausgedrückt wird. Sie ist sein hörbares und sichtbares Symbol. Auch wissen nur wenige, daß die erste Station auf dem Weg zum Europanismus die europäische Sprache ist. Nur sehr wenige wissen dieses, und nicht die Massen der Europäer. Es reicht nicht, daß einige Tausend davon wissen; es reicht nicht, daß 200.000 oder 300.000 Europäer diese Sprache sprechen. Unter den 500 Millionen gehen diese verloren, und sie bedeuten sicherlich keinen Faktor im öffentlichen Leben.

Unsere erste wichtige Aufgabe wird sein müssen: die Zahl der europäisch sprechenden Europäer stark zu steigern. Um dies zu erreichen, müssen wir unsere ganze Arbeit auf die Verbreitung der Sprache konzentrieren.
Wir sind überzeugt, daß die günstige Zeit gekommen ist, in der es erfolgreich möglich ist, großangelegte Propaganda zur Verbreitung der europäischen Sprache zu veranstalten. Wir möchten betonen: die europäische Sprache. Schon mit der Neubenennung wollen wir auf die neue Verbreitungs-Methode hinweisen, die wir beabsichtigen anzuwenden. Unsere Überzeugung ist, daß nur durch die neue Propaganda-Methode die Sprache erfolgreich unter den Massen verbreitet werden wird, und sie nach Jahren erfolgreich offiziell gemacht wird.
La redakcio de UŜE-EĤO per jeno iniciatas aranĝi ...
Die Redaktion von UŜE-EĤO regt hiermit an, während des Winters 1933-34 zu veranstalten eine
Attacke
um die europäische Sprache in großem Maßstab zu verbreiten.
Die Offensive der europäischen Sprache hat zum Ziel: durch die Verbreitung der europäischen Sprache die geistige Grundlage des Europanismus zu erschaffen.
Die Attacke soll also keine reine Sprach-Propaganda sein, sie soll auch Propaganda der europäischen Denkweise werden!
Pri la aranĝo (Über die Einrichtung)
Die Offensive sei einheitlich und gleichzeitig in allen Teilen Europas organisiert.
Dank der Rahmen-Organisation der E(speranto)-Bewegung ist ihre Einheit, Gleichzeitigkeit und Allgegenwärtigkeit realisierbar. Sie wird nur wirken und ansehnliche Erfolge haben, wenn sie nach einem einheitlichen Plan organisiert wird. (Keine andere Sprache ermöglicht in Europa die Verwirklichung von solcher einheitlichen Propaganda!) Die Massen werden unserer Propaganda nur Beachtung schenken, wenn sie zum Sachverhalt überzeugt sind, daß man gleichzeitig die Propaganda in allen Teilen Europas organisieren wird!
Kiuj aranĝu la ofensivon? (Wer soll die Offensive organisieren?)
In erster Reihe: Lehrer. Aus Erfahrungen wissen wir, daß die Veranstaltungen von Kursen für immer die wirksamste Propaganda für unsere Sprache bleiben wird. Deshalb wenden wir uns vor allem an Lehrer und Ausbilder, die bereit sein werden, die europäische Sprache nach unserer neuen Propaganda-Methode zu lehren und zu verbreiten. Wir wissen, daß die Lehrer oft nicht die Organisatoren der Kurse sind, aber sie waren und bleiben immer die treibende Kraft der Propaganda.
Sicherlich befinden sich unter ihnen viele, welche nicht beabsichtigen, die derzeitige Propaganda-Methode beiseite zu lassen. Wir haben nicht im Sinn sie zu überreden, wir wollen nur über unseren wirklich wichtigen Erfolg bei der Organisation des ersten Kurses der europäischen Sprache berichten. Aus der Begeisterung, die während der öffentlichen Examens-Feier sowohl bei den Studierenden als auch bei den Gästen spontan zu spüren war, lässt sich schließen, daß die neue Propaganda-Methode erfolgreich sein wird. Es wäre für immer bedauerlich, wenn man die sicherlich in ganz Europa vorhandene und anzutreffende Begeisterung nicht in positive Taten umsetzen würde.
Wir beabsichtigen nicht über Unterrichtsmethoden zu diskutieren, jeder soll nach der Methode unterrichten, von welcher er glaubt, den besten Erfolg zu haben.
Einheit werden wir nur bei der Propaganda fordern; diese sei sinngemäß europäisch.
Kiuj havos ankoraŭ eblojn kunhelpi ĉe la aranĝo de l' atako?
(Wer wird noch Möglichkeiten haben, bei der Organisation der Attacke zu helfen?)

Organisationen der E-Bewegung, wenn sich unter ihren Mitgliedern eigene UŜE-Gruppen oder Veranstalter von Kursen nach der neuen Propaganda-Methode bilden.
Weiterhin Gleichgesinnte, welche die Möglichkeit haben, die europäische Sprache und den Europanismus durch öffentliche Reden, Konferenzen und durch Zeitungen, Radio oder Filme zu verbreiten.
Das allgemeine Prinzip der Propaganda soll sein: die Arbeit der Esperanto-Pioniere würdig fortsetzen, die Propaganda-Methode den heutigen Anforderungen des praktischen Lebens anpassen, um die Sprache erfolgreich unter den Massen zu verbreiten.
Financado de la propagando (Finanzierung der Propaganda)
Begeisterung wird nicht ausreichen. Obwohl dies die Vorbedingung jedes Erfolgs ist, kann sie allein keine beachtlichen Ergebnisse erzielen. Damit die ganze Propaganda nicht in der Luft hängt und damit sie eine echte Grundlage haben soll, ist vor allem erforderlich für ihre Finanzierung zu sorgen.
Das Motto der Finanzierung sollte lauten: Selbstfinanzierung. D.h. die gesamte Propaganda-Offensive wird sich selbst finanzieren müssen. Lokalgemäß und alles in allem wird die Eigen-Finanzierung der Offensive möglich sein. Verluste können bei sorgfältiger Einrichtung nicht entstehen. Das Ergebnis des ersten Kurses der europäischen Sprache, der wie ein Testkurs auch in Bezug auf die Finanzierung war, bewies, daß die Gestaltung der Kurse kein großes Kapital erfordert und keine Verluste verursacht. Jene kleinen Beträge, die von den Veranstaltern zur Bewerbung der Kurse geliehen werden, sind bereits bei Anmeldung der Kursteilnehmer rückzahlbar. Das Honorieren der Lehrer kann es immer wert sein, denn für Kurse in europäischer Sprache wird es immer möglich sein, höhere Beiträge als die bisherigen festzulegen. Kostenlose Kurse zu veranstalten ist nicht anzuraten. Man betrachtet sie als unseriöse.
Im Monat Mai einen Propaganda-Plan für die nächste Wintersaison zu veranlassen, scheint noch etwas früh! Möglicherweise! Aber wir glauben, daß eine großangelegte Veranstaltung rechtzeitige Vorarbeiten und Vorbereitungen erfordert. Wir denken, den Interessierten genug Zeit zu geben, um über die Sache nachzudenken und zu entscheiden, um den Verbreitungs-Bereich zu finden, auf dem sie gemäß ihren individuellen Fähigkeiten am meisten helfen können. In der Folge, daß es sich bei Verbreitung nach Methode und nach Inhalt um einen neuen Weg handelt, ist es wichtig, daß sich jeder Teilnehmer der Propaganda-Offensive rechtzeitig vorbereiten muß. Veranstalter, Lehrer können sich über die neuen Leitgedanken informieren, nach welchen man die europäische Sprache fördert; Redakteure, Wortführer bei Interesse an Artikeln, Themen, Konferenz-Vorträgen usw. Vorschläge, Initiativen, Ratschläge werden unsererseits gerne angenommen, von denen wir beabsichtigen, die umsetzbaren durch Veröffentlichung aufzuwerten.
Unsere Überzeugung ist, daß auch unter den Anhängern unserer Sprache viele sind, die unser gesamtes Wirken als Utopie betrachten. Sollen sie uns doch nur für Utopisten halten! Es wird ein Glück für unser Handeln sein, wenn Memmen und Enghorizont-Menschen fernbleiben und uns nicht belästigen.
Mögen es nur wenige, jedoch zuverlässige Mitkämpfer sein!
An all jene wenden wir uns, welche die Mahnung der Zeit verstehen! All jene rufen wir auf, welche fühlen, wissen und davon überzeugt sind, daß die Zamenhof-Sprache am Beginn einer neuen Epoche angekommen ist. Wir laden all jene zur Mitarbeit ein, die noch an den End-Sieg der Sprache glauben.
Ob es eine Rolle spielen wird, daß der Propaganda-Weg ein anderer ist als der bisherige, wenn die Möglichkeiten bedeutsamere Erfolge versprechen? Ob die Neubenennung der Sprache wichtig ist, wenn es gelingt, sie aus den Massen der künstlichen Welt-Hilfs-Sprachprojekte herauszuheben und als Ergebnis einer natürlichen Sprach-Entwicklung zu akzeptieren? Warum sollten wir unsere Zeit und unser Geld für Kämpfe mit anderen Sprach-Projekten opfern, wenn diese Streitigkeiten nur den neuen Projekten helfen und die Massen an der Tauglichkeit unserer Sprache schwanken und zweifeln lassen? Warum mit Anhängern neuer Projekte diskutieren, wenn wir überzeugt sind, daß das Sprach-Problem seine Lösung in unserer Sprache gefunden hat! Warum verschwenden wir unsere Energie, wenn wir uns immer allein auf die Verbreitung unserer Sprache konzentrieren sollten?
An all jene wenden wir uns, welche die historische Aufgabe unserer Sprache verstehen; welche wissen, daß selbst für Zamenhof die Sprach-Schöpfung nur eine zweitrangige Angelegenheit war. Sein Hauptziel war es, ein Werkzeug zu schaffen, das eine gegenseitige Verständigung zwischen den Nationen ermöglicht. Wenn wir beabsichtigen, seine Ideen vor allem in Europa zu verwirklichen, bedeutet das nicht, daß sie nicht zwischen allen Nationen der Welt umsetzbar sein werden. Aber das gegenseitige Einverständnis mahnt in erster Reihe in Europa zur Eile, welches noch das Zentrum der Welt ist. Deshalb müssen wir hier mit der Verwirklichung beginnen. Durch diese unsere Anstrengungen setzten wir uns ein erreichbares Ziel in absehbarer Zeit.
Über den Köpfen der untereinander kämpfenden Nationen wollen wir durch unsere Arbeit eine neue Plattform schaffen, die Ebene des Europanismus, welche die Wiedergeburt von Europa ermöglicht!
Die Redaktion
von
UŜE-EĤO."
Wie konnte sich Zauner in seiner Zeit nur so geben? Alles scheint doch so sinnlos, da sich ja andere Kräfte leichter durchsetzen. Es liegt aber in der Freiheit des Geistes, sich gegen die allgemeine Auffassung zu stellen und das Notwendige zu benennen. Das gilt immer, auch heute. Die Probleme der Gesellschaften blieben, sie sind gegenwärtig. [se]
paĝo 2 / Seite 2
 Brile finiĝis la unua kurso de l' eŭropa lingvo
(Glänzend endete der erste Kurs der europäischen Sprache)

"Die voll-begeisterte Schar der Veranstalter, welche von Stunde zu Stunde mit fleißiger Arbeit den ersten Kurs der europäischen Sprache in Timiŝoara einrichtete, lechzte mit angespannter Erwartung auf den erfolgreichen Abschluß der dreimonatigen Arbeit. Dies ist selbst-verständlich, weil die mutige Initiative nicht risikolos war. Aber schon heute dokumentiert die Sache selbst die Richtigkeit und sogar die Vorzughaftigkeit, weil das Ergebnis ein voller Erfolg ist.
"... Es kann sein, daß es unter euch, liebe Esperantisten, diejenigen gibt, welche beabsichtigen uns wegen unserer neuen Werbe-Methode anzugreifen. Wahrlich, wir bewerben die Sprache nicht als künstliche, sondern als natürliche. Nicht nur unsere Erfahrung ist dies, daß die Menschen allgemein eine Abneigung gegen die künstlichen Dinge und eine Sympathie zu den natürlichen Dinge haben. Und hat unsere Sprache nicht von Anfang an ihre natürliche Charakteristik? Ihre Elemente sind den indogermanischen Sprachen entnommen. Wir betonen nur dies, was Linguisten allgemein bei der wissenschaftlichen Erforschung der Esperanto-Sprache berücksichtigen mussten und müssen und was man in der praktischen Seite der Sprache noch nicht bemerkte, nämlich: ihre natürliche Qualität. Wir wollen die Massen davon überzeugen, daß die Sprache ein gleichsam natürliches Erfordernis der modernen Gegenwart für den modernen Menschen des fortschrittlichen Zeitalters ist. ..". – sagte unser Kursleiter, Herr Julio Csapó, in seiner Rede unter anderem während der Examens-Feier, welche am 2. April 1933 in dem großen Festsaal des Industrie-Unternehmens-Verbands stattfand.
Schon unmittelbar zu Beginn hörten die Anwesenden dem Vortrag mit heiterer Mine zu: die Gäste, Kursteilnehmer und Esperantisten, dem sogleich die Modell-Unterhaltung folgte, welche die Leichtigkeit unserer Sprache bewies und eine herzliche Atmosphäre erzeugte. Man erlebte dem Sehen nach, daß die Wissbegierde des Publikums voll befriedigt wurde, ja sogar angenehm überrascht von weiteren Offensichtlichkeiten war.
Nach dem Gespräch präsentierten die Geschulten den zweiten Teil der Examens-Feier, deren Programme sie gewandt befähigt selbst vorführten. Geschickt reimten die Fräulein Lilly Theisz, Maria David; Herr Dr. Johano Stein hielt eine sehr kunstvolle Rede über Sprache; weiter trug Herrn Dr. Antono Mark vor; mit musikalischer Begleitung, vorgetragen von Herrn Juan Bodor (die Klavierbegleitung kam von Fräulein L. Theisz), es dichtete Pfadfinder* Scout M. Keller.
Der zweite Teil des Programms war für den Kursleiter eine echte Überraschung. Fräulein Anjo Koch besang mit einem selbstverfasstem 15-Strophigen Versprolog die interessanten Ereignisse des Kurses und des Lehrers. Danach stellte sich der mutige 9-jährige Sohn von Herrn Dr. Juan Stein an das Pult als neuer, moderner Sprachprofessor vor mit den Kursteilnehmern ein Gespräch nach der Cseh-Methode anfangend, wobei er den Kursleiter imitierte. Frau Ida Fischer dankte dem Lehrer im Namen der Kursteilnehmer mit direkten, warmen Worten und überreichte ihm in spanischer Umgangsform ein Diplom, – ein von einem Kursteilnehmer, Herrn Jozefo Müller, angefertigtes Kunstwerk – welches von der Zufriedenheit der Kursteilnehmer mit dem Lehrer und der Lehrmethode zeugt. Um die Liebe der Kursteilnehmer zum Lehrer zu dokumentieren, überreichte sie ihm eine geheime "Schachtel", darin: eine silberne Taschenuhr mit einer Kette (sogar eine verzierte "Schachtel" wurde von einem Kursteilnehmer hergestellt, von Schmuckhersteller Mr. Francisco Karaffy) und ein Erinnerungs-Schreiben der Kursteilnehmer, welches von Herrn Dr. Kornel Steiner verfasst wurde. Der Lehrer stand gerührt da, kaum in der Lage, Danke zu sagen für die vielen Überraschungen und Ergriffenheit, für die große Liebes-Bekundung der Kursteilnehmer.
Auf allgemeinen Wunsch der Kursteilnehmer veranstalten die UŜE-Freunde einmal pro Woche Übungs-Abende für die Schülerschaft, bei denen sie unter Anleitung der geübten Beherrscher der Sprache Programmgemäß, aber dennoch frei, die Sprache zum weiter perfektionieren üben."
 Kelkaj kaŭzoj de la novnomigo (Einige Gründe für die Neubenennung)
Mit dieser natürlicheren Namens-Gebung soll die Sprache aus der Gruppe der Weltsprach-Projekte herausgehoben und ihre natürliche Herkunft stärker betont werden.
Die europäische Sprache entstand zu einer Zeit, als Volapük blühte. Wegen der Tatsache, daß das Weltsprachen-Projekt Volapük wirklich eine kunstgemachte Sprache war und man Esperanto als dessen Konkurrent betrachtete, bedeutet der Name Esperanto in der Masse immer ein kunstgemachtes Welt-Hilfssprachen-Projekt. Ein radikales Mittel, um diese Assoziation zu beseitigen, ist die Neubenennung.
Mit der Namens-Gebung "europäisch" erhält die Sprache eine wissenschaftlichere Grundlage. Die Tatsache, daß Esperanto die Synthese der indo-europäischen Sprachen ist, war auch bis heute eine gut bekannte, aber man nutze nicht, betonte nicht besonders seine wissenschaftliche Einordnung und Einstufung unter den indo-europäischen Sprachen. 
Nur in wenigen Lehrbüchern weist man auf dieses wichtige Propaganda-Argument hin. In den sprach-wissenschaftlichen Werken von Dr. E. Privat wird die indo-europäische Grundlage der Sprache ausreichend betont, aber in der praktischen Verbreitung wendete man diese wichtigen wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht an.  
Der Vormarsch von einer solch genialen Idee und Arbeit, wie es die Zamenhof-Sprache ist, ist unmöglich, auf Dauer zurückhalten. Es sucht und sucht sich Erfolgs-Möglichkeiten, bis es endlich den richtigen Weg für sich erstreitet....
Außerhalb Europas gibt es bereits eine mehr oder weniger weit verbreitete gemeinsame Zweitsprache, nur in Europa, wo die Lösung des Sprachen-Problems am dringlichsten ist, fehlt das gemeinsame Verständigungsmittel. Darum ermöglicht die Namens-Gebung "europäisch" den Europäern, unsere Sprache aufgrund ihrer Einfachheit und Gemeinsamkeit zu bevorzugen, wenn sie sich zwischen englischer und europäischer entscheiden müssten.
Die Zahl der Angehörigen der Sprache, welche man als kunstgemacht propagiert, wird immer begrenzt sein.
Mit der Namens-Gebung "Esperanto" ist es nicht möglich, die Sprache in großem Stil unter nationalistischen Massen zu verbreiten, die sie als international oder staatenlos betrachten. Und Internationalität wie auch Staatenlosigkeit vermeiden die Massen instinktiv.
Die staatliche Amtlichmachung von Esperanto ist nahezu aussichtslos. Wäre die Offizialisierung einer europäischen Sprache in Zukunft unmöglich?
Allein ein Sprachprogramm reicht nicht aus, damit die Sprache am Ende gewinnt. Der Esperantismus manifestiert sich übermäßig in einer Sprach-Bewegung, weshalb ihm um zu siegen immer die benötige trabatische* Kraft  fehlen wird.
Wir sind davon überzeugt, daß wir mit der Neubenennung befördern, die Verbreitung der Sprache zu beschleunigen. Diese Beschleunigung ist zugleich deshalb so wichtig, weil, wenn unsere Sprache nicht in den kommenden Jahrzehnten großen Erfolge erzielen wird, hierauf vielleicht auch ihr Konkurrent noch den letzten Teil der Welt erringt, wo sie noch nicht allgemein als zweite Sprache akzeptiert wird: Europa!*
Nach unserer Überzeugung ist der Grund dafür, daß sie bis heute die Massen noch nicht erreicht hat, nicht in der Struktur der Sprache zu suchen, sondern in der bisherigen verkehrten, fehlerhaften Propaganda-Methode.
EMO (Neigung)
Dr. Iosif Körner (Dr. Josef Körner)
Sekretario de la Advokata Ĉambro en Timiŝoara. (Sekretär der Anwaltskammer in Temeswar.)
Dr. Körner sprach vor einer angesehenen Gesellschaft von Juristen, Ärzten und anderen Gelehrten über die Notwendigkeit einer gemeinsamen Sprache. Aus seiner inhaltsreichen Rede, in welcher er die Anwesenden mit der Struktur, leichten Erlernbarkeit und Brauchbarkeit unserer Sprache bekanntmachte, veröffentlichen wir einige Gedanken.
Aufrichtigerweise müssen wir die Tendenz bestätigen, daß die Menschen auf der heutigen Entwicklungsstufe nicht einander ähneln wollen, sondern verschiedene sein wollen.
Auch die Sprachen sollen zu dieser Differenzierung beitragen.
Aber auch der Kultur-Mensch, welcher versteht, und möglicherweise auch der differenzierenden Tendenz des menschlichen Charakters zustimmt, räumt die Notwendigkeit einer gemeinsamen Sprache ein. Über Differenzierungen hinweg müssen wir eine Brücke bauen, damit diejenigen, welche zur anderen Seite wechseln wollen, die Möglichkeit haben.
Zweifellos besteht die Tendenz, eine gemeinsame Sprache zu lernen. Diese Neigung ist bereits bei vielen eine halbe Entscheidung und es fehlen nur die starke Ermunterung und der Anstoß, sie in ein Handeln umzusetzen.
Eine merkwürdige Angelegenheit ist, daß beispielsweise die Engländer noch nicht erkannt haben, daß sich ihre Sprache in gewissen Gesichtspunkten nicht sehr von der chinesischen unterscheidet. Während in der chinesischen Sprache jedes gesprochene Wort anders zu schreiben ist, wird in der englischen Sprache fast jedes geschriebene Wort anders ausgesprochen. Und das ist fast dasselbe.
Meine Überzeugung ist, daß sich die zukünftige Welt – an deren Entstehung wir mitwirken –  momentan in einem Stadium befindet, wie das primitive Urgeschöpf eines längst verschwundenen Erdzeitalters.
Die Masse dieses sich entwickelnden Organismus ist bereits vorhanden, die Körpermasse hat bereits ihr Netzsystem von Venen und Nerven (Eisenbahn, Telegraf, Telefon usw.), und ich sehe und glaube, daß dieses neue Geschöpf jetzt lernt zu sprechen. 
 Mirinda cirkulado de kvincent dolaroj (Wundersame Zirkulation von fünfhundert Dollar)
Wir hörten bereits viel von der Macht, einer Allmacht des Geldes, aber noch nie war die Thematisierung darüber größer als seitdem beinahe die ganze Welt den Mangel an Geld erleidet. Amerika, wo die Banken tosend zusammenstürzen, fängt jetzt nur nervös an, nachzugrübeln, und die Bevölkerung des angebeteten Dollars sucht mühsam die Weise, nach der man ohne Geld vorwärtskommen könnte. Die seltsame Begebenheit, welche wir unten erzählen, beleuchtet dieses Problem mit jäh blitzendem Aufscheinen.*
Dies ist eine hundertprozentig amerikanische Begebenheit. Es lohnt sich, sie zu lesen.
Ein Herr besucht während der Mittagszeit ein elegantes New Yorker Hotel, in dem sich im Allgemeinen die Beschäftigten der Mittelklasse gewohnt sind einzumieten. Er bittet um ein Zimmer und bittet darum, den Besitzer des Hotels herkommen zu lassen, welcher sich nach ein paar Minuten zur Verfügung stellt.
– Ich habe – sagt der Gast, den wir White nennen – einige wichtige Dinge, und ich will nicht mehr Geld bei mir behalten, als ich brauche. Diese fünfhundert Dollar deponiere ich bei Ihnen; bitte es, aufzubewahren. Erst sehr spät abends, nach der Theater-Aufführung komme ich zurück und dann, nicht wahr, Sie werden so nett sein... ....
Nachts um elf Uhr erscheint Mr. White im Hotel:
- Würden Sie so freundlich sein, meine fünfhundert Dollar zurückzugeben, - sagte er zum Hoteldirektor.
Mr. Green, der Hotel-Chef, steckt seine Hand mit einer eleganten Bewegung in die Tasche und überreicht die Banknote. White .... weiter auf seite 3 
Text wegen geringerer Relevanz bis auf weiteres gekürzt. [se]
paĝo 3 / Seite 3 weiter von Seite 2 (White ....)
White wirft Green einen Blick zu und dreht unterdessen das Ticket vor seiner Nase um. ....
Das wertlose Papier-Stück ging daher an Hr. White zurück. Aber in der Zwischenzeit fanden folgende Vereinbarungen statt:
1. Der Hotel-Chef bezahlte damit seine Miete.
2. Der Hauseigentümer hat damit seinen Anwalt bezahlt.
3. Der Anwalt bezahlte seinen Schneider.
4. Der Schneider bezahlte damit den Mieter*.
Nach all dem ist hier die Frage: Wozu brauchen wir denn das Geld? ... das wirkliche Geld?
Aus dem Ungarischen:
Francisco Engelmann.
Text wegen geringerer Relevanz bis auf weiteres gekürzt. [se]
Estas jam tempo... (Es ist an der Zeit...)
""Nun ja, es wäre an der Zeit, daß wir alle, die sogenannten Kultur-Menschen, eine Sprache sprechen. Da es ja trotzdem bedauerlich ist, daß den bedeutenden Mac Donald, der geografisch nur durch den vierzig Kilometer breiten Kanal von seinem französischen Kollegen getrennt ist, ihn jene Weltpolitiker ohne Dolmetscher nicht verstehen können, welche nicht Englisch oder nicht einmal Schottisch sprechen. Denn auch solche sind zahlreich vorzufinden.
Wenn die achtunddreißig Nationen Europas infolge irgendeines Wunders von heute auf morgen eine Sprache sprechen würden, würde die Luft sogleich nicht so Schießpulverhaltig sein. Aber wo bleibt diese einheitliche Sprache? Das Esperanto und das Volapük können aus dem einfachen Grund keinen Erfolg erreichen, weil wenn ich zum Beispiel in London ein Gespräch auf Esperanto führen will, muß ich mit einer Annonce jene auffinden, welche auch Esperanto sprechen, aber in dem Bahnhof mich mit dem Paketboten verständigen wollend, scheitert schon mein Wissen.
Aber die neue Weltsprache wird bereits fertiggestellt. Ihr Name ist "Basic English" und wird in Oxford fast heimlich von den bedeutendsten Sprachwissenschaftlern bearbeitet. Sie schöpfen ihre Schlussfolgerung daraus, daß fünfhundert Millionen Menschen die englische Sprache sprechen. Deshalb kann die Weltsprache nur die englische sein. Das Basic English besteht insgesamt nur aus achthundert Wörtern und enthält nur die nötigsten einfachen Wörter. In diese vereinfachte englische Sprache, die jeder in zwei Monaten erlernen kann, übersetzte man zur Probe sogar zwei Dickens-Romane. Die englischen Experten behaupten, daß diese Übersetzungen nichts von ihrer ursprünglichen Schönheit verloren haben. Natürlich müssen wir berücksichtigen, daß sich Dickens bereits nicht mehr unter den Fachleuten befand. Dennoch, das Basic English ist eine gesunde und vielversprechende Idee."
Noto de la redakcio. (Anmerkung der Redaktion.) "Die obigen Zeilen entnahmen wir einer ziemlich großen überregionalen Tageszeitung. Nicht um einer Anregung willen drucken wir sie ab, weil wir uns schon sehr an das emsige Entstehen mannigfacher Weltsprachen-Projekte gewöhnten. Aber nach der Geburt von Ido, Occidental, Novial, Anglic, Germanic, (und wer kennt die sonstigen?... und nun zuletzt – oder nicht zuletzt? – das:)... Basic English, ... welches wird noch kommen?... Oder mag es möglicherweise schon eine Regel sein, daß vierteljährlich eine modische "Quartals"-Welthilfs-Sprache auftauchen muß? – – – Achtbare Erfinder-Väter sollen nicht theoretisieren; der heutige Lebens-Fluß zieht die Menschen zu den praktischen Anwendung. Sie haben allerdings keine Zeit für Theorien!
Mit der Veröffentlichung des obigen Artikels hatten wir im Sinn, auch den gedanklichen Zusammenschluß von Esperanto und Volapük in den Köpfen der Massen und sogar in denen der Redakteure aufzuzeigen. Volapük war ein kunstgemachtes Weltsprachen-Projekt, infolgedessen muß Esperanto in ihren Augen auch derartig sein."
Agrarproblemoj (Landwirtschaftliche Probleme)
Hans Beller
Deputato de rumana parlamento en Bucureşti (Abgeordneter des rumänischen Parlaments in Bukarest)
"Anlässlich der Weltwirtschafts-Krise leiden die europäischen Agrar-Staaten am meisten. Unter den vielen Gründen, welche in diesen Ländern zu dem derzeitigen Wirtschafts-Vegetieren geführt haben, sind die wichtigsten bekannt:
Wichtigste Ursache ist der überseeische Dumping-Export, welcher teils durch die hochentwickelte amerikanische Agrartechnik, teils durch das offen bewohnte große Territorium des neuen Kontinents ermöglicht wird.
Die Modernisierung der Landtechnik ermöglicht in Amerika z.B. die Produktion von 100 kg Weizen bereits für einen dreiviertel Dollar. Für diesen Preis ist es in Europa derzeit nicht möglich zu produzieren. Das gesamt-europäische Wirtschafts-Gebiet ebenso wie auch die Landwirtschafts-Felder sind zu zerpflückt*, um erfolgreich zu konkurrieren. Diese übermäßige Landaufteilung des Bodens macht die Verwendung moderner Landmaschinen unmöglich, weshalb auch keine billige Produktion möglich ist.
Heute beherrschen die überseeischen Produkte den Markt, und es gelang ihnen teilweise sogar, den Markt der mitteleuropäischen Staaten die direkt an die Agrarstaaten angrenzen an sich zu bringen."
Subkonsumo (Unterverbrauch)
"Ein weiterer wichtiger Grund der Agrarkrise ist der Unterverbrauch. Ein beträchtlicher Teil der Europäer wurde zu Unterkonsumenten. Gerade in Ländern mit vielen Arbeitslosen – welche oft von den spärlichen staatlichen oder privaten Unterstützungen leben müssen – sank der Konsum. Diese Reduzierung betrifft hauptsächlich die Produkte der Landwirtschaft.
Deutschland war der stärkste Abnehmer von Agrarprodukten. Seit der Regierung Hitler-Hugenberg haben die europäischen Export-Staaten auch diesen Markt größtenteils verloren.
Lehrreich ist die deutsche Wirtschafts-Politik, welche infolge der Weltkriegs-Erfahrungen nun streng autark-tendiert ist. Wegen dieser General-Linie der Wirtschaftspolitik leiden dort sowohl die Landwirtschaft als auch die Industrie.
Die Verdienst-Möglichkeiten der Arbeiterschaft durch die Unterstützung von Industrie-Export zu begünstigen ist wegen der bekannten internationalen Handels-Schwierigkeiten nicht möglich. Infolgedessen, daß fast alle Staaten eine Autarkie-Politik anwenden, ist es der deutschen Industrie nicht möglich, die ganze Arbeiterschaft zu beschäftigen, und aus diesem Grund ist ein beträchtlicher Teil der deutschen Bevölkerung nicht ausreichend kauf-kräftig, um in einem Vollkonsum zu leben. Das spürt in erster Linie die deutsche und in zweiter Linie die gesamt-europäische Landwirtschaft.
Würde ein einheitliches gesamt-europäisches Wirtschafts-Gebiet existieren, würde dies nicht bedeuten, daß hierauf die derzeitigen Dumping-Preise für gesamt-europäische Agrarprodukte gelten würden. Es käme wahrscheinlich zu einem Preisausgleich und die Südost- und andere Agrar-Staaten würden die stärkere allgemeine Kaufkraft nutzen, um die Preise anzuheben. Damit würde also die deutsche Landwirtschaft nicht viel verlieren, sie müsste sich wohl nur nach den geografischen Gegebenheiten spezialisieren, ebenso wie die Industrie in den Agrar-Staaten bei einer Verwirklichung eines einheitlichen europäischen Wirtschafts-Gebietes.
Die deutsche Regierung befindet sich in einer Zwangslage wegen der autarken General-Linie, die Landwirtschaft zu bevorzugen, obwohl der Schutz der Industrie, des Exports sowohl den Arbeitern als auch den Bauern helfen würde. Unter dieser verkehrten deutschen Wirtschafts-Politik leiden auch fast alle Agrarstaaten in Europa."
Provoj de sinhelpo (Versuche von Selbsthilfe)
"Schon öfter hielten die europäischen Agrarstaaten Konferenzen ab und versuchten, einen Agrar-Block zu bilden, um ihre Interessen kraftvoll zu verteidigen, aber bis heute ist es ihnen nicht gelungen, dies zu verwirklichen. Obwohl es zwischen ihnen einige Abkommen gibt ist es aber nicht möglich, über eine einheitliche europäische Agrarpolitik zu sprechen.
Es ist eine Gepflogenheit, sich vor wichtigen internationalen Kongressen zu treffen, um die entsprechend möglichen einheitlichen Taktiken festzulegen. Auch jetzt beabsichtigt man vor der Weltwirtschafts-Konferenz zusammenzutreffen.
Diese Versuche, eine europäische Agrarfront zu etablieren, können keinen Erfolg haben, solange die einzelnen nationalen Staaten eine besondere Autarkie-Politik machen werden. Die Struktur einer gesamt-europäischen Wirtschaft wird verändert sein müssen, damit auch die Agrarstaaten geheilt werden und gedeihen können.
Notwendig wäre vorübergehend eine gemeinsame europäische Zollgrenze, bis die europäische Produktion rationalisiert sein wird und das Niveau von Amerika erreicht."
Dollar-Dumping'
Batalo por la hegemonio sur la mondmerkato (Kampf um die Vorherrschaft auf dem Weltmarkt)
"Der Weltkrieg zerstörte unter anderem auch das Gleichgewicht der Weltpolitik und bis heute wurde nicht erreicht es wiederherzustellen. Die Tendenz zum Gleichgewicht äußert sich in einer Neu-Gruppierung von Großmächten, durch eine Neuaufteilung der Weltmacht. Diese Neu-Gruppierung zeigt bereits jetzt seine Konturen: die um die Weltmarkt-Vorherrschaft kämpfenden Hauptkonkurrenten. Der Wirtschafts-Krieg scheint zu Ende zu gehen, weil die Kämpfer bereits die wichtigsten Waffen einsetzen. Solch eine entscheidende Waffe im Wirtschafts-Krieg ist das Währungs-Dumping'.
Amerika, welches unmittelbar nach dem Weltkrieg durch eine riesige Offensive – teils durch Dumping-Exporte – in allen Teilen der Welt seine wirtschaftliche Stellung festigte, konnte der vorherige Herrscher des Welt-Handels Großbritannien, nur durch eine inflationäre Währungspolitik mit Chance angreifen.* Mit dem Verzicht auf eine Goldbasis scheint das Pfund Sterling die erwarteten Konjunktur-Hoffnungen verwirklicht zu haben; derzeit beabsichtigen auch die USA, die gleichen Mittel einzusetzen. Dollar-Dumping ist die gefährlichste Wirtschafts-Waffe, über welche die USA verfügt. Vielleicht warnt sie nur, droht der Welt damit, aber möglicherweise ist es auch ihre Praktik.
Nicht nur Großbritannien ist in diesem Wirtschafts-Krieg der Gegner der USA. Ganz Europa und damit auch die gesamte Nicht-USA-Welt wird durch das Dollar-Dumping angegriffen. (Japan ging Amerika voraus und kämpft auch erfolgreich durch Yen-Dumping.)
Möglich, daß diese zielstrebige und radikale Wirtschafts-Politik Amerikas die europäischen Nationen bewußt werden läßt und sie wirtschafts-politisch einheitlich Denken und Handeln werden läßt."
Ekonomi-konferenco de l' Kernŝtatoj (Et-Entento)
(Wirtschaftskonferenz der Kernstaaten (Klein-Entente))
"Die diesjährige Konferenz der kleinen Entente findet im Juni in Prag statt. In rumänischen Politik-Kreisen erwartet man schließlich die Verwirklichung einer wirtschaftlichen Klein-Entente. Nach Mitteilungen der Wirtschafts-Zeitung "Argus" soll anlässlich dieser Konferenz beschlossen werden über:
Erleichterung des Warenaustausches zwischen den drei Bündnis-Staaten durch mögliche Aufhebung von bestehenden Einschränkungen.
Zusammenarbeit der drei Ausgabe-Banken.
Rationelle Organisation der Transport-Angelegenheiten durch Vereinheitlichung der Bewertungen. Erstellung von Sonder-Tarifen.
Anpassung des Handels-Rechts in den drei Staaten.
Gründung gemeinsamer Handels-Kammern.
Bestehen lassen eines gemeinsamen Wirtschafts-Ausschusses."
BIBLIOGRAFIO (BIBLIOGRAPHIE) 
"Werke und Broschüren, die wir als zweifache Exemplare erhalten besprechen oder erwähnen wir; einfache Exemplare erwähnen wir nur.
Wir schätzen es, jede Art von esperantosprachigen Publikationen zu empfangen, aber wir bevorzugen europäische und wirtschafts-politische Werke zu empfangen, – und diese auch noch in allen National-Sprachen.
Pfeffer, Dr. Emil: Wörterbuch Deutsch-Esperanto (über 20.000 deutsche Stichwörter enthaltend nebst 30.000 Esperanto-Übersetzungen). Vierte, ergänzte Auflage. 14.—16. Tausend. Steyrermühl-Verlag, Tagblatt-Bibliothek, Leipzig—Wien—Berlin. 12|19 cm; 184 paĝoj; kartonita. Prezo R. M. 1,20.
Pfeffer, Dr. Emil: Wörterbuch Esperanto-Deutsch enthaltend sämtliche von der Esperanto-Akademie anerkannten Wortstämme sowie die gebräuchlichsten Fachausdrücke. Fünfte, ergänzte Auflage. 19. bis 21. Tausend, Steyrermühl-Verlag, Tagblatt-Bibliothek, Leipzig—Wien—Berlin. 12|19 cm; 48 paĝoj; kartonita. Prezo R. M. 0,30.
Das erste Heftchen enthält ziemlich viele Wörter und erklärt sie mit halb so vielen Esperanto-Wörtern und -Ausdrücken. Der zweite enthält die notwendigsten Wörter zusammen mit den notwendigsten Begriffen aus Wissenschaften und Technik und den vier offiziellen Beilagen der Akademie. Die Wörterbücher sind eher praktisch als wissenschaftlich und das ist ihr Vorteil. Die Zusammenstellung und Schriftsatz sind schön, angenehm und genau. Auch ihre Preise sind nicht hoch. Sicherlich werden sie deutschsprachige Esperantisten mit großem Gewinn benutzen.
Mudrak, Walter: Kunlaboro (Zusammenarbeit.) Ein symbolisches Spiel über Frieden und Esperanto, Lebenserneuerung und Jugend. Herausgegeben: La Juna Batalanto (Der junge Kämpfer), Köln-Dellbrück, Bensberger Marktweg 63, Deutschland; Anschrift des Autors: Walter Mudrak, Wien VII, Strozzigasse 19, Österreich. Preis: RM 0,10; 5 Bsp. RM 0,40.
Mejer-Viĥman, Frau Clara (Clara Meyer-Wichmann): Kontraŭ la regantaj perceptoj pri krimo kaj puno. (Gegen die vorherrschenden Auffassungen über Verbrechen und Bestrafung.) Aus dem Niederländischen übersetzt von Nikune. 8-seitige Broschüre, herausgegeben vom "Komitato por Agado kontraŭ la regantaj Perceptoj pri Krimo kai Puno." ("Komitee für Aktion gegen die vorherrschenden Auffassungen über Verbrechen und Bestrafung.") (Adresse: Sekr.: H. Philips, Olympiaweg 56, Amsterdam Z., Niederlande.) 12|19 cm; Preis: 10 Bsp.: sv. Fr. 1'–; 100 zB: sv. 8'- oder gleicher Wert.
Sörgel, Hermann: Atlantropa. Verlag: Piloty & Loehle, München 1932. Preis gebunden: RM 7,—. Handelt von irgendeinem phantasievollen Plan: die Nebenflüsse des Mittelmeers mit riesigen Deichen zu schließen, um damit den Wasserspiegel in den ersten hundert Jahren so zu senken, daß er durch natürliche Verdunstung um 100 Meter sinkt; den Höhen-Unterschied mit Kraftwerken nutzend, das neue Feld kultivieren; Teile der Sahara zu bewässern und auf diese Weise die Möglichkeit einer wirtschaftlichen Einheit von Europa-Afrika unter dem Namen "Atlantropa" zu schaffen.
Beraud, Henri: Le feu qui couve. (La fajro, kiu kovas. (Das Feuer, das ausbrütet.)) Verlag: Editions de France, Paris. Preis: fr. Fr. 15,–. Es geht um Gefahren, welche der aktuelle Zustand von Mittel-Europa vorzeigt.
Schlier, Otto: Aufbau der europäischen Industrie nach dem Kriege. (Strukturo de l' eŭropa industrio post la milito.) Editejo: Junker & Dünnhaupt en Berlin, 1932. 56 p.; kart. RM 3,40.
Coquet, Lucien und Jeramec, Pierre: Guerre douanière ou Paix économique? (Doganmilito aŭ ekonomia paco? (Zollkrieg oder Wirtschaftsfrieden?)) Herausgeber: U.F.I.E., Paris. Preis: fr. Fr. 15,–.
Offner, Raymond: Balkan. (Balkaner) Verlag: Eug. Figuière, Paris. Preis: fr. Fr. 15,–."
paĝo 4 / Seite 4
Spegulo de la eŭropa problemo (Spiegel des europäischen Problems)
ilustraĵoj / Abbildungen Beispiel:
EKONOMI-KONFERENCO (WIRTSCHAFTS-KONFERENZ)
"Unuanime deklaras ni, ke ni volas nur eksporti kaj nenion importi." ("Wir erklären einstimmig, daß wir nur exportieren und nichts importieren wollen.")
Erfolg, Wien
LA PALACO DE LIGO DE NACIOJ estos finkonstruata. (DER PALAST DER LIGA DER NATIONEN wird fertiggebaut.) "Der General-Sekretär des Völkerbundes beauftragte die Sachverständigen den Palast des Völkerbundes fertigzustellen."
La tritiko el Argentinio forpuŝas la hungaran tritikon el Vieno. (Der Weizen aus Argentinien verdrängt den ungarischen Weizen aus Wien.) "Einige Wiener Getreide-Händler kauften im Durchgangshandel der Niederlande fast 100.000 Doppelzentner* argentinischen Weizens, welchen man "über" das Schwarze Meer nach Wien anliefert. Einkaufspreis ist rund 17 Schilling (Stelle, Wien), währenddessen man dort den Preis des billigsten ungarischen Weizens zu 18 Schilling notiert."
USA-doganpolitiko. (USA Zollpolitik.) "Handels-Sekretär Roper kritisierte in einer Radio-Ansprache das derzeitige amerikanische Zolltarif-System. Er propagierte für eine solche Zollpolitik, welche auch vorteilhaft für andere Völker ist."
La Ekonomia Ligo de Et-Entento (Die Wirtschafts-Vereinigung der Klein-Entente) "entschied, künftig mehr die Landwirtschaft Rumäniens und Jugoslawiens zu begünstigen, und ausgleichend werden diese Staaten beim Import die Industrie-Artikel der Tschechoslowakei favorisieren."
Ford: "La mono mem ...." Ford: "Das Geld selbst ist freilich nicht produktiv, erst durch den wirtschaftlichen Kreislauf wird es solcher Art".
La anglaj bankoj ne volas pagi procentojn. (Die englischen Banken wollen keine Zinsen zahlen.) "Laut Mitteilungen aus London beabsichtigen die englischen Banken gänzlich die Zins-Zahlungen für Ersparnisse einzustellen. In der letzten Zeit summierten sich die Einspar-Beträge bereits so, daß sie zwei Milliarden Pfund überschritten. Die aktuellen wirtschaftlichen Umstände erlauben es den Banken nicht, die eingezahlten riesigen Summen zur Frucht reifen zu lassen, und darum beabsichtigen sie, die Zahlung von Zinserträgen einzustellen."
Polujo ricevu Ukrainion por la koridoro. (Polen soll die Ukraine für den Korridor bekommen.) "Aus Wien stammt die Nachricht über eine aufsehenerregende Unterredung zwischen Göring, dem Präsidenten des Reichstags und dem französischen Botschafter in Berlin. In diesem Gespräch sagte Göring dem Botschafter die Hilfe Deutschlands bei der Trennung der Ukraine von Russland zu, und Deutschland würde dem Anschluß an Polen zustimmen, wenn es erfolgreich wäre, Polen zur Rückgabe des Korridors und Danzig zu bestimmen.*"
Im Jahr 2022 konnten wir erfahren, daß Putin genau in diesem revisionistischen Geist denkt und handelt. [se]
Schacht: La kapitalo estas .... Schacht: Das Kapital ist Elektrizität, und das Geld nur ein leitender Draht.
Kvara Balkan-konferenco en Beograd. (Vierte Balkankonferenz in Belgrad.) "Die mit der Vorbereitung dieser Konferenz beauftragte Kommission, beschloss in ihrer Sitzung in Bukarest, die vierte Balkankonferenz in Belgrad abzuhalten und vor dieser eine gesonderte Konferenz in Rom, an welcher außer den Balkan-Staaten auch die Vertreter der südeuropäischen Staaten teilnehmen werden. Das Programm dieser Konferenz ist: Untersuchung der wirtschaftlichen und finanziellen Umstände, die Fragen von begünstigten Zolltarifen, und nach Möglichkeiten suchen, die zu einer Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse führen würden."
La japana ministro .... (Der japanische Minister) "für öffentliche Bildung beschloss, in allen Schulen verpflichtend das lateinische Alphabet zu unterrichten. Diese Entscheidung wurde im Einvernehmen mit der Regierung getroffen, welche stets bemüht ist, die latein-alphabetische Schreibweise im öffentlichen Leben mehr und mehr zu verbreiten. Die Regierung argumentiert für diese nicht-nationale und folglich unpopuläre Aktivität mit der immer stärker werdenden japanischen Position als Großmacht, die im Wettstreit von Weltmächten in allen Belangen gleichberechtigt zusammen agieren muß."
Japanujo kaj la ĥemia merkato. .... (Japan und der Chemiemarkt.) "Die Absenkung des japanischen Yen um etwa die Hälfte seines Vergleichswertes begünstigte infolge der niedrigen Inflations-Löhne die Entwicklung der japanischen Chemie-Industrie. Während 1932 exportierte man in die USA größere Mengen Chemikalien. Besonders diesbezüglich konkurriert Japan im Fernen Osten mit Großbritannien."
BLOKO DE SUDORIENT-EŬROPAJ AGRARŜTATOJ. .... (BLOCK DER SÜDOST-EUROPÄISCHEN AGRARSTAATEN.) "Auf Anregung Rumäniens werden in den kommenden Tagen in Bukarest die Repräsentanten von Jugoslawien, Tschechoslowakei, Bulgarien, Polen, Ungarn, Estland, Lettland und Rumänien zusammentreffen. Diese Konferenz zielt darauf ab, sich für den Weltwirtschafts-Kongreß in London vorzubereiten. Ihre Aufgabe ist es, einen Agrarblock zu schaffen, welcher auf der Weltkonferenz die europäischen Agrarinteressen mit einer einheitlichen Taktik verteidigen kann. Rumänien wird der Anführer des Blocks sein."
La grenmonopolo kostis 500,000.000 da dinaroj al Jugoslavio. (Das Getreidemonopol kostete Jugoslawien 500.000.000 Dinar.) "Mit Beginn des laufenden Jahres stellte man die Funktion des staatlichen Getreideankaufs-Zentrums ein. Dieser gescheiterte Versuch kostete Jugoslawien, wie man jetzt feststellte, eine halbe Milliarde Dinar."
Oni aŭkcias unu post la alia la ĉeĥoslovakajn hotelojn kaj pensionojn. (Man versteigert nach und nach die tschechoslowakischen Hotels und Pensionen.) "Auch die Tschechoslowakei spürt die offenbarende Wirtschaftskrise in der ganzen Welt. In Folge des Rückgangs des Fremden-Verkehrs gerieten vor allem die Bäder-Orte in eine Notlage. In den Prager Zeitungen kann man sehen, daß man die Hotels und Pensionen der Reihe nach versteigert."
ĈEĤOSLOVAKIO aĉetis 50.000 .... TSCHECHOSLOWAKEI kaufte 50.000 Waggons mit amerikanischem Weizen. Ihr Transport erfolgt "via" Braila-Bratislava auf der Donau durch rumänische Schiffe.
Hitler pri interkompreniĝo: (Hitler zur gegenseitigen Verständigung:) "Diesen Gedanken werfen wir nicht von uns fort. Wir wissen, daß Frieden schön ist, aber ....")
Wir wissen, was er einige Jahre später getan hat. [se]
Klubo de eŭropaj Ŝtatviroj. (Klub europäischer Staatsmänner) "Mac Donald schlug Mussolini vor, einen Klub aktiver europäischer Politiker zu gründen. Mitglieder wären alle europäischen Ministerpräsidenten und Minister für Auslands-Angelegenheiten. In London herrscht die Überzeugung vor, daß dieser Klub die europäische Zusammenarbeit sehr beschleunigen und den Frieden garantieren würde."
ĈEĤOSLOVAKIO ricevis en Galati (Rumanio) liberan havenon. (TSCHECHOSLOWAKEI erhielt in Galati (Rumänien) einen Freihafen.)
El Sanghai (Aus Shanghai) "kam die sensationelle Nachricht, daß in Kanton eine Vereinbarung zwischen Japan und China getroffen wurde, wonach China die Unabhängigkeit von Mandschukuo akzeptiert und sie nach der endgültigen Befriedung die Monroe-Doktrin für Asien anwenden werden, verkündend: "Asien soll den Asiaten gehören"."
Terurigaj ciferoj. (Erschreckende Zahlen.) "Die Amsterdamer Zeitung "Telegraaf" hat mit großer Anstrengung Statistiken über die Menschenopfer der verschiedenen in den letzten Jahrhunderten stattgefundenen Kriege erstellt. Die Gruppierung erfolgt auf Basis von Statistik. Daraus ergeben sich folgende erschreckende Zahlen. Der Siebenjährige Krieg forderte 554.000 Tote, Französische Revolutions-Kriege 1.400.000, Napoleonische Kriege 1.700.000, Krimkrieg 785.000, Amerikanischer Unabhängigkeits-Krieg 700.000, Russisch-Japanischer Krieg 624.000, Balkankrieg 100.000 und der Weltkrieg 23.000.000 Tote."
Ĉu tio estos iam nur memoraĵo? (Ob dies einstmals nur Erinnerung sein wird?)
"In der diesjährigen April-Ausgabe von "Polnischer Esperantist" schrieb Herr Jozefo Mátyás (Debrecen, Ungarn) einen Artikel über seine Reise-Eindrücke. Wir drucken aus der Schilderung nur die Teile über Zoll und Währung ab. Hier ist es völlig unbeabsichtigt, aber ja doch ein wirklicher Beleg für die Zoll- und Währungs- Absurditäten."
La dogano (Der Zoll) "ist allgemein ein Folterinstrument für unschuldige Reisende. Mich – glücklicherweise – belästigten die offiziellen Störer nicht (unter welchen ich auch einen Gleichgesinnten in Ŝianki fand), sie waren sogar sehr – sehr höflich.
Die tschechischen Grenzwächter aßen allerdings ein Paket Weintrauben guter Sorte in der neuen Grenzstation Sátoraljaújhely weg, weil zu jener Zeit ein Zollkrieg zwischen den Nachbarländern herrschte und man nicht Früchte aus Ungarn importieren konnte, selbst für Reisen nicht.
Später, ebenfalls in Prostken, wollte mir der wohlgenährte Preuße verbieten, daß ich ein langes Stück wohlschmeckendes Fleisch (Salami) mitnehmen kann, indem er sagte, daß ich es (damals noch 2 kg) unmittelbar vor der Weiterfahrt (!) oder: er weiß nicht, was er an der Salami durchführen wird...*
– Selbstverständlich, ich werde umgehend das Ganze verspeisen! – sagte ich, indes er anfing zu lächeln und ich es lieb in meine Manteltasche schob, wo neugierige, Paragraphen-zugeneigte Zollbeamten-Augen nicht mehr die Ehre haben werden, seiner bedeutenden Hoheit zu begegnen.*
Aber abgesehen von diesen peinlichen Kleinigkeiten passierte nirgendwo etwas bemerkenswertes. Die Polen ließen ihre Augen über die Pakete schweifen (es ist möglich, daß sie sogar durch die in Koffern befindlichen Kleider, Bücher zu sehen vermögen, weil sie diese Gegenstände nie anhoben, um tiefer zu sehen), die Litauer sahen sich sehr sorgfältig um, befühlten, berochen jedes Paket einzeln (nur zwei Passagiere waren wir dort, sie hatten also Zeit und verloren ihre Neugier nicht); ein preußischer Zollbeamter (zurückfahrend) trug sogar hilfsbereit meinen schweren Handkoffer, um Wohlgefallen zu zeigen; die Tschechen (zurückfahrend) versuchten mit mir Ungarisch zu sprechen; die ungarischen Zollbeamten begrüßten mich immerhin freundlich wie einen wiedergefundenen Sohn.
Ich kostete hin- und zurückfahrend insgesamt 16 Gepäck-Kontrollen an den Grenzen aus."
La valutaj malfacilaĵoj (Die Währungs-Schwierigkeiten) "waren die einzigen, gegen welche ich mich nicht versicherte. Vor meiner Rückkehr aus Litauen hatte ich (weil ich die Verluste begründet durch den mehrfachen Währungsumtausch vermeiden musste) fünf Arten von nationalem Geld! Litauisches, deutsches, polnisches, tschecho-slowakisches und ungarisches Geld. Jede Sorte benutzte ich in ihrem Gebiet und dadurch sparte ich eine beachtliches Sümmchen, außerdem vermied ich die oft anzutreffenden Tricksereien habgieriger Geldwechsler.
Internationale Währung, dein Königreich komme!"
Ligo de nordŝtatoj. (Bund der Nord-Staaten.) "Die schwedische Regierung bemüht sich, die nordischen Staaten zu verbinden. Zum Staaten-Bund sollte gehören: Polen, Litauen, Schweden, Finnland, Lettland, Dänemark und Estland. Frankreich befördert die Entstehung dieses Bündnisses."
Aktualaj sentencoj el usonaj ĵurnaloj: (Aktuelle Denksprüche aus US-amerikanischen Zeitungen:)
The New-Vorker: "Wenn Mr. Garter, ehemaliger Finanzminister von Wilson, auch Roosevelts Finanzminister sein wird, wird er in der neuen Position keine große Abwechslung finden. Das Geld, welches er während des Krieges geliehen hat, schuldet man noch heute."
Washington Post: "Englands Geste, daß es uns entgegen kommt, wenn wir seine Schulden erlassen, besitzt keine große Popularität."
San Diego Tribune: "Wenn es eine internationale Konferenz geben wird, bei der man beabsichtigt in die Tiefe der Dinge vorzudringen, dann wird die Tiefe der Sache sein: die Tasche der USA."
Kingston Standard: "Der Fünfjahrplan von Stalin ist dahingehend schlecht, daß es leichter ist, einen leeren Kopf zu füllen als einen leeren Magen."
Postbeschäftigte! Telegrafisten! Telefonisten!
"Die Internationale Liga der Esperantistischen Post- und Telegrafen-Angestellten (ILEPTO) und das Internationale Esperanto-Cseh-Institut organisieren einen speziellen Esperanto-Kurs für die Angestellten-Schaft von P.T.T. in Arnheim (Niederlande) während der Tage 21. Juni – 1. Juli 1933.
Fordert Informationen an von: Internationales Esperanto-Cseh-Institut, Oostduinlaan 32, Den Haag (Niederlande)."
2022112520221228SE
Dialect/GoogleTranslate hat sich als gute Hilfe beim Übersetzen herausgestellt (ab Ausgabe 8)
UŜE-EĤO 1933 -11- (Maj) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek  


UŜE-EĤO 1933 -12- (Julio)
paĝo 1 / Seite 1
ilustraĵo / Abbildung: Valuta milito inter USA kaj Eŭropo (Währungskrieg zwischen USA und Europa)
Die Ideologie des Europanismus
"In der letzten Ausgabe von UŜE-EĤO haben wir unsere Leserschaft zu einer Offensive aufgerufen, welche während des kommenden Winters nach einem einheitlichen Plan gleichzeitig in allen Teilen Europas organisiert sein wird, um die europäische Sprache massenhaft zu verbreiten. Wir betonten die Notwendigkeit, unser ganzes Handeln für die intensive Werbung der Sprache zu konzentrieren. Das Ziel von dieser Attacke ist es, das sprachlich-geistige Fundament des Europanismus zu schaffen.
Kurse veranstalten, aber die Teilnehmerschaft nicht informierend was man bezweckt, wird nicht ratsam sein. Wenn man während der vorbereitenden Arbeiten und bei der Eröffnung der Kurse nur das Sprachproblem betont, werden sich die Massen nicht sehr interessieren. Viele denken so: wenn man die Sprache von irgendeiner großen Nation lernt, kann man davon ein Mehr profitieren. Wir werden schon bedeutsamere Probleme zum Thema haben müssen, damit sie sich los-bewegen und an den Kursen und der Bewegung teilnehmen werden.
Deshalb ist es empfehlenswert, die Öffentlichkeit durch Zeitungsartikel, Flugblätter, öffentliche Reden usw. über unsere End-Ziele zu informieren. Damit diese Verbreitung unserer Ideen möglichst einheitlich erfolgt, bemühen wir uns, die Hauptgedanken des Europanismus in Themen zu systematisieren.
Hier die vollständige Themensammlung zu behandeln ist nicht möglich; wir wollen nur davon ein so umfassendes Bild verschaffen, daß die Interessierten Antworten auf alle etwaigen Fragen finden können.
Somit sind wir nur bemüht, die Ideologie des Europanismus zu skizzieren:
1. Thema;
Über Europanismus
In Folge des großen Krieges wurde das politische Gleichgewicht der Welt erschüttert.
Die Neugruppierung der Großmächte. (USA-Europa.)
Diese neue Gruppierung brachte die schwierige Aufgabe der europäischen Zusammenarbeit hervor.
Der Europanismus als das positive Ergebnis des großen Krieges.
Der Europanismus verschafft eine neue Plattform, welche eine europäische Zusammenarbeit ermöglicht, faire Gleichberechtigung sowohl für große als auch für kleine Nationen zusichernd, ohne Verzicht bezüglich eines gesunden Nationalismus.
Ein Ausdrucksmittel des Europanismus ist die europäische Sprache.
2.
Wo ist die Lösung des europäischen Problems zu beginnen?
Bei der sprach-geistigen Frage
Weshalb?
Beherrschung des Geistes, der Denkweise im Leben der Nationen.
Angebundenheit nationaler Weltanschauungen an die Nationalsprachen.
Die gemeinsame Sprache, Denkweise und Kultur bereiteten immer die wirtschafts-politische Vereinigung vor. Historische Beispiele: Deutschland, Italien, Rumänien, Tschechoslowakei, Jugoslawien usw. Einer gemeinsamen sprachlich-geistigen Kultur folgte die wirtschafts-politische Vereinigung.
3.
Gutenberg und die Entwicklung der Sprachen
Die mundartlich-tendenzielle Entwicklung.
Die Erfindung von Gutenberg.
Die Tendenz, aus Dialekten Landessprachen mit bestimmten Orthographien zu erschaffen. Ein typisches Beispiel: die Entstehung der deutschen Literatursprache.
Die moderne Technik (insbesondere Verkehr, Telefon, Radio etc.) befördert diese vereinheitlichende Tendenz in der Entwicklung der Sprachen.
Die Arbeit von Dr. L. L. Zamenhof.
Warum eine "europäische" Sprache?
4.
Ein größeres gemeinsames Wirtschafts-Gebiet brauchen wir
Die moderne Technologie erfordert größere Wirtschafts-Gebiete als die gegenwärtigen europäischen.
Diese sind über Vereinigungen erreichbar.
Die moderne Industrie ermöglicht eine billige Produktion, sie vereinfacht also die Lebens-Möglichkeiten, wenn ausreichend große und kaufkräftige Konsum-Gebiete vorhanden sind.
Die Produktion kann sich spezialisieren, kann aus den geeignetsten geografischen Situationen wählen, bei solchen anlegen und sich an die vorteilhaftesten anpassen.*
5.
Gegen Autarkie
Die autarke Politik ist die europäische Krankheit.
Die nationale Verteidigung verlangt die autarke Politik, daher wird sie nur entfernbar sein, wenn das europäische Sicherheits-Problem erfolgreich gelöst wird.
Bei der Verwirklichung der europäischen Wirtschafts-Kooperation braucht man während einiger Jahre einen europäischen Zoll-Schirm, insbesondere für die land-wirtschaftlichen Produkte, bis die europäischen Produktions-Methoden die amerikanischen erreichen.
6.
Statt einer Abrüstung, verlangen wir eine gemeinsame europäische Armee
Das europäische Rüstungs-Problem scheint nur durch die Schaffung einer gemeinsamen europäischen Armee lösbar zu sein.
Auch die Geltung Europas verlangt das bereits (Japan!).
Die gemeinsame europäische Armee als Macht-Instrument des Völkerbundes.
Die vereinten europäischen Armeen ermöglichen Rationalisierung und Reduktion.
7.
Einheitliche europäische Währung
Sie ist nur nach der Schaffung einer gemeinsamen Armee und eines einheitlichen europäischen Wirtschafts-Gebiets realisierbar.
Die Vorteile der einheitlichen europäischen Währung.
8.
Gegen die Bürokratisierung der Wirtschaft
Für die freie Wirtschaft!
Gegen alles, was den Waren-Austausch zwischen Produzenten und Konsumenten behindert.
Gegen die Trusts, Kartelle, Monopole wird erforderlich sein, die Verbraucher zu organisieren!
In einem Europa ohne Zollgrenzen werden Kontingentierung von Import-Export, die Währungs-Misere und andere zwischen-europäische Wirtschafts-Hemmnisse wegfallen.
9.
Gegen Vormundschaft der Menschen
Der Bolschewismus und der Faschismus trachten danach, die Menschen zu bevormunden, gleichwie man gewohnt ist Kinder zu bevormunden. Der Kollektivismus verschafft der ganzen Nation gewiss auch Vorteile, schwächt aber in seiner letzten Wirkung die Individuen, also letztlich auch die Nation im Ringen ums Dasein.
Wenn der Staat oder andere Organisationen die Existenz-Sorgen von Einzelwesen oder sozialen Klassen ganz oder teilweise wegnehmen, unterstützt man sie dadurch – vorübergehend – vielleicht, aber diese Unterstützung begünstigt die Nichtentwicklung von jenen menschlichen Eigenschaften, welche der heftige Lebens-Kampf immer einfordert. Krasse* Beispiele: sorglos im Luxus lebende Menschen, oder Tiere in Gefangenschaft verlieren ihre Lebens-Fähigkeit.
10.
Der Kreis der sozialen Entwicklung
Soziale Alter:
Jugendliche sind gesellschaftlich: die Besitzlosen, (Arbeiter, Plebejer).
Mittelalte sind sozial: die besitzenden Klassen.
Alte sind sozial: die Reichen und die Luxusmenschen.
Bei freien Entfaltungs-Möglichkeiten lösen sich die sozialen Klassen ab, wachsen entsprechend natürlich: somit werden aus Armen teilweise Besitzer, aus diesen manche Reiche, aus Reichen wieder Besitzlose. [Ein Sprichwort aus den USA: "Vom Overall (Arbeits-Kittel) bis zum Overall sind es drei Generationen."]
11.
Betreffs einer widerstands-fähigen sozialen Struktur der Nationen
Damit eine Nation dauerhaft dem Untergang widerstehen kann, muß ihre soziale Struktur, gemäß einem gewissen Verhältnis, immer aus den 3 hauptsächlichen sozialen Klassen bestehen. So wie mit einem Baum kann eine gesunde Nation verglichen werden, dessen Wurzeln die Armen sind, der Stamm sind die Besitzenden und die Krone sind die Reichen und die Luxusmenschen.
Wenn in diesen Klassen jemand ausbleibt und verschwindet, ist das fortwährende Bestehen der Nation in Gefahr.
Ebenso anschaulich ist der Vergleich der Sozial-Struktur von einer gesunden Widerstands-Fähigkeit zu einer Pyramide.
Eine Nation mit einer pyramiden-förmigen sozialen Struktur überdauert Jahrhunderte, sogar Jahrtausende.
Ein typisches Beispiel diesbezüglich gibt das jüdische Volk.
Die soziale Grundlage dieses Volkes, gleichsam seine Wurzeln, sind die mehreren Millionen Armen, lebend in Polen, der Ukraine, Rumänien und in den jüdischen Vierteln der Großstädte. Die besitzende Klasse der Juden, vorzufinden in allen Teilen der Welt, bildet den mittleren Teil der Pyramide und die Reichen, die unter ihnen im Luxus leben, die Spitze.
Die Struktur ist die gleiche und widerstands-fähige, denn für die untergehende* Luxus...." Die Ideologie des Europanismus weiter auf Seite 2
paĝo 2 / Seite 2
Die Ideologie des Europanismus weiter von Seite 1
"Die Struktur ist die gleiche und widerstands-fähige, denn für die untergehende* Luxusklasse gibt es immer genügend lebens-begehrliche soziale Rücklagen*
Soziale Erfahrung: In Familien ist das Verhältnis zwischen der Zahl der Kinder und der Zahl der Zimmer entgegengesetzt. D.h.: Je mehr Zimmer, umso weniger Kinder und umgekehrt.
In Folge der Relativität von Gefühlen ist keine soziale Klasse erbärmlich oder beneidenswert.
12.
Eŭropana kulturo (Europäer-Kultur)
Über die verschiedenen Entwicklungs-Phasen der nationalen Kulturen in Europa. (Es gibt in Europa, wie bekannt: junge, mittelalte, reife und alte National-Kulturen.)
Anhebung des Niveaus der europäischen Kultur durch Vervielfachung der Nationen, das heißt Schaffung einer gemeinsamen europäischen Kultur.
Alle, welche die Bemühungen zur Lösung des europäischen Problems interessiert, welche Lust und Fähigkeit haben, eins, zwei oder mehrere der oberen Themen zu bearbeiten, sind herzlich eingeladen, dies zu tun.
Die Winter-Offensive fordert von uns eine Konzentrierung auf die Bewerbung der Sprache, aber bei unserer Arbeit müssen wir immer auf die Grundlage unserer Tätigkeit, auf den Europanismus, hinweisen.
Man braucht nicht allen Punkten Zauners zustimmen, gerade bei der Frage, ob Gesellschaften zwingend unterschiedliche Klassen benötigen oder ob es sich einfach um die "natürlich" entstandene Realität handelt. Auch daß das jüdische Volk ein typisches Beispiel dafür sei, muß nicht so angenommen werden. Was dieses Volk auszeichnet, ist die Identifikation, welche durch die frühe Nutzung von Schriften entstand. [se]
La turo de Babelo (Der Turm zu Babel)
— Ludoviko Zilahy —
In PESTI NAPLÓ (Budapest, Ungarn) erschien der folgende aktuelle Artikel, welcher – nach unserer Meinung – gewiß die Leserschaft von UŜE-EĤO interessieren wird.
Die Ereignisse in Deutschland bezeichnen eine bittere Enttäuschung für diejenigen, welche die Verwirklichung Paneuropas erwartet haben, genauer die Gründung der Vereinigten Staaten von Europa bereits in der nahen Zukunft.
In den Aufflammungen der nationalen und rassischen Fragen verstirbt von neuem die Hoffnung, daß unsere Generation irgendwann einmal die dicht aufgestellten europäischen Grenzen ohne Pass- und Zoll-Kontrollen passieren kann. Mysteriöse und dämonische Mächte widersetzen sich dem Weg der geistigen Einigung der europäischen Nationen. Auf dem Altar des Rassen- und National- Bewusstseins gießt man überall Kanonenrohre und kocht giftige Gase. Überall legt man eine Schlinge um den Hals des Wirtschafts-Lebens; der seelische Widerstand der Rassen und Nationen bedrohte möglicherweise Europa noch nie mit einem solchen Ausmaß eines Untergangs wie jetzt, im Zeitalter des Flugzeugs und des Radios.
In den vergangenen Tagen, über diesen Untergang gesprochen, richtete ich an zwei Personen eine Frage. Der erste war Politiker, der andere Schriftsteller.
– Würden Sie die ungarische Sprache und die ungarische Staats-Bürgerschaft aufgeben, wenn Sie stattdessen Staats-Angehöriger von solcher einheitlich-sprachigen sein könnten, beispielsweise von einem Esperanto-sprachigen Europa, welches die Wirtschafts-Krise, die Arbeitslosigkeit und die Kriegs-Gefahren nicht kennt?
Bedenkenlos und definitiv kam die Antwort:
– Nein!
Über diese Aussage zu streiten ist nicht möglich, und es ist nicht einmal zulässig. Es ist nicht zu bezweifeln daß, wenn aus irgendeinem wunderbaren Grund jeder europäischer Mensch von heute auf morgen eine Sprache sprechen würde, sich die Politik, Wirtschaft, Presse, Literatur von Europa sofort so fühlte, man gewissermaßen von den erstickenden Stricken erlöst wäre, – aber der Gedanke, daß die Sprache Goethes, Shakespeares, Hugos oder von Arany untergehen, vernichtet werden sollte, selbst im Licht der klarsten theoretischen Diskussion, nur als Hirngespinst angesehen werden würde.
Aber diese Sprachen werden wohl verschwinden. Auf diese Weise werden sie verschwinden, ebenso wie die nationalen Grenzen und die Rassen-Unterschiede verschwinden. Die Kriege auf der Stufe der Entwicklung der jetzigen und künftigen Technik bedeuten die Zerstörung der Menschen-Rasse, aber dies wird nicht verwirklicht.
Untergehen wird also die Ursache des Untergangs: der Krieg mit all seinen Ursachen. Den Krieg wird der Krieg töten, wie dies bereits heute sogar die Militär-Experten vorankündigen, aber wann und wie, das ist noch das Geheimnis der fernen Zukunft.
Die Weltsprache nähert sich der menschlichen Seele so an, wie das Aurora-Licht. Das Flugzeug, das Radio und das Fernsehen werden sicherlich die Weltsprache schaffen, weil sie ohne sie nicht werden leben können. Die Ankunft einer Weltsprache ist keine Weissagung, sondern die natürliche gesetzliche Folge der Entwicklung.
Die Entwicklung der Kommunikations-Mittel über mehrere Jahrhunderte wird einen solchen Fremdenverkehr auf der ganzen Erdkugel in Gang setzen, von dem wir heute noch nicht einmal zu träumen wagen. Diese sich bewegenden und ständig fließenden Massen verteilen die Keime der Weltsprache. So wie der amerikanische Tonfilm der Welt so viele englische Wörter mehrere Jahre hindurch lehrte, so wird ein Sprachmeister auch das Weltradio und das Weltfernsehen zustande kommen lassen.
Die Weltsprache wird kommen. Jegliche Entstehung ist auf drei Weisen vorstellbar:
1. Künstlich.
2. Nach langer, möglicherweise nach mehreren tausend Jahren währender Entwicklung.
3. Gewaltsam.
Mehr als ein halbes Jahrhundert zuvor schuf der polnische Arzt Zamenhof eine künstliche, vereinfachte Sprache: das Esperanto. Über diese Angelegenheit schrieb ich vor nicht allzu langem, daß Esperanto nicht lebensfähig ist, weil ich vergebens Esperanto kenne, der Lasten-Portier am Londoner Bahnhof auch nicht ein Wort versteht und wenn ich in England oder Spanien Esperanto sprechen möchte, muß ich es in Zeitungen ankündigen. Ich erhielt sehr viel Brief-Material wegen dieser meiner Bemerkung. Sogar das Sekretariat der Ungarischen Esperanto-Gesellschaft schrieb mir. Hier deren Brief:
"Es ist nicht so, daß man mittels Zeitungsanzeige nach einem Esperantisten suchen muß, da schon heute die Internationale Esperanto-Gesellschaft in Genf tätig ist, welche doch auf der ganzen Welt ihre Delegierten in zweitausend Orten der ganzen Welt verbreitet hat, und die Adressen der Delegierten sind im Jahrbuch auffindbar."
Na gut. Wir müssen sagen daß ich irgendeine Sache arrangieren muß, beispielsweise in irgendeiner Stadt von Portugal. Ich spreche Esperanto so gut wie Zamenhof selbst. Ich habe die Adresse des Delegierten an der Hand, welcher in dieser Stadt lebt. Nach einem Zick-zack-Wege-Lauf erreiche ich schließlich sein Haus und klingele an der Haustür. Aber das portugiesische Dienstmädchen versteht überhaupt kein Esperanto. Endlich, nach schwierigen Handzeichen kann ich mich verständlich machen, und nach heldenhafter Anstrengung gelingt es mir auch zu verstehen, daß der Delegierte verreist ist und für zwei Wochen weg bleiben wird. Was werde ich tun? Werde ich mich auf die Schwelle setzen und auf seine Heimkehr warten?
Mit tausend ähnlichen Beispielen kann man nachweisen, daß man das Problem einer Weltsprache nicht mit einer künstlichen Sprache lösen kann. Esperanto ist und bleibt nur für den Spaß von gutmütigen und wohlmeinenden Dilettanten. Es ist nur eine künstliche Blume, und es fehlt ihre Lebenswurzel, ihre geheimnisvolle Kraft von Leben.
[Samcelanoj! (Gleichgesinnte!)
Schreiben Sie an Herrn Zilahy (mittels der Adresse von Pesti Napló in Budapest) Ihre Meinung zur Lebensfähigkeit unserer Sprache.
Die Redaktion.]
 Reflektoj al la apuda artikolo (Überlegungen zum beiliegenden Artikel)
Sehr geschätzter Herr Zilahy!
Bitte zu erlauben, daß ich in ein paar Zeilen auf Ihren neben-stehenden Artikel reflektieren muß.
Ĉu la hungara lingvo estas artefarita? (Ist die ungarische Sprache künstlich?)
Ich bin der gleichen Meinung, daß die moderne Technik die Entstehung einer Weltsprache beschleunigt. Sehr treffend ist Ihr Argument über die Notwendigkeit und das bestimmte Kommen der gemeinsamen Sprache. Aber nicht so zutreffend ist Ihre Meinung zur Lösung des Sprachen-Problems.
(Sie empfehlen Basic English.)
Daß Esperanto bis heute nicht siegte, dies bedeutet nicht, daß die Sprache selbst nicht geeignet ist, sondern beweist nur jenes, daß die bisherige Propaganda-Methode nicht die richtige war. Auch haben Sie in Ihrem Artikel mehrfach erwähnt, daß Esperanto eine künstlich gemachte Sprache ist. Diese Feststellung ist eine unbedachte Aussage, noch aus der Zeit von Volapük abstammend.
Kann man die ungarische Sprache nicht als künstlich betrachten? Bitte bedenken Sie deren Entstehung und Entwicklung! Wie viele slawische, türkische, deutsche und lateinische Elemente sind darin enthalten? Und wie sah es vor und nach den sprach-erneuernden Reform-Bestrebungen von Francisco Kazinczy aus?
Wenn Esperanto als Kunstsprache angesehen wird, dann sind teilweise auch die ungarische und die deutsche Sprache solche. Bitte wiederholen Sie gedanklich die Geburt der deutschen Literatur-Sprache.
Dr. Zamenhof schuf keine künstliche Sprache. Er vereinigte genial, vereinfachte und schuf solchermaßen die lebensfähige Synthese der indo-germanischen Sprachen. Um die natürliche Entwicklungs-gemäße Entstehung von Esperanto zu betonen, haben wir es in "Europäische Sprache" neubenannt. Nur jene, welche diese Sprache nicht kennen, können behaupten, "daß es nur eine künstliche Blume ist, und ihre Lebenswurzel, ihre geheimnisvolle Lebenskraft fehlt".
Es bleibt nur eine Frage von Organisation und von Zeit, daß die Massen in Europa und in anderen Teilen der Welt die europäische Sprache sprechen werden.
Stranga eĥo. (Seltsames Echo.)
Die Ereignisse in Deutschland halten den Grundgedanken der europäischen Zusammenarbeit ganz und gar nicht auf. Im Gegenteil, meiner Meinung nach beschleunigen sie die Entwicklung, aktivieren die kreative Politik mehr, bis man den vorbestimmten Weg finden wird.
Überlegungen zum beiliegenden Artikel weiter auf Seite 3
Rubriko Rumana (Rumänische Rubrik)
Geleitet von Octavian Gheorghe Stancu.
Motto: Die Karpaten, deren natürliche Festung unser Erbe nahezu zweitausend Jahre lang vor der sicheren Zerstörung beschützt und bewahrt hat, gebietet uns, hier zu leben, zu gedeihen und zu sterben...
Ĝeneralaĵoj, (Allgemeines,)
den Ursprung des rumänischen Volkes und der Sprache betreffend.
Einführung
Nachdem ich die Aufgabe angenommen hatte, in UŜE-EĤO über verschiedene Sachen zu schreiben, welche das rumänische Leben betreffen, fand ich notwendig, sogar angemessen, zuerst über den Ursprung dieses Volkes zu schreiben, dessen Mitglieder immer – selbst in den kritischsten Zeiten ihres Lebens – sich stolz nannten: Român, ein den Römern bedeutungsvolles Wort, daher Römer.
Ich erachte diese Aufgabe für mich auch für zwingend wegen der Überzeugung, daß nur durch die Tugenden dieses Volkes die gegenwärtige europäische Zivilisation gedeihen kann, angesichts der irrgläubigen Lehrmeinungen, welche das benachbarte gottlose* Land so schrecklich beherrschen. Abgesehen von dieser Überlegung halte ich es für wissenswert – wenn auch nur allgemein – die Geschichte dieses Volkes, das über lange Jahrhunderte sein Blut nicht allzu sehr gespart hat – unvermeidbar sogar für fremde Interessen, immer nach der Einigung der rumänischen Provinzen sehnend, wie: Muntenien, Moldawien, Transsilvanien, Banat, Bihar, Maramures, Bessarabien und Bukowina.
Weiterhin finde ich, daß es sich lohnt, dieses Volk zu kennen, unter dessen ständigem Bemühen sein Traum endlich wahr wurde, jetzt über dem süßen ursprüngliche Land regierend, welches die pulverisierten Gebeine seiner achthunderttausend Tapferen bedeckt, überall gefallene während des letzten Weltkrieges.
Durch diese Zeilen wünsche ich, daß jeder echte Europäer mit dem Leben des rumänischen Volkes vertraut wird, dessen Außenvertreter, Herr Nicolae Titulescu, den Europäern so sinnhaft den zu folgenden Weg zeigte, durch welchen der Weltfrieden gefestigt sein wird und jedwede Arten von Krisen-Seuchen vom europäischen Himmel verschwinden werden.
– – – – – – – – –
Die Provinzen, die sich zwischen Donau, Schwarzem Meer, Dnjestr und Theiß erstrecken und das heutige Rumänien bilden, wurden um die Anfänge des Christentums von stolzen dakischen Stämmen bewohnt, die zusammen mit den sogenannten Geta-Verwandten zu den gemeinsamen Volksstamm der Thraker gehörten.
Sowohl die Daker* wie auch die Geth* waren äußerst freigeistig und bekriegten sich gerade deshalb oft sogar untereinander, weswegen ihre Macht folgerichtig geschwächt wurde. Nur sehr selten – von Zeit zu Zeit – wenn es irgend einem oder einem anderen Eisenarmigen Oberhaupt gelang, sie zu vereinen, führten sie angesichts der Macht, die aus einer solchen Vereinigung resultierte, sogar Kriege gegen größere und stärkere Stämme als sie es selbst waren.
So geschah es auch, als die kriegführenden Römer das Ufer der Donau erreichten.
Die Provinzen, gegründet von den Römern: Makedonien, Illyrien, Mösien und Thrakien spürten oft die Macht der vereinten Daker und Gethen.
Bereits viel früher plante Cäsar, der Imperator, sie zu unterwerfen, aber sein Tod verhinderte dies umzusetzen. Der Cäsar-Plan wurde von Octavian und später von Claudius und Domitianus fortgesetzt, jedoch ohne wesentliches Ergebnis, da die vereinten Daker und Gethen ihre Feldzüge in den römischen Provinzen, welche in den südlich der Donau auf der heutigen Balkan-Halbinsel gegründet wurden, nicht einstellten.
Sogar dieser letzte Kaiser wurde gezwungen, einen für das römische Volk sehr demütigenden Friedensvertrag zu unterzeichnen. Die Wiederherstellung des römischen Ansehens war Traianus vorbehalten, dem es nach langen Vorarbeiten und großen Menschen-Opfern durch seine beiden glorreichen Feldzüge in den Jahren 101-102 und 105-106 gelang, die Daker zu unterwerfen und durch die Einführung der römischen Verwaltungs- und Militär-Organisationen, die östlichste römische Provinz zu gründen: Dacia.
Getreu den römischen Sitten und Tugenden und zur Weiterführung der römischen Herrschaft begann Traianus unmittelbar nach seinem Sieg diese Provinz zu kolonisieren, indem er Kolonisten aus den verschiedenen, bereits bestehenden, also zum großen Teil bereits romanisierten Provinzen*) herbeibrachte und sogar ihren Soldaten und ihren Familien gestattete, daß sie nach Erfüllung ihres Militär-Dienstes Kolonisten werden.
*) Eutropius (VII. 3.) "Traianus Dacia victa ex toto orbe romano infinitas eo copias hominum transtulerat ad agros et urbes colendas."
Darüber hinaus erlaubte Traianus den autochthonen* Einwohnern, insbesondere deren Oberschicht, daß deren Mitglieder verschiedene administrative und militärische Funktionen übernehmen konnten.
Durch ein derartiges Sich-Verhalten und durch die Errichtung großer Institutionen, Gebäude, Denkmäler usw. veränderte die neue Provinz ihr Aussehen und wurde nach und nach vollständig romanisiert: zunächst die autochthone Oberschicht, deren Angehörige nach ihren Verdiensten im öffentlichen Leben Ehrentitel erhielten, und zweitens die Unterschicht durch die täglichen Beziehungen sogar Heirat mit den zusammenlebenden Kolonisten, deren gemeinsame Sprache nicht eine andere sein konnte als die lateinische Vulgär-Sprache.
Innerhalb solcher Umstände war es gar kein Wunder, daß das alte autochthone Element absorbiert wurde, die Provinz blühte und nach allen Gesichtspunkten gestärkt wurde: die Römer nannten sie nicht umsonst Dacia-Felix.
Aber vielleicht wollte das Schicksal die Macht des werdenden Volkes und seiner sich voll ausgestalteten Sprache auf die Probe stellen – denn der Wohlstand und Glücks-Zustand dauerte nicht lange an...
.... ....
Der ungetrübte Himmel der Dacia-Felicia verdunkelte sich, schwere, dunkle Wolken sammelten sich darauf und das Leben begann ungewiss zu werden ...
Die nördlichen Täler der Provinz lärmten von Kriegs-schreienden und vorwärts drängenden sich nach einem Schatz sehnenden barbarischen Haufen und von ihren windschnellen Pferden.... Schwierige und unglückliche Kämpfe begannen ...." Rubriko Rumana weiter auf Seite 3
paĝo 3 / Seite 3
Rubriko Rumana weiter von Seite 2
(Schwierige und unglückliche Kämpfe begannen) ".... zwischen den Römern und verschiedenen Barbaren mit wechselhaftem Ergebnis, bis schließlich der Imperator Aurelianus beschloss, die Provinz zu verlassen und sie im Jahr 271 an die Goten sowie an seine Föderalisten abzutreten.
In der selben Zeit entfernte Aurelianus die Armee und das Verwaltungs-Personal, für diese eine neue, aber kleinere Provinz in Moesia, südlich der Donau, zwischen den Flüssen Vid und Timok gründend, und nannte sie Dacia-Aureliana.
Zusammen mit den Militär- und Verwaltungs-Organisationen ging auch ein kleiner Teil der Reichen fort, aber die meisten Provinzbewohner zogen sich in die Berge zurück und behielten ihr bis dahin geführtes Leben bei, umso mehr, weil die Goten und andere Barbaren, welche ihnen nachfolgten, mehr oder weniger reitende wandernde Völker waren und immer Grasreiche Ebenen und Täler aufsuchten.
Nur die Slawen, welche mildere Barbaren als die anderen waren, gelang es längere Zeit mit den Autochtonen zu leben, welche später aus den Bergen zurückkehrten.
Es besteht kein Zweifel mehr darüber, daß dieses friedliebende Volk, welches nach dem Abzug der römischen Beamten in Dakien blieb, die Vorfahren des jetzigen rumänischen Volkes sind. Dies wurde bereits von den größten rumänischen und anderen Sachverständigen hinlänglich bewiesen, wie beispielsweise: Maior, Sinkai, Xenopol, Iorga, Bonfinius, Thierry, Gibbon, Ranke, Mommsen **) und andere.
In Anbetracht dessen, daß in der rumänischen Sprache viele slawische Elemente aufgrund des langen gemeinsamen Zusammenlebens jener mit den Proto-Rumänen gefunden wurden, und wissend, daß die Slawen im 6. Jahrhundert eindrangen, können wir bestätigen, daß sich die rumänische Sprache im 7. und 8. Jahrhundert gänzlich formte. Die Herkunft betreffend, ist für die rumänische bäuerliche Denkweise und Überzeugung die folgende Begebenheit sehr charakteristisch, die von Herrn Dr. I. Lupas in seinem Buch mit dem Titel "Aus alten urtümlichen Zeiten" erwähnt wird:
"Einmal feierten die Sachsen das – ich weiß nicht wievielte – hundertjährige Jubiläum ihrer Ankunft in Transilvanien. Während der Feier da fragte ein dicker, völlig gesunder Sachse einen erbärmlich armen rumänischen Bauern:*
– Nun, Bruder Rumäne, wann werdet ihr feiern?
– Wir, – antwortete der Rumäne verwundert – wir nie.
– Niiie ... weshalb nie?
Der arme Rumäne richtete sich stolz auf und antwortete dem Sachsen direkt in die Augen folgendermaßen:
– Erfahre also, niemals, weil wir ja doch von hier sind!
**) Mommsen: Die römischen Ackerbrüder (Grenzboten, 1870. II. 174.) "Vor dem Abgang des Traianus machte man große Opfergaben im Zeltlager wegen des glücklichen Erfolges des Feldzuges, in dessen Folge wurde Transilvanien romanisiert und die nationale Basis der heutigen Rumänen begründet."
Ioan Soricu: *)
Kun ni estas la Dio Sankta (Mit uns ist der heilige Gott)
— Cu noi e Domnul Sfânt —
"Ein rumänisches Gedicht aus der Vorkriegszeit, dessen letzte Prophezeiung von einst – bereits wahr wurde.
Übersetzt von: Octavian Gheorghe Stancu.
Jugendliche! – wir alle haben
Einen teuren, schönen Namen:
"Wir sind Rumänen!" und die Welt
Es so zu verleben sind wir im Recht.
.... ....
Einzig großes Rumänien
wird hier diese Erde sein;
Mit uns ist die Macht
Mit uns ist heiliger Gott!
*) Juan Soriku, ein rumänischer Dichter, wurde im Jahr 1882 geboren. Seine Verse erschienen in zwei Bänden tituliert mit: "Schneeweiße Blumen" und "Dojno aus den ringenden Tagen".* Er schrieb auch ein Theaterstück in vier Akten: "Die Prinzessin der Berge". Und übersetzte den Faust von Goethe ins Rumänische."
Die Geschichte Rumäniens ist interessant und wichtig. Als Rubrik muß sie hier aber nicht ausführlich wiedergegeben werden. Vielleicht später. Zur Information: Unter dem Begriff Sachsen werden historisch unterschiedliche Territorien und Einwohnerschaften verstanden. [se]
 Reflektoj al la apuda artikolo (Überlegungen zum beiliegenden Artikel) weiter von Seite 2
"Die chauvinistische Politik stellt bereits die Interessen der Massen nicht mehr zufrieden. Die Existenz von verschiedenen großen, mittleren und kleinen Nationen in Europa ermöglicht nicht die Fortführung der bisherigen chauvinistischen Politik.
Mit dem Friedensvertrag von "Versailles" beabsichtigte man Deutschland so zu schwächen, daß es nicht viel stärker sein solle als die Nachbarstaaten zusammen. Man kettete die freie Entwicklung Deutschlands an, um die Kräfte irgendwie auszugleichen. Eine wichtige und bedauerliche Tatsache ist, daß man in dem Friedensvertrag die chauvinistische Vorkriegspolitik nicht verlassen hat, auf diese Weise kettete man nicht nur die Kräfte Deutschlands an, sondern auch von mehreren anderen europäischen Staaten, deren Hauptaufgabe es war, die Deutsche Leistungsfähigkeit zu unterdrücken. Somit erhielt die gesamte Nachkriegs-Konstruktion von Europa eine unnatürliche, gewalttätige Geistes-Grundlage. Es dauerte nicht lange und die Folgen zeigten sich. Man schrie 1919 bei Paris in die Welt: "Versailles", und nach 10 Jahren kam aus München das seltsame Echo: "Hitler"!
Hitlerismus bedeutet eine starke deutsche Politik! Wenn die Deutschen das Recht haben, eine energische nationale Politik zu machen, dann haben auch die anderen Nationen, die Franzosen, Engländer, Italiener, Russen, Polen usw. das Recht, dasselbe zu tun. So bleibt auch beim Hitlerismus die Situation die der Vorkriegszeit. Ein Hitlerismus treibt anscheinend nur die europäische Politik an, löst aber nicht das europäische Problem.
So wie Hitler die Reaktion von Versailles war, so wird dem Hitlerismus der Europanismus folgen, die geistige Grundlage von Neu-Europa."
Eŭropaniĝo komenciĝas per la lerno de la eŭropa lingvo.
(
Europäerwerdung beginnt mit dem Erlernen der europäischen Sprache.)
"Wie Sie dies, sehr geehrter Herr Zilahy, auch gut wissen, ist das europäische Problem in erster Linie ein sprachlich-intellektuelles Problem. Wir hoffen, es durch die Propaganda des Europanismus und Verbreitung der europäischen Sprache zu lösen. Wir werden den chauvinistischen Geist durch einen toleranten europäischen Nationalismus, durch einen europäischen Patriotismus ersetzen müssen.
Der territoriale Ausgangspunkt des Europanismus sind die Donau-Staaten, wo die Lösung der sprachlich-geistigen Probleme am dringendsten ist.
Alle, welche die ungarischen Vorkriegs-Umstände kennen, haben genug Erfahrung betreffend Lösungs-Versuche von Sprach-Problemen! Ungarn verschaffte Europa ein interessantes und lehrreiches Beispiel für ein Sprach-Experiment.
Apponyi verbreitete als Minister für öffentliche Bildung nach den Jahren 1906-1907 die ungarische Sprache durch eine energische, zielgerichtete, fast gewalttätige Sprach-Politik. Die Folgen waren teils günstig, teils katastrophal. Für eine kurze Zeit man war erfolgreich, die Sprache so zu verbreiten, daß sie zur gemeinsamen Sprache für die Intellektuellen der verschiedenen Minderheiten gemacht wurde. Doch die Reaktion zeigte sich schnell bei den Minderheiten, weil man zusammen mit der ungarischen Sprache auch den Gedanken von der ungarischen Überlegenheit verbreitete. Und dieser Gedanke hat den Irredentismus hervorgebracht und genährt. Die Folge der Apponyiischen Sprach-Politik war die zentrifugale Politik der in Ungarn lebenden Rumänen, Serbokroaten und Slowaken. Heute kennen wir die Früchte von dieser zentrifugalen Politik.
Würde man die Sprachen-Politik von Apponyi im Interesse der europäischen Sprache anwenden und offiziell in ganz Europa verbreiten, die Situation wäre eine ganz andere. Es würden keine zentrifugalen, sondern zentripetale Kräfte entstehen, welche die europäische Zusammenarbeit erleichtern würden."
La grava rolo de la malgrandaj nacioj. (Die bedeutsame Rolle der kleinen Nationen.)
"Wenn man in Ungarn glaubt, daß die Revisions-Propaganda viel hilft, dann werden sie früher oder später desillusioniert. Durch eine Verlegung von inner-europäischen Grenzen wird das europäische Problem nicht lösbar werden.
Die Staatsleute Europas werden sich an eine europäische Denkweise, an eine europäische Politik gewöhnen müssen. Faktoren, welche wie USA, UdSSR und neuerdings Japan sind, erlauben den europäischen Staatsmännern keine kleinliche Politik.
Gerade die kleinen Staaten sind in der Zwangslage so früh wie möglich eine europäische Politik anzuwenden. Es ist wahrscheinlich, daß sie bei der Verwirklichung der Europäischen Union eine wichtige Rolle spielen werden.
Es bleibt nichts anderes für die Europäer übrig, als sich neu zu orientieren. Wir müssen in erster Linie Europäer und erst in zweiter Linie Nationen-Angehörige sein."
Aufrichtig Ihr J. Z.
Grollen Sie nicht
Werter Herr Zilahy,
"wenn ich sage, Ihre Frage ist ein bisschen sehr arglistig. Wenn man will, daß die Frage eine angemessene Antwort nach dem Geschmack des Fragestellers ergeben soll, wendet man nur eine allgemeine, schablonenartige Gewohnheit an, nämlich: die Antwort vor-negativieren oder -positivieren, durch Zugabe einer Zusatz-Frage, welche die direkte Antwort auf die Hauptfrage nicht vermeidet.* Dieser Zusatz ist in Ihrem Artikel die ungarische Sprache (und in gewissem Sinne, aber nicht sehr direkt, auch die ungarische Staatsbürgerschaft). Aber das betrifft nicht die Frage! Weil das Esperanto – ich nenne es in meinen diesen Zeilen die "europäische" Sprache – nicht "Weltsprache" sein will, wie dies viele – selbst Sie – irrtümlicherweise meinen. Sie will für jeden Menschen nur die Zweitsprache neben der elterlichen, also nur eine Hilfs-(Welt-)Sprache, sein. Folglich hindert sie ihre Anhänger nicht daran, gute Ungarn, Engländer, Finnen usw. zu bleiben, und darüber hinaus das universelle Europäersein durch die europäische Sprache und besonders durch den Europanismus zu vertreten, weil das brodelnde Europa in dieser chaotischen Wirtschafts-Krise immer weiter hin zum erlösenden Europanismus voranschreitet, weil schließlich nur er die Welt aus seinem jetzigen erbärmlich Zustand retten können wird. Aber dafür wird nicht benötigt, das Ungarischsein, Englischsein, Finnischsein usw. aufzugeben, sondern nur die Zugabe eines höherstehenden, toleranten Europanismus. Und dies soll für die wirtschaftliche Erholung Europas sein.
Zusammenfassend: Der Europanismus will sich selbst und bedingungslos herreichen und verlangt nichts auszutauschen. Daher ist ihre Frage nicht rechtfertigbar: "Würden Sie auf die ungarische Sprache und die ungarische Staatsbürgerschaft verzichten, wenn ausgetauscht...". Der europäisch-sprachige Europanismus wäre eine Zugabe zu Ihrem Ungarischsein, er wäre eine überlegene Gabe, welche sogar einen noch anderen Geist und eine andere Seele überbringen würde, ein wenig toleranter und humaner, würdig eines guten Europäers.
Und hier können wir auch ganz ruhig und bedenkenlos jenes feststellen, daß der Sprache von Goethe nicht die Vernichtung drohen wird, weder von Shakespeare, noch von Hugo und nicht von Arany.
Und,... wenn – nach Ihrer Meinung – Basic-English-Ähnliches eine "Weltsprache" wäre, würde es dermaßen die Souveränität von England steigern, – ungeachtet des anderen Angesichts des vereinfachten und phonetisierten Kunstwerks: Basic-English, was es dennoch ein wenig vom Englischen unterscheidet – daß schon im voraus Frankreich, Deutschland, Italien und selbst andere die Umsetzung dieser Idee nicht tolerieren würden. Und wenn wir gerecht sein wollen, müssen wir die Feststellung akzeptieren, daß es einige europäische Nationen gibt, welche mit selbem Recht die Anerkennung ihrer Sprachen für die Rolle der "Weltsprache" "einfordern" könnten. Nach meiner Meinung wird die Lösung auf diese Weise kein Ergebnis herbeibringen können. Und hier möchte ich nur so viel sagen, daß die europäische Sprache niemandes und doch jedermanns Sprache ist. Wenn ich Ihnen jetzt die Vorzüge der europäischen Sprache aufzeigen wollte, würde ich – wenigstens empfinde ich etwas so – das Ziel nicht erreichen. Denn kennen Sie die europäische Sprache?
Zu dem, daß Sie feststellen, daß die europäische Sprache nicht lebensfähig ist (missverstehen Sie nicht), kamen Sie etwas zu spät. Sie behaupteten doch selbst, daß man sie mehr als ein halbes Jahrhundert früher erschuf. Würde sie heute noch leben, wenn sie nicht lebensfähig wäre? Kennen Sie den heutigen Status? Denn Ihr Argument, daß "... der Delegierte für zwei Wochen verreist war ..." und Sie nicht wissen, was zu tun ist, ist ein bisschen – verzeihen Sie mir – kindisch. Das ist kein Argument
Schließlich, nach dem Lesen Ihres gesamten Artikels, angesichts alles berücksichtigt zu habend, kann ich vielleicht den Schluss ziehen, daß die Entstehung der Hilfssprache in gewisser Weise auf alle Ihre drei Weisen umgesetzt wird. Nämlich: etwas künstlich gemachte, aber dennoch nach natürlicher Entwicklung und wahrscheinlich entsprechend selbst herstammender (nicht menschlicher) Gewalt.
In der Hoffnung, daß Sie Ihre neue Meinung über die europäische Sprache etwas später äußern, wenn Sie bereits einige Erfahrungen mit ihrem Leben und ihrer Bewegung haben, bin ich herzlich bei Ihnen und
Hochachtungsvoll, Ihr:"
Julio Csapó.
Zu La turo de Babelo (Der Turm zu Babel) nur ein kleiner Zusatz: Wer sich für Esperanto ausspricht, dem ist ja die entgegengesetzte Ansicht sehr oft vertraut. Sie war möglicherweise die eigene. Nein, alle uns bekannten Sprachen der Menschen wurden von Menschen erschaffen. Üblich scheint die Idee, die Nationalsprachen wären irgendwie schicksalhaft für uns vorgesehen und eine gottgegebene Tatsache. Man wundert sich eher, wenn ähnliche Wörter in verschiedenen Sprachen vorkommen. Und selbst bei Fachleuten wie Linguisten mag man wohl das Mystische. Wann werden sie sich trauen, öffentlich über die Vorzüge von Esperanto zu sprechen und wann werden das unsere Medien auch noch im Zusammenhang mit Politik angemessen vermitteln? [se]
BIBLIOGRAFIO (BIBLIOGRAPHIE) 
"Werke und Broschüren, die wir als zweifache Exemplare erhalten besprechen oder erwähnen wir; einfache Exemplare erwähnen wir nur.
Wir schätzen es, jede Art von esperantosprachigen Publikationen zu empfangen, aber wir bevorzugen europäische und wirtschafts-politische Werke zu empfangen, – und diese auch noch in allen National-Sprachen.
DETTELBACH, Hans v.: Genialisierung der Macht. Verlag: Albert Langen – Georg Müller, München, 1933. Brosch. RM 5,—, Leinen gebunden RM 6'80.
Begeisterung, Überzeugung, Hingabe, Sorge um die deutsche und europäische Zukunft charakterisieren das Werk. Den übermächtigen Intellektualismus bekämpfen, welcher keinen befriedigenden Lebenssinn, kein Lebensziel verschaffen kann. Scharf unterschieden zwischen Zivilisation und Kultur. Zu diesem schon oft besprochenen Thema findet der Leser ein sehr treffliches, klar sichtbares Profil der europäischen Weltsichten, Philosophie, Kultur und Politik.
Die deutsche Jugend aufrufen, die Mission der Deutschen in Europa zu erfüllen: besiegen der Kultur gegenüber der Zivilisation.* Darum fordert der Autor auch das Genie der Macht.
SMOGORZEWSKI, Kazimierz: Polen-Pommern. Aus dem Französischen übersetzt: S. Grenkamp-Kornfeld. Verlag: Esperantistische Stimme in Jaslo (Polen) 1932. 136 Seiten. sv. fr. 2'50.
Eines der vielen Propaganda-Werke, die von den verschiedenen Nachkriegs-Regierungen herausgegeben wurden. Wir verstehen die polnische Sichtweise, aber auch die deutsche. Für alle, welche von einem gemeinsamen Wirtschaftsgebiet zwischen Lissabon–Wladiwostok und Kapstadt–Oslo träumen, wurden Korridorfragen zweitrangig. Die Sprache, Stilmodelle.
NITTI, Francesco: Die Demokratie. Verlag: Alcan, Paris. Preis: fr. Fr. 75'–.
Dies ist die Antwort eines Wissenschaftlers und Staatsmannes auf die Frage: Ist es das Ende der Demokratie und der Beginn der Diktatur?
DOBRETSBERGER, Josef: Freie oder gebundene Wirtschaft. Verlag: Duncker & Humblot in München, 1932. 165 S.; Brosch. RM 7'–, gebunden. RM 9'–.
CHAPPEY, Joseph: La crise de la monnaie et la restauration des Pays danubiens (Die Währungskrise und die Restaurierung* der Donaustaaten.) Verlag: Marcel Giard, Paris. Seiten: 234; Preis: fr. Fr. 30'—.
HENNIG, Richard und KÖRHOLZ, Leo: Einführung in die Geopolitik. Verlag: B. G. Teubner, Leipzig 1933. Seiten: 128 mit 52 Landkarten; Preis kartoniert: RM 2,60.
Erste praktische Einführung in die Geopolitik. Die geografischen Karten helfen einer guten Auffassung sehr."
paĝo 4 / Seite 4
Spegulo de l' eŭropa problemo (Spiegel des europäischen Problems)
Beispiel:
Rapidu, rapidu, ni havas multajn entombigojn .... (Macht schnell, macht schnell, wir haben viele Beerdigungen, unter anderem stirbt auch die Weltwirtschafts-Konferenz in London CURENTUL, Bukarest)
Mondkomerco (en miliardoj da ordolaroj) (Welthandel (in Milliarden Gold-Dollar))
"Import: Export: 1928 1929 1930 1931 1932
Europa, USA und Kanada, Asien, Südamerika, Afrika, Australien"
Vaida kaj la revizio (Vaida und die Revision)
"Alexander Vaida, der rumänische Ministerpräsident, gab dem Bukarester Korrespondenten der Havas-Agentur ein Interview über die Revision. Er erklärte, daß es in Rumänien keinen Rumänen, Slawen oder Deutschen gibt, allein nicht einmal eine andere Minderheit, welche auch nur an eine teilweise Andersordnung der Landesgrenzen denken würde. Die ungarischen Minderheiten betreffend erklärte er, daß die in Rumänien lebenden Ungarn ein angenehmeres und besseres Schicksal haben als sie während des ungarischen Regimes hatten. Der ungarische Bauer, welcher durch die Agrarreform ein Stück Land erworben hat, fühlt sich jetzt besser als zuvor, in der Vergangenheit. Selbst die teilweise Revision weist Rumänien mit der energischsten Entschiedenheit zurück. Ministerpräsident Aleksandro Vaida beendete seine Erklärung wie folgt:
Eine Revision? Niemals!
Eine Föderation europäischer Staaten? Ja!
Die Länder brauchen in erster Linie Wirtschafts-Föderationen."
La Pakto de la Kvar. (Der Pakt der Vier.) "Es scheint, daß nicht Mussolini der wahrhaftige Initiator dieses Pakts ist, sondern MacDonald. Mit dieser Politik orientiert sich England europäischer, wohin es vor allem durch die Ereignisse in Fernost und in den USA kam. Die europäische Hegemonie in der Welt hat in letzter Zeit verschiedene Schläge erlitten, deren Reaktion vielleicht die Erklärung zur europäischen Solidarität ist, d.h. der Pakt der Vier. Parallel zu diesen Bemühungen zur Solidarität der Großmächte in Mittel- und Westeuropa, bestehen diese Staaten im Donautal auf die Suche von einer gerechten Plattform für Zusammenarbeit.* So gibt es in fast allen Teilen Europas – jetzt noch nur theoretische – Bemühungen zum Verständnis untereinander."
Eŭropo jam part-pagis al USA la militsxuldojn ... (Europa hat die Kriegsschulden an die USA bereits teilweise bezahlt) – "in Folge der Dollar-Inflation! (Wie viel haben die Dollarbesitzer bis heute in Europa verloren?)"
Mondekonomia konferenco. (Weltwirtschafts-Konferenz.) "Unter den vielen, mehr oder weniger wichtigen Aufgaben der Konferenz dürfte es die dringendste sein: eine solche politische Struktur auf der Erde zu finden und zu schaffen, d.h. die Weltpotenz auf solche Weise aufzuteilen, daß diese Neu-Gruppierung für lange Zeit den Frieden garantiert. Somit würde die Hauptaufgabe der Wirtschafts-Konferenz die Lösung von politischen Problemen sein."
Por unu cendo, unu menuero. (Für einen Cent, ein Menüteil.) "Bernard Mac Fadden, der reiche Verleger, fördert die Idee, Ein-Cent-Restaurants in allen Teilen der USA zu eröffnen. Allein New York braucht 300. Fadden eröffnete bisher drei Restaurants in New York City, wo jedes Menüteil 1 Cent kostet. Ein Essen für 6 Cent sättigt jeden. Und interessant ist, daß die Restaurants ohne Defizit arbeiten."
MUSSOLINI pri la pakto de la kvar: (MUSSOLINI über den Pakt der Vier:) "Europa muß man in zwei Einfluss-Bereiche teilen: in einen deutschen und italienischen. Für Frankreich genügt sein Kolonial-Reich."
Kapitalista reformo en Rusujo. (Kapitalistische Reform in Russland.) "Ein neues Gesetz schafft in der Industrie die Arbeiter-Räte ab. Überall installiert man Leiter mit großen Vollmachten, welche selbstständig Arbeiter einstellen und entlassen können. Lohn-Erhöhungen sind für Ingenieure und Facharbeiter geplant. Dieses Gesetz gilt bereits im Kohlerevier Donez, da in letzter Zeit die Produktion sehr zurückging."
La angloj sentas pri kio temas. (Die Engländer spüren, worum es sich handelt.) "Llewellyn-Jones, ein englischer Abgeordneter, veröffentlichte in der Times einen offenen Brief, in welchem er auf die öffentliche Meinung über den Vertrag der Kernstaaten (Kern-(Etentente)-Staaten) aufmerksam macht. Er verweist auf den Fakt, daß Ungarn, welches 8 Millionen Einwohnern hat, umgeben in einer neue Staats-Entstehung
mit 42 Millionen Einwohnern ist.* Es ist wahrscheinlich, daß der neue Staatenbund eine bedeutende Auswirkung für Mittel- und Osteuropa haben wird!"
La germana auxtarkio (Die deutsche Autarkie) "beschleunigt die wirtschaftliche Zusammenarbeit der Donaustaaten."
La vivo estas en Eŭropo ankoraux multe pli kara ol antaŭ la milito. (Das Leben ist in Europa noch viel teurer als vor dem Krieg.) "Die Daten für den Lebensunterhalt sind in den verschiedenen europäischen Staaten für 1932 auf der Basis von 1913 = 100 bekannt. Der Index erreichte zum Ende des Jahres 1932 in Deutschland 118 4, Österreich 107, Frankreich 83, Italien 98, Schweiz 136, Niederlande 140. Generell sind die Lebenshaltungs-Kosten in Europa derzeit viel höher als vor dem Krieg."
Ekonomia ekspansio de Japanujo. (Wirtschaftliche Expansion von Japan.) "London. Herr Colville, der Staatssekretär für Überseehandel, erklärte im Parlament, daß Besprechungen zwischen den britischen und japanischen Industrien über die Aufteilung des gesamten Weltmarktes stattfinden. Die Vereinigung der Britischen Industrie veröffentlichte eine Denkschrift, welche sich mit der japanischen Konkurrenz befasst. Der Bericht weist auf eine Zuwachs der japanischen Einwohnerschaft um eine Million Menschen pro Jahr hin, ein Menschen-Überschuss, den Japan nicht in seinem normalen Produktions-Prozess in Anspruch nehmen kann. Somit wird notwendig, daß es seinen bereits heute kaum noch ertragbaren Exportdruck auf den Weltmärkten verstärken muß. Die Denkschrift verlangt die Verteidigung der britischen Interessen."
Karakterizado (Charakterisierung)
"MACDONALD: Was ist gefährlicher, USA oder Japan?
MUSSOLINI: Eine Injektion.
HITLER: Der deutsche Boulanger.
STALIN: Wie soll ich kapitalistische Methoden anwenden, vorausgesetzt daß die Massen dies nicht bemerken?
DALADIER: Herrschen muß in Europa Frankreich.
HERRIOT: In Europa muß Frankreich herrschen.
TARDIEU: Frankreich muß in Europa herrschen.
TITULESCU: Aktive Vermögenswerte von der rumänischen Zahlungs-Bilanz.
BENEŜ: Wann werden die Nationalisten schon in Russland regieren.
DOLLFUSS: Nur über meine Leiche wird Hitler nach Wien marschieren. (DIDIER)."
German—Litvanlanda dogan-unio? (Deutsch-Litauische Zoll-Union?) "Der Präsident der Republik, Smetana, nahm den Vorschlag über Besprechungen bezüglich einer Zoll-Union zwischen Ostpreußen und Litauen an. Diesen Vertrag betrachtet man als den ersten Schritt um den Block der freien Staaten zu schaffen: Litauen, Weißrussland und Ukraine."
Nederlando en mizero... (Niederlande in einer Notlage...) "Enorme Verluste erlitt die niederländische Landwirtschafts- und Garten-Kultur wegen der derzeit in Europa herrschenden unnachgiebigen autarken Wirtschafts-Politik."
Kunlaboro de esp. organizoj de la malgrandaj ŝtatoj. (Zusammenarbeit von Esperanto-Organisationen der Kleinen Staaten) "Herr Howorka, Wien machte an ĈAE und an Ungarische Esperanto-Gesellschaft im Namen österreichischer Esp(erant)isten einen Vorschlag zur Zusammenarbeit von Esperanto-Organisationen der Kleinen Staaten. ĈAE nahm den Vorschlag wohlwollend an und empfiehlt, die Zusammenarbeit auch auf Esperanto-Organisationen der baltischen und Balkanstaaten auszuweiten."
Ligilo, Prostejov.
Esperanto kiel ŝtata lingvo. (Esperanto als Staatssprache.) "Als Folge von Mussolinis Vorschlag, eine Gesellschaft der vier Großmächte zum Zwecke des europäischen Friedens zu gründen, schlug ein schwedischer Politiker, der ehemalige Bürgermeister von Stockholm und ein glühender Verbündeter von uns, vor eine Vereinigung der baltischen Staaten (Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Estland, Lettland, Litauen und Polen) zu gründen, die Esperanto verwenden würden, um die sprachlichen Unterschiede in ihren Ländern zu beseitigen. Der obige Vorschlag wurde in einer Reihe von bedeutenden ausländischen Zeitschriften veröffentlicht.
"Ligilo", Prosteĵov, 1-V-1933."
Elemér Hantos, "der ungarische Kämpfer für die Mitteleuropäische Föderation, sprach in mehreren mitteleuropäischen Städten über die Aufgaben und Chancen der Weltwirtschafts-Konferenz."
La italaj verkistoj (Die italienischen Schriftsteller) "schlugen Mussolini vor, den Import ausländischer Bücher zu kontingentieren."
Kreado de Internacia Kreditinstituto. (Schaffung eines Internationalen Kreditinstituts.) "Roosevelt plant die Errichtung eines internationalen Kreditinstituts, welches mit der Bank für Internationale Zahlungen zusammenarbeiten würde."
2022122820230119SE
Dialect/GoogleTranslate hat sich als gute Hilfe beim Übersetzen herausgestellt (ab Ausgabe 8)
UŜE-EĤO 1933 -12- (Jul) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek 



UŜE-EĤO 1933 -13- (Septembro)
paĝo 1 / Seite 1
ERSTENS: DIE EUROPÄISCHE SPRACHE
ZWEITENS: DER EUROPÄISCHE GEIST
DRITTENS: DIE EUROPÄISCHE PARTEI
VIERTENS: DIE GEMEINSAME EUROPÄISCHE ARMEE
FÜNFTENS: DIE EUROPÄISCHE ZOLLUNION
SECHTENS: DIE EINHEITLICHE EUROPÄISCHE WÄHRUNG USW.
ilustraĵo / Abbildung: EŬROPANOJ! UNUIGU VIN! (EUROPÄER! VEREINIGT EUCH!)

Klasifikado (Klassifizierung)
"der Probleme ist erforderlich. Man muß unterscheiden zwischen wichtigen und zweitrangigen, drängenden und weniger drängenden Problemen.
Solange Zollgrenzen zwischen den europäischen Ländern, diverse europäische Währungen und die bekannten Handels-Hemmnisse weiter existieren, solange werden alle anderen Probleme zweitrangig bleiben.
Zweitrangig bleibt die bloße einzelne nationalstaatliche Politik in einer Zeit, in welcher sich die einzelnen europäischen Staaten nur durch gemeinsames Handeln selbst radikal helfen können.
Zweitrangig werden die sozialen Probleme bleiben, deren Lösung letztlich von der wirtschaftlichen Befreiung Europas abhängt.
Zweitrangig wird die Regimefrage der einzelnen Staaten bleiben – ob diktatorisch, ob demokratisch – , dieses Problem ist eine Sache von nationaler Gemütsanlage und von historischer Entwicklung, also irgendetwas unbeständiges und wandelbares.
Rassen- und Religions-Probleme sind bedeutsam, aber nicht so bedeutsam, daß man ihnen so viel Interesse widmen soll, daß dringendere ihre Vorrangstellung verlieren müssen.
Ein territoriales Revisions-Problem wird zweitrangig bleiben, weil seine Umsetzung die Krise der Einzel-Staaten und Gesamt-Europas nicht beseitigen wird.
Erstrangige und dringende Probleme, welche auf eine Lösung warten, werden reichliche bleiben:
Ein erstrangiges Problem ist die Schaffung einer gemeinsamen europäischen Armee. Sie muß das stabile Fundament der zukünftigen Europa-Union werden.
Erstrangig und vordringlich ist die Abschaffung der kommerziellen, Verkehrs-, Währungs-, usw. Hemmnisse, der Haupt-Grund des gegenwärtigen Elends von Europa und der Welt.
Bedeutend, erstrangig und am dringendsten ist das sprachlich-geistige Problem. Ohne Schaffung einer einheitlichen europäischen Denkweise auf der Grundlage einer gemeinsamen Sprache, also ohne Gedeihen des Europanismus, werden alle anderen Probleme nicht lösbar sein. Das sprachlich-geistige Problem ist das Schlüssel-Problem, von dessen Lösung die Lösung aller anderen abhängen wird.
Dieses Problem erfordert, daß wir sämtliche unserer Arbeiten auf dessen Lösung konzentrieren müssen.
Wenn viele auch nicht glauben wollen, daß die Lösung des europäischen Problems bei der sprachlich-geistigen Frage zu beginnen ist, soll uns das nicht nicht hindern diesen Weg zu gehen. Man versuchte bereits die Lösung von verschiedenen Ausgangspunkten aus (wirtschaftlich, ausschließlich politisch) ergebnislos. Der Weg des Europanismus scheint für etliche eine Utopie zu sein, eine Anderswerdnung der Denkweise fast aller Europäer einfordernd, also – gewissermaßen – eine Unmöglichkeit fordernd.
Die Schaffung einer neuen Denkweise wird möglich sein. Es bleibt nur eine Frage von Zeit und Werbung, es zu beleben und zu fördern.
Die Belebung hat bereits begonnen und es geht um die Verbreitung. Die eingerichtete Offensive zugunsten des Europanismus bietet die Gelegenheit, die europäische Sprache in allen Teilen von Europa zu verbreiten.
Wir werden nicht ruhen, bis nicht das ganze Europa von der europäischen Sprache widerhallt, bis man nicht in allen Ecken von Europa politisch auf europäische Weise denkt. Unser heiliger gewissenhafte Auftrag ist es, für ein neues Europa zu kämpfen, in welchem man keine Unterscheidung zwischen erst-, zweit- und drittrangigen Europäern kennt, in welchem jeder Arbeitswillige Gedeihmöglichkeiten im wahrsten Sinne des Wortes haben wird."
Leider ist es doch nötig, zu kritisieren. Sicher versuchte Zauner nur, sich auf den Zeitgeist einzustellen, aber die
"Regimefrage der einzelnen Staaten .... – ob diktatorisch, ob demokratisch" muß grundlegend beantwortet werden. Ein geeintes Europa, welches nationale Diktaturen beinhaltet, ist schwer denkbar. Der Widerspruch ist zu groß. Aktuell baut sich diese Problematik gerade neu auf und wir können nur hoffen, daß sich ein starkes geeintes Europa entwickelt, das eine Lösung herbeiführt. Denn es ist nicht weit zu dem Europa, wie wir es aus der Geschichte kennen, mit allen Konsequenzen. [se]
Vekskuu ni Eŭropon! (Wecken wir Europa!)
Die Umstände für die Verbreitung des Europanismus reiften.
"Die europäische Politik geriet immer chaotischer, anarchischer. Soviele Staaten, in so viele Richtungen zieht man! Wieviele Länder, so viele Lösungs-Versuche. Man kennt nur die Interessen von den Inländern, als ob jenseits der Grenzen nicht auch Menschen vorhanden wären.
Die politische Kurzsichtigkeit triumphiert jederlands. Die Staatsmänner sorgen dafür, daß sich die europäischen Nationen wohl untereinander nicht verständigen sollen ungeachtet dessen, daß die Massen, die Völker nicht den Hass und die Intoleranz kennen. Diese wenigen Staatsmänner wollen nicht glauben, daß die Zeit der klein-territorialen Wirtschafts-Politik bereits vorüberging; sie wollen nicht verstehen, daß Europa die modernen Produktions-Methoden anwenden muss, wenn es nicht bis zu einer Bedeutungslosigkeit fallen will.
Alle Politiker, welche politisch nur bis zu den Grenzen sehen, sind keine Patrioten, wenn sie das auch hundertmal betonen. Sie glauben möglicherweise, daß sie patriotisch handeln, nur ihre eigenen Interessen verfolgend. Nach 1918 wurden für alle europäischen Staaten die gesamt-europäischen Interessen zu eigenen.
Dies müssen wir überall und in jedem Fall betonen. Und auch jenes, daß Europa seinen Weg nur durch eine Komplett-Auswechselung der Staatsmänner finden wird. All diese Politiker, welche nicht europäisch agieren können oder wollen, müssen durch europäische abgelöst werden. Es gibt wenige aktive Staatsmänner, welche bereit sind, den europäischen Weg zu gehen, alle anderen muß man als hässlich-Eisen ansehen, als Menschen, die nicht mit der fortschrittlichen Zeit schreiten können.
Teilerfolge von manchen Politikern müssen uns nicht irreführen. Die Probleme der einzelnen Staaten sind nur gesamteuropäisch-begründet lösbar.
Wir werden die Europäer aufwecken und ihnen den europäischen Weg zeigen müssen!
Klar und entschieden."
La diferencoj (Die Unterschiede)
"zwischen nur-sprachlicher und auch-sprachlicher Werbung sind groß.
Wenn man nur Sprach-Propaganda macht, wird man immer nur eine begrenzte Anzahl von Interessierten finden. Es ist eine ähnliche Sache: Esperanto oder national-sprachliche (englisch, französisch, deutsch, spanisch usw.) Kurse zu organisieren, mit dem Unterschied, daß die Schüler der national-sprachlichen Kurse die Kurse hauptsächlich aus materiellen Gründen besuchen, während jene der Esperanto-Kurse am häufigsten zu Idealisten gehören, welche – wie bekannt – immer in einer Minderzahl sind.
Wenn man will, daß sich die Massen für unsere Sprache interessieren sollen, reicht es nicht, nur die Sprache zu verbreiten. Wir müssen es hinein-programmieren, vermittels welchem es lernwürdig gemacht wird.* Durch dieses Programm sollen wir nicht nur zu den Idealisten sprechen – ohne welche keine Bewegung entstehen kann – sondern auch zu materiell denkenden Menschen.
Praktisch bedeutet das:
Statt nur Sprach-werbende Abende, veranstalte man
Europa-Abende,
regelmäßige oder einmalige Zusammenkünfte, bei welchen man die aktuellen europäischen Probleme bespricht und die Lösungs-Möglichkeiten diskutiert.   diskutiert werden. Selbstverständlich bleibt das Sprachen-Problem, – als das zuerst notwendig zu lösende – das Hauptthema.
Statt nur Sprachen-Radio-Stunden (Halb- oder Viertel-Stunden), sollte man veranstalten
Radio Europa-Stunden.
Diese regelmäßigen oder gelegentlichen Veranstaltungen würden bestimmt eine größere Schar von Zuhörern interessieren. Im Rahmen dieser Ansprachen könnte man immer dafür sorgen, daß die Lösung des Sprachproblems – in unserem Sinne – betont sein soll.
Wie bereits nationale Stunden im Radio-Programm existieren, so könnte man derart europäische Stunden organisieren, möglichst einheitliche, sinngemäß, also eine Einigungs-Tendenz verbreitend.
Immer sei vor unseren Augen: die selbe Rolle, welche die National-Sprachen gegenwärtig im Leben der Nationen spielen, die selbe Rolle muß die europäische Sprache in der fernen Zukunft im Leben der Europäer spielen, und durch sie in der ganzen Welt.
Deshalb ist es erforderlich, daß wir nicht zaghaft sind mit der Sprache zu politisieren. Siegen wird sie nur können, wenn sie das ganze Leben durchquert, und das ist nur auf einem Politik-Weg möglich. Aber man soll nicht mit unserer Sprache beginnen auf der bisherigen Propaganda-Basis zu politisieren.
Dies würde dazu führen, daß sich die Zahl der Weltsprachen-Projekte extrem anreichern würde; und die Folge wäre, daß unsere Sprache etwas von ihrer bereits erlangten Bedeutung verlieren würde."
Halo! (Hallo!)
Radiojournal Brno! (Radiojournal Brünn!)
Schlägt es eine gesamt-europäische Zusammenarbeit auf der Grundlage der "europäischen Sprache" vor?
"In der diesjährigen Juli-Ausgabe von Ligilo (Tschechoslowakische Revue, herausgegeben in Prostejov) lesen wir über Comenius-Komenskys "Ermahnung an Europäer"; von Herrn A. Pitlik: "Ist Esperanto wirklich eine kunstgemachte Sprache?" und über das Vorhaben des Radiojournal Brno, auf diese Weise, daß wir schlussfolgern wollen, daß diese Nummer gewissermaßen eine "europäische Nummer" war. Insbesondere der Artikel von Herrn Pitlik ist gedanklich im Wesen identisch mit unseren Propaganda-Argumenten.
Den Plan vom Radiojournal betreffend haben wir eine bescheidene Bemerkung: Sie, die Schöpfer des Plans, hörten bestimmt in der Esperantistenschaft über die verschiedenen Methoden von Propaganda unsere Sprache betreffend. Wir erinnern uns, daß sogar irgendein bedeutender Propagandist öffentlich riet, daß wir den Namen Esperanto nicht betonen sollen, wenn wir ihn für taktisch unrichtig halten. Dieser Propagandist überging in seiner umfassenden Propaganda sogar selbst die Nennung des Wortes Esperanto. Wenn Sie jetzt im Radio Europäische Stunden für das ganze Europa senden wollen, wären Ihre Arbeiten und Bemühungen nicht zuversichtlicher und erfolgreicher, wenn sie taktisch die Sprache und das Programm vor den Beamten oder den betreffenden Autoritäten "europäisch" nennen würden? Nichts sonst ist etwas natürlicher als ein "europäischer Abend für ganz Europa in der europäischen Sprache". – weswegen würden wir nicht berechtigt sein, die europäische Kultur, Literatur, Politik für die Europäer in der europäischen Sprache auszustrahlen?
Nun wäre der allgemeine Wunsch nach einer wirksamen Propaganda, daß die Initiative des Radiojournal Brno auch von anderen Radiosendern Europas nachzuahmen und zu verbreiten ist. Wie wirksam würde die
unsere Sprache sein, wenn man in ganz Europa im großen Stil demonstrierende Europäische Stunden über die europäischen Probleme veranstalten würde!"
Eigentlich sind wir Menschen im Jahr 2023 technologisch und technisch-organisatorisch auf einem viel höherentwickelten Stand. Aber haben wir so ein europäisches Programm wenigstens für eine Stunde wöchentlich vorzuweisen? Wir haben ja sonst alles mögliche erreicht – aber der Geist ist schwach. [se]
paĝo 2 / Seite 2
Gutenberg kaj la evoluo de la lingvoj (Gutenberg und die Entwicklung der Sprachen)
"Die Sprachen sind die Ausdrucksmittel des menschlichen Denkens. Sie sind die beständigen Abhängigkeiten der Zivilisation und der Kultur und deshalb sind sie immer den ewigen Gesetzen der Entwicklung des allgemeinen Fortschritts unterlegt.
Der Buchdruck, welchen Gutenberg erfand, ist ein wichtiger Grenzstein auf dem Weg der sprachlichen Entwicklung. Der Buchdruck wurde sogar zu einem wichtigen Faktor in der Sprachentwicklung gemacht, weil er den Wendepunkt der Sprach-entwickelnden Richtung bewirkte. Die Entwicklungs-Tendenz der Sprachen hat sich vor Gutenbergs Erfindung und vor dem Erscheinen der modernen Technik (Eisenbahn, Telegrafie, Telefon, Film, Radio) verstreut. Durch die Vervielfachung der Menschheit wurden immer mehr und mehr Territorien besiedelt, und die verschiedenen Territorien und Provinzen wegen des Fehlens der geistigen Möglichkeiten des Verständigtwerdens und der Möglichkeiten sich zu verständigen, und infolge ihrer Isolationen und Umgebungs-Hindernisse, resultieren daraus die verschiedenen Dialekte.* Wir können diese Vor-Gutenbergische Sprachentwicklung mit den sich ausbreitenden Geäst eines Baumstammes vergleichen.
Seit der Erfindung des Buchdrucks und seit dem Erscheinen der modernen Technik hat sich die Entwicklung der Sprachen geändert, wir können sagen, daß sich ihre Entwicklungs-Richtung umgekehrt hat. Die Tendenz von dieser Entwicklung vor Gutenberg wurde zerstreut, und nach Gutenberg wurde diese Entwicklungs-Tendenz zusammengeführt. Dies neue Richtung können wir durch ein Fluss-System illustrieren.
Die Möglichkeit der intellektuellen Kommunikation durch die Druckerei-Erzeugnisse und folglich der Entwicklung und der Vervollkommnung der Kommunikations-Technik, wurde immer mehr und mehr das Bedürfnis bei so großen und größeren umfassenden Territorien nach einer einheitlichen gemeinsamen Sprache verspürt. Dieser evolutionäre Vorgang bildete nationale Sprachen aus den Dialekten, und wird in der weiteren Entwicklung zu Rassensprachen führen.
Ein typisches Beispiel für diesen Evolutionsprozess ist die Entstehung und Entwicklung der germanischen und europäischen Sprachen."
Mehrfach wird hier und heute (2023) darauf hingewiesen, daß die alten Rassenvorstellungen falsch sind, auch wenn es hier im Beispiel eigentlich um etwas anderes geht. Ethnische Faktoren spielen keine Rolle, dagegen aber kulturell-geopolitische. Wie sich die Erdeinwohner zueinander einteilen, das bleibt weiter offen. Hoffentlich wir mehr Vernunft eine Rolle spielen. Es bringt auch nichts, Europa zu verdammen und auf Erlöser zu warten, die uns in schlimmste Zeiten der Geschichte zurückbefördern. Werte wie Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit bleiben bewahrenswert. [se]
"Die Geburt der gemeinsamen deutschen Schriftsprache ist vor allem Gutenbergs Erfindung zu verdanken. Damit die Gutenberg-Druckerei die Druck-Erzeugnisse in allen deutschsprachigen Territorien verbreiten konnte, – und diese Territorien hatten alle ihren speziellen Dialekt! – musste sie die Veröffentlichungen so abfassen, daß man sie in den möglichst meisten Orten, Territorien und Provinzen, wo die deutschsprachige Öffentlichkeit wohnte, verstehen könnte. Zu jener Zeit konnte dies keine einfache Angelegenheit gewesen sein, weil die zusammengehörenden Dialekte einen so sehr großen Unterschied vorwiesen, daß sich sehr oft die beiden Gesprächspartner von zweierlei Dialekten überhaupt nicht wechselseitig verstehen konnten.
Die Redakteure der ersten Druck-Erzeugnisse (Reformation!) mussten folglich – damit sie für ihre Veröffentlichungen eine möglichst große Möglichkeit für die Verbreitung sicherstellen, daß sie um mehr Deutsche verstehen sollen – aus den Wortschätzen der bekanntesten verschiedenen deutschen Dialekte die am besten verwendbaren Wörter und Ausdrücke, welche am weitesten in den unterschiedlichsten deutschsprachigen Territorien verbreitet sind. So wurde die gemeinsame deutsche Schriftsprache geboren."
La naskiĝo de la eŭropa lingvo (Die Geburt der europäischen Sprache)
"Zum Ende des 19. Jahrhunderts, in Folge des rasanten Fortschritts der Technik, der deutschen Verhältnisse des Gutenberg-Zeitalters, können wir uns sprach-wissenschaftlich auf Europa beziehen. Die selbe Rolle, welche die Dialekte zu Gutenbergs Zeiten erfüllten, können wir gegenwärtig auf die nationalen Sprachen beziehen. So wie die Vereinigung der Dialekte hauptsächlich in dem Zeitalter von Gutenberg benötigt wurde, so wird gegenwärtig besonders die Synthetisierung der nationalen Sprachen benötigt. Dieses evolutionäre Verfahren diktiert die Quasi-Perfektion der neuzeitlichen Technik.
Es ist daher verständlich, daß die Arbeit von Dr. Zamenhof, die Zusammenstellung der europäischen Sprache, gänzlich parallel mit der allgemeinen Entwicklung der Sprachen voranschritt. Dr. Zamenhof hat durch seine Arbeit den natürlichen Weg, die natürliche Fließrichtung, vorbereitet, festgelegt, den jetzt die moderne Technik für den sprachlichen Fortschritt festlegt oder festlegen wird.
Bei der Überarbeitung der europäischen Sprache ahmte Dr. Zamenhof bewusst oder unbewusst das Vorgehen der Schöpfer der deutschen Literatur-Sprache nach. Er wählte die am weitesten verbreiteten Wörter aus den indoeuropäischen Nationalsprachen aus und erklärte diese zu gemeinsamen Wörtern. Diese Methode tritt besonders durch alltägliche, häufig verwendete Wörter in Erscheinung.
Es ist nicht möglich, ausreichend zu betonen, daß die europäische Sprache keine Kunst-gemachte Sprache ist, sondern sie ist das natürliche Folgernde der Sprachentwicklung. Es ist nicht möglich, in der europäischen Sprache auch nur ein solches Wort zu finden, dessen natürlichen Ursprung man nicht vorzeigen könnte.
Der größte Fehler der bisherigen Propaganda von Esperanto ist jener, daß sie Esperanto als Kunstsprache verbreitete, ungeachtet dazu, daß es ja keine Ähnlichkeit mit ausgedachten Weltsprach-Projekten hat. Von unserem Standpunkt aus ist nicht in der europäischen Sprache der Grund zu suchen, daß diese geniale Sprache noch nicht die Massen einnahm, sondern in der bisherigen verkehrten Propaganda-Methode."
Beide Beispiele zeigen das Prinzip von Sprachentwicklung. Die Annäherung von Dialekten oder Nationalsprachen an eine übergeordnete Hochsprache muß möglichst ausgewogen sein. Eine deutsche Hochsprache entwickelte sich, nachdem es bereits Dialektgruppen gab, die sich durch den Grad der Lautverschiebungen unterschieden. Das Mittelhochdeutsch war bedeutend, darunter das Meissner Kanzleideutsch. Es wurde eine der Grundlagen für die spätere Hochsprache. Für ein Buch, welches überall verständlich sein musste, wurden dann die verschiedenen Dialekte beachtet. Nach und nach entstand Hochdeutsch.
Manche akzeptieren Esperanto nicht als europäische Hochsprache. Aber würde plötzlich doch von den Gesellschaften ein Hocheuropäisch gewünscht werden und man würde es neu entwickeln, käme am Ende doch so etwas ähnliches wie Esperanto heraus. Eine folgerichtige Sache. Nach einer Einführung von Esperanto, welches man natürlich nach seiner Nutzung ebenso Europäisch nennen könnte, könnte wohl niemand mehr unser heutiges Problem verstehen, da eine Nutzung der Hochsprache als Binsenwahrheit angesehen würde. [se]
[Perfektiĝu per Isosek en la eŭropa lingvo! (Perfektioniere dich mittels Isosek in der europäischen Sprache!)
Internationaler gehobener Schreib-Esp.-Kurs. Beste gründliche Lehr-Methode.
FW. MISCHKE, Radeberg, Sachsen, Deutschland.]
Faru la provon! (Machen Sie den Versuch!)
"Angeblich "sprechen" 300 Millionen Menschen die englische Sprache.
Die europäische Sprache verstehen alle aufgeklärten, gebildeten Menschen.
Machen Sie den Test: Geben Sie irgendeinem gebildeten Menschen eine europäisch-sprachige Zeitung oder einen anderen europäisch-sprachigen Text, und Sie werden staunen, wie viel er daraus verstehen wird."
SEN KOMENTARIO... (OHNE KOMMENTAR...)
Zwecks der Verbreitung von faschistischen Ideen in der Welt. "In Rom gründete man unter dem Namen "Propaganda-Komitee für die Universalität Roms" eine neue Organisation mit dem Ziel, Mussolinis Ideen in der ganzen Welt zu verbreiten. Die Organisation basiert sich um den Gedanken, daß "il Duce" der Begründer von einer Weltidee ist. Als Mitglieder akzeptiert man alle Italiener ab 18 Jahre und alle Ausländer, die in irgendeiner Weise ihre "Roma"-Denkweise nachweisen können. Anlässlich der Gründungs-Zeremonie verkündete man u. a.: "Die faschistische Revolution siegte im Kampf gegen die Verwüstungen des Bolschewismus und gegen die Reaktion, indem sie als Kraft der Ordnung und Organisation das Fundament der neuen Zivilisation geworden ist. Das faschistische Italien bewies seine Lebensfähigkeit; es ist höchste Zeit, durch die Erschaffung der körperschaftlichen Lehre die neue einheitliche politisch-geistige Struktur von Europa zu begründen. Die Völker könnten durch die Annahme von dieser Lehre, welche lebensvoll ist, nur höher steigen. Die Freunde der "Universalität Rom" brachten auch die Idee der Zusammenarbeit der Nationen voran, einen Weg suchend, um eine neue politische Atmosphäre in Europa zu schaffen."
Ohne Kommentar [se]
La germana revolucio konkeros Tuteŭropon. (Die deutsche Revolution wird Gesamt-Europa erobern.) "Dr. Göbbels, der bekannte Reichsminister für Propaganda, erklärte während einer Rede in Plassenburg, daß die deutsche Revolution nach 50 Jahren Gesamt-Europa ebenso erobern wird, wie damals die Französische Revolution Europa eroberte. Deutschland beabsichtigt, in den kommenden 8 Jahren 5 Universitäten zu gründen, in welchen die national-sozialistische Jugend von Grund auf unterrichtet werden soll. Wenn diese Universitäten jedes Jahr 5.000 Studenten fertig studieren lassen, dann wird diese Zahl ausreichen, um eine große Propaganda zu machen."
Auch ohne Kommentar [se]
Kooperado de ĉiuj slavaj ŝtatoj. (Zusammenarbeit aller slawischen Staaten.) "Anlässlich des "Sokol"-Kongresses in Ljubljana (Jugoslawien) trafen sich auch die jugoslawisch-tschechoslowakischen Verbände. Wie aus Jugoslawien so auch aus der Tschechoslowakei waren zahlreiche Delegierte anwesend; beide Regierungen entsandten auch Repräsentanten. Gemäß der Resolution verlangt man von den jugoslawischen und tschecho-slowakischen Regierungen die Vereinheitlichung des Rechts. Man forderte auch eine intensivere kulturelle und wirtschaftliche Zusammenarbeit beider Staaten, wie auch eine Annäherung an Polen, um – vor allem in der internationalen Politik – die Zusammenarbeit aller slawischen Staaten zu ermöglichen, damit die Slawen in der Weltpolitik die Rolle spielen könnten, welcher sie zahlenmäßig würdig sind."
Pri Isosek (Über Isosek)
"Nach langer Arbeit und Bedenken gelang es schließlich, einen Internationalen Gehobenen Schreib-Esp.-Kurs zu erstellen.
Die Ziele des Kurses sind u.a. folgende:
1. Vorbereiten fortgeschrittener Schüler auf eine Prüfung für Lehrer oder Kursleiter (gemäß den Regeln des Deutschen Esp.-Instituts, welches ein Beispiel für alle Länder ist).
2. Die Sprache und Stil unserer Kursteilnehmer internationalisieren, was unbedingt erforderlich ist.
3. Mittels unsere Zeitung "Nia Informilo" eine freundschaftliche Verbindung zwischen all unseren verschiedenlandigen Kursteilnehmern, Mitarbeitern und Abonnenten herzustellen.
Für jedes Land haben wir einen speziellen Leiter, welcher sich um die Interessen der Kursteilnehmern aus seinem Land kümmert. Er gibt alle Informationen und Ratschläge, korrigiert die Aufgaben, kassiert die Studiengebühren ein usw.
Unter unserer Mitarbeiterschaft befinden sich sehr gut-bekannte Esperantisten, darunter Mitglieder des Sprach-Komitees und anderer hochrangiger Esperanto-Institute, u. a. für England: A. E. Hepton; Österreich: Prof. F. Meŝtan; Bulgarien: Hauptmann St. Radev; Tschechoslowakei: B. Bräuer; Dänemark: L. Friis; Spanien: prof. J. Font Giralt; Deutschland: F. W. Mischke; Italien: Prof. A. Mazzolini, L.K. Jugoslawien: Prof. Franjo Modrijan; Niederlande: Tekla Flint; Polen: Professor Edv. Wiesenfeld, L.K; Schweden: S.O. Jansson; usw.
Die Zentrale sitzt in Hoensbroek, Nieuwstr. 62, Niederlande.
Der Kurs dauert ein Jahr. Er besteht aus 24 sehr umfangreichen zweiwöchentlichen gedruckten Lektionen mit Beilagen. Der Preis gilt für Deutschland: 2 RM monatlich; RM 5,50 dreimonatig; 10,50 RM sechsmonatig oder 20 RM für den gesamten Kurs, zahlbar in einem Mal, sofort nach Erhalt der ersten Lektion.
Der Kurs behandelt u. a. betreffend: a) Grammatik (angeleitet von Prof. A. Mazzolini, L. K.) nach einer sehr interessanten neuen Methode; b) Geschichte der Esp.-Bewegung; c) Literatur. (Wir beschäftigen uns mit preisgekrönten Werken und selbstverständlich mit verschiedenen Werken von Dr. Zamenhof.); d) Lehre. (Verschiedene Lehrmethoden.) Der Grammatik-Teil enthält u. a. Grammatik sehr interessant aufbereitet, für Fortgeschrittene, diverse Sprachfragen, Übungen usw. Die Übungen befinden sich in einem eigenen landes-sprachlichen (deutsch-sprachigen) Übungsheft. Mit unseren Beilagen dienen wir den Interessen aller Kursteilnehmer aus allen möglichen Nationen. Der nationale Leiter von Isosek kümmert sich um die besonderen Bedürfnisse seiner Landsleute. Er korrigiert die Übungen (der Kursteilnehmer kann auch seine Aufgaben selbst überprüfen, da er die Übersetzungen erhält).
Man kann jederzeit beitreten. Wir tragen jeden zum ersten des Monats ein.* Man zahle an den nationalen Leiter von Isosek. Für Deutschland Herrn F. W. Mischke, Radeberg. Die Lektionen wird man direkt von Hoensbroek empfangen."
Rubriko Rumana (Rumänische Rubrik)
Geleitet von Octavian Gheorghe Stancu.
Oxjo Juan Rado
von I. Creanga
"Im Jahr 1857, als man in Iasi die Vereinigung von Jaŝo vorbereitete, fanden es die moldawischen Adligen, wie Kostake Hurmuzaki, M. Kogalniĉanu und andere angebracht, auch einige stirnige* Bauern, je einen aus jedem Distrikt, zu der Versammlung mitzubringen, damit sie auch an der Durchführung dieser großartigen und edlen Volksbesonderheit teilnehmen dürfen.
.... ....
Schließlich gehen 3-4 Bauern, fangen an, den Stein zu bewegen, heben ihn auf ihre Schultern und bringen ihn neben den Adligen.
– Nun, gute Leute, seht ihr?..., Onkel Johano ging und konnte die Arbeit nicht alleine machen; aber als einige von euch helfend dazukamen, tat man die Arbeit spielend leicht; die Schwierigkeit war nicht mehr dieselbe. Wie das Lied sagt: ...."
Rubriko Rumana weiter auf Seite 3
paĝo 3 / Seite 3
Rubriko Rumana weiter von Seite 2
".... Wo eines, fehlt Kraft  
solange Schmerz, schlimmes Schicksal.
.... ....
Und der Edelmann ihn durch Witze unterbrechend, schluckte die Pille und verstummte gänzlich.
Aus: Rumänischer Humor von R.Firu und S.Pragano.
]Mihail Eminescu:*)
Ho, patrino mia... (Oh, Mutter mein...)
- O, mamă -
Übersetzt von: Octavian Gheorghe Stancu.
Eine Mutter, oh liebliche mein, gleichwie aus Vorzeiten
Zu dir rufst du mich durch das Zittern der Blätter;
.... ....
Miĥaelo Eminescu ist einer der berühmtesten rumänischen Dichter. Er lebte von 1849 bis 1889. Obwohl von der Philosophie von Kant, Schopenhauer usw. beeinflusst, gelang es ihm, sich auf ursprünglich unvergleichliche Gipfel zu erheben, und noch keiner hat ihn bisher übertroffen. Seine wichtigsten Poeme sind: Melancholie, Der große Wald, Die Grübelei des erbärmlichen Dionysos, Imperator und Prolet usw., usw."
Hier geht es um den Umgang zwischen Völkern in einem Einigungsprozeß. Die Geschichte Rumäniens ist interessant und wichtig. Als Rubrik muß sie hier aber nicht ausführlich wiedergegeben werden. Vielleicht später. [se]
REFLEKTORO (REFLEKTOR) 
Imitinda propagando. (Nachahmenswerte Propaganda.) "Die Radiostation Brünn sendete am 4. August die europäischsprachige Rede des Universitäts-Professors Herrn Fr. Dr. Weyr über "Tschechoslowakei und das gegenwärtige Europa".
Hier die Hauptgedanken der Rede: Die Tschechoslowakei blieb die Bastion der Demokratie und sie hat die Aufgabe, sich darum zu kümmern, daß in Mitteleuropa das demokratische Regierungssystem herrscht. Der Redner betonte, daß man die Balkanisierung von Europa vermeiden können wird, wenn die europäischen Staaten auf demokratischer Grundlage zusammenarbeiten werden. Er erwähnte den jungen Staatenbund von Rumänien, Jugoslawien und Tschechoslowakei, der alle Staaten – insbesondere die Nachbarstaaten – zur Zusammenarbeit einlädt.
Die Aussprache des Sprechers war korrekt."
Demando. (Frage.) In den letzten Wochen besuchte eine Schar junger Faschisten Deutschland, die gleichgesinnte Jugend Deutschlands begrüßend. In allen großen Städten begrüßte man sie offiziell. Aber in welcher Sprache? Italienisch oder Deutsch? Wenn Deutsch, wie viele Faschisten verstanden diese Sprache? In welcher Sprache verständigten sich die Mussolini-Anhänger mit der Hitlerjugend untereinander? Vielleicht Französisch oder Englisch? Was soll man bei solchen Begegnungen beider Parteien mit brisanter Begeisterung tun, wenn man sich nicht wechselseitig versteht?
La Informilo de Zamenhof-Instituto (Das Mitteilungsblatt des Zamenhof Instituts) "in Barcelona (Spanien) veröffentlichte in seiner letzten Ausgabe einen Artikel unter dem Titel: Was ist UŜE? Durch eine zutreffende Unterscheidung zeigt der Zusammenfasser die Wesensarten der zwei Ähnlichkeiten: "Paneuropa" und UŜE, das sprachliche Problem nachdrücklich machend. Danach zeigt er die Ursachen des Chaos und die von uns vorgeschlagene Lösung. Unter dem Titel: "Die europäische Sprache" präsentiert er die beiden Propaganda-Klischees und schreibt u. a.: "Wenn auch einige Esperantisten die von ihnen verwendete Benennung kritisierten, indem sie sagen, daß Esperanto eine weltweite, jedoch keine europäische Sprache sei, müssen wir zustimmen, daß auf diese Weise sowohl aus europäischer als auch aus philologischer Gesichtspunkten die neue Benennung nicht unrichtig ist. Bereits im Jahr 1910 schrieb gerade das Prof. T. Cart, früherer Präsident unserer Esperanto-Akademie: "Vermittels seiner Grundlage ist Esperanto das Resultierende aus den europäischen Sprachen so, wie sie zum Ende des 19. Jahrhunderts existierten." Auch müssen wir beachten, daß die hauptsächlichen amerikanischen Sprachen europäische sind, und daß die Angehörigen des fernen Ostens Esperanto hochachten und lernen, weil sie darin eine unparteiische und vereinfachte Zusammenfassung der verschiedenen und für sie so schwierigen europäischen Nationalsprachen sehen. Der erste Europäische-Sprache-Kurs abgehalten mit großem Erfolg in Timiŝoara, zeigt, daß es für den Fortschritt unseres Ideals notwendig ist, daß die Europäer, welche bewusst nach dem Frieden auf unserem Erdteil trachten, für den kommenden Winter in allen Städten und mit guter Werbung Kurse veranstalten müssen. ...""
Oomoto Internacia (Kameoka, Kyoto-hu, Japan) "erwähnt in seiner Nr. 95 vom Juli 1933 UŜE-EĤO und stellt fest, daß es Esperanto unter dem Namen "Europäische Sprache" verbreitet. Und es fragt: "Ja, aber was ist mit uns Asiaten?" – Wir bitten den Redakteur, daß er bitte unseren obigen Artikel von unserem spanischen Mitstreiter, Jozefo Anglada, unter dem Titel: Das Mitteilungsblatt des Zamenhof-Instituts liest."
Se la diktatoreca (Wenn die diktatorische) "Herrschaft dauerhaft sein würde und sich die diktatorischen Regime vervielfachten, würden künftig europäische Politiker leichtere Handlungs-Möglichkeiten haben. Statt die Angelegenheiten mit allen großen und kleinen Parteien aller Staaten zu behandeln, würde er nur wenige Partner haben: die Diktatoren. Die Führung Europas würde also nicht viel mehr Mühe bedeuten als die derzeitige Führung von irgendeinem nationalen Land mit vielen Parteien."
Warum diese recht gefährliche Äußerung bei UŜE-EĤO? Sie ist doch im Sinne jedes Diktatoren. Wobei klar ist, daß jeder Diktator letztlich die gesamte Macht an sich reißen will. Diese Typen sterben bekanntlich nicht einfach aus, Beispiel 2022/2023. Am Ende kann sie nur eine funktionierende Demokratie bremsen. Im Falle Europas wird dazu auch die Europäische Demokratie benötigt. [se]
La Ultima Hora, (Die Letzte Stunde) "die alte spanische Zeitung (40 Jahre alt), welche in Palma de Mallorca erscheint, druckte übersetzt vier Artikel aus unserem UŜE-EĤO, Nr: 12 nach."
Washington: "Leitgedanken der US-Politik für die Zukunft: Die USA verstärken ihre Armee und Flotte. Nach kurzer Zeit beginnt man den dreijährigen Schiffs- und Flugzeug-Aufbauplan umzusetzen. Demnach wird man 36 Kriegs-Schiffe und 290 Flugzeuge bauen. Gleichzeitig wird man an den Ufern des Atlantischen und Pazifischen Ozeans Flottenstützpunkte errichten. Wirtschaftlich zielt die Regierung in erster Linie darauf ab, den materiellen Wohlstand des amerikanischen Volkes zu sichern. Dieser Gesichtspunkt herrscht auch in der Währungs- und Zollpolitik vor, sogar bei dem Kriegsschulden-Problem. Amerika wird nichts zulassen, was die Steuerlast des amerikanischen Volkes erhöhen könnte."
Japana dumpingo (Japanisches Dumping) "erreichte Europa. Nach einiger Zeit dringt die japanische Industrie nach Europa ein. Über Niederlande liefert man Textilien, elektrische Lampen, Fahrräder, Füllfederhalter usw."
Kiel ajn (Wie auch immer)
"die Weltlage chaotisch ist, wir befinden nicht, daß diese Situation ein Recht gäbe, nichtstuend mit verträumten Augen und verschränkten Armen zu verharren. Wir befinden, daß je tiefgründiger das menschliche Elend ist, je riskanter das menschliche Leben ist, desto energischer wir unsere Kräfte anstrengen müssen, und uns mühen um unsere erschütterte Kultur vor einem unwiderruflichen Untergang zu bewahren.
Hier der Grund, weswegen wir, inmitten dieser Wirtschaftskrise nicht zagen, diese Revue zu veröffentlichen. Gerade in dem Moment, wenn jede Nation dazu neigt, sich in ihrer Heimat unter dem Schutz chinesischer Zollmauern einzuschließen, halten wir diesen neuen Aufruf zu etwas mehr Solidarität und gegenseitiger Hilfe für notwendig. Gerade in dem Moment, wenn die materiellen Lebens-Schwierigkeiten die Aufmerksamkeit aller auf sich ziehen, halten wir unsere Erinnerung für nützlich, daß die gegenseitige Verständigung die unabdingbare Voraussetzung für jede Übereinkunft und Versöhnung ist. Gerade in dem Moment, als sich alle Nationalismen, selbst sprachliche, zuspitzen, und sich die internationale Arbeit in dieser chaotischen und geistig verwirrten Dialekt-Haftung zerstreut, halten wir unseren Versuch richtig, auf dem Felde der Wirtschafts- und Politik-Wissenschaften, die Nutzung von einer neutralen Hilfs-Sprache einzuführen, welche eine unglaubliche Vereinfachung und Vervielfachung der internationalen Beziehungen ermöglichen würde.
Aus einem Vorwort der
Politischen Sozialen Revue, Paris.
Die Politische Soziale Revue zielt darauf ab, dem gebildeten Publikum ernsthafte und dokumentierte Studien zu allen Problemen des sozialen Lebens zu überbringen. Es beabsichtigt, seinen Lesern die Wesensart der Ereignisse bekannt zu machen, welche nach und nach das Erscheinungsbild unserer Welt verändern. Dafür wird es keines der Fachgebiete, Geschichte, Geographie, Wirtschaft, Politik, Religions- und Sitten-Kritik auslassen, mit denen sich jeder kultivierte Mensch ein wenig intim beschäftigen muß, wenn er umfassend und frisch über die derzeitige Ideen-Bewegung informiert sein will.
Die Politische Soziale Revue erscheint seit 1933 mit vier dreimonatlichen Heften, welche jährlich einen Umfang von wenigstens 320 Seiten im Oktavformat aufweisen.
Jährliches Abonnement: 40 französische Franken, für alle Länder.
Für die Überarbeitung, sich wenden an: G. Waringhien, 13, Place Simon-Vollant, Lille (Frankreich).
Für die Verwaltung an: Buchhandlung Felix Alcan, 108, Boulevard Saint-Germain, Paris 6 (Frankreich)."
Plej multon oni mensogas:
(Am meisten schwindelt man:)
vor Wahlen,
während Kriegen,
nach Jagden!
Bismarck.
"Es wird niemals so viel gelogen wie vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd." So etwa wird der Ausspruch u.a. ihm zugeschrieben. [se]
BIBLIOGRAFIO (BIBLIOGRAPHIE)
"Werke und Broschüren, die wir als zweifache Exemplare erhalten besprechen oder erwähnen wir; einfache Exemplare erwähnen wir nur.
Wir schätzen es, jede Art von esperantosprachigen Publikationen zu empfangen, aber wir bevorzugen europäische und wirtschafts-politische Werke zu empfangen, – und diese auch noch in allen National-Sprachen."
KNICKERBOCKER, H. R.: "Kommt Europa wieder hoch? (Ĉu Eŭropo denove leviĝos?) Deutsch von Franz Fein. (Germane de Franz Fein.) Verlag: Ernst Rowohlt, Berlin W 50, 1932. Seiten: 241; Preis kartoniert: RM 4,80.
Interessanterweise erzählt Knickerbocker zuerst über seine Eindrücke während seiner 6500 km langen Reise, die ihn dahin und dorthin auf dem Kontinent führte. In Wien, Prag und Budapest studierte er die wirtschaftlichen Verhältnisse. Ausführlich spricht er über das Problem der "Donau-Ebene", über das faschistische Italien, über die Arbeiten der Bank für Internationale Zahlungen in Basel, über die wirtschaftlichen Möglichkeiten von Frankreich, über den damaligen deutschen Kanzler v. Papen, über Hitler und andere. Ein vielfarbiges Bild, Berichte und Meinungen von Menschen aus den unterschiedlichsten Klassen. Aber ... aus jedermanns Äußerungen – so sein Bericht – war der feste Glauben hörbar, daß der tiefste Punkt der Krise erreicht und die Krise möglicherweise schon überwunden sei. Wertvoll sind die in dem Buch zitierten Aussagen von bekannten Koryphäen der National-Wirtschaft, wie Sir Josiah Stamp und des belgischen Bankiers Franqui, die vor Panik warnen, weil dies ihnen zufolge nur eine Krise verschärfe. Panikneigung gebiert Misstrauen, Misstrauen verursacht Flucht von einer Währung in eine andere und möglicherweise bald wieder in eine andere, ganz nach den Gerüchten. Leicht könnte auf diese Weise sogar eine vollkommen gesunde Geld-Währung infiziert werden und jegliches Vertrauen könnte davonfliegen. Niemand traut sich, sein Kapital anzulegen. Ein Geld-Mangel beginnt, die Krise verschärft sich. Es folgt, wie es geschah, die Aufgabe der Goldbasis, Kontrollen der Devisen, Import-Schranken, Mengen-Begrenzungen etc., ein Rückgang des Welthandels. 1929 betrug der Außenhandel von 29 europäischen Ländern 80 Milliarden Deutsche Mark, heute 36 Milliarden! Ein wunder Punkt für Europa ist die verhängnisvolle wirtschaftliche Lage, vor allem in der Donau-Ebene. Der Export der Donau-Länder ging um 50 Prozent zurück, während der Export von Europa insgesamt nur um 30 Prozent fiel. Knickerbocker sieht in dem Donau-Problem das wichtigste Europas und er gibt wertvolle Anregungen und Ratschläge. Ausführlich spricht der Autor über die kolossalen Goldreserven Frankreichs, die in den Schatzkammern einer "Festungsanlage" einmagaziniert sind, 23 m unter der Erde befindlich, mit 4,5 m dicken Mauern aus Stahl und Beton. Der mit einem Gerüstblock von 14.000 kg verschließbare Eingang wird von einer kleinen Elektro-Lokomotive gezogen. Knickerbocker meint, daß die Wirtschafts-Gesetze wahrscheinlich trotzdem stärker sein werden. Ihm zufolge besitzt Frankreich kein wichtiges Kreditvermögen mehr im Ausland und damit keine Einkünfte aus ausländischen Zinsen; hingegen: Beträge müssen an ausländische Kreditgeber gezahlt werden. Die Zahlungsbilanz wird passiv sein. Gold wird in die anderen Länder zurückfließen, ... zunächst aus Rückkehr von einer nützlichen Goldverteilung.* Der Autor denkt optimistisch über Deutschland. Er glaubt, daß die Stunde des Wiedererstarkens bereits gekommen ist. Er sieht dies in den Symptomen des Anhebens der wirtschaftlichen Konjunktur-Kurve, in der Belebung der Börsen, in der Überwindung des tiefsten Preis-Punktes. Ähnliche Symptome beobachtete er in anderen Ländern, und aufgrund dieser Anzeichen tendiert sein Buch zu dem Sinn: Europa wird wieder auferstehen."
"La Komerco" ("Der Handel"), Dresden.
ELLISSEN, Robert: "La gaz dans la vie moderne, mit 33 Abbildungen. (Die Gaze im modernen Leben, mit 33 Abbildungen.) Slg.: "Les Questions du Temps présent", Verlag: Alcan, Paris. Seiten: 231; Preis: fr. Fr. 15,—,"
GENTIZON, Paul: "Rome sous le faisce. (Rom während des Faschismus.) Verlag: Fasquelle, Paris. Preis: fr. Fr. 12,–.
Aus dem Inhalt: Vision des "Duce". Der erste Abgang des Papstes. Der Heilige Stuhl und der Weltkrieg. Die Literatur und der Faschismus. Das antike Rom und das moderne Italien. Der Faschismus und das napoleonische System. Die Zehnjahres-Bilanz des Regimes."
KOHN, Hans: "Der Nationalismus in der Sowjetunion. (La naciismo en Sovetunio.) Verlag: Societäts-Verlag in Frankfurt a. M. 150 p.; kartoniert RM2,70."
ARMENGAUD (Général de Division): "L'aviation et la puissance offensive de l'instrument de guerre de demain. (Luftfahrt und die Angriffs-Kraft der Instrumente des künftigen Krieges.) Verlag: Ganthér-Villars, Paris. Seiten: 148; Preis: fr. Fr. 10,–."
LA PIRATO. (DER PIRAT.) "Das erste Piratenschiff erreichte nach einer abenteuervollen Reise unsere Redaktion. Während des Ankerns machten wir einen Besuch auf dem Schiff. Es ist humorvoll – ein kon`-truaĵo (evtl. Kenntnis-Konstruktion*) und darin wimmelt es von der scharfen Sat-ire (evtl. Satt-Gehen*) der habgierigen Piraten. Vollständig werden Sie ihre Kaperung mit den Teilen Ihres Kopfes verstehen, insbesondere wenn Sie die Esperanto-Bewegung und die Hauptrollen-den von der Esperantowelt kennen. Der Schiffs-Kapitän kap-ert das Schiff jeden Monat. Weil dieses Leben interessant und abenteuerlich ist, raten wir: Kapern auch Sie mit einem Piraten-Herzen zusammen mit dem Chef-Piraten-Kapitän: Raymond Schwartz, Ihren Piraten-Obolus zur Heimat-Geldschrank schickend, zum Heimathafen und zur Verwaltung: J. Solsona, 9, Rue Hallé , Paris, 14-e (einjähriges Abonnement kostet fr. fr. 15,— oder Gegenwert)." J. Cs.
paĝo 4 / Seite 4
Spegulo de l' eŭropa problemo (Spiegel des europäischen Problems)
ilustraĵoj / Abbildungen Beispiel:
LA KVINJARPLANO (DER FÜNFJAHRPLAN)
Brot?... Also konnte er nicht fünf Jahre warten!?...
LE RIRE, Paris.
Dr. MIHAI POPOVICI, rumänischer Justizminister: Man sollte nur den ruinierten Traum die Autarkie betreffend aufgeben. Es ist sinnlos, daß jedes Agrarland eine nicht lebensfähige, vegetierende Industrie erschaffen soll und daß jeder Industrie-Staat seine Landwirtschaft mit nicht-überkletterbaren Zollmauern gegen fiktive Feinde abschirmen muß.
Fine de Septembro (Ende des Septembers) "wird in Prag die Konferenz der Kernstaaten (Kleine Entente) stattfinden. Parallel zu den diplomatischen Unterhandlungen wird man auch wirtschaftliche Fragen besprechen. Das Konferenz-Programm lautet: Güter-Verkehr, Schifffahrts-Fragen, bzw. Vereinheitlichung des Schiffs-Verkehrs, Vereinheitlichung der Handels-Gesetze, Vereinfachung und Vereinheitlichung der Zoll-Tarife, Errichten des direkten Eisenbahn-Tarifs und Abschaffung der Visum-Pflicht. Gleichzeitig beabsichtigt man eine Post-Union der drei Staaten zu erschaffen."
Bazo de amerika aerfloto en Siberujo. (Stützpunkt der amerikanischen Luftflotte in Sibirien.) "Sensationell war für die Japaner die Nachricht darüber, daß die sowjetisch-russische Regierung den USA einen Stützpunkt für eine Luftflotte auf sowjetisch-russischem Territorium im Fernen Osten angeboten hatte. (?)"
Vetpolitikado inter Mussolini kaj Beneŝ. (Wettpolitik zwischen Mussolini und Beneŝ.) "Es ist interessant, den heftigen verborgenen Kampf von Mussolini und Beneŝ um die Vorherrschaft im Donau-Gebiet zu beobachten. Mussolini trachtet danach Österreich und Ungarn aus dem derzeitigen Einflussbereich Deutschlands zu wegzulocken und mit ihnen die italienischen Interessen im Donautal zu sichern. Als Reaktion auf die Versprechungen Mussolinis für Österreich und Ungarn erscheinen in den Zeitungen Nachrichten über eine intensivere Zusammenarbeit von Tschechoslowakei, Jugoslawien und Rumänien; und das lakonische Prager Telegramm: "Die Revision bedeutet für die Tschechoslowakei Krieg!" Wer wird gewinnen? Mussolini oder Beneŝ? Oder der Dritte, welcher am meisten in Mittel- und Südosteuropa interessiert ist: Hitler?"
Polujo devas elekti inter Berlin kaj Moskva. (Polen muß zwischen Berlin und Moskau wählen.) "Herr Mazkewicz, Abgeordneter der polnischen Regierungs-Partei, veröffentlichte einen sensationellen Artikel in einem regierungs-freundlichen Warschauer Zeitungs-Organ. Laut Herrn Mazkewicz muß Polen zwischen Berlin und Moskau wählen. Er ist nicht einziger in der Regierungs-Partei, welcher sich für Berlin entscheiden wird. Eine Annäherung an die Sowjetunion würde keine Vorteile für Polen ergeben. Aber durch einen Rückhalt zu Deutschland könnte es zu einer Großmacht mit entscheidender Stimme im Konzert der europäischen Staaten gemacht werden. Die Annexion der Ukraine, einschließlich des Hafens von Odessa, ist überhaupt kein Traum und ist leicht zu verwirklichen, wenn Polen sich für Deutschland entscheidet."
Simplicissimus, "das bekannte deutsche Satiremagazin, lies eine spezielle Ausgabe über das europäische Problem erscheinen. Mit sehr treffenden Bildern und Zeichnungen zeigt man auf die europäische Krise und Not. Aber der Eindruck: Diagnosen, nur Diagnosen..."
BILANCO DE LA DEVIGA EKONOMIADO. (BILANZ DER ZWANGS-WIRTSCHAFT.) "Vor zwei Jahren begann die Zwangs-Wirtschaft, welche bis heute folgendes ergab:
in 8 Ländern eine Zwangs-Erwirtschaftung von Devisen,
Import-Verbot in 13,
Import-Monopol in 2,
Import-Genehmigungspflicht in 15,
Ausgleichs-Warenwechsel in 4,
Zuteilungs-System in 12,
Pflichten inländische Waren zu nutzen in 6,
Erhöhung der Zolltarife in 46,
Einfuhr-Steuerabgabe in 6 und andere Zollbestimmungen in 7 Staaten."
Mussolini: "Mi kredas, Eŭropo estas nur afero por kuraĝaj viroj." ("Ich glaube, Europa ist nur eine Sache für mutige Männer.")
FRANCAJ MILITŜIPOJ VIZITIS GERMANAN HAVENON. (FRANZÖSISCHE KRIEGSSCHIFFE BESUCHTEN EINEN DEUTSCHEN HAFEN.) "Französische Kriegsschiffe besuchten den Hafen von Altona. Der Bürgermeister begrüßte die Gäste herzlich und betonte in seiner Ansprache, daß der Besuch der französischen Kriegsschiffe der erste Schritt zur deutsch-französischen Verständigung bedeutet. Der französische Konsul in Altona bedankte sich für den warmen Empfang und wies auf die Notwendigkeit einer deutsch-französischen Annäherung hin."
Masaryk: "Die Demokratie ist nicht gestorben, man wog nur ihre Repräsentanten und befand sie zu leicht."
"Subtenado" de la agrikulturo: 50 leojn por 1000 kukumoj. ("Unterstützung" der Landwirtschaft: 50 Lei für 1000 Gurken.) "Eine Begebenheit, welche bezeichnend ist für die traurige Situation, in der sich die Landwirte in Rumänien befinden. Nach Jasi brachte irgendein Bauer aus dem Dorf, 28 km entfernt von Jasi befindlich, 1000 Gurken zum Markt der Stadt Jasi mit. Nach einem halbtägigen Aufenthalt, verkaufte er die Gurken für einen Spottpreis von 80 Lei. Von dieser Summe zahlte er 20 Lei an die Stadt und 10 Lei an die Handels-Kammer. Mit der Rest-Summe von 50 Lei wurde seine Arbeit bezahlt."
Scotus Viator (Seton-Watson), "Professor für die Geschichte Mitteleuropas an der Londoner Universität, schreibt folgendermaßen über den herausführenden Weg, über die freie kulturelle Kommunikation über die Grenzen hinweg "Der einzige Ausweg, die einzige Lösung würde sein: die Bedeutung der nationalen Grenzen zu mildern. Man muß die freie kulturelle Kommunikation über die Landes-Grenzen hinweg ermöglichen. Wenn wir einmal schon Fortschritte bis zu solcher Sicherheit der Nationalität für jeden machen würden, soviel wie die religiöse Freiheit jedes Menschen gesichert ist, die übernationalen Dispute, diese Flamme, welche Europa erneut entflammen könnte, hätten wir zur Hälfte schon beseitigt."*"
La rusa kontraŭ-revolucio organizas sin en Germanio. (Die russische Konter-Revolution organisiert sich in Deutschland.) "Nach Mitteilungen aus Moskau entstand in Deutschland eine russische national-sozialistische Partei, deren Ziel es ist, Russland von der roten Diktatur zu befreien. Man glaubt, daß diese Partei alle Emigranten organisieren wird, und man nimmt an, daß die Partei schon in der nächsten Zeit 100.000 Mitglieder in den Überfall-Bataillonen haben wird."
Sind solche "Mitteilungen aus Moskau" Fakt oder Kreml-Propaganda? Eine Recherche wäre interessant. Ähnliche Ideologien sind in Russland tatsächlich auch heute (2023) zu finden. Klassische Fragen nach linker oder rechter Orientierung treten längst weit in den Hintergrund. Bestandteil dieses Denkens ist u.a. eine Machtausweitung Russlands über ganz Europa. Leider ist der Wahnsinn aktuell geblieben. [se]
GERMANAJ, FRANCAJ KAJ ANGLAJ IMPOSTŜARĜOJ SUR LA PESILO DE LA STATISTIKO.
(DEUTSCHE, FRANZÖSISCHE UND ENGLISCHE STEUERLASTEN AUF DER WAAGE DER STATISTIK.) "Das Deutsche Statistische Reichsamt untersuchte mit einem sehr interessanten und neuen Gesichtspunkt die Verteilungsanteile der gemeinsamen Steuerlasten in Deutschland, Frankreich und England. Die Studie prüfte nun zunächst die Differenzierung zwischen den verschiedenen Steuerzahler-Gruppen. Vor allem stellt es fest, daß die Steuer-Freigrenze in Deutschland bei 720,–, in Frankreich bei 2241,–, in England bei 2306,– RM jährliche Einnahmen für unverheiratete Steuerzahler liegt. Die Verheirateten mit 2 Kindern sind verpflichtet, in Deutschland ab 1200,–, in Frankreich ab 4425,– und in England ab 5750,– Mark Einkommen zu zahlen. Dieses ist der Grund, warum die Arbeiter in Frankreich und England generell keine Steuern zahlen, dagegen werden in Deutschland Einkommen von 1500-2000 Mark mit 7–8 Prozent belastet. Individuen, welche über ein Einkommen von 5.000 Mark verfügen, zahlen für diesen Betrag in Deutschland eine Steuer von 12,10 Prozent, während in Frankreich der anteilige Betrag 5,45 Prozent und in England sogar nur 3,82 Prozent beträgt. Bei einem Einkommen von 10.000 Mark erreicht die prozentuale Belastung in Deutschland 15,61, in Frankreich 7,62 und in England 11,26 Prozent. Für 50.000 Mark zahlt man in Deutschland 33,10, in Frankreich 18,93 und in England 21,74 Prozent.
In Deutschland sind die Sozial-Belastungen auch höher, so daß bei einem Einkommen von 2000,– Mark die Sozial-Belastung bei 11,59 Prozent liegt, gegenüber 5,38 Prozent zu zahlen in Frankreich und 3,3 Prozent in England. Wenn wir alle drei Steuerarten vergleichen, können wir feststellen, daß nach 7500,– Mark Einkommen der deutsche Steuerzahler für Einkommens-, Verbrauchs- und Sozialsteuern 22,76 Prozent zahlen muß, während in Frankreich die Steuern das oben genannte Einkommen mit 7,99 und in England mit 7,69 Prozent belasten. Bei höheren Beträgen ist der Unterschied schon nicht mehr so ​​augenfällig.
Die Steuer nach den Dividenden- und Zinseinnahmen ist zwar in Frankreich am höchsten, weil dort die Staats-Kasse auf die Dividenden-Einnahme von 12.000,– Mark 31,51 Prozent verlangt, während in Deutschland das Belastungsverhältnis nur 22,74 und in England 21,24 beträgt. Die Besteuerung von Handels- und Industrie-Einkünften ist in Deutschland wiederum am höchsten, wo die verschiedenen Steuern von Handels- und Industrie-Unternehmen mit 20,45 Prozent höher sind als in Frankreich und England."
Eŭropanoj! (Europäer!)
1. Trotz allem: Glaube an die Europa-Union.
2. Stimme bei Landes-Wahlen nur für die Begünstigung jener Partei, welche für die Schaffung eines einheitlichen europäischen Wirtschaftsraumes kämpft.
3. Werbe für die Schaffung eines Parlaments der europäischen Parlamente.
4. Fordere die Errichtung einer gemeinsamen Europäischen Armee und die Einführung einer einheitlichen europäischen Währung.
5. Fordere Autonomie für die Staaten, Provinzen und Städte in Vereinigten Staaten von Europa.
6. Lerne "europäisch".
7. Respektiere auch die Nationalität anderer.
8. Kämpfe für die Entbürokratisierung (Entstaatlichung und Entmonopolisierung) der Wirtschaft.
9. Kämpfe für Gesetze und Institutionen, welche ein freies gesellschaftliches Wachstum ermöglichen, also einen natürlichen gesellschaftlichen Klassen-Wechsel.
10. Wer für die europäische Einigung kämpft, befördert den Welt-Frieden.
. . . . . . . . . . . . . . . .
Propaganda-Postkarten mit obigem Text sind bei der UŜE-EĤO-Verwaltung erhältlich.
Preis: 12 Bsp. 1 jeweiligen Kupon* von der Post, inkl. Versandkosten.
2023012520230215SE
Dialect/GoogleTranslate hat sich als gute Hilfe beim Übersetzen herausgestellt (ab Ausgabe 8)
UŜE-EĤO 1933 -13- (Sep) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek 

 

UŜE-EĤO 1933 -14- (Novembro)
paĝo 1 / Seite 1
EN DEK JAROJ DEK PROCENTOJ (IN ZEHN JAHREN ZEHN PROZENT)
"der Europäer sollen unsere Sprache verstehen können: Dieses Ziel müssen wir uns für den Beginn stellen. Eine Utopie?! Nein überhaupt nicht!
Die geistige, politische und wirtschaftliche Situation in Europa ist jetzt sehr günstig für unser Handeln. Weder der Marxismus noch die rechts-extreme Politik bieten solche intellektuellen Grundlagen, auf welchen man für lange Zeit das Geschick von Europa aufbauen könnte. Beide extremen Bewegungen sind Reaktionen des Weltkriegs: der siegreiche Marxismus die Reaktion aus den in der Vorkriegszeit herrschenden Klassen, und die "Hemdenleute" die Reaktion der roten Bewegung. Aber beide sind nur einfach erklärbare "Pendelbewegungen", und die bereiten nur den Weg zu der künftigen Mittelweg-Politik vor; für eine Politik, welche vielleicht nur sehr langsam entsteht, aber welche für ein längeres Zeitalter die geistige, politische und wirtschaftliche Grundlage für Europa aufbringen wird.
Deshalb reicht bei unserer Propaganda nicht aus, nur die europäische Sprache zu verbreiten, es ist schon von Anfang an notwendig, unsere endgültigen Ziele zu erklären. Wenn die Propaganda des Europanismus auch in den ersten Jahren keine beachtenswerten Erfolge zeigt, soll uns das ganz und gar nicht entmutigen. Was wir anstreben, wird nicht in ein paar Jahren realisierbar sein. Bewegungen, welche in 10-15 Jahren zu blühen beginnen, verwelken während der gleichen Zeit.
Das große, ferne Endziel und die planmäßige Aktivität erfordern von uns eine beginnende Aufstellung von Teilzielen, die in voraussehbaren Zeiten realisierbar sind.
Das ist auch das oben zitierte Ziel: In zehn Jahren soll jeder zehnte Europäer unsere Sprache beherrschen! Ohne Erfüllung dieser Voraussetzung wird das Programm des Europanismus nicht durchführbar sein. Es ist nicht möglich genügend stark zu betonen, daß sich unsere Bewegung von unten entwickeln muß, d.h. nicht bei den gegenwärtigen Obrigkeiten, sondern bei den Bevölkerungen selbst müssen wir unsere Arbeit beginnen, wenn wir wollen, daß unsere politische Konstruktion feststehend, widerstandsfähig und lebensfähig ist. Unsere Bewegung muß organisch wachsen, deshalb ist es notwendig, daß sie bei dem Beginn Wurzeln schlägt.
Jenes war auch unser Ziel, eine Offensive während der kommenden Wintersaison zugunsten der europäischen Sprache und des Europanismus veranlassend. Viel konnte man nicht erwarten; eine neue Bewegung seiend, die Ziele für die große Mehrheit der Menschen utopisch. Unsere schwierigste Aufgabe wird sein, die Bewegung anzustoßen, die Menschen an unsere Ideen, Denkweisen, an unsere Ziele, Programme und vor allem an unsere Sprache zu gewöhnen.
An all jene Gleichgesinnten wenden wir uns zum Zweck eines gemeinsamen Handelns, die verstehen, worum es bei unserem Willen geht, welche eine Neigung, Fähigkeit und Begabung haben, auf irgendeine Weise dem Ideal zu dienen. An all jene wenden wir uns, welche die historische Aufgabe unserer Sprache verspüren und die überzeugt sind, daß die auf die europäische Einigung zielenden Anstrengungen keine vergeblichen sind. An solche Optimisten, an solche Idealisten wenden wir uns in erster Linie, welche mit beiden Beinen auf realem Erdboden stehen, damit sie durch die erzielten praktischen Erfolge auch die großen Massen interessieren, welche – natürlich – rein materialistisch denken und handeln. Solche Mitstreiter braucht die Bewegung, welche nicht warten, bis die gegenwärtigen Beamten unsere Sprache und unser Programm amtlich machen werden, sondern die wissen, daß unsere Sache nur siegen wird, wenn wir selbst zu diesen Beamten werden, welche die Möglichkeit haben, die Amtlichmachung der Sprache und des Programms zu verwirklichen.
Es ist an der Zeit, daß wir unsere Ideen über sämtliche Mittel der modernen Propaganda zu verbreiten haben. Unser Wille sei stark, unwandelbar und dauerhaft. Unser Handeln muß anregender sein als das der Faschisten, unser Heldenmut muß dem der National-Sozialisten übertreffen, und unser Glaube an den endgültigen Sieg des Europanismus muß fester sein als der Fanatismus der Bolschewisten!"
NE MALARMADON,
SED
KOMUNAN GENERALSTABON
DE LA EUROPAJ ARMEOJ!
ESTU LA POSTULO DE LA NUNTEMPO
(NICHT ABRÜSTUNG,
SONDERN
EIN GEMEINSAMER GENERALSTAB
DER EUROPÄISCHEN ARMEEN!
SEI DIE FORDERUNG DER GEGENWART)
ilustraĵo / Abbildung:
KOMUNA GENERALSTABO (GENÊVE) EBLIGUS EGALRAJTECON.
(GEMEINSAMER GENERALSTAB (GENF) WÜRDE GLEICHBERECHTIGUNG ERMÖGLICHEN.)

(Gezeichnet von: JÓJÁRT)
"Das Hauptthema der derzeitigen europäischen Politik ist die Abrüstung und im Rahmen von dieser das Problem der Gleichberechtigung. Interessant ist festzustellen, daß sich in den Reden der aktiven Staatsmänner oft die wahre Denkweise der friedliebenden Völker vertretenden Gedanken mit Neigung zu gegenseitigem Verständnis befinden. Die Politiker selbst empfinden, daß keine solchen wichtigen Gründe bestehen, welche für immer die Verständigungen zwischen den Völkern behindern könnten. Die europäische Verständigung untereinander ist trotz der gefährlich aussehenden Spannung nicht mehr unmöglich. Es geht nur um das "Wie", um die richtige Form, die aufzufinden ist.
La analizo de la samrajteco! (Die Analyse der Gleichberechtigung!)
Die Analyse der Gleichberechtigung ergibt, daß wahre Gleichberechtigung nur zwischen Gleichstarken besteht. Aufgrund des jetzt herrschenden national-staatlichen politischen Fundaments ist eine absolute Gleichberechtigung nicht realisierbar. Das weiß man allgemein, aber man spricht nicht sehr darüber. Aber gerade der aufrichtige und sachliche Umgang mit diesem Problem würde gleichfalls eine Menge dazu verhelfen, die Wolken vom europäischen Himmel zu vertreiben.
Auch objektive Nichtdeutsche wissen, daß die derzeitige Rüstungs-Situation in Europa ungerecht, unnatürlich und nicht weiterhin haltbar ist. Sie akzeptieren – intern –, daß diese Situation für die Deutschen empörend ist. Aber sie fühlen und denken das nur innerlich, und nur wenige haben den Mut, öffentlich darüber zu sprechen und zu schreiben.
Wenn man die Gleichberechtigung auf dem jetzigen national-staatlichen Fundament verwirklichen würde und Deutschland das Recht und die Möglichkeit hätte, sich wie seine Nachbarn und andere freie Staaten zu rüsten, würde theoretisch Gleichberechtigung existieren, aber tatsächlich nicht. Das bedeutet: Deutschland mit 63 Millionen Einwohnern voll und modern gerüstet mitten in Europa, umgeben von Staaten mit 40 Millionen und weniger Einwohnern, würde bei diesen das Gefühl von Schwäche hervorrufen. Auch in dieser Gelegenheit kann man nicht von Gleichberechtigung sprechen, es sind die Staaten nicht gleich stark.
Dies wissen die nichtdeutschen Europäer gut, und hinzu kommt, daß sie sich noch frisch an den letzten Krieg erinnern, als sich die vereinten Armeen fast aus der ganzen Welt anstrengen mussten, um die Kräfte gleichzumachen. Diese Erinnerung an den Weltkrieg ist die psychologische Ursache, weshalb Frankreich und andere vornehmlich interessierte Staaten derart zögern, Deutschland die Gleichberechtigung zu verschaffen.
Alles dies wissen auch die objektiven Deutschen, jedoch auch sie reden und schreiben nicht sehr öffentlich darüber, weil sie unterdrücken objektiv und aufrichtig zu sein, ebenso wie der Patriotismus den Ausländern.*
Die abschließende Schlussfolgerung ist, daß das derzeit herrschende politische Fundament, dessen Hauptziel, dessen Ideal der isolierte Nationalstaat ist, keine wirkliche Gleichberechtigung ermöglichen kann.
Eŭropanismo: samrajteco (Europanismus: Gleichberechtigung)
Um eine wahrhaftige Gleichberechtigung für alle europäischen Nationen zu ermöglichen, ist es notwendig, die europäische Politik auf ein neues Fundament zu stellen. Die Leser von UŜE-EĤO wissen bereits, daß der Europanismus solch eine neue Grundlage bietet. Der Europanismus, welcher national tolerant ist und der den Patriotismus durchaus nicht ausschließt, verlangt nur, daß man sich mühen soll, um auch den Patriotismus der anderen zu verstehen.
Aber der Weg des Europanismus ist lang und wichtiger wäre es den heute notwendig zu tuenden und machbaren Schritt zu wissen, welcher in der Richtung des Europanismus liegt.
La postulo de la nuntempo: (Die Forderung der Gegenwart:)
Kreado de komuna generalstabo de la eŭropaj armeoj
(Erschaffung eines gemeinsamen Generalstabs der europäischen Armeen)

Die gefährlichen Wellen der derzeitigen Politik wären eingeebnet, wenn man entscheiden würde, einen gemeinsamen Generalstab der europäischen Armeen zu erschaffen. Eine Bedingung für das Gelingen in diesem Fall wäre, daß sich die jetzigen nicht voll bewaffneten Staaten auch komplett bewaffnen können, jedoch nur unter der Bedingung, daß auch über ihre Armeen der gemeinsame Generalstab verfügen würde, in welchen sie auch ihre Oberbefehlshaber als gleichbefugte Mitglieder entsenden können.
Warum so viel Lärm um Abrüstung, wenn selbst die Kinder nicht daran glauben. Was wir brauchen ist: eine starke, unbesiegbare gemeinsame europäische Armee, welche schließlich für die Ordnung in der Welt sorgt. Anstelle der heutigen allgemeinen Unsicherheit, der Schwankneigung, soll sie Europa und der Welt auf die Dauer ein festes Fundament geben.
Neben der seelischen Beruhigung der Welt würde der gemeinsame Generalstab dem Völkerbund, worin die Europäer die größte Gruppe sind, schließlich auch die erforderliche Autorität verschaffen. Ohne Machtmittel wird dieses einzige positive Ergebnis des großen Krieges nur eine Organisation auf dem Papier bleiben.
Der gemeinsame Generalstab der europäischen Armeen würde u.a. eine Rationalisierung ...."
weiter auf Seite 2
paĝo 2 / Seite 2
weiter von Seite 1 (Der gemeinsame Generalstab der europäischen Armeen würde u.a. eine Rationalisierung) ".... der europäischen Armeen, also eine echte Reduzierung ermöglichen.
Diese Reduzierung würde letztlich eine echte teilweise Abrüstung bedeuten.
Der gemeinsame Generalstab würde die Schaffung eines gemeinsamen europäischen Armeehaushalts ermöglichen und während der Entwicklung das endgültige Ziel umsetzen, die gemeinsame europäische Armee.
Die Schaffung des gemeinsamen Generalstabs ermöglichte auch Deutschland – das Recht zu erhalten sich zu bewaffnen, und verpflichtet, wie alle anderen europäischen Staaten, den gemeinsamen Generalstab als höchstes militärisches Kommando zu akzeptieren – Rückkunft an Genf.*"
La plej patriota nacia politiko estas la eŭropa (Die patriotischste nationale Politik ist die europäische)
"Das innereuropäische Ringen um die Hegemonie ergab den bedauerlichen Fakt, daß Europa viel von seinem Ansehen vor der nicht-europäischen Welt verlor. Das ganze Problem müsste man vom europäischen Standpunkt aus betrachten und sogleich würde es an Lösungs-Möglichkeiten nicht fehlen. Erforderlich wäre, die Staatsmänner der einzelnen Staaten zur Überzeugung kommen zu lassen, daß die Kämpfe um die Hegemonie in Europa zweitrangig wurden, weil nach dem Weltkrieg die Verteidigung und Stärkung der europäischen Hegemonie in der Welt ein bedeutenderes Problem wurde, nicht nur für die Großmächte, sondern für alle europäischen Staaten.
Dies erhärten die Ereignisse im Fernen Osten und jene in Amerika. Wenn Europa nicht zurückbleiben will, und nicht die bis zur Gegenwart noch führende Position verlieren will, ist es Zeit, daß es den Weg zu der gegenseitigen Verständigung finden muß."
J. Zauner.
Auch im Jahr 2023 wird im Zusammenhang mit dem anti-europäischen Krieg Putins unbedarft über die Einrichtung von Führungsnationen in der EU geredet. Dieses Denken brachte aber in der Geschichte kriegerische Reiche hervor. Beispiele sind Rom, Frankreich (Napoleon), Englischsprachige, Deutschland (Hitler), Russland (Stalin, Putin). Diese sind allenfalls zur Einrichtung von Achsen fähig, um ihre Vorteile zu wahren. Dagegen muß Europa eine wirkliche Gemeinschaft Gleichberechtigter sein. Für eine europäische Ebene werden die geeignetsten Europäer gebraucht, unabhängig von deren Herkunftsnation. Und natürlich ist die Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit den USA wichtig. Längst hat sich die Weltlage geändert, längst muß sich auch die USA neu einordnen. Eine Partnerschaft hat angesichts einer absehbaren Rückentwicklung der Aufklärung viel Sinn.
Richtig, oberflächlich gesehen könnte man Zauner vorwerfen, er wolle nur eine vergrößerte Nation Europa schaffen, die dann genauso eine Gefahr für andere in der Welt wäre. Aber die Zeit des europäischen Kolonialismus gehört zur Geschichte. Die letzten Aktivitäten in dieser Richtung gehen gerade vom europäischen Sonderling, von Russland, aus. Gleichsam ein Kernland und eine Kolonie. Anders als bei England und USA, die ein Ozean trennt und wo die Unabhängigkeit vom "Mutterland" längst vollzogen wurde.
Eine europäische Hegemonie kann heute (2023) kein Ziel mehr sein. Die Welt braucht Ausgleich. Doch dies geht nur mit einem starken souveränen Europa. Zauner jedenfalls konnte es den Lesern möglicherweise nicht anders vermitteln, was so ein geeintes Europa für ein Ding sein soll. Der klassische Nationalbegriff taugt ja nicht sehr für dieses neue politische Gebilde. Doch wer kritisiert, es handele sich um ein nationalistisches Europa? Es sind oft gerade jene, die selbst als Nationalisten agieren und ein völkisch-zentralistisches System unterstützen, ob sie nun z.B. deutsch-national oder russisch-national eingestellt sind. Sie ordnen sich gelegentlich gar links ein, obwohl es in diesem politischen Umfeld nicht um die geopolitische Verteidigung eines Russischen Reiches gehen sollte. Zauner hat tatsächlich ein Problem zwischen einem sich einigenden Europa und Russland erkannt. Um eine gemeinsame Armee wird Europa nicht herumkommen können. [se]
[La internacia komerco, (Der internationale Handel,) zur Steigerung des Konsums anspornend, und neue Ideen, Erfindungen und intellektuelle Kräfte zwischen den Nationen vermittelnd, ist einer der stärksten Förderer und Beschützer der Zivilisation und des nationalen Wohlstands.
Friedrich List.]
La dua kurso de la eŭropa lingvo (Der zweite Kurs der europäischen Sprache)
Eine Teilnehmerin möchte die europäische Sprache für ihren speziellen Zweck anwenden
"Nach sorgfältiger Vorarbeit und ausführlicher Propaganda und Werbung kam die Probelektion des zweiten Kurses der europäischen Sprache mit guten Vorzeichen zustande. Zu diesem Anlaß trug der Festsaal des Industrie-Unternehmens-Verbands schon das zweite Mal einen festlich Anblick.
Vor der Probelektion unterhielten sich die alten Europäer lebhaft und wissbegierig lauschte die sich interessierende Schar der schön klingenden, sogar klangvollen neuen zweckmäßigen Sprache. Unter ihnen waren solche, die meinten, eine Probelektion aus den europäischen Sprachen zu hören. Man erklärte jenen, daß sie hier eine Probelektion der europäischen Sprache hören werden, welche eine Synthese aus allen indogermanischen Sprachen ist, sie in deren Folge ihres Charakters, schon durch sich selbst des Erlernen von den anderen europäischen Sprachen erleichtert. Es stellt für sich selbst genommen die sichere Basis dar, auf welche sich die Schüler der verschiedenen europäischen Sprachen für den leichten Fortschritt des weiteren Sprach-Studiums fest stützen können.
Die Probe-Lektion der Cseh-Methode verlief glänzend erfolgreich. Gleich nach Beginn entstand die familiäre anmutige Atmosphäre. Die Anwesenden beantworteten ungezwungen, stark, mutig und elegant Chor-artig die Fragen des Kursleiters, Herrn Julio Csapó. Die Kurs-Teilnehmer Mund-formten die eleganten Antworten gewandt und mosaikartig schwebten die neuen Wörter lose durch den ganzen Saal, vom Ingenieur, Opernsänger, Anwalt, Professor, Angestellten, Näherin, Wirtin, Händler, Zinkographen, Tischler u.a. In der zwischen-zeitlichen Pause ungezwungenes Beisammensein und allgemeine Registrierung. Das spätere Gespräch stellte die würdige Blumenkrone der Probe-Lektion derart her, daß alle mit Begeisterung über die neue Sprache, der neuen Lehrmethode und über das unbewusste Aufblitzen des Europanismus auseinandergingen.
Den folgenden Sonntag, d.h. am 15. Oktober versammelte sich sogar noch eine vielzahligere Schar Kursteilnahme-Willige. Die Teilnehmer der Probelektion waren einander bereits Bekannte, zu welchen sich die neuen Interessenten so hinzugesellten, daß sich die große Familie dort beisammen in vollkommener Harmonie befand. In Begleitung solcher Umstände wurde die Arbeit des Kursleiters sehr erleichtert, und die erste Lektion endete triumphal. Die Anmeldungen dauerten danach noch und die Zahl nimmt von von Kursstunde zu Kursstunde schön zu.
Unter den Kursteilnehmern befindet sich die bekannte Opernsängerin Frau Dr. Bojinca, Julia Kulcsár, welche wünscht, die Sprache für einen speziellen praktischen Zweck zu nutzen. Und zwar erhielt sie Einladungen um an verschiedenen Opernaufführungen in den Städten Bukarest und Cluj teilzunehmen und zu den Radiosendern von Bukarest und Belgrad. Aber die Sache ist nicht so einfach, wie man dies vermutet. In Rumänien könnte sie nach Belieben aus den Sprachen Rumänisch, Deutsch und Italienisch wählen. Aber in Belgrad steht die Sache anders. Sie würde sich überwiegend dafür entscheiden, Italienisch zu lernen, weil das Original der meisten Operntexte in der italienischen Sprache geschrieben ist. Aber gerade diese italienische Sprache mag man in Jugoslawien nicht hören und gewiß nicht im Belgrader Radio. Um das schwierige Sprachproblem letzten Endes und für immer zu lösen, beschloß sie, die europäische Sprache zu erlernen, damit sie die Operntexte in dieser leichten und einfachen, neutralen Sprache überall singen kann.
Für die Öffentlichkeit unserer Stadt ist dies ungewöhnlich zu hören, daß jemand den praktischen Wert der europäischen Sprache benutzen möchte, um so mehr, daß sie nicht gewohnt ist jenes zu hören, daß irgendjemand die Sprache für praktische Zwecke anwenden will und daß sie sogar eine gewisse praktische Bedeutung hat. Die Europäer wollen dies der Öffentlichkeit beweisen."
—<>—
Celo nia
Eternan frat-batalon,
-
(Ziel Unser
Ewigen Bruder-Kampf,)
Sinnloses Blut-Vergießen,
Hass blind-grundlos,
Niederwerfung pfui!-pausenlos:
 Beenden
ist unser hohes Ziel!
-
Die Seele Europas,
Von dem Europa-Volk;
einen vernünftigen Geist,
duldsam Handeln:
 Erschaffen
ist unser hohes Ziel!
-
Um alle Hindernisse zu entfernen
Von den Menschen aufgestellt;
Für das Zukunfts-Europa,
Europäische Vereinigung:
 Streiten

ist unser hohes Ziel'!
—<>—
SINAIA¹)
Solenaj tagoj en Rumanio — (Festtage in Rumänien –) Das fünfzig Jahre alte Schloss Peleŝ – Könige und Außenminister in Sinaia.
"Errichte dieses Schloss hoch und baue es gut fertig, damit es die Wiege und das Nest meiner rumänischen Dynastie sein wird – ....
– – – – – – – – – – –
Aber mitten in Paraden sind hier drei Staatsmänner – das Triumvirat der Kleinen Entente – die ja hier allein, da unter dem Vorsitz Ihrer Königlichen Hoheiten beraten, alle aktuellen Probleme des derzeitigen teilungsgeneigten Europas untersuchend.
Wie man dies bereits vorhersah, die Konferenz der Klein-Entente beschäftigte sich vornehmlich mit der Verbesserung der wirtschaftlichen Beziehungen der Kern-Staaten, bereits ein großartiges Ergebnis in diese Richtung erreichend, wie aus den unten folgenden offiziellen Mitteilungen zu ersehen ist:
"Die Wirtschafts-Ratsversammlung, die im November zusammentreten wird, wird die Zusammenarbeit der Wirtschafts-Institutionen, Eisenbahn-, Post-, Fluss-, Luftverkehrs-Mittel, die Normalisierung von Landwirtschaft und Industrie, die Vereinheitlichung der Handels- und Zollgesetzen, die Statistik-Zusammenarbeit, die Zusammenarbeit der Zentralbank-Institutionen und andere ähnliche Probleme zu lösen haben."
Damit bis zur vollständigen Organisation der Kern-Staatlichen Wirtschaft nicht die bisherigen Veränderungen leiden müssen – besagt die endgültige Entscheidung darüber hinaus – beschlossen die drei Außenminister, noch vor Dezember ein vollständig detailliertes Programm zum Thema Verkäufe und Einkäufe vorzustellen, aus und von den anderen zwei Schicksals-Ländern erbringbar für das Jahr 1934.*
In Bezug auf diese oben genannte Organisation erklärte Herr Beneŝ, daß diejenigen, welche an der zukünftigen wirksamen wirtschaftlichen Zusammenarbeit zweifeln, bald ernüchtert sein werden, denn wie er sagte: "Wir stehen nicht mit vor der Brust verschränkten Armen, sondern alle drei arbeiten in die gleiche Richtung und bald werden wir neben konkreten Plänen auch Fakten haben...
Ihre Königlichen Hoheiten: Alexander der Erste und Karl der Zweite, die an diesen Treffen teilgenommen haben, und Seine Hoheit der Präsident: Masaryk, sind Garanten unserer einheitlichen Zusammenarbeit in diesem Bereich" – endete der bedeutende Diplomat seine sehr interessanten Verkündungen.
Octavian Gheorghe Stancu.
1) Sinaia, lies: Sinaja.
2) Miĥaelo Haret schreibt in seinem Werk: "La Sinaia-aj Reĝ-kasteloj", daß der Bau 16 Millionen goldene Lei kostete und daß diese Summe nicht den Preis der berühmten Gemälde- und Waffen-Sammlungen beinhaltet.
3) Bergmassiv in den Karpaten.
4) Geschehen während der Jahre 1877-78.
5) Rumänische Krönungs-Stadt in Transsilvanien."
Beitrag gekürzt. [se]
Riporto pri la "pacaj batalantoj (Bericht über die "friedlichen Kämpfer")
Motto: Müssen wir fremde Furchen graben!?*
"Schriftsteller Zoltán Szász¹, Mitarbeiter der bedeutenden ungarischen Tageszeitung Pesti Napló, schrieb in der Zeitung vor kurzem einen Bericht über eine Esperanto-Versammlung. Den Artikel gelesen habend, kann ich ihn wegen der gewissen Tendenz seines Inhalts nicht einfach ohne Kommentierung übergehen. Der Artikel wolle wohl eine Grimmassen-artige Charakterisierung der Esperantistenschaft und insbesondere der sogenannten "Friedens-Kämpfer" sein. Dem Anschein nach gelingt ihm sogar sein Ziel – Oder wäre es tatsächlich so? ... Haben wir trotzdem keine bewussten, wahrhaftigen "Kämpfer" für unsere Idee? Hätten wir wirklich nur solche "friedlichen..."?! – Aber sehen wir uns zuerst den Artikel an:
I-a ĉapitro, en kiu vi enkondukiĝas en la medion de la multaj belaj kaj  ĉarmaj samideaninoj kaj koreĝojantaj samideanoj. (I. Kapitel, in welchem Sie in das Milieu der vielen schönen und charmanten Gesinnungs-Freundinnen und herzensfröhliche Gleichgesinnte eingeführt werden.)
Der Artikel-Schreiber Zoltán Szász beginnt den Berichts-Vortrag, daß er vor nicht allzu langer Zeit an einer von den Esperantisten organisierten feierlichen Versammlung teilgenommen habe. Ein überfüllter Raum, viele Frauen und junge Menschen, ausnahmslos alles begeisterte Gesichter, eine in den heutigen Zeiten ungewöhnliche Masse voller Humor empfing und begrüßte ihn, als er eintrat. Kaum setzte er sich, bemerkte er zu seiner größten Überraschung, daß auf der Kanzel, auf dem Stuhl des Präsidenten Mr. Karinthy saß. "Ein Humorist, als Präsident einer seriösen Versammlung. Diese Tatsache ist für mich ja keine ungewöhnliche, aber solcherart zeigte sich, daß das Publikum diese Tatsache nicht akzeptieren wollte, oder besser nicht einfach nur akzeptieren konnte. Diese Tatsache hat allerdings bestimmt keine Art von irgendeiner freiheitlichen, humorvollen Zügellosigkeit geschaffen, welche vermögend die Unterwerfung des hohen Niveaus der Zusammenkunft hätte begründen können. Das kann schon das selbst ungezwungene, schwerelose, aber dennoch gehörig majestätsvolle Verhalten Karinthys nicht zulassen. Aber trotzdem: Humorist ist Humorist. Von so einem Menschen strahlt ein gewisser Frohsinnsbereich aus, eine Art Humor-Atmosphäre, und das tritt ja tatsächlich doch natürlicherweise selbst beim diszipliniertesten Publikum in Erscheinung."
II-a ĉapitro, en kiu evidentiĝas plej senpere, ke la prezidanto de Esperanto-Societo ne scias — Esperante. La eĥo de tiu ĉi fakto estas ĝenerala ekridego de la publiko. (II. Kapitel, aus dem am unmittelbarsten hervorgeht, daß der Präsident der Esperanto-Gesellschaft nicht versteht – Esperanto. Das Echo dieser Tatsache ist ein allgemeines Loslachen des Publikums.)
"Wenn Karinthy irgendetwas sagt, was selbst überhaupt nicht sehr humorvoll ist, lachen die Leute schon laut, wenn er etwas anderes sagt, was gar nicht lustig sein will, lachen sie auch darüber, und wenn er noch etwas anderes sagt, ...."
weiter auf Seite 3
paĝo 3 / Seite 3
weiter von Seite 2 (Wenn Karinthy irgendetwas sagt, was selbst überhaupt nicht sehr humorvoll ist, lachen die Leute schon laut, wenn er etwas anderes sagt, was gar nicht lustig sein will, lachen sie auch darüber, und wenn er noch etwas anderes sagt,) ".... was wirklich witzig ist, ist das Echo darauf schon ein Donner-Lachen.
Karinthy beispielsweise, mit schöner Zurückhaltung, berichtete gleichwie um Vergebung bittend zur Kenntnisnahme, daß er Esperanto als eine außerordentlich wertvolle und nützliche Schöpfung betrachtet, er selbst jedoch bedauerlicherweise – Esperanto – nicht kann. Diesem Eingeständnis folgte ein riesiges lautes Lachen. Natürlich ist nicht nur allein in dieser Mitteilung, sondern besonders in diesem Umstand, daß selbst der Präsident des Esperanto-Treffens kein Esperanto beherrscht, trotzdem etwas komisch."
Ich kann den großen Erfolg der ungarischen Esperantisten bzw. der Budapester Esperantisten sehr schätzen. Und zwar, daß sie den berühmten ungarischen Schriftsteller Karinthy für die Stellung des Präsidenten der offiziellen ungarischen Esperanto-Gesellschaft gewinnen konnten. Sie hat sicherlich große Zustimmung und Propagandawert in der ungarischen Öffentlichkeit. Aber wenn Karinthy schon so selbstlos seine Aufgabe als sachführender Präsident vollbringen will, soll er sich zumindest dazu entschließen, auch ein wenig die Sprache zu sprechen. Denn wenn er nur jenes erreichen will, was er durch die Pointe seiner Eröffnungsrede (mit dem Eingeständnis, daß er nicht kann – esperantisch) in der betreffenden Sitzung erreicht hat, – sollte er nicht Präsident einer Esperanto-Gesellschaft sein. Weil er auch ohne diese Gesellschaft bestimmt weiß, ausreichend vollendet zu humorisieren. Die Esperantisten können sicherlich sogar manchmal Humor brauchen, beispielsweise bei internationalen Bällen, vergnügten Abenden und bei diversen Veranstaltungen zur Unterhaltung. Aber hier, zumindest laut dem Beitrag des Artikel-Schreibers, scheint seine originelle, eigene natürliche gute Gemütsart etwas überschwänglich zu sein.
Meine obigen Bemerkungen wünschen in der Folge keine grundsätzlichen Änderungen. Ich will Sie nur nachdenklich machen, verehrte Gleichgesinnte, dieses hier sich aufgezeigt habende und aufzeigende Phänomen betreffend, welches möglicherweise bis jetzt die Augen verschleierte. Ich möchte nur betonen: Wir können auch zuverlässige Streiter sein, und wir sind bereits berechtigt von den anderen zu fordern, weil wir solch eine eigene gemeinsame Sache haben, welche für uns lieb, ja sogar heilig ist!
Aber kommen Sie mit mir weiter, wir gehen zu dem
III-a ĉapitro, en kiu vi konvinkiĝos, ke venis ankoraŭ io pli bona. Vi vidas eĉ kuriozaĵon: la botojn sur la tablo. (III. Kapitel, in dem Sie überzeugt sein werden, daß noch etwas besseres kam. Sie sehen sogar eine Merkwürdigkeit: die Stiefel auf dem Tisch.)
Nach der Einführungsrede des Präsidenten hielt Gyula Halász², der angesehene Geograph und Linguist, eine Werberede auf Dänisch für – Basic English. Dem Artikel-Schreiber zufolge war die Rede sehr interessant. Aber hier die abschließende Charakterisierung: "Der bedeutende Linguist sagte nur so viel über Esperanto, daß er bedauerlicherweise auch kein Esperanto kann. Diese Rede war derartig beschaffen, als würde der Jesuitenpriester Bangha³ in der Synagoge Tabak-Straße⁴ erscheinend und dort, vor allen Rabbinern und der Elite⁵ der Israeliten die unvergleichliche Gunst des Katholizismus gezeigt hätte und er hätte betont, daß mehr als dreihundert Millionen Menschen dieser Religion angehören, er hätte sogar auch dies gemutmaßt, daß es für Juden tatsächlich völlig überflüssig ist, auf ihrer eigenen Religion beharren, weil dieser Religion, wenn wir großherzig rechnen, höchstens nur fünfzehn Millionen Menschen angehören.* Eine derartige Propaganda-Rede würde sich Bangha wagen und wäre imstande sie zu sagen, – wenn die Juden dies in ihren eigenen Synagogen tolerieren würden. Aber die sich versammelnde Gleichgesinnten-Schar erlaubte und tolerierte dies nicht nur, sondern sie bejubelte sogar und applaudierte stark diesem die Rede haltenden fremden Propagandisten, welcher die Hoffnungslosigkeit ihres Ideals bewies."
Nun, ich bedanke mich für solche Kritik! Eine solche Kritik, welche solche "Güte" der esperantistischen Seele verherrlichen wollte, würde ich niemals gern jemals auf einem Zeitungs-Blatt sehen mögen. Ist eine solche Einstellung seiner Sache werbenden Esperantisten eine Tugend?* – Vielleicht ja, aber bei solchen "friedlichen Kämpfern", über welche der Artikel-Schreiber spricht! Aber mit solchen will ich die Esperantisten nicht identifizieren. Es sei eine friedliche Streitmacht, aber eine bewusste, welche sich nicht fürchtet, den Weg sogar mit Waffen in der Hand zu gehen, – mit Waffen der friedlichen Kämpfer: mit dem Bewusstsein! – Aber wo sind die bewussten Kämpfer unserer Idee? Sind derartige vorzufinden? Schwierig ist die Antwort. Nur jene können bewusste Kämpfer sein, welche vom Siegeszug der Idee, von der Lebensfähigkeit einer Idee, Sprache und Bewegung überzeugt sind! Wo sind also die überzeugten Esperantisten? Ist die weltweite Esperanto-Gemeinschaft von ihrer großen Mission und Aufgabe überzeugt? Oder sind sie nur genau soviel überzeugt, wie die mustergültige Gleichgesinnten-Schaft, die durch den Artikel von Szász einem großen Publikum einer Tageszeitung präsentiert wird?!
***
Einmal traf ich einen Gleichgesinnten, welcher mir gegenüber eingestand, daß er die Esperanto-Bewegung oft – willig-unwillig – mit einem Jahrmarkt-Karussell vergleicht. Er sagte, daß er darin keinen Fortschritt, keinen Marsch, keine Bewegung nach vorn sieht. Es kommt weiter wie das Karussell: es bewegt sich ja doch, aber kommt nicht voran, es bleibt am selben Ort.
Wäre es wirklich so? – Nein, nein, und dreimal nein! Kommen Sie, damit wir das Gegenteil beweisen: Es geht voran und wird triumphieren.
Zielbewusst voran:
"Lasst uns unsere Furche ziehen!"
Julio Csapó.
1. Zoltán Szász, lies: zoltan sas.
2. Gyula Halász, lies: djula halas.
3. Béla Bangha, lies: bela bangha. Er ist Jesuiten-Pastor, Prediger und einer der Anführer der Kämpfer für den Katholizismus.
4. Tabak-Straße, eine Straße in Budapest, wo sich eine berühmte Synagoge befindet.
5. Elite, Schar Bedeutender der Gesellschaft."
La "Blanka Domo" de Ĝenevo (Das "Weiße Haus" von Genf)
"Die Liga der Nationen durchlebt derzeit eine Krise. Es ist keine wundersame Angelegenheit, daß eine so wichtige und große Institution bereits in den ersten Jahren nicht für alle zufriedenstellend funktioniert. Man muß darin in erster Linie den verwirklichten gesunden Willen sehen: ein Forum für Zusammenarbeits-Möglichkeiten der Nationen zu schaffen.
Wenn auch der Rahmen der Institution bei der Gründung etwas überdimensioniert war – der Bund der europäischen Staaten wäre für den Anfang ausreichend gewesen – kein gutwilliger Mensch kann ein Gegner des Prinzips sein.
Wenn man heute die Liga der Nationen viel mehr verhöhnt als lobt, weist dies nur auf ihren gravierenden Mangel hin: ihr fehlen die eigene Machtmittel.
Die Kinder-Krankheiten werden vorübergehen und die wunderschönen Orte des eindrucksvollen Palastes werden sicherlich von lebendiger positiver Arbeit widerhallen.
Ein großes Kunstwerk der "Liga der Nationen" steht nun vor seiner vollständigen Fertigstellung. Dies ist genau genommen ein technisches Kunstwerk. Arbeitsame Zimmerleute bemühen sich, die Weltpolitik ignorierend, die neue Heimat der Liga der Nationen fertigzustellen, gemäß dem Beschluß aus dem Jahr 1926.
Zunächst beschloss man, daß die Baukosten die Summe von 13 Millionen Schweizer Franken nicht übersteigen dürfen, aber 1930 war der Rat der Liga gezwungen ein verbreitertes Projekt mit 23,03 Millionen Franken zu akzeptieren und vor kurzem musste es weitere Baukosten von 2,77 Millionen annehmen. Für die Errichtung der Liga-Bibliothek stehen außer der bekannten Rockefeller-Stiftung, insgesamt 4,24 Millionen Franken zur Verfügung.*
Die augenfällige Erhöhung der vorherigen Bewertung findet größtenteils eine Erklärung damit, daß es zwischen dem Liga-Sekretariat und den fünf Architekten, weiterhin den vier von der Liga beauftragten Bauausschüssen, häufig Meinungs-Verschiedenheiten gab, die schließlich zu Änderungen der genehmigten Projekte führten. Unter anderem hat man beispielsweise die Errichtung der ursprünglich geplanten Balustrade am wundervollen Ufer des Genfer Sees weggelassen und brachte ein unebenes Gelände auf der Spitze irgendeines Hügels in Ordnung.
Man muß die Vorgeschichte der Sache kennen, um die zahlreichen Schwierigkeiten zu verstehen. 1926 beschloß die außerordentliche Vollversammlung der Liga der Nationen, einen internationalen Wettbewerb zu veranstalten, um ein geeignetes Projekt zu erzielen, welches für die vielfältigen Bedürfnisse einer solch großen Organisation mit ihrem Sekretariat, ihrer Ratsversammlung, mit ihren unzähligen Kommissionen und ihrer Bibliothek geeignet sein sollte. (Das Internationale Arbeitsamt bezog bereits vor Jahren sein eigenes Zuhause.) Eine Jury, bestehend aus neun Mitgliedern und neun stellvertretenden Mitgliedern, beurteilte in 64 Sitzungen die eingereichten Projekte und kam zu dem Endergebnis, daß kein Plan angemessen sei; sie ehrte daher die neun besten Architekten mit dem Preis des Wettbewerbs, welche sie in kollektiver Zusammenarbeit und Vereinbarung mit dem Sekretariat der Liga beauftragte, ein neues Projekt auszuarbeiten.
Mit der Errichtung wurden schließlich fünf Architekten beauftragt (2 Franzosen, 1 Italiener, 1 Ungar und 1 Genfer). Das Baubüro beschäftigt außerdem nicht weniger als 35 Baukünstler, also gibt es ausreichend Köche.
Die sich für die Durchführung gebildete Baufirma war gezwungen, die Frist von 18 Monaten nicht zu überschreiten, ansonsten müsste sie, nicht auf die Schadenersatz-Forderungen blickend, 1000 Franken pro Tag der Verspätung bezahlen. In Anbetracht des Umfangs des Projekts und der Tatsache, daß Bautermine fast immer überschritten werden, ist diese Bedingung sehr unerbittlich.
Es handelt sich um einen annähernd hufeisenförmigen Gebäudekomplex mit Hauptgebäuden für das Sekretariat mit 400 Büros, einem Bankettsaal für den Rat, mit eigenen großen Räumen für die Kommissionen, einem großen "Theater" für die Plenarsitzung und einer eigenen Bibliothek.
Alle technischen Neuerungen werden hier angewendet. Alle Entwicklungs-Richtungen wollen vertreten sein und man ist bemüht, widersprüchliche: politische, wirtschaftliche, finanzielle, ästhetische und technische Gesichtspunkte in Einklang zu bringen. In diesem Zusammenhang ist interessant zu erwähnen, daß sich der Bauausschuß mit dem Sekretariat der Liga der Nationen unaufhörlich gegen besondere Wünsche aus aller Welt wehren muß; verschiedene Staaten wollen eigene Pavillons, für deren Umsetzung sie die notwendigen Mittel bereitstellen würden, was zurückgewiesen werden musste. Künstler und Projekt-Willige wollen den Neuen Bau mit allen Möglichkeiten und Unmöglichkeiten beglücken.
Den Palast der Liga der Nationen erbaut man in einem gewissen modern-klassischen Stil – dem einen ist er modern, dem anderen klassisch – aber sicher ist auf jeden Fall, daß man das Ziel, repräsentativ zu sein, erreichte und niemand jemals seinen stattlichen Eindruck negieren können wird. Neue Chausseen werden angelegt, Parks umgeben das große weiß leuchtende Haus und ein erhabener Platz von enormer Größe wird vor dem Gebäude-Komplex ausgedehnt.
Die Finanzen des Baues sind auf dem Papier gesichert, aber es ist kein Geheimnis, daß die Liga der Nationen anlässlich großer finanzieller Sorgen kämpfen muß; auf dem Papier hat es sicherlich ein gleich-gewichtiges Budget, aber den vielen Staaten macht es ihre eigene finanzielle Verlegenheit fast unmöglich, die hohen jährlichen Zuweisungen genau zu liefern.
Auf solche Weise ist die Liga der Nationen heute einer der größten Gläubiger der Welt, aber sie ist auch kreditwürdig "gut", sodaß die Bauarbeiten keine Unterbrechung erleiden müssen.
Als Endtermin für die Übergabe legte man den Beginn des Jahres 1935 fest.
Das stolze "Weiße Haus" in Washington bekommt dann einen größeren Konkurrenten, das "Weiße Haus" in Genf.
W. K.
Übersetzte F. Engelmann."
Nuboj super la Pacifiko (Wolken über dem Pazifik)
Nicht nur das japanische "Dumping", auch die Lieferung von japanischen Rohren nach den Niederlanden zeigte, wie sich der Ferne Osten herannähern kann. Das Auftreten Japans anlässlich der Abrüstungs-Konferenz sowie die Ereignisse auf der Weltwirtschafts-Konferenz merken an, wie sehr die Ereignisse des Fernen Ostens das Geschick Europas beeinflussen.
Die Gefahrenpunkte im Pazifik befinden sich in folgenden Bereichen: 1. Bevölkerungspolitisch: In Süd- und Ostasien wohnen 950 Millionen Menschen in dichtem Gedränge. Amerika, Kanada, Australien und Neuseeland untersagten rigoros jede Einwanderung. Wird sich die Raum-Reserve insbesondere von Australien mit seinen 6,5 Millionen Menschen, der Überbevölkerung von Süd- und Ostasien noch langfristig widersetzen können?
2. Wirtschaftlich: Die Küsten des Pazifiks und ihrer sich dahinter befindlichen Gebiete mit vielen hundert Millionen Menschen sind wichtige Konsumterritorien: Vorwiegend China ist ein Konsument von Fertigwaren aller Art. Darin stehen sich Japan und Amerika als Rivalen gegenüber. Japan hat seit 1919 (zu Ungunsten Englands) seine Exporte nach China und anderen Ländern des Fernen Ostens (und auch des Nahen) stark vervielfacht. Ebenso vervielfachte Amerika seinen Export in den Osten von 1913 bis 1928 um 1500 Prozent! Doch das Ringen um die Rohstoffe dauert noch an. Es muß nicht nur Metalle, Öl, Baumwolle, Holz, Kohle, sondern auch eine große Menge von Nahrungsmitteln importieren. Mandschurien*, eines der reichsten Länder an Rohstoffen im Fernen Osten, liefert genau die Produkte (Gold, Kupfer, Silber, Blei, Magnesit, Kohle, Eisen, Holz und Nahrungsmittel), die Japan benötigt. Dies ist einer von den Gründen, warum Japan Mandschurien eroberte. Nun kann Japan mit seiner eigenen Basis von Rohstoffen als noch stärkerer Konkurrent auf dem Weltmarkt auftreten.
Diese angespannten Momente mussten durch eine Menge von Übereinkünften neutralisiert werden. Der Neunstaaten-Vertrag von 1922 (Amerika, Belgien, Großbritannien, China, Frankreich, Italien, Japan, Niederlande, Portugal) verpflichtet die Unterzeichner zur Respektierung der Souveränität und Nichtangreifbarkeit von China, zudem zur Beachtung der sogenannten "Offenen Tür" (d.h. gleiche Möglichkeit des Betreibens, der Handelsmöglichkeit aller Nationen hinsichtlich Handel und Industrie) in ganz China. Die Washingtoner Übereinkunft der Fünf-Staaten zur Begrenzung der Marine-Bewaffnung legte das Verhältnis 5:5:3 als Grundlage für die Seestreitkräfte Amerikas, Englands und Japans fest und verbot die Errichtung von weiteren Flotten-Stützpunkten im Pazifik.
Die Übereinkunft zwischen Washington und London gilt bis zum Ende 1936. Japan kippte durch die Eroberung der Mandschurei und der Provinz Jehol das Gleichgewicht auf dem Pazifischen Ozean und beschloß, sich von dem Londoner Abkommen zurückzuziehen, wenn man ihm nicht eine Flottengleichheit mit Amerika genehmigt, was Amerika, welches in Asien sehr verletzlich ist, nicht tolerieren kann, wenn es nicht seine Position auf dem Pazifik aufgeben will. Schon treffen Nachrichten aus Washington ein, nach denen Amerika zum Ende 1936, wenn das Londoner Abkommen endet, zurückschreiten* wird. Der erste Schritt in diese Richtung ist bereits getan: das neue Flottenprogramm, welches der amerikanische Minister für Schifffahrt bekanntmachte, ist die rasche Vervollständigung der Flotte im Rahmen der geltenden Vereinbarungen, eine Realisierung neuer Flotten-Stützpunkte, eine Verstärkung der Luftfahrt, Reorganisation des Expeditions-Korps, Weiter-Entwicklung der Militär-Industrie.
Dies sind die ersten Schritte zu den Vorbereitungen für das entscheidende Ringen im Pazifik, welche mutmaßlich zwischen Amerika und Japan stattfinden werden. Ein solcher Schlagabtausch wird wegen der großen Entfernungen von 10.000, 15.000 km außerordentlich schwierig sein. Einige Beispiele: der Zwischenraum zwischen San Francisco und Jokohama über den amerikanischen Militärhafen Pearl Harbor dicht bei Honolulu beträgt 10.200 km; vom Panamakanal bis Pearl Harbor 8.700 km.
Amerikas Machtlinie im Pazifischen Ozean bildet ein Parallelogramm, dessen Zentrum die Hawaii-Inseln mit dem Militärhafen Pearl Harbor (mit einer Garnison von 20.000 Soldaten) ist. In diesem Zentrum befinden sich zum Nachteil Amerikas mehr als 50 Prozent Japaner und Chinesen! Also eine ostasiatische Bedrohung im Zentrum des amerikanischen Kraftfeldes. Seine Seitenlinien erstrecken sich vom Panamakanal über Francisco bis zum Hafen (Ölstation) Dutsch Harbour auf den Aleuten. Von hier aus weist die Linie zum amerikanischen Militärhafen Cavite bei Manila. Beide anderen Seiten gehen von Manila nach Tutuila auf Samoa und von hier zum Panamakanal. Auf der Verbindungs-Linie Panama – Manila liegt das amerikanische Guam, die südlichste Insel der Marianen.
Die japanischen Machtlinien weisen von den extrem befestigten Bonin-Inseln nach Westen zu den latein-amerikanischen Küsten (in den latein-amerikanischen Ländern wohnen mehr als 100.000 Japaner). An den Bonin-Inseln richten sich die ehemaligen deutschen Südseekolonien aus, welche heute japanische Mandatsgebiete sind. Zudem versucht Japan beharrlich und konsequent seinen Plan zu verwirklichen, einen "Asiatischen Völkerbund" zu erschaffen, welcher unter japanischer Führung aus der Mandschurei, Tibet, China, der Mongolei und Japan bestehen würde. Auch die kurzfristige Revolution in Siam, welche eine Gruppe mit faschistischen Idealen von asiatischem (also japanischem) Charakter anführte*, gehört zu der Linie dieser japanischen Politik.
Die übrigen am Pazifik interessierten Mächte schreiten gegenüber Amerika und Japan ins Rückwärtige: die Politik Englands im Pazifischen Ozean zielt im Wesentlichen darauf ab, die westliche Strecke über Kanada und den Pazifik nach Indien (Singapur!) zu sichern; die Holländer können den Erhalt ihrer malaiischen Kolonien hauptsächlich dem Umstand verdanken, daß alle pazifischen Mächte aufmerksam darauf achten, daß keine von ihnen diese Kolonien in Besitz nimmt und daß welche Änderung auch immer japanische Ansprüche hervorruft und dadurch neue Konflikte schafft; Rußland tritt im Fernen Osten eine Position nach der anderen ab; es versucht um jeden Preis, einen Konflikt mit Japan zu vermeiden, es verhandelt mit der Mandschurei über den Verkauf seines Anteils an der Ost-Chinesischen-Eisenbahn und wird es nicht schaffen, die Küsten-Provinz für sich zu halten.
Im Fernen Osten setzt Japan seine Pläne zielstrebig um, die Durchführung wird ihm ermöglichen, eine regulierende Macht in Ostasien zu werden, die Position von Amerika im Pazifik bedrohend. Von AUSLESE.
BIBLIOGRAFIO (BIBLIOGRAPHIE) 
Werke und Broschüren, die wir als zweifache Exemplare erhalten besprechen oder erwähnen wir; einfache Exemplare erwähnen wir nur.
Wir schätzen es, jede Art von esperantosprachigen Publikationen zu empfangen, aber wir bevorzugen europäische und wirtschafts-politische Werke zu empfangen, – und diese auch noch in allen National-Sprachen.
Europa Una Nr. 1 und 2 (Oktober 1933). Die dreisprachige (Englisch, Französisch und Deutsch) Zeitung verbreitet die europäische Denkweise und macht die verschiedenen europäischen Bewegungen bekannt. Adresse: 28, rue Victor Hugo, Bois-Colombes, Seine, Frankreich.
GROSS, Gaston: Et la France! Die Krise, sechs Ursachen, sechs Heilmittel. (Und Frankreich! Die Krise, ihre Ursachen, ihre Mittel.) Verlag: Bandinière, Paris. Seiten: 272; Preis fr. Fr. 10,–.
LAMBERT, Jacques: Les Nations contra la Paix. (Die Nationen gegen den Frieden.) Herausgeber: Alcan, Paris. Coll.: "Les Questions du Temps présent.". Seiten: 238; Preis: fr. Fr. 15,-.
SIEBURG, Frédéric: Défense du Nationalisme allemand. (Verteidigung des deutschen Nationalismus.) Herausgeber: Bernard Grasset, Paris. Seiten: 300; Preis: fr. Fr. 15,-.
HAUSHOFER, Karl: Japan und Japaner. 2. Auflage. Verlag: B. G. Teubner in Leipzig. 240 Seiten; Broschüre RM 8,-, gebunden. RM 9,6.
paĝo 4 / Seite 4
Spegulo de la eŭropa problemo (Spiegel des europäischen Problems)
ilustraĵoj / Abbildungen: Bsp.: LA LONGAJ FRONTOJ DE LA EKONOMIA MILITO. Desegnis: VÁRADY.
(DIE LANGEN FRONTEN DES WIRTSCHAFTS-KRIEGES. Gezeichnet: VÁRADY.)
Institucioj eŭropaj (Europäische Institutionen)
Wir entnehmen aus der Zeitschrift EUROPA UNA hier-folgende Institutionen, welche auf eine Europäische Föderation abzielen.
Commission d'Etudes Européennes. (Europäischer Studien-Ausschuß). Offizielle Organisation im Rahmen der Liga der Nationen. Sitz: Genf.
Union Douanière Européenne. (Europäische Zoll-Union). 56, Faubourg Saint-Honoré, Paris. Organ: "L'Europe de Demain". (Das Europa von Morgaŭ).
Union Jeune Europe. (Union Junges Europa). 1, Tour de l'Ile, Genf. Organ: "La Jeune Europe" (Das junge Europa).
Paneuropa. Europäische Union. Union Europénne (Paneuropa. Europäische Einigung). Sitz in Wien, Hofburg. Organ: "Paneuropa".
Fédération de Comités, de Cooperation Europeenne. (Föderation der Ausschüsse für europäische Zusammenarbeit). 107, Boulevard Raspail, Paris (6.).
Institut d'Economic Européenne. (Institut der Europäischen Wirtschaft.) 27, rue Crespel, Brüssel.
New Europe (Neues Europa) — London.
Bloc-Européen (Europäischer Block) — Brüssel.
Les Pionniers européens. (Die europäischen Pioniere) 8, rue Danton, Paris (6.). Organ: "Terre d' Europe" (Land Europas*).
Et-Entento — ĉu la plej forta militara potenco en Eŭropo? (Kleine Entente – die stärkste Militärische Macht in Europa?) "Evening Standard" beschäftigt sich mit der Prag-Reise des französischen Generalstab-Chefs General Weygand, und versichert, daß diese ganz und gar keinen privaten Charakter hat, sondern ein wichtiges politisches Ereignis ist. Wenn es gelingt, die Armeen Rumäniens, der Tschechoslowakei und Jugoslawiens zu vereinen, dann wird die Militärische Macht der Entente sogar stärker sein als die Frankreichs. Während in Frankreich 580.000 zum aktiven Dienst zählen, ist die Zahl derer in den drei Bündnisstaaten 600.000. Die Klein-Entente würde durch diese Vereinigung der Armeen zu einem beachtlichen Faktor in der europäischen Politik werden.
KOMUNA LINGVO PREPARAS POLITIKAN UNUECON. (EINE GEMEINSAME SPRACHE BEREITET DIE POLITISCHE EINHEIT VOR.) Man plante in Deutschland, den Tag der Reformation, den 31. Oktober, zum Nationalfeiertag zu erklären, da* Luther nicht nur der Begründer der evangelischen Religion war, sondern auch mittels Schöpfung der deutschen Sprache der Protagonist der deutschen Einheit.
[Perfektiĝu per Isosek en la euxropa lingvo! (Perfektioniere dich durch Isosek in der Europäischen Sprache!)
Internationaler gehobener Schreib-Esp.-Kurs. Beste gründliche Lehr-Methode.
FW. MISCHKE, Radeberg, Sachsen, Deutschland.]
Kiajn progresojn montras l'atletiko en Eŭropo? (Welche Fortschritte zeigt die Athletik in Europa?)
Sensaciaj rekordoj. (Sensationelle Rekorde.)
Die Saison der Athletik endete noch nicht, aber die Ergebnisse der letzten Zeit sind so hervorragend, daß es wert ist, sie schon jetzt zu veröffentlichen.
Die schnellsten Sprinter für die Distanz von 100 m sind die Deutschen Borchmeyer und Jonath mit 10,3 Sek. Für 200 Meter ist Jonath mit 21,3 Sek. das beste in Europa. .... ....
Im Kugelstoßen führt der Pole Heljasz mit 15,94 m. Unter den Diskus-Werfern ist der Finne Kotkas mit einem Ergebnis von 49,64 der beste. Weltrekordler im Zehnkampf ist der deutsche Sievert mit 8467,620 Punkten.
Beitrag gekürzt. [se]
Komuna generalstabo de la Et-Entento. (Gemeinsamer Generalstab der Klein-Entente.) Nach Mitteilungen des "Daily Telegraph" plant man, einen gemeinsamen Oberbefehlshaber der drei Armeen Rumäniens, der Tschechoslowakei und Jugoslawiens zu ernennen, und einen gemeinsamen Generalstab zu erschaffen. Wenn man diesen Plan verwirklichen wird – führt die Zeitung an – dann wird sich der Machtbereich der Kernstaaten nicht nur über den gesamten Balkan, sondern auch über Ungarn und Österreich erstrecken.
NOVA IDEOLOGIO KAJ NOVA VOJO. (NEUE IDEOLOGIE UND NEUER WEG.) Obwohl es paradox erscheint, trotzdem formuliere ich nachstehende Forderung: Die Esperanto-Bewegung, welche der internationalen Verständigung dienen soll, sollte auf dem Nationalismus errichtet sein, welcher der Kern der zeitgenössischen Ideologie ist.
Aber das erwähnte Prinzip beinhaltet einen Konflikt. Es gibt Nationalismus von großen und kleinen Nationen mit einem essenziellen Unterschied. Der Nationalismus großer Völker enthält auch den Imperialismus, dem deren* Sprache in der Rolle einer Weltsprache dient. Wenn die Weltsprachen die Grenze des nationalen Gebietes überschreiten, haben sie die Tendenz, andere Sprachen zu überragen. Die Weltsprachen sind also immer im Dienste der folgenden Bestrebungen, welche die Gleichwertigkeit aller nationalen Kulturen nicht nachvollziehen. Aber Kultur ist nicht Namensverzeichnis und Größe, Kultur ist Geist. Wer sich traut, den Schlussfolgerungen bis zum Ende zu folgen, kommt zu folgender Überzeugung: Die sogenannten Weltsprachen einerseits und die Welthilfssprache andererseits verhalten sich unter den jetzigen Umständen
zueinander wie Wasser und Feuer. Wenn aus irgendeinem Grund E. die günstige Gelegenheit bekommen* würde, plötzlich mächtig zu werden, würde es zu einem Konflikt kommen, von dem unsere friedliebenden und kurzsichtigen E-isten nicht einmal träumen. Wenn sich E. einer folgenden Stellung, für welche es bestimmt ist bemächtigen würde und die Weltsprachen aus ihren Interessens-Sphären verdrängen wollte, würden wir uns unzählige Feinde verschaffen.
Für die kleinen Nationen ist die Sache eine ganz andere. Möglich sind nur zwei Entscheidungen: entweder die Weltsprachen werden ihre Wege in der Rolle von einer übergeordneten Sprache im Vergleich zu anderen zweitklassigen Sprachen   beibehalten, oder die Nationen der letzteren Kategorie wählen E-o als ihre Weltsprache. Wenn wir E-isten erfolgreich damit wären das National-Gefühl von kleinen Völkern in diese Richtung zu lenken, dann würde E. ein wahrhaft lebendiges Fundament bekommen, aus dem es seine Kräfte schöpfen könnte, während die bisherige, auf Internationalismus aufgebaute Ideologie, ein Phantom ohne Blut und Knochen war.
Sollen wir nun die soeben beschriebene Weltanschauung* für unsere Bewegung nutzen? Was wird die Mehrheit der E-isten, gerade den großen Nationen zugehörig, sagen? Eine Idee kann nicht gewinnen, wenn die Vertreter der Idee furchtsam sind, Opportunisten, nur an Kompromisse denkend, wenn sie nicht in der Lage sind, sich der Idee in seinem Kern zu bemächtigen und den richtigen Weg aufzuzeigen.
Rud. Rakuŝa, Maribor
in Nr. 9-10 1933 von DER STERN DES SÜDENS
Slavonski Brod (Jugoslawien).
Heute wird der Nationalismus in Europa zumindest in Teilen der Gesellschaften als nicht mehr zeitgemäß angesehen. Zu sehr darf er das Denken nicht dominieren. Man kann unterschiedlich interpretieren, welche Eigenschaften des Nationalismus wirklich noch gebraucht werden könnten. Wenn damit nur gemeint ist, daß wir ja verschiedene Herkünfte haben und die nicht aufgeben sollen, dann wäre es nachvollziehbar. Allerdings entwickelte sich zu Zeiten des UŜE-EĤO in Europa, ähnlich wie heute (2023) ein breiter Nationalismus in wohl allen Ländern. Der Krieg in der Ukraine zeigt, daß es einen Unterschied zwischen nationalem Denken des imperialistischen Russischen Reiches und der sich verteidigenden Ukraine gibt. Doch längst sollten wir Europäer als Europäer denken und uns gemeinsam gegen das völkisch-zentralistische Kreml-System stellen. Bis heute haben die Normal-Nationalisten, also ganz normale Mitglieder der Gesellschaft, nicht verstehen wollen, wie notwendig die gleichberechtigte Verständigung z.B. für Europa ist. Also, trotz der Europa-Institutionen sind wir nicht viel weiter als 1933 gekommen. [se]
(INTERNACIA PEDAGOGIA REVUO (INTERNATIONALE PÄDAGOGISCHE ZEITSCHRIFT)
erscheint bereits mehr als 10 Jahren lang, berichtet über internationale Wissenschafts-Pädagogik.
Organ von:
WELTWEITE GESELLSCHAFT DER ESP.-ISTISCHEN LEHRER(-INNEN) (TAGE="WGEL").
Ein Jahresabonnement für 6 Hefte kostet (einschließlich TAGE-Zugehörigkeit) 2,50 niederländische Gulden.
Senden Sie das Abonnement und die Artikel an den Administratoren P. KORTE, Schoolstraat 13, VEENDAM (Niederlande).]
BRITUJO VOLAS HAVI LA PLEJ FORTAN AERFLOTON. (GROSSBRITANNIEN WILL DIE STÄRKSTE LUFTFLOTTE HABEN.) "Daily Mail" fordert in einem langen Artikel die Stärkung der britischen Luftflotte mit mindestens 3 bis 4-Tausend Flugzeugen. In der Vergangenheit – schreibt die Zeitung – war die Marine die größte Gewähr für die Sicherheit Englands und den allgemeinen Frieden. Jetzt muß die Luftflotte diese wichtige Rolle übernehmen. Die Zeitung weist auf die fieberhafte Aufrüstung hin und beteuert, daß Russland schon heute über eine Luftflotte mit 8-10.000 Flugzeugen verfügt. Die USA werden in den nächsten fünf Jahren 2.800 Militär-Flugzeuge bauen. Die Franzosen verfügen schon jetzt über 2100 und können im Falle einer Mobilisierung sofort 4000 in den Kampf führen. "Daily Mail" zieht den Schluß, daß England in diesem Wettbewerb der Bewaffnung nicht zurückbleiben kann.
Redakciaj sciigoj (Redaktionelle Bekanntmachungen)
Der sich immer weiter entwickelnde Europanismus*, die immer größer werdende Tagesordnung, erfordert bereits Helfer, die bereit sind, sich an dem großen Vorbereitungs-Pensum zu beteiligen.
Deshalb sucht die Redaktion in allen Teilen von Europa zuverlässige, besondere
Korrespondenten,
die die wirtschafts-politischen Geschehnisse im betreffenden Land beobachten;
über die wichtigsten politischen und ökonomischen Neuigkeiten bericht-erstatten und darüber, was unsere UŜE-Bewegung mehr oder weniger interessiert;
auf das Erscheinen wichtiger, studierens-werter national-sprachlicher, wirtschafts-, europa-politischer Werke aufmerksam macht;
die wichtigen national-sprachigen Werke – nach der Maßregel unserer Redaktion – bespricht;
die UŜE-Bewegung vertritt und ständig Kontakt mit unserer Redaktion hält.
Die Aufgaben werden wir für jeden Mitarbeitswilligen gesondert spezialisieren.
Interessierende wollen sich an die
Redaktion von UŜE-EĤO wenden.
2023021520230404SE
Dialect/GoogleTranslate hat sich als gute Hilfe beim Übersetzen herausgestellt (ab Ausgabe 8)
UŜE-EĤO 1933 -14- (Nov) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek 

 

UŜE-EĤO 1934 -15- (Januaro)
paĝo 1 / Seite 1
[No.15 Januaro 1934 Redakcio kaj administracio: Timişoara I, Strada Lonovici 1 ....]
La rezulto (Das Ergebnis)
"unserer Initiative, im gegenwärtigen Winter eine Offensive zu veranstalten um massenhaft unsere Sprache zu verbreiten, weist noch kein zufriedenstellendes Interesse hervor. Viel zu erwarten würde bedeuten, die momentane Teilnahmslosigkeit, Gleichgültigkeit der Menschen nicht zu kennen. Die materiellen Sorgen der Massen vernichteten die menschlicheren Neigungen und Wunsch-Bildungen. Das Ringen ums bloße Leben regiert erbarmungslos.
Jedoch, unter unseren Freunden befinden sich mehrere, welche noch über so viel Glauben an Ideale verfügen, daß sie mit unseren Bemühungen, Absichten und Initiativen in Anspruch genommen werden können. Mehrere Gleichgesinnte erklärten sich bereit, Europäisch-sprachige Kurse zu organisieren und den Europanismus zu verbreiten. Auf Grund der neuen Weise unsere Sprache zu bewerben, waren sicher viele Gleichgesinnte abgehalten. Aber auch diese Wankelmütigen werden bald begreifen, daß der Weg des Europanismus auch den Sieg unserer Sprache ermöglichen wird.
Jedoch veranlasste nicht nur UŜE-EĤO eine Offensive zugunsten unserer Sprache. Erfreulich ist der Fakt, daß in verschiedenen Teilen von Europa arbeitsame Organisationen und Gleichgesinnte Projekte präsentieren, welche auf die massenhafte Verbreitung unserer Sprache abzielen. Wenn die verschiedenen Bemühungen auch nicht nach einem einheitlichen Plan eingerichtet sind, bedeuten sie dennoch einen General-Angriff, um neue Freunde zu gewinnen. Oft  scheint es, daß bereits ein gesunder Wettstreit zwischen verschiedenen Gruppen herrscht.
Alle Radiohörer können dies z.B. in Bezug auf Brünn und Wien bestätigen. Durch regelmäßige Programme erfüllen sie ihre patriotische Pflicht und propagieren unsere Sprache sehr effektiv mit modernen Methoden.
Begrüßens- und verbreitungswürdig ist auch das Projekt von Wiener Gleichgesinnten, im Mai eine internationale Konferenz mit dem Thema zu veranstalten: Esp. in den Schulen und dem* praktischen Leben. Wir sind zuversichtlich, daß diese Veranstaltung einen solchen Erfolg haben wird, daß Staatsmänner auf die bedeutende Rolle von Esperanto aufmerksam gemacht werden.
Aber nicht nur die eifrigen Gruppen in Österreich und der Tschechoslowakei sind so fleißig. Die Radioprogramme von Europa enthalten nahezu immer für-sprachiche und mittels-sprachiche Programme aus Frankreich, Polen, Jugoslawien, den Niederlanden, Suomi (Finnland), den baltischen Staaten usw.*)
Stumm sind die deutschen Sendestationen für unsere Sprache, aber nach erhaltenen Mitteilungen wird die Hitler-Regierung bald auch in Deutschland die Verbreitung ermöglichen.
Kaum gelang es die Esp.-Organisationen in der UEA zu vereinheitlichen, schon begannen auch die ideologischen Diskussionen. Neue Ideen würden dazu neigen, in die Bewegung einzudringen, um sie voranzubringen.
All diese Bemühungen sind begrüßenswert! Sie sichern die Existenz, die Unvergänglichkeit der Sprache. Diese Bemühungen bringen immer so viele neue Interessenten heran, soviel ehemalige Schüler sie während der gleichen Zeit verlieren. Also ergibt die Endabrechnung die konstante gleiche Anzahl von Anhängern.
Wenn man haben will, daß unsere Sprache gewinne, dann werden die bisherigen Propaganda-Methoden nicht zufriedenstellen. Eine neue Basis, einen lebensnaheren Weg muß man wählen, um den großartige Entwicklung voranzubringen.
Nur Sprach-Werbung allein wird nicht ausreichen, damit die Sprache die Massen durchdringen soll. Man muß ein umfangreicheres Programm verwirklichen, um auch das Sprach-Problem zu lösen.
*) Das deutsche Hörfunk-Magazin "EUROPA STUNDE" veröffentlicht regelmäßig das wöchentliche Esp.-Programm."
"Orienta postulo" – Eŭropa konscio ("Östliche Forderung" – Europäisches Bewusstsein)
Abbildung: La eŭropanismo transpontigas la dispecigitan kontinenton. (Der Europanismus überbrückt den zerstückelten Kontinent.)
"Die letzte (Dezember-)Ausgabe von "Esperanto", offizielles Organ der Esperanto-Bewegung, enthält einen Leitartikel von Dr. E. Privat, in welchem der Schreiber die "Östliche Forderung" unterstützt, nicht billigend die übertriebene Verwendung von Wortneuschöpfungen. Obendrein muß man u.a. auch lesen: "Ganz richtig sagen die Japaner, daß Dr. Zamenhof niemals über Esperanto als "die europäische Sprache" sprach, sondern immer als die Sprache der "ganzen Menschheit". Auch völlig richtig fügen sie hinzu, daß eine zu europäisch geneigte Tendenz die Verbreitung unserer Sprache im Osten gefährdet."
Gerade in dem Moment, als europäische Nationen stolz ihre eigenen Wünsche behaupten und Gleichheit fordern, müssen sie das gleiche Recht auch übrigen Nationen einräumen. "Das Zeitalter des europäischen oder sonst-kontinentalen Imperialismus ging bereits unwiderruflich vorbei, der Kongress ruft; Es lebe die gesamt-menschheitliche Solidarität und die inter-kontinentale Sprache Esperanto! Es lebe die Gleichheit der Ansprüche aller Völker auch auf der internationalen sprachlichen Ebene!"
Das Thema Neologismen betreffend interessiert uns nicht sehr. Dies ist eine Sache von den offiziellen Institutionen der Esp.-Bewegung (Akademie und UEA). Aber umso mehr Interesse haben wir an der Kritik von der "europäischen Sprache".
Bereits in mehreren Ausgaben besprachen wir die Gründe für die Neubenennung von Esperanto. Wir beabsichtigen nicht, sämtliche zu wiederholen, wir wollen nur auf die hauptsächlichen Gründe hinweisen, welche uns veranlassten, den neuen Namen vorzuschlagen und zu gebrauchen. Bei dieser Gelegenheit ist erforderlich, auch auf den großen Unterschied zwischen "europäischer" und "europäer-ischer" Sprache hinzuweisen. Die zutreffende Neubenennung wäre nicht "europäische", sondern "europäer-ische" Sprache. So wie man sagt: "Sprichst du deutsch, rumänisch, japanisch usw., also die Sprache von Deutschen, Rumänen, Japanern usw., so sollte man auch richtigerweise sagen: "Sprichst du europäer-isch, also die Sprache der Europäer? Bewusst haben wir nicht diesen korrekten Ausdruck propagiert, sondern den möglicherweise grammatikalisch unrichtigen und einem Standpunkt der Propaganda zufolge brauchbareren Ausdruck "europäische" Sprache. Mit dieser Neubenennung beabsichtigten wir also nicht zu sagen, daß diese europäische Sprache nur die gemeinsame Sprache der Europäer sein soll, sondern nur auf die Tatsache hinweisen, daß diese Sprache "de facto" die geniale Synthese der modernen indo-europäischen Sprachen ist. Der Hauptzweck der Neubenennung war also, durch den natürlicheren Namen der Sprache die Massen auf ihre natürliche Entstehung aufmerksam zu machen. Auch die Heraushebung aus den Massen kunstgemachter "Weltsprachen-Projekte" ist nur mittels dieser Umbenennung möglich.
KIAL LERNAS LA JAPANOJ NIAN LINGVON? (WARUM LERNEN DIE JAPANER UNSERE SPRACHE?)
Sicherlich nicht nur wegen seiner Neutralität und gewiß auch nicht wegen seiner Benennung als Esperanto. Der hauptsächliche Grund, weswegen die Japaner unsere Sprache lernen, ist ihre Einfachheit. Wenn es gelingt, die Massen in Europa für die "europäische" Sprache zu interessieren, müssen wir nicht befürchten, daß dann in Japan die Anhänger unserer Sprache nicht zunehmen werden. Nicht Tausende wie jetzt, sondern Millionen würden sich für die Sprache interessieren. Wievielmal klagten bereits die Japaner über die Verschieden-Sprachigkeit der Europäer? Wie viele japanische Studenten beabsichtigten, in verschiedenen europäischen Ländern zu studieren, und es war ihnen wegen sprachlicher Gründe nicht möglich. Für sie würde die sprachliche Vereinheitlichung Europas nur Vorteile bedeuten.
Warum haben sie das lateinische Alphabet für die japanische Sprache angenommen und angepasst? Kam es nicht aus Europa? Ist nicht die praktische Nützlichkeit die Ursache von ihrer Anpassung und Anwendung?
Warum lernten die Japaner die englisch-amerikanische Sprache so massenhaft? Vielleicht wegen der großen Sympathie zu diesen Nationen oder wegen der Nützlichkeit?
Wenn die Japaner sehen werden, daß es nützlich ist, unsere Sprache zu lernen, dann werden sie nicht fragen, ob man es Esperanto oder europäische Sprache nennt?! Für sie ist der Name der Sprache zweitrangig.
Nicht zweitrangig ist aber die Angelegenheit für die Europäer. Ein wahrhaftiges Sprach-Problem besteht bereits nur in Europa. Und wenn man versucht, das Sprachenproblem in erster Linie in Europa zu lösen, dann muß man passende Wege für die Europäer wählen. Und wenn man als Bezeichnung für Esperanto den Namen "Europäische Sprache" wählt, so geschieht dies nur wegen der besseren Gelegenheiten, welche diese neue Benennung bei der Verbreitung verschafft.
LINGVO-KREADO KAJ PROPAGANDAJ PRINCIPOJ (SPRACH-SCHÖPFUNG UND PROPAGANDA-PRINZIPIEN)
Bei dieser Gelegenheit müssen wir einige Tatsachen über die Propaganda-Methoden feststellen. Wie genial und geeignet Zamenhofs Sprache auch ist, sosehr unpraktisch sind ihre wichtigsten Propaganda-Prinzipien. Nach den derzeitigen Propaganda-Methoden wird das geniale Werk niemals die Massen einnehmen. Die Tauglichkeit von Zamenhofs Sprach-Schöpfung bedeutet also nicht, daß der Realisierungs-Weg, welcher scheinbar auch vom Meister entspringt, auch geeignet ist.
Bspw. muß man eine Menge über die Brauchbarkeit oder Untauglichkeit der Propaganda von unserer Sprache als "Hilfs-Sprache" debattieren. Also über den Propaganda-Satz "Esperanto sei für alle die zweite Sprache". Dieses Prinzip lässt immer an die Zweitrangigkeit der Sprache erinnern. Wenn man die Massen erreichen will, wird zu beweisen erforderlich sein, daß das Wissen um* unsere Sprache außer praktischer Vorteile auch eine gewisse sprach-geistige Überlegenheit bedeutet.
Das Argument der Neutralität ist für viele günstig und hat scheinbar einen großen Propaganda-Wert. Aber nur scheinbar. Tatsächlich erinnert es an die Kunstgemachtheit der Sprache, obwohl es eine Folge der natürlichen Entwicklung ist. Die nationalistischen Massen hält dieses Propaganda-Argument besonders zurück.
Außerdem könnte man auch über die anderen Propaganda-Prinzipien debattieren, aber jetzt haben nur die oben vorgebrachten zu genügen, welche auch unsere Gleichgesinnten in Fernost betreffen.
ĈU LA JAPANOJ NE ĜOJAS TRO FRUE? (FROHLOCKEN DIE JAPANER NICHT ZU FRÜH?)
Was die japanischen Gleichgesinnten aufregt, das ist nicht die Neubenennung von Esperanto zu europäischer Sprache, sondern sie müssen als aufmerksame Gleichgesinnte bemerken, daß die ...." (geistige Einigung der Europäer trotz aller Hindernisse voranschreitet. Seite 2)
Weiter auf Seite 2
paĝo 2 / Seite 2)
Weiter von Seite 1
".... geistige Einigung der Europäer trotz aller Hindernisse voranschreitet. (Paneuropa-Bewegung, die vielen neuen Institutionen, welche sich bemühen, das europäische sich untereinander Verständigen zu befördern, mehrere Zeitungen, die für die Europa-Union ringen usw.)
Das zerstückelte und darum geschwächte Europa stärkte die internationale Macht-Stellung von Japan relativ stark. Darum ist es leicht zu verstehen, daß die Japaner froh wären, wenn "das Zeitalter des europäischen oder anders-kontinentalen Imperialismus bereits unwiderruflich" vorbei wäre. Sie würden es zu früh schätzen, die Führungsrolle der weißen Rasse* zu beerdigen! Es ist ganz verständlich, daß auch die japanischen Gleichgesinnten, welche dem Anschein nach ausnahmslos in erster Linie gute Patrioten und erst in zweiter Linie Esperantisten sind, um die gelbe Hegemonie kämpfen. Auf diese Hegemonie-Bestrebungen haben sie das gleiche Recht, wie alle anderen Nationen oder Rassen der Erde. Auch auf dem internationalen sprachlichen Feld nahm ihnen niemand ihre Gleichberechtigung weg."
PLI DA KONSCIO! (MEHR VOM BEWUSSTSEIN!)
"Man versteht gut, daß die Anführer der Esperanto-Bewegung keine anderen Sorgen haben, als die Sprache möglichst am wirksamsten zu verbreiten. Man fordert von ihnen überhaupt nicht, daß sie die politische Lage der Welt zu beobachten haben; es reicht, wenn sie auf die Begeisterung von Gleichgesinnten hören, von wem auch immer sie kommt. Wir erkennen an: Ihre Aufgabe ist nicht einfach. Alle Rassen und Nationen mit einer gemeinsamen Ideologie zufrieden zu stellen, ist wahrlich eine meisterhafte Kunst.
Aber dennoch war überflüssig vor einer schwachen Androhung aus Japan ("wenn die Meinung betreffs Esperanto als "der Europäischen Sprache" von der Mehrheit unserer europäischen Gleichgesinnten angenommen würde, wäre die Verbreitung unserer Sprache im Osten bedeutend gefährdet") sogleich auf die Knie zu fallen.
Wenn der Osten gegen die übermäßige Wortschöpfung von "modernen" Esperantisten protestiert, verstehen wir dieses gut, aber wenn sie zugleich gegen Neubenennungs-Bestrebungen der Sprache protestieren, sehen wir darin eine Politik, welche man auch in Genf bemerken sollte.
Wenn die Japaner mittels Sprach-Problemen politisieren, können wir von der Esperanto-Leitung einfordern, daß sie auch diese Seite beachtet und – zumindest dann, wenn es um europäische Fragen geht – gute Europäer sind, so wie die Japaner, jederzeit ausnahmslos, gute Japaner sind." J. Zauner
Et-Entento (Kern-Ŝtatoj)
kaj ĝia lingvo-problemo
(Klein-Entente (Kern-Staaten)
und ihr Sprachen-Problem)
"Die Einwohnerschaft von Rumänien, Tschechoslowakei und Jugoslawien betrachtet mit großem Interesse die Organisation des Bundes-Staates. Aber nicht nur in diesen Ländern geben die Massen auf die Arbeit von Titulescu, Beneŝ und Jeftiĉ acht, auch in anderen Teilen Europas ist das Interesse an ihrer Arbeit ungemein wach.
Die Schwierigkeiten, Hindernisse, welche die Wege behindern, sind wirklich zahlreiche und große. Wirtschaftlich ergänzen sich die drei Staaten nicht zufriedenstellend, politisch schmiedet sie vornehmlich die ungarische Revisions-Propaganda zusammen. Geistig fehlt das gemeinsame Fundament und das gemeinsame Ziel.
Oft kann man lesen, vornehmlich in italienischen Zeitungen, daß die Bündnis-Bestrebungen der Klein-Entente keine Erfolge haben werden. Mit verschiedenen Argumenten will man dies begründen, unter anderem auch damit, daß nichts außer die ungarische Revisions-Propaganda besteht, was die drei jungen Staaten zusammenhält.
Welche das behaupten, kennen oder wollen nicht die bereits bestehenden starken militärischen, politischen und diplomatischen Zwischen-Verbindungen der Entente kennen. Sicherlich reichen diese Verbindungen nicht aus, um die geplante Staats-Organisation fertigzustellen, aber sie bezeichnen dennoch den schwierigsten Teil der Arbeit: den Beginn.
Um die angefangene Bündnis-Politik weiter erfolgreich aufzubauen, ist zunächst erforderlich einen gemeinsamen Geist zu erschaffen. Und die Voraussetzung des gemeinsamen Geistes ist eine gemeinsame Sprache.
Versuchen wir nun zu überprüfen, welche Sprache zur gemeinsamen Sprache der Kleinen Entente werden könnte.
a) Niemand denkt an die Offizialisierung von einer der drei Nationalsprachen (Rumänisch, Tschechoslowakisch und Jugoslawisch) für die Klein-Entente.
b) Die französische Sprache, obwohl sie die offizielle Sprache der Diplomaten ist, kann aus politischen Gründen – die nicht-frankophilen Nationen würden dies nicht tolerieren – nicht zu der gemeinsamen Sprache der Massen in den drei Staaten werden. Auch das Erlernen dieser Sprache wäre für den größten Teil dieser Völker sehr schwierig.
c) Die deutsche Sprache, welche in allen Teilen der drei Staaten viel verwendet wird, kann auch wegen politischer Gründe nicht die gemeinsame Sprache werden. Die Gründe kennt jeder.
Es wird nichts anderes übrig bleiben, als eine Sprache zu suchen, welche alle Voraussetzungen erfüllt!
Die Sprache, die bestimmt ist, auch zur gemeinsamen Sprache der Klein-Entente gemacht zu werden, wird die Europäische Sprache sein. Und die geistige Grundlage der Zusammenarbeit dieser Staaten kann nur der Europanismus sein.
LA PROBLEMO DE LA DANUBO-ŜTATOJ ESTAS UNUAVICE LINGVA PROBLEMO!
(DAS PROBLEM DER DONAUSTAATEN IST IN ERSTER LINIE EIN SPRACHENPROBLEM!)
Wir pflichten bei und verstehen, wenn man dies nicht glauben will; jedoch kann man es beherzt behaupten.
Das Ringen zwischen den Donau-Staaten bedeutet den Kampf von fünf nahezu gleich starken Nationen um die Vorherrschaft im Donau-Tal. Und die nationalen Vormachts-Bestrebungen kommen immer auch in der Verbreitung der National-Sprachen zum Ausdruck. Deshalb ist die Sprach-Politik in den Schulen, in der Verwaltung usw. so heftig. Die Vormachts-Bestrebungen und die Sprachverbreitung sind voneinander untrennbar. Mit den gegenwärtigen Methoden wird dieser Vormachts-Kampf nicht zu zufriedenstellenden Ergebnissen führen.
Neue Ideen, neue Methoden müssen in die Politik der Donau-Staaten eindringen und müssen angewendet werden. Hier sind einige dieser Ideen und Wege:
a) Die Lösung des europäischen Problems beginnt in den Donau-Staaten, wo die wirtschaftliche, politische und intellektuelle Verständigung am dringlichsten ist.
b) Das Problem der Donau-Staaten ist in erster Linie ein Sprachen-Problem (wegen hegemonialer Gründe).
c) Die Lösung des Donau-Problems erfordert vor allem eine energische Verbreitung der europäischen Sprache.
d) Die geistige Grundlage der Politik in den Donau-Staaten wird der Europanismus werden müssen.
e) Erforderlich eine Neu-Benennung der Klein-Entente plus anderer Staaten des Donau-Tals zu "KERN-STAATEN" (der zukünftigen Europäischen Union)."
DUCA
"Der rumänische Ministerpräsident Ion Duca, dessen Leben so tragisch endete, gehörte zu den begabtesten Staatsmännern von Rumänien und Europa. Bereits vor zehn Jahren erklärte der hervorragende Politiker, daß Europa seinen Frieden nur dann auf Dauer finden werde, wenn es gelänge, die Staaten zu einer Föderation zu machen. Die Europäische-Union war in seinen Augen das ferne anzustrebende Ziel.
Als Minister für Auslands-Angelegenheiten half Duca die politische Organisation der Klein-Entente weiter aufzubauen und bereitete politisch und diplomatisch den Weg für Titulescu, welcher nun mit seinen Außen-Ministerial-Kollegen den Bundesstaat von Rumänen, Jugoslawen und Tschechoslowaken erschafft.
Die guten Rumänen und Europäer werden den Menschen Duca und sein Werk nicht vergessen."
Informilo-raporto (Mitteilungsblatt-Bericht)
"Unter den Mitteilungsblättern, die unserer letzten Ausgabe hinzugefügt waren, kamen mehrere, im erwarteten Sinne beantwortet zurück. Man bemüht sich vielerorts Kurse zu veranstalten, aber noch nicht überall auf der Grundlage des Europanismus. Interessant sind einige Anregungen und Vorschläge, durch welche man hofft die Bewegung anzutreiben.
Hier einige aus den Informationen an UŜE-EĤO:
Herr Dr. R. Maeder, Präsident der Schweizerischen Esperanto-Gesellschaft und des Neuen Esperanto-Klubs, St. Gallen informiert, daß
1, etwa 60-70 Personen in St. Gallen unsere Sprache sprechen,
2, man im Jahr (1*)934 einen Kurs veranstalten wird,
3, Leiterin des Neuen Esperanto-Klubs Fräulein Früh ist.*
Herr Árpád Vajnay Hauptangestellter in Satu-Mare (Rumänien) erwiderte, daß
1, in Satu-Mare unsere Sprache sprechen: ausreichend gut 8-10, unvollkommen 30-35.
2, es Gelegenheiten gibt, einen europäisch-sprachigen Kurs zu veranstalten.
3, Leiter: Árpád Vajnay und Andres Rubin.
Herr Eugenio Jasiewicz in Warschau (Polen) berichtet, daß
1, in Warschau etwa 5000-6000 (?) Personen unsere Sprache sprechen.
2, es Möglichkeiten gibt, Kurse zu organisieren.
3, Veranstalter der Kurse: Herr Jan Zawada, Herr Boleslaw Guchowski, Herr Majstruwe, Herr Eugenio Jasiewicz, alle in Warschau.
4. Ein Informierender glaubt, die Anzahl der Sprecher durch Erschaffung eines europäischen gewerblichen Unternehmens zu vermehren, welches nur europäisch sprechende Mitarbeiter akzeptieren würde.
5. Es ist möglich, Artikel über den Europanismus in der dortigen Zeitungslandschaft zu erscheinen zu lassen.
Die aus Deutschland empfangenen Mitteilungen beabsichtigen wir aus den bekannten Gründen hier nicht zu besprechen. Jedoch gerade für die heutigen deutschen Verhältnisse ist die Unterscheidung zwischen Esperantismus und Europanismus wichtig. Obwohl die derzeitigen Staatsmänner Deutschlands beginnen, die Ungefährlichkeit der Esperanto-Sprache und -Bewegung für die deutsche National-Politik zu erkennen, würden sie vielleicht dennoch vorziehen, wenn man die Sprache auf einer nationalen Grundlage des Europanismus propagieren würde."
Schlimme Zeiten, wenn man sich solche Gedankengänge bauen muß, um nicht allzusehr anzuecken. Im Moment (2023) kann man ja wieder mit unterschiedlichsten Szenarien kalkulieren. Hoffen wir auf eine freie Entwicklungs-Möglichkeit der Idee Esperanto, speziell in Europa. [se]
Rubriko Rumana (Rumänische Rubrik)
Geleitet von: Octavian Gheorghe Stancu
"Apa trece, pietrele rămân..."*) ("Das Wasser vergeht, die Steine bleiben")
Perloj el la prarumana vorttrezoro. (Perlen aus dem urtümlich-rumänischen Wortschatz.)
I.
"Die Tatsache, daß Dakien vom römischen Kaiser Trajanus kolonisiert wurde, mit größtenteils bereits romanisierten Elementen, abstammend aus allen römischen Provinzen, sogar aus jenen früher südlich der Donau gegründeten, sowie auch das Studium der rumänischen Sprache selbst, überzeugt uns, daß dieses ebenso wie die italienische, französische, spanische und portugiesische Sprache, zu der sogenannten romanischen oder lateinischen Sprach-Familie gehören, weil sie alle – als gemeinsame Struktur – das Lateinische haben, nämlich das Vulgäre, dieses ist eine Volks-Sprache (sermo rusticus) dieser klassischen Sprache.
.... ....
Die rumänische Sprache erduldete, ebenso wie auch die anderen verwandten Sprachen (Schwester-Sprachen, wie sie die Rumänen nennen), durch kulturelle, religiöse und politische Beziehungen, dem Einfluss der griechischen Sprache, insbesondere des Rumänischen, im 18. Jahrhundert, aber dieser Einfluß, ebenso wie der slawische, also der dauerhafteste und wichtigste, konnte ihre urtümliche, lateinische Struktur, die ihr die Kolonisten unseres Vorfahren Trajanus und den Einheimischen des glücklichen Dakien gaben, nicht ändern.
*) rumänischer Ausspruch, um trotz aller vergangenen und zukünftigen Gegen-Tendenzen den Verbleib auf dem nationalen Gebiet zu zeigen; bedeutet wörtlich: "Das Wasser vergeht – verrinnend – aber die Steine ​​bleiben ..."
**) Mazedonien, Illyricum, Moesia, Thrakien und Dacia.
***) Roșia, sprich Roŝia – eine Gemeinde in West-Transilvanien – bei der Goldminen-reichen Stadt Abrud.
****) Cluj, lies Kluĵ, Hauptstadt von Transilvanien."
Beitrag gekürzt. [se]
paĝo 3 / Seite 3
REFLEKTORO (REFLEKTOR)
Zu viel von Romantik herrscht noch in den Sprachenfragen
"Die neue deutsche Regierung unterstützt die bekannte und schon seit langem bestehende Bewegung, welche darauf abzielt die deutschen Rechtschreibung mehr zu vereinfachen. Entsprechend Mitteilungen der Presse behandelt man heutzutage eifrig die Leitgedanken, nach welchen die neue vereinfachte Schreibweise verwirklicht werden soll.
Alle, welche Verbindungen zum großen deutschen Volk haben, begrüßen sicherlich freudig die Verwirklichung dieses mutigen Projekts. Vor allem aber würden sich die Deutschen selbst – unter ihnen in erster Reihe die Pädagogen – erfreut, bald eine einfache, leicht erlernbare und lehrbare Rechtschreibung zu besitzen.
Die Verwirklichung dieses Plans würde einen wichtigen Grenzstein in der deutschen Kulturgeschichte bedeuten.
Warum interessiert uns dieses Thema?
Aus mehreren Gründen!
Erstens zielen die Vereinfachungs-Bemühungen auf eine Vereinheitlichung der Rechtschreibung ab.
Man strebt also die Rationalisierung der Sprache an.
Wie viele Gegner hat die europäische Sprache wegen ihrer "künstlichen" Rationalität?
Zweitens erklärt man mit dieser Rechtschreib-Reform indirekt, daß die Sprachen letztlich nur Ausdrucksmittel der Gedanken seien. Das bedeutet, daß die Gedanken die bedeutsameren sind.
Wenn man beginnt, die Sprache zu rationalisieren, welche doch nur das Ausdrucksmittel der Gedanken ist, warum rationalisiert man nicht die Weise des Verstehens untereinander, den Gedankenaustausch selbst? Wer kann behaupten, daß rationalisierte National-Sprachen existieren? Orthographische Reformen bedeuten eine Vereinfachung, jedoch ist eine radikal reformierte nationale Sprache schon eine Unmöglichkeit.
Es wird die Zeit kommen, in der man über die Brauchbarkeit unserer Sprache zur Überzeugung kommen wird, die nicht nur eine leicht zu erlernende Orthographie besitzt, sondern auch eine einfache grammatikalische Struktur und einen bereits mehr oder weniger bekannten Wortschatz, dieserart auch einfach den Gedankenaustausch ermöglichend!"
Radio-milito en Sudoriento (Radiokrieg im Südosten)
"In den diplomatischen Groß-Krieg von den Donau-Staaten und dem Balkan mischen sich derzeit auch die Radio-Sendestationen ein. Bis jetzt herrschte in diesem Territorium die Prager Groß-Station, die politische Propaganda mit 150 Kilowatt ausleitend, aber in der neuesten Zeit bekam sie einen Konkurrenten in dem ungarischen Großsender, welcher mit 120 Kilowatt arbeitet.
Nun beschlossen auch die zuständigen Belgrader Fach-Ämter eine Großsendeanlage zu errichten, damit jeder Jugoslawe die Belgrader Sendungen gut hören könne.
Die Rumänen suchen schon lange eine geeignete Örtlichkeit für die neue Groß-Station und scheinbar gelang es auch, sie bei Brasov (Transilvanien) vorzufinden. Ihre Sende-Leistungsfähigkeit wird etwa 150 Kilowatt betragen."
"LA PIRATO" ("DER PIRAT"), "das bekannten Magazin für Satire, erläutert in Nr. 7 die japanischen Nachfragen bezogen auf übermäßige "Europäizität" unserer Sprache, folgendes: "Da Esperanto eine neutrale Sprache ist, sollte es einer Nation nicht mehr Einfachheiten darbieten als der anderen. Folglich hat ein neues Wort ab jetzt nur Recht in Esperanto einzugehen, wenn es absolut nichts gemeinsam mit irgendeiner bestehenden Sprache hat. Ob nicht? DER DIENSTLICHE PIRAT." "
La Hitler-junularo (Die Hitlerjugend) "zog anlässlich der letzten Wahlen Grenz-Pfosten von der Grenze Preussen-Hessen ab und transportierte sie per Lastkraftwagen nach Frankfurt, zum öffentlich verbrennen. Diese Jugendlichen verspäteten sich. Diese symbolische Handlung hatte einen Sinn im Jahr 1871, als es politisch und wirtschaftlich gelang, die deutschen Staaten zu einem Reich zu vereinen. Die Vereinheitlichung der Verwaltung ist natürliche Folge der politischen und wirtschaftlichen Vereinigung, aber nicht so bedeutsam; es ist zweitrangig. Wichtiger und notwendiger wäre die Beseitigung der Grenz-Pfosten, welche die europäischen National-Staaten trennen. Das öffentliche und symbolische Abbrennen von derartigen Grenz-Pfosten hätte schwerwiegendere Folgen. Es würde die Europäer wirtschaftlich und auch politisch befreien."
Grandioza vidindaĵo de la estonteco (Eine großartige Sehenswürdigkeit der Zukunft)
"Derzeit zeigten nur noch wenige Bilder und Zeichnungen den großartigen, wirklich konkurrenzlos stehenden Anblick der nächsten Generationen. Es wird nicht möglich sein, daß es selbst einmal dem vorherbestimmte Ziel dienen muß; es ist nicht vorstellbar, daß diese zwei großen Nationen abermals ein sinnloses öffentliches Menschen-Gemetzel arrangieren sollen. Es ist nicht vorstellbar, daß die derzeit aufgebaute Grenzbefestigung der Franzosen nutzbar werden soll.
Bestimmt wird die Zeit kommen, wenn dann diese Nationen ihre Grenz-Pfosten beseitigen und gemeinsam mit den anderen europäischen Nationen eine gemeinsame Basis zur Zusammenarbeit finden werden. Dann werden für zukünftige Generationen die hochmodernen Festungen an der Grenze zu einer interessanten Sehenswürdigkeit werden. Sicherlich eine bedeutsame Attraktion für den Fremden-Verkehr dieser Region!"
Leider beweist uns die Geschichte immer wieder das Gegenteil. Dies zeigt aber eben gerade nicht die Schwäche der Idee des geeinten Europa mit bewussten Esperanto-nutzenden Europäern. Ein wichtiger Friedenserhaltender Faktor wird weiter verleugnet. [se]
Lloyd George, reĝo de la pingvenoj. (Lloyd George, König der Pinguine.) "Im Jahr 1911 wandte sich der Polarforscher Scott an den damaligen Kanzler Lloyd George mit der Bitte, seine Südpol-Expedition finanziell zu unterstützen. Der Anführer der englischen Liberalen gab ihm seine Visitenkarte und die Adresse eines sehr wohlhabenden konservativen Großgrundbesitzers, der sich lebhaft für die Pol-Erforschung interessierte. Scott war bei dem reichen Mann und den anderen Tag besuchte er erneut Lloyd George.
"Na", fragte der Kanzler, "was ist das Ergebnis?"
Scott lächelte zufrieden. "Er hat mir tausend Pfund gegeben. Aber er wird mir fünfzig-tausend geben, wenn es mir gelingen würde, Sie zu überzeugen, daß Sie sich meiner Expedition anschließen, und wenn es mir gelingt, die Angelegenheit so zu arrangieren, daß Sie in der Polar-Region bleiben, dann wird er mir eine Million zahlen." ..." F.F."
Professor Cholnoky, "an der Universität in Budapest (Ungarn), machte als Geograph oft Reisen durch die ganze Welt, alles untersuchend, was sich auf Länder und Völker bezieht. Als er in Folge seiner vielen Reisen bereits fast ganz Europa kannte, beabsichtigte er auch die Ehrenhaftigkeit der einzelnen Nationen in Europa zu bestätigen.
Sein diesbezügliches Experiment – ​​sicherlich nicht hundertprozentig brauchbar, aber interessant – war sehr einfach: In den Hauptstädten eines jeden Landes reichte er bei der Abreise, einige Sekunden vor der Abfahrt des Zuges, aus dem Fenster des Zuges einem Inländer, auf dem Bahnsteig stehend, 10 bereits adressierte, aber unfrankierte bebilderte Postkarten, mit der Bitte, sie von dem gleichzeitig überreichten Geld zu frankieren und in den Briefkasten zu werfen. Die Karten, welche alle stets an die gleichen 10 Adressen adressiert waren, sah Professor Cholnoky nicht alle in Budapest bei seinen Freunden wieder, welche er bat, die Postkarten des Experiments gut aufzubewahren.
Das Ergebnis des Experiments war sehr interessant. Ganz begreiflich ist es uns nicht möglich, die Zahlen zu veröffentlichen, aber interessanter ist die Feststellung, daß diese Zahlen fast vollständig übereinstimmend sind mit den relativen Zahlen der Rechtschaffenheit, welche wir bei den Esperantisten der einzelnen Staaten bestätigen konnten.
Obwohl wir in den ersten 6 Ausgaben von UŜE-EĤO die Adressaten gebeten hatten, daß alle, die kein Interesse an UŜE-EĤO haben, die Zeitung bitte zurückgeben sollen. Für eine neue Zeitung ist es nur möglich eine Gruppe von Abonnenten zu gewinnen, wenn man Probe-Ausgaben zusendet. In Folge dessen, daß viele Esp.-Zeitungen schon nach 5-6 Ausgaben die Veröffentlichung einstellen, informierten wir die Leser, daß wir zu Beginn die Abonnement-Zahlungen auch später annehmen, damit kein Abonnent das Risiko haben muß, auch nur eine Münze zu verlieren.
Nun sind scheinbar auch unter der Esperantistenschaft viele, welche wenn es um Beiträge geht, vergesslich sind. Die Adressen dieser Gleichgesinnten werden wir gelegentlich veröffentlichen."
Paralelo (Parallele)
"Die Geschichte zeigt oft interessante Parallelen.
Beispielsweise:
Fünfzehn Jahre nach dem Krieg von 1871 war im Jahr 1886 die Nationale Bewegung in Frankreich die aktivste.
Fünfzehn Jahre nach 1871 beeinflusste Boulanger durch patriotische Ideen die französische und europäische Politik außerordentlich.
*
Fünfzehn Jahre nach dem Weltkrieg (1918), im Jahr 1933, war die Nationale Bewegung in Deutschland die aktivste.
Fünfzehn Jahre nach 1918 beeinflusste Hitler mit seinen Ideen die deutsche und europäische Politik außerordentlich.
Dies alles ist das Ergebnis des einfachen Reaktions-Gesetzes."
"EŬROPAĴOJ" ("EUROPÄISCHES")
"Damit diejenigen, welche noch nicht das Vergnügen hatten, im praktischen Leben mit der modernste Errungenschaft der gegenwärtigen Politik bekannt zu werden: mit dem Bürokratismus der Wirtschaft, – entnehmen wir aus einer Fachzeitschrift den folgenden Artikel.
Betonen müssen wir, daß nicht nur in Rumänien solche Umstände herrschen. Überall, in allen Teilen von Europa, fast die selben Klagen. Allerorten eine Politik des wirtschaftlichen Selbstmordes! (Red.)"
KONTINGENTADO DE IMPORTO (MENGEN-BEGRENZUNG DES IMPORTS)
"Etwa vor einem Jahr verfügte die rumänische Regierung über eine Mengen-Begrenzung des Imports, derart daß man keine Ware ohne Genehmigung des Industrie- und Handels-Ministeriums in Bukarest importieren konnte. Jedoch eine Genehmigung erhält man nur nach dem Ausfüllen zahlreicher Formulare, welche sich in Folge der vielen staatlichen Verfügungen oft verändern.
Der Bitt-Antrag ist ein spezielles Formular, in dem man erklären muß, was man vorhat einzuführen, das Gewicht der Ware, ihren Wert und das Land aus welchem ​​sie kommen. Gleichzeitig muß man auch angeben, welche Menge man vierteljährlich in den Jahren 1931, 1932 und 1933 importierte.
Der Bittsteller muß bei der Handels-Kammer protokolliert sein und die Nummer dieser Protokollierung muß man ebenfalls in den Bittschrift-Antrag schreiben. Beifügen muß man dem Antrag eine Quittung über 200 Lei, die Summe ist an die Handels-Kammer zu zahlen. Vor-Warenrechnungen und deren rumänisch-sprachige Übersetzungen muß man ebenfalls beifügen. Die Anträge und die Anlagen müssen die regulären behördlichen Kennzeichen bei sich haben.
Der vollständige registrierte Antrag ist nach Bukarest einzusenden. Die Bearbeitung des Bitt-Antrags dauert, wenn die Sache gut läuft, 2-3 Wochen. Oft sogar noch länger, bis man das Antwortschreiben erhält, welches oft auch ungünstig ist und die Einfuhr verbietet. Auch solche Entscheidungen kommen, daß man nur eine noch geringere Menge erlaubt zu importieren oder man muß aus vom Ministerium definierten Ländern bestellen.
Dazu kommt, daß aus einigen Ländern der Import nur auf dem Weg der Rückvergütungen erfolgen kann und deswegen die Schwierigkeiten und Ausgaben steigen.
Die Waren werden tatsächlich nur bestellt oder versendet, wenn man die autorisierte Import-Genehmigung besitzt, weil man sie auf andere Weise nicht vom Zoll kontrolliert und sie nicht aushändigt.
In den verschiedenen Zoll-Ämtern von Rumänien sind derzeit für rund 350 Millionen Lei Import-Waren eingelagert, für die man bereits seit Monaten die Genehmigung erwartet und die Lager-Gebühren bezahlen muß. Wenn nicht gelingt, rechtzeitig eine Genehmigung zu erlangen und die Ware zurückgeschickt wird, dann wird sie auf Kosten des Bestsellers versteigert.
Durch die Zuteilung der Preise der Industrie-Artikel erhöhen sich auf diese Weise die Preise bei den Importwaren, weil die Warenumsätze der Kontingentierung letztlich die Käufer bezahlen, wie auch bei den inländischen Fabrikaten, weil sich die Inlands-Industrie die Import-Schwierigkeiten zunutze macht und die Preise nach eigenem Ermessen erhöht. Aber es kam bereits vor, daß es auch den Herstellern nicht gelang, Rohmaterial aus dem Ausland zu importieren, und das Unternehmen deshalb die Arbeiter entlassend pausieren musste.
Die Kontingentierung nützt nur wenigen Unternehmen; die großen Massen, vor allem die große Mehrheit der Staatsangehörigen, die Landwirte, bevorzugen mehr den freien Handel, welcher auch die bessere Verwertung der Landwirtschafts-Produkte ermöglichen würde.
Ing. Josef Beiszer
(Aus "Volkswirtschaft".)"
La Leipzig-a Foiro (Die Leipziger Messe)
"Zweimal in jedem Jahr, zunächst März und schließlich Ende August, treffen sich in der alten Messestadt Leipzig 120.000 bis 160.000 Einkäufer aus der ganzen Welt, um hier die Produkte aller Länder kennenzulernen und um einzukaufen. Rund 8.000 Unternehmen stellen zu jeder Messe ihre Produkte zur Schau. Die Zahl der Aussteller und der Einkäufer berücksichtigend, die Dimension des stattfindenden Warenvertriebs berücksichtigend, ist die Leipziger Messe die größte Messe der ganzen Welt und auch der bedeutendste zentrale Markt der Welt, also einer der wichtigsten Institutionen des internationalen Handels.
Auch die nächste Leipziger Frühjahrsmesse, die vom 4. bis zum 11. März 1934 stattfinden wird, wird sehr wahrscheinlich von Einkäufern aus mehr als 50 Ländern der Welt besucht, so daß jeder Käufer unvoreingenommen erkennen kann – und vor allem auch vollständig – die Gesamtheit der Warenangebote der Welt-Produktion. Die Leipziger Messe ist daher für jeden ernsthaften Einkäufer eine einzigartige Möglichkeit zur Orientierung. Der Besucher der Messe sieht die Gesamtheit der Waren vor sich angeboten, die ihn interessieren, und er kann sie eingehend und in Ruhe untersuchen. Aber vor allem wird der Besucher hier persönlich mit den Produzenten aus den unterschiedlichsten Staaten in Kontakt gebracht, und das ist jetzt und künftig entscheidend. Hersteller und Kunde stehen heute auf gleicher Front-Seite den Hemmnissen der handels-politischen Sperrungen gegenüber, und mehr und mehr erkennt man, daß nur gemeinsames Handeln von Käufer und Verkäufer erfolgreich gelingen lassen wird, die benötigten Waren über die vielfach blockierten Landesgrenzen zum günstigsten Preis und mit dem günstigsten Transport herbeizubringen. Niemals war wie heute die persönliche Verhandlung – im weitesten Sinne – zwischen Lieferant und Käufer des Welthandels so notwendig.* Deshalb ist jeder Exporteur gerne bereit die hervorragende Chance nutzen, welche ihm die Leipziger Messe darreicht.
Die Stadt Leipzig entwickelte sich während der Messen zu einer erstrangigen Metropole. Während der Messen präsentiert das Innere der Stadt einen unvergleichlichen Anblick, wo die Messepaläste einer bei dem anderen stehen, voll von Menschenmassen, die sich von einem Palast, von einer Halle zur anderen beeilen, um anzuschauen und zu kaufen. Danach kann man im Leipziger Hauptbahnhof einen überwältigenden Verkehr beobachten. Sein internationaler Charakter und das sprachliche Chaos der Menschenmassen, das er fortwährend ausspuckt und wieder verschluckt, sind das offenkundigste Sinnbild für den Fakt, daß die Messestadt Leipzig zweimal in jedem Jahr im Brennpunkt des gesamten Welthandels und Weltverkehrs steht."
RADIO WIEN:
"3. Januar 1934: Reg. kons. Fritz Stengel: "Reise zum Wintersport treiben nach Salzburg". (Zur Verfügung gestellt vom Landesverkehrsamt, Salzburg.)
10. Januar 1934: Nikolao Hovorka: "Moderne österreichische Dichter".
17. Januar 1934: Reg. kons. Hugo Steiner: "Winterfreuden in Niederösterreich." (Zur Verfügung gestellt Fremdenverkehrs-Kommission von Niederösterreich.)
24. Januar 1934: Dr.-Ing. Eugen Wüster: "Strom-Versorgung in Österreich".
31. Januar 1934: Emma Raff: Schöne Künste in Österreich. (Rundfunk-Ansprache von Minister für Bildung Dr. Kurt Schuschnigg, mit dessen Erlaubnis.)
7. Februar 1934: Rechnungs.* kons. Rudolf M. Frey: Karnevalsbräuche in Wien.  (Zur Verfügung gestellt vom Altwiener Bund.)
14. Februar 1934: Reg. kons. Hugo Steiner: Wiener Messe. (Zur Verfügung gestellt von "Messe von Wien".)
Hören Sie ihnen immer zu! Sie werden zum Ende immer wichtige Informationen über eine "Internationale Konferenz" hören, die vom 20.-24. Mai 1934 in Wien stattfinden wird, und auch die Stunde des nächsten Vortrags. Über einen guten Empfang schreiben Sie dem "Internationalen Esperanto-Museum" in Wien, I., Neue Burg, oder an die Radiostation "Ravag" selbst!"
RESPONDOJ (ANTWORTEN)
Herr M.S. in K. (Suomi) "Dank für die Abonnement-Zahlung und das Manuskript.
An Kl. W-k in G-z
Wir danken für die Gedichte, welche wir aufbewahren und gelegentlich veröffentlichen werden."
paĝo 4 / Seite 4
Spegulo de l' eŭropa problemo (Spiegel des europäischen Problems)
ilustraĵoj / Abbildungen Beispiel:
En Genève ĉiu parolas nur ....
(In Genf spricht jeder nur seine eigene Sprache
Nebelspalter, Bern.)
Zauner spiegelt in dieser Rubrik die Stimmung der europäischen Gesellschaften wider und nicht unbedingt seine eigenen Ansichten. Dabei sollte hier noch auf eine Karikatur hingewiesen werden. Mit einem Stiefel-Tritt wird eine Person aus EUROPA geworfen. Ein antisemitischer Hang kann nicht ganz ausgeschlossen werden. Auf der Kleidung befinden sich viele kleine Sternchen mit jeweils sechs Enden. Diese Diskussionen über Deutungen von Karikaturen bleibt aktuell. Bei der Süddeutschen Zeitung erschien 2022 ein Bild mit einem grimmigen übergroßen ukrainischen Präsidenten Selenskyj. Und irgendwie konnte man, wenn man aus Kulturen kommt, gewisse antisemitische Formen wiedererkennen. Die Süddeutsche Zeitung sah es aber nicht so.
Im Moment der Übersetzung wurde bei Twitter eine Karikatur aus einer polnischen Zeitschrift gezeigt. Sie stammt wohl auch aus jener Zeit, in welcher UŜE-EĤO verbreitet wurde. Die Tür von EUROPA wird geöffnet und Iwan mit dem fünfzackigen (roten) Stern auf der Jacke wird herausgetreten. Iwan. – "Ich habe den Eindruck, daß ich in Europa nicht mehr respektiert werde!" Geschichte wiederholt sich zumindest teilweise. [se]

La eĥo de UŜE-EĤO (Das Echo von UŜE-EĤO)
"Im sehr interessant bearbeiteten "Band des Zamenhof-Instituts", Barcelona (Inhaber Jozef Anglada), finden wir erneut einen übersetzten Artikel von UŜE-EĤO.
*
Ein musterhaftes Beispiel für Propaganda* gab unsere eifrige Frau Sophie Ĉipera in Pilsen (Tschechoslowakei), die im Pilsner Tagblatt und in der Westbömischen Tageszeitung Artikel über "Die Geburt der europäischen Sprache – Esperanto" (La naskiĝo de la eŭropa lingvo — Esperanto), veröffentlichte, entnommen aus der 13. Ausgabe unseres Organs. Mit treffenden Worten und den bekannten Argumenten weist der Artikel auf das natürliche Entstehen unserer Sprache hin."
TITULESCU, "der rumänische Minister für Auslands-Angelegenheiten, wurde Ehrenpräsident der rumänischen Sektion der Paneuropa-Union. Der Organisator und Leiter von dieser Organisation ist der ehemalige Handels-Minister Mihai Manoilescu, welcher an der gesamt-europäischen Wirtschafts-Konferenz in Wien teilnahm und nun im gesamt-europäischen Sinne aktiv arbeitet."
La japana dumpingeblo: (Die japanische Dumping-Möglichkeit:)
"Der Reis-Standard gegenüber Fleisch-Standard.
Der japanische Arbeiter erhält für 10-stündige Arbeit etwas mehr als der europäische für eine Arbeitsstunde!"
La Sudoriento. (Der Südosten.) "Die englische Zeitungslandschaft beobachtete aufmerksam Titulescus Reiseweg. "Manchester Guardian" stellte fest, daß unter allen Reisen von Diplomaten, die von Titulescu als die wichtigste betrachtet werden muß. "Morning Post" schrieb, daß der wahre Zweck der Bemühungen von Titulescu geheim blieb.* "Morning Post" glaubt, daß Titulescu beabsichtigt, eine Südöstliche Entente zu erschaffen, welche sich von den Großmächten unabhängig machen könnte."
Japana teksaĵ-ofensivo. (Japanische Textil-Offensive.) "Laut der allerneuesten Export-Statistik gelang es Japan unter allen Staaten, in den ersten acht Monaten des gegenwärtigen Jahres die meisten Textilien zu exportieren. Sein gesamter Export betrug während des besagten Zeitabschnittes 1392 Millionen Ellen und übertraf damit den englischen Export um etwa 6 Millionen."
La kvara Balkan-konferenco (Die vierte Balkankonferenz) "fand in Saloniki statt."
Ligo de Nacioj por azianoj. (Eine Liga der Nationen für Asiaten.) "In den ersten Tagen des Januars wird in Dairen der panasiatische Kongreß stattfinden, zu welchem Japan, China, Tibet, Mandschukuo, Mongolei, Indien und Siam zugegen sein werden. Während dieses Kongresses beabsichtigt man unter anderem auch die Gründungs-Möglichkeit einer Asiatischen Liga der Nationen zu behandeln. Diese Verbindung hätte die Aufgabe, Japan die Hegemonie über Asien zu garantieren."
VON PAPEN: "Um die Politik von dem Einfluß der Rüstungs-Industrie-Konzerne* zu befreien, wäre es notwendig, in allen Staaten diese Industrie zu verstaatlichen."
Germana komerc-politiko. (Deutsche Handels-Politik.) "Wie in den meisten europäischen Staaten, so ist auch in Deutschland die Handels-Politik das Ergebnis des Konflikts zwischen der Industrie, welche einen relativen Frei-Handel schätzt, und der Landwirtschaft, welche nach Zoll-Schutz trachtet. Die Einwirkung der Landwirtschaft verlangt eine unabhängige Politik. Die Ergebnisse sind in Deutschland nicht ganz zufriedenstellend und oft kann man hören: "Elend der Arbeiter bedeutet Tod von Bauern". Scheinbar kann man keine Wende in der Unabhängigkeits-Politik erwarten, aber wahrscheinlich wird die deutsche Meinung zu einer europäischen Zoll-Union tendieren.
DR. Wilhelm Grotkopp
Redakteur von "Europäische Handel"
(EUROPA UNA)"
Nova "Panama-kanalo". (Neuer "Panamakanal".) "Die US-amerikanische Regierung beschloß, den zweiten Atlantik-Pazifik-Kanal zu verwirklichen. Obwohl der immer mehr zunehmende Verkehr einen zweiten Kanal verlangt, ist die Hauptursache für sein Entstehen trotzdem das Militärische. Dieser neue Kanal wird die zwei Ozeane durch Nicaragua verbinden."
La usona mar-floto estas la plej forta de la mondo. (Die US-Marine ist die stärkste der Welt.) "Nachrichten aus Washington zufolge erklärte der Staatssekretär Senator Swanson in Los Angeles, daß die Grundlage seiner Politik ist, aus der Marine der USA die stärkste in der Welt zu machen.
La rimedoj por atingi tiun ĉi .... (Die Mittel um dieses Ziel zur erreichen sind:)
1. Bau von neuen Kriegsschiffen für 238 Millionen Dollar.
2. Verstärkung der Kriegsschiffe durch größere Häfen und mit der stärksten Verpanzerung, um sie vollständig gegen Luft-Angriffe abzuschirmen.
3. Bau von 1000 Wasserflugzeugen zur alleinigen Verfügung durch die Militär-Flotte.
4. Bau neuer Flotten-Stützpunkte im Pazifik-Territorium."
LA JAPANOJ (DIE JAPANER) "schicken die Uhren in die Schweiz (!) Kilogramm-weise!"
[Perfektiĝu per Isosek en la eŭropa lingvo! (Perfektioniere dich mittels Isosek in der europäischen Sprache!)
Internationaler gehobener Schreib Esp.-Kurs. Beste gründliche Lehr-Methode.
FW. MISCHKE, Radeberg, Sachsen, Deutschland.]
Dialogo (Dialog)
"Deutscher: Für uns Deutsche ist nicht verständlich, warum Sie uns so zögerlich die Gleichberechtigung verschaffen.
Franzose: Wir sind achtsam!
Deutscher: Ich verstehe: Sie denken an den Weltkrieg.
Franzose: Ja.
Deutscher: Aber Sie denken auch an die Versicherung Ihrer Vorherrschaft in Europa.
Franzose: Sind wir nicht vorherbestimmt, Europa zu führen?
Deutscher: Darüber könnte man debattieren.
Franzose: Ist das Endziel Ihrer Regierung nicht die Wiederherstellung der Vorkriegs-zeitlichen deutschen Vorherrschaft?
Deutscher: Möglicherweise – aber momentan erfordert es nur Gleichberechtigung!
Franzose: Aber Gleichberechtigung bedeutet eine deutsche Hegemonie; da eine aus 63 Millionen bestehende gut ausgebildete, fleißige Bevölkerung – lebend inmitten Europas – bei gleichen Entwicklungs-Bedingungen alle anderen überflügeln müsste.
Deutscher: Jedoch, letzten Endes machte bereits Bismarck den großen Fehler mit dem 66 Millionen Deutsche vereinenden Reichsfond.
Franzose: Sie haben Recht, er hat das politische Gleichgewicht Europas behindert.
Deutscher: Wahrscheinlich deswegen, damit er mehrere Jahrzehnte lang den Deutschen die Hegemonie sicherstellte. Ich glaube, das gesamte europäische Problem ist nur ein Problem der Hegemonie.
Franzose: Glauben Sie nicht, daß ihr Deutschen noch zu jung als geeinte Nation seid, um Europa zu führen?
Deutscher: Und Ihr Franzosen wollt scheinbar nicht wahrnehmen, daß ihr zu alt geworden seid, um unseren Kontinent energisch anzuführen. Eure Regierungen wollen nicht bemerken, daß sie die französische Hegemonie nur durch negative politische Methoden sichern können und jene sind gefährliche – auch für Frankreich.
Franzose: Sie sichern die Hegemonie, so gut wie sie können. C’est la politique! (Es ist Politik!)
Deutscher: Sie sichern die Hegemonie so, daß bald ganz Europa und vor allem die westlichen Staaten ihre Vorkriegs-zeitliche Macht verlieren. Was erlaubt sich Japan bereits? Und die anderen?
Franzose: Welche anderen?
Deutscher: Die vielen kleinen Nationen in Südost-Europa. Jene werden Sie bald mit einer geschickten Verbunds-Politik übertreffen.
Franzose: Sie denken an die Kleine Entente.
Deutscher: Ja, an Beneŝ, Titulescu und die anderen.
Franzose: Wir ängstigen uns nicht vor ihnen!
Deutscher: Wir auch nicht, wir müssen nur beobachten, daß sich die Achse der europäischen Politik nach und nach weiter ostwärts verschiebt.
Franzose: Diese Völker sind noch zu jung, um über Hegemonie nachzudenken.
Deutscher: Die politische Jugend ist die Gewähr für ihren Erfolg!
J. Didier."
Eŭropanoj ne forgesu: (Europäer vergesst nicht:) "die Dollar-Inflation ist in erster Linie ein Feldzug gegen die Wirtschaft Europas!"
2023041220230627SE
Dialect/GoogleTranslate hat sich als gute Hilfe beim Übersetzen herausgestellt (ab Ausgabe 8)
UŜE-EĤO 1934 -15- (Jan) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek 


UŜE-EĤO 1934 -16- (Marto)
paĝo 1 / Seite 1
[No.16 Marto 1934 Redakcio kaj administracio: Timişoara I, Strada Lonovici 1 ....]
KRISTALIĜO (KRISTALLISATION)
"Die aktuelle politische Situation zeigt interessante Kristallisations-Vorgänge. In Mitteleuropa, im Südosten, auf dem Balkan und fast in allen Teilen Europas die gleichen Bemühungen, die gleichen Tendenzen. Wirtschaftliche, einvernehmliche, politische Pakte sind das Ergebnis der diplomatischen Arbeit. Die Klein-Entente in Zagreb legte den Rahmen für die wirtschaftliche Zusammenarbeit von Jugoslawien, Tschechoslowakei und Rumänien fest. Vor einigen Wochen unterzeichneten die Vertreter von Rumänien, Jugoslawien, Türkei und Griechenland in Athen den Balkan-Pakt. Das deutsch-polnische Abkommen beseitigte größtenteils die Spannung zwischen diesen Völkern. Der Besuch von Dollfuß in Budapest, jene von Suvich in Wien und Budapest sind Tatsachen, welche den Hang zur Gruppenbildung der europäischen Staaten beweisen. Eine Gruppierung hin zum Kampf oder um die politische Balance wiederherzustellen?
Wenn wir wohl vermuten: Diese Gruppierung ist teilweise eine Folge der Mussolini-Politik, doch größtenteils das Ergebnis der Staatsmännischen Ambitionen. Die Gründe sind zweitrangig, wichtig ist die Tatsache, daß die Bemühungen zur Gruppenbildung Erfolg haben. Und diese kann man unstrittig bestätigen.
Eine andere Frage ist: Reicht es, wenn Diplomaten übereinstimmen? Garantiert ein auf Papier befindlicher Vertrag Wirtschafts-Zusammenarbeit oder politische Freundschaft? Wird es nicht notwendig zu tun werden, die gruppierten Nationen einander gedanklich anzunähern; also die Arbeit der Diplomaten so zu unterstützen, daß die Anfreundung untereinander die Abmachungen und Verträge verfestigt?* Die Arbeit von jenen Diplomaten erleichtern, welche im Interesse der europäische Verständigung arbeiten."
KIUJ KAJ KIEL? (WER UND WIE?)
"Wer kann dazu bestimmt sein, die Anfreundung untereinander zu verwirklichen? Wer besitzt bereits geeignete Beziehungen zu allen Nationen und könnte durch diese Beziehungen die diplomatische Arbeit weiter erleichtern und real beleben?
Dies sind: die Freunde der Europäischen Union; die dieselbe Sprache sprechenden Gleichgesinnten. Ihre gegenwärtige Zahl ist noch zu klein, um die Angelegenheit selbst zu arrangieren. Für sie verbleibt die Initiative und die Sprach-Vermittlung.
Wie würden diese Anfreundungen einzurichten sein? Die Möglichkeiten sind sehr vielfältig:
Austausch-Züge.
Kennenlern-Reisen.
Verbrüderungs-Demonstrationen.
Wissen-abzielende einheitliche Presse-Propaganda.
Kampf gegen alles, was das Kennenlernen zwischen den Nationen erschwert (Befreiung von Reisepässen, Visa usw.)
Und als letztes und doch hauptsächlichstes, die Verbreitung unserer Sprache. Dies bleibt die beste Garantie für eine dauerhafte Freundschaft.
Es handelt sich um eine Initiative zur rechten Zeit: Alle guten unsere Sprache sprechenden Europäer, zur aktiven Mitarbeit zu veranlassen. Jetzt kann gezeigt werden, was die gemeinsame Sprache wert ist.
Empfehlenswert ist die Gründung von UŜE-Klubs, in deren Rahmen es möglich wird, die oben genannten Anfreundungs-Propaganda zu führen.
Die wirtschaftlichen Verhältnisse werden fortwährend mehr und mehr chaotisch. Als Folge davon verlieren die einzelnen Staaten und auch ganz Europa von ihrem Ansehen.
Ungeachtet der Abkommen und Verträge herrscht die Wirtschaftskrise weiterhin. Der Gruppierungs-Prozeß ist nur eine Vorarbeit, Vorbereitung. Man muß dafür sorgen, daß dieser Gruppierungs-Prozeß nicht zum Stillstand kommen darf; er muß so lange fortgesetzt werden, bis ganz Europa zu einem einheitlichen Wirtschafts-Territorium gemacht wird. Und um das zu erreichen, wird es notwendig werden, die Massen in Bewegung zu setzen."
OCTAVIAN GHEORGHE STANCU:
 Sur la marĝenon del’ Balkana Pakto (Am Rande des Balkan-Pakts)
– Dem europäischen Friedens-Bauwerk noch ein Stein hinzugefügt –
Titulescu (in Kosice): "Revision bedeutet Krieg".
ilustraĵo / Abbildung: (Europa und Asien mit ihren Akteuren.)
DUM LA EŬROPANOJ PAROLADAS, (WÄHREND DIE EUROPÄER REDEN,)
MARSCHIEREN DIE GELBEN VORWÄRTS
Die gelbe Rasse* organisiert sich gegen Europa und Amerika.
"Der panasiatische Kongreß in Dairen beschloß, daß die asiatischen Völker ihre Befreiung von Europa und Amerika voranbringen. Der japanische Hauptdelegierte betonte, daß sich China, Indien und Japan zusammen-handelnd von der außenstehenden Tyrannenherrschaft befreien müssen. Um dieses Ziel zu erreichen, sollten sich alle asiatischen Völker unter der Vormacht Japans zusammenschließen.
Wie man bereits im voraus sehen konnte, ist der Balkan-Pakt, welchen man in Belgrad abzeichnete, unterschrieben, und nun können wir hoffen, daß seine Vereinbarungen so lange andauern, wie der Ruhm der antiken Stadt fortdauert in welcher die endgütig Unterzeichnung zustande kam.
Man erklärte den 9. Februar als gemeinsamen Feiertag der unterzeichnenden vier Staaten.
Die moralische Bedeutung dieses Pakts besteht darin, daß auf diesem Territorium, auf dem oft der satanische Kessel brodelte, von nun beginnend ein neuer Sinn ankam: Der hohe und edle Sinn.
Dies, was bis jetzt eine Utopie schien, wurde nun Realität. Die großen Träumer von Europa, Take Ionescu und Briand, können endlich friedlich in ihren Gräbern schlafen, denn hier übertrafen sich vier süd-östliche Völker, statt des National-Egoismus einen größeren Egoismus errichtend, den der Friedens-Liebe. Alte Gegensätze werden beerdigt, und für dieses neue Instrument des Friedens werden keine unaufrichtigen, arglistigen Diplomaten mehr existieren, welche diesen Block in einen Krieg untermischen, wohl für ähnliche Interessen, wie in den vergangenen Jahrhunderten und Jahrzehnten.
Der Balkan-Vertrag, dessen Text man in den verschiedenen Zeitungen lesen konnte, besteht aus drei bewussten Artikeln, von denen für uns und für unsere Bewegung der dritte der wichtigste ist – welcher unter anderem auch die Teilnahme von anderen Balkan-Völkern möglich macht, die sich momentan in der absurden Hoffnung von einer Revision durch friedliche Methoden wiegen, oder besser gesagt, welche unter sicherlich fremden, seltsamen Einflüssen stehen, möglicherweise Interessen, welche nur nicht dem Interesse von ihnen dienen.
Zusätzlich zum Block der Klein-Entente und dessen redlichen nahen und fernen Freunden – der Balkan-Block stärkt den Frieden in diesem Teil unseres alten Kontinents.
Jene, welche das Gegenteil behaupten, geheime Pläne habend um sie auf Kosten der Haut von anderen auszuführen und nicht an der familiären Runde teilnehmen wollen, jene haben kein Recht, sich über eine Weltkrise zu beschweren.
Dem Beispiel, welches die soeben gruppierten Staaten gaben, ist auch von anderen Gruppenbildungen geografischen Regionen entsprechend zu folgen – und wir, Friedens-Kämpfer, wären durchaus nicht erstaunt, wenn eines Tages dieser Gruppierung eine andere folgen würde – Beispielsweise der: Baltische-Block.
Derartige Verteidigungs-Blöcke sind notwendig für die weitere Entwicklung der europäischen Zivilisation, folglich Wohlstand und möglicherweise auch, um die Hydra davon abzubringen, die im Stillen davon träumt und sich ersehnend wähnt, die Menschheit noch einmal in einem neuen, sicherlich noch entsetzlicheren Blutbad zu ertränken.
Die Revision mit friedlichen Methoden ist absurd, so absurd ist auch die Meinung, daß die Blockierung von einigen Staaten gegen irgendeinen anderen Staat oder eine andere Gruppierung gerichtet ist.
Weil man in den letzten Zeiträumen mehr redete, als es die reine Nüchternheit zu dieser Revision gebietet – die Gruppierung der Staaten, welche sich nicht selbstausrichten* wollen, ist rechtmäßig und legitim. Diese Wahrheit wissen bei uns sogar die Kleinsten.
Niemand hat das Recht, die Klein-Entente und die aktuelle Gruppierung der Balkan-Staaten zu beschuldigen, daß sie gegen irgendjemanden gerichtet ist. Beide Gruppen wurden durch klare, sehr bestimmte Verträge gegründet und nicht durch einen honigsüßen wattierten*, oft doppelsinnigen Text, aus welchem man nach fünfzehn Jahren nicht weiß oder nicht wissen kann, ob man irgendetwas gibt oder bekommt.
Der Pakt – sagte Herr Titulescu in seinem Trinkspruch – ist eine Operation* des Gesetzes, weil er streng das Recht anderer in einem solchen Ausmaß respektiert, damit er alle einlädt, einvernehmlich am von den Unterzeichnern geschaffen Regime teilzuhaben.
"Wahrhaftig, das Haus, welches wir errichteten, ist weit und gastfreundlich. Darin ist ein Ort für alle, welche unsere Herzen erwarten. Aber unser Haus ist auch hell. Das Licht dringt hinein von jeder Seite. Wer auch immer seine Schwelle überschreitet, muß die Begierde verlassen, welche die klare Finsternis für ihn erschafft.
Aber wenn für uns Unterzeichner des Pakts die territorialen Grenzen endgültig und undiskutierbar sind, sind die Grenzen in sich selbst auch die Menschen trennende und ihnen die Lebensmöglichkeiten erschwerende Hindernisse.
Deshalb sind wir bereit, gemeinsam mit all jenen, welche unsere Grenzen gesetzestreu und endgültig akzeptieren, eine umfassende Arbeit für eine politische und wirtschaftliche Annäherung zu unternehmen, welche ihrerseits Schritt für Schritt jene Grenzen bis deren vollständiger Geist-Verinnerlichung* vervollkommnet.*
Dann – an jenem Tag – werden unsere gegenwärtigen Heimatländer ein und dieselben sein: die große Heimat der Menschen-Familie, welche uns so viel teurer ist, soviel wie wir alle Liebe eigens für sie aufgewendet haben.
Die Sicherheit, gegenseitiges Verständnis, Vollendung der Gesellschafts-Vervollständigung*, dies sind die vier Säulen, auf denen wir heute eine Kirche für den Frieden errichteten, während unsere Unterschriften auf unseren Athener Vertrag hingesetzt wurden."
Diese Worte hier, welche keine weiteren Erläuterungen brauchen.
Es lebe, wachse, gedeihe die sich einigende Balkan-Gruppenbildung für das Glück unseres Kontinents und seiner friedliebenden Völker."
paĝo 2 / Seite 2
La amerikanismo estas sen kontraŭŝarĝo (Der Amerikanismus ist ohne Gegenbelastung*)
"Der Amerikanismus drückt sich hauptsächlich wirtschaftlich aus, deshalb muß er nicht unbedingt aus Amerika selbst stammen. Sein Name weist nur auf die Herkunft hin. Es ist überflüssig, den Amerikanismus ausführlicher zu beschreiben, da er derart wirtschaftlich als auch geistig hinlänglich bekannt ist. Die Europäer wissen es nicht nur, sondern empfinden es auch. Vornehmlich in den Agrarstaaten. Bedauerlich ist, daß man nur die Entwicklung der USA beobachtete, und man nur wenig daraus lernte.
Die Japaner waren wissbegieriger. Befremdend ist nun die Tatsache, daß der Amerikanismus die Welt hauptsächlich nicht aus seinem Heimatland, sondern aus dem äußersten Osten angreift. Dort kopierten die Japaner die Wirtschafts-Organisation der amerikanischen Massen-Produktion und belebten sie mit billigen Arbeitskräften zum Leben. Hinzu kam noch die Inflations-Politik und die Welt hat nun die Möglichkeit, über die Fähigkeit der Gelb-Leute* zu staunen.
Ob die Europäer die Gefahr sehen? Bemerken sie die kommende wirtschaftliche Offensive aus Fern-Ost und aus Amerika? Ob sie bereit sein werden, modernere wirtschaftliche Methoden anzuwenden? Falls sie geneigt sind oder nicht, es wird ganz egal sein! Die Entwicklung fordert sie, und wenn die Führer die Anforderungen des realen Lebens nicht verstehen werden, werden ihnen die Massen, welche nicht zu Grunde gehen wollen, untreu werden, werden müssen.
Scheinbar hat Europa noch nicht genügend gelitten. Die Zerstückelung ist scheinbar nicht hinreichend groß und ein wirtschaftliches Chaos hat sich vermutlich nicht lange genug ausgewirkt, da die Stimmen, welche auf Europa aufmerksam machen, noch sehr selten und schwach sind. Ungeachtet dazu wird es wahrscheinlich nicht sehr lange andauern und der Amerikanismus wird sein Gegengewicht finden, um die Kräfte auszubalancieren."
Die Welt hat sich verändert. Nicht Japan, sondern China nahm inzwischen die fernöstliche Rolle eines Konkurrenten ein. Der Begriff der "Gelben Gefahr" ist schon älter und er wird seit langem auf China bezogen. Ein rassistischer Unterton ist auch beim Begriff einer "Gelben Rasse" herauszuhören. Das Problem mit einem fernöstlichen Konkurrenten hat die gesamte Welt aber auch heute. Zu hoffen ist, daß friedliche Lösungen gefunden werden. [se]
LA TRIA KURSO (DER DRITTE KURS)
KURSO POR PROGRESANTOJ (KURS FÜR FORTGESCHRITTENE)
"Unter den Schülern der ersten und zweiten Kurse befanden sich viele, welche sich in der Europäischen Sprache verbessern wollten, daher beschloss der UŜE-Klub, einen Kurs für Fortgeschrittene zu veranstalten. Er dauert 3 Monate (Februar-April). Ein Leiter dieses dritten Kurses ist ebenfalls Herr Julio Csapó. Während der Unterrichtsstunden werden auch die Geschichte des Esperanto, das Leben von Zamenhof, die Pioniere der Esperanto-Bewegung, den ersten Status der Esperanto-Bewegung, die Gründe der Neubenennung der Sprache usw. gelehrt.
Durch den Kurs hindurch helfen Herr Csapó, Herr Francisko Engelmann, Dr. Ladislao Löcsey und Stefano Recsányi. Die bisherigen Lektionen erweckten großes Interesse."
Granda eŭropa vespero en Timișoara (Großer Europäischer Abend in Timișoara)
La bela fino de la dua kurso (Der schöne Abschluss des zweiten Kurses)
""Seit dem 3. Rumänischen Kongress gab es noch keine solch groß angelegte und hochrangige Demonstration" – sagten jene alten Gleichgesinnten, die an dem mustergültig eingerichteten Europa-Abend teilnahmen, welchen die hiesigen UŜE-Freunde  anlässlich des Kurs-Endes des zweiten Europasprachigen Kurses veranstalteten.
Ja, das war wirklich ein außerordentlicher Erfolg!
Das gesamte Programm bestand aus zwei Teilen. Der erste war der Programmabend, der zweite der darauf folgende Tanzabend.
Am 14. Januar, nachmittags um 5 Uhr begann sich der große Festsaal des Industrie-Unternehmens-Verbands mit Menschen zu füllen; es kamen neue Europäer, alte Gleichgesinnte, im ganzen charmante Fräuleins, unternehmungslustige Jugendliche, interessiert wordene Leute mittleren Alters, – ein völlig mosaikvariables Publikum, welches wohl wissbegierig die Ereignisse erwartete.
Nach 5 Uhr hielt Herr Cornel Bojinca, ein Kursteilnehmer, offiziell in rumänischer Sprache eine mustergültige, schön skizzenhaft gemachte Rede, welcher das gesamte Publikum aufmerksam zuhörte. Danach hielt unser Kursleiter, Herr Julio Csapó, eine Rede in der Europäischen Sprache, in welcher er auch über das Ziel und den Wegablauf des neuen Klubs sprach und auch die alten Gleichgesinnten zur Steigerung des Fortschritts unserer Sache im neuen Zeichen einlud. Nach diesen Einführungs-Reden folgten die Vorträge. Fräulein Elisabetto Lederer, Kursteilnehmerin, schön und anmutig, trug durchlebend* zwei Gedichte von Julio Baghy vor: "Momente" und: "Wunderlicher Tanz". Geschickt stellte sie beide Verse dar und das Publikum fand sie sehr wohlklingend und volltönend. Der andere Vortragskünstler wäre Herr Ladislao Glasz gewesen, der sich wegen irgendeines Hindernisses verspätete und ihn infolgedessen der Kursleiter Herr Julio Csapó vertrat, welcher das Gedicht "In einer Stunde der Verzweiflung" laut vorlas. (Besuch bei Seiner Königlichen Hoheit: "Das Geld.") Er interpretierte den nicht ganz leicht-inhaltlichen, philosophischen und satirischen Vers gewandt, was insbesondere den gut sprechenden Älteren gefiel. Als Gäste tanzten Fräulein Mausi Schneider und Herr Josef Blau. Sie präsentierten dem Publikum geschickt einen spanischen Tango in malerischen, hinreißenden spanischen Kostümen. Herr Francisco Engelmann schuf auf Grund der volkstümlichen Hacsek (Haĉek) und Sajo (Ŝajó)-Sachen eine gleichartige Posse, welche unsere volksnahen Herrn Dr. Cornel Steiner und dem erfahrenen Herrn Dr. Juan Stein vorstellten; der erste spielte in der Rolle des Herrn Pik, der andere in jener des Herrn Pak, dienstbereit servierte der Verfasser selbst. Die Posse erlangte unter den perfekteren Europäern einen Siegeszug. Fräulein Piri Veterány und Fräulein Hajnalka Szobolotzky, die beiden Schmetterlings-Fräuleins tanzten Schmetterlingshaft den Schmetterlingstanz, deren Erfolg verdient war. Die Schmetterlings-Kostüme gefielen auch dem Publikum und sie mussten den Tanz auch wiederholen. Nach dieser Tanznummer ereignete sich der bedeutsamste Programmteil unseres Abends, die glänzenden und perlmuttartigen Opernarien, gesungen von unserer hochgeschätzen Kursteilnehmerin, Opernsängerin, Frau Julinjo Bojinca-Kulcsár, selbstverständlich in der Europäischen Sprache. Sie sang aus den Opern "Frau Schmetterling" (*Madame Butterfly) und "Ein Maskenball", und um den Wunsch des Publikums zu erfüllen, sang sie noch ein wunderschönes rumänischsprachiges Lied: "Mi e Drag" von Velceanu und das europäischsprachige Lied aus Kuba: Habanero. Das Publikum nahm die meisterhaft dargebotenen Lieder mit sehr viel Beifall entgegen und wollte mit dem fleißigen und offenherzigen Applaus nicht aufhören. Die Klavier-Begleitung besorgte der gut bekannte Klavier-Virtuose, Musik-Professor Herr Adalberto Tolnay.
Würdig beschloß den Programmabend ein von den Klubmitgliedern verfasstes Theaterstück "Aviadist-fianĉiĝo" ("Flieger-Verlobung"), die zweiaktige, viersprachige Komödie, deren Einzelheiten betreffend Sie hier im Feuilleton-Teil von unserer Ausgabe nachlesen können.
Kunstleiterin des gesamten Abends war Frau Julinjo-Bojinca-Kulcár und die Hauptdarsteller des kleinen Theaterstücks: Fräulein Mariska Andrássy, Frau Olga Kiss und Herr Francisco Kiss, für dessen selbstlose und erfolgreiche Arbeit wir auch hier dem Klub danken.
Die Folge von Darbietungen dauerte bis etwa 9 Uhr. Dann fand das gemeinsame Fotografieren statt, wonach die hier bekannte "Jazz"-Band: "Black White", begann das Kommando anzustoßen und sie nahezu fortwährend unter Sohle gehende  Musik für die Tanz-Paare bis in die frühen Morgenstunden präsentierte.
Einen besonderen Erfolg hatte das Buffet, welchem unsere unermüdliche "Europa-Mutti" vorstand: Frau Ida Dr. Fischer. Vollständig bereit halfen ihr Frau Dr. Stein, Kiss, Tonka Schwarz, Fräulein Alice David und viele andere fleißige Mithelfer. Der Nettonutzen dieser nüchternen Veranstaltung begünstigte die allgemeine Bilanz des gesamten Abends erheblich. Immerhin spendete das gesamte Material des Buffets die Damen unseres Klubs großzügig selbst, wofür sie ein besonderen Dank verdienen!
Die Veranstalter betrachteten die gutgelaunte Belustigung der Anwesenden zufrieden und sie waren doppelt zufrieden: Nicht nur der schöne Erfolg fehlte nicht, sondern es fehlte auch nicht das zufriedenstellende materielle Ergebnis.
Die gesamte Veranstaltung selbst bewies, daß die neuen Europäer in der Lage sind, der Öffentlichkeit etwas interessantes, neues und wertvolles darzureichen, und daß in Timișoara ein Publikum für die europäischen Veranstaltungen vorhanden ist."
J.Cs.
3 plus 4
"Obwohl drei und vier nur fünf ergaben, handelte es sich dennoch um eine bedeutsame, man kann behaupten, historische Begebenheit. Es gelang durch den Balkanpakt, die Anzahl der Kernstaaten (Et-Entente) auf fünf zu erhöhen. Wie bekannt spielen Rumänien und Jugoslawien in beiden Staaten-Bündnissen eine sehr wichtige Rolle und sind in Folge ihrer geografischen Lage entscheidend für den Südosten geworden.
Während Beneŝ hauptsächlich die Beziehungen zum Westen pflegt, zu Österreich und Ungarn, arbeiten inzwischen Titulescu und Jeftiĉ intensiv im Südosten.
In dem großen europäischen Chaos ist die Arbeit der genannten Staatsmänner umso mehr begrüßenswert, daß man nirgendwo ebensoviel des Erfolgs antrifft.* In der großen politischen Zerteilneigung* sind sie die einzigen, welche sich trauen, über die Spiritualisierung*, Idealisierung der Staats-Grenzen zu sprechen. Ihr Ringen ist nicht einfach. Mussolini, der Vater des Faschismus, ist ihr Haupt-Gegner, welcher mit viel Talent bemüht ist, Italien die Hegemonie in Österreich und Ungarn zu sichern. Ohne Österreich und Ungarn sind die Kernstaaten nicht wirtschaftlich vollständig, darum die großen Anstrengungen  diese Staaten zum Beitritt zu veranlassen.
Welcher Staat wird der sechste sein? Und in welcher Reihenfolge werden die anderen folgen? Ob nach Tschechoslowakei, Rumänien, Jugoslawien, Griechenland und der Türkei dann Bulgarien, Ungarn, Österreich, Italien, Deutschland usw. folgen werden?
Oder wird die Entwicklung anders sein?"
JULIO MANIU, "der Vorsitzende der Nacicaranista (National-Bäuerlichen) Partei in Rumänien, sprach im Radio anlässlich der nationalen Vereinigungs-Feier an das rumänische Volk über die Vergangenheit und Zukunft von Rumänien. Unter anderem sagte er: "Die Tendenzen der Zukunft neigen zur Föderation. Auch Rumänien kann sich von dieser Entwicklung nicht zurückhalten, deswegen ist es bemüht die freundschaftlichsten Beziehungen zu seinen Nachbar-Nationen zu erschaffen.""
AVIADIST-FIANĈIĜO (FLIEGER-VERLOBUNG)
Viersprachige Komödie in 2 Akten
(In rumänischer, deutscher, ungarischer, europäischer Sprache.)
Verfassten die Klub-Mitglieder.
"Zuerst präsentiert am 14. Januar 1934 anlässlich des Europa-Abends in Timișoara (Rumänien).
ROLANTOJ: (ROLLEN-DARSTELLER:)
Walther von Sieghoff, Großgrundbesitzer in Preußen, Herr Francisko Engelmann
Luise, seine Frau .... Frau Olga Kiss
Eva, seine Tochter ... Fräulein Mariska Andrássy
Gerhard, sein Sohn ..... Emil Stein
Titus Muntean, Sekretär der Föderation der europäischen Piloten, Herr Francisko Kiss
John Smith, Präsident der Föderation der europäischen Piloten, Herr Dr. Johano Stein
Ingeborg, seine Frau, .. Fräulein Elisabeta Lederer
Jean Grandcoeur, französischer Vertreter der Flieger-Piloten. Herr Miĥaelo Gorcsa
Zsuzsi Akaratos, seine Verlobte ...... Fräulein Ilonka Recsányi
Gabriel Rassay, der Freund von Herrn Grandcoeur .. Fräulein Irenjo Keller
Hans Fiesele, deutscher Flieger, Herr L. Glasz
Helenjo Krates, seine Verlobte, Fräulein Piri Veterány
Antonio Balboetto, italienischer Flieger, Herr A. Berey
Ŝaŝa Havranek, seine Verlobte, Fräulein M. Schwarz
Lisl, Zimmermädchen .... Fräulein Maria Dávid
Es ereignet sich bei Walther von Sieghoff.
Zwischen dem ersten und zweiten Akt vergeht ein Jahr.
Eva von Sieghoff und Gerhard, die Kinder Walther von Sieghoffs, schauen aufmerksam durch das Fenster, weil sie die dort ein Schreien hören: Flugzeug, Flugzeug! Und das Flugzeug da landet und der elegante Pilot Titus Muntean, der junge Sekretär der Föderation der europäischen Piloten, setzt wegen Benzin-Ausschöpfung auf und rennt zum Schloss von Walther von Sieghoff, um die bei der Landung totgequetschte Gans zu bezahlen. Dort erblickt er mit freudiger und angenehmer Überraschung die schöne, anmutige Eva. Sie nimmt das Geld natürlich nicht an. Das Ganze verdient auch kein Wort, meint sie. Beim Besehen von Muntean beginnt die schöne Eva, ihn zu mögen, und er stellt sich ihr vor und würde ein Gespräch mit ihr beginnen. Doch nicht erfolgreich, obwohl Eva Deutsch und Englisch, Gebirgs-Rumänisch*, Französisch und Ungarisch spricht. Dennoch müht er sich ab, ihr in einem kurzen Satz in drei Sprachen zu erklären, daß der gesamte Benzinvorrat wegen des entsetzlichen Sturms dort oben aufgebraucht war und er deshalb herabsinken musste. Eva ist eine dienstbereite und Hilfe geneigte Jugendliche und bestellt telefonisch Benzin für ihn. Ungeachtet daß er sich müht, von ganzem Herzen auszudrücken, daß dies doch nicht so eilig ist. Jedoch dankt er – der gut ausgebildete europäische Flieger – ihr pflichtbewusst für die Gefälligkeit. Er würde es sehr mögen, sich mühelos mit ihr zu verständigen.*
Der unternehmungslustige Pilot beginnt, sich für sie zu erwärmen. Er versucht, mit nicht schwierigen und schlichten Worten seine Komplimente auszudrücken und glüht dabei immer mehr und mehr. Plötzlich läutet das Telefon und es meldet sich die Mutter von Eva, welcher die junge Frau berichtet, daß ein Pilot bei ihr sei, ganz und gar zufällig; sie bemerkt zur Mutter, daß er jung ist, scheinbar ein Junggeselle, weil er keinen Ring bei sich hat. Sie lädt die Mutter ein, aber diese hier sagt, daß sie wegen eines Autoschadens ein wenig spät das Heim erreichen wird.
Aus dem ganzen Telefon-Dialog erfuhr er nur so viel, daß das Automobil der "Mutti" einen "Defekt" hat und sie deshalb gewiß später heim kommen würde. Und das bewirkt bei ihm Freude. Schon während des telefonischen Gesprächs schlägt er Gerhard vor, welcher bereits seit dem Beginn im Zimmer blieb, mildherzig gute Bonbons und Schokolade an und schiebt ihn mit wohlmeinend hinaus, damit er allein das Flugzeug ansehen soll. Aber Eva bemerkte diesen Unterhandel*, verstand sogar dessen Zweck, und gerade deshalb begann sie, sich mit allen möglichen Waffen der reizenden Schönheiten aufzurüsten: mit den Pfeilen der Liebe. Muntean befindet sich in dem sehr Belagerungs-geneigten Zustand, als das Dienstmädchen verkündet, daß man das Benzin brachte. Misvergnügt geht er hinaus. Eva nutzt sogleich die Gelegenheit, um sich ein wenig zu verschönern: Steht vor dem Spiegel, ordnet ihre Haarlocken – bringt also alles gebührend in Ordnung. Danach kommt Muntean herein und lässt mit gekünstelter betrübter Miene wissen, sozusagen vortragend: Die Maschine ist kaputt gegangen! Die wohlerzogene Eva bietet ihm einen Stuhl zum hinsetzen an und um das Warten bis zur Reparatur der Maschine behaglicher werden zu lassen, gibt sie ihm Zeitschriften zum Lesen. Nun plötzlich belagert Muntean.* Er will nicht die Zeitschriften lesen, sondern würde vorziehen, aus den schönen Augen von Eva zu lesen. Ein charmantes Wort-Ringen miteinander,.. welches Eva ein Radioprogramm präsentierend, beenden will. Aber das interessiert ihn nicht; vielleicht wegen einer beruflichen Verpflichtung nur die Berichte über das Wetter. Unterdessen sucht sie im Äther die Radio-Wellen, man hört einen wahrlich bunten Tumult, – und plötzlich beginnt die Brünner Radiostation in der europäischen Sprache loszusprechen: "Europäer, lernt Europäisch!... Die Europäische Sprache ist die erfolgreiche Synthese der modernen indoeuropäischen Sprachen..." Schon hört auch Muntean zu und führt ein kleines Selbstgespräch: Schließlich sollte auch ich diese Sprache schon lernen und unter meinen Kolegen verbreiten, was um so mehr erfolgreich sein wird, weil ich der Sekretär der Föderation der europäischen Piloten bin. Und wie gut würde es sein, wenn wir uns während unserer gemeinsamen Zusammenkünfte durch diese Sprache untereinander verstehen könnten. Zwischenzeitlich erklingt gute Tanzmusik und er bietet ihr einen Tanz an. Kaum begannen sie zu tanzen, erscheint plötzlich die entschlossene und strenge, traditionelle Mutter von Eva, welche umgehend das Radio abstellt und das tanzende Paar trennt. Sie ist eine ziemlich reizbare ...."
weiter auf Seite 3
paĝo 3 / Seite 3
weiter von Seite 2 (Sie ist eine ziemlich reizbare) ".... Mutter und mag es leichte, aber nicht unsinnige Skandälchen zu machen und in der Folge dieser Eigenschaft beginnt eine interessante und humorvolle Unterhaltung, die wegen der Situation interessant und oft sogar humorvoll wird: Die Mutter versteht die Sprache Munteans nicht und dieser nicht die Sprache der Mutter. Jedoch fängt Frau von Sieghoff an mehr und mehr erregt zu sein und wendet sich Muntean gegenüber mit so angreifenden Gebaren zu, daß er bereits anfängt, die Situation für etwas sehr gefährlich zu halten. Er wähnt, – weil er freilich wähnen muß, daß die Mutter sehr wütend auf ihn wurde. Sie verallgemeinert die Jugendlichen und sie mutmaßt auch über ihn, daß auch er ein gewöhnlicher Don Juan sei, welcher doch nur mit den Mädchen spielen möchte. Herr Muntean nimmt seinen Pilotenmantel und nimmt Eva am Arm und will mit ihr gehen, aber die wütende Mutter zerrt sie zurück,... und er geht allein fort. Aber jetzt wurde die Mutter erschreckt. Er ging weg, obwohl sie dies nicht beabsichtigte. Sie wollte gerade ihn für ihre Tochter habhaft werden, und jetzt ist er – fortgegangen. Oh, oh, hier lenkte sie die ganze Angelegenheit ungeschickt. Aber dennoch: Herr Muntean, am Fenster vorbeigehend, schiebt seinen Kopf hindurch und flüstert Eva übrigbleibend das Zauber-Wort zu: "Aeroplan". Und es endet der erste Akt.
Zwischenzeitlich korrespondieren die jungen Leute fleißig und ihre Freundschaft wird immer wärmer.
Zwischen dem ersten und zweiten Akt vergeht ein Jahr. Im zweiten Akt bereitet sich die Familie von Sieghoff fleißig auf die Verlobungs-Feier vor. Zu dieser Familien-Feier sind die mutigsten Flieger von Europa eingeladen, die nächsten Freunde von Titus Muntean. Das ganze Fest kann allerdings nicht ohne vorherige Komplikationen* und Intrigen stattfinden und die verschwörerischen Umstände wollten nicht mangeln. Doch – durch fesselnde Szenen hindurch – ordnet und löst sich alles auf, und nach den Vorbereitungen willigen auch die Eltern Evas von Sieghoff ein und segnen schließlich das neue Paar.
***
Das führende Trio des gesamten Theaterstückchens waren Marinjo Andrássy – Olga Kiss – Francisco Kiss. Sie waren das künstlerische Zentrum der kleinen Komödie. Fräulein Marinjo Andrássy war ein charmantes und lebhaftes junges Mädchen, welches mit ihrer Persönlichkeit der gesamten Atmosphäre der Begebenheit Reiz verlieh. Heimisch vertraut bewegte sie sich auf der Bühne. Fräulein Olga Kiss war eine gut-typische Mutter aus der Spezies der übersorgsamen, traditionellen Mütter, welche sich die vergangenen schönen Zeiten und die unwiderrufliche Jugend immer von neuem (wenn sie es zu erkennen vermögen!) zurückrufen würden.* Skandalös war sie und zugleich anregend. In der Rolle eines mutigen Piloten war Herr Francisco Kiss sehr gut, welcher das Niveau des kleinen Theaterstückes mit männlicher Stärke durchzeichnete. Es erreichte es, sich humorvoll in den umständlichen Sachlagen der Szenen darzustellen. Er führte die Schauspiel-Truppe sehr gut an. In der alten Vater-Rolle war Herr Francisco Engelmann erfolgreich, welcher mustergültig den leise-stimmigen, nicht sehr gesprächigen, sehr weichherzigen, pantoffelartigen, Pfeife-rauchenden* Vater darbot. Hervorragend füllte die Rolle Präsident des Verbandes der europäischen Flieger aus: Herr Juan Stein, welcher ein echter Engländer war, immer zu spät, aber dennoch eine zur rechten Zeit eintreffende Hohe Persönlichkeit. Er stand wahrlich dem Piloten-Stab vor und war überlegen. Fräulein Elisabeto Lederer, als die Frau des Präsidenten, war eine sehr elegante und liebenswerte Frau, welche gewiss wertvolle Ratschläge für junge Bräute hatte. Fräulein Helenjo Recsányi war voller Temperament in der Rolle einer jähmütigen, launenhaften, neckischen jungen Frau, welche einen Orkan mit sich brachte. Fräulein Pirinjo Veteány als griechische Blume und Fräulein Marinjo Schwarz als tschechische Blume, beide in Braut-Rollen, halfen gut das kleine Theaterstück triumphieren zu lassen. Gut war Frau Irenjo Keller in einer Herren-Hosenrolle tätig. Fräulein Maria Dávid legte geschickt die Rolle eines dienstbereiten Zimmermädchens aus. Eine dankbare Rolle hatte dabei der kleine Emil Stein inne, dessen größte Sorge nach dem Flugzeug-Anblick die Philatelie war, und der überwiegende Verdienst, daß er erfolgreich das Rätsel auflöste: P.S. Tüchtig "arbeiteten" im zweiten Akt in den Rollen der mutigsten Flieger Europas, Herr Miĥaelo Gorcsa als französischer, Herr Andreo Berey als italienischer und Herr Ladislao Glasz als deutscher Flieger.
***
Als die Veranstalter der Abendfeier begannen, einen angemessenen Werbeverbreitungs-Gegenstand zu suchen, entschieden sie, selbst solch ein kleines Theaterstück zu verfassen, dessen Absicht am meisten mit dem Zweck des neuen Klubs übereinstimmt. Sie versuchten, ohne Überfluss-ismus eine vollständige Werbung zu erlangen. Nach der gelungenen Aufführung des kleinen Theater-Stücks scheint es sich nun verwirklicht zu haben. Das viersprachige Werklein hat der Prüfung gut standgehalten. Seine geschickte Einrichtung: im ersten Akt national-sprachig, welches das Publikum vollständig verstand, im zweiten bereits etwas von der Europäischen Sprache, um deren Verständnis scheinbar das Publikum begierig war, – gelang. Und die ewigen Konflikte der Liebe sind sicherlich immerwährende Themen kleiner Theaterstücke.
Den guten Erfolg dieses Probestücks gesehen habend, empfehlen wir unseren Freunden wärmstens, gleichartige (2, 3 oder 4-sprachige) kleine Stücke zu verfassen und aufzuführen, weil sich solche geradeaus und unvermittelt an das Publikum derart vermittels der National-Sprachen richtet, daß ihre Propaganda-Bemühungen nicht abgedroschen wahrgenommen werden, sondern nahezu unbemerkt. Und das ist ein beachtliches Prinzip.
Juli Csapó."
Manchen "Leuten" mag es im Jahr 2023 vielleicht sogar noch mehr als 1934 nicht so recht klar sein: Esperanto-Treffen und eine Esperanto-Kultur gab es damals längst, seit Generationen. Das läßt sich leicht herausfinden und auch der hier zur Vorgeschichte behandelte William Thomas Stead berichtete darüber.
Hier wird aber noch eine andere Entwicklungsstufe thematisiert. Menschen trafen sich. Dabei wurde bewußt nicht wie üblich "irgendsoein Esperanto" verwendet, sondern Europäisch! Und in diesem Bewußtsein verlief die gesamte Veranstaltung. Auch ein kleines Theater-Stück wurde aufgeführt. Wieder so eine Sternstunde? Für ein tatsächlich existierendes geeintes Europa wäre so ein Treffen ein weiterer Schritt nach vorn, doch in der heutigen EU, aus wirtschaftlichen Interessen heraus gegründet, die das Thema vermeidet, verdrängt und verleugnet (siehe Zukunftskonferenz), gibt es noch keinen Platz für diese historische Rückschau. Man redet "irgendwie" vielsprachig und besonders gern in der Sprache der Mächtigen.
Anders bereits im Jahr 1934, zu einer Zeit, in der man es nicht so einfach erwartet. Es war die große Zeit des Radios. Man konnte sich damit über Ländergrenzen hinweg informieren. Esperanto ist ja wie geschaffen für die internationale Kommunikation. Radio Brünn (VERDA STACIO) nutzte die Sprache ab dem 31. Mai 1932 in speziellen wöchentlichen Sendungen. Aber ob dort jemand folgende Worte ausgesprochen haben könnte?
 Europäer lernt Europäisch
"Europäer, lernt Europäisch!... Die Europäische Sprache ist die erfolgreiche Synthese der modernen indoeuropäischen Sprachen..." Für das kleine Theaterstück war dieser Bezug zum modernen Medium Rundfunk eine wirkungsvolle Bereicherung. Es ist jedoch davon auszugehen, daß selbst den Esperantisten bei Verda Stacio wahrscheinlich noch dieser dafür benötigte europäische Geist fehlte, so wie den Proeuropäern oft der Esperanto-Geist. Allerdings mangelt es leider beiden Gruppierungen, den Esperantisten wie den Proeuropäern, auch noch 2023 am Verbindenden, ohne welches Europa nicht bestehen können wird. Europa-Demokratie-Esperanto soll ja diese Verbindung schaffen, aber die Denk-Muster aller Beteiligten gleichen noch denen der letzten Vorkriegszeit, so als seien es die selben Individuen von damals.
War der "Große Europäische Abend in Timișoara" am 14. Januar 1934 bei dem nicht wie bereits üblich "irgendsoein Esperanto" verwendet wurde, sondern Europäisch, eine Sternstunde? Eindeutig ja. Mehr zum Radiogeschehen der Zeit in Bezug auf die kleine Aufführung siehe unten im Anhang des UŜE-EĤO-Bereichs. [se]
Reflektoro (Reflektor)
INFORMILO DE ZAMENHOF-INSTITUTO, BARCELONA. (MITTEILUNGSBLATT DES ZAMENHOF-INSTITUTS, BARCELONA.) "Betreffs der Resolution des XXI. Japanischen Esperanto-Kongresses (3. November 1933): "Trotzdem, wir stimmen nicht mit dem Teil der japanischen Resolution überein, welche den Gebrauch übermäßiger Wortneubildungen* als eine Angelegenheit des europäischen Imperialismus betrachtet, und wenn sie dies gründlich untersuchen würden, müssten sie zustimmen, daß es sich um eine Sache von unbedachter Unerfahrenheit handelt. Ebenso unbedacht würde sein, wenn die Japaner in Esperanto japanisch abstammende Neologismen einführen würden. Obwohl die Japaner in ihrer Resolution mit Recht Esperanto als weltumfassende und nicht als europäische Sprache betrachten, kann man nicht verleugnen, daß Esperanto, wenigstens in seinem Wortschatz aus den hauptsächlichen europäischen Sprachen herausspross, und darum ist es weder seltsam noch imperialistisch, daß die Anhänger der Vereinigten Staaten von Europa in Esperanto die "Europäische Sprache" sehen müssen, und sie sogar unter diesem Namen verbreiten sollen, wenn sie glauben, daß sie durch diese Nebenbezeichnung Europäer leichter für Esperanto anwerben können.
J. Anglada."
Ministroj por eksterlandaj aferoj. (Außenminister.) "Man kann feststellen, daß die Außenminister in mehreren Staaten von Europa die Achsen der nationalen Politik geworden sind. Oft ist der Minister-Präsident nicht so bekannt wie der Außen-Minister. Alle anderen Minister wechseln oftmals, derjenige, welcher in allen Ministerlisten übrigbleibt, das ist der Minister für Auslands-Angelegenheiten.
Es kam zutage, daß die Außenpolitik der einzelnen europäischen Staaten beständiger und oft bedeutender geworden ist als die inländische.
Einen Rekord hat diesbezüglich der tschechoslowakische Außenminister Beneŝ, welcher schon seit der Errichtung der Tschechoslowakei die Außen-Politik von diesem jungen Staat führt.
Die gleiche wichtige Rolle spielt für Rumänien Titulescu, dessen diplomatisches Talent immer mehr und mehr Verehrer findet. Vor einigen Jahren hatten auch Frankreich und Deutschland in fast allen Regierungen die gleichen Außenminister. Wenn sich die Minister auch oft abwechselten, Briand und Streseman blieben.
In Staaten mit Diktatoren ist es selbstverständlich, daß sich in ihren Händen auch die Außenpolitik konzentriert. Aber auch die Diktatoren spüren und wissen, daß einheimische Erfolge schon nicht ausreichen, um die Massen voll zufriedenzustellen.
Scheinbar spüren die Massen, daß die nationalen, inneren Angelegenheiten letztlich von der gesamteuropäischen gemeinsamen Politik abhängen, deswegen erwarten sie von den Staatsmännern so begierig in erster Linie außenpolitische Erfolge."
Brian Price-Heywood in Heroldo de Esperanto: "Unsere Bewegung muß zwischen zwei Alternativen wählen: Entweder erstens zu bleiben, welche sie jetzt ist, nämlich ein Spiel, eine Zerstreuung-Mittel für alte Fräuleins, eine Pseudoreligion für halb-erzogene Menschen, eine geheime Ritual-Form*, eine amüsante Neben-Beschäftigung, um die freie Zeit von einigen Kleinhirnleuten* auszufüllen, oder zweitens ein ernstzunehmender Kultur-Faktor zu werden, ein praktisches Mittel um das Funktionieren der Weltbeziehungen voranzubringen. Unmöglich der Wahl auszuweichen. Unmöglich, zwei Herren zu dienen. Ob Esperantismus ein bloßer Kult sein soll, hinzugefügt zu der bereits in letzter Zeit zu großen Zahl von farblosen Kulten, pseudoreligiöser Kulte, halb ethisch, halb unterhaltsam, welchen eine Schar gutherziger Nerv-Stör-Behelliger* folgt? Oder sollte Esperanto umgehend dazu dienen, die knirschende Maschinerie der Welt zu ölen, um etwas Ordnung in das gegenwärtige Chaos zu bringen?"
Bibliografio (Bibliographie)
"Werke und Broschüren, die wir als zweifache Exemplare erhalten besprechen oder erwähnen wir; einfache Exemplare erwähnen wir nur. Wir schätzen es, jede Art von esperantosprachigen Publikationen zu empfangen, aber wir bevorzugen europäische und wirtschafts-politische Werke zu empfangen, – und diese auch noch in allen National-Sprachen."
Francisco AZORIN: "Universelle Terminologie der Architektur. (Archäologie, Kunst, Erbauung und Handwerk.) Mit etwa 2000 Fachwörtern und 2000 Abbildungen und Skizzen, in 6-8-sprachiger Übersetzung jedes Wurzelworts. Mitgearbeitet: Dir. Francisco Costa, in Lissabon, Portugal; Prof. Archit. Bruno Canattieri, in Parma, Italien; Ingeneur Ch. Tiard, in Paris, Frankreich; Joseph Berger, in Köln, Deutschland; Gedruckt: Druckerei Chulilla y Angel, Madrid, 1932. Format: 14x20 cm; 215 Seiten; Preis nicht angegeben.
Wenn man nur einfach durch das schön zusammengestellte Buch blättert, hat man bereits den Eindruck, daß dieses Werk hier ein nützliches Handbuch ist, gleichsam ein Fach-Kompendium in der Architektur. Die mehrsprachige Übersetzung und die zahlreichen detaillierten und gut verständlichen Abbildungen und Skizzen verhelfen viel zur einfachen Erklärung der Fachausdrücke. Sie ist eine gute Enzyklopädie und sicherlich ein fundiertes Werk, welches jeder gewinnbringend nutzen kann. Gut ist, daß es verfasst wurde, und wir hoffen, daß wir bald nach und nach in dieser Art belehrende Werke von neuem sehen und uns über das Erscheinen freuen. Es ist bereits die Zeit, auch ernsthafte und nützliche Werke zu bearbeiten. Und diese Veröffentlichung hilft der Propaganda sicherlich sehr, nicht nur unter den Esperantisten-Fachleuten, sondern selbst unter dem nicht-esperantistischen Publikum. Und darum hat Herr Azorin wegen dieses grundlegenden Werkes einen besonderen Verdienst im Architektur-Bereich."
ANDREAE, Wilhelm: "Kapitalismus, Bolschewismus, Faschismus. (Kapitalismo, bolŝevismo, faŝismo.) Verlag: G. Fischer, Jena, 1933. Preis M 9–.
Das Werk präsentiert die fundierte Meinung und den klaren Gesichtspunkt eines Fachmanns, welcher die gegenwärtig Probleme gut kennt."
Paul NVYSSENS: "Bonhumoro. (Gute Laune.) Entsprechend dem französischen Originalwerk übersetzte der Autor selbst in Esperanto. Der Autor gab selbst heraus; Adresse: Rue Froissart 129, Brüssel, Belgien. Gedruckt: A.-J. Witteryck, Steenbrugge, Belgien. 173 Seiten. Preis nicht angegeben.
Das Werk ist interessant aufgrund seines originellen und speziellen Themas. In 32 Kapiteln führt es den Leser durch unbekannte oder wenigstens – für Laien – bis jetzt nicht wahrgenommene Beschaffenheits-Arten* von guter Laune. Wenn es wirklich helfen könnte, das Leben der Menschen glücklicher zu machen, sein Wert wäre unumstößlich überwältigend. "Gute Laune ist eine Kraft, welche uns im Unglück wie im Glück, im Leid wie in der Freude, im Scheitern wie im Erfolg, in der Armut wie im Wohlstand begleiten muß.""
Franca Esperantisto. (Französischer Esperantist.) "Mit diesem Titel erschien eine neue Zeitung in Frankreich, welche das offizielle Organ von S.F.P.E. ist, abgefasst in Sprachen Französisch und Esperanto. Scheinbar wird es monatlich erscheinen. Es beinhaltet eine gesonderte Rubrik für das Französische Esperanto-Institut. Aus der esperantosprachigen Frontartikel von Herrn J. Couteaux kann man die endgültige Aussöhnung mit der U.E.A. feststellen; erfreulicher lobenswerter Sachverhalt!"
Oficiala Bulteno (Offizielle Bekanntmachung) "der Esperanto-Akademie. (Heft VI, Oktober 1933.) Verlag: Esperantistische Zentrale Buchhandlung, 11, Rue de Sèvres, Paris. Gedruckt: Druckerei "Tiparnita", Bucureşti, Str. Dr. Istrate 10. Preis: 1 SV. Fr.
Die Bekanntmachung beinhaltet die Dokumente, nämlich die Berichte, die Protokolle aus den Jahren 1932-33 und zwei biografische Artikel über die verstorbenen Präsidenten. Manche Druck- und Schreibfehler behindern den Leser; betreffend der Ausgaben der Akademie hat man allerdings mehr Anspruch darauf, als auf die anderen Veröffentlichungen."
La fabelo pri la granda turo kaj la malgranda doktoreto (Das lehrreiche Märchen vom großen Turm und dem kleinen Doktorchen) "gefolgt von anderen überzeugenden Geschichtchen von Henriko Fischer-Galatz L. K. (Nr. 1 der Bibliothek des Propagandisten.) Verlag: Rumänisches Esperanto-Zentrum, Bucureşti, Str. Dr. Istrate 10. Preis: 0,10 SV. Fr.
Dieses 24-seitige Büchlein enthält sechs kleine Geschichtchen aus der Feder eines Propagandisten."
Stadtführer (Gvidfolio) Ljubljana. "Herausgegeben: Tujsko prometni svet mesta Ljubljana (fremdultrafika sekcio de Ljubljana komunumo) (Fremdenverkehrs-Abteilung der Gemeinde Ljubljana). Kostenlos erhältlich auch bei Esperanto-Klub Ljubljana und Reise-Büro "Putnik", Ljubljana, Tyrseva c."
Santander. "Ein vortreffliches und schönes Propaganda-Mittel für das Heimatland des Schriften-Sammlers*, Einordners, Übersetzers und Autors Julio Mangada Rosenörn, welchen die Spanische Esperanto-Gesellschaft herausgab, Geldunterstützend von der Nationalen Schirmherrschaft für Tourismus in Madrid, 1933, 128 Seiten.
In 7 Hauptkapiteln und mit Hilfe von über 100 Bildern macht der Autor sein schönes Land dem Fremdling bekannt. Es enthält detaillierte Informationen über das Territorium, Geschichte, Bräuche, Denkmale und anderes aus Spanien. Es ist ein modellhaftes und einheitlich-würdiges Propaganda-Mittel für den Tourismus. Schöner Druck, gefälliger Anblick. Ein Inhaltsverzeichnis fehlt, aber das spielt keine Rolle."
Unua slovaka kristana princo. (Erster slowakischer christlicher Fürst.) "Ein kunstvolles und ansprechendes Werbe-Heft anlässlich des 1100-jährigen Wiederkehr des Baus der ersten christlichen Kirche auf tschecho-slowakischem Territorium, welche nach dem Werk von Herrn J. Hodál durch St. Kamaryt zusammengestellt und aus dem slowakischen übersetzt wurde.* Herausgegeben vom Komitee der Pribina-Feierlichkeiten in Nitra, für Werbung beauftragt: Slowakische Für-Fremden-Gesellschaft* im Bratislava Hotel Savoy (Tschechoslowakei)."
DEUTSCHEUROPA. "Vierteljährliches Magazin, herausgegeben von 3 Dr. Hans K.E.L. Keller. Verlag: G. Hirth A.G., München."
MUSSOLINI: "Der Faschismus. (La faŝismo) Übersetzte Dr. Horst Wagenführ. Verlag: C.H. Beck, München und Berlin. 1934; RM 1,60.
Philosophische, politische und soziale Leitsätze des Schöpfers selbst."
ROMANIA
Timis-Torontal Gericht
Abschnitt I
"Wir bestätigen, daß nach dem Beschluss Nr. 681-933 dieses Gerichts
"UŜE Freunde Tara Klub"
aus Timisoara im Register der juristischen Personen unter der Nr. eingetragen wurde. 394 Band II.
Timisoara, am 10. Januar 1934.
L. S. – Sachbearbeiter nicht entzifferbar
----
Verein "Tara Klub der U.Ŝ.E.-Freunde" mit Sitz in der Gemeinde Timisoara.
Zweck: Die Verbreitung von Esperanto als offizielle Hilfssprache der künftigen Vereinigten Staaten von Europa (in Esperanto U.Ŝ.E. Unuiiĝintaj Ŝtatoj de Eŭropo), also die Verbreitung von Esperanto als europäische Sprache. Ziel des Klubs ist es außerdem, durch Alben und Broschüren in Esperanto und Landessprachen, wie es in westlichen Ländern im Interesse einer zunehmenden Verbreitung üblich ist, Ausländer auf die Naturschönheiten Rumäniens, auf die rumänische Hauptstadt, die Kurorte, die nationale Kultur, die Bräuche und den nationalen Hafen aufmerksam zu machen.
Gegründet am 31. Januar 1932 und durch das Zivilurteil des Timis-Torontal-Gerichts, Abschnitt I., mit der Nr. 681 als juristische Person anerkannt  am 27. November 1933.
Ausschussmitglieder: Präsident: Iosif Zauner; Schriftführer: Stefan Recsányi und Iuliu Csapó; Kanzler: Desideriu Tövissy und Emeric Gyenge; Kassierer: Francisc Kiss; Bibliothekar: Luca Balint; Kontrolleur: Ioan Vitican und Ferd. Kleininger; Klubredakteur: Iosif Kutyik; Ausschussmitglieder: Dr. Ladislau Löcsey, Francise Engelmann, Antoniu Gáspár, Ioan Kiss, Coloana Bessenyö, Ferdinand Mereszko, Moise Cocos, A. Movila, Petru Jójárt, Mimi Breith und Ferdinand Grill.
----
Durch die obige offizielle Mitteilung teilte uns das Gericht unserer Stadt hierzu mit, daß unser Klub seine Rechts-Persönlichkeit erhalten hat und daß er gemäß der Entscheidung des Gerichts unter Nr. 681-933 im entsprechenden Register der juristischen Personen-Gesellschaften unter Nr. 394 im II. Band eingetragen ist.
Das bedeutet, daß unsere Vereinigung ihre offizielle Tätigkeit beginnen kann. Der Vorsitzende hat ja bereits die Mitglieder eigens darüber informiert. In der ersten Sitzung wurde beschlossen, daß der Klub seine reguläre Sitzung jeden zweiten Sonntag im Monat haben wird. Die Ingangsetzungs- und Verwaltungs-Arbeiten sind nun gemacht. Nach der Einordnung der Arbeit wird der Klub die Propaganda beginnen."
Der obere Textteil wurde maschinell aus dem Rumänischen übersetzt und nur geringfügig nachbearbeitet. [se]
paĝo 4 / Seite 4
Spegulo de la eŭropa problemo (Spiegel des europäischen Problems)
ilustraĵoj / Abbildungen Beispiel:
DIE EINHEITLICHE FRONT DES HANDELS
"wird sich bilden, wenn die europäischen Völker das Messer bereits an ihrer Gurgel verspüren.
NEBELSPALTER, Schweiz."
EĤO DE L' GAZETARO (ECHO DER PRESSE)
"GAZETTA POLSKA:
Der deutsch-polnische Nichtangriffspakt ist wichtig und zugleich der letzte Schritt auf dem Weg zur Friedens-Festigung an der deutsch-polnischen Grenze.
LE TEMPS:
Der deutsch-polnische Pakt bedeutet keine Neu-Orientierung der polnischen Politik, er ist ein begrüßenswerter Versuch, die deutsch-polnischen Beziehungen zu verbessern.
THE TIMES:
Die neue Übereinkunft muß das Zeichen innehaben, daß die "Revisions-Propaganda", welche die deutsch-polnischen Beziehungen so behindert hat, enden solle.
JOURNAL DE GENEVE:
Ohne Übertreibung können wir sagen, daß ohne die National-Revolution die gegenwärtige Beruhigung der deutsch-polnischen Beziehungen nicht durchführbar gewesen wäre.
PRAGER TAGBLATT:
Es ist wahrscheinlich, daß die Übereinkunft von Deutschland und Polen nicht überall voll-freudig akzeptiert werden wird. Der neue Vertrag ist kein vollständiges "Orient-Locarno", weil zu diesem zumindest auch die Tschechoslowakei angehören sollte.
DAILY MAIL:
Dank der direkten Intervention von Hitler und Pilsudsky gelang der Pakt. Für diejenigen, welche die derzeitigen deutsch-polnischen Beziehungen kannten, scheint das Werk von Hitler und Pilsudsky etwas Wunderbares zu sein.
GIORNALE d' ITALIA:
Die Übereinkunft zwischen Berlin und Warschau bedeutet vor allem die Festigung des Friedens und der guten Beziehungen an der Ostgrenze von Deutschland, also in einem Territorium, welches bis zur letzten Zeit sehr gefährlich erschien.
POLITIKA (Belgrad):
Die Belgrader Zeitungslandschaft sieht im Balkanpakt einen Rückschlag auf den berühmten Ausspruch: "Wir wollen keine Balkanisierung von Europa." Klar anspielend auf die Segnungen der "Friedenspolitik" der groß-tuenden* Mächte veröffentlichte die jugoslawische Zeitschrift "Politika" eine Karikatur, unter welcher sich nachstehender Satz befindet: "Wir wollen keine Europäisierung des Balkans."
VOSSISCHE ZEITUNG:
Es war ein italienischer Plan, die folgenden Staaten auf dem Balkan gleichsam als "Gegen-Entente" zu gruppieren: Griechenland, Bulgarien, Türkei und Albanien. Dieses politische Ziel war nicht erreichbar. Ein ganzes Netz von Status-quo-Verträgen umfasst die Balkan-Staaten und die Klein-Entente wurde durch die Grenzgarantie des Balkan-Paktes gestärkt. Man kann sagen, daß sich der Traum "Der Balkan den Balkan-ern" verwirklichte.
LE JOURNAL:
Der Balkan-Pakt ist fertig; sein Hauptzweck ist laut der Erklärung von Titulescu, die Verteidigung der Ordnung zu organisieren. Die einzige Hoffnung, Bulgarien an sich zu bringen, ist zu zeigen, daß man dessen Zusammenarbeit nicht braucht.
Das Wirtschafts-Abkommen von Prag ist sehr interessant; es zielt auf den schwunghafteren Waren-Austausch zwischen den drei Staaten der Kleinen Entente. Die Tschechoslowakei begünstigte in dieser Übereinkunft sehr die Agrar-Interessen von Rumänien und Jugoslawien.
Ob sich Österreich und Ungarn dieser Übereinkunft anschließen werden? Das wäre die wahrhaftige Lösung des Donau-Problems. Alle Garantien wiegen nicht so viel auf, wie das Zusammenwirken von Österreich und Ungarn mit ihren natürlichen Nachbarn.
IL LAVORO:
Die Unabhängigkeit von Österreich ist notwendig, um den Frieden zu bewahren. Seine Unabhängigkeit garantieren die Friedens-Verträge von 1919 und der einige Wille von Europa. Die Italiener, welche sich durch den siegreichen Krieg aus dem Schatten einer Großmacht befreit hatten, entschieden sich fest, diesen Gewinn nicht aufzugeben... Wenn Deutschland Österreich in Besitz nehmen würde, der Krieg wäre siegreich.
Die Reise von Suvich drückt nicht nur die bekannte Willens-Erklärung aus, sondern sie bezeichnet auch die wirtschaftliche Organisation von Österreich. Diese Organisation in Richtung des Donautals wurde durch auseinandergehende Interessen der Großmächte möglicherweise verzögert, doch nun, als Rom und Paris sich abermals glücklich annähern, wurden die Umstände günstiger.
THE TIMES
Die innere Situation Österreichs ist gefährlichst angespannt. Man spürt nun in Wien, daß von irgendeinem Teil Hilfe kommen muß."
BALKANPAKTON Einen (BALKAN-PAKT) unterzeichnete am 9. Februar in Athen für Rumänien: Titulescu, Jugoslawien: Jeftic, Türkei: Tewfik Rusdi Bey und für Griechenland: Maximos.
Die derzeitige "instabile politische Lage zeigt am besten die Statistik zur Reise der Diplomaten. Im Jahr 1933 fanden insgesamt 207 diplomatische Reisen statt. Könige reisten nämlich 18 mal, Minister-Präsidenten 37 mal, Außenminister 91 mal, Finanz- und Wirtschafts-Minister 17 mal und andere Hochrangige 44 mal."
ISTANBUL-KONSTANTINOPOLO (ISTANBUL-KONSTANTINOPEL), "die Hauptstadt der Balkanunion. Nach den Mitteilungen der "Agentur Radio" erklären die Türken nach der Unterzeichnung des Balkanpakts Istanbul zur Hauptstadt der Balkanunion. Man beabsichtigt aus ihr eine freie Stadt unter der Souveränität der Türkei zu machen. Sie würde dann eine neue Flagge, eine gesonderte Polizei und eigene Briefmarken erhalten."
Inter la eksport-ŝtatoj (Unter den Exportstaaten) "muß auch die Tschechoslowakei, um konkurrenz-fähig zu bleiben, den Weg der Inflations-Politik gehen."
MUSSOLINI: "Das Prinzip des Völkerbundes ist sehr schön, aber, wie viele schöne Prinzipien, unanwendbar. Zu viel beabsichtigte man zu erreichen: etwas, das zu allgemein ist. Sogar Wilson, der Schöpfer der Liga der Nationen, gehörte ihr nicht an. Ist es logisch, daß das Geschick der großen europäischen Nationen von der Stimmabgabe kleiner nichteuropäischer Staaten abhängen soll? - Die Weltzivilisation ist das Werk von Europa. Europa schuf sie und zieht aus ihr einen Nutzen. Wenn Europa gesunden und der führende Kontinent bleiben will, muß es ein Minimum von Einheit finden. Eine europäische Denkweise ist schöpferisch notwendig, aber nur im Kreis der europäischen Nationen."
Vielleicht haben manche Leser nur auf solche Aussagen gewartet. Es ist jedoch falsch, den Proeuropäern die Idee eines vergrößerten Nationalstaates zu unterstellen. Und es ist ganz sicher kein Ziel, der führende Kontinent in der Welt zu sein. Mit den Bestrebungen eines Mussolini hat der Aufbau eines sich einigenden Europas gerade nichts zu tun. Weiterentwicklung ist notwendig, um bestehen zu können und vorbildliche Wege zu gehen, für die Aufklärung und gegen enge Weltbilder. [se]
Rimarkinda (Bemerkenswert) "ist der freundliche Ton der deutschen Presse bezüglich Polen und Frankreich."
JAPANUJO PLANAS KONKERI SIBERION. (JAPAN PLANT SIBIRIEN ZU EROBERN.) "Die russische Zeitungslandschaft beschäftigt sich ausführlich mit dem japanischen Projekt, Sibirien zu erobern. Die operative Stützpunkt wird von den Japanern in Mandĵukuo vorbereitet. Dies beweist der Bau von 50 Flug-Häfen und von verschiedenen strategischen Eisenbahnlinien."
1500 neue Munitions-Fabriken errichten die USA.
La bovino sur la limo. (Die Kuh an der Grenze.) "Eine interessante kleine Geschichte ging durch die deutsche Presse. Bei der bayerisch-österreichischen Grenze erkrankte eine Kuh von irgendeinem Bauern. In der Folge davon, daß die Krankheit ernst zu sein schien, rief er eilig einen Tierarzt. Aber das war keine einfache Angelegenheit, der nächstgelegene Arzt befindet sich über die Grenze hinweg in Bayern. Und die Grenze zu überschreiten war derart für den Arzt, wie der Kuh verboten. Doch der verschlagene Bauer dachte so lange nach, bis es ihm gelang einen Ausweg zu finden. Telefonisch bat er den Arzt, zu der gemeinsamen Grenze zu kommen, wohin er auch die Kuh führen wird. Und tatsächlich gelang die Sache: Der Arzt untersuchte die kranke auf der Grenze stehende Kuh, gab ein Rezept und nun sind alle damit zufrieden."
UNUECAJ EŬROPAJ ARMEOJ. (VEREINTE EUROPÄISCHE ARMEEN.) "Entsprechend Mitteilungen aus London plant die französische Regierung, alle europäischen Armeen auf dem gleichen Niveau zu organisieren. Desgleichen beabsichtigt man auch, das militärische Material zu vereinheitlichen."
FAŜISMO KAJ EŬROPANISMO. (FASCHISMUS UND EUROPANISMUS.) "Der Faschismus ist hauptsächlich die Reaktion des Marxismus. Wenn er in verschiedenen Ländern auch in anderen Formen existiert, ist sein geistiges Fundament – die Gegnerschaft gegen die Rot-Leute – das selbe. Es bedeutet für viele die Renaissance von Europa und tatsächlich ist seine Wirkung heilsam für das Leben der Nationen. Die wieder verjüngende Tendenz darin kann man mühelos an der ungewohnten Jugendlichkeit der die Regierungsmethoden des Faschismus anwendenden aktiven Staatsmänner feststellen.
Tatsache ist, daß die Bewegung Mussolinis marschiert und undiskutierbare Erfolge hat. Die marxistische Front in allen Teilen Europas zerfällt und verschwindet von der politischen Bühne. Aber Tatsache ist auch, daß der Faschismus das nationale Gefühl in einem Grad stärkt, welchen der duldsame Nationalismus schon nicht mehr akzeptieren kann. Dies wurde in den politischen Programmen der verschiedenen faschistischen Regierungen vorgezeigt, welche auch ihre Entwicklungs-Möglichkeit beschränken.
Beispielsweise: Obwohl der Hitlerismus und der Faschismus der Welt-Auffassung zufolge verwandte Bewegungen sind – ihre Hauptgegner waren die Roten – geschahen die Beziehungen unfreundlich (wegen Österreich). Die politischen Programme der faschistischen Regierungen sind rein nationalstaatliche und daher auch wirtschafts-politisch tendenziell autark. Diese autarke Politik schaufelt dem Faschismus das Grab.
Die Autarkie-Politik wurde unter den heutigen Welt-Umständen für 20 bis 40, sogar 60 Millionen Staatsangehörige* zu einer Unmöglichkeit gemacht. Wenn man über eine europäische Autarkie-Politik reden* würde, hätte das noch einen Sinn, aber damit sich jeder von den 26 Staaten Europas mit allem selbst versorgen kann, können sich nur Sachlagen ergeben, welche wir jetzt überall antreffen: wirtschaftliches Chaos, soziales Elend, geistige Überbeanspruchungen und allgemeine Unzufriedenheit.
Der Europanismus hat die Aufgabe, jene geistigen Voraussetzungen zu erschaffen, welche eine Genesung von Europa für die Dauer ermöglichen. Dieses politische Programm ermöglicht große wirtschaftliche Territorien zu erschaffen, für welche es möglich sein wird mit den bereits bestehenden Staats-Giganten erfolgreich zu konkurrieren. National hat der Europanismus die günstigsten Entwicklungs-Möglichkeiten für alle Nationen und beseitigt die Unterscheidung zwischen Groß- und Klein-Nationen. Es verhindert eine kriegs-bedrohliche Spannung zwischen den europäischen Staaten und verschafft so den lang ersehnten Frieden für unseren Kontinent."
Gab es zuvor eine Zeit der Verharrung, auch weil in den vielen Krisen die Gefahr bestand, neue extremistische Kräfte würden Einfluß gewinnen? Nicht automatisch ist richtig, was folgende Jüngere durchsetzen. In Krisen kann das Schlimmste nur durch einen offenen ehrlichen Umgang mit den Problemen verhindert werden. Dann finden sich auch die anderen Jüngeren, um die Gesellschaften weiterzuentwickeln. Aber was ist in den schwierigen Zeiten zu tun, wenn bereits die Hoffnungslosigkeit regiert? [se]
Respondo (Antwort)
"Herr K. in O. Auch uns gefällt der Fachausdruck Europäer-ische Sprache, aber um die Nicht-Europäer zu beruhigen, verwenden wir den abgekürzten Ausdruck (Würde)* "Europäische" Sprache."
220230629220230728SE
Dialect/GoogleTranslate hat sich als gute Hilfe beim Übersetzen herausgestellt (ab Ausgabe 8)
UŜE-EĤO 1934 -16- (Mar) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek 


UŜE-EĤO 1934 -17- (Majo)
paĝo 1 / Seite 1
UŜE-EĤO
ORGAN DES EUROPANISMUS 

ERSTENS: DIE EUROPÄISCHE SPRACHE
ZWEITENS: DER EUROPÄISCHE GEIST
DRITTENS: DIE EUROPÄISCHE PARTEI
VIERTENS: DIE GEMEINSAME EUROPÄISCHE ARMEE
FÜNFTENS: DIE EUROPÄISCHE ZOLLUNION
SECHTENS: DIE EINHEITLICHE EUROPÄISCHE WÄHRUNG USW.
Nr. 17. Mai 1934
Redaktion und Verwaltung: 
Timişoara I, Strada Lonovici 1
(Rumänien, Banat) Telefon 23-37
ABO-PREIS für 6 Ausgaben: Schweizer Franken 1,50 oder 4 Antwortscheine der Post
Postscheckkonto (unter Firma "LIBRO" Timişoara) in Leipzig 
(Deutschland) Nr. 28052 (Erscheint aller zwei Monate) 
Herausgeber: Josef Zauner
NACIECO EŬROPANA (EUROPÄER-ISCHE NATIONALITÄT)
"Das Problem der europäer-ischen Nationalität ist aktuell geworden. Nicht nur deshalb, weil in der letzten Zeit die Fragen bezüglich der Rassen und Nationen viel diskutiert werden, sondern auch deshalb, weil viele Europäer bei der Feststellung ihrer Nationalität keinen anderen Ausweg finden, als die europäische auszusuchen. Dieses Problem besteht vornehmlich in den Donau-Staaten, ist aber bereits – dank der modernen Technik – mehr oder weniger in allen Staaten von Europa anzutreffen. 
All jene, welche die diesbezüglichen Sachverhalte kennen und von ihnen interessiert oder eingenommen wurden, müssen anerkennen, daß Nationalitäts-Bestimmungen bereits die Einführung der europäischen Nationalität benötigen. Mittels einiger Fragen wollen wir die obige Aussage untermauern, auf die sehr häufigen gemischten Ehen hinweisend: Zu welchen Nationen gehören jene, bspw. die Kinder von deutschen und tschechischen Eltern? Zu welchen jene von französischen und polnischen? Und zu welchen jene von einem Rumänen und einer Schwedin? usw., usw. Ob man das nationale Problem ebenso auflösen soll, wie man das religiöse Problem löste? Ob einfach so, daß die Söhne die Nationalität des Vaters haben sollen, die Töchter jene der Mutter? Jeder weiß, daß bei der Nationalität das Problem nicht so einfach lösbar ist. Das erste ist biologisch bedingt, das zweite eine erzieherische Angelegenheit; also handelt es sich um ererbte und anerzogene Eigenschaften, Tugenden. 
Die europäischen Nationen vermischten sich in solchem Grade untereinander, daß es sehr schwierig ist, ungemischte unter ihnen zu finden. Infolge dessen, daß die große Mehrheit der Einwohnerschaft von Europa der Rasse der Indo-Germanen angehört, d.h. Indo-Europäer, wird die Bestimmung der Nationalität für die Nachkommen aus verschieden-nationalen Ehen richtig und treffend sein, wenn man als Nationalität die europäer-ische feststellt. 
Diese Bestimmung ist bereits bekannt und wird angewendet in – Außerhalb-Europa. In Afrika und Asien betrachtet man die Weißen, welche aller-größtenteils aus Europa rekrutiert werden, als Angehörige der europäischen Nation. Daheim, in Europa selbst, würde diese Verallgemeinerung nicht praktikabel sein. Man muß differenzieren, aber nicht derart, wie man dies heute tut. 25-fach-artige Nationen-gemäße Europäer, sind zu viele und die richtige Bestimmung ist in Folge der bekannten Gründe schon fast unmöglich. 
Praktischer scheint zu sein, wenn man sich an die Begriffsbestimmungen gewöhnen würde. Mittel-, West-, Nord-, Süd- und Südost-Europäer. Für Fälle, wenn diese Unterscheidung nicht ausreicht und die nächstliegende Nationalität 
zu bennen und möglich ist, dann kann man die bekannten Formen verwenden, welchen man in den USA begegnet. Jene sind z.B.: Deutsche in Nordamerika benutzen die Form Deutsch-Amerikaner, wie auch die anderen Nationen; Tschechisch-Amerikaner, Italien-Amerikaner usw. Das Gleiche wird auch in Europa möglich sein.
Voraussetzung dieser Entwicklung ist, daß irgendeine geistige Verbindung für die europäer-ische Solidarität sorgen muß. Solange solch eine intellektuelle Verbindung nicht vorhanden sein wird, kann man nicht über eine bewusste europäische Nationalität sprechen. 
Aufgrund der Tatsache, daß Nationalität in der Regel durch Nationalsprachen ausgedrückt wird, müssen wir auch für die europäische Nationalität eine einheitliche Sprache benennen. Diese gemeinsame Sprache der Europäer kann keine lebendige Nationalsprache sein. Das kann nur die brillante Zamenhof-Sprache, denn sie erfüllt alle Anforderungen der europäischen Sprache. Und als solche auch die der Weltsprache.
Das Bedürfnis der Einführung der europäischen Nationalität wurde in dem Jahr 1919 geboren. Durch die Schaffung von National-Staaten stellte man die Forderungen von mehreren jungen lebensfähigen Nationen zufrieden; die Träume der National-Helden wurden verwirklicht. Und heute muß jeder unvoreingenommene Europäer bestätigen, daß gerade die jungen und kleinen National-Staaten jenen Weg von Europa garantieren, welcher zu der Europa-Union führt. 
Dies tun sie bis heute noch unwillkürlich, unwissentlich. Die politische Organisation, die gegenwärtige Struktur verteidigen sie bis zur Übertreibung, aber wirtschaftlich erleben sie auch die unmögliche Situation. Sie wissen auch, daß die wirtschaftlichen Umstände niemanden zufriedenstellen, und irgendetwas kommen muß, das auch die wirtschaftlichen Probleme lösen wird. Sie sind für wirtschaftliche Zusammenarbeit verfügbar, ebenso wie die größeren europäischen Staaten. Das große Problem ist nur das wie, die Form der Zusammenarbeit. Keine Nation wird etwas von ihrem Ansehen bei der wirtschaftlichen Neu-Organisierung Europas verlieren wollen. Deshalb muß man eine Lösung finden, welche auf diese Weise den nationalen, wie auch den wirtschaftlichen Forderungen der Nationen zufriedenstellend genügt. Diese Lösung ermöglicht das geistige Fundament der künftigen europäer-ischen Nationalität: Den Europanismus."
LA GRANDA VUNDO (DIE GROSSE WUNDE)
ilustraĵo / Abbildung: LUKTO POR LA HEGEMONIO EN LA DANUBO-VALO
(RINGKAMPF UM DIE VORHERRSCHAFT IM DONAU-TAL)

"Die gegenwärtige wirtschaftliche Einrichtung der Donau-Staaten bildet eine große Wunde auf dem Leib Europas aus. Unter den vielen wirtschafts-politischen Krankheiten unseres Kontinents ist sie die gewissermaßen unheilbare. Dies begründet, daß sie das stetige Thema der europäischen Konferenzen ist. 
Ihrer Behandlung auszuweichen ist nahezu unmöglich. Es geht immerhin um die Lebensbedingungen von mehr als 70 Millionen Menschen. Das derzeitige wirtschaftliche Leben in den Donau-Staaten ist so beschwerlich gemacht, daß es wohl nur ein Drittel des Normalen vollbringt. Es ist überflüssig, es ausführlicher zu beschreiben, es ist in ganz Europa gut bekannt. 
Auch die aktiven Staatsmänner gestehen ein, daß die derzeitige wirtschafts-politische Organisation nicht zufriedenstellend ist und sie bemühen sich extrem, ein Heilmittel zu finden. 
Bevor wir die mehr oder weniger bekannten Lösungen behandeln, müssen wir feststellen, daß die Wiederherstellung der einstigen österreichisch-ungarischen Monarchie zu einer Unmöglichkeit gemacht wurde. Die Strömung der Geschichte hat nur eine Richtung. 
Der langandauernde Frieden vor dem Weltkrieg (1866-1914) schwächte die herrschenden Nationen der Monarchie, wie die materielle Sorglosigkeit überall und immer die nationalen Stärken abschwächt. Wohlstand lässt die Völker gewissermaßen altern. 
Daher ist es nicht verwunderlich, wenn in den Donaustaaten mittlerweile jüngere Nationen eine wichtigere Rolle spielen. Es gibt einen Wandel in den sozialen Schichten; Nationen, die zuvor keine führende Rolle spielten, veränderten sich und tauschen nun ihre Rollen mit den Nationen, die die Führung innehatten. Dagegen vorzugehen oder zu protestieren ist zulässig, aber nicht angebracht, da die Entwicklung sowohl aus nationaler als auch aus gesellschaftlicher Sicht völlig natürlich ist. 
Wir sind objektiv, wenn wir feststellen, daß durch die Erschaffung der jungen National-Staaten im Donautal die große Wunde auf dem Leib unseres Kontinents entstanden ist. Mehr als 70 Millionen Menschen wurden keine hundert-prozentigen Verbraucher. Das verspüren die Wirtschaften der Donau-Staaten ebenso wie auch alle anderen Staaten von Europa. Durch die Nachkriegs-Friedensverträge war man bemüht, in den Donau-Staaten das nationale Problem zu lösen, die Lösung des wirtschafts-politischen Problems der Zukunft zu überlassen. 
Es kam die Zeit, als diese wirtschafts-politische Lösung aktuell wurde. Hier der Hinweis: Der Außenhandel zwischen den Staaten des Donau-Tals wurde auf ein Minimum reduziert! Es kam folglich die Zeit für radikale Lösungen!
KONFEDERACIO DE LA DANUBO-ŜTATOJ — NEEBLAĴO
(KONFÖDERATION DER DONAU-STAATEN – EINE UNMÖGLICHKEIT) 
Die Nachkriegs-Umstände machen radikale, befriedigende Lösungen von Teil-Problemen in Europa unmöglich. Unser Kontinent wurde schon seit langem ein einheitlicher wirtschaftlicher Körper. Es ist z.B. nicht möglich, die Donau-Staaten aus der europäischen Wirtschaft herausnehmen und sie für sich auf föderaler Basis organisieren. Ein großer Teil der europäischen Staaten kann das nicht erlauben! Die Donau-Konföderation würde ein Kräfte-Gleichgewicht in einem national-staatlichen Europa verhindern. Frankreich, Deutschland, Italien, sogar Britannien müssten gegen diese Konföderation kämpfen und die Kräfte würden auf diese Weise nicht für eine positive Zusammenarbeit freiwerden. 
Aber diesen strukturellen Grund ausgenommen, sind auch andere gegen ein derartiges Projekt. Was würde in dieser Konföderation einheitlich sein? Weder der Geist noch die Sprache; und ohne jene ist es nicht möglich, eine einheitliche Armee zu schaffen, noch ein gemeinsames Zoll-Hoheitsgebiet, und ohne ein einheitliches Wirtschafts-Gebiet bedeutet eine Föderation keine Vorteile.
Die Lösung der Teil-Probleme ist schon nur auf gesamteuropäischer Ebene möglich. Alle Bemühungen, welche nur Teil-Lösungen bezwecken, können in gewissen Fällen Erfolge haben, aber niemals zufriedenstellende auf Dauer. 
ET-ENTENTO KUN NOVAJ CELOJ (KLEIN-ENTENTE MIT NEUEN ZIELEN) 
Wie bekannt, ist die Et-Entente in erster Linie eine Verteidigungs-Organisation. Je stärker man in Ungarn die Gebiets-Revision fordert, umso stärker ist die Vereinigungs-Neigung zwischen den Klein-Entente-Staaten. Die starke Revisions-Propaganda von Ungarn ergab den Bündnis-Staat von Tschechoslowakei, Jugoslawien und Rumänien, dessen Errichtung vor kurzem begonnen wurde. 
Obwohl die wirtschaftlichen Umstände den Zusammenschluss der genannten drei Staaten nicht begünstigten, hielten sie die stärkeren gemeinsamen politischen Interessen zusammen. Und es ist nicht wahrscheinlich, daß irgendein politischer Faktor sie zu zerteilen vermag. 
Während der letzten Jahre wurde aus der Verteidigungs-Organisation der Klein-Entente eine offensive. Und diese offensive Tendenz hatte bereits mehrere Erfolge. Unter ihnen ist der Balkan-Pakt der wichtigste. Wenngleich diese Erfolge bisher noch zu Gunsten der Klein-Entente-Politik geschrieben wurden, enthalten sie doch bereits den neuen politischen Weg, welchen diese jungen Staaten bestimmt erwählen werden, um die begonnenen Projekte letztendlich zu bewältigen. 
Dieser Weg ist das Bündnis auf einer nationaler Grundlage. Es dauert noch bis zu der Zeit, wo die Klein-Entente-Politik vornehmlich offensiv auf der Grundlage des Europanismus sein wird.*"
paĝo 2 / Seite 2
ROMA ORGANIZO DE LA DANUBO-ŜTATOJ (RÖMISCHE ORGANISATION DER DONAU-STAATEN) 
"Die Rückwirkung der erfolgreichen Bündnis-Politik der Klein-Entente veranlasste Österreich, Ungarn, die beiden "Schlüssel"-Staaten des Donautals, nach einem Mitwirkenden zu suchen, um eine Gegen-Organisation des neuen Staaten-Bündnisses zu erschaffen. Mussolini hatte mehrere Gründe, die Gelegenheit zu ergreifen und mittels der Unterstützung von Österreich und Ungarn den Macht-Bereich von Italien zu vergrößern. Zweifellos betreibt Mussolini nur italienische Politik. Scheinbar wird diese Mussolinische Politik in Österreich und Ungarn missverstanden. In Ungarn scheint man nicht über Mussolinis Haupt-Gedanken nachzudenken: Mittels der Unterstützung des ungarischen Revisionismus will er Jugoslawien schwächen und man tut Ungarn bestimmt einen guten Dienst, wenn man besonders betont, daß Mussolinis Unterstützung die ungarische Politik behindert. Das selbe ist die Situation bezogen auf Österreich, Mussolini protestiert eindringlichst gegen den "Anschluß", auf diese Weise die Stärkung von Deutschland vereitelnd. 
Die Übereinkunft von Rom gebar eine (Ring-)Kampf-Organisation von Italien, Österreich und Ungarn, welche sich strukturgemäß außerordentlich von der Klein-Entente unterscheidet. Während dieses letztere* Staatenbündnis aus drei nahezu gleichstarken Staaten besteht, bestehen unterdessen ihre Widersacher mittlerweile aus einer Großmacht und zwei Klein-Staaten. Die Beziehungen zwischen den Bündnis-Staaten der Klein-Entente vermögen unabhängiger zu sein als zwischen Italien, Ungarn und Österreich.
Italien gehört überhaupt nicht zu den Mächten, welche im Donau-Tal enorme Interessen haben. Die geographische Lage weist mehr auf Deutschland als interessierten Staat hin, welcher gleichfalls zu den Donau-Staaten gehört. 
Der italienische Donau-Plan löst das Problem auch nicht und kann die große Wunde nicht kurieren. Es legte lediglich die Macht-Verhältnisse dar und vereinfachte auf diese Weise die Lösbarkeiten."
LUKTO PRO LA HEGEMONIO EN LA DANUBO-VALO (RINGKAMPF UM DIE VORHERRSCHAFT IM DONAU-TAL) 
"Die Kämpfer machten sich zum letzten Angriff fertig. Hier eine Klein-Entente, da Rom, Wien und Budapest. Der Beweis der Behauptung, daß es bei diesem Kampf nur um hegemoniale Fragen geht, tritt in den Einladungen von beiden Seiten zum Beitritt in Erscheinung. Titulescu war der erste, welcher erklärte, daß der Bündnis-Staat der Klein-Entente offene Türen habe; welcher Staat auch immer kann beitreten. Die gleiche Einladung kann man von Gömbös hören. Auch die römischen Überein-Gekommenen würden sich freuen, wenn sie weitere Staaten in ihrer Organisation begrüßen könnten.
Die Kräfte beiderseits sind angekettet und die Donau-Staaten leben weiterhin in Sorgen und Hoffnungslosigkeit. Wer sind die künftigen Gewinner in diesem Vorherrschafts-Kampf? Jene, welche Politik auf einer Grundlage des Europanismus machen werden!"
La "Paneŭropa" movado
malhelpis la solvon de l' eŭropa problemo! 
(Die "Paneuropäische" Bewegung
verhinderte die Lösung des europäischen Problems!)
"Wenn man ganz objektiv die gegenwärtige politische Situation beurteilen will, muß man mit Bedauern feststellen, daß die herrschenden Staatsmänner den Gedanken der Europa-Union aus ihren Programmen beseitigt haben. Aber nicht nur unter den aktiven Politikern, auch unter den großen Massen verschwanden die wenigen Anhänger nahezu vollends.
Die Gründe von dieser erfolglosen Entwicklung sind verschiedene. Der Haupt-Grund des Fehlschlags ist in der Leitung der Paneuropäischen Bewegung selbst zu suchen. Für die UŜE-Bewegung ist es nun doppelt schwierig, Erfolg zu haben. Man erkennt die beiden Bewegungen oberflächlich wieder, welche dem Ziel gemäß verwandt sind, jedoch dem Programm gemäß und in der Handlungsweise überhaupt nicht die selben sind. Der Paneuropa-Fehlschlag behindert unsere Arbeit, weil man jetzt allgemein nachsinnt: Wenn die Lösung des europäischen Problems der Paneuropa-Bewegung nicht erfolgreich gelang, warum soll sie gerade den UŜE-Anhängern gelingen!? Um so mehr denkt man an diese Unverwirklichbarkeit, wenn man das UŜE-Programm vernimmt, welches für die großen Massen wahrlich utopisch ist.
Nach meiner Meinung war gerade das Fehlen eines Utopischen das wichtigste Hindernis der Paneuropäischen Bewegung. Graf Coudenhove-Kalergi glaubte scheinbar daran, daß es gelingen würde Paneuropa während einiger Jahre zu verwirklichen, weswegen er wohl die einfach verwirklichbaren Programme aufstellte. Der Anführer der Paneuropäischen Bewegung vergaß, daß selbst dieses – scheinbar – einfach zu realisierende Programm nur dann belebbar ist, wenn man vor allem eine grundlegende Arbeit macht. Coudenhove schätzte die zu tuende Arbeit als zu gering ein; Die schnellen Erfolge waren scheinbar wichtigere als die solide grundlegende Arbeit. So schnell wie die Erfolge kamen, so schnell verschwanden sie auch, das bittere Gefühl des Scheiterns hinterlassend.
Der zweite bedeutende falsche Leitgedanke der Paneuropäischen Bewegung war der Wille: Paneuropa vermittels der aktiven Staatsmänner zu verwirklichen. Dieser Standpunkt ist ziemlich zweckmäßig und beweist von neuem, daß das Konzept von Coudenhove-Kalergi unrichtig ist. Besonders als Ausgangspunkt ist es untauglich. Die gegenwärtigen herrschenden Staatsmänner haben politisch keine freien Hände. Alle sind Mitglieder von irgendeiner national-ländischen Partei, deren Programme sie umsetzen müssen. Und bis jetzt gibt es keine Partei, die für die Verwirklichung der Europäischen Union kämpft, also kann es auch keinen aktiven Politiker geben, welcher um Vereinigte Staaten von Europa ringt. Wenn die Staatsmänner auch höflich verkünden, daß sie Freunde von Paneuropa sind, bedeutet das bei den meisten nur eine private Meinung. Graf Coudenhove-Kalergi gelang es, einige Staatsmänner für seine Ideen zu interessieren, und wir alle kennen die Geschichte von den Versuchen Briands. Wie wir dies bereits vor Jahren, als die Paneuropäische Bewegung ihre größten Erfolge hatte, betonten, das Europa-Problem ist nur lösbar, wenn man nicht von oben, sondern von unten, also bei dem Fundament, die Arbeit beginnt.
Diese Arbeit wird nun durch den Paneuropa-Fehlschlag stark behindert. Das Vertrauen an die Idee verlor an seiner Bedeutung. Die Wiedererringung dieses Vertrauens wird viele Bemühungen kosten und manche Jahre Beharrlichkeit erfordern."  J. Zauner.
Sonanta gazeto (Tönende Zeitung)
"Immer mehr und mehr tritt in Erscheinung, daß das Radio zur Tönenden Zeitung für alle gemacht wird. Vergebens versucht das Zeitungswesen, diese Entwicklung zu ignorieren und totzuschweigen, die Fakten zeigen ihr unablässiges Wachsen.
Zum Beginn unterhielt es hauptsächlich die Zuhörer. Heute spielen die politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und sportlichen Informationen im Radio-Leben bereits die gleichen Rollen wie in der Zeitungslandschaft. Nicht lange wird es dauern und es wird auch die verbliebenen Rubriken der Zeitungen erobern. 
***
Es mangeln bereits nicht die Leitartikel in den Tönenden Zeitungen: die Reden von Hitler, Mussolini, Doumergue, Titulescu usw. Sie waren die Initiatoren in der Nutzung des Radios um politisch zu informieren und die Staatsangehörigen zu beeinflussen. 
Die täglichen Radio-Nachrichten enthalten auch so viel von politischen Gegenständen, wieviel man gewöhnlich in den Zeitungen vorfindet. Regelmäßig sendet das Radio Vorträge über die politische und wirtschaftliche Welt-Situation, so daß jeder, welcher nur mittels Radio informiert wird, gleichgut über alles informiert ist, wie der Zeitungs-Leser. 
***
Aber die Tönenden Zeitungen, die stärkeren Radiosender, überschritten die Landes-Grenzen und wurden entsprechend wirksam, stärker als die Zeitungen. Geografisch kennt das Radio wirklich keine Grenzen; Aber es sind für hier noch zu viel der Sprachbarrieren vorhanden. Wenn das Radio zur Tönenden Zeitung für alle werden will, wird es nötig werden eine einheitliche gemeinsame Radio-Sprache zu verwenden.
Derzeit bemühen sich verschiedene Sende-Stationen, die Sprach-Schwierigkeiten durch mehr-sprachige Funksendung zu überbrücken. Daß diese Versuche keine zufriedenstellenden sind, kann jeder nachweisen, der mal wichtigen Reden zuhörte, welche man darauf sogleich übersetzt sendete. Beispielsweise vor kurzem hatte fast Ganz-Europa die Gelegenheit, die berühmte Rede von Mussolini zu hören und gleich darauf ihre Übersetzung. Selbst wenn die Übersetzung die beste ist, kann sie dennoch nicht das originale wiedergeben, die unmittelbar verstandene und deshalb auch allein wirksame Rede.
Anlässlich von sogenannten "Europäischen Konzerten" hat man die Gelegenheit, drei- und viersprachige Programmpunkt-Ankündigungen zu genießen, zu welchen oft ein-zwei ausreichen würden, die Musik- und Kunst-Ausdrücke sind wirklich internationale. Warum die langweilige Wiederholung in verschiedenen Sprachen?
***
Die Zeit um eine einheitliche Radiosprache zu verbreiten wird mehr und mehr günstig. Es gibt viele Bemühungen, unsere Sprache als Radio-Sprache einzuführen.
Wie gut die Absicht auch ist, so untauglich ist oft die Propaganda-Methode. Allgemein präsentiert und verbreitet man unsere Sprache als künstlich gemachte. Das ist die beste Methode, die Massen zurückzuhalten. Niemals sollen wir vergessen, daß Zamenhof nicht die Wörter und die Struktur der Sprache heraus-erfand*; Er ging der natürlichen Sprach-Entwicklung in Europa lediglich voran, die geniale Synthese der modernen europäischen Sprachen schaffend. Diese Definition müssen wir immer und immer während unserer Werbungen verwenden.
Der zweite, scheinbar ungeeignete Standpunkt der Propaganda ist das Bemühen, die Sprache möglichst humorvoll zu verbreiten. 
Dieser Standpunkt, obwohl er sehr geeignet erscheint, genügt nicht den Anforderungen einer stilvollen* und ernstzunehmenden Propaganda. 
***
Das Radio kann unsere Sache enorm voranbringen, wenn man in der Propaganda neue Wege nutzt. Das natürliche Entstehen der "europäer-ischen" Sprache betonend, nicht die sprachlichen und politischen Ring-Kämpfe fürchtend, werden die Massen auf unsere Bemühungen aufmerksam. Und unsere Tätigkeiten werden gewiß nicht ergebnislos bleiben. Die einheitliche Sprache der Tönenden Zeitung wird die "europäer-ische" sein! 
Wenn die Zeitungen hauptsächlich die Schöpfer und Vermittler der nationalen Kulturen waren, werden die Tönenden Zeitungen sicherlich mithelfen, die europäer-ische nationale Kultur zu erschaffen."
Menschen verharren mehr in ihren Gewohnheiten, als es die technischen Entwicklungen ermöglichen. Darum sind Esperanto-Sendungen im in die Jahre gekommenen Hörfunk weiter Ausnahmen, welche gern durch sich besonders wichtig nehmende Staaten gemacht werden. Europa, also die EU, gehört nicht dazu. Eine im Beitrag anklingende europäische Nation kann natürlich kein Ziel sein, schon weil der Begriff Nation selbst überladen und verschlissen ist. Eine gemeinsame Europäische Kultur neben den nationalen gibt es allerdings praktisch auch nicht. Über die englische Sprache wird so etwas ähnliches versucht. Ein europäisches Bewußtsein ist aber z.B. bei europäischen Musikwettbewerben nicht entstanden. Dort geht es nur um Sieger und Verlierer. Es wäre also noch viel zu tun, wenn die Verantwortlichen ihre Verantwortung übernehmen würden. Es ist also noch viel zu tun. [se] 
Rubriko Rumana (Rumänische Rubrik)

Geleitet von Octavian Gheorghe Stancu. 
"Keine Veränderung – weil dies Blutvergießen bedeutet..." 
Take Ionescu*) 
— 1858—1922 —
"Einige Worte über die Klein-Entente und dessen Initiatoren **) 
Er wurde in Ploești im Jahr 1858 geboren. Take Ionescu wurde nach und nach in seiner politischen Karriere zu einem Großen – wenn nicht zu dem größten Propheten der rumänischen Nation und ihres Schicksals.
.... ....
Die Klein-Entente ersetzt die Große, welche nun scheint gebrechlich zu sein, aufgrund der unverständlichen Mussolini-Politik, – sagen wir lediglich einer Ideen-Politik – sie ist ein Bündnis der sich ihrer Pflichten und Rechte bewussten jungen Nationen. 

Diesem hier Polen und den Balkan-Pakt hinzufügend, können wir mit Gewissheit bestätigen, daß das Handeln von Take Ionescu, von diesem großen Europäer, dessen Vorausblick dem Frieden einen großen Dienst überbrachte und denen, welche im Rahmen ihrer ethnografischen Grenzen leben wollen, ist die Klein-Entente ein entscheidender Faktor in der heutigen Welt.* Die Klein-Entente erhebt sich während vieler Jahre, später zusammen mit ihren treuen das gleiche Ziel Habenden, ungetrübt und friedlich inmitten vom Europäischen Konzert und lässt unbeirrt verlauten: "Keine Veränderung – weil dies Blutvergießen bedeutet..." 
Niemals wünschen wir eine Berührung gegen uns, selbst gegen andere, um sogar eine Finger-Breite des Landes zu verlieren, aus diesem einfachen Grund, weil wir Frieden für uns wollen, für alle und gegen alle, selbst auch für diejenigen, welche kämpfen, um Verwalter zu werden, glaubend daß sie irgendjemanden zu einer Abtretung ohne Blut verpflichten können.* 
*) Lies Take Ionesku. In der rumänischen Schrift existiert kein "k"-Buchstabe, aber man verwendet ihn trotzdem bei fremd-abstammenden Wörtern (km, kg). Wir verwenden ihn deswegen, weil der Besitzer ihn selbst so benutzte. Also Take und nicht Tache Ionescu. 
**) Take Ionescu ist einer der größten rumänischen Staats-Männer, welcher sich als starker und sehr furchterregender Redner auszeichnete. Mehrfach Minister in mehreren Amtsbereichen der liberalen Kabinette; Er war auch Gründer der Konservativ-Demokratischen Partei im Jahr 1907. Als Patriot mit weitreichenden Verbindungen im Westen diente er seinem Vaterland bis zu seinem Tod. Niemals verblassende Verdienste erwarb er sich durch eine moralische Hilfe, welche er den damaligen nationalen und schulischen Problemen für die fremdländischen, vornehmlich für die ungarisch-stämmigen Rumänen erteilte und durch die Begründung der Klein-Entente, eine Bürgschaft für den Frieden.*"
Octavian Gh. Stancu.
Beitrag gekürzt. [se]
paĝo 3 / Seite 3
ĈU KREPUSKIĜAS? (DÄMMERT ES?)
"Während der letzten Wochen sprachen mehrere Staatsmänner über die wirtschaftliche Lage und stellten fest, daß die Autarkie-Bestrebungen der einzelnen Staaten das derzeitige wirtschaftliche Chaos ergaben. Nach und nach erkennen die Staatsoberhäupter die wahren Ursachen der Wirtschafts-Krise und das bedeutet bereits einen großen Erfolg für sie, wenn die Diagnose zutreffend sein wird. Einer nach dem anderen erklärt nun etwas verschämt, daß die autarke Wirtschaft nicht in der Weise den staatlichen Interessen dient, wie man dies annahm. 
Nach den Erklärungen der Klein-Entente-Minister, welche schon seit langem versuchen, die drei Staaten wirtschaftlich einheitlich zu organisieren, wurden vor nicht langem auch die Unterzeichner des Römischen Protokolls zur Idee der wirtschaftlichen Selbstversorgung untreu. Und vor mehreren Tagen betonten auch deutsche Staatsmänner die Untauglichkeit der Autarkie-Politik. 
So einfach die Erklärung über die Untauglichkeit der Autarkie ist, so schwierig ist für die derzeitigen Staatsmänner die Lösung des wirtschaftlichen Problems. Die Selbstversorgung wurde für das national-staatliche Europa hauptsächlich aus drei Gründen erforderlich:
a) Selbstverteidigungs-bedingte 
b) Währungs-bedingte 
c) soziale 
Jeder unabhängige Staat bemüht sich eine 100-prozentige Selbstversorgung zu erlangen, vor allem aus Selbstverteidigungs-Gründen. Mit diesen Bemühungen bezweckt man eine wirtschaftliche Unabhängigkeit zu erreichen. Hauptsächlich wegen der möglichen Kriege, wenn die wirtschaftliche Unabhängigkeit eine Vor-Bedingung für den Sieg ist. Vollends beherzt kann man behaupten, daß bis dahin in Europa solange politisch unabhängige Staaten mit eigenständigen Armeen existieren werden, solange die Autarkie-Politik immer eine Forderung der Staatsmänner sein wird. Auch anders könnte man diesen Gedanken formulieren: Alle jene Staaten, welche keinen inner-europäischen Krieg wollen, werden zu Widersachern der wirtschaftlichen Selbstversorgung. 
Die Währungs-Ursachen der Autarkie sind nicht so wichtig, nur sehr unangenehme für das wirtschaftliche Leben. Die Stabilität der Währung erfordert einen ausgewogenen Außen-Handel. Der Import und Export müssen sich ausgleichen. Die Angelegenheit wäre nicht sehr schwierig, wenn es um Beziehungen mit einem oder zwei Staaten ginge, aber mit allen Staaten der Welt den ausgleichenden Außen-Handel zu regulieren, ist auf Dauer eine Unmöglichkeit und würde eine riesige zentrale bürokratische Organisation erfordern. Die Ergebnisse dieser Wirtschafts-Politik sind allgemein bekannt: Kontingente, Einfuhr-Verbote, Währungs-Hindernisse usw.
Die dritte Ursache der Autarkie ist die soziale. Die Arbeitslosigkeit, welche gerade wegen der Autarkie-Politik entstand, bemüht man sich, die Notwendigkeit der Selbstversorgung betonend, zu beseitigen. Wir alle kennen die patriotischen Werbe-Redensarten: "Der gute Patriot kauft nur Waren von dem eigenen Land" u.ä. Deshalb gründete man Industrien, welche zu kostspielig produzieren, weil die territorialen, arbeitsbezogenen, finanziellen usw. Vorbedingungen der billigen Fabrikation fehlen. In anderen Staaten beabsichtigt man mit Unterstützung der Staatskassen aus Feldern, welche für diese Zwecke überhaupt nicht taugen, landwirtschaftliche Produkte abzunötigen, welche man in anderen Teilen der Welt preiswert und in besserer Qualität massenhaft haben kann.* Vergebens ist die gute Absicht bei den Bemühungen, auf diese Weise für Arbeit zu sorgen. Man kann eventuell zeitweilig einen Erfolg haben, aber nicht radikal das Problem der Arbeitslosen auflösen. 
Wenn es auch bei einigen Staats-Oberhäuptern bezogen auf die Autarkie-Politik dämmert, sind sie noch zu weit von dem Weg entfernt, welchen sie gehen müssten, um einen abschließenden Erfolg zu haben. Solange kleinstaatliche Politik in Europa herrschen wird, solange werden sich die Staaten bis dahin nicht von der ungesunden autarken Wirtschafts-Politik zu befreien vermögen."
Ni diferencigu ankaŭ sur la lingva kampo (Wir müssen auch auf dem sprachlichen Feld unterscheiden) 
"La neologismo kaj antineologismo (Der Neologismus und der Antineologismus)

Das Organisations-Problem der weltweiten Esperantistenschaft wurde scheinbar bereits zur allgemeinen Zufriedenstellung der Esperantistenschaft gelöst. Dieses Problem war freilich ein langjähriges Reitpferd der Gleichgesinnten und wir können hoffen, daß man auf der Grundlage der Übereinkunft vorwärts kommen wird, diese mehr oder weniger bedeutsame organisatorische Angelegenheit voll gründlich und vernünftig abzuschließen.* Aber so stehen wir noch nicht mit dem Neologismus, oder besser mit der Neologismus-Neigung eines Teils von unseren Esperantisten. Der Widerstreit zwischen den Esperantisten der beiden Ismen: der Neologismus und Anti-Neologismus, wurde noch nicht verschärft. Dies sollte eine interne Angelegenheit der Esperantistenschaft sein, um so mehr, weil es um die Sprache geht. Auf welche Weise sollen wir also diese auch – innerhalb – mehr oder weniger wichtige sprachliche Frage betrachten? 
In der "Lingva Kritiko" ("Sprachlichen Kritik") (Nr. 21) von Heroldo las ich den Artikel von unserer bekannten Esperantistin Frau Emma L. Osmond, tituliert: "Esperanto bleibe einfach". In diesem Artikel klagt die Verfasserin gegen die Neologismus-Neigung von Esperantisten. Sie fügt sogar eine Liste betreffend dieser – ihr zufolge: – Neologistischen Wörter aus dem Werk: "Tra sovaĝa Kamĉatko" ("Durch ein unbändiges Kamtschatka") bei, welche man ganz einfach und unkompliziert durch völlig grundlegende und daher mittels völlig einfacher und schlichter, sogar schon von jedem beginnenden Esperantisten bereits bekannter Wörter, ersetzen kann.* 
Bevor ich meine Meinung über die oben genannte Beschwerde ausspreche, müssen wir zunächst eine Differenzierung im sprachlichen Feld herstellen. Wir müssen differenzieren! 
Das Gesicht von unserer Sprache hat zwei Seiten. Diese zwei Seiten sind bei unserer Sprache besonders bemerkbare, weil sie eine internationale Hilfssprache ist und ein wenig verschiedenartige, etwas niedrigere und etwas höhere Anforderungen hat als die – sogar machtvollsten – Nationalsprachen. Diese zwei Seiten sind: die Einfachheit und die nahezu vollständige Quasi-Perfektion. Beide Seiten bieten uns wertvolle, sogar enorm wertvolle Propaganda-Möglichkeiten. Mittels ihres ersten Charakters: der Einfachheit, können wir die Sprache wirksam in der und für die Praxis verbreiten, – mit ihrem zweiten Charakter: der Perfektion, können wir die Sprache wirksam vor dem geschliffenen und für einen mit schönen Ideen gesättigten menschlichen Intellekt bewerben.* 
Mit anderen Worten: Die erste Seite ist durch sich selbst für die Arbeits-tägige Verwendung des menschlichen Lebens bestimmt – und die zweite Seite ist durch sich selbst für die Feier-tägige Verwendung des menschlichen Lebens bestimmt. Werden beide im Leben der Menschheit benötigt? Antworten wir noch nicht abschließend, sondern untersuchen wir weiter das Problem. 
LA SIMPLA LINGVO (DIE EINFACHE SPRACHE) 
Es ist das Sechzehn-Regel-Esperanto mit seiner offiziellen Wortwurzel-Ansammlung. Die Propagandisten schätzen es sehr, weil es ja wirklich einfach und schlicht ist. Seine Wortwurzeln bestehen doch aus den selbst international bekannten allgemeinen Ausdrücken. Und es ist sehr gut zum Zweck der alltäglichen Ausdrücke-Sammlung des einfachen Menschen angebracht.* Damit kann man sogar auch delikatere Nuancen ausdrücken. Nach nicht sehr langem Studium kann der Schüler es gut beherrschen. Der Briefmarkensammler kann es – nach etwas Zeit – schriftlich bereits mehr oder weniger gut verwenden und damit Briefmarken erbitten – (wenn möglicherweise zuweilen bei Beginn dort und da der Akkusativ fehlt und andere sprachliche Mängel auftreten, – aber der Bestimmte versteht dennoch ungefähr den Wunsch des Bittstellers)! Der Es-Gelernt-Habende kann bald, vielleicht sogar sofort, jedoch etwas später sicherlich eine Anzeige veröffentlichen, um Material für eine wichtige Ausstellung in seiner Stadt zu erhalten, und macht bereits im voraus aufmerksam: Wenn die weltweiten Gleichgesinnten seine Bitte nicht unterstützen, wird die gesamte Bewegung in seiner Stadt großen Schaden erleiden, vielleicht bedeutet es sogar den völligen Misserfolg der dortigen Bewegung usw. usw. Sie beschwört stark das Gewissen der Esperanto-Gemeinschaft. Der Reisende oder der Tourist kann es vorteilhaft am Bahnhof nutzen, nach dem Fahrplan der Züge fragend; der Fremde in einer anderen Stadt, den Straßen-Polizisten um Orientierungs-Anweisungen* bittend; der Erholungs-geneigte Reisende in der Eingangshalle des Weltstadt-Hotels, nach Informationen fragend usw. Diese oder ähnliche Anforderungen, selbst mehr nicht alltägliche, sogar noch unsimplere Probleme kann es zufriedenstellend lösen. Und der praktische Mensch ist mit seiner Dienstleistung zufrieden. Aber ob alle Menschen mit nur derartigen Lösungen vollkommen zufrieden sind? Ob der Menschen nur dies braucht, ob sich jeder Mensch nur ihrer praktischen Anwendbarkeit wegen begnügt?* Soll ich antworten? Nur eine kompetente Meinung will ich Ihnen hier präsentieren. Überdenken Sie nur! — Unser Julio Baghy schreibt in seinem Eck-Artikel in Literatura Mondo (1933, Juni) u.a.: "...Für mich spielt das ‚praktische‘ Verständigungs-Mittel von Esperanto keine größere Rolle als ein einfacher Satzsammlungs-Führer von Reisenden, in welchem man mehr oder weniger erfolgreich benötigte Sätze findet, um ein Zimmer in einem Hotel zu erhalten, eine Mahlzeit in einem Restaurant, illustrierte Postkarten in Geschäften zu bekommen. Für dieses ‚praktische‘ Verständigungs-Mittel hätte ich nicht die schönsten Jahre gegeben ... die Sprache wird nur dann perfekt sein, wenn sie durch den Gebrauch ihre Kunstgemachtheit verliert und sich beständig aus lebendigen Elementen speist..." Ob also ihre alleinige "Praktikabilität" alle zufriedenstellt? – Ich frage.
Trotzdem spreche ich aus: Wir brauchen auch das einfache Esperanto, die Sprache für jeden, weil es das Sichverständigen der Menschen einfach ermöglicht. Also ist gegebenenfalls dennoch diese praktische Seite vorzugswürdig? 
LA LITERATURA LINGVO (DIE LITERATUR-SPRACHE) 
Ich würde die Sprache so nennen wollen, welche jene unserer Gleichgesinnten verwenden, deren Neigung man Neologismus nennt. Dies ist das höchste Esperanto. Weil es doch Anforderungen gibt – nach meinem Urteil – welche das einfache Esperanto nicht so perfekt rückspiegeln kann. Dies ist offensichtlich in der Literatur. Und in diesem Dienst kommt die zweite Seite von unserer Sprache zur Anwendung: die nahezu vollkommene Perfektion. Bei Literaten-Foren, Behörden und Einzelpersonen kann man unsere Sprache durch ihre Ausdrucks-Möglichkeit von Nuancen wirksam verbreiten. Und gerade deshalb finde ich die wichtige und sicherlich nicht einfache literarische Arbeit unseres Kalocsay und seines literarischen Mitarbeiterstabes für nicht angriffswürdig, wie dieses unsere Propagandisten finden. Ich weiß zwar, daß unser Kalocsay keine Verteidigung noch Werbung von mir nötig hat, aber ich frage doch: Wer würde vermögen, den weltweiten Gleichgesinnten solche Übersetzungen der Tragödie des Menschen, der ungarischen Anthologie und des Infernos zu präsentieren? Wird eine derartige Literatur-Sprache gebraucht? Antworten Sie also aufrichtig und sachlich!
Beide Seiten sind bevorzugenswert: die einfache und die literarische. Doch wie sollen wir das Problem hierauf schließlich zufriedenstellend lösen?* 
Das ist nicht schwierig.
Nach meiner Meinung können wir uns hier nicht mit der schablonenhaften Lösung zufrieden geben: dem goldenen Mittelweg, weil sie nicht beide Seiten zufriedenstellen kann. 
Mir zufolge kann die tatsächliche und vollständige Lösung sein:
1. Bei der Verbreitung ist ausdrücklich das einfache, leichte, sechzehn-reguläre Esperanto zu verwenden, weil es sich mit seiner Form bereits durch sich selbst verbreitet; 
2. Im literarischen Bereich ist ausdrücklich das literarische Esperanto mit seiner größtmöglichen Perfektion zu verwenden, mit seiner reichen Ausdrucksvermögen von Nuancen, weil es mit allen Nationalsprachen triumphal konkurrieren muß. 
Wir müssen bewusst die beiden besonders charakteristischen Seiten unserer Sprache anwenden, weil wir damit den vollen Siegeszug unserer Idee voranbringen und wir müssen nicht die Neologisten bekämpfen, da sie auch in dieser Richtung helfen, zu welcher wir – die einfachen Propagandisten – nicht imstande sind. Unsere Sprache schreitet auf ihrem gut begründeten Weg voran; wir sollen ihre Entwicklung nicht aufhalten. Sie will nicht nur die einfache Sprache für Propagandisten sein, sondern viel mehr." Ju