1923 Josef Zauner | Der Weg zur Europa-Partei

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Josef Zauners Ansatz 1920-1923 Sternstunden*
Der Euro - eine Erfindung der Esperanto-Bewegung?

1923 Josef Zauner Der Weg zur Europa-Partei (Der Ausweg UŜE) | Broschüre 1931 Neudruck (01-35)

Politischer Druck für Josef Zauner
1930: UŜE-EĤO 01 (1930) - UŜE-EĤO 43 (1937)
Abbildungen "Dumping" und Aufruf an Europäer
1932 Gründung Klub der UŜE-Freunde (Klubo de la UŜE-amikoj)
1936: GENF ODER EŬROPA-CENTRO?

Politischer Überdruck 


1920-1923 Sternstunden * Der frühe Zauner

 


©

Quelle: Thomz twitter.com/pacabatalanto
CC BY-NC-SA

Anpassung: St.Eitner 20211123
Da noch kein Foto verfügbar ist, erscheint hier
eine Zeichnung aus der Fantasie. Danke Thomz!

Im Lauf des Jahres 1920 muß es für Europa eine Sternstunde gegeben haben. Josef Zauner verweist rückblickend auf dieses Jahr, in welchem er in seinem Konzept erstmals gemeinsam die Vereinigten Staaten von Europa in Esperanto benannte (Unuiĝintaj Ŝtatoj de Eŭropo) und Esperanto als gemeinsame europäische Sprache für ein geeintes Europa vorsah. 1923 erschien dazu eine erste Broschüre "La elvojo UŜE" (Der Ausweg UŜE) wohl in Esperanto. Eine Anzeige für die Neuauflage in Deutsch erschien in der Ausgabe 8 des UŜE-EĤO im Jahr 1932. Geplant waren Ausgaben in Deutsch und Französisch. Sie sollten anstatt einer Oktober-Ausgabe des UŜE-EĤO im eigenen Verlag veröffentlicht werden. In der Ausgabe 2 des UŜE-EĤO erschien bereits der Inhalt des UŜE-Programms in Esperanto.
Praktisch waren damit unsere drei Ansätze (EDE) miteinander verbunden. Es wuchs zusammen was zusammen gehört, zumindest in der Theorie. Weitere Recherchen sind nötig. Das zeigt sich gerade jetzt, da neue Daten dazukamen. Wir werden Zauner in einen frühen und in einen späten Zauner aufteilen müssen. Er veröffentlichte die Zeitschrift UŜE-EĤO noch so lange bis in die schwierige Epoche der Diktaturen hinein, daß vielleicht manche Aussagen wohl nicht zu tolerieren sind und auch nicht in die Zeit passen. Weitere Recherchen und Aufarbeitungen sind nötig. Unabhängig vom Ergebnis bleibt Zauner ein Geber von Diskussionsstoff. Für eine Werbung könnte er so jedenfalls nicht leichtfertig weiter verwendet werden. Man wird sehen.

2021061320221006SE


Der Euro - eine Erfindung der Esperanto-Bewegung?

Eurogeld und Eurosprache: Die Idee der gemeinsamen Währung ist eng mit dem Gedanken einer gemeinsamen europäischen Sprache verbunden. .... Dieser Beitrag befindet sich direkt auf der Seite E-D-E-Vorläufer.
Der Euro - eine Erfindung der Esperanto-Bewegung?



link VERLAG LIBRO
(1923) 1931 Josef Zauner | Der Weg zur Europa-Partei (Der Ausweg UŜE) | Broschüre

 

"Europa ist auf der Suche nach einem Ausweg."

Vorbemerkung
Liest man heute in einer Schrift, die vor Generationen verfasst wurde, dann weiß man vieles besser. Man weiß besser, was inzwischen passiert ist. Niemand kann wirklich im Detail die Zukunft vorhersehen. D
ie Gedankengänge Zauners lassen sich nicht mehr eins zu eins auf die Zeit von Europäischer Union und Europa-Demokratie-Esperanto übertragen. Was aber einmal notwendig sein wird, lässt sich schon lange vor der Zeit erkennen.
Josef Zauner gehört zu jenen, die Notwendigkeiten und notwendige Schritte in Richtung geeintes Europa benennen. Das ist selten. Darum sollte man seine Texte nicht wegen inzwischen unzeitgemäßer Begriffe und nicht mehr aktueller Verhältnisse im Detail verdammen. Auch geht es nicht um eine Rundum- "Heiligsprechung" Zauners, zumal viel zu wenig über sein Leben auch nach seiner aktiven Pro-Europa-Phase bekannt ist. Europa-Demokratie-Esperanto hat sich aus einem Bedürfnis heraus entwickelt, Fragen werden bis heute immer wieder formuliert und Antworten gefunden. Doch es ist ein gutes Gefühl, auf diesem Weg Vordenker neu entdeckt zu haben und einen historischen Bezug herzustellen. Wir setzen uns mit dem Material auseinander und denken folgerichtig.
Der Text der Broschüre wird hier nicht im Original wiedergegeben.
Zitate und Kommentare helfen, einen Überblick über die Denkweise Zauners und unsere (Europa-Demokratie-Esperanto) Ansichten zu erhalten.
2016120220180416SE (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

 

-00a-    Der Weg zur Europa-Partei
    (DER AUSWEG UŜE)
    VON JOSEF ZAUNER
 

-00b-    DER WEG ZUR EUROPA-PARTEI (DER AUSWEG UŜE)
    VON JOSEF ZAUNER
    HERAUSGEBER DES UŜE-EĤO
    VERLAG: "LIBRO"
    TIMISOARA (TEMESVAR) STRADA LONOVICI 1
    RUMÄNIEN-BANAT

-00c-    INHALTSVERZEICHNIS:

-00d-    1. Einleitung.
    Europa ist auf der Suche nach einem Ausweg.

Zwischen den Weltkriegen sahen bereits verschiedene Kräfte im Zusammenschluß der europäischen Staaten eine Lösung der Probleme. Zauner nennt als Beispiel die Paneuropa-Bewegung. Aber "Vorbedingungen" fehlten, da die Politik nicht europäisch, sondern national betrieben wird.  Die "Lösung des europäischen Problems" müsse "von "unten" aus, bei den Wähler-Massen .... begonnen werden". 
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-04-    II. Der Ausweg UŜE.

    1. Das UŜE-Programm.*)
edexgeopolitik
Ziel ist, größere Wirtschaftsgebiete zu schaffen. Auch Grossbritannien und Rußland sollten "mitinbegriffen" sein. Die UŜE soll grösstmögliche Autonomie der Staaten, Provinzen und Städte einerseits ermöglichen, aber andererseits gemeinsames Geld, Armee, Zoll- und Aussenpolitik haben.
"Die offizielle Hilfssprache für Europa sei die "europäische" Sprache (-Esperanto)." 
"Der Name UŜE leitet sich vom „europäischen" Unuiĝintaj Ŝtatoj de Eŭropo (Vereinigte Staaten Europas) ab."
Für Zauner ist der wesentliche Unterschied zu Nordamerika (USA) das Sprachenproblem.
20180416SE
 

-05-    2. Grössere Wirtschaftsgebiete.
edexgeopolitik
Europa war längst nicht mehr so modern, es entstanden weltweit große Wirtschaftsgebiete. Versuche, Europa nur wirtschaftlich zu einigen gab es, aber: "Ein wirtschaftlich vereinigtes Europa, ohne politische einheitliche Leitung, ist meiner Ansicht nach eine Unmöglichkeit. Wirtschaft und Politik sind untrennbar verwachsen."
So sah Zauner in einem künftigen geeinten Europa auch Zollgrenzen und selbständige Armeen als überflüssig an.
20180416SE


-06-    3. Mit Grossbritannien und Russland,
edexgeopolitik
Es scheint, daß eine Geschichte als kolonialer Staat eine Einordnung in Organisationen von Völkern generell erschwert. Ich glaube, daß der Brexit nur ein Zeichen für Weltmachtsnostalgie ist. Und irgendwie hat ja auch Rußland so eine Geschichte.
Zauner hat da sehr weitreichende Vorschläge und denkt an eine "Östliche Hemisphäre, unter der Leitung Europas". Aber diese Idee scheint kaum realistisch und könnte auch kulturell und geographisch an die Grenzen des Vorstellbaren führen. In anderer Form mußten später allerdings die Europäer ihre Teilung in Ost- und Westhemisphäre schmerzlich erfahren. 
20180416SE

-07-  edexgeopolitik
"Europa und England werden sich gegenseitig brauchen." Damit hat er natürlich Recht! Eine Einbeziehung Russlands wird auch mit der Vermeidung eines russisch-europäischen Krieges begründet. Das ist sicher zu bedenken.
"Der wirtschaftliche Vorsprung der USA und der Umstand, dass Jahrzehnte hindurch Zahlungen an sie, von den europäischen Staaten geleistet werden müssen, machen es zwangsläufig notwendig, dass .... ein europäischer Zusammenschluss erfolge ...."
Das zersplitterte Europa befand sich also schon damals "Zwischen zwei Dampfwalzen"!
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-08-    Warum mit Grossbritannien?
edexgeopolitik
Eigentlich schien bereits alles geklärt! Grossbritannien gehört schon wegen seiner geographischen Lage zur Europäischen Union. Zauner sah die Schwierigkeiten zwischen den Nationen und die alte deutsch-englische Vorkriegs-Spannung. Entweder würde England mit Europa zusammenarbeiten oder eine Vereinigung Europas nicht zulassen. "Die vitalsten Interessen Grossbritanniens diktieren dies." Damals stellten die Kolonien noch ein zusätzliches Problem dar.
"Man kann es von den Engländern nicht erwarten, dass sie sich allzuschnell für die "Europa-Idee" entschliessen."
20180416SE

-09-    Warum mit Russland?
edexgeopolitik
Zauner sieht keine natürliche Grenze zwischen Europa und Russland und erkennt eher die Gefahren: ".... die Reibungsflächen wären zu rauh, um nicht einen Funken zum Europäisch-Russischen Krieg zu erzeugen." Allerdings sehe ich eine zu wenig beachtete Form natürlicher Grenzen. Es ist die Klimagrenze! Je nach Klima entwickeln sich "Reiche" in bestimmten "Be-Reichen". Im Mittelalter gab es im europäischen Raum eine Bewegung von Westen hin zum nördlichen Osten. So entstand ein erweitertes deutsches Staatsgebiet im mittleren und östlichen Europa. Auch Rußland hat diese Bewegung durchgemacht. Ehemals auch von den Römern gemiedene kalte Gebiete boten Platz für die Gründung zivilisierter Staaten. Ganz sicher muß das geeinte Europa besondere und zumindest freundliche Beziehungen gerade zu Rußland und dem russischen Volk pflegen. Das ist auch im Sinn der Esperanto-Nutzer und von E-D-E. Zauner sah jedenfalls eine Menge Potential im europaorientierten Russland.
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 -10-    4. Autonomie.

Durch die "Nationalstaats-Ideologie" kommt es zu einer "administrativen und erzieherischen Bevormundung der Europäer". Vor allem die Kriegsminister sind gegen Regionalismus.
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-11-  Es ist "die nationalpolitische Struktur Europas" die "noch keine zufriedenstellende Autonomie" möglich macht. In einem Vereinigten Europa gäbe es eine Berufsarmee. Der Zentralismus der Staaten wäre geringer und Autonomiebestrebungen würden umgesetzt. "In den UŜE fällt daher den geschlossenen Volksgruppen oder den geographisch bedingten Provinz-Gebieten die ersehnte Autonomie zu." 
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    5. Gemeinsame Valuta, Armee, Zoll- und Aussenpolitik.
 

-12-  Als Voraussetzung muß sich Europa politisch finden. Stichworte: "einheitliche Valuta, Europäische Zentral-Staatsbank, Gemeinsames Heer und Marine, Zollschranken abgebaut"
20180416SE

-13-  "Wenn durch die Schaffung einer europäischen gemeinsamen Armee, die Kriegsmöglichkeiten vermindert werden, so muss schon deshalb jeder aufrichtige Friedensfreund einer derartigen Lösung des Problems zustimmen." Nicht etwa die Abwendung vom und die Meidung des Themas Militär hilft weiter. Ich lehne Waffengewalt ab. Trotzdem ist klar, daß weniger Armeen in Europa mehr Entspannung zwischen den Völkern hervorbringt. Und wer kämpft schon gegen die "eigenen Leute". Gern auch weltweit gedacht!
Kritisch geht Zauner mit dem europäischen "Krankheitsherd der derzeitigen Weltwirtschaftskrise (1931)" um. Eine Gesundung der "chaotischen Wirtschaftsverhältnisse" ist nötig.
20180416SE

-14-  Die diversen "Liliput-Wirtschafts-einheiten" führen zu einer Abhängigkeit. Dagegen ist eine "einheitliche europäische Wirtschaftspolitik" notwendig, um einem "Zur-Kolonie-werden Europas" entgegenzuwirken. Binnenzölle sind aufzuheben. "Der Weg zur gemeinsamen europäischen Zollpolitik führt auch zur einheitlichen Aussenpolitik." Ein "Parlament der europäischen Parlamente" ist zu schaffen. 
20180416SE

    6. Das Sprachenproblem Europas.

Auch zu Zauners Zeiten bestand das Dauerproblem, das Sprachenproblem und dessen Lösungsansätze bzw. Lösungen nicht ernstzunehmen. Das liegt natürlich an der Sichtweise der in ihren Lebensumständen verhafteten Betrachter. Schließlich sieht man die Welt aus nationaler Sicht und Europäer kann man ja auch noch ein bissel sein. "Für die UŜE-Bewegung ist die Lösung des Sprachenproblems eine Hauptaufgabe, selbst der Ausgangspunkt bei der Verwirklichung des UŜE-Programmes."
Vor allem handelt es sich um wirtschaftliche Gründe, denn ohne "eine einheitliche übergeordnete Sprache" gab es in der Geschichte kaum große Wirtschaftsgebiete.
20180416SE

-15-  Ein Normalfall der Geschichte ist eine "zuerst sprachliche, dann wirtschaftliche und zuletzt politische Vereinigung". Jedenfalls ist aus meiner Sicht ein geeintes Europa erst dann wirklich erreicht, wenn sich die Bürger auf Augenhöhe mittels neutraler gemeinsamer europäischer Hochsprache unterhalten können. Zauner erwähnt die "unmöglichen europäischen Sprachverhältnisse". "Das UŜE-Programm will mit derselben Energie, mit der das jetzige Sprachenchaos gehalten und gefördert wird, dahin trachten, auch sprachlich in Europa Ordnung zu schaffen." Englisch hat aber nicht die Merkmale, die eine gemeinsame Sprache braucht. Auf die Probleme wird im Text eingegangen. 
20180416SE

-16-  Eine nationale Sprache als „europäische" brächte dem Muttersprachler einfach zu viele Vorteile, kleine Völker wären nur noch benachteiligte Minderheiten. Die Praxis in der EU zeigt heute diese Problematik. Da gehts nur um Masse und Einfluß. Der Dolmetscherdienst hilft auch nur den Abgeordneten im Parlament, aber noch lange nicht den Bürgern Europas. Selbst die mehrsprachige Schweiz kann schon wegen der überschaubaren Anzahl Sprachen nicht Beispiel für Europa sein. Lernen kann man aber schon von der Schweiz und den für die Situation gefundenen Lösungen, welche bis in die Typographie wirken.
20180416SE

-17-  Erfahrungen der Österreich-Ungarischen Monarchie sind auch gerade wegen der Konflikte zu beachten. "Ziehen wir aus alldem hier angeführten die Lehre und versuchen wir eine natürliche und gerechte Lösung des wichtigen Sprachenproblems zu finden." Statt einer ungerechten Nationalsprache braucht Europa "eine offizielle Hilfssprache". "Wie schon bei der Bekanntgabe des UŜE-Programms sei auch hier festgestellt: "Europäisch" (Esperanto) ist dazu prädestiniert, die offizielle Hilfssprache Europas zu werden." Für Zauner ist Zamenhofs Vorgehen gut nachvollziehbar. Wie bei der Schaffung des Hochdeutschen wurden möglichst Wörter mit großer Verbreitung gewählt.
20180417SE

 

-18-  Die gesellschaftlichen Bedingungen machen die Einführung einer solchen Sprache notwendig. "Nur Unkenntnis der Sachlage kann dazu veranlassen, über Esperanto als etwas Unnatürliches, Gekünsteltes zu sprechen." Dagegen handelt es sich um die Synthese der europäischen Sprachen. Die Kriterien werden erfüllt. Neutralität, Erhalt der sprachlichen Vielfalt und leichte Erlernbarkeit! Bei einerseits klarer festgeschriebener Grammatik kann sich "Europäisch" frei weiterentwickeln.
20180417SE

-19-  "Von vielen wurde bisher Esperanto als Sprach-Sport angesehen." Leider gibt es diese Tendenzen immer wieder. Wer sich heute (2018) aktiv für eine Politik mit Esperanto ausspricht, kann selbst bei Esperantisten Zurückhaltung spüren. Man sieht sich zur Zeit eher nicht mehr als Bewegung, stattdessen als Sprach-Gemeinschaft. Aber es gibt auch jene bewußten Esperantofreunde und Europäer, z.B. bei E-D-E, die am Thema dranbleiben.
Erwähnt wird im Text das Sprachenchaos, durch welches viel Weltwissen verloren geht. Selbst im heutigen Wikipedia gibt es unterschiedliches Sprachwissen. Esperanto ist dort vertreten. Die Chance ist, daß möglichst viele Muttersprachler auch an den Esperantoversionen mitarbeiten. Direkter geht es nicht.
20180417SE

-20-  Besonders Europa leidet unter dem Nationalismus. Andere Erdteile haben das Sprachenproblem viel weniger. "Es wäre unpraktisch auf diesen Kontinenten mit der Propagierung der Lösung des Sprachenproblems zu beginnen." So bleibt eine notwendige Initiative für Esperanto wohl Europa vorbehalten. Die "europäische Solidarität, die europäische Gesinnung" scheint doch ohne "einheitlich übergeordnete Hilfssprache" geringe Chancen zu haben.
20180417SE

21    7. Abrüstung.

Zauner glaubt nicht an eine vollkommene Abrüstung. Die Form des Verteidigungswesens ist allerdings nicht mehr zeitgemäß. Während die Wirtschaft zusammenarbeitet, leistet sich Europa die diversen hohen Armeeausgaben. Zusammenarbeit und Verschmelzung ist das Ziel. Der Völkerbund könnte gestärkt werden. Heute durchaus auch die UNO! Aus meiner Sicht sollte die europäische Armee allerdings eine reine Verteidigungsarmee sein. Die vielen unterschiedlichen Geschichten der Völker würden zudem zu sehr unterschiedlichen Reaktionen bei den immer wieder stattfindenden unklaren weltweiten Zwischenfällen führen. Ein gemeinsames Armee-Budget wäre nach Zauner angebracht und "das psychologisch Wichtigste: ein Krieg zwischen den europäischen Staaten würde zu einer Unmöglichkeit." Er erkennt auch die Problematik für Amerika, mit dem man natürlich weiterhin wirtschaftlich gut zusammenarbeiten würde. 
20180418SE

-22-  Wieweit Ostasien sich zu einer eigenen Gruppe in der Welt bis heute entwickelt hat, konnte Zauner noch nicht so vorhersehen. Aber eine Zusammenarbeit mit den UŜE ist richtig gedacht.
20180418SE

    8. Minderheitenfrage.

Problem in manchen Staaten ist die Klassifizierung der Staatsbürger, darunter hauptsächlich die Vertreter von Minderheiten als Angehöriger zweiter Klasse. So gibt es sowohl einen Nationalismus der Staaten als auch einen der unterdrückten Minderheiten, die dem ungleichen Kampf gewachsen sein müssen. "Die Hoffnungen der Minderheiten auf Genf, sind grösstenteils Hoffnungen geblieben." "Gerade die Lösung der Sprachenfrage im UŜE-Programm nimmt den Chauvinisten die Argumentation aus der Hand" Wir sehen, daß die politischen Gegebenheiten und Ansichten bei aller Entwicklung nicht so viel anders sind als 1931!
20180418SE

-23-    9. Souveränität.

Natürlich kann "es ohne Preisgabe so mancher Souveränitäts-Position keine europäische Vereinigung geben". Manche Journalisten schrieben damals von einer Kolonie Europa, zumindest sah Zauner die Möglichkeit einer allmählichen "Versklavung durch Verschuldung".  Ein Verzicht auf einige Souveränitätsrechte im Sinne eines geeinten Europa sind da angebracht.
20180418SE

    10. Soziales.

Zauner tritt für "einen natürlichen sozialen Schichtenwechsel" ein. Das bedeutet letztlich -Gleiches Recht für alle-. Es zählt die Fähigkeit der Person und nicht Erbeinfluß. Die gegenwärtigen Verhältnisse ähneln zur Zeit immer mehr denen des Textes, die Armen werden ärmer, die Reichen reicher.
20180418SE

-24-  Ein klassenloser Staat bleibt aus Zauners Sicht Wunschtraum. Für ihn bewegen sich die Schichten durch ein soziales Wachsen von unten nach oben, bis sie an der Macht sind.
Das russische Volk wird nicht verurteilt, so wie es in der Zeit verbreitet ist.
Wegen des engen regionalen Bezugs Europas ist das Paneuropa-Programm ungeeignet, eine Informationspolitik für Rußland zu entwickeln. 
20180418SE

-25-  Dagegen erwähnt Zauner die Aktivitäten Rußlands im Rundfunk. Dort wird in "allen möglichen nationalen Sprachen" gesendet. Ähnlichkeiten zu heute gibt es. Bedauerlich ist, wie viele Stimmen aus aller Welt nicht mehr zu hören sind! Das Internet ersetzt hier nicht den Auslandsrundfunk. Auch wenn man den Verlautbarungen der Staaten skeptisch gegenüberstehen sollte, der Bildung hat die Form der direkten Hörens an der Quelle gut getan. Und man konnte hören, ohne daß jemand oder etwas "abhört".
Aber bevor es zu einem Beitritt Rußlands käme, müsse erstmal zu Hause Ordnung geschaffen werden. Zauner sieht die aktuelle Sowjetunion jedenfalls als für ein geeintes Europa ungeeignet an. Mehr im Text. 
20180421SE

-26-  Rußlands Rückständigkeit wird als Grund für die dortige Revolution gesehen, die man ja im Westen bereits mehrere Jahrzehnte früher durchgemacht habe. Etwas erinnert der Vorschlag Zauners an eine soziale Marktwirtschaft. Ein großes europäisches Wirtschaftsgebiet ohne Binnen-Zollgrenzen brächte am Ende mehr Wohlstand. Ob es so einfach ist? Man mag da verschiedener Meinung sein. Sicher sind noch weitere Schritte notwendig, damit eine Gesellschaft sozial gerecht agiert.
20180421SE

-27-  Aber ohne ihn so schon nennen zu können, sieht Zauner die Probleme eines später einmal tatsächlich existierenden "realen Sozialismus". Seine Schlagworte sind die Züchtung von: "Bedürfnislosigkeit, Gleichgültigkeit und Verantwortungslosigkeit."
20180421SE

-28-    III. Das "Wie".

    1. Kampf  unerlässlich.

"Ohne Kampf wird das Ziel UŜE nicht zu erreichen sein." Zauner hat absolut Recht, wenn er eine „europäische" Einstellung, eine „europäische" Gesinnung fordert! Heute sagen wir dazu, daß wir Bürger mit europäischem Bewußtsein brauchen. Diese Herangehensweise ist sehr anders als die vieler heute selbst im Europaparlament sitzender Politiker! Sie glauben, daß mit ihrer eigenen Karriere schon alles andere auch gut wird. Und ein Teil der Abgeordneten sitzt sogar dort, um gegen Europa zu arbeiten.
Erst wenn die Voraussetzungen stimmen, kann doch Europa funktionieren. Im UŜE-Programm hat "europäisch" (Esperanto) als offizielle Hilfssprache Europas einen hohen Stellenwert. Diese Grundlage entwickelt erst ein klareres Verständnis für alle Bürger Europas, also Verständnis für sich selbst! Und dort stimmen wir von Europa-Demokratie-Esperanto voll mit Zauner überein. Eine nationale Sprache, die nur der Macht wegen übergestülpt wurde, kann das Europagefühl nicht wirklich herstellen. Auch wenn sich manche Nutzer darin schön eingerichtet haben.
"Durch die beeinflusste Presse werden die Völker in dem Glauben gehalten, dass es bessere Zustände in Europa nicht geben könne." Das erinnert mich an die rein national ausgerichteten Medien in der EU. Wir haben es bis heute in Europa nicht geschafft, echte europäische Medien zu errichten! Und selbst ein grüner Politiker sagte mir, daß europäische Medien nicht gut wären. Zauner benennt weiterhin die große Unzufriedenheit in den Gesellschaften. Krisenstimmung.
20180421SE

-29-    2. Der Weg zum Ziele.

edexorganiform Zur Zeit (2018) scheinen sich Proeuropäer "in einer einheitlichen politischen Organisation" zu sammeln, wie es Zauner bereits wollte. Allerdings vergessen die heute aus ihren langwierig gültigen Verhältnissen kommenden Aktiven zu oft noch den wichtigen Faktor Sprache, oder sie nehmen die Probleme einer Nationalsprache für alle nicht wahr.
"Wenn wir es nicht haben wollen, dass die Europäische Union ein frommer Wunsch bleibe, ist die Gründung einer politischen Europa-Partei eine Notwendigkeit." Aus heutiger Sicht scheint das Ziel erfüllt. Aber es ist wie mit einem schlecht zusammengewachsenen Knochen nach einem Bruch. Es braucht auch heute noch "UŜE-Gründer", also "UŜE-Fondantoj"! Da kenne ich gegenwärtig nur E-D-E. Ohne sich gleich bewußt zu sein, welche Vordenker es schon gab, entwickelte sich die Sache neu. Und bei Bedarf würde soetwas auch immer wieder neu entstehen. Denn wir gehen weiter, als das, was heute so recht und schlecht praktiziert wird. Zauner wollte, daß die Anhänger Abgeordnete in Staats- und Städteparlamenten werden. Aus rein praktischen Gründen geht E-D-E heute den Weg über Europawahlen (Frankreich, Deutschland), die es ja damals nicht gab.
"Ich wüsste nicht, warum es keine „Europa-Partei" sollte geben können." Ja, eine richtige Idee. Aber heute nennen sich alle möglichen nationalen Parteien zusätzlich Europapartei und treten lautstark wie nebenbei auch bei den Europawahlen an.
"Den Esperantisten in Europa, die für Politik Sinn haben, fällt bei der Gründung der Organisation der „UŜE-Fondantoj" eine wichtige Rolle zu." Vielleicht liegt es an der oft irrational aufgeheizten Stimmung in den Gesellschaften, daß sich die Anhänger der Sprache zu oft aus der Politik heraushalten. Aber wenn mit der Zeit mehr Bürger mitmachen, dann sind sicher auch wieder mehr Esperantisten bereit, sich in den politisch denkenden Gesellschaften zu engagieren. 
20180421SE

-30-  Als Beispiel sieht Zauner eine gute Zusammenarbeit zwischen deutschen und französischen Esperantisten. Siehe E-D-E! Es würde vorangehen, wenn die Ideen-Synthese zwischen Europäische-Unions-Bestrebungen und Esperanto wirksam wären. Eine Gründung der UŜE-Partei würde für Optimismus auf dem Kontinent sorgen. Natürlich wird mit Abneigung gerechnet. Aber damit steigt die Möglichkeit einer inhaltlichen Auseinandersetzung.
20180421SE

-31-    4. Das Parlament der europäischen Parlamente.

Heute ist die Ebene des Europaparlaments vorhanden! Damit ist noch nicht alles in Europa demokratisch. So finden die Europawahlen nach diversen nationalen Wahlregelungen statt. Ein gemeinsames Wahlrecht sollte auf jeden Fall Vielfalt ermöglichen! Denn Inhalte sind relevanter als nur die Masse. Also auch kleine Gruppen berücksichtigen! Die Größe bestimmt nicht, welcher Platz im eindimensionalen klassischen Parteienspektrum besetzt wird. Aber leider wird oft so argumentiert. Ein europäisches Parlament, wie viel früher gewünscht, wurde leider erst nach einem weiteren Weltkrieg realisiert.
20180421SE

-32-    IV. Quo vadis Europa?

"Es ist eine undankbare Sache zu prophezeien." Vier mögliche Baupläne werden benannt.

1. Faktor. Nationalpolitisches Europa.
So schnell werden sich die Verhältnisse nicht ändern.

20180421SE

-33-   2. (Europäischer Entwicklungsfaktor) USSR.
edexgeopolitik
Was wäre, wenn sich europäische Staaten anschließen? Dort werden Szenarien benannt, wie wir sie aus unserer neueren Vergangenheit durchaus wiedererkennen können.
20180421SE

-34-   3. Faktor. Als ein weiterer Ausweg wurde Paneuropa propagiert.
Positiv zu sehen sind eine Diskussion um die Lösung des europäischen Problems sowie ein durch Persönlichkeiten aus der Politik hervorgerufener gewisser offizieller Charakter. Aber das Programm macht Halt vor entscheidenden Punkten. Ohne jede Einschränkung von Souveränität kann letztlich nicht gut gemeinsam entschieden werden. Eine einheitliche europäische Zweitsprache wie Esperanto ist nicht vorgesehen. Die Kleinen würden weiter benachteiligt. So kann keine Gesellschaft zusammenwachsen. Und nationale Armeen wären doch auch unzeitgemäß.
20180421SE

-35-   4. Lösungsvorschlag, UŜE ....
Die Paneuropa-Bewegung kann mit den aktiven Staatsmännern eine europäische Vereinigung nicht erreichen. Dagegen hat die UŜE-Bewegung "neue, frische, ungebrauchte Kräfte".
Paneuropa will das Problem von oben lösen. "Durch die UŜE-Bewegung soll den Europäern das Vertrauen zu sich selbst wiedergegeben werden." "Eine Schaffung der Vereinigten Staaten Europas" würde den Völkerbund stärken. Heute ist es die UNO. Die Triebkraft zu den UŜE ist der Entwicklungsfaktor Not. Ja, leider ist es oft so.

    V. Schlusswort.

Nach den nationalen Kulturen sollte sich eine gemeinsame betont europäischen Kultur bilden. Natürlich sehe ich die Zukunft in der Vielfalt nebeneinander existierender (insbesondere europäisch orientierter) Kulturen im geeinten Europa. Es käme zu einer "Hochblütezeit". Wir sollten wie Zauner an eine große Zukunft Europas glauben. 
20180421SE

    UŜE

HUNYADI-DRUCKEREI, GRAPHISCHE KUNSTANSTALT, TIMIŞOARA

 

DER WEG ZUR EUROPA-PARTEI (DER AUSWEG UŜE) VON JOSEF ZAUNER
HERAUSGEBER DES UŜE-EĤO VERLAG: "LIBRO"
TIMISOARA (TEMESVAR) STRADA LONOVICI 1 RUMÄNIEN-BANAT
HUNYADI-DRUCKEREI, GRAPHISCHE KUNSTANSTALT, TIMIŞOARA

Durch jede gute Buchhandlung oder direkt beim VERLAG nicht erhältlich

Der hier angeführte VERLAG existiert nicht mehr.
Zur Geschichte: link Beispiel Verlag (wikipedia.org)
Auskünfte über den Autoren: Josef Zauner (Verleger) bei wikipedia.org
Europa-Demokratie-Esperanto e.V. sieht sich als "inhaltlicher Nachfolger" des Textes. Die Schrift hat eine Funktion als Diskussionsgrundlage. Trotz intensiver Recherche konnte kein aktueller Rechteinhaber gefunden werden. Wer Informationen dazu geben kann, soll dies gern tun.

 


Politischer Druck

Josef Zauner gründete den Verlag "LIBRO" 1921 in Leipzig, weitergeführt in Temeswar/Timiŝoara (Rumänien). Er war auch Herausgeber und Redakteur. Seine Broschüre "La elvojo UŜE" (auch in deutsch) soll bereits 1923 erschienen sein. Bekannt ist uns "Der Weg zur Europa-Partei" mit dem Untertitel "DER AUSWEG UŜE" von 1931.
Mehr auf unserer Geschichtsseite 1931 Josef Zauner | Der Weg zur Europa-Partei
Bewertet wurde der Ansatz damals folgendermaßen. Lange nicht öffentlich bekannt war die UŜE-Idee, die neben der Paneuropa-Bewegung (Paneŭropa-movado) entstand. Unterschiedliche Ansichten sind dabei: Die Zahl der künftigen "Weltmächte". Paneuropa sieht fünf (USA, Großbritanien, Paneuropa, Japan, UdSSR), bei UŜE gibt es eine westliche und eine östliche Hemisphäre (UŜE). Zu UŜE würden aus verschiedenen geopolitischen und sozialen Gründen auch Großbritanien und Rußland gehören. Paneuropa bevorzugt englisch. Dagegen ist UŜE bei Esperanto. UŜE schlägt eine gemeinsame Armee und gemeinsames Geld vor. Nötig ist eine Partei mit der Aufgabe, das UŜE-Programm parlamentarisch umzusetzen. Die Esperantisten werden für die Umsetzung gebraucht.

EDE-Vorläufer-Seite | Politischer Druck


1930: UŜE-EĤO

Die Zeitschrift UŜE-EĤO (organo de la eŭropan­ismo) sollte die Esperantisten über die Realisierung der angestrebten Vereinigten Staaten von Europa informieren. Nummer Eins mit sechs Seiten erschien im Januar 1930, nach einem Jahr in verändertem Format mit vier Seiten. Bis zum Dezember 1937 waren es 43 Ausgaben. Sie wurden geschätzt wegen ihrer lebhaften Form, den interessanten Artikeln und den Illustrationen zum europäischen Problem wie auch für die Verbreitung der UŜE-Idee.
Eine Seite wie diese soll die Ausgaben des UŜE-EĤO aufbereiten, also Titel aufzeigen und Aussagen kommentieren. Doch das wird einige Zeit dauern. Der Inhalt scheint jedenfalls zeitgemäßer als oft vermutet. Zu beachten ist, daß Zauner zwar wichtig für die Geschichtsbewertung aus der EDE-Sicht ist, seine Aussagen aber sicher nicht automatisch die von EDE sein können. Er war noch zu Beginn einer sehr schwierigen Zeit aktiv. Wir beginnen erst, eine Thematik zu bewältigen, die den Gesellschaften, darunter vielen Pro-Europäern, noch weitgehend fremd ist. Zuerst (Anfang 2022) also eine grobe Erfassung der Ausgaben.
Natürlich muß mit Kritik gerechnet werden. Das ist normal. Doch möchte ich die Gegner warnen, die jedes Wort umdeuten und EDE irgendetwas unterstellen wollen. Es können Gegner der gemeinsamen Sprache Esperanto sein, genauso auch manche Esperantosprecher, die lieber nicht mit Politik verbunden werden wollen. Sicher gibt es eine ganze Reihe von politisch fixierten Personen, denen unser Ansatz nicht ins Konzept, also in die Ideologie passt. Aber wir brauchen die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, wie es eigentlich auch die Gesellschaften nötig haben. Und vielleicht kommt sogar hilfreiche Kritik an.
Die Zeiten wurden im Verlauf der Veröffentlichungen schlechter. Aus dem zu Beginn bequemen Pfad mit heute noch nachvollziehbaren AUSSAGEN heraus scheint es bis 1937 in Richtung eines inhaltlichen Minenfeldes zu gehen. Es gilt, herauszufinden, wie Zauner "tickte", wie sein Profil beschaffen ist. Auch, ob es sich über die Zeit verschoben haben könnte. Zu fragen ist, welches INTERESSE er an der Veröffentlichung der Texte hatte. Was sollten sie bewirken? Mal war er Verfasser, mal waren es Stimmen anderer Personen. Der jeweils zu vermittelnde Inhalt stand für eine grundlegende IDEE. Veröffentlicht wurde sie mit einer bestimmten ABSICHT. Die Veröffentlichung einer AUSSAGE selbst war eine HANDLUNG, an der man möglicherweise die ABSICHT erkennen kann. 2019071520220323SE


UŜE-EĤO 01 (1930) - UŜE-EĤO 43 (1937)

1930 -01- (Jan)

1930 -02- (Apr) 

|

1930 -03- (Jul)

1930 -04- (Okt) |
1931 -05- (Jan)  1931 -06- (Apr)
| 1931 -07- (Jul) | |
1932 -08- (Jan)  | | 1932 -09- (Jul) UŜE-Brosch. (Okt) |
| 1933 -10- (Mar) 1933 -11- (Maj) 1933 -12- (Jul) 1933 -13- (Sep) 1933 -14- (Nov)
1934 -15- (Jan)
1934 -16- (Mar)
1934 -17- (Maj)
1934 -18- (Jul)
1934 -19- (Sep) 
1934 -20- (Nov)
1935 -21- (Jan)
1935 -22- (Mar) 1935 -23- (Maj) 1935 -24- (Jul) 1935 -25- (Sep) 1935 -26- (Nov)
1936 -27- (Jan)
1936 -28- (Mar)
1936 -29- ?
1936 -30- (Jul)
1936 -31- (Sep)
1936 -32- (Nov)
1937 -33- (Jan)
1937 -34- (Feb)
1937 -35- (Mar) 
1937 -36- (Apr)
1937 -37- (Maj)
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1937 -39- (Jul)
1937 -40- (Aŭg)
1937 -41- (Sep)
1937 -42- (Okt)
| 1937 -43- (Dec)

 

UŜE-EĤO 1930  -01-  (Januaro)
paĝo 1 / Seite 1
ESPERANTISTOJ! REALIGU U.Ŝ.E. (Unuiĝintaj Ŝtatoj de Eŭropo)
(ESPERANTISTEN! VERWIRKLICHT U.Ŝ.E. (Vereinigte Staaten von Europa))
en kiu Esperanto estu la ĝenerala helpa lingvo! J.Düa.
(in welchen Esperanto die allgemeine Hilfssprache sein soll! J.Düa.)
ilustraĵo / Abbildung: La eŭropano (Der Europäer)
paĝo 2 / Seite 2
[Nur formon, efektivigeblan formon mi volas doni al la ideo.]
 La "KIELO" (Das "WIE")
"Wir alle wissen, daß sich Europa in einer großen Krise befindet. Pessimisten verkünden seit vielen Jahren den Zusammenbruch des Westens. Und viele der Europäer glauben ihnen. Nicht grundlos. Das Chaos in Europa ist so groß und so allgemein, daß man bereits eine große Portion von Optimismus haben muß, um an die bessere Zukunft von Europa zu glauben. Unter den seltenen Optimisten findet man einige, die Lösungen vorschlugen und Wege zeigten, welche aus dem Chaos führen. Bereits vor Jahren beschäftigten sich auch Berufspolitiker mit diesem Problem. Die Politiker mit größerer Auffassung (Briand usw.) verstehen, daß die heutige europäische ökonomische Organisation auf Dauer unhaltbar ist. Immer, beständig, hört man von ihnen, daß die einzige Rettung für Europa die Vereinigung der europäischen Staaten ist.
Dieser Gedanke, diese Idee befand sich seit 1919 in der Luft und sie wurde von verschiedenen Seiten verbreitet."
Hier zeigt sich, daß Josef Zauner wie sicher viele andere Menschen, nichts über die Vorgeschichte wussten oder wissen konnten. Die Recherchemöglichkeiten waren eingeschränkter als heute. Jedenfalls ging er dann aber weiter als die Vorgänger. [se]
"Unter diesen Vorkämpfern, Pionieren, hat Herr Graf Coudenhove-Kalergi mit seiner Paneuropa-Bewegung den größten Erfolg.
Die Idee von Paneuropa ist sehr groß und sehr schön. Diese Idee war und ist der Traum vieler Europäer. Herr Graf Coudenhove-Kalergi und seine Mitarbeiter bewirkten folglich für Europa einen großen Dienst. Nun, nach meiner Meinung ist die Idee von Paneuropa gut, aber das Paneuropa-Programm ist in der heutigen Form nicht realisierbar.
Warum?
Darum, weil die Einheitlichkeit darin fehlt.
Bereits der Hauptgedanke des Paneuropa-Konzepts rechnet nicht mit der realen Situation. Coudenhove-Kalergi teilt die Welt in fünf Mächte auf. Britisches Imperium, Vereinigte Staaten von Amerika, Union der Sowjet-Republiken, Japan und Paneuropa. Diese Eingruppierung der Weltmächte ist bereits heute gegenstandslos, weil die ökonomische Übermacht der USA "Vereinigte Staaten von Amerika" bereits jetzt so groß ist und infolge der rationellsten Produktionssysteme und nahezu grenzenlosen Produktionsfähigkeit so großen Vorsprung hat, daß sich in Zukunft das Weltpotential teilen wird – die Machtbilanz erfordert das – in nur zwei Teile.
Das Bestreben der Evolution weist uns darauf hin, daß die Aufteilung des Weltpotentials gemäß den Hemisphären sein wird.
Nämlich:
Der östlichen Hemisphäre (bestehend aus Europa, Asien, Afrika und Australien) angeleitet von den Vereinigten Staaten von Europa.
und der
westlichen Hemisphäre (Nord- und Südamerika), bereits heute von den USA angeführt.
Abgesehen davon herrscht in dem paneuropäischen Programm Unklarheit in Bezug auf Britannien und Russland.
Auch das Sprachenproblem ist im paneuropäischen Programm nicht gelöst: Eine Staatenunion mit mehr als 300 Millionen Einwohnern ohne einheitliche Sprache ist eine Unmöglichkeit.
Hier soll nun der andere Lösungsvorschlag das europäische Problem betreffend, welcher aus dem Jahr 1920 stammt, öffentlich gemacht werden.
Dieser ist benannt: U.Ŝ.E. (Unuiĝintaj Ŝtatoj de Eŭropo.) (Vereinigte Staaten von Europa)
Hier die Hauptgedanken des U.Ŝ.E-Programms:
1. Das Hauptprinzip ist ein Vereinigen von den meist-möglichen Wirtschaftsterritorien, einheitlich geleitet, politisch als Zollunion.
Warum?
Darum, weil je größer das einheitlich geleitete Land ist, um so größer muß die Arbeitsteilung sein. Folglich werden sich durch die Arbeitsspezialisierung die Konsumartikel verbilligen und es wird sich damit generell die Lebensweise verbessern.
2. Es ist erforderlich, daß auch Britannien und Russland im Rahmen der U.Ŝ.E. zusammenkommen müssen.
Weil es Britannien nicht tolerieren kann – dessen Lebensinteressen erlauben es nicht – daß sich das kontinentale Europa ohne Britannien vereinigen soll. Andererseits wird das industriereiche Europa Russlands Konsumterritorium brauchen.
Die Hauptaufgabe des U.Ŝ.E.-Programms ist, die scheinbaren Kontraste vom kontinentalen Europa, Britannien und Russland zu überbrücken. (Die ökonomische Vormacht der USA wird sicher dabei mithelfen!) Die Vereinigung des kontinentalen Europas, Britanniens und Russlands im Rahmen der U.Ŝ.E. würde die Aufteilung des Weltpotentials auf zwei Teile bedeuten. Diese Aufteilung würde naturgemäß sein und gemäß der Geopolitik, weil die östliche und westliche Hemisphäre durch die großen Ozeane geteilt sind. Möglich, daß diese Gruppierung des Weltpotenzials den Weltfrieden auf lange Zeiten garantieren werden."
Neben den kontinental vorgegebenen vertikalen Lebensbereichen wirken aber auch die horizontalen Klimazonen mit ihren angepassten Lebensweisen und Kulturen. Diese ähneln sich in manchen Bereichen auch über große Distanzen. Auch diese Ausrichtung gehört zu den natürlichen Gegebenheiten, die für eine friedensstiftende Geopolitik Voraussetzung sind. Doch während sich die ehemaligen Kolonien der Atlantikanrainer in Amerika längst von den Kolonisatoren befreien konnten, hat das im Osten Europas so nicht stattfinden können. Es besteht ein geografisch begründetes Dauerproblem in Russland. [se]
"3. Die Grundlage für die Verwaltungsorganisation der U.Ŝ.E. ist die freieste Autonomie für die einzelnen Länder und Verwaltungsgebiete gemäß dem jetzigen Status.
[Eŭropanoj! Se vi volas ....] [Europäer! Wenn Sie einander verstehen wollen, lernen Sie Esperanto!]
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ilustraĵo / Abbildung: La mondpotenco disiĝos en du partoj (Das Weltpotential wird sich in zwei Teile zergliedern.)
4. Einheitlich sei in der U.Ŝ.E. nur:
das Geld
die Armee
die Zoll- und
die Außenpolitik
5. Esperanto sei die offizielle Sprache für:
a) die Verwaltung der U.Ŝ.E.
b) das U.Ŝ.E.-Parlament
c) die U.Ŝ.E.-Armee
d) außerdem soll Esperanto die Zwischenkommunikationssprache von der U.Ŝ.E. und nationalen Verwaltungen sein.
e) Esperanto sei für alle Mittel- und Hochschulen obligatorisches Lehrobjekt und
f) Esperanto sei für alle Europäer die allgemeine helfende Sprache.
Warum Esperanto?
Nur deshalb, weil Esperanto eine neutrale und die am leichtesten erlernbare Sprache ist!
Nun, wer würde das U.Ŝ.E.-Programm verwirklichen können?
Die Esperantisten in Europa sind ausersehen, die Vereinigten Staaten von Europa zu verwirklichen."
Die Realität zeigt, die Verteilung von Kompetenzen auf die dafür geeignetsten Ebenen wird ein Dauerthema bleiben. Die Regeln müssen logisch nachvollziehbar sein und von allen Beteiligten wirklich eingehalten werden. Streitfälle sind zu klären. Denn es ist nicht immer einfach zu erkennen, was für wen gut oder schlecht ist. Das Interesse der Allgemeinheit muß dabei großes Gewicht haben. [se]
"Warum die Esperantisten?
1. Darum, weil sie infolge der "internen Idee" der Esperanto-Bewegung bereits Angehörige der gleichen Idee sind, gute Europäer sind, das heißt Europäer, welche keinen Chauvinismus, nationalen Hass und unproduktive Rivalität kennen.
2. Weil die Rahmenorganisation der Esperantisten die angemessenste Grundlage für den Beginn der U.Ŝ.E.-Bewegung ist. Weil man überall, in allen Städten und Kleinstädten mehr oder weniger Esperantisten vorfindet und sie aus allen Nationen und sozialen Klassen heraus rekrutiert werden.
3. Weil mittels der Ideen-Verbindung: "Vereinigte Staaten von Europa" und "Esperanto", beide Bewegungen mehr Begeisterung und Kraft erhalten. Die Esperantistenschaft wird ein hohes Ziel haben, jeder Gleichgesinnte wird wissen, daß das Studium der Hilfssprache nicht ohne praktisches Ziel ist, und Europa wird einen Weg finden, welcher aus dem Chaos führt.
4. Weil sich unter den Esperantisten, nach unserer Meinung, viele Idealisten befinden, welche in sich so viel von Zusatzstärken haben, daß sie außer ihrer Berufstätigkeit noch Zeit und Eifer finden, einer neuen Idee zu dienen."
[La ĝisnuna senutileco de Esperanto en la ĉiutaga vivo estis la kaŭzo, kial Esperanto ne divastiĝis tiel, kiel ĝi meritas. Nun la U.Ŝ.E.-ideo donas al Esperanto la eblecon por ĝia ĝenerala praktika aplikado.]
[Die bisherige Nichtnutzung von Esperanto im täglichen Leben war der Grund, warum Esperanto sich nicht so verbreitete – wie es das verdient.
Jetzt gibt die U.Ŝ.E-Idee dem Esperanto die Möglichkeit für seine allgemeine praktische Anwendung.]
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 SAMIDEANOJ! (GLEICHGESINNTE!)
"Vieles verlangt man von euch. Nicht weniger, als daß ihr die Protagonisten, Vorkämpfer, Pioniere der U.Ŝ.E-Idee sein werden müsst. Von der U.Ŝ.E-Idee, deren Programmziel ist, für die Europäer die Initiative in der Fortentwicklung der Welt wiederzuerlangen. Weil sich zur Zeit die ökonomische Entschlusskraft in den Händen der US-Amerikaner befindet und die politische Entschlusskraft bei den Sowjet-Angehörigen. 
Wenn die Europäer die ungünstige Entwicklungstendenz nicht sehen werden und wenn sie nicht rechtzeitig vereinigt sind, dann wird sich Europa ökonomisch zu den USA und politisch zur USSR verkleinern.
Es ist möglich, damit die heutigen Politiker einen europäischen Staatenbund gründen, verwirklichen, werden sogar dann die Esperantisten jene sein, welche erstrangig bestimmt sind, die Staatenvereinigung zu kräftigen und zusammenzuhalten. Auch bei dieser Gelegenheit werden die Politiker den großen Wert und Kraft der "inneren Idee" in der Esperantobewegung sehen und sie werden sie sicherlich bei der Gründung der Vereinigten Staaten von Europa benötigen und nutzen.
Aber, wenn die tätigen Politiker diese große Idee nicht werden verwirklichen können, dann wird nur der lange und mühevolle Weg des U.Ŝ.E-Programms bleiben. Dieser Weg erfordert viel Energie, Hartnäckigkeit und Selbstvertrauen. Wir vermuten, daß man diese Qualitäten, Eigenschaften erstrangig bei den Esperantisten findet und darum glauben wir, daß die Esperantisten die Anführenden und Wegweisenden aus der Masse bei der Gründung der Vereinigten Staaten von Europa sein werden."
 SAMIDEANOJ! (GLEICHGESINNTE!)
"Ihr habt eine große Aufgabe. Eine Aufgabe, welche, wenn ihr sie verwirklicht, das Schicksal aller Europäer und sogar der gesamten Menschheit beeinflussen wird. Ergreift Mut und widmet eure Zusatzkräfte diesem großen Programm. Ihr habt die Aufgabe, alle Freunde der Esperanto-Bewegung und alle guten Europäer für die Verwirklichung der Vereinigten Staaten von Europa zu wecken und einzuladen. J.DÜA"
 REFLEKTORO. La vera suvereneco. (REFLEKTOR. Die wirkliche Souveränität)
"Die wirkliche Souveränität der Staaten erfordert vor allem die finanzielle Unabhängigkeit. ...."
Für Zauner sind diverse autonome Staaten innerhalb der UŜE viel unabhängiger und der finanzielle Status günstiger. Aktuell schadet gerade der Börsenkrach den USA. Um den fehlenden inländische Konsum auszugleichen, suchen sich die USA neue Konsumterritorien in Europa. [se]
"Graf Coudenhove-Kalergi behauptet, daß ein Sprachenproblem für Europa nicht besteht und stellt die Schweiz als Beispiel auf, in dem kleinen Land existieren drei offizielle Sprachen zur Zufriedenheit aller. Nun, dieses Beispiel ist unzureichend. Denn für nahezu alle großen Staaten in diesem Staatenbund (welcher U.Ŝ.E werden will) ist das Problem der einheitlichen Sprache eine Existenz-Bedingung. Ein sehr lehrsames Beispiel ist die ehemalige Österreich-Ungarische Monarchie, welche in den letzten Jahrzehnten das Regieren in vielen Sprachen (deutsch, ungarisch, kroatisch usw.) versuchte.
Und was war das Ergebnis?
Allerdings, das Sprachenproblem war ein bedeutsamer Grund von den vielen, aus welchen der Untergang der Monarchie resultierte."
[Samideanoj estas petataj sendi al ni eltranĉaĵojn kaj bildojn el naciaj gazetoj kaj revuoj pri la eŭropa problemo.]
[Gleichgesinnte werden gebeten, uns Ausschnitte und Abbildungen aus nationalen Zeitungen über das europäische Problem zu senden.]
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El: (Aus: "Deutsche Wirtschafts-Illustrierte") Die amerikanischen Finanz- und Industrie-Kreise haben große Pläne für den ökonomischen Erwerb Europas. Der Export soll stark ausgebaut werden, es wurde bereits zu "Dumping"-Preisen geliefert. Europa wird als Konsumterritorium erobert. Inzwischen (2022) hat diese Welt-Rolle ein anderes Land übernommen. [se]
La struto kaj la Esperanto-movado. (Der Strauß und die Esperanto-Bewegung.)
"Man kann behaupten, daß in der Esperanto-Bewegung die Methode des Vogel Strauß herrscht: Vieles will man nicht sehen und wahrnehmen! Viele der Gleichgesinnten fürchten scheinbar die Wahrheit.
Zum Beispiel: Warum will man nicht die jetzige Interessenlosigkeit unter den Esperantisten an unserer Bewegung
bemerken?
War Budapest nicht ein "memento"?
Ist man nicht berechtigt dies zu fragen, als der Kongress von niemandem für 1930 eingeladen wurde?
Warum suchte man nicht den Grund?
Fehlte der Glaube an den Sieg?
Oder, ist die übertriebene Neutralität der Grund?
Fehlt der Esperantistenschaft das Vertrauen und die Treue?
Sicher gibt es viele Gründe, und wir glauben, der hauptsächliche Grund die bis jetzt vorhandene praktische Nutzenlosigkeit war.
Denkt also darüber nach ..."
Ist man nicht berechtigt dies zu fragen, als der Kongress von niemandem für 1930 eingeladen wurde? Möglicherweise wird der Satz falsch verstanden. Vielleicht meldeten sich UŜE-Vertreter an, die dann aber von den Kongress-Veranstaltern nicht eingeladen wurden. Was passierte also im Schatten der Geschichte? Das bleibt vorerst Spekulation und ist noch zu recherchieren.
21. Esperanto-Weltkongress 02.-09.08.1929 Budapest
22. Esperanto-Weltkongress 02.-08.08.1930 Oxford [se]
La timo de Moskvo pri projekto de Briand (Die Furcht Moskaus in Bezug auf das Projekt von Briand.)
"Wie die Zeitungen melden, stimmt die sowjetische Presse mit dem Projekt von Briand bezogen auf die europäische Vereinigung nicht überein. Man betrachtet gewöhnlich den Plan als Kampffront gegen die Sowjetunion."
Ameriko armas sin. (Amerika rüstet sich.)
"London. Dezember: Das amerikanische Marinekomitee fordert, daß die Union unverzüglich Flugzeugtragende Schiffe von 130.000 Tonnen zu bauen hat, zu welchem es gemäß dem Vertrag von Washington berechtigt ist. Das Komitee begründet diese Forderung damit, daß Britannien bis jetzt 108.000 Tonnen baute, während die USA nur 42.000 haben."
"Wie viele Europäer wären in die USA eingewandert, wenn nicht die Quote eingeführt wäre?"
La neŭtraleco. (Die Neutralität.)
"Einer der Leitgedanken der Esperanto-Bewegung ist die politische Neutralität. Es wäre untersuchenswert, ob die heutige übertriebene Neutralität der Anführer die Sache befördert oder nicht?
Oder hilft Esperanto mehr zu verbreiten diesen Organisationen, welche die Sprache nur als Mittel nutzen?
Auch die USA haben ein Interesse an der Vereinigung der europäischen Staaten. Weil das an die einzelnen Staaten geliehene Geld einfacher von den Staaten rückzahlbar ist, welche durch die Einigung reicher und zahlungsfähiger werden."
La 10 kaŭzoj de la eŭropa ĥaoso. (Die zehn Gründe des europäischen Chaos.)
 1. Die Zollgrenzen.
 2. Die verschiedenen Währungen.
 3. Die abgesonderte Außenpolitik der einzelnen Staaten.
 4. Das Fehlen der einheitlichen Sprache.
 5. Die abgesonderten staatlichen Armeebudgets.
 6. Die schlechte Organisation der Produktion.
 7. Die schlechte Organisation des Verkehrswesens.
 8. Die allgemeine Überpolitisierung.
 9. Die zu große Staatsmonopolisierung der Ökonomie.
10. Die übertriebene Staatsverwaltungs-Sorge über die Bürger.
RESPONDOJ (ANTWORTEN)
[SAMIDEANOJ!] [(GLEICHGESINNTE!)]
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(ilustraĵoj / Abbildungen)
Spegulo de la eŭropa problemo (Spiegel des europäischen Problems)
In der Mitte: Die amerikanische Katze und die europäischen Mäuse.
Die Katze: Spielt nur, meine Kleinen, letztlich werde ich euch trotzdem fressen.
[MENDILO] [Bonvolu atendi!] [(BESTELLUNG)] [(Bitte gedulden!)]
Eldonisto kaj resp. redaktoro: JOZEFO ZAUNER, Timișoara (Rumanio-Banato) // HELICON, Timișoara 36773
2022032420220406SE
UŜE-EĤO 1930 -01- (Januaro) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek


UŜE-EĤO 1930  -02-  (Aprilo)
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 USA - UŜE
Eŭropo estus pli riĉa ol USA, se ĝi estus pli bone organizita! (Europa wäre reicher als die USA, wäre es besser organisiert!)
"Wir sind uns unseres Mutes bewusst, bereits heute die UŜE mit den USA zu vergleichen.
Umso mehr, weil wir unter UŜE die Vereinigung von Kontinentaleuropa, Britannien, und Russland verstehen. Aber bereits in der ersten Nummer von "UŜE-EĤO" machten wir klar, daß eine andere Lösung des europäischen Problems als UŜE, nur die halb verrichtete Arbeit bedeuten würde.
Statistische Zahlen zeigen uns, daß UŜE territorial größer als die USA sein würde und auch mehr Einwohner hätte. Es ist nun interessant, festzustellen, daß die selben "Europäer", welche diesen großen allgemeinen Erfolg schufen, sich zuhause in Europa noch heute gegeneinander behindern. Denn die Einwohner von UŜE und USA gehören größtenteils zur selben Ethnie*, und auch der natürliche Reichtum der Länder ist nahezu gleich und dennoch besteht ein großer Unterschied in ihrem Erfolg, dann muß es sicher auch einen großen Unterschied in der Organisation dieser Staaten geben.  
Und wirklich, groß ist der Unterschied!
Wir wollen nun diese Entwicklungs-Faktoren finden, welche in den USA während kurzer Zeit unvergleichbaren wirtschaftlichen Erfolg und politische Macht ergaben.
Wir glauben, sie in dem Folgenden zu finden:
1. Einheitliche Wirtschaft.
2. Einheitliche Außenpolitik.
3. Gemeinsames Armee- und Marine-Budget.
4. Einheitliche Währung.
5. Einheitliche offizielle Sprache.
6. Wirtschaft, frei von den staatlichen Monopolen."
ilustraĵo / Abbildung: La vetkurado: USA - Eŭropo (Der Wettlauf: USA - Europa)

Europa und EU sind in einem Selbstfindungsprozess, in dem verschiedene Stadien nebeneinander existieren. Die angepasste Darstellung für das Jahr 2022 kann daher nur als grobe Verallgemeinerung verstanden werden. [se]
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Bei gleichen Voraussetzungen, bei einer Übernahme erprobter Institutionen, würde Europa besser dastehen. Trotzdem bedeutet das nicht, daß alles zu übernehmen ist. Die folgenden Faktoren sind wichtig.
1. Eine einheitliche Wirtschaft ohne Zollgrenzen würde in der Folge auch soziale Probleme lösen.
2. Europa braucht eine einheitliche Außenpolitik. Innere Angelegenheiten sollen die Staaten selbst bearbeiten, das Gemeinsame gehört in ein Parlament der europäischen Parlamente.
3. Ohne gemeinsame Armee- und Marine-Haushalte wird eine wirkliche Zusammenarbeit nicht gelingen. Ein Paneuropa könnte die Ausgaben nicht reduzieren, da Britannien und Russland außerhalb dieses Rahmens blieben. Die UŜE würde die Kriegsgefahr verringern.
4./5. Dagegen sind einheitliche Währung und einheitliche Sprache einfacher umsetzbar.
6. Bei geringeren Rüstungskosten brauchte der Staat keine Monopol-Unternehmen. [se]
"Nun, zu lösende Aufgaben gibt es ausreichende, wenn man ernsthaft beabsichtigt, das UŜE-Programm zu verwirklichen. Große und schwerwiegende Probleme erwarten ihre Meister.
Aber wie beginnen, was tun?"
Anstataŭ politiko – hom-ekonomion! (Anstelle von Politik – Mensch-Wirtschaft!)
"Wir wollen neue Wege gehen um unser fernes Ziel zu erreichen. Die heutige Politik ist bereits mehr oder weniger veraltet. Nur noch wenige der Menschen haben Interesse an großen politischen Problemen. Sie sind zumeist bereits gleichgültig gegenüber jeder Konferenz, Sitzung, Rede und Ankündigung. Sie wurden anspruchslos gemacht und nicht sehr viel von den Politikern erwartend, damit sie danach nicht zu sehr enttäuscht würden. Wir beabsichtigen bei der Umsetzung des UŜE-Programms die Politik mit der Mensch-Wirtschaft zu ersetzen.
Aber was soll man unter Mensch-Wirtschaft verstehen?
Kurz: Die Mensch-Wirtschaft zielt auf ein Organisieren der Gesellschaft in vernünftiger und harmonischer Zusammenarbeit. Tiefgründiger erklärt: Erschaffen solcher wirtschaftlicher Situationen, welche es auf diese Weise den Individuen wie auch den Nationen freieste Fortentwicklung für den eigenen Vorteil und auch den Vorteil der ganzen Gesellschaft erlauben.
Im heutigen Europa ist die Entwicklungsmöglichkeit für Individuen und auch Nationen mehr oder weniger versperrt. Teils die Ausdehnungsbeschränkung der einzelnen Staaten, teils das wechselseitige Misstrauen verursachen eine Einschränkung der Entwicklung.
Und trotzdem fordert die Masse vor allem ein allgemeine freie Entwicklungsmöglichkeit. Individuen und Nationen wollen einen freien Weg haben. Ohne irgendeine staatliche Überfürsorge, bei freier Entwicklungsmöglichkeit, sicher würde jede Nation und jedes Individuum in dem Grenzenbefreiten Europa diesen Platz im Rahmen der Gesellschaft, welchen sie naturgegeben würdig sind, finden. 
So wie in irgendeiner großen Fabrik alles nur dann gelingt, wenn alle Mitarbeiter, beginnend von Transporteur bis Generaldirektor, jenes arbeiten, was ihren Fähigkeiten, Neigungen und Erziehungen entspricht, so ist auch irgendein großer Staatenbund nur dann erfolgreich, wenn jede Nation den für sie unter den Nationen ausersehenen Posten einnimmt.
Die erste Aufgabe der Mensch-Wirtschaft ist also, die öffentliche Aufmerksamkeit auf die wirtschaftlichen Probleme zu lenken und sie auf solche Weise zu lösen, daß eine Entwicklungsmöglichkeit für alle geschaffen wird.
Die Wirtschaft soll also in Zukunft die Hauptangelegenheit bei der Beherrschung haben, und nicht die Politik, die bis heute bestimmt.
Um die Mensch-Wirtschaft verständlicher zu machen, wollen wir auch erwähnen: Jede Nation besitzt besondere Neigungen und Fähigkeiten, welche sie von anderen unterscheiden und auszeichnen. Diese nationalen Qualitäten vervollständigen sich gleichsam wechselseitig und sie erbringen sicher mehr Wert und Achtung in jeder großen Staaten-Vereinigung als in den heutigen engen Ländern."
[Eŭropanoj! Esperanto devos esti la ĝenerala helpa lingvo en la venontaj Unuiĝintaj Ŝtatoj de Eŭropo, tial: lernu ĝin!]
[Europäer! Esperanto wird die allgemeine helfende Sprache in den kommenden Vereinigten Staaten von Europa sein müssen, darum lernt sie!]
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ilustraĵo / Abbildung: La eŭropaj dogan-muroj (Die europäischen Zoll-Mauern.)
"UŜE-FONDANTOJ" ("UŜE-GRÜNDER")
"Das Programm ist aufgestellt, die Taktik geklärt, bleibt nur noch die Organisierung zu beschreiben, welche bestimmt sein wird, um das UŜE-Programm zu realisieren.
Wie man weiß, bestehen in allen europäischen Ländern viele Parteien mit unterschiedlichsten Programmen. Warum können sich nicht die Freunde der UŜE-Idee organisieren um die Vereinigten Staaten von Europa zu verwirklichen? Warum könnte man nicht sofort beginnen? Soll man nur weiter reden, wie bis jetzt? Wurde die Sache nicht auch ausreichend behandelt? Existieren noch aktive fähige Politiker, welche die Notwendigkeit der Vereinigten Staaten von Europa verleugnen? Liest man nicht genügend oft in den Zeitungen, daß nur die Vereinigung der europäischen Staaten die europäischen Probleme lösen wird?
Nun, wenn das Ziel klar ist, warum zögern?
Die UŜE-Freunde sollten die Initiatoren bei der Gründung der Organisation "UŜE-Gründer" sein. Wir wollen diese Organisation nicht UŜE-Partei nennen, weil wir keineswegs beabsichtigen, Methoden der bis jetzt geltenden Politik anzuwenden. Bewusst schlagen wir "UŜE-Gründer" als Namen vor, damit bereits der Name zeigen soll, daß diese Organisation positive Tendenzen hat: gründen wollen, aufbauen und nicht zerstören.
Es sei betont, daß diese Organisation nicht einen üblichen "Verein", "Gesellschaft" herstellen soll. Die Grundlagen dieser Organisationen sind unserem Ziel nicht angemessen. Entscheidungen dieser Gesellschaften werden von der Masse regelrecht ignoriert. Unsere Absicht ist vor allem, Abgeordnete dorthin zu entsenden, wo sie Teilnahme-berechtigt an Disputen über öffentliche Angelegenheiten sind und die Möglichkeit haben, die Entscheidungen zu beeinflussen. In einem Wort, wir beabsichtigen unsere Abgeordneten in Parlamente und Stadträte zu entsenden. Dort hätten die UŜE-Gründer vornehmlich die Aufgabe, die Öffentlichkeit über die Notwendigkeit ein vernünftiges Europa zu organisieren, aufzuklären; weiterhin müssten sie gegen die Volks-Intriganten und andere negative Staatselemente kämpfen. Darum ist es nötig, daß die UŜE-Freunde an den Wahlen teilnehmen sollen – Kommunalwahlen und Landtagswahlen – und auch ihre Kandidaten aufstellen.
Die Gleichgesinnten werden dieses sicher etwas mutig finden. Aber bitte über die Sache nachdenken. Gründlich darüber nachdenken. Sie werden sicher finden, daß die zu UŜE Gehörenden nur positive Ziele haben und in allen europäischen Ländern die Entwicklung nur positiv beeinflussen wollen. Sie werden sicher auch Gegner in den Parlamenten haben. Aber ohne Kämpfe gelingen große Ideen nicht."
 SAMIDEANOJ! (GLEICHGESINNTE!)
"Europa erlitt während der vergangenen Jahre bereits genug. Sogar heute hört man größtenteils nur Klage. In allen Teilen Europas stellt man Stillstand und Rückwärts-Entwicklung fest. Wir versuchten einen Weg zu zeigen, welcher, nach unserer entschlossenen Meinung, sicher aus dem Chaos führt und welcher die jetzigen tödlichen Zustände beendet. Es komme letztlich die Zeit von positiver Arbeit und Weiterentwicklung!
Ihr, Gleichgesinnte, seid bestimmt, die UŜE zu gründen, aufzubauen, zu beleben und zu beschützen. Ihr habt die Aufgabe von Parlament zu Parlament die Schwierigkeiten zu überbrücken und auf diese Weise die Europäer gegenseitig einander anzunähern. Eurer bekannter Optimismus verstärke die Hoffnung in den Europäern an eine bessere Zukunft. Sagt den Pessimisten mutig, daß es noch eine kleine Schar von Europäern gibt, die an die große Zukunft Europas glauben. J.Z."
[Ni volas nur daŭrigi la grandan verkon de Zamenhof: Kiel li kunigis en Esperanto la eŭropajn lingvojn, tiel ni volas – laŭ lia denco – unuigi en la kadro de UŜE la eŭropajn naciojn.]
[Wir wollen nur das große Werk von Zamenhof fortführen: Wie er in Esperanto die europäischen Sprachen zusammenbrachte, so wollen wir – in seinem Sinn –  die europäischen Nationen im Rahmen von UŜE vereinigen.]
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 Reflektoro (Reflektor)
La teĥnikistoj superis la politikistojn (Die Techniker übertrafen die Politiker)
"Während der feierlichen Eröffnung der Marine-Konferenz in London, konnte man per Radio beinahe in der ganzen Welt die Rede vom englischen König hören.
Die Journalisten meldeten danach, daß etwa 100 Millionen Menschen die wichtigen Worte von diesem seltenen Sprecher vor dem Mikrofon hörten.
Die Radiotechnik triumphierte.
Etwa 100 Millionen Menschen hörten die Stimme des großen Königs. Ob auch alle die Rede verstanden?
Gewiss nicht!
War dieser Anlass nicht auch ein Argument für die Notwendigkeit einer einheitlicher Weltsprache?
Bewies es nicht, daß die Techniker die Politiker übertrafen?
Warum können nicht auch Politiker diese große Entwicklung so wie die Techniker vollbringen, welche die Welt in den letzten Jahrzehnten so "verkleinerten"?
Sie erfanden und konstruierten das Automobil, Telefon, Flugzeug, Radio usw.
Mittels dieser Werkzeuge näherten sich die Völker an.
Und was taten unterdessen die Politiker?"
Mallongaj sciigoj (Kurze Mitteilungen)
""GENERAL MOTORS" kaufte "OPEL" ...."
Aufzählung weiterer von USA aufgekaufter europäischer Firmen [se]
Rusujo intencas enkonduki la latinan alfabeton (Russland beabsichtigt, das lateinische Alphabet einzuführen.)
"Die Sowjet-Regierung beabsichtigt, ...." Die verschiedenen kaukasischen Völker hätten bereits Kenntnisse des lateinischen Alphabets. Auch die große slawische Nation könnte die lateinischen Buchstaben nutzen. Zuerst wären Propaganda-Bücher zu drucken. [se]
 Eŭropaĵoj (Europäisches)
"(Die Gleichgesinnten werden gebeten uns authentische Ereignisse über das europäische Chaos mitzuteilen. Vor allem über Schwierigkeiten von Verkehr, Passwesen, Währung, Zoll usw. Mit ihnen wollen wir das allgemeine Interesse auf solche Mittelalterlichen Verhältnisse konzentrieren.)"
La praktika turkino (Die praktische Türkin)
Am Beispiel wird die Umständlichkeit einer Reise wegen der vielen Währungen und Sprachen gezeigt. [se]
IU, KIU SEN SALAJRO VOLAS LABORI 20 HOROJN ĈIUTAGE
(JEMAND, DER OHNE LOHN 20 STUNDEN TÄGLICH ARBEITEN WILL)
In einer Annonce wird die Arbeitskraft allein für bescheidene Ernährung angeboten. [se]
Radikala solvo (Radikale Lösung)
Da wegen der Wirtschaftslage viele Selbstmorde durch zum Reinigen gedachtes Stein-Soda geschehen, wird anstatt die wirtschaftliche Misere zu lösen, der freie Verkauf untersagt. [se]
[Samideanoj! Se vi volas disvastigi la UŜE-ideojn, bonvolu traduki el "UŜE-EĤO" tekston en vian nacian lingvon kaj publici ĝin en viaj gazetoj!]
[Gleichgesinnte! Wenn ihr die UŜE-Ideen verbreiten wollt, bitte aus UŜE-EĤO einen Text in eure nationale Sprache übersetzen und ihn in euren Zeitungen veröffentlichen!]
Doch selbst im Jahr 2022 ist das nur schwer zu realisieren. Die Trennung von allgemein öffentlicher Information und Esperantothemen in den Medien ist bis auf wenige Ausnahmen in der Geschichte (s. Stead) auch heute üblich. [se]
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INTER NI (UNTER UNS )
"LINGVO-SPORTO" ("SPRACH-SPORT")
"Man konnte von dem größten Teil der Menschen nicht fordern, daß sie Esperanto lernen sollen, weil sie nach ihrer Meinung nicht die Zeit für Ausüben von Sprach-Sport haben. Ihre tägliche Kümmernisse im Lebenskampf erlaubt ihnen nicht diesen "Luxus". Wenn sie zufällig etwas über Esperanto hören, dann loben und bemerken sie regelmäßig: "Esperanto ist genial und schön, auch tauglich, aber ich brauche es nicht, weil ich keine Gelegenheit für seine Anwendung habe."
Die Esperantisten sind in den Augen der Masse nur Angehörige irgendeines Sprach-Sports und Träumer mit Utopien.
Die erforderliche Zeit der Sprach-Erschaffung in der Esperanto-Bewegung ergab die zweifelsfreie Tauglichkeit von Esperanto. Während vieler Jahrzehnte legten Zamenhof und seine Anhänger das Felsenfeste Fundament der künftigen helfenden Sprache für alle.
Nun ende die Zeit des Sprach-Sports und es komme die Periode der allgemeinen Anwendung!
Die Esperantisten finden in dem UŜE-Programm die Möglichkeit vor, die Europäer über die Tauglichkeit und den Nutzen von Esperanto zu überzeugen."
PRI LA ABON-PREZO (DEN ABON-PREIS BETREFFEND)
"In dem europäischen Währungs-Chaos versuchen wir uns selbst zu helfen. Wir wollen eine neue Methode für das bezahlen eines Abonnement ausprobieren. Um die Landesgemäße Preisfestlegung von UŜE-EĤO zu vereinfachen, führen wir den "apselo" als Preis-Einheit ein.
1 "apselo" gleicht 1 Frankierung für einen einfachen normal-schweren Auslandsbrief, wo mehr als ein Tarif für Auslandsbriefe gilt, dort gilt die höchste Frankierung.
Es ist richtig, daß Wert-Unterschiede zwischen den verschiedenen Frankier-Tarifen bestehen, doch diese sind nicht so schwerwiegend für unseren Verlag (weil sie sich zueinander ausgleichen), als der Vorteil, welcher den Abonnenten die Methode verschafft, den Abo-Preis entsprechend "apselo" festzulegen.
Antwortscheine der Post passen nicht als Abonnier-Zahlungsmittel für alle, weil ihr Kaufpreis höher als die tatsächliche Währung ist."
Samideano! (Gleichgesinnter!)
"Wenn du Interesse an unserer Zeitung hast, dann lege bitteschön mit deinem Bestell-Formular einige jetzt-gültige unbenutzte Briefmarken deines Landes (sie bitte nicht aufkleben) in ein Kuvert hinein, mache deren Währung gleich 4.– apselo, schreibe auf den Briefumschlag die Adresse:
"UŜE-EĤO"
Verlag: "LIBRO"
TEMESWAR 1, Strada Lonovici 1
(Rumänien - Banat)
danach zur Post bringen – und da ist deine Abonnement-Bezahlung für 1930 schon eingerichtet."
[Ĉu vi havas bonajn ideojn?] [(Hast du gute Ideen?)
Versuche, dir wirksame Werbe*-Zeichnungen für das UŜE-Programm auszudenken!
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Die nicht angenommenen Zeichnungen und Texte werden zurückgesandt.
"UŜE-EĤO", "LIBRO"]
[Respondoj] [(Rückantworten)
Alle, welche uns Adressen von UŜE-Freunden sendeten, bitte nehmt unsere herzlichen Danksagungen entgegen]
"F.B. in Heilbronn. Ich danke vielmals Ihren Glückwünschen. Ihr Abonnement merkten wir für die Nummern 1 bis 5 vor. ...."
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Bitte vermerkt hier unten Adressen von guten Europäern, welche Interesse an der UŜE-Idee haben. Sie werden ein Probeexemplar von "UŜE-EĤO" empfangen.
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Ausschneide-Formular auf gegenüberliegender Seite 6 (MENDILO) [se]
paĝo 6 / Seite 6
(ilustraĵoj / Abbildungen)
Spegulo de la eŭropa problemo (Spiegel des europäischen Problems)
Bsp. "Amerika: "Europa ist für mich bereits vereint" (durch die Kriegsschulden)."
[MENDILO] [(Bestellungsformular)
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[La abonprezo de "UŜE-EĤO" estas por 1930 ....]
[Der Abonnement-Preis von "UŜE-EĤO" ist für 1930 (4 Nummern): 4.– "apselo" ....]
Eldonisto .... Herausgeber und jeweiliger Redakteur: JOSEF ZAUNER, TEMESWAR (Rumänien-Banat) :: Druckerei: PAUL GÖRING, Magdeburg-N. (Deutschland)
Ab der Nummer 2 (außer Nr. 4) wird die Druckerei Paul Göring angegeben. Dies blieb so bis zur Nummer 9. Ab 1933 fiel diese Angabe zur Druckerei weg. Sicher führte der Machtwechsel in Deutschland dazu. Paul Göring konnte später in der DDR noch drucken, allerdings blieb es schwierig, Esperanto-Texte und vor allem freie Inhalte zu verbreiten. [se]
2022040620220421SE
UŜE-EĤO 1930 -02- (Aprilo) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek


UŜE-EĤO 1930  -03-  (Julio)
paĝo 1 / Seite 1
ilustraĵo / Abbildung: ESPERANTISOJ! REALIGU U.Ŝ.E. (UNUIĜINTAJ ....)
ESPERANTISTEN! VERWIRKLICHT U.Ŝ.E. (VEREINIGTE STAATEN VON EUROPA)
QUO VADIS EŬROPO? (WOHIN GEHST DU EUROPA?)
"Die Entwicklung irgendeines Kontinents, wie beispielsweise die Europas vorherzusagen, ist nahezu eine Unmöglichkeit. Was man tun kann ist: aus vielen, mehreren wichtigen Faktoren diese herausfinden, welche die Entwicklung von Europa beeinflussen, sie gemäß ihrem Nutzen untersuchen und auf diese Weise versuchen, den Weg des künftigen Westens festzulegen. Vier Faktoren scheinen gesetzgebende in der Weg-Bereitung von Europa zu sein. Gewissermaßen vier Konstruktionspläne existieren, aber welcher von ihnen wird verwirklicht werden, das ist eine große Frage. Wir wollen diese – entsprechend dem Alter gruppierten – Faktoren genau untersuchen.
1._Nationalstaatliches Europa. Das ist der heutige politische Zustand Europas. Sicher der stärkste Faktor in der Entwicklung unseres Kontinents, weil jedem einzelnen Staat übereinstimmende Macht-Mittel zur Verfügung stehen um die gegenwärtige nationalstaatliche Gruppierungs-Bildung zu bewahren und auszubauen.
Mehrere Beweggründe plädieren für diese Entwicklungs-Faktoren:
A)_Die nationalen Bestrebungen der Europäer sind größtenteils erreicht, aber die Zeit war bis jetzt zu kurz, damit sie auch zufriedenstellend sei. Dies bedeutet: Mit dem sich Aufstellen der neuen Nationalstaaten fand in einem großen Teil Europas auch ein sozialer Klassen-Wechsel statt. Die neuen angeführten sozialen Klassen hatten nicht einmal die Zeit, die nationalen Pläne voll auszubauen und ihre nationalen Kräfte (Nationale Armee, nationale Industrie, usw.) zufriedenstellend funktionieren zu lassen.
B)_Das selbe gilt für Staaten, welche mittels Revolution einen Wechsel der sozialen Klassen durchliefen und die neuen Elemente in der Staatsführung ihr Programm noch nicht voll und ganz effektivieren konnten. Es ist also ganz nachvollziehbar, daß ein großer Teil der Europäer ein Interesse hat, die jetzige Gruppenbildung unseres Kontinents zu erhalten.
C)_Auch der "Rhythmus der Geschichte" tritt noch für das national-staatliche Europa ein. Nach einem großen Welt-Ereignis, welches der Weltkrieg war, ist nicht wahrscheinlich, daß nach kurzer Zeit ein so gleich bedeutendes kommen wird, wie es die Vereinigung Europas sein würde.
Gegen das nationalstaatliche Europa sprechen folgende Gründe:
a)_Die Konkurrenz der USA, welche für Europa einen kaum erreichbaren Vorsprung erlangte.
b)_Die politische Propaganda* Russlands, welche das europäische Chaos als passendes Territorium betrachtet, um kommunistische Ideale zu verbreiten*.
c)_Die allgemeine veraltete Staatspolitische Organisierung in Europa.
d)_Arbeitslosigkeit, welche letztlich aus dem heutigen europäischen Zollsystem ableitbar ist.
e)_Problem der Minderheiten. (Siehe auch die "Zehn Gründe der europäischen Chaos" in der ersten Nummer von "UŜE-EĤO".)
Gründe gegen das national-staatliche Europa scheinen stärker zu sein als jene, welche dafür plädieren. Also, es ist nicht verwunderlich, wenn man für das jetzige ungleich gesinnte, wirtschaftlich und politisch außerordentlich geschwächte Europa einen Ausweg sucht, welcher eine Wiedergeburt und Erstarkung ermöglicht. Man empfiehlt sogar mehrere solcher Auswege. Aus diesen seien folgende erwähnt:
paĝo 2 / Seite 2
_2. (Faktor) U.d.S.S.R., das heißt Union der Sozialistischen Sowjet-Republiken, deren bekanntes Programm zuallererst auf die Revolutionierung der europäischen Staaten zielt. Ihr Programm ist klar: sozial "erweichen" und in einem passenden Moment, mit einer Revolution einen Staat nach dem anderen an die Union der S.S.R. anschließen.
Für diesen Entwicklungs-Faktor plädiert:
A)_Die Wirtschaftliche Misere Europas treibt sehr viele Unzufriedene in der Reihen der Kommunisten, welche mittels Revolution einen Wechsel der sozialen Klassen herbeizukommen beabsichtigen, damit sie ihren Lebenshunger und ihre Agilität beruhigen können.
B)_Die politische Ungleich-Gesinnung und Feindschaft der Europäer unter sich, und der, davon angeborene angespannte politische Zustand.
C)_Einheit und Zielwissen der Sowjet-Regierung bei der Verwirklichung des kommunistischen Programms.
D)_Jahrhundertelang unterdrückte Volkskraft der Russen fanden nun Wirk- und Entwicklungs-Möglichkeiten.
E)_Kinder-Reichtum Russlands (verglichen mit großteils Kinderarmen Europa).
Gegen den Faktor der UdSSR als etwaiger künftiger Eroberer von Europa sprechen folgende Gründe:
a)_Ein Sieg der kommunistischen Pläne in Europa würde nur eine teilweise Lösung des europäischen Problems bedeuten. Das "proletarische Paradies" würde noch lange nicht für alle ein Paradies sein.
b)_Die russische Revolution ist noch betrachtbar als Stoßwelle der großen französischen Revolution. (Mehr als ein Jahrhundert dauerte es, bis diese Welle Russland erreichte.) Mit etwas Mut kann behauptet werden, daß sich Russland mittels dieser Revolution gleichsam europäisiert. Nicht beachtender Parallele zwischen französischer und russischer Revolution, sei vornehmlich betont, daß die sowjetischen Führer von Russland nach der Revolution, vor der russischen Masse eine USA – nach Rabindranath Tagore "ermächtigtes Europa" – als nachgeahmte Staats-Organisierung  errichteten.* Nachrevolutionäre Führer der Sowjetunion beabsichtigen das Bildungs-Niveau des russischen Volkes bis auf das europäische Niveau zu erhöhen. Eine Revolution, welche Russen im Jahr 1917 machten, fand bei den europäischen Staaten großteils bereits früher statt. Weil Europa bereits nicht mehr solche politischen Umstände kennt, die in Russland vor 1917 herrschten, ist nicht wahrscheinlich, daß sich die Ideologie* der Russen übermäßig bei uns verwurzeln wird.
c)_In der UdSSR betrachtet man das Konfessionsproblem als Hauptpunkt der Staatspolitik. Das ist, in weitem Sinn des Wortes "Luxus". Solange die USA 100-prozentige Wirtschaftspolitik machen werden, wird allen anderen Staaten der Erde aufgenötigt sein das selbe zu tun. USA ist nun Wegbereiter der Entwicklung. Europa und Russland können sich keinen Glaubens-Krieg gestatten (wie es beispielsweise der 30-jährige Krieg war).
d)_Ein Staat mit bürokratischer Wirtschafts-Führung kann diese nicht dauerhaft bewahren. Die übermäßige Staats-Verwaltungs-Einmischung in den Angelegenheiten der Bürger und das Unterdrücken der Privatinitiative bedeutet: keinen Nutzen aus den Volksstärken zu ziehen. Die moderne Staats-Kunst dagegen fordert von allen Volksstärken einen Nutzen zu ziehen und eine volle Aufwertung."
Im Prinzip stufen Imperien ihre "angeschlossenen Gebiete" je nach kultureller Nähe ab. Hitler wie Stalin bildeten praktisch Vasallenstaaten. Die Idee des Sozialismus bot Stalin eine Möglichkeit, die imperiale Weltherrschafts-Idee zu verbergen. Nach dem Tod Stalins wurde in der UdSSR und damit auch in Osteuropa ein Teil der Vergangenheit bewältigt. Man fand, alle Probleme hingen wohl mit dem Personenkult um Stalin zusammen. Und tatsächlich wurde der "real existierende Sozialismus" danach milder. Doch die Ursache des Personenkults wurde bis in die Gegenwart nicht wirklich aufgearbeitet. Es ist die Struktur an sich. Zur Geschichte Russlands gesellt sich die UdSSR-Geschichte. Sie ordnet sich in die Tradition des zentralistisch geführten Kolonialgebildes ein. Umgekehrt nutzt Russland heute (2022) das Wissen aus der vergangenen Sowjetunion. Die von der UdSSR nach der Theorie erhofften Revolutionen im eigentlichen Sinn blieben aus. Tatsächlich wurden östliche Staaten Europas vom Nationalsozialismus befreit. Diese Erzählung wird heute von Putin für den Überfall auf die souveräne Ukraine übertragen, entstellt und missbraucht. Statt durch Revolutionen entstanden auf den von der UdSSR nach dem Krieg besetzten Gebieten weitgehend Satellitenstaaten, auch wenn nicht alle Staaten in Osteuropa automatisch zu Sowjetrepubliken wurden. Den späteren Verlust können die russischen Rassisten, Imperialisten, Nationalisten nicht verschmerzen.
Auch diese Idee ist in Umlauf: "Wo ein Russe ist, ist Russland". Wenn es also der Zentrale in Russland ermöglicht wird, holt sie sich in der Konsequenz die ganze Welt. Das Problem liegt nicht in der allgemeinen Kultur, es liegt eben in der Struktur, die dann natürlich auch auf die Kultur zurückwirkt. Eine Reaktion auf diese Umstände war die Adaption des Zentralismus und die resultierende Idee Lenins eines "demokratischen Zentralismus". Man würde das heute eine Verschlimm-besserung nennen. Tatsächlich gibt es heute sogenannte Linke, die insgeheim von einem durch Russland zwangseingeführten "Sozialismus" träumen. Dabei geht es doch Russland allein um Macht. [se]

"Bekanntester Vorschlag um das europäische Problem zu lösen nennt sich (dies ist der 3. Faktor)
Paneuropa
Mit Freude kann man in Zeitungen über Fortschritte dieser Bewegung lesen. Briand, Minister für Außenangelegenheiten in Frankreich, sendete an 27 europäische Staaten einen Fragenkatalog zur Lösung der drängendsten europäischen Probleme. Coudenhove-Kalergie veröffentlichte ein Projekt für einen Paneuropa-Pakt.
Weniger erfreulich sind die praktischen Ergebnisse der letzten Zoll-Konferenz. Wegen vieler Vorbehalte der Genfer Zoll-Übereinkunft, verschwand jede Aussicht um baldige Beseitigung der Zoll-Grenzen. Tatsächlich sind die Zoll-Tarife erhöht, als wenn in Genf nichts zu veranlassen sei.
Zu unseren Erklärungen in den vorherigen Nummern von UŜE-EĤO wollen wir noch auf folgende Argumente aufmerksam machen, welche für und gegen Paneuropa eintreten.
Dafür spricht:
A)_Daß aktive Politiker, wie beispielsweise Briand und andere bedeutende Persönlichkeiten sich mit der Angelegenheit beschäftigen.
B)_Daß mittels der Verbreitung von Paneuropa-Ideen das europäische Problem in den Vorderbereich der Diskussionen gestoßen wird.
Dagegen spricht:
a)_Wenn man versucht das paneuropäische Programm zu Ende zu denken, dann wird klar, daß dessen Verwirklichung sich nach irgendeinem gewissen Punkt nicht weiter entwickeln wird. (Bis zum Problem der Beziehung von Britannien und Russland zu Paneuropa.)
b)_Das Paneuropa-Projekt zielt nicht darauf, die Souveränitäts-Ansprüche der einzelnen Staaten zu verkleinern, aber ohne dieses wird doch eine Vereinigung von Europa nicht bestehen.
c)_Werden in Paneuropa die kleinen Staaten – ohne gemeinsame Hilfssprache – nicht zu unbeachtet sein? Spielen sie nicht bezogen auf die Großstaaten die selbe Rolle, wie die jetzigen Minderheiten?
d)_Größter Gegner Paneuropas ist die sogenannte "Nationale Industrie", besser gesagt "Geschützte Industrie". Unter der Devise "um die volle wirtschaftliche Unabhängigkeit bezogen zum Ausland, auch während eines etwaigen Krieges sicherzustellen" sind mittels Zoll-Tarifen, irgendwelche, für alle Anlässe vorbereitete eigene Industrie und ganz unabhängige Wirtschaft bezogen zum Ausland geschützt, sogar in kleinen Staaten, Industrien, welche keineswegs  ein Existenzrecht haben.
Locheur, französischer Minister, machte in Zeitungsartikeln sehr verständlich die "Bindung zwischen selbständiger Armee und Zollgrenzen" klar. Bis unabhängige Armeen bestehen werden, solange wird man sich bemühen, im Interesse der nationalen Selbstverteidigung, mit Zoll-Tarifen, irgendeine, für alle Anlässe vorbereitete eigene Industrie und ganz unabhängige Wirtschaft bezogen zum Ausland zu erlangen.
Neben einer Beseitigung von Zoll-Grenzen muß man die Spezialisierung der Produktion (so wie wir dies bereits mehrmals erwähnten) aufrechnen, welche sich an die geographischen Lage lehnt. (In der Nähe von Metall-Lagerstätten wird sich Metall-Industrie entwickeln, in geeigneten Regionen Weizenerzeugung usw.) Durch diese örtliche Zergliederung der Produktion kann es geschehen, daß beispielsweise Länder nahezu ohne Eisen-Produktion bestehen würden, ohne Weizen usw., welcher Umstand bei einem möglichen Krieg katastrophale Resultate haben würde."

Die Europäische Union (EU) hat wohl bei den hier angeführten Modellen die größte Nähe zu Paneuropa. Im normalen Leben sehen sich aber die meisten Einwohner nur als Bürger in einem national-staatlichen Europa so wie im Modell 1. Sie empfinden die EU als etwas übergestülptes fremdes. Noch immer sprechen die nationalen Regierungen von Landesverteidigung, wo es doch keinen Krieg untereinander  geben soll. Längst ist eine europäische Armee nötig. Vielen Bürgern ist nicht klar, daß die gemeinsame Währung und die Koordinierung in vielen Bereichen bereits schlimmeres verhindert hat. Die Gurkenkrümmung war eine Forderung der Wirtschaft. Der "Teuro" ist ein internes deutschsprachiges Wortspiel, nur für Deutsche. Es ist an der Zeit, daß die nationalen Bürger bewußte Europäer werden. [se]
[Streĉon sekvas malstreĉo. Se tiu ĉi natur-leĝo ankoraŭ havas valoron, tiam – post la granda milito kaj malriĉiĝo de Eŭropo devas sekvi nova epoko, en kiu Eŭropo unuiĝos, saniĝos, fariĝos potenca kaj gvidanta en la mondo.]
[Spannung folgt Lockerung. Wenn dieses Naturgesetz noch einen Wert hat, dann – muß nach dem großen Krieg und einer Verarmung Europas eine neue Epoche folgen, in welcher Europa sich vereinigen, gesunden, sich mächtig und führend in der Welt machen wird.]
Natürlich hat (2022) ein sich einigendes Europa nicht mehr das Ziel, über andere Weltregionen zu herrschen. Längst ist die Zeit der Kolonisierung durch Europa vorbei und längst wirkten die ehemaligen kolonialen Mächte auf Europa zurück. Politische Verspätungen sind eher bei Nicht-EU-mitgliedern wie Britannien oder Russland festzustellen. Heute gilt es, sich in der Welt als Gleiches unter Gleichen zu behaupten. Dies ist nach der Zeit der Kolonisierung von anderen Erdteilen an der Zeit, zumal jetzt ein Prozess der Selbstfindung dringend notwendig wird. [se]
paĝo 3 / Seite 3
"Als vierten Faktor der Europa-Entwicklung wollen wir UŜE zitieren. Noch unbekannt und fremd, in einem Anfang der allgemeinen Entwicklung. Das Ziel – die basierende, tiefschürfende Idee – ist bei Paneuropa und UŜE die selbe, nur die Wege hin zu diesen, das "wie", ist anders.
Hier jene Unterschiede der Taktik:
Paneuropa beabsichtigt das Ziel mittels Zusammenarbeit der jetzigen Staaten-Führer zu erreichen. Nach unserer Meinung wurzeln diese Volks-Anführer geistig – von ihrer Aktivität bis jetzt – auf diese Weise in die Vergangenheit, daß sie nicht ganzen Herzens der Vereinigung Europas dienen können. Das UŜE-Programm glaubt mit neuen, frischen ungenutzten Kräften das Ziel früher zu erreichen. Kurz, man muß den Unterschied so ausdrücken: Paneuropa beabsichtigt, das Ziel "von oben" zu erreichen, UŜE "von unten", oder Paneuropa wählt den "steilen" und UŜE den langen, "wenig steilen" Weg.
Dadurch, daß die Paneuropa-Bewegung hauptsächlich abzielt, Kontinental-Europa zu vereinigen, macht sie gewissermaßen eine große Vorarbeit für die kommende U.Ŝ.E.  Wie bekannt, stellt das UŜE-Programm sich die Aufgabe, einen Staatsrahmen für eine Zusammenarbeit der drei Staaten-Gruppen zu erschaffen: Britannien, Paneuropa und Russland. Zwei künftige Teilnehmer dieser geplanten mächtigen Staaten-Vereinigung sind bereits organisiert, fehlt noch der dritte in dem Bund, der heißt Paneuropa, dessen Zusammentun die Aufgabe der Paneuropa-Bewegung ist.
Das UŜE-Programm hat nun die interessante Aufgabe, das Paneuropa-Programm aus diesem Stadium seiner Entwicklung fortzuführen wenn es sich selbst nicht mehr weiterentwickeln kann.
Kurz: Die Paneuropa-Bewegung ist gewissermaßen das "praeludium (Vorspiel)" zum UŜE-Programm.
Der Unterschied zwischen Bundes-Staaten und vereinigten Staaten ist am besten verständlich zu machen, wenn man die USA vor und nach 1788 vergleicht. Nur nachdem man den "USA-Staatsbürger" erschuf, erhielt der ganze Staat sein einheitliches Aussehen. Ebenso könnte man auch auf unserem Kontinent nur dann eine Vereinigung erreichen, wenn es Erfolg haben würde einen "Europäer" zu erschaffen, welcher die europäische Interessen über die seiner nationalen stellt. Das UŜE-Programm glaubt, dieses mit Esperanto zu erreichen. Nicht in Betracht ziehend die einfache Erlernbarkeit dieser Sprache, mittels der "darin-liegenden Idee", ist der große Teil ihrer Anhängerschaft toleranter im nationalen Verhältnis."
Für EDE steht heute die Aufgabe, auf den Zusammenhang zwischen Europäischem Bewußtsein und gemeinsamer Sprache hinzuweisen. Den Gesellschaften fehlt das Verständnis und damit die Chance, Europa weiterzuentwickeln. Der Teufelskreis muß durchbrochen werden. [se]
"Die gewünschte freundschaftliche Grundlage für die europäische Zusammenarbeit findet man bereits im Kleinen unter der Esperantisten-Schaft verwirklicht. Schätzt ein aufrichtiger Esperantist wirklich Gleichgesinnte entsprechend ihrer Nationalität? Gilt nicht bei Gleichgesinnten nur die Fähigkeit, die Arbeit? Soll das nicht auch die Stimmung der zukünftigen Europäer sein? Auf welche Weise ist es möglich, diese Stimmung früher zu erreichen, ob mittels Staaten-Bund, oder über vertrautere vereinigte Staaten?
Auf welche Weise soll der Angehörige irgendeiner kleinen Nation in dem neuen Europa Erfolg haben, wenn die jetzige bewahrt bleibt?
Wäre es nicht vorzuziehen, eine neutrale Hilfs-Sprache zu wählen, als zweite für alle, zu welcher alle europäischen Nationen gleich entfernt sind? Muss nicht jeder überzeugte Esperantist erkennen, daß nun die Zeit ist, Esperanto als die allgemeine Hilfs-Sprache für alle Europäer zu empfehlen? Wir meinen, daß dieses nicht den Programmpunkt der Esperanto-Bewegung behindern würde – eine Welt-Hilfs-Sprache zu machen – wenn man mit der Verwirklichung dieses Programm-Punktes gerade in der Heimat von Esperanto, in Europa beginnen wird. Dies würde nicht unmöglich machen, daß andere Kontinente Europa folgen.
Wesentliche Vorbedingungen des europäischen Zusammentuns ist das psychologische, seelische und geistige wechselseitige Verständnis. Wenn man heutige führende Zeitungen in Europa liest, überzeugt man sich, daß die "Europäisierung" des jetzigen allgemeinen Stimmungs-Zustandes noch einen sehr starken Kampf erfordert. Denkt man darüber nach, welche starken Kämpfe beispielsweise die Einigung von Italien oder Deutschland kosteten, dann kann man sich die Größe des beachtlichen Kampfes vorstellen. Wir wählen als ausgehenden Punkt für die Lösung des europäischen Problems die Esperanto-Bewegung, weil wir darin bereits faktisch den gewünschten Staats-Stimmungs-Zustand finden und nur deren Steigerung und Verallgemeinerung zu vollziehen übrig bleiben wird – Der große Kampf für die Vereinigten Staaten von Europa wird nicht vergebens sein. Generationen und Generationen werden die Früchte genießen.
Welcher der genannten vier Faktoren nun entscheidend die Entwicklung Europas beeinflussen wird, dies wird zeigen – die Zeit. J. Zauner"
ilustraĵo / Abbildung: Kiun vojon elektos Eŭropo? (Welchen Weg wird Europa wählen?)
Europa -
- Nationalstaatliches Europa
- UdSSR
- Paneuropa
- U.Ŝ.E.
Ĉe-Instituto en Hago ("Tsche"-Institut in Den Haag)
"Die Esperanto-Presse berichtete, daß man am 24. Mai das Internationale Ĉe*-Institut ("Tsche") einweihte, dessen Ziel die weltweite Verbreitung von Esperanto im großen Maßstab mittels Ĉe-Methode-Lehrgängen, und die Organisation von internationalen Ĉe-Kursen von Esperanto für die verschiedenen nationalen weltweiten Lehrer ist.
– Den Haag ...
Vor dem Krieg baute man den Friedens-Palast in Den Haag. Mit ihm demonstrierte man für den Welt-Frieden, die Beseitigung der Kriege beabsichtigend. Und was war das Ergebnis der schönen Bestrebung?
– Krieg in der Zeit von 1914 - 1918; der grausamste Krieg der Welt!
Nun, Esperantisten begannen ein Institut in Den Haag zu schaffen, dessen Leiter – nach unserer Meinung – günstigere Aussichten in der Welt haben werden, als es die erfolglose Den Haager Friedensbewegung hatte, weil mit ihrer neu untermauerten Arbeit die wirkliche, praktische Epoche der Friedensbewegung begonnen wird: sie ist der Grenz-Stein zwischen den alten und neuen Zeiten.
[Kian oferon postulas la UŜE-programo de l' eŭropanoj? Nur tion, ke ili lernu la help-lingvon Esperanto]
[Welches Opfer fordert das UŜE-Programm von den Europäern? Nur dies, daß sie die Hilfs-Sprache Esperanto lernen sollen.]
paĝo 4 / Seite 4
– Ja, ja, ihr habt Recht Gründer dieses Instituts: ihr marschiert auf einem guten Weg; die Esperanto-Bewegung wird dann triumphieren, wenn eure Methode, ihre Aufgabe erfüllen wird! Ergebnisreich vermag eure Methode zu werden, gemäß welcher ihr den verschieden-nationalen Lehrern die Sprache Esperanto lehren wollt, damit sie mit der Sprache und der Bewegung* bekannt werden, und sie hinterher die große Idee unter den Kindern verstreuen, damit bereits die Bildung der Kinder im Geist der "inneren Idee" beginnend. Und so harmonisch und sehr schön könnte die internationale Erziehung der Menschheit sein, wenn diese Lehrer – vermögend über die Sprache und über den Geist des Esperantismus Bescheid zu wissen – wechselseitig sich verstehend, den einheitlichen internationalen Erziehungs- und Lehr-Plan zusammentragen würden! Esperanto schenkt es – durch sich selbst – mittels des möglichen sprachlichen Verständnisses untereinander: der Esperantismus durch die Möglichkeit des geistigen Verständnisses untereinander! Wenn sich dies verwirklichen würde, wäre das große Ziel bereits erlangt worden.
Wir fragen: Ist nicht der "Ĉe-Weg" der rechte, welcher beabsichtigt die Menschheit mittels der esperantistischen Lehrer zu versöhnen, welche die Arbeit mit der internationalen Bildung von Esperanto und Esperantismus schon bei den Kindern beginnen werden?
Wir wünschen dem Ĉe-Institut ein gutes erfolgreiches Wirken! Julio Csapô"
[Al Oxford - Bonan laboron - UŜE-EĤO] [An Oxford - Gute Arbeit - UŜE-EĤO]
Reflektoro (Reflektor)
"Simplified Practice" ("Vereinfachte Praxis (Anwendung)")
"Wissen Sie, was diese Wörter bedeuten?
"Simplifies Practice" ist die Devise von Herbert Clark Hoover, Präsident der USA, welcher mit dieser Bewegung beabsichtigt, das Aussehen der ganzen Welt zu verändern. Die "Vereinfachte Praxis"-Bewegung – dies bedeuten wörtlich die englischen Wörter – will Ordnung in der Anarchie der Lebensweisen machen: überflüssige Energie-Verschwendung entfernen, aussondern. Hoover "standard"-isierte bereits mit dieser Devise viele Handelsartikel. Beispielsweise: die Herstellung verminderte die Parkett-Typen von 66 auf 4, die Typen der Milchflaschen von 49 auf 9, In Glas-Artikel in Hotels von 700 auf 160 und die Typen der Särge auf 2. Diese Bewegung erleichtert und vereinfacht die überflüssigen Schwierigkeiten des alltäglichen Lebens und bringt auch Einsparungen. (In den USA im ersten Jahr 300 Millionen Dollar.)
Will man in Europa irgendeine amerikanische Bewegung nachahmen, dann soll diese die erste sein. Es gibt wahrlich genug zu vereinheitlichende Einrichtungen und Handels-Artikel. Unser ganzes wirtschaftliches System müssen wir reformieren. Soviel von der produktiven Arbeit würde eine Erleichterung des alltäglichen Lebens bedeuten. Lieber Europäer: versuchen Sie sich vorzustellen, was der Fakt bedeuten würde, wenn Sie durch ganz Europa ohne Pass und Sichtvermerk reisen könnten; in ganz Europa würde nur ein Geld-System bestehen und vergessen Sie nicht, daß man Sie überall, in allen Teilen Europas verstünde, wenn Sie hilfssprachig* sprechen würden. (Pessimisten verzeihen Sie mir.) Stellen Sie sich vor, lieber Zeitgenosse, daß der Staat ihre Steuer gesenkt hat, weil man eine gemeinsame europäische Armee und ein Armee-Budget erschuf, und dafür die einzelnen Staats-Kassen bereits nicht mehr benötigt. Gewiss, ein nahezu unglaublicher Traum! Jedoch ...
Könnte man nicht das selbe System von "Simplifies Practice" auf das Geistesleben anwenden? Beispielsweise, wieviel des unglücklichen Missverständnisses kommt aus der Verschiedensprachigkeit der Menschen? Wieviel der geistigen Energien gehen infolge sprachlicher Schranken verloren?
Die Tendenz der Entwicklung ist, die Welt zu vereinen. Äußerlich passiert eine Vereinheitlichung schon (Kleidung, Reise-Verhaltensweisen usw.), hinterher wird bestimmt die geistige folgen. Die Esperanto-Bewegung kann bei dieser großen Vereinheitlichung der Welt eine große Aufgabe vollbringen."
Koncernas nian program-punkton: Esperanto estu la ĝenerala helplingvo en la UŜE
(Betrifft unseren Programm-Punkt: Esperanto sei die allgemeine Hilfssprache* in der UŜE)
"In Wells: "Weltgeschichte" kann man lesen (Kapitel 36): "Es ist eine sehr beschwerliche Aufgabe diese Völker, die nicht die gleiche Sprache sprechen, gemeinsam zu regieren, demgemäß ungleiche literarische Werke lesen und ungleiche Ideale haben ...""
Ford kontraŭulo de l' usona altdogan-tarifo (Ford ein Gegner des USA-Hochzoll-Tarifs)
"Das neue Zollgesetz könnte – nach seiner Meinung – der USA-Industrie nur schaden und würde die Zahl der Arbeitslosen dadurch vergrößern, daß es den Welt-Handel beschränken würde. Zoll-Tarife – sagte er – gehören in die Vergangenheit. Somit ist er Gegner des neuen Zoll-Projekts und empfiehlt ein allgemeines Verschwinden der Zoll-Schranken."
Modernaj akiraĵoj de la teĥniko ne povas evolui grandmaniere en la nuna Eŭropo.
(Moderne Errungenschaften der Technik können sich im heutigen Europa nicht großartig entfalten.)
Taks-aeroplanoj en Germanujo. (Taxi-Flugzeuge in Deutschland.)
"Die deutsche "Lufthansa" entschied ab 1.Mai 1930 der großen Öffentlichkeit 180 Flugmaschinen für einen privaten Gebrauch zur Verfügung zu stellen."
Ein Flug-Kilometer würde unabhängig von der Personenzahl 1,10 RM kosten. Doch technische Neuerungen fordern auch Neuerungen im Zusammenleben der Europäer. Bei Wegfall der Grenz-Sperren würde durch den vervielfachten Verkehr auch die Arbeitslosigkeit zurückgehen. [se] 
[Pligrandigu per UŜE-propagando la nombrojn de l' esperantistoj]
[Vergrößert durch UŜE-Idee-Verbreitung* die Zahl der Esperantisten]
paĝo 5 / Seite 5
Eŭropaĵoj (Europäisches)
Pasport-vizoj. (Pass-Sichtvermerke.)
"Pass-Sichtvermerke erhöhen in Europa oft sehr die Reise-Ausgaben. Ganz grundlos. ...."
Wenigstens einige Staaten schafften dieses Überflüssige ab. [se]
Altinstruitaj strat-balaistoj en Budapeŝt. (Hochausgebildete Straßen-Kehrer in Budapest) .... (Zeitungs-Ausschnitt)
Unter jenen Straßen-Kehrern, die keine andere Arbeit finden, befindet sich eine Anzahl von sehr gut Ausgebildeten. [se] 
Ligo batalas jam kontraŭ sinmortigo (Eine Liga kämpft bereits gegen Selbstmord)
Da in Berlin täglich 10 bis 16 Selbstmorde geschehen, gründete sich eine Liga. [se] 
Nom-analizo. (Namens-Analyse)
"In einigen europäischen Nationalstaaten ist die Namens-Analyse eine bedeutende Angelegenheit. Oft beschäftigen sich sogar Minister damit.
Nämlich: Aus Namen von Staatsbürgern bemüht man sich auf die Nationalität zu schließen. In einigen Städten, mit verschiedensprachigen Schulen, müssen Schüler die Schulen der Nation besuchen, zu welcher sie gehören. Nicht die Eltern entscheiden das. Wenn man an der Nationalität eines Schülers zweifelt, dann stellt man das Namens-analytisch fest. Aber das ist nicht immer eine einfache Sache. Insbesondere nicht in Südost-Europa.
Hier ein alltägliches Beispiel: Zu welcher Nationalität gehört hier jener Junge, der deutsch, rumänisch und ungarisch spricht?
Sein Name: Frecôt
Die Namen der Eltern: Schmidt – Frecôt
Die Namen der Großeltern: Katona – Schmidt – Mihailoviĉ – Frecôt
(Ungarin) – (Deutscher) – (Serbin) – (Nachkomme eines französischen Siedlers)
Aber nicht nur in Südost-Europa, auch in anderen Teilen unseres Kontinents, vermischten sich die Nationen in der Folge der schnellen Verkehrs-Entwicklung auf solche Weise, daß es oft eine schwere Mühsal ist, die richtige Nationalität festzustellen."
 [Paneŭropo kaj UŜE (Paneuropa und UŜE)
"Um in Europa die gegenwärtigen sehr schlechten wirtschaftlichen Umstände zu beenden, ist notwendig, daß man die Produktion rationalisiert.
Rationalisierung der Produktion fordert größtmögliche Spezialisierung.
Produktions-Spezialisierung ist nur dann vernünftig und Wettbewerbs-fähig, wenn sie sich auf natürliche geografische Gebiete stützt.
Diese natürliche Raumverteilung der Produktion fordert eine Beseitigung der europäischen Zoll-Grenzen.
Eine Beseitigung der Zoll-Grenzen würde einigen europäischen Staaten die Möglichkeit nehmen, eine umfassende wirtschaftliche Produktion zu bewahren.
In Staaten mit unvollständiger Wirtschafts-Produktion fehlt die Möglichkeit, aus Anlaß eines Krieges, sich erfolgreich zu verteidigen. (Einige Handels-Artikel würden fehlen, welche man nicht in dem eigenen Land herstellt, und die man nicht einführen könnte, wären die Landesgrenzen geschlossen.)
Wenn eine nationale Verteidigung sich als nutzlos erweist, dann werden nationale Armeen überflüssig gemacht und man muß sie in einer paneuropäischen Armee zusammenschließen.
Was würde Britannien zu dieser Macht-Gruppierung sagen?
Und Russland?
Ist dieser Weg nicht zu gefährlich, um das europäische Problem zu lösen?
Wird die wirtschaftliche, finanzielle und politische Überlegenheit Amerikas nicht unseren Kontinent zwingen einen weniger gefährlichen Weg zu wählen um Europa zu heilen?
Esperantisten! Empfehlt daher Paneuropa-Bewegung als Vorarbeit zur kommenden UŜE und verbreitet* UŜE, als Weg, welcher eine Lösung des europäischen Problems ohne gefahrvolle politische Anspannung ermöglicht.
"]
 La Eĥo de "UŜE-EĤO" (Das Echo von "USchE-EChO")
Hier-darunter veröffentlichen wir einige Teile aus den Briefen, welche die Redaktion erhielt:
".... Ich empfing Ihr 'UŜE-EĤO' und las es mit großem Interesse durch. Möglicherweise schließe ich mich UŜE an. Schon lange sympathisiere ich mit der Idee der Vereingten Staaten von Europa. Ich studierte die Schriften von Coudenhove-Kalergie (Wien) durch und stimme ganz mit seinen Vorschlägen überein. Die Paneuropa-Bewegung von Coudenhove-Kalergie scheint mir sehr gut angeleitet und ich bedaure, daß der Autor selbst bis jetzt Esperanto nicht einmal empfahl. Darum freue ich mich, daß Sie so sehr Esperanto betonen, als Sprache von UŜE"  F.W.M. en R-g. ....
"Wahrlich, Ihre Zeitschrift fehlte noch in unserer Epoche und ich gratuliere Ihnen, daß Sie mutig waren jene als erster herauszugeben ..."  V.J. en S-m.
Genau dieselben Probleme haben wir 2022 mit dem Quasi-Nachfolger der Paneuropa-Idee, der existierenden EU. Sie ist noch nicht so krisenfest wie nötig, da sehr vielen Bürgern das europäische Bewusstsein fehlt. Man grübelt in den EU-Chef-Etagen, wie man die Bürger bewegen soll, Europäer zu sein. Gleichzeitig lehnt man dort praktisch unseren Ansatz ab. Ohne Esperanto wird jedenfalls die EU nicht lange genug überleben. [se]
Respondoj (Antworten)
Alle, die uns Adressen von UŜE-Freunden und Zeitungs-Ausschnitte schickten, wollen bitte unseren herzlichen Dank entgegen nehmen – ".... W.K. en D-t.  Herzliche Dankesgrüße. ...."
paĝo 6 / Seite 6
Spegulo de la eŭropa problemo (Spiegel der europäischen Problems)
Bsp.: "Zoll-Konferenz. Sie können nicht übereinkommen, die Mauern sind (viel) zu hoch."
[Pri la abonpago.] [Den Abo-Preis betreffend – Du kannst Abo-zahlen ....]
[Abonprezo de "UŜE-EĤO" estas por 1930 ....] [Abo-Preis von UŜE-EĤO ist für 1930 (4 Nummern): 4,– "apseloj" ....]
2022042120220526SE
UŜE-EĤO 1930 -03- (Julio) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek


UŜE-EĤO 1930  -04-  (Oktobro)
paĝo 1 / Seite 1
UŜE-vojo (UŜE-Weg)
"Ein Staat schuldet seine Existenz den Menschen mit gemeinsamen Interessen und gleichen Ideen. Religiöse, nationale und soziale Vorstellungen, immer mehr oder weniger durchdrungen von materiellen Interessen, können zu einer Staats-Gründung führen. Vorbedingung davon ist eine starke Schar von Gleich-Interessierten.
Dies zu Europa in Betracht ziehend, kann man feststellen, das zur jetzigen Zeit eine große Zahl von Europäern unzufrieden ist und sich nach einer allgemeinen Verbesserung des jetzigen Zustandes sehnt. Also, wir finden in Europa eine beträchtliche Schar mit dem selben Wunsch, dem selben Ziel. Diese Gleich-Interessierten sind in allen Staaten Europas zu finden. (Die europäische Wirtschafts-Krise beeinflusst auch unvorteilhaft die gesamte wirtschaftliche Welt-Situation, in der Folge von einer Konsum-Einschränkung von etwa 500 Millionen Menschen.) Also, bei einer Heilung der europäischen Krise muß man die Genesung überstaatlich tun. Als Ausweg verbreitet man die Idee einer Vereinigung von Europa, welche scheinbar die alleinige Möglichkeit der Genesung bedeutet."  
ilustraĵo / Abbildung:
Estraroj (Behörden)
 1 centra (zentrale)
 2 landaj (nationalstaatliche)
 3 provincaj (regionale)
 4 lokaj (kommunale)
| esperantistoj (Esperantisten)
| ne-esperantistoj (Nicht-Esperantisten)
Die Abbildung zeigt die vier Behörden-Ebenen in einem geeinten Europa. Weitere Ausführungen siehe unten. [se]
paĝo 2 / Seite 2
Neceseco de fundamenta, unueca eŭropa parlamenta organizaĵo
(Notwendigkeit einer grundlegenden, einheitlichen europäischen parlamentarischen Organisation)
"Wissend, daß die Vereinigten Staaten von Europa europäische Probleme lösen könnten, ist nachdenkenswert, welcher Weg – möglichst ungefährlich – zu ihnen führt. Nach unserer Meinung ist es am natürlichsten, die Arbeit am Fundament zu beginnen, das heißt diese Europäer zusammentun, organisieren, welche die gleichen Interessen und Ideale haben. Sie sollen zu den ersten Mitgliedern einer einheitlichen europäischen parlamentarischen Organisation werden, deren Aufgabe es ist, für eine Verwirklichung der Vereinigten Staaten von Europa zu wirken und zu kämpfen.
In Europa besteht eine Vielzahl von Parteien, die einzelne Landes-Interessen verteidigen und unter diesen befinden sich solche, die für verschiedene nationale, soziale und religiöse Klassen eintreten, aber bis jetzt existiert keine einheitliche europäische Organisation, dessen Abgeordnete in nationalen Parlamenten die europäischen allgemeinen Interessen vertreten würden.
Zur Zeit, nahezu ausnahmslos, behandelt man in Parlamenten nur nationale Angelegenheiten, welche sich natürlich mit denen von anderen Staaten kreuzen müssen, die Vielzahl und Verschiedenheit der europäischen Staaten
in Betracht ziehend.
Es fehlt auch eine nennenswerte "europäische" Presse: Zeitungen, welche für europäische Interessen kämpfen würden. Eine heutige nationalsprachige Presse verteidigt allergrößtenteils nur eigennationale Probleme, darum behindert sie auch sehr die Entstehung eines europäischen geistigen Sich-Verstehens.
Also, wir benötigen dringend eine europäische überstaatliche Organisation, in welcher sich alle der Mitarbeit willigen Europäer zusammentun. Während des Organisierens würden sich Europäer nach und nach in zwei Teile trennen: Unterstützer und Gegner. Jetzige wirtschaftliche und politische Umstände bedeuten für viele Zufriedenheit, für einige sogar allerhöchste Zufriedenheit. Diese Zufriedenen werden sicher alles tun um Gründung und Gedeihen der genannten Organisation zu behindern. Aber dauerhaft werden sie wahrscheinlich nicht erfolgreich sein, weil zu viele der Faktoren für eine europäische Einigung werben.
Schon in der zweiten Ausgabe von UŜE-EĤO erwähnten wir die geplante Organisation – UŜE-Gründer –, deren Gründung die bedeutendste Aufgabe unserer Arbeit sein soll."
Selbst im Jahr 2022 sind kaum europäische Medien zu finden. Außer einem französisch-deutschen Kulturkanal (Arte) und einem europäischen Nachrichtenkanal (euronews), sowie einem Netzanbieter (voxeurop) ist nicht viel zu haben. Die nationalen Gesellschaften bleiben hauptsächlich unter sich. Ein verheerender Zustand für Europa. Früher war es ein W.T.Stead, der zumindest eine positive Einstellung zu künftigen Vereinigten Staaten von Europa wie auch gegenüber Esperanto hatte. Doch leider konnte er nur ein englischsprachiges Medium anbieten, zudem hing er an der zweifelhaften Idee einer sogenannten Amerikanisierung der Welt. Erst Josef Zauner schaffte den Sprung hin zu einem europäischen Medienangebot. Doch leider verbrachte er mit seiner Zeitschrift so lange in der Realität mit ihren Vorbereitungen zum 2.Weltkrieg, daß seine späten Veröffentlichungen mit Vorsicht zu betrachten sind. Die Gesellschaften waren und sind wohl noch nicht ganz reif. [se]
Strukturo de UŜE-organizaĵoj (Struktur der UŜE-Organisatoren)
"In den vorherigen Nummern wiesen wir auf die bedeutende Rolle hin, welche wir den Esperantisten in dieser UŜE-Bewegung widmeten. Auch wollen wir nun unsere Überzeugung betonen, daß sie bestimmt sind Urheber und Pioniere bei der Verwirklichung der Vereinigten Staaten von Europa zu werden.
Die Zeichnung auf der ersten Seite dieser Nummer macht den Hauptgedanken der UŜE-Organisationen verständlich. Es ist: Esperantisten sollen den Kern in Behörden der UŜE-Organisationen ausbilden. Sie sollen Gründer aller UŜE-Organisationen sein und sie sollen den "Geist" der ganzen Bewegung zustande kommen lassen. In den Behörden der UŜE-Organisationen sollen auch Nicht-Esperantisten sitzen, aber immer soviele Esperantisten, die darin erfolgreich einen "europäischen Geist" garantieren können und die sich durch ihre Sprachkenntnis um Beziehungen mit anderen UŜE-Organisationen kümmern können.
Relation zwischen Esperantisten und Nicht-Esperantisten sollen in Behörden, höher entsprechend Bedeutung, immer vorteilhafter für Esperantisten sein. Unsere Zeichnung zeigt dies hier:
 in kommunalen Behörden etwa  1/4 Esperantisten  –  3/4 Nicht-Esperantisten
 in regionalen Behörden etwa  2/4 Esperantisten  –  2/4 Nicht-Esperantisten
 in in (nationalen) Ländern etwa  3/4 Esperantisten  –  1/4 Nicht-Esperantisten
 in zentraler Behörde  4/4 Esperantisten  –  – Nicht-Esperantisten
Nur ein Prinzip wollen diese Zahlen zeigen. Mit Ausnahme der zentralen Behörde, zu welcher nur Esperantisten gehören würden, wird es sicher nicht möglich sein, diese Einteilung in anderen Behörden in der Praxis exakt anwenden zu können.
Mit unserer Zeichnung wollen wir betonen, daß Esperantisten alle UŜE-Organisationen durchdringen sollen, sie sollen außer einem Fundament auch ein Stahl-Gerüst formen, welches das große Bauwerk zusammenhält."
Die Abbildung der ersten Seite zeigt die vier Regierungs-Ebenen in einem geeinten Europa. Aus heutiger Sicht ist der Begriff Zentrale unglücklich gewählt. Denn man verbindet das Wort mit Zentralismus, dieser ist natürlich abzulehnen. Dagegen geht es doch um eine gerecht abgestimmte Lösung im Zusammenspiel aller Ebenen. Die gesamteuropäische Ebene würde also Esperanto-sprachig sein. Dabei ist nicht zu vergessen, daß die Politiker doch mindestens auch ihre Muttersprache beherrschen. Am Anfang würde die gesamteuropäische Ebene also von Esperantisten besetzt. Mit der Zeit rücken Esperantosprecher aus den Schulen nach. Zu den Ebenen der Länder, Regionen und Kommunen hin würde der Anteil jeweiliger gebietstypischer Sprachennutzer ohne Esperanto-Kenntnisse steigen.
Heutige Politiker mögen sich bei der Forderung benachteiligt fühlen. Doch sollten sie sich nicht weiter der Zukunft in den Weg stellen. Esperanto-Unterricht gehört an die Schulen. Unter den Schülern befinden sich künftige europäische Politiker. Bald sollte auch in den EU-Behörden begonnen werden, Esperanto zu akzeptieren und aufzunehmen. Außerschulische Seiteneinsteiger mit Esperanto-Kenntnissen werden verfügbar sein, wenn sich die Politik öffnet. Und keine Angst um den aktuellen Posten, die Sache braucht etwas Zeit. [se]
Vojo al la organizaĵo UŜE-fondantoj kaj al la Unuiĝintaj Ŝtatoj de Eŭropo
(Weg zur UŜE-Gründer-Organisation und zu Vereinigten Staaten von Europa)
"Auf dem Weg aller Organisationen ist der Anfang der schwierigste Teil. Menschen sind gegenüber neuen Bewegungen gewöhnlich vorsichtig und zurückhaltend. Ihre Devise ist abwarten, in welcher Weise sich die Angelegenheit entwickeln wird. Ganz richtig! Aber die, welche eine zum Leben erwachte Organisation mit alten bereits existierenden vergleichen wollen, diese sollen ein verhältnismäßiges Messgerät verwenden. Fast alle großen und gründlich Wurzeln schlagenden Organisationen entwickelten sich langsam und oft kämpfend. Schnell-Entstehendes kann scheinbar nicht lange andauern.
Dies mussten wir zuvor erwähnen, unsere Absicht verständlich machend: den UŜE-Organisationen ein zuverlässiges, andauerndes Fundament geben.
Es wäre seltsam bereits die erste Organisations-Form UŜE-Gründer zu nennen. Dieser Name würde nicht ganz die Fakten beantworten. Bereits der Name dieser Organisation deutet an, daß ihm ihre Mitglieder würdig sein sollen. Es ist also notwendig, daß wir einige Vor-Organisationen zu schaffen haben, welche gewissermaßen einzelne Entwicklungs-Phasen bilden."
Schema auf dritter Seite will diesen Weg veranschaulichen, welcher nach unserer Meinung zum Ziel führt.
[En la Zamenhofa Esperanto la eŭropaj lingvoj estas simpligitaj je ilia komuna denominatoro.]
[In Zamenhofs Esperanto sind die europäischen Sprachen auf ihren gemeinsamen Nenner vereinfacht.]
paĝo 3 / Seite 3
Schema UŜE-vojo (UŜE-Weg) beginnend von unten:
| UŜE
| UŜE-Regierung  
| UŜE-Parlament
| UŜE-Abgeordnete in nationalen Parlamenten
| UŜE-Gründer
| UŜE-Mitglieder
| UŜE-Initiatoren
| UŜE-Freunde
| UŜE-Verbreitung
"Ausgangs-Punkt ist UŜE-Propaganda. Wir wollen überhaupt nicht die verschiedenen Verbreitungsmöglichkeiten zitieren, weil die Esperantisten diese schon aus der Esperanto-Bewegung kennen. Daß wir dabei bestrebt sind, die modernsten Mittel der Verbreitung von Ideen anzuwenden, dies ist selbstverständlich.
Haupt-Ziel der Propaganda* ist die UŜE-Idee zu verbreiten und Anhänger für die Bewegung* zu gewinnen. Gewiss ist es wichtig zu wissen, wo man diese UŜE-Freunde finden kann. Wir vermuten, daß sie vor allem unter Esperantisten auffindbar sind. Aber die Zahl von Esperantisten ist – heute – bedauerlicherweise – klein. Man zählte offiziell etwa 100.000 Esperantisten in Europa. Sehr Weniges für einen Kontinent von 500 Millionen Einwohnern.
Auch jene ehemaligen Esperantisten müssen wir versuchen zurückzugewinnen, welche – aus Gründen, die wir hier nicht behandeln wollen – passiv und interessenlos bei der Esperanto-Bewegung sind.
Dazu besteht noch ein riesiges zu propagierendes* Gebiet, das sind diese vielen Esperanto-Freunde, welche unsere Sprache nur zu lernen begannen und das Studium beendeten, weil sie kein praktisches Ziel und Sinn fanden, um es zu Ende zu lernen. All diese erkennen den Nutzen und die Tauglichkeit von Esperanto wieder, sie erwarten nur eine praktische Nutzbarkeit. Wir hoffen durch eine UŜE-Propaganda einige der "Halb"-Esperantisten zurückzugewinnen. Die Zahl dieser Europäer, welche sich irgendwann mit Esperanto beschäftigten und nun nicht an der Bewegung teilnehmen, könnte auch 100.000 erreichen.
Viel größer ist die Zahl jener Europäer, die bis jetzt keine Beziehungen zu Esperanto hatten, aber an die Vereinigten Staaten von Europa glauben. Ein Sprachen-Problem ist für sie eine zweitrangige Angelegenheit, sie sehen in einer Vereinigung von Europa einen Ausweg, welcher aus dem wirtschaftlichen Chaos führt. Diese Kreise für die UŜE-Bewegung zu gewinnen ist schwierig, aber die dankbarste Aufgabe der UŜE-Werbung*.
Kurz: für einen Beginn können wir drei Propaganda-Bereiche unterscheiden:
 Esperantisten,
 ehemalige Esperantisten und die
 Freunde der europäischen Einigung.
Als folgende Organisations-Stufe der UŜE-Bewegung betrachten wir UŜE-Initiatoren. Diese sind gewissermaßen territoriale Repräsentanten der UŜE-Bewegung. Sie sind – vergleichend gesagt – territoriale Zwischen-Sendestationen der UŜE-Verbreitung*. Je mehr der arbeitswillige Gleichgesinnte sich als UŜE-Initiatoren hinzugesellt haben, um so stärker kann unsere Ideen-Verbreitung gemacht werden.
Der Name der UŜE-Initiatoren weist bereits auf ihre Hauptaufgaben.
Eine ihrer wichtigsten Arbeit ist die Gründung von UŜE-Klubs. Wir meinen, daß diese Form der Organisierung am angemessensten für unser Ziel ist. Diese UŜE-Klubs werden das Zentrum von lokalen, regionalen und Landes-Bewegungen* gestalten müssen.
Klubmitglieder können sich andernfalls auch UŜE-Anhänger nennen.
Die nächste Entwicklungs-Stufe sind UŜE-Gründer. Diese Organisation muß zum "Rückgrat" der ganzen UŜE-Bewegung gemacht werden, zentraler Sammelpunkt für alle UŜE-Faktoren. Aus ihrer Mitte wird man UŜE-Abzuordnende für nationale Parlamente und – wenn die Umstände dies auch fordern – auch Mitglieder des UŜE-Parlaments und UŜE-Regierung erwählen müssen. Aber das ist noch weit und welchen Weg unser Programm gehen muß ist ein großes Problem. Niemals ist ratsam, Pläne zu veröffentlichen, weil sie sich nur zu oft nicht erfüllen können oder nicht gemäß einer geplanten Gestalt verwirklicht werden. Dessen ungeachtet glauben wir, daß es unsere Pflicht ist, ganz freimütig den Weg zu zeigen, welchen wir gehen, alle Freunde der europäischen Zusammenarbeit einzuladen.* Wir sind überzeugt, daß dieser Weg richtig ist und wir glauben entschlossen, daß er zum Ziel führt.
UŜE-Organisationen werden nur dann zu gesunden, starken und andauernden werden, wenn sie sich organisch entwickeln.
Wir wollen nicht an Illusionen glauben: auch wir erlangen unser Ziel nur durch eine Ziel-wissende Arbeit!* J.Zauner"
Was hat sich eigentlich im Jahr 2022 geändert? Viel ist in der Zwischenzeit passiert. Aber wieder laufen ähnliche Entwicklungen wir zu Zauners Zeiten ab. Zu Erkenntnissen kommt man im Leben nur in einzelnen kleinen für sich stimmigen Schritten. Dazu kommen die sich immer verändernden äußeren Einflüsse. Man kann sich ihnen nicht entziehen, darf sich ihnen aber auch nicht um jeden Preis unterordnen. Vielleicht hat das Zauner später versucht. Der Weg zur hier vorgebrachten Erkenntnis, auch welche Form die Ideen-Umsetzung haben sollte, ist ein Weg, der nicht allen gleich offensichtlich scheint und den man etwas suchen muß. Inzwischen verging viel Zeit, in der kaum jemand den Faden wieder aufnahm. Dazu brauchte es Perioden des Friedens und der Freiheit, um zur Besinnung zu kommen. Die Bedingungen sind andere als damals, eigentlich noch gute. Doch viel weiter sind wir nicht gekommen. Aber im Moment sind Entwicklungen noch möglich. [se]
[UŜE-iniciatantoj ....] [UŜE-Initiatoren
"Die Hauptaufgaben der UŜE-Initiatoren wollen wir hier zusammenfassen:
A) Verbreiten der UŜE-Idee.
B) Beobachten das ganze politische Leben bezogen auf europäisches Problem.
C) Beobachten die Presse auch diesbezüglich.
D) Beobachten, welche Parteien für die europäische Einigung sympathisieren.
E) Beobachten verschiedener Organisationen, Faktoren: sind sie für oder gegen UŜE.
F) Vor-Arbeiten tun, um die UŜE-Freunde zusammenzuschließen, zu organisieren."]
[Demandu la interesulojn: Kiu lingvo fariĝu la oficiala lingvo de la venontaj Unuiĝintaj Ŝtatoj de Eŭropo?]
[Frage die Interessierten:
Welche Sprache soll zur offiziellen Sprache der kommenden Vereinigten Staaten von Europa werden?]
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SURVOJE... (UNTERWEGS ... )
Sinaia, Warschau, Genf ...
"Um die europäische Entwicklung ereignete sich in letzter Zeit viel Günstiges. Wichtigstes Ereignis war die Erhöhung des USA-Zolltarifs. Durch Hochzoll-Schutz veränderte sich die USA gleichsam in eine "Zoll-Festung". Die hohe Zoll-Mauer ermöglicht keinen Export nach Amerika und erschwert, hemmt für Europa sogar die Bezahlung von Kriegs-Schulden mittels Handelsartikeln.
Die Reaktion dieser wirtschaftlichen "Isolation" der USA war sehr stark. Protest-Demonstrationen in Schweiz, Belgien, Italien usw., Proteste von nahezu allen europäischen Regierungen: einige ergriffen "Repressalien", beispielsweise erhöhte Italien den Zolltarif für amerikanische Automobile auf 300-400 Prozent, in der Schweiz schlug man während einer Protest-Demonstration einen Boykott von amerikanischen Waren vor, die europäische Automobil-Industrie, welche scharf gegen die amerikanische Konkurrenz kämpft, sucht angemessene Wege um sich für eine vernünftige Zusammenarbeit zu organisieren.
Das Gleiche taten und tun europäische Agrar-Staaten welche sehr vieles wegen der amerikanischen und russischen Dumping-Exporte von Agrar-Produkten erleiden.
Mit wahrer Freude kann man nun den gesunden Ehrgeiz zwischen führenden Politikern der Agrar-Staaten feststellen, um die Landwirtschaft zu retten. Mit überraschenden Mut ergriff die Regierung von Rumänien eine Anregung – möglicherweise darum, daß ja in Rumänien das Elend verhältnismäßig am größten ist – und lud die Nachbar-Staaten Jugoslawien und Ungarn dazu ein, die gemeinsamen Wirtschafts-Interessen zu behandeln. Zur Zeit berichteten Zeitungen viel über ein günstiges Ergebnis dieser Konferenzen in Bukarest und Sinaia und die betreffenden Staaten begrüßten mit wahrem Optimismus den "Agrar-Block". Danach konnte man sogar über eine geplante Zoll-Union zwischen Jugoslawien und Rumänien (gemeinsame Währung usw.) lesen.
Hier der offizielle Beschluß der Konferenz in Sinaia:
"Rumänien und Jugoslawien entsandten ihre Repräsentanten zur gemeinsamen Wirtschafts-Konferenz in Sinaia (31.12.1930). Die Mitglieder der Delegationen behandelten die zwischenstaatlichen Wirtschafts-Situationen detailliert und grundlegend und vor allem beabsichtigten sie zu bestätigen, wie man in beiden Staaten die Wirkungen der wirtschaftliche Krise wahrnimmt. Nachdem sie auch die wirtschaftlichen Strukturen von Rumänien und Jugoslawien untersuchten, stellen sie fest, daß es nützlich, zweckmäßig und möglich ist zwischen beiden Staaten eine Zoll-Union und intensive wirtschaftliche Zusammenarbeit zu verwirklichen. Gleichzeitig verständigten sich die Delegierten über ein gemeinsames Wirtschafts-Programm und beschlossen über Vorauszahlungs-Mittel, welche benötigt sein werden um dieses Programm zu verwirklichen. Für all das erwartet man eine umgehende Billigung von den Regierungen. Außerdem entschied die Konferenz ein gemeinsames Rumänisch-Jugoslawisches Komitee zu schaffen, welches sich beständig um Verstärkung und um Belebung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Staaten kümmern muß, damit eine beschlossene Zoll-Union auch bald in der Praxis existieren soll.  
Die prinzipielle Bedeutung dieses Beschlusses ist riesig. Durch diese Entscheidung wurden die europäischen Zoll-Mauern teilweise erschüttert!
Polen führte sofort die Organisation der Agrar-Staaten und veranstaltete Ende August eine Konferenz aller Ost-europäischen Agrar-Staaten. Die bedeutendsten Beschlüsse dieser Konferenz sind:
Europäische Staaten, die Brot-Getreide und andere Agrar-Produkte einführen, sollen für Produkte aus Europa bevorzugte Bedingungen anwenden. Die Beseitigung der "Meistbegünstigungs-Klausel" in Wirtschafts-Verträgen ist das wirksamste Mittel um die Agrar-Situation zu verbessern.
Jährlich soll mindestens einmal eine Agrar-Konferenz stattfinden, abwechselnd in einer anderen Hauptstadt der teilnehmenden Staaten.
Zu Agrar-Problemen führen die Konferenz-Staaten ständige Beziehungen untereinander und mit den Organen der Liga der Nationen* ein.
Unmittelbar nach der Warschauer Konferenz übergaben die Regierungen von Rumänien, Jugoslawien und Ungarn Notizen mit gleichem Inhalt an den allgemeinen Sekretär der Liga der Nationen, in welchem sie vorschlugen:
1. Schaffung von bevorzugten Zöllen für Haupteinfuhr-Staaten von Europa.
2. Festlegung eines annehmbaren Preis-Niveaus für Agrar-Produkte.
3. Beseitigung von unnatürlichen Einfuhr-Hindernissen und umgehen jedes günstigen Vorteils betreffend einer über-ozeanische Einfuhr zu europäischen Agrar-Staaten.*
Alle diese Konferenzen und andere Anstrengungen tendieren dahin europäische Agrar-Staaten zu organisieren, damit sie teils ihre wirtschaftliche Krise beseitigen, teils, daß sie einheitlich bei einer Neuorganisation von Europa mit den, schon gut organisierten Industriestaaten zusammenarbeiten können.*
Eine Vereinigung von Europa ist bereits unterwegs, trotz dem, daß die erste Europäische Konferenz in Genf nicht so erfolgreich war, wie man dies allgemein erwartete, Briand behandelte während dieser historischen  Zusammenkunft sein/ihr(?)* Paneuropäisches Projekt und die erhaltenen Antworten der europäischen Staaten auf die Paneuropäische Denkschrift."
[La "patriota koro" de la nunaj eŭropanoj devas plilarĝiĝi!]
[Das "patriotische Herz" der jetzigen Europäer muß verbreitert werden!]
Leicht wird das falsch verstanden. Man könnte auch heute genauso die Bewohner der Nationalstaaten auffordern, nicht nur national zu denken, sondern auch mal über ihren Tellerrand zu sehen. [se]
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"Nach kurzer Diskussion nahm man diese Beschlussfassung an:
Die europäischen Mitglieds-Staaten der Liga der Nationen kamen am 3.September 1929* in Genf zusammen, wo sie die Ergebnisse der Antworten bezogen auf die Denkschrift zum Staaten-Bündnis von Europa erfuhren und sind überzeugt, daß eine lebhafte Zusammenarbeit der europäischen Regierungen in allen Bereichen der internationalen Aktivität eine hervorragende Bedeutung hat.
Aber sie sind auch diesbezüglich der gleichen Meinung, daß eine Verwirklichung jeder Zusammenarbeit mit der Liga der Nationen und mit allen Prinzipien, welche der Pakt der Liga der Nationen beinhaltet übereinstimmen soll. Sie entscheiden das Problem während Sitzungen der Liga der Nationen zu behandeln.
Am Ende der Liga-Sitzungen ließ der Präsident wissen, daß die Liga der Nationen einen Ausschuß delegierte, dessen Aufgabe sein wird während kommender Sitzung über Lösungs-Möglichkeiten des europäischen Problems zu berichten.
Zu diesen Fakten wollen wir nur anmerken, daß das ganze Paneuropäische Projekt die "Bahn-Schienen" wechselte. Der Weg, das Projekt von Briand war ein anderer. Es ist nun eine große Frage, wohin dieser neue Weg führen wird. Ob zu der Verwirklichung, oder ist dieser Weg nur einer von den bekannten verkehrslosen "toten" Gleisen?"
Ĉu vi jam parolas "eŭrope"? – Nacilingva dialogo
(Sprichst du schon "europäisch"? – Nationalsprachiger Dialog)

"zwischen zwei guten Freunden. Einer ist ein Progressiver, selbstverständlich Esperantist, der andere mehr ein Skeptiker, welcher noch nicht weder über Esperanto, noch über UŜE entschied.
P(rogressiver): Lieber Freund, sprichst du schon "europäisch"?
S(keptiker): Was für eine neue Sprache ist das? Ich glaubte, du bist ein Esperantist.
P.: Ganz recht, ich hoffe sogar, daß du bald auch "europäisch" lernen wirst.
S.: Welche Sprache ist das?
P.: Esperanto. Diese Sprache muß zur einheitlichen Hilfssprache der Vereinigten Staaten von Europa werden.
S.: Guter Freund, ich glaube, das ist zu viel Optimismus.
P.: Möglich.
S.: Glaubst du ernsthaft, daß Europa geeint sein wird?
P.: Ja!
S.: Du kannst dir Europa mit einer einheitlichen Sprache vorstellen?
P.: Ja!
S.: Sogar dies, daß dieses offizielle Verständigungsmittel eine kunstgemachte Sprache sein kann?
P.: Zweifellos!
S.: Dann ... leb‘ wohl ... ich muß heimgehen.
P. (ironisch): Willst du das Lernen von Esperanto so schnell beginnen?
S.: Das nicht ... niemals!
P.: Dennoch, was willst du zuhause machen? Ich bin neugierig womit du dich während deiner freien Stunden beschäftigst, weil wir Esperantisten immer unsere Freizeit nutzen.
S.: Ich habe keine freien Stunden, ich kenne nur Arbeit und Sorgen.
P.: Auch andere haben diese.
S.: Sicher, aber nicht soviele. Ich arbeite täglich 10-12 Stunden, ich arbeite sonntags und feiertags und das Ergebnis ist: Sorgen, endlose Sorgen.
P.: Du sparst sicher nicht!
S.: Ich kann schon nicht bescheidener leben.
P.: Nun, was kann der Grund sein, daß du nicht erfolgreich sein kannst?
S.: Nicht nur ich bin nicht erfolgreich, der größte Teil der Inländer befindet sich in derselben unglücklichen Situation.
P.: Und was sagen sie zu der Ursache der elenden wirtschaftlichen Umstände?
S.: Zu viel sind die Steuern und alles ist teuer.
P.: Gut, und was kann der Grund dieser allgemeinen Teuerung sein?
S.: Ich verstehe dich, du spielst auf die überflüssigen Zoll-Grenzen, unterschiedlichen Währungen, Armeen usw. an. Ich akzeptiere, daß Europa ohne innere Zoll-Grenzen, mit einheitlicher Währung, gemeinsamer Armee, usw. allen leichtere Lebens-Möglichkeiten verschaffen würde, aber ich glaube, daß alldas Unerreichbarkeiten sind.  
P.: Warum?
S.: Wir betrachten überhaupt nicht die tatsächlichen Umstände in dem jetzigen Europa. Anscheinend siehst du nicht den Chauvinismus, gegenseitigen Hass, du liest anscheinend nichts über die Stärkung der nationalen Armeen, usw. Kannst du dir irgendetwas vorstellen, was diese feindlichen Staaten zusammenbringen könnte?
P.: Ja!
S.: Was ist das?
P.: Das Elend und die todbringende wirtschaftliche Konkurrenz wird sie zwingen sich zu vereinigen. Das Elend wird sie sicher lehren, zwischen wichtigen und unwichtigeren politischen Angelegenheiten zu unterscheiden. Und sie werden sicher das gegenseitige Verständnis suchen.
S.: Nach deiner Meinung gewiss durch Esperanto.
P.: Ganz richtig.
S.: Glaube nur ... ich bleibe ein Skeptiker."
[La nuntempaj eŭropaj internaj dogan-limoj signifas ....]
[Die heutigen europäischen inneren Zoll-Grenzen bedeuten für wenige: einen gigantischen Profit, und für die Massen: Hindernisse!
Europa ohne innere Zoll-Mauern: würden allen helfen!]
paĝo 6 / Seite 6
Spegulo de la eŭropa problemo (Spiegel des europäischen Problems)
Bsp.: Paneuropa nach deutscher Meinung
[Respondoj)] [(Antworten)
"Herzlichen Dank an alle, welche einen "UŜE-EĤO"-Text für nationale Zeitungen übersetzten und die uns Zeitungs-Ausschnitte, Idee-verbreitende* Bilder und Adressen von Esperantisten schickten. Wir würden uns sehr freuen, auch Adressen von Nicht-Esperantisten zu empfangen, die ein Interesse für die Lösung des europäischen Problems haben.
Trotzdem wir den Abo-Preis nicht schon in der zweiten Nummer festmachten, sendeten viele Gleichgesinnte Überzahlungen. Es waren auch solche, die für weitere Jahre abonierten. Herzlich danken wir freigiebig gespendeten Überzahlungen, und das Vertrauen, das uns sehr ermunterte."]
[Abonprezo de "UŜE-EĤO" estas por 1930 ....]
[(Abo-Preis von UŜE-EĤO ist für 1930 (4 Nummern): 4.– "apseloj". "...."]
2022051820220526SE
UŜE-EĤO 1930 -04- (Oktobro) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek


UŜE-EĤO 1931 -05- (Januaro)
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[Esperantistoj! Realigu UŜE! (Unuiĝintaj Ŝtatoj de Eŭropo)
Eldonejo: "LIBRO", Timișoara I, Strada Lonovici 1 (Rumanio-Banato))
La komuna denominatoro UŜE (Der gemeinsame Nenner UŜE)
"Vor kurzem drängte der Londoner Botschafter von Rumänien, Minister Titulescu, während einer großen Rede bei einem Bankett des Londoner Verbands der Liga der Nationen, daß die Liga der Nationen die Krise der Welt-Wirtschaft lösen muß. Das würde ein Studium der Bedürfnisse einzelner Staaten-Gruppen und eine allgemeine Finanz-Konferenz erfordern. "Wenn nicht rechtzeitig eine internationale Zusammenarbeit realisiert wird, dann wird eine große Katastrophe nach Europa hinein riskiert" – endete Titulescu seine Rede – "weil verzweifelte Menschen die Endlinie des Leidens erreichen." Mit diesen Worten drückte Titulescu Gedanken von Millionen Europäern aus. Chaos vergrößert sich immer und eine Hoffnung auf Verbesserung der Situation wird immer fruchtloser. Also, es ist gar nicht verwunderlich, daß Massen gegenüber neuen Ideen gleichgültig werden, daß Ziellosigkeit und Ratlosigkeit herrschen. Europäische Regierungen können die Staats-Bürger bereits nicht mehr geistig regieren: Massen verloren scheinbar das Vertrauen an ein Führungs-Vermögen der Staats-Führer*.
Unter diesen Umständen einen Ausweg zu verbreiten, ist keine einfache Sache. Schon von vornherein beabsichtigt man nicht, sich mit neuen Ideen, neuen Bewegungen bekannt zu machen. Ein scharfer Kampf um die Existenz erfordert alle Kräfte, die sogar bei starken Naturen ganz verzehrt werden und deshalb geht die geistige Verständnis-Fähigkeit zurück.
Ungeachtet alledem fühlen wir uns gezwungen den Ausweg UŜE aufzuzeigen. Je größer das politische Chaos ist, umso stärker wird in uns der Glauben, daß Vereinigte Staaten von Europa dieser Ausweg sein werden, der aus dem Chaos führt. UŜE ist gleichsam der gemeinsame Nenner, mit dessen Hilfe europäische Probleme lösbar gemacht werden.
Bereits in vorherigen Nummern von UŜE-EĤO wiesen wir auf Problem-Lösungen. Hier noch einige:
Unter verschiedenen politischen Bewegungen führt in Europa zur Zeit der Nationalismus. Alle großen und kleinen Nationen fordern eine freie nationale Entwicklungs-Möglichkeit. Ganz zu Recht. Ein benötigter Rahmen zu dieser nationalen Wohlstands-Besserung ist auch bereits geschaffen: es sind die jetzigen nationalen Staaten. Was noch zu ihrer Blüte fehlt ist die gesicherte wirtschaftliche Grundlage. Sie brauchen vor allem stabile Wirtschafts-Verhältnisse: solche, welche eine Wirtschaftsplanung auf lange Dauer, und deren ruhige Verwirklichung erlauben.
Stabile Wirtschafts-Verhältnisse fordern stabile politische Beziehungen. Diese braucht Europa sehr dringend. Grund allgemeiner europäischer politischer Unsicherheit ist die Überschätzung der staatlichen Souveränität. Kann eine politische Situation in Europa stabil und zufriedenstellend sein, wenn mehr als 20 Staaten ihre unabhängige eigene Politik haben? Gänzlich unabhängige, mit eigener Armee, nationalen Währungen, eigenem Zoll-Territorium usw. Weshalb braucht Europa beispielsweise soviel selbständige Heere? Armeen, die Europa täglich 6 Millionen Dollar kosten? Und das Schlimmste: Ein Rüstungs-Wettbewerb zwischen europäischen Staaten fordert immer mehr und mehr Steuern.
Bezogen auf Rüstung bestehen zur Zeit zwei-artige Staaten in Europa: aufgerüstete und abgerüstete. Letzte – Deutschland, Österreich, Ungarn und Bulgarien – fordern nun auch von anderen Staaten Abrüstung. Sie sagen, wenn gerüstete Staaten nicht ihre Armeen reduzieren werden, wie das der Vertrag von Versailles bestimmt, dann haben auch sie den Anspruch wieder aufzurüsten. Wir können nicht an eine baldige europäische Abrüstung glauben. Tatsächlich darüber nachdenkend kann man dies überhaupt nicht fordern. Aber was wir als verwirklichbar betrachten ist: einen Krieg dadurch unmöglich machen, daß Europa seine gemeinsame Armee erschaffe! Wir sollen nicht Abrüstung oder Aufrüstung propagieren, weil ein europäisches Rüstungs-Problem auf diese Art nicht lösbar ist. Je mehr von selbständigen Armeen bestehen, umso größer ist eine Möglichkeit des Krieges. Wenn wir beabsichtigen, einen Krieg unmöglich zu machen, müssen wir nur die Zahlen von unabhängigen Armeen verringern. Erreichbar ist das, wenn man die Armeen vereint, eine gemeinsame schaffend.
Also, statt Abrüstung oder Aufrüstung müssen wir die Idee einer gemeinsamen Armee für Europa verbreiten. Verwirklichte sich dieser Traum, Europa und die ganze Welt würden einen bis jetzt nicht gekannten Frieden erlangen. Ein Budget des Kriegsministers würden nicht ein Drittel des ganzen Budgets ausmachen und eine gemeinsame Armee könnte trotzdem die stärkste der Welt sein.
Jeder mit dem gleichen Ziel, der die Bedeutung dieses Gedankens versteht, soll ihn verbreiten, auch dann, wenn ihm bewußt ist, daß er nur nach Jahren das schon so lange erwartete europäische Rüstungsproblem beherrschen und lösen wird. Es ist möglich, daß ausgerechnet durch diesen Vorschlag die Lösung des ganzen europäischen Problems begonnen wird.
Nicht weniger wichtig ist die Frage der Minderheiten. In Europa existieren zur Zeit 30 bis 40 Millionen Angehörige von Minderheiten, welche mit viel Energie und Beharrlichkeit für Gleichberechtigung kämpfen. – Ohne viel Aussicht! Die heutige Grundlage dieses Kampfes ergibt keinen Erfolg und wir betrachten ihn als Energie-Verschwendung. Minderheiten werden ihre Ziele nur im Rahmen von Vereinigten Staaten von Europa erreichen. Wir glauben, daß gerade Angehörige von Minderheiten ein Interesse an der Realisierung von UŜE haben und wenn sie gleich-energisch und -begeistert für die Realisierung der Vereinigung von Europa kämpfen würden, wie sie dies für ihre nationalen Programme tun, sie würden das Ziel früher erreichen. Dies, daß gerade unsere neutrale Sprache die angemessene Sprache für eine Zwischen-Verständigung ist, betonten wir schon oft.
In einigen Staaten herrschen zwischen Volks-Gruppen starke Bestrebungen nach Autonomie im Rahmen der jetzigen Staatsordnungen. Heute ist es nicht leicht autonome Regionen zu erschaffen, weil National-Staaten mehr oder weniger gezwungene sind zentral zu regieren. Haupt-Ziel für Anführer* von National-Staaten ist: ein einheitlicher Staats-Geist soll die ganze Einwohnerschaft durchdringen und dieser Geist muß einen agilen Patriotismus ergeben. Man vermutet, daß dem Staat ein Regionalismus im Kriegs-Fall hinderlich ist, darum können einige Klein-Nationen, welche es gern haben würden ihr Volks-individuelles Leben zu genießen, dies nicht, weil ihnen die volle Autonomie fehlt.
Bei einer Verwirklichung von UŜE ist auch dieses Problem lösbar. Autonomie aller großen und kleinen Völker und einheitliche Leitung der Vereinigten Staaten von Europa sind durchaus gut übereinstimmbar.
Außer diesen oben beschriebenen Problemen bestehen noch einige, welche im Rahmen von UŜE auch lösbar sind. Zusammengefasst: Heutige europäische politische Struktur ist nicht brauchbar. Ein Kontinent, auf welchem sich noch überallhin im Abstand von 200 bis 300 Kilometern Zoll-Grenzen befinden, ist gewiss nicht modern eingerichtet. Glauben Sie den Verteidigern dieser Struktur nicht, daß das so sein muß! Materielle Interessen zwingen sie den souveränen nationalen Staat zu beschützen: sie können sich nicht vorstellen, daß ihnen ein vereinigtes Europa wahrscheinlich mehr der Vorteile geben würde.
Je tiefer man in das europäische Problem eindringt, um so klarer wird, daß ein großes Ziel UŜE eine niemals vorher-verspürte Höher-Entwicklung der Menschen-Kultur ermöglicht.
J. Zauner"

UŜE-iniciatantoj (UŜE-Initiatoren)
"In der vierten Nummer von UŜE-EĤO machten wir bereits die Hauptaufgaben von UŜE-Initiatoren bekannt, Aufgaben, welche wahrscheinlich neue Interessen-Gebiete für viele Gleichgesinnte sein werden. Sicher beobachteten viele bis jetzt nicht die darauf bezogene allgemeine Entwicklung, aber auch diese Bereiche des Lebens sind sehr interessant, umso mehr, daß das Thema immer das wirkliche Leben selbst ist.
Erfolgreich für UŜE-Initiatoren eine ausreichende Schar von UŜE-Freunden zu erhalten, ist es ihnen zweckmäßig, sie in Form von Klubs zu organisieren. Diese UŜE-Klubs müssen Brennpunkt der lokalen Bewegungen werden, wo man in der Lage sein wird, verschiedene Berichterstattungen, Anregungen, Diskussionen und Erfahrungen aufzuwerten. Aber vor allem soll bei ihnen ein "europäischer Geist" gepflegt werden. Durch harmonische Zusammenarbeit sollen die Klubmitglieder den Massen zeigen, daß sich verschiedene Nationen und soziale Klassen ganz gut untereinander verständigen können. In UŜE-Klubs muß man dann folglich Vorarbeiten für die Haupt-Organisation tun: UŜE-Gründer.
Wir können annehmen, daß jetzige Zeit für einen Beginn der UŜE-Organisierung nicht ungünstig ist, weil das europäische Problem in der Mitte der öffentlichen Diskussionen steht. Für viele Nicht-Esperantisten ist die Sprachen-Lösung im UŜE-Programm sicher fremd. Esperanto als offizielle Hilfssprache zu empfehlen überrascht viele, die bis jetzt nicht einmal ernsthaft über Esperanto nachdachten. Jene können wir nur zu Esperanto umstimmen, wenn wir bei jedem möglichen Anlass hilfssprachig sprechen werden. Wenn sie mehrmalig dessen Eignung und Zweckmäßigkeit hören und sehen werden, werden sie vielleicht die Sache überdenken.
Von der Handlung der UŜE-Initiatoren wird abhängen, ob man die europäische Öffentlichkeit erfolgreich auf Esperanto als einheitliche Hilfssprache für UŜE aufmerksam machen wird.
Viele leidenschaftliche Gleichgesinnte gaben schon aus eigenem Anstoß ein nachahmenswertes Beispiel als UŜE-Initiatoren. Wir erhielten aus allen Teilen Europas individuelle und allgemeine Ansichten über die UŜE-Idee, Zeitungs-Ausschnitte, Propaganda*-Bilder usw. Sie wurden interessiert durch vielzählige Fragen über Organisierungs-Formen, über UŜE-Weg usw. Das ist ein Beweis, daß das Interesse lebhaft ist und eine Mitarbeitslust besteht.
Um die Vor-Arbeiten zu systematisieren, wollen wir bei der Redaktion von UŜE-EĤO schaffen:
ein provisorisches Sekretariat
der UŜE-Bewegung,
dessen Aufgabe ist, sich bekanntgemachte UŜE-Initiatoren einzutragen, für die ganze Bewegung Berichte, Anregungen und Vorschläge zu sammeln und aufzuwerten usw.
Wir laden herzlich alle uneigennützigen Gleichzielenden ein, die über etwas freie Zeit verfügen und bereit sind, sich der UŜE-Idee zu geben, UŜE-Initiatoren zu werden.
Esperantisten, welche man größtenteils als Idealisten betrachtet, haben nun die Möglichkeit durch eine praktische Handlung einen großen Dienst an Europa zu tun. Ihre Mithilfe bei der Lösung des europäischen Problems kann sehr entscheidend werden und wird auch Esperanto zu dem verdienten Sieg verhelfen können.
J. Z."
Ab der Ausgabe Nummer 5 erschien die Zeitschrift im neuen 4-Seiten-Format. Letztmalig wurde auf Seite 1 zweispaltig gedruckt, ab Seite 2 ging es bis zum Ende vierspaltig weiter. [se]
ilustraĵo / Abbildung: Ĉu la homo ne devas envii la birdon?
(Muß der Mensch den Vogel nicht beneiden?) Übergang streng verboten / Grenze (Skrowronski)

paĝo 2 / Seite 2
Esperantistoj kaj Eŭropa problemo (Esperantisten und Europäisches Problem)
"Als Friedens-Freunde interessierten sich Esperantisten immer über Bewegungen, welche die Welt friedlicher werden lassen können. Darum ist verständlich, daß sie sich auch für eine Lösung des europäischen Problems interessieren. Viele wurden zu Freunden der Vereinigten Staaten von Europa, wahrscheinlich aus denselben Gründen wie Herr Franz Doering, Delegierter von UEA in Freiburg (Baden), der ganz richtig an uns schrieb:"... ohne Paneuropa ist und bleibt jegliche Art von Pazifismus eine Kinderei".
Groß war die Namensliste von jenen Gleichgesinnten, die der Paneuropa-Bewegung beitraten und die die Ideen von dem bedeutenden Grafen Coudenhove-Kalergie verbreiteten. Es ist nicht unsere Pflicht über ihre verdienstvolle Arbeit zu berichten, wir beabsichtigen nur jenes aus ihrem Handeln zu besprechen, was sich auf UŜE-Programm bezieht.
Unter ihnen ist erstrangig Herr Dr. Edmund Sós nennenswert, der hochgeschätzte Repräsentant von der "Esperanto-Abteilung der Paneuropa Union", der bereits seit Jahren die Hauptartikel von Coudenhove-Kalergie nach Esperanto übersetzt, und schwung-voll für die große Idee kämpft. Mit aufrichtiger Freude konnten wir einen Haupt-Artikel von H.d.E. lesen (42, 1930), in welchem Dr. Sós für Esperanto als offizielle zwischenstaatliche Sprache von Paneuropa warb. Bedauernswert ist nur, daß das Paneuropa-Programm diesen Punkt nicht enthält. Für Haupt-Anführer der Paneuropa-Bewegung ist Esperanto noch nicht genügend verbreitet. Gemäß Coudenhove-Kalergie, beabsichtigen sie Esperanto nur dann als offizielle Sprache zu akzeptieren, wenn dies Massen fordern würden. (Aus einer Rede in Budapest 6.5.1930.)
Einen besonderen Dank schuldet die Esperantistenschaft dem verdienstvollen sozusagen Herausgeber von "Literatura Mondo", Herrn Ludoviko Kökény, der in Budapest und Oxford Fachsitzungen veranstaltete, in welchen Esperanto bereits als einheitliches Hilfssprache von UŜE beworben war.
In "Hispana Esperanto", Nummer 9 (Oktober 1930) kann man lesen:
"An seine Durchlaucht* dem Herzog von Alba, Spanischer Minister für Auslands-Angelegenheiten, wurde von "Esperantanara Fajro" aus Barcelona eine umfangreiche und interessante Mitteilung über die unausbleibliche Notwendigkeit gerichtet sich Esperanto bei Errichtung der Europäischen Konföderation zu eigen zu machen mit projektierten Staaten von seiner ministeriellen Durchlaucht* Herrn Aristido Briand, Bevollmächtigter zu Auslands-Angelegenheiten in Frankreich.* Es endet die Offizialisierung der gewünschten Sprache vorschlagend, ähnlich hierzu was das dezimal-metrischen System betreffend von der Übereinkunft gemacht wurde, seinerzeit in Paris zusammengekommen und eine Übernahme von den verschiedenen Staaten nach und nach verallgemeinert wird.*
Zum Sprachenproblem selbst, schreiben unsere leidenschaftlichen Gleichgesinnten im Dokument: "Nur eine Sprache unabhängig von der Souveränität der Staaten kann jene des Europäischen Staaten-Bunds in dessen offiziellen Beziehungen sein. Nur eine einfache und genaue, Falsch-Verständnisse umgehende Sprache, soll angenommen werden. Aber immer im Rahmen von Unabhängigkeit der Staatshoheiten; sich immer an einen allgemeinen menschlichen Charakter anpassend. Und immer das Sinnbild der eigenen nationalen Sprache respektierend und unbeirrt hochhaltend.
Es besteht schon jetzt ein gemeinsames Verständigungsmittel ohne Vorherrschaft noch Vasallen-Abhängigkeit. Was man Jahrhunderte hindurch als unlösbares Problem betrachtete; das hat unberechenbare Bedeutung für das moralische Leben der Völker; was das Studium von berühmten Philosophen und Philologen würdig war, das hatte bereits eine glänzende und vollständige Lösung durch die geniale Erfindung von Dr. Zamenhof inne. Es existiert also eine Sprache, die ist niemandes seine, ist eines jeden.* Es existiert eine von der Souveränität der Staaten unabhängige Sprache und die wegen dieser Bedingung, jegliche Idee von Sklaverei und von Überherrschaft vertreibt. Sie ist die einzigartige und angepasste, geschmiedet für ein solches Ziel, genährt von Idealen des Pazifismus, wechselseitiger Liebe und Verständnis der Völker und Menschen. Und diese Sprache ist: Esperanto."
Jeder Esperantist kann unseren Gleichzielenden nur gratulieren, die Staaten-Anführer so mutig und energisch auf Esperanto aufmerksam machten. Insbesondere die Empfehlung von Esperanto als Sprache einer geplanten Europäischen Konföderation müssen wir betonen. Umso mehr, weil nicht alle Esperantisten den Mut haben, dies zu verbreiten.
Hier einige Randbemerkungen zur lobenswerten Aktivität von "Esperantanara Fajro" in Barcelona: Mit Bitten, Wünschen und Forderungen machen wir Sachverständige nur über Esperanto aufmerksam. Es ist möglich, daß diese Handlungs-Weise auch Erfolge hervorbringt. Aber den großen Sieg, welchen wirkliche Esperantisten träumen erlangen wir wahrscheinlich nicht auf diesem Weg. Das ist auch verständlich. Wir können überhaupt nicht von irgendeinem Minister erwarten, daß er Esperanto in den Schulen einführen soll, wenn er selbst nicht unserer Bewegung angehört. Er würde das wahrscheinlich nur dann tun, wenn er wie ein Esperantist über Nutzen und Anwendung und andere Werte von Esperanto überzeugt wäre. Wenn wir ernsthaft beabsichtigen Esperanto allgemein akzeptiert werden zu lassen, dann müssen wir uns bemühen, daß Esperantisten Staats-Führungspositionen einnehmen sollen in welchen sie die Möglichkeit und Macht haben die allgemeine Verbreitung der Welt-Hilfssprache zu verwirklichen.
Um Haupt-Ämter beim Staat aufmerksam zu machen, müssen wir uns organisieren und für sie kämpfen. Vor allem müssen wir selbst an Bedeutung und Größe unseres Ziels glauben. Oder, ist die allgemeine Einführung von Esperanto als Hilfssprache nicht solch ein bedeutender Programm-Punkt, wie irgendein beliebiger Punkt aus Programmen anderer Parteien? Massen werden nur dann an Esperanto glauben, wenn wir Esperantisten selbst, es als kampfwürdig betrachten.
Kurz: statt zu bitten, müssen wir uns bemühen uns zu organisieren und auf solche Weise Führungspositionen bei den Staaten erreichen und selbst unser Programm verwirklichen.
Außer oben genannter Gleichgesinnter verbreiteten einige aus eigener Entschlusskraft die Idee Esperanto als Hilfssprache des Europäischen Zusammenschlusses. Die Idee befand sich quasi in der Luft und wir glauben, daß wir sie rechtzeitig als Haupt-Punkt in das UŜE-Programm eingereiht haben. Z."
Auch heute rechnen Europa-Politiker nicht mit Anfragen zu unserem Thema. Und wenn, dann fürchten sie solche europapolitischen Ansätze wie der Teufel das Weihwasser. Denn sie sind darauf aus, möglichst viel Zustimmung zu erhalten und da stören gewisse Abweichungen vom üblichen Denken. Und wer politische Karriere machen möchte, stellt sich früh auf das Übliche ein. [se]
[Eŭropanoj! Liberigu vin de viaj ....] [Europäer! Befreit euch von euren gemeinsamen:
-Sorgen, -Budget-Defiziten, -Staats-Schulden, Arbeitslosigkeit usw.
durch gemeinsame:
-Armee, -Geld, -Außen- und Zoll-Politik.]
[Ĉu ankaŭ vi .... UŜE-EĤO ....] [Wünschst auch du daß UŜE-EĤO erfolgreich sei?]
Eŭropaĵoj (Europäische Dinge) 
Nova profesio (Neues Gewerbe)
Hier wird beschrieben, wie eine junge Frau wegen eines neuen Gesetzes nicht mehr beim Staat beschäftigt werden kann, da sie keine Staatsangehörige ist. Ihre Eltern kamen aus Nachbarstaaten. Innerhalb von drei Monaten muß sie die Staatsangehörigkeit erlangen. Nach dem Gesetzt wäre sie es, wenn sie heiraten würde. Damit alles seine Richtigkeit hat, wird geheiratet und wieder geschieden. Alles eine Frage der Vergütung. [se]
Doganumenda bukedo. (Verzollter Blumenstrauß)
Um bei der Einreise nach Deutschland nicht Zoll zahlen zu müssen, warf eine Frau den Blumenstrauß aus dem Postbus. Da er auf die deutsche Seite fiel und sie deshalb zahlen sollte, nahm sie den Strauß und warf ihn zurück nach Österreich, was den Mitfahrenden gefiel. [se]
Esperantisto kiel interpretanto. (Esperantist als Dolmetscher.)
Nach dem Esperanto-Weltkongress in Budapest kommt es im Zug zu Verständigungsproblemen mit dem Schaffner. Informationen werden über mehrere Sprachen weitergegeben: Ungarisch - Deutsch - Esperanto - Englisch [se]
"Ist also wahr, daß man mit dem englischen als universelle Sprache überall Erfolg hat?"
Dr. W. Reichel, Kamenz
Penseroj (Gedankensplitter)
Während Esperanto-Kongressen wird zu viel applaudiert, selbst wenn jemand nicht verstanden wird. [se]
"Ein neuer USA-Einwanderer beginnt sofort "amerikanisch" zu lernen. Dies fordert sein materielles Interesse. Sollten Europäer nicht "europäisch" lernen, wissend, daß eine einheitliche Hilfssprache eine Vereinigung der europäischen Staaten befördert und auf diese Weise auch die materiellen Interessen von allen?
Tumulte während Parlaments-Sitzungen sind die Abkömmlinge von ehemals kleinen Kriegen.
Mittelgroße Talente, die gegenwärtig als nationale Genies wiedererkannt werden, würden in einem Europa mit einheitlicher Hilfssprache vieles aus ihren Ruhmeskronen verlieren. Heute achtet man in ihren Werken mehr ihre Nationalität als das Werk selbst.
In der Folge der Vergleichs-Möglichkeit, würden in einem Europa mit einheitlicher Hilfssprache nur wirklich große Talente Erfolge haben. Das wäre vor allem vorteilhaft für kleinere Nationen, bei welchen heute große Talente aus sprachlichen Gründen nicht richtig gedeihen können.
Muß jeder, der mit den jetzigen Verhältnissen in Europa nicht zufrieden ist, ein Kommunist sein?
Unterschied zwischen Nationen: Beispiel:
Die Kraft von Italien: ein Mensch.
Die Kraft von Deutschland: die Masse.
Sollte der Staat nicht auch jene Unternehmer unterstützen, die mit neuen Ideen, neuen Tätigkeits-Möglichkeiten, Beschäftigung geben, also den heutigen Arbeitslosen eine Lebens-Möglichkeit?
Tendenz der Entwicklung.
Staaten führen ein:
erstens: die einheitlichen internationalen Messwerkzeuge,
zweitens: das einheitliche internationale Alphabet,
drittens: die einheitliche internationale Sprache."
Reflektoro (Reflektor)
Latinaj literoj kaj ilia akompananto. (Lateinische Buchstaben und ihr Begleiter.) "In den letzten Jahren konnte man über Triumph der lateinischen Buchstaben lesen. In Türkei, Russland, Japan usw. führt man ein lateinisches Alphabet ein. Überall sind es praktische Gründe. Lateinischen Buchstaben sind nicht nur leicht lehr- und erlernbar, sondern sie sind auch bereits als international offizielle (Post) akzeptiert. Neben den nationalen Buchstaben (falls solche noch existieren), wird nahezu in allen Ländern der Erde auch das lateinische Alphabet gelehrt. Sein Welt-Siegeszug ist bereits auf dem Weg.
Viel half hierzu auch die große Verbreitung der Schreib-Maschinen.
Es ist möglich, daß die neue große Industrie, der Ton-Film, die Verbreitung des Begleiters der lateinischen Buchstaben: die moderne lateinische Sprache, Esperanto beschleunigen wird.
In Ländern, wo nationale Buchstaben noch verwendet werden, kennen die Intellektuellen auch das lateinische Alphabet. Kann man sich dies nicht vorstellen, daß jeder Intellektuelle neben seiner Eltern-Sprache nach Jahren auch die einheitliche Weltsprache sprechen soll?"
Ameriko suferas pro Eŭropo (Amerika leidet wegen Europa) "Sensationell war für amerikanische Wirtschafts-Kreise die Nachricht über einen Rückgang des Exports. ...."
Gegenüber 1929 sank der Export in den ersten neun Monaten des Jahres 1930. Als Grund wird die europäische Konsum-Krise gesehen. [se]
Zwei–zwo. (Zwei – zwo.) "Das Wort zwo, für Ziffer zwei, ist bewusst eingeführt. Man verwendet es in Deutschland, wo noch keine Automaten existieren, bei Telefon-Anrufen, anstatt zwei (welches Wort sehr ähnlich zu drei = 3 klingt) um Missverständnis und Falsch-Verbindungen zu vermeiden. Das praktische Leben forderte die Rationalisierung der Sprache.
Auch bei einer internationalen Zusammenarbeit fordert das praktische Leben eine Beseitigung der sprachlichen Hindernisse. Vornehmlich aus praktischen Gründen in östlicher Hemisphäre, weil das sprachliche Problem in Amerika mehr oder weniger gelöst ist. Am drängendsten ist die Angelegenheit für Europa selbst. Wirtschaftliche Gründe zwingen diesen Kontinent zu harmonischer Zusammenarbeit und Verständnis untereinander. Geeignetstes Werkzeug dafür ist Esperanto, welches die zusammengeschlossenen und zweckmäßig gemachten europäischen Sprachen repräsentiert. Deshalb müssen wir eine Esperanto-Offensive ganz mit Recht erstrangig in Europa anregen, weil andere Kontinente wahrscheinlich nur dann Esperanto akzeptieren werden, wenn dieses bereits in Europa allgemein eingeführt und verwendet wird."  

paĝo 3 / Seite 3
Reflektoro (Reflektor) Fortsetzung
Eŭropo armita. (Gerüstetes Europa.)
Von der Liga der Nationen* wurden Daten über die europäischen Armeen veröffentlicht. Zusammengenommen waren es 3.906.900 bewaffnete Soldaten. [se]
La unuiĝo de Eŭropo kaj la "malhelpo". (Die Vereinigung von Europa und das "Hindernis") "Senator Reed aus Missouri, der aussichtsreichste Präsidenten-Kandidat der Demokratischen Partei, plädierend in einem Werk, veröffentlicht in einer Dresdner Zeitung, erwähnt zu einer Vereinigung von europäischen Staaten, entsprechend eines Projekts von Briand: "Aber wir sehen auch die dagegen-stehenden Schwierigkeiten zur Verwirklichung der Briand-Idee. Diese Schwierigkeiten befinden sich nicht nur auf einem rein politischen Territorium, sondern nach meiner Ansicht vornehmlich im sprachlichen. Die Verschiedenheit der einzelnen Sprachen ist das größte Hindernis der allgemeinen Verständigung untereinander."
(Zugesandt von Dr.W.R., Kamenz)
Or-provizo de l' mondo. (Gold-Versorgung der Welt)
Im zweiten Halbjahr von 1929 erhöhte sich die Gold-Förderung weiter. [se]
Socialdemokratoj kaj lingva problemo. (Sozialdemokraten und Sprachen-Problem.) "Es ist ein bekannter Fakt, was für eine starke Organisation die Sozialdemokratische Partei schon vor dem Krieg war. Zu Europäern, die damals einen Krieg vorhersagten, antworteten Sozialdemokraten: das wird eine Unmöglichkeit sein, weil die Sozialdemokratische Partei in Haupt-Staaten bereits so stark ist, daß sie den Krieg unmöglich machen werden; sie werden nämlich die Kriegs-Kredite nicht annehmen und auf diese Weise den Krieg selbst unmöglich machen.
Das Gebaren von Sozialdemokraten 1914 ist auch bekannt: sie lehnten überhaupt nicht ab, sondern stimmten den Kriegs-Krediten zu. Durch diese Entscheidungen zeigte sich, daß eine Solidarität zwischen europäischen Sozialdemokraten nicht so stark war, wie man das vermutete und internationale Zusammenarbeit zwischen ihnen nicht so intensiv, wie das behauptet wurde. Und ungeachtet dessen, daß Programm-Punkte von ihren Parteien für alle Staaten nahezu dieselben sind, fehlte zwischen ihnen ein einheitlicher Geist.
Der Grund: zwischen ihnen fehlte die gemeinsame Sprache
– die Voraussetzung von geistiger Verständigung untereinander.

Registraro por plifaciligo de l' vivo. (Regierung für eine Erleichterung des Lebens.)
In einer Konferenz mit rumänischen Wirtschafts-Organisationen und der Regierung wurde die Lage besprochen. Inländische Industrie und Handel werden unterstützt. Doch statt die Lebensbedingungen im Blick zu haben, ziehen einige Profit aus der staatlichen Förderung auf Kosten der Allgemeinheit. Die Regierung entschied, gegen den Missbrauch der Förderung zu kämpfen. [se]
120 lingvoj en Eŭropo. (120 Sprachen in Europa) "Allerletzte Forschungen zeigen, daß in Europa insgesamt 120 verschiedene Sprachen existieren, aber davon werden nur 68 von mehr als 100.000 und nur 37 von mehr als 1.000.000 Menschen gesprochen."

[Ĉeno ....] [Kette
Wirtschaft – Kapital – Sicherheit – stabile wirtschaftliche Verhältnisse – politischer Frieden –
internationale Verständigung – Lösungen gemeinsamer Probleme
erfordern
Kapital, Sicherheit, stabile wirtschaftliche Verhältnisse, politischen Frieden,
internationale Verständigung, Lösungen gemeinsamer Probleme, Vereinigung von Europa.]
Rezultoj de la dua Eŭropo-Konferenco (Ergebnisse der zweiten Europa-Konferenz)
"Mitte Januar fand in Genf die zweite Europa-Konferenz statt, über welche die europäische Presse detailliert berichtete. Wir beabsichtigen nicht die Nachrichten von dieser Zusammenkunft zu wiederholen, wir wollen nur auf deren denkwürdige Ergebnisse hinweisen.
Sensationell war der große Aufruf vom ehemaligen niederländischen Finanz-Minister Coljin, welcher er an die anwesenden Minister richtete. Er wies ganz freimütig auf die große Gefahr hin, in welcher sich Europa wegen seiner chaotischen wirtschaftlichen Organisation befindet.
Die einzelnen Interessen, – sagte er –, sind doch ehrenwerte und die, welche für sie eintreten, tun ihre Pflichten. Aber ein Mehr kann man von ihnen nicht fordern! Es ist die Pflicht der Regierungen, der verantwortlichen Regierungen, für eine bessere wirtschaftliche Organisation in Europa zu sorgen. Coljin betonte vielmals, die Herabsetzung der Zoll-Tarife, als sehr drängende Erleichterung der Wirtschaft.*
Die zweite wichtige Begebenheit der Europa-Konferenz war der Vorschlag von Dr. Curtius und Grandi, gemäß dem die Europa-Konferenz auch Russland und Türkei einladen soll.
Insbesondere Grandi, der italienische Minister für Außen-Angelegenheiten, plädierte für die Einladung von diesen Staaten. Europäische Solidarität – erklärte er – fordert dringend die Zusammenarbeit aller europäischen Staaten. Ein gesonderter Ausschuß entschied über diesen Vorschlag und nahm ihn an.
Zwischenzeitlich konnte man aus der Presse informiert werden, daß der Sekretär der Liga der Nationen bereits Russland, Türkei und Island einlud um an der kommenden Konferenz teilzunehmen, die in den ersten Tagen des Mai stattfinden wird. Gleichzeitig bat man sie den Sekretär zu informieren, ob sie diese Einladung annehmen oder nicht.
Ganz unabhängig vom Fakt, ob sie – insbesondere Russland – teilnehmen werden oder nicht, ist feststellbar, daß durch die Einladung selbst, die Europa-Konferenz Europäer schon teilweise beruhigte.
Für UŜE-Freunde ist mit besonderer Freude festzustellen, daß auch Russland in Genf offiziell eingeladen ist und die Europa-Konferenz auf diese Weise versuchen wird alle europäischen Staats-Mächte zu vernünftiger Zusammenarbeit zusammenzubringen. Zu Beginn muß man nicht viel von diesen Konferenzen erwarten, aber dies wird bereits ein vorteilhaftes Ergebnis sein, wenn erfolgreich alle europäischen Staaten zu gemeinsamen Behandlung von europäischen Problemen zusammenkommen werden.
Zum Ende der Konferenz wurde folgende Verkündung publiziert:
Wir sehen klar, daß die großen Hemmungen für die wirtschaftliche Neu-Organisation der Mangel von Zuversicht an die Zukunft und die Unruhe im politischen Leben sind, wen diese verursacht, die über Kriegs-Möglichkeiten sprechen.*
Wir bekennen, daß politische Hindernisse existieren, aber diese sind nur Folgen der wirtschaftlichen Misere. Also, das größte Wohl, das wir tun können, ist, die wirtschaftliche Lage zu verbessern. Wir, die Minister für Auslands-Angelegenheiten in Europa, verkünden, daß wir entschlossen entschieden, daß wir mit der Mithilfe der Organe der Liga der Nationen jegliche Entstehung von Gewaltanwendung hemmen wollen.
Am Ende interessiert uns das Sprachenproblem. Während der letzten Europa-Konferenz sprach man in den vier Hauptsprachen: französisch, englisch, deutsch und italienisch. Wie die Tageszeitungen berichteten, war die Übersetzung für die Anwesenden eine sehr langweilige Angelegenheit.
Wäre die schlichteste Lösung des Sprachenproblems nicht: in einer Europa-Konferenz "europäisch" zu sprechen?
– Heute noch ein Traum!"
DEBATEJO (DEBATTIERORT)
"Unter den Briefen, welche die Redaktion von UŜE-EĤO erhielt, befinden sich viele, welche ein allgemeines Interesse innehaben. Der unten folgende Brief von Herrn Dr. Goedecke aus Soenderborg. wird unsere Leser sicher interessieren, so die Gleich-, wie auch die Gegen-Meinenden.
Ja, jede geistige Entwicklung kommt nur "von unten", weil die allermeisten Länder mehr oder weniger reaktionär regiert werden. Eine "oberhalb" reaktionäre Regierung ...."
So eine Regierung akzeptiert nur Arbeitsergebnisse einzelner. Selbst menschliches Handeln beruht auf Naturgesetzen, wie auch die Gesetze der Staaten. Bei Nichtbeachtung dieser Gesetzmäßigkeiten entstehen Schwierigkeiten. Ein Text, der es verdient, noch genauer untersucht zu werden. [se]
"Wir sollten befreit die Moral und Denken herrschen lassen, dieses Bündnis wird nicht widerständig werden.* Ihm müssen wir "von unten" den Weg bereiten, mit der Souveränität unseres Geistes und Moral die reaktionären Weg-Barrieren wegschieben.   
UŜE-EĤO lebe, wachse, blühe! Unsere Enkel werden seine Opfer-Energie segnen, weil nicht sie, nur wir die heute nötige Arbeit vollbringen können!
Mit gut-europäer-ischem* Gruß
ihr
Dr. A. GOEDECKE Präsident von Soenderborg
Esperantoforening (Dänemark)"
Reflektoro (Reflektor) Fortsetzung
(Gehört eventuell bereits zu Spegulo de la eŭropa problemo auf Seite 4)
Voĉ-dono pri german-franca unio. (Stimmen-Abgabe über eine deutsch-französische Union.) "Herausgeber von "Matin" Henri de Jouvenel, schlug in deutsch-französischen "Stimmen" vor, deutsche und französische Völker über Gedanken von französisch-deutscher Union abstimmen zu lassen. Seine Hauptgedanken sind: das Kern-Problem der Vereinigten Staaten von Europa ist eine Frage von Annäherung zwischen Deutschland und Frankreich. Nur die Politik von Briand-Stresemann kann die beiden Nationen retten, und auf diese Weise auch Europa.

[Samideano! ....] [Gleichgesinnter! Bitte hier darunter Adressen von guten Europäern .... aufschreiben ....] 
paĝo 4 / Seite 4
Reflektoro (Reflektor) Fortsetzung
"Ich bin sicher", schreibt Jouvenel, "daß eine Stimmen-Abgabe in Frankreich nahezu einstimmig für den Plan resultieren würde und ich wollte wissen, welcherart darüber die Deutschen denken""
Po 30% germanoj, latinaj popoloj kaj slavoj en UŜE. (Zu 30% Deutsche, lateinische Völker und Slawen in UŜE.) "Wenn man die verschiedenen europäischen Nationen rassengemäß* gruppiert, dann findet man das zufriedenstellende Ergebnis vor, daß die Haupt-Ethnien* von Europa im Rahmen von UŜE verhältnismäßig zueinander wären. Die Einwohner von UŜE würden aus etwa 30% Deutschen, lateinischen Völkern und Slawen bestehen.
Ein Europäischer Zusammenschluss ohne Russland wäre national unvorteilhaft für die Slawen."
Agrikulturo en Eŭropo. (Landwirtschaft in Europa.) "Nur wenige wissen, daß Landwirtschaft die Haupt-Beschäftigung auf unserem Kontinent ist. Von der ganzen Zahl der Arbeiter in Europa gehören gerundet 187 Millionen Menschen, das sind 59,8 Prozent, zu den Landwirten und Waldarbeitern und nur 66 Millionen, das heißt 20,9 Prozent, arbeiten in der Industrie und Bergbau.
Staaten, in welchen Landwirtschaft überwiegt, sind diese: in Prozenten:
Rumänien 80,0  Jugoslawien 80,0  Litauen 79,4  Bulgarien 75,4  Lettland 68,0
Finnland 65,1  Polen 64,3  Estland 59,0  Portugal 57,5  Ungarn 56,7  Spanien 56,3  usw."
Internacia agado kontraŭ historiaj mensogoj en la lerno-libroj. (Internationales Handeln gegen historische Lügen in den Schul-Büchern.) "Das internationale Komitee für Geschichts-Wissenschaft, zu welchem Historiker aus 40 Ländern gehören, entschied, aus allen Schul-Büchern für Geschichte die historischen Fälschungen, Unrichtigkeiten zu beseitigen.
Man wählte unter Leitung des Historikers von der Pariser Sorbonne, Herrn Professor Glotz, einen gesonderten Ausschuß, dessen Aufgabe vor allem die kritische Erforschung der Schul-Bücher für Volksschulen und nachher auch von denen der höheren Schulen ist.
40 Staaten, deren Repräsentanten zu dem ernannten Ausschuß gehören, verpflichteten sich, die Kritiken der internationalen amtlichen Prüfung anzunehmen. Bei anderen Staaten hofft man dies auf diplomatischem Weg akzeptiert werden zu lassen."
Ankaŭ japanoj enkondukas la latinan alfabeton. (Auch Japaner führen das lateinische Alphabet ein.) "Der Delegierte von Japan erklärte in Genf, daß Japan baldigst lateinische Buchstaben verwenden wird. Jetzt besteht das alte japanische Schriftsystem aus nicht weniger als 53000 Zeichen und sogar ein Japaner mit mittlerer Vorbildung muß 4000 Schriftzeichen kennen, deswegen ist die Zahl der Analphabeten groß. Nach der Einführung der lateinischen Schreib-Weise wird sich die Zahl der Analphabeten verringern."
Kiom da bolŝevikoj ekzistas? (Wie viele Bolschewiken existieren?) "Auf Grund einer Statistik, die vor kurzem erschien, gehören zur Kommunistischen Partei von Russland, als eingetragene Mitglieder: .... Insgesamt 1.731.000
Voraussetzend, daß Russland 150 Millionen Einwohner zählt, dann macht die Zahl der von Kommunisten nur etwas mehr als ein Prozent der ganzen Einwohnerschaft aus."
Winston Churchill, (Winston Churchill,) "ehemaliger englischer Finanz-Kanzler, schreibt in "Neue Freie Presse" (Wien, 11.1.1931) über europäisches Problem, unter anderem: Sie (die Gegner der Paneuropa-Idee) sind ebenso wenig gegen die Idee einer Münze, wenn auch mit verschiedenen Aufschriften, von einer Briefmarke, wenn auch mit verschiedenen Gestaltungen, von einer Zoll-Union, wenn auch mit lokalen Tarifen. – wie sie auch nicht mögen eine gemeinsame Sprache zu lernen, ob Volapük oder Esperanto.
Großartig als Theorie, nicht mehr möglich als für ein Prinzip, leidenschaftlich als Ziel! Aber heute? Nein – wir danken!"
Winston Churchill tauchte über große Zeiträume gelegentlich immer wieder in den Medien auf. Nicht alle Beiträge waren außerordentlich konstruktiv. Später sprach er sich als Förderer eines vereinfachten Welt-Englisch, aber auch für ein zu einigendes Europa ohne Großbritannien aus. [se]
Spegulo de la eŭropa problemo (Spiegel des europäischen Problems)
Bsp.: Young-Plan.
"In den ersten 36 Jahren zahlt Deutschland gemäß dem Young-Plan jährlich durchschnittlich 2205 Millionen Mark, von welcher Summe Amerika direkt oder indirekt 1482 Millionen empfängt. (Aus deutschen Zeitungen)"
RIDETU (LÄCHLE)
Eŭropo (De Jo Hanns Roesler) Europa (Von Jo Hanns Roesler)
"Erinnerst du dich nach an angenehme Stunden, ...."
Politiker halten auch bei der Liga der Nationen zu lange ernsthafte Reden. Dann werden Eigenschaften verschiedener Völker verglichen. Übersetzung eines deutschen Originaltextes. [se]
[Mendilo ....] [Bestellung UŜE-EĤO, Verlag "LIBRO" ....]
[Literatura Mondo ....] [Literaturwelt
Literatur- und Kultur-Zeitschrift in Esperanto
Chefredakteur: Dr. Kolomano de Kalocsay und Julio Baghy. Verantwortlicher Herausgeber: Ludoviko Kökény
Redaktion und Verwaltung: Vilhelmo Bleier, Budapest 9 Boráros tér 6.4.11., Ungarn
Abo-Preis je Jahr .... Bitte um ausführlichen Prospekt!] 
[Abonpreco de ....] [Abo-Preis von UŜE-EĤO ist für 1931 (4 Nummern): 4.– "apseloj" ....]
2022053120220715SE
UŜE-EĤO 1931 -05- (Januaro) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek


UŜE-EĤO 1931 -06- (Aprilo)
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[Eldonejo: "LIBRO"....]
Optimismon ni propagandu! (Optimismus müssen wir verbreiten!)
"Europäer scheinen ihr Selbstvertrauen zu verlieren. Allgemeine Ziellosigkeit und Hoffnungslosigkeit verstärken mehr und mehr einen Pessimismus. Bereits bei einem Individuum bedeutet die Willenlosigkeit, Ziellosigkeit eine Schwächung, bei Nationen und Staaten ist sie als ein Untergangs-Hang anzusehen. Es ist durchaus nicht möglich zu glauben, daß Europäer einen Verfall schon so hochgradig erleiden würden, daß sie nicht Kraft und Vermögen haben würden, um sich neue ferne Ziele, Aufgaben zu errichten. Wir glauben fest an eine erfolgreiche Selbsthilfe, Neu-Organisation und Genesung.
Europa leidet hauptsächlich wegen einer Vertrauens-Krise. Es ist eine der vielen Krankheits-Ursachen, ein reiner psychischer Faktor. Es fehlt das Vertrauen aller zu allen. Die unsichere politische Lage, die instabilen wirtschaftlichen Umstände, die immer mehr und mehr schwieriger werdenden Existenz-Möglichkeiten führen eine "Psychose" herbei, die allen Erfolgslosigkeiten entsprechend ihrer Wirkung Macht ausübt.*
Unternehmens-Neigung und Gründungs-Neigung, beide Brot-Geber halfen den tausenden Arbeitern nicht, die machtlosen Wirtschafts-Initiatoren demgemäß von einer verständlichen Vorsicht der Kapitalisten.* Seltsam ist der Fakt, daß Banken über reichlich Geld verfügen, aber dieses nur ungenügend ausleihen. Es fehlt das Vertrauen, nicht das zu Personen, aber das an die wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse. Sie meinen, daß der politische Horizont unklar, umwölkt ist. Möglich, daß die Erfahrungen der letzten Zeit  diese Ansicht und Handeln ausreichend begründen.
Ziehen wir die jetzigen Lebens-Verhältnisse in Betracht als eine  Übergangszeit. Fachleute meinen, daß wir bereits den höchstgelegenen Punkt der Krise durchritten haben und sich schon Vorboten zeigen, die eine Schluss-Folgerung zu einer Verbesserung der Lage erlauben.
Eine Anpassung des Verbrauchs an die Produktions-Möglichkeiten und Kapazität ergibt die jetzige opferreiche Krise. Diese Übergangszeit erleidet hauptsächlich Europa. Auf unserem Kontinent befinden sich soviel der Entwicklungs-Hindernisse, daß es keine leichte Arbeit sein wird allgemein annehmbare Lebensbedingungen zu schaffen.
Die schwierige Genesung wird die Beseitigung der Wirtschaftshilfen sicher beschleunigen und die jetzigen kaum tragbaren Verhältnisse werden sicher unterstützen, eine wirtschaftliche Vereinigung zu erschaffen.
Also, wir müssen bei der Lösung der Wirtschaftskrise auch die Beseitigung der Zoll-Mauern und anderer Wirtschafts-Hindernisse verbreiten.
Die Verminderung von Zoll-Grenzen würde tatsächlich eine Pionierarbeit bedeuten. Eine europäische Neu-Organisation könnte nur mit der Beseitigung der Wirtschafts-Hindernisse beginnen.
Gegen die vielen Verteidiger der jetzigen Wirtschafts-Struktur Europas, müssen wir eine gleich starke Kämpferschar aufstellen, welche die Vereinheitlichung der europäischen Wirtschaft fordern muß. Gegen die vielen Pessimisten müssen wir eine Organisation des Optimismus erschaffen.
UŜE-Programm ermöglicht uns Optimismus zu verbreiten. Wenn solche Parteien bestehen, die – zumeist im Stillen – Hass unter europäischen Nationen säen, könnten sicher auch solche geschäftige Organisationen und Politiker existieren, welche zielbewusst für europäische Verständigung und gegenseitige Zusammenarbeit arbeiten.
Aufgabe der UŜE-Freunde ist eine bedeutende und verantwortliche. Es reicht ihnen nicht aus die heutigen Fakten festzustellen, sie müssen nach Möglichkeit auch die Faktoren beeinflussen, welche die jetzige Entwicklung begründen.
Die erste ihrer Aufgaben ist rein psychisch: durch Verbreitung und Propagierung* des UŜE-Programms, bei Europäern Selbstvertrauen wecken. Selbstvertrauen gebiert Optimismus und Optimismus ist auch "ansteckend". Massensuggestion, eine reale Grundlage besitzend, muß neue, frische Schaffens-Lust und Lebenslust hervorzaubern.
Einige Skeptiker werden sicher anmerken, daß man von einer kleinen Schar Esperantisten einen solchen großen und wichtigen Dienst für Europa nicht erwarten kann. Richtig, ihre heutige Anzahl ist nicht groß, aber ihre örtliche Verteilung ist so günstig, daß man eine bessere nicht wünschen kann. In allen Ecken Europas begegnet man ihnen. Überall zeichnen sie sich mehr oder weniger als "Utopisten" aus. Nun ausgerechnet diese ihre utopistische Neigung enthält Handlungsmöglichkeiten, die ganz reale Früchte ergeben.
Propagieren* wir, also, das Vertrauen von "Europäern" an sich selbst; unsere Begeisterung für die große Idee soll die Massen aus der Gleichgültigkeit wecken. Geben wir den Europäern die Entschlußkraft zurück, die sie Jahrhunderte hindurch hatten.
Tun wir über alle staatlichen und sozialen Grenzen hinweg alle Europäer zusammen, welche noch an die große Zukunft glauben.
– Und niemals dürfen wir vergessen: Ideen waren immer mächtige Entwicklungsfaktoren, darum sollen wir immer an unser fernes Endziel denken und wir müssen wachsam den nächsten Schritt vorwärts tun!
J. Zauner"
ilustraĵo / Abbildung: "Dumping"!

Bildunterschrift: "Dumping"! Des.: Várady
"Zwei Faktoren, welche eine Vereinigung Europas erzwingen werden!
Abwehr-Möglichkeiten:
Gegenüber UdSSR: Viele Gründe fordern eine wirtschaftliche Vereinigung von Europa und Russland. Siehe hier:
Eine Nachbarschaft zweier sehr großer Wirtschafts-Territorien, welche UdSSR und Europa wären, würde immer den Welt-Frieden gefährden.
Europa ohne Russland ist derart bewohnt wie auch wirtschaftlich mehr oder weniger gesättigt: darum die Entwicklungs-Möglichkeiten zu begrenzt.
Das Weltmacht-bezogene Gleichgewicht (USA-UŜE) fordert auch diese wirtschaftliche Vereinigung.
Gegenüber USA: Wenn notwendig sein wird die USA nachzuahmen: sich durch eine Zoll-Politik Gesamt-Europas wirtschaftlich behaupten." 
Sicher hatte der Zeichner eine Grenze unbeabsichtigt übersehen. Sie wurde hier zurückhaltend nachgetragen.
Die in den angrenzenden gleichen Breiten entstandenen Kolonialgebilde (USA, Russland) stellten sich längst gegen ihr früheres Herkunftsgebiet. Der Zenit der kolonialen Epoche Europas war bereits überschritten. Nach den beiden Weltkriegen verlor das ehemalige Kolonialgeflecht Europas seinen Einfluß. Schritt für Schritt und über eine lange Zeit zerfielen in Osteuropa die wenigen großen Reiche oder sie wurden zurückgedrängt. Es entstanden eigenständige Staaten. Spätestens nach dem ersten Weltkrieg nahm diese Entwicklung Fahrt auf und sie dauert bis heute an.
1931 war eine andere Zeit als 2022, aber die verschiedenen Potentiale bestehen heute weiter. Das eine, die sich von Britannien unabhängig gemachte USA wirkte wirtschaftlich ein, das andere, die UdSSR, verbreitete ihre Ideologie. Die USA warfen billige Güter auf den Kontinent, die UdSSR versprach den Europäern eine bessere Welt.
Nach dem 2.Weltkrieg teilten sich Welt und Europa neu. Nach der politischen Wende von 1989/1990 konnte sich ein größerer Teil Europas neu formieren. Sicher mit einem großen Einfluß durch die USA. Doch das Ziel eines emanzipierten geeinten Europas ist ein altes europäisches.
2014/2022 begann Russland, den "Westen" zu überfallen. Die unnötig starke Abhängigkeit von russischen fossilen Rohstoffen wurde ausgenutzt. Zur Rechtfertigung des Überfalls werden Ideologische Begründungen erfunden. Internationale Sicherheits-Organisationen wie die NATO demonstrieren ihre Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit.
Die abgebildete Karte ist logischerweise nicht mehr zeitgemäß. Im Osten sind einige Länder eigenständig, andere tauchen nicht auf, da sie zur Sowjetunion gehörten. Geändert hat sich das nach dem 2.Weltkrieg und nach der politischen Wende 1989/1990. Traditionell stellt sich der Kreml gegen die Freiheit. Man ist es dort gewohnt, Grenzen und Völker nach belieben zu verschieben und Menschen zu deportieren. Von dieser "Praxis" will man dort auch 2022 nicht ablassen. Heute ist anders als 1931 z.B. die Ukraine auf den Landkarten zu sehen. So soll es auch bleiben. Die Ukraine wird zum Bestandteil einer Gemeinschaft von Völkern. Leider gibt es Europakarten, die nicht so weit in den Osten reichen und leider werden in Medien Karten mit abgespalteter Krim verbreitet. [se]
Hom-ekonomiaj Observoj (Menschen-Wirtschaftliche Beobachtungen)
"Während des letzten Jahrzehnts bediente man in der Wirtschaft in solchem Grade die "Materie", daß der Mensch selbst zu einem zweitgeordneten Faktor gemacht wurde. Die Überbewertung des materiellen Stoffes, zeigt gerade heute ihre fatalen Folgen und die Staats- als auch die Wirtschafts-Führer sind nun auf diese Weise gezwungen mit dem Menschen selbst zu wirtschaften. Immer mehr und mehr wird der Mensch selbst zum Zentrum jedes wirtschaftlichen und politischen Handelns. Diese Neu-Orientierung erzwang die bekannte und vieldiskutierte Wirtschafts-Krise.
Gründe:
In den letzten Jahren wandelten sich die Produktions-Methoden vollends. Überall wurde die Maschine eine vorherrschende und immer mehr und mehr Menschen-Hände wurden zu freien, unbeschäftigten."
In der Nachkriegszeit revolutionierte sich die Produktion, doch der Weltmarkt war gesättigt. Es kam zu Massenentlassungen. Die Preisbildung bei Industrie-Artikeln erfolgte willkürlich über Kartelle und andere Organisationen. Staaten wie Kartelle schützten ihre Interessen. Es wurde um eine Bewahrung der Preise bei Kontingentierung der Produktion gerungen. Die Preise in der Landwirtschaft hingen natürlich von weniger beeinflussbaren Faktoren ab. Normale Verbraucher waren nicht organisiert und mussten praktisch ihren Verbrauch einschränken. Viel wurde geopfert, die Staatenvertreter und die Wirtschaft mussten Auswege bieten. Zauner schlug vor: Schaffung von mehr Arbeitsplätzen durch Verkürzung der Arbeitszeit. Auch die technische Produktivitäts-Steigerung war zu beachten. Ein längeres Wochenende erschien als sinnvoll. Statt die Arbeitszeit wieder zu erhöhen, sei eine bessere Verteilung des Einkommens anzustreben. Die Staaten sahen es als schwierig an, wenn Menschen zu lange arbeitslos sind, da sie ihre Bedürfnisse einschränken. Der Krise sollte durch eine Verringerung von Arbeiterinnen, deren Männer beschäftigt sind, entgegengewirkt werden. Dies würde heute allerdings auch in Krisen schlecht ankommen und wäre nicht unterstützenswert. Eine allgemeine Verlängerung der Lernzeit um ein Jahr wurde vorgeschlagen. Die schwierigste Aufgabe der Regierungen sei die gegen die gängige Preisgestaltung für die verschiedenen Artikel. Eine Verbilligung würde zu mehr Kaufkraft und Beschäftigung führen. Arbeitgeber wollten Sozialabgaben klein halten.
Diese wirtschaftliche Krise bestand in Europa unter anderem wegen des Fehlens eines großen einheitlichen europäischen Wirtschaftsraumes. Das UŜE-Programm verlangte bereits die Zollunion. Sie würde zur Genesung beitragen. Die vorhandenen Wirtschaftsräume waren längst zu kein. Massen-Verbrauch und Massen-Produktion sollten richtig organisiert werden. [se]
paĝo 2 / Seite 2
"In sehr großen Staaten-Vereinigungen erleichtern, begünstigen auch die Wirtschafts-Organisationen (Trusts, Kartelle usw.) die Lebens-Bedingungen. In Staaten mit großer Fähigkeit im Verbrauch hat auch das Kapital ein Interesse die Lebensbedürfnisse zu vermehren und zu erhöhen und auf diese Weise den Verbrauch zu erhöhen, weil eine vernünftige Massen-Produktion – sogar bei niedrigen Preisen – einen beträchtlichen Profit ergibt."
Europa konnte die bekannten Produktionsmethoden nicht vollständig anwenden. Das gemeinsame Konsum-Territorium fehlte. Die Verteilung war zu umständlich. Nicht nur überseeische Märkte, auch die europäischen gingen verloren. Ein Mensch-Wirtschaften in einem großen Wirtschafts-Raum UŜE würde allen europäischen Nationen nützen. [se]
[Ankaŭ ....] [Auch Europäer könnten die Methoden der verbreiteten, billigen Massen-Produktion anwenden, wenn nicht die Möglichkeit zu Massenverbrauch fehlen würde. Europäische Zoll-Tarife verteuern die Erzeugnisse und verhindern deren billigen Austausch untereinander. Also, sie machen einen Massen-Konsum unmöglich.] 
Survoje (Unterwegs)
"Unerwartete Impulse erhielt die ganze europäische Politik. Die Mitteilung über einen Wirtschafts--Vertrag zwischen Deutschland und Österreich – nach welchem die jetzigen wirtschaftlichen Hindernisse dieser Staaten beseitigt sein werden – alarmierte die Politiker so, wie auch die Führer der Wirtschaft. Eine starke Angespanntheit wurde hervorgerufen, die die jetzigen Staats-Anführer sicher dazu zwingen wird, über eine Lösung des europäischen Problems zu entscheiden.
Sachverständige Handelsvertreter wissen, daß die Verzweiflung die deutsche Regierung zwang (mehr als vier Millionen Arbeitslose!) die praktische Lösung der wirtschaftlichen Krise einzuführen. Daß eine europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit ausgerechnet bei diesen Staaten begann, ist verständlich, wenn man das ganze Problem objektiv überdenkt. Alle Vorbedingungen einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit waren bereits erfüllt: gemeinsame wirtschaftliche Interessen, gemeinsame Sprache, gemeinsame Kultur usw.
Wenn eine ähnliche Zusammenarbeit zwischen anderen Staaten bis jetzt nicht reifte, beweist das nur, daß die Vorbedingungen fehlen. Noch herrscht teils der vor und während des Krieges bestehende Geist, der ein Verstehen untereinander behindert und einen Ausweg nicht ermöglicht.
Neue Leit-Ideen braucht Europa!
Die starken Proteste gegen die deutsch-österreichischen Zoll-Formierung zeigen, daß schon nicht nur teil-europäische Fragen weiter bestehen. Das Problem ist grundlegend, für lange Dauer nur gesamteuropäisch basiert lösbar.
Das UŜE-Programm ist, nach unserer Überzeugung, der langandauernde und ferne Weg, welcher zum Ziel führt. Durch die Verbreitung der gemeinsamen europäischen Hilfssprache beabsichtigen wir die grundlegenden Bedingungen der Europa-Vereinigung zu erschaffen: den europäischen Geist*. Andere Vorbedingungen sind teils bereits erfüllt: gemeinsame wirtschaftliche Interessen und gemeinsame Kultur.
Jedoch, wir glauben, daß jetzige Politiker vorankommen werden Europa aus der Verzweiflung zu retten. Wir können nicht glauben, daß die vieljährigen Bemühungen in Genf vergeblich sein würden. Zu groß war die Hoffnung von Millionen, zu stark der Glaube an die Aufrichtigkeit von Staats-Anführern.
Nach einigen Wochen wird das Europa-Komitee in Genf zusammensitzen. Tätigen Sie diese Behandlung des europäischen Problems sehr hart – nur das bringt Ihnen Positiv-Ergebnisse.*
Kein Kriegszeit-Hass, keine krankhafte Missgunst, nicht das Herz, sondern der Kopf herrsche in dieser sehr bedeutsamen Sitzung.
Zwischen-europäische Vorherrschafts-Probleme wurden schon seit langem zu zweitrangigen Angelegenheiten gemacht. Viel bedeutendere Probleme erwarten Lösungen.
Wir werden sehen: werden Klugheit oder Gefühl entscheiden? Z."
[Ĉu .... UŜE-EĤO ....] [Wünschst auch du, daß USchE-EChO gelingen soll?]
Bibliografio (Bibliografie)

"Edouard Herriot: Vereinigte Staaten von Europa. Edition Rieder, Paris 1930. Deutsche Ausgabe: Paul List Verlag, Leipzig 1930.
Unter vielzähligen Büchern und anderen Erscheinungen, die das europäische Problem behandeln, ist das aktuelle Werk von Herriot als wichtigstes feststellbar. Nicht nur die sehr übersichtliche und klare Abhandlung des ganzen Problems ist der Grund dieser Bedeutung, sondern besonders dies, daß Herriot der Hauptmitarbeiter Briands ist. Bereits seit Jahren verbreitet Herriot die Idee einer Europa-Föderation, über das wichtige Thema in den Hauptstädten Europas redend. Damit das große Publikum auch über das sehr bedeutenden Problem interessiert wird lies er ein Buch erscheinen. Eine Ideen-Verbreitung* über Bücher ist notwendig, weil, – wie der deutsche Herausgeber treffend schreibt – "nicht allein die Politiker, sondern hauptsächlich die Völker die Vereinigten Staaten von Europa verwirklichen können".
Das soeben erwähnte Werk ist in zwölf Kapitel aufgeteilt, in welchen sich mehrere mit wirtschaftlichen Fragen und einige mit bereits bestehenden internationalen Organisationen beschäftigen. Ansichten Herriots, über die heiklen Punkte des europäischen Problems zitieren wir sinngemäß, damit wir seine Ideen am objektivsten erkennen:
Beziehungen zwischen Europa und Amerika betreffend:
Wir beabsichtigen überhaupt nicht einen europäischen Imperialismus gegen das wie man sagt amerikanische zu schaffen. Wir zielen nicht darauf einen Kampf zu organisieren, aber ein Gleichgewicht zu errichten.
Beziehungen zu Britannien betreffend:
Sicher wird es erfolgreich sein, die mächtige englische Nation zur Zusammenarbeit an sich zu bringen.
Würde Britannien sich anschließen, es würde einen Anspruch auf "imperiale Rücklagen" erheben.
Russland betreffend:
Russland benötigt Europa und Europa Russland. Sicher wird der Tag kommen, zu welcher Zeit die unnatürlichen Gebilde der Politik, in Folge eines Lebens-Drucks, immer Entwicklung und Organisierung fordernd, zerstört, zerfallen werden. Eine Europa-Föderation sollte die Türen für Russland geöffnet lassen, unbesorgt gegenüber von verschiedenen Seiten kommenden lächerlichen Protesten.
Paneuropa oder Vereinigte Staaten von Europa? Latein-amerikanische Republiken benötigen die finanziellen Unterstützungen von den USA sehr um nach dem Anschein ganz unabhängig zu sein. Nordamerikanische Vermögen, die in diesen Republiken investiert sind, summierten sich am 30. Oktober 1927 um etwa 5 Milliarden Dollar, gegenüber 3,5 Milliarden, welche in Europa investiert wurden.
Geschichtliche Beispiele von einer Vereinigung:
In Frankreich ging die politische Vereinigung der wirtschaftlichen voraus, in Deutschland umgekehrt: einer Zoll-Union folgte das politische Deutsche Reich.
Obwohl Angelsachsen in den USA die sehr große Mehrheit repräsentieren, sind dennoch alle Ethnien* anzutreffen: sehr verschiedene Kulturen existieren eine neben der anderen.
Sicher war die Verwirklichung des Werkes (USA) langwierig und mühevoll ... und aus dem Gesichtspunkt eines Historikers noch nicht perfekt. Aber diese Perfektionierung hängt bereits nur von der Zeit ab – sie ist schon nicht mehr zurück zu halten. Seit dem Tag, an welchem die schützenden Barrieren zwischen USA-Staaten beseitigt wurden und gleichzeitig umso stärker errichtete Zollgrenzen gegenüber dem Ausland entstanden, wurden sie unbesiegbar gemacht.
Zusammen mit dem wirtschaftlichen Erfolg der USA entwickelte sich spontan das gemeinsame nationale Gefühl, der Patriotismus. Es wurde keine Revolution und ein großer Lärm benötigt um eine nationale Einheit zu schaffen. Es begann in der Folge eines gemeinsamen Zoll-Tarifs zu entstehen.
Wirtschaft betreffend:
Obwohl zwischen-europäische Kartelle nicht den Frieden garantieren (vor 1914 existierten bereits internationale Kartelle), dennoch ermöglichten sie nach und nach eine Beseitigung der Zoll-Tarife.
Das ganze Problem ist zu wissen, ob die Staats-Führer soviel Entschluss-Kraft und Intelligenz besitzen, wie Privatleute, außerdem, ob sich die Politik mit den bis jetzt gültigen Methoden begnügt und nicht die Erkenntnisse der sehr großen Umformung verwenden wird, welche ganz lautlos eine neue Welt erschafft.
Souveränität betreffend:
Wir in Europa werden in der Folge historischer Barrieren von Souveränität belästigt. Diesbezüglich zitiert Herriot den bekannten Partei-Anführer Leon Blum, der meint: Ein gründliches Nachdenken lässt offenkundig werden, daß zwischen dem alleinig darin liegenden verkündeten Projekt, die europäischen Staaten zu vereinigen und der gleich alleinig darin verkündeten Pflicht, die nationalen Souveränitäten zu bewahren, ein unüberwindlicher Kontrast besteht.
Am gleichen Ort ist auch die Ansicht von Graf Coudenhove-Kalergi zu erwähnen, der in einer Denkschrift, die er am 25. Februar 1930 in Berlin veröffentlichte, für die Bewahrung der vollen Souveränität der einzelnen europäischen Staaten plädiert.
Sprachen-Problem: Eines der größten Hindernisse einer Europäischen Föderation ist der Reichtum der Sprachen: Europa hat 26 offizielle Sprachen. Deshalb ist man bereit irgendein sprachliches Zentrum zu akzeptieren.
Betreffs europäischer Geist: "Spezielle Zeitungen und Zeitschriften könnten helfen diesen europäischen Geist zu schaffen, welcher – ich gestehe – heute noch nicht existiert.""
Penseroj (Gedankensplitter)
"Interessante Beobachtungen kann man in vielsprachigen Provinzen und Verwaltungs-Bezirken machen. Die Einwohnerschaft nutzt sprechend außer ihrer Muttersprache auch Wörter, Phrasen, insbesondere Sprichwörter anderer Sprachen, welche in dem selben Distrikt gesprochen werden. Erfahrungsgemäß gebrauchen sie die fremden Wörter oder Sprichwörter nur dann, wenn sie ihre Gedanken und Gefühle durch die fremde Sprache klarer und verständlicher ausdrücken können.
Daraus ist zu schlussfolgern, daß für sie der Klang beim untereinander Verstehen gar nichts bedeuten, wie es auch nicht wichtig für objektive national schreibende Menschen ist, ob sie die nationalen (falls diese noch existieren) oder die lateinischen Buchstaben nutzen. Eine hauptsächliche Angelegenheit bleibt immer, so früh für einen schreibenden, wie auch für einen Sprechenden: auf welche Weise kann man sich untereinander am treffendsten verständlich machen?
In einigen europäischen Staaten machen Professoren und Lehrer hauptsächlich die Politik, während in anderen vornehmlich Advokaten.
Wären die Gründe und Folgen nicht untersuchenswert?
Eine Folge der jetzigen europäischen Staats-Politik ist unter anderem, daß entlang der Landesgrenzen auch harte Sprachgrenzen entstehen.
Wer wird der Schriftsteller eines Romans oder Theaterstückes sein, womit jene Europäer mit wohlwollender Ironie verspottet werden, die politisch nur bis zu den eigenen Landesgrenzen sehen?
Europäer ertragen wegen der selben guten Eigenschaft: Patriotismus! In der Folge von aufgeteilten Patriotismus behelligen sie sich wechselseitig."
Reflektoro (Reflektor)
Internacia Komerca Ĉambro (Internationale Handelskammer)
"veröffentlichte 13 Ursachen der Weltwirtschaftlichen Krise:
1. Produktion wächst schneller als Einwohnerschaft und deren Kaufkraft.
2. Landwirtschaftliche Krise.
3. Fortwährende Preis-Prämie mit plötzlichem Preisabfall, welcher die Preis-Bildung auf Jahrzehnte verzögert.
4. Unterschiedliche Währungen sind sehr unterschiedlich stabilisierte.
5. Zu große Prozent-Differenz zwischen langdauernden und kurzdauernden Krediten verursachen eine Kapital-Erstarrung.
6. Streik der Käufer.
7. Silber-Einsturz, Goldmangel.
8. Teilweiser oder voller Mangel von wichtigen Welt-Märkten.
9. Dumping-Preise von Russland wegen einer Vorbereitung der Welt für Kommunismus.
10. Wachsen von öffentlichen – staatlichen und kommunalen – Unternehmen. Einmischung verschiedenener Staaten in Privat-Wirtschaft.
11. Unmöglichkeit von privater Kapital-Entstehung in mehreren Industriestaaten, folglich Kapitalmangel und Verschuldung.
12. Hohe Steuern um die nationalen und internationalen Schulden zu begleichen.
13. Zwei Drittel der Menschheit leben in politischer Unsicherheit und Gefahr."
Pri mondhelp-lingvo Esperanto kiel "eŭropa" lingvo. (Betreffs Welthilfs-Sprache Esperanto als "europäische" Sprache.)
"Aus "Leakey´s Introduction to Esperanto. La lingvo internacia" schöpften wir folgendes:
Esperanto als Indo-Europäische Sprache.
(Annahme aus "Geschichte der Sprache Esperanto" von Dr. E. Privat.)
Unter den verschiedenen Sprachen "europäische" genannt besteht eine große Ungleichheit, welche selber Esperanto für ein internationales Verständnis notwendig macht, doch existiert auch eine bemerkenswerte Ähnlichkeit, aus der Esperanto sein Fundament erhielt und unaufhörlich seinen reichgemachten Wortschatz zieht.
Vieles aus diesen Sprachen studiert habend, findet man eine Verwandtschaft zwischen einigen von ihnen, und dieser Verwandtschaft gemäß teilte man Sprachen in große Familien ein.
Eine von ihnen, die Indo-europäische, umfasst die persische, sanskritische, griechische, lateinische, französische, englische, deutsche und russische Sprache, und aus dieser Gruppe wählte Dr. Zamenhof die Wörter für Esperanto.
Esperanto repräsentierte also die gemeinsamen Elemente der Indo-Europäischen Sprachen."
Aus "Pola Esperantisto", Nr.6 (1930), Artikel von Professor Dr. Odo Bujwid: Mia printempa vojaĝo (an Niederlande).
"... Ich sprach doch immer über verschiedene spezielle wissenschaftliche Themen ..."

paĝo 3 / Seite 3
Reflektoro (Reflektor) Fortsetzung
"Eine wunderbare Angelegenheit. Esperanto ist eine so geeignete Spache für alle Ausdrücke, daß ich nach einigen Minuten bereits so gewöhnt war um vor einer großen Zuhörerschaft intelligenter Leute ohne zu zögern und wie man mir rückmeldete, für alle ganz verständlich zu sprechen. Es ist wert hinzuzufügen, daß nach einigen von mir gesagten Sätzen, Frau Isbruecker umgehend ins holländische übersetzte. Doch einige Zuhörer sagten danach, daß die Übersetzung nicht notwendig war, weil die Hörerschaft größtenteils während des Kurses von Herrn Cseh sehr gut unterrichtet war, welcher vor meinem Vortrag einen Esperanto-Kurs in einigen holländischen Städten leitete. Nur ist notwendig langsam unterscheidbar zu sprechen, Wort für Wort und Sie werden sogar solche verstehen, die noch nicht gesprochen sind und sogar in der Esperanto-Sprache nicht gelernt wurden.
Wirklich genial ersonnen, begründet auf den europäischen Sprachen, für alle verständlich, wenn man schon einige Sprachen kennt ..."
Aus "Balkana Konkordo", Nr.2 (1931). Ivo Rotkviĉ schreibt in einem Artikel "Por Esperanto kaj por la paco" (Für Esperanto und für den Frieden") unter anderem folgendes:
"... Europa hat die Schlüssel des Friedens an seinem Gürtel. Es muß nur verstehen, die Schlüssel zu gebrauchen. Einer der hauptsächlichen Schlüssel ist gerade unsere Esperanto-Bewegung. Deswegen gibt ihm der Wert-Maßstab vom Heute eine größere Bedeutung als irgendwann vorher.
In den letzten Jahren glitten wir Esperantisten, aufrichtig bekennend, etwas ab. Irgendwelche verloren schon Mut, irgendwelche verrieten weglaufend die Standarte. Nicht wichtig, weil auch viele treu auf Posten beharrten. Sie vergiftete Pessimismus nicht.
Die Treuen wussten gut, daß jede Idee ihre Gezeiten hat. Da erhebt es sich gewaltig und siegeslärmend, hier geht es fallend verloren. Aber nach einem Fall muß unausbleiblich eine Erhebung zurückkommen. Erfolge müssen zurückkommen, Triumphe müssen wiederholt werden ..."
Hitler: (Hitler:)
"– Hemmt die friedliche Lösung des europäischen Problems.
– Er ist eine versprochene Hoffnung für Millionen Deutsche – und für die Sowjet-Führer.
– In Amerika stärkt er jene Bewegung, welche die Herabsetzung europäischer Kriegsschulden propagiert."
Wie könnte das gemeint sein? Eine Recherche ist angebracht. [se]
Kroniko de Esperanto. (Chronik von Esperanto) "Spanien. Barcelona. Vor einigen Wochen wurde das "Zamenhof-Institut" gegründet, durch welches man auf eine wirksame Verbreitung von Esperanto und seiner inneren Idee zielt, und auch einer Entfaltung von UEA. Die Mitglieder nennen sich Zamenhof-Anhänger, darum weil sie wünschen die Ratschläge und Orientierungen von Dr. Zamenhof zu verfolgen, um den Dienst von zwischenmenschlicher Brüderlichkeit, durch eine internationale Sprache.
Das Komitte besteht aus: Präsident Anĝelo Valdepenas (ehemals Präsident von K.E.F. und von der Gruppe "Barcelona Stelo"), Vize-Präsident Francisko Gorgues (Ex-Delegierter von UEA), Sekretär Jozefo Anglada, Vize-Sekretär Francisko Vila, Kassierer Johano Campdelacreu, Kalkulator Emanuelo Corredò, Bibliothekar Jozefo Lòpez und Abstimm-Geberin Sara Ullastres.
Das Institut, dessen provisorisches zentrales Büro sich beim Sekretär befindet, Straße Sitjas 8-30, organisierte einen Informations-Dienst werktags abends, realisiert eine wirksame Verbreitung durch die Tageszeitung und wickelt einen erfolgreichen Esperanto-Kurs durch Korrespondenz ab."
"Prezo-tondilo". ("Preis-Schere".) "Mehrere europäische Regierungen haben Sorgen wegen der sogenannten "Preis-Schere". Dieser Ausdruck stammt von der grafischen Gestalt der Preis-Änderungen, Preis-Bewegungen von gewissen Erzeugnis-Gruppen. Beispielsweise: jetzt sind die Preisverhältnisse zwischen Industrie- und Landwirtschafts-Erzeugnissen in einigen Staaten sehr auseinandergehend. Das heißt während die Preise von Industrie-Artikeln bis jetzt blieben oder erhöht wurden, sanken mittlerweile jene von Landwirtschafts-Kulturen.
 – von Industrie-Erzeugnissen 
Preise < 
 – von Landwirtschafts-Produkten 
Die Ursache dieser "Schere" ist unter anderem, daß die Industrie-Preise größtenteils Kartelle oder andere Verbände regulieren und die Preise von Bodenprodukten nahezu vollends "freie" sind. Industrie-Verbände können die Produktion selbst regeln und auf diese Weise die Preis-Entwicklung – wie wir bereits erwähnten – beeinflussen, bei Landwirtschaft ist das beinahe eine Unmöglichkeit, weil ein wichtiger Faktor der Erzeugung das Wetter ist, das zu beherrschen bis jetzt noch nicht erfolgreich war."
Internaciaj aŭtobus-linioj tra Eŭropo. (Internationale Autobus-Linien durch Europa.) "Entsprechend Mitteilungen, beabsichtigen maßgebende amerikanische Finanz- und Fachkreise – man nennt unter anderem auch den Namen Ford – ein neues Syndikat zu gründen, dessen Zentrum in Paris sein soll. Dieses Syndikat plant durch Gesamt-Europa ständige Autobus-Linien zu organisieren. Die Zirkulation von Autobussen sollte ordnungsgemäß – so, wie bei Eisenbahn – stattfinden und vornehmlich durch Zentren mit Fremdenverkehr und durch die Metropolen der einzelnen Staaten führen."
Germana junularo. (Deutsche Jugend.) "Herr Kayser, der Politiker für Außen-Angelegenheiten von "Republique", Organ der französischen Radikalen Partei, besuchte die größten deutschen Städte und zurückkehrend ließ er seine Eindrücke in einem Artikel "La dramo de germana junularo" erscheinen. Nach diesem haben deutsche Jugendliche weder Arbeit, noch Hoffnungen. Obwohl sie arbeiten wollen und geneigt dazu sind, sind sie gezwungen ohne Arbeit zu leben. Also, ist es nicht ganz verwunderlich, wenn sie sich extremen Parteien anschließen, welche ein Umstürzen des jetzigen Regierungs-Systems, von dem die Jugend nichts erwarten kann, erlauben.
Keiner kann für sie das einzige Mittel gegen den Radikalismus erlangen: Arbeit. Nicht ausreichende Nahrungsmittel, ohne Arbeit, ohne Hoffnung, das ist das Los eines zwanzigjährigen Deutschen."
Ankaŭ telefono postulas internacian lingvon. (Auch Telefon erfordert eine internationale Sprache.) "Zwischenstaatliche Telefon-Gespräche werden Tag für Tag immer mehr. Der Mangel eines gemeinsamen Verständigungsmittels hemmt auch diesbezüglich den Wohlstand. __Es ist nicht wahrscheinlich, daß die triumphieren werdende Telefon-Technik warten wird, bis irgendeine National-Sprache eine Welt-Sprache werden wird.__ Dagegen ist vermutbar, daß sie die Lösung des sprachlichen Problems suchen und finden wird.
Wie aktuell diese Frage ist, zeigt am klarsten die letzte englische Welt-Statistik des Telefons (31.12.1929).
Um dieses Datum bestanden in der Welt insgesamt 34.400.000 Telefone. Ihre Anzahl wuchs in dem letzten statistischen Jahr um 1,75 Millionen. Zu dieser Vergrößerung trug Europa durch 8,4 und Nordamerika durch 3,9 Prozent bei. Um das Jahresende 1929 besaßen Asien 1.205.000 und Afrika 224.000 Telefone. In den letzten neun Jahren wurden die Telefone in Amerika von 14.355.000 (1920) auf 22.500.000 (1929) vermehrt: die Vergrößerung war mehr als 50-prozentig. Aber größer war die prozentuale Steigerung in Europa. Nach sachverständigen Schätzungen hat Europa etwa 10 Millionen Telefone, diese Zahl bedeutet ein 100-prozentiges Wachstum seit 1920.
Nun, welches Land ist relativ am Telefon-reichsten? Gemäß Statistik verfügen von 1000 Einwohnern
in den USA über 169 Telefone, – .... – in Argentinien je 24 Telefone
Unter Städten, hat New York – absolutzahlig – die meisten Telefone: 1.800.000; relativzahlig San Francisko, wo 100 Städter über 34 Telefon-Apparate verfügen."
Kiom da loĝantoj havas Eŭropo? (Wieviele Bewohner hat Europa?) "Während des letzten Jahrhunderts verdoppelte sich die Zahl von Europäern. Gleich wachsend, nach weiteren hundert Jahren, würden auf unserem Kontinent, statt der heutigen 525 Millionen, insgesamt 1050 Millionen Menschen leben. Vergleichend müssen wir hinzufügen, daß man die weltweite Schar der Einwohner jetzt auf etwa 1950 Millionen schätzt. 26 Prozent von ihnen leben in einem relativ kleinen Europa, während Amerika, das fünffach größer ist, nur 247 Millionen Bewohner zählt. Man berechnete, daß in Amerika Platz für 3500 Millionen sein würde, während in Europa gerade noch für 75 Millionen Menschen."
Aero-flotoj. (Luft-Flotten.) "Militärische Flugmaschinen haben:
Russland 1800 – .... – Belgien 234" 
Kinejoj (Kinos) "befinden sich in Europa (nach einer Statistik von 1930) 34870 mit etwa 14 Millionen Stühlen." 
[Pri komercaj kontraktoj. (Handelsverträge betreffend.)
"Die einzelnen europäischen Staaten haben so viele gesonderte Interessen und Wünsche, daß es eine ganz unmögliche Sache ist jeden ideal zufriedenzustellen.
Wäre nicht die allgemeine Lösung empfehlenswert: ein Gesamt-Europa als organischen einheitliches Wirtschafts-Raum einrichten?"]

Penseroj (Gedankensplitter)
"Manche technischen Erfindungen veränderten das äußerliche Leben der Menschen gänzlich. Könnte die geniale Erfindung Esperanto nicht die Menschen "innerlich", charakterlich entsprechend, geistgemäß verändern?"
"Irgendwo Zollgrenzen und stehende Heere errichtend, bestehen umgehend bereits Konkurrenten und Feinde."
"Ein über Industrie-Kartelle sprechender Ökonomie-Professor, könnte seinen Vortrag ironisch beginnen: Es war einmal, vor vielen vielen Jahren, eine Zeit, in der die Preise von Industrie-Artikeln über Angebot und Nachfrage geregelt wurden ..."
"Europa hat zu viele Personen mit einem mühelos-einträglichen Amt."

DEBATEJO / DEBATTIERORT
Pri hegemonio-problemo en Eŭropo (Vorherrschafts-Problem in Europa betreffend.)
"Heikel, aber ein darüber zu diskutierendes Thema. Umso mehr, weil es eines der grundlegenden Probleme ist.
Wir müssen unterscheiden:
Manche Staats-Führer und Staatsangehörige befürchten eine französische, andere eine deutsche Vorherrschaft. Politiker kleiner Staaten behaupten, daß Besitz und Reichtum unter europäischen Nationen ungleich verteilt sind. Landwirtschafts-Staaten glauben, daß eine Europäische Vereinigung mehr Vorteile für Industriestaaten haben würde. Arbeiter sehen darin den Endsieg* des Kapitalismus usw.
Frage der Vorherrschaft war einer der hauptsächlichen Gründe des Weltkrieges. Noch heute herrscht dieses Vorherrschafts-Problem vor, es kann sogar erneut zu einem Grund eines neuen Krieges gemacht werden. Ursachen sind also ausreichend, welche die Lösung dieses Problems veranlassen.
Für UŜE-Zugehörige ist die Lösung einfach: wir müssen uns in Zukunft nicht nur als Angehörige irgendeiner Nation betrachten, sondern hauptsächlich als Europäer in einem politischen Sinn. Dieser Lösungs-Vorschlag ist zu simpel, wahrscheinlich deswegen auch sehr schwierig zu verwirklichen.
Verschiedene Verhältnisse zeigen, daß die Zeit der Klein-Staaten vorbeigegangen ist. Zu viele großmächtige Staaten-Vereinigungen bestehen bereits, welche die europäischen Staaten zu einer Vereinigung nötigen. Dem muß die geistige Europäisierung der verschiedenen Nationen voranstehen.
Wir müssen nicht die wechselseitige Vorherrschaft befürchten. Die Missgunst und andere negative Eigenschaften müssen unterdrückt werden und die europäische Solidarität soll unser höchstes Ideal sein.
Insbesondere kleine Nationen haben ein Interesse an dieser Solidarität. Obwohl sie zur Zeit bei Konferenzen als gleichberechtigte Staaten betrachtet werden, ist diese Gleichberechtigung dennoch nur rein theoretisch. Auf Papier, auch bei nicht wichtigen öffentlichen Reden erscheinen sie voll berechtigt, aber in Haupt-Angelegenheiten entscheiden tatsächliche die Großmächte.
Ganz anders könnten die Verhältnisse für kleine Nationen in Vereinigten Staaten von Europa werden, wo die hauptsächlichen gemeinsamen Angelegenheiten in einem gemeinsamen UŜE-Parlament diskutiert würden.
Möglich ist, daß die heutige Struktur Europas hilft – dank des nationalen Schutzzoll-Systems – hin zu einer Bereicherung kleiner Staaten, doch das bedeutet noch nicht politische Gleichberechtigung in der Ansammlung europäischer Staaten.
Wir betonen auch individuelle Entwicklungsmöglichkeiten für Angehörige von Mittel- und Kleinstaaten in UŜE zu beabsichtigen. Heutige Verhältnisse behindern ihre freie Entwicklung. Oft fehlen nicht die Begabung oder Fähigkeit, doch die Umgebung, die technischen Voraussetzungen und die benötigten Organisationen. Jene können sich arme Staaten ihren Staatsangehörigen niemals verschaffen, wie dieses Großnationen ermöglicht ist.
Individuelle Fähigkeiten, Neigungen und Begabungen können besser in einer weiträumigen Umgebung gedeihen.
Nur ein Beispiel will ich erwähnen: Würde die Welt nun die Erfindungen von Pupin nutzbar machen können, wenn er in seinem Heimatland Jugoslawien geblieben wäre? Ermöglichte ihm die USA-Umgebung nicht die bedeutenden Erfindungen? Und doch blieb er ein guter Serbe, ein guter Patriot. (Siehe das Buch "De paŝisto al inventisto" Biografie de Pupin.) ("Vom Viehhirten zum Erfinder" Biografie von Pupin.)
Gute Europa-Haftigkeit macht einen guten Nationalismus gar nicht unmöglich. Erneut muß ich auf ein Beispiel in den USA zeigen. Nahezu alle europäischen Nationen werden in Amerika repräsentiert, und nahezu alle sind auch auf nationaler Grundlage organisiert. Einige dieser nationalen Organisationen sind gleich groß, wie solche daheim. Manche europäischen kleinen Nationen haben in Amerika stärkere Zeitungen als daheim, ihre nationalen Feiern sind in Amerika oft pompösere und das allgemeine Kulturleben ist höher als im Heimatland. Interessieren Sie sich nur über dortige Nationalfeiern, Gesangsvereinigungen, Zeitungen usw. und Sie werden überzeugt werden.
Die heimische allgemeine Entwicklungsmöglichkeit entwickelt und stärkt alle nationalen Neigungen und Fähigkeiten, die einen materiellen und geistigen Erfolg ermöglichen.
In Europa ist alles das nicht in diesem Grad möglich, weil der Entwicklung die wirtschaftliche Grundlage fehlt. Der jetzige nationale Rahmen der Staats-Organisation begrenzt auf diese Weise die wirtschaftliche, wie auch die kulturelle Entwicklung. Gerade die politischen und wirtschaftlichen Grenzen der National-Staaten behindern die gerechte Aufteilung des Besitzes in Europa. Die natürliche Zirkulation der Wirtschaft wird durch die Zollgrenzen und andere Handels-Hemmnisse unmöglich gemacht.
In West-Europa beispielsweise sind die offiziellen Rück-Prozente* drei bis vier, in Südost-Europa sieben bis neun. Die Rechts-Systeme sind in den verschiedenen Ländern ungleich, darum auch ungleich die Bürgschaften und Kredite usw. Für weniger reiche europäische Staaten würde die Europäische Vereinigung mehr oder weniger einen Ertrag durch vorteilhafte Heirat bedeuten, welche eine naturgemäße Verteilung und Gebrauch der Besitztümer ermöglichen würde.
Nach einer kurz dauernden Neuorganisation würden die Vereinigten Staaten von Europa ein erstaunliches Aufblühen und Wohlstand zeigen, welchen Europa schon seit langem wünscht.
Also, was wir zu predigen haben, soll sein: Europäer müssen versuchen "europäischer" als national zu denken und zu empfinden. Man muß versuchen auch die Situation und Umstände von seinen Nachbarn zu verstehen und muß überdenken, ob die verschiedenen Interessen nicht in Übereinstimmung zu bringen sein könnten?"  Z.

[Nia konvinko ....] [Unsere Überzeugung: Esperanto wird über den UŜE-Weg siegen!]
[Samideano! ....] [Gleichgesinnter! Bitte darunter Adressen notieren ....]  
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Spegulo de la eŭropa problemo (Spiegel des europäischen Problems)
Bsp.:
Nachgeahmtes Beispiel für europäische Staaten: auch sie müssen sich solidarisch gegen die Vorherrschaft Amerikas verteidigen
" Albert Wiggon, bedeutender amerikanischer Wirtschaftsführer, erklärte den Londoner Journalisten, daß Amerika ein gutes Geschäft machen würde, wenn es die Kriegsschulden der "Entente" und dadurch auch die Reparations-Schuld Deutschlands absenken würde. Wiggon meint, daß eine der Hauptursachen der weltwirtschaftlichen Krise die große Verschuldung der europäischen Staaten in Amerika ist.
Dazu wurde Sir Josiath Stamp, Direktor einer sehr großen englischen Bank aufmerksam gemacht, daß eine Ermäßigung von Kriegsschulden der "Entente" ein Erblühen Deutschlands und dies auch von den anderen europäischen Staaten bedeuten würde. Im übrigen verstand Amerika bereits, daß je größer die Verschuldung Europas an Amerika ist, sich umso schlechter die Bilanz für einen Auslands-Handel der USA bildet.
W. Ostwald, der namhafte Wissenschaftler, sagte während einer Rede in Wien (siehe "Neue Freie Presse, 7.3.1931) über eine Pyramide der Wissenschaften" unter anderem folgendes: "Zu der Soziologie gehören alle Wissenschaften" vom Geist, unter ihnen die Philologie. Am besten ist, wenn sie eine allgemein verständliche Sprache erschaffen könnte (Wir sind überzeugt, daß Dr. Zamenhof bereits dieses Problem löste. Red.) welche neben den nationalen Sprachen verwendet würde. Ohne sie würde auch die Paneuropa-Idee, welche Coudenhove propagiert, nicht gelingen können."
Ein Fachmann äußerte sich in der Belgrader "Politika" zur Krise. Das in jugoslawischen Banken liegende Sparkapital solle für Investitionen genutzt werden, um die Wirtschaft zu beleben. [se]

" Lord Newton, London: Wenn europäische Regierungen Sowjet-Russland mit Krediten oder Aufträgen fördern, richten sie sich nur selbst wirtschaftlich und politisch zu Grunde. Der "Pjatiletka" (Fünfjahr-Plan) ist ein Kampf zwischen Kommunismus und westlicher Zivilisation und es ist dringend nötig, daß sich europäische Staaten gegen diese gemeinsame Gefahr verbünden müssen.
Die dritte Zoll-Konferenz in Genf scheiterte.
Entsprechend "Kreuzzeitung" waren deutsche nationale und katholische Parteiführer in Paris, wo sie – wie man sagt – eine etwaige französisch-deutsche Zusammenarbeit besprachen.
Dietrich Graf Wolkenstein-Trostburg:".... Europa und Sowjetunion bilden, neben ihrer geographischen, auch eine natürliche wirtschaftliche Einheitlichkeit. Sie stellen eins autarkes das heißt wirtschaftlich, von außen gänzlich unabhängiges Reichsgebilde dar.
Eine zweite Konferenz der Balkan-Staaten wird in Stambul stattfinden. Carnegie-Stiftung spendete 10.000 Dollar für die Vergünstigung von Balkan-Konferenzen.
Der Post-Ausschuß der Internationalen Handelskammer beschäftigte sich unter Vorsitz des französischen Ministers Durand mit dem Gedanken eines einheitlichen Posttarifs. Die Konferenz verständigte sich über diese praktische Idee, die vor einigen Jahren bereits Briand und Stresemann propagierten. Ziel und Aufgabe ist, die einzelnen Verträge im Rahmen der Internationalen Post-Union zusammenzubringen und zu vereinheitlichen."
Mussolini: Die Militär-Budgets von Britannien und Frankreich bestehen aus etwa 1/4 der Staats-Einnahmen. Italien liegt darunter und die USA hat das größte Armee-Budget der Welt. Italien könnte durch Einsparungen auch für jede Familie eine größere Kaufkraft schaffen und wirtschaftliches Gleichgewicht erhalten.
Wie sind Zitate Mussolinis und die der anderen Diktatoren rückblickend zu beurteilen? Hätte Zauner auf deren Zitate verzichten oder sich auf eindeutige negative Äußerungen beschränken sollen? Was bringt es, einen politischen Gegner zu Wort kommen zu lassen? Die größten Grausamkeiten standen allerdings erst noch bevor. Es ist allerdings auch heute üblich, Diktatoren in den eigenen Medien Raum zu geben. Wir Freunde eines freien, gerechten und geeinten Europas haben viele Gegner aus dem klassischen politischen Spektrum, die jedes Wort umdrehen. Das gilt immer und muß bedacht werden. [se]
" "Illusion ist der Hass zwischen Völkern." Wir schöpfen aus der französischen Zeitung "Europe" folgendes: Ein Volk ist kein selbständiges Lebewesen, aber eine Gruppe einzelner, deren Gefühle , gegenüber anderen Gruppen einzelner, in einem anderen Land wohnend und oft eine andere Sprache sprechend bedauerlicherweise beeinflussbar sind. Wäre es möglich allen verständlich zu machen, daß ein Mensch überall ein Mensch ist, ebenso hier, wie auch jenseits der Grenze, würde das einen Krieg sicher unmöglich machen. Auf dieser Idee gründet sich das System des französisch-deutschen Austauschs von Schülern. Ein junger deutscher Schüler genießt kostenlos die selben Lebensbedingungen bei einer französischen Familie wie daheim. Er erlebt seine Ferien wie ein Kind der Familie. Auf gleiche Weise kümmert sich die Familie des deutschen Jungen während der Freizeit um einen französischen Studenten.
Entsprechend Zahlen des französisch-deutschen Ausschusses für Schüler-Austausch wurden folgende Austausche realisiert: 1926: 40 .... 1930: 401; insgesamt 1107. Bei gleichen Anlässen lernten mehr als tausend Jungen die Sprachen von Nachbarn."
[Mendilo ....] [Bestellung UŜE-EĤO, Verlag "LIBRO" ....]
[Ĝustigo ....] [Anpassung
Im hier folgenden Teil des Briefes von Herrn Dr.A.Goedecke, in unserer letzten Nummer, in der dritten Spalte von "Debatejo" veröffentlicht, passen wir folgendes an: "Was Gesetzgeber anbelangt, sagt er: ich bin souverän, folglich jedes Gesetz, das allein gemäß des Willens von Parlament und Staats-Chef entsteht, gilt, verbindlich. Nach solchem Schwur..."  
Respondoj Antworten
Alle, die an uns Adressen von UŜE-Freunden, Zeitungs-Ausschnitte, Abbildungen usw. schickten, werden gebeten unsere herzlichen Dankesgrüße entgegenzunehmen.
J.A.,B-a. – Dank wegen Verbreitung und ABO-Zahlungen. Erfolg an neues Institut!]
[Abonprezo de "UŜE-EĤO" estas por 1931 ....] [Abonnement-Preis von "UŜE-EĤO" ist für 1931 (4 Nummern): 4.– "apselo" ....]
20220602820220727SE
UŜE-EĤO 1931 -06- (Aprilo) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek


UŜE-EĤO 1931 -07- (Julio)
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[Eldonejo: "LIBRO", Timişoara I, Strada Lonovici 1 (Rumanio-Banato)]
Nacie aŭ racie (National oder rational) 
"Europäer werden entscheiden müssen: den Weg wirtschaftlicher Verständigung zu gehen. Die heutigen europäischen Umstände fordern dies.
Immer mehr und mehr wird offenkundig, daß eine nationale Grundlage europäische Zusammenarbeit unmöglich macht. Obwohl Europa jetzt allgemein die nationalen Politiker beherrschen, wird ihnen nicht möglich sein andauernd gegen die natürlichen ökonomischen Gesetze zu handeln.
Die heutige Übermäßigkeit des Nationalismus, der Chauvinismus, ergab sich aus der europäischen Wirtschafts-Struktur, ganz unnatürlich. Es existiert nicht genügend Macht um jene kranke Ordnung Europas zu bewahren. Die klügsten Politiker, die gerissensten Diplomaten werden machtlose sein, wenn sie gegen den Natur-Willen kämpfen: Vereinheitlichung der wirtschaftlichen Verhältnisse in Europa. Gerade heute ist nötig dies hervorzuheben, weil Europa zur Zeit von neuem eine gefährliche nationale Welle durchlebt.
Nationale Programme beinhalten mehrere negative Punkte. Unter ihnen der Hauptsächliche: der Chauvinismus. Ist wirklich unbedingt nötig, die Menschen gegenüber der Landesgrenzen zu verachten und für immer zu hassen? Dadurch, daß einige Nationen um eine Korrektur von Landesgrenzen kämpfen werden sie nicht ihre Heimatländer noch Europa retten. Wenn die Landesgrenzen bleiben, ob einige Kilometer mehr östlich oder mehr westlich, das ist für die gesamt-europäischen Wirtschafts-Verhältnisse unbedeutend. Nicht um Landesgrenzen-Korrekturen haben wir zu kämpfen: Eine Beseitigung von internen europäischen ökonomischen Grenzen soll unsere Devise werden.
Eine einfache Mühe wird es nicht sein, die allgemeine nationale Denkweise zu ändern. Zu tief wurzelt sie noch in uns, als daß wir uns während kurzer Zeit von ihr befreien könnten. Die täglichen Zeitungen und das öffentliche Leben nähren noch diesen Nationalismus. Und wenn wir vorhaben, sie (diese Denkweise [se]) zu unterdrücken, muß die Klugheit stark gegen die Gefühle kämpfen.
Wunder sollen wir nicht von europäischen Nationen erwarten. Es ist nicht möglich von ihnen plötzlich eine europäische Denkweise zu verlangen. Aber möglich ist uns eine solche zu verbreiten, als Grundlage bei einer europäischen Neu-Organisation. Nicht nationale, sondern vor allem wirtschaftliche Fragen müssen in künftiger Politik darüber herrschen. Nicht nur das Schicksal unserer eigenen Nation, sondern auch die europäische Solidarität treibe uns an.
Die Lösung des europäischen Sprachen-Problems ist keine zweitrangige Angelegenheit, wie das einige Paneuropäer propagieren, weil die Wurzel von nahezu jedem europäischem Nachkriegs-Unglück von der national-staatlichen Struktur Europas abstammt, also gewöhnlich von der National-Politik. Und woher kommt dieser Nationalismus? Ob nicht von den Sprachen, welche die Europäer hauptsächlich national-entsprechend trennen? Beweis: nahezu jede europäische Nation hat ihre eigene Sprache und hauptsächlich durch ihre National-Sprachen leben sie ihre nationalen Leben.
Obwohl wirtschaftliche Fragen bei einer Neu-Organisation Europas dominieren müssen, trotzdem ist die Solidarität, die nur durch eine gemeinsame offizielle Hilfssprache erreichbar ist, auch Bedingung für andauernde Zusammenarbeit."
ilustraĵo / Abbildung:
ESPERANTO  La ŝlosilo, per kies helpo la eŭropa problemo estos solvebla.
(ESPERANTO  Der Schlüssel, mit dessen Hilfe das europäische Problem lösbar sein wird.)
Venis nia tempo (.... Kam unsere Zeit)
"Die letzten Ereignisse der europäischen Politik beweisen, daß der Weg, welchen heutige Politiker wählten, Europa nicht heilen wird. Sogar der größte Optimist muß dies bestätigen. Fragen, welche für Gesamt-Europa zweit-rangig sind, herrschen vor und erlauben keine natürliche umsichtige Lösung der Hauptprobleme.
"Von oben" scheinen schon nicht viel Aussichten für eine dauerhafte und grundlegende Gesundung Europas zu sein. Übrig bleibt der Weg "von unten". Die Verhältnisse bestätigen unsere Vermutung und früher als wir dies erwarteten, haben wir die Möglichkeit die planungsgemäße Verwirklichung unseres Planes zu beginnen.
Bevor wir ausführliche Fragen zu einer organisatorischen Struktur der UŜE-Bewegung behandeln, ist notwendig, einige Leitgedanken für die allernächste Zeit festzulegen.
Für den Anfang bestehe unser Verbreitungs-Programm aus drei Punkten:
1. Die erste unserer Aufgaben ist: veranstalten einer Esperanto-Offensive. Ihr Endzweck* ist, Esperanto – wenigstens für Europa, – aus seiner bisherigen Unwichtigkeit für die Massen herausheben. Dies bedeutet hauptsächlich Arbeit für UŜE-Initiatoren. Sie müssen gewissermaßen die Angriffs-Truppen für Esperanto werden. Für die kommende Winter-Saison haben sie die Aufgabe Verbreitungs-Pläne* auszuarbeiten und sich um deren Verwirklichung zu kümmern. Uns ist nicht möglich ausführliche Programme zu geben, überall müssen sich die Anführer* der Verbreitung an die lokalen Umstände anpassen. Man soll uns dennoch gestatten, daß wir zu einigen Anreizen für die Propaganda-Aufrufe raten:
Beispielsweise einer unter anderen: Infolge allgemeiner Bemühungen, in Europa die Wirtschafts-Räume zu vergrößern, wurde auch das Sprachen-Problem und dessen Lösung aktuell gemacht. Also parallel mit der Lösung des europäischen Wirtschafts-Problems verbreiten wir, um das Sprachen-Problem zu lösen, die Einführung von Esperanto als offizielle Hilfssprache. Warum ausgerechnet Esperanto und nicht irgendeine nationale, die diesbezüglichen Argumente für Esperanto kennen die Gleichgesinnten bereits.
Außerdem ist empfehlenswert die Devise anzuwenden: Der Weg zu "Europ-ismus" führt über die "europäische" Sprache, über Esperanto. Also, von allen guten Europäern können wir mit Recht das Erlernen der gemeinsamen Hilfs-Sprache fordern. Daß diese Sprache auch gleichzeitig als Welt-Hilfssprache propagiert* wird, das beweist nur, daß Europa von neuem ein Initiator wird und den anderen Kontinenten vorangeht.
Nötig zu erwähnen, daß sich die anhaltende Verbreitung von Esperanto durch die UŜE-Initiatoren etwas von den bis jetzigen Esperantistischen Methoden unterscheiden muß. Durch höherliegende Veranlassungen wird das schon von selbst offenkundig. Möglicherweise werden einige Esperantisten nicht unseren Argumenten zustimmen, aber das hat uns nicht zu stören. Mittels neuer Argumente, die wir verwenden, haben wir die Möglichkeit neue Freunde für Esperanto zu bekommen, aus Kreisen, welche begreifen werden, daß es nur durch eine neutrale Sprache möglich ist die nationale Intoleranz zu schwächen, und die Freunde von einer europäischen Zusammenarbeit sind.
Kurzgefasst: Die Esperanto-Offensive zielt darauf bei Massen das Interesse für Esperanto zu wecken.
2. Um die Werbende Arbeit vernünftig zu gestalten ist ratsam, die UŜE-Freunde in UŜE-Gruppen oder UŜE-Klubs zu organisieren. Diese haben die Aufgabe die Arbeit der UŜE-Initiatoren fortzuführen und auszuweiten. Durch diese Organisation ist es möglich die systematische Arbeit zu garantieren und der ganzen Bewegung eine materielle Grundlage zu geben. Von niemandem können wir eine finanzielle Unterstützung erwarten. Damit die Bewegung unabhängig bleibt, sollen wir diese auch nicht suchen. Die Selbsthilfe muß diesbezüglich zu unserer Devise gemacht werden.
3. Unsere weitere Aufgabe wird sein die UŜE-Anhänger (UŜE-Gruppen, -Klubs) in irgendeinem Rahmen für Ganz-Europa zu organisieren. Nur bei angespannter, einheitlicher Leitung kann irgendeine Organisation wirksam sein. Doppelt erforderlich ist diese einheitliche Leitung bei UŜE-Organisationen, weil UŜE-Anhänger sich aus sehr verschiedenen nationalen und sozialen Kreisen rekrutieren.
Das große Territorium Gesamt-Europas zwingt uns, es in mehrere Organisations-Teile zu gliedern. Der Leitgedanke bei dieser Gruppierung soll immer ein der Geografie entsprechender sein. Es ist die natürlichste. Wir nehmen an, daß für UŜE-Freunde bereits keine politikgemäße Europa-Teilung existiert. Unser Ausgangs-Gedanke ist: die Nachbarstaaten gruppieren, unbeachtet der heutigen politischen Verhältnisse, ob diese Beziehungen zwischen den Nachbar-Staaten mehr oder weniger freundschaftlich sind. UŜE-Anhänger können und müssen dies ignorieren.
Die natürliche Einteilung Europas zeigen bereits die nationalen Ausdrücke selbst: Man spricht von Nord-Europäern, West-Europäern, von Mittel-Europäern usw. Diese natürliche Eingruppierung Europas empfiehlt sich selbst für unser gesamt-europäisches Organisations-Projekt. Wir schlagen also vor, Europa in sechs Organisations-Territorien einzuteilen:
1. Nord-Europa:
zusammengesetzt aus Dänemark, Estland, Finnland, Island, Lettland, Litauen, Norwegen und Schweden.
2. West-Europa:
Belgien, Britannien, Frankreich und Niederlande mit Kolonien.
3. Süd-Europa:
Spanien, Italien und Portugal mit Kolonien.
4. Südost-Europa:
(Balkan): Albanien, Bulgarien, Griechenland, Jugoslawien, Rumänien und Türkei.
5. Ost-Europa:
UdSSR.
6. Mittel-Europa:
Österreich, Tschechoslowakei, Danzig, Deutschland, Ungarn, Polen, Saargebiet und Schweiz.
Dieser Vorschlag ist rein organisatorisch, zielt also nicht auf eine politische oder wirtschaftliche Eingruppierung. Er will nur die organisatorische Arbeit erleichtern und mehr die Übersicht der gesamten Organisation erleichtern. Selbstverständlich fordert diese Eingruppierung  verschiedene Unterteilungen bis zu den lokalen Gruppen. Durch den obigen Vorschlag wird beabsichtigt die Zersplitterung in der organisatorischen Arbeit zu vermeiden, wie wir dies nur zu oft bei der landesgemäßen organisatorischen Arbeit in der Esperanto-Bewegung feststellen müssen. Für UŜE-Anhänger ist diese Eingruppierung auch darum empfehlenswert, weil damit möglich ist vor Massen zu zeigen, daß die europäischen Landesgrenzen für UŜE-Anhänger bereits keine "chinesische Mauern" bedeuten. J.Z."

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Alvoko (Zuruf)
"Es vergingen schon 12 Jahre seit Beendigung des grausamen und entsetzlichen Weltkriegs. Während dieser 12 Jahre kämpfte man beharrlich und tapfer mittels der Zeitungen und einer Menge von Büchern gegen den Krieg, trotzdem nähert er sich von Tag zu Tag von neuem. Täglich lesen wir in den nationalen Zeitungen über Friedensliebe von den einzelnen Regierungen, täglich hören wir aus den Mündern von den bedeutenden und federführenden Faktoren*, daß Regierungen insgesamt und einzeln nach Frieden dürsten. Oft finden für den Frieden festliche Sitzungen statt, sehr oft ertönen in verschiedenen Ländern sehr schöne Reden für den Frieden, aber trotzdem wir alle, die die Zeitung lesen, überzeugen sich mehr und mehr, daß der Frieden stirbt.
Ist notwendig, daß wir uns freimütig fragen müssen: Haben wir nicht die Pflicht möglichst alles brauchbare zu unterstützen um den Krieg zu vermeiden?
Sicher ja, aber wie?
Bereits allgemein erkannt ist der Fakt, daß eine wirtschaftliche Krise, welche von unvernünftig organisierter europäischer Wirtschaft herkommt, der Hauptgrund von einer Kriegsgefahr ist. Würden wir den Hauptgrund beseitigen, danach die anderen Gründe, welche zusammen das europäische Chaos ergeben, würde er von selbst verschwinden.
Also, was müssen wir tun? – Der Ausweg ist einfach: UŜE verwirklichen!
Außer den in jeder Nummer von "UŜE-EĤO" veröffentlichten politischen und materiellen Vorteilen, könnten wir auch das meist-begehrte erlangen: den Frieden zwischen uns Europäern.
Glaube nicht, daß die verschiedene Anti-Kriegs-Propaganda das gewünschte Ergebnis haben wird. Ganz und gar nicht. Eine Masse der Menschen laß und liest die verschiedenen Propaganda-Werke und betrachtete die Antikriegs-Filme, dennoch, wenn die Plakat-Anschläge rufen werden, werden wir alle lautlos in den Kasernen vorgestellt. Ich will nicht sagen, daß die Antikriegs-Propaganda-Werke ganz ohne Wirkung bei der Menschheit bleiben, aber diese Wirkung ist nicht die gewünschte.
Der Krieg muß behindert werden. Aber dieses muß man vorher tun als wenn es zu spät sein würde.*
Die UŜE-Idee greift die heutige Ordnung nicht an. Sie steht auf der Grundlage von Respekt zum Kapital, zu eigenem Bauernland und zu Ordnung, weil man sich nur dort aller individuellen Rechte erfreuen kann, wo man diese respektiert.
Deshalb ist die UŜE die Waffe, mit deren Hilfe man den Frieden verwirklichen können wird. Die verschiedenen Friedens-Verträge können den Krieg nur aufschieben, aber ihn beseitigen, niemals.
Also müssen wir in jedem Land und entsprechend möglich in jeder Stadt Europas UŜE-Gruppen gründen, die zusammenarbeitend Europa von den Grausamkeiten eines neuen Krieges bewahren wollen, oder die die Ausbreitung von den destruktiven Ideen behindern wollen.
Europäer sind allergrößten-teils Demokraten, welche die heutige Regierungsform bevorzugen, darum glaube ich, daß der Erfolg, sich sicher zu unserer Bewegung gesellen würde, wenn wir entschieden die Gründung von UŜE-Gruppen beginnen werden.
Stefano Recsányi, Timiŝoura"
Survoje (Unterwegs)
"Das letzte Quartal desillusionierte viele Freunde der Esperanto-Bewegung. Die Politk, aber vornehmlich das wirtschaftliche Chaos wurde größer gemacht und die allgemeine Unsicherheit wuchs von neuem und hat bereits gefährliche Anblicke.
Die Massen ersehnen sehr stabile Verhältnisse, jeder lechzt nach Entspannung.
Scheint, daß der Krieg noch nicht beendet wurde: lesen wir nicht nahezu täglich "Verlustlisten"? Verlustlisten über Menschen (Selbstmörder: die gegenwärtig beständige Rubrik von Zeitungen) und über Wirtschaft? Erträgt ein großer Teil von Europäern nicht gleich viel, wie während des Krieges?
Alle möglichen Rettungs-Pläne erscheinen um schnell in dem großen Chaos zu verschwinden. Durch oberflächliche, provisorisch heilende Methoden will man Europa sanieren, anstatt durch eine tiefgreifende Behandlung.
Nach und nach überzeugt man sich, daß von jetzigen Staatsführern nicht möglich ist eine hundertprozentige "europäische Politik" zu fordern. Die Minister in Europa sind erstrangig Minister für Britannien, Frankreich, Deutschland, Italien usw. Folglich, müssen sie in Genf vor allem die eigen-ländischen Interessen verteidigen, weil sie für ihre Handlungen gegenüber der heimischen Wählerschaft verantwortlich sind.
Wenn man beabsichtigt das Problem auf Dauer zu lösen, ist ratsam die Arbeit bei der Grundlage zu beginnen. Für jede demokratische Politik ist die Wählerschaft die Grundlage, also müssen wir die Arbeit bei den Massen beginnen. Erforderlich sie zu überzeugen, daß "europäische" Politik mehr Vorteile liefert als die bisherige isolierte, nationale.
Nur jene Politiker werden hundertprozentig für die allgemein-europäischen Interessen kämpfen können, die von einer Wählerschaft in der Folge eines "Europa-Programms" ausgewählt sein werden.
Was ist also zu tun?
Unser Hauptziel ist nun: Vorarbeiten tun um eine einheitliche europäische parlamentarische Organisation zu gründen, deren Aufgabe sein wird in Europa standhafte, sichere Wirtschafts-Verhältnisse zu erschaffen und UŜE zu verwirklichen."
[UŜE-amikoj! fondu UŜE-grupojn!] [UŜE-Freunde! gründet UŜE-Gruppen!]
[La malfrua, eble ....] [Das späte, möglich sehr späte Ergebnis des großen europäischen Krieges 1914-18 wird die Vereinigung Europas sein!]
Kroniko (Chronik)
"Graf Coudenhove-Calergie sprach während der letzten Konferenz vor der Liga der Nationen in Genf, wo er mit großem Erfolg für die Paneuropa-Idee warb. Nach seiner Rede, antwortete er gewandt in drei Weltsprachen (englisch, französisch, deutsch) auf die verschiedenen Fragen, die an ihn von den Anwesenden gerichtet wurden.
Eine wissbegierige Person fragte ihn, ob man Esperanto oder Volapük (?) als Sprache für Paneuropa akzeptieren würde.
Die Antwort von Coudenhove-Calergie war klar: "Es würde ein sehr großes Unglück sein, mit diesen Sprachen zu experimentieren. Als amtliche Sprache von Paneuropa werden wir das englische einführen."
Ob es Glück oder Unglück sein wird, daß wir Esperanto als Sprache von Vereinigten Staaten von Europa verbreiten, das können gegebenenfalls nur unsere Nachkommen feststellen. Die hier oben gegebene Meinung des Führers der Paneuropäischen Bewegung ist sicher seine private Ansicht – und irren ...
Ob die englische Sprache, als Sprache von Paneuropa taugt oder nicht taugt, über derartiges will ich nicht debattieren. Diese Frage wird schon oft in den Esperanto-Zeitschriften erörtert. Nur muß ich erneut hervorheben, daß Esperanto, oder wie ich diese Sprache auch verbreite, die "europäische" Sprache unter anderem auch ein Mittel ist um die notwendige europäische Denkweise zu erschaffen. Ob das durch irgendeine nationale Sprache auch in solchem Grade möglich ist?
Gewiß, Esperanto als offizielle Hilfssprache von UŜE, ist heute noch für viele eine Utopie, aber auch die Paneuropäische Idee von Coudenhove-Calergie war vor einigen Jahren (oder ist bei vielen auch heute) eine Utopie."
Der Vergleich zu 2022 lohnt sich. Alte Fehler werden immer offensichtlicher. Heutige Pro-Europäer sind quasi meistens, ohne sich bewusst zu sein, klassische Paneuropäer. Sicher bringen sie zeitgemäße Forderungen zur Demokratisierung der EU vor. Doch sie bleiben in der Entwicklung bei Paneuropa stehen, bei einem Staatenbund, der jederzeit auseinanderfallen kann. Momentan ereignen sich gehäuft Krisen, die durchaus einen Zusammenhalt schaffen, andererseits können sie auch die Spaltung beschleunigen. Risse sind ja zu sehen. Gerade verließ UK (Vereinigtes Königreich) die Union, obwohl der Trend in Richtung Beitritte östlicher Staaten nicht beendet ist. Doch dort schürt Russland weiter Spannungen, eben um Europa zu spalten. Was hat das alles mit Sprache zu tun? Sehr viel. Sie ist wesentlicher Ausdruck nationaler Macht. Selbst viele Pro-Europäer möchten nicht wahrhaben, daß man ein angestrebtes geeintes Europa nicht mit der Sprache einer Nation zusammenhalten kann. Nicht mit dem Englisch eines noch von der Weltmacht träumenden Englands und auch nicht durch eine mörderisch aufgezwungene Russifizierung der Völker Osteuropas durch ein von der Weltmacht träumenden Russland. In Europa wollen große Staaten ihren sprachlichen Einfluss bewahren, kleinere Staaten wollen nicht noch mehr verlieren. Ein wirklicher Kompromiss ist nötig. Die im Text gewünschte europäische Denkweise ist die Grundlage eines geeinten Europas mit den Bürgern. Sie ist mit der verbreiteten Paneuropa-Idee nicht zu bekommen. Esperanto abzuhaken, um mehr Wähler zu erreichen, ist kontraproduktiv. EDE hat jedenfalls wohl zuerst unbewusst den UŜE-Ansatz übernommen und versteckt Esperanto nicht. [se]

Prof. Théophile Cart. †. (Prof. Théophile Cart †.) "Die Esperanto-Bewegung erleidet einen sehr großen Verlust wegen des Todes unseres bedeutenden Pioniers Prof. Cart in Paris. Die gesamte Esperantistenschaft trauert." 
Internacia Cseh-Instituto de Esperanto. – La Esperanto-domo en Arnhem.
(Internationales Cseh-Institut von Esperanto. – Das Esperanto-Haus in Arnhem.) "Die offizielle feierliche Einweihung des Esperanto-Hauses in Arnhem wird diesjährig am 11. August im Rahmen eines Festes mit Teilnahme der Bürgermeister von Arnhem stattfinden. Zu dieser Feierlichkeit ist die weltweite Esperantistenschaft herzlich eingeladen."
Loterio. (Lotterie.) "Weil die Einrichtung und Möblierung des Esperanto-Hauses in Arnhem dem Institut beträchtliche Ausgaben verursachen, entschied die Direktion eine große Lotterie zu veranstalten, welche die Genehmigung des Niederländischen Ministers für Justiz erhielt.
Man übergab 25.000 Los-Karten zum Preis zu je einem niederländischen Gulden. Der erste Haupt-Preis ist ein Fünf-Personen 6-Zylinder Automobil NASH, allerneuestes Modell. Es sind weitere neuen Haupt-Preise und im ganzen Tausend Prämien, alle wertvolle zweckmäßige Gegenstände; unter ihnen mehr als hundert elektrische Haushalts-Apparate, außerdem Reise-Koffer, Fahrräder, Schreibmaschinen usw. Bitten um Information zur Lotterie und Bestellungen von Los-Karten adressiert man bitte an: Fräulein J.E.Rikkers, Anton de Haenstraat, 122, den HAAG (Niederlande)."
Festo de fideleco. (Fest der Treue.) "Zu Pfingsten feierte die Temeswarer Esperantistenschaft während eines heiteren Abendessens die 25-jährige Wiederkehr der Esperantist-Werdung von Herrn Alfred Bambach, welcher auch seit 20 Jahren der Delegierte der UEA für Temeswar ist."
Dro L.L.Zamenhof vivas ankoraŭ... (Dr. L.L.Zamenhof lebt noch...) "Die transsilvanische (in Rumänien) ungarische Zeitung "Brassoi Lapok" lies am 24. Mai 1931 einen Artikel über Esperanto erscheinen, in welchem man folgendes lesen konnte:
"Die Erfindung des wissenschaftsgeneigten Gymnasiasten (jetzt Arzt in Warschau) entwickelte bereits solchermaßen, daß es seit dem 1902 (?) Kongreß praktisch von verschiedenen Nationen als Hilfssprache angewendet wird."
Der veröffentlichte Artikel erschien wahrscheinlich erstmals vor dem Krieg, und er ist ein Beweis von Uninformiertheit über Esperanto auch unter Journalisten."
Bis zum Jahr 2022 hat sich verhältnismäßig wenig geändert. Die allgemeinen Medien meiden das Thema, parallel zu ihnen sind natürlich alle Informationen abrufbar. Bei den Journalisten scheint es eine sogenannte Blaupause zu geben. Oft wird über eine Kunstsprache geschrieben, die dann aber irgendwie doch nicht als Gefahr gesehen wird, weil sie sich ja nicht durchgesetzt hat. [se]
Hungara Esperanto-jarlibro 1931. (Ungarisches Esperanto-Jahrbuch 1931.) "Limitierte Ausgabe. Der landesgemäße nationalsprachliche kurzgefasste Bericht über die Esperanto-Bewegung ist sicher ein wirksames Verbreitungsmittel. Herr L. Kökény, der Herausgeber des Ungarischen Esperanto-Jahrbuchs, berichtete sachlich über die lebhafte letztjährige Esperanto-Bewegung in Ungarn und kurzgefasst über die weltweite."
"Studentske Novine" ("Studentische Zeitung") "in Zagreb (Jugoslawien) veröffentlichte einen Artikel über "Problem von Sprache zwischen Völkern", in welchem der Verfasser, cand. med. Arsen Ŝkatariĉ, treffend schreibt:
"... Man soll nicht nur über die Bedürfnisse von Diplomaten und Wissenschaftlern nachdenken, welche doch unter anderem so einige Sprachen sprechen. Heute müssen wir zuerst Wünsche und Ansprüche von Millionen Menschen beherzigen, weil ihre Forderungen wichtig und die aktuellsten Forderungen von heute sind ...
Aber sei es wie es sei, gemeinsame Interessen fordern, daß sich die Völker untereinander verstehen sollen, daß sich ihre gegenseitigen Beziehungen verbessern müssen und die Politik zwischen den Völkern zu ordnen ist. Das ist umso mehr notwendig, weil man überall über Anfreundung untereinander, über Vereinigungen spricht, – alles das würde doch auf diese Art in naher Zukunft verwirklicht werden.
Meiner Ansicht nach, müssen wir Studenten die ersten sein, welche in diese Richtung intensivere Arbeit unternehmen sollten.""

DEBATEJO / DEBATTIERORT
UŜE kaj la laboristaro (UŜE und die Arbeiterschaft)
"Herr Robert Graetz in Rostock (Deutschland), widmete in Nummer 5 (1931) von "Arbeiter-Esperantist" zu "UŜE-EĤO" einen Artikel, in welchem er unter anderem folgendes schreibt:
Das UŜE-Programm besprechend warnt der Verfasser die Leser (Arbeiter) betreffs der großen Gefahr, welche UŜE für die Arbeiterschaft bedeutet. UŜE-Mitglieder hoffen – schreibt Herr Graetz – die wirtschaftliche Krise in Europa einzuschränken, aber sie verstehen das Wirtschafts-System durchaus nicht. Die Krise würde durch Paneuropa sicher gemäßigt, aber danach würde sie um so stärker herrschen. Weil wir faktisch wegen Über-Produktion leiden.
Jeder nachdenkliche Mensch muß zwischen kapitalistischem und sozialistischem System wählen. Die Paneuropa-Idee würde sicher viele von der Erkenntnis abbringen, gleichso, wie das mit der nationalsozialistischen Idee (Hitler) geschah. Außerdem würde sich die Kriegs-Möglichkeit gegen Sowjetunion vermittels Paneuropa nur verstärken.
"Deshalb kann kein Arbeiter hinkommen sich der Paneuropa-Idee anschließen, sie bedeutet nur eine Reform in kapitalistischem Sinn. Wir Arbeiter-Esperantisten werden mit allen unseren Kräften auf die Gefahr hinweisen und gemeinsam für die Herrschaft des Proletariats kämpfen, weil Esperanto nur in einem sozialistischen Europa siegen wird."
Herr Graetz kennt scheinbar nicht den Unterschied zwischen den Paneuropa- und UŜE-Programmen, sonst würde er wissen, was wir in unserem Programm besonders betonen, ist, durch das UŜE-PRogramm nach Möglichkeit einen Krieg zwischen Paneuropa und Russland zu vermeiden. (Siehe Nummern 2 und 6 von "UŜE-EĤO".)
Auch diesbezüglich gilt unsere Überzeugung, daß zwischen Europa und Russland die Esperantisten – UŜE-Mitglieder – die Aufgabe haben werden die Zusammenarbeit anzuregen und die Kontraste zu überbrücken. Heute scheinen diese Kontraste nahezu unüberbrückbare zu sein, aber künftig ... Schon heute kann man Mitteilungen aus Russland lesen, welche berichten, daß das gesamte ökonomische System nach und nach die kapitalistischen Methoden anwendet. Haupt-Unterschied ist nur noch, daß nicht der Privat-Kapitalismus herrscht, sondern der Staat selbst, oder besser, die russische Kommunistische Partei, ist der Kapitalist. Der Staats-Kapitalismus kann auch zu etwas gefährlichem werden, sogar sehr, weil, während Privat-Kapitalismus Dumping hauptsächlich als wirtschaftliche Waffe kennt, die Bolschewisten Dumping-Preise auch aus politischen Gründen anwenden. (Die ausländische Produktion tot-konkurrieren und auf diese Weise die Zahl der Arbeitslosen vergrößern, weil Arbeitslose für eine Revolution, welche sie vorbereiten, benötigt werden.)
Ich kann keineswegs die Devise des "Arbeiter-Esperantist" akzeptieren, welcher agitiert: "Klasse gegen Klasse". Erleidet Europa (und die Welt) nicht bereits genug wegen der politischen, wirtschaftlichen, sprachlichen und religiösen Grenzen?
Während der Entwicklung des Sozialismus, kam aus dem Klassen-Bewußtsein der Arbeiterschaft ein Klassen-Patriotismus zustande und jetzt begegnet man oft bereits einem Klassen-Chauvinismus. Intoleranz bleibt Intoleranz, sie kann von jeder Seite kommen.
Unsere Devise ist nicht Klasse gegen Klasse, aber, wie wir dies bereits oft sagten: vernünftige Zusammenarbeit von allen Nationen und sozialen Klassen.
Ich kann mir einen Staat ohne verschiedene soziale Klassen nicht vorstellen – möglicherweise vorübergehend, doch nicht für die Dauer – genauso, wie ich mir einen Staat, in welchem beispielsweise nur Dreißig-Jährige leben, nicht vorstellen kann. Jede soziale Klasse stellt ein gewisses soziales Alter dar. Wenn die Entwicklungs-Möglichkeiten frei sind, dann reguliert sich der soziale Klassen-Wechsel von selbst. ("Thee generations from overall to overall".) Dieser Klassen-Wechsel war beispielsweise in Russland kein freier.
Reden wir also künftig nicht über Proletariate, treffender scheint für sie die Benennung zu sein: sozial junge Klasse. Es ist eine ganz natürliche Angelegenheit, wenn sozial junge Klassen auf eine Klassen-Erhöhung zielen und darum auch verständlich, daß sich fast alle großen sozialen Bewegungen auf junge soziale Klassen gründen.
Auch die UŜE-Bewegung muß diese Tatsache beobachten.
Doch, während die Bolschewisten für den Klassen-Wechsel der jetzigen Generation (Diktatur des Proletariats) kämpfen, ist das Ziel von einer Mensch-Wirtschaft mittels UŜE-Programm solche Verhältnisse zu erschaffen, welche ganz freie und natürliche Klassen-Wechsel für die Dauer ermöglichen.
Die Führer des Bolschewismus wissen genau, daß, wenn die Lebensmöglichkeiten allgemein leichter werden würden, dann würden sie die Anhänger, die Massen verlieren. Darum sind sie gegen die Vereinigung von europäischen Staaten. UŜE bedeutet also nicht Gefahr für die europäische Arbeiterschaft, vielleicht nur eine Gefahr für die jetzigen Anführer der Arbeiter.
Wie in der Esperanto-Bewegung fast alle Klassen repräsentiert sind, so beabsichtigen wir auch die Freunde aller Nationen und sozialer Klassen zu einer europäischen Arbeit harmonisch zusammenzutun. Die Begeisterung von jungen sozialen Klassen und die Erfahrung der alten sozialen Klassen kann sich harmonisch vervollständigen.
Schließlich, daß in einem sozialistischen Europa Esperanto siegen würde, das ist sehr fraglich. Aus Russland heraus, wo das (ehemalige) Proletariat hundertprozentig über die Staatsgewalt verfügt, kann man nichts über allgemeine Einführung von Esperanto, als Lehr-Objekt, in den Schulen verkünden. Sicher ist Esperanto von jetzigen Führern in der Sowjetunion begünstigt worden, aber das selbe kann man auch in anderen Staaten beobachten.
Die Esperantistenschaft könnte mich Recht von Sowjetunion die offizielle Erkenntnis und Einführung von Esperanto erwarten, weil in Russland selbst genügend von nationalen Minderheiten leben. Aber scheinbar zielt man in Russland nicht ernsthaft auf die Lösung des Sprachen-Problems, weil die Russen jenseits der russischen Grenzen (insbesondere in Deutschland) intensiv und systematisch die Einführung der russischen Sprache in den Schulen propagieren* und fordern." 
Während der Zeit des sogenannten Realen Sozialismus gab es z.B. in der DDR keine Russifizierung im engen Sinn. Zumindest nach dem Tod Stalins in den 50er Jahren konnten neue Generationen ein wenig ungezwungener heranwachsen. Und es gab tatsächlich eine Annäherung zwischen ehemaligen Klassen oder Schichten im täglichen Leben der Gesellschaften. So gab es praktisch Quoten, damit "Arbeiterkinder" studieren konnten. Führte das aber zur Auflösung sozialer Klassen? Zauner wollte, was im Sinn der Aufklärung ist, ein individuelles Recht auf Chancengleichheit für jeden Bürger, unabhängig von dessen Herkunft. Und wurde, wie von manchen erhofft, im Sozialismus Esperanto eingeführt? Zuerst verboten, dann geduldet und damit in die offiziellen Organisationen überführt. Doch wie im UŜE-EĤO bereits erwartet kam das Pflichtfach Russisch in die Schulen. [se]
"Herr R.P. in M-n schrieb an uns:
"Ich danke Ihnen sehr für Zusendung von "UŜE-EĤO". Mit großem Interesse las ich es, aber die Nummer 4 enthält eine Abbildung auf Seite 6. welche mich als Deutschen kränkt. Dieses Bild stellt Paneuropa entsprechend deutscher Ansicht dar (von "Mucha" in Warschau). Ich staunte, daß eine esperantistische Zeitung, die für Paneuropa wirbt, nicht besser entsprechend der internen Idee von unserem teuren Meister Zamenhof arbeitet. Ich und viele Deutsche sind gute Pazifisten und Anhänger von Paneuropa, aber dieses Bild, vielmehr der Verfasser, ist arrogant. Und ich protestiere als Deutscher und Esperantist gegen diese Weise."
Wir erwiderten:
Ich danke Ihnen, daß Sie Ihre Ansicht so freimütig ausdrückten. Aber Sie haben die Abbildung wahrscheinlich missverstanden. Solch eine Zeichnung hier wäre sicher nicht veröffentlicht, wenn ich nicht in der selben Nummer von "UŜE-EĤO" auch die vier Bilder auf Seite 6 hineingesetzt hätte. Das heißt:"

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DEBATEJO (DEBATTIERORT) Fortsetzung 
""Die gewünschten Vereinigten Staaten von Europa nach Herrn Briand" von "Guerrin Mescino" in Mailand. Zufolge Zeichnungen aus Warschau, fürchtet Polen eine deutsche Vorherrschaft und gemäß solchen aus Mailand, Italien eine französische Übermacht. (Siehe das vierte Bild: jedes Land repräsentiert "Marianne" mit den französischen Staatsbuchstaben RF.)
Hierdurch, daß ich beide Bilder auf der selben Seite veröffentlichte, beabsichtigte ich auf die Denkweise der Chauvinisten hinzuweisen.
Notwendig, daß Europäer zu verkünden haben, auf welche Weise die verschiedenen Nationen und unter jenen die verschiedenen Parteien über die Paneuropa-Idee denken. __Gewiss bestehen auch in Polen und Italien Gruppen, welche die Paneuropäische Idee zu bevorzugen.__
"UŜE-EĤO" beabsichtigt nicht nur über günstige Mitteilungen der Europa-Bewegung zu informieren. Die Tragweite der UŜE-Idee fordert von uns, daß wir so stark sein sollen, daß sogar unangenehme Fakten uns gar nicht verzagen lassen!"
Von Herrn D.T. in R-g empfingen wir folgenden Brief:
"Ich bin überhaupt nicht mit Ihrem Ziel einverstanden. Obwohl es beinahe chancenlos ist eine bereits begonnene Sache von ihrem Weg abweichen zu lassen, versuche ich trotzdem Sie meine erheblichen Gewissensbisse wissenzulassen.
Ich selbst bin Paneuropäer und benötige keine Erwähnung, daß ich mich als Esperantist sehr freuen würde, wenn Esperanto zu der verbindenden Sprache in Europa wird. Aber es soll keineswegs zur europäische Sprache gemacht werden. Es muß die internationale Welt-Hilfssprache bleiben. Fürwahr, die Sprache Esperanto verbreitet sich möglicherweise schneller, aber ihre Idee wird untergehen. Paneuropa ist nur ein Übergang von dem kleinen Nationalismus zu dem Homaranismus*. Der selbe Grund, welcher beispielsweise gegen die englische Sprache als Welt-Hilfssprache spricht, nämlich, daß sie eine nationale Sprache ist und schon zu zwei Völkern gehört, der selbe Grund widerspricht Esperanto als Welt-Hilfssprache, wenn es schon zu einem Kontinent zugehört, ist es die europäische Sprache.
Zusammengefasst: Als Welt-Hilfssprache sei Esperanto in allen internationalen Bewegungen eingeführt, auch in der Paneuropäischen. Aber sie würde niemals zu der europäischen Sprache gemacht werden. Es soll untersagt sein zu fragen: Sprichst du schon europäisch?"
Antwort:
Überflüssig zu erwähnen, daß ich die ganze Sache gut überdachte, bevor ich den nationalsprachigen Satz zu verbreiten begann: "Sprichst du schon europäisch?" Meine Absicht war und ist die Massen in irgendeiner Weise auf Esperanto aufmerksam zu machen, welches jetzt – zu welcher Zeit verschiedene Bestrebungen darauf zielen größere Wirtschafts-Räume zu gründen – günstige Aussichten hat zu siegen. Notwendig ist auf irgendeine Weise die vielbesprochene allgemeine Gleichgültigkeit für Esperanto aufzurütteln. Alle Mittel sind anzuwendend, wenn sie nur etwas Erfolg versprechen. Ganz freimütig müssen wir bekennen, daß die Massen durch ein kleines Abwinken  eine Ansicht betreffs der ganzen Esperanto-Bewegung abschließen. Wenn man geneigt ist sich für die Grund dieser Ansicht zu interessieren, ist oft feststellbar, daß die Sache für sie nicht so ernsthaftig ist, also haben sie auch kein Interesse darüber zu diskutieren. Andere entgegnen mit Argumenten, welche oft berechtigt sind. Sehr unangenehm ist beispielsweise auf die Frage zu antworten: "Welche von den künstlichen Sprachen wird eine allgemein akzeptierte sein? Gestern hatte Volapük einen Erfolg, heute Esperanto, und morgen, welche der vielen künstlichen Welt-Hilfssprachen-Projekte? Weil beinahe in regelmäßigen Zwischenzeiten neue Weltsprachen-Schöpfungen erscheinen. Vergebens bemüht man sich zu beweisen, daß Esperanto alle überleben wird – sie bleiben Skeptiker.
Die Kunstgemachtheit von Esperanto ist einer von vielen Gründen, welche viele zurückhält es zu lernen. Nun wollte ich der Sprache durch das Wort "europäisch" einen zweiten, natürlicheren Namen geben, weil Esperanto tatsächlich die vereinigten europäischen Sprachen repräsentiert. Dieser Hilfs-Name wird Esperanto sicher nicht von seinem originalen Programm abweichen lassen: zu einer Welt-Hilfssprache zu werden. So wie man schon jetzt behaupten kann, daß unter vielen Alphabeten das lateinische die Welt erobern wird, so ist man auch berechtigt vorhersagen, daß, wenn irgendeine Sprache zu einer Weltsprache gemacht wird, gehört diese sicher zu den indo-europäischen Sprachen. Die lateinischen Buchstaben kommen auch aus Europa und trotzdem akzeptiert sie nahezu die ganze Welt. Andere Kontinente haben sicher nicht ein Interesse zu untersuchen auf welche Weise man diese Sprache nennt, welche siegen wird, ob Esperanto oder europäisch: sie prüfen nur ihre Verbreitung, Tauglichkeit und Nutzen.
Durch das Wort "europäische" Sprache, sei Esperanto unter den vielen Hilfssprachen-Projekten unterschieden. Ich beabsichtigte betonter auf die Wurzeln von Esperanto, auf das gesamte natürlichen Wesen hinzuweisen, welches gleichsam einen bewussten Entwicklungsweg zu den indo-europäischen Sprachen gibt, genauso, wie man oft Bäche in gemeinsamen künstlich geschaffenen Fluß-Betten zusammentut um ihnen eine bewusste Richtung zu geben.
Erfragt bitte nicht von Esperantisten, sondern hauptsächlich von euren Nicht-Esperantistischen Bekannten nationalsprachig: "Sprichst du schon europäisch?"; also besonders die Teilnahmslosen wollen wir auf diese Weise auf Esperanto aufmerksam machen. (Interessant ist, daß der große Teil von Befragten sogleich wusste, daß nur Esperanto diese Sprache sein kann.) Das Wort "europäische" Sprache soll quasi das Lockmittel werden, mit dessen Hilfe wir unsere Runden vergrößern können.
Mein Ausgangspunkt war: wenn ich Esperanto die "europäische" Sprache nenne, dann, vorausgesetzt, sind in Europa mehr Interessenten zu finden. Erwägend, wenn sich unter Europäern beispielsweise 1% für Esperanto interessieren, sind möglicherweise 5-10% zu finden, welche sich für eine europäische Sprache interessieren werden. Sicher ist auch diese Zahl noch immer nicht groß, aber wenn wir erfolgreich das allgemeine Interesse wecken werden, dann tat das Wort "europäisch" bereits seine Schuldigkeit."
Esperanto wurde hauptsächlich von den Nutzern weiterentwickelt und das waren Europäer, wofür sie nichts können. Logischerweise konnten die vielen kleinen heute teilweise indigene Völker genannt werdenden bis heute nicht direkt miteinander eine relativ neutrale Weltsprache erschaffen. Und wie sollte sie dann beschaffen sein? EDE trägt im Namen Esperanto. Natürlich könnte bei einer breiteren Anwendung innerhalb eines geeinten Europas umgangssprachig zu Esperanto auch (quasi) europäisch gesagt werden, aber eher parallel zu Esperanto, nur in bestimmten Zusammenhängen. Es könnte ja auch passieren, daß künftig tatsächlich weitere Begriffe eher aus anderen Teilen der Welt dazufließen. [se]
Reflektoro (Reflektor)
La gazetaro de la mondo en nombroj. (Die Presse der Welt in Zahlen) "Die USA ist der Staat, wo die Auflagen-Zahl von den einzelnen Zeitungen insgesamt die größte ist. Aber die Auflagen-Zahl der einzelnen Zeitungen erreicht nicht die Höhe europäischer Zeitungen. Größte Anzahl der Ausgaben unter Zeitungen hat die englische "Daily Mail" mit 1.930.000 Exemplaren; folgend "Daily Express" mit 1.700.000 und "News Chronicle" mit 1.300.000 Exemplaren. In Frankreich: "Le petit Parisien": 1.600.000, "Matin": 900.000, ...."
Die Ausgaben folgender weiterer Länder werden aufgezählt: USA, Japan, Italien, Deutschland (dazu Regional-Zeitungen). [se]
Prez-redukto. (Preis-Ermäßigung) "Große Preis-Stürze wurden in Warengattungen angekündigt, welche den vorrangigen Lebensbedürfnissen gar nicht angehören. Und wenn man die Angelegenheit näher untersucht, ist feststellbar, daß man den Preis hauptsächlich von Artikeln verringerte, bei welchen der Profit so groß sein würde, daß es wert ist, als Beispiel, die Herstellungs- und die Verkaufs-Preise zu veröffentlichen:
Herstellungs-Preise RM / Verkaufs-Preise RM
Elektro-Lampen 0,10 1/2 / 1,50-2,00
Staubsauger 45,00 / 200,00
Reise-Grammophon 12,00 / 120,00
Grammophon-Platten 0,35-0,50 / 3,50-5,00
(Aus den Zeitschriften "Die Tat", "Die Auslese")"
Plezur-vojaĝo el Wien al Abbazia. (Vergnügungs-Reise von Wien nach Abbazia.) ""Ein Polizeibeamter schrieb an "Neue Freie Presse", Wien folgendes: Den 16. April, abends um 7.10 Uhr begann ich mit einem D-Zug von Wien nach Abbazia zu reisen. Mit Freude stellte ich fest, daß mit meiner Vorbereitung ein Halb-Abteil der zweiten Klasse besteht, also werde ich die nächtliche Reise gut durchschlafen können. Das war bedauerlicherweise nicht erfolgreich, weil man mich bis morgens um die neunte Stunde sogar dreizehn mal durch verschiedene Überprüfungen belästigte. Nämlich: Vor Wiener Neustadt Überprüfung von Fahrkarten von dem österreichischen Schaffner; um die zwölfte nachts, zwischen Graz und Spielfeld, österreichische Paß-Kontrolle; um 12.30 in Marburg jugoslawische Zoll-Kontrolle; um die erste Stunde Abnahme von Paß und Zahlung von 10 Dinar als Durchfahr-Gebühr; um 1.30 Uhr kontrollierte ein jugoslawischer Schaffner Fahrkarten: um die fünfte Stunde morgens (vor Rakek) Rückgabe der Pässe mit jugoslawischer Stempelung; 5.30: Überprüfung von zwei jugoslawischen Beamten wegen Dinaren (mehr als 100 Dinar mitzubringen ist nicht erlaubt); 6.15 Uhr: in Postumia (Italien) Paß-Kontrolle; 6.30 Uhr: italienische Zoll-Kontrolle; 7.00 Uhr: ein italienischer Schaffner kontrolliert die Fahrkarten; 7.30: Kontrolle von Faschisten wegen Zeitungen (vor St. Pietro); 8.00 Uhr: Kontrolle der Pässe teilweise von Carabinieri; 8.30 morgens: abermals Kontrolle von Fahrkarten bei Sapiane. – Ob dieses 13 Jahre nach dem Ende des Krieges sein muß? Die Paß- und die Zoll-Kontrollen sind doch nur scheinbare Tätigkeiten ..."
Braucht dies einen Kommentar?"
9.785.000 judoj en Eŭropo. (9.785.000 Juden in Europa) "J. Koralnik veröffentlichte eine Untersuchung über die Anzahl von Juden in Europa. Nach dieser Statistik leben (zu Beginn von 1931): in Polen ...."
Die jeweiligen Zahlen werden für die einzelnen Staaten angegeben. Aus heutiger Sicht, nachdem das nationalsozialistische System Hitlers so viele Verbrechen begangen hat, könnte es Leute geben, die in den Artikel etwas hineininterpretieren wollen. Das sollten sie lassen. Bleiben wir achtsam. [se]
Nombroj parolas ... (Zahlen sprechen ...) "Aus dem Werk von Professor Elmér Hantos (Budapest) entnehmen wir folgende Statistik:
Getreide-Export –– aus den Donau-Staaten Waggons / aus den überseeischen Staaten Waggons
nach Österreich 29.000 / 6.300 –– ....
Insgesamt Waggons 162.271 / 525.050
Interessant ist die verhältnismäßige Bedeutung von den europäischen und überseeischen Agrar-Staaten, als Konsum-Gebiete für die europäischen Industrie-Staaten. Nach Statistik sind die überseeischen Agrar-Staaten für Deutschland 1,7-fach bedeutender, für Italien 3,47-fach, für Schweiz 3,55-fach, für Frankreich 7,4-fach, für Belgien 20,8-fach wichtiger als die vier europäischen Agrar-Staaten: Ungarn, Jugoslawien, Polen und Rumänien."
Duspecaj laboristoj en Rusujo. (Zweierlei Arbeiter in Russland) "Entsprechend Zeitungs-Mitteilungen beabsichtigt die Sowjet-Regierung die Ernährung von Arbeitern zu reformieren. Der Grundsatz, gemäß dem man beabsichtigt die Arbeiterschaft einzugruppieren, ist: wer mehr arbeitet, bekommt auch mehr zu essen."
Oficialaj diskont-procentoj en Eŭropo (Amtliche Diskont-Zinsen in Europa) "Zum Ende vom Mai 1931 in Prozenten: Amsterdam 2; .... Sofia 9. – Inzwischen in mehreren Staaten verändert, am meisten erhöhte sich der Diskont – ein Zeichen von instabilen Wirtschafts-Bedingungen."
La kvin punktoj de l' Briand-plano: (Die vier Punkte des Briand-Planes:)
"1. Staatliche Organisierung des Getreide-Kaufs, um die südost-europäischen Agrar-Staaten zu unterstützen.
2. Bevorzugte Import-Zölle für das Getreide aus den südost-europäischen Staaten.
3. Gründung eines zwischenstaatlichen Kredit-Instituts um die Landwirtschaft zu unterstützen.
4. Allgemeine größere Verbilligung der Kredite.
5. Schaffung von zwischenstaatlichen Industrie-Kartellen, damit europäische Industrien nicht gegeneinander konkurrieren müssen."
Fluganta aviadilejo. (Fliegender Flugzeugträger) "Die USA konstruierte ein riesiges Luftschiff, welches die doppelte Größe von "Graf Zeppelin" hat. Es wird "Akron" genannt und ist wie man sagt eine wahrhaftige fliegende Festung. Das Luftschiff kann viermal den Ozean überfliegen ohne Gas und Benzin nachzufüllen. Auf dem Rücken befinden sich Flugbereiche für Flugzeuge, welche an diesem Ort ausreichend Raum zum anlanden und starten haben. Die Herstellungs-Kosten waren rund sieben Millionen Dollar. "Akron" ist ein Kriegs-Luftschiff, aber man beabsichtigt auch gleichgroße Zeppeline für den Passagier-Verkehr zu bauen."
50.000 sin-mortigintoj jare en Eŭropo. (Jährlich 50.000 Selbstmörder in Europa.) "Die Liga der Nationen ließ eine Statistik über europäische Selbstmorde erscheinen. Entsprechend dieser töteten sich letztjährig etwa 50.000 Europäer. Größte Anzahl zeigten Ungarn und Tschechoslowakei. In  diesen Ländern ist die Zahl von Selbstmördern für 100.000 Einwohner 26; in Deutschland 23, in Österreich 22, in Frankreich 17. Der häufigste Grund, überall: Arbeitslosigkeit und Elend."
Kiom da homoj laboras en Eŭropo? (Wieviele Menschen arbeiten in Europa?) "Aus allerletzten Statistiken wird offenkundig, daß unter 350 Millionen Einwohnern in Europa rund 170 Millionen arbeiten. Nichtarbeitende sind vor allem Kinder, Jugendliche, Alte und Arbeitslose." Unter 1000 Menschen arbeiten: in Spanien und Griechenland 372, Norwegen 405, Britannien 453, Italien 476, Deutschland 513, Polen 524, Frankreich 559."
La armeoj de la malgranda "Entente" kaj Polujo. (Die Heere von der kleinen "Entente" und Polen.) "Während einer Besprechung über das italienische Armee-Budget, berichtete General Baistrocci auch über die Rüstungs-Ausgaben von Frankreich und von der Klein-Entente zusammen mit Polen. Nach diesem Bericht verfügen Polen, Tschechoslowakei, Jugoslawien und Rumänien über 89 Divisionen, welche in der Folge einer einheitlichen Bewaffnung und von einheitlichen Lehr-Methoden immer vorbereitet sind mit der französischen Armee zusammenzuarbeiten. Ermöglicht wird diese Zusammenarbeit vermittels: a) koordinierte Haupt-Führung von einem hochrangigen französischen Offizier; b) Teilnahme vieler hochrangiger Personen aus diesen Armeen bei Lehrgängen von französischen Militär-Schulen und bei wichtigen Manövern; c) organische Organisation von Militärgerät und Munitions-Herstellung von Schneider-Creuzot, welche systematisch die großen Škoda-Fabriken bezwingen und jetzt auch in Rumänien und Jugoslawien Militärgerät-Fabriken aufbauen."
[UŜE-Bilanco ....] [UŜE-Bilanz
Gegen / Für
Faktoren (Punkte) / Faktoren (Punkte)
Regierende und Militaristen (50) / Demokraten und Sozialisten (45)
Chauvinisten (25) / Kapitalisten (30)
Kapitalisten (15) / Minderheiten (15)
Esperantisten (2) / Esperantisten (10)
Beamte Grenz-, Zoll-, Paß-Stelle und sonstige (1) / Die Zeit (das heißt das wirtschaftliche Chaos, Verkehr, Luftfahrt, drahtlose Telegrafie und Telefonie und sonstige) (10)
Gegen (93) / Für (110)
Aus dem Heftchen: J. Düa (Pseudonym von J.Z.): Der Ausweg UŜE welches in dem Jahr 1923 erschien.
Erhältlich bei "LIBRO", Temeswar 1, Strada Lonovici 1 (Rumänien-Banat)
Preis: 3 apseloj inklusive Portokosten.]
In Ausgabe 8 wird Zauner auf die Neuauflage von "Der Ausweg UŜE" hinweisen. [se]
[Samideano! ....] [Gleichgesinnter! Bitte darunter Adressen notieren .... Siehe die Rückseite]  
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Spegulo de la eŭropa problemo (Spiegel des europäischen Problems)
Beispiele Abbildungen: Fenomeno de estonto. .... (Phänomen der Zukunft)  Mensch, der niemals ein Arbeitsloser war.
"Vi estas ŝtono kaj sur tio ĉi ŝtono ni konstruos" ... niajn financojn." "Du bist ein Stein und auf diesem Stein werden wir erbauen" ... unsere Finanzen.
Abgebildet ist eine Grundsteinlegung für ein Palais der Liga der Nationen (Völkerbund). [se]
Svisaj bankoj (Schweizer Banken) "sind so ausgiebig mit Geld-Angeboten aus dem Ausland versorgt, daß sie keinen Zins für Erspartes (Spar-Einlagen) zahlen. Einige Institute berechnen sogar Deponier-Beiträge für Geld aus dem Ausland."
Laŭ Beneŝ (Beneŝ zufolge) "wird die europäische Wirtschaft folgendermaßen gesunden: a) Stabilisierung von Industrie-Zolltarifen, b) nach und nach Verringerung von Zöllen und c) Angleichung der Tarife die Haupt-Produkte."
Dum la Internacia (Während des Internationalen) "Kongresses von Handels-Kammern in Washington, erklärte ein bedeutender britischer Wirtschafts-Führer, daß Europa seine Türen für Industrie-Produkte aus den USA schließen wird, wenn diese nicht europäische Industrie-Produkte akzeptieren wird. Der hohe USA-Zoll-Tarif macht es unmöglich in die USA zu exportieren und hemmt die Bezahlung der internationalen Schulden "in Natur", welches das einzige Mittel einer internationalen Schulden-Zahlung ist."
Usonaĵoj: (USA-Dinge:) "Das vollständige Produktions-Vermögen der USA-Automobil-Produktion ist jährlich 8.000.000 und der Bedarf der ganzen Welt war im Jahr 1929 nur 6.000.000.
In New York wurde ein "Komitee für Zoll-Senkungen" gegründet, dieser Organisation schlossen sich bedeutende Wirtschafts-Führer und bekannte Personen des öffentlichen Lebens an.
Hoover, der Präsident der USA, in einem Zeitungs-Artikel: "Unsere Einnahmen repräsentieren jetzt eine Trillion der weltweiten Einnahmen und die Folge davon ist, daß wir die wirtschaftliche Oberherrschaft erlangten."
Greno-pliaĵoj (Getreide-Vermehrungen) "für die ganze Welt ist gemäß Broomhall in Millionen "bushel" (27,1 Kilogramm) zum 1.Mai 1925: 169.020; .... 1930: 378.900."
Mussolini: (Mussolini:) "Einem italienischen Standpunkt zufolge kann keine wirtschaftliche Vereinigung Europas ohne Türkei und Russland lang andauernd sein."
42% de rusaj (42% der russischen) "Bauern-Wirtschaften wurden kollektiviert. Den 1.April bestanden in der Sowjetunion insgesamt 10.514.500 kollektivierte Feld-Wirtschaften, das heißt 42 Prozent aller Bauern-Wirtschaften."
Curtius, (Curtius,) "der deutsche Minister für Auslands-Angelegenheiten: Der Ausweg aus der jetzigen Situation ist: Nach und nach* Vergrößerung der Wirtschafts-Gebiete. Zwei Arbeits-Methoden sollten wir gleichzeitig, eine neben der anderen anwenden. Zuerst sind allgemeine Bemühungen erforderlich um die gesamteuropäischen Interessen zu regeln; der zweite Weg sollte sein regional bezogene Übereinkommen zu schaffen."
Léon Blum, (Léon Blum,) "Anführer der Sozialisten in Frankreich, über Bolschewismus: "Das, was in der Sowjetunion stattfand, müssen wir nicht als Sozialismus betrachten, weil die Unterdrückung des Proletariats kein Sozialismus ist. Der Erfolg oder Nichterfolg des Fünfjahr-Planes kann kein ausschlaggebender Beweis sein, weil man mit einer genügend großen Schar von Sklaven immer Pyramiden errichten kann."
En Polujo, (In Polen,) "werden einer neuesten Wirtschafts-Statistik entsprechend, täglich etwa 30.000 Versteigerungen verkündet. (Und wie viel in anderen europäischen Staaten?)"
Colonel Sir James Lithgow, (Colonel Sir James Lithgow,) "Präsident der Vereinigung der Britischen Industrien: Zweifellos werden die kontinentalen Staaten gegen eine, von uns geforderte Aufstellung von britischen Schutz-Zoll-Tarifen protestieren müssen. Aber ich bin überzeugt, daß man die Notwendigkeit unserer Handlung verstehen wird und auch dies, daß sie selbst diese Forderung verursachten. Wenn in Europa ein "Wirtschafts-Parlament" bestehen würde, würde Europa schon lange eine wirtschaftliche Einheit sein. Deren Entstehung zu unterstützen ist unsere vornehmste Aufgabe.
Bedauerlicherweise hatte man bis jetzt keinen Erfolg ein Fundament für eine gemeinsame Zusammenarbeit zu erschaffen."
El Simplicissimus, (El Simplicissimus,) "Die deutschen Industrie-Führer, aus Russland zurückgekehrt: "Diese Bolschewisten sind bewundernswert. Sie übergaben uns große Aufträge und obendrein zeigten sie uns, daß politische Ideale eine gute Arbeitsvergütung an Arbeiter kompensieren.""
La pola dogan-projekto. (Das polnische Zoll-Projekt.) "Ein Sejm-Ausschuß verfertigte soeben das neue Zolltarif-Projekt. Es enthält ein gänzlich neues Bezeichnungssystem und hat nur höchste Gebühren*. Die Tarif-Nummern zählen im ganzen 5.200 gegenüber den bisherigen 1742. Der Tarif erhöhte sich so bei Agrar-Erzeugnissen wie auch bei Industrie-Artikeln. (Bemerkenswert ist, daß gleichzeitig auch andere Staaten die Zoll-Tarife erhöhten.)"
Moskva: (Moskau:) "Neben der staatlichen Plan-Wirtschaft-Kommission bildete sich unter Vorsitz von Kuibyschek, ein Komitee, dessen Aufgabe ist einen zweiten Fünfjahr-Plan zu erarbeiten."
La Banko por Internaciaj Pagoj (Die Bank für internationale Zahlungen) "in Basel lehnte den Vorschlag der deutschen Entsandten Dr. Luther und Dr. Melchior ab, sowjetische Wechsel zu verkaufen."
Sovetio (Sowjetunion) "beabsichtigt, in den kommenden Jahren, die jährliche Eisenproduktion um Millionen Tonnen (das ist die jetzige Produktion der USA) zu erhöhen."

Respondoj (Antworten)
"An alle*. – Nachdruck, Übersetzung und Reproduktion von Abbildungen aus "UŜE-EĤO" sind gestattet."
Herr R. Ch. in M-e-R. – "Zu Ihrer Ansicht, daß "UŜE-EĤO" interessant ist, aber es erscheint zu selten "um sich zu auszuwirken", ich zitiere, als Antwort, das treffende Anschreiben eines finnischen Gleichgesinnten, Herrn M. S, in K-i: "Die Idee ihrer Zeitung nahm ich mit ganzer Seele an. Aber bedauerlicherweise dauert es sehr lange ehe es sich verwirklichen wird, weil nur manche Mächtige diese Angelegenheit ausreichend seelisch umfassend* betrachten. Und wenn die Sprach-Lösung erwägt wird, ist die Zahl der Eingeweihten der Lehre noch klein. Aber – dennoch ist jeder Fortschritt die Verwirklichung von Wolken-Schlössern."
De nia Parto. – (Von unserem Teil. –) "Es ist eine bekannte Sache, um eine Zeitung erscheinen zu lassen, benötigt man eine gewisse Anzahl von Gleich-Interessierten, welche ganz selbstverständlich auch Gleich-Sprachige sein müssen. Freunde einer europäischen Zusammenarbeit befinden sich in Europa bereits in beträchtlicher Zahl, aber wenn man die europäische Vereinigung in irgendeiner nationalen Sprache verbreitet, können Angehörige anderer Sprachen misstrauisch gemacht werden und über-begehrliche Neigungen befürchten.
Bleibt unser neutrales Esperanto um diese Idee zu verbreiten. Aber jetzt ist die Zahl der Esperantisten nicht ausreichend groß um beispielsweise herausgegebene Zeitungen, öfter als wöchentlich erscheinen zu lassen. Und wenn man berücksichtigt, daß die Esperanto-Bewegung bereits genügend Zeitungen hat, bleibt für eine neue Zeitung, wie "UŜE-EĤO", nur diese kleine Schar von Esperantisten, welche ein Interesse außer der Esperanto-Bewegung auch für Verwirklichung von Vereinigten Staaten von Europa haben.
Wir sollen nicht vergessen, daß ein großer Teil Gleichgesinnter noch verschiedenen politischen Parteien angehört, welche sie nicht plötzlich verlassen können. Materielle Interessen binden sie an verschiedene Organisationen, und die parteiischen täglichen Zeitungen besorgen die intellektuelle Ernährung.
Viel würde der UŜE-Bewegung helfen, wenn man durch nationalsprachige Tages-Zeitungen das UŜE-Programm verbreiten könnte. Aber in welcher Sprache soll diese Zeitung erscheinen? Ein Weg würde existieren um das nationale Vorherrschafts-Problem auf irgendeine Weise zu beseitigen, wenn diese Zeitung gleichzeitig in mindestens vier Sprachen (englisch, französisch, deutsch und russisch) erscheinen würde. Aber wo existiert der Großkapitalist, welcher dieses Projekt unterstützen würde? Selbst denken kann man nicht daran.
Bleibt der Weg, welchen wir verbreiten: die Zahlen von Esperantisten und von UŜE-Freunden vergrößern.
Auch ich weiß gut, daß "UŜE-EĤO" schwach ist, aber – seien wir aufrichtig –, ist die heutige europäische Solidarität stark?"
[Mendilo ....]
[Abonprezo de "UŜE-EĤO" estas por 1931 ....] [Abonnement-Preis von "UŜE-EĤO" ist für 1931 (4 Nummern): 4.– "apselo" ....]

2022072720220824SE
UŜE-EĤO 1931 -07- (Julio) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek


UŜE-EĤO 1932 -08- (Januaro)

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[Eldonejo: "LIBRO"....]
Ŝtatigo de l' armad-industrio (Verstaatlichung der Rüstungsindustrie) 
Anlässlich der Abrüstungs-Konferenz
"Die Rolle der Rüstungs-Industrie, welche sie im Leben der Staaten spielt, ist bekannt. Man weiß, daß diese Industrie mit gigantischen Gewinnen arbeitet. Geschäft bleibt Geschäft, wenn sein Gegenstand auch die Waffen sind. Die Rüstungsindustrie beliefert Freund und Feind, nur zahlungsfähig müssen sie sein. Das ist ja doch für Geschäftemacher eine ganz verständliche Sache. Das Interesse an der Rüstungs-Industrie war schon immer rege, denn sie bedeutet fast immer ein nicht schadendes* Geschäft: Die Zahler sind ja die Bewunderer, welche man nach Belieben mit Steuern belasten kann. Ja, nach Belieben besteuern, wenn man eine genügend große Partei im Parlament hat. Dies ist auch erreichbar, wenn Sie über genügend Geld verfügen, um diese Partei und Parteipresse zu organisieren. Der Profit der Rüstungs-Industrie ist freilich so groß, daß genug Geldmittel übrig bleiben, um die parlamentarische Organisation zu finanzieren.
Es ist völlig verständlich, daß solche Parteien und Parteiorgane kein Interesse haben, die Kriegsursachen zwischen den Staaten zu beseitigen. Es wäre vielleicht übertrieben, wenn ich sagen würde, daß sie die Kriegs-Gründe suchen oder begünstigen müssen. Aber oft wird auch das behauptet.
Daß nicht nur die Rüstungsindustrie Anstifter von Kriegen ist, beweist die Tatsache, daß es in der Antike noch keine Rüstungsindustrie im heutigen Sinne gab, aber nicht weniger Kriege als in unserer Zeit stattfanden. Jedoch nützt die moderne Rüstungsindustrie nur wenigen. Die schädlichen Folgen dieser Industrie entsprechen nicht ihren wenigen nützlichen Folgen (z. B. sie verschafft Arbeit). Die Führer der Rüstungsindustrie bleiben die Impulsgeber in der Politik, die oft einen entscheidenden Einfluss haben. Für sie sind – leider zu oft – die aktiven Politiker Marionetten, welche sie dirigieren."

Kiamaniere oni povus sin liberigi de sub ilia potenco? (Wie könnte man sich von ihrer Macht befreien?)
"Worauf ich abziele, ist eine Idee zu initiieren, welche möglicherweise helfen wird, die Macht dieser Intriganten zu schwächen. Nach meiner Ansicht ist die gegenwärtige absolute Abrüstung noch unerreichbar. Also, setzen wir uns ein Ziel, das möglichst zum Frieden führen wird. Ein erreichbares Ziel scheint die Verstaatlichung der Rüstungsindustrie zu sein. Durch die Verstaatlichung dieser Industrie wäre zwar die Kriegsgefahr noch nicht vollständig beseitigt, aber die Hauptverschwörer würden geschwächt sein. Sie könnten die gegenseitige Verständigung der Völker nicht mehr behindern, weil ihnen die finanziellen Mittel fehlen würden. Wäre die Rüstungsindustrie verstaatlicht, blieben die Gewinne der Unternehmen in den Staatskassen und die Staatsoberhäupter hätten kein so großes Interesse am Gedeihen der Rüstungsindustrie.
Eine Verstaatlichung der gesamten Wirtschaft würde die allgemeine Entwicklung verlangsamen; die bürokratische Staatswirtschaft hat niemals so günstige Ergebnisse, welche die freie Wirtschaft erreicht. Also, im Allgemeinen ist die freie Wirtschaft vorzuziehen. Als einzige Ausnahme soll nur die Verstaatlichung der Rüstungsindustrie zustande kommen.
J.Z."
Auch wenn Staatsbetriebe als weniger effizient gelten, bestimmte Bereiche wie Post oder Bahn scheinen beim Staat besser aufgehoben zu sein, wie es die neueren Erfahrungen deutlich machen. Die Rüstungsindustrie könnte dazugehören. Wichtig ist, daß alle auf dem Territorium Europas bestehenden Rüstungsbetriebe für Europa und nicht für Feinde Europas produzieren. Natürlich braucht Europa eine eigene Verteidigungsarmee. Weltweite Einsätze sollten im Rahmen der UNO stattfinden. Daß die NATO eben doch ein wichtiger Schutz ist, zeigt die Gegenwart 2022. [se]
ilustraĵo / Abbildung: EŬROPO-UNIO kaj ESPERANTO (1932: Europa-Union und Esperanto)

EŬROPO-UNIO moviĝos per ESPERANTO (EUROPA-UNION wird sich durch ESPERANTO bewegen) 20220901SE
RAPORTO (RAPORT)
La unuaj UŜE-organizanĵoj (Die ersten UŜE-Organisationen)
"Herr Jozef Anglada berichtete aus Barcelona (Spanien), daß die dortigen UŜE-Freunde eine Gruppe gegründet hätten, um die UŜE-Idee zu fördern. Sie druckten auf Katalanisch ein Propagandamaterial mit dem Ziel, vor allem unter Nicht-Esperantisten für die UŜE-Bewegung zu werben. Ihre Flugblätter waren das erste nationalsprachige Werbeinstrument der UŜE-Idee. Die Gruppe verschickte zudem Nachrichten über UŜE und UŜE-EĤO über den Zeitungsdienst "Kroniko pri Esperanto" des lokalen "Zamenhof-Instituts" an rund 300 Zeitungen in spanischer und katalanischer Sprache.
Ihre energische Propaganda und Werbung ist nachahmenswert.
Der zeitweilige Zentralsekretär der UŜE-Bewegung bestätigte Herrn Jozefo Anglada Sitjas 8, 3er, Barcelona, ​​​​als Sekretär für die UŜE-Bewegung in Spanien.
Am 3. Oktober 1931 fand das Organisationstreffen der UŜE-Freunde in Timisoara (Rumänien, Banat) statt. Bei der Besprechung des Winterprogramms wurde beschlossen:
a) organisieren der UŜE-Initiatoren,
b) gründen eines UŜE-Klubs,
c) organisieren einer Esperanto-Offensive in Temeswar und im Banat (durch Kurse, Flugblätter, Zeitungs-Werbung usw.)
Herr Ŝtefan Recsânyi, der leidenschaftliche UŜE-Freund, entwickelte die folgenden Leit-Gedanken für organisierte UŜE-Initiatoren:
Gvid-pensoj por UŜE-iniciatoroj (Anleitungsgedanken für UŜE-Initiatoren)
als Vorbereitungs-Komitee des
Klubs der UŜE-Freunde
in ............
1.
Die Freunde der UŜE-Idee versammeln sich unter dem Namen "UŜE-Initiatoren", als Vorbereitungs-Komitee des Klubs der UŜE-Freunde in ........."
2.
Das Ziel des Vorbereitungs-Komitees ist: die UŜE-Freunde zu vereinen und wenn die gesetzliche Mitgliederzahl bereits erreicht ist, den Klub der UŜE-Freunde zu gründen.
Bis zur Gründung dieses Vereins übernimmt das Vorbereitungs-Komitee die Aufgabe, die internationale Hilfssprache Esperanto durch aufeinanderfolgende Kurse, durch Veranstaltung von Esperanto-Abenden, Vorträgen usw. zu verbreiten.
3.
Enspezoj (Einnahmen) des Vorbereitungs-Komitees. In Anbetracht dessen, daß die zu betreibende Propaganda bestimmte materielle Mittel erfordert, ist das Vorbereitungs-Komitees verpflichtet, von seinen Mitgliedern eine Gebühr zu erheben.
Eine jährliche Mindestgebühr ist
1 US-Dollar
den man auch in 4 Raten bezahlen kann, aber immer im Voraus. Oberhalb dieser Mindestgebühr kann jeder seine Gebühr entsprechend seiner finanziellen Situation festlegen.
Die freiwillige Prämie kann sich von Jahr zu Jahr ändern. Da ein großer Teil der europäischen Währungen auf einem unsicheren Fundament basiert, akzeptiert die UŜE-Bewegung daher bis zu neuen Bestimmungen den amerikanischen Dollar als einheitliche Währung.
Weitere Einnahmen des Vorbereitungs-Komitees sind noch die eventuellen Nettogewinne, die durch die Organisation von Laienspielen, Feiern, Freundschafts-Abende usw. erzielt werden. Schließlich etwaige Geschenke.
4.
Membroj de la prepar-komitato: (Mitglieder des Vorbereitungs-Komitees:) Mitglied kann jeder Erwachsene sein, unabhängig von Geschlecht, Nationalität, Religion und politischer Überzeugung. Ein makelloses Vorleben ist erwünscht. Politische Strafen sind kein Hindernis, aber extreme Elemente (Bolschewisten und Chauvinisten) sollten nach Möglichkeit abgehalten werden.
Die Registrierung der Mitglieder erfolgt durch das Vorbereitungs-Komitee auf mündlichen oder schriftlichen Antrag der Bewerber.
Jedes Mitglied des Vorbereitungskomitees ist verpflichtet, die Sprache Esperanto zu lernen.
Über die Mitglieder ist ein Verzeichnis zu führen.
Bei den Beratungen des Vorbereitungskomitees haben alle Landessprachen gleiche Rechte, jedoch müssen die Protokolle, Register, Berichte Esperanto-sprachig erstellt werden. Ebenso Esperanto-sprachig ist auch die offizielle Korrespondenz mit den eventuell zu gründenden ähnlichen UŜE-Organisationen.
Die Anzahl der Mitglieder eines Vorbereitungs-Komitees kann maximal 25 betragen. Hat das Vorbereitungs-Komitee diese Anzahl erreicht, wird das Vorbereitungs-Komitee in einen "Club der UŜE-Freunde" umgewandelt.
5.
Das Vorbereitungs-Komitee wählt unter sich vorläufig:
1. Sekretär-Schatzmeister,
2. Schriftführer, die die Sprache Esperanto perfekt beherrschen müssen.
Das Vorbereitungs-Komitee berät sich nach Bedarf, jedoch alle zwei Wochen mindestens ein mal. Über die Gespräche wird ein Protokoll verfasst.
Die wichtigeren Beratungen werden vom amtierenden Präsidenten geleitet und im Falle einer Abstimmung entscheidet die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen.
6.
Damit die UŜE-Bewegung auf dem jetzigen Weg vorankommt, ist es notwendig, daß die ersten UŜE-Initiatoren – die wohl den Kern der UŜE-Organisationen bilden werden – in den weiteren Phasen der Bewegung mehr Rechte besitzen als die anderen Anhänger. Diese Rechte beziehen sich hauptsächlich auf die Wahlen zum Präsidium und zum Komitee sowie auf die Kommunal-, Regional-, Landes- und Zentralen Wahlen. Und so, daß in den ersten 5 Jahren in erster Reihe UŜE-Initiatoren in den Vorstand gewählt werden sollen.
Die UŜE-Initiatoren versprechen sich gegenseitig, daß sie diesen oben genannten Grundsatz in der zu erarbeitenden Satzung zu fixieren.
7.
Damit in der UŜE-Bewegung Einheit herrscht, empfehlen die Timisoara UŜE-Initiatoren die obigen Leit-Gedanken allen lokalen Initiatoren der UŜE-Bewegung.
Diese Leit-Gedanken wurden von den Anwesenden einstimmig angenommen. Alters-Präsident ist Dr. Ladislaŭ Löcsey. Ma wählte Herrn Ŝtefano Recsányi als Sekretär, als Protokollführer Herren Desiderio Tövissy und Julio Csapó.
Gleichzeitig wurde beschlossen, die folgenden von "Libro" herausgegeben deutschsprachigen und rumänischsprachigen Flugblätter zu verbreiten, um Interesse für unsere Sprache und Bewegung zu wecken. Hier ist der Text:"
Ĉu vi jam parolas "eŭrope"? (Sprichst du schon "europäisch"?)
"Frei ist der Weg für Polyglotte!"
"Die Vorteile, welche sich aus dem Besitz mehrerer Sprachen ergeben, veranlassen Massen durch Erlernen einer neuen Sprache ihre Sprachkenntnisse zu erweitern.
Doch für Sprachinteressierte ist es keine leichte Angelegenheit, sich für eine der vielen zu lernenden Landessprachen zu entscheiden. Wenn man sich für eine entscheidet, dann nach Kenntnisnahme hat man noch nicht alle Sprachschwierigkeiten beseitigt, die uns im Alltag behindern. Die hochentwickelte Verkehrs-Technik (Eisenbahn-, Schiffs-, Bus- und Flugverkehr) vermischt die verschiedenen Nationalitäten derart, daß selbst die Kenntnis der drei Weltsprachen zur gegenseitigen Verständigung nicht ausreicht. Es genügt einige hundert Kilometer in einem Hochgeschwindigkeitszug durch Europa zu fahren um sich davon zu überzeugen. Mindestens 5 bis 8 Sprachen muß man sprechen, um den sprachlichen Anforderungen der Gegenwart einigermaßen gerecht zu werden. (Nur in Europa existieren mehr als 20 Amtssprachen.) Aber das Erlernen so vieler Sprachen ist für die Masse eine Unmöglichkeit. Vor allem, wenn man bedenkt, daß das Erlernen der Landessprachen außer handfesten Ressourcen, auch viel Zeit und Mühe erfordert. Über mehrere Jahre hindurch muss man fleißig lernen, die Sprache studieren, bis man sie perfekt beherrscht. Sogar nach mühevollem Erlernen einer Landessprache kann man immer noch Überraschungen erleben. Z.B. Wenn man nach vielen Jahren des Englischlernens das Vergnügen hat, einen englischen Tonfilm im Kino zu sehen, dann ist man überrascht, wie wenig man von den Dialogen und Reden des Films versteht. Weil man in Hollywood, wo man die meisten Tonfilme produziert, eine andere englische Sprache als beispielsweise in London spricht.
Für alle, die sich den Luxus nicht erlauben können, eine Sprache in vielen Jahren des Studiums zu lernen, aber dennoch beabsichtigen eine Verständigung zu beherrschen, welche überall anzutreffen ist, gibt es eine Sprache, die in kurzer Zeit erlernt werden kann.
Ja, Sie haben bereits erraten, daß Esperanto diese Sprache ist. Vor mehr als 40 Jahren gelang dem begabten Sprachschöpfer Dr. L. Zamenhof, die europäischen Sprachen zu einer unkomplizierten Sprache zu vereinen. In Esperanto fanden die europäischen Sprachen gewissermaßen ihren gemeinsamen Nenner. Deshalb nennen wir es auch "europäisch".
Hier ist der Vorteil der "europäischen" Sprache:
a) die Grammatik, die Struktur der Sprache, ist sehr einfach.
b) der Wortschatz ist den Europäern bereits mehr oder weniger bekannt.
c) die Sprache ist heute schon so weit verbreitet, daß man sie bei Auslandsreisen sinnvoll verwenden kann. (In fast allen europäischen Städten gibt es Esperantisten.)"

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"d) Esperanto will nur eine Hilfssprache, eine neutrale gegenseitige Verständigung sein und die Landessprachen nicht entthronen.
Besonders bemerkenswert ist die leichte Erlernbarkeit dieser Sprache. Das ist sicherlich der Hauptgrund, warum sie sich trotz Weltkrieg und Wirtschafts-Krise immer weiter ausbreitet.
Auch Sie sollten mit der Zeit Fortschritte machen und sich für diese Sprache interessieren, damit auch Sie zu bald zu jenen Europäern gehören, die außer ihrer Mutter- und Landessprache auch "europäisch" sprechen.
Lehrbücher, Wörterbücher, Literatur und Adressen von Esperanto-Lehrern durch..."
Nach Vorbereitung der Öffentlichkeit durch diese Handzettel, wirbt man nun mit folgendem Aufruf (auf Rumänisch, Deutsch, Ungarisch und Esperanto) um Mitglieder für den UŜE-Klub:"

Alvoko por fondi la Klubon de l' UŜE-amikoj en Banato.
(Aufruf zur Gründung des Clubs der UŜE-Freunde im Banat.)

"Es ist allgemein bekannt, daß die führenden Politiker Europas nach einem Ausweg suchen, der Europa aus der heute herrschenden schweren Wirtschaftskrise retten muß. Mehr und mehr erstarkt das Bewußtsein, daß man die Wirtschaftskrise nur dann dauerhaft beseitigen kann, wenn man ein größeres einheitliches Wirtschaftsgebiet organisiert. Für Europa ist das umso notwendiger, weil wegen der Zerstückelung seiner Wirtschaftsgebiete andere, größere und rationaler organisierte Wirtschafts-Zusammenschlüsse (z. B. die USA und die UdSSR) immer mehr und mehr Europa vom Weltmarkt entfernen und damit die europäischen Staaten wirtschaftlich, finanziell und politisch ständig geschwächt werden.
Parallel zu den Bestrebungen, ein größeres, einheitlich geführtes europäisches Wirtschafts-Gebiet zu organisieren, halten wir es für notwendig, eine einheitliche Sprache für dieses Wirtschafts-Gebiet einzuführen. Die Geschichte lehrt uns, daß die großen Wirtschafts-Gebiete, wenn nicht von einer einzigen, so doch von einer übergeordneten einheitlichen Sprache verwaltet und beherrscht werden. (Römisches Reich, USA, UdSSR etc.)
Daß es unter den heute dominierenden Sprachen Europas nicht möglich ist, auch nur eine als europäische Sprache zu akzeptieren, das ist offensichtlich. Dies erlaubt die bestehende nationale Konkurrenz zwischen den großen Nationen Europas nicht. Und das völlig zu Recht, denn würde man eine der nationalen, wichtigeren Sprachen zur europäischen Staatssprache erklären, würde das große Vorteile für jene Völker bedeuten, welche diese verlautbart-akzeptierte Nationalsprache sprechen würden, und es würde gleichsam die Unterdrückung der anderen Nationen bedeuten.
In Anbetracht dessen bleibt für Europa keine andere Lösung übrig, als eine neutrale Sprache zu wählen, welche ihre für sie zugedachte Rolle in jeder Hinsicht erfüllen muß.
Für diesen Zweck wäre – nach unserer Meinung – die allgemein bekannte Esperanto-Sprache durchaus angebracht. Diese neutrale Hilfssprache ist in der Tat die einheitliche und vereinfachte Form der verschiedenen europäischen Sprachen. Zu Recht können wir diese brillante, leicht zu erlernende Sprache als "europäisch" bezeichnen.
Für Europa ist das Sprachenproblem besonders wichtig. Ein Kontinent, auf dem nicht weniger als 27 Amtssprachen existieren, kann in einem Zeitalter erstaunlich entwickelter Technologie nicht ohne irgendeine Hilfssprache weiter gedeihen. Umso weniger dann, wenn dieses Territorium wirtschaftlich einheitlich organisiert wäre.
Daß in diesem Zeichen in erster Reihe im Banat Bemühungen und Einweihungen stattfinden, ist durch die besondere ethnographischen Situation des Banats erklärbar. Auf dem kleinen Gebiet des Banats sind fast alle Volks-Ethnien Europas vertreten: nämlich Rumänen, Deutsche, Slawen, Ungarn, Juden usw. Nicht weniger als vier Sprachen haben sich gleichermaßen verbreitet: Rumänisch, Deutsch, Ungarisch und Serbisch. So wie es dort fast unmöglich ist, die gemeinsamen Angelegenheiten praktisch zu regeln, so wäre es auch in den Gründungsstaaten der Vereinigten Staaten von Europa (UŜE) unmöglich, ohne eine einheitliche Hilfssprache zu regieren.
Nun beabsichtigt man einen Club für die Banater Freunde der UŜE-Idee zu organisieren, dessen Aufgabe es ist, Esperanto als die einigende europäische Hilfssprache zu bewerben. Das würde bedeuten, daß jeder Europäer neben seiner Mutter- und Staatssprache auch "europäisch" lernen sollte.
Wenn Sie diese Bewegung interessiert, tragen Sie – unverbindlich – Ihren Namen und Ihre Adresse in die beigefügte Liste ein. Anlässlich der Gründung des UŜE Clubs laden wir Sie zum Gründungstreffen ein.
Die UŜE-Initiatoren in Timisoara.
Der vorläufige Zentralsekretär der UŜE-Bewegung bestätigte den Sekretär der UŜE-Bewegung in Rumänien Herrn Stefano Recsányi, Eisenbahnbeamter, Timisoara, IV Strada E. Gojdu 10.*
Erwähnenswert ist auch, daß mehrere Freunde der UŜE-Idee, insbesondere in Frankreich, in nationalen Zeitungen Artikel und Bilder aus dem UŜE-EĤO veröffentlichten.
Eine neue Bewegung entsteht. Ein bescheidener Anfang, wenn man das wichtige und ferne Endziel des UŜE-Programms bedenkt. Wenn die Idee gesund ist, muß sie – wenn auch langsam – wachsen.
Für den vorläufigen Zentralsekretär der UŜE-Bewegung:
Der Schriftleiter."
[Zamenhof kaj UŜE (Zamenhof und UŜE)
"Wir alle wissen, daß Zamenhof bereits 1915 in seinem "Aufruf an die Diplomaten" die Vereinigten Staaten von Europa als die beste Lösung für den Frieden ansah. Tatsächlich, als er für die europäischen Reiche die Notwendigkeit proklamiert hatte, sich als solche eine offizielle und voll garantierte Entscheidung zu etablieren, das elementar natürliche, aber bisher leider nicht eingehaltene Prinzip: "Jedes Land gehört moralisch und materiell allen seinen Kindern mit vollen gleichen Rechten", sagt er: "Am besten wäre es, wenn wir statt verschiedener großer und kleiner europäischer Reiche bereits proportional und geographisch angeordnet Vereinigte Staaten von Europa hätten.* Aber wenn es jetzt noch zu früh ist, darüber zu sprechen, müssen wir wenigstens durch eine offizielle und vereinbarte Annahme des oben genannten Prinzips dieses enorme Übel beseitigen, diese endlose Quelle ständiger Kämpfe, die durch die Identifizierung von einem Land mit einem Volk präsentiert wird." Die Tatsache, daß ein so bedeutender Pazifist und Kosmopolit wie Zamenhof die Existenz von UŜE als die beste proklamierte, zeigt, daß er sie nicht als Macht gegen den Rest der Welt betrachtete, sondern als Grundstein für der Aufbau einer harmonisch lebenden ganzen Menschheit."
J. Anglada, Barcelona]
Ni pensadu ... (Denken wir nach)
"Die globale Wirtschaftskrise hat verständlicherweise alle Regierungen nervös gemacht. Der Stillstand des Wirtschafts-Lebens führt zu großen Schäden und allgemeiner Armut in der ganzen Welt. Um diese verzweifelte Situation zu beenden, muß sich die ganze Welt gegenseitig helfen. Die hilfreichen Ratschläge sind sehr vielfältig. Einer der vielen zum Beispiel das "Lass uns sparen..."
Lass uns sparen ...! Dies ist immerhin eine sehr weise Devise, würde man sie zur rechten Zeit anwenden. Aber nun – verspätet – erwachen überall Angst, Misstrauen, Unzufriedenheit ..., ja sogar Hass, weil man teilweise daran denkt, die Situation durch Personal- und Lohnabbau zu retten.
Es ist tatsächlich so, daß man durch die Gehaltskürzung etwas wirtschaften kann, aber nur vorübergehend, denn die Folge des Personalabbaus ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit. Der Lebensstandard der Massen wurde bereits auf ein äußerstes Limit reduziert. Es ist also eine sehr große Gefahr, die Lebens-Möglichkeit durch die Gehaltskürzung zu verschlechtern. In der Folge dessen wird das allgemeine Elend zunehmen und wie wir alle wissen, das Elend ist das geeignetste Erdreich für destruktive Ideen.
Die allgemeine Meinung kann berechtigt fragen, warum man die Sparmaßnahmen beispielsweise bei den Armeen nicht durchführt. Wenn es stimmt, wie wir in den Tageszeitungen lesen können, daß weder Frankreich noch England, noch Deutschland, weder die große noch die kleine Entente einen weiteren Krieg wollen, dann ist es ja doch sehr leicht, die Besoldung der Armee zu kürzen und der Bewaffnung Einhalt zu gebieten. An dieser Stelle könnte die bedeutungsvollste Einsparung gemacht werden.
Der Handel sind die Adern der Welt. Es wäre notwendig gewesen, diese Venen nach dem Krieg von den Bandagen zu befreien, damit der Körper wieder aufleben kann. Aber was ist passierte? Der Chauvinismus errichtete hohe Mauern zwischen den Ländern, die den Blutkreislauf behinderten und schließlich unterbrachen. Jedes Land befördert die Exporte, Importe will niemand gestatten, sodaß der internationale Handel mehr und mehr ausgebremst wird und schließlich fast zum Erliegen kommt. Mit Hilfe hoher Zölle wollen sich alle Länder landwirtschaftlich und industriell selbst aufrichten. In der Folge entstand ein großes Chaos, welches drohte das Wirtschaftsleben unterzugehen zu lassen. Heute können weder die Industrie- noch die Agrarstaaten ihre Produkte verkaufen. Alles steht still und fast jedem Land droht furchtbar der Staatsbankrott.
Die Lage ist fast verzweifelt, denn mit der ständigen Kreditaufnahme kann man den Staatsbankrott nur hinauszögern, aber nicht dauerhaft vermeiden.
Aber dennoch gibt es Hoffnung ...
Schon jetzt sieht man überall deutlich, daß es notwendig ist, ein riesiges Wirtschafts-Territorium zu gründen, um sich radikal und dauerhaft aus der Krise zu retten. Doch wie man den Zeitungen entnehmen kann, wird dies nur eine Teillösung sein, denn statt die Vereinigung aller europäischen Staaten vorzuschlagen, beabsichtigt man nur einige wenige zu vereinen, welche dann gemeinsam über die anderen herrschen würden. Dies ist keine zufriedenstellende Lösung, darum wird sie hoffentlich auch nicht erfolgreich sein. Die einzige Lösung ist die Vereinigung aller europäischen Staaten, das heißt U.Ŝ.E.
Würden wir UŜE realisieren, wir wären von unseren größten Sorgen befreit, denn die gemeinsame Armee, gemeinsame Währung, gemeinsame Außen- und Zollpolitik würden die Haushalts-Unterschiede, die Arbeitslosigkeit beenden und allgemein die Lebens-Möglichkeiten erleichtern.
Und das sind die Sehnsüchte der Europäer! F–o."
DEBATEJO (DEBATTIERORT)
"Die Bewegung"
"Ich las den Bericht "Über die Arbeits-Sitzungen in Krakau" des bedeutenden Chefredakteurs von "Heroldo de Esperanto", Herrn Teo Jung. Das interessanteste Kapitel war für mich das unter dem Titel: Die Bewegung.
Ja, die Esperanto-Bewegung interessiert jeden wirklich begeisterten "Ritter vom grünen Stern". Wir warten alle schon ungeduldig darauf, daß sich die internationale Hilfssprache verbreitet, so verbreitet, daß wir eine Armee von Esperantisten haben. Unsere Würdenträger versuchen immer und überall mit all ihrem Vermögen, das Interesse der Massen für die große und mächtige Idee einer internationalen Sprache zu wecken. Aber 40 Jahre nach der Geburt des Esperanto müssen wir feststellen, daß es nicht in dem erwarteten Maße erfolgreich war, wie man erwartete.
Wieso?
Die Antwort verneint zugleich die Sichtweise von "Herold". (Nr. 21-VIII-1931). Nach meiner Meinung ist die bloße Idee einer internationalen Sprache ohne eine zusätzliche Idee nicht imstande, vollends auszureichen, um alle erforderlichen guten Eigenschaften zu wecken, die für den hingebungsvollsten Kampf für unsere Sache erforderlich sind.
Ohne jede weitere Idee ähnelt unsere Bewegung wohltätigen, Anti-Alkohol- und ähnlichen Vereinen.
Ist das unser Ziel?
Aber das kann auch nicht unser letztliches Ziel sein, daß wir zum Beispiel Shakespeare, den ich schon in meiner Muttersprache kenne, auch auf Esperanto lesen.
Ich bin als Esperantist stolz auf die Esperanto-Literatur, die Sprachakademie, die Presse und die weltweite Esperanto-Organisation. All dies sichert das Leben und die Entwicklung der Welthilfssprache. Aber das Wichtigste, die Verbreitung, die wir auch so nennen können, die Massen fehlen. Und ohne Menschen-Massen ähnelt das Ganze einem luxuriösen, pompösen Hotel – ohne Gäste.
Die Esperantisten sind sicherlich der gleichen Meinung, daß wir in solcher so erstklassigen Organisation, wie sie die Esperanto-Bewegung hat, einige Millionen Mitglieder haben sollten und nicht nur einige Zehntausend, soviel wir heute haben. Offensichtlich war also die derzeitige Verbreitung von Esperanto nicht die richtige. Bisher basierte man die Bewegung auf der Zamenhof-Idee, das heißt auf puren enthusiastischen Idealismus. Diese Basis ist freilich sehr wertvoll, denn ihr Ziel war, ist und wird die Verbrüderung der Menschheit verschiedener Nationalitäten sein. Aber auf dieser alleinigen Grundlage erzielt unsere Bewegung – im Verhältnis zu den Massen – das gleiche Ergebnis wie irgendeine wohltätige Gesellschaft. Aber wir alle wünschen uns von ganzem Herzen, daß wir statt der heutigen mehreren zehntausend Anhänger mehrere Millionen Esperantisten haben würden.
Um dies zu erreichen, ist es notwendig, daß wir die Zamenhof-Menschenliebe mit einer ähnlichen politischen Idee verbinden.
Die Politik ist das Gebiet, wo die Ideen schneller vorankommen.
Heute im 20. Jahrhundert, als die verschiedenen Kommunikations-Mittel die Distanz beseitigten, kann die Situation nicht mehr bestehen, daß die Menschheit an einen Ort gekettet ist. Ist es nicht ziemlich traurig, daß wenn man ins Ausland reisen möchte, für 5-8 Tage verschiedene Ämter aufsuchen muß, um die erforderlichen Bescheinigungen, Ateste und Genehmigungen zu erhalten. Oder ist es nicht lächerlich, wenn der Reisende während einer 24-Stunden-Fahrt 5-10-mal von Zollbeamten belästigt wird usw.
Diese Tatsache, daß der Mensch im 20. Jahrhundert generell nur innerhalb der von Menschen nach politischen Gesichtspunkten gesetzten Grenzen leben und sterben soll, ähnelt sehr einem Kerker. Also müssen wir versuchen, diese Situation zu beenden, natürlich auf der Grundlage der Achtung der Gesetze, der persönlichen Sicherheit und der des Besitzes. Wir müssen versuchen, ein wenn möglich sehr ausgedehntes Wirtschafts-Gebiet zu schaffen; das bedeutet, dass sich die Staaten zusammenschließen müssen.
Wir alle konnten uns überzeugen, daß die Paneuropa-Idee für die Umsetzung dieser Idee nicht geeignet war. Die Teilung Europas in mehrere Teile ist keine gesunde Idee. Es bleibt also nur die Vereinigung aller europäischen Staaten.
Und jetzt sind wir bei der Idee angelangt, welche wie wir meinen mit der Esperanto-Bewegung verbunden ist. Denken Sie gut über die Idee nach und Sie werden überzeugt sein, daß das Erste ohne das Zweite nicht gelingen kann und umgekehrt.
Wir müssen über die Vereinigten Staaten von Europa (UŜE) sprechen, wie über die Idee, die für diese Verbindung, diese Synthese tauglich sein wird. Wir müssen die Menschheit davon überzeugen, daß ohne die internationale Hilfssprache diese Vereinigung nicht durchführbar sein wird. Daher sollte jeder die Sprache lernen, unabhängig davon, ob unser Freund oder Nachbar sie lernt oder nicht. Umso mehr, weil von den heute lebenden National-Sprachen – infolge bekannter Gründe – auch nicht eine einzige zur offiziellen Hilfssprache wird. Auf diese Weise wird es möglich sein, daß die Verwirklichung der wichtigen politischen Idee (UŜE) auch die Zahl der Esperantisten erhöht.
Stefan Recsányi."
Zu beachten ist, daß die heutige EU eben noch nicht das angestrebte robuste konsequent geeinte Europa verkörpert. Die EU scheint sich am Leitbild Paneuropa zu orientieren. Wir erleben gerade im Jahr 2022 mit diesem Anti-Europa-Krieg Russlands, daß dieses Nebeneinanderher der Nationalstaaten mit den immer noch separierten Völkern scheitern kann. Noch immer fehlt sehr vielen Einwohnern das Europäische Bewußtsein. [se]

BIBLIOGRAFIO (BIBLIOGRAFIE)
La spirita strukturo de la politikaj partioj en Eŭropo
(Die geistige Struktur der politischen Parteien Europas)
Herausgeber: Kurt O. Fr. Metzner
Verleger: Pan-Verlagsgesellschaft m. b. H.,
Berlin W. 9
"Vor einigen Monaten begann eine Buchreihe unter obigem Titel zu erscheinen. Es zielt darauf ab, die Europäer unvoreingenommen über die Parteien zu orientieren, die das Schicksal Europas beeinflussen. Das System, mit dem der Verlag dies tut, ist lobenswert und nachahmenswert. Jede wichtige Partei schreibt dieses Büchlein selbst – durch ein prominentes Mitglied der Organisation – und der Interessierte hat die Möglichkeit, sich direkt mit der spirituellen Struktur und dem Programm der Partei bekannt zu machen.
Hier das Herausgeber-Programm des Verlages (die Werke erscheinen der Reihe nach, wie die Manuskripte eintreffen): Die Gruppe Deutschland enthält Werke über das "Zentrum", National-Sozialismus (Hitler), Deutsch-Nationale Volkspartei (Hugenberg), Sozialdemokraten, Deutsche Volkspartei, Staats-Partei und Demokraten und Kommunismus. Unter anderen europäischen Staaten werden genannt: England, Frankreich, Italien, Österreich, Schweiz, Russland, Türkei usw.
UŜE-Freunden ist diese Buchreihe besonders willkommen. UŜE-EĤO beabsichtigt, über die einzelnen Hefte zu berichten, damit auch diejenigen mit gleichem Ziel, welche die deutschsprachigen Werke nicht lesen können, über diese wichtige Sammlung informiert werden."
Auch heute wäre so eine Veröffentlichung über die gesamte Breite des politischen Spektrums problematisch. Einerseits ist es gut zu wissen, wie sich die Akteure in der Öffentlichkeit selbst sehen. Andererseits soll hier keine Propaganda gemacht werden. Da sich alle Interessierten gut informieren können, sind hier kleine Kürzungen legitim. [se]
La "Centro" (Das Zentrum), von Fr. Dessauer – Preis: RM 1,80
"Die katholischen Gruppierungen in den ehemaligen süddeutschen Landtagen waren die Vorgänger-Organisationen des Zentrums. Der wahre Gründer ...."

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(Der wahre Gründer) "dieser Partei war Bismarck gegen seinen Willen. In Folge seines Wirkens schlossen sich die verschiedenen katholischen Gruppierungen zusammen und schufen eine große Partei, die bereits seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle im Leben des Deutschen Reiches spielt.
Das Zentrum ist die bewusste religiöse Partei und vertritt keine Interessen-Gruppe.
Tatsächlich sind die meisten Parteimitglieder Katholiken. Aber sie kämpfen auch für den Schutz und die Freiheit anderer Religionen. Sie hatte fast immer auch evangelische Abgeordnete, selbst bei den letzten Wahlen kandidierte für sie ein Jude in Berlin. Das Zentrum arbeitet für die Nation, aber es dient niemals dem Nationalismus.
Die Haupt-Punkte des Parteiprogramms sind:
Kulturpolitisch fordert es die konfessionellen Schulen. Kämpft für die Erhaltung bewährter Institutionen, Umgangsformen, auch in Bezug auf Familie und Ehe, für die Kultivierung von Autorität.
La Centro (Das Zentrum) kennt keinen Rassenhass und die Klassen-Gegnerschaft. Antisemitismus zum Beispiel entspricht überhaupt nicht dem Charakter der Partei. Ihre Haltung gegenüber anderen Nationen ist positiv.
Ökonomisch fordert sie die Anerkennung individueller Initiative und die prinzipielle Anerkennung von Eigentum.
Interessant sind die finanziellen Angelegenheiten der Partei. "Man kann sagen", – schreibt der Autor – , "daß wir solche fast nicht haben. Unsere Propaganda wird meistens ehrenamtlich getan. Wir würden fast nie Geld haben, wenn uns nicht jemand etwas spenden würde. Wenn wir sammeln, bekommen wir es von den armen Leuten, oft von völlig Fremden, die ideologisch mit uns sympathisieren.... Ich glaube, daß man mit viel Geld eine Partei gründen und viel Propaganda machen kann. Ich glaube auch, daß die Sache für einige Zeit Erfolg hat. Aber es hält nicht so lange, wie das Fundament der geistigen und charakterlichen Dynamik, das sich in unserem sozusagen ewigen und daher unbesiegbaren Prinzip befindet.*"
Naci-socialismo (National-Sozialismus)
von Pidder Lüng — Preis: RM 1,80
"Der zweite Name der Nationalsozialisten ist "Popoluloj" (Die Voelkischen). .... Der Nationalsozialismus .... betrachtet das Volk als Organismus ...."
German-nacia Popol-partio (Deutschnationale Volkspartei) von Ex-Ministerin Freytagh-Loringhoven — Preis: RM 2,40
"Der Kurzname der Partei lautet: "Deutsch-Nationale". Ein großer Teil der Parteimitglieder spielte im Vorkriegs-Deutschland eine wichtige Rolle. Ganz offen berichtet der Autor, daß die Partei auch heute noch mit der Monarchie sympathisiert.
Politisch versammeln sich daher vor allem die konservativen Elemente unter dem Banner der Deutsch-Nationalen. Beruflich gehört die Mehrheit der Landwirtschaft und der Großindustrie an. Man könnte die Nationalisten in Deutschland differenzieren: Die besitzenden Klassen gehören hauptsächlich zu den Deutsch-Nationalen und die Arbeiterklasse unter ihnen sind meist Hitleristen. Die Deutsch-Nationalen, die gedanklich am ehesten dem Vorkriegsreich zugehören, und die National-Sozialisten, die ein sogenanntes Drittes Deutsches Reich gründen wollen.
Auch die Deutsch-Nationalen sind, wie die Hitleristen, Gegner des Marxismus, des Internationalismus, des Pazifismus und der Demokratie. Der souveräne mächtige Nationalstaat ist ihr Ideal.
Hugenberg ist der Führer der Partei. Von 1909 bis 1919 leitete er als Präsident des Vorstandes die weltberühmte a. s.-n.* Krupp in Essen. Danach verwaltete er die Finanzen des bekannten Verlages Scherl und organisierte die nationale Presse. Seine gesamte Tätigkeit finanziert die west-deutsche Industrie. Die Spenden-Summen verwaltet ein 12-köpfiger Ausschuß, welchem Hugenberg eine Vollmacht erteilt hat.
Als Gegengewicht zur demokratischen Presse in Deutschland (Ullstein und Mosse) organisierte der Verlag Scherl die nationale Presse sowohl in der Hauptstadt Berlin als auch in der Provinz ganz gezielt. "Der Tag", "Berliner Lokalanzeiger" und die "Nachtausgabe" sind die bekanntesten Organe. Hugenberg gründete auch einen nationalen Zeitungsdienst: "Telegraphen-Union".
1927 erwarb der Scherl-Konzern die weltberühmte Filmgesellschaft UFA. Ihre deutsch-nationalen und weiteren Filme sind fast in ganz Europa bekannt.
Hugenberg gründete damit für den Nationalismus die modernste Propaganda-Möglichkeiten.
Das ist das ultimative Ziel der Partei: den freien, großen und starken Staat zu schaffen, der die gesamte deutsche Nation umfassen wird."
[Claude Joseph Gignoux:
"Präsident des Deutsch-Französischen Wirtschafts-Komitees:
Wenn ich früher auch Gegner der Planer war, so gibt es doch ein Projekt, für welches ich einen bedingungslosen Glauben habe. Das ist der Plan Briands:
Die Vereinigten Staaten von Europa. Sie werden nicht morgen verwirklicht, auch nicht zu einer bestimmten Frist. Trotzdem geben Sie ein Ziel vor, für das wir arbeiten müssen. Nicht nur, daß es ein schönes, ideales Ziel ist, vor allem, weil es ein erreichbares Ziel ist! Wie es verwirklicht wird, kann ich nicht vorhersagen, aber in allen Phasen der täglichen Politik müssen wir nach diesem Endziel streben."
Aus einem Interview für N.F. Presse]
[Ĉu ankaŭ vi deziras ke UŜE-EĤO prosperu? (Willst auch du, daß UŜE-EĤO gelingt?)]
Reflektoro (Reflektor)
"Marx und Zamenhof
Materialismus – Idealismus
Destruktiv – Konstruktiv
Hass – Verständnis
Stellt unsichtbare Grenzen zwischen Menschen auf – Beseitigt die verschiedenen Grenzen zwischen Menschen
Bewegt die Massen durch negative Eigenschaften – Weckt die positiven Eigenschaften in den Massen
Sein Einfluss, seine historische Rolle überschritt bereits den Höhepunkt – Zamenhof steht vor seiner historischen Mission."
Sicher würden das Marxisten anders beurteilen. In der Realität ist es immer leichter, Menschen gegen etwas auf die Straße zu bringen statt für etwas. Na und da stellen konstruktive Ideen für die Gesellschaften eine Herausforderung dar. Klar ist, daß Esperanto historisch neuer, also moderner ist, als das was die alten National-Sprachen-Rezepte bieten. [se]
Limoj lingvaj kaj ekonomiaj (Sprachliche und ökonomische Grenzen) "erstrecken sich parallel. Für viele ist es sicherlich unverständlich, warum UŜE-EĤO so stark die Notwendigkeit betont, das Sprachproblem zu lösen. Die Wichtigkeit dieser Frage wird sofort verständlich gemacht, wenn man auf die Verflechtungen von den wirtschaftlichen und sprachlichen Grenzen hinweist, wenn man sich vor Augen führt, dass die sprachlichen und wirtschaftlichen Grenzen fast in ganz Europa parallel verlaufen. Der Zusammenhang ist klar: Die Angehörigen derselben Sprache forderten einen unabhängigen Nationalstaat. Somit war die politische und wirtschaftliche Grenze entlang der Sprachgrenze festgelegt.
Wenn wir auf den Abbau der internen Wirtschafts-Grenzen in Europa abzielen, dann müssen wir die Arbeit bei der Wurzel ansetzen: bei der Lösung des Sprachenproblems."
Interesa enketo. (Interessante Umfrage.) "Das Deutsche Institut für Wirtschafts-Forschung organisierte während der Leipziger Messe eine Erhebung über die Frage, ob die Abschaffung der Zölle in allen europäischen Staaten den eigenen Geschäften nützen oder schaden würde. Unter den Befragten 1772 ausstellenden Unternehmen, waren genau 95 Prozent für die Europäische Zollunion."
Lingvo-Babelo en la mez-lernejoj. (Sprachen-Babel in den Mittelschulen.) "Aus Bukarest berichtet man: Nach dem neuesten Lehrprogramm lernen Gymnasiasten die folgenden Sprachen: in der 7. und 8. Klasse Griechisch, ab der 3. Klasse Latein, von der 4. Klasse an Französisch, Deutsch ab der 5. und Englisch in der letzten (8.) Klasse. Außerdem ist noch eine slawische Sprache verbindliches Unterrichts-Fach, und je nach geografischer Lage der Schule kann der Direktor zwischen der tschechischen, serbischen, polnischen und bulgarischen Sprache wählen."
Simbolo... (Symbol...) "Die Grenze zwischen den USA und Kanada wird eine wunderschöne Ausschmückung bekommen: in beiden Staaten werden derzeit Spenden-Sammlungen organisiert, um die Grenze über ihre gesamte Länge mit Blumengärten zu schmücken."
Kial ne ...? (Warum nicht ...?)
"Hier einige Vorschläge für europäische Staats-Oberhäupter, durch welche sie die derzeitige Trennungs-Politik fortsetzen können:
Warum führt man nicht für alle europäischen Staaten landes-gemäße Maßsysteme ein?
Warum baut man keine Eisenbahnen mit landes-entsprechenden unterschiedlichen Spurweiten? (Würde die Verteidigungsmöglichkeiten stark befördern!)
Warum macht man es nicht den Russen nach, welche den Staatsangehörigen verboten haben, ins Ausland zu reisen und Geld über die Grenzen zu schicken? (Einige Staaten tun das auch bereits.)
Wie viele Möglichkeiten würde den Staatsmännern die Zerstörung der heutigen idealen internationalen Post-Organisation verschaffen? (Wie lange wird es ideal bleiben?)
Warum zwingt man nicht die Bürger, sich nur in National-Tracht zu kleiden?
Warum setzt man die Propaganda "Gute Patrioten kaufen nur inländische Produkte" nicht solchermaßen fort, damit es so ist " – Provinz-Angehörige, kauft nur – Provinzprodukte", oder lokal-patriotisch: "– Städter, kauft nur Produkte aus unserer Stadt!"
Und schließlich, warum baut man nicht entlang der Grenzen hohe Mauern um jedes europäische Land?
Man verzeihe meine Frage: Sind die heutigen Staatsmänner in Europa noch Europäer?"
Lloyd George (Lloyd George) in einem Zeitungsartikel: "Während die Vereinigten Staaten sich etwa 35 Prozent des Welteinkommens aufteilen, werden nur weniger als 17 Prozent der weltweiten Militärausgaben ausgegeben. Ganz Europa, das etwa die gleiche Summe einnimmt, aber aus diesem Einkommen eine Bevölkerung ernährt, die dreimal so groß ist wie die der USA, gibt mehr als 66 Prozent der weltweiten Militär-Kosten aus."
Konfido kaj kredit-krizoj en Europo. (Vertrauen und Kredit-Krisen in Europa.) "Der Europäische Ausschuß des Völkerbundes hat einen Bericht über internationale Kredit-Probleme veröffentlicht. Danach hat die Wirtschafts-Krise zu einer schweren Währungs-Krise geführt, die Kredit-Verhandlungen behindert. Das fehlende gegenseitige Vertrauen verhindert jede einigermaßen große Initiative. Obwohl das nötige Kapital vorhanden ist, ist es nicht möglich dies hier reifen zu lassen, bis das Vertrauen allgemein erneut herrscht. Der Bericht betont, daß die Kommission kein Recht hat, politische Vorschläge zu machen, welche eine Verbesserung der Umstände bewirken könnte."
Doganoj. (Zölle.) "Es ist schade, daß manche Leute noch glauben, die Zölle helfen dem Land. Ergebnisse des letzt-jährigen Versuchs der amerikanischen Regierung, die Zolltarife zu erhöhen, bewiesen sicherlich das Gegenteil, und bedeutende Ökonomen und Finanz-Experten führen hauptsächlich die wachsende Arbeitslosigkeit und die allgemeine Krise des erwähnten bis vor nicht allzu langer Zeit so wohlhabenden Landes auf diese Zoll-Erhöhung zurück, selbst der Besitz der Hälfte der Goldvorräte der Welt hilft nicht."
J. A.
Inteligenta kelnero. (Intelligenter Kellner.) "Ein Mitglied des englischen Oberhauses besuchte Spanien, um persönlich die politische Lage des Landes zu studieren. Er übernachtete in einem erstklassigen Hotel. Dort tischte man für ihm als Frühstück schwarzen Kaffee und eine Portion Pilze auf. Der Gast wünschte sich vom Kellner dann eine zweite Portion Pilze und etwas Milch für den Kaffee. Die spanische Sprache nicht beherrschend, zeichnete er zwei Pilze und eine Kuh auf ein Papier. Der Herr war überhaupt kein hervorragender Zeichner, doch der Kellner verstand ihn.
Nach ein paar Minuten kam der Kellner zurück und brachte mit seinem charmantesten Lächeln – zwei Sonnenschirme und eine Eintrittskarte für den Stierkampf."
Usonaj radio-kompanioj (Amerikanische Radiogesellschaften) "beschlossen, ein einheitliches englisches Aussprache-Wörterbuch zu verfassen, das für alle Radiosender verpflichtend wird. Bis jetzt sprachen selbst die Radio-"Herolde" die englische Sprache sehr unterschiedlich aus."
Landlimoj. (Grenzen.) "Wenngleich es schwierig ist, die Grenzen aufzuheben, ist es noch schwieriger, neue zu errichten oder die alten zur Zufriedenheit aller zu bewahren. Das beweist fast jede Grenze in Europa, deren Gerechtigkeit von Seiten ungnädiger Nachbarn kritisiert wird. Deshalb tragen wir zum Beseitigung von Barrieren bei und lösen auf diese Weise für immer das drückende Problem der nationalen Minderheiten."
J. A.
Pripensindaĵo. (Nachdenkenswertes.) "Der "Manchester Guardian" verkündet in einem Bericht über China, daß die chinesischen Bürger-Kriege bereits seit langem beendet wären, wenn die europäischen Staaten nicht versucht hätten, an diesen zu verdienen. Die großen europäischen Waffen-Fabriken konkurrieren miteinander, um die gegnerischen Armeen zu beliefern."
Akademianoj kaj aristokratoj (Akademiker und Aristokraten) "als Auto-Taxi-Chauffeure. Nach Angaben aus Berlin befinden sich unter den Chauffeuren in einer der größten Auto-Droschken-Gesellschaften 50 Prozent Akademiker und Aristokraten."
 ilustraĵo / Abbildung:

[La 31. 1. 1932 fondis la ....]
[Den 31. 1. 1932 gründeten die UŜE-Initiatoren in Temeswar den
Rumänischen Klub
der UŜE-Freunde]
Dieses Datum sollte man sich merken. Wie auch immer die Mitglieder dachten, ob genauso wie Josef Zauner oder irgendwie auch anders. Sie taten genau das richtige, sie kamen zusammen um eine bis heute grundlegend wichtige Forderung für ein zu schaffendes modernes robustes Europa zu stellen. Möglicherweise waren sich die Gründer von Europa-Demokratie-Esperanto im Jahr 2003 nicht bewußt, daß es bereits solche realen Vorläufer auf ihrem Weg gab. Der 31. Januar 1932 markiert einen Punkt in der Geschichte, welcher einen anderen friedlicheren Weg aufzeigt, statt immer wieder in dieselben Fallen zu laufen. Esperanto ist nicht alles, aber ein Europa ohne Esperanto geht eben auch nicht. [se] 

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Spegulo de la eŭropa problemo (Spiegel des europäischen Problems) 
Bsp.:
En Genève: La metamorfozo de l' malarmado.
"Ni atendu la rezulton." ("Warten wir das Ergebnis ab.")
In Anbetracht der UŜE-Broschüre "Der Weg zur Europa-Partei" schrieb "Heroldo de Esperanto" unter anderem:
"Als offizielle Hilfssprache von UŜE schlägt Zauner Esperanto vor. Und er denkt, daß Esperantisten in erster Linie Mitglieder der zu gründenden "Europa-Partei" sein werden. Aber ob bereits mit der Gründung einer UŜE-Partei und ihrer allgemeinen Propaganda eine beruhigende Welle über die europäische Wirtschaft geht und einen natürlich motivierten Optimismus hervorruft" (wie Z. meint), das ist stark anzuzweifeln. So schnell glauben die Leute nicht; selbst Esperantisten sind skeptisch. Warten wir das Ergebnis ab."
Es ist nicht möglich von allen Esperantisten zu verlangen, daß sie an eine Europa-Union glauben. Aber dies kann man wohl mit Recht bei allen Zamenhof-Mitgliedern voraussetzen, daß sie vom endgültigen Sieg des Esperanto überzeugt sind. Sonst wäre die ganze Arbeit ja doch umsonst gemacht.
Nun ist meine feste Überzeugung, daß dieser Sieg von Esperanto auf UŜE-Weg erreichbar ist. Ganz verständlich nur dann, wenn die Esperantisten selbst bereit sind, für die Umsetzung dieses Programms zu kämpfen. Das heutige europäische Chaos ist gewissermaßen eine niemals wiederkehrende vorteilhafte Gelegenheit um die Träume Zamenhofs zu verwirklichen.
Wir müssen nun fragen: Wer soll für die allgemeine Anerkennung unserer Sprache kämpfen? Ob die Esperantisten oder sollten wir warten, bis sie Nicht-Esperantisten offizialisieren? Wer sollte sie als offizielle Hilfssprache einführen, wenn nicht wir selbst? Sollten Esperantisten der UŜE-Bewegung nur dann beitreten, wenn sie bereits organisiert sind, oder sollten sich hauptsächlich Esperantisten selbst organisieren?*
Ich weiß gut, daß es keine einfache Sache ist, Mitarbeiter für irgendeine neue Bewegung zu finden. Umso weniger, wenn diese Bewegung solche "utopischen" Ziele hat, wie z.B. UŜE eine ist. Dennoch nahm ich gerade an, daß vor allem unter Esperantisten jene Mitkämpfer für die Initiierung der Bewegung zu finden sind, welche verstehen, worum es sich bei der UŜE-Idee handelt.
Anregungen aus verschiedenen Teilen Europas ermutigen uns in unserer Arbeit, welche letztlich nichts anderes als eine Initiative sein kann. Den Anstoß, eine neue Bewegung ins Leben zu rufen, darin sehen wir unsere Hauptaufgabe.
Es ist ein sehr bequemes Motto "auf das Ergebnis zu warten". Aber auf solche Weise wird Esperanto bleiben, was es sogar noch heute für viele ist: ein Sprachsport.
Also lasst uns nicht warten, sondern handeln!"
Esperanto-Enciklopedio. (Esperanto-Enzyklopädie.) "In den letzten Jahren erschienen einige sehr wichtige Werke in Esperanto. Eine Bibliographie von P. Stojan, das Plena Vortaro de Esperanto (Vollständiger Wortschatz von Esperanto), das Originala Verkaro de Zamenhof (Gesamtwerk Zamenhofs) und andere beeindruckende Veröffentlichungen sind Dokumente dafür, daß Esperanto bereits diese Reife erreicht hat, wenn verschiedene Verlage keine Angst haben, Werke zu veröffentlichen, die selbst den größten National-Literaturen würdig sind. 
In dieser Reihe hat sich der Verlag Literatura Mondo (Literarische Welt) entschlossen, eine Esperanto-Enzyklopädie herauszugeben, ein massenhaft benötigtes Werk für Esperantisten, welches alles Wichtige über die Bewegung, Geschichte, Literatur, Propaganda, teilhabende Anführer usw. zu Esperanto enthalten wird. Das große Werk, dessen Grundlage das wertvolle Manuskript von Herrn I. Ŝirjaev, Russland ist und das von Herrn V. Bleier, K. Kalocsay und L. Kökény bearbeitet wird, möchte ein Modell für gemeinsames Schaffen durch die Gleichgesinnten aus der ganzen Welt sein. Darum rufen die Redakteure alle an dieser ernsthaften Arbeit interessierten Esperantisten dazu auf, der Redaktion ihre Meinungen, Ideen, ja sogar Artikel vorzulegen. Jede Meinung und Idee wird im Interesse des Werkes gut recherchiert und beobachtet. Die Redaktion antwortet allen in einem gesonderten Bereich von Literatura Mondo ab der Ausgabe vom Januar 1932. Daher sollte niemand eine individuelle Antwort erwarten."
Senden Sie die gesamte Korrespondenz an:
Literatura Mondo (Literarische Welt), Budapest IX,
Mester-u. 53, V. 7 (Ungarn)
für Enzyklopädie."
[Ĵus aperis ....] [Gerade erschien die erste Ausgabe einer neuen
Kämpfer für ein neues Europa:
Joung-Eŭropa
Offizielles Monatsorgan in niederländischer Sprache
Herausgegeben von Herrn W. A. ​​​​Ruysch :: Adresse:
Rietzangerlaan 2, s’Gravenhage]
[Vor kurzem erschien eine deutschsprachige UŜE-Broschüre:
La vojo al la Eŭropo-partio (La elvojo UŜE)
de J. Zauner
(Der Weg zur Europa-Partei (Der Ausweg UŜE))
von J. Zauner
Preis: Dollar 0,12. Werbe-Exemplare kosten:
z.B. 5 – 10 – 25
Dollar 0,54 – 1,02 – 2,25
zuzüglich 10 %; Versandkosten
Bestellbar: Postscheck: Konto "LIBRO" in Leipzig Nr. 28052 ::: Post-
beauftragt: von "LIBRO", Timiŝoara I, Strada Lonovici 1 (Rumänien-Banat)]
Hier handelt es sich sicher um die Neuauflage der 1923 herausgegebenen Schrift. [se]
Por nova gazeto (Für eine neue Zeitung)
ist es nicht möglich eine Vorauszahlung des Bezugspreises zu verlangen. Insbesondere nicht für eine Esperanto-Zeitung. Die Gründe kennt jeder. Aber wir glauben, daß wir berechtigt sind, nach dem Erscheinen der 8. Ausgabe all diejenigen Empfänger des UŜE-EĤO, welche ihr Abonnement noch nicht bezahlten, höflich zu bitten, das Abonnement-Konto auszugleichen.
Mit Rücksicht darauf, daß es in letzter Zeit nur noch schwer möglich ist, postfrische Briefmarken zu bewerten, bitten wir Sie, den Abopreis per Post-Scheck oder Post-Anweisung zu übersenden.
Unsere Werbemethode ist: Probe-Ausgaben an ausgewählte und empfohlene Adressen versenden. Und in allen aktuellen Ausgaben von UŜE-EĤO baten wir diejenigen mit den gleichen Zielen, welche kein Interesse an der UŜE-Idee haben, die Zeitung bitte zurück zu senden. Wir betonten das (ungeachtet dessen, daß dies eine allgemeine Sitte ist), damit wir später keine Unannehmlichkeiten haben müssen.
Auch für die kommende Zeit bitten wir die Empfänger von Probe-Heften, daß sie die zweite Ausgabe zurücksenden, wenn sie nicht beabsichtigen die Zeitung zu abonnieren.
Gleichzeitig bitten wir unsere Gleichgesinnten, die UŜE-Idee zu verbreiten. Für zugesandte Adressen ernsthafter Interessenten bedanken wir uns bereits im voraus herzlich.
Respondoj (Antworten)
"Fr. K. in S—g. Wie Sie gut wissen, stagniert die von Herrn Coudenhove-Kalergi initiierte Paneuropa-Bewegung. Diese Tatsache berührte auch die UŜE-Bewegung, da viele Gleichgesinnte glaubten, daß Paneuropa und UŜE dasselbe seien. Das Scheitern von Coudenhove-Kalergi verhindert nun allgemein alle Bemühungen, die Europäer für eine Zusammenarbeit zu gewinnen.
Da der Initiator der Paneuropa-Bewegung seine Ideen vornehmlich in deutscher Sprache verbreitete, war es notwendig, in derselben Sprache auf die grundlegenden Fehler dieser Bewegung hinzuweisen. Wohl wissend, was für eine "gefährliche" Sache es ist, die erste UŜE-Broschüre auf Deutsch zu veröffentlichen, versuchte ich, sie gleichzeitig in mindestens zwei Sprachen zu veröffentlichen: Deutsch und Französisch, auf diese Weise hatte ich vor die Sache zu "neutralisieren". Aber sowohl die französischen als auch die deutschen Verleger, an die ich mich aufgrund der "schlechten wirtschaftlichen Lage" wandte, waren momentan nicht geneigt, das Werk zu veröffentlichen.
Deshalb entschied ich mich, anstatt der Oktober-Ausgabe von UŜE-EĤO, die Broschüre herauszugeben.
Verständlicherweise würde ich mich sehr freuen, wenn Gleichgesinnte es ganz oder teilweise in andere Sprachen übersetzen. Das  Veröffentlichen derselben Broschüre in Esperanto ist nach meiner Meinung überflüssig, da das gesamte UŜE-Programm bereits im UŜE-EĤO Esperanto-sprachig erschien und diskutiert wurde. Man hätte auch auf der ersten Seite der Broschüre die Bemerkung machen können: Übersetzt aus Esperanto."
[Der Abonnementpreis für UŜE-EĤO
ist
US-Dollar 0,25
für 4 Nummern.
Bitte abonnieren: Post-Scheck: Konto Leipzig (Deutschland) 28052
oder per Post-Anweisung: "BOOK", Strada Lonovici 1, Temeswar (Rumänien-Banato)]

2022090120220929SE
Dialect/GoogleTranslate hat sich als gute Hilfe beim Übersetzen herausgestellt (ab Ausgabe 8)
UŜE-EĤO 1932 -08- (Januaro) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek


UŜE-EĤO 1932 -09- (Julio)
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[Eldonejo: "LIBRO"....]
Malburokratigo de ekonomio (Entbürokratisierung der Wirtschaft) 
"Tag für Tag wird die Wirtschaft bürokratisiert. In manchen Staaten mehr, in manchen weniger. Dieses Vorgehen hat sich in den letzten Monaten beschleunigt und bereits gefährliche Ausmaße erreicht.
Die Bürokratisierung der Wirtschaft ist hauptsächlich ein Ergebnis von Verstaatlichung der Wirtschaft. Vergesellschaftung der Wirtschaft bedeutet immer Verkettung von Kräften, Einengung der Aktivität, Verzögerung in der Ausführung, Verkomplizierung der Dinge und oft ein negatives Ergebnis.
Die Verstaatlichung der Wirtschaft ist eine Folge der Überpolitisierung. Solange die Politik die aussichtsreichsten Karrieren verschafft, die Möglichkeiten zur schnellen Bereicherung gibt und keine persönliche und materielle Verantwortlichkeit für politische Aktivitäten fordert, solange hat dieser Beruf einen großen Zulauf.
Für die sich ständig vergrößernde Parteianhängerschaft ist es notwendig, immer mehr und mehr Ämter zu schaffen. Oft reichen Verwaltungs-, Militär- und Staatsfinanz-Ämter nicht aus, um den Zustrom von Antragstellern aufzufangen. Um neuen Parteimitgliedern Ämter zur Verfügung zu stellen (man denke an Regierungswechsel!) ist es notwendig, den Handlungsspielraum der Regierung zu erweitern. In diesem Fall ist es für jede Regierung am angemessensten, in das Wirtschaftsgebiet einzudringen. Eine Monopolisierung von einigen wenigen Artikeln reicht aus, um Tausende zufrieden zu stellen. Diese Ausweitung des Handlungsspielraums von Regierungen ist so lange dauerhaft möglich, bis die Bürokratisierung der Wirtschaft bereits einen solchen Grad erreicht hat, welcher den gesamten Staatsapparat erstickt. (Siehe heutige Situation!)
Die gegenwärtige Überpolitisierung ist ein Ergebnis einer veralteten Wirtschafts-Struktur Europas. Die derzeitige wirtschaftliche Zerstückelung unseres Kontinents ermöglicht keine großräumigen Betriebe und Unternehmen. Was auch immer man anfängt, man wird durch die Enge des Konsumgebiets behindert.
Keine Beschäftigungs- und Karriere-Möglichkeiten im Wirtschaftsgebiet vorfindend, versuchen viele ihr Glück in der Politik.
Die Situation würde sich ändern, wenn man erfolgreich dabei sein würde, ein einheitliches europäisches Wirtschaftsgebiet zu schaffen. Dann würden die groß angelegten Tätigkeits- und Karriere-Möglichkeiten einen großen Teil von ambitionierten Menschen auf das Wirtschafts-Gebiet locken. Damit mehr Menschen dort Beschäftigung finden, müssten sie die Befreiung der Wirtschaft einfordern. Folge davon wäre eine entwickelte gedeihliche Wirtschaft, die schließlich auch die staatlichen Monopole angreifen würde, um sie an sich zu bringen. Mit einem Wort, man würde die Rück-Befreiung durchleben, die Entstaatlichung der Wirtschaft. Und Entstaatlichung würde auch Entbürokratisierung bedeuten.
Die Gegner einer freien Wirtschaft bewerten die Herrschaft von Trusts und Kartellen über. Der staatliche Eingriff in den Kampf zwischen Produzenten und Konsumenten behindert oft nur. Verbraucher haben auch die Möglichkeit, sich zu organisieren und sich durch einen Verbraucher-Streik und andere Mittel zu wehren. Eine Einigung zwischen Produzenten und Konsumenten geschieht schneller und gerechter, wenn der Staat nicht die Rolle des Vermittlers spielt.
Wenngleich solche gigantischen Wirtschafts-Organisationen wie Trusts und ähnliche auch etwas bürokratisch verwalten müssen, ähnelt das durchaus nicht der staatlichen Bürokratie. In einem privaten Unternehmen, mit wenigen Ausnahmen, ist eines jeden Arbeit das tatsächlich geleistete wert; nicht wie beim Staat, wo nur allzu oft Schutz und Zugehörigkeit zu irgendeiner Partei ausreichen, um eine wichtige Position einzunehmen. Wenn in irgendeinem privaten Unternehmen jemand seine Aufgaben nicht zufriedenstellend erfüllt, ist es keine schwierige Sache, ihn zu entlassen, während in staatlichen Unternehmen die Entlassung von unproduktiven Elementen fast unmöglich ist.
Die wirtschaftlichen Verhältnisse werden nie ideal geraten. Aber wenn es möglich ist, zwischen bürokratisierter und befreiter Wirtschaft zu wählen, dann scheint die freie Wirtschaft geeigneter zu sein, vor allem weil sie mehr menschliche Lebens-Möglichkeiten bietet.
Ĉu Danubo-Konfederacio estos ebla? (Wird ein Donaubund möglich sein?)
Begrüßenswert ist jeder Versuch, Vorschlag oder Plan, der darauf abzielt, die Lebens-Möglichkeiten zu verbessern. Vor allem in den Donau-Staaten wurde die Beseitigung der wirtschaftlichen Anarchie dringlich. Ein großer Teil der Einwohner in diesen Staaten kann sich nicht an den niedrigen Lebens-Standard, an die eingeschränkten Geschäfts-Möglichkeiten gewöhnen, welche sich durch die Zerteilung des Donau-Wirtschafts-Gebietes ergab.
Vor allem in Agrarstaaten wurde das Elend gefährlich und aus diesen kommen die stärksten Rufe nach Hilfe.
Es ist eine Frage, was die fünf Donau-Staaten (Österreich, Tschechoslowakei, Ungarn, Jugoslawien und Rumänien) dauerhaft verbinden, zusammenhalten könnte. Es ist tatsächlich so, daß sie unter sich einen schwunghaften Wirtschafts-Verkehr haben, aber das reicht nicht, um sie als einheitliches Wirtschafts-Gebiet zu organisieren.
Das wichtigste Problem bleibt, Käufer für die agrarstaatlichen Produkte zu finden. Von diesem Punkt hängt die Lösung des ganzen Problems ab.
Es bleibt die Frage, ob die bevorzugten Zölle, die man beabsichtigt einzuführen ausreichen werden, um die Anforderungen der Agrarstaaten zu befriedigen. Die Donau-Staaten selbst sind nicht in der Lage, den gesamten Agrarüberschuss aufzunehmen.
Notwendig wäre das bevorzugte System auch für andere, insbesondere Agar-importierende Staaten auszuweiten. Auf diese Weise durchdringt der Lösungs-Vorschlag bereits die Donau-Basis und wird europäisch.
Zum Ende das ganze Problem betrachtend macht deutlich, daß bereits kein Donauproblem mehr besteht, sondern vor allem ein gesamt-europäisches. Der Lösungs-Vorschlag soll auch für Europa gelten.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit wird nicht ohne politische Übereinkunft möglich sein. Eine gemeinsame Wirtschafts-Politik erfordert zudem eine gemeinsame Armee, eine einheitliche Währung. Wenn sich das alles in Donau-Raum verwirklichen würde, hätte man nicht die Vorkriegs-Zwietracht? Darum, wären Anstrengungen und Mühen in solche Richtung nicht vergebens? Wäre es nicht vorzuziehen, anstatt Donau-Raum als einheitliches Wirtschafts-Gebiet zu organisieren, eine Europäische Union zu schaffen?
Um die europäische Einigung zu erreichen, ist es vor allem notwendig, eine europäische politische Organisation zu schaffen, die die Aufgabe haben wird, gerecht ein einigermaßen einheitliches europäisches Wirtschafts-Gebiet zu verwirklichen. Solange es kein starkes europäisches politisches Zentrum geben wird, dessen Anführer nicht von irgendeiner nationalen Seite behindert werden, so lange wird es nicht möglich sein, eine "europäische" Politik durchzuführen.
Die Gründung einer europäischen Partei bleibt nach unserer Meinung der erste zu tuende Schritt für eine dauerhafte und abschließende Lösung des europäischen Problems.
Eŭropano! (Europäer!)
1. Trotz allem: Glaube an die Europa-Union.
2. Stimme bei Landes-Wahlen nur für die Begünstigung jener Partei, welche für die Schaffung eines einheitlichen europäischen Wirtschaftsraumes kämpft.
3. Werbe für die Schaffung eines Parlaments der europäischen Parlamente.
4. Fordere die Errichtung einer gemeinsamen Europäischen Armee und die Einführung einer einheitlichen europäischen Währung.
5. Fordere Autonomie für die Staaten, Provinzen und Städte in Vereinigten Staaten von Europa.
6. Lerne "europäisch".
7. Respektiere auch die Nationalität anderer.
8. Kämpfe für die Entbürokratisierung (Entstaatlichung und Entmonopolisierung) der Wirtschaft.
9. Kämpfe für Gesetze und Institutionen, welche ein freies gesellschaftliches Wachstum ermöglichen, also einen natürlichen gesellschaftlichen Klassen-Wechsel.
10. Wer für die europäische Einigung kämpft, befördert den Welt-Frieden.
Das Original weicht von der deutschen Flugblatt-Übersetzung Zauners ab. [se]
ilustraĵo / Abbildung: De dekstre al maldekstre (Von rechts nach links)
Gegenwärtige politische Gruppierung der europäischen Staaten
(in einem imaginären Europäischen Parlament)
RUSSLAND – DEUTSCHLAND – ÖSTERREICH – BULGARIEN – FINNLAND – SCHWEDEN – NORWEGEN – TÜRKEI – UNGARN – LILIPUT-STAATEN – NIEDERLANDE – SPANIEN – SCHWEIZ – GRIECHENLAND – PORTUGAL – DÄNEMARK – BALTISCHE STAATEN – ITALIEN – GROSSBRITANNIEN – RUMÄNIEN – JUGOSLAWIEN – BELGIEN – FRANKREICH – TSCHECHOSLOWAKEI – POLEN
EĤOJ (ECHOS)
UŜE-amikoj en Oelsnitz i. E. (UŜE-Freunde in Oelsnitz i. E.) (Deutschland). Aufgrund der bekannten wirtschaftlichen Umstände, die vor allem in Europa Elend um Elend verursachen, fühlte sich die Oelsnitzer Esperantistenschaft dazu genötigt die UŜE-Idee zu favorisieren und bildete sich bereits eine Gruppe als UŜE-Freunde in Oelsnitz i. E. in Sachsen. UŜE-Freund Roberto Rosner leitet entsprechend der UŜE-Idee und dem Programm die beigetretenen UŜE-Freunde an. Um Korrespondenz wird gebeten unter der Adresse: Roberto Rosner, Lugauer Str. 87, Oelsnitz i. E. (Deutschland).
Hier erscheint also der Hinweis auf eine zweite UŜE-Gruppe. [se]
Publika parolado pri UŜE. (Öffentlicher Vortrag über UŜE.) Herr Jozef Anglada, der Sekretär der UŜE-Bewegung in Spanien, berichtet aus Barcelona: Vor kurzem hielt das Vorstandsmitglied des Zamenhof-Instituts, Herr Juan Campdelacreu, eine Rede im "Ateneo Republicano Federal del Distrito VII" in Barcelona über die Vereinigten Staaten von Europa, in welchem er klar und genau die Idee und das Programm von UŜE beschrieb, von dem einer der Punkte die offizielle Annahme von Esperanto als Hilfssprache ist.
El Protokolo. (Aus dem Protokoll.) Geschrieben in der allgemeinen Gründungssitzung des UŜE-Klubs, welche in Timisoara stattfand, am Vormittag des 31. Januar 1932, in einem separaten Raum des Restaurants Novotny.
Herr Dr. Ladislau Löcsey, der Vorsitzende der Vorbereitungs-Kommission, begrüßt die Anwesenden, eröffnet die Sitzung und bittet einen Präsidenten zu wählen. Die Anwesenden wählen einstimmig ihn, Herrn Dr. L. Löcsey, als Präsidenten.
Der Präsident bittet Herrn Desiderio Tövissy, das Protokoll der Gründungsversammlung zu schreiben.
Herr Präsident bedankt sich für das Vertrauen und liest seine sehr eloquente Rede auf Rumänisch vor, über die Entstehung der Idee für die Notwendigkeit einer internationalen Hilfssprache, über diverse Versuche einer internationalen Sprache, bis hin zur Entstehung der Sprache Esperanto und ihrer Verbreitung. Er weist auf die besondere Bedeutung von Esperanto im europäischen Wirtschafts-Leben hin. Die Rede war ein großer Erfolg und erhielt starken Applaus.
Der zweite Redner, Herr Ŝtefano Récsányi, überbrachte ebenso erfolgreich die Lösung des Problems einer gemeinsamen europäischen Sprache. Er sprach Deutsch mit einem brillanten Stil.
Der dritte Redner, Herr Dez. Tövissy, zeigte die Ursachen der ungünstigen wirtschaftlichen Lage Europas und deren möglichen Ausweg und Lösung durch eine gemeinsame "europäische" Sprache auf. Die Anwesenden zeigten sich mit Applaus dankbar.
Der vierte Redner war Herr Béla Weiner, der sein Konzept über Propaganda-Möglichkeiten für Rumänien mittels Esperanto vorlas. Er erwähnt die Söhne unseres Landes, Herrn Andreo Cseh, Tiberio Morariu, Sigismundo Pragano und andere, die als Lehrer des Internationalen Cseh-Instituts umfangreiche Propaganda für unser Land in ganz Europa betreiben. Seine Rede war sehr angenehm und erfolgreich.
Nach den Rednern fragt Herr Dr. Löcsey die Anwesenden, wollen sie den UŜE-Klub gründen? Einmütig, einstimmig und sehr begeistert erklärte man, daß man den Klub gründen will. Nach dieser Erklärung verliest Dr. L. Löcsey das Konzept des Statuts, aus dem wir die folgenden Haupt-Abschnitte entnehmen:
Nomo: (Name:) Der Name des Vereins lautet: Landes-Klub der USxE-Freunde in Rumänien.
Celo: (Ziel:) Das Ziel des Vereins ist: Bewerben der internationalen Hilfs-Sprache Esperanto, als offizielle Hilfs-Sprache in den zu gründenden Vereinigten Staaten von Europa (UŜE) und sie als "europäische" Sprache verbreiten." ....

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Membreco: (Mitgliedschaft:) "Mitglied des Clubs kann jeder rumänische Staatsbürger werden. Gefordert wird ein makelloses von Vorstrafen freies Leben und Reife."   
La kotizo (Der Beitrag) "liegt im eigenem Ermessen, aber der kleinste beträgt 1 US-Dollar jährlich (168,– Lei), dieser Betrag ist auch vierteljährlich zahlbar, jedoch immer vorher."
La organoj (Die Organe) "des Vereins sind:
1. Der Präsident,
2. das Komitee,
3. die Hauptversammlung.
Der Präsident und der Vorstand werden immer für eine Amtszeit von drei Jahren gewählt. Bei Neuwahlen können die alten Vorstandsmitglieder wiedergewählt werden."
Pri la disvastigo de la klubo: (Zur Verbreitung des Klubs:) "Wenn der Klub irgendwo mindestens 25 Mitglieder hat, können diese einen untergeordneten lokalen Klub gemäß den Bedingungen des entsprechenden Gesetzes formieren. Fünf lokale Klubs können einen Provinz-Klub gründen, der auch eine Filiale des Landes-Klubs ist und folglich keine eigene Satzung haben muß.
Die Satzung wird als Ganzes und einstimmig angenommen.
Herr Dr. Löcsey bedankt sich für das Interesse und die Aufmerksamkeit und bittet um die Erlaubnis, einige Personen der Anwesenden als Nominierungs-Ausschuß zu benennen, um Vorschläge für die Wahl des Vorstands zu machen. Delegierte sind: Herr Julio Csapo, Juan Vitican, Stefano Récsányi, Francisco Kiss, Ferdinando Mereszkov, welcher den Plenarsaal verließ, um den Vorschlag zu machen. Für diese Zeit schließt der Präsident die Sitzung.
Nach einer 15-minütigen Pause wird die Sitzung wiedereröffnet und Herr Dr. Löcsey bittet den Präsidenten des Nominierungs-Ausschusses, die Vorschläge für die Wahl des Vorstands zu machen.
Vorgeschlagen und einstimmig als Präsident angenommen werden: Herr Josef Zauner, Sekretäre: 1. Herr Ŝtefano Récsányi, 2. Herr Julio Csapó, Protokollführer: Herr Desiderio Tövissy und Emeriko Gyenge, Schatzmeister: Herr Francisco Kiss, Bibliothekar: Herr Lukacs Balint, Verwalter: Herr Bela Weiner, Prüfer: Herr Juan Vitican und Ferdinando Kleininger, Klub-Redakteur: Herr Jozefo Kutyik.
Komitee-Mitglieder: Dr. Ladislau Löcsey, Francisco Engelmann, Antonio Gáspár, Juan Kiss, Ferdinando Mereszko, Moiŝe Cocoŝ, Petro Jójárt, Ferdinand Grill und Fräulein Mimi Breith.
Nach der Wahl des Vorstands übergibt Herr Dr. L. Löcsey den Platz an den neu gewählten Präsidenten, Herrn Josef Zauner, der sich im Namen des Vorstands für das Vertrauen bedankt. Wir danken den örtlichen Beamten der königlichen Regierung, die uns freundlicherweise die Möglichkeit gegeben haben, unseren UŜE-Klub zu gründen; die örtliche Presse, die freundlicherweise unsere Aufrufe zur Gründungs-Versammlung des Vereins bekannt machte.
Er teilt den Anwesenden mit, daß er nach den offiziellen Formalitäten: Registrierung des Klubs, Erlaubnis des Betriebs, den Vorstands-Mitgliedern und Mitgliedern über den nächsten Termin des ersten Arbeitstreffens informieren wird.
Er bittet alle Mitglieder, das Gründungs-Dokument zu unterzeichnen und dankt den Anwesenden für ihre freundliche Aufmerksamkeit und schließt die Versammlung."
D. Tövissy
Esperanto en la lernejoj. (Esperanto in den Schulen.) "Vor kurzem, hielt bei der Gemeinderats-Sitzung in Dordrecht (Niederlande), ein Mitglied eine halbstündige Rede zugunsten von Esperanto. Am Ende legte er folgenden Vorschlag vor, der ebenfalls von zwei weiteren Mitgliedern unterzeichnet wurde:
Der Rat bittet das Kollegium des Bürgermeisters und Gehilfen: zu untersuchen, inwieweit und in welchen Schulen in Dordrecht Esperanto eingeführt werden kann, und über das Ergebnis zu berichten und dem Bericht möglicherweise Vorschläge hinzuzufügen.
Der Rat stimmte dem Vorschlag einstimmig zu."
[Briand
"War es möglich, mehr von Briand in Bezug auf Vereinigte Staaten von Europa zu erwarten, als er wahrhaftig tat? Er war ja doch mit dem nationalen Parlament verbunden, das letztlich die Grundlage seiner Tätigkeit war. Ob ein Mitglied irgendeiner nationalen Regierung in Europa überhaupt so eine hundert-prozentige "europäische" Politik machen Kann?* Ebenso wie Stresemann setzte er hundert-prozentig die machbare Politik in der gegenwärtigen Situation um."]
L' Amerique paie tout! (Amerika zahlt für alles!)
– "Wie können Sie das behaupten?
– Ich bin überzeugt, daß der Kampf von Hitler einen großen Teil Europas von den Kriegs-Schulden befreien wird.
– Aber er kämpft hauptsächlich nur für die Abschaffung der Reparationen von Deutschland.
– Aber sicher haben auch Sie schon von dem Zusammenhang von Reparationen und Kriegsschulden der Entente gegenüber Amerika gehört.
– Und Sie glauben, daß Amerika die Kriegsschulden reduziert oder tilgt?
– Können Sie voraussetzen, daß die Entente Amerikas Kriegsschulden bezahlen wird, wenn Deutschland keine Reparationen zahlt?
– Gut, dann ist das Hauptproblem der Welt nicht das französisch-deutsche, sondern das amerikanisch-europäische.
– Sie haben Recht. Frühe Anzeichen für eine solche Aufstellung des Problems konnte man bereits beobachten, zu lesen in italienischen Zeitungen über die "Europäische Schuldner-Front".
– Und Sie glauben, dass diese gemeinsame Front entstehen wird?
– Mehrere Faktoren werden dazu führen. Es ist sogar zu hoffen, daß diese gemeinsame Handlung eine Annäherung der europäischen Staaten begünstigt.
– Wie stellen Sie sich das vor?
– Schon heute sind die Vereinigten Staaten sehr unnachgiebig gegenüber Europa in Bezug auf Kriegsschulden. Washington will nichts von einem Erlass der Kriegsschulden hören, denn im Gegenzug würden die USA für diese große Geste fast nichts bekommen.
– Was wäre also der Ausweg aus diesem Problem?
– Je härter die Vereinigten Staaten gegen Europa vorgehen werden, desto schneller würde das Europa-USA-Problem gelöst.
– Wie?
– Die Vereinigten Staaten könnten möglicherweise die Kriegsschulden reduzieren oder erlassen, wenn sie Gelegenheit hätten, in Europa großangelegte Geschäfte zu machen.
– Wäre diese möglich?
– Ja, sie wären möglich, wenn man Europa als einheitliches Wirtschaftsgebiet organisieren würde.
– – –
– Demnach würde der Kampf in Deutschland gegen die Reparationen letztlich auch die Entente von den Kriegsschulden befreien.
– Sicherlich, aber so einfach läuft die Sache nicht, es gibt noch zu viele unbekannte Faktoren, die möglicherweise die allgemeine Entwicklung beeinflussen könnten.
– Gut, aber glauben Sie, dass die Kämpfer in Deutschland ihre zweite Rolle als Löscher der Entente-Kriegsschulden kennen?
– Ich nehme an, das wissen sie nicht, und das ist völlig in Ordnung.
– Warum?
– Weil die Angelegenheit auf andere Weise möglicherweise nicht erfolgreich sein würde."
Zwei Leute führen hier ein Gespräch. Meinungen werden vorgetragen. Wie sich in der Folge deutlich zeigte, war jede Erwartung gegenüber einem Deutschland mit dem aufkommenden Führer völlig grund- und sinnlos. [se]
SELEKTO (AUSLESE)
BRIAND kaj ZAMENHOF (BRIAND und ZAMENHOF)
"Aus der Märzausgabe der Zeitschrift des XXIV. Weltkongresses für Esperanto (Chefredakteur: Raymond Schwartz) entnehmen wir den folgenden Artikel von Joseph Nels:
Ein Mann ist gestorben, dessen Name innig mit der Idee des Friedens, der Menschlichkeit, dem gesamteuropäischen Gemeinwesen verbunden ist. Obwohl sein Wirken nicht den gleichen Wegen folgte wie jenen der Esperantisten, diente er doch dem gleichen hohen Ideal, das auch uns leitet.
Für jeden aufrichtigen Esperantisten war Briands Tod sicherlich so schmerzhaft, als wäre er einer unserer beliebtesten Anführer. Und es ist angemessen, daß wir, Friedens-Kämpfer, Schüler eines anderen leidenschaftlichen Friedens-Liebhabers, unsere Häupter über dem frischen Grab verneigen.
Und in diesem Moment ist es vielleicht für unsere neuen Gleichgesinnten interessant daran zu erinnern, welche die Zamenhof-Philosophie nicht kennen, unmittelbare Merkmale, die darin Vorboten der neuen Nachkriegs-Beschleunigung in der Organisation der Welt waren und so erstaunlich verwandt mit den Ideen von Wilson und Briand sind.*
Der eigentliche Ursprung von Esperanto tritt in den Worten unseres Meisters in Erscheinung, die er während der Eröffnungsrede auf dem Zweiten Weltkongress in Genf äußerte: "Wir alle sind uns sehr wohl bewusst, daß uns zur Arbeit für Esperanto nicht der Gedanke über einen praktischen Nutzen ermuntert, sondern nur ein Gedanke an die heilige, große und wichtige Idee, die eine internationale Sprache enthält. Diese Idee – sie alle fühlen es sehr gut – ist Brüderlichkeit und Gerechtigkeit zwischen allen Völkern." Das ist eine Ideenquelle, aus der die Sprache Esperanto so stark und so eifrig hervorgegangen ist.
Aber dieser "Esperantismus" war in den ersten Zeiten ein eher undefiniertes Gefühl. Nach und nach konkretisierte es sich und nahm seine abschließende Form an. Daraus wurde: "Homaranismo" ("Humanismus"). Tatsächlich veröffentlichte Dr. Zamenhof, nachdem er auf jede offizielle Rolle in Esperanto verzichtet hatte, ab jetzt völlig frei, im Mai 1913 eine "Erklärung zum Humanismus", die er als ausschließlich seinen persönlichen Glauben vorstellte.
Diese Erklärung sollte jeden Esperantisten nachsinnen lassen. Es gibt keinen Platz in diesem Artikel, um es zu zitieren. Ich weise nur auf die außerordentliche Ähnlichkeit dieses Dokuments mit den Haupt-Themen hin, die zum "Völkerbund" und zu all den Bemühungen in Briands letzten Jahren geführt haben. Ja, die letzte Periode von Briands Tätigkeit war – aufgrund der Funktionen, die er innehatte, in viel größerem Umfang – Dienst an derselben erhabenen Idee, die alle Momente von Zamenhof in Anspruch nahm. Und wenn Briand es nicht geschafft hat, sein Ziel vollständig zu erreichen, schuld ist nur menschliches Unverständnis, ebenso wie es an den Schwierigkeiten schuld ist, auf die die Bemühungen der Esperantistenschaft stoßen. Aber unausbleiblich und sicher werden beide Bewegungen, so nahe, so selbst-ergänzend, den bösen und ungerechten Widerstand der blinden Menschheit überwinden. Lasst uns inzwischen in tiefem Respekt die Erinnerung an unseren Meister und die an Briand vereinen."
Propaganda sugesto (Propagandavorschlag) 
"Für unsere Sache kämpfend und sie verbreitend, müssen wir immer dem Motto folgen: unaufhörlich nach neuen Wegen im Handeln suchen, nach neuen Mitteln und neuen Ideen suchen, um auf diese Weise nicht nur immer intern in die Bewegung, sondern auch um uns herum etwas Frische zu bringen, und die Musterhaftigkeit und eine Art Müdigkeit und Langeweile vermeiden, welche gewöhnlich durch die Wiederholung von Altem entsteht.
Gestehen Sie sich ein, daß wir bei der täglichen Verbreitung von Esperanto immer nur einen unserer Meinung nach wichtigsten Weg angewendet haben: Kurse, Kurse und Kurse. Letztere sind das Alpha und Omega unserer Propaganda-Arbeit (mit sehr wenigen Ausnahmen) und das Fundament unserer Bewegung, denn schließlich kann ein Mensch, der kein Esperanto lernt, nicht Esperantist genannt werden. Aber uns fehlt der Mut zu größeren Propaganda-Unternehmungen, und wir haben Angst, den beschränkten Rahmen der Kurse zu verlassen. Das macht den Eindruck, wir selbst hätten unbewusst Angst vor einem gewissen Risiko, daß wir lächerliche Schritte tun, daß wir scheitern werden. Nun, es ist eine Wahrheit, daß uns viele als verspottens-würdige Utopisten ansehen, aber wenn wir für etwas Pionierarbeit leisten, müssen wir auch genügend eigensinnig und hartnäckig sein, um (es zu ertragen und auszuhalten) .... SELEKTO weiter auf Seite 3
Bibliografio (Bibliographie)
Francoj pri aktualaj problemoj (Franzosen über aktuelle Themen)
"Die Zeitschrift "Berichte zur Kultur- und Zeitgeschichte", herausgegeben von Nik. Hovorka, Reinhold-Verlag, Wien, veröffentlichte in den Nrn. 116-190 einen Überblick über die zeitgenössische französische wirtschafts-politische Literatur.
Deshalb beabsichtigen wir im Telegramm-Stil über den sehr interessanten Artikel zu reflektieren:
In "La Revue des Vivants", Paris, erschien eine Artikelserie über:
Desarroi économigue (Konfuzo ekonomia) (Wirtschaftliche Verwirrung)  von Daniel Serruys.
"Ursachen des wirtschaftlichen Chaos:
Zu frühe Auflösung von einheitlicher Wirtschafts-Struktur der Allianz. Noch im Mai 1918 erklärte Lord Derby im Namen Englands, daß Großbritannien alle seine Rohstoff-Quellen für Frankreich nach dem Krieg drei Jahre lang zur Verfügung stellen werde. Die Bedingung war: Amerika muss mitwirken. Aber die USA stimmten nicht überein. Folge: Wiederanerkennung des Prinzips des freien Wettbewerbs in Produktion und Handel. Für ein neu aufgebautes Europa bedeutete dieser gegenseitige Wettbewerb eine wirtschaftliche Verwirrung voller Gefahren.
Ausweg: Schaffung von politischer Stabilität."
Desarroi politique (Politische Verwirrung) von Alain.
"Der wahre Anführer ist ein Mann der Entscheidung, nicht der Vernunft; des Willens, nicht dem klaren Verstand."
Desarroi européen (Europäische Verwirrung) von Daniel Rops.
"Die Herkunft unserer Krise ist nicht der Weltkrieg, sondern die vorherige Entwicklung unserer Zivilisation:
1. Das nationale Prinzip wird, wenn es sich nicht irgendeinem Gesetz unterordnet (sei es religiöser Universalismus oder internationale Zusammenarbeit für die Wirtschaft), zu gefährlichem Egoismus übergehen. 2. Das Rechtsprinzip wird, wenn es als Selbstziel betrachtet wird und von keinem moralischen System abhängt, leicht zum "Gesetz der Faust" geraten. 3. Das ökonomische Prinzip endet mit brutalen Schlachten, wenn es auf dem heutigen Kult der persönlichen Befriedigung basiert. 4. Das humanitäre Prinzip (sei es Wilsonismus oder die anderen Arten von Pazifismus und Internationalismus) bleibt immer bei bloßen Abstraktionen.
Vielfalt und Instabilität von Staats-Systemen: 1. Russische republik-demokratische Formel (Konzept von Rousseau). 2. Der Faschismus stützt sich auf den "Willen zur Macht". 3. Der Kommunismus basiert auf dem Wirtschafts-Menschen, der sich durch seine materiellen Bedürfnisse und sein Streben nach materieller Befriedigung definiert.
Die soziale Unordnung.
Die drohende Gefahr von Revolution hat zwei Ursachen: 1. Brutales Verlangen nach materieller Befriedigung: 2. weil der Mensch sich selbst als Endziel betrachtet, verzichtet er auf jede übersinnliche Interpretation des Lebens.
Heute bedeutet "Unterwerfung unter die Ökonomie" schon eine Leugnung der Spiritualität. Das grundlegende Problem der aktuellen Krise ist also letztlich ein moralisches.
Der Ausweg:
Die aktuelle Krise ist eine Warnung. Es reicht nicht, Ordnung in Europa zu schaffen. Nur innere Ordnung sichert wahren Frieden."
André Duboscq: Recherche du lien spirituel d'une communauté européenne (Spirita ligilo de eŭropa komuneco) (Geistliches Band der europäischen Gemeinschaft). Le Correspondant C III: "Man kann sagen, daß der Katholizismus derzeit eine der wichtigsten Kräfte Frankreichs ist..."
Paul Valéry: Regards sur le monde actuel (Rigardoj sur la mondon aktualan) (Ansichten zur aktuellen Welt). "Paris: Librairie Stock 1931. Die ganze Welt ist heute bereits erforscht und besetzt. Die Ära der freien Expansion ist vorbei. Es beginnt die Zeit einer begrenzten Welt! Europa machte keine Politik aus seinem Nachdenken."
Loucien Souchon: De Sedan à Locarno (Von Sedan bis Locarno), "Paris: A. Fayard et Co. 1931. Ein französischer Nationalist, der eine Renaissance des französischen Militärgeistes fordert!"
Gustav Hervé: Interfratiĝo aŭ milito? (Versöhnung oder Krieg?), "Stuttgart 1931, Union Deutsche Verlagsgesellschaft. Hervé war vor dem Krieg ein fanatischer Sozialist, der versuchte, eine Entspannung zwischen Frankreich und Deutschland zu erreichen. Damals schlug er ein Tausch-Geschäft vor: Deutschland sollte Elsass-Lothringen an Frankreich abgeben und im Gegenzug solle Deutschland von Frankreich Madagaskar erhalten. Die deutschen Sozialisten schienen seine Bemühungen nicht sehr zu beachten.
Während des Krieges wurde Hervé ein fanatischer Nationalist. Auch heute ist er Nationalist, und richtig, auf welche Weise er derartig glaubt bestimmt zu sein, jenes zu erreichen, was er als Sozialist vergeblich versucht hat: die "zwei Zentren der Zivilisation" zu versöhnen, die das Fundament der Vereinigten Staaten von Europa werden könnten.* Vom Völkerbund erwartet er nicht viel, auch nicht viel von der radikalen Abrüstung, solange die Rote Armee existiert.
Er besitzt seine eigene Zeitung "La Victoire" (La Venko) (Der Sieg). Darin bemüht er sich mit brennendem Enthusiasmus sowohl die französischen als auch die deutschen Nationalisten davon zu überzeugen: daß nur sie die Macht hätten, sein Programm zu verwirklichen. Das Echo war bis heute weder in Deutschland noch in Frankreich stark. Hitler antwortete im "Völkischen Beobachter", aber ausweichend. Desgleichen "Stahlhelm". Hugenberg und die Führer der Volkspartei haben bisher nicht reagiert." ....  Bibliografio weiter auf SEITE 3

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"(Nun, es ist eine Wahrheit, daß uns viele als verspottens-würdige Utopisten ansehen, aber wenn wir für etwas Pionierarbeit leisten, müssen wir auch genügend eigensinnig und hartnäckig sein, um ....) all diese Verhöhnungen und Lachen zu ertragen und auszuhalten. Ich denke, daß die beste Reaktion, das trefflichste Argument gegen das lächerliche Verhalten derer, die uns verspotten oder uns gegenüber gleichgültig sind, eine Manifestation unserer Macht ist: der Gesellschaft die Größe und den Einfluss unserer Sache zu zeigen.
I. Lejzerowicz"
en Pola Esperantisto no. 3/1932
Intervencionismo. (Interventionismus.) "Von A. Eber. Interventionismus ist jenes Wirtschafts-System, in welchem das freie wirtschaftliche Handeln des Einzelwesens nicht mehr wertgeschätzt wird, in welchem die erste grundlegende Bedingung, die Freiheit des Marktes nicht mehr wertgeschätzt wird und in das sich ein Staat oder Städte weiterhin durch Verwaltungs-Verordnungen in das Produktions-System einmischen.
Obwohl ein Staat oder eine Stadt den Rahmen eines individuellen Wirtschafts-Systems aufrechterhält, errichtet er monopolistische oder wettbewerbsfähige Unternehmen, welche die Formen eines kapitalistischen Systems bewahrend faktisch die öffentliche Wirtschaft der Privatwirtschaft gegenüberstellen. Leider werden die tödlichen Folgen dieses Interventionismus von den Massen gespürt. Ein Interventionismus beraubt das individuelle kapitalistische Produktions-System seiner Vorteile und entschädigt sie mit nichts.  
Pesti Naplo, Budapest"
Reflektoro (Reflektor)
Pri: (Betreffend:)
La XXIV-a Universala Kongreso de Esperanto
Paris, 30 Julio—6 Aŭgusto 1932
(Der XXIV. Weltkongress des Esperanto
Paris, 30. Juli — 6. August 1932)
Kongresa Oficejo (Kongressbüro) (Adresse für jegliche Korrespondenz): "Der XXIV. Esperanto-Weltkongress, La Maison de la Mutualité, 24, rue Saint-Victor Paris V. Nach dem letzten Bericht (Mai) meldeten sich 405 Kongressmitglieder aus 20 Ländern an."
Juristoj! (Juristen!) "Während des Kongresses in Paris werden Treffen der Internationalen Gesellschaft der Esperanto-Juristen stattfinden. Der Ort und die Zeit dieser Treffen werden zu gegebener Zeit bekannt gegeben. Bereits entschieden ist die folgende zu diskutierende Frage: "Der Jurist in den verschiedenen Kulturländern; seine rechtlichen, wirtschaftlichen und sozialen Situationen". Um alle Bekanntmachungen zu erhalten, wenden Sie sich an Herrn Anwalt Chapron, 32 rue des Champs, Le Mans (Frankreich)."
Drezen skribas en sia verko "Zamenhof" i.a.: (Drezen schreibt in seinem Werk "Zamenhof" u.a.:)
""Als talentiertes Kind und Jugendlicher war L. L. Zamenhof stark beeindruckt vom zwischen-ethnischen Kampf in seiner Geburtsstadt Bialystok und seinem Heimatland Polen. Die Sprach-Kenntnisse, welche er von seinem polyglotten Vater erbte, führten zu seiner Sehnsucht nach der Welt-Sprachen-Idee, die seiner Meinung nach diesen zwischen-ethnischen Hass lindern könnte. Zamenhof vereinte in seinem Geist zwei Ideen: 1. von einer rationalen internationalen Sprache und 2. von einem bestimmten politisch-philosophischen Prinzip-Werk um das Problem ethnischer Konflikte zu lösen.
Seine erste Idee ist ihm glänzend gelungen. Er scheiterte in der zweiten."
Ist es nicht mutig, heute zu behaupten, daß die zweite Zamenhof-Idee gescheitert sei? Wenn man bis heute nicht vorankam das Problem von einem ethnischen Schlagabtausch zu lösen, bedeutet das nicht, daß das politisch-philosophische Prinzip-Werk von Zamenhof nicht richtig und realisierbar ist.
Die heutige Frische der Zamenhof'schen Ideen, also selbst nach Jahrzehnten, beweist ihre Tauglichkeit. Daß Zamenhof ein gleichbegabter Politiker wie auch ein Sprach-Wissenschaftler war, zeigt die Einteilung seiner Ideen: die Taktik bei der Verwirklichung seines Programms.
Genial wies er auf die Wurzel der zwischen-europäischen Gefahren hin und genial schuf er selbst ein Verbrüderungs-Instrument, mit dessen Hilfe man sicher erfolgreich diese beständigen Gefahren beseitigen wird.
Esperanto bereitet gewissermaßen die Menschen vor, schafft die erforderlichen Vorbedingungen für eine harmonische Zusammenarbeit.
Die zweite Idee Zamenhofs scheiterte nicht, im Gegenteil, offenbar kam die Zeit für ihre Verwirklichung. Vielleicht wird Zamenhof bald genauso gelobt und bekämpft werden wie andere Pioniere. Niemand ist befugt, die Zamenhof-Mission zu beurteilen, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat."
La nova ebeno. (Die neue Ebene.) "Die derzeitige politische Grundlage für  Europa das nationale ist ungerecht. Wenn man nicht das Problem der Minderheiten und die Unterscheidung zwischen großen und kleinen Nationen beachtet, wird man niemals wirkliche Gleichberechtigung ermöglichen.
Nur durch Schaffung von einer neuen politischen Grundlage, von einer "europäischen Ebene" wäre es möglich, die Ungleich-Berechtigung der Nationen und das Problem der Minderheiten zu beseitigen."
Armad-industrio kaj publikaj entreprenoj. (Rüstungsindustrie und öffentliche Unternehmen.) "Unter diesem Titel hielt Alexander Fleissig, Vizepräsident und General-Direktor der Englisch-Ungarischen Bank, eine Rede in der Budapester Cobden-Gesellschaft. Vor einer ausgezeichneten Zuhörerschaft nahm Vizepräsident Fleissig über die gerade herrschenden Kriegspsychose Stellung. Theoretische Diskussionen und Resolutionen konnten den Frieden nicht sichern. Man sollte aufhören zu hoffen, durch theoretische Debatten das Ziel zu erreichen. Es wäre besser durch eine persönliche Veranlassung eine praktische Lösung des Problems anzustreben. Aufrichtige Friedens-Bemühungen behindert heutzutage noch fortwährend die Rüstungsindustrie, welche im Krieg und in Zeiten internationaler politischer Spannungen Milliarden profitiert. Diesen Staat könnte man nur abschaffen, wenn die Rüstungs-Industrie kein privates Unternehmen wäre. Die Rüstungs-Industrie sollte von den Interessen der Privatpersonen auf die des Staates übertragen werden. Die Möglichkeit einer solchen Transaktion ist keineswegs eine Utopie. Es wäre ein Tauschgeschäft. Der Staat würde die öffentlichen Unternehmen (Monopole) in die Hände der Privatwirtschaft überführen und als Ausgleich würde der Staat das Eigentum an der Rüstungsindustrie übernehmen."
Pliorientiĝo (Aziiĝo) de Eŭropo. (Mehr Orientierung (Asianisierung) Europas.)
"Otto Most untersucht im "New-York Herald" die internationale Entwicklung von Einwohnern in der Nachkriegszeit und schließt auf die zukünftige Entwicklung. Bedeutsamste Tatsache dieser Entwicklung ist die unaufhörliche Gravitation des Schwerpunkts nach Asien.
Es ist anzunehmen, daß die Bevölkerung Asiens während der Jahre 1913 bis 1930 um ein Fünftel zunahm, während die Europas nur um ein Zwanzigstel. In Europa selbst verschob sich die Gravitation des Schwerpunkts der Bevölkerungs-Entwicklung von den lateinischen Nationen hin zu den deutsch-slawischen Nationen und in den letzten Jahren setzt sich dieser Prozeß zugunsten der Slawen fort.
Bei Fortführung der derzeitigen Entwicklung wird die Bevölkerung ganz Europas nach einer Generation nur noch etwas mehr als ein Drittel aus West-, Mittel- und Nordeuropäern rekrutiert; die südlichen Latein-Abkömmlinge werden um rund 14 Prozent beteiligt sein und Tschechoslowakei, Ungarn und die Balkan-Staaten werden ihren derzeitigen Anteil an der Gesamt-Bevölkerung von 10 Prozent halten. Aber die osteuropäischen Staaten, vor allem Russland, werden ihre Quoten ebenso erhöhen wie diese West-, Mittel- und Nordeuropa verlieren werden. Darum kann man ganz richtig in absehbarer Zeit bevölkerungs-politisch über eine "Mehr-Veröstlichung von Europa" sprechen."
Laboro. (Arbeit.)
"Albert Thomas, der Direktor des Internationalen Arbeits-Büros (†),  veröffentlichte mehrere Antworten, welche Staaten an seine Rundschreiben schickten, welche die aktuellen Beschäftigungs-Möglichkeiten und die Beseitigung der Arbeitslosigkeit thematisieren.
Die deutsche Regierung schlug vor:
1) Straßenbau, 2) Fertigstellung des Stromnetzes, Verbesserung des Feldbodens und 3) Bau von Dämmen gegen Hochwasser. All diese Arbeiten würden einen Kredit von rund 100 Millionen Mark erfordern und vier bis fünf Millionen Arbeitstage bedeuten.
Österreich könnte zehn Jahre lang Arbeit für 10.000 Arbeiter im Straßenbau (Kosten 100 Millionen Schilling) und in der Kanalisierung von Flüssen beschaffen. Ein Hoch-Spannungs-Netz von Europa würde 350 Millionen Schilling kosten und für 10.000 Menschen sechs Jahre lang Arbeit bedeuten.
Auch Polen schlägt große Aufbau-Programme vor. Im Straßen- und Brückenbau würden 34.000 Menschen für fünf Jahre Arbeit finden; bei Wasser-Bauten 28.000 Menschen; bei Elektrifizierung 13.000, beim Bau kleiner Häuser 53.000 Arbeiter, bei der Eisenbahn 37.000. Polnische Pläne würden drei Milliarden Zloty erfordern.
Rumänien, Bulgarien, Türkei und Spanien haben große Aufbau-Pläne, wenn man sie durch internationale Kredite ermöglicht.
Belgien legte diesbezüglich noch keine Zahlen vor, aber es schlug den Bau von Auto-Fernstraßen nach Paris und Amsterdam vor; Elektrifizierung der Eisenbahnen, Bau eines europäischen Elektrizitäts-Netzes und schließlich den Rhein-Antwerpen-Kanal."
Du-trionoj de la homaro analfabetoj. (Zwei Drittel der Menschheit Analphabeten.) "Laut einer neuen amerikanischen Statistik, vermögen 62 Prozent der über zehnjährigen Menschen nicht zu lesen und zu schreiben. In 18 Ländern beträgt die Zahl der Analphabeten mehr als 50 Prozent, ihre Einwohnerschaft erreicht die Zahl von 618 Millionen. In den 45 Staaten, in denen die Zahl der Analphabeten weniger als 50 Prozent ausmacht, leben 1468 Millionen. Unter den 1364 Millionen Menschen, die älter als 10 Jahre sind, kennen mehr als 850 Millionen das Alphabet nicht."
Ŝtat-ŝuldoj. (Staats-Schulden.) "Die amerikanische Statistik beinhaltete Ende Dezember 1931 Staats-Schulden (in Millionen Dollar): Argentinien 1155, Australien 2637,57, ...., Tschechoslowakei 1.072, Ungarn 254.789 und die USA 15.921."
Washington. "Mills, der amerikanische Staatssekretär für Finanzen, erklärte, daß die USA die Kriegsschulden nicht erlassen oder reduzieren könnten und erwartet durchaus, daß die europäischen Staaten ihre Verpflichtungen nach dem Ende des Hoover-Moratoriums erfüllen werden. Die USA rechnen demnach im Juli mit der Summe von 260 Millionen Dollar."
Masaryk. Der Präsident der Tschechoslowakischen Republik, Sir Wrench ein Interview gebend, sagte unter anderem:
"Vor allem muß eine Übereinkunft zwischen den fünf oder sechs Donaustaaten entstehen, damit wir beginnen, uns wirtschaftlich zu stärken. Aufrichtigerweise gesagt fürchteten wir die deutsche Konkurrenz und die Bedeutung von Deutschland, wenn es auch zur Donau gehören würde.
Ebenso wären wir gegen die Einmischung anderer Großmächte in unsere Union. Dieser mittel-europäische Block würde nicht gegen Deutschland aufgestellt werden; hingegen glauben wir, daß ihr Erfolg auch Wohlstand für Deutschland bedeuten würde."
[De kiu flanko oni komemcu solvi la eŭropan problemom?
(Von welcher Seite sollte man mit der Lösung des europäischen Problems beginnen?
)
"Von der wirtschaftlichen Seite? (Versuch: Europäische Zoll-Union)
Von Seiten der Politik? (Siehe: Europäisches Komitee des Völkerbundes)
Von Seiten des Militärs? (Tardieu-Vorschlag der Internationalen Armee)
Nach unserer Überzeugung kann der natürliche Ausgangspunkt der Lösung des europäischen Problems nur ein geistiger sein, der sich in Form von Sprache präsentiert."]
Bibliografio (Bibliographie) Fortsetzung von Seite 2 (Gustav Hervé: Interfratiĝo aŭ milito?)
"Trotz allem blieb Hervé ein Optimist, der an den endgültigen Sieg glaubt."
Jean Guénenno: La paix se paie (Paco signifas profiton) (Frieden bedeutet Profit), "Europa", Paris 1930-96.
"Eine der größten Gefahren unserer Zeit besteht darin, daß jeder glaubt, ein Pazifist zu sein, obwohl er es in Wirklichkeit nicht ist. Der Pazifismus wird wertloses Gerede bleiben, solange er nur unter wohlwollenden, aber schwachen Gemütern Anhänger findet.
Der wahre Pazifismus beginnt bei Erforschung des Bewußtseins. Es wird kein "Europa" geben, bis Franzosen, Engländer u. a. das Elend in Berlin oder Moskau nicht als eigenes empfinden werden und umgekehrt. Nur solche Gefühle werden Europa erschaffen. Jener ist noch kein guter Europäer, welchen der Wohlstand seines eigenen Landes zufriedenstellt."
La nova kapitalismo (Der neue Kapitalismus)
Ein kleiner Artikel aus dem Werk von E. A. Filene: "Reichtum für alle":
"Während der Herrschaft des alten Kapitalismus galt Reichtum als etwas, den man gewann, indem man ihn jemand anderem nahm. Nur wenige besaßen großen Reichtum. Jeder Kapitalist, jeder Geschäftsmann wünschte diesen Reichtum zu erringen. Die Reichen waren für ihn die wichtigen Käufer, Kunden. Aber am Ende wurde offensichtlich, daß man größere Gewinne erzielen kann, wenn an eine größere Gruppe von Menschen mehr Waren verkaufbar sind.
Der neue Kapitalismus trachtet nach dem gleichen Profit wie der alte, aber er sucht die Profite mit völlig entgegengesetzten Methoden. Um selbst zu gedeihen, erfordert es, daß es der große Verbraucher-Öffentlichkeit allgemein gut geht. Es braucht den Wohlstand der Verbraucher.
Damit die neue Wirtschaft gut funktioniert, reichen niedrige Preise und hohe Löhne nicht aus. Es ist notwendig, daß der Verbraucher auch mehr Bedürfnisse zu haben hat.
Nur durch die moderne wissenschaftliche Massen-Produktion ist klar geworden, daß die Wirtschaft niemanden von ihren Vorteilen ausschließen kann, wenn sie Käufer haben will, die sich die Überschuß-Produktion auch wirklich leisten können."
Laŭdinda (Lobenswert) "und zu beglückwünschen ist die Unternehmung der Spanischen Esperanto-Zeitschrift (Hispana Esperanto-Gazeto), welche mit seiner Januarausgabe von 1932 begann, ein Architektur-Fach-Wortschatz von Herrn Francisco Azorin herauszugeben. Die Fach-Terminologie mit vielen erklärenden Zeichnungen und Bildern erscheinen auf 16 Seiten, eine Beilage zur Spanischen Esperanto-Zeitschrift, welche man nach der endgültigen Veröffentlichung zu einem Buchband binden kann.
Wir schätzen es wert eine solche Fach-Publikation zu sehen und wir sind der Ansicht, daß sie das Interesse der Fachwelt, nicht nur der Esperantisten, weckt."
Glosoj (Glossen)
"Ein Unternehmen, das ständig mit einem Defizit arbeitet, wird vergeblich mit Krediten versorgt.
(Zum Donau-Problem.)
Nur der Druck von unten wird die europäischen Staatsmänner zu einer konstruktiven Zusammenarbeit bewegen.
Der Terror wird in der UdSSR so lange andauern, bis die neue herrschende Klasse, das ehemalige Proletariat, materiell und mental stark und mächtig genug ist, um den Staat ohne Terror zu führen, das heißt bis sie keine seitwärtige Entmachtung mehr fürchten müssen.*
Der Kapitalismus führt von Zeit zu Zeit zu Krisen. Bedeutet Staats-Kapitalismus nicht eine beständige Krise?
Die Zollgrenzen, in erster Reihe in den "Köpfen" der Europäer sind abzubauen.
Ob es für Europäer nicht möglich ist, über 500 Millionen Menschen zu herrschen, wenn dies den Chinesen mehrere Jahrhunderte lang gelang."
Grava diferenco. (Beträchtlicher Unterschied.) "In Privatunternehmen werden die Leiter nicht allzu oft gewechselt; Jahrzehnte, oft über eine ganze Generation hinweg, ist die Richtung einheitlich, weil der verantwortliche Chef während dieser Zeit derselbe ist.
In dem Staat, als Unternehmen betrachtet, kann die Führung nicht so fest und einig sein, weil die Anführer aufgrund der regelmäßigen Wahlen ständig wechseln. Dieser häufige Richtungs-Wechsel von Staaten beeinflusst zudem die Entwicklung ungut, um so mehr, weil für die Führung keine strikte Verantwortung besteht."
La tro-loĝata Eŭropo bezonas prosperon. (Das überbevölkerte Europa braucht Wohlstand.) "Um einer dichtgedrängten Einwohnerschaft in Europa Lebens-Möglichkeiten zu bieten, ist es notwendig, allgemeinen Wohlstand zu schaffen. Je niedriger der Lebensstandard wird, desto mehr werden arbeitslos. Bei einer vernünftigen Politik und wirtschaftlichen Organisation ganz Europas würden die Europäer nicht nur den Lebens-Standard beispielsweise der US-Amerikaner erreichen, sondern ihn nach den vorliegenden Fakten möglicherweise sogar übertreffen."
Laboro sporta. (Sportliche Arbeit.) "Es wäre vorstellbar, daß es im Neuen Europa die heute noch beschwerliche, mühselige Arbeit nicht mehr geben wird. In Folge der technischen Entwicklung kann selbst die heutige schwere Arbeit zur sportlichen Arbeit werden, wie man dies beispielsweise bei Feldarbeiten in Kulturstaaten bereits heute beobachten können.
Ob durch einen Kommunismus die Entwicklung stehenbleiben wird? Ob nicht neue Führungs-Ideen entstehen und vorwärtskommen können?"

....
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Reflektoro (Reflektor) Masaryk. weiter von Seite 3 ("....Ob durch einen Kommunismus die Entwicklung stehenbleiben wird? Ob nicht neue Führungs-Ideen entstehen und vorwärtskommen können?")
"Wir benötigen ein "Europäisches Verbund-System", als alleinige Grundlage für einen europäischen Frieden.
Ich bin überzeugt, daß die Ursache der momentanen Aufgeregtheit die Angst von 40 Millionen Franzosen um 80 Millionen Deutscher willen ist.
Ich glaube und hoffe, daß Kulturnationen wie Franzosen, Deutsche, Engländer und Italiener bald davon überzeugt sein werden, wie widersinnig es ist, gegeneinander zu kämpfen, anstatt zusammenzuarbeiten."
Economist: (Wirtschafter:) "Ein balkanisiertes Europa kann in einer amerikanisierten Welt nicht existieren. Der Druck der überseeischen Staaten wird die europäischen Staaten zur Annäherung zwingen."
Bronislaw Huberman: "Paneuropa zu realisieren mittels heutiger politischer und wirtschaftlicher Faktoren wäre dasselbe, als wenn man von Post-Ausfahrern Genehmigungen für das Erbauen von Eisenbahnen beantragt hätte. Daß der Führer der Paneuropa-Bewegung den Versuch mit den heutigen 'Post-Ausfahrern' gemacht hatte war für mich persönlich schon von Beginn an chancenlos.
Mit diesen meinen Zweifeln an der Tauglichkeit des Coudenhove-Kalergi-igen 'modus procedendi' (Vorgehensweise) beabsichtige ich zum Ausdruck zu bringen: Coudenhove selbst hat seine Reformen zu niedrig eingeschätzt, wähnend sie mit Hilfe der derzeitigen Regierungen zu verwirklichen. Paneuropa strebt in seinen letzten Konsequenzen eine neue Ära in der Geschichte der europäischen Völker an, und es wäre ahistorisch anzunehmen, daß bei der Errichtung eines neuen Regimes 'L'ancien regime'* helfen könnte.
Ich glaube, bei fairer Überlegung hat man nicht das Recht, die Regierungen wegen ihrer schlecht verborgenen Opposition gegen Paneuropa zu verunglimpfen. Ich habe den Mut zu behaupten, daß ein loyales Handeln der Regierungen für Paneuropa mit ihrem Eid und ihren Pflichten als Diener und Beschützer der heutigen Ordnung nicht in Übereinstimmung zu bringen wäre – eher Unordnung."  Aus einer Rede in Wien.
Kapitalismo kaj socialismo. (Kapitalismus und Sozialismus.) "Wie steht es um die Lebens-Fähigkeit des Sozialismus? Sollten wir vielleicht Stalin oder Macdonald fragen, die beiden Gekreuzigten links und rechts von Karl Marx? Die erste beseitigte praktisch die Arbeiterklasse und ersetzte sie durch Zwangsarbeiter: und die zweite lernte die Arbeiterklasse hauptsächlich in Form einer Arbeitslosen-Klasse kennen. Tatsache bleibt, daß Stalin vor dem Kongreß ein Eingeständnis (über ein anwendbares kapitalistisches System) ablegen musste und Macdonald in seiner Verlegenheit und Angst in den Kreis seiner Feinde lief.
Der Sozialismus leidet schwer unter dem Schicksals-Schlag, die Macht erlangt zu haben."
Henri de Jouvenel in einem Zeitungs-Artikel
Grava decido en Brno (Brünn) Bedeutsame Entscheidung in Brno (Brünn) "Erfolge Hitlers bei den Wahlen 1930 führten zu einer Stagnation der europäischen Kooperations-Bestrebungen (Briand: Europäisches Komitee). Zwischenzeitlich wurden die politischen, wirtschaftlichen, Währungs- und Finanz-Verhältnisse in einigen Staaten (insbesondere im Donau-Gebiet) anarchisch. Nicht nötig zu erwähnen die Handels-, Verkehrs- und Währungs-Hindernisse, welche derzeit selbst die übrige Wirtschaftstätigkeit abwürgen.
Diese verzweifelte Lage zwang einige Staatsmänner aus den Donau-Staaten zu konferieren. Erstmals traf man sich in Budapest und nachher in Brünn (Tschechoslowakei).
Ein Beschluß der Brünner Delegation beeinflusste die europäische Politik stark. Die Resolution lautet unter anderem folgendermaßen:
Die Donau-Staaten müssen die Tatsache der immer größer werdenden wirtschaftlichen Anarchie bestätigen, weshalb sie erklären, nicht länger zu warten, bis sich Frankreich und Deutschland versöhnen und beschließen, daß sie selbständig nach Wegen der Selbst-Hilfe zu suchen.
Diese Entscheidung, die in zurückhaltender Form in der Zeitungs-Landschaft erschien, hatte wundersame Folgen. Es dauerte nicht lange, und die Donau-Politik wurde aktuell."
5 B-politiko. (5 B-Politik.) "Budapester behandeln alle aktuellen Ereignisse humoristisch. Auch ein hier folgender Dialog beweist dies.
– Wissen Sie schon, was Hantos (Pionier des Donau-Bundes) anstrebt?
– Irgendetwas hörte ich bereits, aber...
– Er macht eine 5-B-Politik.
– Nun, was bedeutet 5 B?
– Er bemüht sich, eine Politik der wirtschaftlichen Zusammenarbeit der Donaustaaten zu beleben, deren Hauptstädte sind: B(udapest), B(ukarest), B(elgrad), B(écs) und – Brága).
(Bécs ist der ungarische Name für Wien; Praha auf Ungarisch Braga.)"
Spegulo de la eŭropa problemo (Spiegel des europäischen Problems) 
Bsp.:
"Block der Donaustaaten
Wie sich dies die Großmächte vorstellen!"
Curentul, Bukarest
Jen laboro por jardekoj: (Hier ist Arbeit für Jahrzehnte:)
ilustraĵo / Abbildung:
"Plan der europäischen Automobil-Linien, gebaut, eifrig studiert oder projektiert."
L’Ilustration, Paris
Mez-Eŭropo kiel Komerc-politika Unueco (Mitteleuropa als handels-politische Einheit)
"Handels-Bilanzen in Millionen Dollar:  
Aus: Neue Freie Presse, Wien
Österreich | Tschechoslowakei | Ungarn | Polen | Jugoslawien | Rumänien | Deutschland | Italien | Mittel-Europa insgesamt | Alle anderen Staaten | %-Anteil von Mitteleuropa | %-Anteil von Deutschland
Importiert aus
Österreich | Tschechoslowakei | Ungarn | Polen | Jugoslawien | Rumänien
Exportiert nach
Österreich | Tschechoslowakei | Ungarn | Polen | Jugoslawien | Rumänien"
La Eŭropano (Der Europäer)
Mosaik
(So sind sie)
El Austrio. (Aus Österreich.) "Das kleine Dorf Sulz-Stangau (in Nieder-Österreich) traf eine strenge Anordnung, der eine Ausgaben-Reduzierung anordnete. Danach sollte der alte Postbote des Dorfes – natürlich gegen seinen Willen – in den Ruhestand versetzt und stattdessen als Bediensteter mit geringerem Gehalt angestellt werden.
Unter den Konkurrenten für die neue Bediensteten-Stelle befindet sich auch die Frau des alten Postboten. Die Wahl trifft sie. – Aber das Postboten-Ehepaar findet es richtiger und viel praktischer, wenn die Frau sich weiterhin um den Haushalt und den bereits pensionierten Ehemann kümmert, statt ihrer so wie schon seit vierzig Jahren weiterhin den Postboten-Dienst besorgen zu lassen.*
Die Einspar-Anordnung hatte jedoch die folgenden Konsequenzen:
1. Die Sulz-Stangau-er haben auch ihren alten Postboten weiter.
2. Das Einkommen der Postboten-Familie stieg etwas, weil die Rente des Mannes und der Postdienst-Lohn der Frau zusammen etwas mehr sind als es zuvor das Postboten-Gehalt war.
3. Die Ausgaben des Staates sind natürlich auch etwas gestiegen.
Dennoch, über diese Angelegenheit wird in Österreich als Einsparung diskutiert."
Aus "Simplicissimus"
La ĉeho kaj slovako. (Der Tscheche und Slowake.) "Die illustrierte Zeitschrift "Pestry Tyden" versuchte die Unterschiede zwischen einem Tschechen und einem Slowaken durch folgenden Vergleich zu charakterisieren:
Der Slowake geht in ein Gasthaus, er hat keinen roten Heller in der Tasche, er isst gut, trinkt guten Wein, erfreut sich, tanzt gern, zeigt sich laut, bleibt im Wirtshaus bis zum Einbruch der Dämmerung, vollbringt einen 100 Kronen Preis, natürlich auf Schulden. Den nächsten Tag schläft er gut und ist für eine ganze Woche fröhlich, erfrischt, voller guten Willen, und selbst wenn er die ganze Woche trockenes Brot kaut, spart er trotzdem noch die 100 Kronen.
Der Tscheche geht in ein Wirtshaus, hat einen 100-Kronen-Schein in der Tasche, isst schlecht, trinkt keinen Wein, sondern nur vom Trinkwasser-Sprudler*, er sitzt traurig in einer Ecke, ist allein, ist stumm, tanzt nicht, versteht es ja doch nicht, weil er es nicht gelernt hat, bleibt im Wirtshaus bis zehn Uhr, geht nach Hause um sich satt zu schlafen, wie es sich für einen ordentlichen Menschen geziemt. Sein Verbrauch beträgt zehn Kronen, die er bezahlt, sogar dreißig Heller Trinkgeld dazu und ist am nächsten Tag melancholisch, macht sich Vorwürfe, weil er zehn Kronen ausgab, und ist noch über die ganze Woche traurig und übelgelaunt."
La regalemo de hungaro. (Die Gastfreundschaft eines Ungarn.) "Alexander Börzsök, der Bürgermeister von Derecske (einer Gemeinde in der Nähe von Debreczen in Ungarn), heiratete kürzlich Ĵuĵi (ungarischer Kosename von Susano), die Tochter des wohlhabenden Dorfbewohners Andreo Porkolab. Ein ungarischer Brauch ist, beim Ereignis einer Hochzeits-Feier eine möglichst große Anzahl von Teilnehmern zu bewirten. Bei dieser Gelegenheit war die Zahl der hochzeitsfeiernden Gäste ziemlich groß: an der Hochzeits-Feier nahmen 1.000 Gäste teil, und man tischte dort einen Ochsen auf, zwei Schweine, zweihundert Hasen, fünfhundert Hof-Geflügel und man trank dreitausend Liter des guten ungarischen Weins."
Übersetzung J. Gs.
Gazetara servo. (Pressedienst.)
"Ich suche Mitarbeiter aus nicht-deutschen Ländern für Berichterstattung und Unterrichtung von Zeitungen.
F. W. Mischke, Herausgeber, Radeberg, Sa., (dt.)
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2022092820221027SE
Dialect/GoogleTranslate hat sich als gute Hilfe beim Übersetzen herausgestellt (ab Ausgabe 8)
UŜE-EĤO 1932 -09- (Julio) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek 



UŜE-EĤO 1933 -10- (Marto)
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Eŭropanismo (Europanismus (Europäer-ismus))
"Unter den verschiedenen Welt-Anschauungen, die derzeit in Europa herrschen, scheint keine dafür zu taugen, die sich immer mehr verschärfenden wirtschaftlichen, politischen und sozialen Hindernisse zu überbrücken.
Die national-chauvinistische, wie auch die marxistische Denkweise – damit man nur die beiden wichtigsten erwähnen muß – werden nicht ermöglichen, Wirtschaft und Politik zu befrieden.
Die national-chauvinistische Denkweise ist vor allem aus drei Gründen zum Anachronismus geworden:
Erstens wegen der entwickelten Technik. Dank moderner Technik und Verkehr ist es möglich geworden, den Rahmen von den Staaten und Staats-Verbänden ständig auszudehnen und auf diese Weise die Lebens-Möglichkeiten zu erleichtern, den Lebens-Standard zu heben und den Krieg seltener zu machen. In Europa hemmte die national-chauvinistische Denkweise diese Entwicklung. Diese Welt-Anschauung führte zu einer wirtschafts-politischen Struktur, die wegen der bereits bestehenden Großmacht-Staaten und Staatsverbände nicht lebensfähig ist, welche in der Folge eines gigantisches Wirtschafts-Gebietes, alle Vergünstigungen der modernen Massen-Produktion und anderer Technik hundertprozentig aufbrauchen können.
Der zweite Grund: Übertriebener intoleranter Nationalismus als Grundlage einer staatsbildenden Politik ermöglicht nicht, erlaubt nicht, die Einteilung der europäischen Nationen in große und kleine Staaten aufzuheben. Diese politische Einordnung der Europäer macht eine tatsächliche Gleichberechtigung nicht möglich und führt zu einer ständigen Unzufriedenheit und Spannung.
Der dritte, natürlichere Grund für den Anachronismus einer national-chauvinistischen Weltanschauung ist die Tatsache, daß man in einem beträchtlichen Teil Europas vergeblich nach nicht vermischten Nationen sucht. In Mittel-Europa, aber insbesondere in Südost-Europa, sind in den letzten Jahrhunderten die Nationen so gemischt geworden, daß es oft nicht möglich ist, die richtige Nationalität festzustellen. Lächerlich sind die Bemühungen, die verschieden-nationalen Einwohner der selben Nationalität zuzuordnen. Diese Bemühungen ergeben möglicherweise gleich-nationale Familien-Namen im Land, aber biologisch bleibt die vielfältige und gemischte Nationalität bestehen. Oft mutet es sich als Bedürfnis an, für die vielen gemischten Nationalitäten eine neue gemeinsame nationale oder ethnische* Bezeichnung zu finden und anzuwenden. Welche andere Bezeichnung könnte man für diese gemischten Nationen akzeptieren, wenn nicht die der "Europäer"?
Der Marxismus scheint seine historische Hauptrolle zu Ende gespielt zu haben. Es gelang ihm, die Verwirklichung französischer freiheitlicher Ideen fortzusetzen und den Feudalismus zu beseitigen. Es wird ihm nicht gelingen, das gegenwärtige sowjetische Wirtschafts-System zu erhalten und es in andere Länder zu transplantieren.
Marxismus als klassen-kämpferische Denkweise kann niemals eine Grundlage für eine Staatsgründung aufbringen. Zugehörigkeit zu irgend einer sozialen Klasse ist etwas mit Veränderung-Möglichkeit.* Selbst in der Sowjetunion ist es möglich, einige Jahre lang eine ganze Reihe von Gesellschaftsschichten zu durchlaufen, die man vergeblich beabsichtigte zu beseitigen. Für die Gründung eines Staates braucht man festere Eigenschaften als die Klassen-Zugehörigkeit. Wenn man nicht auf die Dauer durch Terror regieren will, ist es erforderlich, nach einer allgemeineren, geeigneteren Grundlage zu suchen.
Eine solche feste und brauchbare Grundlage bietet der
Eŭropanismo (Europanismus (Europäer-ismus))
Der Europanismus ist ein toleranter Nationalismus im europäischen Sinne mit einem europäischem Horizont.
Die derzeit vorherrschenden Denkweisen werden den Europanismus überflügeln müssen, als natürliche Evolutions-Stufe auf dem alten Kontinent.*
Die Europäer werden sich auf der neuen Ebene des Europanismus wiederfinden müssen, auf der sie die historische Rolle der weißen Rasse erfolgreich weiterführen können.
Was bietet der Europanismus? Der Europanismus gibt allen europäischen Staaten Sicherheit:
Er ermöglicht die faktische Gleichberechtigung zu allen Nationen.
Europanismus ermöglicht wirtschaftliche Zusammenarbeit.
Er schafft Beschäftigungs-Möglichkeiten, also Ordnung und Wohlstand.
Kiamaniere ekviviĝu l' eŭropanismo? (Auf welche Weise läßt sich der Europanismus beleben?)
Damit sich der Europanismus in irgendeiner Weise ausdrücken kann, ist es nötig dafür ein sichtbares und hörbares kennzeichnendes Zeichen, ein Symbol, zu finden.
So wie sich Nationalismus durch die Nationalsprachen ausdrückt, so sollte auch Europanismus mit der "europäischen" Sprache verbunden werden.
Kurz gesagt: Der Europanismus, der sich mittels der europäischen Sprache ausdrückt, hat die Aufgabe, Europa zu versöhnen."
2022: 2022: Putin (folgt teilweise Hitlers Pfad und) spricht von einer neuen Realität, Bundeskanzler Scholz von Zeitenwende. Auch am Jahr 1933 könnte man eine Zeitenwende oder Zäsur erkennen. Ganz sicher für Deutschland, wohl auch für Europa. Dabei ist zu bedenken, daß Josef Zauner kein deutscher Staatsangehöriger war, er gehörte der deutschen Minderheit in Rumänien an. Doch auch in diesem Staat gab es zu dieser Zeit politische Spannungen. Diesen Hintergrund sollten wir bei der Betrachtung und Bewältigung nie vergessen. Die Ausgabe Nummer 10 stellt vielleicht einen Übergang dar.
Aussagen zum Europanismus (Eŭropanismo) sind heute sicher schwer verdaulich. Der Begriff "toleranter Nationalismus" würde allgemein auch "im europäischen Sinne" als Nationalismus verstanden werden. Daß ein gesamteuropäisches Staatsgebilde auch Komponenten eines ehemaliges nationalstaatlichen Systems in sich tragen würde, wie Parlament und Ministerien, ist eine ganz andere Frage. Klar ist auch, daß die Europäer endlich auch zu bewußten Europäern werden müssen. Doch auch dafür braucht es keinen Nationalismus. Daß man aus der Geschichte heraus ganz natürlich Vergleiche zur Entwicklung der Nationalstaaten zieht, ist nur naheliegend. Doch schnell wird einem zu einigenden Europa von Gegnern Nationalismus unterstellt oder ein "Europzentrismus" beschworen.
Die Europäer haben auch keine "historische Rolle der weißen Rasse" weiterzuführen. Koloniale Zeiten sollten weltweit vorbei sein, Menschenrechte haben zu gelten. Aber natürlich hat Europa nicht zufällig eine bedeutsame Geschichte, es gab und gibt hier Fortschritt, die günstigen Umweltbedingungen halfen dabei. Zuerst bedeutet dies eine Verpflichtung, Europa in einen friedlichen Ort zu wandeln und eine Vorbildwirkung zu haben. Dazu brauchen wir allerdings das geeinte Europa mit seinen Bürgern. Wir haben in der Realität der Europäischen Union noch nicht einmal die Phase eines "toleranten Nationalismus im europäischen Sinne mit einem europäischem Horizont" erreicht. Noch stehen Nationen nebeneinander, die sich nur dort, wo es absolut nicht mehr alleine geht, miteinander verabreden. Noch bleiben die Bürger im engen Nationalen stecken. Manche sind auch so an die Freiheit gewöhnt, daß sie empfinden, es wäre überall so. Aber Freiheit muß erkämpft werden, Gesetze müssen sie gewährleisten und Gesetze werden in Territorien angewendet. So ein Territorium soll Europa sein. [se] 

La unua kurso de la eŭropa lingvo (Der erste Kurs der Europäischen Sprache)
"Nach langen Vorbereitungs-Arbeiten ist es uns gelungen, mit der Umsetzung des Winter-Programms der UŜE-Freunde zu beginnen, als wir in Temeswar den ersten Kurs der Europäischen Sprache eröffneten.
Die UŜE-Freunde versammelten sich und beschlossen, die Werbe-Verbreitung des neuen Klubs mit gänzlich neuen Methoden zu organisieren. Es propagiert die Sprache durch moderne Wahrnehmung und lehrt die Sprache durch die moderne Cseh-Methode.
Die Vor-Bewerbung des ersten Kurses begann bereits zu Beginn des letzt-jährigen Dezembers mit einem interessanten dreisprachigen Plakat über die "Europäische Sprache" und mit interessanten, größeren Plakaten, eigens gemalt, welche das Publikum ansprachen:
Ĉu vi volas marŝi kun la progreso? Se jes, lernu eŭrope.
(Möchtest du mit dem Fortschritt marschieren? Wenn ja, lerne europäisch.)
Gleichzeitig begannen alle lokalen Zeitungen: die rumänischen, deutschen und ungarischen, den Kurs mit aufeinander folgenden, vielfältigen Ansprache-Texten anzukündigen. Die ungarischen Zeitungen veröffentlichten sogar einzelne, größere Artikel, teilweise völlig selbst angeregt. Die Propaganda-Form führte zu einem sogar gültigen, geistig hochstehenden Vorstudien-Artikel in der Zeitung Temesvári Hirlap. (Die Übersetzung des Artikels findet der Leser anderswo.)
La provleciono. (Die Probelektion.)
Unter günstigen Vorzeichen erreichte uns also der Tag der Probelektion. Sie fand am 26. Dezember 1932 vormittags im großen Saal der Industrie-Unternehmens-Verbands statt.
Vor der Probelektion hielt Herr Dr. Ladislao Löcsey, Hauptbuchhalter der hiesigen staatlichen Tabakfabrik, im Namen der Veranstalter eine Eröffnungsrede in den drei National-Sprachen. Die geisthaltige Rede auf hohem Niveau löste großen Applaus im Publikum aus.
Rund 90 Personen waren anwesend, welche lebhaft an der Cseh-Methoden-Konversation teilnahmen. Am folgenden Tag kommentierten die Zeitungen die erfolgreiche Probelektion aufgeweckt und stellten fest, daß die Teilnehmer in dieser Stunde der direkten Konversations-Methode sicherlich größere Fortschritte in der europäischen Sprache gemacht hätten, als sie die gleichen Fortschritte in irgendeiner nationalen Sprache in der gleichen Zeit-Dauer hätten machen können.
Bis zur Eröffnung des Kurses, das heißt: ​​bis zum 5. Januar 1933 ergab sich genügend Zeit für die Verstärkung der Werbung. Die Zeitungen halfen tatkräftig mit und der Erfolg blieb nicht aus.
ilustraĵo / Abbildung:

"Partoprenantoj de la unua kurso ...."
"Teilnehmer des ersten Kurses der Europäischen Sprache, geleitet von Herrn Julio Csapó (Mitte)."
La malfermo de la unua kurso. (Die Eröffnung des ersten Kurses.)
Am 5. Januar 1933, abends um 8 Uhr, wurde der Kurs in dem bequemen, schönen und eleganten Kursraum des Unternehmens-Verbands eröffnet. Der Raum war voll durch die Interessierten und eine lebhafte Aufmerksamkeit schwebte zwischen ihnen. Unser Kursleiter, Herr Julio Csapó, dolmetschte sein Gesagtes in den ersten Stunden auch in die drei Landessprachen, aber später in den folgenden Stunden natürlich nur noch ausschließlich europäisch. Die Teilnehmerzahl wuchs auf 50 Personen an. Unter der Schülerschaft befindet sich auch der Chefredakteur und Zeitungsbesitzer Eugeno Hajdu, der ein warmherziger Europäer wurde und durch Artikel in seinen eigenen Zeitungen aktiv für unseren ersten Studiengang und die europäische Sprache wirbt. Er besitzt Tageszeitungen, in denen er schon mehrfach einen eigenen Artikel über den Kurs schrieb. Er hat auch eine wöchentliche Radiozeitung, in der er hauptsächlich Artikel über das Radio, den Pfadfinder-Weltkongreß und die europäische Sprache schrieb.
Bis jetzt, bis zum Schreiben dieser Zeilen vergingen bereits mehrere Kursstunden und die herzliche Atmosphäre zwischen der Schülerschaft und dem Kursleiter wird immer lebendiger. Dank der Methode mangelt es nicht an interessanten, ein Lachen erzeugenden gutlaunigen Episoden und Redewendungen während des Gesprächs und demgemäß vergrößert sich das Interesse der Teilnehmer fast von Stunde zu Stunde. Die Fragebögen und die Konversations-Literatur treffen voll das Ziel. Unser Kursleiter wendet auch eine Neuerung in den Kursstunden an: Fast stündlich führt er am Ende der Kursstunde einen kleinen Vortrag zu interessanten und nützlichen Themen aus der Bewegung in der Landessprache durch. Bisher hat er bereits über den Autor und die Geschichte der Sprache gesprochen, über die Pioniere, die gegenwärtigen Organisationen, über die Methode, das Institut und die Lehrer von Cseh, und andere wichtige Themen werden folgen. Der Zweck der kleinen Vorträge ist es, die Anwendbarkeit und Praktikabilität unserer Sprache zu beweisen; zu zeigen, daß man damit schon eine Karriere erarbeitet hat, und daß es einigen schon eine solide – in begrenztem Sinne – gewisse Zukunft gegeben hat. Tatsachen zeigen also, daß die Sprache schon heute ihren Anhängern belebende Perspektiven geben und vollbringen kann. Sie ist schon heute ein Weltfaktor; eine kulturelle, zivilisatorische Tatsache. Die Aussichten von und durch sie sind also bereits vielversprechend. – Diese untereinander gesprochenen kleinen Vorträge haben bisher großes Interesse geweckt.
Die neue Werbe-Methode erweist sich auch als angemessen und wirksam. Die Schüler verwenden selbstbewußt und elegant den Ausdruck "europäisch". Wir bewerben die Sprache nicht als künstlich gemachte, sondern als natürliche, weil ihre Elemente – wie erwiesen – den indogermanischen Sprachen entnommen sind. Die europäische Sprache ist also eine lebendige, natürliche Sprache, deren Brauchbarkeit umso natürlicher und selbsterklärender ist. Dies erhärtet gewissermaßen die Bemerkung eines Teilnehmers, von Herrn Dr. Markus, der erklärte, daß er bis jetzt (nach der 12. Kurs-Stunde) auf kein Wort traf, dessen Herkunft er nicht hätte feststellen können. Er kannte fast alle Wörter und verstand sie."

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La eŭropa lingvo (Die europäische Sprache)
– Julio Bach –
"Während der Werbe-Arbeiten des ersten Kurses der Europäischen Sprache erschien der unten folgende Artikel in Temesvári Hirlap, der größten ungarisch-sprachigen Tageszeitung des Banats. Der Schriftsteller Julio Bach ist ihr redaktioneller Mitarbeiter, der als guter Europäer bekannt ist.
Sehr bald wird ein Kurs der Europäischen Sprache beginnen. Jeder weiß, daß man unter dem Namen "Europäische Sprache" die Sprache Esperanto verstehen muß, welche der Arzt Zamenhof mit jenem Ziel schuf, daß sie die Kommunikation zwischen den Menschen erleichtern soll.
Diese europäische Sprache, beziehungsweise dieser Versuch, welcher die durch sprachliche Unterschiede entstandenen Schwierigkeiten zwischen den Menschen beseitigen will, zeigt die traurige Tatsache, wie viele Umstände und Gegensätze die Menschen trennen. Nationalität, Religion, Beruf, Zugehörigkeit zu einer sozialen Klasse, Weltanschauung, Besitz-Unterschiede, Rivalitäten zwischen Städten. Keine zwei Menschen existieren in einer Familie, deren Meinungen zu derselben Sache gleich wären, welche gleich fühlen und denken würden. Von der Gemeinsamkeit zwischen Menschen zu sprechen, ist eine Utopie nicht nur im europäischen, sondern auch im enger beschränkten nationalen Sinn. Wir haben uns unterschieden, wir haben uns auf erschreckende Weise so voneinander getrennt, daß selbst diejenigen, welche sich selbst als Gefährten der gleichen Weltanschauung, als Gefährten innerhalb derselben Fraktion oder Gesellschaft bezeichnen, zu so einem tötungsgeneigten bekämpfen wegen unbedeutender und unwichtiger Verschiedenheiten von Meinungen fähig sind.
Viel hatte ich schon darüber nachgedacht, ob sich zwei Menschen wirklich und tatsächlich verstehen können? Die Bedeutung der Worte, Gedanken, Gesten variiert je nachdem, wer sie ausdrückt und wessen Macht sie formt. Was ich für eine einfache Höflichkeit hielt, kann die Person, an die ich jene richtete, als verbindliches Versprechen betrachten; und oft wird der unschuldigste Witz in den Augen anderer vielleicht als die tragischste Kränkung angesehen. Es ist ganz sicher, daß der Italiener unter dem Begriff "Liebe" etwas ganz anderes versteht als der Franzose oder der Engländer; die Auffassung des Ungarn über die Ehrenhaftigkeit und Freundschaft wird vom kühlen, apathischen und stoischen Westen als übertrieben angesehen. Das Kriterium der Ausschweifung ist in Österreich anders als bei den Serben, das Schönheits-Ideal ist bei den Spaniern anders als bei den ruhigblütigen Dänen oder Schweden. Wenn der Deutsche das Wort "Musik" ausspricht, läßt es ganz andere Akkorde in seiner Seele ertönen als in jener der Söhne der Provence oder Portugals.
Nein, zwei Menschen werden sich niemals wirklich verstehen können. Auch nicht dann, wenn die alles brennende Glut der Liebe die verbietenden Warnungen der zwischen ihnen hochstehenden Gegensätze vernichtet. Irgendwann lebte der Mensch tatsächlich in einer Gemeinschaft, kannte kein Privat-Eigentum, keine Ehe, aber heute schon, nach der Entwicklung durch hunderttausend und hunderttausende von Jahren, ist das was ihn in Gemeinschaft zwingt, nur ein abgeschwächtes Gefühl; – im Grunde seiner Seele ist er Individualist und Egoist.
– Ich sterbe für die französische Nation – sagte einmal ein großer französischer Schriftsteller – aber, daß ich mit einem anderem Franzosen in dem selben Zimmer zusammenwohnen müsste, dies niemals!
In diesem charakteristischen Spruch befindet sich die Fotografie des europäischen Menschen. Wie sehr versuchte dieser Europäer, daß er sich möglichst absondert und sein "Selbst" aus der Menge herauszuheben! "Mein Haus ist meine Burg", verfügte der Engländer und drückte mit dieser Aussage den Wunsch des Menschen aus, so viel wie möglich und möglichst ungezwungen allein zu sein. Der zivilisierte Westen umgab die Wohnung mit einer Menge von Verboten: Die Empfangs-Tage sind nicht dafür da, daß uns Gäste besuchen, sondern man macht diese wohl eher, damit man an den anderen Tagen in der intimen Einsamkeit unserer Wohnung nicht gestört wird. Und je weiter wir westwärts gehen, desto mehr finden wir diesen Zufluchtsort weg von der Masse, von dem Alltag, von der Kommunikation mit den "Menschenbrüdern" entwickelt. Der Individualismus ist tatsächlich die Zurückweisung von jedem Prinzip einer ankündigenden Gemeinschaft. Wer die Freiheit seiner Individualität verteidigt, lehnt die Solidarität mit der Masse und mit gemeinschaftlichen Ideen ab.
Die europäische Sprache versucht, diese beschädigte Gemeinsamkeit wiederherzustellen – wenn auch nur im sprachlichen Bereich. Wie viel von Hindernis, Barriere und Gegensatz werden wir noch zerschlagen müssen, damit wir alle am Ende wahre und wahrhaftig Europäer sein können?
Aus dem Ungarischen übersetzt: Julio Csapó."
Ĉu la revizio-propagando utilos? (Wird die Revisions-Propaganda nützlich sein?)
"Nein!... Gewiss nicht!
Diese Propaganda entzündet nur den Kriegs-andauernden Hass, stärkt das gegenseitige Misstrauen, vergrößert das wirtschaftliche Chaos und vervielfacht die Zahl der Arbeitslosen.
So ausgerichtete Propaganda kommt von Staats-Männern, deren geistiger Horizont nicht über den der Vorkriegs-Diplomaten hinausgeht.
Würden die Verschiebung von Grenzen um einige Kilometer alle europäischen Probleme lösen? Würden Grenz-Korrekturen zu einem schwunghafteren internationalen Handel führen, wenn die Zoll-Mauern bestehen bleiben? Wenn internationale Wirtschafts-Barrieren fortbestehen, ob mehr Arbeitnehmer eine Beschäftigung finden werden?
Die ganze territoriale Revisions-Propaganda scheint eine große Verschwendung von Energie und Geld zu sein. Vergebliche Bemühungen von – zweifellos wohlmeinenden Patrioten.
Aber bedeutet diese Sichtweise bezogen auf die revisionistische Propaganda Zufriedenheit mit den aktuellen Verhältnissen?
Nein!... Sicher nicht!
Wer kann mit der heutigen Wirtschafts-Vegetation zufrieden sein? Wer kann die aktuelle wirtschaftliche Situation rechtfertigen? Die bekannten Gewerbe-, Währungs- etc. Hindernisse erschweren in Europa die Lebens-Möglichkeiten so sehr, daß sie für die weiße Rasse bereits beschämend wurden.
Revisions-Propaganda kann keine Hilfe, keine Lösung verschaffen. Nach unserer Überzeugung wird keine territoriale Revision, sondern eine Revision der Denkweise benötigt. Es wird nämlich ein europäisches Denken gebraucht, das künftig als gestaltende politische Kraft in einem gesamt-europäischen Rahmen allen Völkern bestmögliche nationale Entwicklung ermöglichen wird."
Unuiĝinta Eŭropo kiel solvo (Vereinigtes Europa als Lösung)
"Verlautbarung von Dr. Eduardo Beneŝ, tschechoslowakischer Außenminister
Das ernsthafteste Problem von heute besteht darin, eine Lösung für die wirtschaftliche Krise zu finden. Dies ist eine Frage der Rationalisierung der Produktion, einer Neuorganisation der nationalen und internationalen Wirtschaft, neuer Wege in der Handels-Politik und einer Zusammenarbeit auf breiter Basis zwischen den europäischen Staaten und der ganzen Welt. Für die Lösung dieses Problems ist es unwichtig, wenn sich das Territorium eines Staates um einige hundert Quadrat-Kilometer vergrößert oder verkleinert. Selbst die politische Konsolidierung hängt nicht von irgendeiner territorialen Revision ab. Das Problem der politischen Konsolidierung und des Friedens ist ein Problem der Demokratie, eine innere Angelegenheit von Staaten, und es ist ein Problem der gerechten Sozial-Politik, des gerechten Umgangs gegenüber den Minderheiten in gemischten Staaten und vor allem ist es das Problem des guten Willens und Wunsches nach Frieden und internationaler Zusammenarbeit.
Ich glaube an die Möglichkeit und Notwendigkeit des vereinten Europas. In diesem vereinten Europa werden alle Fragen nach Friedensverträgen und anderen Verträgen für beide Seiten in einem völlig anderen Licht erscheinen. Ich betrachte dies als eine wahrhaftige und gerechte Lösung, die weder auf einer noch auf anderer Seite zu Konflikten führen wird. Deshalb bin ich ein redlicher, aufrichtiger und bedingungsloser Freund eines vereinten Europas."
"Unsere Deutschen müssen ins Reich fortgehen und sie werden auf alle Fälle fortgehen." Ja, das sagte Edvard Beneš im Jahr 1945. Die Kränkungen waren wohl zu groß. [se]
BIBLIOGRAFIO (BIBLIOGRAPHIE)
Plebiscito pri Unuiĝintaj Ŝtatoj de Eŭropo en 1934. (Volksbegehren über die Vereinigten Staaten von Europa 1934.) "Coudenhove-Kalergi verbreitet über einen Appell einen neuen Plan. Er schlägt vor, anlässlich des 20. Jahrestages des Kriegs-Ausbruchs, dem 29. Juli 1934, ein europaweites Volksbegehren über den Zusammenschluß der europäischen Staaten zu veranstalten."
Julien Benda pri "eŭropa nacio" (Julien Benda über eine "Europäische Nation"). "Julien Benda, der berühmte französische idealistische Philosoph, stellte ein neues Werk fertig, das jetzt von der Nouvelle Revue Française veröffentlicht wird. Der Titel des neuen Werkes lautet: Rede an die "Europäische Nation". Der Autor merkt im Vorwort an, daß er sich mit seiner Rede nur an jene Europäer richtet, welche die Einigung Europas aufrichtig wünschen. Auf einer ganz idealen Basis behandelt er die Möglichkeit dieser Vereinigung. Nach seiner Meinung sind nicht die wirtschaftlichen und politischen Veränderungen wichtig, sondern die moralische Revolution hauptsächlich, weil nur diese die wirtschaftlichen und politischen Transformationen bewirken und festigen würden. Nicht der Zollverein (Deutsche Zoll-Union) führte – schreibt Benda – zur deutschen Einheit, sondern die Reden Fichtes."
Bronislaw Huberman: "Vaterland Europa". (Patrujo Eŭropo). "Der weltbekannte Geigenvirtuose veröffentlichte im Verlag der Kulturpolitik (Berlin) unter obigem Titel ein Buch, in dem er mit großem Enthusiasmus für die Notwendigkeit europäischer Zusammenarbeit wirbt."
 Sub la pluvombrelo. (Unter dem Regenschirm.)
"Von Bruno H. Bürgel.
Ein Deutscher, ein Franzose und ein Engländer lernten sich bei einer Vergnügungs-Reise in Italien kennen.
Der Deutsche brachte als vorsichtiger Mensch einen Regenschirm mit, den der Franzose schon mehrfach spottete, weil er auf den Triumph der Sonne und auf Glück vertraute. Der Engländer war ein Stoiker, welcher gleichmütig Regen wie Sonnenschein gleichermaßen akzeptiert hätte und darauf beharrt, daß es weder gutes noch schlechtes Wetter gibt, sondern nur gute und schlechte Kleidung und das bedeutet: Schönwetter-Kleidung. ....
"Habe ich nicht recht, verehrte Herren? Hat nicht die ganze Welt an der Herstellung dieses einfachen Regenschirms mitgearbeitet? Waren nicht die emsigen Bauern, die Züchter, Bergleute, Holz-Lieferanten, Metall-Arbeiter, Weber, Chemiker, Schlosser, Schneider, das eifrige Schiffs- und Hafen-Personal, die Kaufleute, die weißen, gelben, braunen und schwarzen Menschen, um es zu produzieren, und noch Millionen mehr von ihnen! Sie dienten uns, wir ihnen; wir alle leben füreinander. Und so kann uns dieser einfache Schirm lehren, unter dem wir nun fest aneinander gedrückt sind – daß wir alle Arbeiter im selben Weinberg sind und Brüder auf Leben und Tod – und das, meine Herren, wollte ich Ihnen beweisen" aus dem deutschen übersetzt St. Recsányi"
Hier ein neues Beispiel für einen stark verkürzten Beitrag. Denkbar, daß spätere Überarbeitungen die vollständige Übersetzung anbieten. [se]
Letero al UŜE-EĤO (Brief an UŜE-EĤO)
"Einen Dank für die gesendeten Testnummern von UŜE-EĤO. Da mich das gesetzte Ziel begeistert, bitte ich um Zusendung kommender Ausgaben, für die ich 3 Antwortscheine beifüge.
Obwohl auch ich das gesetzte Ziel anstrebe: UŜE, zweifle ich dennoch über dessen Machbarkeit mit den in den zugesendeten Zeitungen aufgezeigten Mitteln. Bloße Sehnsucht verwirklicht nicht die Idee. Auch die Mittel, Zufälligkeiten, Gegenziele verwirklichen sie nicht. Vor allem, wenn Zusammenzuarbeit notwendig ist, von vielen verschieden-artigen Menschen mit unterschiedlichen Verständnissen, Gewohnheiten, Überlegungen, Absichten. Jedes Ziel erfordert einen Kampf um seine Verwirklichung. Das Unsere ist sehr hartnäckig und langfristig. Für den Kampf wird eine Armee gebraucht und für den Sieg eine begeisterte, aufopferungsvolle, starke, gut gerüstete und organisierte Armee. Um eine solche Armee zu schaffen und unter ihrem Banner Kämpfer und Freiwillige zu sammeln, ist es zunächst notwendig, das Ziel klar zu verkünden. Damit jeder verstehen und sehen kann, warum und für wen wir kämpfen. Leider ist dies vielen bisher unklar oder lässt sich unterschiedlich verstehen. Vereinigte Staaten in Europa? Europa-Union? Einheitliches europäisches Wirtschafts-Gebiet? Freie Wirtschaft? Esperanto? Diese sind die erwähnten und diskutierten Probleme in den Zeitungen. ...." weiter auf Seite 3

paĝo 3 / Seite 3
Letero al UŜE-EĤO (Rest) weiter von Seite 3 -ataj kaj temataj en la gazetoj. (.... erwähnten und diskutierten .... in den Zeitungen.)
".... Muß man sie alle als Ziele einnehmen? Aber ob alle miteinander übereinstimmen? Beispielsweise, würde irgendein Sozialist einer freien Wirtschaft zustimmen oder ein Monarchist, der in einem Europäischen Parlament neben dem Demokraten sitzt! Solche Umrisse* erscheinen bereits in zwei Ausgaben von EĤO. In einem Hauptartikel wirbt man für eine freie Wirtschaft ("Entbürokratisierung der Wirtschaft"), in einem zweiten ist ein Titel "Verstaatlichung der Rüstungsindustrie". Ich glaube, daß kein Industrieller mit dem letzten übereinstimmt und wenige Politiker, Verbraucher, sogar Esperantisten mit dem ersten übereinstimmen. Und womit verbinden wir diese Menschen mit widersprüchlichen Interessen? Der Terminus "UŜE" ist ja nur eine Form, in welche wir ganz unterschiedliche Inhalte hineinlegen können. Es ist nötig genauer zu definieren, wer und was dort hineingehen darf und was dort nicht hinein gehört. Für ein bloßes Wort UŜE werden wir keinen Kämpfer finden, der das gleiche gemeinsame Ziel hätte.
Ich bin der Ansicht, daß Sie, Herr Redakteur, ebenso wie ich, mittels der UŜE auf eine Verwirklichung der internen Idee von Esperanto oder auf die Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen abzielen. Wenn die Sache wirklich so ist, dann sollte man das auch auf das Banner schreiben. Und wenn die "innere Idee" des Esperanto bis jetzt wenig vorangeschritten ist, dann vor allem darum, weil man nicht vermochte es genauer und klar verständlich zu machen. Die erste Aufgabe ist also, die Idee zu definieren und sie zu verkünden. Die Sprache ist nur ein Werkzeug, ein Mittel, und dies ist nicht das einzige. Danach ist es erforderlich, das Programm zu überarbeiten. Da dies eine sehr schwierige Arbeit ist, muß man dort lange innehalten. Nach meiner Ansicht würden Sie dem Fortschritt einen großen Dienst erweisen, wenn Sie sich mit Ihrer Zeitung dieser Aufgabe widmen und alle aufrufen würden mitzuhelfen. Aus Gedankenaustausch, Diskussionen, vielleicht sogar Streitgesprächen werden sich dann die richtigen Thesen heraus-kristallisieren, eine Basis und ein Fundament, auf dem man weiter aufbauen kann.
Verzeihen Sie mir, wenn ich mir erlaubt habe, meine Gedanken zu äußern, vielleicht sogar die Zeitung zu kritisieren, aber glauben Sie, daß mich der aufrichtige Wunsch antrieb: eine gemeinsame Sache voranzubringen und zu unterstützen." K.R. Tallinn (Estland).
Respondo (Antwort)
"Gestatten Sie mir zunächst, daß ich Ihnen herzlich für Ihren aufrichtigen Brief danke. Er zeigt, daß Sie die Themen, veröffentlicht in den letzten beiden Ausgaben von UŜE-EĤO, ernsthaft überdacht haben.
Leider ist es mir nicht möglich, Ihnen auch die anderen bisher erschienen Nummern zu schicken (sie sind ausgeschöpft), aus denen Sie ausführlicher sowohl die Leit-Gedanken, wie auch den Weg der UŜE-Bewegung erfahren könnten.
Das Endziel der UŜE-Bewegung ist die Schaffung eines einheitlichen europäischen Wirtschafts-Gebietes. Um dieses Ziel zu erreichen, ist notwendig die Voraussetzungen zu erfüllen.
Eine solche Voraussetzung ist u. a. die Schaffung einer europäischen Denkweise, Weltanschauung.
Die neue Denkweise erfordert die Schaffung einer neuen geistig-politischen Ebene, auf der sich die Europäer zum gemeinsamen Handeln befinden. Diese neue Ebene wollen wir "Europanismus" nennen. Ausdrucksmittel dieser Denkweise soll die europäische Sprache sein.
Die Verbreitung der sprachlich-geistigen Lösung ist also der Ausgangspunkt unserer Bewegung. Die gemeinsame europäische Sprache und Denkweise muß gleichso wie ein geistiger Kitt die Europäer "mit unterschiedlichen Auffassungen, Gebräuchen, Überlegungen, Interessen" zusammenhalten.
Hier ist der UŜE-Weg:
Mittels gemeinsamer europäischer Sprache UŜE-Freunde finden. Unter ihnen werden die UŜE-Initiatoren die Aufgabe haben, die UŜE-Organisationen (UŜE-Klubs, UŜE-Partei) zu gründen, deren Hauptaufgabe es sein wird, das UŜE-Programm zu verwirklichen.
Der Hauptpunkt des UŜE-Programms ist – wie bereits erwähnt – die Gründung eines größt-möglichen einheitlichen europäischen Wirtschafts-Gebietes. Wir haben bis jetzt auch hinlänglich klar betont, daß wir Anhänger einer freien Wirtschaft sind; eine Ausnahme soll nur die Verstaatlichung der Rüstungs-Industrie machen. Es wird kein großes Unglück und Hindernis sein, wenn in einem künftigen Europa-Parlament neben einem Monarchisten, ein Sozialist und neben diesem ein Demokrat sitzen wird. Wichtig wird sein, daß sie unter einem gemeinsamen Dach arbeiten müssen, notfalls sogar in Parlament-Weise kämpfend. Auch in nationalen Parlamenten von demokratischen Staaten sind Monarchisten, Demokraten, Kommunisten usw. anzutreffen. Wichtig wird sein, daß die Mehrheit der europäischen Volkes und seiner Vertreter Mitglieder eines einheitlichen europäischen Wirtschafts-Raumes sind.
Wir sind davon überzeugt, daß nur die größeren Wirtschafts-Gebiete bessere, menschlichere Lebens-Bedingungen ermöglichen und nur diese den Krieg selten machen können. Und das ist, wie Sie dies treffend betonten, auch das Endziel der inneren Idee.
Erfreulich ist Ihre Anregung, alle Gleichgesinnten zur Mithilfe aufzurufen. Bis Ende 1932 war scheinbar noch nicht die Zeit dafür gekommen, dies in großem Umfang zu tun. Das wirtschaftliche Chaos war noch nicht groß genug, damit man erfolgreich die Arbeit beginnen kann. Aber heute stimmen selbst die Politiker und Diplomaten überein, daß die derzeitigen anarchischen wirtschaftlichen Verhältnisse nicht lange anhalten können.
Also, es kam die Zeit um zu handeln! Wir erwarten auch Sie. J.Z."
REFLEKTORO (REFLEKTOR) 
 Al la legantoj! (An die Leser!) 
"UŜE-EĤO konnte nahezu ein ganzes Jahr nicht erscheinen. Es war nicht möglich, die Genehmigung zu erhalten, für ausländische Drucke zu bezahlen. Mit Bedauern mussten wir den Druck der Zeitung bei Herrn Paul Göring in Magdeburg einstellen.
Zwischenzeitlich kaufte "LIBRO" Druckbuchstaben, aber wegen der Esperanto-Überzeichen hat sich die Fertigung sehr verspätet.
Genau die derzeitigen internationalen wirtschaftlichen und gewerblichen Hindernisse beweisen die Notwendigkeit eines Organs, welches hauptsächlich für eine Befreiung der Wirtschaft kämpft."
Leider ist viel zu wenig über die Hintergründe bekannt. Die wirtschaftlichen Behinderungen zwischen den Nationalstaaten waren bedeutend. Dazu kam aber sicher auch die allgemeine politische Lage in Europa. Esperanto wurde von der neuen Führung in Deutschland nicht gemocht und für einen Esperanto-Druckhersteller wie Paul Göring brachen schwere Zeiten an. Von ihm ist bekannt, daß er auch später in der DDR deswegen wieder Probleme hatte. Nach dem Esperanto-Verbot von 1949 versuchte der Magdeburger Esperantist Franz Tischer mit einer Petition (16.05.1965) beim Staat eine Druckgenehmigung für die Zeitschrift "Paco" bei der Druckerei Paul Göring zu erhalten. Der Druckerei wäre während der Zeit des Nationalsozialismus großer Schaden zugeführt worden. (siehe "Esperanto in der DDR: Zwischen Verbot und Duldung" Hartwig Wischendorf Seite 20) Doch auch die Geschichte Rumäniens ist kompliziert. Kam es dort zu einer verschärften Gesetzgebung? Bis zur Ausgabe 9 wurden auf der letzten Seite unten Herausgeber und Druckerei in Esperanto angegeben, ab der Ausgabe 10 erscheinen die Angaben in Rumänisch, Esperanto steht in Klammern. Wo sind die neuen europäischen Historiker, die sich über das wirklich interessante Feld hermachen? Müssen sie mit Esperanto aufgewachsen sein, um sich für ihre Geschichte zu interessieren? [se]
Iu, kiu volas forgesi la ŝovinismon. (Jemand, der den Chauvinismus vergessen will.) "Einen seltsamen Gast hatte Belgrad. Der pensionierte britische Admiral John Weston kam mit seiner Frau, seinem Sohn und zwei Töchtern in seinem eigenen Reise-Automobil an. Er erklärte den Journalisten, dass der Zweck seiner Reise die Erziehung seiner Kinder ist. Die heutigen Schulen sind nicht geeignet, um junge Menschen auf das Leben vorzubereiten. Er möchte, daß seine Kinder selbst vom Leben lernen. Mit dem eigenen Auto reiste die Familie des alten Soldaten durch Kapland, Südafrika, Kongo, Sudan, Ägypten, Palästina, Irak, Türkei, Bulgarien und Jugoslawien. Von Jugoslawien reisen sie über Italien, die Schweiz und Frankreich zurück nach England. "Meine Kinder", sagte der Admiral, "sollen viele Länder, Völker und Religionen kennenlernen. Wir bleiben, wo wir wollen, und schließen einen Bund mit der Bevölkerung und nicht mit den offiziellen Vertretern. Ich kann Ihnen versichern, daß die Völker, vor allem die Landbewohner überall gut, rechtschaffend und friedliebend sind. Über die Führer der Völker kann ich dies – leider – nicht immer bestätigen. Vor allem – endete der weise Mann seine Rede – möchte ich meine Kinder vor dem Chauvinismus schützen, welcher uns alte Menschen vergiftete und der das größte Übel der heutigen Zeit ist. Ich möchte es vergessen wird und meine Kinder sollen es nie erfahren.""
La internacia lingvo de la fervojoj. (Die internationale Sprache der Eisenbahnen.) "Die internationalen Eisenbahn-Verwaltungen haben die Einführung von international gültigen Beschilderungen in Bahnhöfen ausgehandelt. Bis jetzt bewilligte man folgende Zeichen. Das Fragezeichen bedeutet die amtliche Auskunfts-Stelle, ein offener Koffer zeigt das Zollamt, ein geschlossener Koffer den Gepäck-Versand, ein Handkoffer das Gepäck-Depot, Gabel und Messer gekreuzt zeigen das Restaurant, ein großer Pfeil den Ausgang, drei Münzen die Geld-Wechselstube, ein Briefumschlag das Eisenbahn-Postamt, eine auf eine Lokomotive zeigende Hand zeigt den Bahnsteig, Stock und Regenschirm gekreuzt zeigen den Aufbewahrungsort für die gefundenen Gegenstände. (Frage: Auf welche Weise verständigt man sich in den Waggons während einer langen öden Fahrt? Vielleicht mit Fingersprache?)"
 "Kern-ŝtatoj" ("Kern-Staaten")
"Die politische Sensation der letzten Wochen ist die politische und wirtschaftliche Übereinkunft der Klein-Entente. Diesen Schritt verursachte, wie bekannt, teils die Revisions-Propaganda, teils der Wille zur Unabhängigkeit der Kleinen Entente. Beneŝ sagte dies klar und entschieden: "Durch diesen Pakt beabsichtigt die Entente auch zum Ausdruck zu bringen, daß sie ihre Machtposition in Mitteleuropa mit eigenen Kräften verteidigen kann."
Titulescu betonte besonders die positive Seite des Vertrages, aussagend, daß es der erste Schritt zu der Verwirklichung der Vereinigten Staaten von Europa sei.
Die Völker haben sich schon seit langem an die versprochenen Aussagen der Staatsmänner gewöhnt; und nur wenige glauben an sie. Aber wenn die Symptome nicht täuschen, wird der aktuelle Schachzug die europäische politische Situation gänzlich verändern. Die Bedeutung des Paktes beweist das große Echo in der europaweiten Zeitungs-Landschaft.
Die Grund-Gedanke des Vertrags war die Verteidigung, aber das Abkommen enthält auch eine starke konstruktive, schöpferische Initiative. Das ist, was uns hauptsächlich interessiert.
Hoffentlich gelingt es den Ministern der drei mittel-europäischen Staaten, diesen positiven Gedanken immer mehr und mehr zu verwirklichen und die anderen europäischen Staaten zur Zusammenarbeit und Einigung zu ermutigen.
Durch die Neu-Organisation der Klein-Entente wäre es empfehlenswert, auch den Namen dieses Staaten-Bundes zu ändern. Das Wort Entente erinnert zu sehr an den Weltkrieg, an die Vergangenheit. Man sollte ihm einen neuen Namen geben. Akzeptabel wäre die Benennung von Minister Titulescu, der mal sagte, daß die Zusammenarbeit der Donau-Staaten den Kern der künftigen Europa-Union ausbilden solle. Das Wort "Kern-Staaten" würde mehr in die Zukunft weisen, auf das künftige europäische Zusammenwirken."
EKONOMIO (WIRTSCHAFT)
Decidoj de Internacia Komerca Ĉambro (Beschlüsse der Internationalen Handelskammer)
"Aus Paris berichtete man: Die Verwaltung der Internationalen Handels-Kammer veranstaltete eine Diskussion, in der man wichtige Entscheidungen annahm. In erster Linie lehnt die Verwaltung jeden staatlichen Eingriff in die Privat-Wirtschaft ab, betonend, daß das wirtschaftliche Leben nicht unter Strangulationen leiden könne, wie solche in manchen Staaten getan werden. Außerdem kämpft die Internationale Handels-Kammer energisch gegen die Import- und Export-Kontingente. Man begründete diese Entscheidung damit, daß Mengenbezogen des Imports und Exports immer von den Bedürfnissen der Einwohner abhängt, die Kontingentierung also eine Zwangsmaßnahme ist, welche den Weg von Handel und Industrie in ihrer freien Handlung versperrt. Man schlug vor, daß alle Noten-Ausgabe-Banken von Europa Auszüge über die privaten und öffentlichen Schulden anfertigen, damit man ein klares Bild davon haben kann.
Interessant ist die Feststellung der Verwaltung, wonach die Waren-Preise niemals durch eine unnatürliche Erhöhung des "Devisen"-Umlaufs beeinflusst werden können. Man fordert die Senkung der Einzelhandelspreise*, damit der Konsum wachse. Die Internationale Handels-Kammer erkannte später, daß nur eine stabile Währung sowohl für den Handel wie auch für die gesamte Wirtschaft nützlich ist."
Unue politika kaj poste financa stabileco. (Zuerst politische und danach finanzielle Stabilität.) "Anlässlich des Abschieds-Banketts zu Ehren von Herrn Tanaka, einem japanischen Delegierten, einem ehemaligen Mitglied des Verwaltungsrats* der Bank für Internationale Zahlungen, machte man interessante Verlautbarungen teils von versammelten Bankiers und Mitgliedern des Direktions-Rates, hinsichtlich der Stabilisierung der internationalen Zahlungs-Mittel. Das englische Pfund wertete mit 25 Prozent ab, der Yen – den Ereignissen in der Mandschurei folgend – mit 46 Prozent, die norwegische und schwedische Krone mit 32 Prozent. Außerdem ereigneten sich große Wertverluste bei einzelnen mitteleuropäischen Währungen. Die Urteile sind darin übereinstimmend, daß das Gold die Basis eines internationalen Werte-Systems bleiben muß und zudem die Heilung der internationalen Zahlungs-Mittel nur dann beginnen kann, wenn die politische Stabilität bereits erreicht ist. Auch darin gab es diesbezüglich keine Meinungs-Verschiedenheit, daß die Heilung der internationalen Zahlungs-Mittel nach der Stabilisierung des Pfunds beginnen wird. Engländer schlugen den Umzug der Bank von Basel nach London vor."
Moderna fabelo: Mono estas en abundo. (Modernes Märchen: Geld gibt es im Überfluß.) "Die Vereinigten Staaten von Amerika stellten für die Industrie und für die Landwirtschaft in drei großen Raten riesige öffentliche Mittel in Milliardenhöhe bereit, jedoch wurde es zur grotesken Situation, daß die amerikanische Regierung mit ihrem Geld allein blieb. Von den 7.000.000.000, welche der Wirtschaft als zweite Rate gegeben wurden, beanspruchte man nur 20 Prozent. Nun bildete man eine Kommission aus angesehenen Bankiers und Landwirten, deren Verpflichtung es sein sollte, das Geld unter die Leute zu bringen. Dies zeigte ganz klar: Die Wirtschafts-Krise ist eine Vertrauens-Krise und keine Finanz-Krise. Geld gibt es in New York, London, Paris, Amsterdam und in Zürich im Überfluß. Aber dieses Geld in den Händen allzu zaghafter Kapitalisten zeigt keinerlei Neigung durch irgendeine ernsthafte Bemächtigung, sei dies die Industrie, der Handel oder die Landwirtschaft.* Für dieses Geld zahlen die Banken eineinhalb Prozent und auf diese Weise ist für die Kontoinhaber fast nichts zu profitieren. Während auf der einen Seite außergewöhnlicher Geld-Überfluss herrscht, droht Mitteleuropa eine wirtschaftliche Katastrophe unerhörten Ausmaßes und viele Staaten Almosen-betteln um Anleihen."
La dormanta mon-lavango en Francujo. (Die ruhende Geldlawine in Frankreich.) ""Matin" stellt die Frage, wie viele französische Banknoten sind aufgestapelt? Seit sechs Jahren werden Banknoten mit hohem Wert (1000 Franken) für 26,5 Milliarden ausgegeben. Es ist nicht übertrieben zu behaupten, daß von dieser Summe 20 Milliarden von Franzosen und Ausländern aufgestapelt und beiseite gelegt werden. Infolgedessen ergibt sich die Frage: Was passiert an jenem Tag, wenn diese versteckten Banknoten wieder in den Umlauf zurückkehren werden? Was wird passieren? Darüber ist es wert nachzudenken! Geschieht das, was in Deutschland geschah, als während der großen Inflation die schlafende Geld-Lawine erwachte und mit immer zunehmender Wucht von dem Berg hinunterstürzte, sich in die Wirtschaft schleuderte und dort alles mit sich wegriss: Standhaftigkeit, Berechenbarkeit, Ruhe, Nerven, Vertrauen und Glauben."
1500 loĝantoj kaj 4000 akciaj societoj. (1500 Einwohner und 4000 Aktien-Gesellschaften.) "Das kleine Herzogtum Liechtenstein, kaum größer als eine Handfläche, ein unabhängiger Staat in der Mitte von Europa, hat sich in den letzten Jahren stark aus seiner Bedeutungslosigkeit erhoben. Die Reichen nämlich aus den verschiedenen Ländern haben es sehr bevorzugt, weil sie dort ihren Besitz aufbewahren. Die Hauptstadt von Liechtenstein ist Vaduz, welches knapp 1.500 Einwohner hat, aber derzeit gibt es in der Stadt wenigstens 4.000 verschiedene Aktien-Gesellschaften."
Sovetrusujo konstruas silojn en Bratislava. (Ĉeĥoslovakujo) (Sowjetrussland baut Silos in Bratislava (Tschechoslowakei).) "Die tschechoslowakische Regierung erlaubte, daß Sowjetrussland in Bratislava große Getreidespeicher und Lagerhäuser baut, in denen russisches Getreide und andere Dumping-Waren gelagert werden. Das Personal, derzeit nur wenige Kontrolleure und Arbeiter, sind ausnahmslos Russen. Die Inhalts-Kapazität beträgt 1000 Waggons. Die Regierung erklärte das Bauwerk zum steuerfreien Standort. Es herrschen auch Nachrichten, gemäß denen Sowjetrussland beabsichtigt, eine russische Donau-Schifffahrts-Gesellschaft zu gründen, deren Sitz ebenfalls in Bratislava sein solle."
[Sekve de konstantaj interkruciĝoj, .... (In Folge von beständiger Vermischung wird aus den europäischen Nationen eine Mischrasse entstehen müssen, jene des europäischen Menschen. Nietzsche.)]
[Ni petas adresojn ....
(Wir ersuchen um
Adressen von
U.Ŝ.E.-Freunden.)]

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Spegulo de l' eŭropa problemo (Spiegel des europäischen Problems)

Beispiele:
"Zuerst das Einmaleins, – dann – die höhere Mathematik
Lernu fremdajn lingvojn! Sed antaŭ ĉio lernu la eŭropan, kiu faciligas al vi la pluan lingvo-studon.
(Lernen Sie fremde Sprachen! Vor allem erlernen Sie aber die "Europäische", die Ihnen jedes weitere Sprachstudium erleichtert.)
Vor allem die einfache Modell-Sprache "Europäisch" – dann – die komplizierten Sprachen."
TITULESCU POR EŬROPO-UNIO. (TITULESCU FÜR EINE EUROPA-UNION.)
"Titulescu, der rumänische Außenminister, gab während eines Interviews den Anstoß zu einer Wirtschafts-Übereinkunft zwischen der Klein-Entente und Ungarn und betonte, daß diese Zusammenarbeit den Kern der zukünftigen Europa-Union bilden könnte."
Ameriko bojkotas la eŭropajn varojn. (Amerika boykottiert die europäische Waren.) "Aus Washington berichtet man, daß in Amerika eine große Bewegung gegen die europäischen Waren beginnt. Zunächst boykottiert man die französischen Luxusartikel. Aber bald werden auch die deutschen und tschechischen Artikel boykottiert. In den Läden suchen die Käufer lediglich amerikanische Waren."
Nederlando, Belgujo kai Luksemburgo forigas la doganojn. (Niederlande, Belgien und Luxemburg schaffen die Zölle ab.) "Zwischen den Niederlanden, Belgien und Luxemburg fanden – wie bekannt – Konferenzen zur Lösung des Zollproblems statt, die auf Anregung des belgischen Königs erfolgreich endeten. Die genannten drei Länder verpflichten sich, daß sie untereinander keine neuen Zölle einzuführen werden und daß sie die derzeit gültigen Zolltarife jährlich um 10 Prozent vermindern, so lange man nicht neue
freiere Vereinbarungen findet."
Kvinjara plano de Coty kaj la Danubo. (Fünfjahrplan von Coty und die Donau.) "Aus Paris berichtete man: Der bekannte Parfüm- und Zeitungs-König Coty initiierte in seinen Zeitungen einen Fünfjahrplan um die Arbeitslosigkeit in Europa zu bekämpfen. Darin leitet ihn der Gedanke, daß man eine riesige Schifffahrts-Route vom Atlantik bis zum Schwarzen Meer erschaffen muß, deren Ausgangspunkt Nantes an der Loire-Mündung und deren Ende Constanta am Schwarzen Meer sein sollte. Zu dieser 4000 km langen Wasserstraße würde der schiffbare Teil der Donau von Passau bis zum Schwarzen Meer gehören, also 2225 Kilometer; der Verbindungs-Kanal würde von Nantes nach Regensburg führen. Auf französischem Staatsgebiet ist der geeignete Kanal zwischen Basel und Noillet-sur-Chers schon fast fertig, also 280 Kilometer, auf diese Weise bliebe also nur noch der Komplettausbau des 500 km langen Verbindungs-Kanals zwischen Noillet und Nantes. Auf deutschem Staatsgebiet steht das schiffbare Kanalnetz bereits zur Verfügung. Diese neue Wasser-Straße würde die Transport-Ausgaben – nach Berechnung von Coty – um 15 bis 20 Prozent senken."
Ameriko timas la konkurencon de Eŭropo. (Amerika befürchtet die Konkurrenz von Europa.) "Times berichtet aus Washington: Der demokratische Senator Pat. Harrison (Mississippi), welcher im künftigen Finanz-Ausschuß des Senats der Präsident sein wird, sagte per Radio, daß anlässlich eines vollständigen Streichens der Kriegsschulden die Hinterlassenschaften des Krieges, d.h. die Schulden von 54 Milliarden Dollar wie folgt aufgeteilt werden: Deutschland bewahrt sich vermutlich mit 1 Prozent, Italien zahlt nur 2, Frankreich 8, USA 39 und Großbritannien 50 Prozent."
Eŭropa legitimacia karto. (Europäischer Legitimations-Ausweis.) "Auf der internationalen Konferenz zum Auslandsverkehr in Nizza schlug man die Einführung eines europäischen Identitäts-Legitimations-Ausweises vor, der unter Aufsicht der zuständigen Polizei-Dienststelle von einem zu diesem Zweck zu schaffenden Amt ausgestellt werden soll und dem gewöhnlichen Reisepass hinzugefügt wird."
Sensacia radio-parolo de la amerika gazetreĝo. (Eine sensationelle Radiorede des amerikanischen Zeitungskönigs.) "Der Zeitungs-Magnat Walter R. Hearst hielt im Radio eine großartige Rede, die durch die gesamten USA ausgestrahlt wurde und außerordentlich scharfe Angriffe gegen die europäischen Schuldner enthielt. Die Europäer, sagte Hearst, kämpften mehrere Jahre lang wie wilde Tiere, bis ihre Kräfte erschöpft und ihre Ressourcen ruiniert waren. Dann riefen sie die Amerikaner um zu helfen, die für sich selbst und für die Allianz gewannen. Deshalb haben die USA viele Milliarden Dollar verausgabt und außerdem mehrere Milliarden an die Europäer geliehen. Für die Rückzahlung gaben die Schuldner ihr Ehrenwort. Die europäischen Nationen einigten sich auf ein "Gentlemen Agreement", dessen Ziel ist, die Vereinigten Staaten von Amerika zum Erlass der Kriegs-Schulden zu zwingen."
Beneŝ kontraŭ "diktaturo" de grandpotencoj. (Beneŝ gegen eine "Diktatur" von Großmächten.) "Die Großmächte müssen anerkennen, dass die Kleinstaaten selbstberechtigt sind. In der "České slovo" schrieb Außenminister Beneŝ einen Artikel über die Abrüstungs-Konferenz und über die Politik der Klein-Entente. In der Einleitung weist er auf die aktuellen grundlegenden Prinzipien der Abrüstungs-Konferenz hin, unter ihnen auf die Feststellung des grundlegenden Prinzips, daß Deutschland auf dem Gebiet der Rüstung gleichberechtigt ist. Dieses grundlegende Prinzip ist untrennbar mit der Sicherheit aller Völker der Welt verbunden. Dieses Ergebnis ist nicht großartig, aber man kann hoffen, daß die Abrüstungs-Konferenz schließlich trotzdem voller Ergebnisse enden wird. Die kleine Entente wird das Projekt von Herriòt - Paul Boncour annehmen. Das neue Organ des Friedens muß die Macht und Diktatur der Großmächte unterbrechen und sie müssen die Gleichberechtigung der kleinen und mittleren Staaten anerkennen. Die kleinen Staaten erkennen die größere Verantwortung der großen Staaten an, aber auch die großen Staaten müssen dies akzeptieren, daß die kleinen Staaten nicht nur Objekte der internationalen Politik sind, sondern daß sie autonom sind. In diesen Fragen haben die kleinen Staaten freie Hand. Die Belgrader Konferenz nahm das Grundprinzip an, daß die kleine Entente wünscht friedlich mit allen ihren Nachbarn zusammen zu arbeiten und sich energisch gegen jede Änderung der gegenwärtigen Ordnung wendet."
Roosevelt pri la "Eŭropa Bloko". (Roosevelt über den "Europäischen Block".) "Franklin Roosevelt erklärte, daß sich Frankreich, Deutschland und England in der Reparations-Frage relativ einig seien und drückte seine Befürchtung aus, daß diese drei europäischen Großmächte einen Block gegen die Vereinigten Staaten von Amerika bilden würden, damit sie gemeinsam gegen den von Amerika eingerichteten Zoll kämpfen."
Akcepto de projekto por Balkan-pakto. (Annahme des Projekts für einen Balkan-Pakt.) "Während der letzten Balkankonferenz wurde das Projekt für den Balkan-Pakt angenommen und Belgrad als Konferenzstadt ausgewählt. Außerdem entschied man auch eine Balkan-Handels-Kammer zu gründen und man beauftragte mit der Ausarbeitung dieser Vorschläge eine eigene Kommission. In der Besprechung betonte der Präsident Cicio Pop die Notwendigkeit von Harmonie und Zusammenarbeit zwischen den Völkern des Balkans."
Forstreko de militŝuldoj — nur kontraŭ import-permeso. (Streichung von Kriegsschulden – nur gegen Einfuhr-Erlaubnis.) "Präsident Hoover erklärte, daß Amerika bereit sei, seine Kriegsschulden zu reduzieren oder zu streichen, vorausgesetzt, daß es eine nicht-militärische Import-Genehmigung für Getreide und Maschinen nach Europa erhalten wird."
Balta dogan-federacio. (Baltischer Zollbund.) "In politischen Kreisen wird laut, daß zwischen den Regierungen Lettlands, Litauens und Estlands Gespräche über eine Realisierung eines baltischen Zollbundes stattfanden. Die Verhandlung werden offenbar bald vorteilhaft enden."
Ŝipar-armigo de Ameriko. (Amerikas Flotten-Bewaffnung.) "Aus Washington berichtet man: Das Navigations-Ministerium hat eine Denkschrift veröffentlicht, welche die Haupt-Grundsätze der Marinepolitik der USA enthält. Man betont, daß das Ziel der Marinepolitik die Schaffung schneller und breiter Angriffs-Flotten ist. Durch den endgültigen Aufbau der Flotte, welche bis zum Jahre 1945 auf gleichem Niveau mit der englischen Flotte sein muß, wird weder eine Konkurrenz mit anderen Staaten hergestellt, noch werden die gültigen Verträge angegriffen. Die Kosten des Schiffbau-Programms bis zum Jahr 1945 werden auf eine Milliarde Dollar beziffert."
Projekto de Sudamerika doganunuiĝo. (Projekt einer Südamerikanischen Zoll-Vereinigung.) "Wie der "Manchester Guardian" berichtet, wurde das Projekt für die südamerikanische Zoll-Vereinigung, entworfen von Herrn Ross, Finanzminister von Chile, an die Regierungen der Nachbarländer übergeben."
La signo de la tempo. (Das Zeichen der Zeit.) "Amerikanische Kurz-Mitteilungen, die für die heutigen Zeiten besonders charakteristisch sind: a) In Amerika wünscht man zu lachen. Nur lachen. Das Gehalt der amerikanischen Komiker erhöhte man in allen Theatern und Varietés – verglichen zum vorjährigen Gehalt – um das Doppelte. b) Ein Kino in Chicago, welches unter den Besuchern bisher Automobile und Juwelen verlost hat, verschenkt jetzt an jeden fünfzigsten Besucher ein Paar hochwertige Schuhe und an jeden zehnten Besucher 15 kg Mehl."
Karolo Czapek pri la historia destino de la aŭstro-hungara monarĥio. (Karolo Czapek über das historische Schicksal der österreichisch-ungarischen Monarchie.) "In der Zeitschrift "Prítomnos" schrieb der tschechische Schriftsteller und Journalist Karolo Czapek über das historische Schicksal der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie. Es ist eine historische Frage, ob die Rolle ein Zufall war, welche Böhmen im Heiligen Römischen Reich und in der ehemaligen Monarchie spielte, oder ob es das wiederkehrende politische Programm des böhmischen Staatslebens war. Die Tschechen haben eine Tradition in einer bestimmten europäischen Rolle, eine Tradition, welche auch heute noch etwas zu sagen hätte. Heute sind es wirklich nicht Dynastien und Regierungen, die Organisationen schaffen, sondern wirtschaftliche Bedürfnisse und soziale Solidarität. Nicht irgendein Adler-Wappen wird die Nationen zusammen-schmieden, sondern eine reale und zugleich ideelle Idee. Diese gemeinsame Handlung hat bereits begonnen, und für die Tschechen ist es ein Vorteil, daß sie bereits eine gewisse historische Erfahrung haben, eine tausendjährige Praxis darin, daß sie in einer Gesellschaft anderer Nationen leben, und es kann sein, dass dies direkt ihre Vorbestimmung ist."
10 sv. frankoj (300 leoj) salajro post 3-monata senpaga laboro. (10 sw. Franken (300 Lei) Gehalt nach 3 Monaten unbezahlter Arbeit.) "In Transsilvanien ereignete sich folgendes: Vor kurzem stellte sich bei irgendeinem Unternehmen unter vielen anderen, auch die 20-jährige Tochter eines arbeitslosen Privat-Angestellten vor. Die Angestellte arbeitete bereits mehrere Jahre in einem Unternehmen und ist laut diversen Zeugnissen in den betreffenden Branchen perfekt ausgebildet. Der Vorgesetzte sagte zu ihr, daß er zwar eine Anfängerin als Hilfs-Angestellte suche, trotzdem kann er auch eine bereits perfektionierte Bewerberin akzeptieren, wenn sie den Bedingungen zustimme. Diese sind: drei Monate unbezahlte Arbeit und danach einen Monatslohn von 300 Lei (rund 10 Schweizer Franken). Die Bewerberin erklärte völlig überrascht, daß sie lieber den Platz eines Dienstmädchens einnehmen würde, das neben dem Essen und Unterkunft auch noch 800 Lei verdient. Darauf bemerkte der Vorgesetzte, daß kein Mangel an Aspiranten bestehe, welche bereitwillig die oben genannten Bedingungen akzeptieren würden."
Interkonatiĝ-vojaĝoj. (Kennenlern-Reisen.) "In den letzten Monaten kamen etwa 30.000 Menschen mit sogenannten "Austausch-Zügen" nach Budapest. Nicht Genf hat das getan, selbst Konferenzen von Diplomaten entschieden nicht darüber. Der Schrei des Lebens brachte die Austausch-Züge in Gang; das Bedürfnis und die Realität. Für diese Reise wurden die Bahnkosten gesenkt, die Zoll-Kontrolle gemildert und der Erwerb des Visums erleichtert. Der "Gegen-Austausch-Zug" machte sich ebenso voll auf den Weg nach Siebenbürgen (Rumänien). Diese Tatsache spricht deutlicher als jede diplomatische Raffinesse. Man muß die Beziehungen zwischen den Nationen erleichtern, natürlicher gestalten, man muß die Kosten der Kommunikation zwischeneinander weiter senken, das Leben befragen und nicht die leblosen Paragraphen und dann werden die Nationen wieder zueinander finden und die "Austausch-Züge" werden täglich die Reisenden massenhaft von einem Land ins andere bringen und es wird kein wundersames Ereignis sein."
Ni volas disvastigi (Wir wollen verbreiten) "eine Sprache, die den Landessprachen an innerer Bedeutung in nichts nachsteht. Wir missachten den Titel "Hilfssprache", weil er die Vorstellung eines Ersatzes vermittelt.
Georg SIECHE, Hirschberg.
In ESPERANTO Genf, 1. 1933."

2022102620221125SE
Dialect/GoogleTranslate hat sich als gute Hilfe beim Übersetzen herausgestellt (ab Ausgabe 8)
UŜE-EĤO 1933 -10- (Marto) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek


UŜE-EĤO 1933 -11- (Majo)
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ilustraĵo / Abbildung: EŬROPANOJ LERNU EŬROPE! (EUROPÄER LERNT EUROPÄISCH!)

Die hier enthaltene Druckvorlage wurde sehr wahrscheinlich bereits in der UŜE-Broschüre "Der Weg zur Europa-Partei (Der Ausweg UŜE)" mit dem Neudruck des UŜE-Programms (Oktober 1932) verwendet. [se]

 ALVOKO! (ZURUF!)

"In den letzten Wochen wurde das politische Leben aktiver. Aus dem Schützengraben heraus wurde Politik bewegt.* Die anarchischen wirtschaftlichen Verhältnisse zwangen die Staatsmänner, dringend einen Ausweg zu suchen. Diplomaten reisen öfter als sonst, halten Konferenzen ab, machen Projekte, (oft nur für 2-3 Wochen) diskutieren, streiten, drohen, attackieren und verteidigen aufgeregt. Europa brodelt!
Wenn die Naturgesetze noch gelten, dann muß dem großen Krieg eine gleichgroße Positivität folgen. Es ist nicht vorstellbar, daß solch eine große Erschütterung welche der Weltkrieg war, ohne positive Reaktion bliebe; diese muß kommen, um den Krieg zu beseitigen und Europa zu befrieden.
Die politische Situation untersuchend, muß man feststellen, daß die positive Folge des großen Krieges der Europanismus sein wird. Dies wird der nächste natürliche politische Entwicklungs-Schritt unseres Kontinents sein; eine Forderung der modernen Technik und Biologie.
Millionen von Europäern spüren, daß der Europanismus kommen muß. Millionen Europäer wissen, daß er den gangbaren Weg für alle bedeutet. Das, was bis jetzt fehlte, war der Weg zum Europanismus. Es fehlte seine Beschreibung, Definition, und sein Haupt-Ausdrucksmittel war nicht bekannt. Nur wenige wissen heute, daß der Europanismus hauptsächlich durch die Europäische Sprache ausgedrückt wird. Sie ist sein hörbares und sichtbares Symbol. Auch wissen nur wenige, daß die erste Station auf dem Weg zum Europanismus die europäische Sprache ist. Nur sehr wenige wissen dieses, und nicht die Massen der Europäer. Es reicht nicht, daß einige Tausend davon wissen; es reicht nicht, daß 200.000 oder 300.000 Europäer diese Sprache sprechen. Unter den 500 Millionen gehen diese verloren, und sie bedeuten sicherlich keinen Faktor im öffentlichen Leben.

Unsere erste wichtige Aufgabe wird sein müssen: die Zahl der europäisch sprechenden Europäer stark zu steigern. Um dies zu erreichen, müssen wir unsere ganze Arbeit auf die Verbreitung der Sprache konzentrieren.
Wir sind überzeugt, daß die günstige Zeit gekommen ist, in der es erfolgreich möglich ist, großangelegte Propaganda zur Verbreitung der europäischen Sprache zu veranstalten. Wir möchten betonen: die europäische Sprache. Schon mit der Neubenennung wollen wir auf die neue Verbreitungs-Methode hinweisen, die wir beabsichtigen anzuwenden. Unsere Überzeugung ist, daß nur durch die neue Propaganda-Methode die Sprache erfolgreich unter den Massen verbreitet werden wird, und sie nach Jahren erfolgreich offiziell gemacht wird.
La redakcio de UŜE-EĤO per jeno iniciatas aranĝi ...
Die Redaktion von UŜE-EĤO regt hiermit an, während des Winters 1933-34 zu veranstalten eine
Attacke
um die europäische Sprache in großem Maßstab zu verbreiten.
Die Offensive der europäischen Sprache hat zum Ziel: durch die Verbreitung der europäischen Sprache die geistige Grundlage des Europanismus zu erschaffen.
Die Attacke soll also keine reine Sprach-Propaganda sein, sie soll auch Propaganda der europäischen Denkweise werden!
Pri la aranĝo (Über die Einrichtung)
Die Offensive sei einheitlich und gleichzeitig in allen Teilen Europas organisiert.
Dank der Rahmen-Organisation der E(speranto)-Bewegung ist ihre Einheit, Gleichzeitigkeit und Allgegenwärtigkeit realisierbar. Sie wird nur wirken und ansehnliche Erfolge haben, wenn sie nach einem einheitlichen Plan organisiert wird. (Keine andere Sprache ermöglicht in Europa die Verwirklichung von solcher einheitlichen Propaganda!) Die Massen werden unserer Propaganda nur Beachtung schenken, wenn sie zum Sachverhalt überzeugt sind, daß man gleichzeitig die Propaganda in allen Teilen Europas organisieren wird!
Kiuj aranĝu la ofensivon? (Wer soll die Offensive organisieren?)
In erster Reihe: Lehrer. Aus Erfahrungen wissen wir, daß die Veranstaltungen von Kursen für immer die wirksamste Propaganda für unsere Sprache bleiben wird. Deshalb wenden wir uns vor allem an Lehrer und Ausbilder, die bereit sein werden, die europäische Sprache nach unserer neuen Propaganda-Methode zu lehren und zu verbreiten. Wir wissen, daß die Lehrer oft nicht die Organisatoren der Kurse sind, aber sie waren und bleiben immer die treibende Kraft der Propaganda.
Sicherlich befinden sich unter ihnen viele, welche nicht beabsichtigen, die derzeitige Propaganda-Methode beiseite zu lassen. Wir haben nicht im Sinn sie zu überreden, wir wollen nur über unseren wirklich wichtigen Erfolg bei der Organisation des ersten Kurses der europäischen Sprache berichten. Aus der Begeisterung, die während der öffentlichen Examens-Feier sowohl bei den Studierenden als auch bei den Gästen spontan zu spüren war, lässt sich schließen, daß die neue Propaganda-Methode erfolgreich sein wird. Es wäre für immer bedauerlich, wenn man die sicherlich in ganz Europa vorhandene und anzutreffende Begeisterung nicht in positive Taten umsetzen würde.
Wir beabsichtigen nicht über Unterrichtsmethoden zu diskutieren, jeder soll nach der Methode unterrichten, von welcher er glaubt, den besten Erfolg zu haben.
Einheit werden wir nur bei der Propaganda fordern; diese sei sinngemäß europäisch.
Kiuj havos ankoraŭ eblojn kunhelpi ĉe la aranĝo de l' atako?
(Wer wird noch Möglichkeiten haben, bei der Organisation der Attacke zu helfen?)

Organisationen der E-Bewegung, wenn sich unter ihren Mitgliedern eigene UŜE-Gruppen oder Veranstalter von Kursen nach der neuen Propaganda-Methode bilden.
Weiterhin Gleichgesinnte, welche die Möglichkeit haben, die europäische Sprache und den Europanismus durch öffentliche Reden, Konferenzen und durch Zeitungen, Radio oder Filme zu verbreiten.
Das allgemeine Prinzip der Propaganda soll sein: die Arbeit der Esperanto-Pioniere würdig fortsetzen, die Propaganda-Methode den heutigen Anforderungen des praktischen Lebens anpassen, um die Sprache erfolgreich unter den Massen zu verbreiten.
Financado de la propagando (Finanzierung der Propaganda)
Begeisterung wird nicht ausreichen. Obwohl dies die Vorbedingung jedes Erfolgs ist, kann sie allein keine beachtlichen Ergebnisse erzielen. Damit die ganze Propaganda nicht in der Luft hängt und damit sie eine echte Grundlage haben soll, ist vor allem erforderlich für ihre Finanzierung zu sorgen.
Das Motto der Finanzierung sollte lauten: Selbstfinanzierung. D.h. die gesamte Propaganda-Offensive wird sich selbst finanzieren müssen. Lokalgemäß und alles in allem wird die Eigen-Finanzierung der Offensive möglich sein. Verluste können bei sorgfältiger Einrichtung nicht entstehen. Das Ergebnis des ersten Kurses der europäischen Sprache, der wie ein Testkurs auch in Bezug auf die Finanzierung war, bewies, daß die Gestaltung der Kurse kein großes Kapital erfordert und keine Verluste verursacht. Jene kleinen Beträge, die von den Veranstaltern zur Bewerbung der Kurse geliehen werden, sind bereits bei Anmeldung der Kursteilnehmer rückzahlbar. Das Honorieren der Lehrer kann es immer wert sein, denn für Kurse in europäischer Sprache wird es immer möglich sein, höhere Beiträge als die bisherigen festzulegen. Kostenlose Kurse zu veranstalten ist nicht anzuraten. Man betrachtet sie als unseriöse.
Im Monat Mai einen Propaganda-Plan für die nächste Wintersaison zu veranlassen, scheint noch etwas früh! Möglicherweise! Aber wir glauben, daß eine großangelegte Veranstaltung rechtzeitige Vorarbeiten und Vorbereitungen erfordert. Wir denken, den Interessierten genug Zeit zu geben, um über die Sache nachzudenken und zu entscheiden, um den Verbreitungs-Bereich zu finden, auf dem sie gemäß ihren individuellen Fähigkeiten am meisten helfen können. In der Folge, daß es sich bei Verbreitung nach Methode und nach Inhalt um einen neuen Weg handelt, ist es wichtig, daß sich jeder Teilnehmer der Propaganda-Offensive rechtzeitig vorbereiten muß. Veranstalter, Lehrer können sich über die neuen Leitgedanken informieren, nach welchen man die europäische Sprache fördert; Redakteure, Wortführer bei Interesse an Artikeln, Themen, Konferenz-Vorträgen usw. Vorschläge, Initiativen, Ratschläge werden unsererseits gerne angenommen, von denen wir beabsichtigen, die umsetzbaren durch Veröffentlichung aufzuwerten.
Unsere Überzeugung ist, daß auch unter den Anhängern unserer Sprache viele sind, die unser gesamtes Wirken als Utopie betrachten. Sollen sie uns doch nur für Utopisten halten! Es wird ein Glück für unser Handeln sein, wenn Memmen und Enghorizont-Menschen fernbleiben und uns nicht belästigen.
Mögen es nur wenige, jedoch zuverlässige Mitkämpfer sein!
An all jene wenden wir uns, welche die Mahnung der Zeit verstehen! All jene rufen wir auf, welche fühlen, wissen und davon überzeugt sind, daß die Zamenhof-Sprache am Beginn einer neuen Epoche angekommen ist. Wir laden all jene zur Mitarbeit ein, die noch an den End-Sieg der Sprache glauben.
Ob es eine Rolle spielen wird, daß der Propaganda-Weg ein anderer ist als der bisherige, wenn die Möglichkeiten bedeutsamere Erfolge versprechen? Ob die Neubenennung der Sprache wichtig ist, wenn es gelingt, sie aus den Massen der künstlichen Welt-Hilfs-Sprachprojekte herauszuheben und als Ergebnis einer natürlichen Sprach-Entwicklung zu akzeptieren? Warum sollten wir unsere Zeit und unser Geld für Kämpfe mit anderen Sprach-Projekten opfern, wenn diese Streitigkeiten nur den neuen Projekten helfen und die Massen an der Tauglichkeit unserer Sprache schwanken und zweifeln lassen? Warum mit Anhängern neuer Projekte diskutieren, wenn wir überzeugt sind, daß das Sprach-Problem seine Lösung in unserer Sprache gefunden hat! Warum verschwenden wir unsere Energie, wenn wir uns immer allein auf die Verbreitung unserer Sprache konzentrieren sollten?
An all jene wenden wir uns, welche die historische Aufgabe unserer Sprache verstehen; welche wissen, daß selbst für Zamenhof die Sprach-Schöpfung nur eine zweitrangige Angelegenheit war. Sein Hauptziel war es, ein Werkzeug zu schaffen, das eine gegenseitige Verständigung zwischen den Nationen ermöglicht. Wenn wir beabsichtigen, seine Ideen vor allem in Europa zu verwirklichen, bedeutet das nicht, daß sie nicht zwischen allen Nationen der Welt umsetzbar sein werden. Aber das gegenseitige Einverständnis mahnt in erster Reihe in Europa zur Eile, welches noch das Zentrum der Welt ist. Deshalb müssen wir hier mit der Verwirklichung beginnen. Durch diese unsere Anstrengungen setzten wir uns ein erreichbares Ziel in absehbarer Zeit.
Über den Köpfen der untereinander kämpfenden Nationen wollen wir durch unsere Arbeit eine neue Plattform schaffen, die Ebene des Europanismus, welche die Wiedergeburt von Europa ermöglicht!
Die Redaktion
von
UŜE-EĤO."
Wie konnte sich Zauner in seiner Zeit nur so geben? Alles scheint doch so sinnlos, da sich ja andere Kräfte leichter durchsetzen. Es liegt aber in der Freiheit des Geistes, sich gegen die allgemeine Auffassung zu stellen und das Notwendige zu benennen. Das gilt immer, auch heute. Die Probleme der Gesellschaften blieben, sie sind gegenwärtig. [se]
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superskriboj / Überschriften: Brile finiĝis la unua kurso de l' eŭropa lingvo – Kelkaj kaŭsoj de la novnomigo – EMO – Mirinda cirkulado de kvincent dolaroj
paĝo 3 / Seite 3
superskriboj / Überschriften: Estas jam tempo... – Agrarproblemoj
-Subkonsumo -Provoj de sinhelpo – Dolar-dumping' – Ekonomi-konferenco de l' Kernŝtatoj (Et-Entento) –
BIBLIOGRAFIO
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ilustraĵoj / Abbildungen: Spegulo de la eŭropa problemo
superskriboj / Überschriften: LA PALACO DE LIGO DE NACIOJ estos finkonstruata. -Ford: "La mono mem ja ne estas produktiva, nur pere de ekonomia cirkulado ĝi fariĝas tia". -Schacht: La kapitalo estas elektro, kaj la mono nur kondukta drato. – BLOKO DE SUDORIENT-EŬROPAJ AGRAGŜTATOJ. – ĈEĤOSLOVAKIO .... – Hit.... – ĈEĤOSLOVAKIO ricevis .... – Ĉu tio estos iam nur memoraĵo? – Aktualaj sentencoj el usonaj ĵurnaloj: – Poŝtisoj! Telegrafistoj! Telefonistoj!
2022112520221201SE
Dialect/GoogleTranslate hat sich als gute Hilfe beim Übersetzen herausgestellt (ab Ausgabe 8)
UŜE-EĤO 1933 -11- (Maj) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek  


Hier soll es zügig weiter gehen. Eine Frage der Zeit. Hoffen wir, daß die Zeit für eine tiefergehende Analyse bleibt. Zu Beginn sollen viele der grundlegenden Programmnahen Beiträge übernommen und kommentiert werden. Gegen Ende der Zeitschriftenreihe werden vorerst nur die wesentlichen Teile wiedergegeben. Zu klären sind dort noch eventuell mögliche Annäherungen des "späten Zauners" zu zeittypischen Sichtweisen. Leider ähnelt der aktuelle Weltmoment teilweise dem hier dokumentierten. Leider wurden Menschen wie Josef Zauner nicht rechtzeitig verstanden. Besser wäre eine rechtzeitige Auseinandersetzung mit seinen Aussagen gewesen. Bis heute fehlt sie. Dann wäre die
Menschheit in einer anderen Situation. 2022030420220503SE 


UŜE-EĤO 1933 -12- (Julio)
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[No.12 Julio 1933 Redakcio kaj administracio: Timişoara I, Strada Lonovici 1 ....]
superskribo / Überschrift: La ideologio de l' eŭropanismo / Die Weltanschauung des Europanismus
1. Pri la eŭropanismo – 2. Kie estas komencenda la solvo de la eŭropa problemo? – 3. Gutenberg kaj la evoluo de la lingvoj – 4. Pligrandan komunan ekonomi-teritoron bezonas ni – 5. Kontraŭ aŭtarkio – 6. Anstataŭ malarmado, ni postulu komunan eŭropan armeon – 7. Unueca eŭropa valuto – 8. Kontraŭ la burokratigo de la ekonomio – 9. Kontraŭ kuratigo de la homoj – 10. La cirklo de la sociala evoluo – 11. Pri rezist-kapabla sociala strukturo de nacioj –
ilustraĵo / Abbildung: Valuta milito inter USA kaj Eŭropo
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12. Eŭropana kulturo
superskriboj / Überschriften: La turo de Babelo – Reflektoj al la apuda artikolo -Ĉu la hungara lingvo estas artefarita? -Stranga eĥo.
[Samcelanoj! ....]

Rubriko Rumana -Ĝeneraĵoj,.... --Enkonduko
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-Eŭropaniĝo komenciĝas per la lerno de la eŭropa lingvo. -La grava rolo de la malgrandaj nacioj. -Ne koleru, Estimata Sinjoro Zilahy, ....
Kun ni estas la Dio Sankta

Bibliografio
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ilustraĵoj / Abbildungen: Spegulo de la eŭropa problemo
superskriboj / Überschriften: Vaida kaj la revizio
-Eŭropo jam part-pagis al USA la militŝuldojn(–)sekve de la dolar-inflacio!... -MUSSOLINI pri la pakto de la kvar: "Eŭropon oni devas dispartigi en du influzonojn: en germanan kaj italan. Por Franclando sufiĉas ĝia kolonio-regno." – Karakterizado
UŜE-EĤO 1933 -12- (Jul) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek 

UŜE-EĤO 1933 -13- (Septembro)
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[No.13 Septembro 1933 Redakcio kaj administracio: Timişoara I, Strada Lonovici 1 ....]
superskriboj / Überschriften: Klasifikado – Vekskuu ni Eŭropon! – La diferencoj – Halo! Radiojurnal Brno! -Radio Eŭropo-horojn.
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superskriboj / Überschriften: Gutenberg kaj la evoluo de la lingvoj -La naskiĝo de la eŭropa lingvo – Faru la provon! – SEN KOMENTARIO... – Pri Isosek
[Perfektiĝu per Isosek en la eŭropa lingvo! ....]

Rubriko Rumana -Oĉjo Johano Rado
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REFLEKTORO -Imitinda propagando. -Demando. -La informilo de Zamenhof-Instituto -Oomoto Internacia -Se la diktatoreca .... -La Ultima Hora, .... -Washington:  Kiel ajn – Plej multon .... .... El: Rumana Bonhumoro de .... Ho, patrino mia...

BIBLIOGRAFIO
paĝo 4 / Seite 4

ilustraĵoj / Abbildungen: Spegulo de la eŭropa problemo
superskriboj / Überschriften: D-ro MIHAI POPOVICI, rumana ministro de justico: .... -Fine de Septembro -Bazo de amerika aerfloto en Siberujo. -Vetpolitikado inter Mussolini kaj Beneŝ. -Polujo devas elekti inter Berlin kaj Moskva. -Simplicissimus,.... Eŭropo-problemo.
BILANCO DE LA DEVIGA EKONOMIADO. .... – Mussolini: "Mi kredas, Eŭropo estas nur afero por kuraĝaj viroj." -FRANCAJ MILITŜIPOJ VIZITIS GERMANAN HAVENON. -Masaryk: .... -"Subtenado" de la agrikulturo: .... -Scotus Viator (Seton-Watson), .... -La rusa kontraŭ-revolutio organizas sin en Germanio. -GERMANAJ, FRANCAJ KAJ ANGLAJ IMPOSTŜARĜOJ SUR LA PESILO DE LA STATISTIKO. – Eŭropanoj! 1. .... de UŜE-EĤO.
ilustraĵo / Abbildung: POST LA LONDON-a KONFERENCO
UŜE-EĤO 1933 -13- (Sep) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek 

UŜE-EĤO 1933 -14- (Novembro)
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[No.14 Novembro 1933 Redakcio kaj administracio: Timişoara I, Strada Lonovici 1 ....]
superskriboj / Überschriften: EN DEK JAROJ DEK PROCENTOJ – NE MALARMADON, SED KOMUNAN GENERALSTABON DE LA EŬROPAJ ARMEOJ! ESTU LA POSTULO DE LA NUNTEMPO
ilustraĵo / Abbildung: KOMUNA GENERALSTABO (GENE!VE) EBLIGUS EGALRAJTECON.
-La analizo de la samrajteco! -Eŭropanismo: samrajteco -La postulo de la nuntempo: Kreado de komuna generalstabo de la eŭropaj armeoj
paĝo 2 / Seite 2
-La plej patriota nacia politiko estas la eŭropa
|La internacia komerco, .... Friedrich List.|
superskriboj / Überschriften: La dua kurso de la eŭropa lingvo – Celo nia – Riporto pri la "pacaj batalantoj" -Ia ĉapitro, en kiu vi .... -IIa ĉapitro, en kiu evidentiĝas .... (> paĝo 3 / Seite 3)
SINAIA Solenaj tagoj en Rumanio ....
paĝo 3 / Seite 3
-IIIa ĉapitro, en kiu konvinkiĝos .... Julio Csapó.
superskriboj / Überschriften: La "Blanka Domo" de Ĝenevo – Nuboj super la Pacifiko

BIBLIOGRAFIO
paĝo 4 / Seite 4

ilustraĵoj / Abbildungen: Spegulo de la eŭropa problemo
superskriboj / Überschriften: Institucioj eŭropaj -KOMUNA LINGVO PREPARAS POLITIKAN UNUECON.
[Perfektiĝu per Isosek en la eŭropa lingvo!]
superskriboj / Überschriften: Kiajn progresojn montras l' atletiko en Eŭropo? -Sensaciaj rekordoj. -Komuna generalstabo de la Et-Entento. – NOVA IDEOLOGIO KAJ NOVA VOJO. – BRITUJO VOLAS HAVI LA PLEJ FORTAN AERFLOTON.
[INTERNACIA PEDAGOGIA REVUO ....]
Redakciaj sciigoj
UŜE-EĤO 1933 -14- (Nov) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek 

UŜE-EĤO 1934 -15- (Januaro)
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[No.15 Januaro 1934 Redakcio kaj administracio: Timişoara I, Strada Lonovici 1 ....]
superskriboj / Überschriften: La rezulto – "Orienta postulo" - Eŭropa konscio -KIAL LERNAS LA JAPANOJ NIAN LINGVON? -LINGVO-KREADO KAJ PROPAGANDAJ PRINCIPOJ -ĈU LA JAPANOJ NE ĜOJAS TRO FRUE? (> paĝo 2 / Seite 2)
ilustraĵo / Abbildung: La eŭropanismo transportigas la dispecigitan kontinenton.
paĝo 2 / Seite 2
-PLI DAS KONSCIO!
superskriboj / Überschriften: Et-Entento (Kern-ŝtatoj) kaj ĝia lingvo-problemo -LA PROBLEMO DE LA DANUBO-ŜTATOJ ESTAS UNUAVICE LINGVA PROBLEMO! – Informilo-raporto – [DUCA La rumana ministroprezidento, ....]

Rubriko Rumana -Gvidata de: Octavian Gheorghe Stancu
paĝo 3 / Seite 3

REFLEKTORO -Tro multe da romantikeco regas ankoraŭ en la lingvodemandoj – Radio-milito en Sudoriento – Grandioza vidindajho de la estonteco – Paralelo – "EŬROPAĴOJ" – KONTINGENTADO DE IMPORTO – La Leipzig-a Foiro – RADIO -WIEN:

RESPONDOJ
paĝo 4 / Seite 4

ilustraĵoj / Abbildungen: Spegulo de la eŭropa problemo
superskriboj / Überschriften: La eĥo de UŜE-EĤO -TITULESCU, la .... – Dialogo
ilustraĵo / Abbildung: KRISTNASKO 1933
[Perfektiĝu per Isosek ....]
UŜE-EĤO 1934 -15- (Jan) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek 

UŜE-EĤO 1934 -16- (Marto)
paĝo 1 / Seite 1
[No.16 Marto 1934 Redakcio kaj administracio: Timişoara I, Strada Lonovici 1 ....]
superskriboj / Überschriften: KRISTALLIĜO -KIUJ KAJ KIEL? – Sur la marĝenon de l' Balkana Pakto ..Ankoraŭ unu ŝtono aldonita al la eŭropa pac-konstruaĵo..
ilustraĵo / Abbildung: DUM LA EŬROPANOJ PAROLADAS, LA FLAVULOJ ANTAŬENMARŜAS
paĝo 2 / Seite 2
superskriboj / Überschriften: La amerikanismo esas sen kontraŭŝarĝo – LA TRIA KURSO (KURSO POR PROGRESANTOJ) – Granda eŭropa vespero en Timișoara (La bela fino de la dua kurso) – 3 plus 4 – .... – AVIADIST-FINANĈIĜO (> paĝo 3 / Seite 3)
paĝo 3 / Seite 3

REFLEKTORO -INFORMILO DE ZAMENHOF-INSTITUTO, BARCELONA. -Ministroj por eksterlandaj aferoj. -Brian Price-Heywood en Heroldo de Esperanto:

BIBLIOGRAFIO
|ROMÂNIA Tribunalul ....|
paĝo 4 / Seite 4

ilustraĵoj / Abbildungen: Spegulo de la eŭropa problemo
superskriboj / Überschriften: EĤO DE L' GAZETARO – BALKANPAKTON subskribis .... – MUSSOLINI: – 1500 novajn municio-fabrikojn konstruas Usono. – UNUECAJ EŬROPAJ ARMEOJ. – FAŜISMO KAJ EŬROPANISMO
ilustraĵo / Abbildung: DU METODOJ: LA SAMA REZULTO

RESPONDO
UŜE-EĤO 1934 -16- (Mar) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek 

UŜE-EĤO 1934 -17- (Majo)
paĝo 1 / Seite 1
[No.17 Majo 1934 Redakcio kaj administracio: Timişoara I, Strada Lonovici 1 ....]
superskriboj / Überschriften: NACIECO EŬROPANA – LA GRANDA VUNDO
ilustraĵo / Abbildung: LUKTO POR LA HEGEMONIO EN LA DANUBO-VALO
-KONFEDERACIO DE LA DANUBO-ŜTATOJ(–)NEEBLAĴO -ET-ENTENTO KUN NOVAJ CELOJ
paĝo 2 / Seite 2
-ROMA ORGANIZO DE LA DANUBO-ŜTATOJ -LUKTO PRO LA HEGEMONIO EN LA DANUBO-VALO
superskriboj / Überschriften: La "Paneŭropa" movado (malhelpis la solvon de l' eŭropa problemo!) – Sonata gazeto

Rubriko Rumana -Take Ionescu
paĝo 3 / Seite 3
superskriboj / Überschriften: ĈU KREPUSKIĜAS? – Ni diferencigu ankaŭ sur la lingva kampo (La neologismo kaj antineologismo) -LA SIMPLA LINGVO
-LA LITERATURA LINGVO – Admiraloj en Singapore (> paĝo 4 / Seite 4)
paĝo 4 / Seite 4

ilustraĵoj / Abbildungen: Spegulo de la eŭropa problemo
superskriboj / Überschriften: EĤOJ – Alproksimiĝo inter la popoloj – GENERALSTABĈEFO DE LA ....
ilustraĵo / Abbildung: JAPANUJO VOLAS FARIĜI LA KURATORO DE ĈINUJO
superskriboj / Überschriften: Selektita literaturo – Mondhistoraj okazintaĵoj – GUSTAVE LE BON: – Kelkaj ne-diplomataj demandoj – Grava Informo – propaganda fondo ...

RESPONDO
UŜE-EĤO 1934 -17- (Maj) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek 

UŜE-EĤO 1934 -18- (Julio)
paĝo 1 / Seite 1
[No.18 Julio 1934 Redakcio kaj administracio: Timişoara I, Strada Lonovici 1 ....]
superskribo / Überschrift: TOMBFOSANTOJ
ilustraĵo / Abbildung: "PAKTO DE KVAR"
superskribo / Überschrift: Demonstraciaj vizitoj -HIT....-MUSSOLINI
-BARTHOU EN BUCURESTI KAJ BEOGRAD – Pansemida blokado de Germanio
paĝo 2 / Seite 2
superskriboj / Überschriften: La estonta rolo de la malgrandaj nacioj – Skribmaŝino(–)unueca literaturo Radio+sonfilmo(–)unueca lingvo – Rusujo pli aktiva – Sendependeco kaj pano – La eŭropa agrikulturisto – "IDARON"

Rubriko Rumana -Nicolae Titulescu (> paĝo 3 / Seite 3)
paĝo 3 / Seite 3

DEBATEJO

RESPONDO (ĈU ESPERANTO ....) -.... – Eŭropo por la estonta milito teritorie tro malgranda! – Kio okazas en Francujo?
paĝo 4 / Seite 4

ilustraĵoj / Abbildungen: Spegulo de la eŭropa problemo
superskriboj / Überschriften: Hazarduloj de la politiko – Tio ne estas ŝerco! – Ĝentileco. – Eksport-monopolo en Germanujo(?!) –
ilustraĵo / Abbildung: POTENC-KARTO DE PACIFIKO
superskriboj / Überschriften: BOVOJ KUN PASPORTO – Tia estis (aŭ ĉu estas ankoraŭ?) Ameriko |Forigo de pasportoj ....|

RESPONDO
UŜE-EĤO 1934 -18- (Jul) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek 

UŜE-EĤO 1934 -19- (Septembro)
paĝo 1 / Seite 1
[No.19 Septembro 1934 Redakcio kaj administracio: Timişoara I, Strada Lonovici 4 ! ....]
superskribo / Überschrift: TRIDEKJARA MILITO
ilustraĵo / Abbildung: DU EKSTREMAJ MOVADOJ: ....
superskriboj / Überschriften: BERLIN–MOSKVA – MOSKVA EN GENÈVE – FAŜISTOJ INTER SI – EĤO DE UŜE-EĤO
paĝo 2 / Seite 2
superskriboj / Überschriften: Laboristaro kaj UŜE – 3 plus 4 plus 3 – Kiajn avantaĝojn ĝuos la laboristoj en estonta Eŭropo-Unio? -.... -Eŭropa pensmaniero -La klasbatalo fariĝos superflua (> paĝo 2 / Seite 2)

Rubriko Rumana -Perloj el la prarumana vorttrezoro II.
paĝo 3 / Seite 3
Kiajn avantaĝojn ĝuos la laboristoj en estonta Eŭropo-Unio? (paĝo 1 / Seite 1) -La eŭropa armeo -Poluseco -Kiel funkcios la dogan-unio? – JAPANAĴOJ
La malforteco de la nervoj kiel ĝenerala eŭropa simptomo -Notoj de la redakcio: -Maljuna estas en Eŭropo nur la politika strukturo, .... (> paĝo 4 / Seite 4)
[UŜE-amikoj! ....]
TAJFUNO -LA ENHAVO -FRAGMENTO
paĝo 4 / Seite 4

ilustraĵoj / Abbildungen: Spegulo de la eŭropa problemo
superskriboj / Überschriften: Ĉu plena aŭ kompleta estu la vortaro? – La nova direktanta komitato de la "Zamenhof-Instituto" (Barcelono)
[L'eŭropanismo ....]
ilustraĵo / Abbildung: LA ĈI-JARAN DANUBOKONFERENC-KUIRAĴON LAŬŜAJNE ....
|HAERST, la amerikana gazetreĝo, ....|
superskriboj / Überschriften: Per Esp. tra Rumanujo – Kakemono, tokonomo, ....
UŜE-EĤO 1934 -19- (Sep) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek 

UŜE-EĤO 1934 -20- (Novembro)
paĝo 1 / Seite 1
[No.20 Novembro 1934 Redakcio kaj administracio: Timişoara I, Strada Lonovici 4 ....]
superskribo / Überschrift: Partio-diktatorecoj
ilustraĵo / Abbildung: For el la varmejo, kie la multaj ....
superskriboj / Überschriften: EŬROPO ĈE VOJ-KRUCIĜO – Eŭropanismo urĝas
paĝo 2 / Seite 2
superskribo / Überschrift: "Kio estas Esperanto?" -Kara s-ro De Jong! – Leksikonoj respondas al la demando: "Kio estas Esperanto?"

Rubriko Rumana -Pri la teritorio de la romanaj lingvoj –.... (> paĝo 3 / Seite 3)
paĝo 3 / Seite 3
superskriboj / Überschriften: La historia rolo de l' Esperantistoj – Tankoj kaj la eŭropa lingvo
paĝo 4 / Seite 4

ilustraĵoj / Abbildungen: Spegulo de la eŭropa problemo
superskribo / Überschrift: La tribuno de l' Kern-Ŝtatoj
ilustraĵo / Abbildung: La AKCEPTO DE L' SOVETOJ ĈE LIGO DE NACIOJ.
superskriboj / Überschriften: FINE, IO ĜOJIGA! -La profesorino de Eŭropo -N. B. – PRINCO BIBESCU, ....
[L'eŭropanismo ....] L'EŬROPANISMO.
[INTERNACIA POLICA LIGO]
UŜE-EĤO 1934 -20- (Nov) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek 

UŜE-EĤO 1935 -21- (Januaro)
paĝo 1 / Seite 1
[No.21 Januaro 1935 Redakcio kaj administracio: Timişoara I, Strada Lonovici 4 ....]
superskribo / Überschrift: ARMEO PROFESIA AŬ IDAR-DEVO (DU EVOLU-DIREKTOJ) (> paĝo 2 / Seite 2)
ilustraĵo / Abbildung: Samrajteco estas ebla nur inter samfortaj
superskribo / Überschrift: VANAJ KLOPODOJ – Ĉu la mondo estas tro malgranda aŭ la homoj tro malprudentaj?
paĝo 2 / Seite 2
[Ĉiu, .... La Praktiko, ....]
superskribo / Überschrift: PENSOJ PRI LA ESTONTECO DE EŬROPO (> paĝo 3 / Seite 3)

Rubriko Rumana (> paĝo 3 / Seite 3)
paĝo 3 / Seite 3
superskribo / Überschrift: Dek milionoj da blankaj koloniistoj estas serĉataj

BIBLIOGRAFIO -BLUA SANGO -PAQUET -LA LEIPZIG-a FOIRO. -ZAMENHOFA ESPERANTO, -FREUDE DURCH ESPERANTO!
[.... L'eŭropanismo ....]
paĝo 4 / Seite 4

ilustraĵoj / Abbildungen: SPEGULO
superskribo / Überschrift: "Ĉu infano celpafisto." -Eŭropo .... -Usono .... -Naci ....

TRANS LA LIMOJ DE NIA KONTINENTO -JAPANAĴOJ -"La japan-amerikana milito."
[.... reabono. ....]
superskriboj / Überschriften: Aŭstralio fariĝas fortikaĵo – Ligo de Nacioj

RESPONDOJ
UŜE-EĤO 1935 -21- (Jan) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek 

UŜE-EĤO 1935 -22- (Marto)
paĝo 1 / Seite 1
[No.22 Marto 1935 Redakcio kaj administracio: Timişoara I, Strada Lonovici 4 ....]
superskribo / Überschrift: INTERNEŬROPAJ PROBLEMOJ!
ilustraĵo / Abbildung: La filo de Nippon: Tiajn eŭropajn ....
superskribo / Überschrift: Eŭropo kapablas mobilizi sep milionojn da soldatoj dum tri tagoj – TRI VORTOJ
paĝo 2 / Seite 2
superskriboj / Überschriften: Kelkaj klarigoj... -EL SPORTILO ....
-VALUTO KAJ SUVERENECO -LINGVO-PROBLEMO KAJ HEGEMONI-KLOPODOJ – Henry Ford: Laboron krei, ne monon kolekti! -REVOLUCIO EN LABORATORIO -LA BATALO ESTAS NECESA – Kiun lingvon favoras Ruslando?

Rubriko Rumana -I. Rememorigo -II. La slava influo (> paĝo 3 / Seite 3)
paĝo 3 / Seite 3
superskriboj / Überschriften: La flik-ŝuistoj kaj ilia verko... – Moskvo kreskas (La Ĉikago de Ruslando) – Eŭropanoj pripensu!
paĝo 4 / Seite 4

ilustraĵoj / Abbildungen: SPEGULO
superskriboj / Überschriften: -Blomberg,... -Japanoj ĉe la Suez-kanalo. -La XI-a Olimpiado en Berlin 1936. -D ro T.G.Masaryk,...
ilustraĵo / Abbildung: Oni parolas, ke Sovietio serĉas en Francujo ....

TRANS LA LIMOJ DE NIA KONTINENTO -JAPANAĴOJ -"La granda mara lukto".
superskriboj / Überschriften: -Mussolini -La prezidanto.... -SENVIZAJ VOJAĜEBLOJ. -35.600 radio-sendstaciojn -KONSTANTAJ FOIROJ.... -1400 JAPANAJ OFICIROJ.... -En la pariza.... -Informilo de Zamenhof-Instituto La Marista Ligo Esperantista,.... |PROPAGANDA KASO|
UŜE-EĤO 1935 -22- (Mar) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek 

UŜE-EĤO 1935 -23- (Majo)
paĝo 1 / Seite 1
[No.23 Majo 1935 Redakcio kaj administracio: Timişoara I, Strada Lonovici 4 ....]
superskribo / Überschrift: Antaŭ kvindek jaroj
ilustraĵo / Abbildung: La titol-paĝo de la lernlibro por rumanoj:....
superskribo / Überschrift: Iom da Propagando-Psikologio – Nur kelkaj homoj malakcelas la eŭropan interkompreniĝon
EN DEK JAROJ, DEK PROCENTOJ....
paĝo 2 / Seite 2
superskriboj / Überschriften: Politikaj intertraktadoj pere de tradukistoj – Melodio kaj penso – Frakcio-luktoj daŭras – Ĉu revolucio aŭ evolucio rekondukos Rusojn al kapitalismo? -RUSOJ KIEL GRAND-AKCIULOJ – Nipkow(–)Zamenhof – London-Roma 4 horoj Paris-Bucuresti 5 .... – IMITINDA LABORO
|Ĉiu, .... La Praktiko, ....|

Rubriko Rumana -ANTAŬPAROLO (> paĝo 3 / Seite 3)
paĝo 3 / Seite 3

REFLEKTORO -AĈETO ANSTATAŬAS MILITON -Katastrofa malprospero.... -Nur du valutoj.... -GERMANIO KAJ FRANCUJO....
superskriboj / Überschriften: Financ-ministroj -Financministro kaj industriisto -Financministro kaj militministro -Spionad-gvidanto, la financ- kaj militministroj
superskriboj / Überschriften: -La granda ŝanco de l' bolŝevistoj -Tuteŭropa sekureco.
[L' EŬROPANISMO ....]
paĝo 4 / Seite 4

ilustraĵoj / Abbildungen: SPEGULO
superskriboj / Überschriften: TITULESCU POR GRANDAJ KOMUNECO – Hit.... Mark....
|.... Curs de limba europeana ....|

LA TRIBUNO DE L' KERN-ŜTATOJ (Ĉeĥoslovakio Rumanio Jugoslavio Grekujo Turkujo) -Ĉeĥoslovakio inter grandpotencoj -LA KONFERENCO DE LA BALKAN-ENTENTO EN BUCURESTI -Tre grandan atenton montris.... -Grava interkonsento rilate al la malplimultoj. -Resica, la rumana "Skoda".

|RESPONDOJ Esperanto presliteroj. ....|
UŜE-EĤO 1935 -23- (Maj) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek 

UŜE-EĤO 1935 -24- (Julio)
paĝo 1 / Seite 1
[No.24 Julio 1935 Redakcio kaj administracio: Timişoara I, Strada Lonovici 4 ....]
superskribo / Überschrift: SRO RUST, ....
ilustraĵo / Abbildung: EKONOMIA KAPTITEJO: EŬROPO
superskriboj / Überschriften: Kiuj estas la dekdu apostoloj de Esperanto? – Kiu estos la....
paĝo 2 / Seite 2

FAKTOJ -Hit.... -Beneŝ en Rusujo
|.... Curs de limba europeana ....|
superskriboj / Überschriften: La Unuiĝintaj Ŝtatoj en Ameriko – Eŭropaj devoj en Afriko. – La kvinjara Cseh-Instituto.

MEMORINDAĴOJ -Dum aŭgusto.... -Beneŝ proponis.... -En Genève.... -La eksporto.... -En Weimar.... -La "Unio de ...." -En ŝtatkasoj.... -Tri ĉeĥoslovakaj.... -Plusoj de....
[L' EŬROPANISMO ....]

Rubriko Rumana -III.Pri diversaj duarangaj influoj, en la rumana lingvo
A) La greka influo  B) La turka influo  C) La pola influo (> paĝo 3 / Seite 3)
paĝo 3 / Seite 3

BIBLIOGRAFIO -BARNOSCHI.... -Esperantaj.... -Faldprospekto.... -PETERMANN,.... -GONZAGUE.... -FLECHTNER,.... -KELLER,.... -Dr.SCHULTZE,.... -SCHÄFER,.... -KENNEDY.... -HUNGARA.... -Jesus Amaya:.... -Vojaĝoficejo.... -NOVA BIOGRAFIO....
superskribo / Überschrift: La mondstrukturo de l' aertrafiko
|CAILLAUX,....|
superskribo / Überschrift: "Mi vokas la junularon de l' mondo?"

Rubriko Rumana -III..... D) La rusa influo  E) La hungara influo  F) La modernaj influoj
paĝo 4 / Seite 4

ilustraĵoj / Abbildungen: SPEGULO
superskriboj / Überschriften: "Terpomo"-ŝtatoj "Sezon"-ŝtatoj – Historio de Esp.-entrepreno

TRANS LA LIMOJ DE NIA KONTINENTO -JAPANAĴOJ
superskriboj / Überschriften: Du malsamaj direktoj – Granda nova ponto ĉe Beograd – Interesa konkurso.
[Somera programo de la Cseh-Instituto ....]

RESPONDO
UŜE-EĤO 1935 -24- (Jul) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek 

UŜE-EĤO 1935 -25- (Septembro)
paĝo 1 / Seite 1
[No.25 Septembro 1935 Redakcio kaj administracio: Timişoara I, Strada Alexandri 7 ! ....]
superskribo / Überschrift: Ĉu naciaj, aŭ eŭropaj kolonioj?
ilustraĵo / Abbildung: LA KONTRAŬ-NATURA EKONOMIA STRUKTURO DE EŬROPO
superskribo / Überschrift: "Nürnberg" kaj Eŭropo -SENTO KAJ INTELEKTO -SOCIALISMO KAJ.... -LA UNUECA FRONTO.... -EKONOMIO KAJ.... -POPOLA POLITIKO KAJ....
paĝo 2 / Seite 2
superskriboj / Überschriften: Ankaŭ Eŭropo naskiĝas per doloro – Franz Engelmann,.... – PENSOJ SUR LA MARĜENON DE LA ITAL-ABESINIA KONFLIKTO -Interparolado aŭdita de mi, en profunda mallumo: – Or-elmigrado... – S-ro Joó entombigas Eŭropon – TITULESCU al.... -Et-Entento 15 jaraĝa. – Esperanto en Germanujo.
[.... Europanismul ....]

Rubriko Rumana -Kvin panoj (> paĝo 3 / Seite 3)
paĝo 3 / Seite 3
Nia jubleja konkurso.
superskribo / Überschrift: Grandan interesiĝon ekvenis nia aktuala demando (Kiuj estas la dekdu apostoloj de Esperanto?)

BIBLIOGRAFIO
paĝo 4 / Seite 4

ilustraĵoj / Abbildungen: SPEGULO
superskriboj / Überschriften: Ĵus aperis la germana lernolibro de la "eŭropana" lingvo – EN IASI,.... – Rekordjaro de Deutsche Lufthansa.
|"LIBRO"-ENTREPRENO ....|

TRANS LA LIMOJ DE NIA KONTINENTO -FLAVAĴOJ KAJ BLANKAĴOJ
UŜE-EĤO 1935 -25- (Sep) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek 

UŜE-EĤO 1935 -26- (Novembro)
paĝo 1 / Seite 1
[No.26 Novembro 1935 Redakcio kaj administracio: Timişoara I, Strada Alexandri 7 ....]
superskribo / Überschrift: Kolektiva sekureco (rajtas al egalrajteco!)
ilustraĵo / Abbildung: John Bull: Provu nur, firme mi staras.
superskribo / Überschrift: Atakoj kontraŭ la mond-hegemonio de Anglujo
-KIEL DEFENDAS SIN ANGLUJO?
[L'EUROPE VA-T-ELLE ....] [Voraussetzung .... Aktionsradius der Bombenflotten ....]
superskriboj / Überschriften: 100 milionoj organizas 500 milionojn – Ĉu japana aŭ eŭropa influo en Abisinio? – U So So Ro sur vojo al demokratio
paĝo 2 / Seite 2
superskriboj / Überschriften: Mussolini – "Eĉ piulo foje povas esti fiulo" – LA UNUIĜINTAJ ŜTATOJ EŬROPAJ – TOLSTOJ. – Kial fariĝis Grekujo denove monarĥio? – Japana naciismo kaj E. – KOMANDANTO L' HOPITAL,.... – Problemoj de la ĉeĥoslovaka eksterpolitiko.

Rubriko Rumana -La astronomo kaj la doktoro
paĝo 3 / Seite 3
superskriboj / Überschriften: NIA JUBILEA BALOTADO (EN LA LUMO DE L' OPINIOJ) – Gazetaro itala – JAPANUJO LABORAS... – FRANCA ELDONO DE....

BIBLIOGRAFIO
|.... Enciklopedio de Esperanto ....|
paĝo 4 / Seite 4

ilustraĵoj / Abbildungen: SPEGULO
ilustraĵo / Abbildung: Herriot kaj Daladier malsanas je "bolŝevitis".
superskriboj / Überschriften: Amu vian hom-fraton, kiel vin mem... – Ĉu Eŭropo mortsangos? – El Rumanujo – KIAL? – KION DEVAS SCII ĈIU EŬROPANO? – Kion celis la Kontrakto de la Naŭ-Potencoj
|Kiu ne parolas ....|
ilustraĵo / Abbildung: Eŭropo kor-malsanas...
|Post la sankcioj...| |Kio estas la rezulto....|

LETERKESTO
[Ĵus aperis: Europanismul ....]
UŜE-EĤO 1935 -26- (Nov) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek 

UŜE-EĤO 1936 -27- (Januaro)
paĝo 1 / Seite 1
[No.27 Januaro 1936 Redakcio kaj administracio: Timişoara I, Strada Alexandri 7 ....]
superskribo / Überschrift: Flag-ekhiso! -Blanka flagŝtofo en ....
ilustraĵo / Abbildung: AL NOVA IDEOLOGIO: NOVAN STANDARDON!
superskriboj / Überschriften: Deficita politiko – Pri propagando-taktiko .... (> paĝo 2 / Seite 2) |La bolŝevismo ....|
paĝo 2 / Seite 2
[.... Enciklopedio de Esperanto ....]
superskriboj / Überschriften: La super-mono (La sistemo de ....) – Konkurso inter eŭropaj nacioj .... – Mezurilo por movadoj – Ni devas gratuli -Kontraŭ Esperanto

Rubriko Rumana -La astronomo kaj la doktoro (> paĝo 3 / Seite 3)
paĝo 3 / Seite 3
superskriboj / Überschriften: La rezulto de nia jubilea balotado – La komuna kulturo eŭropa

BIBLIOGRAFIO

superskribo / Überschrift: KIEL(–)NE! (> paĝo 4 / Seite 4)
paĝo 4 / Seite 4

ilustraĵoj / Abbildungen: SPEGULO
ilustraĵo / Abbildung: LA FLAVA KOOPERADO
superskriboj / Überschriften: "Esperanto" en la universitataj.... – La monata salajro.... – La japanoj.... – pri Eŭropo kaj Abisinio – S-ro MITSU|I. – ĈU GERMANO POVAS EDZIĜI JE FRANCINO? – Historia deklaro 
UŜE-EĤO 1936 -27- (Jan) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek 

UŜE-EĤO 1936 -28- (Marto)
paĝo 1 / Seite 1
[No.28 Marto 1936 Redakcio kaj administracio: Timişoara I, Strada Alexandri 7 ....]
superskribo / Überschrift: ŜANCO
ilustraĵo / Abbildung: DOGANLIMOJ MALEBLAS INTERŜANĜI ABUNDECON
superskriboj / Überschriften: Ĉu oni lernis? – Kio ekskuis la potencon de Britujo sur maroj?
|Eŭropo malsanas ....|
paĝo 2 / Seite 2
superskriboj / Überschriften: PEL-ĈASO – Ekonomio de Japanujo sortproblemo por Eŭropo
|Fervojoj akcelis ....|
superskriboj / Überschriften: Historia eksperimento
-NI VOLAS KAJ DEVAS LERNI EL ĜI.
-UNUECA LINGVO EBLIGAS KREADI UNUECAN PENSMANIERON
-UNUECA PENSMANIERO NENIUN OFENDU -Nur supernacia, .... – WHW(–)500.000 -WHW Winterhilfswerk

Rubriko Rumana -PRAŬLAJ KONSILOJ (POPOLAJ PROVERBOJ) (> paĝo 3 / Seite 3)
paĝo 3 / Seite 3
superskribo / Überschrift: La ĝermiĝanta kerno...

LA TRIBUNO DE L' KERN-ŜTATOJ -Ne Danubo-konfederacion,(–)sed Kernŝtatojn! – Pend-ponto super Bosporo – MALALTIGITA POŜT-TARIFO POR LA KERN-ŜTATOJ. – NOVA DANUBO-PONTO APUD TURNUSEVERIN. – Kion signifas Balkan-klaŭzo?
paĝo 4 / Seite 4

ilustraĵoj / Abbildungen: SPEGULO
superskriboj / Überschriften: Coudenhove-Kalergi – Kra: la japana Singapore. – Armeo-budĝeto de USSR
ilustraĵo / Abbildung: ŜU-EKONOMIO EN USSR
superskribo / Überschrift: La devizo de l' eŭropanismo: Malebligi militon

LETERKESTO |Korekto: ....|
[UŜE-ELDONAĴOJ ....]
UŜE-EĤO 1936 -28- (Mar) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek 

UŜE-EĤO 1936 -29- ?
paĝo 1 / Seite 1
paĝo 2 / Seite 2
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UŜE-EĤO 1936 -29- ?

UŜE-EĤO 1936 -30- (Julio)
paĝo 1 / Seite 1
[No.30 Julio 1936 Redakcio kaj administracio: Timişoara I, Strada Alexandri 7 ....]
superskribo / Überschrift: Senfantazieco en la politiko
ilustraĵo / Abbildung: KOLORO RUĜA
superskriboj / Überschriften: Ĉu disfalos Britujo? -INVENTAĴO KAJ HEGEMONIO -1814(–)1914 -EKSTREMAĴOJ FARIĜAS MALVARMAJ -POREŬROPA POLITIKO – FORTO RUĜA
paĝo 2 / Seite 2
superskriboj / Überschriften: KIEL ORGANIZI? – Kion diris Zamenhof?
|Eŭropanoj! ....|
superskriboj / Überschriften: VOLO KAJ VOJO -BELGUJO:....–SVISLANDO.... – Imitinda solvo – KUNVENO DE UŜE-AMIKOJ EN HISPANUJO – ENLANDO(–)EKSTERLANDO! – SUPERSTIĈO-PROPAGANDO KAJ SIMILAĴOJ

Rubriko Rumana -Kion oni deziradas de deputato? (> paĝo 3 / Seite 3)
paĝo 3 / Seite 3
superskriboj / Überschriften: Teorio kaj praktiko! – LA PARLAMENTA SITUACIO DE L' EŬROPAJ ŜTATOJ (1936 MAJO) – SPRENGLER – MALPLENAJ POŜOJ...

BIBLIOGRAFIO (> paĝo 4 / Seite 4)
paĝo 4 / Seite 4

ilustraĵoj / Abbildungen: SPEGULO
superskriboj / Überschriften: ĈU NE ESTUS UTILE, .... – Kiamaniere oni povus akceli la fremdul-trafikon? – Survoje al unuecigo – Teatra flug-trafiko – Virino kaj politiko – Germana financ-ministro .... La angla la unua fremdlingvo en Germanio. – Ĉu dialektoj?

RESPONDOJ
[UŜE-ELDONAĴOJ ....]
UŜE-EĤO 1936 -30- (Jul) -01- bis -30- (ohne -29-) Österreichische Nationalbibliothek 


UŜE-EĤO 1936 -31- (Septembro)
paĝo 1 / Seite 1
[No.31 Septembro 1936 Redakcio kaj administracio: Timişoara I, Strada Alexandri 7 ....]
superskribo / Überschrift: Ĉu Genève aŭ Eŭropa-Centro?
ilustraĵo / Abbildung: EŬROPA-CENTRO
superskribo / Überschrift: KALIBRO DE IDEOJ -JEN TERITORIE: -JEN ORGANIZE: -JEN FORMALE: -KONKLUDO (> paĝo 2 / Seite 2)
paĝo 2 / Seite 2
superskribo / Überschrift: La UŜE-movado devas fariĝi politika faktoro en Eŭropo
|Se la eŭropanoj ....|
superskriboj / Überschriften: La unua kunveno de UŜE-amikoj okaze de la Esp.-kongreso en Barcelona -Ke la eŭropa lingvo.... -Noto de redakcio: – Revolucio de l' nacioj (> paĝo 3 / Seite 3) – Angla leciono (> paĝo 3 / Seite 3)
paĝo 3 / Seite 3
[.... Ĉu Genève aŭ ....]
superskriboj / Überschriften: Kial mankis la rusoj? – Telefon-libron parkere lerni – Svislando

BIBLIOGRAFIO (> paĝo 4 / Seite 4)
paĝo 4 / Seite 4

ilustraĵoj / Abbildungen: SPEGULO
ilustraĵo / Abbildung: – LA NOVAJ KANON-KOMERCISTOJ
superskriboj / Überschriften: Skismo en la III. Internacionalo – PARDONU...sed metu la.... – SUOMI – USONA FLOTO SUR EŬROPAJ MAROJ – La aervojaj transportoj (Vidu....) – Liberigo de Eŭropo de la katenoj – Administraciaj sciigoj
[UŜE-ELDONAĴOJ ....]
UŜE-EĤO 1936 -31- (Sep) -31- bis -43- Österreichische Nationalbibliothek 

UŜE-EĤO 1936 -32- (Novembro)
paĝo 1 / Seite 1
[No.32 Novembro 1936 Redakcio kaj administracio: Timişoara I, Strada Alexandri 7 ....]
superskribo / Überschrift: DEKNAŬULOJ
ilustraĵo / Abbildung: Kristaliĝo de ŝtat-ligoj,....
superskriboj / Überschriften: CAROL LA DUA, BENEŜ, PRINCREGENTO PAŬLO
paĝo 2 / Seite 2
superskriboj / Überschriften: Sango kaj mono – Mankas la Eŭropaj Batalantoj! SE....TIAM.... – VIV-SPUROJ... -BRITUJO....-ŜTATLIGOJ -POLUJO – KONKURSO
Baghy(–)Kalocsay -Julio Baghy,.... -Kolomano Kalocsay,.... (> paĝo 3 / Seite 3)
paĝo 3 / Seite 3
superskriboj / Überschriften: Aviado kaj UŜE – Stratosfer-fluginstituto en Italujo –  NI FARU FINON...! – U.E.A. – Al nova pedagogio pere de la eŭropa lingvo -Necesas edukado por la vivbatalo (> paĝo 4 / Seite 4)

BIBLIOGRAFIO
paĝo 4 / Seite 4

ilustraĵoj / Abbildungen: SPEGULO
ilustraĵo / Abbildung: FORTIKAĴOJ EN LA MEDITERANEO
superskriboj / Überschriften: Modela solvo de l' minoritata problemo. – EŬROPAĴO – Kion ebligas la moderna teĥniko... – La eŭropa lingvo en Kimrujo – Novaj flughavenoj apud Berlin kaj München. –

Letero el Germanujo
superskribo / Überschrift: Sur la marĝenon de la konferenco de Bratislava
|Poŝtkartoj pri Baghy kaj Kalocsay, ....|
superskribo / Überschrift: Anoncetoj politikaj -Diversaj registraroj -Ĵurnalisto -Inventistoj! Bonideuloj! -S-ro redaktoro.... -Tradukistoj -S-ro redaktoro Oskar....  

RESPONDO
[UŜE-ELDONAĴOJ ....]
UŜE-EĤO 1936 -32- (Nov) -31- bis -43- Österreichische Nationalbibliothek 

UŜE-EĤO 1937 -33- (Januaro)
paĝo 1 / Seite 1
[No.33 Novembro 1937 Redakcio kaj administracio: Timişoara I, Strada Alexandri 7 ....]
superskribo / Überschrift: Sen
ilustraĵo / Abbildung: ROOSEVELT "DUŜAS" LA MILITEMAN EŬROPON.
superskribo / Überschrift: "Kiel evoluos la hispana milito ĝis decembro 1937?" -La hispana milito kaj Eŭropo -Kolonelo Passerini, Livorno (Italio): -Ĝis 31. Decembro 1937 supozeble tiel evoluos la hispana milito: -S-ro J. Krausz, Brasov (Rumanio) profetas:
|La kreskanta intereso .... Eldonejo LIBRO.|
paĝo 2 / Seite 2
|KORAN BONDEZIRON POR LA NOVA JARO ....|
superskriboj / Überschriften: "Ĉu UŜE estos pli proksima?" – "La fino de la hispanaj malamikaĵoj estos provizora kompromiso..." – VERAJ KAŬZOJ (> paĝo 3 / Seite 3)
|UŜE-amikoj! Disvastigu la eŭropanan lingvon! ....|

Rubriko Rumana -Kion oni deziras de deputato (> paĝo 3 / Seite 3)
paĝo 3 / Seite 3
|R. M. Rilke: SE MI MORTOS? ....|
superskriboj / Überschriften: LA TRIBUNO DE L' KERN-ŜTATOJ -POLIC-ATAŜEJOJ EN LA ET.... -AMIKEC-PAKTO INTER.... -En la ĉeĥaj lernejoj.... – AVIADO -Fluglinio tra la arktaj.... -Statisitko de la aertrafiko -Stelflugo al Tokio en 1940. – Rimarkinda telegram-ŝanĝo.

BIBLIOGRAFIO
paĝo 4 / Seite 4

ilustraĵoj / Abbildungen: SPEGULO
superskriboj / Überschriften: -Ne varma-malvarma,.... -THE BRITISH ESPERANTIST..... -LA PRAKTIKO. -POLA ESPERANTISTO. -Nebula ĥaoso de.... -"Julio Baghy, la...." -ESPERANTO, Internacia Revuo de UEA.... -FRANCA ESPERANTISTO.... -Daŭriga volumo de Enciklopedio de Esp..... -KLÚĈ JAZYKA ESPERANTO..... -KLÍĈ JAZYKA ESPERANTO..... – LIGO DE AMERIKAJ ŜTATOJ? – La eŭropa lingvo en Germanujo
RADIO
superskriboj / Überschriften: Konstanta plimultiĝo de la niponanoj
ANONCETOJ
[UŜE-ELDONAĴOJ ....]
UŜE-EĤO 1937 -33- (Jan) -31- bis -43- Österreichische Nationalbibliothek 

UŜE-EĤO 1937 -34- (Februaro)
paĝo 1 / Seite 1
[No.34 Februaro 1937 Redakcio kaj administracio: Timişoara I, Strada Alexandri 7 ....]
superskribo / Überschrift: Mussolini eraras,....  
ilustraĵo / Abbildung: Estus ĝojinde, se....
superskribo / Überschrift: Tutsole pri tio temas! (> paĝo 2 / Seite 2)
paĝo 2 / Seite 2
|DETERING: ....|
superskriboj / Überschriften: Kreanta spirito vivas! -La unua subakva elektra centrejo de l' mondo -Malpeza akumulatoro -Ĝiroplano Bréguet – Ĉu redonos Britujo la germanajn koloniojn? – Ford, Bosch, Bata – Kion fari? – "...Vi, karaj Eŭropanoj,...."

Rubriko Rumana -Aŭdienco ĉe la militafer-ministro (> paĝo 3 / Seite 3)
paĝo 3 / Seite 3
superskriboj / Überschriften: Havu forton por fari pli! – Larin-Kyösti kaj la help-lingvo de ni ambaŭ
|.... Respondkuponoj de la poŝto ....|

BIBLIOGRAFIO (> paĝo 4 / Seite 4)
|LM libro ....|.... LINGVO-LIBRO ....|
paĝo 4 / Seite 4

ilustraĵoj / Abbildungen: SPEGULO
ilustraĵo / Abbildung:  "La sang- kaj mortbataliono...."
superskriboj / Überschriften: Rusujo kaj la Et-Entento en la mondpolitiko – SPORTO – OSLO-BLOKO – La nova lerneja atesto en Germanio – Kie estas la blank-ĉemizuloj?
ANONCETOJ
[UŜE-ELDONAĴOJ ....]
UŜE-EĤO 1937 -34- (Feb) -31- bis -43- Österreichische Nationalbibliothek 

UŜE-EĤO 1937 -35- (Marto)
paĝo 1 / Seite 1
[No.35 Marto 1937 Redakcio kaj administracio: Timişoara I, Strada Alexandri 7 ....]
superskribo / Überschrift: Armado²
ilustraĵo / Abbildung: ĈU PER AKVO AŬ PER BENZINO ONI ESTINGAS LA FAJRON?
superskribo / Überschrift: Ĉu UŜE aŭ USSR? -KIAL NE VENKOS LA KOMUNISMO? -LA POLITIKA STRUKTURO DE USSR NE ESTAS TAŬGA POR LA DAŬRO. -Politik-strukture la.... (> paĝo 2 / Seite 2) -Ekonomio.... -Antaŭ -....
paĝo 2 / Seite 2  
superskriboj / Überschriften: Ĉu Anglujo kondamnis Eŭropon al eterna dispecigiteco? – Danubo-Imperio de Dro Schuschnigg – Ĝis kiam daŭros la "blokado" de Germanio? – Bomboj kontraŭ bomb-aviadiloj

Rubriko Rumana -Aŭdienco ĉe la militafer-ministro
paĝo 3 / Seite 3
AVIADO -Interbalkana aertrafiko. -Internacia Aviad-afera Ekspozicio en Bruxelles. -New-York(–)Paris. -Internacia kongreso de turismo.

LA TRIBUNO DE L' KERN-ŜTATOJ -Vigla politika vivo en Kern-ŝtatoj
superskriboj / Überschriften: Speciala pasporto por la kernŝtatoj – Memortabulo por Kemal. – Salto el 20 metra alto per falŝirmilo. – "S-ro profesoro kaj la paco" – Tarif-konkurenco inter la Societo de Suezkanalo kaj sudafrikaj havenoj.
|LM libro ....|.... LINGVO-LIBRO ....|
superskribo / Überschrift: Eŭropanismo kaj Demokratio
[Kubo-ABC de la eŭropana lingvo ....]

BIBLIOGRAFIO
paĝo 4 / Seite 4

ilustraĵoj / Abbildungen: SPEGULO
superskriboj / Überschriften: Lando de l' kantoj kaj de la hom-buĉado – Esperantisto kaj politiko
ilustraĵo / Abbildung: Program-redukto
superskriboj / Überschriften: Militarismo kaj popoloj – OLIMPIADO – Viglia enhavo kun.... – Definitiva propono al kalendar-reformo – Tri vortoj – ADMINISTRACIA SCIIGO
[UŜE-ELDONAĴOJ ....]
UŜE-EĤO 1937 -35- (Mar) -31- bis -43- Österreichische Nationalbibliothek 

UŜE-EĤO 1937 -36- (Aprilo)
paĝo 1 / Seite 1
[No.36 Aprilo 1937 Redakcio kaj administracio: Timişoara I, Strada Alexandri 7 ....]
superskribo / Überschrift: Arteriosklerozo
ilustraĵo / Abbildung: Nombro de Kern-ŝtatoj kreskis per:
superskribo / Überschrift: Ĉenero post ĉenero... -PER LA MORTO DE GÖMBÖS,.... -EDEN LAŬDAS... -DU POLITIKAJ TENDENCOJ EN ĈEĤOSLOVAKIO -SCHACHT INTERESIĜAS... -EŬROPA LINGVO KAJ KERNŜTATOJ (> paĝo 2 / Seite 2) -KONSCIA DEVAS FARIĜI LA KERNŜTATA POLITIKO
paĝo 2 / Seite 2
[UŜE-ELDONAĴOJ ....]
superskriboj / Überschriften: Ĉu oni kronas la lastan reĝon de Grand-Britujo? – Bismarck diktas ankoraŭ hodiaŭ – El 10 fariĝis 30! – PRUVO

Rubriko Rumana -La samnomulo de lia direktora moŝto (> paĝo 3 / Seite 3)
paĝo 3 / Seite 3
superskriboj / Überschriften: Pli ol 100 milionojn da aŭtomobiloj devus Eŭropo havi! – Du trafik-aksoj konstruataj – "Leĝoj de lingvo-uzado en la mondo" – Duono de l' mond-havaĵo en posedo de USA – Manovroj kun ŝtal-municio! – Sam-rajtecon.... – Bulgario konstruas radio-grandstacion. – Bonaj lernantoj....
|LM libro ....|.... LINGVO-LIBRO ....|

BIBLIOGRAFIO (> paĝo 4 / Seite 4)
paĝo 4 / Seite 4

ilustraĵoj / Abbildungen: SPEGULO
ilustraĵo / Abbildung: JEN LA USONA OPINIO PRI EŬROPO!
superskriboj / Überschriften: Dogan-unio inter Jugoslavio(–)Bulgario estas diskutata. – MILITISTARA UNIFORM-SERVO DE L' OSLO-ŜTATOJ – El USSR fariĝas Ruslando! – Ĉesigo de aerpoŝtotaksoj.... – Katolika Esperanto-kongreso en 1938. – En Berlin....
ANONCETOJ -Prezo de anoncetoj: -KURSGVIDANTOJ atentu!

RESPONDOJ .... -E. J. en F.: UŜE-EĤO ne estas malpermesata en Germanio.....
[Somera programo de Internacia Cseh-Instituto ....]
UŜE-EĤO 1937 -36- (Apr) -31- bis -43- Österreichische Nationalbibliothek 

UŜE-EĤO 1937 -37- (Majo)
paĝo 1 / Seite 1
[No.37 Majo 1937 Redakcio kaj administracio: Timişoara I, Strada Alexandri 7 ....]
superskribo / Überschrift: Aliĝo permesata
ilustraĵo / Abbildung: LA AKSO FAŜISTA
superskriboj / Überschriften: LA AKSO -ŜANCOJ -DIGO -ĈU DISIGILO? (> paĝo 2 / Seite 2) -KIU FINVENKOS?
[La lukto en Hispanio povas esti antaŭludo de tuteŭropa milito. ....]
paĝo 2 / Seite 2
superskriboj / Überschriften: Sociala ekvilibro, sanaj financoj, bone armita armeo.... – La fonto – Parlament-Unio de la Et-Entento – OSLO-ŜTATOJ
[Kiel vi fartus, ....]

Rubriko Rumana -La samnomulo de lia direktora moŝto (> paĝo 3 / Seite 3)
paĝo 3 / Seite 3

REFLEKTORO -VERA INTERFRATIĜO
superskriboj / Überschriften: Militdeklaroj – Profesoro Dro Pötzl rifuzas... – Ankoraŭ tio mankas...
|LM libro ....|.... LINGVO-LIBRO ....|
superskriboj / Überschriften: ROLLET DE L' ISLE Malsimplaj formoj de la verbo -REGULOJ (> paĝo 4 / Seite 4) -SE LA MOMENTO.... -RIMARKOJ

BIBLIOGRAFIO (> paĝo 4 / Seite 4)
paĝo 4 / Seite 4

ilustraĵoj / Abbildungen: SPEGULO
ilustraĵo / Abbildung: –Kolonelo mia!....
superskriboj / Überschriften: UNUECIGO DE DOGAN-TARIFOJ.... -Kombinita ŝip- kaj fervoj-tarifoj.... – Nova unuo. 1 Benz = 1 kilometro....
[UŜE-ELDONAĴOJ ....]
UŜE-EĤO 1937 -37- (Maj) -31- bis -43- Österreichische Nationalbibliothek 

UŜE-EĤO 1937 -38- (Junio)
paĝo 1 / Seite 1
[No.38 Junio 1937 Redakcio kaj administracio: Timişoara I, Strada Alexandri 7 ....]
superskribo / Überschrift: Ekskurso en la politikon
ilustraĵo / Abbildung: LA URSO (URSS) LIBERIGAS SIN DE SIA DANCIGANTO.
superskribo / Überschrift: Mortas la ruĝa armeo(–)estiĝas la armeo de naciistaj rusoj -PLEJ DANĜERAJ MONATOJ POR LA EŬROPA PACO -LA DUA SEMESTRO DE 1937 -AL MODERNA ARMITA ARMEO VENOS PATRIOTISMO KAJ ENTUZIASMO -LA PLEJ GRANDA ARMEO DE EŬROPO KAJ ĜIA MISIO (> paĝo 2 / Seite 2)
paĝo 2 / Seite 2
[UŜE-AMIKOJ DISVASTIGU LA ....]
superskribo / Überschrift: Kion la itala faŝista registraro faris....
[Ĵus aperis la .... Übungsbuch der europäischen Sprache ....]

Letero al UŜE-EĤO: Flandrujo, eŭropa lando

Rubriko Rumana -La honto de l' familio. (> paĝo 3-4 / Seite 3-4)
paĝo 3 / Seite 3
superskriboj / Überschriften: Mia edzino perlaboras – PRIJUĜU!.... AL japaninoj...!
|LM libro ....|.... LINGVO-LIBRO ....|
paĝo 4 / Seite 4

ilustraĵoj / Abbildungen: SPEGULO
ilustraĵo / Abbildung: Tio estas sensacia komuniko pri la....
superskriboj / Überschriften: La mond-flughaveno Berlin venontjare preta – Nub-skrapulo. – PANRUSA FAŜISTA PARTIO. – Ĉampionoj de piedpilko – Francujo konstruas 1000 kilowatt-radiostacion. – Rumanio inter la unuaj – KOOPERADO de AIR FRANCE kaj DEUTSCHE LUFTHANSA. – FRONTO DE LIBERECO. – LA UNUA!
|AL NIAJ LEGANTOJ! ...."Eŭropanoj lernu eŭropane"!|

RESPONDO
UŜE-EĤO 1937 -38- (Jun) -31- bis -43- Österreichische Nationalbibliothek 

UŜE-EĤO 1937 -39- (Julio)
paĝo 1 / Seite 1
[No.39 Julio 1937 Redakcio kaj administracio: Timişoara I, Strada Alexandri 7 ....]
superskribo / Überschrift: ĈIUJ
ilustraĵo / Abbildung: EŬROPANOJ, LERNU EŬROPANE!
superskribo / Überschrift: Lernu ni el spertoj! -KION ONI SPERTIS? -KION FARI? -LA SENANTAŬSENTULOJ (> paĝo 2 / Seite 2)
paĝo 2 / Seite 2
superskribo / Überschrift: UNUECAJ POŜTMARKOJ DE LA ET-ENTENTO
[.... UŜE-ELDONAĴOJN! ....]
superskriboj / Überschriften: EL SVEDLANDO – KOMUNA TURISTA MONO POR LA ET-ENTENTO. – Svisujo kvarlingva. – Pipfumado aliigis gramatikon de lingvo. – Mia edzino perlaboras (> paĝo 3 / Seite 3)

Rubriko Rumana -La "okupadoj" de estinta ministro (> paĝo 3 / Seite 3)
paĝo 3 / Seite 3
superskriboj / Überschriften: "Ni lernu latine!" – Dek specoj de senmorteco – Laborista Esp., Amsterdam:
|LM libro ....|.... LINGVO-LIBRO ....|
superskriboj / Überschriften: JAPANAJ PREZOJ – FONDAD-FEBRO EN BUCURESTI.
paĝo 4 / Seite 4

ilustraĵoj / Abbildungen: SPEGULO
|EŬROPANIGU VIAJN AMIKOJN! INSTIGU ILIN, LERNI LA EŬROPANAN LINGVON!|

BIBLIOGRAFIO
superskriboj / Überschriften: VOJAĜO AL NORDA EŬROPO – HUMORO POLITIKA
ANONCETOJ

RESPONDOJ
KRUCVORT-ENIGMO
UŜE-EĤO 1937 -39- (Jul) -31- bis -43- Österreichische Nationalbibliothek 


UŜE-EĤO 1937 -40- (Aŭgusto)
paĝo 1 / Seite 1
[No.40 Aŭgusto 1937 Redakcio kaj administracio: Timişoara I, Strada Alexandri 7 ....]
superskribo / Überschrift: Aŭtoritato
ilustraĵo / Abbildung: LA FINCELO DE JAPANOJ
superskribo / Überschrift: Ĉu la flava aŭ la ruĝa estas pli danĝera?
-LA FLAVA DANĜERO -LA RUĜA DANĜERO (> paĝo 2 / Seite 2) -ĈU SUBTENO DE JAPANOJ AŬ ĈINIOJ!
paĝo 2 / Seite 2
superskriboj / Überschriften: En Sinaia grava decido pri plifortigo de l' Et-Entento – Ĉu nova instru-metodo havas ankoraŭ ŝancojn? -1.Ellerno de gramatiko. -2.Tradukoj el la eŭropana lingvo naci-lingven. -3.Tradukoj el la naci-lingvoj eŭropanen. -4.Parolado. – Ĉu fariĝos Rujuso aktiva en la Ekstrem-Orienta konflikto?
[.... Kontrolltext zum Übungsbuch der europäischen Sprache ....]

Rubriko Rumana -La oratoro (> paĝo 3 / Seite 3)
paĝo 3 / Seite 3

BIBLIOGRAFIO !! (> paĝo 4 / Seite 4)
|LM libro ....|.... LINGVO-LIBRO ....|
[.... UŜE-ELDONAĴOJN! ....]
paĝo 4 / Seite 4
ilustraĵoj / Abbildungen: SPEGULO
superskribo / Überschrift: GARIBALDI – Solvo de la unua krucvort-enigmo: – DUA KRUCVORT-ENIGMO – Komerco subtenas patriotan politikon – POLITIKA HUMORO – LA VIVO KAJ LA DOGANLIMOJ – La plimultiĝo de flava raso. – Metro-sistemo en Ĉinujo.
KOREKTO
ANONCETOJ

RESPONDO
UŜE-EĤO 1937 -40- (Aŭg) -31- bis -43- Österreichische Nationalbibliothek 

UŜE-EĤO 1937 -41- (Septembro)
paĝo 1 / Seite 1
[No.41 Septembro 1937 Redakcio kaj administracio: Timişoara I, Strada Alexandri 7 ....]
superskribo / Überschrift: Rat-epoko
ilustraĵo / Abbildung: ĈU ILI FAROS EN ESTONTO EŬROPAN POLITIKON?
superskriboj / Überschriften: La faŝismo.... kontraŭveneno nomiĝas eŭropanismo – Ĉu grave?
paĝo 2 / Seite 2
superskriboj / Überschriften: Kion oni aŭdis el Nürnberg? – SENSACIA NOV-ORGANIZO DE L' KURACADO – Por "VÖ.... BEOBACHTER".... – PREDIKANTOJ DE L' NACI-SOCIALISMO – Ligo de Nacioj inaŭguris sian parlamenton
[Eŭropanigu .... eŭropanan lingvon!]

REFLEKTORO -EDEN REKORDIS -1%-a DISKONTO EN USA -FAMAJ RUSAJ EMIGRANTOJ
Gardostaranto No. 6 (> paĝo 3 / Seite 3)
paĝo 3 / Seite 3
superskriboj / Überschriften: Balkan-Instituto – Plej granda ponto de Eŭropo – ET-ENTENT-SCIIGOJ -ET-ENTENTO(–)HUNGARIO -Malfermo de aer-trafiko -Sekretariejo de Et-Entento en Bucuresti. -D-ro Krofta en Paris. -Naciaj bank-estroj en Bucuresti. – Sen instruisto,
[.... UŜE-ELDONAĴOJN! ....]
|LM libro ....|.... LINGVO-LIBRO ....|

BIBLIOGRAFIO (> paĝo 4 / Seite 4)
paĝo 4 / Seite 4

ilustraĵoj / Abbildungen: SPEGULO
superskriboj / Überschriften: Solvo de la unua krucvort-enigmo: – TRIA KRUCVORT-ENIGMO – Nedelikataj demandoj – La franca eksterministro, – GENERALSTAB-KONFERENCO DE BALKANŜTATOJ. – Ĝis nun.... – Bonan lingvan...
ANONCETOJ

RESPONDOJ
UŜE-EĤO 1937 -41- (Sep) -31- bis -43- Österreichische Nationalbibliothek 

UŜE-EĤO 1937 -42- (Oktobro)
paĝo 1 / Seite 1
[No.42 Oktobro 1937 Redakcio kaj administracio: Timişoara I, Strada Alexandri 7 ....]
superskribo / Überschrift: 1700 ĈP
ilustraĵo / Abbildung: LUFT-HANSA AIR-FRANCE
superskribo / Überschrift: Kooperado en la aviado
|MUSS.... – FLAN.... – ROSE.... |
superskribo / Überschrift: Publikaj demandoj al Lidia Zamenhof -Ĉu vi konas.... -Ĉu por naciaj.... -Kio estas pli.... -Ĉu ekzistas jam.... -Ĉu oni daŭrigu.... -Ĉu eŭropana lingvo.... -Ĉu propagandado.... (> paĝo 2 / Seite 2) -Ĉu perdus.... -Kiu diris....
paĝo 2 / Seite 2
[.... UŜE-ELDONAĴOJN! ....]
superskriboj / Überschriften:

Leteroj al UŜE-EĤO -..Isle -..Magel

Respondo: – Grafo d' Ormesso: – Oficialaj sciigoj de la Akademio (> paĝo 3 / Seite 3)
|.... Exercitii de limba europeana ....|
BENCE UZ (> paĝo 3 / Seite 3)
paĝo 3 / Seite 3
superskriboj / Überschriften: Penseroj – AVIADO -NOV-SISTEMA FLUGMOTORO.
-RAM-PUŜILO DE L'AERO. -BARIL -25.000 PILOTOJ – La franca lingvo
|LM libro ....|.... LINGVO-LIBRO ....|

BIBLIOGRAFIO (> paĝo 4 / Seite 4)
paĝo 4 / Seite 4

ilustraĵoj / Abbildungen: SPEGULO
superskriboj / Überschriften: Seneri Hill – SINJORINO SOLA – Aviadil-statistiko. – NONSTOPFLUGO LONDON(–)SYDNEY 1938 – Plej longa aŭto-strato de l'mondo. –  Solvo de la tria krucvort-enigmo: – Solvo de....
ANONCETOJ

LETERKESTO
UŜE-EĤO 1937 -42- (Okt) -31- bis -43- Österreichische Nationalbibliothek 

UŜE-EĤO 1937 -43- (Decembro)
paĝo 1 / Seite 1
[No.43 Decembro 1937 Redakcio kaj administracio: Timişoara I, Strada Alexandri 7 ....]
superskribo / Überschrift: Ridetu japano!
ilustraĵo / Abbildung: MONDPOLO.... FONDO....
superskriboj / Überschriften: La triangulo Berlin–Roma–Tokio -KIEL VENKI.... -LA AKSO.... -LA PANO.... (> paĝo 2 / Seite 2)
paĝo 2 / Seite 2
[.... UŜE-ELDONAĴOJN! ....]
superskriboj / Überschriften: HORIA, CLOSCA KAJ CRISAN -LA VOJO DE.... -LA IMPERIESTRO.... -KION POSTULIS.... -LA REVOLUCIO -LA FINO DE.... – Ĉu praktika solvo?
ADIAŬ EŬROPO (> paĝo 3 / Seite 3)
paĝo 3 / Seite 3
SAMTEMPULOJ -CIVILULO -LA UNIFORMULO -BOJKOTULO -FILO DE ŜTATO – Kiu pravas rilate al nov-nomigo? – Kritik-histora skizo – 1914(–)1944 – La granda "veturilo" – LA KAŬZO
|LM libro ....|.... LINGVO-LIBRO ....|

BIBLIOGRAFIO (> paĝo 4 / Seite 4)
paĝo 4 / Seite 4

ilustraĵoj / Abbildungen: SPEGULO
superskriboj / Überschriften: Konkurso – Sinekur-patriotismo – NORDVOJAĜO KRESTANOV – Japana ortografio sankciita – AKSO-AŬTARKIO. – AL abonantoj! (Pro teĥnikaj kaŭsoj ne estis eble aperigi la novembran numeron. Ĉe tiu ĉi okazo ni volas mencii, ke la kalkulo de abonoj, jam de komenco, ne okazas laŭjare, sed laŭnumere. Do, abonpagintoj nenion perdas. UŜE-EĤO Organo de l' eŭropanismo.)
UŜE-EĤO 1937 -43- (Dec) -31- bis -43- Österreichische Nationalbibliothek 

Ausgaben 01 bis 30 (ohne 29) Österreichische Nationalbibliothek (digital.onb.ac.at):
Ausgaben 01 bis 30 (ohne 29)
Ausgaben 31 bis 43 Österreichische Nationalbibliothek (digital.onb.ac.at):
Ausgaben 31 bis 43

Kleinere nachträgliche Korrekturen speziell bei UŜE-EĤO 2022040620221027SE

* Begriffsdeutungen
In einigen Fällen stößt die Übersetzung an Grenzen. Gern dürfen diese Passagen geprüft werden. Hilfreich ist der Vergleich mit dem Original besonders bei mit* gekennzeichneten Wörtern oder Sätzen. Viele der zu Zauners Zeiten benutzen Begriffe sind heute (insbesondere seit einigen Jahren, Monaten, Wochen) teilweise nicht mehr tragbar. Weil sich Bedeutungen, Auslegungen und Ansichten verändern und das gerade, wenn mit ihnen später unmenschliche Handlungen der Mächtigen benannt wurden. Wenn passend, wurden die Begriffe an heutige Gewohnheiten angepasst.
ĉe - "Tsche" –
ideologio –
Liga der Nationen
movado - Bewegung
propagando –
raso - Ethnie – Der Begriff der Rasse wird je nach Sprache unterschiedlich bewertet. In diesen Text-Übersetzungen werden, soweit es einzuordnen ist, die Begriffe Rasse wie auch Ethnie verwendet. Die jeweilige Anwendung ist schwierig. Bis in die neuere Zeit fand der Begriff der Rasse große Verbreitung. Da damit die Ideologie einer Bewertung von Menschen nach ihrer Herkunft mitschwingt, ist eine Nutzung heute nicht mehr tragbar. Betrachten Sie also diese Texte immer im zeitlichen Kontext.
zu¹: Zitate Zauner
zu²: Original-Zitate
zu³: Kommentar zu Artikeln und Zitaten aus UŜE-EĤO


© 20210705 SE 

Leider ist auch wenig über die genauen Orte des Verlags und der Buchhandlung "Libro" bekannt. Herr Schässburger schrieb, daß sich die Buchhandlung am Domplatz in Temesvar befunden haben soll. Der Verlag "Libro" wird in den Schriften mit der Str. Lonovici 1 angegeben, allerdings erscheint dort auch die Hausnummer 4. Heute findet man auf dem Stadtplan aber nur eine Straße "Episcop Joseph Lonovici". Herr Neurohr vollzog die Änderungen nach. Die ehemalige Lonovits-Straße heißt jetzt Episcop Augustin Pacha. Wahrscheinlich begannen die Straßennummern vom Domplatz aus, damit auch am Eckhaus Lonovits-Straße 1 (google.com/maps). 2019071520201230SE
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Sammlung für Plansprachen
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Abbildung



EUROPÄER!
01. Trotz allem, glaube an die Europa-Union.
 - Damit meinte Zauner die Idee eines geeinten Europas.
02. Anläßlich Wahlen, stimme nur auf jene Partei, die für die Schaffung eines einheitliches europäischen Wirtschaftsgebietes kämpft. 
 - Inzwischen Realität. Leider wird zu wenig an die Europabürger gedacht.
03. Propagiere die Schaffung eines Parlamentes der europäischen Parlamente. 
 - Dies deutet auf ein inzwischen reales Europäisches Parlament hin.
04. Fordere die Aufstellung einer gemeinsamen europäischen Armee und die Einführung einer einheitlichen europäischen Valuta. 
 - Was sollen denn heute die nebeneinander stehenden nationalen Armeen? Valuta: Gemeint ist die einheitliche Währung.
05. Fordere für Länder, Provinzen und Städte in den Vereinigten Staaten von Europa weitestgehende, naturbedingte Autonomie. 
 - Subsidiarität nennt man das heute. Was nicht gemeinsam beschlossen werden muß, kann man besser am Ort lösen.
06. Erlerne die Sprache "Europäisch". 
 - Alles klar, damit ist die internationale weltweite Sprache Esperanto gemeint. Europa ist ein starker Anwendungsfall.
07. Ehre und schätze das Volkstum der Anderen. 
 - Vielfalt der Kulturen und Toleranz gegenüber den Anderen nennt man das jetzt.
08. Kämpfe für die Entbürokratisierung (Entstaatlichung und Entmonopolisierung) der Wirtschaft. 
 - Gilt auch immer und bleibt aktuell. Allerdings zeigt der heutige Umgang mit Bahn und Post Probleme.
09. Kämpfe für Gesetze und Institutionen die - ein soziales Wachsen - einen freien, natürlichen, sozialen Schichtenwechsel ermöglichen. 
 - Gemeint ist die Chancengleichheit. Thema ungelöst!
10. Wer für die Vereinigung Europas kämpft, fördert den Weltfrieden. 
 - Das wird leider gern übersehen! Nichts ist einfach so sicher. Thema aktuell! (SE20180625..)
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1932: Gründung Klub der UŜE-Freunde (Klubo de la UŜE-amikoj)

edexorganiform Ein großes Ziel braucht Mitstreiter und muß organisiert werden. Freunde von UŜE fanden sich 1932 in einem Klub von UŜE-amikoj zusammen. In gewisser Weise ähnelt der Ansatz schon dem neuen von EDE. Inhaltlich gibt es eine große Nähe. Einige Aktivitäten um UŜE und UŜE-amikoj sind überliefert. Über die Gründung wird in der Enciklopedio de Esperanto 1933 Seite 1059 berichtet. 1934 wurde die März-Ausgabe von UŜE-EĤO in der spanischen Esperanto-Zeitschrift "Hispana Esperanto-Gazeto" (Nr.36) erwähnt.
EDE-Vorläufer-Seite | 1932: Gründung Klub der UŜE-Freunde (Klubo de la UŜE-amikoj)

1936: GENF ODER EŬROPA-CENTRO?

Angesichts der politischen Verhältnisse sah Zauner keine Möglichkeit mehr, eine Partei in einer Demokratie zu etablieren. So versuchte er parallel zu den "unduldsamen Regimen" denkbare Strukturen für ein kommendes Europa zu entwickeln. Gemäß der damals vorherrschenden Meinung verglich er Europa mit einer Nation, also ähnlich den nationalen Staaten, aber auf einer anderen Ebene. Auch heute geht es immer noch darum, die eine europäische Allgemeinheit betreffenden Kompetenzen nicht den einzelnen Nationalstaaten zu überlassen. Über diese Fragen schrieb er 1936 in "GENF ODER EŬROPA-CENTRO?" Darin nahm er die Situation in Europa an, versuchte aber zusätzlich den europäischen Gedanken in einen technisch-organisatorischen Bereich zu führen. Wie könnte der europäische Luftverkehr optimiert werden? Für bestimmte Fälle mit einem zentralen Flughafen auf einem gemeinsamen zentraleuropäischen Territorium. Heute nennt man das Logistik. Berührt wird aber auch die Frage, wie dezentral, zentral oder gemeinschaftlich etwas zu organisieren ist. Damals war Genf die Stadt des Völkerbundes, praktisch dem Vorläufer der UNO. Daneben wäre auch eine europäische Hauptstadt notwendig geworden. In einem Imaginären Gespräch zwischen ihm und einem Zweifler erklärt er seine Absichten. Hier einige Auszüge:


WO SOLL "EŬROPA-CENTRO" GEGRÜNDET WERDEN?
 - ZW: Wie würden Sie den geographischen Ort für "Eŭropa-Centro" bestimmen?
 - ZA: Dies ist keine allzuschwere Sache.
 - ZW: Wie doch?!
 - ZA: Man verbindet auf den Landkarten die Städte London-Ankara, Moskva-Madrid u. Oslo-Roma. Der Schnittpunkt dieser Linien bildet für uns den geographischen Mittelpunkt von Europa.
 - ZW: Und wo befindet sich dieser Schnittpunkt?
 - ZA: In der Nähe von Regensburg.
 - ZW: Aber, dann ist der Plan schon im vorhinein undurchführbar!
 - ZA: Ich weiß, Sie wollen sagen, daß ganz Europa dagegen wäre.
  ....  ....  
WER SOLL DAS PROJEKT VERWIRKLICHEN?
 - ZW: Und Sie glauben, dass Sie für "Eŭropa-Centro" Interessenten finden?
 - ZA: Warum nicht?
 - ZW: Die Gesinnung der europäischen Massen ist durchaus nicht danach.
 - ZA: Das gebe ich zu. Zur Verwirklichung eines solchen Programmes braucht man nicht allzuviel Anhänger. Man braucht nur Willensmenschen, Geldgeber und Fachleute.
 - ZW: Gut, wer soll aber diese wenigen (aber wichtigen) Faktoren zusammenbringen?
 - ZA: Ich würde es gerne sehen, wenn die UŜE-Freunde diese schwere Aufgabe auf sich nehmen würden.
 - ZW: Ich sag es aufrichtig, ich erwarte nicht viel von ihnen.
 - ZA: Sie dürfen nicht vergessen, es handelt sich um eine ganz neue Arbeit, die unsere Freunde sicher begeistern wird. Bisher hatten sie noch nicht recht Gelegenheit, ihre Fähigkeiten auf die Probe stellen zu können; sie haben bisher noch keine geeigneten praktischen Programme zur Verwirklichung gestellt bekommen.
 - ZW: Täuschen Sie sich nur nicht! Sehr viele Ihrer Gesinnungsgenossen sehen in der Bewegung nur eine Gelegenheit, sich zu amüsieren und Sprachsport zu betreiben.
 - ZA: Aber nicht die UŜE-Freunde. Die kennen schon die bevorstehende wichtige Rolle der europäischen Sprache in der Zukunft Europas.
 - ZW: Aber seien Sie doch nicht so kurzsichtig! Glauben Sie doch nicht, dass Ihr Vorschlag zur Lösung der europäischen Sprachenfrage jemals ernstlich in Erwägung gezogen wird.
 - ZA: Man wird ihn annehmen! Darüber debattiere ich nicht. In erster Reihe wird wahrscheinlich in "Eŭropa-Centro" die europäische Sprache eingeführt. Nur die UŜE-Freunde sind in der günstigen Lage in einer Organisation alljene Faktoren zusammenzubringen, die die Gründung des "Flug-Centro"s und "Eŭropa-Centro"s ermöglichen.
 - ZW: Sie glauben sicher, wegen der europäischen Sprache ist es den UŜE-Freunden möglich, die Gründer "Eŭropa-Centro"s zu organisieren.
 - ZA: Ja, hauptsächlich darum, weil sie eine gemeinsame Sprache sprechen und ausserdem rekrutieren sie sich aus allen Gegenden Europas; so dass sie es auch tatsächlich garantieren können, dass "Eŭropa-Centro" wirklich eine europäische Stadt im wahrsten Sinne des Wortes wird.
  ....  ....  
 - ZW: Was für einen Sinn haben dann die Bemühungen um die Europa-Union?
 - ZA: Die Europa-Union soll den europäischen Innenkrieg unmöglich machen, soll eine Rationalisierung und dadurch Herabsetzung der Rüstungen ermöglichen.
  ....  ....  
 - ZW: Wie ich sehe haben Sie auf alle meine Einwendungen eine Antwort. Es ist nun fraglich, ob Ihre Argumente auch im praktischen Leben taugen?
 - ZA: Nun wir können ja den Versuch machen.
 - ZW: Gut, propagieren Sie nur Ihr "Eŭropa-Centro".
 - ZA: Das werde ich auch tun mit der Devise: Genf und Europa-Centro!


© Entwurf Josef Zauner | Bearbeitung 20210624 St.Eitner
"Unsere Flagge: Weißes Feld, roter Rand in der Mitte die Buchstaben: UŜE in blauen Linien ausgeführt."

EDE-Vorläufer-Seite | GENF ODER EŬROPA-CENTRO?

Politischer Überdruck

Trotz aller Schwierigkeiten blieb Zauner länger optimistisch als die allermeisten Bewohner Europas. Heute ist auch nur ein Teil des europäischen Traumes realisiert und die Gefahr des Zerbrechens besteht wegen der schlechten Völkerverständigung trotz aller aufgebauten Europainstitutionen weiter. Auch heute gibt es noch nicht ausreichend "EDE-amikoj", die stark genug für eine Reform des sich einigenden Europa sind. Kein Grund, sich nicht verantwortlich zu fühlen. Am Ende werden in Institutionen Menschen gebraucht, welche Esperanto offen gegenüber stehen und dieses Mittel anwenden. Ein guter Anlaufpunkt ist natürlich EDE, dies ist ja genau unser Bereich. Wer in der Mitte der 30er Jahre genau Mitglied bei den UŜE-amikoj war, lässt sich jetzt nicht ermitteln. Sicher war es Zauner, wahrscheinlich auch der als UŜE-EĤO-Mitglied aktive Francisko Azorín (s.u.) und noch einige ziemlich unbekannte Personen. Diese kleine Gruppe zeigt aber, daß nicht ganz Europa, voran Deutschland, in einen engstirnigen Wahn verfallen ist. Einige wenige Menschen dachten weiter und verhalfen der Menschheit gewissermaßen zu ihrer "Ehrenrettung".
"Hispana Esperanto-Gazeto" berichtete in der Nummer 61, dies war die letzte Ausgabe, über den 11. Spanischen Esperanto-Kongreß im Juni 1936. Hier eine grobe Übernahme des Zeitungstextes (Gern wird noch Hilfe bei der Interpretation entgegengenommen):
"Am 07.06.1936 fand eine spezielle und gutbesuchte Zusammenkunft der UŜE-amikoj statt (Ateneo Barcelonés). Der spanische Delegierte Jozefo Anglada (Vizepräsident Kongreß-Komitee zu Beginn des Kongresses durch Ältesten-Komitee gewählt) verlas ein Telegramm der Zeitung UŜE-EĤO, welche die Erste UŜE-Versammlung begrüßt. "S-ro Anglada legas telegramon de la gazeto UŜE-EĤO (EKo de la Unuiĝintaj Statoj de Eüropo), el Timiŝoara (Rumanujo), kiu salutas la Unuan UŜE-Kunvenon." Dann erläutert er die Hauptpunkte der UŜE-Bewegung, die auf ein Überwinden der moralischen und materiellen Landesgrenzen zielt. Diese selbst begründete Krise (der Abgrenzung) schadet auch der Esperanto-Bewegung, droht Esperanto nahezu unnutzbar zu machen und sorgt für die Unmöglichkeit von internationalem Verkehr und Beziehungen."
Collage HEG Juli 1936 
"Er zeigt, wie das UŜE-Programm von Herrn Josef Zauner sich von jenem von "Paneuropa" des Grafen Coudenhove-Kalergi unterscheidet, da letzteres nicht die sprachlichen Schwierigkeiten beachtet und Britanien und Rußland aus dem Rahmen der Vereinigung herauslässt. Er betonte auch die Verschiedenheit zum Projekt von Herrn Briand, weil jenes ein politisches Arrangement war, welches "von oben" aufgezwungen werden musste, während das Projekt von Herrn Zauner beabsichtigt, bei der Masse das Bewußtsein für die Konzeption des Europäismus auf der Grundlage von Esperanto (in welcher er die Europäische Sprache wiedererkennt) und von ihrer internen Idee zu beleben. Auch sagt er, daß die Europa-Union eine unausbleiblich erforderliche Grundlage des Friedens zwischen den Völkern der ganzen Welt ist. Es gab verschiedene lesenswerte Dokumente, unter ihnen das UŜE-Programm und Die Zehn Pflichten der Eŭropanoj. Auch wurden einige Werbe-Bestrebungen der Barcelona-Gruppen anläßlich des Denkschrift von Herrn Briand erwähnt.
Herr Anglada bittet die Anwesenden, daß sie ihre Meinung über die Angelegenheit der Zusammenkunft vorbringen.
Herr Roca äußert einige Zweifel. Er befürchtet, daß der übertriebene Nationalismus die Vereinigung unmöglich macht. Er nennt ein Beispiel, wo der Nationalismus sich widersetze, vorausgesetzt daß Esperanto in einem internationalen Kongreß angenommen sei, und er befürchtet, wenn irgendwann eine Vereinigung stattfinden würde, die Menschen sich selbst von neuem entvereinigen würden. Letztlich daß die Idee ihm als eine Utopie erscheint. Auch befürchtet er daß Menschen aus anderen Kontinenten wegen der Neubenennung "Europa-Sprache", etwas neu kreieren oder andere internationale Sprachen mit dem Namen "Amerika, Azia, k.t.p." annehmen würden.
Herr Francisko Azorín (Ex-Abgeordneter), selbst Mitglied von UŜE-EĤO, sagt, daß wir als Esperantisten nicht das Recht haben die Angelegenheit so zu betrachten, daß Esperanto auch als Utopie angesehen wird. Und daß wir jene darauf hinzielende Ideen immer mit Sympathie sehen müssen und mithelfen, so wie bei UŜE, die starken Mauern, welche die Nationen aufteilen, zu zerstören. Hauptsächlich wird hier die Schaffung eines großen europäischen ökonomisch verbundenen Territoriums thematisiert, so wie es einstmals der "Zollverein" in Deutschland erreichte, welcher der Vereinigung Wohlstand brachte.
Auch sprach Herr Julio Mangada (Vorsitzender Ältesten-Komitee) mit Sympathie zum UŜE-Projekt, und er erinnerte nochmals, daß er in seiner Broschüre über den Homaranismus Fragmente aus dem Werk "Civitanoj de la Mondo" ("Bürger der Welt") des Türken Yervant H. Iskender veröffentlichte, wie auch das Projekt des Neuseeländers H.E.Hyde über Föderation der Staaten. (Über letztes sprach er während UDKEILO im "Ateneo Barcelonés"). Beide zielten auf das selbe, das heißt die Vereinigung der Völker, wie auch das höher entwickelte Projekt von UŜE, und als Angehöriger der Menschheit ist er bereit, alles zu unterstützen, was darauf aus ist, Frieden und Eintracht zwischen den Völkern herbeizuholen.
Zusammenfassend brachte Herr Anglada die folgenden Fakten vor (gekürzt):
Wenn die Europäische Sprache die Synthese von Sprachen zu etwas wird, was auch im amerikanischen und in anderen Kontinenten mit der europäischen Zivilisation gilt. Wenn das Projekt von Herrn Zauner wie eine Norm der natürlichen Entwicklung "von unten nach oben" angenommen ist und es nicht nur das Rechtliche beachtet, sondern zugleich die ökonomischen Grundlagen (Währungen, Zoll, Alleinherstellungsrechte, freie ökonomische Entwicklung, Gemeinschaft und Reduzierung der Armee, usw.). Vorausgesetzt, daß die Entwicklungsrichtung der Menschheit vereinigender ist, als zerfallend, und vorausgesetzt daß es als Hauptgrundlage die nationalsprachliche Gemeinschaft hat. (Beispielsweise, Spanien, Italien, Deutschland, Tschechoslowakei, USA, UdSSR, Brasilien, usw.).
Also, wenn das Entstehen und die Existenz der nationalen Sprachen das nationale Bewußtsein bei den Völkern erweckten, gibt es keinen Grund, daß wir Europäer, nicht den Sinn von unserer Nationalität mittels der Europäischen Sprache, für das Wohl zunächst von unserem erbärmlichen Europa und nachher von der ganzen Welt erweitern dürfen.
Diese Zusammenkunft, wo so wichtige Probleme debattiert wurden, und die so großes Interesse weckte, veranschaulicht, daß sich die Saat, aus welcher weltweiter Frieden und ökonomischer Wohlstand sprießen sollen nicht anderswo befindet, als bei der Verbreitung des Geistes der europäischen Verbundenheit, basierend auf der gemeinschaftlichen helfenden Sprache Esperanto. Die Zusammenkunft endete 20:30 Uhr."
Diese Übersetzung kann speziell bei den Aussagen des spanischen Delegierten Jozefo Anglada noch mißverständlich sein. Möglicherweise hat er sich an das Denken der Zeit angepasst. Dies ist noch zu klären.
Genau zu dieser Zeit begann der Spanischen Bürgerkrieg (1936–1939). Im März des Jahres war es in Deutschland kaum noch möglich, sich zu organisieren. Ein Gruppenleiter vom Deutschen-Esperanto-Bund sagte damals zu den restlichen Mitgliedern: "Wir, die wir noch zusammen kommen können, arbeiten weiter für unser Esperanto, solange man uns läßt". Und bis zum 15. Juli mussten sich dann alle Esperanto-Gruppen auflösen. In Rumänien wurde 1930 Carol II. (Karl II.) König, der 1938 eine Königsdiktatur errichtete. Betroffen war damit auch Zauners Verlag. Die politische Realität zwang Zauner bereits vorher, von der Europapartei auf andere Formen wie Initiativen auszuweichen. In "GENF ODER EŬROPA-CENTRO?" (1936) ging die Richtung ja zusätzlich auch in einen technisch-organisatorischen Bereich. Und wie weit kann man sich überhaupt an eine massenhafte gesellschaftliche Fehlstellung anpassen ohne sich zu sehr zu verbiegen? Irgendwann war das nicht mehr möglich. Leider sind die genaueren Umstände schlecht nachzuvollziehen. In den letzten bekannten Veröffentlichungen 1939 und 1941 behandelte der vielinteressierte Zauner andere unauffälligere Themen zu Schwingenflug und Schlagflächengesetz. Sicher interessant. Bedenkt man aber die hohe Bedeutung der Aufgabe UŜE, kann man nur staunen, wie gedankenlos die Gesellschaften zeitgemäße Ideen und Potentiale wegdrücken. 2019071520191008SE

EDE-Vorläufer-Seite | Josef Zauner Politischer Überdruck
de.wikipedia.org Josef Zauner (Verleger)
eo.wikipedia.org UŜE-EĤO
Enciklopedio de Esperanto 1933 Seite 1059 (Klubo de la UŜE-amikoj 1932) Große Datei!
Hispana Esperanto-Gazeto n036 (majo 1934)
Hispana Esperanto Gazeto n061 (julio 1936)
es.wikipedia.org Ateneo Barcelonés  ca.wikipedia.org Ateneo Barcelonés
link Josef Zauner (engelsbrunn.de)

 

Wiederholt sich die Geschichte?

Die Ausgaben von UŜE-EĤO aus den 1930er Jahren liegen erst seit kurzer Zeit vor. Leider scheint es nach einer ersten groben Durchsicht irgendeine Annäherung Zauners an die bestehenden Verhältnisse der Epoche gegeben zu haben. Aber das kann genauso gut täuschen. Vielleicht wollte er zu Lebzeiten noch etwas erreichen und suchte nach Kompromissen. War die Nähe zu schon zu groß und war eine solche Nähe den Mächtigen nicht groß genug? Wie weit eine Annäherung ging, ist noch in Prüfung. Und diese Prüfung braucht Geduld. Über die Zeit entstand imUŜE-EĤO ein Trend hin zu stärkeren Tönen. In der vorletzten Ausgabe vom Oktober 1937 (Die Novemberausgabe entfiel) meldete sich ein empörter Leser aus einem damals noch freien und natürlich noch unbesetzten Land zu Wort. Sinngemäß verglich er Vereinigte Staaten von Europa mit den aufgekommenen Diktaturen. Diese Diktatur-Unterstellung gibt es auch heute noch gegenüber der sicher noch nicht ausgereiften EU. Von wem? Man gibt sich nicht klar zu erkennen. Sicher vertreten jene eine nationalistische Ansicht. Viele Nationalisten in den europäischen Staaten, vor allem im mittel-osteuropäischen Bereich, wollen einerseits eine Abspaltung von der EU. Andererseits wollen sie vielleicht doch nicht zurück in ein russisch dominiertes Machtsystem. Doch sie leben in ihrer Sieger-Verlierer-Mentalität. Demnach soll der Stärkste gewinnen. Leider ist dies Ideologie überall Standard. Johnsons (!) Großbritannien ist ohnehin keiner Rede mehr wert. Egoismus und Kurzsichtigkeit. Es ist in sich widersprüchlich, von Nationalisten eine über das Nationale hinausgehende Gerechtigkeit zu erwarten. Nationalismus war immer auch auf Zentralismus und Ungerechtigkeiten angelegt. Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als daß Nationalisten ein geeintes demokratisches Europa anstreben. Zauner hatte sich mit vielen Baustellen herumzuschlagen. In der Leserzuschrift sollte Esperanto nur als weltweite Sprache gesehen werden, statt einer Sprache der Europäer. Die Wahrheit liegt absolut sicher dazwischen. Esperanto als weltweite Sprache findet eben auch eine reale Anwendung in Europa und hat Bedeutung für die Zukunft Europas.

Doch wie sich Zauner gegenüber den Mächtigen verhielt, ist eben noch genauer zu erforschen. Es wäre tragisch, wenn Zauner wichtige Grundsätze verlassen hätte. Ist es denn nun richtig, wenn sich die im Jahr 2003 entstandene Föderation Europa-Demokratie-Esperanto (EDE) überhaupt mit Josef Zauner auseinandersetzt? Schließlich hat sich EDE aus sich heraus ohne besonderes Wissen um davor Geschehenes gegründet, eben weil die Zeit dafür überreif ist. So eine Auseinandersetzung mit der Geschichte kann jedoch nie falsch sein. Bis zu einem zu findenden Zeitpunkt des frühen Zauners kann man wohl auch heute mitgehen, auch beim Streit, ob Esperanto entweder für die Welt oder für Europa da ist. Beide Aspekte haben ihre Argumente. Problematisch ist, wenn Zauner in der Zeit der Diktaturen noch auf sein Ziel hoffte und versuchte, sich an die Zeit anzupassen. Letztlich rettet dieses Verhalten nichts.

Wenn es auch viele nicht wahrhaben wollen, auch heute ist nationales Denken in den politischen Parteien und Strömungen die Regel! Und aus dieser gemütlichen Position heraus wird argumentiert. Von den mehrheitlich national denkenden Bürgern und ihren Medien kann auch heute niemand erwarten, daß sie für ein geeintes Europa mit wirklich gleichberechtigten Bürgern eintreten. Dort wirken die alten gefestigten Ideologien, die aus den nationalen Geschichts-Erzählungen vor allem aus dem 19.Jahrhundert weiterwirken. Zauner hätte wohl einige Nummern eher aufhören sollen, schon um sein Gewissen reinhalten zu können. Und irgendetwas, das noch zu erforschen ist, passierte und es erschien ab 1938 keine Ausgabe mehr. Woran lag das? Wurde zu wenig Geld überwiesen? Sank die Zahl der Leser, weil immer mehr Diktaturen den Zugang sperrten? Oder wurde die Zeitschrift in Rumänien verboten, weil sie immer noch zu liberal war? Zu viele Fragen bleiben unbeantwortet und eigentlich sollten unsere europäischen Gesellschaften ihre wissenschaftliche Arbeit leisten! Doch sie bemerken nicht, wie sehr sie selbst noch in den nationalen Kategorien denken. Sie bleiben national ausgerichtet, trotz aller Weltoffenheits-Tünche. Nur Krisen wie Kriege führen zu einem kurzzeitigen hastigen Zusammenflicken der europäischen Teile. Die europäischen Gesellschaften stellen weiterhin latent die Idee Esperanto in Frage, betrachten sie skeptisch, lehnen sie ab oder bekämpfen sie. Dies nur, weil es nicht in ihre Ideologien passt. Dafür bringen sie meist keine oder schwache Behauptungen vor. Wer ist neutral und gefestigt genug, um sich der Erforschung zu stellen und kann eine verantwortungsvolle Analyse betreiben, liebe Fachleute? Soll, kann und muß EDE diese Bewältigung für die Gesellschaften übernehmen? Gesellschaften, die einen Teil der Geschichte ausblenden? Zum Beispiel, daß es vor 1945 bereits Pro-Europa-Entwicklungen gab?

Die Auswertung zu Zauners Aussagen wird also zwangsläufig noch etwas Zeit brauchen. Längst brauchten wir dieses wahrhaft geeinte Europa in Vielfalt. In der Praxis verbreiten sich nationalistische Ansichten, Diktatoren können wieder in Europa Kriege führen. Man hat viel zu wenig aus der Geschichte gelernt. Seit es Esperanto gibt, werden immer wieder Esperantisten zum Stillhalten gezwungen. Sollten sie ihre Ideale zu lange weiterverfolgen und nicht rechtzeitig Ruhe geben, geraten sie in die Konflikte der gesamten Gesellschaften. Möglich, daß auch hier irgendwann politische Meinungen stummgeschaltet werden. Immerhin ist es sogar in der EU schwer, die Idee Esperanto für Europa öffentlich zu machen. Bevor wir Europäer uns in den dann natürlich nationalen Diktaturen wiederfinden, müssen wir laut genug sein, übrigens auch viele Esperantisten. Wenn es dann wiedermal zu spät sein würde, können wir nur noch schweigen. Doch wer schon jetzt schweigt, muß das später mit seinem Gewissen abmachen. Bei all dem stellt sich im aktuellen Zustand eines gegen die weltweiten und europäischen Werte gerichteten Krieges folgende Frage: Wie geht es im Moment den unpolitischen Esperantisten in Russland?
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